Karl Marx an Friedrich Engels 
in Manchester 
London, Mittwoch, 21. September 1859 


21 Sept. 59. 
Lieber Engels, 


Ich habe Deinen Brief nebst Einlage erhalten. Im Uebrigen sind die häus- 
lichen affairs wieder zu dem unvermeidlichen Crisepunkt gekommen, u. 
dießmal schlimmer als je zuvor, indem ich keine Aushilfe sehe. Ein Ver-
such mit meinem Schwager endigte in nothing. Freiligraths Geschäft ist 
winding up. Ob die Schweizer neue Agentur für London u. für ihn errich- 
ten werden für 1860, ist noch zweifelhaft. Er hat daher jezt noch bessern
Vorwand als früher jede Wechseltransaction abzulehnen. Von Dana habe 
ich Warnung gegen overdrawing erhalten. Ich bin so in einer vollständi-
gen fix. Abgesehn von den kleinen Gefahren (ich bin z. B. diese Woche 
mit Absperren v. Gas u. Wasser bedroht) haben sich alle grösseren For- 
derungen accumulirt, wovon ein bedeutender Theil nicht länger parirbar 
ist. So Haus, Schule etc. 

Da ich dieser Tage wegen des 2° Hefts an Duncker schreiben muß, so 
laß mich wissen, ob er das erste Heft in den Zeitungen annoncirt hat. Es 
scheint mir, daß er gern the whole matter drop möchte. 

Der Teufel ist, daß ich keinen Bamberger mehr in London habe. Ich 
würde sonst sicher ein paar Accommodation bills arrangiren können, die 
ich später mit dem amerik. Geld zahlte. In diesen circumstances kann es 
sich immer nur um shifts handeln. 

Du entschuldigst mich, daß ich Dir den Dreck mittheile. Ich habe aber 
hier absolut Niemand, gegen den ich mich auch nur offen aussprechen 
kann. 

Wie ich lupus schon geschrieben, werde ich in ein paar Tagen Euch 
curiose politische Scandäler mittheilen. 

Salut 
D 
KMI