Marx an Ludwig Kugelmann


in Hannover


[London] 9. Juli 1872

Lieber Kugelmann, |

Meinen besten Dank für das Geschenk von £ 15 für Jennychen. Ich
habe mich so auf den Hund gearbeitet, daß ich heut (in 2 Stunden) mit
Engels London für 4-5 Tage verlasse und nach der See (Ramsgate) gehe."
Nach meiner Rückkehr bis 2. September (wo der internationale Kongreß im
Haag!!) habe ich die Hände übervoll zu tun, von da an aber bin ich
wieder freier. Diese Freiheit beginnt aber erst Mitte September, da ich selbst
nach dem Haag gehn werde.

Vielleicht können wir später uns sehn (d.h. Du mich, da ich in Deutschland nicht sicher wäre).

Adio.

Dein
Karl Marx


Sobald die ersten Lieferungen (sei es deutsch 1%, sei es französisch 12))
heraus, erhältst Du sie natürlich. Ich bin mit Meißner im höchsten Grad
unzufrieden. Er hat mich an der Nase herumgeführt, mich erst überarbeitet
durch die unvorbereitete und plötzliche Hast, mit der er die 2.Äusg. mir
ankündiste (Ende November 1871), dann Monate verloren und die beste
Zeit herumgehn lassen. Er ist ein fauler kleiner Philister.

Zur Strafe Meißners ist es ganz gut, wenn Du ihm schreibst, unter dem
Vorwand, wissen zu wollen, wann endlich die „erste“ Lieferung erscheinen
wird. Bei der Gelegenheit bemerkst Du dann ganz en passant, aus meinen
letzten Briefen schiene Dir’s, daß ich sehr erbittert gegen Meißner sei und
sehr unzufrieden mit ihm; woher das komme? Es sei das doch gegen meine
gewohnte Manier! Der Kerl hat mich in der Tat sehr geärgert durch seine