Beilage
Italien.
* Florenz, 2. Juli. Ein Artikel der „Alba“ greift die jetzige Kriegsführung Karl Albert’s, die im ruhigen Zusehen, einigen Rekognoszirungen
etc. besteht, mit vollem Recht an. „Italiener!“ sagt dieses Journal, „wir
unternahmen einen Revolutionskrieg, während unsere Revolutionen5
noch nicht zum Ende geführt waren. Ein Jesuitenkeim hat unter uns noch
fortwährend sein Dasein. Die römischen und toskanischen Landschaften
sind von der unglaublichsten Frechheit einer Partei infizirt, die unter
seine eifrigsten Diener die Diener Gottes zählt. Wir begannen einen neuen Krieg mit alten Waffen; wir vertrauten das Schicksal der Freiheit den
alten Werkzeugen der Tyrannei. Darum erging da, von wo der Blitz des
Krieges auf Oestreich niederfahren sollte, ein Wort des Friedens, gleichsam als ob der Vatikan noch immer im frühern Liebäugeln mit Oestreich
begriffen, sich fürchtete, mit dem letzteren zu Grunde gehen zu müssen.“
– In der gestrigen Deputirtenkammer kam eine wichtige Frage zur Entscheidung. Es handelte sich um die Gültigkeit der Wahlen eines Staatsbeamten. Sie wurde für nichtig erklärt. Damit ist der erste Schritt gethan,
um alle Staatsbeamten als solche von der Deputirtenkammer auszuschließen.
* Rom, 28. Juni. Die östreichisch-jesuitische Partei ist fleißig an ihrem
Werke. Der Papst wird täglich mehr von ihrem Netze umstrickt und ein
Theil des Volkes durch die schändlichsten Intriguen gegen die Minister und
Deputirten aufgehetzt. Indeß das Ministerium kämpft muthig weiter und die
Deputirten wissen ihrerseits, was die Lage Roms und Italiens von
ihnen erheischt.
* Palermo, 24. Juni. Das offizielle Journal enthält folgenden telegraphischen Bericht der Exekutivgewalt an den sizilianischen Kriegsminister: