in London

Manchester, 7 Mai 1869.

Lieber Mohr,

Deine Leber scheint arg zu wüthen daß man nichts von Dir sieht & hört. Wie stehts, & wann kommt Ihr? & ist Deine Frau wieder wohl?

Von Wilh. keine Antwort. Ich hatte ihm ganz businesslike geschrieben, so daß er keine Flausen mehr machen konnte. Wenn er nicht bald antwortet müssen wir sehn, daß Eichhoff das Ding druckt. Dieser, d. h. der W., scheint auch nichts von sich hören zu lassen.

Einige Zukünfte heute per Post, & inl. der belg. Brief mit Dank zurück. Es ist sonderbar, wie die Leute überall auf dem Continent im Verlaß auf die Internat. drauflosstriken & dagegen nicht im Entferntesten daran zu denken scheinen die allgemeine Kriegskasse zu füllen.

Morgen wird hoffentlich doch endlich einmal das mehrbewegte „Morgen" kommen, wo Du „endlich" dazu kommst etwas Näheres von Dir hören zu lassen.

Bei der Debatte über die Gewerbeordnung hat Wilhelm eine ganz erbärmliche Rolle gespielt. Alle Anträge gingen entweder von Schweitzer oder Bebel aus, & Wilh. hielt klüglich das Maul, da es hier auf positive Kenntnisse ankam. Schweitzer war auch gut als er bewies daß Verbot der Sonntagsarbeit = vermehrter Consumtion des Arbeiters = Lohnerhöhung sei.

Beste Grüße.

Dein
F. E.