Karl Marx an Friedrich Engels 
in Manchester 
London, 8. Mai 1856 

I 8 Mai 1856. 
28, Deanstreet, Soho. 

Dear Frederic, 

Deinen Brief erhalten. Meine pressure auf Dich, in dem yesterday letter, 
erklärlich d'abord weil früher das Paket meiner Frau nach Manchester 
nicht ankam, obgleich per Post geschickt. Zweitens aber weißt Du wie 
einem Menschen zu Muthe ist, den die Hämorrhoiden tanzen machen. 
Und dieser Mensch bin ich. 

Es freut mich, daß Du und Lupus über M[iquel]'s Brief ganz meine An- 
sicht habt - es war mir innerlich „sehr übel" zu Muth, als ich diese „Klug- 
heit" verdauen sollte. 

Meine Familie reist ab, wenn die von mir getroffnen pecuniären Maßre- 
geln nicht fehlgehn, in spätestens 10-14 Tagen. Schade, daß Du so überar- 
beitet bist. Wir könnten sonst une petite tour nach Schottland machen. 

Aufdem Museum werde ich Deine Aufträge besorgen, sobald ich wieder 
hingehe. 

Einliegend 

2 Briefe, 1) von Imandt; 2) von Köln. Es wird wohl am besten sein, wenn 
ich durch meine Frau den Kölnern antworte? There exists some jealousy 
zwischen Köln und Düsseldorf as to the leading of the proletarian move- 
ment. Besides, weiß ich nicht, ob die Kölner wissen, daß die Düsseldorfer 
ganz mit Lassalle gebrochen, der allgemein unter ihnen anrüchig. 

Von Sheffield traf gestern folgende komische Botschaft ein: 

"Council Hall, Sheffield, 
May 6"/56 
Doctor, 
The Sheffield Foreign Affairs Committee instructs me to convey to you an 
expression oftheir warm thanks for the great public service you have ren- 
dered by your admirable expose ofthe Kars Papers published in the 'Peo- 
ple's Paper‘. I have the Honour etc. 

Cyples, Secretary." 

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Marx an Engels « 8. Mai 1856 

Dieß ist Seelengrösse, da Todeskampf zwischen People's Paper und Free 
Press, überhaupt zwischen Chartism und Urquhartism. Der grosse Ironside 
ging noch einen Schritt weiter und decretirte that the „thanks ofthe coun- 
try" were due to Dr M[arx] etc. || Es wäre viel besser, wenn die Kerls mir das 
Geld geschickt hätten, das sie durch Wiederabdruck der Palmerstonartikel 
unter dem Titel „Story ofthe Life etc." (als Pamphlet) gemacht haben. 

Seiler sendet mir - heute eingetroffen - von New York - im Demo- 
crat - „Das Recht deutscher vereinigter Staatenbürger in Europa". Wird 
nie gelesen, wenigstens nicht in dieser Welt. 

Seit ich dem Pieper die 2£ von Dir eingehändigt, habe ich ihn nicht ge- 
sehn. Ausserdem hatte er bis gestern Abend die für die P.P. zugesagte Ar- 
beit, wie mir Jones sagen ließ, nicht geliefert. Nous verrons. Wenn er dieß- 
mal wieder muthwillig die Gelegenheit versäumt, soll ihn der Teufel holen. 
Er hat jezt Chance, der Esel. 

Salut. 

Dein 
KM 

Ä propos: Heine's Testament gesehn! Rückkehr zum „lebendigen Gott" 
und „Abbitte vor Gott und den Menschen", sollte er je was „Immorali- 
sches" geschrieben haben! 

Oberst Touroute nicht wiedergesehn vor seiner Abreise nach Deutsch- 
land. 

Schick die einliegenden Briefe nicht zurück. Grüß Lupus. | 

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