Engels an Philipp Pauli


in Rheinau


122, Regent’sPark Road, N. W.
London, 25. April 76

Lieber Pauli,

‚ Ich weiß gar nicht, wie wir Ihnen und Ihrer Frau danken sollen für all
die Güte und Freundschaft, die Sie unsrer Pumps erweisen, und womit
Sie es dähin gebracht haben, daß sie sich bei Ihnen vollständig zu Hause
zu fühlen scheint. Wenn ihr Pensionsjahr ihr als eins der heitersten ihres
Lebens im Gedächtnis bleiben wird, so hat sie es Ihnen und Ihrer lieben
Frau zu danken.

Sie hat uns das nette Plänchen mitgeteilt, das sie ba Ihnen und angeblich mit Ihrer Hülfe fertiggebracht hat, um uns Pfingsten alle zusammenzubringen.!?] Leider hat sie, wie Mädchen ihres Alters meistens tun, die
Hauptsache dabei vergessen, nämlich, uns zu sagen, wann denn im Juni ihre
Ferien anfangen. Wenn ich mich recht erinnere, sagte mir Frl. Schupp,
die Ferien seien im Juli, weil das der heißeste Monat im Jahr sei. Ich bin
also genötigt, mir erst von der Mamsell Pumps genauere Auskunft über
diesen Punkt einzuholen, ehe ich mit meiner Frau irgendeinen Entschluß
fassen kann.

“Daß es uns beiden großes Vergnügen machen würde, die Pfingsten in
Rheinau bei Ihnen zuzubringen, brauche ich Ihnen nicht erst zu sagen.
Leider ist meine Frau im Frühjahr immer etwas kränklich, und dafür gibt’s
nur einen Ärzt: die Seeluft, und ich will sehn, ob ich sie nicht auf ein paar
Wochen hinschicken kann, die Reise nach Deutschland würde ihr dann
doppelt guttun.

Sehr viel Freude hat uns gemacht, daß Pumps uns schreibt, Frau Pauli
habe sich entschlossen, uns nach England zu begleiten. Das ist wunderschön, und wir hoffen nur, daß Pumps nicht eine bloße Hoffnung, sondern
einen festgefaßten Entschluß ausspricht, dessen Ausführung auch nicht
unterbleiben würde, wenn aus der Pfingstpartie nichts werden sollte, weil
Pumps sich etwa in ihren Ferien verrechnet hätte, denn der Sommer ist ja
lang, und geholt wird sie ja doch jedenfalls. Wir wollen indes hoffen, daß:


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Pumps recht hat und die gesamte strategische Kombination mit Glanz zur
Ausführung kommt. Es versteht sich von selbst, daß wir-alles aufbieten
würden, um Ihrer Frau den Aufenthalt hier so angenehm wie möglich zu
machen und sie zu veranlassen, ihn zu verlängern, bis Sie selbst sie holen
kommen. Projet contre projet!! Schorlemmer und Allmann, wenn dieser
nicht verreist ist, würden ebenfalls zitiert und ersterer wohl wie voriges
Jahr, eine 14 Tage mit uns an die Seeseite gehn. Also das sehn wir als
abgemacht an, so daß höchstens noch davon die Rede sein könnte, ob die
Sache 14 Tage früher oder später vor sich geht.

Schorlemmer war im März ein paar Tage hier, er sah sehr gut aus und
war sehr fidel. Baar

Den Brief der Frau Pauli haben wir seinerzeit richtig erhalten und uns
gefreut zu vernehmen, daß der Pudding nach längerer Odysseusfahrt sein
Ziel unbeschädigt erreicht und Beifall gefunden hat.

Mit herzlichen Grüßen von meiner Frau und mir an Sie selbst, Ihre
Frau und die Kinder \
herzlichst Ihr

F. Engels


1 Plan gegen Planl