Engels an Johann Philipp Becker
in Genf

Ramsgate, 17. Aug. 1880

Lieber Alter,

Erst heute wird mir Deine Postkarte hieher(1%8] nachgeschickt, und ich
habe sofort eine Postanweisung auf zwei Pfund Sterling, also Fr. 50 und
einige Centimen für Dich herausgenommen (und darin meine Londoner
Adresse angegeben). Es versteht sich ganz von selbst, daß wir Dich nicht
aus dem Hause werfen lassen, während wir hier im Seebad uns neue Gesundheit holen. Du brauchst wegen der paar Groschen gar kein solches
Wesen zu machen, dergleichen versteht sich von selbst unter alten Kriegskameraden, die seit vierzig Jahren unter derselben Fahne fechten und auf
dieselben Signale hören.

Wir sind alle hier, Marx, seine Frau, seine Töchter nebst Männern und
Kindern! 2%, und der Aufenthalt tut namentlich Marx gut, ich hoffe, er
wird wieder ganz frisch. Seine Frau ist leider seit längerer Zeit leidend,
hält sich aber möglichst munter. Ich werde nächste Woche wieder nach
London gehn, aber Marx soll so lange hier bleiben wie irgend möglich.

Apropos, ich soll Dir noch sagen, daß wegen der Briefe ein großer Irrtum herrscht. Marx hat nie Briefe von Dir aufzuheben gehabt, wohl aber
Borkheim sollte welche von Dir haben, und Du hast Marx, noch als Frau
Mlarx] bei Dir in Genf war?, durch sie auffordern lassen, sie sich von
Blorkheim] geben zu lassen?. Nun aber behauptet Borkheim, nie welche von
Dir erhalten zu haben; so; wie die Sache also eigentlich liegt, ist uns hier
unergründlich.

. Also hoffe ich, daß Du jetzt wenigstens momentan aus dem ärgsten Pech
bist und einige Ruhe erhältst. Besten Gruß von uns allen und besonders von

Deinem

F. Engels

l Laura und Paul Lafargue; Jenny und Charles, Jean-Laurent-Frederick, Henry und Edgar
Longuet - ? in der Handschrift: warst - 3 siehe vorl. Band, S.521