Karl Marx an Carl Siebel 
in Barmen 
Berlin, Dienstag, 2. April 1861 


12 April. 1861. 
Lieber Siebel, 


Ein Brief, den ich heut aus Amsterdam erhalten, bringt mir die angeneh- 
me Nachricht, daß ich die Hauptfinanciellen Schwierigkeiten (die in 
5 100° von Pfunden gehn) settle werde, indem mein Onkel (der meiner 
Mutter Vermögensverwalter) sich zu der Hauptsache willig erklärt. So 
bin ich also der Hauptsorge los, muß mich aber über den Nebenpunkt, in 
Bezug auf den ich an Dich geschrieben, auf Dich verlassen. 
Hier ennuyire ich mich wie ein Mops. Ich werde wie eine Sorte Hon 
10 tractirt u. bin gezwungen viele professionell „geistreiche" Herrn u. Da- 
men zu sehn. C'est affreux. Was mich hier noch (ich hoffe nicht über eine 
Woche) zurückhält, ist der Umstand, daß ich nicht fort will, bevor ich die 
pr. Reg. zur Anerkennung meiner Reintegration forcirt habe. (Sie macht 
mir keine prima facie Schwierigkeiten, suchte aber die Sache auf die lange 
15 Bank || zu schieben.) 

Nach Elberfeld komme ich nur auf einen Tag. Schreib mir gefälligst 
umgehend, wie rasch man v. Elberfeld nach Aachen kann, wo ich ein 
Rendezvous habe. 

Für den 2° Theil meiner Oekonomie habe ich Dunker entlassen für 

20 Brockhaus. (Leztrer weiß das noch nicht, wird aber auf sichrem Weg 
dazu forcirt.) 

Salut 


KMI 


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