Friedrich Engels an Karl Marx 
in London 
Manchester, 25. November 1850 


I Lieber Marx 

Ich schreibe Dir heute bloß um Dir anzuzeigen daß es mir leider heute noch 
unmöglich ist Dir die in meinem Letzten auf heute versprochenen f 2 — zu 
schicken. Ermen ist auf ein paar Tage verreist, und da kein Procurist beim 
Banquier beglaubigt ist, so können wir keine Anweisungen ausstellen und 
müssen uns mit den paar kleinen Einzahlungen begnügen die gelegentlich 
einkommen. Es sind im Ganzen nur c’ £4 — in der Kasse und Du begreifst 
daher daß ich etwas warten muß. Sobald E. zurückkommt werde ich Dir das 
Geld sogleich schicken. Die erste Anweisung ist hoffentlich richtig ein- 
gegangen. 

Das Benehmen von Schramm ist wirklich commun. 

Die Geschichte mit Harney ist allerdings höchst fatal. Wenn sie ihn einmal 
fassen wollen, hilft auch das Namen Ändern des Blatts nicht. Ganz auf- 
geben kann ers auch nicht, und wenn dies Blatt unter die Kategorie der 
Stempelpflichtigen fällt so weiß ich nicht wie es überhaupt möglich ist ein 
ungestempeltes politisches Wochenblatt herauszugeben. Allerdings thäte er 
besser, seinen Labour Record von der 8. Seite wegzulassen, das ist news, 
und unzweifelhaft stempelpflichtig. Aber nach dem was Du schreibst scheint 
auch der Inhalt seiner raisonnirenden Artikel, in Jones' Meinung, dem 

Stempel zu verfallen. Und da hört Alles auf. 

Der indignirte Sehr, scheint also, was auch aus dem Tretbrief des H. Seiler 
hervorging, wieder mit seinem Bruder auf dem besten Fuß zu stehn, und 
sogar égards gegen ihn zu beobachten! 

Hoffentlich geht es Deiner Frau besser. Grüß sie und Deine ganze Familie 
herzlich von Deinem 

F.E. 
25 Novbr. 1850. 


Im Lauf der Woche werd ich Deiner Frau eine Sendung von Cotton thread 
zugehn lassen, von der ich hoffe daß sie ihr gefallen wird. | 


I Charles Marx Esq 
64 Dean str. Soho Square 
London. I 


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