Italien.
* Turin, 28. Juni. Noch dauern in der Deputirtenkammer die Verhandlungen über den Anschluß der Lombardei und der venetianischen Provinzen an Sardinien fort. Es handelt sich um Annahme oder Verwerfungdesvom
Ministerium vorgebrachten, freiheitsfeindlichen, Amendements.
Die von der Kammer erwählte Kommission hat vorgeschlagen:
„Einziger Artikel.“
„Die sofortige Union der Lombardei und der Provinzen Padua, Vicenza, Treviso und Rovigo ist so, wie sie von jenen Völkerschaften votirt
worden, angenommen. Die Lombardei und besagte Provinzen bilden mit10
den sardinischen und den andern bereits vereinigten Staaten ein einziges
Königreich. Mittelst allgemeiner Wahlen wird eine gemeinsame konstituirende Versammlung zusammenberufen werden, welche die Grundlagen und Formen einer neuen konstitutionellen Monarchie mit der Dynastie von Savoyen, gemäß der von den Lombarden im Gesetze der15
provisorischen Regierung Mailands vom 12. Mai currentisabgegebenen
Erklärung, zu erörtern und festzustellen hat.“
Trotz der nicht geringen Opposition, welche der Kommissions-Vorschlag findet, wird er doch schließlich, wie wir hoffen, bei der Abstimmung angenommen werden.20
* Florenz, 24. Juni. Uebermorgen werden die beiden Kammern eröffnet. Das offizielle Blatt enthielt gestern das Programm der Feierlichkeiten. Die Eröffnung wird im Saale der Fünfhundert, im alten Palast
stattfinden. In dem Journal „L’Alba“ findet sich heute ein leitender Artikel gegen den König von Sardinien, der jetzt eben so ganz Italien in
seinem Staate aufgehen lassen möchte, wie dies Preußen vor dem
18. März gegenüber den kleinern Staaten Deutschlands versuchte. „Piemont“, sagt das Blatt, „hat das toskanische Gebiet in Lunigiana gewalt-