Friedrich Engels an Karl Marx 
in London 
Manchester, 9. Dezember 1857 

I Manchester 9 Dez 1857 
Lieber Mohr 

In Eile noch ein paar Details über die Krise. In Hamburg wo die alte viel- 
gerühmte Girobank mit ihrer Pedanterie die Krise noch aufs tollste ver- 
schlimmert hat, ist folgendes vorgekommen: Schunck, Souchay & Co hier 
hatten Wechsel gezogen auf Hamburg. Um ganz sicher zu gehn, schicken 
sie den Bezogenen, obwohl die Wechsel für Waaren pp. waren, Bank of 
England Seven Day Bills. Diese wurden mit Protest retournirt, as so much 
waste paper, und die Wechsel richtig protestirt. Nichts als Silber sei noch 
irgend etwas werth! Wechsel mit S[chunck] S[ouchay] & Co. Endossement, 
und 2 andern ebenso guten Häusern, 2 Monat lang, haben nicht unter 
12% % vorige Woche discontirt werden können. 

NB. Wenn ich Dir die betreffenden Häuser nenne so versteht sich daß das 
bloß unter uns ist. Ich Könnte in des Teufels Schwulitäten kommen wenn 
dergleichen Mißbrauch vertraulicher Mittheilungen an den Tag käme. 

Die Liverpooler und Londoner Producehäuser werden bald purzeln. In Li- 
verpool sieht es greulich aus, die Kerle sind ganz blank, und haben kaum | 
I noch Energie zum Falliren. Die Gesichter dort an der Börse, sagt mir Je- 
mand der Montag da war, sind noch 3mal länger als hier. Übrigens zieht sich 
hier das Gewitter auch immer schwärzer zusammen. Die Spinner und Fabri- 
kanten zahlen das Geld das sie für Waaren einbekommen, in Arbeitslohn 
und für Kohlen weg, und sowie das aufgegangen ist, müssen sie fliegen. Der 
gestrige Markt war deprimirter und schwüler als irgend ein früherer. 

Jemand sagte mir er wisse 5-6 indische Häuser die an Produkten dieser 
Tage zum Teufel gehen müßten. 

Die Kerle merken jetzt erst daß der Geldschwindel das Allergeringste bei 
der Krise war, und je mehr sie das einsehn, desto schlimmer werden die 
Gesichter. 

Gesundheit gut. Morgen oder übermorgen mehr. Hiermit ein Pack Guar- 
dians. Sieh ja die kleinen Lokalnotizen durch darin sind sehr schöne facta. 

Dein 
F. E. 

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