Friedrich Engels an Karl Marx 
in London 

Manchester, 4. Mai 1852 

I Lieber Marx 

Deine amerikanische dicke Sendung ist noch nicht angekommen. Ich habe 
bei Pickfords anfragen lassen, da in meiner Straße die Häuser neu nume- 
rirt werden wodurch Confusion entsteht; aber bei P's ist kein Paket für 
mich. Entweder hast Du die Geschichte also nicht abgeschickt Oder, wenn 
per Post, vielleicht nicht in der vorgeschriebenen Form, oder es ist sonst et- 
was damit vorgefallen. Zieh' also Erkundigungen ein was aus der Sache ge- 
worden ist. 

Ich werde diese Woche meinen Herrn Alten hier besichtigen, wo dann 
die ganze Geschäftsscheiße ihre Erledigung finden und auch meine Posi- 
tion sich weiter reguliren wird. Entweder wird das Geschäft hier durch 
Kontraktserneuerung weiter fortgeführt was aber nicht sehr wahrscheinlich 
ist, oder ich werde durchzusetzen suchen daß mein Alter hier spätestens 
Ende d.J., vielleicht schon Ende Juni d.J., austritt. Dann gibt's eine Liqui- 
dation vom Teufel, die indeß in 6 a 8 Monaten so ziemlich beendigt sein 
wird, wonach ich dann etwas andres anfangen werde, entweder nach Liver- 
pool gehn oder Gott weiß was. In 14 Tagen wird das wohl entschieden sein. 
Es ist mir lieb daß mein Alterjetzt schon kommt, || damit der unvermeidli- 
che Dreck hier sobald als möglich abgemacht wird und ich weiß woran ich 
bin. 

Inl. auch der Clußsche Brief zurück. Die Jonesschen Artikel hab' ich 
hier, dagegen nicht die von Harney, die Du mir gelegentlich schicken 
kannst, damit man beide Seiten kennen lernt und Vater Harney in seiner 
neuen Rolle sieht. Der fleißige Jones wird diesen trägen Hund sehr bald 
aus dem Feld schlagen, wenn es ihm nur gelingt eine Zeitlang auszuhalten. 
Und eine Circulation von 4000 wöchentlich die schon Profit bringt (3600 
decken die Kosten) wird er doch aufzubringen im Stande sein. 

Das Herkommen meines Alten schiebt meine Danaschen Pläne natür- 
lich um 8 a 14 Tage auf. Dagegen könntest Du inzwischen durch Szemere 
die Unterhandlung mit dem Buchändler wegen der Skizzen fortführen, in 
Betreff der zu schildernden Heroen Deine Correspondenz und die 

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N.Rh.Ztg (besonders Nationalversammlungs-Vota und Reden) durchsehn, 
und wenn die Sache zum Abschlu8 gediehen, kämst Du auf eine Woche 
her und wir machten das Ding. Ich denke doch es wird sich so machen las- 
sen daß man die paternité des Dings nicht entdeckt, und selbst wenn dies 
geschähe, der Sache nichts anhaben kann. 

Wie mir Ebner schreibt, steht er wegen Deiner Oekonomie noch immer 
mit Löwenthal in Unterhandlung, der sich in Brüssel etablil|ren will und 
einstweilen noch Associé im Frankfurter Geschäft bleibt. 

Wie kommt Freiligrath mit meinem Schwager voran? Antworte mir we- 
gen Pindar, c'est une béte ennuyeuse et assez confuse. Ist er im B[un]d? 

Die von Weydemeyer angezeigten Turn-Zeitungen sind noch immer 
nicht angekommen, er muß irgend ein Versehen damit gemacht haben. 

Schreib bald. 

Dein 
F. E. 
Mehr 4 Mai 52. 

Bei Paketen die nicht durch die Post gehn schreibst Du besser statt der al- 
ten N' 70 beide, die alte und neue N' auf die Adresse, so: 

NQ44/70, Great Ducie Street 

Strangeways 

Manchester. | 

/Die Geschichte für Szerelmey womöglich morgen./ 

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