* Turin, 21. Februar. Der Verräther Karl Albert hat den dritten Verrath an der italienischen Sache begangen. Er wird in Toskana und Rom interveniren.
Der toskanische General Laugier, vom Großherzog zum Oberbefehlshaber aller Truppen ernannt, steht bei Lucca mit zwei reaktionären Regimentern. Dorthin eilen alle Reaktionäre.
Der Großherzog ist auf einem sardinischen Dämpfer von Porto Santo-Stefano abgeholt und wird ebenfalls dorthin kommen. Drei Meilen von da ist das Lager des sardinischen Interventionsheers bei Sarzano.
In Turin sieht es folgendermaßen aus: Am 19. schlug Gioberti dem Ministerrath Intervention in Toskana vor. Nach langen Debatten, worin nur Ratazzi, Minister des Innern, auf Seite Gioberti's war, ergaben sich die Minister unter der Bedingung, daß Piemont zugleich die Römische Republik anerkenne. Dies verweigerte Gioberti formell.
Am 20. (gestern) gab er und Ratazzi ihre Entlassung ein. Aber für den Abend bot der Adel und die Bourgeoisie das Lumpenproletariat auf, organisirte eine Demonstration für Gioberti und verlangte, er solle am Ruder bleiben und die „republikanisch-kommunistische“ Kammer auflösen.
Heute nun hat das gesammte Ministerium seine Entlassung gegeben. Gioberti ist mit Bildung eines neuen Kabinets beauftragt. Die Intervention steht also fest.
Was wird das Volk von Turin und Genua dazu sagen?
Französische Republik. 12 Paris, 26. Februar. Gewiß! die Italiener haben Recht, wenn sie sagen, daß die Ultramontanen jetzt nicht mehr in Italien sind, sondern in Frankreich, in Paris, mitten in der Kammer, mitten im Ministerium. Die Protestation Pius IX. ist offenbar eine Nachbildung der in der Kammer, in den reaktionären Journalen u. s. w. aufgestellten Doktrin über den Zusammenhang der westlichen Macht mit der geistlichen. Pius IX. hat offenbar Hrn. Falloux und Hrn. Thiers, oder doch wenigstens die Leitartikel im Constitutionnel konsultirt, es sei denn, daß Hr. Thiers und Hr. Falloux früher ein Konzilium mit dem Papst gehabt haben. Die Tiare sollte nach diesen Herrn deßhalb unzertrennbar von dem Scepter, die geistliche Macht von der weltlichen Herrschaft über den Kirchenstaat sein, weil die Tiare, weil die geistliche Macht den Römern nicht allein, sondern 300 Millionen Katholiken angehöre. Also der souveräne Herr des Kirchenstaates ist der Pabst; er ist aber nur souveräner Herr, solange das souveräne Volk ihm diese Souveränetät überträgt. Das souveräne Volk übernimmt selbst wieder die Souveränetät; eine konstituirende Versammlung erklärt den Pabst der weltlichen Souveränetät für verlustig, ohne auch nur im Geringsten die geistliche Souveränetät beeinträchtigen zu wollen. Jetzt steht aber die ganze reaktionäre Partei auf und sagt: Die geistliche Souveränetät ist unzertrennlich von der weltlichen; die geistliche Macht, um frei ausgeübt werden zu können, muß irgendwo heimathlich sein; der heilige Stuhl muß einen Sitz haben, sich an einem Besitz knüpfen, muß in einem Staat seine feste Stelle haben. Der Pabst kann nicht Pabst sein, ohne Land zu haben; der Pabst darf nicht das lächerliche Schauspiel des Reichsverwesers erneuern. Wenn nun aber die fremden Mächte, die 300 Millionen Katholiken so ungemein interessirt sind, daß der heilige Stuhl einen Sitz in einem eigenen Staate habe, warum treten sie ihm nicht ein Stück, irgend ein Eckchen aus ihren eigenen Staaten ab? Wie können sie verlangen, daß die Römer die wiedererrungene Souveränität den 300 Millionen Katholiken zu Liebe wieder abtreten.
Der Pabst ruft als weltlicher Fürst die Stütze der andern Fürsten an, während Thiers, den Pabst als kirchlichen Fürsten darstellend, den Glauben der 300 Millionen Katholiken zu Hülfe ruft. Der Pabst sagt: Ich habe den Kirchenstaat seit Jahrhunderten besessen; ich habe ein weltliches Recht darauf. Ist nun zwar dieses Recht kein anderes Recht, als ein Feudal-Recht, es ist eben so heilig, als das Recht der andern Fürsten. Herr Thiers, der nicht viel auf die Feudal-Rechte hält, geht weiter, als der Pabst; statt der Gerechtigkeit, ruft er die Religion an, nicht die Religion der Römer, sondern die Religion der Franzosen. Ob die Römer im Rechte oder im Unrechte waren, davon handelt es sich nicht; es handelt sich bloß darum, ein geistiges Band zwischen Recht und Unrecht darzustellen; die Feudal-Herrschaft des Pabstes auf religiöse Weise von den andern Völkern sanktioniren zu lassen, nachdem sie dieselbe vorher durch die Waffenmacht wieder eingesetzt haben Für den Fürsten der Christenheit reklamirt er einen bewaffneten Kreuzzug gegen die Römer. Wir sehen, die Römer haben Recht: die Ultramontanen sitzen in Frankreich, in Paris; sie finden ihren Ausdruck in Falloux und Thiers, ‒ Montalembert brauchen wir nicht zu nennen ‒ und der Pabst ist nur das bloße Echo dieser Männer.
Paris, 26. Febr. Beltrami, Roms neuer Abgesandter, ist in Paris eingetroffen. Canuti, bisheriger Bevollmächtigter des Pabstes ist somit in seiner amtlichen Thätigkeit eingestellt.
‒ Der Moniteur enthält nichts Interessantes. Sein gestriger Bericht über die Revolutionsfeier in der Magdalenenkirche ist falsch. Er behauptete unter Anderm, daß das ganze diplomatische Corps derselben beigewohnt hätte. Es wohnten aber nur der amerikanische Gesandte und einige Schreiber der belgischen Gesandtschaft der Feier bei.
Also selbst im Moniteur Lügen!
Der National trägt Hrn. Drouin de Lhuys: ob er etwa auch das diplomatische Corps einzuladen vergessen habe, wie es neulich bei den Schreibern und Vizepräsidenten der Nationalversammlung zum letzten Hofballe im Elysée Bourbon geschehen?
‒ Der Courrier français, bisher mit einem Beine immer noch in der rothen Republik, macht heute durch den Mund seines neuen obscuren Hauptredakteurs, E. de Reims, die naive Erklärung: daß er mit Sack und Pack in das Lager des Hrn. Faucher übergehe und von jetzt an auch nicht mehr den leistenden Zusammenhang mit dem Sozialismus habe. Er schwört zur Fahne des Erwählten des 10. Decbr.
‒ In der Liberté lanciren heute die vollblutigen Imperialisten ihr Wahlmanifest. Darin heißt es:
„Angestrengt, ohne Aufhören auf das Unbekannte loszumarschiren, glaubt sich Frankreich am Ende seiner politischen Explorationen und stößt mit Schauder die Idee einer neuen Revolution zurück. Nach der großen sozialen Reform am Ende des letzten und Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts hat Frankreich zweierlei Regierungssystem versucht und verworfen: Das Recht von Gottes Gnaden trotz seiner Souvenirs; die constitutionelle Monarchie trotz ihrer materiellen Resultate. Das Kaiserthum allein stürzte nicht vor dem Volke, sondern vor dem Auslande.“ (Folgt nun eine fast wörtliche Wiederholung des Ludwig Napoleonschen Programms vom 10. Dez. mit dem Schlusse: Es lebe Louis Napoleon Bonaparte!)
Unterzeichnet ist dieses merkwürdige Aktenstück von den Generälen Bachelü, Hulot d'Osery, Remond, Sourd, Lamarre, Petit u. s. w. u. s. w.
‒ In Lyon fand die Revolutionsfeier des 24. Febr. in der Kirche St. Jean statt. Bugeaud wohnte mit seinem ganzen Generalstabe derselben bei. Lyon blieb ruhig.
‒ Behufs eventueller Vernichtung der rothen Republikaner geht man im Kriegsministerium mit der Schöpfung zweier neuer Ingenieurregimenter um, die sich ausschließlich mit Bekämpfung des Straßen- oder Barrikadenkriegs beschäftigen sollen. 1/2 Regiment würde in Paris, 1/2 in Vincennes, 1/4 in Rouen, 1/4 in Limoges, 1/4 in Lyon und 1/4 in St. Etienne garnisoniren. Als ob dem Sozialismus nicht ganz andere Waffen als Pflastersteine zu Gebote ständen!
‒ Das Journal des Débats stellt ellenlange Betrachtungen über die Eröffnung der preuß. Kammern an. „Wird das in zwei Kammern getheilte Preuß. Parlament von 1849 ruhiger sein, als die Nat.-Verf. von 1848?, frägt es in stiller Besorgniß. Ungeachtet der in den letzten Tagen etwas besser gewordenen Ansichten fühlen wir uns dessen keineswegs sicher. Es gibt zu viele schwebende Fragen, zu große Leidenschaften, die sich bekämpfen wollen und die Streitkräfte der Parteien sind zu gleich, als daß sich voraussetzen ließe, die eine oder andere würde den Kampfplatz ohne Schwertstreich räumen.“ Der Verfasser will nun in eine lange Schilderung der Parteien, wobei er von dem Hof in Potsdam sagt: „Malheureusement on a toujours le tort à Potsdam de se mettre en route trop tard pour arriver à propos.“ Nachdem er ferner befürchtet, daß der pommersche Adel mit der äußersten Linken gemeinschaftliche Sache machen dürfte, weil dem einen Theile die December Verfassung zu freisinnig, dem andern zu oktroyirt sei, ertheilt er nach einer ziemlich pikanten Schilderung der Parteien, wobei namentlich die Demokraten O'Ester und Comp. ziemlich gnädig angekommen, folgenden väterlichen Rath: „Im Angesicht dieser Gefahren, deren Folgen sich nicht berechnen lassen, haben alle diejenigen, welche weder die Abenteuer, noch die Excesse lieben, nur Eine Politik zu befolgen: Die Politik der Einigkeit!“ Unter Guizet hätte das Journal des Débats genau dieselbe Sprache geführt.
‒ (Volksbankbericht vom 24. Febr.)
1549 detachirte Aktien 	7748 Fr. ‒ ‒
3127 Akten-Coupons 	1563 Fr. 50 Cts.
2363 Aktien-Unterschreibungen 	11815 Fr. ‒ ‒
	Summa 21,123 Fr. 50 Cts.
Die Adhesionen stiegen auf 	4095 Fr.
Nichtadherirende Aktionäre 	340 Fr.

Wir bemerken mit Ueberraschung, daß die Zahl der Adherenten unter der handeltreibenden Kleinbürgerschaft bedeutender zunimmt als unter den Arbeitern. Dieser Umstand beruht offenbar aus der Scheu der Arbeiter, nicht früher zu unterschreiben, als bis sie etwas zahlen können. Darum erklären wir, daß die Volksbankdirektion viel mehr Gewicht auf die bloße Adhesion der Arbeiter als auf ihre Zahlungen legt.
Paris, den 25. Februar 1849.
Proudhon et Comp.
‒ Nationalversammlung. Sitzung vom 26. Febr. Anfang 1 1/4 Uhr. Präsident Marrast. Die Bänke sind noch sehr leer, weil viele Deputirte noch in den Bureausälen sich aufhalten, wo man heute die fünfzehn Glieder wählte, welche den Antrag des Obristlieutenant Charras zu prüfen:
„In Zukunft sollen die Verdienste im Moniteur und Gesetzbülletin angegeben werden, wofür der Orden der Ehrenlegion ertheilt wurde.“
Die Commission zur Prüfung dieses, direkt gegen Bonaparte gerichteten Angriffs, ist, wie sich leicht denken läßt, im oppositionellen Sinne ausgefallen.
De Georges überreicht nach Protokollverlesung einen Stoß Petitionen aus dem Departement Pas de Calais, welche die Rückzahlung der 45 Centimensteuer verlangen. (Sensation).
Die Versammlung nimmt ihre Tagesordnung, die Wahlgesetzdebatte wieder auf, in der sie am Freitage bis zum dritten Satze des Artikels 78 vorgerückt war, welcher von den Beamten handelte, welche nicht Volksvertreter und Beamten zugleich sein dürfen.
Vineau frägt, ob diejenigen Demissionäre, die ihre Stelle aufgeben, um das Volksmandat anzunehmen, wieder in ihr Amt zurückkehren können?
Charlemagne, Glied des Wahlgesetzausschusses, bejaht dies. Dieß sei wenigstens der leitende Gedanke des Ausschusses gewesen.

[1292/0004]
Cavaignac stellt den Antrag zu Art. 78:
„Ein Spezialgesetz wird die Stellung derjenigen Militärs der Land-und See-Armee bestimmen, welche zu Volksvertretern gewählt wurden. Bis dahin bleiben sie dem Disponibilitätsgesetz vom 19. Mai 1834 unterworfen.“
Der Exdiktator entwickelt diesen Zusatz in sehr ausführlicher Weise, ohne die Aufmerksamkeit der Versammlung zu lange in Anspruch zu nehmen.
Victor Lefranc bekämpft denselben, im Namen des Wahlgesetzausschusses. Diese Unterabtheilungen zögen zu sehr ins Detail hinab. Darum stoße er sie zurück.
Baraguay d'Hilliers will obigem Zusatz noch hinzufügen:
„Dennoch bleiben die zu Volksvertretern gewählten Offiziere als in einer Mission außerhalb des Stamms (hors cadre) betrachtet, die Unteroffiziere und Gemeinen als in temperairem Urlaub.“
Billault ist weder für noch gegen diese Ausdehnung. Der Ausschuß sei gespalten.
Cavaignac erläutert seinen Zusatz wiederholt und gesellt sich zu Baraguay's Antrag.
Der Antrag wird angenommen.
Coquerel deponirt seinen Bericht über das Assistenz-Gesetz.
Oudinot stellt zu Art. 80 den Antrag:
„Können zu Volksvertretern gewählt werden, ohne ihre Stelle niederzulegen, diejenigen Offiziere, welche zu Kriegsgerichten und Mitgliedern des Admiralitätsraths gewählt worden.“
Nach kurzer Debatte zieht Oudinot den Antrag zurück.
Philibert stellt den Antrag:
„Im Falle dergleichen kriegsgerichtliche oder andere Militärmissionen länger als 6 Monate dauern, ist der betreffende Volksvertreter als Demissionär zu betrachten.“
Nach zweimaliger Stimmprobe verworfen.
Art. 81:
„Die Incompatibilität erstreckt sich nicht nur auf die Dauer der Legislatur, sondern auf die sechs Monate, die ihrem Schlusse oder persönlicher Demission folgen.“
Lacave trägt auf Streichung des letzten Satzes an.
Wird angenommen. Der Satz also gestrichen. Die Inkompatibilitäten sind zu Ende.
Art. 82:
Allgemeine Bestimmungen. „Jedes Departement wählt diejenige Zahl der Vertreter, die laut angehefteter Tabelle auf dasselbe fallen. Diese Tabelle ist alle fünf Jahre zu erneuern.“
Angenommen.
Art. 83:
„Im Falle von Doppelwahlen, Todesfällen, Demissionen etc. hat der betreffende Wahlbezirk binnen 40 Tagen zu einer neuen Wahl zu schreiten“
Hier unterbricht Marineminister De Tracy die Debatte durch Vorlage einiger Lokal-Gesetzentwürfe.
Aftouin benutzt diese Pause, um seine vor 6 Monaten gestellten Anträge rücksichtlich des Proletariats erledigt zu sehen. (Zur Tagesordnung! Zur Tagesordnung!)
Die Artikel 84, 85, und 86 (auf die Colonieen Bezug habend) werden noch angenommen.
Die Sitzung wird um 6 Uhr geschlossen.
Großbritannin. * Dublin, 24. Februar. Dem „Clonmel Chronicle“ zufolge ist es gar nicht unwahrscheinlich, daß Duffy vor die Tipperary-Geschwornen, die am 10. März ihre Sitzungen beginnen, gestellt wird. Die Zeugen, welche während der letzten außerordentlichen Assisensitzung zu Clonmel verwandt wurden, kosteten 1575 Pf. St. (10,500 Thlr.), welche zuerst der Grafschaft zur Last gelegt werden sollten, jetzt aber, nach dem Ausspruch des Dubliner Gerichtshofes von der Regierung gezahlt werden müssen.
Portugal. * Lissabon, 19. Febr. Das Ministerium freut sich wieder seines Lebens. Die Freude rührt davon her, daß es ihm gelungen, mit der Bank von Portugal doch noch den Vertrag über die neue, so sehnlich gewünschte Anleihe abzuschließen. Die Bank wird also eine Summe von 621 Contos, auf Metallgeld reduzirt, in sechs Einzahlungen zu 5 Proz. vorschießen und dafür 675 Contos nebst 37 1/2 Contos Interessen zurückerhalten, so daß sie bei dem Geschäftchen einen Gewinn von c. 93 Contos macht, d. h. an 12 Proz. verdient. Dabei wird von allerlei Abfällen und Nebenverdienstchen abgesehen. So werden die Finanzen eines Landes in Flor gebracht. ‒ Nach Briefen aus Gibraltar, vom 16. d. ist die Differenz zwischen England und Marokko dadurch gütlich beigelegt, daß letzteres die dem Engländer Redman zuerkannte Entschädigungssumme von 10,000 Dollars gezahlt hat.
Redakteur en chef: Karl Marx. Protest. Der über Erfurt am 24. November verhängte Belagerungs-Zustand, die von einem gewissen Hauptmann von Witzleben gegen mich gemachten Drohungen und die von dessen Mannschaft an meinem Eigenthum ausgeübte Zerstörungswuth ‒ waren für mich genügende Veranlassung, meinen politischen Gegnern für so lange aus dem Wege zu gehen, als das Recht und die Gesetze von der Gewalt der Bajonette beherrscht würden.
Aus meiner Abwesenheit von Erfurt aber wurde ein ‒ gewissen Zwecken günstiger ‒ Vorwand aufgesucht, denn so eben bringe ich in Erfahrung, daß das Königl. Preuß. Inquisitoriat in Erfurt wegen eines in Nr. 161 der von mir herausgegebenen Zeitschrift „Der Telegraph“ enthaltenen Artikels, worin man eine aufrührerische Tendenz zu finden geglaubt, die Einleitung einer Criminal-Untersuchung über mich verhängen und zur Erlangung meiner Person mich steckbrieflich verfolgten und auf mich fahnden läßt.
Das Verbrechen, dessen ich angeschuldigt werde, besteht angeblich darin, daß ich die Bewohner der Provinz Sachsen zum Aufruhr gegen die Behörden aufgefordert haben soll und ganz besonders findet man in den Worten:
„der passive Widerstand muß den activen Widerstand zu seiner Unterlage haben, ‒ er gleicht fast dem Sträuben des Kalbes gegen seinen Schlächter“ *)
den Beweis für diese Anschuldigung.
Das Irrige dieser Voraussetzung und der Widerspruch im Steckbriefe braucht nicht erst nachgewiesen zu werden, da in dieser Aeußerung nur die Behauptung aufgestellt wird, daß zu dem Beschluß der Steuerverweigerung ‒ über dessen rechtliche Zulässigkeit zu entscheiden nicht an mir war ‒ die That der Steuerverweigerung hinzukommen müsse, wenn er nicht eine Glocke ohne Klöppel sein sollte, während die Steuerverweigerung selbst kein Verbrechen ist und bestraft wird, sondern einfach die gerichtliche Auspfändung zur Folge hat.
Am allerwenigsten enthält der Aufsatz eine Aufforderung zur Empörung und es liegt mithin kein Verbrechen vor, wegen dessen man mich steckbrieflich verfolgen oder meine sofortige Verhaftung und Auslieferung von ausländischen Behörden fordern kann, sondern er muß seiner Natur nach den Preßvergehen beigezählt werden, wie dies aus dem Steckbrief selbst hervorgeht; ‒ aber man fahndet nur auf mich, um mich vielleicht in Ketten und Banden zu schlagen, denn Personen, welche mit Muth und Ausdauer den freiheitsfeindlichen Bestrebungen einer gewissen Partei entgegen zu treten gewagt, haben Anspruch auf Schonung am wenigsten in Erfurt, wo durch Verhängung des Belagerungszustandes alle Sicherstellungen der Verfassung außer Kraft gesetzt worden sind, machen können.
Vor unpartheiischen Richtern, die nicht meine persönlichen Gegner und Verfolger sind, vor einem Geschwornengericht werde ich gern meine Aeußerungen verantworten, aber ich protestire gegen das vom Preuß. Inquisitoriat zu Erfurt gegen mich eingeleitete Verfahren und mache diejenigen Beamten verantwortlich, die sich zu einer so unberechtigten Verfolgung gegen mich hergegeben haben.
Leipzig, den 14. Februar 1849.
Franz Loes, Buchhändler und Herausgeber des „Telegraphen“ aus Erfurt
Meteorologische Beobachtungen. _ Handelsnachrichten. _ Frucht und Oelpreise. _ Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 27. Febr. 1849.
In Ladung.
Nach Ruhrort bis Emmerich W. Pesch; nach Düsseldorf bis Mühlheim an der Ruhr A. Meyer; nach Andernach und Neuwied Pet. Gies u. H. Schumacher; nach Koblenz, der Mosel, der Saar u. Luxemburg Jak. Tillmann; nach der Mosel, der Saar u Trier Joh. Castor; nach Mainz J. Hirschmann; nach dem Niedermain Fr. Schulz; nach dem Mittel-u. Obermain Seb. Seelig; nach Heilbronn H. Müssig; nach Kannstadt und Stuttgart H. Klee; nach Worms und Mannheim S. Dunk.
Ferner: nach Rotterdam Capt. Willemsen, Köln, Nr. 6
Ferner: nach Amsterdam Capt. Scholten, Köln Nr. 8.
Rheinhöhe: 13′ 1″. Köln. Pegel.
Civilstand der Stadt Köln.
Den 18. und 19. Februar. 1849.
Geburten.
Clara, T. v. Casp. Stammel, Tagl., Spinnmühleng. ‒ Anna Maria, T. v. Ludw. Wilms, Zuckerarb., Thieboldsg. ‒ Joh. Christ., S. v. Christ. Horn, Schreinerm, Severinstr. ‒ Heinr., S. v. Ma. h. Pütz, Büchsenm., Kattenbug. ‒ Christ., S. v. Karl Dierkes, Kleiderm., Perlengäßchen. ‒ Maria Anna Joseph., T v. Casp. Jos. Schumacher, ohne Gew, Cäcilienstr. ‒ Cathar., T. v. Heinr. Stang, Faßb., Röhrerg. ‒ Maria Gertr., T. v. Peter Stupp, Schreinerm., Gel_ . ‒ Gerh., S. v. Math. Seidenberg, Maurer, Gereonsw. ‒ Joh. Herm., S. v. Herm. Schulze, Zuckerarb., unter Kranenb. ‒ Phil., S. v. Christ. Jos. Breuer, Schuhm., Weisenhausg.
Franz Jos., S. v. Casp. Mirbach, Maurer, Maximinenstr. ‒ Peter Jos, S. v. Win. Jos., Lauven, Metzger, Maximinenstr. ‒ Margar., T. v. Math. Schaefer, Fuhrm., Rinkenpf. ‒ Maria Agnes, T. v. Hub. Cabolet, Büchsenm. St. Apernstr. ‒ Cathar., T. v. Franz Reuter. Dachdeckerges., Schlemm_ erg. ‒ Apol., T. v. Rud. Engels, Tagl., Tieboldsg. ‒ Agnes, T. v. Heinr. Breuer, Steinh., kl. Spitzeng. ‒ Joh., S. v. Joh. Jos. Bürgel, Lichtezieher, Engg. ‒ Jacob Hub., S. v. Ludw. Schötter, Tabakspinner, Hahnenw. ‒ Wilh. Ludw., S. v. Ernst Süper, Kutscher, Blaub. ‒ Wilh. und Cathar., Zwill. v. Joh. Jacob Cosmann, Glaser und Anstr., Kranenbäumenhof. ‒ Ein unehel. Knabe und zwei Mädchen.
Sterbefälle.
Anton Hub. Con. Deus, 4 M. alt, Mühlenbach.
Cathar. Mortmüller, 2 J. 4 M. alt, Mariengarteng. ‒ Peter Jos. Hohn, 13 M. alt, Elsterg. ‒ Heinr, Wirtz, 2 J 7 M. alt, Weiherstr. ‒ Gerh. von Effelt. 2 J. 4 M. alt, Ehrenstr. ‒ Heinr. Masson, 11 M alt, Krebsg. ‒ Jos. Fetten, ohne Gew,, früher Zimmermeister, 82 J. alt, Witwer, Cäciliensp. ‒ Clara Weber, 2 J, alt, Tempelstr. ‒ Jos. Schloßmacher, 8 J. alt Lintg.