Friedrich Engels an Karl Marx 
in London 
Manchester, Montag, 8. Februar 1858 


Manchr 8 Febr 1858. 
Lieber Mohr 


Ich war die vorige Woche stellenweise unwohl, es scheint noch ein ganz 
geringes Minimum von Rest von meiner früheren Krankheit übrig ge- 
blieben das aber zu schwach ist mich ernsthaft zu fassen & mich nun 
durch allerhand kleine Lumpereien chicanirt - besonders reizbare Haut, 
schlechtes Verheilen von Wunden, schwärende Finger & dergleichen en- 
nuyante Eseleien. Glücklicher Weise ist zu eiternden Drüsen auch nicht 
mehr die allergeringste Tendenz vorhanden, so daß also dafür kein Bange 
ist. Diese Lumpereien die sich ä propos von Erkältungen zeigen werden 
mich wohl ab & zu plagen bis ich wieder ins Seebad gehe. Jedenfalls muß 
ich mich inzwischen noch in Acht nehmen. Als Ableiter dienen mir übri- 
gens meine seit meiner Rückkehr ziemlich verwickelten Hämorrhoiden, 
das hilft jedesmal auf dem Fleck, aber macht mir dann auch auf ein paar 
Tage jedes andre Sitzen als auf dem Gaul unmöglich. Daher mein 
Stillschweigen vorige Woche & mein Mangel an Lieferung seit Montag. 
Ich konnte nur || liegen die meisten Abende. Indeß ist die Erkältung jetzt 
am subsiding dergestalt daß ich gestern wieder 28 Meilen reiten konnte, 
& so können wir morgen wieder anfangen. 

Den dunkeln Heraclit scheint Hr Lassalle sich au fond leicht genug 
genommen zu haben. Lupus hat sich sehr amüsirt über Deine Beschrei- 
bung seiner Methode, es war ihm eine Satisfaction daß es mit der griechi- 
schen Gelehrsamkeit des Herrn doch nicht soweit her ist. Ich werde ihm 
das Buch wenn es kommt, zum Studiren geben. 

Freund Belfield hat sich heute wieder zum Stadtrathscandidaten auf- 
geworfen & ist mit Glanz durchgefallen. 196 gegen seine 143 Stimmen. 

Ich hab noch ein paar Guardians mit hübschen Pariser Corresp. zu 
Hause die ich Dir dieser Tage schicken werde. 

Viele Grüße an die Family. Für Freitag gibts wieder einige Encycl. 
Sachen. 

Dein 
F.E.