Beilage
Italien.
* Messina ist am 7. d. nach einem 5tägigen wilden Kampfe von den
Neapolitanern eingenommen worden. Mehr als 7000 Personen, meist
Frauen und Kinder haben sich auf die französischen Kriegsschiffe geflüchtet. Der französische Gesandte in Neapel soll von Ferdinand ver-5
langt haben, daß sich die neapolitanische Regierung mit der Eroberung
Messina’s begnüge, und weder Palermo noch eine andere sizilische Stadt
angreife.
Livorno ist ziemlich ruhig. Die unter Bestimmung des Großherzogs
erwählte Regierungs-Kommission, zu welcher Guerrazzi gehört, arbeitetmit
Eifer, um die Forderungen des Volkes ohne langes Zögern zu befriedigen.
In Turin sind die Kammern bis auf den 16. Okt. vertagt worden. Das
Ministerium führt als Hauptgrund an, daß die Kammern, träten sie jetzt
zusammen, die Energie der Regierung beim Ablauf des Waffenstillstands
lähmen würden. Um der Geldnoth zu begegnen, ist eine gezwungene
Anleihe eröffnet, zu welcher alle Haus- und Grundbesitzer nach dem
Kaufwerth ihres Eigenthums, alle Hypotheken-Inhaber und Nießbraucher, so wie der Handelsstand in progressiver Weise beizutragen haben.
Garibaldi ist durch Frankreich nach Nizza gereist.
Venedig ist endlich von den Piemontesen verlassen worden; die Flotte
Albini’s wurde in der Nähe von Ancona gesehen.