* Dublin, 20. Juli. Nach der „Tipperary Free Press“ gab die Verhaftung des Hrn. Marks, Sekretärs eines Repeal-Klubs und von noch 2 andern Repealern Anlaß zu einem bedeutenden Tumult in Carrik-on-Suir. Denn kaum wurden die Verhaftungen bekannt, so wurde auch alsbald von allen Seiten Sturm geläutet; die Mitglieder der verschiedenen Klubs strömten nach den nur ihnen im voraus bekannten Sammelplätzen, marschirten von da nach dem Gefängniß und mit Flinten, Picken etc. bewaffnet hätten sie das Gefängniß gestürmt, wenn die Gefangenen nicht schon eine viertel Stunde zuvor gegen Bürgschaft entlassen worden wären. Besonders auffallend war der Umstand, daß alle Personen, die eben auf dem Kirchhofe einem Begräbniß beiwohnten, beim ersten Ton der Sturmglocke sämmtlich fortstürzten, um sich Waffen zu holen und den Sarg ruhig neben dem Grabe stehen ließen. Das will bei Irländern viel sagen!
Gestern hielt die „ irische League“eine Sitzung in der Musikhalle. Den Mayor von Kilkeney führte den Vorsitz. Es wurden 702 neue Mitglieder aufgenommen. Als das Parlamentsmitglied W. Smith O'Brien (Protestant) erschien, wollte der Beifallssturm kein Ende nehmen. O'Brien hielt eine Rede, welche alle Versammelten zur Begeisterung hinriß. „Wie sehr sie auch den Frieden lieben möchten,“ sagte er an einer Stelle,„so würden sie doch nicht vor der Nothwendigkeit zurückbeben, wenn das Vaterland sie aufs Schlachtfeld riefe.“ (Vieltausendfaches: Nein, Nein! und der Ruf: „Je eher, je besser!“)Alle übrigen Redner und insbesondere ein römisch-katholischer Geistlicher, sprachen in dem Sinne und mit gleicher Erregung der Gemüther.
Südamerika. * Monte Video, 19. Mai. Oribe ließ dem General Rosas eine Abschrift der ihm vom Capit. Gore und Baron Gros vorgeschlagenen Bedingungen zustellen und hat 17 Tage darauf eine 27 Bogen lange Erwiederung erhalten, welche erklärt, daß Rosas sich auf keine der Bedingungen einläßt. Rosas bestreitet dem General Oribe überhaupt das Recht, zu unterhandeln, da er (Rosas) allein zum Abschluß von Friedensverträgen oder zu Kriegserklärungen autorisirt sei. Er spricht sich ganz entschieden gegen das Zurückziehen der argentinischen Truppen aus. Schließlich erklärt er, daß er sich nur auf die von Hrn. Hood vorgelegten Bedingungen einlassen will und daß er bei den dazu gemachten Abänderungen verharrt. Rosas soll dem General Urquiza Befehl gegeben haben, nach der Banda Oriental zu rücken. Heute fand zwischen Oribe und den Bevollmächtigten von England und Frankreich eine neue Unterredung statt, deren Ergebniß das Abbrechen aller Unterhandlungen gewesen sein soll.