Italien.
Mailand, 19. Juli. Garibaldi ist beauftragt, sich zwischen den Lago
Maggiore und den Lago di Garda zu begeben und dort die tiroler Pässezu
bewachen. Zugleich werden ihm als einem erfahrenen Schiffskapitän die
Fahrzeuge auf jenen Seen anvertraut, um dort jede feindliche Expedition zu vereiteln.
* Genua, 20. Juli. Seit einiger Zeit sind eine solche Masse gefangener
östreichischer Offiziere, die auf Ehrenwort frei herumgehen dürfen, hieher gebracht worden; daß das Volk sich beunruhigt fühlte. Denn die
reaktionäre Parthei, durch die bedeutenden Geldmittel der Jesuiten und10
deren geschickte Intriguen unterstützt, ist unaufhörlich thätig, um einen
Theil der Arbeiter am Hafen und in andern Theilen der Stadt aufzuwiegeln und eine Emeute zu Stande zu bringen. Unter solchen Umständen
sind die östreichischen Offiziere ganz natürlich ein sehr verdächtiges Element. Die hiesigen Blätter besprachen diesen Gegenstand schon seit einigen Tagen und drangen auf Entfernung der Offiziere nach einer Festung an der französischen
Gränze. Gestern Abend erfolgte nun von
Seiten des Volks eine große Demonstration. Es verlangte, vor dem Hausedes
Gouverneurs versammelt, die Entfernung der gedachten Offiziereund
drückte namentlich darüber seine Entrüstung aus, daß jene Herrenin
Civilkleidung mit dem Doppeladler auf der Brust, den sie vielleicht inden
galizischen Metzeleien erworben und mit der schwarz-gelben Kokarde in den Straßen einherstolzieren. Man möge sie human behandeln, abervon
Genua entfernen; das Volk wolle mit den galizischen Schlächtern undden
Mördern seiner Brüder und Verwandten keine Berührung haben. Der
Gouverneur versprach, unverzüglich ans Ministerium zu berichten und
Befehle einzuholen. Das Volk zerstreute sich auf dieses Versprechen hin.