Italien.
* Turin, 17. Juli. Eine Anzahl Jesuiten pflegten sich heimlich in einem
entlegenen Hause zu versammeln. Die Bürgerwehr erlangte Kenntniß davon und wandte sich an den Minister Ricci, der zur Vornahme einer
Haussuchung seine Zustimmung gab. Als die Bürgerwehr eindrang, fandsie
blos noch vier Padres vor, worunter der bekannte Rostagno. Beim
Erscheinen der bewaffneten Macht suchte er ein Stück Papier zu vernichten. Das gelang ihm nicht; er und die andern Drei wurden festgenommen,
außerdem fand man sehr wichtige Papiere. Den andern Morgen wurdedas
Haus nochmals schärfer durchsucht und siehe, man traf auf neue
Papiere und auf große verborgene Summen in Gold.
(Gazzettadi Genova.)
* Turin, 17. Juli. In der Sitzung der Deputirten vom 15. d.M. legtedie
Kommission den von ihr einigermaßen amendirten Gesetzentwurf
über Mobilmachung der Nationalgarde vor. Statt der vom Ministerium
beantragten 50 Bataillone werden 56 verlangt, jedes zu 600 Mann, „zur
Vertheidigung der festen Plätze, Küsten und Gränzen der dem sardinischen Statut unterworfenen Provinzen.“ Der Präsident will den Bericht
erst drucken und vertheilen lassen; es erschallt aber von allen Seiten der
Ruf: Zur Diskussion! Letztere wird bei der Abstimmung auf Grund der20
Dringlichkeit mit großer Majorität beschlossen und nachdem die 4 Artikel des Gesetzes debattirt worden, nimmt die Kammer das Ganze fast
einstimmig an.
Heute fand in der Deputirtenkammer die wichtige Diskussion über den
Bixio’schen Vorschlag wegen Ausweisung der Jesuiten und affiliirter Or-25
den statt. Cornero stattete den gründlich ausgearbeiteten Bericht ab und
schloß ihn mit Vorlegung eines Gesetzentwurfs in sieben Artikeln, von
denen der erste festsetzt, daß die Gesellschaft Jesu, der Orden, welcher