Karl Marx an Jenny Marx 
in Trier 
London, 8. August 1856 


I 8 August. 1856. 
28, Deanst., Soho. 
Süsses, theures, einziges Herz, 


Gleichzeitig mit Deinem Brief erhielt ich heut Morgen ein Billet von Fre- 
deric, enthaltend 15 Th. für Lehnchen. Zeichne sie an, da er sehr exact in 
solchen Dingen. Morgen schreibe ich mehr; heute ist „immortal Collet" 
auf meinem Zimmer, den ich damit im Schach halte, daß „I am obliged to 
write some lines to Mrs Marx". 

Lily-white Sandy is in reality abgemacht, nicht in fancy. 

So sehr ich mich nach Dir und den Kindern sehne - und das ist quite un- 
beschreiblich - wünsche ich, daß Ihr 8 Tage länger in Trier bleibt. Es wird 
Dir und den Kleinen unendlich wohl thun. Weiteres Morgen. 

Dein 
KM 


P.S. Die Urquhartiten rücken mir verdammt auf den Leib. Das ist pecuniar 
gut. Aber politisch || weiß ich nicht, ob ich mich so sehr mit den Kerls ver- 
quicksen kann. Tausend Küsse, liebes süsses Herz. 

P.S.II. Lina hat die famose Stelle bekommen. Wird sie erst Wochen spä- 
ter antreten. 

Es ist gräßlich für mich, daß ich nun bei Liebknechts den Elegant spie- 
len muß. Hang it! Dabei schläft Pieper bei mir statt Deiner. Horrible! We- 
nigstens im selben Zimmer. Engels kommt nächste Woche. Das ist eine Erlö- 
sung. Seit 3 Wochen war ich hypochondrisch wie der Teufel. | 


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