Italien.
* In Venedig ist der General Ferrari mit dem Kommando in Malghera und den benachbarten Forts ernannt worden. Die offizielle Zeitungin
Turin publizirt am 26. August das vom Prinzen Carignan unterzeichnete Dekret, durch welches die Gesellschaft Jesu aus den sardinischen5
Staaten verbannt wird. Das Ministerium in Turin soll die baldige Wiedereinberufung der Kammern beabsichtigen, einmal wegen einer gezwungenen Anleihe, die höchst dringend ist und ohne Mitwirkung der Kammern nicht ausgeschrieben werden kann und zweitens wegen des obigen
Dekrets zur Verbannung der Jesuiten. Denn dieses Gesetz war von den
Deputirten angenommen, aber noch nicht dem Senate vorgelegt, als die
Vertagung des Parlaments eintrat. Das Ministerium würde also um eine
Indemnitätsbill wegen Publizirung des Gesetzes nachsuchen müssen. In
Livorno hat die Ankunft des Pater Gavazzi zu bedeutenden Unruhenundzu
Blutvergießen geführt. Die Aufregung hatte sich bei Abgang des
französischen Dämpfers noch nicht gelegt. Der Gouverneur hatte sich
in’s Fort geflüchtet und es war eine provisorische Regierung gebildet
worden. Das Volk wollte gegen Florenz marschiren und eine provisorische Regierung einsetzen. Es ist zugleich ein Theil der italienischen Unabhängigkeitslegion, 5000 Mann, dort gelandet, um sich nach Bologna zu
begeben. Ungarelli, der in Afrika gedient, ist Befehlshaber.
* Turin, 26. August. Wir haben hier bezüglich der vorgeschlagenen
Vermittelung keine bestimmte Kenntniß und was wir erfahren, kommtaus
Londoner und Pariser Quellen. So viel ich für meine Person sehe,
haben Frankreich, England und Oestreich die Sache für sich geregelt und
Sardinien muß ihren Beschlüssen beistimmen. Letzteres verlangt auch
nicht absolut den Besitz der Lombardei, sähe aber die Einverleibung
gern, damit Europa von der Tapferkeit und den Hilfsquellen Sardiniens