Beilage
Italien.
Neapel, 14. Juni. In Catanzaro regiert ein Wohlfahrtsausschuß. In Cosenza forderten die Deputirten Valentini, Ricciardi, Mauro, de Riso und
Musolino schon längst in einer Proklamation sämmtliche Deputirten auf,
am 15. Juni in Cosenza zusammenzutreten und die in Neapel durch brutale Gewalt verhinderten Sitzungen zu beginnen. Die Deputirten besprechen sich in eben jener Stadt darüber, daß sie sofort am 15. Juni
einen permanenten Wohlfahrtsausschuß bilden und dazu die angesehensten Bürger des Landes herbeiziehen wollen. Sodann setzten sie eine Steuerkommission nieder; organisirten eine mobile Kolonne, welche die Höhen von Paola besetzte und traten mit allen übrigen insurgirten Theilenin
Verbindung. Ungeheure Anstrengungen und Kriegsrüstungen werden
gemacht, um jenem Ferdinand, jenem „infamissimo bombardatore“ endlich den Gnadenschlag zu versetzen. Fast überall sind die königlichenInsignien herabgerissen; die Brücke zwischen ihm und dem Volke ist völlig abgebrochen. In einer Proklamation an die Sizilianer sagen die Calabresen:
„Es fehlt uns weder an Armen noch an Muth; Ihr wißt, welches Blut in
kalabresischen Adern rollt. Wir werden bald von Reggio bis Salerno eine
Streitmacht von 40 000 Mann versammelt haben. Weshalb wir uns an
Euch wenden, ist der Mangel an hinreichender Artillerie etc.“
– Ein Dekret des sizilischen Parlaments belobt alle Sizilier, die am
15. Mai in Neapel gegen den brutalen Bourbonen gekämpft haben.
Modena, 18. Juni. Eine an’s Generalkommando hierselbst angelangte Depesche meldet, daß die Oestreicher Padua geräumt und die Bewa-25
chung der Stadt der Bürgergarde nebst 2 Stück Geschützen überlassen
haben.