Mchr 11 Febr 70. Lieber Mohr Deine Halsdrüsengeschichte, nach dem Achseldrüsengeschwür, gefällt mir nicht besonders. Sie zeigt jedenfalls daß es mit dem Lymphsystem nicht ganz koscher ist. Wenn die Sache nicht bald vorüber geht würde ich doch den Allen fragen, der damals bei meinen Drüsengeschichten eine so richtige Prognose stellte. Deine sind allerdings offenbar chronisch während die meinigen höchst akut waren, aber besser ist besser. Inl. schicke ich Dir was ich dem L iebknecht als Einleitung für den Bauernkrieg geschrieben habe. Da es dabei nicht zu umgehen ist das Jahr 1866 zu berühren, was bisher vermieden wurde, so müssen wir uns darüber einigen was da zu sagen ist. Sonstige Bemerkungen sind ebenfalls willkommen. Ferner Wilhelmchen s Antwort . Ganz Wilhelm. Er hat gar nicht gewußt , daß der „18 Br.“ erschienen war. Dagegen soll ich ihm umgehend meine Adresse schicken. Weil er mir sein Blatt nicht mehr geschickt hat, muß ich zur zu seiner Entschuldigung ausgezogen sein. Und jetzt diese Buße, mir den ganzen Volksstaat vom 1 Oct. an nachträglich an den Kopf zu werfen! Diese beiden Actenstücke erbitte ich baldmögl. zurück, damit ich dem Wilhelmchen das Betreffende zuschicken kann & Ruhe vor ihm bekomme. Heute habe ich pr Globe Parcel Co sämtliche Clochen , Lanternen , Marseillaisen , Figaros usw die ich hier hatte, an Dich zurückgeschickt. Das betr effende Heft der Cloche ist dabei. Da Jennychen diese Sachen sammelt, so ist es am besten daß sie alles zusammen hat. Nur die eine Marseill aise habe ich hier behalten worin von der Schießbaumwolle aum wolle steht, ich will

den Chlormeier darüber weiter examiniren. Der Dakyns wollte schon vor Weihnachten zu Dir kommen & schrieb an Moore wegen Deiner Adresse. Dieser aber, dessen Menschenkenntniß & Beurtheilung der Umstände nicht immer unanfechtbar, gab ihm eine solche Schilderung von Deiner Unnahbarkeit zu Hause, daß ich gleich sagte er werde den armen D. ganz unnöthiger Weise abschrecken. Ich wollte Dir daher schon voriges Mal D.’s Adresse geben, vergaß es aber, sagte aber M. gleich er solle doch dem D akyns so solchen keinen sosolchen Unsinn in den Kopf setzen. Der citirte Satz v on Flerowski ist der erste russische Satz, den ich ganz ohne Wörterbuch verstehe. Wie ist der russ. Titel des Buchs ? Ich werde es mir anschaffen. Was ich Dir schicken wollte ist nicht Herzen , sondern die deutsche Übersetzung des Земля и воля , Land & Freiheit von dem Adligen Lilienthal Lilienfeld worin auch die schlechten Folgen der Freiheit für d ie Bauern geschildert werden, & das Verkommen der Ackerbauproduktion dabei. Ich schrieb Dir schon vor über e inem Jahr darüber & seitdem hat Borkheim es auch angeschafft & Dir glaub’ ich Stellen daraus übersetzt. Sowie ich es durchgelesen, schick’ ich es Dir. Der Perret sche B rie f

ebenfalls inl. zurück . Es ist schon gut, daß der Bakunin nach Tessin ist. Dort richtet er nicht viel Unheil an, & es ist doch ein Beweis daß es in Genf vorbei ist. Da es nun einmal solche ehrgeizige eitle Unfähigkeiten in jeder Bewegung gibt, ist es au fond gut daß sie sich in ihrer Weise zusammenthun & dann doch mit ihren weltbewegenden Schrullen ans Tageslicht rücken. Dann wird sich bald vor aller Welt zeigen lassen daß es alles Wind ist. Und das ist besser als daß der Kampf auf dem Terrain des Privatklatsches bleibt wo Leute die etwas zu thun haben, denen die den ganzen Tag zum Klüngeln haben, nie gewachsen sind. Aber aufgepaßt muß den Kerls werden, damit sie nicht ohne Widerstand an irgend einem Ort das Terrain occupiren. Spanien & Italien wird man ihnen freilich wohl lassen müssen, wenigstens vor der Hand. Es wäre sehr gut, wenn der p.p. Rochefort oder wie Lizzie sagt Rushforth, jetzt etwas im Gefängniß verschölle. Die petite presse ist schon ganz gut aber wenn sie Alles andre verdrängt, so verlier ich den Geschmack daran. Es steckt der ganzen Sorte ihr Ursprung aus dem bas-empire noch immer in den Gliedern. Und wenn Rochef. Einigkeit zwischen Bürger & Arbeiter predigt so ist er gar heiter. Andrerseits sind die „seriösen“ Führer der Bewegung aber auch wirklich richtig ernscht. Es ist wirklich wunderbar. Der supply von Köpfen der bis 48 dem Proletariat aus andern Klassen zugeführt wurde, scheint seitdem total versiegt zu sein & in allen Ländern. Die Arbeiter scheinen es mehr & mehr selbst machen zu müssen. Was macht denn l’illustre Gaudissart ? Ich höre & sehe nichts von ihm. Hat er noch kein Geschäft wieder? Beste Grüße Dein F. E.