Friedrich Engels an Joseph Weydemeyer 
in New York 


Manchester, 19. Februar 1852 


ILieber Weydemeyer! 


Zu meiner größten Verwunderung ersehe ich aus Deinem Brief vom 6 Fe- 
bruar per Arctic daß meine sämmtlichen Briefe an Dich nicht angekom- 
men sind. Ich habe Dir 4, wo nicht 5 Artikel über England geschickt, und 
erst gestoppt seit 14 Tagen, weil ich absolut nichts von Dir hörte: mein 
letzter Artikel ging mit dem Steamer der Samstag 31 Januar von Liverpool 
abging und handelte über die vom kleinen Russell zu erwartende Reform- 
bill. Die ersten 2 Briefe waren adressirt Mr. J. Weydemeyer, Deutsche Ver- 
eins-Buchhandlung, William Street New York; die letzten: Mr. J. W., 
7 Chambers' Street, New York (City). Da es nöthig ist diese Sache zu un- 
tersuchen, so schicke ich Dir dies durch Marx, dessen Briefe an Dich zu 
gelangen scheinen, so bitte ich Dich, 1) nach obiger Localität zu gehn und 
zu sehn ob die Briefe dort präsentirt wurden; 2) wo nicht, aufs N.Y. City 
Post-Office zu gehn und Dich dort danach zu erkundigen. Sollten sie sich 
nicht vorfinden so gib mir per ersten Liverpooler Steamer Nachricht, und 
ich werde hier sehn was für weitere Schritte gethan werden können; ich 
kann die Sache hier leicht in die Zeitungen bringen, wenn unser hiesiger 
Postmeister mir keine genügende Antwort besorgt. Mehrere der Briefe hab' 
ich selbst zur Post gebracht, die andern sind mit den Geschäftsbriefen ge- 
gangen, und das beweist ihre richtige Besorgung, da alle unsre Geschäfts- 
briefe angekommen sind. Ich bitte Dich, thu diese Schritte gleich, denn 
sonst ist es nutzlos daß ich Dir bei Erneuerung der ,,Revolution" weitere 
Artikel schicke. 

Schick' uns den L. Simonschen Artikel in der Tribune doch zu - im 
Ausschnitt - mit Angabe des Datums der NQ - oder unter Bande die ganze 
NQ, sowas ist immer gut zu lesen. | 

IMeine Adresse bleibt dieselbe. 

Dein 


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