Italien.
* Nach Briefen, die über Paris kommen, wäre Karl Albert nochmals vor den
Thoren Mailands geschlagen worden, und hätte sich darauf in sein
Land zurückgezogen; Andere behaupten, er sei allerdings in der Nähe
Mailands bei einem neuen Angriff der Oestreicher unterlegen, er habe
sich aber nach Mailand geworfen und werde dort von Radetzky belagert.
Außerdem heißt es, daß Radetzky die englisch-französische Vermittelung
zurückweise und, als Hauptgrund anführe, daß die französische Republik von
Oestreich noch nicht anerkannt worden!
Die „Gazette piemontaise“ vom 3. August
läßt Karl Albert’s Hauptquartier in Lodi sein; die piemontesische Artillerie und Kavallerie sei fast
ohne alle Beschädigung weggekommen. General Sommariva, Befehlshaber der Artillerie-Division, soll sich nach Piacenza gewandt haben, um
diesen Platz und das rechte Po-Ufer zu vertheidigen. Die Oestreicher
haben gegen Venedig mittelst Brander einen Angriff versucht, der aber15
zurückgeschlagen worden.
Das „Journaldes Debats“ bestätigt die Absendung Sommariva’s nach
Piacenza; er soll dort die piemontesischen Truppen aus Parma und Modena, und die von Genua her anrückenden Verstärkungen an sich ziehen.
Wird er durch Uebermacht angegriffen, so soll er nach der Festung Tor-20
tona zurückweichen.
Nachrichten aus Mailand vom 4. August lauten dahin, daß Radetzky
allerdings vor Mailand lagert, woraus hervorgeht, daß alle Uebergänge
über die Adda erzwungen worden. Das Vertheidigungskomite ´ hat Mailand in Belagerungszustand erklärt; die Bevölkerung soll zum kräftigen25
Widerstande und zur Nachahmung Saragossa’s entschlossen sein.
Bern, 7. August
. Der Vorort hat heute von dem Tessin’schen Stadtrath aus Lugano vom 5. August verschiedene Nachrichten erhalten: