Friedrich Engels
Karl Marx

Volks-Kalender.
Braunschweig 1878

[9o] Karl Marx.

Der Mann, der dem Sozialismus und damit der ganzen Arbeiterbewegung
unsrer Tage zuerst eine wissenschaftliche Grundlage gegeben hat, Karl
Marx, wurde geboren zu Trier 1818. Er studirte in Bonn und Berlin zuerst
Rechtswissenschaft, warf sich aber bald ausschließlich auf das Studium der
Geschichte und Philosophie, und | war 1842 im Begriff, sich als Dozent
der Philosophie zu habilitiren, als die seit dem Tode Friedrich Wilhelm's III.
entstandene politische Bewegung ihn in eine andere Laufbahn warf. Unter
seiner Mitwirkung hatten die Häupter der rheinischen liberalen Bourgeoisie,
die Camphausen, Hansemann etc. in Köln die „Rheinische Zeitung" gegründet, und Marx, dessen Kritik der Verhandlungen des rheinischen Provinziallandtags das größte Aufsehen erregt hatte, wurde Herbst 1842 an die
Spitze des Blattes berufen. Die Rheinische Zeitung erschien natürlich unter
der Zensur, aber die Zensur wurde mit ihr nicht fertig.*) Die Rheinische
Zeitung brachte fast immer die Artikel durch, auf die es ankam; man warf
dem Zensor zuerst geringeres Futter zum Streichen vor, bis er entweder von
selbst nachgab, oder durch die Drohung: dann erscheint morgen die Zeitung
nicht, zum Nachgeben genöthigt wurde. Zehn Zeitungen, die denselben Muth
hatten, wie die Rheinische, und deren Verleger ein paar HundertThaler mehr
an Satzkosten draufgehen ließen — und die Zensur war schon 1843 in
Deutschland unmöglich gemacht. Aber die deutschen Zeitungsbesitzer
waren kleinliche, ängstliche Spießbürger, und die Rheinische Zeitung führte
den Kampf allein. Sie verbrauchte Zensor auf Zensor; endlich wurde sie
doppelt zensirt, so daß nach der ersten Zensur der Regierungspräsident sie
nochmals und endgültig zu zensiren hatte. Auch das half nichts. Anfangs

*) Der erste Zensor der Rheinischen Zeitung war der Polizeirath Dolleschall, derselbe, der einst
in der Kölnischen Zeitung die Annonce der Uebersetzung von Dante's göttlicher Komödie von
Philalethes (dem späteren König Johann von Sachsen) strich, mitdem Bemerken: Mit göttlichen
Dingen soll man keine Komödie treiben.

Volks-Kalender. Braunschwelg 1878. Titelselte.

Kad Marx

1843 erklärte die Regierung, mit dieser Zeitung sei nicht fertig zuwerdenund
unterdrückte sie ohne Weiteres.

Marx, der inzwischen die Schwester des späteren Reaktionsministers von
Westphalen geheirathet, siedelte nach Paris über, und gab dort mit A. Ruge
die „Deutsch-französischen Jahrbücher" heraus, in denener die Reihe seiner
sozialistischen Schriften mit einer Kritik der Hegeischen Rechtsphilosophie
eröffnete. Ferner mit F. Engels: „Die heilige Familie. Gegen Bruno Bauer
und Konsorten", eine satirische Kritik einer der letzten Formen, in die sich
der damalige deutsche philosophische Idealismus verlaufen hatte.

Das Studium der politischen Oekonomie und der Geschichte der großen

französischen Revolution ließ Marx immer noch Zeit zu gelegentlichen
Angriffen auf die preußische Regierung; diese rächte sich, indem sie im
Frühjahr 1845 bei dem Ministerium Guizot — Herr Alexander von Humboldt
soll den Vermittler gespielt haben — seine Ausweisung aus Frankreich
durchsetzte. Marx verlegte seinen Wohnsitz nach Brüssel und veröffentlichte dort in französischer Sprache 1846 einen Discours sur le libre-échange
(Abhandlung über den Freihandel) und 1847: Misere de la Philosophie, eine
Kritik der Philosophie de la Misère (Philosophie des Elends) von Proudhon.
Gleichzeitig fand er Gelegenheit in Brüssel einen deutschen Arbeiterverein
zu stiften und trat damit in die praktische Agitation ein. Noch wichtiger
wurde diese für ihn, seitdem er und seine politischen Freunde 1847 in den
seit längeren Jahren bestehenden geheimen „Bund der Kommunisten" eingetreten waren. Die ganze Einrichtung wurde nun umgewälzt; die bisher
mehr oder weniger konspiratorische Verbindung verwandelte sich in eine
einfache, nur nothgedrungen geheime Organisation der kommunistischen
Propaganda, die erste Organisation der deutschen sozialdemokratischen
Partei. Der Bund bestand überall, wo deutsche Arbeitervereine bestanden;
fast in allen diesen Vereinen Englands, Belgiens, Frankreichs und der
Schweiz und in sehr vielen Vereinen Deutschlands, waren die leitenden
Mitglieder Bundesangehörige, und der Antheil des Bundes an der entstehenden deutschen Arbeiterbewegung war sehr bedeutend. Dabei aber war
unser Bund der erste, der den internationalen Charakter der gesammten
Arbeiterbewegung hervorhob und auch praktisch bethätigte, Engländer,
Belgier, Ungarn, Polen etc. zu Mitgliedern hatte und namentlich in London
internationale Arbeiterversammlungen veranstaltete.

Die Umgestaltung des Bundes vollzog sich auf zwei im Jahr 1847 abgehaltenen Kongressen, deren zweiter die Zusammenstellung und Veröffentlichung der Parteigrundsätze in einem von Marx und Engels zu redigirenden Manifest beschloß. So entstand das „Manifest der kommunistischen Partei", das 1848 kurz vor der Februar-Revolution zuersterschienund
seitdem in fast alle europäischen Sprachen übersetzt wurde.

Friedrich Engels

Die Deutsche Brüsseler Zeitung, an der Marx sich betheiligte und worin
die vaterländische Polizeiglückseligkeit schonungslos bloßgelegt wurde,
hatte die preußische Regierung wiederum veranlaßt, auf Marx' Ausweisung
hinzuwirken, jedoch vergebens. Als aber die Februarrevolution auch in
Brüssel Volksbewegungen zur Folge hatte und ein Umschwung in Belgien
bevorzustehen schien, verhaftete die belgische Regierung Marx ohne
Umstände und wies ihn aus. Inzwischen hatte ihn die provisorische Regierung Frankreichs durch Flocon einladen lassen, wieder nach Paris zu
kommen und er folgte diesem Ruf.

In Paris trat er vor Allem dem unter den dortigen Deutschen eingerissenen
Schwindel entgegen, der in Frankreich die deutschen Arbeiter in bewaffnete
Legionen f ormiren wollte, um damit in Deutschland Revolution und Republik einzuführen. Einerseits mußte Deutschland seine Revolution selbst
machen, und andererseits war jede in Frankreich sich bildende fremde
Revolutionslegion durch die Lamartines der provisorischen Regierung von
vorn herein an die zu stürzende Regierung verrathen, wie auch in Belgien
und Baden geschah.

Nach der Märzrevolution ging Marx nach Köln und gründete dort die Neue
Rheinische Zeitung, die vom 1. Juni 1848 bis zum 19. Mai 1849 bestand — das
einzige Blatt, das innerhalb der damaligen demokratischen Bewegung den
Standpunkt des Proletariats vertrat, und zwar schon durch seine rückhaltlose
Parteinahme für die pariser Juni-Insurgenten von 1848, die dem Blatt fast
seine sämmtlichen Aktionäre abtrünnig machte. Vergebens wies die Kreuzzeitung auf die „Chimborasso-Frechheit" hin, mit der die Neue Rheinische
Zeitung alles Heilige | angreife, vom König und Reichsverweser bis zum
Gensdarmen, und das in einer preußischen Festung mit damals 8000 Mann
Besatzung; vergebens eiferte das liberale, plötzlich reaktionär gewordene
rheinische Philisterium, vergebens suspendirte der Kölner Belagerungszustand im Herbst 1848 das Blatt auf längere Zeit, vergebens denunzirte das
Frankfurter Reichs-Justizministerium dem Kölner Staatsanwalt Artikel auf
Artikel zur gerichtlichen Verfolgung; das Blatt wurde, Angesichts der
Hauptwache, ruhig weiter redigirt und gedruckt, die Verbreitung und der Ruf
der Zeitung wuchs mit der Heftigkeit der Angriffe auf Regierung und
Bourgeoisie. Als der preußische Staatsstreich im November 1848 erfolgte,
forderte die Neue Rheinische Zeitung an der Spitze jeder Nummer das Volk
auf, die Steuern zu verweigern und der Gewalt mit Gewalt zu begegnen. Im
Frühling 1849 deßwegen, sowie wegen eines andern Artikels vor die Geschwornen gestellt, wurde sie beidemal freigesprochen. Endlich, als die
Maiaufstände 1849 in Dresden und der Rheinprovinz niedergeschlagen, und
der preußische Feldzug gegen den badisch-pfälzischen Aufstand durch
Konzentration und Mobilmachung bedeutender Truppenmassen eingeleitet

Kad Marx

wurde, glaubte die Regierung sich stark genug, die Neue Rheinische Zeitung
mit Gewalt zu unterdrücken. Die letzte — rothgedruckte — Nummer erschien
am 19. Mai.

Marx ging wieder nach Paris, wurde aber schon wenige Wochen nach der
Demonstration vom 13. Juni 1849 von der französischen Regierung vor die
Wahl gestellt, entweder seinen Wohnsitz in die Bretagne zu verlegen oder
Frankreich zu verlassen. Er zog letzteres vorund siedelte nach London über,
wo er seitdem ununterbrochen gewohnt hat.

Ein Versuch, die Neue Rheinische Zeitung in der Form einer Revue (in
Hamburg) weiter erscheinen zu lassen (1850) mußte nach einiger Zeit gegenüber der immer heftiger auftretenden Reaktion aufgegeben werden. Gleich
nach dem Staatsstreich in Frankreich im Dezember 1851 veröffentlichte
Marx: „Der 18.Brumaire des Louis Bonaparte." (Boston 1852, zweite
Auflage Hamburg 1869, kurz vor dem Krieg). 1853 schrieb er: „Enthüllungen
über den Kölner Kommunistenprozeß" (zuerst gedruckt in Boston, später
in Basel, neuerdings wieder in Leipzig).

Nach der Verurteilung der Mitglieder des Kommunistenbundes in Köln
zog Marx sich von der politischen Agitation zurück und widmete sich einerseits während zehn Jahren der Durchforschung der reichen Schätze, welche die Bibliothek des britischen Museums auf dem Gebiete der politischen Oekonomie darbot, andrerseits der Mitarbeiterschaft an der New-
York Tribune, welche bis zum Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs
nicht nur die von ihm gezeichneten Korrespondenzen, sondern auch zahlreiche Leitartikel über europäische und asiatische Verhältnisse aus seiner
Feder brachte. Seine auf eingehende Studien der englischen offiziellen
Aktenstücke gegründeten Angriffe gegen Lord Palmerston wurden in
London als Pamphlets wieder abgedruckt.

Als erste Frucht seiner langjährigen ökonomischen Studien erschien 1859:
„Zur Kritik der politischen Oekonomie", erstes Heft (Berlin, Duncker).
Diese Schrift enthält die erste zusammenhängende Darstellung der
Marxschen Werththeorie einschließlich der Lehre vom Gelde. Während des
italienischen Krieges bekämpfte Marx in der zu London erscheinenden
deutschen Zeitung: „Das Volk" den damals sich liberal färbenden und den
Befreier der unterdrückten Nationalitäten spielenden Bonapartismus, sowie
die damalige preußische Politik, die unter dem Deckmantel der Neutralität
im Trüben zu fischen suchte. Bei dieser Gelegenheit mußte auch Herr Karl
Vogt angegriffen werden, der damals im Auftrag des Prinzen Napoleon
(Plon-Plon) und im Solde Louis Napoleon's für die Neutralität, ja die Sympathie Deutschlands agitirte. Von Vogt mit den infamsten, wissentlich
erlogenen Verläumdungen überhäuft, antwortete Marx im: „Herr Vogt",
London 1860, worin Vogt und die übrigen Herren von der imperialistischen

Friedrich Engels

falschen Demokratenbande enthüllt und Vogt aus äußeren wie inneren
Gründen der Bestechung durch das Dezemberkaiserthum überführt wurde.
Genau zehn Jahre später kam die Bestätigung: in der in den Tuilerien 1870
gefundenen und von der Septemberregierung veröffentlichten Liste der
bonapartistischen Miethlinge fand sich unter dem Buchstaben V: „Vogt —
im August 1859 wurden ihm Übermacht... Fr. 40000." —

Endlich 1867 erschien in Hamburg: „Das Kapital. Kritik der politischen
Oekonomie. Erster Band" — das Hauptwerk von Marx, das die Grundlagen
seiner ökonomisch-sozialistischen Anschauungen und die Hauptzüge seiner
Kritik der bestehenden Gesellschaft, der kapitalistischen Produktionsweise
und ihrer Folgen darlegt. Die zweite Auflage dieses epochemachenden
Werkes erschien 1872; mit der Ausarbeitung des zweiten Bandes ist der
Verfasser beschäftigt.

Inzwischen war in verschiedenen Ländern Europa's die Arbeiterbewegung wieder soweit erstarkt, daß Marx daran denken konnte, einen langgehegten Wunsch zur Ausführung zu bringen: die Gründung einer die fortgeschrittensten Länder Europa's und Amerika's umfassenden Arbeiter-
Assoziation, die den internationalen Charakter der sozialistischen Bewegung
sowohl den Arbeitern selbst, wie den Bourgeois und den Regierungen sozusagen leiblich vorführen sollte — dem Proletariat zur Ermuthigung und
Stärkung, seinen Feinden zum Schrecken. Eine Volksversammlung zu
Gunsten des eben von Rußland wieder erdrückten Polens, am 28. September
1864, in St. Martin's Hallin London, gab den Anlaß, die Sache vorzubringen,
die mit Begeisterung aufgenommen wurde. Die Internationale Arbeiter-
Assoziation war gestiftet; ein provisorischer Generalrath mit dem Sitz in
London wurde auf der Versammlung gewählt, und die Seele dieses sowie
aller folgenden Generalräthe bis zum Haager Kongreß war Marx. Vonihm
sind fast sämmtliche vom Generalrath der Internationale erlassenen Schriftstücke redigirt, von der Inauguraladresse 1864 bis zur Adresse über den
Bürgerkrieg in Frankreich 1871. Marx' Thätigkeit in der Internationale
schildern, hieße die Geschichte dieser Association selbst schreiben, die
übrigens noch im Gedächtniß der europäischen Arbeiter lebt. |

 Der Fall der Pariser Kommune brachte die Internationale in eine
unmögliche Lage. Sie wurde in den Vordergrund der europäischen Geschichte gedrängt, in einem Augenblick, wo ihr die Möglichkeit aller erfolgreichen, praktischen Aktion überall abgeschnitten war. Die Ereignisse,
die sie zur siebenten Großmacht erhoben, verboten ihr gleichzeitig, ihre
Streitkräfte mobil zu machen und thätig zu verwenden, bei Strafe der unfehlbaren Niederlage und Zurückdämmung der Arbeiterbewegung auf Jahrzehnte. Dazu drängten sich von verschiedenen Seiten Elemente vor, die den
so plötzlich gewachsenen Ruf der Assoziation zu Zwecken persönlicher

Kal Marx

Eitelkeit oder persönlichen Ehrgeizes auszubeuten versuchten, ohne
Einsicht in die wirkliche Lage der Internationale, oder ohne Rücksicht darauf. Es mußte ein heroischer Entschluß gefaßt werden, und es war wieder
Marx, der ihn faßte und auf dem Haager Kongreß durchführte. Die Internationale sagte sich durch einen feierlichen Beschluß von jeder Verantwortlichkeit los für das Treiben der Bakunisten, die den Mittelpunkt jener unverständigen und unsaubern Elemente bildeten; dann, Angesichts der Unmöglichkeit, gegenüber der allgemeinen Reaktion auch den an sie gestellten,
gesteigerten Forderungen zu entsprechen und ihre volle Wirksamkeit anders
aufrecht zu erhalten als durch eine Reihe von Opfern, an denen die Arbeiterbewegung hätte verbluten müssen — Angesichts dieser Lage zog sich die
Internationale vorläufig von der Bühne zurück, indem sie den Generalrath
nach Amerika verlegte. Die Folge hat bewiesen, wie richtig dieser — damals
und seitdem oft getadelte — Beschluß war. Einerseits war und blieb allen
Versuchen die Spitze abgebrochen, auf den Namen der Internationale hin
nutzlose Putsche zu machen und andrerseits aber bewies der fortdauernde
innige Verkehr zwischen den sozialistischen Arbeiterparteien der verschiedenen Länder, daß das durch die Internationale geweckte Bewußtsein der
Interessengleichheit und der Solidarität des Proletariats aller Länder sich
zur Geltung zu bringen weiß auch ohne das, für den Augenblick zur Fessel
gewordene, Band einer förmlichen internationalen Assoziation.

Nach dem Haager Kongreß fand Marx endlich wieder Ruhe und Muße,
seine theoretischen Arbeiten wieder aufzunehmen, und wird er hoffentlich
in nicht gar zu langer Zeit den zweiten Band des „Kapital" dem Druck
übergeben können.

Von den vielen wichtigen Entdeckungen, mit denen Marx seinen Namen
in die Geschichte der Wissenschaft eingeschrieben hat, können wir hier nur
zwei hervorheben.

Die erste ist die durch ihn vollzogene Umwälzung in der gesammten
Auffassung der Weltgeschichte. Die ganze bisherige Geschichtsanschauung
beruhte auf der Vorstellung, daß die letzten Gründe aller geschichtlichen
Veränderungen zu suchen sind in den sich verändernden Ideen der Menschen, und daß von allen geschichtlichen Veränderungen | wieder die
politischen die wichtigsten, die ganze Geschichte beherrschenden sind.
Woher aber den Menschen die Ideen kommen, und welches die treibenden
Ursachen der politischen Veränderungen sind, danach hatte man nicht
gefragt. Nur der neueren Schule der französischen und theilweise auch der
englischen Geschichtsschreiber hatte sich die Ueberzeugung aufgedrängt,
wenigstens seit dem Mittelalter sei die treibende Kraft in der europäischen
Geschichte der Kampf des sich entwickelnden Bürgerthums mit dem
Feudaladel um die gesellschaftliche und politische Herrschaft. Marx wies

Friedrich Engels

nun nach, daß die ganze bisherige Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen ist, daß es sich in all den vielfachen und verwickelten politischen
Kämpfen nur um die gesellschaftliche und politische Herrschaft von Gesellschaftsklassen handelt, um die Behauptung der Herrschaft Seitens älterer, um die Erringung der Herrschaft Seitens neuemporkommender Klassen.

Wodurch aber entstehen und bestehen wieder diese Klassen? Durch die
jedesmaligen materiellen, grobsinnlichen Bedingungen, unter denen die
Gesellschaft zu einer gegebenen Zeit ihren Lebensunterhalt produzirt und
austauscht. Die Feudalherrschaft des Mittelalters beruhte auf der selbstgenügsamen, fast alle ihre Bedürfnisse selbst erzeugenden, fast austausch-

losen Wirthschaft kleiner Bauerngemeinden, denen der streitbare Adel
Schutz nach Außen und nationalen oder doch politischen Zusammenhang
verlieh; als die Städte und mit ihnen eine gesonderte Handwerksindustrie
und ein erst binnenländischer, später internationaler Handelsverkehr aufkamen, entwickelte sich das städtische Bürgerthum und eroberte sich, im
Kampf mit dem Adel, noch im Mittelalter seine Einfügung, als ebenfalls
bevorrechteter Stand, in die feudale Ordnung. Aber mit der Entdeckung der
außereuropäischen Erde von der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts an
erhielt dies Bürgerthum ein weit umfassenderes Handelsgebiet und damit
einen neuen Sporn für seine Industrie; das Handwerk wurde in den wich-

tigsten Zweigen verdrängt durch die schon fabrikmäßige Manufaktur und
diese wieder durch die mit den Erfindungen des vorigen Jahrhunderts,
namentlich der Dampfmaschine, möglich gewordene große Industrie, die
wieder auf den Handel zurückwirkte, indem sie in zurückgebliebenen
Ländern die alte Handarbeit verdrängte und in den weiter entwickelten die

gegenwärtigen neuen Verkehrsmittel, Dampfmaschinen, Eisenbahnen,
elektrische Telegraphen schuf. So vereinigte das Bürgerthum mehr und mehr
die gesellschaftlichen Reichthümer und die gesellschaftliche Macht in seiner
Hand, während es noch lange Zeit von der in den Händen des Adels und des
auf den Adel gestützten Königthums befindlichen politischen Macht ausgeschlossen blieb. Aber auf gewisser Stufe — in Frankreich seit der großen
Revolution — eroberte es auch diese, und wurde nun seinerseits herrschende
Klasse gegenüber dem Proletariat und den Kleinbauern. Von diesem Gesichtspunkte aus erklären sich alle geschichtlichen Erscheinungen — bei
genügender Kenntniß der jedesmaligen ökonomischen Gesellschaftslage, die

freilich unsern Geschichtsschreibern von Fach total abgeht — aufs einfachste, und ebenso erklären sich höchst einfach die Vorstellungen und Ideen
einer jeden Geschichtsperiode aus den wirthschaf tlichen Lebensbedingungen und den, von diesen wieder bedingten, gesellschaftlichen und politischen
Verhältnissen dieser Periode. Die Geschichte war zum ersten Mal auf ihre
wirkliche Grundlage gestellt; die handgreifliche, aber bisher total übersehene

Kad Marx

Thatsache, daß die Menschen vor Allem essen, trinken, wohnen und sich
kleiden, also arbeiten müssen, ehe sie um die Herrschaft streiten, Politik,
Religion, Philosophie u.s.w. treiben können — diese handgreifliche
Thatsache kam jetzt endlich zu ihrem geschichtlichen Recht.

Für die sozialistische Anschauung aber war diese neue Auffassung der
Geschichte von der höchsten Bedeutung. Sie wies nach, daß alle bisherige
Geschichte sich in Klassengegensätzen und Klassenkämpfen bewegt, daß
es immer herrschende und beherrschte, ausbeutende und ausgebeutete
Klassen gegeben hat und die große Mehrzahl der Menschen stets zu harter

Arbeit und wenig Genuß verurtheilt war. Warum dies? Einfach deßhalb, weil
auf allen früheren Entwicklungsstufen der Menschheit die Produktion noch
so wenig entwickelt war, daß die geschichtliche Entwicklung nur in dieser
gegensätzlichen Form vor sich gehen konnte, daß der geschichtliche Fortschritt im Ganzen und Großen der Thätigkeit einer kleinen, bevorrechteten

Minderheit überwiesen war, während die große Masse dazu verdammt blieb,
den kärglichen Lebensunterhalt für sich und dazu noch den immer reichlicher werdenden der Bevorrechteten zu erarbeiten. Aber dieselbe Untersuchung der Geschichte, die auf diese Weise die bisherige, sonst nur aus der
Bosheit der Menschen zu erklärende Klassenherrschaft natürlich und vernünftig erklärt, führt auch zu der Einsicht, daß in Folge der so kolossal
gesteigerten Produktionskräfte der Gegenwart auch der letzte Vorwand einer
Scheidung der Menschen in Herrschende und Beherrschte, Ausbeuter und
Ausgebeutete wenigstens in den fortgeschrittensten Ländern verschwunden
ist; daß das herrschende Großbürgerthum seinen geschichtlichen Beruf

erfüllt hat, daß es der Leitung der Gesellschaft nicht mehr gewachsen und
sogar ein Hinderniß der Entwicklung der Produktion geworden ist, wie die
Handelskrisen und namentlich der letzte große Krach und die gedrückte
Lage der Industrie in allen Ländern beweisen; daß die geschichtliche Leitung
übergegangen ist auf das Proletariat, eine Klasse, die sich nach ihrer ganzen

Gesellschaftslage nur dadurch befreien kann, daß sie alle Klassenherrschaft,
alle Knechtschaft und alle Ausbeutung überhaupt beseitigt; und daß die den
Händen der Bourgeoisie entwachsenen gesellschaftlichen Produktivkräfte
nur der Besitzergreifung durch das associirte Proletariat harren, um einen
Zustand herzustellen, der jedem Gesellschaftsmitglied die Theilnähme nicht

nur an der Erzeugung, sondern auch an der Verteilung und Verwaltung der

gesellschaftlichen Reichthümer ermöglicht und durch planmäßigen Betrieb
der gesammten Produktion die gesellschaftlichen Produktivkräfte und deren
Erträge der Art steigert, daß die Befriedigung aller rationellen Bedürfnisse
einem Jeden in stets wachsendem Maße gesichert bleibt.

Die zweite wichtige Entdeckung von Marx ist die | endliche Aufklärung
des Verhältnisses von Kapital und Arbeit, in andern Worten der Nachweis,

Friedrich Engels

wie innerhalb der jetzigen Gesellschaft, in der bestehenden kapitalistischen
Produktionsweise, die Ausbeutung des Arbeiters durch den Kapitalisten sich
vollzieht. Seitdem die politische Oekonomie den Satz aufgestellt hatte, daß
die Arbeit die Quelle alles Reichthums und alles Werths sei, war die Frage
unvermeidlich geworden: Wie es denn damit vereinbar sei, daß der Lohnarbeiter nicht die ganze, durch seine Arbeit erzeugte Werthsumme erhalte,
sondern einen Theil davon an den Kapitalisten abgeben müsse? Sowohl die
bürgerlichen Oekonomen wie die Sozialisten mühten sich ab, auf die Frage
eine wissenschaftlich stichhaltige Antwort zu geben, aber vergebens, bis
endlich Marx mit der Lösung hervortrat. Diese Lösung ist die folgende: Die

heutige kapitalistische Produktionsweise hat zur Voraussetzung das Dasein
zweier Gesellschaftsklassen; einerseits der Kapitalisten, die sich im Besitz
der Produktions- und Lebensmittel befinden, und andrerseits der Proletarier,
die von diesem Besitz ausgeschlossen, nur eine einzige Waare zu verkaufen
haben: ihre Arbeitskraft; und die diese ihre Arbeitskraft daher verkaufen
müssen, um in den Besitz von Lebensmitteln zu gelangen. Der Werth einer
Waare wird aber bestimmt durch die in ihrer Erzeugung, also auch in ihrer
Wiedererzeugung verkörperte gesellschaftlich nothwendige Arbeitsmenge,
der Werth der Arbeitskraft eines durchschnittlichen Menschen während
eines Tages, Monates, Jahres also durch die Menge von Arbeit, die in der
zur Erhaltung dieser Arbeitskraft während eines Tages, Monates, Jahres
nothwendigen Menge von Lebensmitteln verkörpert ist. Nehmen wir an, die
Lebensmittel des Arbeiters für einen Tag erforderten sechs Arbeitsstunden
zu ihrer Erzeugung, oder, was dasselbe ist, die in ihnen enthaltene Arbeit
repräsentire eine Arbeitsmenge von sechs Stunden; dann wird der Werthder

Arbeitskraft für einen Tag sich ausdrücken in einer Geldsumme, die ebenfalls
sechs Arbeitsstunden in sich verkörpert. Nehmen wir ferner an, der Kapitalist, der unsern Arbeiter beschäftigt, zahle ihm dafür diese Summe, also
den vollen Werth seiner Arbeitskraft. Wenn nun der Arbeiter sechs Stunden
des Tages für den Kapitalisten arbeitet, so hat er diesem seine Auslagen
vollständig wieder ersetzt — sechs Stunden Arbeit für sechs Stunden Arbeit.
Dabei fiele freilich nichts ab für den Kapitalisten, und dieser faßt deßhalb
auch die Sache ganz anders auf: Ich habe, sagt er, die Arbeitskraft dieses
Arbeiters nicht für sechs Stunden, sondern für einen ganzen Tag gekauft,
und demgemäß läßt er den Arbeiter jenach Umständen 8,10,12,14 und mehr

Stunden arbeiten, so daß das Produkt der siebenten, achten und folgenden
Stunden ein Produkt unbezahlter Arbeit ist und zunächst in die Tasche des
Kapitalisten wandert. So erzeugt der Arbeiter im Dienste des Kapitalisten
nicht nur den Werth seiner Arbeitskraft wieder, den er bezahlt erhält, sondern er erzeugt auch darüber hinaus einen Mehrwerth, der, zunächst vom

Kapitalisten angeeignet, im weiteren Verlauf nach bestimmten ökono-

Karl Marx

mischen Gesetzen auf die gesammte Kapitalistenklasse sich vertheilt und
den Grundstock bildet, aus dem Bodenrente, Profit, Kapitalanhäufung, kurz
alle von den nichtarbeitenden Klassen verzehrte oder aufgehäufte Reichtümer entspringen. Hiermit war aber nachgewiesen, daß die Reichthums-
Erwerbung der heutigen Kapitalisten ebenso gut in der Aneignung von
fremder, unbezahlter Arbeit besteht, wie die der Sklavereibesitzer oder der
die Frohnarbeit ausbeutenden Feudalherren, und daß sich alle diese Formen
der Ausbeutung nur unterscheiden durch die verschiedene Art und Weise,
in der die unbezahlte Arbeit angeeignet wird. Damit war aber auch allen
heuchlerischen Redensarten der besitzenden Klassen, als herrsche in der
jetzigen Gesellschaftsordnung Recht und Gerechtigkeit, Gleichheit der
Rechte und Pflichten und allgemeine Harmonie der Interessen, der letzte
Boden unter den Füßen weggezogen, und die heutige bürgerliche Gesellschaft nicht minder als ihre Vorgängerinnen enthüllt als eine großartige
Anstalt zur Ausbeutung der ungeheuren Mehrzahl des Volks durch eine
geringe und immer kleiner werdende Minderzahl.

Auf diese beiden wichtigen Thatsachen gründet sich der moderne, wissenschaftliche Sozialismus. Im zweiten Band des Kapitals werden diese und
andere kaum minder wichtige wissenschaftliche Entdeckungen des kapitalistischen Gesellschaftssystems weiter entwickelt und damit auch die im
ersten Bande noch nicht berührten Seiten der politischen Oekonomie einer
Umwälzung unterworfen. Möge es Marx gestattet sein, ihn bald dem Druck
übergeben zu können. |

fit PS asi

Ting ve

Karl Marx: A la rédaction de l'«OTeuecTBeHHBIa 3annucKku». Seite 1.

Karl Marx
À la rédaction de T«Otß4ßorBBHHWIA 3anncKu»

[Monsieur le rédacteur.

L'article «Karl Marx devant le tribunal
de M. Joukowski»

L'auteur de l'article sur M. Joukowski est évidemment un homme d'esprit
et s'il eût trouvé dans mon exposé de «l'accumulation primitive» un seul
passage à l'appui de ses conclusions, il l'aurait cité. A défaut d'un tel passage
il se voit obligé de s'emparer d'un hors-d'œuvre, d'une sortie polémique
contre un «belletrist» russe imprimée dans l'appendice de la première
édition allemande du «Capital». Qu'est-ce que je reproche là à cet écrivain?
Qu'il a découvert le communisme «russe» non en Russie, mais dans le
livre de Haxthausen, conseiller du gouvernement prussien, et qu'entre ses
mains la commune russe ne serve que d'argument pour prouver que la
vieille Europe pourrie doit être régénérée par la victoire du panslavisme.
Mon appréciation de cet écrivain peut être juste, elle peut être fausse, mais
en aucun cas elle ne saurait prêter la clef de mes vues sur les efforts
«pyccKHXt jnofleîi Hairra jura ceoero OTeHecrea nyTb pa3BHTia, OTjitrrHbrii
on» Toro, xotopMM'E imia n HfleTb 3aiEypiaH EBpona etc». Dans la postface
de la deuxième édition allemande du «Capital» — que l'auteur de l'article
sur M.Joukowski connaît parce qu'il la cite — je parle d'un «grand savant
et critique russe», avec la haute considération qu'il mérite. Celui-ci a traité
dans des articles remarquables la question si la Russie doit commencer par
détruire, comme le veulent ses économistes libéraux, la commune rurale
pour passer au régime capitaliste, ou si, par contraire, elle puisse, sans
éprouver la torture de ce régime, s'en approprier tous les fruits en développant ses propres données historiques. H se prononce dans le sens de la
dernière solution. Et mon honorable critique aurait été au moins aussi
fondé à inférer de ma considération pour ce «grand savant et critique

A la rédaction de l'«OTeuecTBeHHBI4 3arnucKky»>

russe» que je partageais ses vues sur cette question, qu'à conclure de ma

polémique contre le «belletrist» et panslaviste russe que je les rejetais. /

/ Enfin, comme je n'aime pas laisser «quelque chose à deviner», je

parlerai sans ambages. Pour pouvoir juger en connaissance de cause du

développement économique de la Russie contemporaine, j'ai appris le

russe et puis étudié, pendant de longues années, les publications officielles

et autres ayant rapport à ce sujet. Je suis arrivé à ce résultat: si la Russie

continue à marcher dans le sentier suivi depuis

1861, elle perdra la plus

belle chance que l'histoire ait jamais offerte à un peuple pour subir toutes

les péripéties fatales du régime capitaliste.

lu)

Le chapitre sur l'accumulation pri-

mitive ne prétend que tracer la

voie par laquelle, dans l'Europe

occidentale, l'ordre économique

capitaliste est sorti des entrailles

de l'ordre économique féodal. B
y fit

suit donc le mouvement qui

divorcer le producteur de ses
moyens de production, transformant
le premier en salarié (prolétaire
dans le sens moderne du mot) et
les derniers en capital. Dans cette
histoire «toute révolution fait
époque qui sert de levier à l'avancement de la classe capitaliste en

voie de formation ...

Mais la base de l'évolution, c'est

l'expropriation des cultivateurs».

in)

Le chapitre sur l'accumulation pri-

mitive ne prétend que tracer la
voie par laquelle, dans l'Europe
occidentale, l'ordre économique
capitaliste est sorti des entrailles

de l'ordre économique féodal. Il
expose donc le mouvement historique qui, faisant divorcer les producteurs de leurs moyens de producconvertit les

tion, premiers en

salariés (prolétaires dans le sens

moderne du mot) et les détenteurs

des derniers en capitalistes. Dans
cette histoire «toute révolution
fait époque qui sert de levier à

l'avancement de la classe capita-

liste en voie de formation, celles
surtout qui, dépouillant de grandes
masses de leurs moyens de production et d'existence traditionnels,
l'improviste sur le

Mais la base de

les lancent à

marché du travail.

toute cette évolution, c'est l'expropriation des cultivateurs. Elle
ne s'est encore accomplie d'une

manière radicale qu'en Angleterre...

Kad Marx

Mais tous les pays de l'Europe
occidentale parcourent le même
mouvement etc» (Ed. française du
A la fin du chapitre” je traite de la «Capital» p.315). A la fin du
tendance historique de l'accumu- chapitre la tendance historique
lation capitaliste, et j'affirme que de la production capitaliste est
son dernier mot, réduite à ceci: qu'elle «engendre
elle-même sa propre négation avec
la fatalité qui préside aux métamorphoses de la nature», qu'elle
a créé elle-même les éléments d'un
nouvel ordre économique donnant
en même temps le plus grand essor
aux pouvoirs productifs du travail
c'est la transformation de la pro- social et au développement intégral
priété capitaliste de tout producteur individuel, que la
propriété capitaliste reposant de
fait déjà sur un mode de production
collectif ne puisse que se changer
en propriété sociale. en propriété sociale. |

Je n'en fournis aucune preuve à cet endroit, pour la bonne raison que cette
affirmation elle-même n'est que le résumé sommaire des longs développements antérieurement donnés dans les chapitres sur la Production Capitaliste.

Maintenant, quelle application à la Russie mon critique pouvait-il faire
de cette esquisse historique? Seulement celle-ci: Si la Russie tend à devenir
une nation capitaliste à l'instar des nations de l'Europe Occidentale — et
pendant les dernières années elle s'est donné beaucoup de mal dans ce
sens —, elle n'y réussira pas sans avoir préalablement transformé une bonne
partie de ses paysans en prolétaires; et, après cela, une fois amenée au
giron du régime capitaliste, elle en subira les lois impitoyables comme
d'autres peuples profanes. Voilà tout! Mais c'est trop peu pour mon critique.
Il lui faut absolument métamorphoser mon esquisse historique de la
genèse du capitalisme dans l'Europe occidentale en une théorie historicophilosophique de la marche générale fatalement imposée à.tous les
peuples, quelles que soient les circonstances historiques où ils se trouvent
placés, pour arriver en dernier lieu à cette formation économique, qui
assure avec le plus grand essor des pouvoirs productifs du travail social le
développement le plus intégral de chaque producteur individuel. Mais je
lui demande pardon. (C'est me faire en même temps trop d'honneur ettrop
de honte.) Prenons un exemple. En différents endroits du «Capital» j'ai

À la rédaction de F«OrBuBotBBHHi>m 3anncKw»

fait allusion au destin qui atteignit les plébéiens de l'ancienne Rome.
C'étaient originairement des paysans libres cultivant, chacun à son compte,
leurs propres parcelles. Dans le cours de l'histoire Romaine ils furent
expropriés. Le même mouvement qui les sépara d'avec leurs moyens de
production et de subsistance impliquait non seulement la formation de la
grande propriété foncière, mais encore celle de grands capitaux monétaires.
Ainsi, un beau matin (il y avait) d'un côté des hommes libres, dénués de tout
sauf leur force de travail, et de l'autre, pour exploiter leur travail, les détenteurs de toutes les richesses acquises. Qu'est-ce qui arriva? Les prolétaires
romains devinrent non des travailleurs salariés, mais un ,,mob" fainéant,
plus abjecte que les ci-devant poor whites des pays méridionaux des Etats-
Unis, et à leur côté se déploya un mode de production non capitaliste, mais
esclavagiste. Donc des événements d'une analogie frappante, mais se passant dans des milieux historiques différents, amenèrent des résultats
tout-à-fait disparates. En étudiant chacune de ces évolutions à part et en
les comparant ensuite, l'on trouvera facilement la clef de ce phénomène,
mais on n'y arrivera jamais avec le passe-partout d'une théorie historicophilosophique générale dont la suprême vertu consiste à être suprahisto-

rique. |

Karl Marx
An eine Redaktion

119 Dec. 1877.
41, Maitland Park
Road. N.W.

Geehrte Redaktion,

Einschliesslich ein Brief, den ich von Breslau zur Beförderung an Sie erhalten habe. Der Absender, Horovitz, ist mir unbekannt, schreibt mir aber,
er sei ein Mitglied der Br[es]l[auer] Sektion der socialdemokratischen
Partei.
Mit bestem Gruss
Karl Marx |