Friedrich Engels an Julius Campe 
in Hamburg 
Brüssel, 14. Oktober 1845 


Geehrter Herr, 


Aus Ihrem geehrten Schreiben ersehe ich, dass über die Richtung, in der 
wir das Ihnen vorgeschlagene Verlagswerk halten würden, von Ihrer Seite 
ein Missverständniss obwaltet. Wir beabsichtigen keineswegs die Schutz- 
zölle, ebensowenig wie die Handelsfreiheit zu verteidigen, sondern beide 
Systeme von unserm Standpunkte aus zu kritisieren. Unser Standpunkt ist 
der kommunistische, den wir in den deutsch-franz. Jahrbüchern, der 
„heiligen Familie", den Rhein. Jahrbüchern etc. vertreten haben und von 
welchem aus auch mein Buch „Ueber die Lage der arbeitenden Klassen in 
England" geschrieben ist. Dieser lässt, wie sie einsehen werden, durchaus 
keine Censurvorlage zu, und können wir daher uns auch auf eine solche 
nicht einlassen. Sollten Sie indess hiervon abstehen und sonst zur Ueber- 
nahme des Werks geneigt sein, so bitten wir um gefl. Anzeige, ehe wir andre 
Verpflichtungen eingehen. 
Achtungsvoll und ergebénst 


F. Engels. 
7, Rue de l'Alliance 
Bruxelles, 14 Okt. 1845. 


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