6. November 1871. Werther Freund! Ich lege Ihnen ein Exemplar der französischen Uebersetzung der Conferenzbeschlüsse ein. Sie sind ebenfalls englisch erschienen und die deutsche Uebersetzung derselben geht morgen an den „Volksstaat“ ab. Die eine englische Ausgabe der Statuten und Regulative der Internationalen wird morgen ausgegeben. Eine deutsche Ausgabe werden wir wahrscheinlich in Leipzig und eine französische in Genf herausgeben . Nach den neuesten Conferenzbeschlüssen muß jedes Mitglied ein Exemplar der Statuten besitzen. Marken schicke ich Ihnen, sobald sie ausgegeben sind. Mit Bezug auf Berlin ist meine Ansicht die, keine öffentlichen Meetings „im Allgemeinen“ zu halten, bis mehr Propaganda daselbst gemacht ist. Aber unterdessen muß man bestimmte Anlässe von allgemeiner Tragweite und öffentlichem Interesse sowohl zu Meetings als zu gedruckten Manifesten ausbeuten. Die nächste schon passende Gelegenheit ist der infame Proceß, der den Mitgliedern des Ex. Comités der socialddemokratischen Partei in Braunschweig gemacht wird und worin die Internationale den Centralpunkt der Anklage bildet. Doch wird es gut sein abzuwarten bis zu den öffentl. Gerichtsverhandlungen, welche die Aufmerksamkeit Deutschlands nach Br————— richten werden. Ebenso werden die Gesetzvorlagen, welche die Regierung dem deutschen Reichstage über die Internationale vorzulegen beabsichtigt, eine günstige Gelegenheit bieten. Die deutschen Arbeiter werden hoffentlich ebenso energisch auftreten, als die spanischen Arbeiter gegen ähnliche Regierungseinmischungen. Ich habe einen Irrthum in meinem lezten Schreiben begangen. Bebel hat mir einen ausführlichen Bericht zugeschickt 1870 im Augenblick, als wir den Congreß für Mainz (kurz vor Ausbruch des Kriegs) anberaumt hatten. Es ist nicht nur eine Pflicht als Correspondenz Sekretair für Deutschland, sondern wird mir sehr lieb sein in beständiger Correspondenz durch Sie und Kwaśniewski mit den andern Freunden in Berlin zu stehn. Salut et fratenité. Karl Marx.