Beilage
Dänemark.
† Kopenhagen, 15. August. Gestern fand hier eine Volksversammlung
statt, welche über ein Wahlprogramm berieth. Große Confusion herrschte. Die Handels- und Gewerbefreiheit wurde mit schwacher Majorität
verworfen, die Reform der Gewerbe-, oder wie die Dänen sagen, der Nah- 5
rungsgesetzgebung siegte. Dann wurde das suspensive Veto des Königs
angenommen. Heute Abend wird die Verhandlung fortgesetzt. Das
Fädreland schäumt vor Wuth, weil es in beiden Fragen mit seinen Vorschlägen durchfiel; sein Redakteur Hr. C. Ploug, Candidat, trat für die
Gewerbefreiheit und das absolute Veto auf. Man sieht übrigens, die Dänen sind nicht minder Spießbürger als die Deutschen. Gemäßigte Zünfte,
damit sie das Proletariat, suspensives Veto, damit die Spießbürger den
König chikaniren können. Eine andre Bedeutung hat das suspensive Veto bei
diesen Leuten nicht.
– Das Wahlprogramm, wie es vom Comite ´ aufgestellt wurde, enthält
folgende Punkte: 1) direkte Wahl, 2) allgemeines Stimmrecht für Staat und
Commune, 3) Wahl aller Communalbeamten, 4) Gleichheit der
Rechte und Pflichten, Aufhebung von Standesprivilegien, Rang und Titeln, gleiche Besteuerung, allgemeine Wehrpflicht und Volksbewaffnung;
5) Religions-, Preß- und Vereinsfreiheit, 7) suspensives Veto. –
– 250 Leute von der Bemannung genommener preußischerSchiffe sind
nach einem preuß. Hafen übergeführt worden.
– Am 28. ds. beginnen die Auktionen über die condemnirten deutschen
Schiffe.
– Dem Herzog und dem Prinzen von Augustenburg, dem Herzog Carl 25
und dem Prinzen Friedrich von Glücksburg und dem Grafen Reventlow
Preetz sind „wegen Theilnahme am Aufruhr“ die Ehrenzeichen des Elephantenordens und Dannebrogs durch königlichen Befehl genommen
worden.

Dänemark. 20. August 1848
– Das Fädreland enthält einen langen Artikel gegen die Behauptung der
Börsenhalle als läge die Schuld der noch nicht erfolgten Auswechslung der Gefangnen an den Dänen. Der Artikel ist offiziell aus dem
Kriegsministerium.