* Köln, 30. Januar. Als wir gestern Morgen durch ein Extrablatt einen
in Paris noch bevorstehenden Sturmausbruch verkündeten, schrieben
heulende Urwähler zur ersten Kammer unter unser Flugblatt: Das ist
gelogen! Bange machen gilt nicht! und was dergleichen bürgerliche Kraftsprüche mehr sind.
Die Elenden erblickten in unserem Extrablatt ein bloßes Wahlmanöver, als ob die erste Kammer und die zweite Kammer dazu und die ganze
preußische Bewegung obendrein uns bewegen könnten, die Geschichte
der europäischen Revolution zu verfälschen!
Stupp ist Wahlmann zur ersten Kammer! Rentner von Wittgenstein ist
Wahlmann zur ersten Kammer! Kanzler v. Groote ist Wahlmann zur ersten Kammer! Und dennoch untersteht sich das revolutionäre Ungeheuer
zu Paris von neuem zu brüllen! Quelle horreur!
Wir sagten in unserer heutigen Nummer unter andern über die Pariser
Situation:
„Die Gefahr eines Volksaufstandes ist vor der Hand beseitigt durch
das Votum der Kammer gegen die Dringlichkeit des Klubverbots, d.h.
gegen das Klubverbot überhaupt. Aber eine neue Gefahr taucht auf: die
Gefahr des Staatsstreichs “ „Wenn das Ministerium dem Votum der Versammlung trotzen will, so bleibt ihm nichts als – der Staatsstreich ... Die
Auflösung der Nationalversammlung, und die Vorbereitung der monarchischen Restauration durch Militärgewalt, das ist es, was hinter der
Furcht des National vor dem Bleiben des Ministeriums lauert ... Daß der
Staatsstreich immer näher rückt, beweisen die Vorfälle zwischen Changarnier und den Offizieren der Mobilgarde ... Die Situation komplicirt
sich scheinbar; in der That aber wird sie sehr einfach, so einfach, wie sie
jedesmal am Vorabend einer Revolution ist. Der Konflikt zwischen der
Versammlung und dem Präsidenten nebst seinen Ministern ist zum Aus-

bruch gekommen ... Monarchische Restauration oder – rothe Republik ,
das ist jetzt die einzige Alternative in Frankreich ... Die honette Republik
bricht an allen Ecken zusammen und nach ihr ist, wenn auch erst nach
einigen kleinen Intermezzos, nur noch möglich die rothe Republik.“
Wir kündeten in dem Extrablatt die Krise für den 29. an.
Die unten nachfolgenden Berichte aus Paris vom 29. werden unsern
Lesern zeigen, wie genau unsere Berichte und wie schlagend richtig unsere heutige Darstellung der französischen Situation war.