Italien.
* Florenz, 10. August
. Der österreichische Sbirrenanführer Welden erklärte bei seinem Einfall ins päbstliche Gebiet, daß er Jeden erschießen
lassen werde, der mit Waffen in der Hand ergriffen werde oder der auf
irgend eine andere Weise gegen Oestreich feindliche Gesinnungen an den
Tag lege. Diesem herrlichen Grundsatz zufolge muß Welden jetzt die ganze Stadt Bologna erschießen lassen, denn ihre für Oestreich unfreundliche
Gesinnung hat sie unzweideutig kund gegeben. Der österreichische Sbirrenchef war am 7. in Bologna eingezogen. Die Brutalität dieses Menschen, seine u. seiner Soldaten Arroganz, seine Forderung, die Stadt müsse ihm sofort eine Anzahl Geißeln stellen u. eine Geld-Contribution
zahlen: Alles dies veranlaßte einen blutigen Zusammenstoß, in Folge dessen die Oestreicher aus der Stadt geworfen wurden. Dies geschah am 8.
um 3 Uhr Nachmittags. Die Oestreicher besetzten Montagnola, eine die
Stadt beherrschende Anhöhe. Von hier begannen sie das Bombardement15
der Stadt mittelst 4 Kanonen u. 1 Haubitze. Das Feuer dauerte von 5 bis
8 Uhr Abends. Ganz Bologna erhob sich wie Ein Mann; die Bewohner
nahmen die Anhöhe mit Sturm u. vertrieben die Oestreicher. Letztere
haben beim Verlassen der Stadt viele Todte zurückgelassen und 50 Mann geriethen in die Gefangenschaft der Bolognesen. Ein Lastträger eroberte20
eine östreichische Fahne. Jedoch gestern, am 9ten, früh sind die Oestreicher mit verstärkter Macht zurückgekehrt und das Bombardement hat von
Neuem begonnen. Um 9 ein halb Uhr des Morgens – bis wohin die
letzten Nachrichten gehen – standen 2 Palläste in der Stadt u. eine ganze
Vorstadt in Flammen; die Oestreicher plünderten eine Menge Häuser inder
Nähe der brennenden Vorstadt. Die Bevölkerung war entschlossen
sich bis auf den letzten Blutstropfen zu vertheidigen. Das ganze diplomatische Corps in Florenz hat gleich nach Eingang der Berichte aus