Engels an Marx


in London


[Manchester, 14. Oktober 1852]

Lieber Marx,

Es ist physisch unmöglich, Dir den ganzen Artikel zu übersetzen. Heut
morgen erhielt ich ihn. Den ganzen Tag auf dem Comptoir beschäftigt, daß
ich nicht wußte, wo mir der Kopf stand. Heute abend 7-8 Tee getrunken
und das Ding eben durchgelesen. Dann ans Übersetzen. Jetzt -!/, 12 Uhr -
soweit wie ich’s Dir schicke, bis zum natürlichen Absatz des Artikels’. Um
12 Uhr muß er auf der Post sein. Du siehst, Du bekommst, was irgend geleistet werden kann.

Der Rest? wird sofort übersetzt - nächste Woche schickst Du ihn entweder via Southampton oder am Freitag. Mach inzwischen Deinen weiteren
Artikel nur fertig, ein Teil kann vielleicht schon Freitag gehn, wo nicht, den
folgenden Dienstag, wo wieder ein Yankeesteamer ist. Also das hat nichts
zu sagen. Sorg nur, daß ich das Manuskript früh erhalte, ich erwarte Weerth
jeden T'ag und muß dann doch suchen, mich mit der Zeit einzurichten, denn
am Tage bin ich im Commerce mehr wie vollauf beschäftigt.


Grüß Deine Frau und Kinder, Dronke, Lupus, Freilligrath].
Dein
F.E.


Gib acht, die Kölner!”! kommen doch nicht los, der Präsident? ist ein
Hund, wie hat er den Bürgers schikaniert.


1 „Pauperismus und Freihandel - Die drohende Handelskrise“ - ? „Die politischen Konsequenzen des kommerziellen Paroxysmus“ - Göbel






; Engels an Marx


in London


Lieber Marx,

Hierbei der Rest des [neulichen]! Artikels.? Gestern auch den folgenden
erhalten!!52!, Das heute gesandte Stück kannst Du gleich via Liverpool per
United States Mail Steamer? abschicken, am Mittwoch morgen segelt der
„Pacific“. Am Freitag wirst Du wieder etwas erhalten.

Mach doch die Artikel nicht mehr so lang. Mehr als I-11/, Spalte
kann Dana gar nicht wünschen, es wird zu viel für eine Nr. Diesen neuen
Artikel werde ich wieder spalten müssen, doch geht es sehr schwer, und ich
weiß noch nicht wo. Fünf - 7 Seiten von der Handschrift Deiner Frau sind
vollkommen genug, und gibst Du mehr in einem Artikel, so wird Dana Dir
nicht einmal dafür dankbar sein.

Bürgers, Röser und vielleicht Otto sowie Nothjung scheinen mir so
ziemlich geliefert. Gegen Daniels, Becker*, Jacobi scheint gar nichts vorzuliegen, und so hoffe ich, daß diese wenigstens freikommen. Becker hat sich
mit großer Unverschämtheit herausgearbeitet. Je mehr diese aber diskulpiert? werden, mit desto größerem Eifer, glaub’ ich, wird sich Gerichtshof
und Jury auf die Kompromittierteren werfen, die beleidigte Bourgeoisie
und der beleidigte Staat wollen ihre Opfer haben.

An den Siegeln aller Briefe, die ich von Dir erhalte, ist mit heißem
Eisen herumgearbeitet, doch soweit ich beurteilen kann, pour le roi de
Prusse. Das an der Enveloppe sitzende Gummi verhindert das Eindringen.

Weerth ist hier, hat mir das Paket gebracht und läßt Euch alle grüßen.
Das Szemeresche Manuskript über Kossuth ist weit besser als das über
Görgey - dem Kossuth] ist er gewachsen. Die P[ieper]sche Übersetzung?
habe ich noch nicht ansehn können, ich bin zu sehr auf dem Comptoir beschäftigt und abends manchmal matt wie ein Hund.

Beste Grüße an Deine Frau.


Dein


Manchester] 18. Oktober 52 F.E.