Karl Marx an Friedrich Engels 
in Manchester 
London, Montag, 13. Februar 1860 


13 Febr. 1860. 
Dear Frederick, 


Heute das Buch bekommen. Nichts als Scheisse. Spielerei. Glücklicher 
Weise hat die würdige Nationalzeitung in ihren beiden Leitartikeln (N. 37 
und N. 41) grade alle Stellen abgedruckt, die juristisch faßbar sind, u. 
worin sich die ganze Gemeinheit concentrirt. 

Heute (auf Empfang eines zweiten Briefes von Fischel) habe ich sofort 
an Justizrath Weber (ersten Advokaten in Berlin) die Anklageschrift ab- 
geschickt nebst 15 Thaler Vorschuß. (21. 10 sh.) Ich hätte die Sache gratis 
gehabt, wenn ich statt einer Privatverläumdungsklage mich an die 
Königlich Preussische Staatsanwaltschaft gewandt, aber, wie ich Fischel 
schrieb, ich kann nicht erwarten, daß die königlich preussische Procu- 
ratur sich „mit besondrem Eifer der Ehre meines Namens annehme". 
Ausserdem ist die ganze Procedur sehr billig. 


Von den 51., die Du mir geschickt, sind also abgegangen 21. 10 für 
Weber, 1 1. heute für den Countycourt, 5 sh. für Vögele u. 2 sh. für die 
2 affidavits, die er ausgestellt, ausserdem lot v. Briefen frankirt. Ich habe 
heute, eh ich || nach der City ging, noch 11. von einem Bäcker pumpen 
müssen, rückzahlbar Mittwoch. 

Glücklicher Weise hat Urquhart dem Collet einen groben Brief ge- 
schrieben, worin er ihn anfährt, daß er mir die printer's bill geschickt. 
Das sei (nämlich meine Publication) eine zu seiner Agitation gehörige 
Ausgabe. So hatte ich dem nicht zu zahlen. 

Morgen habe ich noch eine Ausgabe, von der ich noch nicht weiß, wie 
ich sie bestreiten soll. Nähmlich ich muß zu dem Sau-Zimmermann 
(v. Spandau, einem Vogtianer) (zugleich Advokat der Ostreich. Gesandt- 
schaft), damit er mir die Form aufsezt, worin ich umgehend dem Weber 
seine Vollmacht schicken muß. Es ist nähmlich keine Zeit zu verlieren, 
weil in Preussen solche Klagen merkwürdig schnell „verjähren". 

Ausser der „Volkszeitung" hat der Berl. Publicist meine Erklärung ge- 
bracht; leztrer daneben einen Auszug aus dem englischen Circular gegen 
Blind. Leztres mit Einschluß der Affidavits v. Wiehe u. Voegele habe ich 
heute an Louis Blanc u. Félix Pyat geschickt. 

Die Köln. Zeit. u. die N. Z. haben meine || Erklärung nicht gebracht. 

Herr F. Freiligrath, - den ich merkwürdig (scheinbar wohlwollend) 
compromittiren werde - zeigt mir nicht einmal den Empfang der ihm 
gesandten Sachen ein. 

Du hast meine lezte wichtige Sendung doch erhalten. 

Nachdem ich Morgen noch die Sache mit der Vollmacht abgemacht, 
reise ich Mittwoch (werde Dir vorher noch Notiz geben) nach Manches- 
ter ab, wohin ich, abgesehn v. unsrer nöthigen Zusammenkunft, wegen 
Roberts' muß. 

Daß ich total abgebeutelt, hast Du aus Vorstehendem ersehn. 

Dein 
K.M.
Die Redaktion des „Daily Telegraph" an Karl Marx 
in London 
London, Montag, 13. Februar 1860 


Feb 13—1860 


The Editor presents his compliments to D Marx, and begs to refer him to the 
correspondent's letter contained in this morning's impression of the "Daily Tele- 
graph". Should he be desirous of taking legal proceedings, he will, perhaps, have 

the goodness to address himself to the solicitors ofthe journal, Messrs. Lewis and 
Lewis of Ely Place, Holborn.— |