Differenz der demokritischen und epikureischen 
Naturphilosophie im allgemeinen 


I. Gegenstand der Abhandlung 


Der griechischen Philosophie scheint zu begegnen, was einer guten Tra- 
gödie nicht begegnen darf, nämlich ein matter Schluß!. Mit“ Aristoteles, 
dem mazedonischen Alexander der griechischen Philosophie, scheint die 
objektive Geschichte der Philosophie in Griechenland aufzuhören und 
selbst den männlich-starken Stoikern nicht zu gelingen, was den Spar- 
tanern in ihren Tempeln gelang, die Athene? an den Herakles festzuketten, 
so daß sie nicht davonfliehen konnte. 

Epikureer, Stoiker, Skeptiker werden als ein fast ungehöriger Nachtrag 
betrachtet, der in keinem Verhältnis stehe zu seinen gewaltigen Prämissen. 
Die epikureische Philosophie sei ein synkretistisches Aggregat aus demo- 
kritischer Physik und kyrenaischer Moral, der Stoizismus eine Verbindung 
heraklitischer Naturspekulation, kynisch-sittlicher Weltanschauung, etwa 
auch aristotelischer Logik, endlich der Skeptizismus das notwendige Übel, 
das diesen Dogmatismen entgegengetreten. Man verbindet diese Philoso- 
phien so unbewußt mit der alexandrinischen, indem man sie zu einem nur 
einseitigern und tendenziösern Eklektizismus macht. Die alexandrinische 
Philosophie endlich wird als gänzliche Schwärmerei und Zerrüttung bc- 
trachtet, - eine Verwirrung, in der höchstens die Universalität der Intention 
anzuerkennen sei. 

Nun ist es zwar eine sehr triviale Wahrheit Entstehen, Blühen und 
Vergehen sind der eherne Kreis, in den Jedes Menschliche gebannt ist, den 
es durchlaufen muß. So hätte es nichts Auffallendes, wenn die griechische 






Philosophie, nachdem sie in Aristoteles die höchste Blüte erreicht, dann 
verwelkt wäre. Allein der Tod der Helden gleicht dem Untergang der 
Sonne, nicht dem Zerplatzen eines Frosches, der sich aufgeblasen hat. 

Und dann: Entstehen, Blühen und Vergehen sind ganz allgemeine, ganz 
vage Vorstellungen, in die zwar alles einrangiert werden kann, mit denen 
aber nichts zu begreifen ist. Der Untergang selbst ist im Lebendigen prä- 
formiert; seine Gestalt wäre daher ebenso in spezifischer Eigentümlichkeit 
zu fassen wie die Gestalt des Lebens. 

Endlich, wenn wir auf die Historie einen Blick werfen, sind E.pikureismus, 
Stoizismus, Skeptizismus partikulare Erscheinungen? Sind sie nicht die 
Urtypen des römischen Geistes? Die Gestalt, in der Griechenland nach 
Rom wandert? Sind sie nicht so charaktervollen, intensiven und ewigen 
Wesens, daß die moderne Welt selbst ihnen volles geistiges Bürgerrecht 
einräumen mußte? 

Ich hebe dies nur hervor, um die historische Wichtigkeit dieser Systeme 
ins Gedächtnis zu rufen; hier aber handelt es sich nicht um ihre allgemeine 
Bedeutung für die Bildung überhaupt, es handelt sich um ihren Zusammen- 
hang mit der ältern griechischen Philosophie. 

Hätte es nicht in Beziehung auf dies Verhältnis wenigstens zur Nach- 
forschung anreizen müssen, die griechische Philosophie mit zwei verschie- 
denen Gruppen eklektischer Systeme, deren eine der Zyklus der epikurei- 
schen, stoischen und skeptischen Philosophie, die andere unter dem Namen 
der alexandrinischen Spekulation zusammengefaßt ist, enden zu sehen? Ist 
es ferner nicht ein merkwürdiges Phänomen, daß nach den platonischen und 
aristotelischen, zur Totalität sich ausdehnenden Philosophien neue Systeme 
auftreten, die nicht an diese reichen Geistesgestalten sich anlehnen, sondern, 
weiter rückblickend, zu den einfachsten Schulen - was die Physik angeht, 
zu den Naturphilosophen, was die Ethik betrifft, zu der sokratischen Schule - 
sich hinwenden? Worin ist es ferner begründet, daß die Systeme, die auf 
Aristoteles folgen, gleichsam ihre Fundamente fertig in der Vergangenheit 
vorfinden? Daß Demokrit mit den Kyrenaikern, Heraklit mit den Kynikern 
zusammengebracht wird? Ist es Zufall, daß in den Epikureern, Stoikern 
und Skeptikern alle Momente des Selbstbewußtseins vollständig, nur jedes 
Moment als eine besondere Existenz, repräsentiert sind? Daß diese Systeme 
zusammengenommen! die vollständige Konstruktion des Selbstbewußt- 
seins bilden? Endlich der Charakter, mit dem die griechische Philosophie 
mythisch in den sieben Weisen beginnt, der sich, gleichsam als ihr Mittel- 
punkt, in Sokrates verkörpert, als ihr Demiurg, ich sage, der Charakter des 










Weisen - des sopöc! - wird er zufällig in jenen Systemen als die Wirklichkeit 
der wahren Wissenschaft behauptet? 

Es scheint mir, daß, wenn die frühern Systeme für den Inhalt, die nach- 
aristotelischen, und vorzugsweise der Zyklus der epikureischen, stoischen 
und skeptischen Schulen, für die subjektive Form, den Charakter der grie- 
chischen Philosophie bedeutsamer und interessanter sind. Allein eben die 
subjektive Form, der geistige Träger der philosophischen Systeme, ist bisher 
fast gänzlich über ihren metaphysischen Bestimmungen vergessen worden. 

Ich behalte es einer ausführlichern Betrachtung vor, die epikureische, 
stoische und skeptische Philosophie in ihrer Gesamtheit und ihrem totalen 
Verhältnis zur frühern und spätern griechischen Spekulation darzustellen .3*! 

Hier genüge es, an einem Beispiel gleichsam und auch nur nach einer 
Seite hin, nämlich der Beziehung zur frühern Spekulation, dies Verhältnis 
zu entwickeln. 

Als ein solches Beispiel wähle ich das Verhältnis der epikureischen zur 
demokritischen Naturphilosophie. Ich glaube nicht, daß es der bequemste 
Anknüpfungspunkt ist. Denn einerseits ist es ein altes eingebürgertes Vor- 
urteil, demokritische und epikureische Physik zu identifizieren, so daß man 
in den Veränderungen Epikurs nur willkürliche Einfälle sieht; andrerseits 
bin ich gezwungen, was das Einzelne betrifft, in scheinbare Mikrologien 
einzugehen. Allein eben weil jenes Vorurteil so alt ist als die Geschichte der 
Philosophie, weil die Unterschiede so versteckt sind, daß sie gleichsam nur 
dem Mikroskope sich entdecken: wird es um so wichtiger sein, wenn eine 
wesentliche, bis ins kleinste durchgehende Differenz der demokritischen 
und epikureischen Physik trotz ihres Zusammenhanges sich nachweisen läßt. 
Was sich im kleinen nachweisen läßt, ist noch leichter zu zeigen, wo die 
Verhältnisse in größern Dimensionen gefaßt werden, während umgekehrt 
ganz allgemeine Betrachtungen den Zweifel zurücklassen, ob das Resultat 
im einzelnen sich bestätigen werde. 


JI. Urteile über das Verhältnis der demokritischen 
und epikureischen Physik 


Wie meine Ansicht sich im allgemeinen zu den frühern verhält, wird in 
die Augen springen, wenn man die Urteile der Alten über das Verhältnis 
der demokritischen und epikureischen Physik flüchtig durchmustert. 


1 (sophos) 




Posidonius der Stoiker, Nikolaus und Sotion werfen dem Epikur vor, er 
habe die demokritische Lehre von den Atomen und die des Aristipp vom 
Vergnügen für sein Eigentum ausgegeben.!) Cotta der Akademiker fragt bei 
Cicero: „Was wäre wohl in der Physik des Epikur, das nicht dem Demo- 
krit! gehörte? Er verändert zwar einiges, das meiste aber spricht er Jenem 
nach.“ *) So sagt Cicero selbst: „In der Physik, in der Epikur am meisten 
prahlt, ist er ein vollkommener Fremdling. Das meiste gehört dem Demokrit; 
wo er von Ihm abweicht, wo er verbessern will, da verdirbt und verschlech- 
tert er.“ °) Obgleich aber von vielen Seiten dem Epikur Schmähungen gegen 
den Demokrit vorgeworfen werden: so behauptet dagegen Leonteus nach 
Plutarch, Epikur habe den Demokrit? geehrt, weil dieser* vor ihm zur 
wahren Lehre sich bekannt, weil er? früher die Prinzipien der Natur entdeckt 
habe.?) In der Schrift De placitis philosophorum!! wird Epikur ein nach 
Demokrit Philosophierender genannt.) Plutarch in seinem Kolotes geht 
weiter. Indem er den Epikur der Reihe nach mit Demokrit, Empedokles, 
Parmenides, Plato, Sokrates, Stilpo, den Kyrenaikern und Akademikern 
vergleicht, sucht er das Resultat zu gewinnen, „Epikur habe aus der ganzen 
griechischen Philosophie sich das Falsche zugeeignet, das Wahre nicht 
verstanden“), wie auch die Abhandlung De eo, quod secundum Epicurum 
non beate vivi possit!! von feindseligen Insinuationen ähnlicher Art an- 
gefüllt ist. | 

Diese ungünstige Ansicht der ältern Schriftsteller bleibt dieselbe bei 
den Kirchenvätern. Ich führe in der Anmerkung nur eine Stelle des Clemens 
Alexandrinus an’), eines Kirchenvaters, der in bezug auf Epikur vorzugs- 
weise Erwähnung verdient, weil er die Warnung des Apostels Paulus vor der 
Philosophie überhaupt in eine Warnung vor epikureischer Philosophie um- 
deutet, als welche nicht einmal über Vorsehung u. dgl. phantasiert habe.) 
Wie geneigt man aber überhaupt war, dem Epikur Plagiate zur Last zu 
legen, zeigt am auffallendsten Sextus Empiricus, der einige ganz ungehörige 
Stellen aus Homer und Epicharmus zu Hauptquellen epikureischer Philo- 
sophie umstempeln will.?) 

Daß die neuern Schriftsteller im ganzen ebenfalls den Epikur, soweit er 
Naturphilosoph, zu einem bloßen Plagiarius des Demokrit machen, ist be- 
kannt. Ihr Urteil im allgemeinen repräsentiere hier ein Ausspruch von 
Leibniz: „Nous ne savons presque de ce grand homme“ (Democrite), „que 
ce qu’Epicure en a emprunte, qui n’etait pas capable d’en prendre toujours 






le meilleur. “3%? Wenn also Cicero den Epikur die demokritische Lehre ver- 
schlechtern läßt, wobei ihm wenigstens der Wille bleibt, sie zu verbessern, 
und das Auge, ihre Mängel zu sehen; wenn Plutarch ihm Inkonsequenz"!) 
und eine prädeterminierte Neigung für das Schlechtere zuschreibt, also 
auch seinen Willen verdächtigt: so spricht ihm Leibniz sogar die Fähigkeit 
ab, den Demokrit auch nur geschickt zu exzerpieren. 

Alle aber kommen darin überein, daß Epikur seine Physik von Demokrit 
entlehnt habe. 


III. Schwierigkeiten hinsichtlich der Identität 
demokritischer und. epikureischer Naturphilosophie 


Außer den historischen Zeugnissen spricht vieles für die Identität demo- 
kritischer und epikureischer Physik. Die Prinzipien - Atome und Leere - 
sind unstreitig dieselben. Nur in einzelnen Bestimmungen scheint willkür- 
liche, daher unwesentliche Verschiedenheit zu herrschen. 

Allein so bleibt ein sonderbares, nicht zu lösendes Rätsel. Zwei Philo- 
sophen lehren ganz dieselbe Wissenschaft, ganz auf dieselbe Weise; aber - 
wie inkonsequent!- in allem stehen sie sich diametral entgegen, was Wahr- 
heit, Gewißheit, Anwendung dieser Wissenschaft, was das Verhältnis von 
Gedanken und Wirklichkeit überhaupt betrifft. Ich sage, sie stehen sich 
diametral entgegen, und werde es jetzt zu beweisen suchen. 

A. Das Urteil des Demokrit über Wahrheit und Gewißheit des menschlichen 
Wissens scheint schwer zu ermitteln. Es liegen widersprechende Stellen vor, 
oder vielmehr nicht die Stellen, sondern Demokrits Ansichten widerspre- 
chen sich. Denn Trendelenburgs Behauptung im Kommentar zur aristote- 
Iischen Psychologie, erst spätere Schriftsteller, nicht aber Aristoteles wisse 
von solchem Widerspruch, ist faktisch unrichtig. In der Psychologie” des 
Aristoteles heißt es nämlich: „Demokrit setzt Seele und Verstand als ein 
und dasselbe, denn das Phänomen sei das Wahre“ !), in der „Metaphysik“ 
dagegen: „Demokrit behauptet, nichts sei wahr, oder uns sei es verborgen.“?) 
Widersprechen sich diese Stellen des Aristoteles nicht? Wenn das Phäno- 
men das Wahre ist, wie kann das Wahre verborgen sein? Die Verborgenheit 
beginnt erst, wo sich Phänomen und Wahrheit trennen.? Diogenes Laertius 
aber berichtet, man habe Demokrit zu den Skeptikern gezählt. Es wird sein 


1 „Wir wissen von diesem großen Manne“ (Demokrit) „fast nur das, was Epikur, der 
nicht fähig war, immer das Beste zu übernehmen, ihm entlehnt hat,“




Spruch angeführt: „In Wahrheit wissen wir nichts, denn im Abgrund des 
Brunnens liegt die Wahrheit.“3) Ähnliches findet sich bei Sextus Empi- 
ricus.*) 

Diese skeptische, unsichere und innerlich sich widersprechende Ansicht 
des Demokrit ist nur weiterentwickelt in der Weise, wie das Verhältnis des 
Atoms und der sinnlich erscheinenden Welt bestimmt wird. 

Einerseits kömmt die sinnliche Erscheinung nicht den Atomen selbst zu. 
Nicht objektive Erscheinung ist sie, sondern subjektiver Schein. „Die wahr- 
haften Prinzipien sind die Atome und das Leere; alles andere ist Meinung, 
‚Schein.“?) „Nur der Meinung nach ist das Kalte, der Meinung nach das 
Warme, in Wahrheit aber die Atome und das Leere.“) Es wird daher in 
Wahrheit nicht eins aus den vielen Atomen, sondern „durch die Verbin- 
dung der Atome scheint jedes eins zu werden.“ ’) Durch die Vernunft zu 
schauen sind daher allein die Prinzipien, die schon wegen ihrer Kleinheit 
dem sinnlichen Auge unzugänglich sind; daher heißen sie sogar Ideen.°) 
Allein andrerseits ist die sinnliche Erscheinung das allein wahre Objekt, und 
die alodnois! ist die podvnoic?, dies Wahre aber ist wechselnd, unstet, 
Phänomen. Daß aber das Phänomen das Wahre sei, widerspricht sich.) 
Es wird also bald die eine Seite, bald die andere zum Subjektiven und zum 
Objektiven gemacht. So scheint der Widerspruch auseinandergehalten, 
indem er an zwei Welten verteilt wird. Demokrit macht daher die sinnliche 
Wirklichkeit zum subjektiven Schein; allein die Antinomie, aus der Welt der 
Objekte verbannt, existiert nun in seinem eigenen Selbstbewußtsein, in 
dem der Begriff des Atoms und die sinnliche Anschauung feindlich zu- 
sammentreffen. 

Demokrit entrinnt also der Antinomie nicht. Sie zu erklären ist hier 
noch nicht der Ort. Genug, daß ihre Existenz nicht zu leugnen ist. 

Hören wir dagegen Epikur. 

Der Weise, sagt er, verhält sich dogmatisch, nicht skeptisch.!”) Ja, eben 
das ist sein Vorzug vor allen, daß er mit Überzeugung weiß.!!) „Alle Sinne 
sind Herolde des Wahren.“1?) „Nichts kann die sinnliche Wahrnehmung 
widerlegen; weder die gleichartige die gleichartige wegen der gleichen Giltig- 
keit, noch die ungleichartige die ungleichartige, denn sie urteilen nicht 
über dasselbe, noch der Begriff, denn der Begriff hängt ab von den sinn- 
lichen Wahrnehmungen“ !?), heißt es im Kanon. Während aber Demokrit 
die sinnliche Welt zum subjektiven Schein macht, macht sie Epikur zur objek- 
tiven Erscheinung. Und mit Bewußtsein unterscheidet er sich hierin; denn 


1 (aisthesis) Sinneswahrnehmung - ? (phronesis) Vernunft 


er behauptet, dieselben Prinzipien zu teilen, nicht aber die sinnlichen Quali- 
täten zum Nur-Gemeinten zu machen."*) 

War also einmal sinnliche Wahrnehmung das Kriterium des Epikur, 
entspricht ihr die objektive Erscheinung: so kann man nur als richtige 
Konsequenz betrachten, worüber Cicero die Achsel zuckt. „Die Sonne 
scheint dem Demokrit groß, weil er ein wissenschaftlicher und in der Geo- 
metrie vollendeter Mann ist; dem E.pikur etwa von zwei Fuß Größe, denn 
er urteilt, sie sei so groß, als sie scheint.“!?) 

B. Diese Differenz in den theoretischen Urteilen des Demokrit und des 
Epikur über Sicherheit der Wissenschaft und Wahrheit ihrer Objekte ver- 
wirklicht sich in der disparaten wissenschaftlichen Energie und Praxis dieser 
Männer. 

Demokrit, dem das Prinzip nicht in die Erscheinung tritt, ohne Wirk- 
lichkeit und Existenz bleibt, hat dagegen als reale und inhaltsvolle Welt die 
Welt der sinnlichen Wahrnehmung sich gegenüber. Sie ist zwar subjektiver 
Schein, allein eben dadurch vom Prinzip losgerissen, in ihrer selbständigen 
Wirklichkeit belassen; zugleich einziges reales Objekt, hat sie als solche 
Wert und Bedeutung. Demokrit wird daher in empirische Beobachtung ge- 
trieben. In der Philosophie unbefriedigt, wirft er sich dem positiven Wissen 
in die Arme. Wir haben schon gehört, daß Cicero ihn einen vir eruditus! 
nennt. In der Physik, Ethik, Mathematik, in den enzyklischen Disziplinen, 
in jeder Kunst ist er bewandert.!) Schon der Bücherkatalog bei Diogenes 
Laertius zeugt für seine Gelehrsamkeit.!”) Wie es aber der Charakter der 
Gelehrsamkeit ist, in die Breite zu gehen und zu sammeln und von außen 
zu suchen: so sehen wir den Demokrit die halbe Welt durchwandern, um 
Erfahrungen, Kenntnisse, Beobachtungen einzutauschen. „Ich“, rühmt er 
von sich selbst, „habe von meinen Zeitgenossen den größten Teil der Erde 
durchirrt, das Entlegenste durchforschend; und die meisten Himmels- 
striche und Lande sah ich, und die meisten gelehrten Männer hörte ich; 
und in der Linienkomposition mit Beweis übertraf mich niemand, auch 
nicht der Ägypter sogenannte Arsepedonapten!#,*18) 

Demetrius in den öuwvönoirc? und Antisthenes in den dwxdoyaic? er- 
zählen, daß er gewandert sei nach Ägypten zu den Priestern, um Geometrie 
zu lernen, und zu den Chaldäern nach Persien und daß er gekommen zum 
Roten Meere. Einige behaupten, er sei auch zusammengetroffen mit den 
Gymnosophisten in Indien und habe Äthiopien betreten.!?) Es ist einerseits 


! gebildeten Mann -? (homonymois) (Schrift über) gleichnamige (Dichter und Gelehrte)- 
$ (diadochais) (Schrift über die) Aufeinanderfolge (der Philosophenschulen und ihrer Schul- 
häupter) 




die Wissenslust, die ihm keine Ruhe läßt; es ist aber zugleich die Nicht- 
befriedigung im wahren, d.i. philosophischer: Wissen, die ihn in die Weite 
treibt. Das Wissen, das er für wahr hält, ist inhaltslos; das Wissen, das ihm 
Inhalt gibt, ist ohne Wahrheit. Mag sie eine Fabel sein, aber eine wahre 
Fabel, weil sie das Widersprechende seines Wesens schildert, ist die An- 
ekdote der Alten. Sich selbst habe Demokrit geblendet, damit das sinnliche 
Augenlicht nicht die Geistesschärfe verdunkle.) Es ist derselbe Mann, der, 
wie Cicero sagt, die halbe Welt! durchwandert. Aber er hatte nicht ge- 
funden, was er suchte. 

Eine entgegengesetzte Gestalt erscheint uns in Epikur. 

Epikur ist befriedigt und selig in der Philosophie. „Der Philosophie“, sagt 
er, „mußt du dienen, damit dir die wahre Freiheit zufalle. Nicht zu harren 
braucht der, der sich ihr unterwarf und übergab; sogleich wird er emanzi- 
piert. Denn dies selbst, der Philosophie dienen, ist Freiheit."”!) „Weder 
der Jüngling“, lehrt er daher, „zögere zu philosophieren, noch lasse ab der 
Greis vom Philosophieren. Denn keiner ist zu unreif, keiner zu überreif, um 
an der Seele zu gesunden. Wer aber sagt, entweder noch nicht da sei die Zeit 
des Philosophierens oder vorübergegangen sei sie, der ist ähnlich dem, der 
behauptet, zur Glückseligkeit sei noch nicht die Stunde, oder sie sei nicht 
mehr.“ ??) Während Deniokrit, von der Philosophie unbefriedigt, sich dem 
empirischen Wissen in die Arme wirft, verachtet Epikur die positiven Wissen- 
schaften; denn nichts trügen sie bei zur wahren V ollendung.”) Ein Feind der 
Wissenschaft, ein Verächter der Grammatik wird er genannt.“*) Unwissen- 
heit selbst wird ihm vorgeworfen; „aber“, sagt ein Epikureer bei Cicero, 
„nicht Epikur war ohne Erudition, sondern diejenigen [sind] ungelehrt, die 
glauben, was dem Knaben Schande macht, nicht zu wissen, sei noch vom 
Greise herzusagen.“”) 

Während aber Demokrit von ägyptischen Priestern, persischen Chaldäern 
und indischen Gymnosophisten zu lernen sucht, rühmt Epikur von sich, er 
habe keinen Lehrer gehabt, er sei Autodidakt.?) Einige, sagt er nach Seneca, 
ringen nach Wahrheit ohne jegliche Beihilfe. Unter diesen habe er sich 
selbst den Weg gebahnt. Und sie, die Autodidakten, lobt er am meisten. Die 
andern seien Köpfe zweiten Ranges.?”) Während es den Demokrit in alle 
Weltgegenden treibt, verläßt Epikur kaum zwei- oder dreimal seinen Garten 
zu Athen und reist nach Jonien, nicht um Forschungen anzustellen, son- 
dern um Freunde zu besuchen.#) Während endlich? Demokrit, am Wissen 






verzweifelnd, sich selbst blendet, steigt Epikur, als er die Stunde des Todes 
nahen fühlt, in ein warmes Bad und begehrt reinen Wein und empfiehlt 
seinen Freunden, der Philosophie treu zu sein.) 

C. Die eben entwickelten Unterschiede sind nicht der zufälligen Indivi- 
dualität beider Philosophen zuzuschreiben; es sind zwei entgegengesetzte 
Richtungen, die sich verkörpern. Wir sehen als Differenz der praktischen 
Energie, was oben als Unterschied des theoretischen Bewußtseins sich aus- 
drückt. 

Wir betrachten endlich die Reflexionsform, die die Beziehung des Ge- 
dankens auf das Sein, das Verhältnis derselben darstellt. In dem allgemeinen 
Verhältnisse, das der Philosoph der Welt und dem Gedanken zueinander 
gibt, verobjektiviert er sich nur, wie sein besonderes Bewußtsein sich zur 
realen Welt verhält. 

Demokrit nun wendet als Reflexionsform der Wirklichkeit die Not- 
wendigkeit an.°°) Aristoteles sagt von ihm, er führe alles auf Notwendigkeit 
zurück.?*) Diogenes Laertius berichtet, der Wirbel der Atome, aus dem 
alles entstehe, sei die demokritische Notwendigkeit.”?) Genügender spricht 
hierüber der Auctor De placitis philosophorum: Die Notwendigkeit sei 
nach Demokrit das Schicksal und das Recht und die Vorsehung und Welt- 
schöpferin. Die Substanz aber dieser Notwendigkeit sei die Äntitypie und 
die Bewegung und der Schlag der Materie.) Eine ähnliche Stelle findet 
sich in den physischen Eklogen des Stobäus”‘) und im 6ten Buch der Prae- 
paratio evangelica des Eusebius). In den ethischen Eklogen des Stobäus ist 
folgende Sentenz des Demokrit aufbewahrt“), die im l4ten Buch des Euse- 
bius fast ebenso wiederholt wird?”), nämlich: Die Menschen fingierten sich 
das Scheinbild des Zufalls, - eine Manifestation ihrer eigenen Ratlosigkeit; 
denn mit einem starken Denken kämpfe der Zufall. Ebenso deutet Simplicius 
eine Stelle, in der Aristoteles von der alten Lehre spricht, die den Zufall 
aufhebt, auf den Demokrit.”) 

Dagegen! Epikur: 

„Die Notwendigkeit, die von einigen als die Allherrscherin eingeführt? 
ist, ist nicht, sondern einiges ist zufällig, anderes hängt von unserer Willkür 
ab. Die Notwendigkeit ist nicht zu überreden, der Zufall dagegen unstet. 
Es wäre besser, dem Mythos über die Götter zu folgen, als Knecht zu sein 
der einapuevn der Physiker. Denn jener läßt Hoffnung der Erbarmung 
wegen der Ehre der Götter, diese aber die unerbittliche Notwendigkeit. 
Der Zufall aber, nicht Gott, wie die Menge glaubt, ist anzunehmen.“) 


* (heimarmene) 




„Es ist ein Unglück, in der Notwendigkeit zu leben, aber in der Notwendig- 
keit zu leben, ist keine Notwendigkeit. Offen stehen überall zur Freiheit 
die Wege, viele, kurze, leichte. Danken wir daher Gott, daß niemand im 
Leben festgehalten werden kann. Zu bändigen die Notwendigkeit selbst, 
ist gestattet.“ ?0) 

Ähnliches spricht der Epikureer Vellejus bei Cicero über die stoische 
Philosophie: „Was soll man von einer Philosophie halten, welcher, wie alten 
und zwar ungelehrten Vetteln, alles durch das Fatum zu geschehen scheint? 
ENRER vom Epikur sind wir erlöst, in Freiheit gesetzt worden.“ **) 

So leugnet Epikur selbst das disjunktive Urteil, um keine Notwendigkeit 
anerkennen zu müssen.??) 

Es wird zwar auch vom Demokrit behauptet, er habe den Zufall an- 
gewandt; allein von den beiden Stellen, die sich hierüber beim Simplicius 
finden), macht die eine die andere verdächtig, denn sie zeigt offenbar, daß 
nicht Demokrit die Kategorie des Zufalls gebraucht, sondern Simplicius 
sie ihm als Konsequenz beigelegt. Er sagt nämlich: Demokrit gebe von der 
Weltschöpfung im allgemeinen keinen Grund an; er scheine also den Zufall 
zum Grunde zu machen. Hier handelt es sich aber nicht um die Inhalts- 
bestimmung, sondern um die Form, die Demokrit mit Bewußtsein angewandt 
hat. Ähnlich verhält es sich mit dem Bericht des Eusebius: Demokrit habe 
den Zufall zum Herrscher des Allgemeinen und Göttlichen gemacht und 
behauptet, hier geschehe alles durch ihn, während er ihn vom menschlichen 
Leben und der empirischen Natur ferngehalten, seine Verkünder aber sinn- 
los gescholten habe.**) 

Teils sehen wir hierin eine bloße Konsequenzmacherei des christlichen 
Bischofs Dionysius, teils, wo das Allgemeine und Göttliche anfängt, hört 
der demokritische Begriff der Notwendigkeit auf, vom Zufall verschieden 
zu sein. 

Soviel ist also historisch sicher, Demokrit wendet die Notwendigkeit, 
Epikur den Zufall an; und zwar verwirft jeder die entgegengesetzte Ansicht 
mit polemischer Gereiztheit. 

Die Hauptkonsequenz dieses Unterschiedes erscheint in der Erklärungsweise 
der einzelnen physischen Phänomene. 

Die Notwendigkeit erscheint nämlich in der endlichen Natur als relative 
Notwendigkeit, als Determinismus. Die relative Notwendigkeit kann nur 
deduziert werden aus der realen Möglichkeit, d.h. es ist ein Umkreis von 
Bedingungen, Ursachen, Gründen usw., durch welche sich jene Notwendig- 
keit vermittelt. Die reale Möglichkeit ist! die Explikation der relativen Not- 








wendigkeit. Und sie finden wir vom Demokrit angewandt. Wir führen einige 
Belege aus Simplicius an. 

Wenn einer dürstet und trinkt und gesund wird: so wird Demokrit 
nicht den Zufall als die Ursache! angeben, sondern das Dürsten. Denn 
wenn er auch bei der Weltschöpfung den Zufall zu gebrauchen schien: so 
behauptet er doch, daß dieser im einzelnen von nichts die Ursache! sei, 
sondern führt auf andere Ursachen zurück. So sei z.B. das Graben die UÜr- 
sache! des Schatzfindens oder das Wachsen des Ölbaums.*°) 

Die Begeisterung und der Ernst, mit dem Demokrit jene Erklärungs- 
weise in die Betrachtung der Natur einführt, die Wichtigkeit, die er der 
Begründungstendenz beilegt, spricht sich naiv? in dem Bekenntnisse aus: 
„Ich will lieber eine neue Ätiologie finden als die persische Königswürde 
erlangen!” ?°) 

Epikur steht dem Demokrit wiederum direkt gegenüber. Der Zufall ist 
eine Wirklichkeit, welche nur den Wert der Möglichkeit hat. Die abstrakte 
Möglichkeit aber ist gerade der Äntipode der realen. Die letztere ist be- 
schränkt in scharfen Grenzen, wie der Verstand; die erste schrankenlos, 
wie die Phantasie. Die reale Möglichkeit sucht die Notwendigkeit und 
Wirklichkeit ihres Objektes zu begründen; der abstrakten ist es nicht um 
das Objekt zu tun, das erklärt wird, sondern um das Subjekt, das erklärt. 
Es soll der Gegenstand nur möglich, denkbar sein. Was abstrakt möglich 
ist, was gedacht werden kann, das steht dem denkenden Subjekt nicht im 
Wege, ist ihm keine Grenze, kein Stein des Änstoßes. Ob diese Möglichkeit 
nun auch wirklich sei, ist gleichgiltig, denn das Interesse erstreckt sich hier 
nicht auf den Gegenstand als Gegenstand. 

Epikur verfährt daher mit einer grenzenlosen Nonchalance in der Er- 
klärung der einzelnen physischen Phänomene. 

Näher wird dies aus dem Brief an den Pythokles erhellen, den wir später 
zu betrachten haben. Hier genüge es, auf sein Verhältnis zu den Meinungen 
früherer Physiker aufmerksam zu machen. Wo der Auctor De placitis philo- 
sophorum und Stobäus die verschiedenen Ansichten der Philosophen über 
die Substanz der Sterne, die Größe und Figur der Sonne und ähnliches an- 
führen, heißt es immer vom Epikur: Er verwirft keine dieser Meinungen, 
alle könnten richtig sein, er halte sich am Möglichen.?”) Ja, E.pikur polemisiert 
sogar gegen die verständig bestimmende und eben daher einseitige Er- 
klärungsweise aus realer Möglichkeit. 

So sagt Seneca in seinen Quaestiones naturales: Epikur behauptet, alle 








jene Ursachen könnten sein, und versucht dazu noch mehrere andere Er- 
klärungen und tadelt diejenigen, die behaupten, irgendeine bestimmte von 
diesen finde statt, da es gewagt sei, über das, was nur aus Konjekturen zu 
folgern, apodiktisch zu urteilen.) 

Man sieht, es ist kein Interesse vorhanden, die Realgründe der Objekte 
zu untersuchen: Es handelt sich bloß um eine Beruhigung des erklärenden 
Subjekts. Indem alles Mögliche als möglich zugelassen wird, was dem 
Charakter der abstrakten Möglichkeit entspricht, wird offenbar der Zufall 
des Seins nur in den Zufall des Denkens übersetzt. Die einzige Regel, die 
Epikur vorschreibt, „nicht widersprechen dürfe die Erklärung der sinnlichen 
Wahrnehmung“ #, versteht sich von selbst; denn das Abstrakt-Mögliche 
besteht eben darin, frei vom Widerspruch zu sein, der also zu verhüten ist.?”) 
Endlich gesteht Epikur, daß seine Erklärungsweise nur die Ataraxie des 
Selbstbewußtseins bezwecke, nicht die Naturerkenntnis an und für sich.°) 

Wie ganz entgegengesetzt er sich also auch hier zu Demokrit verhalte, 
bedarf wohl keiner Ausführung mehr. 

Wir sehen also beide Männer sich Schritt für Schritt entgegenstehn. 
Der eine ist Skeptiker, der andere Dogmatiker; der eine hält die sinnliche 
Welt für subjektiven Schein, der andere für objektive Erscheinung. Der- 
jenige, der die sinnliche Welt für subjektiven Schein hält, legt sich auf empiri- 
sche Naturwissenschaft und positive Kenntnisse und stellt die Unruhe der 
experimentierenden, überall lernenden, in die Weite schweifenden Beobach- 
tung dar. Der andere, der die erscheinende Welt für real hält, verachtet die 
Empirie; die Ruhe des in sich befriedigten Denkens, die Selbständigkeit, die 
ex principio interno! ihr Wissen schöpft, sind in ihm verkörpert. Aber noch 
höher steigt der Widerspruch. Der Skeptiker und Empiriker, der die sinn- 
liche Natur für subjektiven Schein hält, betrachtet sie unter dem Gesichts- 
punkte der Notwendigkeit und sucht die reale Existenz der Dinge zu er- 
klären und zu fassen. Der Philosoph und Dogmatiker dagegen, der die Er- 
scheinung für real hält, sieht überall nur Zufall; und seine Erklärungsweise 
geht vielmehr dahin, alle objektive Realität der Natur aufzuheben. Es 
scheint eine gewisse Verkehrtheit in diesen Gegensätzen zu liegen. 

Kaum aber kann man noch vermuten, daß diese Männer, in allem sich 
widersprechend, einer und derselben Lehre anhangen werden. Und doch 
scheinen sie aneinander gekettet. 

Ihr Verhältnis im allgemeinen zu fassen, ist die Aufgabe des nächsten 


Abschnitts.? 


1 aus einem inneren Prinzip






ZWEITER TEIL 


Über die Differenz der demokritischen 


und epikureischen Physik im einzelnen 


ERSTES KAPITEL 


Die Deklination des Atoms von der geraden Linie 


Epikur nimmt eine dreifache Bewegung der Atome im Leeren an.!) 
Die eine Bewegung ist die des Falls in gerader Linie; die andere entsteht 
dadurch, daß das Atom von der geraden Linie abweicht; und die dritte wird 
gesetzt durch die Repulsion der vielen Atome. Die Annahme der ersten und 
letzten Bewegung hat Demokrit mit dem Epikur gemein, die Deklination 
des Atoms von der geraden Linie unterscheidet ihn von demselben.?) 

Über diese deklinierende! Bewegung ist viel gescherzt worden. Cicero vor 
allen ist unerschöpflich, wenn er dies Thema berührt. So heißt es unter 
anderm bei ihm: „Epikur behauptet, die Atome würden durch ihr Gewicht 
abwärts getrieben in gerader Linie; diese Bewegung sei die natürliche der 
Körper. Dann aber fiel es auf, daß, wenn alle von oben nach unten ge- 
trieben würden, nie ein Atom das andere treffen könne, Der Mann nahm 
daher zu einer Lüge seine Zuflucht. Er sagte, das Atom weiche ganz wenig 
aus, was aber durchaus unmöglich ist. Daher entständen Komplexionen, 
Kopulationen und Adhäsitationen der Atome unter sich und aus diesen die 
Welt und alle Teile der Welt und was in ihr ist. Außer dem, daß diese ganze 
Sache knabenhaft fingiert ist, erreicht er nicht einmal, was er will.“°) Eine 
andere Wendung finden wir bei Cicero im 1.Buch der Schrift „Über die 
Natur der Götter“: „Da Epikur einsah, daß, wenn die Atome durch ihr 
eigenes Gewicht abwärts getrieben würden, nichts in unserer Gewalt stände, 
weil ihre Bewegung bestimmt und notwendig ist: erfand er ein Mittel, der 
Notwendigkeit zu entgehen, was dem Demokrit entgangen war. Er sagt, 
das Atom, obgleich es durch Gewicht und Schwere von oben nach unten 
getrieben wird, weiche ein klein wenig aus. Dies zu behaupten ist schmäh- 
licher als das, was er will, nicht verteidigen zu können.“ ?)