Marx an Nikolai Franzewitsch Danielson


in Petersburg


London, 13. Dezember 1881

Mein lieber Freund, |

Am zweiten dieses Monats starb nach einer langen und qualvollen
Krankheit meine Frau. Ich war mit ihr während der Herbstmonate - als
ihr garde-malade! zuerst an der englischen Küste (Eastbournel*)), später in
Argenteuil (ungefähr 20 Minuten von Paris)!*, ‘wo sie und ich die große
Freude erlebten, mit unserer ältesten Tochter (Frau Longuet) und ihren
vier kleinen Söhnen? (der älteste ungefähr 5 Jahre), die alle an ihren Großeltern sehr hängen, zusammen zu sein.

Es war von meiner Seite, in Anbetracht des geschwächten Zustandes
meiner lieben Frau, eine sehr riskante Sache, diese Reise nach Paris zu
unternehmen. Aber im Vertrauen auf meinen ausgezeichneten Freund,
Dr. Donkin, wagte ich es, um ihr diese letzte Freude zu bereiten!

Unglücklicherweise bekam ich selbst - meine Gesundheit war während
dieser ganzen Zeit mehr oder weniger angegriffen - nach unserer Rückkehr
nach London plötzlich einen Anfall von Bronchitis, kompliziert durch eine
Pleuritis, so daß ich meine Frau während der letzten 6 Wochen ihres Lebens
3 Wochen lang nicht sehen konnte, obwohl wir in zwei angrenzenden Zimmern lagen.

Bis jetzt konnte ich das Haus noch nicht verlassen. Ich war nahe daran,
„dieser schlechten Welt den Rücken zu kehren“. Die Ärzte wollen mich
nach Südfrankreich oder sogar nach Algier schicken.

Die Beileidsbriefe, die ich von allen Seiten erhalten habe, waren insofern
ein (Quell des Trostes für mich, als in allen (abgesehen von einem einzigen
russischen Brief) echtes Mitgefühl, aufrichtige Anerkennung und Würdigung
der außergewöhnlichen Eigenschaften meiner lieben Frau zu spüren waren.

Mein deutscher Verleger? benachrichtigt mich, daß eine dritte Auflage
des „Kapitals“ notwendig geworden ist. Dies kommt in einem sehr ungelegenen Augenblick. Erstens muß ich wieder gesund werden und zweitens




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möchte ich den 2. Band so bald wie möglich fertigstellen!?P” (selbst wenn er
im Ausland erscheinen sollte). Ich möchte ihn gerade jetzt auch deshalb
fertig haben, weil ich ihn mit einer Widmung an meine Frau versehen
möchte.

Auf jeden Fall aber werde ich mit meinem Verleger vereinbaren, daß
ich für die 3.Auflage nur so wenig Änderungen und Ergänzungen wie möglich mache, daß er aber andererseits diesmal nur 1000 Exemplare statt
3000, wie er ursprünglich wollte, ausdruckt. Wenn diese 1000 Exemplare
der 3. Auflage verkauft sind, werde ich vielleicht das Buch so umarbeiten,
wie ich es jetzt unter anderen Umständen getan hätte.

Ich verbleibe wie immer

Ihr treuer Freund


A.Williams*




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