Friedrich Engels an Karl Marx 
in London 
Manchester, Mittwoch, 10. August 1859 


I Manchr 10 Aug 1859. 
Lieber Mohr 


Ich sitze momentan so tief im Abzahlen der für das neue Geschäftsjahr 
aufgelaufenen Privatschulden fest, daß ich nur im dringendsten Nothfall 
in den nächsten Wochen fernere Gelder fürs Volk zuschießen kann. Von 
Strohn höre & sehe ich nichts, ich würde aber sofort erfahren, wenn er 
wieder in Bradford ist. Wenn alle Stricke reißen, so könntest Du immer 
an Borchardt schreiben, ich sehe nicht ein, warum nicht. Du könntest 
michs dann wissen lassen & wenn nöthig, könnte dann Lupus auch ihm 
von ungefähr einen Besuch machen. Ich sehe & höre von B. nichts. 


Gestern Abend, als ich den 2' Art. über Dein Buch schreiben wollte, 
wurde ich in einer Weise gestört die es mir unmöglich machte fortzuar- 
beiten. Heute kann ichs nicht mehr rechtzeitig nachholen, der Art. muß 
also bis nächste Woche aufgeschoben werden, so ärgerlich es mir ist. 

Ich war Samstag-Montag aus der Stadt, & fand Montag Abend beilie- 
genden Wisch von Dunker vor. Die 6 Ex. Po & Rh. kannst Du Dir auf 
inl. Zeilen hin geben lassen, schick mir die, die Du nicht brauchst. Frei- 
ligrgth hat eins erhalten. Dieser Narr sollte indeß doch endlich gezwungen 
werden eine entschiednere Stellung einzunehmen oder wenigstens zu ble- 
chen. 

Dunker will mich redlich betrügen. Lassalle || schrieb von 2000 Ex., 
jetzt will er bloß 1000 gedruckt haben. Siebel, der wieder hier ist, erzählt, 
dies müsse nach seiner eignen Erfahrung über den buchhändl. Succeß 
eine Lüge sein. Que faire? 

Was sagst Du zu der schönen Entschuldigung der Nicht-Anzeige Dei- 
nes Buchs? 

Mazzini hat also seine diplom. Entdeckungen schließlich mit einer 
schrecklichen Brühe in die Times gebracht. Die Facta sind immerhin 
wichtig & bestätigen unsre Nachrichten & Schlußfolgen. Urquhart wird 
jetzt doch wohl daran irre werden, daß M. ein Russian sei. 

Salut 
Dein 
F.E. I] 


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