14 Nov. März 1868. Dear Fred, Seit Anfang d er Woche hatte ich Karbunkuloses an d er rechten Lende (noch nicht quite extinct.) Trotzdem – u. daher folgender schwieriger Gangart – besuchte ich d as Museum , da dieß beständige Eingesperrtsein u. Liegen zu Hause (d ie Sache dauert nun schon, mit einigen intervallen of course) course, über 4 Monate) mich toll machen würden. Mit alledem bin ich überzeugt, daß die jetzigen Blüthen nur d ie letztn Nachwehn. Auf d em Museum – by the by – u. a die neusten Schriften v. old Maurer (dem alten bairischen Staatsrath, der schon Rolle gespielt als einer d er Regenten Griech en lands u. d ie Russen mit zuerst, lang vor Urquhart , denuncirt) geochst über deutsche Mark-, Dorf etc Verfassung . Er zeigt ausführlich nach, daß d as Privateigenthum an Boden erst später entstand u.s.w. D ie blödsinnige westphälische Junkeransicht ( Möser etc), daß d ie Deutschen sich jeder für sich niedergelassen u. erst nachher Dörfer, Gaue etc gebildet, vollständig widerlegt. Interessant grade jezt, daß d ie russische Manier d er Wiedervertheilung in bestimmten Terminen [[in Dtschd erst jährlich]] d es Bodens sich in Dtschd stellenweis bis in’s 18. u. selbst 19. Jhdt erhielt. Die v. mir aufgestellte Ansicht, daß überall die asiatischen, resp. indischen Eigenthumsformen in Europa d en Anfang bilden , erhält hier [[obgleich M. nichts davon weiß]] neuen Beweis. Für d ie Russen verschwindet aber auch d ie letzte Spur eines Anspruchs of originality, selbst in this line. Was ihnen bleibt, ist noch heute in Formen zu stecken, welche ihre Nachbarn seit lange abgestreift. Das Buch Die Bücher d es old Maurer ( v. 1854 u. 1856 etc) sind auf mit echtdeutscher Gelehrsamkeit geschrieben, zugleich aber in d er mehr heimlichen u. lesbaren Weise, welche die Süddeutschen (Maurer ist aus Heidelberg, aber d ie Sache gilt noch mehr v. Baiern u. Tyrolern wie Fallmerayer , Fraas etc) vor den Norddeutschen auszeichnet. Auch old Grimm ( Rechtsalterthümer etc) wird hier u. da stark gedeckelt, d. h. re, non verbis . Ausserdem habe ich d ie Sachen v. Fraas etc über Landwirthschaft angesehn. By the by, Du mußt mir d en Dühring zurückschicken , damit zugleich die Correkturbogen meines Buchs . Du wirst aus D. ersehn haben, was die grosse Entdeckung Carey ’s ist, nämlich, daß d ie Menschheit v. immer // in d er Agrikultur v. immer // schlechterem zu immer besserem Boden übergeht. Theils weil d ie Cultur v. d en wasserfreien Hügeln etc auf d ie feuchte Tiefe herabsteigt. Namentlich aber, weil Herr C. unter fruchtbarstem Boden Sümpfe u. d.gl. versteht, was erst zu Boden umfabricirt werden muß. Endlich, weil d ie englische Colonisation in America mit d em lausigen New England, was, nam en tlich Massachusetts, d as Careysche Musterland, angefangen hat. Thanks f. Deine Bemühungen mit dem verdammten Buch . D es Eynern Brief finde ich nicht , aber suffit dem M eißner zu schreiben, daß Du ihn mir geschickt hast. Ich habe, mit wenig Modification, denselben Brief aus Wien erhalten. Ich schicke beiliegend die v. Fox mir zugeschickten Ausschnitte über Lassalle . Ausser dem Erzlumpen, B. Becker , in Wien Reusche ; dieser Bummler ist dort für Hatzfeld sches Geld (wie unser J. Ph. Becker dem Borkheim schreibt) , ixx // – v. ihm d er beiliegende Wiener Lassallelebensartikel – um d en Itzig als Gottsohn u. das alte Saumensch als Mutter Gottes zu verherrlichen. V on Holland immer noch nichts gehört u. d ie Hochzeit soll am 8 April sein (ich habe noch mit Mühe dem Lafargue gegenüber) d ie Sache so weit verschoben. Ausserdem habe ich am 17. d ieses (nächsten Dienstag) f. about 5 £ Wasser u. Gas (auch letztes summons) zu zahlen. Was die Dutch angeht, so scheint mir, daß ich nichts aus ihnen erpresse, bis ich wieder persönlich sie – ohne vorherige Notiz – überfalle. Davon kann aber just now noch nicht d ie Rede sein. Hast Du den (mir v. Borkheim berichteten) Scandal gelesen zwischen Dühring u. „Geheimrath“ Wagner , ersterer den letzteren anklagend ihm Mscpt oder was weiß ich über d ie Cooperation der Arbeiter wegstipitzt zu haben? Salut D KM Aus Maurer habe ich ersehn, daß d er Umschwung in d en Ansichten über d ie Geschichte u. Entwicklung des „germanischen“ Eigenthums etc v. d en Dänen ausgeht ausging , die überhaupt, scheint es, sich nach allen Ecken hin mit d er Archäologie zu thun ha // machen. Aber, obgleich sie so Anstoß geben, happert’s immer bei ihnen somewhere or else. Es fehlt doch d er richtige kritische Instinkt u. vor allem d as Maß. Höchst auffallend ist mir, daß Maurer , der oft an Afrika, Mexico etc beispielsweis erinnert, v. d en Celten absolut nichts weiß, u. daher auch d ie Entwicklung d es Gemeineig en thums in Fkch ganz d en germanischen Erobrern zuschreibt. „Als ob“, würde Herr Bruno sagen, „als ob“ wir nicht noch ein ganz communistisches celtisches (Wales) Gesetzbuch aus d em 11 Jhdt besässen, u. „als ob“ die Franzosen grade in d en letzten Jahren nicht ursprüngliche Gemeinden mit celtischer Form stellenweise ausgegraben! Als ob! Aber d ie Sache ist ganz einfach. Old M. hat ausser deutschen u. römischen altrömischen Verhältnissen nur oriental ische (griech isch türkische!) studirt.