Die Turiner ‚Concordia 


(„Neue Rheinische Zeitung“ 
Nr. 55 vom 25. Juli 1848] 


* Köln, 23. Juli. Kürzlich erwähnten wir des in Florenz erscheinenden Blat- 
tes „L’Alba“*, das uns brüderlich die Hand über die Alpen hinüberreichte. 
Es war zu erwarten, daß ein anderes Journal, „La Concordia“?! in Turin, 
ein Blatt von entgegengesetzier Farbe, sich auch in entgegengesetzter, wenn 
auch keineswegs feindseliger Weise erklären werde. In einer frühern Nummer 
meinte „La Concordia“, die „Neue Rheinische Zeitung“ nehme sich jeder 
Partei an, wofern sie nur „unterdrückt“ sei. Zu dieser wenig sinnreichen Er- 
findung verhalf ihr unsere Beurteilung der Prager Ereignisse, unsere Teil- 
nahme für die demokratische Partei gegen den reaktionären Windischgrätz 
et Comp.? Vielleicht ist das Turiner Journal über die sogenannte ischechische 
Bewegung inzwischen klarer geworden. | 

Neuerdings sieht sich jedoch „La Concordia“ veranlaßt, der „Nuova 
Gazzetta Renana“ einen mehr oder minder doktrinären Artikel zu widmen, 
Sie hatte in unserm Blatt das Programm für den nach Berlin berufenen Ar- 
 beiterkongreßl??! gelesen, und die acht von den Arbeitern zu diskutierenden 
Punkte machen ihr bedeutende Unruhe. 

Nachdem sie das Ganze getreulich übersetzt, beginnt sie eine Art von 
Kritik mit folgenden Worten: 


„In diesen Vorschlägen gibt es viel Wahres und Gerechtes, allein die ‚Concordia‘ 
würde an ihrer Mission einen Verrat begehen, wenn sie nicht ihre Stimme gegen die 
Irrtümer der Sozialisten erhöbe.“ Ä 


1 Siehe vorl. Band, S. 156 - ? ebenda, S. 80-82 u. 108/109 - „Neuen Rheinischen 
. Zeitung“ 


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Wir unsererseits erheben uns gegen den „Irrtum“ der „Concordia“, wel- 
cher darin besteht, das von der betreffenden Kommission für den Arbeiter- 
kongreß aufgestellte und von uns nur mitgeteilte Programm für unser eignes 
zu versehen. Gleichwohl sind wir bereit, uns mit der „Concordia“ auf eine 
nationalökonomische Diskussion einzulassen, sobald ihr Programm etwas 


mehr als einige bekannte philanthropische Redensarten und aufgegriffene 
Freihandelsdogmen bieten wird. 


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