Friedrich Engels an Karl Marx 
in London 
Manchester, 8. Mai 1851 

I Lieber Marx 

Mit der heutigen ersten Post habe ich Dir eine Post Office Order für £5. — 
geschickt die Du hoffentlich erhalten hast. 

Mit der englischen Post ist décidément etwas los. Erst der Brief der Dir 

offen zukam. Dann vorgestern Dein Brief an mich mit ausgewischtem Siegel 
das ich Dir zurückschickte. Jetzt kommt mir, heute Donnerstag den 8., 
Abends 7 Uhr, Dein Brief vom 5., also Montag, der mit der Elektricitäts- 
geschichte, zu. Der Brief hat Drei Londoner Poststempel vom 6° (Dienstag) 
von denen zwei beweisen daß er am Dienstag Morgen vor 10 Uhr schon 
aufgegeben war. Dann einen Manchester Stempel vom 7° (gestern), und 
endüch zwei desgl. von heute. Dazu ein verwischtes, schlechtgeflicktes, mir 
fremdes Siegel, das Du inliegend zur Prüfung zurückerhältst. Ich schicke 
noch heute die Envelope an den hiesigen Postmeister und verlange Erklä- 
rung, weßhalb der Brief statt gestern Morgen, erst heute Abend abgegeben. 
Schreib mir umgehend genau wann er aufgegeben und ob das Siegel in 
Ordnung ist. Wir wollen diesen Hunden einen Scandal machen daß sie daran 
denken sollen. Daß die Kerls Gemeinheiten machen geht aus der heutigen 
Daily News hervor, die direkt erklärt, Palmerston || habe in Wien und Berlin 
Spione zur Bewachung der Flüchtlinge verlangt und die H. Stieber und 
Goldheim von Berlin dem englischen Publikum gehörig beschreibt. Es wäre 
famos wenn wir den Grey ebenso nageln könnten wie früher Mazzini den 
Graham angenagelt hat. 

Daß mit dem Brief etwas Apartes vorgefallen, beweist auch ein Zeichen 
das sie darauf gemacht haben. Das Wort Manchester auf der Adresse istvorn 
und hinten bekreuzt, so: 

x Manchester x 
noch stärker als ich es nachmache. 

Hebe die Siegel die ich Dir zurückschicke, auf; wir werden sie vielleicht 
brauchen können. 

Ich schreibe Dir morgen über die andern angeregten Punkte; ich gehe jetzt 

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gleich diesen und den Brief an den Postmeister aufgeben. Grüß Deine Frau 
bestens. 
Dein 
F.E. 
Donnerstag 8 Mai, 
10 Uhr Abends 

Der Brief ist so ungeschickt aufgemacht daß man noch den Rand des ur- 
sprünglichen, größeren Siegels deutlich sieht. Alles Siegellack hilft nichts, 
solange keine Oblate drunter ist die alle 4 Seiten der Envelope faßt. Ich habe 
grade keins hier, und da ich wünsche daß dieser Brief Dir uneröffnet zu- 
kommt II so kann ich nichts andres thun als ihn an Schr[amm] schicken der 
Dir näher wohnt als Pieper, und durch den Du wenigstens Chance hast, ihn 
rasch zu bekommen. 

Le tout considéré, ist es doch besser ihn per Pieper zu schicken was ich 
thue. I 

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