Italien.
* Messina ist nach Pariser Berichten von den Truppen Ferdinands erobert worden, nachdem die Stadt fast gänzlich in Trümmer geschossen.
Die Kriegsflotten Frankreichs und Englands sehen ruhig zu.
Eine Deputation aus Livorno ist am 6. d. in Florenz eingetroffen und 5
verlangt zur Beruhigung der Stadt: 1) Allgemeine Amnestie; 2) das Volk
besetzt die Forts in Gemeinschaft mit den Linientruppen, Auflösung und
Umformung der Bürgergarde mit Wahl neuer Führer; 3) die Livornesen
haben das Recht, sich selbst eine Regierungskommission zu wählen, welcher provisorisch alle Gewalt zustehen und die dahin wirken soll, daß
Livorno mit der übrigen toskanischen Familie ausgesöhnt werde.
Das Ministerium hat sämmtliche Punkte genehmig.
In Bologna hat der neuangelangte Regierungskommissär, Kardinal
Amat, alle Bewohner der Stadt, die nicht zur Bürgergarde oder den mobilisirten Freikorps gehören, entwaffnet.
Venedig wird täglich mehr gefährdet. Die 6000 Mann des Kirchenstaats haben Befehl zur Rückkehr nach Rom erhalten; die sardinische
Flotte hat wiederholt Ordre bekommen, mit den sardinischen Truppen
abzusegeln und außerdem hat der Feind Spione in der Stadt, welche das
Volk durch alle Mittel für Oestreich zu gewinnen suchen. Einer dieser
Agenten, ein Pater, wurde verhaftet. Man fand in seinem Gürtel Plänevonden
Befestigungswerken nebst den genauesten Angaben über Zahl und
Stärke der Wachen und über alle Vertheidigungsanstalten.
Mailand, 7. September
. Der Feldmarschall Radetzky hat dem Banus
Jellachich eine Million Gulden überschickt. 25
(Grad’aus.)