Karl Marx an Franz Duncker 
in Berlin 
Manchester, Mittwoch, 22. Juni 1859 


I Manchester. Juni, 22. 


Sehr werther Herr, 


Ich ersuche Sie das restirende Honorar für meine Schrift unmittelbar mei- 
ner Frau nach London zu schicken. 

5 In Ihrem Brief Ende Mai hieß es, daß „nächste Woche" das Buch er- 
scheinen und das Honorar gezahlt werden würde. Es ist weder das eine, 
noch das andre geschehn, bis heute, Juni 22. Es scheint Ihr Princip, daß 
ein „streng wissenschaftliches Werk" nicht spät genug erscheinen kann u. 
namentlich die Epoche abgewartet werden muß, wo die Verallgemeine- 

10 rung des Kriegs das „streng wissenschaftliche" Interesse belebt. 

Dieselben Umstände, die Sie vermocht haben zu dem neuen Aufschub 
können vielleicht einen Aufschub ins Jahr 1860 berechtigen, namentlich, 
da Sie mir schreiben, daß es Mode der deutschen Buchhändler ist, bei 
wissenschaftlichen Schriften, bei denen kein Contrakt über die Zeit der 

15 Veröffentlichung besteht, Embargo auf ihre Ausgabe zu legen, so oft es 
bequem scheint wegen des Erscheinens von Tagesschriften. | 

I Da es mir unmöglich ist, den Anfragen an mich - Betreffs dieser 
Verzögerung - privatim zu antworten, werde ich, nachdem ich noch eini- 
ge Tage gewartet, eine öffentliche Erklärung erlassen. 

20 Ihr ganz ergebner 

Dr K. Marx I 


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