Königsberg, 20. Juni. In der Sitzung des hiesigen Arbeitervereins vom 18. wurde der Antrag gestellt, eine Deputation zum Oberpräsidenten zu schicken, um denselben zu fragen, ob er über Ansammlung von russischen Truppen an der Gränze noch keine, oder welche Nachrichten er habe, und was von den Behörden zum Schutze der Provinz zu thun beabsichtigt werde? Der Antrag wurde angenommen und der Vorstand als Deputation damit beauftragt; durch die Zeitung sollte die Antwort veröffentlicht werden.
Die Veröffentlichung erfolgte durch die Neue Königsberger Zeitung und lautet wie folgt:
Dem Königsberger Arbeiterverein theilen wir in Folge unseres Auftrages hierdurch mit, daß der Herr Oberpräsident auf unsere Frage, „ob und welche Nachrichten das Gouvernement über die Zusammenziehung von russischen Truppenmassen an den Gränzen habe?“ uns die Antwort ertheilte, „daß bereits vor mehreren Wochen der Kaiser von Rußland dem preußischen Kabinet die Mittheilung machte, daß er mehrere Truppenabtheilungen zum Schutze der Gränzen beordert habe; die Aufstellung der Truppen sei jetzt erfolgt, in der Stellung Rußlands zu Preußen sei übrigens seit jener Zeit keine wesentliche Veränderung eingetreten.“ ‒ Auf unsere fernere Frage, „welche Maßregeln die Behörden zum Schutze der Provinz gegen etwaige Angriffe der Russen angeordnet haben?“ wurde uns die Antwort, „daß die größte Aufmerksamkeit von Seiten der Regierung auf den Schutz der Provinz verwendet werde.“
Der Vorstand des Königsberger Arbeitervereins.