Italien.
* Die vorgestern von einigen italienischen Journalen gegebene Nachrichtvom
Ausbruch eines Aufstandes in Rom ist bis jetzt weder bestätigt noch
widergelegt. Wir erhalten heute zwar Journale aus Rom; sie sind jedochvon
früherem Datum als jener angebliche Ausbruch, der sich höchstensals
resultatlose Emeute herausstellen dürfte. Seitdem in Mailand etc. wieder die östreichische „Ordnung“ herrscht, findet in der Expedition der
römischen, florenzer etc. Zeitungen eine Unordnung statt, die mit jener
schönen „Ordnung“ aufs innigste zusammenhängt. Die Lombardei, so
reich sie an natürlichen Hülfsquellen ist, muß unter dem von Radetzky10
und seinen Trabanten befolgten System binnen Kurzem zu Grunde gehen. Was der Sardinier und dessen konstitutionelle Anhänger nicht zu
Stande gebracht, führt die östreichisch-gallizische Schule zu Ende. Wie
einst die Horden Ludwig XIV. die Pfalz verwüsteten und diesem Theile
Deutschlands auf lange Zeit unheilbare Wunden schlugen, so verfahren
jetzt die Landsknechte Radetzky’s in der Lombardei. Die Städte sind vonder
Mehrzahl der Bewohner verlassen; ohne die Croaten, Böhmen, Steiermärker, Tyroler etc. wären sie todt, wie das Grab. Zahlreich waren die
Flüchtlinge, welche zu verschiedenen Zeiten ihr Vaterland Polen verlie-
ßen; unvergleichlich zahlreicher sind die Schaaren der Lombarden, welche sich vor der „väterlichen“ Regierung Radetzky’s nach benachbarten
Ländern in Sicherheit bringen.
* Endlich ist Karl Albert durch die öffentliche Stimme gezwungen
worden, seinen Spießgesellen in der Verrätherei, den Generallieutenant
Salasco, Chef des Generalstabes, und Federici, zuletzt Kommandant von
Peschiera, in Disponibilität zu stellen, dem Grafen Bricherasio, Kommandanten in Piacenza – der die bekannte schmähliche Kapitulation mit den
Oestreichern abgeschlossen, so wie dem Ritter Ferrere den Abschiedzu
ertheilen.