Italien.
* Δ Turin, 19. August. Die abgetretenen Minister geben in der offiziellen
Zeitung einen kurzen Bericht über ihre Amtsthätigkeit und erklären dabei, daß sie vor dem Parlament vollständige Rechenschaft ablegen wollenund
sich in keiner Weise der ministeriellen Verantwortlichkeit zu entziehen denken. Der Bericht führt an, 1) daß dieses Ministerium in Betreffder
Reorganisation und Vermehrung der Armee und der Mobilisirungder
Nationalgarde das Nöthige vorbereitet hat, damit Anfang Septemberdie
Truppen zahlreicher und besser disziplinirt als früher dastehen; 2) wasdie
Finanzen anlange, so seien alle Maßregeln getroffen worden, um den10
Bedürfnissen zu genügen, ohne die Steuerpflichtigen allzu sehr zu belasten; 3) hat das Ministerium bei allen freien Regierungen gegen die Gültigkeit des in Mailand am 9. August vom Grafen Salasco unterzeichneten
Waffenstillstandes, insoweit er die Politik berührt, protestirt; 4) außerdem hat das Ministerium gegen die an den letzten Ereignissen betheiligten Armeechefs Untersuchung beantragt; 5) das Ministerium hat die bewaffnete Einschreitung Frankreichs nachgesucht; 6) es hat auf der
Intervention Frankreichs beharrt, selbst als von der fremden Diplomatiedie
friedliche Vermittlung in den Vordergrund geschoben wurde; 7) es hatden
diplomatischen Agenten demgemäße Instruktionen ertheilt, und alle
Kräfte Italiens für die gemeinsame Sache zu gewinnen versucht. Das
Ministerium setzt hinzu: „Sei es ihm auch nicht vergönnt worden, das
Begonnene durchzuführen und Resultate zu erzielen, so habe es doch die
Ueberzeugung, daß Italien, wenn es sich nur nicht selbst im Stich lasse,
auf glücklichen Erfolg hoffen könne.“ Der Schluß der Erklärung lautet:
„Es wäre unwürdig, wegen 10tägiger Unglücksfälle die Waffen zu strecken und unklug, zu glauben, daß ein schmählicher Friede zur Sicherungder
materiellen Interessen und der Ehre Piemonts zweckdienlicher sei, alsein
ehrenvoller Kampf.“