Friedrich Engels an Karl Marx 
in London 
Manchester, Donnerstag, 9. Februar 1865 

I Manch' 9 Febr. 1865. 
Lieber Mohr, 

Inl. das Manuscript, das zu vollständigen Brochüren-Dimensionen ange- 
schwollen ist, & für das Blättchen jetzt wohl durchaus nicht mehr paßt. 
Die Revision ist noch sehr flüchtig, & muß nochmals vorgenommen wer- 
den. Bei der Militärfrage ist noch eine statistische Einschiebung über die 
waffenfähige Bevölkerung zu machen, am Schluß noch eine über das 
Kleinbürgerthum, das ich in „der Hitze des Gefechts" ganz vergaß. Du 
wirst übrigens dem Ding ansehn daß es ohne alle literarischen Hülfsmit- 
tel rein aus dem Kopf zusammengeschmiert worden, da es rasch fertig 
werden mußte. Ich erwarte nun Deine Glossen dazu. 

Aber wohin nun damit? An Liebknecht oder an Siebel, um einen Ver- 
leger zu schaffen? Was denkst Du? Am besten wohl außer Preußen, oder 
glaubst Du es sei nichts Confiscirliches darin? Ich habe alles Maß für 
preußische Preßzustände verloren. Auch über diesen Punkt - die Preß- 
möglichkeit in Preußen - sage mir Deine Meinung. 

Eben kommt wieder ein S.D. (Sau-Dreck) an. Was ist das für ein 
lahmes Gewinsel über die Stellung der Partei. Nicht gehauen & nicht 
gestochen. Immer das Hinterthürchen zu Bismark offen gehalten. Fried- 
lich zusammengehn! Dazu Moses der zur Einsicht gekommen ist daß in 
Frankreich Bourgeoisie & Regierung wetteifern den Arbeitern gerecht zu 
werden. Ein wahres Paradies für Moses, dies Frankreich. Das ist doch 
selbst dem Schweitzer zu toll, er macht ein ? dahinter. 

Soll ich die Stelle in III über die gegenwärtige Arbeiterbewegung stehn 
lassen? 

Die Rede Roon's sieht mir ganz nach Compromiß aus. Der Mann läßt 
mit sich handeln. Deßhalb muß das Ding rasch heraus. Schreib also bald 
was Du wegen Verleger denkst. 

Dein 
F. E.I 

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