Friedrich Engels an Karl Marx 
in London 
Manchester, Freitag, 17. November 1865 


I Manchester 17 Nov 1865. 
Lieber Mohr 


Erst gestern Abend wurde mir Dein Brief gegeben, & ich werde eine 
Untersuchung anstellen wie er so lange liegen blieb. 

Ich hoffe Jennychen ist wieder all right & jedenfalls die akute Krank- 
heit und damit die Gefahr überstanden. Zur Herzstärkung schicke ich ihr 
heute Abend eine Kiste Port, Sherry & Ciaret. Ich bekam einen gehöri- 
gen Schrecken als ich das Wort Diphtherie las; mit dem Ding ist nicht zu 
spaßen. 

Der Brief der Berliner hat mich wirklich sehr frappirt. Er ist offenbar 
von einem Kerl geschrieben der viel mehr Zeug in sich hat als Wilhelm- 
chen, & letzteren auch nicht ohne eine gewisse Ironie zu erwähnen 
scheint. Der Brief ist nun aber sicher nicht von einem Arbeiter geschrie- 
ben, das beweist schon die ganz richtig durchgeführte Grimmsche Or- 
thographie, & ich bin nicht ganz ohne Verdacht an der Ächtheit der 
Sache. Jedenfalls wäre weitere Erkundigung über die 3 Unterzeichner ein- 
zuziehen, Wilhelmchen sollte sie jedenfalls kennen, wenn die Geschichte 
bona fide ist. Meine Verdachtsmotive basiren sich mehr aufdie Form des 
Schriftstücks, der Inhalt scheint entschieden dagegen zu sprechen. Da Du 
ja doch nicht nach Berlin gehst um dort eine neue Organisation zu stiften, 
hat es indeß gar nichts aufsich wenn Du an die Leute schreibst. Der Brief 
inl. zurück. 

Was sagst Du zu der Nigger Insurrection auf Jamaica & den Brutali- 
täten der Engländer? Der Telegr. sagt heute: we should be very sorry if 
the right was taken away from any British officer to shoot or hang all & 
every British subject found in || arms against the British Crown! 

Dein 
F.E.I 


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