Karl Marx an Wilhelm Liebknecht 
in Berlin 
London, Samstag, 24. Juni 1865 

124 Juni. 1865. 
Lieber Liebknecht, 

Mein langes Stillschweigen mußt Du Dir aus anhaltendem Unwohlsein, 
dazwischen viele Arbeit in den arbeitsfähigen Intervallen, erklären. Aus- 

5 serdem enthielten Deine Briefe nichts, was irgend wie dringende Antwort 
erheischt hätte. 

Der ,,Nordstern" ist wohl eine Zeitlang wegen Geldmangel suspendirt 
gewesen? Wenigstens kam er hier während ein paar Wochen nicht an. 
Schönes Saublättchen! Die Erklärung verschiedner Vereine, daß jeder 

10 Hochverräther, der ein Tüttelchen an den von Lassalle offenbarten Glau- 
bensartikeln antastet, ist köstlich. Haut goüt, indeed! 

Was macht der Herr B. Becker zu Berlin, u. wie „erhält" sich der „Soc. 
Democ"? 

Mit dem Dr.Kugelman bist Du sehr schief gewickelt. Ich stehe seit 

15 Jahren mit ihm in Correspondenz. Er war schon Socialist 1848, zu Düs- 
seldorf. As to Pieper, so kannte er den very name of Kug. nicht, bei 
seiner Anwesenheit hier. | 

I An Stumpf habe ich noch nicht geschrieben, weil ich während dieser 
Zeit überhaupt keine Briefe schrieb. Was seine dem Bruhn anvertrauten 

20 Zeilen betrifft, so sind sie mir natürlich nie zu Gesicht gekommen. 

Die intern. Assoc. geht sehr gut voran trotz des „enormous support", 
den sie von Deutschland erhält. 

Was den „Louis Bonaparte" betrifft, so sah ich aus Deinem dropping 
ofthe subject, daß die Sache ins Wasser gefallen ist. Dieß mir rather lieb, 

25 da ich es doch später in der Sammlung v. Aufsätzen abdrucken lassen 

werde. 

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Was macht old Hatzfeldt? Und die Erbschaftsschmiere? 
Salut 

Was treiben die Herrn E. Bauer, Bucher et Cons.? 
Edgar wird wohl noch langere Zeit hierbleiben. [ 

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D 

KM 

so 

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