Karl Marx an Joseph Weydemeyer 
in Frankfurt am Main 
London, 29. Oktober 1850 

129 October, 1850, London, 64, Deanstreet, Soho. 
Lieber Weydemeyer! 
Ich ersuche Dich folgendes Geschäft für mich zu machen: 
Pumpe Dir von Schuster oder sonst Einem das Geld, was zur Auslösung 
meines Silbers in dem Pfandhaus von Frankfurt nöthig ist, verkaufe dann 
das Silber bei einem Goldschmidt oder wo man es sonst in Frankfurt ver- 
kaufen kann, zahle dem Manne, bei dem Du das Geld zur Auslösung geborgt 
hast, das Geld zurück und schicke mir den Ueberschuß hierhin. 

Du und der andre Mann lauft dabei keine Gefahr, denn solltest Du die 
Sache nicht zu höherem Preisse verkaufen können, so brauchst Du sie nur 
ins Pfandhaus zurückzutragen. 

Andrerseits ist meine Lage jezt so, daß ich unter allen Umständen Geld 
beitreiben muß, selbst um fortarbeiten zu können. 

Die einzigen Gegenstände, die ich Dich bitte wieder ins Pfandhaus zurück- 
zubringen, da sie keinen Verkaufswerth haben, sind 1) Ein kleiner silberner 
Becher, 2) ein silberner Teller, 3) die in einem Futteral befindlichen kleine 
Gabel und Messer — lauter Effecten der kleinen Jenny. 

Deinen Plan einer populären Oekonomie billige ich sehr und wünsche nur, 
daß Du ihn bald ins Werk setzen möchtest. Grüsse Deine Frau bestens von 
mir und Frau. 

Dein 
K. Marx