Friedrich Engels an Marie Blank 
in London 
Manchester, 15. Dezember 1851 

ILiebe Marie. 

Ich erhielt Deinen Brief am Samstag, dem einzigen Tag der Woche wo es 
mir nie gelingt einen Privatbrief zu schreiben, weil wir dann das Comptoir 
schon Mittags schließen, sonst hättest Du schon früher Antwort gehabt. 
Daß Du in der letzten Zeit soviel Krankheit im Hause gehabt hast, thut 
mir leid, doch freue ich mich zu hören daß die Sache jetzt eine bessere 
Wendung nimmt; ich hoffe sowohl Hermann wie die kleine Lüi bei meiner 
Ankunft vollständig hergestellt zu sehn. Du hättest mir das auch wohl 
schreiben können, denn solange ich keine Briefe erhalte muß ich wohl 
voraussetzen daß sich alles wohl befindet; und außerdem warst Du mir auch 
einen Brief schuldig, als Antwort auf den, womit ich Dir Deinen Haus- 
schlüssel vorigen Sommer zurückschickte. 

Ich habe michdie ganze Zeit über im üblichen Wohlsein befunden und bloß 
etwas ennuyirt seit das schlechte Wetter eingetreten ist und ich nicht mehr 

aufs Land kann, denn das ist hier in Manchester ein wirkliches Bedürfniß. 
Seit einigen Tagen verspüre ich gewisse warnende Symptome, || die auf eine 
Erneuerung der mir vorigen Winter so fatalen Zahnschmerzen schließen 
lassen und mir um so fataler sind als sie mich an meinen gewöhnlichen 
Bädern etc verhindern. Ich hoffe indeß daß die Sache ohne viel Unannehm- 

lichkeiten vorübergeht — jedenfalls denke ich nicht mich sehr über Schmer- 
zen im Voraus zu grämen die ich noch nicht habe. 

Mit Ende dieser Woche denke ich meine couranten Geschäfte geordnet 
zu haben, und da ohnehin für uns jetzt eine stille Zeit ist, will ich sehn daß 
ich Samstag Abend von hier abreise, und da die Züge alle entweder zu spät 

Abends oder zu früh Morgens in London ankommen, um gleich nach Cam- 
berwell hinüber zu fahren, nach einiger Erholung im Euston Hotel Sonntag 
before dinnertime bei Euch einspringen. Jedenfalls dürft Ihr mich Sonntag 
zum Mittagessen in der Grove erwarten, wenn Du nicht Samstag Morgen 
einen dem entgegenstehenden Brief von mir erhältst. | 

IWas die Franzosen angeht so können die Esel anfangen was sie wollen, 

es ist mir einerlei. 

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Grüße Emil und Hermann und Deine Kinder herzlich. Auf Deine neuen 
Mägde bin ich nach Deiner Beschreibung begierig. Notabene, wenn Du am 
Sonntag noch zu viel bother im Hause haben solltest als daß meine Ge- 
sellschaft und fernere Störung Dir noch nicht wünschenswerth erschiene, 
so hast Du nur zu schreiben und mir einen Armeebefehl zu schicken wann 
ich mich zu präsentiren habe, und ich werde nicht verfehlen pünktlich zu 
sein. 

Toujours Dein 
Friedrich 
Manch" Montag 15 Dec. 
51.] 

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