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MEW Band 26.1

## Vorwort

Der sechsundzwanzigste Band der Werke von Karl Marx und Friedrich
Engels enthält die „Theorien über den Mehrwert“, die Marx von Januar
1862 bis Juli 1863 geschrieben hat.

Die „Theorien über den Mehrwert“ sind ein Teil des umfangreichen
ökonomischen Manuskripts von 1861-1863. Dieses Manuskript besteht aus
23 Heften mit durchgehender Paginierung von I bis 1472 und hat einen
Gesamtumfang von etwa 200 Druckbogen; es bildet die Fortsetzung des
1859 erschienenen ersten Heftes „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“
und trägt den gleichen Titel. Es ist der erste systematische, wenn auch noch
nicht in Einzelheiten ausgearbeitete Entwurf aller Teile des ökonomischen
Hauptwerkes von Marx. Die ersten fünf Hefte und teilweise die Hefte XIX
bis XXIII umfassen den Inhalt des späteren ersten Bandes des „Kapitals“.
In den Heften XXI bis XXIII werden mehrere Themen des „Kapitals“ be-
handelt, darunter solche des zweiten Bandes. Den Problemen des dritten.
Bandes sind die Hefte XVI und XVII gewidmet. Den größten und am wei-
testen ausgearbeiteten Teil des Manuskripts bilden die „Theorien über den
Mehrwert“; sie umfassen die Hefte VI bis XV und XVIII sowie einige
historische Skizzen in anderen Heften und haben einen Umfang von etwa
110 Druckbogen. Es ist dies die erste und einzige Fassung des vierten
Buches des „Kapitals“; Marx nannte es zum Unterschied von den drei
theoretischen Büchern den historischen, den historisch-kritischen oder
historisch-literarischen Teil seines Werkes.

Marx begann die „Theorien über den Mehrwert“ entsprechend dem ur-
sprünglichen Plan für seine „Kritik der politischen Ökonomie“ zu schrei-
ben. Über diesen Plan äußerte sich Marx im Vorwort zum ersten Heft sei-
ner Schrift „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“, in zahlreichen Briefen
aus der Zeit zwischen 1858 und 1862 und auch im Manuskript von 1861 bis


1863 selbst. Aus allen diesen Angaben ergibt sich die folgende schematische
Darstellung vom geplanten Aufbau des Marxschen Werkes:

Plan der „Kritik der politischen Ökonomie“ (1858-1862)

1. Vom Kapital:
1. Das Kapital im all-
gemeinen
a) Die Ware
b) Das Geld

. Die Verwandlung von

Geld in Kapital

. Der absolute Mehrwert
. Der relative Mehrwert

| Der Produktionsprozeß

des Kapitals 4, Die Kombination der
beiden

5. Theorien über den

c) Das Kapital Mehrwert

Der Zirkulationsprozeß
des Kapitals

Die Einheit von beiden
oder Kapital und Profit,
Zins
2. Die Konkurrenz
3. Der Kredit
4. Das Aktienkapital
II. Grundeigentum
III. Lohnarbeit
IV. Staat
V. Auswärtiger Handel
VI. Weltmarkt

Das Schema zeigt, daß die „Theorien über den Mehrwert“ von Marx ur-
sprünglich nur als historische Abschweifung zum Abschnitt „Der Produk-
tionsprozeß des Kapitals“ gedacht waren und ihn beschließen sollten; in
ähnlicher Weise war Marx 1859 beim ersten Heft „Zur Kritik der Politi-
schen Oekonomie“ verfahren, und hatte den beiden Kapiteln über Ware
und Geld insgesamt drei theoriegeschichtliche Anhänge beigegeben!

Das war Marx’ ursprünglicher Plan. Im Verlaufe seiner Ausführung je-
doch wuchs der historische Abriß der bürgerlichen Theorien über den
Mehrwert weit über diesen Rahmen hinaus, Zunächst erforderte das vor-
liegende Material selbst eine Erweiterung der Untersuchungen. „Sämt-

1 Vgl. Band 13 unserer Ausgabe, S.37f, 59ff und 133 ff.


liche Ökonomen“, schreibt Marx, „teilen den Fehler, daß sie den Mehrwert
nicht rein als solchen betrachten, sondern in den besondren Formen von
Profit und Rente.“ Die Kritik der bürgerlichen Ansichten über den Mehr-
wert verflocht sich bei Marx deshalb mit der Analyse der bürgerlichen
Profit-, Renten- und Zinstheorien. Andererseits beschränkte sich Marx nicht
auf die bloße Kritik falscher und unzulänglicher Auffassungen, sondern
stellte ihnen seine eigene, in den Grundzügen und in den wesentlichen
Einzelheiten bereits gegen Ende der fünfziger Jahre ausgearbeitete öko-
nomische Theorie entgegen, durch die eine Revolution der gesamten
politischen Ökonomie herbeigeführt wurde.

Um die ganze Eigenart der Bestandteile und der Struktur der „Theorien
über den Mehrwert“ zu verstehen, muß man noch folgendes beachten. Als
Marx mit dieser Arbeit begann, war von den drei theoretischen Teilen des
„Kapitals“ nur der erste Teil („Der Produktionsprozeß des Kapitals“) im
Entwurf ausgearbeitet, während vom zweiten und dritten Teil nur einzelne
Abschnitte in Form vorläufiger Skizzen im Manuskript von 1857/1858
existierten.” Marx konnte sich also während der Arbeit an den „Theorien
über den Mehrwert“ nicht auf diese oder jene Stelle des theoretischen Teils
beziehen, sondern mußte hier schon die theoretischen Fragen positiv be-
antworten und klären, sobald sie im Verlaufe seiner theoriegeschichtlichen
Untersuchungen auftraten. Alles das führte dazu, daß die Schrift einen
enormen Umfang annahm.

Während der Arbeit an den „Theorien über den Mehrwert“ erweiterte
sich beständig der Kreis der von Marx untersuchten Probleme. Noch im
Januar 1863 beabsichtigte Marx, das historisch-kritische Material auf die
theoretischen Abschnitte seiner Untersuchungen über „Das Kapital im
allgemeinen“ zu verteilen, wie aus den Planentwürfen zum ersten und drit-
ten Teil des „Kapitals“ hervorgeht.* Immer mehr zeigte sich aber die Be-
deutung jener Einteilung für das ganze theoretische Werk, die Marx ur-
sprünglich nur für ein einzelnes Kapitel vorgesehen hatte: I. Der Produk-
tionsprozeß des Kapitals; 2. Der Zirkulationsprozeß des Kapitals; 3. Die
Einheit von beiden oder Kapital und Profit. Diese Gliederung erwies sich

2 Siehe vorl. Band, S.6.

3 Das Manuskript von 1857/1858 wurde 1939-1941 vom Institut für Marxismus-Lenimis-
mus.beim ZK der KPdSU in der Originalsprache veröffentlicht. Es trägt den redaktionellen
Titel „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Rohentwurf 1857/1858.“ 1953 er-
schien in der DDR ein photomechanischer Nachdruck dieser Ausgabe.

* Vgl. vorl. Band, S.389 ff.

5 Vgl. das Planschema auf S. VI. Siehe auch Marx an Lassa Ile, 11.März 1858 in Band 29
_ unserer Ausgabe, S.554.


als so wichtig und so entscheidend, daß allmählich auch jene Themen in
sie einbezogen wurden, die nach dem ursprünglichen Plan selbständige Ab-
schnitte bilden sollten (z.B. „Die Konkurrenz der Kapitalien“, „Der Kre-
dit“, „Grundeigentum“). Während also die drei theoretischen Teile immer
deutlichere Konturen erhielten und nach und nach alle theoretischen Pro-
bleme der politischen Ökonomie in sich aufnahmen, festigte sich bei Marx
mehr und mehr die Überzeugung, daß die „Theorien über den Mehrwert“
einen selbständigen Teil bilden und als viertes Buch das Gesamtwerk ab-
schließen müßten.

Von Marx’ Absicht, die Geschichte der politischen Ökonomie von der
Mitte des 17. Jahrhunderts an kritisch zu verfolgen, zeugt die ausführliche
Skizze über William Petty, die in Heft XXII enthalten ist und im Mai 1863
geschrieben wurde. Diese Skizze steht weder mit dem vorhergehenden
noch mit dem nachfolgenden Text des Manuskripts in inhaltlichem Zu-
sammenhang; Marx hatte sie offenbar für den historisch-kritischen Teil
seines Werkes vorgesehen. In diesem Abriß über Petty werden dessen An-
sichten über Wert, Arbeitslohn, Grundrente, Bodenpreis, Zins usw. recht
ausführlich behandelt. Eine solche breite Erfassung der ökonomischen An-
sichten Pettys zeigt, daß mindestens im Mai 1863 schon jene Absicht reifte,
die Marx vier Jahre später im Brief an Sigfrid Meyer vom 30. April 1867
äußerte, worin er ihm die Struktur des „Kapitals“ mitteilte: „Der Band I
umfaßt den ‚Produktionsprozeß des Kapitals‘ ... Band II gibt Fortsetzung
und Schluß der Theorien®, Band III die Geschichte der politischen Ökonomie
seit Mitte des 17. Jahrhunderts.“

Die erste ausdrückliche Erwähnung eines vierten Buches des „Kapitals“
finden wir im Brief von Marx an Engels vom 31. Juli 1865. Er berichtet
über den Fortgang seiner Arbeit am „Kapital“: „Es sind noch 3 Kapitel
zu schreiben, um den theoretischen Teil (die 3 ersten Bücher) fertig-
zumachen. Dann ist noch das 4. Buch, das historisch-literarische, zu schrei-
ben, was mir relativ der leichteste Teil ist, da alle Fragen in den 3 ersten
Büchern gelöst sind, dies letzte also mehr Repetition in historischer Form
ist.“

Zu diesem Zeitpunkt hatte Marx alle drei theoretischen Teile seines Wer-
kes bereits erneut umgearbeitet und gegenüber 1863 spürbar vervollkomm-
net. Der historisch-kritische Teil hingegen befand sich nach wie vor in dem
Zustand, wie er 1862/1863 niedergeschrieben worden war und hätte eben-

$ Marx beabsichtigte damals noch, Buch II und III des „Kapitals“ in einem Bande zu
veröffentlichen.


falls einer entsprechenden Umarbeitung bedurft. Dahingehend ist Marx
zu verstehen, wenn er davon spricht, daß das vierte Buch noch zu schreiben
sei. Zu einer solchen Umarbeitung und Ausfeilung der „Theorien über
den Mehrwert“ ist Marx leider nie mehr gekommen; es finden sich aber in
verschiedenen Briefen von ihm Bemerkungen, die den Schluß zulassen,
daß Marx das theoriegeschichtliche Buch des „Kapitals“ in der seit 1863
vorliegenden Fassung auch später in den Grundzügen als bereits erarbeitet
angesehen hat.’

Es ist bemerkenswert und interessant, in welcher Reihenfolge Marx sein
großes ökonomisches Werk schrieb. Er spricht selbst darüber in einem
Brief an Siegmund Schott vom 3.November 1877. „In der Tat“, heißt es
dort, „begann ich ‚Das Kapital‘ privatim genau in der umgekehrten Reihen-
folge (beginnend mit dem dritten, historischen Teil), worin es dem Publi-
kum vorgelegt wird, nur mit der Beschränkung, daß der I., zuletzt in Angriff
genommene Band? gleich für den Druck zurechtgemacht wurde, während
die beiden andren in der rohen Form blieben, welche alle Forschung origi-
naliter besitzt.“ Anfang der sechziger Jahre hatte Marx schon zahlreiche
grundlegende Thesen seiner ökonomischen Lehre im Prinzip entwickelt.
Aber systematisch und vollkommen ausgearbeitet lagen zu dieser Zeit nur
zwei einleitende Kapitel vor, die den Inhalt des 1859 erschienenen ersten
Heftes „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“ bilden: das Kapitel über
die Ware und das Kapitel über das Geld. Das, was Marx selbst als das
Hauptkapitel seiner Arbeit bezeichnete, das heißt die Untersuchung des
Kapitals, befand sich ganz ungegliedert und kaum geordnet in seinem
Manuskript von 1857/1858. Um das angesammelte riesige Material wissen-
schaftlich zu verarbeiten und ihm die notwendige Form zu geben, um die
Ausarbeitung der marxistischen ökonomischen Theorie zu vollenden, be-
gann Marx erneut, die bürgerliche Ökonomie, insbesondere die englischen
Klassiker, gründlich zu durchforschen und zu analysieren. Sehr bald nach
Beginn der Niederschrift des Hauptabschnitts seiner Arbeit, des Abschnitts
über das Kapital, unterbrach Marx die Darlegung der Lehre vom Mehr-
wert, um die historisch-kritische Abschweifung „Theorien über den Mehr-
wert“ zu beginnen, die im Fortgang der Marxschen Forschungen einen
solchen Umfang annahm, daß sie zum Hauptteil des Manuskripts von

1861-1863 wurde.

? Vgl. den weiter unten zitierten Brief an Siegmund Schott vom 3. November 1877. Dort
spricht Marx von dem bereits geschriebenen historischen Teil.

8 Marx meint die endgültige, druckfertige Fassung des ersten Bandes des „Kapitals“, die
er 1866 und in der ersten Hälfte des Jahres 1867 erarbeitet hatte.


In den „Theorien über den Mehrwert“ ist die historisch-kritische Unter-
suchung mit der Ausarbeitung einer ganzen Anzahl theoretischer Grund-
fragen der marxistischen politischen Ökonomie eng verbunden und ver-
flochten. Das Werk vermittelt uns ein anschauliches Bild von der Ent-
stehung, von der Entwicklung und Blüte, sowie vom Niedergang der bür-
gerlichen politischen Ökonomie bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In den’
„Theorien über den Mehrwert“ zeigt Marx „die historisch entscheidenden
Formen, worin die Gesetze der politischen Ökonomie zuerst ausgesprochen
und weiterentwickelt wurden“. Marx würdigt im besonderen die großen
wissenschaftlichen Verdienste der klassischen bürgerlichen politischen
Ökonomie, vor allem ihrer Hauptrepräsentanten Adam Smith und David
Ricardo. Er verteidigt ihre richtigen Erkenntnisse in vielen Grundfragen
der ökonomischen Theorie gegen die Angriffe ihrer Vulgarisatoren und
politischen Gegner. Mit großer Meisterschaft verbindet er diese Anerken-
nung mit einer prinzipiellen Kritik, widerlegt ihre Fehler, verweist auf
ihre Inkonsequenzen und deckt deren klassenmäßige und methodologische
Ursachen auf. Marx zitiert und würdigt aber auch zahlreiche weniger be-
kannte ökonomische Schriftsteller, wenn sie eine neue Stufe der wissen-
schaftlichen Erkenntnis in bestimmten Fragen verkörpern; gleichzeitig
jedoch kritisiert er jene, deren Arbeiten keinerlei Fortschritt brachten,
sondern nur parasitären und überflüssigen Gesellschaftsklassen dienten.
Hierüber pflegte er im Kreise seiner Freunde zu sagen: „Ich übe histori-
sche Gerechtigkeit; ich gebe jedem, was ihm gebührt.“

Die enge Verbindung zwischen den historisch-kritischen Untersuchun-
gen und der theoretischen Ausarbeitung und Lösung zahlreicher wichtiger
ökonomischer Probleme hat in zweierlei Beziehung hervorragende Bedeu-
tung. Erstens ist darin zu erkennen, wie Marx zu einzelnen Bestandteilen
seiner ökonomischen Lehre gelangte. Zweitens finden wir in den „Theorien
über den Mehrwert“ nicht selten, daß wesentliche Einzelprobleme hier
viel ausführlicher behandelt werden, als in den später geschriebenen drei
theoretischen Bänden des „Kapitals“. Das betrifft beispielsweise das Problem
der produktiven und unproduktiven Arbeit, die Unvermeidlichkeit von
Krisen im Kapitalismus, die absolute Grundrente und die Nationalisierung
des Grund und Bodens, das Verhältnis von individuellem Wert und Markt-

wert der Waren.

9 Siehe vorl. Band, 5.320.
10 Paul Lafargue: „Karl Marx. Persönliche Erinnerungen.“ In: „Mohr und General“. Er-
innerungen an Marx und Engels. Berlin 1964, S.334.


Alles das macht die „Theorien über den Mehrwert“ zu einem außer-
ordentlich wichtigen Werk der marxistischen politischen Ökonomie. Es
hat große Bedeutung nicht nur für das Verständnis der Geschichte der
bürgerlichen politischen Ökonomie, sondern auch für die schöpferische
Ausarbeitung vieler aktueller ökonomischer Probleme und für den Kampf
gegen die zeitgenössische bürgerliche Vulgärökonomie, gegen Revisionis-
mus und Dogmatismus. Eine ganze Anzahl pseudowissenschaftlicher Theo-
rien, die in der Vulgärökonomie gegenwärtig Mode sind, wiederholen in
diesem oder jenem Ausmaß mit entsprechenden Variationen die unwissen-
schaftlichen Anschauungen, die Marx bereits in den „Theorien über den
Mehrwert“ kritisiert und widerlegt hat. Beispiele dafür sind die apologe-
tische Auffassung von der Produktivität aller Berufe, die Theorie von einer
krisenfreien Entwicklung des Kapitalismus, die Verteidigung der unproduk-
tiven Konsumtion, die menschenfeindliche Theorie von der Unvermeid-
lichkeit des Elends breiter Volksmassen sowie die verschiedensten vul-
gären Werttheorien.

Die wesentlichen Schlußfolgerungen seiner umfassenden Erforschung
der Geschichte der bürgerlichen politischen Ökonomie hat Marx 1873 im
Nachwort zur zweiten Auflage des ersten Bandes des „Kapitals“ gezogen:
„Soweit sie bürgerlich ist, d.h. die kapitalistische Ordnung statt als ge-
schichtlich vorübergehende Entwicklungsstufe, umgekehrt als absolute
und letzte Gestalt der gesellschaftlichen Produktion auffaßt, kann die poli-
tische Ökonomie nur Wissenschaft bleiben, solange der Klassenkampf
latent bleibt oder sich in nur vereinzelten Erscheinungen offenbart.

Nehmen wir England. Seine klassische politische Ökonomie fällt in die
Periode des unentwickelten Klassenkampfs. Ihr letzter großer Repräsen-
tant, Ricardo, macht endlich bewußt den Gegensatz der Klasseninteressen,
des Arbeitslohns und des Profits, des Profits und der Grundrente, zum
Springpunkt seiner Forschungen, indem er diesen Gegensatz naiv als gesell-
schaftliches Naturgesetz auffaßt. Damit war aber auch die bürgerliche
Wissenschaft der Ökonomie bei ihrer unüberschreitbaren Schranke ange-
langt ... Mit dem Jahr 1830 trat die ein für allemal entscheidende Krise ein.

Die Bourgeoisie hatte in Frankreich und England politische Macht er-
obert. Von da an gewann der Klassenkampf, praktisch und theoretisch,
mehr und mehr ausgesprochne und drohende Formen. Er läutete die Toten-
glocke der wissenschaftlichen bürgerlichen Ökonomie. Es handelte sich
jetzt nicht mehr darum, ob dies oder jenes Theorem wahr sei, sondern ob
es dem Kapital nützlich oder schädlich, bequem oder unbequem, ob polizei-
widrig oder nicht. An die Stelle uneigennütziger Forschung trat bezahlte


Klopffechterei, an die Stelle unbefangner wissenschaftlicher Untersuchung
das böse Gewissen und die schlechte Absicht der Apologetik... Männer, die
noch wissenschaftliche Bedeutung beanspruchten, und mehr sein wollten
als bloße Sophisten und Sykophanten der herrschenden Klassen, suchten
die politische Ökonomie des Kapitals in Einklang zu setzen mit den jetzt
nicht länger zu ignorierenden Ansprüchen des Proletariats. Daher ein
geistloser Synkretismus, wie ihn John Stuart Mill am besten repräsentiert.
Es ist eine Bankrotterklärung der ‚bürgerlichen‘ Ökonomie, welche der
große russische Gelehrte und Kritiker N. Tschernyschewski in seinem
Werk ‚Umrisse der politischen Ökonomie nach Mill‘ bereits meisterhaft
beleuchtet hat... Wie zur klassischen Zeit der bürgerlichen Ökonomie
blieben die Deutschen auch zur Zeit ihres Verfalls bloße Schüler, Nach-
beter und Nachtreter, Kleinhausierer des ausländischen Großgeschäfts.

Die eigentümliche historische Entwicklung der deutschen Gesellschaft
schloß hier also jede originelle Fortbildung der ‚bürgerlichen‘ Ökonomie
aus, aber nicht deren - Kritik. Soweit solche Kritik überhaupt eine Klasse
vertritt, kann sie nur die Klasse vertreten, deren geschichtlicher Beruf die

Umwälzung der kapitalistischen Produktionsweise und die schließliche
Abschaffung der Klassen ist - das Proletariat.“!!

Als Marx 1883 starb, waren nicht nur die „Theorien über den Mehr-
wert“, sondern auch der zweite und dritte Band des „Kapitals“ noch nicht
veröffentlicht. Engels sah von diesem Zeitpunkt an seine Hauptaufgabe
darin, den handschriftlichen Nachlaß seines Freundes und Kampf-
gefährten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, insbesondere aber
den zweiten, dritten und vierten Band des „Kapitals“ ohne Verzug zu
bearbeiten und herauszugeben. Der Erfüllung dieser Pflicht gegenüber
dem internationalen Proletariat hat er mehr als zehn Jahre seines Lebens
gewidmet.

Engels erwähnt das Manuskript „Theorien über den Mehrwert“ zuerst
in seinen Briefen an Laura Lafargue vom 22.Mai 1883 und an Kautsky
vom 16.Februar 1884. Am 24.März des gleichen Jahres teilt Engels
Kautsky brieflich mit, daß er mit Otto Meißner, dem Verleger des ersten
Bandes des „Kapitals“, hinsichtlich der Reihenfolge der weiteren Ver-
öffentlichung übereingekommen sei und daß zunächst das zweite Buch des
Werkes herausgegeben werden würde, während das dritte und die „Theo-
rien über den Mehrwert“ nachfolgen sollten.

11 Siehe Band 23 unserer Ausgabe, S.19-22.


Ausführlicher spricht Engels über das abschließende Buch des „Kapi-
tals“ in einem Brief an Bernstein vom August 1884: „... die ‚Geschichte der
Theorie‘ ist, unter uns, in der Hauptsache geschrieben. Das Manuskript
zur ‚Kritik der politischen Ökonomie‘ ... enthält, wie ich Dir hier gezeigt
zu haben glaube, zirka 500 Quartseiten ‚Theorien über den Mehrwert‘,
worin allerdings sehr viel zu streichen, weil seitdem anders verarbeitet, aber
doch noch genug.“

Die ausführlichsten Angaben über das Manuskript „Theorien über den
Mehrwert“ und darüber, wie er sie herauszugeben beabsichtigte, machte
Engels im Vorwort zum zweiten Band des „Kapitals“, das mit dem 5.Mai
1885 datiert ist. „Dieser Abschnitt“, schreibt er, „enthält eine ausführliche
kritische Geschichte des Kernpunkts der politischen Ökonomie, der Mehr-
wertstheorie, und entwickelt daneben, in polemischem Gegensatz zu den
Vorgängern, die meisten der später im Manuskript zu Buch Il und III be-
sonders und in logischem Zusammenhang untersuchten Punkte. Ich behalte
mir vor, den kritischen Teil dieses Manuskripts, nach Beseitigung der zahl-
reichen durch Buch II und III bereits erledigten Stellen, als Buch IV des
‚Kapitals‘ zu veröffentlichen. So wertvoll dies Manuskript, so wenig war es
für die gegenwärtige Ausgabe des Buch II zu benutzen.“!?

In Briefen vom Ende der achtziger und zu Beginn der neunziger Jahre
erwähnt Engels noch mehrmals seine Absicht, nach der Herausgabe des
dritten Bandes des „Kapitals“ an die Vorbereitung des vierten Bandes, der
„Iheorien über den Mehrwert“, zu gehen. Dort spricht er sich schon viel
weniger kategorisch über die Beseitigung der theoretischen Passagen aus,
die das Manuskript enthält.

Zum letzten Mal erwähnt Engels die „Theorien über den Mehrwert“
im Brief an Stephan Bauer vom 10. April 1895. Wie aus diesem Brief zu
entnehmen ist, hoffte Engels noch 1895, daß es ihm vergönnt sein würde,
dieses Werk von Marx herauszugeben. Jedoch gelang es ihm nicht mehr,
den abschließenden Band des „Kapitals“ druckfertig zu machen; er starb
kaum vier Monate nach der Niederschrift dieses Briefes. Lediglich einige
Schreibfehler sind im Manuskript der „Theorien über den Mehrwert“
von seiner Hand korrigiert worden.

Aus den angeführten Äußerungen von Engels geht hervor, daß er den
„Theorien über den Mehrwert“ eine große Bedeutung beimaß und sie als
vierten Band des „Kapitals“ ansah. Aber aus diesen Äußerungen ist auch

ersichtlich, daß Engels 1884/85 beabsichtigte, aus dem Text des Manu-

12 Sjehe Band 24 unserer Ausgabe, S.8.


ekripts die „zahlreichen durch Buch II und III bereits erledigten Stellen“
zu beseitigen.

Aus dem Manuskript „Theorien über den Mehrwert“ Textstellen zu
tilgen, wäre nur Engels als Mitschöpfer des „Kapitals“ berechtigt gewesen.
Sollten die danach noch erhaltenen Manuskriptteile nicht zusammenhang-
lose Fragmente bleiben, so wäre ihre vollständige Umarbeitung notwendig
gewesen, und es hätte zahlreicher neuer Einfügungen bedurft, um sie mit-
einander zu verbinden. Aber zu einer solchen Bearbeitung des Marxschen
Textes hätte wiederum nur Engels ein Recht gehabt.

Die „Theorien über den Mehrwert“ wurden auch von Lenin sehr hoch
bewertet. In seinen Schriften bezog er sich oft auf dieses Marxsche Werk,
wobei er den historisch-kritischen und den rein theoretischen Inhalt glei-
chermaßen hochschätzte. Von besonderem Interesse waren für Lenin jene
Abschnitte, in denen Marx seine Ansichten über das Wesen der Grund-
rente entwickelt hat.!? Er weist auf „die glänzenden Erläuterungen von
Marx in den ‚Theorien über den Mehrwert‘“ hin, „wo besonders anschau-
lich auch die im bürgerlich-demokratischen Sinne revolutionäre Bedeutung
der Nationalisierung des Bodens nachgewiesen wird“.1@ Lenin führte aus
den „Theorien über den Mehrwert“ die grundlegenden Aussagen über die
absolute Grundrente an und stellte fest, daß sie die Richtigkeit seiner Inter-
pretation dieses Problems bestätigen, wie er sie wenige Jahre vor der Ver-
öffentlichung der „Theorien über den Mehrwert“ in seiner Arbeit „Die
Agrarfrage und die ‚Marxkritiker‘“ gegeben hatte.

Die „Theorien über den Mehrwert“ wurden zum ersten Mal in den
Jahren 1905 bis 1910 von Karl Kautsky veröffentlicht. Durch diese Aus-
gabe ist die ausgezeichnete Arbeit von Marx einem breiten Leserkreis
zugänglich gemacht worden; sie wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Dessenungeachtet muß jedoch festgestellt werden, daß die Ausgabe der
„Iheorien über den Mehrwert“ von Kautsky den Ansprüchen an eine
wissenschaftliche Marx-Edition nicht gerecht wird. Bei dem vorliegenden
Marxschen Werk handelt es sich um einen ersten Entwurf, um eine Roh-
fassung. Neben ausführlichen Darlegungen stehen vielfach knappe, abge-

13 Vgl. Lenin, Werke, Band 5, Berlin 1955, S.121 und Band 13, Berlin 1963, S.180,
270/271, 296/297. 5

14 Lenin, Werke, Band 28, Berlin 1959, S.314. Vgl. auch Band 13, Berlin 1963, S.301,
3207321.

15 Lenin, Werke, Band 5, Berlin 1955, S.121.


rissene Sätze, oft nur kurze Hinweise für die spätere Ausarbeitung. Marx
wechselt auch beständig innerhalb dreier Sprachen, die er gleichermaßen
beherrschte - Deutsch, Französisch und Englisch. Diese und andere Schwie-
rigkeiten lassen in einzelnen Fällen mehrere Deutungsmöglichkeiten eines
Marxschen Gedankens zu. Es ist daher unangebracht, hier glätten zu wol-
len und ganz ausgeschlossen, einen „flüssigen“ Text herzustellen, wenn
nicht etwas ganz anderes herauskommen soll, als das Werk von Marx. Da
Marx selbst nicht mehr zu einer Umarbeitung gekommen ist, muß der
Herausgeber der wissenschaftlichen Forschung das zugänglich machen,
was Marx hinterlassen hat und sich, wie Engels sagte und beim dritten
Band des „Kapitals“ selbst auch tat, auf die notwendige Ordnung des Vor-
handenen beschränken.

Kautsky verfuhr anders. Zunächst lehnte er den Gedanken prinzipiell
ab, die „Iheorien über den Mehrwert“ als vierten Band des „Kapitals“
herauszugeben, d.h. so zu verfahren, wie es Marx und auch Engels beab-
sichtigt hatten. Kautsky betrachtete die „Theorien über den Mehrwert“
als Parallelwerk zum „Kapital“ und behauptete darüberhinaus, daß ihm
ein logischer Plan und jegliche Ordnung fehle. Aus dieser falschen Ein-
stellung entsprangen auch seine willkürlichen Methoden der Behandlung
des Manuskripts von Marx. Er verstand offenbar die eigenartige Struktur
der Arbeit von Marx nicht und erfaßte kaum die Bedeutung, die in ihr die
Verbindung und Verflechtung der historisch-kritischen Untersuchungen
mit den Darlegungen theoretischer Erkenntnisse von Marx haben. Kautsky
ignorierte das von Marx auf den Umschlägen seiner Hefte notierte Inhalts-
verzeichnis, das am besten den Aufbau der einzelnen Kapitel und Ab-
schnitte zu verstehen erlaubt, und veränderte die Struktur der Arbeit sehr
stark.

Die „Theorien über den Mehrwert“ beginnen bei Marx mit der all-
gemeinen Bemerkung, daß sämtliche Ökonomen den Mehrwert nicht rein:
als solchen, sondern in seinen besonderen Formen von Profit und Rente
betrachten. Dann folgt ein kurzes Kapitel über James Steuart. Dieses Kapi-
tel ist die Einleitung zur Analyse der Theorie der Physiokraten, die die
Untersuchung über den Ursprung des Mehrwerts aus der Sphäre der Zir-
kulation in die Sphäre der unmittelbaren Produktion verlegt hatten. Dann
geht Marx über zu einer ausführlichen Untersuchung der Lehre von Smith,
um danach erneut zu den Physiokraten zurückzukehren und den Teil ihrer
Lehre zu betrachten, in dem sie sich als gründlichere Forscher erwiesen
hatten als der zeitlich spätere Adam Smith: Die Darstellung des gesell-
schaftlichen Reproduktions- und Zirkulationsprozesses in dem berühmten:


Tableau Economique von Quesnay. Eine solche Reihenfolge der ersten
Kapitel der „Theorien über den Mehrwert“ entspricht dem widerspruchs-
vollen Entwicklungsweg der bürgerlichen politischen Ökonomie, auf dem
ein Schritt vorwärts in der Erforschung eines Problems begleitet war von
Stillstand oder Rückschritt in der Behandlung eines anderen.

“ Kautsky stieß diese von Marx gewählte Kapitelfolge um. Er setzte an
den Anfang seiner Ausgabe vier kleine aus den letzten Heften des Manu-
skripts von 1861-1863 entnommene Fragmente, vermengte die von Marx in
den Heften VI bis XV und XVIII gegebene zusammenhängende Darstel-
lung mit den zusätzlichen Skizzen aus den Heften XX bis XXIII, nahm
aus dem Haupttext die theoretischen Untersuchungen von Marx heraus,
die unmittelbar mit der Analyse von Smith und Quesnay verbunden sind
und veröffentlichte sie als gesonderte Anhänge.

Noch stärker brachte Kautsky den Marxschen Text im zweiten Band
seiner Ausgabe durcheinander. Dieser Band besteht aus zwei Teilen.
Kautsky hat das Kapitel „Ricardos Profittheorie“, das im Manuskript von
Marx ein einheitliches Ganzes ist und eine streng folgerichtige Kritik der
Ansichten Ricardos über die Durchschnittsprofitrate und über die Ur-
sachen ihres Falles enthält, in zwei Teile gespalten und, durch 350 Seiten
voneinander getrennt, in den: beiden Halbbänden untergebracht. Marx
zeigt in diesem Kapitel, wie Ricardos Fehler in der Rententheorie sich auf
dessen Theorie vom Profit auswirkten. Darum steht nicht zufällig in Marx’
Manuskript die Analyse der Ricardoschen Rententheorie vor dem Kapitel
„Ricardos Profittheorie“. Kautsky hat dies ignoriert und stellte den Text
um, wobei er versuchte, ihn der Reihenfolge der Darlegung anzupassen,
die von Marx im dritten Band des „Kapitals“ angewandt worden war, wo
jedoch keine historisch-kritische Untersuchung der Auffassungen Ricardos
gegeben wird, sondern die systematische Darlegung der Theorie von
Marx.

In der Ausgabe Kautskys gibt es zahlreiche, durch nichts begründete
Kürzungen des Marxschen Textes. Einige der Auslassungen Kautskys sind
besonders schwerwiegend, weil dadurch wichtige Aussagen von Marx unter-
gingen. Als Beispiel kann man die Stelle aus dem Kapitel über Ramsay
anführen, wo Marx davon spricht, daß die Akkumulation des Kapitals die
Lage der Arbeiterklasse verschlechtert (S.1098 des Manuskripts von
Marx), sowie die Stelle aus dem Kapitel über Cherbuliez, wo von der
absoluten Verminderung des variablen Kapitals in den entwickelteren
Sphären der kapitalistischen Produktion die Rede ist 6. 1112/1113 des
Manuskripts von Marx).


Die Entzifferung der Marxschen Handschrift ist außerordentlich kom-
pliziert. Engels selbst hatte Kautsky in die Entzifferung der schwer les-
baren Handschrift von Marx eingeführt und ihm viele Hinweise und Rat-
schläge erteilt, wie die „Hieroglyphen“ zu bewältigen seien. Trotzdem hat
Kautsky diese Arbeit nicht sorgfältig genug ausgeführt. Selbst deutlich ge-
schriebene Stellen hat er fehlerhaft entziffert und damit mehrfach Marxsche
Gedanken entstellt oder unverständlich gemacht. Als Beispiel möge die
fehlerhafte Entzifferung des Wortes „Prozeß“ im Kapitel über Ricardos
Akkumulationstheorie dienen (S.703 des Manuskripts von Marx). Bei
Marx heißt es: „Indes den allgemeinen Prozeß betrachtet ist klar, daß die
Produzenten von Lebensmitteln keine Ersatz-Maschinerie oder Ersatz-
Rohmaterial kaufen können, wenn die Produzenten des Ersatzes [an] kon-
stantem Kapital ihnen nicht ihre Lebensmittel abkaufen, wenn diese Zir-
kulation also nicht wesentlich Austausch zwischen Lebensmitteln und kon-
stantem Kapital ist.“ Kautsky ersetzte in seiner Ausgabe das Wort „Prozeß“
durch das Wort „Profit“ und machte damit den klaren Gedanken von Marx
völlig unverständlich."®

Fremdsprachige Stellen des Manuskripts hat Kautsky oft ungenau über-
setzt, er hat einige unrichtige redaktionelle Einfügungen und unbegründete
Korrekturen des Marxschen Textes vorgenommen. Außerdem findet sich
in der Ausgabe von Kautsky auch der Ersatz Marxscher Termini durch
andere. So heißt es dort statt „Arbeitsbedingungen“ „Produktionsmittel“,
statt „Arbeitsinstrumente“ „Arbeitsmittel“ und statt „Durchschnittspreis“
„Produktionspreis“.

Die wesentlichen Mängel und Fehler der Ausgabe von Karl Kautsky
machten eine prinzipiell neue Ausgabe der „Theorien über den Mehrwert“
notwendig. In jahrelanger Vorbereitungsarbeit wurden in der Sowjetunion
die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen. 1950 wurden die Prin-
zipien für die Neuausgabe des Werkes sowie ein detailliertes Inhaltsver-
zeichnis desselben veröffentlicht und zur Diskussion gestellt.‘? Im Jahre

. 1954 gab das Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU den

16 Zahlreiche weitere Beispiele für die nachlässige Entzifferung wesentlicher Textstellen
durch Kautsky findet man in: B.C. Bsironckeä, „Mecro ‚Teopnä npu6aso uno
CTOHMOCTH‘ B BKOHOMHYECKOM Haciienum Kapiia Mapzca“, Mockea 1963.

7 Vgl. „BonpocsI 8KOHOMHRU“, Nr.9/1950 (deutsch in „Sowjetwissenschaft. Ge-
sellschaftswissenschaftliche Abteilung“, Heft 3/1951, 5. 468-479).

II Marz/Engels, Werke. Bd. 26/1


ersten Teil der neuen, wissenschaftlichen Ausgabe der „Theorien über den
Mehrwert“ in russischer Sprache heraus; ihm folgte 1957 der zweite und
Anfang 1961 der dritte Teil.

Der neuen Ausgabe der „Theorien über den Mehrwert“ liegt das hand-
schriftliche Manuskript von Marx zugrunde, dessen Entzifferung sorg-
fältig überprüft und in vielen Fällen wesentlich präzisiert wurde. Für die
Wiedergabe des Haupttextes, für seine Anordnung und Gliederung wurde
das Inhaltsverzeichnis von Marx weitgehend ausgenutzt, das er auf die
Umschläge der Hefte VI bis XV des Manuskripts geschrieben hatte.

Die Einteilung der neuen Ausgabe in drei Teile wurde durch den großen.
Umfang des Werkes notwendig und entspricht seinem Inhalt: der erste
Teil beschäftigt sich im wesentlichen mit der politischen Ökonomie vor
Ricardo, der zweite Teil mit Ricardo selbst und der dritte Teil mit den
Ökonomen nach Ricardo.

Der erste Teil der „Theorien über den Mehrwert“ behandelt hauptsäch-
lich die Anschauungen der Physiokraten und Adam Smith’. Marx hebt die
beiden großen Verdienste der Physiokraten in der Geschichte der ökono-
mischen Wissenschaft hervor: Einerseits verlegten sie die Untersuchung _
über den Ursprung des Mehrwerts aus der Sphäre der Zirkulation in die
Sphäre der unmittelbaren Produktion; andererseits unternahmen sie als
erste den Versuch, den gesamten Reproduktions- und Zirkulationsprozeß
des Kapitals im Rahmen eines ganzen Landes darzustellen. Marx hob bei
der Untersuchung der ökonomischen Anschauungen der Physiokraten die
ihnen eigentümliche unhistorische Betrachtungsweise hervor, die bürger-
lichen Produktionsformen für ewige, natürliche Formen zu halten, worin
es ihnen die gesamte nachfolgende bürgerliche Ökonomie gleichtat. Er
zeigt auch die Zwieschlächtigkeit in ihrer Auffassung vom Mehrwert, der
bei ihnen das eine Mal .als reines Geschenk der Natur auftritt, das
andere Mal als Resultat der Mehrarbeit des Agrikulturarbeiters, das sich
die Grundeigentümer aneignen.

Marx weist in diesem ersten Teil auch die in der Lehre von Adam Smith
enthaltenen Widersprüche, Unzulänglichkeiten und Fehler nach und zeigt
dessen Zwieschlächtigkeit in der Darlegung der wichtigsten ökonomischen
Kategorien, wie Wert, Mehrwert, produktive Arbeit usw., die insbesondere .
in den verschiedenen von Smith gegebenen, nebeneinanderstehenden und
einander widersprechenden Wertbestimmungen zum Ausdruck kommt.
Diese Zwieschlächtigkeit, die sich durch das gesamte Werk von Adam
Smith hindurchzieht und ihm jegliche Einheitlichkeit nimmt, ist Ausdruck
jenes Widerspruches, in dem sich Smith bei seinen Untersuchungen fortwährend

bewegte: einerseits war er bestrebt, den verborgenen inneren
Zusammenhang des kapitalistischen Systems aufzudecken und anderer-
seits, die bürgerliche Produktionsweise, „ihre äußerlich erscheinenden
Lebensformen zu beschreiben, ihren äußerlich erscheinenden Zusammen-
hang darzustellen“ (Marx), zu katalogisieren und in bestimmte Verstandes-
begriffe zu bringen. Insofern Smith den ersten Weg beschritt, gelangte er zu
einer richtigen Bestimmung des Wertes durch die Arbeitszeit und erkannte
den wahren Ursprung des Mehrwerts; hier lagen seine wissenschaftlich
wertvollen Erkenntnisse. Insofern er jedoch dem zweiten Wege folgte,
blieb er an der Oberfläche haften.

Marx zeigt die wissenschaftlichen Verdienste von Smith und legt gleich-
zeitig mit großer Meisterschaft die vulgären Elemente innerhalb des wissen-
schaftlichen Systems von Smith dar, auf die sich die vulgärökonomischen
und apologetischen T'heorien der Epigonen von Smith gründen. In Ver-
bindung mit der Kritik des sogenannten Smithschen Dogmas, wonach sich
der gesamte Wert des gesellschaftlichen Produkts in Revenue auflöst, gibt
Marx eine theoretische Ausarbeitung des Problems der Reproduktion des
gesellschaftlichen Gesamtkapitals und behandelt besonders ausführlich
den Ersatz des konstanten Kapitals. Marx beschäftigt sich eingehend mit
der Smithschen Lehre über produktive und unproduktive Arbeit und ver-
folgt zugleich den Prozeß der Vulgarisierung dieser Ansichten durch nach-
folgende Ökonomen. Dabei legt Marx neben den methodologischen
Wurzeln dieser unwissenschaftlichen Theorien auch ihre klassenmäßige
Bedingtheit bloß.

Der zweite Teil der „Iheorien über den Mehrwert“ beginnt mit einer
„Abschweifung“, einer kritischen Darstellung der Grundrententheorie von
Rodbertus, der einen - allerdings mißlungenen - Versuch unternommen
hatte, das Vorhandensein der absoluten Rente zu beweisen, die Ricardo
noch nicht kannte. Die zentrale Stelle dieses zweiten Teils jedoch nimmt
die ökonomische Theorie David Ricardos, insbesondere seine Theorie der
Grundrente ein. In Ricardos theoretischem System erreichte die klassische
bürgerliche politische Ökonomie ihren Höhepunkt; Ricardo war, wie Marx
sagte, ihr „letzter großer Repräsentant“, dessen historische Bedeutung für
die Wissenschaft darin bestand, konsequent an der Bestimmung des Wertes
durch die Arbeitszeit festgehalten und darauf gestützt untersucht zu haben,
wieweit die übrigen, von den vorangegangenen Ökonomen entwickelten
ökonomischen Kategorien als theoretischer Ausdruck der bürgerlichen Pro-
duktionsverhältnisse dieser Grundlage entsprechen oder widersprechen.
Wenngleich die historische Berechtigung und wissenschaftliche Notwendigkeit

dieser Verfahrensart Ricardos in der Geschichte der politischen Öko-
nomieauf der Hand liegt, so entspringt ihr, wie Marx im einzelnen nachweist,
zugleich auch die wissenschaftliche Unzulänglichkeit der Ricardoschen
Methode, „eine Unzulänglichkeit, die sich nicht nur in der Darstellungsart
(formell) zeigt, sondern zu irrigen Resultaten führt, weil sie notwendige
Mittelglieder überspringt und in unmittelbarer Weise die Kongruenz der
ökonomischen Kategorien untereinander nachzuweisen sucht“. So hebt
Marx die großen wissenschaftlichen Verdienste Ricardos hervor und unter-
streicht zugleich die prinzipiellen Mängel der Methode Ricardos; er
kritisiert dessen Unfähigkeit, das Gesetz der Durchschnittsprofitrate mit
dem Wertgesetz zu verbinden, das vulgäre Element in seiner Profit-
theorie, die Tatsache, daß Ricardo die Entstehung des Marktwertes inner-
halb eines Produktionszweiges mit der Bildung des Produktionspreises
durcheinanderbringt, sowie die Verwechslung der Gesetze des Mehrwerts
mit den Gesetzen des Profits usw. Marx entwickelt zusammen mit der Kri-
tik an Ricardos theoretischen Fehlern seine eigenen Anschauungen über
das Verhältnis von Wert und Produktionspreis, über absolute Grundrente
und Differentialrente, über die Bildung der Durchschnittsprofitrate und
die Ursachen ihres Falls, über den Prozeß der Akkumulation des Kapitals
und seine ökonomischen Folgen sowie über das Problem der Krisen.

Im dritten Teil der „Theorien über den Mehrwert“ wird die Kritik
untersucht, die am System Ricardos sowohl von rechts, von Malthus, als
auch von links, von englischen sozialistischen Ricardianern geübt wurde.
Marx schildert den Prozeß der Auflösung der Ricardoschen Schule und
zeigt, wie mit der Verschärfung des Klassenkampfes zwischen Proletariat
und Bourgeoisie die Vulgarisierung selbst die Grundlagen der bürgerlichen
Ökonomie, ihre Ausgangsbasis und ihre wesentlichen Kategorien ergreift.

Zu Beginn des dritten Teils enthüllt Marx das reaktionäre Wesen der
ökonomischen Theorie von Malthus; er geißelt und widerlegt insbesondere
jene apologetische These, nach der die Verschwendungssucht der unproduk-
tiven Klassen das beste Mittel gegen die Überproduktion sei. Im Kapitel
über die Auflösung der Ricardoschen Schule zeigt Marx den Verfall der
bürgerlichen politischen Ökonomie, der sich im Verzicht auf alle wertvollen
Elemente des Ricardoschen Systems äußerte, zu einer fruchtlosen Scholastik
und zum Teil zynischen Apologetik der kapitalistischen Produktionsweise
führte, und in theoretischer Hinsicht wesentlich vulgärökonomische Züge
trägt. Im Kapitel über die sozialistischen Ricardianer hebt Marx ihre
Kritik am Kapitalismus als verdienstvoll hervor; er zeigt zugleich ihr
Unvermögen, die bürgerlichen Voraussetzungen der Ricardoschen Theorie


zu überwinden, sich von ihnen zu lösen, und auf neuen Grundlagen
sozialistische Lehren zu entwickeln.

Der Haupttext des dritten Teils schließt mit drei Kapiteln über Ram-
say, Cherbuliez und Jones. Marx kritisiert ihre unrichtigen Ansichten vom
Kapital und vom Ursprung des Profits; gleichzeitig weist er darauf hin,
daß sich bei diesen Ökonomen Ansätze zu einer historischen Betrachtungs-
weise der kapitalistischen Produktionsweise und andere richtige theoretische
Gesichtspunkte finden.

Jeder Teilband enthält Beilagen, die sich auf den jeweiligen Haupttext
beziehen. In den ersten Teil wurden 13 Beilagen aufgenommen. Es handelt
sich dabei hauptsächlich um ergänzende Skizzen und Bemerkungen über
Ökonomen und Philosophen des 17. und 18. Jahrhunderts, die in den letz-
ten Heften des Manuskripts von 1861-1863 enthalten sind. Sie sind später
geschriebene Ergänzungen zum Haupttext, den Marx anfangs, wie weiter
oben bereits dargelegt, nach einem anderen Plan verfaßt hatte. Zu den Bei-
lagen des ersten Teils gehört auch die theoretische Untersuchung von Marx
über produktive und unproduktive Arbeit, die eine wesentliche Ergänzung
zum vierten Kapitel ist, sowie eine weniger umfangreiche Abschweifung
zum gleichen Problemkreis. Zum Schluß findet der Leser die im Januar
1863 geschriebenen Planentwürfe zum I. und III. Teil des „Kapitals“.

In den Beilagen zum zweiten Teilbefinden sich kurzeergänzende Notizen,
die Marx auf die Umschläge der Hefte XI, XII und XIII geschrieben hatte.

Als Beilage zum dritten Teil wird eine Abhandlung zum '"I'hema „Re-
venue and its sources. Die Vulgärökonomie“ gebracht, die im wesentlichen
theoretischen Charakter trägt, aber auch in theoriegeschichtlicher Hinsicht
Bedeutung hat. Sie wurde als Beilage angeordnet, weil dies aus Marx’ In-
haltsverzeichnis klar hervorgeht; dort heißt es nach „Richard Jones“ aus-
drücklich „Schluß dieses Teils 5“, d.h. der „Theorien über den Mehrwert“.
Gleich danach folgen die Worte „Episode: Revenue and its sources“. Somit
bildet diese „Episode“ eine den Band abschließende Ergänzung zur ge-
samten historisch-kritischen Untersuchung von Marx.

Der Text der „Theorien über den Mehrwert“ wird in der Reihenfolge
gebracht, wie er sich in den Manuskriptheften von Marx vorfindet. Ein-
zelne Umstellungen wurden nur in jenen Fällen vorgenommen, wo sich
deren Notwendigkeit aus Marx’ eigenen Weisungen ergibt. So hat Marx
z.B. in Heft VII, das die Smithsche Auffassung von der produktiven Ar-
beit behandelt und in diesem Zusammenhang den Vulgarisator der An-
sichten Smith’, Germain Garnier, erwähnt, einen umfangreichen Abschnitt
über John Stuart Mill geschrieben. Er beginnt mit folgenden Worten:


„Bevor wir auf Garnier eingehn, einiges, hier episodisch eingelegt über den
oben zitierten Mill junior. Das hier zu Sagende gehört eigentlich später in
diesen Abschnitt, wo von der Ricardoschen Theorie vom Mehrwert zu
sprechen; also nicht hierhin, wo wir noch bei A.Smith.“ In Übereinstim-
mung mit diesem Hinweis und mit dem später von Marx zusammengestell-
ten Inhaltsverzeichnis zu Heft XIV wird die Abschweifung über John
Stuart Mill im dritten Teil der „Theorien über den Mehrwert“ veröffent-
licht, wo Marx ihm innerhalb des Kapitels über die Auflösung der Ricar-
doschen Schule einen speziellen Abschnitt zuweist. Ein anderes Beispiel
für eine Umstellung: Im Heft X findet sich ein kleines Kapitel über den
englischen Sozialisten Bray (Seite 441-444 des Manuskripts); indessen hat
Marx in dem später geschriebenen Inhaltsverzeichnis auf dem Umschlag
des Heftes XIV „Bray als Gegensatz gegen die Ökonomen“ dem Kapitel
„Gegensatz gegen die Ökonomen“ zugeordnet; diesem Hinweis folgend,
werden die Manuskriptseiten über Bray in das Kapitel „Gegensatz gegen
die Ökonomen“ übertragen.

Das Marxsche Manuskript ist kaum gegliedert und enthält dement-
sprechend nur selten Überschriften. Die Gliederung des Textes in Kapitel
erfolgt nach den Hinweisen von Marx, die sich in seinem Inhaltsverzeich-
nis und im Manuskript selbst finden. Für die Überschriften innerhalb des
Textes der „Theorien über den Mehrwert“ wurden benutzt: 1. die wenigen
Überschriften, die sich im Manuskript selbst finden, 2. die Überschriften
aus dem Inhaltsverzeichnis von Marx, 3. die Überschriften aus Marx’
Planentwürfen zum I. und III. Teil des „Kapitals“, die mit dem einen
oder anderen Abschnitt des Manuskripts der „Theorien über den Mehr-
wert“ in Beziehung stehen. Jedoch stellt alles das zusammen nur einen
verhältnismäßig geringen Teil der Überschriften, mit denen die Kapitel
und ihre Unterabschnitte in dieser Ausgabe versehen werden mußten. Der
größte Teil der Überschriften wurde von der Redaktion gegeben. In den
meisten Fällen konnte dabei auf Formulierungen von Marx innerhalb des
Textes zurückgegriffen werden. Wo dies nicht möglich war, wurden die
Überschriften in Anlehnung an die Terminologie und Ausdrucksweise von
Marx formuliert.

Dieses Vorwort stützt sich auf das Vorwort zum Band 26 der zweiten
russischen Ausgabe der Werke von Marx und Engels.

Der Text der „Iheorien über den Mehrwert“ wird nach den Photo-
kopien der Handschrift von Marx veröffentlicht.


Der Marxsche Originaltext wird unverändert gebracht. Offensichtliche
Schreibfehler werden korrigiert, ohne dies zu vermerken. Jede wesentliche
Korrektur jedoch, etwa eines ganzen Wortes u. dgl., wird stets in Fuß-
noten der Redaktion nachgewiesen. Abgekürzte Worte werden in der Regel
ausgeschrieben, mit Ausnahme von Personennamen, die in eckigen Klam-
mern ergänzt werden. Zum besseren Verständnis des Textes sind an einigen
Stellen erklärende oder ergänzende Worte in eckigen Klammern ein-
gefügt worden. Auch die redaktionellen Überschriften sind in eckige Klam-
mern eingeschlossen. Dafür sind die von Marx gesetzten eckigen Klam-
mern durch geschweifte Klammern ersetzt worden; dort, wo sie längere
Ausführungen einschließen, durch geschweifte Klammern in halbfettem
Druck. Einige von Marx gestrichene Stellen sind ihrer Bedeutung wegen
in den Text aufgenommen worden. Sie werden durch Einschluß in spitze
Klammern gekennzeichnet.

Alle längeren Zitate erscheinen in Kleindruck. Handelt es sich dabei
um Zitate in anderen Sprachen, so sind sie zur bequemeren Benutzung
des Buches im Text übersetzt; ihr fremdsprachiger Wortlaut ist im Anhang
zu finden. Wesentliche Abweichungen vom zitierten Original sind in Fuß-
noten vermerkt. Das letzte jedoch betrifft nicht Zusammenfassungen von
Marx oder nicht gekennzeichnete Kürzungen der Zitate. Stellen, die Marx
beim Zitieren selber ins Deutsche übersetzt hat, sind in dieser Fassung
selbstverständlich im Text belassen worden. Ferner werden, wo möglich,
Übersetzungen der Zitate gebracht, die Marx oder Engels im „Kapital“
und in anderen Werken selber gegeben haben. Für die Übersetzung von
Smith und Ricardo haben wir die Neuausgaben ihrer Hauptwerke vom
Akademie-Verlag, Berlin herangezogen.!®

Die von Marx in den Text eingestreuten fremdsprachigen Wörter und
Sätze werden unverändert gebracht und in Fußnoten verdeutscht.

Die Nummern der Manuskripthefte von Marx werden durch römische
Zahlen, die Manuskriptseiten durch arabische Zahlen zwischen senkrechten
Strichen gekennzeichnet. Bei fortlaufendem Text erscheint die Seitenzahl
nur einmal am Anfang jeder Manuskriptseite (z.B. ]]427]); bei Umstellung
des Textes sowie beim Übergang in ein anderes Heft wird sowohl Anfang
(IXXTI-1397|) als auch Ende (|XXII-1397]]) des betreffenden Textes ge-

kennzeichnet.

18 Ricardo, „Über die Grundsätze der politischen Ökonomie und der Besteuerung“. Über-
setzt und mit einer Einleitung versehen von Gerhard Bondi, Berlin 1959. - Smith, „Eine
Untersuchung über das Wesen und die Ursachen des Reichtums der Nationen“. Übersetzt

und eingeleitet von Peter Thal, Bd.1, Berlin 1963.

xXXIV Vor wort

Rechtschreibung und Zeichensetzung sind modernisiert; hingegen bleibt
der Lautstand der Wörter unverändert. Im Text vorkommende Uneinheit-
lichkeiten bei Währungsbezeichnungen werden vereinheitlicht.

Jeder Teilband enthält Anmerkungen (auf die im Text durch hoch-
gestellte Zahlen in eckigen Klammern hingewiesen wird), ein Literatur-
verzeichnis und ein Personenverzeichnis, ein Verzeichnis der Gewichte,
Maße und Münzen sowie ein Abkürzungsverzeichnis. Dem dritten Teil
des Bandes 26 wird ein Sachregister für alle drei Teile beigegeben.

Die vorliegende Ausgabe der „Theorien über den Mehrwert“, die den
Band 26 der Werke von Marx und Engels bildet, entspricht im wesent-
lichen der Ausgabe unseres Instituts, die von 1956 bis 1962 erschienen
ist. Durch einen nochmaligen Vergleich des gesamten Textes mit der
Marxschen Handschrift wurden einige Entzifferungsfehler beseitigt, die
Überschriften präziser gefaßt und die Anmerkungen der Redaktion ver-
vollkommnet. Ganz verändert wurde der Anhang der fremdsprachigen
Zitate. Während in der Ausgabe 1956-1962 in jedem Falle eine un-
bedingte Übereinstimmung mit dem zitierten Original hergestellt worden
war, bringen wir in der vorliegenden Ausgabe die genaue Marxsche
Fassung der betreffenden Zitate mit allen Besonderheiten, z.B. Wechseln
der Sprachen oder teilweise Übersetzung ins Deutsche durch Marx. Damit
stellt dieser Teil des Werkes eine Erstveröffentlichung dar. Zitate, die
Marx im Manuskript vollständig ins Deutsche übersetzte, sind nicht mehr
in den besagten Anhang aufgenommen worden.

Institut für Marxismus-Leninismus

beim ZK der SED

KARL MARX

Theorien
über den Mehrwert

(Vierter Band des „Kapitals“

Erster Teil

Erstes bis siebentes Kapitel und Beilagen

1 Marx/Engels, Werke. Bd. 26/1

[Inhaltsverzeichnis des Manuskripts
» Theorien über den Mehrwert‘"]

|VI-219b| Inhalt von Heft VI:
5. Theorien über den Mehrwert !?!
a) Sir James Steuart
b) Die Physiokraten
c) A.Smith |VI-219b|||
IVII-272b| [Inhalt von Heft VII:]
5. Theorien über den Mehrwert
c) A.Smith (Fortsetzung)
(Untersuchung, wie es möglich ist, daß der jährliche
Profit und Salair die jährlichen Waren kaufen, die außer
Profit und Salair überdem capital constant enthalten)
IVII bis 272b||
IVIII-331 b] [Inhalt von Heft VIII:]
5. Theorien über den Mehrwert
c) A.Smith (Schluß) 8) |VIII-331 b||
IIX-376b]| [Inhalt von Heft IX]
5. Theorien vom Mehrwert
c) A.Smith. Schluß
d) Necker |IX-376b]||
IX-421c| [Inhalt von Heft X:]
5. Theorien vom Mehrwert : ’
Abschweifung. Quesnays Tableau Economique
e) Linguet

*

4 Inhaltsverzeichnis des Manuskripts

f) Bray
g) Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grund-
rente |X-421c||

IXI-490a] [Inhalt von Heft XI:]
5. Theorien vom Mehrwert
g) Rodbertus
Abschweifung. Bemerkung über die Geschichte der Ent-
deckung des sog. Ric|ardoschen] Gesetzes
h) Ricardo
Ricardos und A.Smiths Theorie über den Kostenpreis
(Widerlegung)
Ricardos Renttheorie
Tabellen nebst Beleuchtung über die Differentialrente
IXI-4%0a||

IXTI-580b| [Inhalt von Heft XII:]
5. Theorien vom Mehrwert
h) Ricardo
Tabelle nebst Beleuchtung über die Differentialrente (Be-
trachtungen über den Einfluß des change! im Wert von
Lebensmitteln und. Rohmaterial (also auch Wert der Ma-
schinerie) auf die organische Zusammensetzung des Kapi-
tals)
Rie[ardos] Renttheorie
A.Smiths Renttheorie
Riclardos] Theorie vom Mehrwert
Riclardos] Profittheorie |X11-580b||

IXTII-670a| [Inhalt von Heft XIII:}
5. Theorien vom Mehrwert etc.

h) Ricardo
Ricardos Profittheorie
Ricl[ardos]| Akkumulationstheorie. Kritik derselben (Ent-
wicklung der Krisen aus der Grundform des Kapitals)
Ricjardos] Miscellanea. Schluß Rlicardo]s ( John Barton)

i) Malthus |XTII-670all

1 der Veränderung


IXIV-771lal [Inhalt von HeftXIV und weiterer Plan der „Theorien über
den Mehrwert“]
5. Theorien vom Mehrwert
i) Malthus
k) Auflösung der Ric[ardo]schen Schule (Torrens, J.Mill,
Prevost, Streitschriften, MacCulloch, Wakefield, Stirling,
J.St.Mill)
]) Gegensatz gegen die Ökonomen! %
(Bray als Gegensatz gegen die Ökonomen) ®!
m) Ramsay
n) Cherbuliez
o) Richard Jones!®. (Schluß dieses Teils 5)
Episode: Revenue and its sources"! |XTV-771 al]

IXV-862a]| [Inhalt von Heft XV:]
5. Theorien vom Mehrwert
I) Proletarischer Gegensatz auf Basis Ricardos
2. Ravenstone. Schluß 1?!
3. und 4. Hodsskin!?!
(Der vorhandne Reichtum im Verhältnis zur Produk-
tionsbewegung)
Sog. Aufhäufung als bloßes Phänomen der Zirkulation
(Vorrat etc., Zirkulationsreservoirs)
(Zins vom Zins; darauf gegründete Abnahme der Profit-
rate)

Die Vulgärökonomiel!®!
(Entwicklung des zinstragenden Kapitals auf Basis der
kapitalistischen Produktion)
(Zinstragendes Kapital und Handelskapital im Verhält-
nis zum industriellen Kapital. Ältere Formen. Abgelei-
tete Formen)

(Wucher. Luther etc.) }$XV-862a]l

* In der Handschrift: Ökonomisten - ? und ihre Quellen

[Allgemeine Bemerkung]

||VI-220| Sämtliche Ökonomen teilen den Fehler, daß sie den Mehrwert
nicht rein als solchen betrachten, sondern in den besondren Formen von
Profit und Rente. Welche notwendigen theoretischen Irrtümer hieraus ent-
springen mußten, wird sich weiter zeigen im Kapitel III, wo die schr
verwandelte Form, die der Mehrwert als Profit annimmt, analysiert wird.

## [ERSTES KAPITEL] Sir James Steuart

### [Unterscheidung zwischen dem „profit upon alienation‘“*
und der positiven Vermehrung des Reichtums]

Vor den Physiokraten wird der Mehrwert - i.e. der Profit, in der Gestalt
des Profits - rein aus dem Austausch erklärt, dem Verkauf der Ware über
ihrem Wert. Sir James Steuart ist im ganzen nicht über diese Borniertheit
hinausgekommen, muß vielmehr als ihr wissenschaftlicher Reproduzent be-
trachtet werden. Ich sage „wissenschaftlicher“ Reproduzent. Steuart teilt
nämlich nicht die Illusion, als ob der Mehrwert, der dem einzelnen Kapi-
talisten daraus entspringt, daß er die Ware über ihrem Wert verkauft, eine
Schöpfung von neuem Reichtum sei. Er unterscheidet daher zwischen posi-
tivem Profit und relativem Profit. '

„Positiver Profit bedeutet für niemanden einen Verlust; er entspringt aus einer Ver-
mehrung der Arbeit, Industrie oder Geschicklichkeit und hat den Effekt, den gesell-
schaftlichen Reichtum zu vermehren oder anzüschwellen... Relativer Profit bedeutet
für irgend jemanden einen Verlust; er zeigt ein Schwanken im Gleichgewicht des
Reichtums zwischen den Beteiligten an, schließt aber keinen Zuwachs zum Gesamtfonds
ein ... Der zusammengesetzte ist leicht zu verstehen; er ist jene Art des Profits ..., die
teils relativ, teils positiv ist ... beide Arten können in ein und demselben Geschäft un-
trennbar vorhanden sein.“ („Principles of Pol. Economy“, v.1. The Works of Sir James
Stleuart] etc., ed. by General Sir James Steuart, his son etc., in 6 vols., London 1805,
p.275, 276.)

Der positive Profit entspringt aus „Vermehrung der Arbeit, Industrie und
Geschicklichkeit“, Wie er hieraus entspringt, darüber sucht sich Steuart
keine Rechenschaft abzulegen. Der Zusatz, daß es der Effekt dieses Profits
ist, zu vermehren und anzuschwellen „the public good“ ? scheint darauf hin-

1 „Veräußerungsprofit" - ? „den gesellschaftlichen Reichtum“

8 Erstes Kapitel

zudeuten, daß St[euart] nichts darunter versteht als die größre Masse Ge-
brauchswerte, die infolge der Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit
erzeugt werden, und daß er diesen positiven Profit ganz getrennt vom Profit
der Kapitalisten - der stets eine Vermehrung des Tauschwerts voraussetzt -
auffaßt. Diese Auffassung wird vollständig bestätigt durch seine weitere
Entwicklung. ü

Er sagt nämlich:

„Im Preis der Waren betrachte ich zwei Dinge als wirklich bestehend und von-
einander völlig verschieden; den realen Wert der Waren und den Veräußerungsprofit“.

(p.244,)

Der Preis der Waren umfaßt also zwei durchaus voneinander verschiedne
Elemente; erstens ihren wirklichen Wert, zweitens den profit upon aliena-
tion, den Profit, der bei ihrer Entäußerung, ihrem Verkauf realisiert wird.

1221| Dieser profit upon alienation entspringt also daraus, daß der Preis
der Waren größer ist als ihr realer Wert oder daß die Waren über ihrem
Wert verkauft werden. Der Gewinn auf der einen Seite schließt hier immer
Verlust auf der andren ein. Es wird keine addition to the general stock? ge-
schaffen. Der Profit, i.e. Mehrwert, ist relativ und löst sich auf into „a vibra-
tion of the balance of wealth between parties“ ?. St[euart] selbst weist die
Vorstellung ab, hierdurch den Mehrwert zu erklären. Seine T'heorie von
dem vibration of the balance of wealth between parties, sowenig sie die
Natur und den Ursprung des Mehrwerts selbst berührt, bleibt wichtig bei
der Betrachtung der Verteilung des surplus value® unter verschiedne Klas-
sen und unter verschiedne Rubriken wie Profit, Zins, Rente.

Daß Steuart allen Profit des einzelnen Kapitalisten auf diesen „relative
profit“, auf den profit upon alienation beschränkt, zeigt sich in folgendem.

Der „real value“ sagt er, ist bestimmt durch die „quantity“ der Arbeit, die „durch-
schnittlich ein Arbeiter des Landes im allgemeinen ... in einem Tage, einer Woche,
einem Monat etc. verrichten kann“. Zweitens: „den Wert der Existenzmittel und der
notwendigen Ausgaben des Arbeiters, sowohl zur Befriedigung seiner persönlichen
Bedürfnisse als auch ... zur Anschaffung der zu seinem Beruf nötigen Werkzeuge, was
wie oben im Durchschnitt zu nehmen ist ...“ Drittens: „den Wert der Materialien“
(p.244, 245). „Kennt man diese drei Posten, ist der Preis des Produktes bestimmt.
Er kann nicht niedriger sein als die Summe aller drei, das heißt als der reale Wert;
was darüber hinausgeht, bildet den Profit des Manufakturisten. Dieser wird im Verhältnis
zur Nachfrage stehen und daher je nach den Umständen schwanken.“ (l.c.p.245.)
„Hieraus folgt die Notwendigkeit einer großen Nachfrage, um das Aufblühen der

1 kein Zuwachs zum Gesamtfonds - 2 in „ein Schwanken im Gleichgewicht des Reich-
tums zwischen den Beteiligten“ - ? Mehrwerts

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Erste Seite der „Theorien über den Mehrwert“
in der Handschrift von Marx
(Beginn des Heftes VI des Manuskripts von 1861-1863)


Manufakturen zu fördern ... die gewerblichen Unternehmer regulieren ihre Lebens-
weise und ihre Ausgaben nach ihrem sicheren Profit“. (l.c.p.246.)

Hieraus geht klar hervor: Der Profit des „manufacturer’s“, des einzelnen
Kapitalisten, ist stets relative profit, stets profit upon alienation, stets ab-
geleitet aus dem Überschuß des Preises der Ware über ihren Realwert, aus
ihrem Verkauf über ihren Wert hinaus. Würden also alle Waren zu ihrem
Wert verkauft, so existierte kein Profit.

Steuart hat ein eignes Kapitel darüber geschrieben, untersucht aus-
führlich: „How profits consolidate into prime cost“! (vol. III, l.c.p. 11 sq.).

Steuart verwirft einerseits die Vorstellung des Monetar- und Merkan-
tilsystems, wonach der Verkauf der Waren über ihrem Wert und der daher
entspringende Profit Mehrwert erzeugt, eine positive Vermehrung des
Reichtums*; andrerseits bleibt er bei ihrer Ansicht stehen, daß der Profit des
einzelnen Kapitals nichts ist als dieser Überschuß des Preises über den [222]
Wert, der profit upon alienation, der aber nach ihm nur relativ ist, den Ge-
winn auf der einen Seite durch den Verlust auf der andren kompensiert und
dessen Bewegung daher nichts ist als „a vibration of the balance of wealth
between parties“.

In dieser Beziehung ist also Steuart der rationelle Ausdruck des Mone-
tar- und Merkantilsystems.

Sein Verdienst um die Auffassung des Kapitals beruht auf der Nach-
weisung, wie der Scheidungsprozeß zwischen den Produktionsbedingungen,
als dem Eigentum [einer] bestimmten Klasse, und dem Arbeitsvermögen!!?!
vorgeht. Mit diesem Entstehungsprozeß des Kapitals - ohne ihn noch direkt
als solchen aufzufassen, obgleich er ihn als Bedingung der großen Industrie
auffaßt - ist er viel beschäftigt; er betrachtet den Prozeß namentlich in der
Agrikultur; und erst durch diesen Scheidungsprozeß in der Agrikultur ent-
steht richtig bei ihm die Manufakturindustrie als solche. Dieser Scheidungs-
prozeß ist bei A.Smith schon als fertig vorausgesetzt.

(Steuarts Buch 1767. (London), Turgots 1766, A.Smiths 1775.) 1%

* Indes nimmt das Monetarsystem selbst diesen Profit nicht innerhalb eines Lan-
des an, sondern nur im Austausch mit andren Ländern. Es bleibt dabei im Merkantil-
system hängen, daß dieser Wert sich in Geld darstellt (Gold und Silber) und der Mehr-
wert daher in der Handelsbilanz, die mit Geld saldiert wird, sich ausdrückt.?

1, Wie die Profite sich in den Produktionskosten konsolidieren” — ? die Fußnote findet
sich in der Handschrift quer am Rande : :

## [ZWEITES KAPITEL] Die Physiokraten

II. Verlegung der Untersuchung
über den Ursprung des Mehrwerts aus der Sphäre der Zirkulation
in: die Sphäre der unmittelbaren Produktion.
Die Grundrente als einzige Form des Mehrwerts]

Die Analyse des Kapitals, innerhalb des bürgerlichen Horizonts, gehört
wesentlich den Physiokraten. Dies Verdienst ist es, das sie zu den eigent-
lichen Vätern der modernen Ökonomie macht. Erstens die Analyse der ver-
schiednen gegenständlichen Bestandteile, in denen das Kapital während des
Arbeitsprozesses existiert und sich auseinanderlegt. Den Physiokraten kann
man nicht zum Vorwurf machen, daß sie, wie alle ihre Nachfolger, diese
gegenständlichen Daseinsweisen, wie Instrument, Rohstoff etc., getrennt
von den gesellschaftlichen Bedingungen, worin sie in der kapitalistischen
Produktion erscheinen, kurz, in der Form, worin sie Elemente des Arbeits-
prozesses überhaupt sind, unabhängig von seiner gesellschaftlichen Form,
als Kapital auffassen und damit die kapitalistische Form der Produktion zu
einer ewigen Naturform derselben machen. Für sie erscheinen notwendig
die bürgerlichen Formen der Produktion als die Naturformen derselben.
Es war ihr großes Verdienst, daß sie diese Formen als physiologische
Formen der Gesellschaft auffaßten: als aus der Naturnotwendigkeit der
Produktion selbst hervorgehende Formen, die von Willen, Politik usw.
unabhängig sind. Es sind materielle Gesetze; der Fehler nur, daß das
materielle Gesetz einer bestimmten historischen Gesellschaftsstufe als ab-
straktes, alle Gesellschaftsformen gleichmäßig beherrschendes Gesetz auf.
gefaßt wird.

Außer dieser Analyse der gegenständlichen Elemente, in denen das
Kapital innerhalb des Arbeitsprozesses besteht, bestimmen die Physiokraten

die Formen, die das Kapital in der Zirkulation annimmt (capital fixe,
capital circulant!, wenn bei ihnen auch noch mit andren Namen), und
überhaupt den Zusammenhang zwischen dem Zirkulationsprozeß und Re-
produktionsprozeß des Kapitals. Darauf zurückzukommen im Kapitel über
die Zirkulation. 31

In diesen beiden Hauptpunkten hat A.Smith die Hinterlassenschaft der
Physiokraten angetreten. Sein Verdienst - in dieser Beziehung - beschränkt
sich auf Fixierung der abstrakten Kategorien, festere Taufnamen, die er
den von den Physiokraten analysierten Unterschieden gibt.

1223] Grundlage für die Entwicklung der kapitalistischen Produktion
ist, wie wir sahen!!®!, überhaupt, daß das Arbeitsvermögen als die den Ar-
beitern angehörige Ware den Arbeitsbedingungen als im Kapital an sich
festhaltenden und von ihnen unabhängig existierenden Waren gegenüber-
tritt. Als Ware ist die Bestimmung des Werts des Arbeitsvermögens wesent-
lich. Dieser Wert ist gleich der Arbeitszeit, die erheischt ist, um die zur
Reproduktion des Arbeitsvermögens notwendigen Lebensmittel zu erzeu-
gen, oder gleich dem Preis der zur Existenz des Arbeiters als Arbeiter not-
wendigen Lebensmittel. Nur auf dieser Grundlage tritt Differenz zwischen
dem Wert und der Verwertung des Arbeitsvermögens ein, eine Differenz,
die bei keiner andren Ware existiert, da der Gebrauchswert, also auch der
Gebrauch keiner andren Ware, ihren Tauschwert oder die aus ihr resul-
tierenden Tauschwerte erhöhen kann. Grundlage also für die moderne Öko-
nomie, deren Geschäft die Analyse der kapitalistischen Produktion ist, den
Wert des Arbeitsvermögens als etwas Fixes, als gegebne Größe - was er auch
praktisch in jedem bestimmten Fall ist - aufzufassen. Das Minimum des
Salairs bildet daher richtig die Achse der physiokratischen Lehre. Diese
Festsetzung war ihnen möglich, obgleich sie die Natur des Werts selbst
noch nicht erkannt hatten, weil dieser Wert des Arbeitsvermögens sich in dem
Preis der notwendigen Lebensmittel, daher in einer Summe bestimmter
Gebrauchswerte darstellt. Ohne über die Natur des Werts überhaupt klar
zu sein, konnten sie daher den Wert des Arbeitsvermögens, soweit es zu
ihren Untersuchungen nötig war, als eine bestimmte Größe auffassen.
Wenn sie ferner darin fehlten, daß sie dies Minimum als eine unveränder-
liche Größe auffaßten, die bei ihnen ganz von der Natur bestimmt ist, nicht
von der historischen Entwicklungsstufe, [die] selbst eine Bewegungen
unterworfne Größe ist, so ändert dies an der abstrakten Richtigkeit ihrer
Schlüsse nichts, da die Differenz zwischen dem Wert und der Verwertung

1 fixes Kapital, zirkulierendes Kapital

14 Zweites Kapitel

des Arbeitsvermögens durchaus nicht davon abhängt, ob man den Wert
groß oder klein annimmt.

Die Physiokraten haben die Untersuchung über den Ursprung des Mehr-
werts aus der Sphäre der Zirkulation in die Sphäre der unmittelbaren Pro-
duktion selbst verlegt und damit die Grundlage zur Analyse der kapitali-
stischen Produktion gelegt.

Ganz richtig stellen sie den Fundamentalsatz auf, daß nur die Arbeit
produktiv ist, die einen Mehrwert schafft, in deren Produkt also ein höherer
Wert enthalten ist, als die Summe der Werte beträgt, die während der Pro-
duktion dieses Produkts aufgezehrt wurden. Da nun der Wert von Rohstoff
und Material gegeben ist, der Wert des Arbeitsvermögens aber gleich dem
Minimum des Salairs, so kann dieser Mehrwert offenbar nur bestehn in
dem Überschuß der Arbeit, die der Arbeiter dem Kapitalisten zurückgibt
über das Quantum Arbeit hinaus, das er in seinem Salair empfängt. In die-
ser Form erscheint er allerdings nicht bei den Physiokraten, weil sie den
Wert überhaupt noch nicht auf seine einfache Substanz, Arbeitsquantität
oder Arbeitszeit, reduziert! haben.

224] Ihre Darstellungsweise ist natürlich notwendig bestimmt durch
ihre allgemeine Auffassung von der Natur des Werts, der bei ihnen nicht
eine bestimmte gesellschaftliche Daseinsweise der menschlichen Tätigkeit
(Arbeit) ist, sondern aus Stoff besteht, aus Erde, Natur und den verschie-
denen Modifikationen dieses Stoffs.

Die Differenz zwischen dem Wert des Arbeitsvermögens und seiner Ver-
wertung — also der Mehrwert, den der Kauf des Arbeitsvermögens seinem
Anwender verschafft - erscheint am handgreiflichsten, unwidersprechlich-
sten von allen Produktionszweigen in der Agrikultur, in der Urproduktion.
Die Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter jahraus, jahrein verzehrt,
oder die Masse Stoff, die er konsumiert, ist geringer als die Summe der
Lebensmittel, die er produziert. In der Manufaktur sieht man überhaupt
den Arbeiter nicht direkt weder seine Lebensmittel noch den Überschuß
über seine Lebensmittel produzieren. Der Prozeß ist vermittelt durch Kauf
und Verkauf, durch die verschiednen Akte der Zirkulation, und erheischt
zu seinem Verständnis Analyse des Werts überhaupt. In der Agrikultur
zeigt er sich unmittelbar im Überschuß der produzierten Gebrauchswerte
über die vom Arbeiter konsumierten Gebrauchswerte, kann also ohne Ana-
lyse des Werts überhaupt, ohne klares Verständnis von der Natur des

% In der Handschrift: realisiert; das daruntergeschriebene Wort — reduziert - stammt
offenbar von Engels (vgl. nebenstehendes Faksimile)- :

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7

Eine Seite der „Theorien über den Mehrwert“

in der Handschrift von Marx mit einer Korrektur von Engels


Werts begriffen werden. Also auch, wenn der Wert auf Gebrauchswert und
dieser auf Stoff überhaupt reduziert wird. Die Agrikulturarbeit ist den
Physiokraten daher die einzige produktive Arbeit, weil die einzige Arbeit,
die einen Mehrwert schafft, und die Grundrente ist die einzige Form des
Mehrwerts, die sie kennen. Der Arbeiter in der Manufaktur vermehrt den
Stoff nicht; er verändert nur die Form desselben. Das Material - die Masse
des Stoffs - ist ihm gegeben von der Agrikultur. Er setzt allerdings dem
Stoff Wert zu, nicht durch seine Arbeit, sondern durch die Produktions-
kosten seiner Arbeit: durch die Summe der Lebensmittel, die er während
seiner Arbeit verzehrt gleich dem Minimum des Salairs, das er von der
Agrikultur erhält. Weil die Agrikulturarbeit als die einzig produktive Arbeit
aufgefaßt wird, wird die Form des Mehrwerts, die die Agrikulturarbeit
von der industriellen Arbeit scheidet, die Grundrente, als die einzige Form
des Mehrwerts aufgefaßt.

Der eigentliche Profit des Kapitals, von dem die Grundrente selbst nur
ein Abzweiger, existiert bei den Physiokraten daher nicht. Der Profit er-
scheint ihnen nur als eine Art höhrer Arbeitslohn, der von den Grund-
eigentümern gezahlt wird, den die Kapitalisten als Revenue verzehren (also
ebenso in die Kosten ihrer Produktion eingeht wie das Minimum des Salairs
bei den gewöhnlichen Arbeitern) und der den Wert des Rohstoffes ver-
mehrt, weil er in die Konsumtionskosten eingeht, die der Kapitalist, [der] In-
dustrielle, verzehrt, während er das Produkt produziert, den Rohstoff in
neues Produkt umwandelt.

Der Mehrwert in der Form des Geldzinses - andre Abzweigung des Pro-
fits - wird von einem Teil der Physiokraten, wie dem ältren Mirabeau, da-
her für naturwidrigen Wucher erklärt. Turgot dagegen leitet seine Berech-
tigung daher, daß der Geldkapitalist Land, also Grundrente, kaufen könnte,
ihm also sein Geldkapital soviel Mehrwert schaffen muß, als er erhielte,
wenn er es in Grundbesitz verwandelte. Damit ist also auch der Geldzins
kein neugeschaffner Wert, nicht Mehrwert; sondern es ist nur erklärt, war-
um ein Teil des von den Grundeigentümern erworbnen Mehrwertis dem
Geldkapitalisten unter der Form des Zinses zufließt, ganz wie aus andren
Gründen |]225| erklärt ist, warum dem industriellen Kapitalisten ein Teil
dieses Mehrwerts unter der Form des Profits zufließt. Weil die Agrikultur-
arbeit die einzig produktive Arbeit ist, die einzige Arbeit, die Mehrwert
schafft, ist die Form des Mehrwerts, welche die Agrikulturarbeit von allen
andren Zweigen der Arbeit unterscheidet, die Grundrente, die allgemeine
Form des Mehrwerts. Industrieller Profit-und Geldzins sind nur verschiedne
Rubriken, worin sich die Grundrente verteilt und zu bestimmten Teilen

18 Zweites Kapitel

aus der Hand der Grundeigentümer in die Hand andrer Klassen übergeht.
Ganz umgekehrt, wie die spätern Ökonomen seit A.Smith - weil sie den
industriellen Profit mit Recht als die Gestalt fassen, worin der Mehrwert ur-
sprünglich vom Kapital angeeignet wird, daher als die ursprüngliche all-
gemeine Form des Mehrwerts -Zins und Grundrente nur als Abzweigungen
des industriellen Profits darstellen, der vom industriellen Kapitalisten an
verschiedne Klassen, die Mitbesitzer des Mehrwerts sind, distribuiert
worden.

Außer dem schon angegebnen Grund - weil die Agrikulturarbeit die
Arbeit ist, worin das Schaffen des Mehrwerts materiell handgreiflich er-
scheint, und abgesehn von den Zirkulationsprozessen - hatten die Physio-
kraten mehrere andre Motive, die ihre Auffassung erklären.

Einmal, weil in der Agrikultur die Grundrente als drittes Element er-
scheint, als eine Form des Mehrwerts, die sich nicht in der Industrie oder
nur verschwindend findet. Es war der Mehrwert über den Mehrwert (Pro-
fit) hinaus, also die handgreiflichste und auffallendste Form des Mehr-
werts, der Mehrwert in zweiter Potenz.

„Durch die Landwirtschaft“, wie der naturwüchsige Ökonom Karl Arnd, „Die
naturgemäße Volkswirthschaft etc.“, Hanau 1845, p.461, 462, sagt, wird „ein Wert - in
der Bodenrente - erzeugt, welcher in den Gewerben und im Handel nicht vorkömmt;
ein Wert, welcher übrigbleibt, wenn aller aufgewendete Arbeitslohn und alle verwen-
dete Kapitalrente ersetzt sind.“

Zweitens. Abstrahiert man vom auswärtigen Handel - was die Physio-
kraten zur abstrakten Betrachtung der bürgerlichen Gesellschaft richtig
taten und tun mußten -, so ist es klar, daß die Masse der in der Manufaktur
etc. beschäftigten, selbständig von der Agrikultur losgelösten Arbeiter be-
stimmt ist — dies die „freien Hände“, wie Steuart sie nennt -, bestimmt ist
durch die Masse der Agrikulturprodukte, die die Ackerbauarbeiter über
ihren eignen Konsum hinaus produzieren.

„Es ist unverkennbar, daß die relative Anzahl von Menschen, die, ohne selbst
Ackerbauarbeit zu leisten, unterhalten werden können, völlig nach den Produktiv-

kräften der Ackerbauer gemessen werden muß.“ (R. Jones, „On the Dist. of Wealth“,
London 1831, p.159, 160.)

Da die Agrikulturarbeit so Naturbasis (sieh hierüber in einem frühren
Heft!) nicht nur für die Surplusarbeit in ihrer eignen Sphäre, sondern
für die Verselbständigung aller andren Arbeitszweige, also auch für den in
denselben geschaffnen Mehrwert, so klar, daß sie als Schöpfer des Mehr-
werts aufgefaßt werden mußte, solange überhaupt bestimmte, konkrete

Arbeit, nicht die abstrakte Arbeit und ihr Maß, die Arbeitszeit, als Sub-
stanz des Werts aufgefaßt sind.

1226] Drittens. Aller Mehrwert, nicht nur der relative, sondern der ab-
solute, beruht auf einer gegebnen Produktivität der Arbeit. Wäre die Pro-
duktivität der Arbeit erst zu dem Grad entwickelt, daß die Arbeitszeit
eines Mannes nur hinreichte, um ihn selbst am Leben zu erhalten, um seine
eignen Lebensmittel zu produzieren und reproduzieren, so gäbe es keine
Surplusarbeit und keinen Surpluswert, fände überhaupt keine Differenz
zwischen dem Wert des Arbeitsvermögens und seiner Verwertung statt.
Die Möglichkeit der Surplusarbeit und des Surpluswerts daher geht von
einer gegebnen Produktivkraft der Arbeit aus, einer Produktivkraft, die das
Arbeitsvermögen befähigt, mehr als seinen eignen Wert wiederzuerzeugen,
über die durch seinen Lebensprozeß gebotne Bedürftigkeit hinaus zu pro-
duzieren. Und zwar muß diese Produktivität, diese Stufe der Produktivität,
von der als Voraussetzung ausgegangen wird, zunächst, wie wir in Zweitens
gesehn haben, in der Agrikulturarbeit vorhanden sein, erscheint also als
Naturgabe, Produktivkraft der Natur. Hier in der Agrikultur ist von vorn-
herein die Mitarbeit der Naturkräfte - die Erhöhung der menschlichen Ar-
beitskraft durch Anwendung und Exploitation der Naturkräfte - ein Auto-
mat, im großen und ganzen gegeben. Diese Benutzung der Naturkräfte im
großen erscheint in der Manufaktur erst bei der Entwicklung der großen
Industrie. Eine bestimmte Entwicklungsstufe der Agrikultur, sei es im eignen
Land, sei es in fremden Ländern, erscheint als Basis für die Entwicklung
des Kapitals. Hier fällt der absolute Mehrwert soweit mit dem relativen zu-
sammen. (Dies macht Buchanan - großer Gegner der Physiokraten - selbst
gegen A.Smith geltend, indem er nachzuweisen sucht, daß auch dem Auf-
kommen der modernen städtischen Industrie Agrikulturentwicklung vor-
herging.)

Viertens. Da es das Große und Spezifische der Physiokratie ist, den Wert
und den Mehrwert nicht aus der Zirkulation, sondern aus der Produktion
abzuleiten, beginnt sie, im Gegensatz zum Monetar- und Merkantilsystem,
notwendig mit dem Produktionszweig, der überhaupt abgesondert, unab-
hängig von der Zirkulation, von dem Austausch gedacht werden kann und
nicht den Austausch zwischen Mensch und Mensch, sondern nur zwischen
Mensch und Natur voraussetzt.


20 Zweites Kapitel

### [2. Widersprüche im System der Physiokratie:
seine feudale Hülle und sein bürgerliches Wesen;
Zwieschlächtigkeit in der Erklärung des Mehrwerts]

Daher die Widersprüche im System der Physiokratie.

Es ist in der Tat das erste System, das die kapitalistische Produktion
analysiert und die Bedingungen, innerhalb deren Kapital produziert wird
und innerhalb deren das Kapital produziert, als ewige Naturgesetze der
Produktion darstellt. Andrerseits erscheint es vielmehr als eine bürgerliche
Reproduktion des Feudalsystems, der Herrschaft des Grundeigentums;
und die industriellen Sphären, innerhalb deren das Kapital sich zuerst
selbständig entwickelt, erscheinen vielmehr als „unproduktive“ Arbeits-
zweige, bloße Anhängsel der Agrikultur. Die erste Bedingung der Kapital-
entwicklung ist die Trennung des Grundeigentums von der Arbeit, das
selbständige Gegenübertreten der Erde - dieser Urbedingung der Arbeit -
als selbständige Macht, in der Hand einer besondren Klasse befindliche
Macht, gegenüber dem freien Arbeiter. In dieser Darstellung erscheint da-
her der Grundeigentümer als der eigentliche Kapitalist, das heißt der An-
eigner der Surplusarbeit. Der Feudalismus wird so sub specie! der bürger-
lichen Produktion reproduziert und erklärt wie die Agrikultur als der Pro-
duktionszweig, worin sich die kapitalistische Produktion - d.h. die Pro-
duktion des Mehrwerts - ausschließlich darstellt. Indem so der Feudalis-
‘mus verbürgerlicht wird, erhält die bürgerliche Gesellschaft einen feudalen
Schein.

Dieser Schein täuschte die adligen Anhänger des Dr. Quesnay wie den
schrullenhaft patriarchalischen alten Mirabeau. Bei den weiteren Köpfen
1227| des physiokratischen Systems, namentlich Turgot, verschwindet die-
ser Schein vollständig und stellt sich das physiokratische System als die
innerhalb des Rahmens der feudalen Gesellschaft durchdringende neue
kapitalistische Gesellschaft dar. Es entspricht dies also der bürgerlichen Ge-
sellschaft in der Epoche, worin sie aus dem Feudalwesen herausbricht. Der
Ausgangspunkt ist daher in Frankreich, in einem vorherrschend acker-
bauenden Land, nicht in England, einem vorherrschend industriellen, kom-
merziellen und seefahrenden Land. Hier ist natürlich der Blick auf die Zir-
kulation gerichtet, daß das Produkt erst als Ausdruck der allgemeinen gesell-
schaftlichen Arbeit - [als] Geld - Wert erhält, Ware wird. Soweit es sich

1 in der Gestalt


daher nicht um die Form des Werts handelt, sondern um die Wertgröße
und die Verwertung, liegt hier der profit upon expropriation!, d.h. der von
Steuart geschilderte relative Profit zur Hand. Soll aber das Schaffen des
Mehrwerts in der Produktionssphäre selbst nachgewiesen werden, so muß
zunächst zum Arbeitszweig zurückgegangen werden, worin er sich unab-
hängig von der Zirkulation darstellt, zur Agrikultur. Diese Initiative ist
daher in einem Land vorherrschender Agrikultur geschehn. Den Physio-
kraten verwandte Ideen finden sich bruchweis bei ihnen vorhergehenden
alten Schriftstellern, wie zum Teil in Frankreich selbst bei Boisguillebert.
Bei ihnen erst werden sie epochemachendes System.

Der Agrikulturarbeiter, auf das Minimum des Lohns angewiesen, das
strict n&cessaire?, reproduziert mehr als dies strict n&cessaire, und dies Mehr
ist die Grundrente, der Mehrwert, der von den Eigentümern der Grund-
bedingung der Arbeit, der Natur, angeeignet wird. Es wird also nicht ge-
sagt: Der Arbeiter arbeitet über die für die Reproduktion seines Arbeits-
vermögens notwendige Arbeitszeit hinaus; der Wert, den er schafft, ist da-
her größer als der Wert seines Arbeitsvermögens; oder die Arbeit, die er
wiedergibt, ist größer als das Quantum Arbeit, das er in der Form des
Salairs erhält; sondern: Die Summe der Gebrauchswerte, die er während
der Produktion verzehrt, ist kleiner als die Summe der Gebrauchswerite, die
er schafft, und so bleibt ein Surplus von Gebrauchswerten übrig. - Arbei-
tete er nur die Zeit, die zur Reproduktion seines eignen Arbeitsvermögens
nötig, so bliebe nichts übrig. Aber es wird nur der Punkt festgehalten, daß
die Produktivität der Erde ihn befähigt, in seiner Tagesarbeit, die als ge-
geben vorausgesetzt ist, mehr zu produzieren, alser zu konsumieren braucht,
um fortzuexistieren. Dieser Surpluswert erscheint also als Gabe der Natur,
durch deren Mitwirkung eine bestimmte Masse organischen Stoffs - Samen
von Pflanzen, Anzahl Tiere - die Arbeit befähigt, mehr unorganischen
Stoff in organischen zu verwandeln.

Ändrerseits ist es als selbstverständlich vorausgesetzt, daß der Grund-
eigentümer als Kapitalist dem Arbeiter gegenübertritt. Er zahlt ihm sein
Arbeitsvermögen, das der Arbeiter ihm als Ware anbietet, und im Ersatz
dafür erhält er nicht nur ein Äquivalent, sondern eignet sich die Verwer-
tung dieses Arbeitsvermögens an. Die Entfremdung der gegenständlichen
Bedingung der Arbeit und des Arbeitsvermögens selbst sind bei diesem
Austausch vorausgesetzt. Vom feudalen Grundeigentümer wird ausgegan-
gen, aber er tritt als Kapitalist auf, als bloßer Warenbesitzer, der die von

1 Entäußerungsprofit - ? Allernotwendigste

22 Zweites Kapitel

ihm gegen Arbeit ausgetauschten Waren verwertet, nicht nur ihr Äquiva-
lent, sondern ein Surplus über dieses Äquivalent zurückerhält, weil er das
Arbeitsvermögen nur als Ware zahlt. Als Warenbesitzer tritt er dem freien
Arbeiter gegenüber. Oder dieser Grundeigentümer ist wesentlich Kapita-
list. Auch in dieser Hinsicht die Wahrheit des physiokratischen Systems,
als die Loslösung des Arbeiters von der Erde und vom Grundeigentum
Grundbedingung |]228] für die kapitalistische Produktion und die Produk-
tion des Kapitals ist.

In demselben System daher die Widersprüche: daß ihm!, das zuerst den
Mehrwert aus der Aneignung fremder Arbeit erklärt und zwar letztre auf
Grundlage des Warenaustauschs erklärt, der Wert überhaupt nicht eine
Form der gesellschaftlichen Arbeit und der Mehrwert nicht Mehrarbeit ist,
sondern der Wert bloßer Gebrauchswert, bloßer Stoff, und der Mehrwert
bloße Gabe der Natur, die an die Stelle eines gegebnen Quantums organi-
schen Stoffes ein größres Quantum der Arbeit zurückgibt. Einerseits ist die
Grundrente - also die wirkliche ökonomische Form des Grundeigentums -
von seiner feudalen Hülle abgeschält, auf bloßen Mehrwert, über das Ar-
beitssalair [hinaus], reduziert. Andrerseits ist wieder feudalistisch dieser
Mehrwert aus der Natur, nicht aus der Gesellschaft, aus dem Verhältnis
zur Erde, nicht aus dem Verkehr abgeleitet. Der Wert selbst löst sich in
bloßen Gebrauchswert, daher Stoff auf. Andrerseits interessiert an diesem
Stoff bloß die Quantität, der Überschuß der produzierten Gebrauchswerte
über die konsumierten, also das bloß quantitative Verhältnis der Ge-
brauchswerte zueinander, der bloße Tauschwert derselben, der sich schließ-
lich in Arbeitszeit auflöst.

Es sind dies alles Widersprüche der kapitalistischen Produktion, die sich
aus der feudalen Gesellschaft herausarbeitet und letztere selbst nur mehr
bürgerlich interpretiert, ihre eigentümliche Form aber noch nicht gefunden
hat, wie etwa die Philosophie, die sich erst in der religiösen Form des Be-
wußtseins herauskonstruiert und damit einerseits die Religion als solche
vernichtet, andrerseits positiv [sich] selbst nur noch in dieser iidealisierten,
in Gedanken aufgelösten religiösen Sphäre bewegt.

Daher auch in den Konsequenzen, die die Physiokraten selbst ziehn, die
scheinbare Verherrlichung des Grundeigentums in [dessen] ökonomische
Verneinung und Bestätigung der kapitalistischen Produktion umschlägt.
Einerseits werden alle Steuern auf die Grundrente verlegt, oder das Grund-
eigentum wird in andren Worten partialiter konfisziert, was die französische

3 In der Handschrift: es


Revolutionsgesetzgebung durchzuführen suchte und das Resultat der Ri-
cardoschen ausgebildeten modernen Ökonomiel®! ist. Indem die Steuer
ganz auf die Grundrente gewälzt wird, weil sie der einzige Mehrwert ist -
daher jede Besteurung andrer Einkommensformen nur auf einem Umweg,
daher nur auf ökonomisch schädlichem Wege, in einer die Produktion hem-
menden Weise das Grundeigentum besteuert - wird die Steuer und damit
alle Staatsintervention von der Industrie selbst entfernt und diese so von
aller Staatsintervention befreit. Angeblich geschieht dies zum Besten des
Grundeigentums, nicht im Interesse der Industrie, sondern des Grund-
eigentums. Damit zusammenhängend: Laissez faire, laissez aller!!?]; die
ungehinderte freie Konkurrenz, Beseitigung aller Staatseinmischung, Mo-
nopole etc. von der Industrie. Da die Industrie nichts schafft, nur verwan-
delt in andre Form die ihr von der Agrikultur gegebnen Werte, denen sie
keinen neuen Wert zusetzt, sondern als Äquivalent nur in andrer Form die
ihr gelieferten Werte zurückgibt, so ist es natürlich wünschenswert, daß
dieser Verwandlungsprozeß ohne Störungen vor sich geht und in der wohl-
feilsten Weise; und dies wird nur durch die freie Konkurrenz bewirkt, in-
dem die kapitalistische Produktion sich selbst überlassen wird. Die Eman-
zipation der bürgerlichen Gesellschaft von der auf den Trümmern der Feu-
dalgesellschaft errichteten absoluten Monarchie findet also nur im Inter-
esse des in einen Kapitalisten | verwandelten und auf bloße Bereich-
rung bedachien feudalen Grundeigentümers statt. Die Kapitalisten sind
nur Kapitalisten im Interesse des Grundeigentümers, ganz wie die weiter
entwickelte Ökonomie sie nur Kapitalisten im Interesse der arbeitenden
Klasse sein läßt.

Man sieht also, wie wenig moderne Ökonomen, [wie] Herr Eugene
Daire, der Herausgeber der Physiokraien samt seiner gekrönten Preisschrift
über dieselben, die Physiokratie verstanden haben, wenn sie ihre spezi-
fischen Sätze über die ausschließliche Produktivität der Agrikulturarbeit,
über die Grundrente als den einzigen Mehrwert, über die hervorragende
Stellung der Grundeigentümer im System der Produktion, ohne Zusam-
menhang und nur zufällig zusammengebracht mit ihrer Proklamation der
freien Konkurrenz, dem Prinzip der großen Industrie, der kapitalistischen
Produktion finden. Man begreift zugleich, wie der feudale Schein dieses
Systems, ganz wie der aristokratische Ton der Aufklärung, eine Masse von:
feudalen Herrn zu Schwärmern für ein System und Verbreitern eines Sy-
stems machen mußte, das wesentlich das bürgerliche Produktionssystem
auf den Ruinen des feudalen proklamierte.

24 Zweites Kapitel

### [3. Drei Klassen der Gesellschaft bei Quesnay.
Weitere Entwicklung der physiokratischen Theorie durch Turgot: Elemente
einer tieferen Analyse der kapitalistischen Verhältnisse]

Wir werden jetzt eine Reihe Stellen durchgehn, teils zur Erläuterung,
teils zum Beweis der oben aufgeführten Sätze.

Bei Quesnay selbst in der „Analyse du Tableau Economique“ besteht die
Nation aus 3 Klassen von Bürgern:

„die produktive Klasse“ (agricultural labourers!), „die Klasse der Grundeigentümer und
die sterile Klasse“ („alle die Bürger, die mit anderen Diensten und mit anderen Arbeiten
als denen der Agrikultur beschäftigt sind“). („Physiocrates etc.“, edit. Eugene Daire,
Paris 1846, I. partie, p.58.)

Als produktive Klasse, als Klasse, die den Mehrwert schafft, erscheinen
nur die Agrikulturarbeiter, nicht die Grundeigentümer. Die Wichtigkeit
dieser classe des proprietaires?, die nicht „steril“ ist, weil sie den „Mehr-
wert“ darstellt, rührt nicht daher, daß sie diesen Mehrwert schafft, sondern
ausschließlich daher, daß sie ihn aneignet.

Turgot am entwickeltsten. Bei ihm wird auch das pur don de la nature?
stellenweis dargestellt als Surplusarbeit, und andrerseits die Notwendigkeit
des Arbeiters, das über sein Salair Nötige abzugeben, aus der Loslösung des
Arbeiters von den Arbeitsbedingungen [erklärt] und dem ihm Gegenüber-
treten derselben als Eigentum einer Klasse, die damit Handel treibt.

Der erste Grund, warum die Agrikulturarbeit allein produktiv, daß sie
die Naturbasis und Voraussetzung für das selbständige Betreiben aller and-
ren Arbeiten.

„Seine“ (du laboureur‘) „Arbeit bewahrt in der Reihe der unter die verschiede-
nen Mitglieder der Gesellschaft verteilten Arbeiten denselben Vorrang..., den unter
den verschiedenen Arbeiten, die er im Zustand der Vereinzelung zur Befriedigung
seiner verschiedenartigen Bedürfnisse aufwenden mußte, die zur Gewinnung seiner
Nahrung notwendige Arbeit eirnahm. Es handelt sich hier nicht um einen Vorrang
der Ehre oder Würde, sondern der Naturnotwendigkeit... Das, was seine Arbeit aus
dem Boden über das zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse Notwendige
hervorbringen läßt, bildet den einzigen Fonds der Löhne, die alle anderen Mitglieder
der Gesellschaft im Austausch für ihre Arbeit erhalten. Indem diese nun den in diesem
Austausch erhaltenen Preis benutzen, ihrerseits die Erzeugnisse des Landinanns zu
kaufen, geben sie ihm genau nur das zurück“ (in Materie), „was sie erhalten haben,

3

1 Landarbeiter - ? Klasse der Grundeigentümer - 3 reine Geschenk der Natur — ? des

Landmanns


Das ist ein wesentlicher Unterschied ||230] zwischen diesen beiden Arten von Arbeit.“
(„Reflexions sur la Formation et la Distribution des Richesses“ (1766). Turgot, CEuvres,
edit. Daire, t. I, Paris 1844, p.9, 10.)

Wie entspringt nun der Mehrwert? Er entspringt nicht aus der Zirkula-
tion, aber er realisiert sich in derselben. Das Produkt wird zu seinem Wert
verkauft, nicht über seinem Wert. Kein Überschuß des Preises über den
Wert. Aber weil es zu seinem Wert verkauft wird, realisiert der Verkäufer
einen Mehrwert. Dies ist nur möglich, weil er den Wert, den er verkauft,
selbst nicht ganz bezahlt hat oder weil das Produkt vom Verkäufer unbezahl-
ten, nicht durch Äquivalent ersetzten Wertbestandteil enthält!. Und dies ist
der Fall bei der Agrikulturarbeit. Er verkauft, was er nicht gekauft hat.
Dies nicht Gekaufte stellt Turgot zunächst als pur don de la nature dar.
Wir werden aber sehn, daß dies pur don de la nature sich ihm unter der
Hand in die vom proprietaire? nicht gekaufte Surplusarbeit der labourers?
verwandelt, die er in den Agrikulturprodukten verkauft.

„Sobald die Arbeit des Landmanns über seine Bedürfnisse hinaus produziert, kann
er mit diesem Überschuß, den ihm die Natur als reines Geschenk über den Lohn für
seine Mühen hinaus gewährt, die Arbeit der anderen Mitglieder der Gesellschaft
kaufen. Diese gewinnen durch den Verkauf ihrer Arbeit an ihn nur ihren Lebensunter-
halt; der Landmann dagegen erwirbt außer seinem Unterhalt einen unabhängigen und
verfügbaren Reichtum, den er nicht gekauft hat und den er verkauft. Ex ist also die
einzige Quelle der Reichtümer, die durch ihre Zirkulation alle Arbeiten der Gesell-
schaft beleben, weil. er der einzige ist, dessen Arbeit etwas über den Lohn der Arbeit hinaus
produziert.“ (l.c. p.11.)

In dieser ersten Auffassung erstens das Wesen des Mehrwerts, daß er
Wert ist, der im Verkauf realisiert wird, ohne daß der Verkäufer ein Äqui-
valent dafür gegeben, ohne daß er ihn gekauft hat. Unbezahlter Wert. Aber
zweitens wird dies als pur don de la nature aufgefaßt, dieser Überschuß
über das salaire du travail*; indem es, überhaupt Gabe der Natur, von der
Produktivität der Natur abhängt, daß der Arbeiter fähig ist, in seinem Ar-
beitstag mehr, als zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens nötig ist,
mehr, als sein salaire beträgt, zu produzieren. In dieser ersten Auffassung
wird das Gesamtprodukt noch vom Arbeiter selbst angeeignet. Und dies
Gesamtprodukt zerfällt in 2 Teile. Der erste bildet sein Salair; er wird sich
selbst gegenüber als Lohnarbeiter dargestellt, der sich den Teil des Pro-
dukts zahlt, der zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens, seiner Sub-
sistenz nötig ist. Der zweite Teil, der darüber hinausgeht, ist Gabe der Natur

1 In der Handschrift: erhält - * Grundeigentümer - ® Landarbeiter - * den Arbeitslohn

26 Zweites Kapitel

und bildet den Mehrwert. Die Natur dieses Mehrwerts, dieses pur don de
la nature, wird sich aber näher gestalten, sobald die Voraussetzung des
proprietaire cultivateur! aufhört und beide Teile des Produkts, das salaire
und der Mehrwert, verschiedenen Klassen zufällen, der eine dem Lohn-
arbeiter, der andre dem proprietaire.

Damit sich eine Klasse von Lohnarbeitern bildet, sei es in der Manu-
faktur, sei es in der Agrikultur selbst - zunächst erscheinen alle manufac-
turiers nur als stipendies?, Lohnarbeiter des cultivateur proprietaire? -,
müssen sich die Arbeitsbedingungen von dem Arbeitsvermögen trennen,
und die Grundlage dieser Trennung ist, daß die Erde selbst als Privat-
eigentum eines Teils der Gesellschaft erscheint, so daß der andre Teil von
dieser gegenständlichen Bedingung zur Verwertung seiner Arbeit aus-
geschlossen ist.

„In den ersten Zeiten brauchte der Grundeigentümer vom Bebauer des Landes
nicht unterschieden zu werden... In jenen ersten Zeiten, wo jeder arbeitsame Mensch
soviel Boden fand, wie er verlangte, konnte niemand sich veranlaßt fühlen, für
einen anderen zu arbeiten... Aber schließlich fand jedes Bodenstück seinen Herrn; und
diejenigen, die kein eigenes Grundeigentum erlangen konnten, fanden zunächst keinen
anderen Ausweg als den, die Arbeit ihrer Hände - im Dienst der besoldeten Klasse“
(nämlich la classe des artisans?, kurz aller Nichtagrikulturarbeiter) - „gegen den Über-
schuß der Erzeugnisse des landbebauenden Grundeigentümers auszutauschen.“ (p.12.)

Der proprietaire cultivateur, mit dem superflu considerable?, den die
Erde seiner Arbeit gab, konnte

„Leute bezahlen, damit sie seinen Boden bebauten; denn für die, die vom Arbeitslohn
leben, war es gleich, ob sie ihn durch diese oder durch irgendeine andere Tätigkeit
erwarben. Das Eigentum am Boden mußte daher von der Arbeit der Bodenbebauung ge-
trennt werden und wurde es auch bald... Die Grundeigentümer beginnen... die Arbeit
der Bodenbebauung auf entlohnte Bebauer abzuwälzen.“ (p. 13.)

Damit tritt also das Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit in der Agri-
kultur selbst ein. Es tritt erst ein, sobald eine Anzahl Menschen vom Eigen-
tum an den Arbeitsbedingungen - vor allem dem Grund und Boden - sich
losgelöst finden und nichts zu verkaufen haben als ihre Arbeit selbst.

Für den Lohnarbeiter nun, der keine Ware mehr produzieren kann, son-
dern seine Arbeit selbst verkaufen muß, wird das Minimum des Salairs, das
Äquivalent der notwendigen Lebensmittel, notwendig Gesetz in seinem
Austausch mit dem Eigentümer der Arbeitsbedingung.

I selbstwirtschaftenden Eigentümers - * Besoldete - * Grundeigentümers - * die

Klasse der Handwerker - 3 ansehnlichen Überschuß


„Der einfache Arbeiter, der nichts als seine Arme und seinen Fleiß besitzt, hat
nichts, außer wenn es ihm gelingt, seine Arbeit an andre zu verkaufen... Bei jeder
Art Arbeit muß es dahin kommen, und kommt es in der Tat dahin, daß der Lohn des
Arbeiters auf das begrenzt ist, was er notwendig zu seinem Lebensunterhalt braucht.“

(l.c.p.10.)
Sobald nun die Lohnarbeit eingetreten ist,

„teilt sich das Produkt des Bodens in zwei Teile: Der eine umfaßt den Lebensunter-
halt und den Gewinn des Landmanns, die den Lohn für seine Arbeit und die Be-
dingung bilden, zu der er es unternimmt, das Feld des Eigentümers zu bestellen; der
Rest ist jener unabhängige und verfügbare Teil, den die Erde als reines Geschenk dem
gibt, der sie bebaut, über seine Vorschüsse und den Lohn seiner Mühen hinaus; und
das bildet den Anteil des Eigentümers oder die Revenue, von der er ohne Arbeit leben
kann und die er verwendet, wie er will.“ (p.14.)

Dies pur don de la terre? erscheint jetzt aber schon bestimmt als Ge-
schenk, das sie dem gibt, „a celui qui la cultive“?, also als ein Geschenk, das
sie der Arbeit gibt; als Produktivkraft der auf die Erde verwandten Arbeit,
eine Produktivkraft, die sie infolge der Benutzung der Produktivkraft der
Natur besitzt und so aus der Erde schöpft, aber nur als Arbeit aus ihr
schöpft. In der Hand des proprietaire erscheint das Surplus daher nicht
mehr als „Geschenk der Natur“, sondern als Aneignung - ohne Äquivalent
fremder Arbeit, die durch die Produktivität der Natur befähigt ist, über ihr
eignes Bedürfnis hinaus Subsistenzmittel zu produzieren, aber durch ihre
Existenz als Lohnarbeit darauf beschränkt ist, von dem Produkt der Arbeit
sich nur „ce qui lui est necessaire pour lui procurer sa subsistance“? anzu-
eignen.

„Der Bebauer produziert seinen eigenen Lohn und außerdem die Revenue, die dazu
dient, die ganze Klasse der Handwerker und anderer Besoldeter zu entlohnen... Der
Grundeigentümer hat nichts ohne die Arbeit des Bebauers“ (also nicht durch pur don de
la nature); „er empfängt von ihm seine |]232| Lebensmittel und die Mittel zur Be-
zahlung der Arbeiten der anderen Besoldeten.... der Bebauer benötigt den Grundeigen-
tümer nur auf Grund der Konventionen und Gesetze.“ (l.c. p. 15.)

Hier also direkt der Mehrwert dargestellt als der Teil der Arbeit des
cultivateur, den sich der proprietaire ohne Äquivalent aneignet und dessen
Produkt er daher verkauft, ohne es gekauft zu haben. Nur ist es nicht der
Tauschwert als solcher, den Turgot im Aug hält, die Arbeitszeit selbst, son-
dern der Überschuß der Produkte, den die Arbeit des cultivateur über sein

1 reine Geschenk der Erde - ? „der sie bebaut“ -® „was er notwendig zu seinem Lebens-
unterhalt braucht“

28 Zweites Kapitel

eignes Salair hinaus dem proprietaire liefert; welcher Überschuß der Pro-
dukte aber nur vergegenständlicht das Quantum Zeit, das er, außer der Zeit,
die er für Reproduktion seines Salairs arbeitet, gratis für den proprietaire
arbeitet.

Wir sehn also, wie innerhalb der Agrikulturarbeit die Physiokraten den
Mehrwert richtig fassen, wie sie ihn als Produkt der Arbeit des Lohn-
arbeiters fassen, obgleich sie diese Arbeit selbst wieder in der konkreten
Form fassen, worin sie sich in den Gebrauchswerten darstellt.

Die kapitalistische Exploitation der Agrikultur -— „Pachten oder Mieten
von Land“ - wird, nebenbei bemerkt, von Turgot bezeichnet als „die vor-
teilhafteste Methode von allen, aber sie setzt ein Land voraus, das schon
reich ist“ (l.c. p.21).

[Bei Betrachtung des Mehrwerts aus der Sphäre der Zirkulation in die
Sphäre der Produktion überzugehen. D.h. ihn nicht nur aus dem Aus-
tausch von Ware gegen Ware abzuleiten, sondern vom Austausch, wie er
innerhalb der Produktion zwischen den Eigentümern der Arbeitsbedin-
gungen und den Arbeitern selbst vorgeht. Auch diese treten sich als Waren-
besitzer gegenüber, und daher ist keineswegs vom Austausch unabhängige
Produktion unterstellt.}

{Im physiokratischen System [sind] die proprittaires die salariantst, die
Arbeiter und manufacturiers in allen andern Industriezweigen salaries oder
stipendies?. Daher auch gouvernants und gouvern&s?.}

Turgot analysiert die Arbeitsbedingungen wie folgt:

„In jedem beliebigen Arbeitszweig muß der Arbeiter im voraus über Werkzeuge
verfügen und eine genügende Menge Materialien haben, die er bearbeitet; er muß die
Möglichkeit haben, bis zum Verkauf seiner Erzeugnisse seinen Unterhalt bestreiten
zu können.“ (p.34.)

Alle diese avances*, diese Bedingungen, unter denen die Arbeit allein
vorgehn kann, die also Voraussetzungen des Arbeitsprozesses sind, lieferte
die Erde ursprünglich gratis:

„Sie lieferte den ersten Fonds von Vorschüssen, der jeglicher Bodenbearbeitung
voranging“ in Früchten, Fischen, Tieren etc., und die Instrumente in Baumzweigen,
Steinen, bestiaux?, die sich durch Zeugungsprozeß vervielfältigen, außerdem jährliche
Produkte geben in „Milch, Wolle, Häuten und anderen Stoffen, welche neben dem aus
den Wäldern geholten Holz den ersten Fonds für gewerbliche Erzeugnisse bildeten.“

(p.34.)

1 Entlohnenden - ? Entlohnte oder Besoldete - ® Regierende und Regierte - * Vor-
schüsse - ° Haustieren


Diese Arbeitsbedingungen nun, diese avances der Arbeit werden zum
Kapital, sobald sie von einer dritten Person dem Arbeiter vorgeschossen
werden müssen, und dies ist der Fall von dem Augenblick, wo der Arbeiter
nichts besitzt als sein Arbeitsvermögen selbst.

„Als ein großer Teil der Gesellschaft einzig auf seiner Hände Arbeit angewiesen war,
mußten jene, die so von ihrem Lohn lebten, zunächst eiwas im voraus erhalten, sei es,
um sich Rohstoffe zu verschaffen, die sie verarbeiteten, sei es, um bis zur Auszahlung

ihres Lohnes zu leben.“ (p.37, 38.)

1233] Turgot erklärt „capitaux“ für „valeurs mobiliaires accumulees“!
(l.c.p.38). Ursprünglich zahlt der proprietaire oder cultivateur täglich
direkt das salaire und liefert die Materie, z.B. der Spinnerin von Flachs.
Sobald sich die Industrie entwickelt, größre Avancen und Beständigkeit
dieses Produktionsprozesses nötig. Dies ist dann unternommen von den
possesseurs of capitaux?, Im Preis ihrer Produkte müssen sie zurückhaben
alle ihre avances und Profit, gleich dem

„was ihm sein Geld eingebracht hätte, wenn er es zum Ankauf von Grund und Boden
verwandt hätte und ihr salaire, denn ohne Zweifel hätte er es bei gleichem Profit
vorgezogen, ohne jegliche Mühe von den Revenuen eines Grundstücks zu leben, das
er mit demselben Kapital hätte erwerben können.“ (p.39.)

Die classe stipendiee industrieuse ist selbst subdivisee „en entrepreneurs
capitalistes et simples ouvriers“ 3 etc. (p.39). Wie mit diesen enirepreneurs
verhält es sich mit den entrepreneurs fermiers*. Sie müssen ebenfalls alle
avances ersetzt erhalten, neben dem Profit wie oben.

„Alles das muß im voraus vom Preis der Bodenprodukte abgezogen werden; der
Überschuß dient dem Bebauer dazu, dem Eigentümer die Erlaubnis für die Benutzung
seines Bodens zu bezahlen, auf dem er sein Unternehmen begründet. Das ist der
Pachtzins, die Revenue des Eigentümers, das Nettoprodukt; denn alles, was die Erde
hervorbringt, bis zu dem Betrag der zurückfließenden Vorschüsse aller Art und der
dabei gemachten Profite, kann nicht als Revenue betrachtet werden, sondern nur als
zurückkehrende Bebauungskosten; denn könnte der Bebauer sie nicht erzielen, würde er
sich hüten, seine Mittel und seine Mühe auf die Bebauung der Felder anderer Leute zu
verwenden." (l.c. p.40.)

Schließlich:

„Zwar bilden sich die Kapitalien teilweise aus den ersparten Profiten der arbeiten-
den Klassen; da aber diese Profite immer aus dem Boden stammen - denn sie werden

* „Kapitalien“ für „akkumulierte, bewegliche Werte“ - ? Besitzern von Kapitalien -
® Die Klasse der gewerbetreibenden Besoldeten ist selbst unterteilt „in kapitalistische Unter-
nehmer und einfache Arbeiter“ - Pächtern

30 Zweites Kapitel

alle entweder aus der Revenue bezahlt oder aus den Kosten, die bei der Produktion
der Revenue mitwirken -, ist es klar, daß die Kapitalien ganz ebenso wie die Revenue
aus dem Boden stammen, oder vielmehr, daß sie nichts anderes sind als die Akkumula-
tion desjenigen Teils der vom Boden produzierten Werte, den die Eigentümer der
Revenue oder diejenigen, die an ihr teilhaben, jedes Jahr zurücklegen können, ohne ihn
für ihre Bedürfnisse zu verwenden.“ (p.66.)

Es ist ganz in der Ordnung, da die Grundrente den einzigen Mehrwert
bildet, [daß] die Akkumulation nur aus ihr stattfindet. Was die capitalistes
sonst akkumulieren, knapsen sie ab ihrem salaire (ihrer Revenue, die zu
ihrer Konsumtion bestimmt ist, denn so wird der Profit aufgefaßt).

Indem Profit wie salaires zu den frais de culture! gerechnet wird und nur
das surplus die Revenue des proprietaire bildet, ist dieser in der Tat von den
frais de culture - und damit als Produktionsagent - ausgeschlossen, ganz wie
bei den Ricardians, trotz der honorigen Stellung, die ihm gegeben wird.

Das Aufkommen der Physiokratie hatte zu tun sowohl mit dem Gegen-
satz zum Colbertismus!?® als namentlich auch mit dem Kladderadatsch des
Lawsystemsl?"),

### [4. Gleichsetzung von Wert und Materie durch Paoletti]

1234| Die Verwechslung von Wert oder vielmehr Gleichsetzung des-
selben mit Materie und der Zusammenhang, worin diese Ansicht mit der
ganzen Auffassungsweise der Physiokraten steht, tritt klar hervor in folgen-
den Auszügen aus Ferdinando Paoletti: „I veri mezzi di render felici le societa“?
(zum Teil gerichtet gegen Verri, der in seinem „Meditazioni sulla Economia
politica“ (1771) die Physiokraten angegriffen hatte). (Paoletti von Toscana,
die angeführte Schrift t.XX, Custodi, Parte moderna.)

„Eine solche Vervielfachung des Stoffes“, wie die produzioni della terra? sind, „hat
sicher niemals durch das Gewerbe stattgefunden, noch ist sie möglich. Dieses gibt dem
Stoff nur die Form, modifiziert ihn nur; folglich wird durch das Gewerbe nichts ge-
schaffen. Aber, entgegnet man mir, das Gewerbe gibt dem Stoff die Form, folglich ist
es produktiv; ist dies auch nicht eine Produktion von Stoff, so doch eine von Form.
Gut denn, ich will nicht widersprechen. Doch das ist keine Schaffung von Reichtum,
sondern im Gegenteil, das ist nichts anderes als eine Ausgabe... Die politische Ökonomie
setzt voraus und macht zum Gegenstand der Untersuchung die stoffliche und reale
Produktion, die sich allein in der Landwirtschaft findet, da diese allein die Stoffe und

* Kosten der Bodenbebauung - ? in der Handschrift: „Pensieri sopra V’agricultura“ -
3 Erzeugnisse des Bodens


die Produkte vervielfacht, die den Reichtum bilden... Das Gewerbe kauft von der
Landwirtschaft die Rohstoffe, um sie zu bearbeiten; seine Arbeit gibt - wie wir schon
gesagt haben — diesen Rohstoffen nur eine Form, doch fügt sie ihnen nichts hinzu und
vervielfacht sie nicht.“ (p. 196, 197). „Gebt dem Koch ein Quantum Erbsen, aus denen
er euch das Mittagessen bereiten soll; er wird es euch gut gekocht und gut zubereitet
auf den Tisch geben, aber in derselben Quantität, die er empfangen hat; gebt aber
umgekehrt die gleiche Quantität dem Gärtner, damit er sie der Erde anvertraue; er
wird euch, wenn die Zeit dazu gekommen ist, mindestens das Vierfache der empfange-
nen Menge zurückerstatten. Das ist die wahre und einzige Produktion.“ (p. 197.) „Den
Wert erhalten die Dinge durch die Bedürfnisse der Menschen. Also ist der Wert oder
die Vermehrung des Wertes der Waren nicht das Resultat der gewerblichen Arbeit,
sondern der Ausgaben der Arbeitenden.“ (p. 198.) „Kaum ist irgendeine neue Manu-
faktur aufgetaucht, so dehnt sie sich sofort innerhalb und außerhalb des Landes aus;
und siehe da! sehr bald drückt die Konkurrenz anderer Gewerbetreibender und Kauf-
leute den Preis auf sein richtiges Niveau herab, das... bestimmt wird durch den Wert

der Rohstoffe und durch die Erhaltungskosten der Arbeiter.“ (p.204, 205.)

### [5. Physiokratische Elemente bei Smith]

In der Agrikultur zuerst von allen Industriezweigen Anwendung der
Naturkräfte für die Produktion im großen. Die Anwendung derselben in der
industrie manufacturiere! zeigt sich erst bei einer höhern Entwicklungsstufe
der letztern auffällig. Aus dem folgenden Zitat kann man sehn, wie A. Smith
hier noch die Vorperiode der großen Industrie und daher die physio-
kratische Anschauung geltend macht und wie Ricardo ihm antwortet vom
Standpunkt der modernen Industrie aus.

1235| Im book II, ch.5 [An inquiry into the nature and causes of the
wealth of nations“] sagt A.Smith mit Bezug auf die Bodenrente:

„Sie ist das Werk der Natur, welches übrigbleibt nach Abzug oder Ersatz alles
dessen, was als Menschenwerk betrachtet werden kann. Sie ist selten weniger als ein
Viertel und oft mehr als ein Drittel des Gesamtprodukts. Keine gleiche Menge pro-
duktiver Arbeit, angewandt in der Manufaktur, kann je eine so große Reproduktion be-
wirken. In der Manufaktur tut die Natur nichts, der Mensch alles; und die Reproduktion
muß immer proportionell sein der Stärke der Agenten, die sie durchführen.“

Worauf Ricardo bemerkt [On the principles of political economy, and
taxation“], 2° edit. 1819, Note zu p.6l, 62:

„Hilft die Natur dem Menschen in der Manufaktur nicht? Sind Wind- und
Wasserkraft, die unsere Maschinen antreiben und der Schiffahrt dienen, nichts? Der

% Manufakturindustrie

32 Zweites Kapitel

atmosphärische Druck und die Dampfkraft, die es uns ermöglichen, erstaunliche
Maschinen zu benutzen - sind sie keine Naturgaben? Dabei sprechen wir gar nicht
über die Wirkungen der Hitze beim Enthärten und Schmelzen von Metallen, über
die Zersetzung der Luft beim Färb- und Gärungsprozeß. Es kann keine Manufaktur
genannt werden, in der die Natur nicht dem Menschen großzügig und unentgeltlich

hilft.“

Daß die Physiokraten den Profit nur als einen Abzug von der Rente be-
trachten:

„Die Physiokraten sagen z.B. vom Preis eines Stückes Spitze, ein Teil ersetze nur
das, was der Arbeiter konsumiert hat, und der andere Teil werde bloß aus der Tasche
eines Mannes“ {des Landlords nämlich} „in die eines anderen übertragen.“ („An In-
quiry into those Principles, respecting the Nature of Demand and the Necessity of Consump-
tion, lately advocated by Mr. Malthus etc.“, London 1821, p.96.)

Aus der Anschauung der Physiokraten, welche den Profit (Zins ein-
geschlossen) als bloße vom Kapitalisten zu verzehrende Revenue auffassen,
geht auch A.Smiths und seiner Nachfolger Ansicht hervor, daß die Akku-
mulation des Kapitals der persönlichen Abdarbung und Absparung und
Entsagung des Kapitalisten geschuldet sei. Sie können das sagen, weil sie
nur die Grundrente als die eigentliche, ökonomische, sozusagen legitime
Quelle der Akkumulation betrachten.

„Er“, sagt Turgot, nämlich le laboureur!, „ist der einzige, dessen Arbeit etwas über
den Arbeitslohn hinaus produziert.“ (Turgot,1l.c.p. 11.)

Profit ist hier also ganz eingerechnet in das salaire du travail?.

236] „Der Bebauer erzeugt über diese Wiedererstattung“ (seines eigenen salaire)
„hinaus die Revenue des Grundeigentümers; der Handwerker dagegen erzeugt über-
haupt keine Revenue, weder für sich noch für andere.“ (l.c. p.16.) „Alles, was die
Erde hervorbringt, bis zu dem Betrag der zurückfließenden Vorschüsse aller Art und

der dabei gemachten Profite, kann nicht als Revenue betrachtet werden, sondern nur als
zurückkehrende Bebauungskosten.“ (l.c. p.40.)

A.Blangui, „Histoire de l’ec. pol.*, Bruxelles 1839, sagt p. 139:

[Die Physiokraten waren der Ansicht, daß] „die auf die Bebauung des Bodens ver-
wandte Arbeit nicht bloß soviel produzierte, wie der Arbeiter für den eigenen Unterhalt
während der ganzen Dauer der Arbeit brauchte, sondern noch einen Überschuß an
Wert“ (Mehrwert), „der zur Masse des schon bestehenden Reichtums hinzugefügt
werden konnte. Sie nannten diesen Überschuß Nettoprodukt“ (fassen also den Mehr-
wertauf in der Gestalt der Gebrauchswerte, worin er sich darstellt). „Das Nettoprodukt

1 der Landmann; in der Handschrift: le travail du laboureur -? den Arbeitslohn


mußte notwendigerweise dem Eigentümer des Bodens zufallen und bildete in seiner
Hand eine Revenue, über die er frei verfügen konnte. Welches war nun das Netto-
produkt der anderen Gewerbszweige? ... Manufakturisten, Handeltreibende, Arbeiter -
sie alle waren die Kommis, die Entlohnten der Agrikultur, der souveränen Schöpferin
und Verteilerin aller Güter. Die Produkte der Arbeit dieser Gruppen stellen im System
der Ökonomistenl??] nur das Äquivalent ihrer Konsumtion während ihrer Arbeit dar,
so daß nach Vollendung ihrer Arbeit die Totalsumme des Reichtums absolut dieselbe
blieb wie vorher, es sei denn, die Arbeiter oder die Eigentümer hätten das, was sie zu
konsumieren berechtigt waren, zurückgelegt, das heißt gespart. Die auf den Boden an-
gewandte Arbeit war so die einzige, die Reichtum produzierte, und die der anderen
Gewerbe wurde als steril angesehen, weil sie keine Vermehrung des allgemeinen Kapitals
zur Folge hatte.“

(Also setzten die Physiokraten das Wesen der kapitalistischen Produk-
tion in die Produktion des Mehrwerts. Dies Phänomen galt es ihnen zu er-
klären. Und es war das Problem, nachdem sie den profit d’expropriation! des
Merkantilsystems beseitigt hatten.

„Um Geld zu erhalten,“ sagt Mercier de la Riviere, „muß man es kaufen, und nach
diesem Kauf ist man nicht reicher, als man vorher war; man hat bloß in Geld den-
selben Wert erhalten, den man in Waren hingegeben hat.“ (Mercier de la Riviere,
„Ordre naturel et essentiel des socieies politigües“, t. Il, p.338.)

Dies gilt sowohl vom | Kauf als vom Verkauf, wie es vom Resultat
der ganzen Metamorphose der Ware gilt, oder deren Resultat, dem Aus-
tausch verschiedner Waren zu ihrem Wert, also dem Austausch von Äqui-
valenten. Woher daher der Mehrwert? D.h., woher das Kapital? Dies das
Problem für die Physiokraten. Ihr Irrtum, daß sie die Vermehrung des Stoffs,
der infolge der natürlichen Vegetation und Generation die Agrikultur und
Viehzucht von der Manufaktur unterscheidet, mit der Vermehrung des
Tauschwerts verwechselten. Der Gebrauchswert lag ihnen zugrunde. Und
der Gebrauchswert aller Waren auf ein Universale, wie die Scholastiker
sagen, reduziert, war der Naturstoff als solcher, dessen Vermehrung in ge-
gebner Form nur in der Agrikultur stattfindet.)

G.Garnier, der Übersetzer A.Smiths und selbst Physiokrat, setzt richtig
ihre Ersparungstheorie etc. auseinander. Zuerst sagt er nur, daß die Manu-
faktur, wie die Merkantilisten von aller Produktion behaupteten, nur einen
Mehrwert schaffen kann durch den profit of expropriation?, indem sie die
Waren über ihrem Wert verkauft, also nur a new distribution of values
created, but no new addition to the created values? stattfindet.

1 Entäußerungsprofit - Entäußerungsprofit - 3 eine neue Verteilung erzeugter Werte,
aber keine neue Hinzufügung zu den erzeugten Werten

34 Zweites Kapitel

„Die Arbeit der Handwerker und Manufakturisten, die keine neue Quelle des
Reichtums eröffnet, kann nur profitabel werden durch vorteilhaften Austausch und be-
sitzt nur einen rein relativen Wert, einen Wert, der sich nicht wiederholt, wenn sich
nicht von neuem die Gelegenheit ergibt, durch Austausch Gewinn zu bringen.“ (Seine
Übersetzung „Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nations“, t.V,
Paris 1802, p.2661°°1.)

Oder die Ersparungen, die sie machen, die values, die sie sichern über
die hinaus, die sie depensieren, muß ihrer eigenen consommation ab-
geknausert werden.

„Zwar kann die Arbeit der Handwerker und Manufakturisten der allgemeinen
Masse des Reichtums der Gesellschaft nichts hinzufügen als die Ersparnisse, welche
die Lohnarbeiter und die Kapitalisten machen, aber auf diesem Wege kann sie aller-
dings zur Bereicherung der Gesellschaft beitragen.“ (l.c. p.266.)

Und ausführlicher:

„Die Arbeiter in der Landwirtschaft bereichern den Staat durch das Produkt selbst,
das ihre Arbeit erzeugt; die Arbeiter der Manufakturen und des Handels könnten ihn
dagegen nur durch die Ersparungen auf Kosten ihres eigenen Konsums bereichern. Diese
Behauptung der Ökonomisten ist eine Konsequenz der von ihnen eingeführten Unter-
scheidung und erscheint ganz unbestreitbar. In der Tat, die Arbeit der Handwerker
und Manufakturisten kann dem Wert des Stoffes nichts anderes hinzufügen als den
Wert ihrer eigenen Arbeit, das heißt den Wert der Arbeitslöhne und der Profite, die
diese Arbeit nach der im Lande jeweils geltenden Rate der einen | wie der anderen
einbringen mußte. Diese Löhne nun, wie hoch oder niedrig sie auch sein mögen, sind
das Entgelt für die Arbeit; sie sind das, was der Arbeiter zu konsumieren berechtigt ist
und was er vermutlich auch konsumiert;denn nur in der Konsumtion kann er die Früchte
seiner Arbeit genießen, und dieser Genuß stellt tatsächlich sein ganzes Entgelt dar.
Genauso werden die Profite, wie niedrig oder hoch sie auch sein mögen, ebenfalls als die
tagtägliche Konsumtion des Kapitalisten angesehen, von dem man natürlicherweise
voraussetzt, daß er seine Genüsse der Revenue anpaßt, die ihm sein Kapital abwirft.
Folglich - wenn der Arbeiter nicht auf einen gewissen Teil des Wohlstandes verzichtet,
auf den er nach der für seine Arbeit geltenden Rate des Arbeitslohnes ein Recht hat,
wenn der Kapitalist nicht einen Teil der Revenue, die ihm sein Kapital abwirft, er-
spart - wird der eine wie der andere in dem Maße, in dem die Arbeit vollendet wird,
den ganzen eben aus dieser Arbeit hervorgehenden Wert konsumieren. Nach Beendi-
gung ihrer Arbeit wird die Gesamtmasse des Reichtums der Gesellschaft dieselbe sein,
die sie vorher war, wenn sie nicht einen Teil dessen, was sie zu konsumieren berech-
tigt waren, was sie konsumieren konnten, ohne als Verschwender zu gelten, erspart
hätten. In diesem Falle wäre die Gesamtmasse des Reichtums der Gesellschaft um
den ganzen Wert dieser Ersparnisse gewachsen. Man darf also mit Recht sagen,
daß die in den Manufakturen und im Handel Tätigen die Gesamtmasse des in der
Gesellschaft vorhandenen Reichtums nur durch ihre Entbehrungen vermehren können.“

(l.c. p.263, 264.)


Garnier fühlt auch ganz richtig heraus, daß A.Smiths Theorie von der
Akkumulation vermittelst der Ersparung (A. Smith war sehr von der Physio-
kratie infiziert, wie er nirgendwo schlagender beweist als in seiner Kritik
der Physiokratie) auf dieser physiokratischen Grundlage beruht.

Sagt Garnier:

„Wenn endlich die Ökonomisten behauptet haben, Manufaktur und Handel könn-
ten den nationalen Reichtum nur durch ihre Entbehrungen vermehren, so sagt Smith
ganz ebenso, daß? man das Gewerbe umsonst betreibe und daß das Kapital eines Landes
niemals vergrößert würde, wenn die Ökonomie es nicht durch ihre Ersparungen ver-
mehrte,“ (liv. II, ch.3.) „Smith ist also mit den Ökonomisten völlig einer Meinung“

etc. (l.c.p.270.)

### [6. Die Physiokraten als Anhänger der großen,
auf kapitalistischer Grundlage beruhenden Agrikultur]

1239| Unter den unmittelbar historischen Umständen, die die Ver-
breitung der Physiokratie und selbst ihr Aufkommen beförderten, führt
A.Blanqui in der vorher zitierten Schrift an:

„Von allen Werten, die in der hitzigen Atmosphäre des Systems“ (Laws[?!}) „auf-
schossen, blieb nichts übrig als der Ruin, die Verzweiflung und der Bankrott. Das
Grundeigentum allein war in diesem Sturme nicht untergegangen.“

{Darum läßt Herr Proudhon in der „Philosophie de la Misere“ auch

das Grundeigentum auf den Kredit folgen.)

„Seine Lage hatte sich sogar verbessert, da es - vielleicht das erste Mal seit dem
Feudalismus — die Hände wechselte und in hohem Maße aufgeteilt wurde.“ (l.c. p. 138.)
Nämlich: „Die unzähligen Besitzwechsel, die unter dem Einfluß des Systems vor sich
gingen, begannen den Grundbesitz zu zerstückeln... Das Grundeigentum trat zum
erstenmal aus jenem Zustande der Erstarrung heraus, in dem es das Feudalsystem so
lange gehalten hatte. Das war ein wahres Erwachen für die Agrikultur.... Sie“ (la terre!)
„gelangte nun aus dem Regime der toten Hand in das der Zirkulation.“ (p. 137, 138.)

Turgot so gut wie Quesnay und seine übrigen Anhänger wollen auch
kapitalistische Produktion innerhalb der Agrikultur. So Turgot:

„Pachten oder Mieten von Land... diese letztere Methode“ (der großen, auf dem
modernen Pachtwesen beruhenden Agrikultur) „ist die vorteilhafteste von allen, aber
sie setzt ein Land voraus, das schon reich ist.“ (Sieh Turgot, l.c. p. 16-21.)

1 die Erde


36 Zweites Kapitel

Und Quesnay in seinen „Maximes generales du gouvernement &conomique
d’un royaume agricole“:

„Der zum Getreidebau verwandte Boden soll soweit wie möglich zu großen Pacht-
gütern vereinigt werden, die von reichen Landwirten“ (1.e. Kapitalisten) „ausgebeutet
werden; denn bei den großen landwirtschaftlichen Betrieben sind die Ausgaben für die
Erhaltung und Reparatur der Gebäude geringer, die Unkosten verhältnismäßig sehr
viel kleiner und das Nettoprodukt sehr viel größer als bei den kleinen.“ [p. 96, 97.]

Zugleich, an besagtem Ort, gibt Quesnay zu, daß die Steigerung der
Produktivität der Agrikulturarbeit dem „revenu net“!, also zunächst dem
proprietaire, i.e. dem Besitzer des Mehrwerts, zukömmt und daß die rela-
tive Steigerung des letztern nicht aus dem Boden, sondern aus gesellschaft-
lichen etc. arrangements? zur Steigerung der Produktivität der Arbeit her-
stammt. | Denn er sagt am besagten Ort:

„Jede vorteilhafte“ {i.e. au profitdu produit net?} „Ersparnis an Arbeiten, die man
mit Hilfe von Tieren, Maschinen, Wasserkräften usw. ausführen kann, kommt der
Bevölkerung zugute“ etc. [p.97.]

Zugleich hat Mercier de la Riviere (l.c., t. II, p.407) eine Ahnung, daß
der Mehrwert in der Manufaktur wenigstens (was Turgot für alle Produk-
tion, wie oben erwähnt, entwickelt) etwas zu tun hat mit den Manufaktur-
arbeitern selbst. Am zitierten Platz ruft er aus:

„Mäßigt euren Enthusiasmus, ihr blinden Bewunderer der trügerischen Produkte
der Industrie. Ehe ihr ihre Wunder preist, öffnet die Augen und seht, in welcher Armut
oder wenigstens in welcher Dürftigkeit dieselben Arbeiter leben, die die Kunst ver-
stehen, zwanzig Sous in den Wert von tausend Talern zu verwandeln; wer profitiert
denn von dieser enormen Vermehrung von Werten? Nun! Jene, durch deren Hand sie
hervorgebracht werden, kennen nicht den Wohlstand! Ach! Laßt euch warnen durch
diesen Kontrast!“

### [7. Widersprüche in den politischen Änsichten der Physiokraten.
Die Physiokraten und die Französische Revolution]

Die Widersprüche des ganzen Systems der Ökonomisten. U.a. Quesnay für
absolute Monarchie.
„Die Gewalt soll eine einzige sein... Das System der Gegenkräfte in einer Regie-

rung ist verderblich; es läßt nur den Zwiespalt unter den Großen und die Unter-
drückungder Kleinen erkennen.“ (Inden oben zitierten „Maximes generales“ etc. [p.81.})

1 der „Nettorevenue“ - ? Maßnahmen -° d.h. für das Nettoprodukt


Mercier de la Riviere:

„schon dadurch, daß dem Menschen bestimmt ist, in der Gesellschaft zu leben,
ist ihm bestimmt, unter dem Despotismus zu leben.“ ([l.c.,] t. I, p.281.)

Und nun gar der „Freund des Volks“, der marquis de Mirabeau! Mira-
beau le pe£re!. Und grade diese Schule durch das laissez faire, laissez aller!
wirft den Colbertismus!?" um, überhaupt alle Einmischung der Regierung
in das Treiben der bürgerlichen Gesellschaft. Sie läßt den Staat nur noch
in den Poren dieser Gesellschaft fortleben, wie Epikur seine Götter!?®! in
den Poren der Welt! Die Verherrlichung des Grundeigentums schlägt prak-
tisch darin um, daß die Steuern ausschließlich auf die Grundrente zu
legen - virtuelle Konfiskation des Grundeigentums durch den Staat,
ganz wie bei dem radikalen Teil der Ricardians!"®]. Die Französische Revo-
lution, trotz des Einspruchs Roderers und andrer, nahm diese Steuer-
theorie an.

Turgot selbst, der radikale Bourgeoisminister, der die Französische Re-
volution einleitet. Mit all ihrem falschen feudalen Schein die Physiokraten
Hand in Hand arbeitend mit den Enzyklopädisten!®®! [240|]

1241] Turgot suchte die Maßregeln der Französischen Revolution zu
antizipieren. Durch Edikt vom fevrier" 1776 abolierte er die corporations?.
(Dies Edikt 3 Monate nach seiner Publikation revoziert.) Ebenso hob er die
corvee des paysans? für die Straßenbauten auf. Versuchte die Einführung
des impöts unique* auf die Grundrente.[?®!

241| Wir werden später noch einmal auf das große Verdienst der
Physiokraten respecting the analysis of capital? zurückkommen.?”!

Hier also noch das: Der Mehrwert ist verdankt (nach ihnen) der Produk-
tivität einer besondren Art der Arbeit, der Agrikultur. Und im ganzen ist
diese besondre Produktivität geschuldet der Natur selbst.

Bei dem Merkantilsystem ist der Mehrwert nur relativ. Was der eine. ge-
winnt, verliert der andre. Profit upon alienation oder oscillation of wealth
between different parties®. Im Innern eines Landes findet also in der Tat
keine Bildung von Mehrwert, das Gesamtkapital betrachtet, statt. Sie kann
nur stattfinden im Verhältnis der einen Nation zu den andren Nationen.
Und der Überschuß, den die eine Nation über die andre realisiert, stellt sich
dar in Geld (Handelsbilanz), weil eben Geld die unmittelbare und selb-

ständige Form des Tauschwerts ist. Im Gegensatz hierzu - denn das

1 Februar -? Zünfte - ? Fronarbeit der Bauern - * der alleinigen Steuer - 5 hinsichtlich
der Analyse des Kapitals - * Veräußerungsprofit oder Schwanken des Reichtums zwischen
verschiedenen Beteiligten (vgl. vorl. Band, S.8)

38 Zweites Kapitel

Merkantilsystern leugnet in der Tat die Bildung von absolutem Mehrwert -
will die Physiokratie den letztren erklären: das produit net. Und da sie am
Gebrauchswert festhält, die Agrikultur die einzige Bildnerin desselben.

### [8. Vulgarisierung der physiokratischen Theorie
durch den preußischen Reaktionär Schmalz]

Einer der naivsten Ausdrücke der Physiokratie - wie weit entfernt von
Turgot - findet sich in dem alten Demagogenriecher!?®! und königlich-
preußischen Geheimrat Schmalz. Z.B.:

„Wenn ihm“ (au bailleur des bienfonds!, dem Grundeigentümer) „die Natur auch
das Doppelie des rechtmäßigen Zinses zahlt, aus welchem einleuchtenden Grunde könnte
man sich anmaßen, ihn dessen zu berauben?“ („Econ. politigue“, traduit par Henri

Jouffroy ete., t. 1, Paris 1826, p.901°9.)

Das Minimum des salaire so ausgedrückt bei den Physiokraten, daß die
consommation (oder depense) des ouvriers est &gale au salaire qu’ils regoi-
vent?. Oder wie Herr Schmalz dies allgemein ausdrückt (l.c. p. 120):

„Der durchschnittliche Arbeitslohn in einem Berufe ist gleich dem, was im Durch-
schnitt ein Mensch dieses Berufes in der Zeit seiner Arbeit konsumiert.“

„Die Grundrente ist das einzige Element des Einkommens der Nation: |]242| So-
wohl die Zinsen der Kapitalanlagen als auch der Arbeitslohn für alle Arten von Arbeit
bringen das Produkt dieser Grundrente nur aus einer Hand in die andere.“ (Schmalz,
l.c., t. 1, p.309, 310.)

„Die Verwendung des Bodens, seine Fähigkeit, seine Kraft zur jährlichen Repro-
duktion der Grundrente, ist alles, was den nationalen Reichtum ausmacht.“ (l.c. p.310.)
„Wenn man auf die Grundlagen, auf die ursprünglichen Elemente des Wertes aller
wie immer gearteten Dinge zurückgeht, muß man anerkennen, daß dieser Wert nichts
anderes ist als der Wert der einfachen Naturprodukte. Das heißt, obwohl die Arbeit
den Dingen einen neuen Wert zufügt, und so den Preis erhöht, besteht dieser neue
Wert oder dieser Preis doch nur aus der Summe der Werte aller jener Naturprodukte,
die auf Grund der neuen Form, die die Arbeit ihnen gegeben hat, zerstört, konsumiert
oder vom Arbeiter auf irgendeine Weise verbraucht worden sind.“ (l.c. p.313.)

„Diese Art Arbeit“ (die eigentliche Agrikultur) „ist die einzige, die dazu beiträgt,
neue Körper zu schaffen; sie ist daher auch die einzige, die bis zu einem gewissen Grade
als produktiv angesehen werden kann. Was die zubereitenden oder gewerblichen Ar-

beiten betrifft. .., so geben sie einfach den Körpern, die die Natur hervorgebracht hat,
eine neue Form.“ (Schmalz, l.c. p. 15, 16.)

1 dem Verpächter des Gr:indstücks - * Konsumtion (oder Ausgabe) der Arbeiter gleich
ist dem Arbeitslohn, den sie erhalten


### [9.] Gegen den Aberglauben der Physiokraten

Verri (Pietro): „Meditazioni sulla Economia politica". (Zuerst gedruckt
1771) t.XV, Custodi, Part. mod., p.21, 22:

„Alle Erscheinungen des Weltalls, seien sie hervorgerufen von der Hand des Men-
schen oder durch die allgemeinen Gesetze der Physik, sind nicht tatsächliche Neu-
schöpfungen, sondern lediglich eine Umformung des Stoffes. Zusammensetzen und Trennen
sind die einzigen Elemente, die der menschliche Geist immer wieder bei der Analyse
der Vorstellung der Reproduktion findet; und ebenso verhält es sich mit der Reproduk-
tion des Wertes und des Reichtums, wenn Erde, Luft und Wasser auf den Feldern sich
in Korn verwandeln, oder auch wenn sich durch die Hand des Menschen die Ab-
scheidung eines Insekts in Seide verwandelt, oder einige Metallteilchen sich anordnen,
um eine Repetieruhr zu bilden.“

Ferner: Die Physiokraten nennen

„die Klasse der Manufakturarbeiter steril, weil nach ihrer Meinung der Wert der
Manufakturprodukte gleich ist dem Rohmaterial plus den Nahrungsmitteln, die die Manu-
fakturarbeiter während der Zeit der Fabrikation konsumieren“. (l.c. p.25.)

1243| Verri macht dagegen aufmerksam auf die konstante Armut der
contadini! im Gegensatz zur progressiven Bereicherung der artigiani? und
fährt dann fort:

„Das beweist, daß der Gewerbetreibende in dem Preise, den er empfängt, nicht
nur den Ersatz verausgabter Konsumtion erhält, sondern einen gewissen Teil darüber
hinaus; und dieser Teil ist eine neue Quantität des Wertes, geschaffen in der jährlichen
Produktion.“ (l.c. p.26.) „Der neugeschaffene Wert ist also jener Teil des Preises des
landwirtschaftlichen oder des gewerblichen Produktes, den sie über den ursprünglichen
Wert der Materialien und die während ihrer Verarbeitung notwendigen Konsumtions-
kosten hinaus geben. In der Landwirtschaft müssen der Same und die Konsumtion des
Landmannes in Abzug gebracht werden, ebenso in der Manufaktur das Rohmaterial
und die Konsumtion des Manufakturarbeiters; und um ebensoviel wird jährlich neuer

Wert geschaffen, wie der übrigbleibende Rest beträst.“ (l.c. p.26, 27.)

X Landleute - * Gewerbetreibenden


## [DRITTES KAPITEL] A.Smith

### [1. Zwei Wertbestimmungen bei Smith]

A.Smith, wie alle Ökonomen, worth speaking of!, akzeptiert von den
Physiokraten den average? Lohn, was er den prix naturel du salaire? nennt.

„Ein Mensch muß immer von seiner Arbeit leben, und sein Lohn muß mindestens
zu seiner Erhaltung ausreichen. Er muß meistenteils sogar etwas größer sein, sonst
wäre.es den Arbeitern nicht möglich, eine Familie zu gründen, wodurch ihr Geschlecht
nicht länger als eine Generation existieren könnte.“ ([„Recherches sur la nature et les

causes de la richesse des nations“, Paris 1802], t.1, 1.1, ch. VIII, p. 136.)

A.Smith konstatiert ausdrücklich, daß die Entwicklung der Produktiv-
kräfte der Arbeit nicht dem Arbeiter selbst zugute kömmt. So heißt es (l. I,
ch.VIII, edit. MacCulloch, London 1828):

„Das Produkt der Arbeit bildet die natürliche Vergütung oder den Lohn der Ar-
beit. In jenem ursprünglichen Zustand der Dinge, der sowohl der Aneignung von
Grund und Boden als auch der Anhäufung von Kapital vorangeht, gehört dem Arbeiter
das ganze Produkt der Arbeit. Es gibt weder einen Grundherrn noch einen Beschäftiger,
mit dem er teilen müßte. Hätte dieser Zustand fortgedauert, würde der Lohn der Arbeit
mit all der Vermehrung ihrer Produktivkräfte, die aus der Arbeitsteilung hervorgeht, ;ge-
stiegen sein. Alle Dinge wären nach und nach wohlfeiler geworden“

{jedenfalls all those things reguiring a smaller quantity of labour for their
reproduction, but they „would“ not only have become cheaper; they have,
in point of fact, become cheaper*}.

„Sie wären durch eine geringere Menge Arbeit erzeugt worden; und da durch
gleiche Mengen Arbeit hergestellte Waren natürlich in diesem Zustand gegeneinander

? die der Rede wert sind -* Durchschnitte- - ? natürlichen Preis des Arbeitslohns - ? alle
jene Dinge, die eine geringere Menge Arbeit zu ihrer Reproduktion erheischen; aber sie
„wären“ nicht bloß, sondern sind tatsächlich wohlfeiler geworden


ausgetauscht werden, hätte man sie ebenfalls mit ||]244| dem Produkt einer kleineren
Menge Arbeit gekauft... Doch dieser ursprüngliche Zustand, in dem der Arbeiter sich
des ganzen Produkts seiner Arbeit erfreute, konnte den Augenblick nicht überdauern, da
zum erstenmal Boden angeeignet und Kapital aufgehäuft wurde. Er ging also zu Ende,
lange bevor die größten Fortschritte in der Vervollkommnung der Produktivkräfte der
Arbeit erzielt wurden, und es wäre nutzlos, weiter zu untersuchen, welchen Einfluß er

auf die Vergütung oder den Lohn der Arbeit hätte haben können.“ (t. I, p. 107-109.)

A.Smith bemerkt hier sehr fein, daß die wirkliche große Entwicklung
in der Produktivkraft der Arbeit erst von dem Augenblick beginnt, wo sie
in Lohnarbeit verwandelt ist und die Arbeitsbedingungen ihr einerseits als
Grundeigentum, andrerseits als Kapital gegenübertreten. Die Entwicklung
der Produktivkraft der Arbeit beginnt also erst unter Bedingungen, worin
der Arbeiter selbst die Resultate derselben sich nicht mehr aneignen kann.
Es ist daher ganz nutzlos, zu untersuchen, wie diese Vermehrung der Pro-
duktivkräfte auf die „wages“!, die hier, gleich dem Produkt der Arbeit, ein-
gewirkt hätten oder einwirken würden unter der Voraussetzung, daß das
Produkt der Arbeit (oder der Wert dieses Produkts) dem Arbeiter selbst
gehörte.

A.Smith ist sehr reichlich mit den Vorstellungen der Physiokratie infi-
ziert, und es ziehn sich oft ganze Schichten durch sein Werk, die den Physio-
kraten angehören und den von ihm eigentümlich aufgestellten Ansichten
völlig widersprechen. So z.B. in der Lehre von der Grundrente usw. Diese
Bestandteile seiner Schrift, die ihn nicht charakterisieren, sondern worin er
bloßer Physiokrat ist?®, sind hier für unsern Zweck ganz außer acht zu
lassen.

"Ich habe schon im ersten Teil dieser Schrift, bei Gelegenheit der Ana-
lyse der Ware, nachgewiesen’, wie A.Smith in der Bestimmung des
Tauschwerts schwankt und namentlich die Bestimmung des Werts der
Waren durch die Quantität der zu ihrer Produktion erheischten Arbeit bald
verwechselt mit, bald verdrängt durch das Quantum lebendiger Arbeit,
womit Ware gekauft werden kann, oder, was dasselbe ist, durch das Quan-
tum Ware, womit ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit gekauft wer-
den kann.'?}} Hier macht er den Tauschwert der Arbeit zum Maß für den
Wert der Waren. In der Tat das Salair; denn das Salair ist gleich dem
Quantum Waren, das mit einem bestimmten Quantum lebendiger Arbeit
erkauft wird, oder gleich dem Quantum Arbeit, das mit einem bestimmten
Quantum Waren gekauft werden kann. Der Wert der Arbeit oder vielmehr

? „Löhne“ - ? siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.44/45


des Arbeitsvermögens wechselt wie der jeder andren Ware und unter-
scheidet sich in nichts spezifisch von dem Wert der andren Waren. Es wird
hier Wert zum Maßstab und Erklärungsgrund von Wert gemacht, also
cercle vicseux.

Es wird sich aber bei der folgenden Darstellung zeigen, daß diese Un-
sicherheit und dies Durcheinanderwerfen ganz heterogener Bestimmungen
Smiths Untersuchungen über die Natur und den Ursprung des Mehrwerts
nicht stört, weil er in der Tat, auch ohne es zu wissen, überall, wo er ent-
wickelt, an der richtigen Bestimmung? des Tauschwerts der Waren - näm-
lich ihrer Bestimmung durch das in ihnen aufgearbeitete Quantum Arbeit
oder die Arbeitszeit - festhält. [244]

IVII-283a| (Wie oft Smith im Verlauf seines Werkes, wo er wirklich
Tatsachen erklärt, das im Produkt enthaltene Arbeitsguantum als Wert und
wertbestimmend auffaßt, kann durch viele Beispiele gezeigt werden. Einen
Teil davon findet man bei Ricardo zitiert.%*! Seine ganze Lehre vom Ein-
fluß der Teilung der Arbeit und verbesserter Maschinerie auf den Preis der
Ware beruht darauf. Hier genüge eine Stelle. Ch.XI, 1.1 spricht A.Smith
von der Verwohlfeilerung vieler der Manufakturwaren seiner Zeit, ver-
glichen mit früheren Jahrhunderten, und schließt mit den Worten:

„Es kostete eine sehr viel größere Menge Arbeit, ||283b] die Ware auf den Markt
zu bringen; einmal dort, mußte sie also den Preis einer viel größeren Menge Arbeit
im Austausch kaufen oder erhalten.“ ([„Recherches sur la nature et les causes de la

richesse des nations“, Paris 1802] t. II, p. 156.)} [VII-283b!}
|VI-245| Zweitens aber beruht dieser Widerspruch und das Übergehn

von der einen Erklärungsweise zur andren bei A.Smith auf Tieferem, was
Ricardo in Aufdeckung dieses Widerspruchs übersehn, nicht richtig ge-
würdigt hat, daher auch nicht gelöst. Gesetzt, alle Arbeiter seien Waren-
produzenten, produzierten nicht nur ihre Waren, sondern verkauften sie
auch. Der Wert dieser Waren ist bestimmt durch die in ihnen enthaltne not-
wendige Arbeitszeit. Werden also die Waren zu ihrem Wert verkauft, so
käuft der Arbeiter mit einer Ware, die das Produkt 12stündiger Arbeitszeit
ist, wieder I2stündige Arbeitszeit in der Form einer andren Ware, d.h.
l2stündige Arbeitszeit, die in einem andren Gebrauchswert verwirklicht ist.
Der Wert seiner Arbeit ist also gleich dem Wert seiner Ware, d.h. gleich
dem Produkt I2stündiger Arbeitszeit. Der Verkauf und Wiederverkauf,
kurz, der ganze Austauschprozeß, die Metamorphose der Ware, ändert
nichts hierdran. Er ändert nur die Gestalt des Gebrauchswerts, worin sich

1 Zirkelschluß — ? in der Handschrift : d. richtigen Bestimmungen

A.Smith "43

diese I2stündige Arbeitszeit darstellt. Der Wert der Arbeit ist also gleich
dem Wert des Produkts der Arbeit. Es tauschen sich erstens in den Waren -
soweitsieihrem Wert nach ausgetauscht werden - gleiche Quanta vergegen-
ständlichter Arbeit aus. Zweitens aber tauscht sich ein bestimmtes Quantum
lebendiger Arbeit gegen ein gleiches Quantum vergegenständlichter Arbeit
aus, denn erstens vergegenständlicht sich die lebendige Arbeit in einem
Produkt, einer Ware, die dem Arbeiter gehört, und zweitens tauscht sich
diese Ware wieder gegen eine andre Ware aus, worin gleich großes Quantum
Arbeit enthalten ist. In der Tat tauscht sich also ein bestimmtes Quantum
lebendiger Arbeit gegen ein gleich großes Quantum vergegenständlichter
Arbeit aus. Es ist also nicht nur Ware, die sich gegen Ware austauscht in
dem Verhältnis, worin sie gleich viel Arbeitszeit vergegenständlicht dar-
stellen, sondern ein Quantum lebendige Arbeit tauscht sich gegen Ware
aus, die dasselbe Quantum Arbeit vergegenständlicht darstellt.

Unter dieser Voraussetzung könnte der Wert der Arbeit (das Quantum
Ware, das man mit einem gegebnen Quantum Arbeit kaufen kann, oder das
Quantum Arbeit, das man mit einem gegebnen Quantum Ware kaufen
kann) ebensowohl wie die in der Ware enthaltne Quantität Arbeit als Maß
ihres Werts gelten, da der Wert der Arbeit stets dasselbe Quantum Arbeit
vergegenständlicht darstellt, was die lebendige Arbeit zur Produktion dieser
Ware erheischt, oder ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeitszeit stets
ein Quantum Ware kommandierte, das gleich viel Arbeitszeit vergegen-
ständlicht darstellte. Nun aber findet in allen Produktionsweisen - nament-
lich auch der kapitalistischen Produktionsweise -, worin die gegenständ-
lichen Bedingungen der Arbeit einer oder mehreren Klassen gehören, das
bloße Arbeitsvermögen dagegen einer andern Klasse, der Arbeiterklasse,
das Gegenteil statt. Das Produkt oder der Wert des Produkts der Arbeit
gehört nicht dem Arbeiter. Ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit
kommandiert nicht dasselbe Quantum vergegenständlichter Arbeit, oder
ein bestimmtes Quantum in Ware vergegenständlichter Arbeit kommandiert
ein größres Quantum lebendiger Arbeit, als in der Ware selbst enthalten ist.

Da A.Smith nun ganz richtig von der Ware und dem Warenaustausch
ausgeht, die Produzenten sich also ursprünglich nur als Warenbesitzer,
Warenverkäufer und Warenkäufer gegenübertreten, so entdeckt er (scheint
es ihm), daß im Austausch zwischen Kapital und Lohnarbeit, ver- |
gegenständlichter Arbeit und lebendiger Arbeit, das allgemeine Gesetz
sogleich aufgehoben wird und die! Waren (denn auch die Arbeit ist Ware,

2 In der Handschrift: der Austausch der


soweit sie gekauft und verkauft wird) nicht im Verhältnis der Arbeitsquanta,
die sie darstellen, sich austauschen. Daher schließt er, daß die Arbeitszeit
nicht mehr das immanente Maß ist, das den Tauschwert der Waren regelt,
sobald die Arbeitsbedingungen in der Form des Grundeigentums und des
Kapitals dem Lohnarbeiter gegenübertreten. Er hätte vielmehr, wie Ri-
cardo ihm richtig bemerkt, umgekehrt schließen müssen, daß die Ausdrücke
„Quantität der Arbeit“ und „Wert der Arbeit“ nicht mehr identisch sind,
also der relative Wert der Waren, obgleich durch die in ihnen enthaltne
Arbeitszeit, nicht durch den Wert der Arbeit reguliert wird, da der letztre
Ausdruck nur richtig war, soweit er mit dem erstren identisch blieb. Daß
es an und für sich falsch und abgeschmackt wäre, selbst wenn der Arbeiter
sich sein eignes Produkt, i.e. den Wert seines eignen Produkts, aneignete,
diesen Wert oder den Wert der Arbeit zum Maß der Werte zu machen, in
demselben Sinn, worin die Arbeitszeit oder die Arbeit selbst Maß der Werte
und wertschaffendes Element ist, kann weiter unten bei Gelegenheit von
Malthusl®®! entwickelt werden. Selbst dann dürfte die Arbeit, die man mit
einer Ware kaufen kann, nicht in demselben Sinn als Maß gelten wie die
Arbeit, die in ihr enthalten ist. Bloß wäre die eine ein Index der andren.

Jedenfalls fühlt A.Smith die Schwierigkeit, aus dem Gesetz, das den
Austausch der Waren bestimmt, den Austausch zwischen Kapital und Arbeit
herzuleiten, der scheinbar auf ganz entgegengesetzten und widersprechenden
Prinzipien beruht. Auch war der Widerspruch nicht zu erklären, solange
Kapital direkt der Arbeit statt dem Arbeitsvermögen gegenübergestellt wird.
Daß die Arbeitszeit, die das Arbeitsvermögen zu seiner Reproduktion und
Erhaltung kostet, sehr verschieden von der Arbeit, die es selbst leisten kann,
dem A.Smith wohlbekannt. So zitiert er selbst aus Cantillon: „Essai sur
la nature du commerce...“:

„Derselbe Autor fügt hinzu, man rechne damit, daß die Arbeit emes gesunden
Sklaven doppelt soviel wert ist wie sein Unterhalt. Er glaubt, daß die Arbeit des niedrig-
sten Arbeiters nicht weniger wert sein kann als die eines gesunden Sklaven.“ (t.1, 1.1,
ch.VIIL, p. 137, Garnier.)

Ändrerseits sonderbar, daß A.Smith nicht begriff, wie wenig sein Be-
denken mit dem Gesetz zu tun hat, das den Austausch der Waren unter-
einander regelt. Daß Ware A und B sich im Verhältnis zu der in ihnen ent-
haltnen Arbeitszeit austauschen, ist durchaus nicht gestört durch die Ver-
hältnisse, worin die Produzenten von A oder von B die Produkte A und B
oder vielmehr ihren Wert untereinander verteilen. Wenn ein Teil von A
dem Grundeigentümer, ein andrer dem Kapitalisten, ein dritter dem Är-
beiter zufällt, in welchen Portionen immer, so ändert dies nicht, daß A selbst


sich mit B seinem Werte gemäß austauscht. Das Verhältnis der Arbeitszeit,
diein den Waren A und B enthalten ist, wird durchaus nicht davon berührt,
wie die in A und B enthaltene Arbeitszeit von verschiednen Personen an-
geeignet wird. „Ist der Austausch des Tuches gegen Leinwand vollzogen,
so werden die Produzenten des Tuches denjenigen Anteil an der Leinwand
haben, der ihrem früheren Anteil am Tuche entspricht“ ([Marx,] „Misere
delaPhil.*,p.29"). Dies ist auch, was die Ricardians mit Recht später gegen
1247| A.Smith geltend machten. So der Malthusianer John Cazenove:

„Austausch von Waren und Verteilung müssen voneinander getrennt betrachtet
werden... Die Umstände, die den einen beeinflussen, wirken nicht immer auf die
andere ein. Zum Beispiel wird eine Verringerung der Produktionskosten einer einzelnen
Ware ihr Verhältnis zu allen anderen verändern; aber sie wird nicht notwendigerweise
ihre eigne Verteilung ändern oder in irgendeiner Weise die der anderen beeinflussen.
Wiederum wird eine allgemeine Verminderung der Werte der Waren, die sie alle in
gleicher Weise trifft, ihr Verhältnis zueinander nicht ändern; sie kann - kann aber auch
nicht - von Einfluß auf ihre Verteilung werden usw.“ (John Cazenove in dem Preface

zu seiner Edit. of Malthus’ „Definitions in Polit. Econ.“, London 1853, [p. VI].)

Da aber die „Distribution“ des Werts des Produkts zwischen Kapitalist
und Arbeiter selbst auf einem exchange? zwischen Waren - den Waren und
dem Arbeitsvermögen - beruht, so A.Smith mit Recht startled®?. Den Wert
der Arbeit oder den Grad, worin eine Ware (oder Geld) Arbeit kaufen kann,
zum Maß der Werte nebenbei gemacht zu haben, wirkt störend auf die Ent-
wicklung bei Smith, wo er die Theorie der Preise gibt, die Wirkung der
Konkurrenz auf die Rate des Profits entwickelt usw., nimmt überhaupt
seinem Werk alle Einheit und schließt selbst eine Masse wesentlicher Fra-
gen bei ihm von der Untersuchung aus. Auf die Entwicklung des Mehrwerts
im allgemeinen bleibt sie, wie wir gleich sehn werden, ohne Einfluß, indem
er hier immer die richtige Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit,
die in verschiednen Waren aufgearbeitet ist, festhält.

Also nun zu seiner Darstellung.

Indes vorher noch ein Umstand zu erwähnen. A.Smith verwechselt ver-

schiedne Sachen. Erstens heißt es in 1.1, ch.V [Garnier]:

„Ein Mensch ist reich oder arm, je nachdem er die Mittel hat, sich die Lebens-
mittel, die Bequemlichkeiten und die Vergnügungen des Lebens zu beschaffen. Nachdem
aber einmal in allen Zweigen die Arbeitsteilung entstanden ist, kann ein Mensch sich
nur noch einen außerordentlich kleinen Teil all jener Dinge direkt durch seine eigene
Arbeit beschaffen, den weitaus größeren Teil derselben muß er von der Arbeit anderer
erwarten; er wird demnach reich oder arm sein, je nach der Quantität Arbeit, die er

1 Siehe Band 4 unserer Ausgabe, S.84 —* Austausch - ? stützt


imstande ist zu kommandieren oder zu kaufen. Demnach ist der Wert einer beliebigen Ware
für den, der sie besitzt und der sie nicht selbst gebrauchen oder konsumieren kann,
sondern der die Absicht hat, sie gegen etwas anderes einzutauschen, gleich der Quantität
Arbeit, welche diese Ware ihn instand setzt zu kaufen und. zu kommandieren. Die Arbeit

ist folglich der reale Maßstab des Tauschwerts aller Waren.“ (t. I, p.59, 60.)
Weiter:

„Sie“ (les marchandises!) „enthalten den Wert einer gewissen Quantität Arbeit, die wir
‚gegen dasjenige austauschen, | wovon man voraussetzt, daß es den Wert einer gleichen
Quantität Arbeit enthalte... Nicht mit Gold oder Silber, mit Arbeit wurden alle Reich-
tümer der Welt ursprünglich gekauft; und für diejenigen, die sie besitzen und sie gegen
irgendwelche neue Produkte auszutauschen suchen, ist der Wert genau gleich der Quan-
tität Arbeit, die sie zu kaufen oder zu kommandieren imstande sind.“ (1. I, [ch.] V,

p-60, 61.)
Endlich:

„Wie Herr Hobbes sagt - Reichtum bedeutet Macht; aber wer ein großes Vermögen
erwirbt oder durch Erbschaft erhält, erwirbt damit nicht notwendig irgendeine poli-
tische Macht, sei es zivile, sei es militärische... Die Art von Macht, die dieser Besitz
ihm unmittelbar und direkt verschafft, ist die Macht, zu kaufen; sie ist ein Recht, über

die ganze Arbeit anderer oder über das ganze Produkt dieser Arbeit, das sich augenblicklich
auf dem Markt befindet, zu kommandieren.“ (l.c. p.61.)

Man sieht: In allen diesen Stellen wirft Smith le travail d’autrui? und das
produit de ce travail? zusammen. Der Tauschwert der Ware, die einer be-
sitzt, besteht, nach der Teilung der Arbeit, in den fremden Waren, die er
kaufen kann, d.h. in dem Quantum fremder Arbeit, die in ihnen enthalten
ist, dem Quantum materialisierter fremder Arbeit. Und dies Quantum
fremder Arbeit ist gleich dem Quantum Arbeit, das in seiner eignen Ware
enthalten ist. Wie er ausdrücklich sagt:

„Die Waren enthalten den Wert einer gewissen Quantität Arbeit, die wir gegen

dasjenige austauschen, wovon man voraussetzt, daß es den Wert einer gleichen Quantität
Arbeit enthalte.“

Der Akzent liegt hier auf dem durch die Teilung der Arbeit hervor-
gebrachten change, daß nämlich der Reichtum nicht mehr im Produkt der
eignen Arbeit besteht, sondern in dem Quantum fremder Arbeit, die dies
Produkt kommandiert, der gesellschaftlichen Arbeit, die es kaufen kann,
welches Quantum durch das Quantum der in ihm selbst enthaltnen Arbeit
bestimmt ist. In der Tat ist hier nur der Begriff des Tauschwerts enthalten,
daß meine Arbeit nur noch als gesellschaftliche und daher ihr Produkt als

1 die Waren - ? die Arbeit anderer - ? Produkt dieser Arbeit


Kommando über gleiches Quantum gesellschaftlicher Arbeit meinen Reich-
tum bestimmt. Meine Ware, die ein bestimmtes Quantum notwendiger
Arbeitszeit enthält, gibt mir Kommando über alle andren Waren von glei-
chem Wert, also über ein gleiches Quantum fremder Arbeit, das in andren
Gebrauchswerten realisiert ist. Der Akzent liegt hier auf der mit der Teilung
der Arbeit und dem Tauschwert herbeigeführten Gleichsetzung meiner
Arbeit und fremder Arbeit, in andren Worten gesellschaftlicher Arbeit (daß
auch meine Arbeit oder die in meinen Waren enthaltne Arbeit schon gesell-
schaftlich bestimmt ist und ihren Charakter wesentlich verändert, entgeht
Adamen), durchaus nicht aufdem Unterschied zwischen vergegenständlichter
Arbeitund lebendiger Arbeit und den spezifischen Gesetzen ihres Austauschs.
In der Tat sagt A. Smith hier nichts, als daß der Wert der Waren durch die
in ihnen enthaltne Arbeitszeit bestimmt ist und der Reichtum des Waren-
besitzers in dem Quantum gesellschaftlicher Arbeit besteht, worüber er ver-
fügt.

Die Gleichsetzung indes von Arbeit und Produkt der Arbeit |]249| gibt
hier allerdings schon den ersten Anlaß zur Verwechslung zwischen der Be-
stimmung des Werts der Waren durch die in ihnen enthaltne Quantität
Arbeit und der Bestimmung ihres Werts durch das Quantum lebendiger
Arbeit, das sie kaufen können, oder ihre Bestimmung durch den Wert der

Arbeit. Wenn A.Smith sagt:

„Sein Vermögen ist größer oder kleiner genau im Verhältnis zum Umfang dieser:
Macht, im Verhältnis zur Quantität der Arbeit anderer, die er kommandieren, oder,
was dasselbe ist“ (hier liegt die falsche Identifikation), „zum Produkt der Arbeit anderer,
die er kaufen kann“ (l.c. p.61),

so hätte er ebensowohl sagen können: Sie ist im Verhältnis zu der in seiner
eignen Ware oder fortune! enthaltnen Quantität gesellschaftlicher Arbeit,
wie er Ja auch bemerkt:

„Sie“ (les marchandises) „enthalten den Wert einer gewissen Quantität Arbeit, die
wir gegen dasjenige austauschen, wovon man voraussetzt, daß es den Wert einer gleichen
Quantität Arbeit enthalte.“

(Das Wort valeur” hier überflüssig und sinnlos.) Die falsche Konklusion
zeigt sich schon in diesem ch.V, wenn es z.B. heißt:
„So ist die Arbeit, da ihr eigener Wert sich niemals verändert, der einzige reale und

endgültige Maßstab, der zu allen Zeiten und an allen Orten dazu dienen könnte, den
Wert aller Waren zu schätzen und zu vergleichen.“ (p.66.)

1 Vermögen -° Wert


Was von der Arbeit selbst und daher ihrem Maß, der Arbeitszeit gilt,
daß der Wert der Waren stets im Verhältnis zur Arbeitszeit stehe, die sich in
ihnen realisiert, wie auch immer der Wert der Arbeit wechsle, wird hier für’
diesen wechselnden Wert der Arbeit selbst vindiziert.

Hier hatte A.Smith erst den Warenaustausch überhaupt entwickelt: die
Natur des Tauschwerts, der Teilung der Arbeit und des Gelds. Die Aus-
tauscher stehn ihm nur noch als Warenbesitzer gegenüber. Sie kaufen fremde
Arbeit in der Form der Ware, wie ihre eigne Arbeit in der Form der Ware
auftritt. Das Quantum der gesellschaftlichen Arbeit, das sie kommandieren,
ist daher gleich dem Quantum der Arbeit, die in der Ware, womit sie selbst
kaufen, enthalten ist. Wenn er aber in den folgenden Kapiteln auf den Aus-
tausch zwischen vergegenständlichter Arbeit und lebendiger, zwischen Ka-
pitalist und Arbeiter kommt und dann betont, daß der Wert der Ware nun
nicht mehr bestimmt sei durch das Quantum Arbeit, das in ihr selbst ent-
halten ist, sondern durch das davon unterschiedne Quantum fremder, leben-
diger Arbeit, das sie kommandieren, i.e. kaufen kann, so ist damit in der Tat
nicht gesagt, daß die Waren selbst sich nicht mehr im Verhältnis zu der in
ihnen enthaltnen Arbeitszeit austauschen, sondern daß die Bereicherung, die
Verwertung des in der Ware enthaltnen Werts und der Grad dieser Ver-
wertung von der größren oder geringren Quantität lebendiger Arbeit ab-
hängt, die die vergegenständlichte Arbeit in Bewegung setzt. Und in dieser
Fassung ist das richtig. Smith bleibt aber unklar.

### [2. Allgemeine Theorie vom Mehrwert bei Smith.
Profit, Grundrente und Zins als Äbzüge
vom Ärbeitsprodukt des Ärbeiters]

1250| Im.ch.VI, 1.I geht A.Smith nun über von dem Verhältnis, wo
unterstellt wird, daß die Produzenten sich nur als Warenverkäufer und
Besitzer gegenüberstehn, zu dem Verhältnis des Austauschs zwischen den
Besitzern der Arbeitsbedingungen und den Besitzern von bloßem Arbeits-
vermögen.

„In diesem ersten rohen Zustand der Gesellschaft, der der Akkumulation der Kapi-
talien und dem Eigentum an Grund und Boden vorhergeht, ist offenbar die zum Erwerb
der verschiedenen Gegenstände des Äustauschs notwendige Arbeitsmenge der einzige Um-
stand, der irgendeine Regel für den Austausch liefern kann... Es ist natürlich, daß
das, was gewöhnlich das Produkt von zwei Tagen oder von zwei Stunden Arbeit ist, den


doppelten Wert hat von dem, was gewöhnlich das Produkt von-einem Tag oder von
einer Stunde Arbeit ist.“ (l. I, ch. VI, p.94, 95, Garnier.)

Also die Arbeitszeit, nötig, um verschiedne Waren zu produzieren, be-
stimmt das Verhältnis, worin sie sich gegeneinander austauschen, oder
ihren Tauschwert.

„Unter diesen Verhältnissen gehört das ganze Produkt der Arbeit dem Arbeiter,
und die Quantität Arbeit, die gewöhnlich aufgewendet wird, um einen austauschbaren
Gegenstand zu erwerben oder zu produzieren, ist der einzige Umstand, der die Quan-
tität Arbeit bestimmen kann, die man für diesen Gegenstand gewöhnlich zu kaufen,
zu kommandieren oder im Austausch zu erhalten imstande sein sollte.“ (l.c. p.96.)

Also: Unter der Voraussetzung ist der Arbeiter bloßer Warenverkäufer,
und der eine kommandiert die Arbeit des andern nur, sofern er mit seiner
Ware die Ware des andren käuft. Er kommandiert also mit seiner Ware nur
soviel Arbeit des andren, als in seiner eignen Ware enthalten ist, da beide
nur Waren gegeneinander austauschen und der Tauschwert der Waren be-
stimmt ist durch die in ihnen enthaltne Arbeitszeit oder Quantität Arbeit.

Aber, fährt Adarmn fort:

„Sobald Kapital sich angehäuft hat in den Händen einzelner, werden einige darunter
es natürlicherweise anwenden, um fleißige Leute an die Arbeit zu setzen und diesen
Rohstoffe und Lebensmittel zu liefern, um durch den Verkauf der Produkte ihrer Arbeit,
oder durch das, was ihre Arbeit dem Wert jener Rohstoffe hinzugefügt hat, einen Profit zu
machen.“ (l.c. p.96.)

Stop, before wir den weitern Passus verfolgen. D’abord!, wo kommen
die gens industrieux? her, die weder Subsistenzmittel noch Material der
Arbeit besitzen, in die blaue Luft gestellt sind? Entkleidet man Smiths Aus-
druck seiner naiven Fassung, so heißt er weiter nichts als: Die kapitalistische
Produktion beginnt in dem Augenblick, wo die Arbeitsbedingungen einer
Klasse gehören und die bloße Verfügung über das Arbeitsvermögen einer
andern. Diese Trennung der Arbeit von den Arbeitsbedingungen bildet die
Voraussetzung der kapitalistischen Produktion.

Zweitens aber, was versteht A.Smith darunter, daß die employers of
labour die ouvriers® anwenden, „um durch den Verkauf der Produkte ihrer
Arbeit oder durch das, was ihre Arbeit ]]251] dem Wert jener Rohstoffe
hinzugefügt hat, einen Profit zu machen“? Meint er damit, daß der Profit
aus dem Verkauf herstammt, daß die Ware über ihrem Wert verkauft wird,
also was Steuart profit upon alienation? nennt, der nichts ist als a vibration
of wealth between parties’? Lassen wir ihn selbst antworten.

1 Zunächst -? fleißigen Leute -? die Anwender von Arbeit die Arbeiter -* Veräußerungs-
profit -5 ein Schwanken des Reichtums zwischen den Beteiligten (vgl. vorl. Band, S. 8)

50 Drittes.Kapitel

- „Wenn das fertige Arbeitsprodukt ausgetauscht wird, sei es gegen Geld oder gegen
Arbeit“ (hier wieder Quelle neuen Irrtums) „oder gegen andere Waren, muß über das,
was zur Bezahlung der Preise der Materialien und der Löhne der Arbeiter genügen
würde, noch etwas gegeben werden für den Profit des Unternehmers, der mit seinem
Kapital in diesem Geschäft hasardiert hat.“

(Auf dies Hasardieren später zurückzukommen, sieh Heft VII, p.173
beidem Kapitel über die apologetischen Darstellungen des Profits.) B® Diese
quelque chose de donne pour les profits de l’entrepreneur, quand l’ouvrage
fini est &chang, stammt es aus dem Verkauf der Ware über ihrem Wert, ist
es der Steuartsche profit upon alienation?

„Also“, fährt Adam unmittelbar fort, „der Wert, den die Arbeiter den Rohstoffen
zusetzen, löst sich hier“ (sobald die kapitalistische Produktion eingetreten ist) „in zwei
Teile auf, wovon der eine ihren Lohn zahlt, der andre den Profit des Beschäftigers auf den
ganzen von ihm vorgeschoßnen Betrag von Rohstoffen und. Arbeitslöhnen.“ (p.96, 97.)

Hier also erklärt Smith ausdrücklich: Der Profit, der beim Verkauf des
ouvrage fini? gemacht wird, rührt nicht aus dem Verkauf selbst her, nicht
daher, daß die Ware über ihrem Wert verkauft wird, ist nicht profit upon
alienation. Der Wert, d.h. das Quantum Arbeit, das die Arbeiter dem
Material zuteilen, zerfällt vielmehr in 2 Teile. Der eine zahlt ihre Salaire
oder ist durch ihre Salaire gezahlt. Sie geben damit nur soviel Quantum
Arbeit zurück, als sie in der Form des Salairs empfangen haben. Der andre
Teil bildet den Profit des Kapitalisten, d.h., er ist ein Quantum Arbeit, das
er verkauft, ohne es gezahlt zu haben. Verkauft er also die Ware zu ihrem
Wert, d.h. der in ihr enthaltnen Arbeitszeit, d.h., tauscht er sie gegen andre
Waren nach dem Gesetz des Werts aus, so rührt sein Profit daher, daß er
einen Teil der in der Ware enthaltnen Arbeit nicht bezahlt hat, sie wohl aber
verkauft. A.Smith hat damit selbst widerlegt, daß der Umstand, daß dem
Arbeiter nicht mehr das ganze Produkt seiner Arbeit gehört, daß er es oder
seinen Wert teilen muß mit dem Eigentümer des Kapitals, das Gesetz auf-
hebt, daß das Verhältnis, worin sich die Waren gegeneinander austauschen,
oder ihr Tauschwert bestimmt ist durch das Quantum der in ihnen materiali-
sierten Arbeitszeit. Er leitet ja vielmehr den Profit des Kapitalisten selbst
daher, daß er einen Teil der der Ware zugesetzten Arbeit nicht bezahlt hat
und daher sein Profit beim Verkauf der Ware entspringt. Wir werden sehn,
wie er später noch wörtlicher den Profit herleitet aus der Arbeit, die der
Arbeiter verrichtet über das Quantum Arbeit hinaus, womit er das Salair

1 Dieses Etwas, das für den Profit des Unternehmers gegeben werden muß, wenn
das fertige Arbeitsprodukt ausgetauscht ist - * fertigen Arbeitsprodukts


zahlt, d.h., es durch ein Äquivalent ersetzt. Er hat damit den wahren Ur-
sprung des Mehrwerts erkannt. Er hat ausdrücklich festgesetzt zugleich,
daß er nicht aus den |]252| vorgeschoßnen Fonds entspringt, deren Wert -
wie nützlich sie immer im realen Arbeitsprozeß sein mögen - im Produkt
nur einfach wiedererscheint; sondern daß er ausschließlich entspringt aus
der neuen Arbeit, die die ouvriers ajoutent aux materiaux!, in dem neuen
Produktionsprozeß, worin jene Fonds als Arbeitsmittel oder Arbeitsinstru-
ment figurieren.

Falsch (und auf der im Eingang berührten Verwechslung beruhend) ist
dagegen die Phrase:

„Wenn das fertige Arbeitsprodukt ausgetauscht wird, sei es gegen Geld oder gegen
Arbeit oder gegen andere Waren...“ [p. 96.1

Tauscht er die Ware gegen Geld oder Ware aus, so entspringt sein Profit
daher, daß er mehr Arbeit verkauft, als er gezahlt hat, daß er nicht gleiches
Quantum vergegenständlichter Arbeit gegen gleiches Quantum lebendiger
Arbeit austauscht. A.Smith darf also den Echange ou contre de l’argent
ou contre d’autres marchandises”? nicht gleichstellen mit dem change de
l’ouvrage fini contre du travail?. Denn in dem ersten &change entspringt der
Mehrwert daher, daß die Waren ausgetauscht werden zu ihrem Wert, zu der
in ihnen enthaltnen Arbeitszeit, die aber zum Teil nicht bezahlt ist. Es ist
hierin unterstellt, daß der Kapitalist nicht gleiches Quantum vergangner
Arbeit gegen gleiches Quantum lebendiger Arbeit austauscht; daß die von
ihm angeeignete Quantität lebendiger Arbeit größer ist als die Quantität von
ihm bezahlter lebendiger Arbeit. Sonst würde der Lohn des Arbeiters gleich
dem Wert seines Produkts sein. Der Profit beim Austausch des ouvrage fini
gegen Geld oder Ware, wenn sie zu ihrem Wert ausgetauscht werden, ent-
springt also daher, daß der Austausch zwischen dem ouvrage fini und der
lebendigen Arbeit andren Gesetzen folgt, daß hier nicht Äquivalente aus-
getauscht werden. Diese cases* dürfen also nicht zuammengeworfen werden.

Also der Profit ist nichts als ein Abzug von dem Wert, den die Arbeiter
dem Arbeitsmaterial hinzugefügt haben. Sie fügen dem Material aber nichts
hinzu als neue Quantität Arbeit. Die Arbeitszeit des Arbeiters löst sich also
in zwei Teile auf, der eine, wofür er ein Äquivalent vom Kapitalisten er-
halten hat, sein Salair, der andre, den er ihm gratis gibt und der den Profit
konstituiert. A.Smith hebt richtig hervor, daß nur der Teil der Arbeit
(Wert), den der Arbeiter dem Material neu hinzufügt, sich in Salair und

1 Arbeiter den Rohstoffen hinzufügen - * Austausch gegen Geld oder gegen andere Waren -
® Austausch des fertigen Arbeitsprodukts gegen Arbeit - ? Fälle

4%


Profit auflöst, also der neugeschaffne Mehrwert an und für sich nichts zu
tun hat mit dem (als Material und Instrument) ausgelegten Teil des Kapi-
tals.

A.Smith, der so den Profit auf Aneignung unbezahlter fremder Arbeit
reduziert hat, fährt unmittelbar fort:

„Man könnte glauben, der Kapitalprofit sei nur ein anderer Name für den Lohn
einer besonderen Art Arbeit, der Arbeit der Aufsicht oder Leitung.“ (p.97.)

Und er widerlegt diese falsche Ansicht von der labour of superinten-
dence!. Wir kommen darauf später in einem andren Kapitel zurück.1?3
Hier nur wichtig zu betonen, daß A.Smith sehr genau den Gegensatz seiner
Ansicht von dem Ursprung des Profits gegen diese apologetische kennt,
hervorhebt und nachdrücklich betont. Nach Hervorhebung dieses Gegen-
satzes fährt er fort:

1253| „Bei diesem Zustand der Dinge gehört das Produkt der Arbeit nicht immer
ganz dem Arbeiter. Er muß es vielmehr in den meisten Fällen mit dem Eigentümer des
Kapitals, der ihn beschäftigt, teilen. Auch ist die gewöhnlich zur Beschaffung oder
Verfertigung einer Ware aufgewendete Quantität Arbeit nicht mehr der einzige Um-
stand, der die Quantität der Arbeit bestimmt, mit der man eine Ware gewöhnlich
kaufen, kommandieren oder im Austausch erlangen kann. Es ist klar, daß noch eine
zusätzliche Menge für den Profit des Kapitals gegeben werden muß, das die Arbeits-
löhne vorgeschossen und die Rohmaterialien beschafft hat.“ (l.c. p.99.)

Dies ganz richtig. Die kapitalistische Produktion vorausgesetzt, kauft
vergegenständlichte Arbeit - in Geld oder Ware dargestellt - außer dem
Quantum Arbeit, was in ihr selbst enthalten ist, stets noch „une quantite
additionelle“* lebendiger Arbeit „pour le profit du capital“®, was aber in
andren Worten nichts heißt, als daß sie einen Teil der lebendigen Arbeit
sich umsonst aneignet, aneignet, ohne sie zu zahlen. Es ist der Vorzug
Smiths vor Ricardo, daß er so stark betont, wie dieser change? mit der kapi-
talistischen Produktion eintritt. Dagegen steht er darin? Ricardo nach, daß
ihn stets die, jedoch von ihm selbst durch seine eigne Entwicklung wider-
legte Ansicht verfolgt, daß durch dies changed relation between materialised
labour and living labour ein change in the determination of the relative
value of commodities® eintritt, die nichts gegeneinander repräsentieren als
materialised labour, given quantities of realised labour”.

1 Arbeit der Oberaufsicht -? „eine zusätzliche Menge“ -? „für den Profit des Kapitals“ -
4 Umschwung - ® in der Handschrift: dagegen - ® veränderte Verhältnis zwischen ver-
gegenständlicher Arbeit und lebendiger Arbeit ein Wechsel in der Bestimmung des relativen
Werts der Waren - 7 vergegenständlichte Arbeit, gegebene Mengen realisierter Arbeit


Nachdem Smith so den Mehrwert in der einen Form, der Form des
Profits, als Teil der Arbeit dargestellt, den der Arbeiter über den Teil der
Arbeit hinaus arbeitet, which pays his wagest, tut er dasselbe mit der andren
Form des Mehrwerts, der Grundrente. Die eine der der Arbeit entfremde-
ten und daher als fremdes Eigentum gegenübertretenden gegenständlichen
Arbeitsbedingungen ist das Kapital; die andre ist die Erde selbst, die Erde
als Grundeigentum. Nachdem A.Smith daher vom proprietaire de capital?
gesprochen, fährt er fort:

„Sobald der Boden eines Landes durchweg Privateigentum geworden, lieben es
die Grundbesitzer, wie andre Leute auch, zu ernten, wo sie nicht gesäet, und fordern
Bodenrente selbst für die natürlichen Erzeugnisse des Bodens... Er“ (l’ouvrier?) „muß
dem Grundbesitzer einen Anteil von dem abtreten, was seine Arbeit gesammelt oder pro-
duziert hat. Dieser Anteil, oder was dasselbe, der Preis dieses Anteils, macht die Boden-

rente aus.“ (I. c. p.99, 100.)

Also wie der eigentliche industrielle Profit, so ist die Grundrente nur ein
Teil der Arbeit, die der Arbeiter den materiaux? zugesetzt und qu'il cede?,
die er ohne Bezahlung überläßt an den Eigentümer des Grund und Bodens,
den Grundeigentümer, also nur ein Teil der Mehrarbeit, von ihm verrichtet
über den Teil der Arbeitszeit hinaus, den er arbeitet to pay his wages® oder
ein Äquivalent für die in Salair enthaltne Arbeitszeit zu geben.

A.Smith faßt also den Mehrwert, nämlich die Surplusarbeit, den Über-
schuß der verrichteten Arbeit und in der Ware realisierten Arbeit über die
bezahlte Arbeit hinaus, über die Arbeit hinaus, die ihr Äquivalent im Salair
erhalten hat, als die allgemeine Kategorie auf, |]254| wovon der eigentliche
Profit und die Grundrente nur Äbzweigungen. Dennoch hat er den Mehr-
wert als solchen nicht als eigne Kategorie geschieden von den besondren
Formen, die er in Profit und Grundrente erhält. Daher bei ihm, wie noch
mehr bei Ricardo, viel Irrtum und Mangelhaftes in der Untersuchung.

Eine andre Form, worin der Mehrwert sich darstellt, ist das inter&t du
capital”, der Zins (inter&t d’argent®). Aber dieser
„Zins vom Gelde ist immer“ (sagt Smith in demselben Kapitel) „eine abgeleitete Revenue,
die, wenn sie nicht aus dem Profit gezahlt wird, die aus der Anlage von Geld herrührt,
aus irgendeiner anderen Revenuequelle gezahlt werden muß“

(also entweder Grundrente oder Salair. Im letztren Fall, den Durchschnitt
des Arbeitslohns genommen, stammt er nicht aus dem Mehrwert ab, son-
dern ist Abzug am Arbeitslohn selbst oder - und in dieser Form, wie wir

! der seinen Lohn ersetzt - ? Eigentümer des Kapitals - ® der Arbeiter - * Rohstoffen -
® die er überläßt - ® um seinen Lohn zu ersetzen - ? Kapitalzins - ® Geldzins


später gelegentlich sehn werden, kömmt er bei der unentwickelten kapita-
listischen Produktion vor - nur andre Form des Profits!®)),

„es sei denn, daß der Borger ein Verschwender ist, der eine zweite Schuld eingeht, um

die Zinsen für die erste zu zahlen.“ (l.c. p. 105, 106.)

Der Zins ist also entweder ein Teil des Profits, der mit geliehnem Kapi-
tal gemacht wird; dann ist er also eine sekundäre Form des Profits selbst,
eine Abzweigung desselben, also nur eine weitere Verteilung zwischen ver-
schiednen Personen des in der Form des Profits angeeigneten Mehrwerts.
Oder er wird aus der Rente gezahlt. Dann gilt dasselbe. Oder der Anleiher
zahlt ihn aus seinem eignen oder fremden Kapital. Dann bildet er über-
haupt keinen Mehrwert, sondern bloß verschiedne Verteilung vorhandenen
Reichtums, vibration of the balance of wealth between parties!, wie beim
profit upon alienation?, Den letzten Fall ausgenommen, wo der Zins über-
haupt keine Form des Mehrwerts (und den Fall ausgenommen, wo er einen
Abzug ain Salair oder selbst eine Form des Profits ist; von letztrem Fall
spricht Adam nicht), ist der Zins also bloß eine sekundäre Form des Mehr-
werts, bloßer Teil des Profits oder der Rente (betrifft bloß die Verteilung
derselben), stellt also auch nichts dar als einen Teil der unbezahlten Sur-
plusarbeit.

„Auf Zins ausgeliehene Geldmittel werden vom Ausleiher stets als Kapital be-
trachtet. Er erwartet, daß sie ihm zur gehörigen Zeit zurückerstattet werden und daß der
Borger ihm inzwischen für ihren Gebrauch eine gewisse Jahresrente zahlt. Der Borger
kann das Geld entweder als Kapital oder als einen für die unmittelbare Konsumtion be-
stimmten Fonds benutzen. Benutzt er es als Kapital, so wendet er es zum Unterhalt pro-
duktiver Arbeiter an, die den Wert mit einem Profit reproduzieren. In diesem Fall kann
er das Kapital zurückerstatten und die Zinsen zahlen, ohne eine andere Revenuequelle
zu veräußern oder anzugreifen. Benutzt er es als einen für die unmittelbare Konsum-
tion bestimmten Fonds, so handelt er wie ein Verschwender und vergeudet für den
Unterhalt der Müßigen, was zur Erhaltung der Fleißigen bestimmt war. In diesem
Fall kann er weder das Kapital zurückerstatten noch die Zinsen zahlen, ohne eine
andere Revenuequelle zu veräußern oder anzugreifen, wie zum Beispiel Hab und Gut

oder Grundrente.“ (v. II, b. II, ch. IV, p. 127, edit. McCull[och].)

1255| Also wer Geld, d.h. hier Kapital, leiht, wendet es entweder selbst
als Kapital an und macht Profit mit demselben. In diesem Fall ist der Zins,
den er dem Verleiher zahlt, nichts als ein Teil des Profits unter einem
besondren Namen. Oder er verzehrt das geliehne Geld. Dann vermehrt er das

1 Schwanken im Gleichgewicht des Reichtums zwischen den Beteiligten - ?* Ver-
äußerungsprofit (vgl. vorl. Band, S. 8)


Vermögen des Verleihers, indem er sein eignes vermindert. Es findet nur
andre Distribution des Reichtums statt, der aus der Hand des Verschwen-
ders in die des Wucherers übergeht, aber es findet keine Bildung von Mehr-
wert statt. Soweit also der Zins überhaupt Mehrwert vorstellt, ist er nichts
als ein Teil des Profits, der selbst nichts als eine bestimmte Form des Mehr-
werts, i.e. unbezahlter Arbeit, ist.

Endlich, bemerkt A.Smith, daß ebenso alle Einnahmen der Personen,
die von den Steuern leben, entweder vom Salair gezahlt werden, also ein
Abzug vom Salair selbst sind, oder ihre Quelle im Profit und der Grund-
rente haben, also nur Titel sind, worunter verschiedne Stände mitzehren
an Profit und Grundrente, die selbst nichts als verschiedne Formen des
Mehrwerts.

„Alle Steuern und alle Revenuen, die sich auf Steuern stützen, die Gehälter, Pen-
sionen und Jahrgelder jeder Art werden schließlich aus der einen oder der andern
dieser drei ursprünglichen Revenuequellen abgeleitet und, sei es unmittelbar oder
mittelbar, entweder aus dem Arbeitslohn oder aus dem Kapitalprofit oder aus der
Grundrente gezahlt.“ (l.T, ch. VI, p. 106, 1. c., [Garnier].)

Also Geldzins wie Steuer oder aus den Steuern abgeleitete Revenues -
soweit sie nicht Abzüge vom Salair selbst sind - sind bloße Teilnahmen an
Profit und Grundrente, die sich selbst wieder auflösen in Mehrwert, d.h.
unbezahlte Arbeitszeit.

Dies ist die allgemeine Theorie A.Smiths vom Mehrwert.

A.Smith resümiert noch einmal seine ganze Ansicht, wobei es erst recht
klar wird, wie wenig er irgendwie auch nur zu begründen sucht, daß der
Wert, den der Arbeiter dem Produkt zufügt (nach Abzug der frais de pro-
duction!, des Werts von Rohmaterial und Arbeitsinstrument), nicht mehr
durch die im Produkt enthaltne Arbeitszeit bestimmt ist, weil der Arbeiter
sich selbst diesen Wert nicht ganz aneignet, sondern ihn mit capitaliste und
proprietaire? zu teilen hat, den Wert oder das Produkt. Die Art, wie der
Wert einer Ware unter die Produzenten dieser Ware verteilt wird, ändert
natürlich nichts an seiner Natur und dem Wertverhältnis der Waren unter-
einander.

„Sobald der Boden Privateigentum geworden, verlangt der Grundbesitzer einen
Anteil fast aller Produkte, die der Arbeiter darauf erzeugen oder einsammeln kann.
Seine Bodenrente macht den ersten Abzug vom Produkt der auf den Boden verwandten
Arbeit aus. Aber der Bebauer des Bodens hat selten die Mittel, sich bis zur Einbringung
der Ernte zu erhalten. Sein Unterhalt wird ihm gewöhnlich vorgeschossen aus dem

3 Produktionskosten - ? Kapitalist und Grundeigentümer


Kapital eines Beschäftigers, des Pächters, der kein Interesse hätte, ihn zu beschäftigen,
wenn er nicht das Produkt seiner Arbeit mit ihm teilte oder sein Kapital ihm nicht
ersetzt würde samt einem Profit. Dieser Profit macht einen zweiten Abzug vom
Produkt der auf den Boden verwandten Arbeit. Das Produkt fast aller Arbeit ist demselben
Abzug für Profit unterworfen. In allen Industrien bedürfen die meisten Arbeiter eines
Beschäftigers, um ihnen bis zur Vollendung der Arbeit Rohstoff und Arbeitslohn und
Unterhalt vorzuschießen. Dieser Beschäftiger teilt mit ihnen das Produkt ihrer Arbeit oder
den Wert, den diese den verarbeiteten Rohstoffen zusetzt, und in diesem Anteil besteht sein
Profit.“ (v.1, b. 1, ch.VIII, p. 109, 110 [ed. MeCulloch].)

Hier also bezeichnet A.Smith in dürren Worten Grundrente und Profit
des Kapitals als bloße Abzüge von dem Produkt des Arbeiters oder dem
Wert seines Produkts, gleich der von ihm dem Material zugefügten Quanti-
tät Arbeit. Dieser Abzug kann aber, wie A.Smith früher selbst auseinander-
gesetzt, nur bestehn aus dem Teil der Arbeit, den der Arbeiter über das
Quantum Arbeit hinaus den materiaux zufügt, welches nur sein Salair zahlt
oder nur ein Äquivalent für das Salair liefert; also der Surplusarbeit, dem
unbezahlten Teil seiner Arbeit. (Also nebenbei können Profit und Rente
oder Kapital und Grundeigentum nie source de valeur! sein.)

### [3. Entdeckung der Mehrwertproduktion in allen
Sphären der gesellschaftlichen Arbeit durch Smith]

Man sieht den großen Fortschritt, den A.Smith in der Analyse des
Mehrwerts und daher des Kapitals über die Physiokraten hinaus gemacht
hat. Bei ihnen ist es nur eine bestimmte Art realer Arbeit - die Agrikultur-
arbeit -, welche Mehrwert schafft. Sie betrachten also den Gebrauchswert
der Arbeit, nicht die Arbeitszeit, die allgemein gesellschaftliche Arbeit, die
die einzige Quelle des Werts ist. Bei dieser besondren Arbeit aber ist es die
Natur, die Erde, welche in der Tat den Mehrwert schafft, der sich in eine
Vermehrung von Materie (organischer) auflöst. Der Überschuß der produ-
zierten Materie über die konsumierte Materie.” Sie fassen die Sache aber
noch innerhalb einer ganz beschränkten Form und daher durch phanta-
stische Vorstellung verfälscht. Bei A.Smith aber ist es die allgemein gesell-
schaftliche Arbeit, ganz gleichgültig, in welchen Gebrauchswerten sie sich
darstelle, die bloße Quantität notwendiger Arbeit, die den Wert schafft. Der
Mehrwert, erscheine er in der Form von Profit, Grundrente oder der sekun-

1 Quelle von Wert -* der vorstehende Satz findet sich in der Handschrift quer am Rande
und ist von Marx zur Einfügung an diese Stelle bezeichret


dären Form des Zinses, ist nichts als ein Teil dieser Arbeit, den sich die
Eigentümer der gegenständlichen Bedingungen der Arbeit im Austausch
mit der lebendigen Arbeit aneignen. Bei den Physiokraten erscheint der
Mehrwert daher auch nur in der Form der Grundrente. Bei A.Smith sind
Grundrente, Profit und Zins nur verschiedne Formen des Mehrwerts.

Wenn ich den Mehrwert, soweit er auf die Gesamtsumme des vorge-
schoßnen Kapitals bezogen wird, Profit des Kapitals nenne, so geschieht das
deshalb, weil der in der Produktion unmittelbar beteiligte Kapitalist un-
mittelbar die Mehrarbeit aneignet, gleichgültig dagegen, unter welchen
Rubriken er später diesen Mehrwert zu teilen hat, sei es mit dem Grund-
eigentümer, sei es mit dem Verleiher von Kapital. So zahlt der Pächter
direkt dem Grundeigentümer. So der Fabrikant aus dem von ihm ange-
eigneten Mehrwert die Grundrente an den Eigentümer des Bodens, auf
dem die Fabrik steht, und den Zins an den Kapitalisten, der ihm Kapital
vorgeschossen hat.

257] {Es wird jetzt noch zu betrachten sein: 1. Verwechselung bei
A.Smith von Mehrwert und Profit; 2. Seine Ansichten von produktiver
Arbeit; 3. Wie er Rente und Profit zu Quellen des Werts macht und seine
falsche Analyse des naturel prix! der Waren, worin der Wert von Rohstoff
und Instrument nicht getrennt von dem prix der 3 sources of revenue?
existieren oder in Betracht kommen soll.}

### [4. Smith’ Unverständnis für die Wirkung des Wertgesetzes
beim Austausch zwischen Kapital und Lohnarbeit]

Das Salair oder das Äquivalent, womit der Kapitalist die temporäre
Disposition über das Arbeitsvermögen kauft, ist nicht Ware in ihrer un-
mittelbaren Form, sondern die metamorphosierte Ware, Geld, die Ware in
ihrer selbständigen Form als Tauschwert, als unmittelbare Materiatur der
gesellschaftlichen Arbeit, der allgemeinen Arbeitszeit. Mit diesem Geld
kauft der Arbeiter natürlich die Waren zu demselben Preis {von solchen
Details, daß er z.B. unter ungünstigren Bedingungen und Umständen
kauft usw., ist hier abzusehn} wie jeder andre Geldbesitzer. Er tritt den Ver-
käufern von Ware wie jeder andre Geldbesitzer als Käufer gegenüber. Er
tritt in der Warenzirkulation selbst nicht als Arbeiter auf, sondern als Pol
Geld gegenüber dem Pol Ware, als Besitzer der Ware in ihrer allgemeinen,

I natürlichen Preises -* Preis der 3 Quellen der Revenue


stets tauschfähigen Form. Sein Geld verwandelt sich wieder [in] Waren,
die ihm als Gebrauchswerte dienen sollen, und in diesem Prozeß käuft er die
Waren zu dem Preis, den sie überhaupt im Markt haben, allgemein ge-
sprochen, zu ihrem Wert. Er macht hier nur den Akt G-W durch, der eine
Formveränderung anzeigt, keineswegs aber eine Veränderung der Wert-
größe im allgemeinen genommen. Indes, da er durch seine Arbeit, die sich
im Produkt materialisiert hat, nicht nur soviel Arbeitszeit zugesetzt hat, als
in dem von ihm empfangnen Geld enthalten war, nicht nur ein Äquivalent
gezahlt, sondern Surplusarbeit gratis gegeben hat, die eben die Quelle des
Profits bildet, so hat er faktisch (die vermittelnde Bewegung, die im Verkauf
des Arbeitsvermögens enthalten, fällt weg beim Resultat) einen höhren
Wert gegeben als den Wert der Geldsumme, die sein Salair bildet. Er hat,
in return, mit mehr Arbeitszeit die in dem ihm als Salair zufließenden Geld
realisierte Quantität Arbeit erkauft. Es kann also gesagt werden, daß er in-
direkt ebenso alle die Waren, worin sich das von ihm erkaufte Geld (was
ja nur der selbständige Ausdruck eines bestimmten Quantums gesellschaft-
licher Arbeitszeit) auflöst, mit mehr Arbeitszeit kauft, als in ihnen enthalten
ist, obgleich er sie zu demselben Preis kauft wie jeder andre Käufer oder
Besitzer der Ware in ihrer ersten Verwandlung. Umgekehrt, das Geld, wo-
mit der Kapitalist Arbeit kauft, enthält ein geringres Quantum Arbeit,
kleinre Arbeitszeit, als die in der von ihm produzierten Ware enthaltne
Arbeitsquantität oder Arbeitszeit des Arbeiters beträgt; außer dem Quan-
tum Arbeit, das in dieser Geldsumme, die das Salair bildet, enthalten ist,
kauft er eine additionelle Summe Arbeit, die er nicht zahlt, einen Über-
schuß über die in dem von ihm weggezahlten Geld enthaltne Arbeits-
quantität. Und diese additionelle Arbeitsquantität bildet eben den vom
Kapital geschaffnen Mehrwert.

Da das Geld aber, | womit der Kapitalist Arbeit kauft (faktisch im
Resultat, wenn auch vermittelt durch den exchange nicht direkt mit der
Arbeit, sondern mit dem Arbeitsvermögen), nichts ist als die verwandelte
Gestalt aller alnderen] Waren, ihr selbständiges Dasein als Tauschwert, so
muß ebensowohl gesagt werden, daß alle Waren im Austausch mit der
lebendigen Arbeit mehr Arbeit kaufen, als in ihnen enthalten ist. Dies
Mehr bildet eben den Mehrwert.

Es ist das große Verdienst A.Smiths, daß er grade in den Kapiteln
des ersten Buchs (ch. VI, VII, VIID), wo er vom einfachen Warenaustausch
und seinem Gesetz des Werts übergeht zum Austausch zwischen vergegen-

1 dagegen


ständlichter und lebendiger Arbeit, zum Austausch zwischen Kapital und
Lohnarbeit, zur Betrachtung von Profit und Grundrente im allgemeinen;
kurz zum Ursprung des Mehrwerts, es fühlt, daß hier ein Riß eintritt, daß -
wie immer vermittelt, eine Vermittlung, die er nicht begreift - das Gesetz
im Resultat faktisch aufgehoben wird, mehr Arbeit gegen weniger Arbeit
(vom Standpunkt des Arbeiters), weniger Arbeit gegen mehr Arbeit (vom
Standpunkt des Kapitalisten) ausgetauscht wird, und daß er hervorhebt
und ihn förmlich irre macht, daß mit der Akkumulation des Kapitals und
dem Grundeigentum - also mit der Verselbständigung der Arbeitsbedingun-
gen gegenüber der Arbeit selbst - eine neue Wendung, scheinbar (und fak-
tisch das Resultat) ein Umschlag des Gesetzes des Werts in sein Gegenteil
stattfindet. Es ist ebenso seine theoretische Stärke, daß er diesen Wider-
spruch fühlt und betont, wie es seine theoretische Schwäche ist, daß es ihn
an dem allgemeinen Gesetz, selbst für den bloßen Warenaustausch, irr
macht, daß er nicht einsieht, wie dieser Widerspruch dadurch eintritt, daß
das Arbeitsvermögen selbst zur Ware wird und daß bei dieser spezifischen
Ware ihr Gebrauchswert, der also mit ihrem Tauschwert nichts zu tun,
selbst die den Tauschwert schaffende Energie ist. Ricardo hat das vor
A.Smith voraus, daß diese scheinbaren und resultatlich wirklichen Wider-
sprüche ihn nicht beirren. Er steht darin hinter A.Smith zurück, daß er
nicht einmal ahnt, daß hier ein Problem liegt und daher die spezifische
Entwicklung, die das Gesetz der Werte mit der Kapitalbildung annimmt,
ihn keinen Augenblick stutzig macht, noch ihn beschäftigt. Wie das, was
bei A.Smith genial ist, bei Malthus reaktionär gegen den Ricardoschen
Standpunkt wird, werden wir später sehn. ?®?

Es ist aber natürlich zugleich diese Einsicht A.Smiths, die ihn schwan-
kend, unsicher macht, ihm den festen Boden unter den Füßen wegzieht
und ihn, im Gegensatz zu Ricardo, nicht zur einheitlichen, theoretischen
Gesamtanschauung der abstrakten allgemeinen Grundlage des bürger-
lichen Systems kommen läßt.

1259| Der obige A.Smithsche Ausdruck, daß die Ware mehr Arbeit
kauft, als in ihr enthalten ist, oder daß die Arbeit einen höhren Wert für die
Ware zahlt, als in der letztren enthalten ist, ist so ausgedrückt von Hodgskin:

„Der natürliche Preis (or necessary price!) bedeutet die ganze Quantität Arbeit, die
die Natur vom Menschen für die Produktion irgendeiner Ware fordert ... Arbeit war
das ursprüngliche, ist jetzt und bleibt immer das einzige Kaufgeld bei unseren Ge-
schäften mit der Natur... Welche Quantität Arbeit für die Erzeugung einer Ware auch

1 oder notwendige Preis


immer notwendig sein mag, der Arbeiter muß stets, beim gegenwärtigen Zustand der
Gesellschaft, viel mehr Arbeit hingeben, um sie zu erwerben und zu besitzen, als er-
forderlich ist, sie von der Natur zu kaufen. Der für den Arbeiter so erhöhte natürliche
Preis ist der soziale Preis. Man muß immer zwischen den beiden unterscheiden.“

(Thomas Hodgskin, „Popular Political Economy etc.“, London 1827, p.219, 220.)

In dieser Auffassung von Hodgskin ist sowohl das Richtige wie das Ver-
wirrte und Verwirrende der A.Smithschen Ansicht wiedergegeben.

### [5. Das Zusammenwerfen von Mehrwert und Profit -
ein vulgäres Element in Smith’ Theorie]

Wir haben gesehn, wie A.Smith den Mehrwert überhaupt, von dem
Grundrente und Profit nur verschiedne Formen und Bestandteile, ent-
wickelt. Seiner Darstellung gemäß hat der Teil des Kapitals, der aus Roh-
stoff und Produktionsmittel besteht, unmittelbar nichts mit der Erzeugung
des Mehrwerts zu tun, Dieser entsteht ausschließlich aus der additional
quantity of labour?, die der Arbeiter gibt hinaus über den Teil seiner Arbeit,
die nur das Äquivalent für sein Salair bildet. Es ist also auch nur der in
Salair bestehende, ausgelegte Teil des Kapitals, aus dem direkt der Mehr-
wert entspringt, denn er ist der einzige Teil des Kapitals, der sich nicht nur
reproduziert, sondern ein overplus? produziert. Im Profit dagegen ist der
Mehrwert berechnet auf die Gesamtsumme des vorgeschoßnen Kapitals,
und außer dieser Modifikation treten noch neue hinzu durch die Ausglei-
chung der Profite in den verschiednen Produktionssphären des Kapitals.

Weil Adam zwar der Sache nach, aber nicht ausdrücklich in der Form
einer bestimmten, von ihren besondren Formen unterschiednen Kategorie
den Mehrwert entwickelt, wirft er ihn hernach direkt mit der weiterent-
wickelten Form des Profits unmittelbar zusammen. Dieser Fehler bleibt bei
Ricardo und allen seinen Nachfolgern. Es entstehn daraus (namentlich bei
Ricardo mehr schlagend, weil bei ihm das Grundgesetz des Werts in mehr
systematischer Einheit und Konsequenz durchgeführt, also auch die In-
konsequenzen und Widersprüche schlagender hervortreten) eine Reihe In-
konsequenzen, ungelöster Widersprüche und Gedankenlosigkeiten, die die
Ricardians (wie wir später im Abschnitt vom Profit sehn werden) schola-
stisch durch Redensarten zu lösen suchen.'??! Der grobe Empirismus schlägt
in falsche Metaphysik, Scholastik um, die sich abquält, unleugbare empi-

1 zusätzlichen Arbeitsmenge - ? einen Überschuß


rische Phänomene direkt, durch einfache formelle Abstraktion, aus dem
allgemeinen Gesetz herzuleiten oder ihm gemäß zurechtzuräsonieren. Hier
bei A.Smith wollen wir gleich ein Beispiel geben, weil die Konfusion gleich
unterläuft, nicht da, wo er von Profit oder Grundrente, diesen besondren
Formen des Mehrwerts, ex professo! handelt, sondern da, wo er sie nur als
Formen des Mehrwerts überhaupt faßt, als deductions from the labour
bestowed by the labourers upon the materials?.

1260| Nachdem A.Smith, 1.1, ch.VI, [p. 96, 97] gesagt hat:

„Also der Wert, den die Arbeiter den Rohstoffen zusetzen, löst sich hier in zwei
Teile auf, wovon der eine ihren L.ohn zahlt, der andre den Profit des Beschäftigers auf
den ganzen von ihm vorgeschoßnen Betrag von Rohstoffen und Arbeitslöhnen“,

fährt er fort:

„Er“ (l’entrepreneur?) „hätte kein Interesse, diese Arbeiter zu beschäftigen, wenn
er nicht vom Verkauf ihres Werkes etwas mehr erwartete, als ihm nötig ist, seinen Fonds
zu ersetzen, und er hätte kein Interesse, ein größres Kapital statt eines kleineren anzu-
wenden, wenn seine Profite nicht in einem bestimmten Verhältnis zur Größe des vor-
geschoßnen Kapitals stünden.“

Remarquons d’abord*: Nachdem A.Smith den Mehrwert, das overplus,
das der entrepreneur über die Wertmasse hinaus macht, die nötig ist, pour
lui remplacer ses fonds®, reduziert hat auf den Teil der Arbeit, den die
Arbeiter® der Materie zusetzen über das Quantum hinaus, das ihre salaires
zahlt - dies overplus also rein entspringen läßt aus dem Teil des Kapitals,
der im Arbeitslohn ausgelegt ist, faßt er dies overplus aber sofort in der
Form des Profits auf, d.h. nicht in bezug auf den Teil des Kapitals, aus dem
es entspringt, sondern als Überschuß über den Gesamtwert des vorgeschoß-
nen Kapitals, „auf den ganzen von ihm vorgeschoßnen Betrag von Roh-
stoffen und Arbeitslöhnen“ (es ist Versehn, daß hier die Produktionsmittel
ausgelassen sind). Er faßt also unmittelbar den Mehrwert in der Form des
Profits. Daher die gleich kommenden Schwierigkeiten.

Der Kapitalist, sagt A.Smith,

„hätte kein Interesse, diese Arbeiter zu beschäftigen, wenn er nicht vom Verkauf ihres
Werkes etwas mehr erwartete, als ihm nötig ist, seinen Fonds zu ersetzen“. [p. 97.]

Das Kapitalverhältnis einmal vorausgesetzt, ist dies ganz richtig. Der
Kapitalist produziert nicht, um durch das Produkt seine Bedürfnisse zu

1 ausdrücklich -? Abzüge von der Arbeit, welche die Arbeiter den Rohstoffen zugesetzt
haben -® der Unternehmer - Bemerken wir zunächst - ® ihm seine Fonds zu ersetzen -

$ in der Handschrift: Arbeit


befriedigen; er produziert überhaupt nicht mit unmittelbarer Rücksicht
auf die Konsumtion. Er produziert, um Mehrwert zu produzieren. Aber
aus dieser Voraussetzung — die weiter nichts heißt als, die kapitalistische
Produktion vorausgesetzt, produziert der Kapitalist des Mehrwerts wegen -
erklärt A.Smith nicht, wie später mehrere seiner albernen Nachfolger ge-
tan haben, den Mehrwert, d.h., er erklärt das Dasein des Mehrwerts nicht
aus dem Interesse des Kapitalisten, aus seinem Wunsch nach dem Mehr-
wert. Diesen hat er vielmehr bereits abgeleitet aus der valeur, die die ouv-
riers ajoutent & la matiere au-dessus de la valeur qu’ils ajoutent en &change
pour le salaire regu!. Aber dann fährt er gleich fort: Der Kapitalist hätte
kein Interesse, ein größres Kapital statt eines kleineren anzuwenden, wenn
seine Profite nicht in einem bestimmten Verhältnis zur Größe des vor-
geschoßnen Kapitals stünden. Hier wird der Profit nicht mehr aus der
Natur des Mehrwerts, sondern aus dem „Interesse“ des Kapitalisten er-
klärt. Was eine platte Albernheit.

A.Smith fühlt nicht, indem er so unmittelbar den Mehrwert mit dem
Profit und den Profit mit dem Mehrwert zusammenwirft, er sein eben über
den Ursprung des Mehrwerts aufgestelltes Gesetz | umwirft. Wenn
der Mehrwert nur die partie de la valeur? (oder des Arbeitsquantums) ist,
que l’ouvrier ajoute au-dela de la partie qu'il ajJoute ä la matiere afin de
payer le salaire?, warum sollte dieser 2! Teil unmittelbar wachsen, weil
der Wert des vorgeschoßnen Kapitals in dem einen Fall größer ist als in
dem andren? Klarer wird noch der Widerspruch in dem Beispiel, was
A.Smith gleich darauf selbst gibt, um die Ansicht, wonach der Profit die
wages für die so-called labour of superintendence? sein soll, zu widerlegen.
Er sagt nämlich:

„Sie“ (les profits des fonds?) „sind indes vom Arbeitslohn ganz verschieden; sie
richten sich nach ganz anderen Gesetzen und stehen in keinem Verhältnis zu der Größe
und der Natur dieser angeblichen Arbeit der Aufsicht und Leitung. Sie richten sich ganz
nach dem Werte des aufgewendeten Kapitals und sind je nach der Größe des Kapitals
größer oder kleiner. Nehmen wir zum Beispiel an, daß an einem Platz, wo die durch-
schnittlichen Kapitalprofite einer Manufaktur zehn Prozent jährlich beitragen, zwei ver-
schiedene Manufakturen in Betrieb sind, von denen jede zwanzig Arbeiter beschäftigt
mit einem Lohn von je 15 Livres jährlich, so daß jede Manufaktur 300 Livres jährlich
an Arbeitslohn auszahlt. Nehmen wir ferner an, daß in der einen Fabrik grobe Materia-

1dem Wert, den die Arbeiter dem Rohstoff zusetzen über den im Austausch für den emp-
fangenen Lohn zugesetzten Wert - ? der Teil des Werts - ® den der Arbeiter über den
Teil hinaus zuseizt, den er dem Rohstoff als Ersatz für den Arbeitslohn zusetzt - * so-
genannte Arbeit der Oberaufsicht - die Kapitalprofite


lien zum Werte von nur 700 Livres jährlich, in der anderen feineres Material zum Werte
von 7000 Livres jährlich verarbeitet werden; das in der ersten Manufaktur jährlich auf-
gewendete Kapital wird also nur 1000, das andere 7300 Livres betragen. Nach dem
Satz von zehn Prozent wird also der Unternehmer der einen Manufaktur nur einen
Jahresgewinn von etwa 100 Livres, der der anderen jährlich 730 Livres erwarten. Aber
trotz dieser enormen Differenz ihrer Profite kann doch ihre Arbeit der Aufsicht und
Leitung dieselbe oder doch ziemlich dieselbe sein.“ ]l. c. p. 97, 98.]

Von dem Mehrwert in seiner allgemeinen Form kommen wir sogleich
zu einer taxe commune de profitst, die unmittelbar nichts damit zu tun hat.
Mais passons outre!* In beiden Fabriken werden 20 Arbeiter angewandt;
ihr Salair in beiden ist dasselbe, = 300 I[ivres]. Beweis also, daß nicht etwa
in der einen eine höhre Art Arbeit angewandt wird wie in der andren, so
daß eine Arbeitsstunde, also auch eine Surplus-Arbeitsstunde in der einen
gleich mehreren Surplus-Arbeitsstunden in der andren wäre. Es ist viel-
mehr dieselbe Durchschnittsarbeit in beiden unterstellt, wie die Gleichheit
ihres Salairs zeigt. Wie soll nun die Surplusarbeit in der einen Fabrik, die
die Arbeiter ajoutent au-dela du prix de leurs salaires®, siebenmal soviel
wert sein als in der andren? Oder warum sollten die Arbeiter in der einen
Fabrik, weil das bearbeitete Material in derselben 7mal teurer als in der
andren, /mal soviel Surplusarbeit liefern als in der andren, obgleich sie in
beiden dasselbe Salair erhalten, also dieselbe Zeit arbeiten, um ihr Salair
zu ||262] reproduzieren?

Der siebenmal größre Profit in der einen Manufaktur verglichen mit der
andern - oder überhaupt das Gesetz des Profits, daß er im Verhältnis zur
Größe des vorgeschoßnen Kapitals steht - widerspricht also prima facie?
dem Gesetz des Mehrwerts oder des Profits (da A.Smith beide unmittelbar
identifiziert), daß er bloß in der unbezahlten Surplusarbeit der Arbeiter
besteht. A.Smith setzt das ganz naiv gedankenlos hin, ohne die entfernteste
Ahnung des vorliegenden Widerspruchs. Alle seine Nachfolger - indem
keiner den Mehrwert, abgesondert von seinen bestimmten Formen, im all-
gemeinen betrachtet - sind ihm darin treu geblieben. Bei Ricardo, wie
schon bemerkt, tritt es nur noch krasser hervor.

Da A.Smith den Mehrwert nicht nur in Profit, sondern auch in Grund-
rente auflöst - zwei besondre Arten des Mehrwerts, deren Bewegung durch
ganz verschiedne Gesetze bestimmt wird -, so hätte er schon daraus sehn
müssen, daß er die allgemeine abstrakte Form mit keiner ihrer besondren
Formen unmittelbar zusammenwerfen durfte. Wie bei ihm, so bleibt bei

3 allgemeinen Profitrate - Aber gehen wir weiter! - ® zusetzen über den Preis ihres
Arbeitslohns hinaus - * auf den ersten Blick


allen späteren bürgerlichen Ökonomen der Mangel an theoretischem Sinn
für Auffassung der Formunterschiede der ökonomischen Verhältnisse Regel,
im groben Zugreifen nach und Interesse für den empirisch vorliegenden
Stoff. Daher auch ihre Unfähigkeit, das Geld richtig aufzufassen, wo es sich
nur um verschiedne Wandlungen in der Form des Tauschwerts handelt,
während die Wertgröße unverändert bleibt.

### [6. Smith’ falsche Auffassung von Profit, Rente
und Arbeitslohn als Quellen des Werts]

Lauderdale in „Recherches sur la nature et l’origine de la richesse publique“,
traduit par Lagentie de Lavaisse, Paris 1808, wirft A.Smiths Entwicklung
des Mehrwerts vor - von der er sagt, daß sie bereits von Locke aufgestellten
Ansichten entspreche -, daß danach das Kapital keine originelle Quelle des
Reichtums sei, als die Smith sie doch hinstelle, sondern nur eine abgeleitete.
Die bezüglichen Stellen lauten:

„Vor mehr als einem Jahrhundert hat Locke beinahe dieselbe Ansicht“ (wie
A.Smith) „aufgestellt... ‚Das Geld‘“, sagt er, „ist eine sterile Sache, die nichts
produziert; aller Dienst, den man davon zieht, ist, daß es durch wechselseitiges Über-
einkommen den Gewinn, der die Belohnung der Arbeit eines Mannes war, in die
Tasche eines anderen überträgt‘.“ (Lauderdale, p.116.) „Wäre diese Idee vom Profit
des Kapitals rigorös richtig, so folgte daraus, daß er nicht eine ursprüngliche Quelle des
Reichtums, sondern eine abgeleitete; und man könnte daher Kapital nicht als eine der
Quellen des Reichtums betrachten, da sein Profit nichts ist als eine Übertragung aus der
Tasche des Arbeiters in die des Kapitalisten.“ (l.c. p. 116, 117.)

Insofern der Wert des Kapitals im Produkt wiedererscheint, kann man
es nicht „source de richesse“* nennen. Es ist hier nur als accumulated
labour?, als bestimmtes Quantum materialisierter Arbeit, daß es dem Pro-
dukt seinen eignen Wert hinzusetzt.

Produktiv von Wert ist das Kapital nur als Verhältnis, sofern es als
Zwang über die L.ohnarbeit sie zwingt, Surplusarbeit zu arbeiten, oder die
Produktivkraft der Arbeit anstachelt, um relativen Mehrwert zu schaffen.
In beiden Fällen produziert es nur Wert als |]263] die der Arbeit entfrem-
dete Macht ihrer eignen gegenständlichen Bedingungen über sie, überhaupt
nur als eine der Formen der Lohnarbeit selbst, als Bedingung der Lohn-
arbeit. Aber in dem gewöhnlichen Sinn der Ökonomen, als in Geld oder

1 „Quelle des Reichtums“ - ? aufgehäufte Arbeit

Waren existierende aufgehäufte Arbeit, wirkt das Kapital, wie alle Arbeits-
bedingungen, auch die unbezahlten Naturkräfte, produktiv im Arbeits-
prozeß, in der Erzeugung von Gebrauchswerten, aber es wird nie Quelle
von Wert. Es schafft keinen neuen Wert und setzt dem Produkt überhaupt
nur Tauschwert hinzu, soweit es Tauschwert hat, d.h. sich selbst in ver-
gegenständlichte Arbeitszeit auflöst, so daß die Arbeit die Quelle seines
Werts ist.

Recht hat Lauderdale darin, daß, nachdem A.Smith die Natur des

. Mehrwerts und des Werts entwickelt, er mit Unrecht Kapital und Grund
und Boden als selbständige Quellen des Tauschwerts darstellt. Sie sind
Quellen von Revenue für ihre Besitzer, sofern sie Titel auf ein gewisses
Quantum Surplusarbeit sind, das der Arbeiter über die zum Ersatz seines
Salairs nötige Arbeitszeit hinaus arbeiten muß. So sagt A.Smith z.B.:

„Arbeitslohn, Profit und Bodenrente sind die drei Urquellen alles Einkommens sowohl
wie alles Tauschwerts.“ (.I, ch.VI, [p. 105].)
1

So richtig es ist, daß sie die trois sources primitives de tout revenul, so
falsch ist es, daß sie aussi bien les trois sources primitives de toute valeur
echangeable? sind, da der Wert einer Ware ausschließlich durch die in ihr
enthaltne Arbeitszeit bestimmt ist. Nachdem A.Smith soeben noch Grund-
rente und Profit als bloße deductions? dargestellt hat von dem Wert oder
der Arbeit, die der Arbeiter dem Rohmaterial hinzufügt, wie kann er sie
sources primitives de la valeur &changeable? nennen? (Sie können es nur in
dem Sinn sein, als sie die source primitive in Bewegung setzen, d.h. den
Arbeiter zwingen, Surplusarbeit zu arbeiten.) Sofern sie Titel (Bedingun-
gen) sind, um sich einen Teildes Werts, d.h. derin der Ware vergegenständ-
lichten Arbeit, anzueignen, sind sie Einkommensquellen für ihre Eigen-
tümer. Aber die Verteilung oder Aneignung von Wert ist doch keine Quelle
des Werts, der angeeignet wird. Fände diese Aneignung nicht statt und er-
hielte der Arbeiter das ganze Produkt seiner Arbeit zum Lohn, so bliebe der
Wert der produzierten Ware nach wie vor derselbe, obgleich er nicht mit
Grundeigentümer und Kapitalist geteilt würde.

Grundeigentum und Kapital, dadurch, daß sie Einkommensquellen für
ihre Besitzer bilden, d.h. ihnen die Macht geben, einen Teil der von der
Arbeit geschaffnen Werte sich anzueignen, werden dadurch nicht zu Quel-
len des Werts, den sie sich aneignen. Äber es ist ebenso falsch zu sagen, daß
der Arbeitslohn eine source primitive de la valeur &changeable bilde, ob-

% drei Urquellen alles Einkommens -? ebensosehr die drei Urquellen alles Tauschwerts =
3 Abzüge - * Urquellen des Tauschwerts


gleich derselbe oder vielmehr der beständige Verkauf des Arbeitsvermögens
eine Einkommensquelle für den Arbeiter bildet. Es ist die Arbeit und nicht
der: Arbeitslohn des Arbeiters, der Wert schafft. Der Arbeitslohn ist nur
schon vorhandner Wert oder, wenn wir das Ganze der Produktion be-
trachten, der Teil des vom Arbeiter geschaffnen Werts, der von ihm selbst
angeeignet wird, aber diese Aneignung schafft den Wert nicht. Sein Arbeits-
lohn kann daher steigen oder fallen, ohne daß der Wert der von ihm produ-
zierten Ware davon berührt wird.
1265| [Als Zitat zuzufügen zu dem Obigen, daß A.Smith die Rubriken,

worunter der Wert der Ware angeeignet wird, zu Quellen dieses Werts
macht: Nachdem er die Ansicht widerlegt, daß der Profit nur ein andrer
Name für das salaire des Kapitalisten oder wages of labour of super-
intendence!, schließt er:

„Mithin bildet im Preis der Waren der Profit vom Fonds oder vom Kapital eine
vom Arbeitslohn ganz verschiedene Quelle des Wertes, der durch ganz andere Prinzipien

geregelt wird.“ (b. I, ch. VI, [p. 99].)

Nach Smith eben noch verteilte sich die valeur, die die Arbeiter den Ma-
terialien zufügen, zwischen ihnen und Kapitalisten in der Form von salaires
und profit; die Arbeit ist also die einzige source de valeur, und aus dieser
source de valeur entspringen prix des salaires et prix des profits?. Aber diese
prix selbst sind keine source de valeur. Weder der Arbeitslohn noch der

Profit.) [265]

### [7. Smith’ zwieschlächtige Auffassung des Verhältnisses
von Wert und Revenue. Seine Ansicht
vom „natürlichen Preis‘‘ als Summe von Arbeitslohn, Profit und Rente]

1263| Wir wollen hier ganz außer acht lassen, wieweit A.Smith die
Grundrente als ein konstituierendes Element des Preises der Waren be-
trachtet. Die Frage ist hier für unsere Untersuchung um so gleichgültiger,
als er die Grundrente ganz ebenso wie den Profit als bloßen Teil des Mehr-
werts, deduction from the labour added by the labourer to the raw material?
auffaßt, und daher | in der Tat auch als deduction from the profit*,
soweit die ganze unbezahlte Surplusarbeit unmittelbar, der Arbeit gegen-
über, vom Kapitalisten angeeignet wird, unter welchen Rubriken er auch

1 Lohn für die Arbeit der Oberaufsicht - ? der Preis des Arbeitsiohns und der Preis des
Profits - ® Abzug von der Arbeit, welche der Arbeiter dem Rohmaterial zugesetzt hat —
* Abzug vom Profit


immer später diesen Mehrwert zu teilen habe mit den Besitzern der Produk-
tionsbedingungen, sei es der Eigentümer von Grund und Boden, sei es der
Verleiher von Kapital. Wir werden also, der Vereinfachung wegen, nur von
Salair und Profit sprechen als den beiden Rubriken, worin sich der neu-
geschaffne Wert verteilt.

Gesetzt, in einer Ware sei (abgesehn vom Wert des in ihr konsumierten
Rohmaterials und Arbeitsinstruments) 12stündige Arbeitszeit materiali-
siert, so können wir ihren Wert als solchen nur in Geld ausdrücken. Gesetzt
also, in 5 sh. sei ebenfalls I2stündige Arbeitszeit materialisiert. So ist der
Wert der Ware = 5sh. Unter dem prix naturel des marchandises! versteht
A.Smith nichts als ihren Wert in Geld ausgedrückt. (Der Marktpreis der
Ware steht natürlich über oder unter ihrem Wert. Ja, wie ich später nach-
weisen werde, selbst der Durchschnittspreis der Waren ist steis von ihrem
Wert unterschieden.'?®! Indes hat A.Smith in der Betrachtung über den prix
naturel nichts damit zu schaffen. Außerdem kann weder der Marktpreis
und noch weniger die Schwankungen in dem Durchschnittspreis der Waren
begriffen werden, ohne daß die Einsicht in die Natur des Werts zugrunde
liegt.)

Betrüge der Mehrwert, der in der Ware enthalten ist, 20 p.c. ihres Ge-
samtwerts, oder, was auf dasselbe hinausläuft, 25 p.c. auf die in ihr ent-
haltne notwendige Arbeit, so könnte also dieser Wert von 5 sh., der naturel
prix der Ware, aufgelöst werden in 4 sh. Arbeitslohn und I sh. Mehrwert
(den wir hier Profit nennen wollen, um A.Smith zu folgen). Es wäre richtig,
zu sagen, daß die unabhängig von Salair und Profit bestimmte Wertgröße
der Ware oder ihr natürlicher Preis auflösbar sei in 4 sh. Arbeitslohn (den
Preis der Arbeit) und I sh. Profit (den Preis des Profits). Aber es wäre falsch,
zu sagen, daß der Wert der Ware entstehe aus der Zusammenaddierung
oder Zusammensetzung des, unabhängig vom Wert der Ware, regulierten
Preises des Arbeitslohns und des Preises des Profits. Im letztren Fall wäre
durchaus kein Grund vorhanden, warum der Gesamtwert der Ware nicht
8, 10 sh. etc., je nachdem man annähme, daß der Arbeitslohn = 5 und der
Profit = 3 sh. etc.

Wo A.Smith die „natürliche Taxe“ des Arbeitslohns oder den „natür-
lichen Preis“ des Arbeitslohns untersucht, was leitet ihn dabei? Der natür-
liche Preis der Lebensmittel, die notwendig zur Reproduktion des Arbeits-
vermögens sind. Aber wodurch bestimmt er den natürlichen Preis dieser
Lebensmittel? Soweit er ihn überhaupt bestimmt, rekurriert er auf die rich-

1 natürlichen Preis der Waren

5%


tige Bestimmung des Werts, nämlich die zur Produktion dieser Lebensmittel
erheischte Arbeitszeit. Wo er aber diesen richtigen Weg verläßt, gerät er in
einen cercle vicieux!. Wodurch ist der natürliche Preis der Lebensmittel be-
stimmt, die den natürlichen Preis des Arbeitslohns bestimmen? Durch den
natürlichen Preis des „Arbeitslohns“, des „Profits“, der „Grundrente“, die
den natürlichen Preis jener Lebensmittel wie aller Waren bilden. Und so in
infinitum?. Das Geschwätz von dem Gesetz der Nachfrage und Zufuhr hilft
natürlich nicht aus diesem cercle vicieux heraus. Denn der „natürliche
Preis“ oder der dem Wert der Ware entsprechende Preis soll grade dann
existieren, wenn Nachfrage und Zufuhr sich decken, d.h., wenn der Preis
der Ware nicht durch die Schwankungen von Nachfrage und Zufuhr über
oder unter ihrem Wert steht; wenn, in andren Worten, der Kostenpreisl??!
der Ware (oder der Wert der vom Verkäufer? zugeführten Ware) zugleich
der Preis ist, den die Nachfrage zahlt.

1265| Aber wie gesagt: Bei der Untersuchung über den natürlichen
Preis des Arbeitslohns flüchtet A.Smith in der Tat zurück - stellenweise
wenigstens - zur richtigen Wertbestimmung der Ware. Dagegen in dem
Kapitel, das von der natürlichen Taxe oder dem natürlichen Preis des Pro-
fits handelt, verliert er sich, soweit die eigentliche Aufgabe in Betracht
kömmt, in nichtssagende Gemeinplätze und Tautologien. Es war in der Tat
ursprünglich der Wert der Ware, wodurch er Salair und Profit und Grund-
rente reguliert. Dann aber geht er (was dem empirischen Schein und der
gewöhnlichen Vorstellung näherlag) umgekehrt zu Werk, und soll der
natürliche Preis der Waren durch Zusammenaddierung der natürlichen
Preise von Salair, Profit und Grundrente ausgerechnet, aufgefunden
werden. Es ist ein Hauptverdienst Ricardos, dieser Konfusion ein
Ende gemacht zu haben. Wir kommen bei ihm kurz auf diesen Punkt
zurück.

Hier sei nur noch das bemerkt: Die gegebne Größe des Werts der Ware,
aus dem als Fonds Salair und Profit zu zahlen, tritt empirisch dem Indu-
striellen in der Form entgegen, daß ein bestimmter Marktpreis der Ware
für kürzere oder längere Zeit dauert, trotz aller Schwankungen im Arbeits-
lohn.

Also aufmerksam zu machen auf diesen sonderbaren Gang in A.Smiths
Buch: Erst wird der Wert der Ware untersucht und stellenweise richtig
bestimmt, so richtig bestimmt, daß er im allgemeinen den Ursprung des
Mehrwerts und seiner besondren Formen auffindet, also aus diesem Wert

3 Zirkelschluß - ? ins Unendliche - ? in der Handschrift: Käufer


Arbeitslohn und Profit ableitet. Dann aber schlägt er den umgekehrten
Gang ein und sucht umgekehrt den Wert der Waren (aus dem er Salair
und Profit abgeleitet) abzuleiten aus der Zusammensetzung des natürlichen
Preises von Arbeitslohn, Profit und Grundrente. Diesem letztren Umstand
geschuldet, daß er den Einfluß der Oszillationen des Arbeitslohns, Profits
etc. auf die Preise der Waren - indem ihm die Grundlage fehlt - nirgendwo

richtig entwickelt. [VI-265 |}

IVIII-364| [A.Smith. Wert und seine Bestandteile. Die falsche Vorstel-
lung Smiths, sieh oben, die er trotz seiner ursprünglich richtigen Aufstel-
lung [entwickelt], zeigt sich auch in folgendem Satz:

„Die Rente bildet ... einen Teil des Preises der Waren, aber ganz anders als der
Profit und der Arbeitslohn. Je nachdem jene hoch und niedrig sind, sind sie die Ursache
der hohen oder niedrigen Preise des Korns, und eine hohe oder niedrige Rente ist das Resul-

tat davon.“ („Wealth of N.“, 1.1, ch. 11.)411} |VIII-364]]

### [8. Smith’ Fehler, den ganzen Wert
des gesellschaftlichen Produkts in Revenue aufzulösen. Widersprüche
in seinen Ansichten über Brutto- und. Nettorevenue]

IVI-265| Wir kommen jetzt zu einem andren Punkt, der mit der Auf-
lösung des Preises oder Werts der Ware (denn beide hier noch als identisch
gesetzt) zusammenhängt. Gesetzt, A. Smith habe richtig kalkuliert, d.h.,
den Wert der Ware gegeben, ihn aufgelöst in die Bestandteile, worin dieser
Wert unter die verschiednen Produktionsagenten verteilt, nicht aber um-
gekehrt den Wert aus dem Preise dieser Bestandteile abzuleiten gesucht.
Also dies & part*. Ebenso A part die einseitige Weise, worin Salair und Profit
nur als Distributionsformen und daher beide in gleichem Sinn als von
ihren Besitzern aufzehrbare Revenuen dargestellt worden. Von alle diesem
abgesehn, wirft A.Smith selbst ein Bedenken auf, und es ist hier wieder
sein Vorzug vor Ricardo, nicht, daß er das aufgeworfne Bedenken richtig
löst, sondern daß er es überhaupt aufwirft.

11266] A.Smith sagt nämlich:

„Diese drei Bestandteile“ (salaires, profits, rente du proprietaire?) „scheinen ent-
weder unmittelbar oder in letzter Instanz den gesamten Kornpreis auszumachen.“

1 beiseite gelassen - * Löhne, Profite, Grundrente


(Überhaupt der Ware. A.Smith nimmt hier bl&!, weil die Grundrente in
gewisse Waren nicht als konstituierender Bestandteil des Preises eingehe.)

- „Ein vierter Teil mag notwendig erscheinen, um das Kapital des Pächters zu er-
setzen, oder um den Verschleiß seines Arbeitsviehs und seiner andern Ackergeräte zu
ersetzen. Aber es muß in Betracht gezogen werden, daß der Preis irgendwelches Acker-
geräts, z.B. eines Arbeitspferds, selbst wieder aus obigen drei Teilen sich zusammen-
setzt: der Rente des Bodens, auf dern es gezüchtet, der Arbeit der Züchtung und dem
Profit des Pächters, der beides, die Rente dieses Bodens und den Löhn dieser Arbeit
vorschießt.“

{Hier erscheint der Profit als die ursprüngliche Form, die auch die Rente
einschließt.}

„Obwohl daher der Preis des Korns sowohl den Preis wie die Unterhaltungskosten
des Pferdes ersetzen mag, so löst sich doch der ganze Preis immer noch, unmittel-
bar oder in letzter Instanz, auf in dieselben drei Teile: Rente, Arbeit und Profit.“
(b.1, ch. VL, [p. 101, 1021)

(Hier sehr abgeschmackt, daß er auf einmal travail? statt salaire sagt,
während er nicht propriete? oder capital für rente und profit setzt.)

Aber war es nicht ebenso auf der Hand liegend, zu considerer*, daß der
Pferdezüchter oder der Pflugmacher, von denen der Pächter das Pferd und
den Pflug gekauft hat, ebenso wie der Pächter den Preis des Pferdes und des
Pfluges in den Preis des Weizens, so den Preis von Produktionswerkzeugen
(in dem einen Fall vielleicht ein andres Pferd) und Rohmaterialien, wie
Futter und Eisen, in den Preis von Pferd und Pflug eingehn ließen, während
der fonds, woraus Pferdezüchter und Pfugmacher Salair und Profit (und
Rente) zahlten, nur in der neuen Arbeit bestand, die sie in ihrer Produktions-
sphäre dem vorhandnen Wertbetrag ihres konstanten Kapitals zusetzten?
Wenn also A,Smith von dem Pächter zugibt, daß in den Preis seines ble
außer den von ihm sich und andren gezahlten Salair, Profit und Rente auch
noch ein 2 und von dliesen] verschiedner Bestandteileingeht, der Wert des von
ihm aufgenutzten capital constant, wie Pferde, Ackergeräte etc., so gilt das
aber auch von dem Pferdezüchter und dem Fabrikanten der Ackergeräte,
und es nützt nichts, daß uns Smith von Pontius zu Pilatus schickt. Übrigens
das Beispiel des Pächters besonders ungünstig gewählt, um uns von Pontius
zu Pilatus zu schicken, denn unter den /tems des capital constant findet sich
hier eins, was durchaus nicht von somebody else? gekauft zu sein braucht,
nämlich der Same, und löst sich dieser Wertbestandteil für anybody® in
Salair, Profit oder Rente auf?

1Korn - ?® Arbeit - ® Grundeigentum - *in Betracht zu ziehen - ® jemand anders -
$ irgend jemand

A.Smith | 71

Aber passons zunächst outre! und sehn wir, ob Smith seine Ansicht
durchführt, daß der Wert jeder Ware in eine der oder alle Einkommens-
quellen: Salair, Profit, Grundrente - auflösbar, also als zur Konsumtion
bestimmt aufgegessen oder jedenfalls für den persönlichen use? (nicht die
industrielle Konsumtion) d’une maniere ou d’une autre® vernützt werden
könne, D’abord* 1267| noch etwas Vorläufiges. Z.B. beim Sammeln von
Beeren usw. kann man annehmen, daß sich ihr Wert bloß in Salair auf-
löst, obgleich auch hier meist einige Gerätschaften wie Körbe und dergl.
als Arbeitsmittel erforderlich. Indes, derartige Beispiele haben hier, wo es
sich um die kapitalistische Produktion handelt, überhaupt nichts zu
schaffen.

Erst wieder die Wiederholung der in b. I, ch.VI ausgesprochnen An-
sicht.

Es heißt 5. II, ch. II (t.1I, Garnier, p. 212):

„Es ist ... gezeigt worden, daß der Preis der meisten Waren in drei Teile zerfällt,
wovon der eine den Arbeitslohn, der andere den Kapitalprofit und der dritte die Grund-
rente zahlt.“

Danach löst sich der ganze Wert jeder Ware in Revenue auf, fällt also
einer oder der andern Klasse, die auf dieser Revenue lebt, als Konsumtions-
fonds anheim. Da nun die Gesamtproduktion eines Landes, jährlich z.B,,
bloß aus der Summe der Werte der produzierten Waren besteht und da
der Wert jeder einzelnen dieser Waren sich in Revenuen auflöst, so muß
also auch ihre Summe, das jährliche Produkt der Arbeit, der revenu brut°,
jährlich in dieser Form verzehrt werden können. Und so wirft sich Smith
gleich darauf selbst ein:

„Da dies gilt mit Bezug auf jede besondre Ware einzeln genommen, muß es auch
gelten für alle Waren in ihrer Gesamtheit, wie sie das ganze jährliche Produkt des
Bodens und der Arbeit eines jeden Landes ausmachen. Der gesamte Preis oder Tausch-
wert dieses jährlichen Produkts muß sich auflösen in dieselben drei Teile und verteilt
werden unter die verschiednen Bewohner des Landes, entweder als Lohn ihrer Arbeit
oder als Profit ihres Kapitals oder als Rente ihres Grundbesitzes.“ (l. c. p. 213.)

Dies ist in fact die notwendige Konsequenz. Was von der einzelnen
Ware gilt, gilt notwendig von der Totalsumme der Waren. Aber quod non®
sagt Adam. Er fährt fort:

„Obwohl nun der Gesamtwert des Jahresprodukts des Bodens und der Arbeit
eines Landes sich in dieser Weise unter die verschiedenen Bewohner verteilt und für

1 gehen wir zunächst weiter - ? Gebrauch - ? auf die eine oder andere Weise - * Zu-
rächst -° die Bruttorevenue - ® das ist nicht so


sie eine Revenue bildet, können wir, wie wir bei der Revenue eines privaten Landguts
Bruttorevenue und Nettorevenue unterscheiden, auch für die Revenuen aller Bewohner
eines großen Landes den gleichen Unterschied machen." [l.c. p.213.]

(Halt lal! Oben hat er uns grade das Gegenteil gesagt. Bei dem einzel-
nen Pächter können wir einen 4*e" Teeil unterscheiden, worin sich der Wert
seines Weizens z.B. auflöst, nämlich den Teil, der bloß das aufgenutzte
capital constant ersetzt. Dies ist unmittelbar richtig für den einzelnen Päch-
ter. Gehn wir aber weiter, so löst sich das, was für ihn capital constant ist,
auf einem frühern Punkt, in andrer Hand, bevor es Kapital in seiner Hand
wurde, in Arbeitslohn, Profit etc., kurz, in Revenue auf. Ist es daher richtig,
daß die Waren, in der Hand des einzelnen Produzenten betrachtet, sich in
einen Teil des Werts auflösen, der keine Revenue bildet, so ist es falsch für
„tous les habitants d’un grand pays“, weil, was in der Hand des einen
capital constant, seinen Wert daher schöpft, daß es aus der Hand des
andren als Gesamtpreis von salaire, profit, rente hervorging. Jetzt sagt er

das direkte Gegenteil.) A.Smith fährt fort:

1268| „Die Bruttorevenue eines privaten Landguts umfaßt überhaupt alles, was
der Pächter zahlt; die Netioreverwe ist das, was frei von allen Lasten dem Grundeigen-
tümer nach Abzug seiner Ausgaben für die Verwaltung, Reparaturen und sonstigen
notwendigen Kosten verbleibt oder was er ohne Schaden für seinen Besitz dem für die
unmittelbare Konsumtion bestimmten Fonds, das heißt für seine Tafel usw., einver-
leben kann. Sein wirklicher Reichtum hängt nicht von seiner Brutiorevenue, sondern
von seiner Nettorevenue ab.“ [l.c.p. 213, 214.]

(Erstens bringt Smith hier Ungehöriges [zusammen]. Was der Pächter
als Rente dem propristaire® zahlt, ganz wie das, was er als salaire den Ar-
beitern zahlt, ist, ganz wie sein eigner Profit, ein Teil des Werts oder des
Preises der Ware, der sich in Revenue auflöst. Die Frage ist eben, ob die
Ware noch einen andren Wertbestandteil enthält? Dies gibt er hier zu, wie
er es bei dem Pächter zugeben sollte, was aber 3a nicht verhindern sollte, daß
sein ble (1.e. der Preis seines ble& oder Tauschwert) sich bloß in Revenue auf-
löse. Zweitens nebenbei bemerkt. Den einzelnen Pächter als Pächter be-
trachtet, hängt der reelle Reichtum, über den er verfügen kann, von seinem
Profit ab. Aber andrerseits als Warenbesitzer kann er die ganze Pacht ver-
kaufen oder, wenn ihm das Land nicht gehört, alles auf demselben befind-
liche capital constant wie Lastvieh, Ackerwerkzeuge etc. Der Wert, den er
so realisieren, also der Reichtum, worüber er verfügen kann, ist bedingt von
dem Wert, also auch dem Umfang des ihm gehörigen konstanten Kapitals.

* Halt mal! - ? „alle Bewohner eines großen Landes“ - ? Grundeigentümer


Indes kann er dies nur wieder an einen andren Pächter verkaufen, in dessen
Hand es nicht disponibler Reichtum, sondern konstantes Kapital ist. Also,
wir sind immer noch nicht von der Stelle.)

„Das Bruttoeinkommen sämtlicher Einwohner eines großen Landes begreift in sich
das gesamte Jahresprodukt ihres Bodens und ihrer Arbeit“

(vorhin hörten wir, daß sich diese Gesamtmasse - ihr Wert - in salaires,
profits und rente, lauter Formen des revenu net", auflöst),

„das Nettoeinkommen den Teil, der ihnen zur Verfügung bleibt nach Abzug der Er-
haltungskosten erstens ihres fixen und zweitens ihres flüssigen Kapitals“

(zieht also jetzt ab Arbeitsinstrumente und Rohmaterialien);

„oder den Teil, den sie, ohne ihr Kapital anzugreifen, in ihren Konsumtionsvorrat stel-
len ... können.“

(Also jetzt erfahren wir, daß der prix ou la valeur &changeable? der Total-
summe der Waren sich, ganz wie beim einzelnen Kapitalisten, so für das
ganze Land in une quatri&me partie? auflöst, die für niemand eine Revenue
bildet, weder in salaire, profit noch Rente auflösbar.)

„Die ganze Auslage für Erhaltung des fixen Kapitals muß offenbar von der Netto-
revenue der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Weder die Rohstoffe, mit denen die
nützlichen Maschinen und Industriewerkzeuge, die Exploitationsgebäude usw. instand
gehalten werden müssen, noch das Produkt der zur Umwandlung dieser Rohstoffe in
die verlangte Gestalt erforderlichen Arbeit können je einen Teil dieser Neitorevenue
bilden. Der Preis dieser Arbeit kann allerdings einen Teil jener Revenue bilden, da die
so beschäftigten Arbeiter den ganzen Wert ||269]| ihres Lohns in ihrem Konsumtionsvor-
rat anlegen können. Aber bei anderen Arten Arbeit geht sowohl der Preis wie das Produkt
in diesen Konsumtionsvorrat ein; der Preis in den der Arbeiter, das Produkt in den
andrer Leute, deren Unterhalt, Komfort und Vergnügen durch die Arbeit dieser Ar-
beiter erhöht wird.“ (l.c. p. 214, 215.)

Doch näher der richtigen Ansicht als die andren.?

Hier springt A.Smith wieder ab von der Frage, die er zu beantworten
hat, der Frage nach der quatri&me partie du prix total® der Ware, die sich
weder in salaire, profit noch Rente auflöst. Zunächst ganz Falsches. Bei dem
Maschinenfabrikanten, wie bei jedem andern industriellen Kapitalisten,
löst sich ja die Arbeit, die das Rohmaterial der Maschine etc. faconne dans
la forme convenable®, in notwendige und Surplusarbeit, also nicht nur in
salaires des ouvriers’, sondern auch in profit du capitaliste® auf. Aber der

1 der Nettorevenue -? Preis oder der Tauschwert -° einen vierten Teil - ? dieser Satz ist in
der Handschrift von Marx mit Bleistift hinter das Zitat gesetzt -? dem vierten Teil des Ge-
samtpreises —° in die angemessene Form bringt - ? Lohn der Arbeiter - ® Profit des Kapitalisten


Wert der Materialien und der Wert der Instrumente, womit sie von den Ar-
beitern dans la forme convenable faconniert werden, löst sich weder in das
eine noch das andre auf. Daß Produkte, die ihrer Natur nach nicht für
die individuelle Konsumtion, sondern für die industrielle Konsumtion be-
stimmt sind, nicht in den fonds de consommation? eingehn, hat gar nichts
mit der Sache zu tun. Der Samen z.B. ‘(der Teil des Weizens, der zur Aus-
saat dient) könnte seiner Natur nach auch in den fonds de consommation,
er muß aber ökonomisch in den fonds de production? eingehn. Ferner aber
ist es ganz falsch, daß von den Produkten, die für die individuelle Konsum-
tion bestimmt sind, der ganze Preis zusammen mit dem Produkt in den
fonds de consommation eingehe. Leinwand z.B., wenn sie nicht zu Segel-
tüchern oder andren produktiven Zwecken verwandt wird, geht als Produkt
ganz in der Konsumtion auf. Nicht aber ihr Preis, denn ein Teil dieses
Preises ersetzt Leinengarn, ein andrer Webstühle etc., und nur ein Teil des
Preises der Leinwand löst sich in revenu irgendeiner Art auf.

Eben sagte uns Adam, daß die matitres necessaires? für Maschinen,
Exploitationsgebäude etc. ebensowenig wie die aus ihnen fabrizierten Ma-
schinen usw. „ne pcuvent jamais faire partie de ce revenu net“ %; also [gehen
sie ein] wohl in den revenu brut. Kurz nachher, l.c., b. II, ch. II, p. 220,
sagt er dagegen:

„Die Maschinen und Werkzeuge usw., die das fixe Kapital eines einzelnen oder
einer Gesellschaft ausmachen, bilden weder einen Teil der Bruttorevenue noch der
Nettorevenue des einen oder des anderen, ebenso das Geld“ etc. ®

Die Quer- und Kreuzzüge Adams, seine Widersprüche, das Abgehn von
der Sache beweisen, daß er sich hier festgeritten hatte und festfahren mußte,

nachdem er salaire, profit und rente zu den konstitutiven Bestandteilen der
valeur &changeable ou du prix totale du produit? gemacht hatte.

### [9. Say als Yulgarisator der Smithschen Theorie. Says Identifizierung
des gesellschaftlichen Bruttoprodukts mit der gesellschaftlichen Revenue.
Versuche zu ihrer Unterscheidung bei Storch und Ramsayj]

Say, der seine fade Oberflächlichkeit darunter zu verstecken sucht, daß
er die Halbheiten und Böcke A.Smiths in absolut-allgemeine Phrasen auf-
löst, sagt:

1 Konsumtionsfonds-?Produktionsfonds-° notwendigen Rohstoffe -? „jeeinen Teildieser
Nettorevenue bilden können“ - ° des Tauschwerts oder des Gesamtpreises des Produkts


„Betrachtet man eine Nation in ihrer Gesamtheit, so hat sie kein Nettoprodukt;
denn da der Wert der Produkte gleich ist den Kosten ihrer Produktion, so zieht man,
wenn man diese Kosten. abzieht, den ganzen Wert der Produkte ab ... Die jährliche
Revenue ist die Brutiorevenue.“ („Traite d’ Econ. Politique“, 3° edit., t. II, Paris 1817,
p- 469.)

Der Wert der Summe der jährlichen Produkte ist gleich dem Quantum
der in ihnen maternalisierten Ar-||270]beitszeit. Zieht man diesen Gesamt-
wert vom jährlichen Produkt ab, so bleibt, was den Wert betrifft, in der Tat
kein Wert über, und damit hat sowohl das revenu net wie das revenu brut
sein letztes Absehn und Ende erreicht. Aber Say meint, die jährlich produ-
zierten! Werte werden jährlich verzehrt. Daher kein produit net?, sondern
nur produit brut® für die ganze Nation. Erstens falsch, daß die jährlich
produzierten! Werte jährlich verzehrt werden. Von einem großen Teil des
capital fixe dies nicht der Fall. Ein großer Teil der jährlich produzierten
Werte geht in den Arbeitsprozeß ein, ohne in den Verwertungsprozeß ein-
zugehn, d.h., ohne daß der Gesamtwert jährlich konsumiert wird. Aber
zweitens: Die Werte, die konsumiert werden, nicht um in den fonds de
consommation einzugehn, sondern als means of production?, die der Pro-
duktion, wie sie aus ihr hervorgegangen sind, entweder selbst oder in Äqui-
valenten wiedergegeben werden, bilden einen Teil der jährlichen Konsum-
tion der Werte. Der zweite Teil wird von den Werten gebildet, die über
diesen Teil hinaus in die individuelle Konsumtion eingehn können. Sie
bilden das produit net.

Storch sagt über diesen Sayschen Dreck:

„Es ist klar, daß der Wert des Jahresprodukts sich einerseits in Kapital, anderer-
seits in Profit teilt und daß jeder dieser Wertteile des Jahresprodukts die Produkte, die
die Nation benötigt, regelmäßig kaufen wird, sowohl um ihr Kapital zu erhalten, wie um
ihren Konsumtionsvorrat zu erneuern.“ (Storch, „Cours d’Ec. Pol.", t.V: „Considera-
tions sur la nature du revenu national“, Paris 1824, p.134, 135.) „Man frage sich, ob die
Revenue einer Familie, die durch ihre eigene Arbeit alle ihre Bedürfnisse deckt, wovon
viele Beispiele in Rußland ..., ob die Revenue einer solchen Familie gleich ist dem
Bruttoprodukt ihres Bodens, ihres Kapitals und ihrer Industrie? Kann sie in ihren
Scheunen oder ihren Ställen wohnen, ihr Saatkorn und ihr Viehfutter aufessen, sich
von ihrem Zugvieh kleiden, sich mit ihren Ackergeräten vergnügen? Nach Says Lehr-
satz müßte man alle diese Fragen bejahen.“ (l.c. p.135, 136.) „Say betrachtet das
Bruttoprodukt als die Revenue der Gesellschaft; schließt daher, daß die Gesellschaft

! In der Handschrift: consumierten; die darübergeschriebene Bleistiftkorrektur - pro-
duzierten - stammt offenbar von Engels - ? Nettoprodukt - 3 Bruttoprodukt - * Produktions-
mittel


konsumieren kann einen Wert gleich diesemProdukt.“ (l. c. p. 145.) „Die (Netto)revenue
einer Nation ist nicht der Überschuß der produzierten Werte über die Gesamtheit der
konsumierten Werte, wie Say es vorstellt, sondern nur über die für die Produktion kon-
sumierten Werte.“ Also, „wenn eine Nation in einem Jahr diesen ganzen Überschuß
konsumiert, verzehrt sie ihre ganze (Netto)revenue.“ (l.c. p. 146.) „Wenn man zusgibt,
daf} die Revenue einer Nation ihrem Bruttoprodukt gleich ist, das heißt, kein Kapital
in Abzug zu bringen ist, so muß man auch zugeben, daß diese Nation den ganzen
Wert ihres jährlichen Produkts unproduktiv verzehren kann, ohne ihrer künftigen Re-
venue den geringsten Abbruch zu tun.“ (l.c.p. 147.) „Die Produkte, die das [konstante]
Kapital einer Nation ausmachen, sind nicht konsumabel.“ (l. c. p.150.)

Ramsay (George): „An Essay on the Distribution of Wealth“, (Edinburgh
1836) bemerkt über denselben Gegenstand, nämlich die quatri&me partie du
prix total! des A.Smith, oder was ich das capital constant im Unterschied
zu dem in Arbeitslohn ausgelegten Kapital nenne:

271] „Ricardo“, sagt er, „vergißt, daß das ganze Produkt nicht nur zwischen Ar-
beitslohn und Profit sich teilt, sondern auch ein Teil nötig ist zum Ersatz des fixen
Kapitals“ (p.174, Note).

Unter „fixed capital“ versteht Ramsay nämlich nicht nur Produktions-
Instrumente etc., sondern auch das Rohmaterial, kurz, was ich das konstante
Kapital innerhalb jeder Produktionssphäre nenne. Ricardo, wenn er von der
Teilung des Produkts in profit und salaire spricht, unterstellt stets, daß das
der Produktion selbst vorgeschoßne und in ihr aufgezehrte Kapital abge-
zogen wird. Aber dennoch hat Ramsay in der Hauptsache recht. Indem
Ricardo den konstanten Teil des Kapitals gar nicht weiter untersucht, ver-
nachlässigt, begeht er grobe Fehler und speziell Verwechslung zwischen
Profit und Mehrwert, ferner in den Untersuchungen über die Oszillationen
in der Rate des Profits etc.

Hören wir nun, was Ramsay selbst sagt:

»Wie vergleichen das Produkt und das darauf verausgabte Kapital? ... In bezug
auf eine ganze Nation ... ist es klar, daß alle die verschiedenen Elemente des veraus-
gabten Kapitals in dem einen oder dem anderen Produktionszweig reproduziert werden
müssen, da sonst die Produktion des Landes nicht wie zuvor betrieben werden könnte.
Das Rohmaterial der Manufakturen, die in ihnen und in der Agrikultur verwendeten
Geräte, die umfangreiche Maschinerie der ersteren, die zur Produktion oder zur Lage-
rung der Produkte notwendigen Gebäude müssen sämtlich Teile des Gesamtprodukts
eines Landes sein, ebenso wie alle Vorschüsse seiner kapitalistischen Unternehmer.
Daher kann die Menge der ersteren mit der der letzteren verglichen werden, indem
man sich vorstellt, jeder Artikel trete gleichsam neben einen solchen von ähnlicher Art.“
(Ramsay, 1. c. p. 137-139.) Was nun den individuellen Kapitalisten angeht, da er nicht

I vierten Teil des Gesamtpreises


„replaciert in natura“ seine Ausgaben, „da er den größten Teil erhalten muß durch
Austausch, wozu ein gewisser Teil des Produkts für diesen Zweck erforderlich ist, so
kommt jeder individuelle kapitalistische Unternehmer dahin, mehr auf den Tauschwert
des Produkts zu schauen als auf dessen Menge.“ (l. c.p. 145, 146.) „Je mehr der Wert des
Produkts den Wert des vorgeschossenen Kapitals übersteigt, desto größer wird der Pro-
fit sein. Daher wird er ihn berechnen, indem er Wert mit Wert, nicht Menge mit
Menge vergleicht ... Der Profit muß genauso steigen oder fallen wie der Anteil des
Bruttoprodukts oder seines Wertes, der zum Ersatz der notwendigen Vorschüsse erforder-
lich ist, fällt oder steigt. Also von zwei Umständen hängt die Profitrate ab: I. von dem
Anteil des Gesamtprodukts, der den Arbeitern zufällt; 2. von dem Teil, der zurück-
gelegt werden muß, um das fixe Kapital entweder in natura oder durch Austausch zu
ersetzen.“ (l.c. p. 146-148, passim.)

{Was Ramsay hier über die Rate des Profits sagt, ist in ch. III über den
Profit zu betrachten."?! Es ist wichtig, daß er dies Element richtig hervor-
hebt. Einerseits ist richtig, was Ricardo sagt, daß die Verwohlfeilerung der
Waren, die das capital constant bilden (und das versteht Ramsay unter
fixem Kapital), stets einen Teil des vorhandnen Kapitals depreziieren. Na-
mentlich gilt dies vom eigentlichen capital fixe, Maschinerie etc. Daß der
Mehrwert, verglichen mit dem Gesamtkapital, steigt, ist für den einzelnen
Kapitalisten kein Vorteil, wenn dies Steigen dieser Rate dadurch hervor-
gebracht ist, daß der Gesamtwert seines konstanten Kapitals (des vor der
Depreziation schon von ihm beseßnen) gefallen ist. Dies gilt indes nur in
sehr geringem Maß für den aus Rohstoff oder fertigen Waren (die nicht in
das capital fixe eingehn) bestehenden Teil des Kapitals. Diese existierende
Masse desselben, die so depreziiert werden kann, immer nur eine ver-
schwindende Größe, verglichen mit der Gesamtproduktion. Es gilt bei je-
dem Kapitalisten nur in geringem Maße für den in zirkulierendem Kapital
ausgelegten Teil seines Kapitals. Dagegen klar - da der Profit gleich dem
Verhältnis des Mehrwerts zur Totalität des vorgeschoßnen Kapitals und da
die Quantität Arbeit, die absorbiert werden kann, nicht von dem Wert,
sondern von der Masse des Rohmaterials und der efficiency! der Produk-
tionsmittel abhängt, nicht von ihrem Tauschwert, sondern ihrem Ge-
brauchswert -, daß, je produktiver die Industrie in den Zweigen, deren |
Produkt in die Bildung des capital constant eingeht, je geringer die Auslage
des konstanten Kapitals, das nötig ist, um eine bestimmte Quantität Mehr-
wert zu produzieren, um so größer daher die Proportion dieses Mehrwerts
zum Ganzen des vorgeschoßnen Kapitals; um so größer daher, bei gegeb-
ner Masse des Mehrwerts, die Profitrate.}

3 Leistungsfähigkeit

u


(Was Ramsay doppelt betrachtet, Ersetzen von Produkt durch Produkt
bei der Reproduktion für das ganze Land und von Wert durch Wert für den
einzelnen Kapitalisten, sind 2 Gesichtspunkte, die beide bei dem Zirku-
lationsprozeß des Kapitals, der zugleich Reproduktionsprozeß ist, für das ein-
zelne Kapital selbst betrachtet werden müssen.)

Ramsay hat die eigentliche Schwierigkeit, die den A.Smith beschäftigt
und in allerlei Widersprüche verwickelt, nicht gelöst. Um sie dürr hinzu-
stellen, ist sie die: Das ganze Kapital (als Wert) löst sich in Arbeit auf; ist
nichts als ein gewisses Quantum vergegenständlichte Arbeit. Die bezahlte
Arbeit aber ist gleich den Salairen der Arbeiter, die unbezahlte gleich dem
Profit der Kapitalisten. Also muß das ganze Kapital in Salair und Profit auf-
gelöst werden können, unmittelbar oder mittelbar. Oder wird irgendwo
Arbeit verrichtet, die weder in Salair noch Profit sich auflöst und bloß den
Zweck hat, die in der Produktion aufgezehrten Werte, die aber Bedingungen
der Reproduktion sind, zu ersetzen? Aber wer verrichtet diese Arbeiten, da
alle Arbeit des Arbeiters sich auflöst in zwei Quanta, das eine, das sein
eignes Produktionsvermögen erhält, das andre, das den Profit des Kapitals

bildet?

[/0.] Untersuchung, wie es möglich ist,
daß der jährliche Profit und Salair die jährlichen Waren kaufen,

die außer Profit und Salair überdem capital constant enthalten!*?

### [a) Unmöglichkeit des Ersatzes des konstanten Kapitals der Produzenten
von Konsumtionsmitteln mittels Austauschs zwischen diesen Produzenten]

Um alle falsche Beimischung von dem Problem zu beseitigen, vorher
noch eins zu erwähnen. Wenn der Kapitalist einen Teil seines Profits, seiner
Revenue, in Kapital verwandelt, in Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial, so
werden beide bezahlt durch den Teil der Arbeit, den der Arbeiter gratis.
für den Kapitalist gearbeitet hat. Es ist hier ein neues Quantum Arbeit, das
Äquivalent für ein neues Quantum Waren bildet, Waren, die ihren Ge-
brauchswerten nach in Arbeitsmitteln und Arbeitsmaterial bestehn. Dies
fällt also in die Akkumulation des Kapitals und schließt keine Schwierigkeit
ein; nämlich das Wachstum des capital constant über seine frühren Grenzen
hinaus oder die Bildung von neuem capital constant hinaus über die Masse
desselben, die vorhanden und ersetzt werden muß. Die Schwierigkeit ist die
Reproduktion des vorhandnen capital constant, nicht die Bildung von neuem
konstantem Kapital im Überschuß zu dem zu reproduzierenden. Das erstere


hat offenbar seinen Ursprung im Profit und hat einen Augenblick in der
Form von Revenue existiert, die später in Kapital verwandelt wird. Dieser :
Teil des Profits löst sich auf in die Surplusarbeitszeit, die, auch ohne die
Existenz des Kapitals, beständig von der Gesellschaft verrichtet werden
müßte, um einen sozusagen Entwicklungsfonds, wie ihn schon die Ver-
mehrung der Bevölkerung erheischt, zur Verfügung zu haben.

{Eine gute Erklärung des konstanten Kapitals findet sich, aber nur so-
weit es seinen Gebrauchswert betrifft, bei Ramsay, 1. c. p. 166, wo es heißt:

„Ob der Bruttoertrag“ (des Farmers z.B.) „klein oder groß ist, die Menge, die für
den Ersatz des Verbrauchs in diesen verschiedenen Formen erforderlich ist, kann nicht
der geringsten Veränderung unterliegen. Diese Menge muß als konstant betrachtet
werden, solange die Produktion auf gleicher Stufenleiter fortgesetzt wird.“}

Also zunächst auszugehn von dem fact: Neubildung von konstantem
Kapital - im Unterschied von der Reproduktion des vorhandnen capital
constant — fließt aus dem Profit als seiner Quelle; nämlich vorausgesetzt
einerseits, daß der Arbeitslohn nur zur Reproduktion des Arbeitsvermögens
hinreicht, andrerseits, daß der ganze Mehrwert unter der Kategorie „Profit“
begriffen wird, weil es der industrielle Kapitalist ist, der unmittelbar den
ganzen Mehrwert aneignet, [unabhängig davon,] wem und wo er später davon
abzugeben habe.

. {„Der kapitalistische Unternehmer ist der allgemeine Verteiler des Reichtums; er
zahlt dem Arbeiter die Löhne, dem“ (Geld-)„Kapitalisten den Zins, dem Grundeigen-
tümer die Rente.“ (Ramsay, p. 218, 219.)

Wir, indem wir den ganzen Mehrwert Profit nennen, betrachten den
capitalist I. as the person who immediately appropriates the whole surplus
value created; 2. as the distributor of that surplus value between himself,
the moneyed capitalist, and the proprietor of the soil!.}

- |VNI-273| Daß dies neue capital constant aus dem Profit herstammt,
heißt jedoch nichts, als daß es einem Teil der Surplusarbeit der Arbeiter
geschuldet ist. Ganz wie der Wilde, außer der Zeit, dieer zum Jagen braucht,
notwendig Zeit verwenden muß, um den Bogen zu machen, wie in der patri-
archalischen Agrikultur der Bauer, außer der Zeit, worin er die Erde be-
baut, ein bestimmtes Quantum Arbeitszeit für Herrichtung seiner meisten
Werkzeuge verwenden muß.

1 Kapitalisten 1. als denjenigen, der den ganzen erzeugten Mehrwert sich unmittelbar
aneignet; 2. als den Verteiler dieses Mehrwerts unter sich selbst, den Geldkapitalisten und
den Eigentümer des Bodens


Aber die Frage hier: Wer arbeitet, um das Äquivalent des konstanten,
bereits in der Produktion verwandten Kapitals zu ersetzen? Der Teil der
Arbeit, den der Arbeiter für sich selbst arbeitet, ersetzt sein Salair oder, das
Ganze der Produktion betrachtet, schafft sein Salair. Seine Surplusarbeit da-
gegen, die den Profit bildet, ist teils Konsumtionsfonds des Kapitalisten,
teils verwandelt sie sich in additionelles Kapital. Aber der Kapitalist ersetzt
nicht aus dieser Surplusarbeit, oder dem Profit, das schon in seiner eignen
Produktion verwandte Kapital. (Wäre dies der Fall, so wäre der Mehrwert
nicht Fonds für neue Kapitalbildung, sondern zur Erhaltung des alten. )?
Aber die notwendige Arbeit, die das Salair bildet und die Surplusarbeit, die
den Profit bildet, machen den ganzen Arbeitstag aus, und außer dem wird
nicht gearbeitet. (Die etwaige labour of superintendence? des Kapitalisten
ist im Salair eingeschlossen. Nach dieser Seite ist er der Lohnarbeiter, wenn
auch keines andren Kapitalisten, jedoch seines eignen Kapitals.) Woher also
die Quelle, die Arbeit, die das capital constant ersetzt?

Der Teil des Kapitals, der in Salair ausgelegt ist, wird (abgesehn von der
Surplusarbeit) ersetzt durch neue Produktion. Der Arbeiter verzehrt das
Salair, aber er setzt soviel neues Arbeitsquantum zu, als er altes vernichtet
hat; und betrachten wir die ganze Arbeiterklasse, ohne uns durch die Tei-
lung der Arbeit stören zu lassen, so reproduziert er nicht nur denselben
Wert, sondern dieselben Gebrauchswerte, so daß, je nach der Produktivität
seiner Arbeit, derselbe Wert, dieselbe Arbeitsquantität sich in einer größren
oder geringren Masse dieser selben Gebrauchswerte reproduziert.

Nehmen wir die Gesellschaft in jedem beliebigen Zeitpunkt, so existiert
gleichzeitig in allen Produktionssphären, wenn auch in sehr verschiednen
Verhältnissen, ein bestimmtes capital constant - als Bedingung der Produk-
tion vorausgesetzt -, das ihr ein für allemal gehört und ihr zurückgegeben
werden muß wie der Samen dem Boden. Der Wert dieses konstanten Teils
kann zwar fallen oder steigen, je nachdem die Waren, aus denen er besteht,
wohlfeiler oder teurer reproduziert werden müssen. Dieser Wertwechsel je-
doch hindert nie, daß er in dem Produktionsprozeß, worin er als Produk-
tionsbedingung eingeht, vorausgesetzter Wert ist, derim Wert des Produkts
wiedererscheinen muß. Dieser Wertwechsel des konstanten Kapitals selbst
kann also hier außer acht gelassen werden. Es ist hier unter allen Umständen
ein bestimmtes Quantum vergangner, vergegenständlichter Arbeit, das be-
stimmend in den Wert des Produkts übergeht. Nehmen wir zur größren
Fixierung des Problems daher an, daß die Produktionskosten!*®! oder der

1 Der gestrichene Satz findet sich in der Handschrift quer am Rande - ? Arbeit der
Oberaufsicht


Wert des konstanten Teils des Kapitals ebenfalls unverändert, konstant
bleibe. Es ändert auch nichts an der Sache, daß z.B. in einem Jahr nicht der
ganze Wert des capital constant in die Produkte übergeht, sondern wie beim
capital fixe erst in die Produktenmasse einer Reihe von Jahren. Denn die
Frage dreht sich hier nur um den Teil des konstanten Kapitals, der wirk-
lich innerhalb des Jahres verzehrt wird, also auch innerhalb des Jahres er-
setzt werden muß.

Die Frage über die Reproduktion des capital constant gehört offenbar in
den Abschnitt vom Reproduktionsprozeß oder Zirkulationsprozeß des Ka-
pitals, was jedoch nicht hindert, hier die Hauptsache zu erledigen.

1274| Nehmen wir zunächst das Salair des Arbeiters. Er erhält also eine
bestimmte Geldsumme, in der etwa 10 Arbeitsstunden materialisiert sind,
wenn er 12Stunden für den Kapitalisten arbeitet. Dies Salair wird in Lebens-
mittel aufgelöst. Alle diese Lebensmittel sind Waren. Der Preis dieser
Waren sei ihrem Wert gleich vorausgesetzt. In dem Wert dieser Waren be-
findet sich aber ein Bestandteil, der den Wert des in ihnen enthaltnen Roh-
materials und aufgenutzten Produktionsmittels deckt. Alle Wertbestand-
teile dieser Waren zusammengenommen enthalten aber, wie das vom Arbei-
ter verausgabte Salair, nur 10 Arbeitsstunden. Nehmen wir an, daß 2/3 des
Werts dieser Waren aus dem Wert des in ihnen enthaltnen capital constant
bestehn, !/, dagegen aus der Arbeit, die das Produkt schließlich zum Kon-
sumtionsgegenstand zurechtgefinished! hat. Also ersetzt der Arbeiter mit
seinen 10 Stunden lebendiger Arbeit ?/3 capital constant und !/z ebenfalls
lebendiger (in dem Jahr dem Gegenstand zugefügter) Arbeit. Wäre in den
Lebensmitteln, den Waren, die er kauft, kein capital constant enthalten,
hätte das Rohmaterial derselben nichts gekostet und wäre kein Arbeits-
instrument erheischt gewesen, so zweierlei möglich. Entweder enthielten
die Waren nach wie vor IOstündige Arbeit. Dann ersetzte er also 10 Stunden
lebendiger Arbeit durch 10 Stunden lebendiger Arbeit. Oder dieselbe Masse
Gebrauchswerte, worin sich sein Salair auflöst und deren er zur Reproduk-
tion seines Arbeitsvermögens bedarf, hätten nur 31/3 Stunden Arbeit ge-
kostet (no Instrument und kein Rohmaterial, das selbst schon Produkt der
Arbeit.) In diesem Falle brauchte der Arbeiter nur 31/3 Stunden notwendige
Arbeit zu arbeiten, und sein Salair würde in der Tat auf 31/, [Stunden] ver-
gegenständlichte Arbeitszeit fallen.

Unterstelle, die Ware sei Leinwand; 12 Ellen (es kommt ja hier gar nicht
auf den wirklichen Preis an) = 36 sh. oder I 1. 16 sh. Davon sei !/z zugesetzte
Arbeit, ?/, für Rohstoff (Garn) und Maschineriedechet?. Die Bee

3 zurechtgemacht - ? Maschinerieverschleiß


Arbeitszeit sei gleich 10Std.; also die Surplusarbeit = 2. Eine Arbeitsstunde,
ausgedrückt in Geld, sei = I sh. In diesem Falle die 12 Arbeitsstunden
—=12 sh., Arbeitslohn = 10 sh., Profit =2 sh. Gesetzt, Arbeiter und Kapi-
talist verausgabten den ganzen Arbeitslohn und Profit, also die I2 sh., also
den Gesamtwert, der dem Rohstoff und der Maschinerie zugesetzt worden
ist, das ganze Quantum neuer Arbeitszeit, das in der Verwandlung von Garn
in Leinwand materialisiert wurde, selbst in Leinwand als Konsumtions-
artikel. (Und es ist möglich, daß mehr als ein Arbeitstag später wieder in
dem eignen Produkt verausgabt wird.) Die Elle Leinwand kostet 3 sh. Mit
den I2 sh. können Arbeiter und Kapitalist zusammen, Salair und Profit zu-
sammengerechnet, nur 4 Ellen Leinwand kaufen, In diesen 4 Ellen Lein-
wand sind 12 Arbeitsstunden enthalten, wovon aber nur 4 neuzugesetzte
Arbeit, 8 die im capital constant realisierte Arbeit darstellen. Mit den
12 Arbeitsstunden kaufen Salair und Profit zusammen nur "/; ihres Gesamt-
produkts, weil ?/, dieses Gesamtprodukt aus capital constant bestehn. Die
12 Arbeitsstunden zerfallen in 4-+8, wovon 4 sich selbst ersetzen, 8 da-
gegen, die unabhängig von der im Webprozeß zugesetzten Arbeit solche
Arbeit ersetzen, die schon in materialisierter Form, als Garn und Maschine,
in den Webprozeß einging.

Für diesen Teil des Produkts, der Ware, der sich gegen Arbeitslohn und
Profit als Konsumtionsartikel (oder zu irgendwelchem Zwecke selbst der
Reproduktion, denn der Zweck, wozu die Ware gekauft wird, ändert nichts
an der Sache) austauscht oder damit gekauft wird, ist es also klar, daß der
Teil des Werts des Produkts, der vom capital constant gebildet wird, be-
zahlt wird aus dem Fonds der neuzugesetzten Arbeit, der sich in Salair und
Profit auflöst. Wieviel oder wie wenig capital constant und wieviel oder wie
wenig im letzten Produktionsprozeß zugesetzte Arbeit von Salair und Profit
zusammen gekauft wird, in welchen Proportionen zuletzt zugesetzte Arbeit
und in welchen Proportionen im capital constant realisierte Arbeit bezahlt
wird, hängt von der ursprünglichen Proportion ab, worin sie in die fertige
Ware als Wertbestandteile eingingen. Der Vereinfachung wegen setzen wir
das Verhältnis von ?/, in konstantem realisierter Arbeit zu!/; neuzugesetzter
Arbeit voraus.

1275] Es ist nun zweierle: klar:

Erstens: Das Verhältnis, was wir bei der Leinwand vorausgesetzt haben,
d.h. für den Fall, wenn Arbeiter und Kapitalist Salair und Profit in den von
ihnen selbst produzierten Waren realisieren, einen Teil ihres eignen Pro-
dukts wiederkaufen - dies Verhältnis bleibt dasselbe, wenn sie dieselbe
Wertsumme in andren Produkten auslegen. Nach der Voraussetzung, daß


in jeder Ware ?/, capital constant und !/, letztzugesetzte Arbeit enthalten,
könnten Salair und Profit zusammen immer nur 1/, des Produkts kaufen.
Die 12 Stunden Arbeitszeit = 4 Ellen Leinwand. Werden diese 4 Ellen Lein-
wand in Geld verwandelt, so existieren sie als 12 sh. Werden diese 12 sh.
in andre Ware als Leinwand rückverwandelt, so kaufen sie Ware zum Wert
von 12 Arbeitsstunden, wovon 4 letztzugesetzte Arbeit, 8 in capital constant
realisierte Arbeit. Das Verhältnis also allgemein, vorausgesetzt, daß in den
andren Waren, wie in der Leinwand, dasselbe ursprüngliche Verhältnis von
letztzugesetzter Arbeit und in capital constant realisierter Arbeit.

Zweitens: Wenn die täglich letztzugesetzte Arbeit= 12 Stunden, so er-
setzen von diesen 12 Stunden nur 4 Stunden sich selbst, d.h. lebendige,
letztzugesetzte Arbeit, während 8 im capital constant realisierte Arbeit zah-
len. Aber wer zahlt die 8 lebendigen Arbeitsstunden, die nicht von ihr selbst
ersetzt werden? Eben die 8 Stunden realisierter Arbeit, die im capital con-
stant enthalten sind und sich gegen die 8 Stunden lebendiger Arbeit aus-
tauschen.

Es unterliegt also gar keinem Zweifel, daß der Teil der fertigen Ware, der
von der Gesamtsumme der Salaire und Profite gekauft wird, die zusammen
aber nichts vorstellen als das Gesamtquantum dem capital constant letzt-
zugefügter Arbeit, in allen seinen Elementen ersetzt wird; die letztzugefügte
Arbeit, die in diesem Teil enthalten ist, sowohl wie die im capital constant
enthaltne Arbeitsquantität. Es unterliegt ferner keinem Zweifel, daß die im
capital constant enthaltne Arbeit ihr Äquivalent hier aus dem Fonds der
lebendigen, ihr letztzugefügten Arbeit erhalten hat.

Aber jetzt kommt die Schwierigkeit. Das Gesamiprodukt der 12stündigen
Weberarbeit, und dies Gesamtprodukt ist ganz verschieden von dem, was
diese Weberarbeit selbst produziert hat, ist = 12 Ellen Leinwand, zum
Wert von 36 Arbeitsstunden oder 36 sh. Salair und Profit zusammen, oder
die Gesamtarbeitszeit von 12 Stunden, kann aber von diesen 36 Arbeits-
stunden nur 12 zurückkaufen oder von dem Gesamtprodukt nur 4 Ellen,
kein Stück mehr. Was wird aus den andren 8Ellen? (Forcade, Proudhon.'*'!}!

Bemerken wir zunächst, daß die 8 Ellen nichts repräsentieren als das aus-
gelegte capital constant. Es hat aber eine verwandelte Form des Gebrauchs-
werts erhalten. Es existiert als neues Produkt, nicht mehr als Garn, Web-
stuhl usw., sondern als Leinwand. Diese 8 Ellen Leinwand so gut wie die 4
andren, die von Salair und Profit gekauft worden sind, enthalten, dem Wert
nach betrachtet, "/; im Webprozeß zugesetzter Arbeit und ?/, in capital con-
stant präexistierender, materialisierter Arbeit. Aber wenn vorher, bei den

2 In der Handschrift sind beide Namen mit Bleistift geschrieben
6*


4 Ellen, '/s der neuzugesetzten Arbeit die in den 4 Ellen enthaltne Web-
arbeit, also sich selbst, ?/; Webarbeit dagegen das in den 4 Ellen enthaltne
capital constant deckten, so jetzt umgekehrt decken in den 8 Ellen Leinwand
2/, capital constant das in ihnen enthaltne capital constant und !/, capital
constant die in ihnen enthaltne neuzugesetzte Arbeit.

Was wird nun aus diesen 8 Ellen Leinwand, worin der Wert des ganzen
während der I2stündigen Webarbeit erhaltnen! oder in die Produktion ein-
gegangnen capital constant enthalten, aufgegangen ist, aber jetzt in der
Form eines Produkts, das für die unmittelbare, individuelle (nicht indu-
strielle) Konsumtion bestimmt ist?

Die 8 Ellen gehören dem Kapitalisten. Wollte er sie selbst verzehren,
ebensowohl wie die ?/, Ellen, die seinen Profit 276] darstellen, so kann er
das in dem I2stündigen Webprozeß enthaltne capital constant nicht repro-
duzieren; überhaupt, soweit das in diesem I2stündigen Prozeß enthaltne
Kapital in Sprache kommt, nicht länger als Kapitalist funktionieren. Er
verkauft also die 8 Ellen Leinwand, verwandelt sie in Geld zum Betrag von
24 sh. oder 24 Arbeitsstunden. Aber hier kommen wir auf die Schwierigkeit.
An wen verkauft er sie? In wessen Geld verwandelt er sie? Doch darauf
kommen wir sogleich zurück. Sehn wir uns erst den weiteren Prozeß an.

Sobald er die 8 Ellen Leinwand, d.h. den Wertteil seines Produkts,
dessen Wert gleich dem von ihm vorgeschoßnen capital constant, in Geld
verwandelt, verkauft, in die Form des Tauschwerts gebracht hat, kauft er
damit wieder Waren, die gleicher Art (ihren Gebrauchswerten nach) mit
denen, aus denen ursprünglich sein capital constant zusammengesetzt. Er
kauft Garn und Webstuhl etc. Er verteilt die 24 sh. in den Verhältnissen in
Rohmaterial und Produktionsmittel, worin diese zur Herstellung neuer Lein-
wand erheischt sind.

Sein capital constant ist also dem Gebrauchswert nach durch neue Pro-
dukte derselben Arbeit, als die, woraus es? ursprünglich bestanden, ersetzt.
Er hat es reproduziert. Dieses neue Garn, Webstuhl etc. bestehn aber eben-
falls (nach der Voraussetzung) zu ?/3 aus capital constant und zu !/3 aus letzt-
zugesetzter Arbeit. Wenn also die ersten 4 Ellen Leinwand (letztzugesetzte
Arbeit und capital constant) ausschließlich durch neuzugesetzte Arbeit be-
zahlt worden sind, so diese 8 Ellen Leinwand ersetzt durch ihre eignen neu-
produzierten Produktionselemente, die zum Teil aus neuzugesetzter Arbeit,
zum Teil aus konstantem Kapital bestehn. So scheint also, daß wenigstens
ein Teil des konstanten Kapitals gegen konstantes Kapital in einer andren

1 In der Handschrift: enthaltnen - ? in der Handschrift: sie


Form sich austauscht. Das Ersetzen der Produkte ist reell, weil gleichzeitig,
wo das Garn in Leinwand verarbeitet wird, Flachs in Garn und Flachs-
samen in Flachs, ditto wo der Webstuhl vernutzt, neuer Webstuhl fabriziert
wird, und während der letztre fabriziert, neues Holz und Eisen zu Tag ge-
fördert wird. Die Elemente werden gleichzeitig produziert in einer Produk-
tionssphäre, während sie in der andren verarbeitet werden. Aber auf allen
diesen gleichzeitigen Produktionsprozessen, obgleich jeder derselben eine
höhere Phase des Produkts darstellt, wird gleichzeitig capital constant in
verschiednen Verhältnissen verbraucht.

Der Wert des fertigen Produkts, der Leinwand, löst sich also in 2 Teile auf,
wovon der eine die gleichzeitig produzierten Elemente des capital constant
wiederkauft, der andre in Konsumtionsartikel ausgelegt wird. Der Ver-
einfachung wegen wird hier ganz von der Rückverwandlung eines Teils
des Profits in Kapital abstrahiert; also, wie in dieser ganzen Untersuchung,
angenommen, daß Salair + Profit, d.h. die Summe der dem capital con-
stant zugesetzten Arbeit, als Revenue verzehrt wird.

Die Frage bleibt nur, wer kauft den Teil des Gesamtprodukts, mit des-
sen Wert die unterdes neuproduzierten Elemente des capital constant
wiedergekauft werden? Wer kauft die 8 Ellen Leinwand? Wir nehmen, um
alle faux fuyants! abzuschneiden, an, daß es eine Sorte Leinwand ist, die
speziell für individuelle Konsumtion, nicht für industrielle Konsumtion
wie etwa Segeltuch, bestimmt ist. Auch müssen hier die bloßen Zwischen-
operationen des Handels, soweit sie nur vermittelnd sind, ganz außer acht
gelassen werden. Z.B., wenn die 8Ellen Leinwand an einen Kaufmann ver-
kauft würden und selbst nicht durch die Hände von 1, sondern 20 Kauf-
leuten durchliefen, 20mal gekauft und wieder verkauft würden, so müssen
sie das 20ste Mal schließlich von dem Kaufmann an den wirklichen Konsu-
menten verkauft werden, der also wirklich den Produzenten zahlt oder den
letzten, 20sten Kaufmann, der dem Konsumenten gegenüber den ersten
Kaufmann, d.h. den wirklichen Produzenten, vertritt. Diese Zwischen-
transaktionen verschieben oder, wenn man will, vermitteln die definitive
Transaktion, erklären [sie] aber nicht. Die Frage bleibt ganz dieselbe: Ob
wer kauft die 8Ellen Leinwand vom Leinwandfabrikanten, oder [277]
wer kauft sie von dem 20sten Kaufmann, in dessen Hand sie durch eine
Reihe von Echanges? übergegangen ist?

Die 8 Ellen Leinwand, ganz wie die 4 ersten Ellen, müssen in den Kon-
sumtionsfonds übergehn. D.h., sie können nur bezahlt werden von Salair

? Ausflüchte - ® Tauschhandlungen


und Profit, denn dies sind die einzigen Revenuequellen der Produzenten,
die hier auch allein als Konsumenten fAigurieren. 8 Ellen Leinwand ent-
halten 24 Arbeitsstunden. Nehmen wir also an (12 Arbeitsstunden als all-
gemein gültigen Normaltag gesetzt), Arbeiter und Kapitalist in zwei andren
Branchen legen ihr ganzes Salair und Profit in Leinwand aus, wie es der
Arbeiter und Kapitalist in der Weberei [mit] ihrem ganzen Arbeitstag (der
Arbeiter seine 10 Stunden, der Kapitalist die 2 Stunden Mehrwert, die er
auf seinen Arbeiter gemacht, d.h. auf 10 Stunden) getan haben. Dann hätte
der Leinweber die 8 Ellen verkauft, der Wert seines capital constant für
12 Ellen wäre ersetzt, und dieser Wert könnte in den bestimmten Waren,
aus denen das capital constant besteht, wieder ausgelegt werden, weil diese
Waren, Garn, Webstuhl etc., auf dem Markt befindlich, produziert wurden
zur selben Zeit, wo Garn und Webstuhl in Leinwand verarbeitet wurden.
Die gleichzeitige Produktion von Garn und Webstuhl als Produkten neben
dem Produktionsprozeß, woraus sie nicht als Produkte hervorgehn, sondern
worin sie als Produkte eingehn, erklärt, daß der Teil des Werts der Lein-
wand, der gleich dem Wert des in ihm aufgearbeiteten Materials, Webstuhl
usw., von neuem in Garn, Webstuhl usw., aufgelöst werden kann, Ginge
diese Produktion der Elemente der Leinwand nicht gleichzeitig voran mit
der Produktion der Leinwand selbst, so könnten die 8 Ellen Leinwand,
selbst wenn sie verkauft, in Geld verwandelt sind, aus dem Geld nicht wie-
der in die konstanten Elemente der Leinwand rückverwandelt werden. Wie
dies jetzt infolge des Amerikanischen Bürgerkriegs z.B. der Fall ist mit
dem yarn oder cloth! der Baumwollfabrikanten. Der bloße Verkauf ihres
Produkts sichert ihnen nicht die Rückverwandlung, indem kein cotton?
auf dem Markt.?

Andrerseits aber, obgleich neues Garn, neuer Webstuhl usw. auf dem
Markt, also Produktion von neuem Garn, neuem Webstuhl stattfand, wäh-
rend fertiges Garn und fertiger Webstuhl in Leinwand verwandelt wurden -
trotz dieser gleichzeitigen Produktion von Garn und Webstuhl neben der
Produktion der Leinwand, können die 8 Ellen Leinwand nicht in diese stoff-
lichen Elemente des capital constant der Weberei rückverwandelt werden,
bevor sie verkauft, bevor sie in Geld verwandelt sind. Die beständige reale
Produktion von den Elementen der Leinwand, fortlaufend neben der Pro-
duktion der Leinwand selbst, erklärt uns also noch nicht die Reproduktion
des capital constant, bevor wir wissen, woher der fonds kommt, um die

? Garn oder Gewebe -? keine Baumwolle -° die vorstehenden zwei Sätze finden sich in der
Handschrift quer am Rande und sind von Marx zur Einfügung an diese Stelle bezeichnet


8 Ellen Leinwand zu kaufen, ihnen die Form des Gelds, des selbständigen
Tauschwerts zurückzugeben.

Um die letztre Schwierigkeit zu lösen, haben wir angenommen, daß B
und C, worin wir etwa Schuster und Metzger verstehn, die Summe ihrer
Salaire und Profite, also die 24 Stunden Arbeitszeit, über die sie zu verfügen
haben, ganz in Leinwand verausgaben. So sind wir mit A, dem Leinweber,
aus der Verlegenheit heraus. Sein ganzes Produkt, die !2 Ellen Leinwand,
worin 36 Arbeitsstunden realisiert, ist ersetzt worden durch bloße Salaire
und Profite, d.h. durch die ganze Summe der in den Produktionssphären
A,B und C dem capital constant neuhinzugesetzten Arbeitszeit. Alle in der
Leinwand enthaltne Arbeitszeit, sowohl die in ihrem capital constant prä-
existierende als die im Prozeß des Webens neuhinzugefügte, hat sich aus-
getauscht gegen Arbeitszeit, die nicht vorher als capital constant in irgend-
einer Produktionssphäre präexistierte, sondern die in den 3 Produktions-
sphären A, B und C gleichzeitig dem capital constant in letzter Instanz zu-
gesetzt worden.

Wenn es also nach wie vor falsch bliebe, zu sagen, daß der ursprüngliche
Wert der Leinwand sich in bloße Salaire und Profite auflöste - denn er löst
sich vielmehr auf in den Wert = der Summe des salaire und profit, = 12
Webstunden und den 24 Arbeitsstunden, die unabhängig vom Webprozeß
in Garn, Webstuhl, kurz, dem capital constant enthalten waren - so wäre
es dagegen richtig, daß das Äquivalent der 12 Ellen Leinwand, die 36 sh.,
wofür sie verkauft worden sind, sich in bloße Salaire und Profite auflöst,
also nicht nur die Webarbeit, sondern auch die in Garn und Webstuhl ent-
haltne Arbeit durch bloße neuhinzugesetzte Arbeit ersetzt werden, nämlich
12 Stunden Arbeit in A, 12 Stunden in B und 12 Stunden in C.

Der Wert der verkauften Ware selbst löste sich | auf in neuhinzu-
gesetzte Arbeit (Salair und Profit) und präexistierende Arbeit (Wert des
capital constant): also der Wert des Verkäufers (in fact der Ware). Dagegen
der Kaufwert, das Äquivalent, was der Käufer dem Verkäufer gibt, löste
sich bloß in neuzugesetzte Arbeit, in Salaire und Profite auf. Da aber jede
Ware, bevor sie verkauft ist, die zu verkaufende Ware ist und durch bloße
Formveränderung Geld wird, so bestünde jede Ware als verkaufte Ware
aus andren Wertbestandteilen denn als kaufende Ware (als Geld), was ab-
geschmackt ist. Ferner: Die in einem Jahr z.B. von der Gesellschaft ver-
richtete Arbeit deckte nicht nur sich selbst - so daß, wenn man die ganze
Warenmasse in zwei gleiche Teile teilte, die eine Hälfte der Jahresarbeit
ein Äquivalent für die andere Hälfte bilden würde -, sondern das 1/3 Arbeit,
welches die laufende Jahresarbeit in der Gesamtarbeit bildet, die im Jahres-


produkt enthalten ist, deckte %/, Arbeit, wäre gleich einer Größe, die 3mal
größer als sie selbst ist. Dies ist noch abgeschmackter.

In dem obigen Beispiel haben wir die Schwierigkeit shifted!, weiter-
geschoben von A aufB und C. Sie ist aber damit nur gewachsen, nicht ver-
einfacht. Erstens hatten wir bei A den Ausweg, daß 4 Ellen, die ebensoviel
Arbeitszeit enthalten, als dem Garn zugesetzt wurde, also die Summe von
Profit und Salair in A, in Leinwand selbst konsumiert werden, in dem Pro-
dukt der eignen Arbeit. Dies ist bei B und C nicht der Fall, denn sie kon-
sumieren die Summe der von ihnen zugesetzten Arbeitszeit, die Summe von
Salair und Profit in dem Produkt der Sphäre A, in Leinwand, also nicht in
dem Produkt B oder C. Sie haben also nicht nur den Teil ihres Produkts zu
verkaufen, der die 24 Arbeitsstunden des capital constant vertritt, sondern
auch den Teil ihres Produkts, der die 12 dem capital constant neuzugesetzte
Arbeitszeit repräsentiert. B muß 36 Arbeitsstunden verkaufen, nicht nur 24
wie A. Ebenso wie mit B verhält es sich mit C. Zweitens, um das capital con-
stant von A zu verkaufen, an den Mann zu bringen, in Geld zu verwandeln,
brauchen wir die ganze letztzugesetzte Arbeit nicht nur von B, sondern auch
von C. Drittens: B und C können keinen Teil ihres Produkts an A ver-
kaufen, da der ganze Teil von A, der sich in Revenue auflöst, bereits in A
selbst von den Produzenten von A verausgabt ist. Sie können auch durch
keinen Teil ihres eignen Produkts den konstanten Teil von A ersetzen, da
nach der Voraussetzung ihre Produkte nicht Produktionselemente von A,
sondern in die individuelle Konsumtion eingehende Waren sind. Bei jedem
weiteren Schritt wächst die Schwierigkeit.

Um die 36 Stunden, die das Produkt von A enthält (nämlich ?/, oder
24 Stunden in capital constant, */, oder 12 Stunden in neuzugesetzter Ar-
beit), auszutauschen gegen bloß dem capital constant zugefügte Arbeit, hat-
ten Salair und Profit von A, die 12 Stunden zugesetzte Arbeit in A, t/g des
Produkts von A selbst zu konsumieren. Die übrigen ?/3 des Gesamtprodukts
= 24 Stunden stellten den im capital constant enthaltnen Wert vor. Dieser
Wert tauschte sich aus gegen die Gesamtsumme der Salaire und Profite
oder neuzugesetzte Arbeit in Bund C. Damit aber B und C mit den 24 Stun-
den ihrer Produkte, die sich in Salair [und Profit] auflösen, Leinwand kaufen
können, müssen sie diese 24 Stunden in der Gestalt ihrer eignen Produkte
verkaufen - außerdem, um das capital constant zu ersetzen, = 48 Stun-
den ihrer eignen Produkte. Sie haben also Produkte von B und C zum
Betrag von 72 Stunden zu verkaufen, gegen die Gesamtsumme von Profit

3 verschoben


und Salair der andren Sphären D, E etc., und zwar (den Normaltag zu
12 Stunden) müssen 12 x 6 Stunden (= 72) oder die in 6 andren Produk-
tionssphären zugesetzte Arbeit in den Produkten B und C |]279| realisiert
werden; also Profit und Salair oder die Summe der ihrem respektiven capi-
tal constant zugesetzten Arbeit von D,E,F, G,H, 1.

Unter diesen Umständen würde der Wert des Gesamtprodukts von
B + C bezahlt werden durch bloß neuhinzugesetzte Arbeit, also Summe
der Salaire und Profite, in den Produktionssphären D, E, F, G, H, I. Aber
in diesen 6 Sphären wäre nun (da kein Teil dieser Produkte von ihren Pro-
duzenten selbst verzehrt würde, indem diese ihre ganze Revenue bereits in
den Produkten B und C placiert) das Gesamtprodukt zu verkaufen, und
kein Teil desselben wäre innerhalb derselben selbst in Rechnung zu brin-
. gen. Also Produkt von 6 x 36 Arbeitsstunden = 216, wovon 144 für capi-
talconstant und 72 (6x 12) für neuzugesetzte Arbeit. Um die Produkte von D
etc, nun wieder in ähnlicher Weise in Salair und Profit, d.h. neuzugesetzte
Arbeit, zu verwandeln, müßte in den 18 Sphären K!-K!8 alle neuhinzu-
gesetzte Arbeit, d.h. die Gesamtsumme der Salaire und Profite in diesen
18 Sphären, ganz ausgelegt werden in den Produkten der Sphären D, E, F,
G,H, 1. Diese 18 Sphären K!-K!$ hätten zu verkaufen, da sie keinen Teil
ihres Produkts selbst verzehrten, vielmehr ihre ganze Revenue bereits in
den 6 Sphären D-I verausgabt, 18 x 36 Arbeitsstunden oder 648 Arbeits-
stunden, wovon 18 x 12 oder 216 letztzugesetzte Arbeit und 432 im capital
constant enthaltne Arbeit. Um also dies Gesamtprodukt von K!-K® in die
in andren Sphären zugesetzte Arbeit oder Summe der Salaire und Profite
aufzulösen, wäre die zugesetzte Arbeit erfordert von den Sphären L!-L*;
nämlich 12 x 54 = 648 Arbeitsstunden. Die Sphären L!-L%, um ihr Ge-
samtprodukt = 1944 (wovon 648 = 12 x 54 = neuzugesetzte Arbeit und
1296 Arbeitsstunden = der im capital constant enthaltnen Arbeit) gegen
neuzugesetzte Arbeit auszutauschen, hätten zu absorbieren die neuzu-
gesetzte Arbeit von den Sphären M!-M'!#, denn 162 x 12 = 1944; diese
ihrerseits die neuzugesetzte Arbeit von den Sphären N!-N?#6 usw.

Dieses ist der schöne Progreß in infinitum!, auf den wir kommen, wenn
alle Produkte sich in Salair und Profit, neuzugesetzte Arbeit auflösen und
nicht nur die einer Ware zugesetzte Arbeit, sondern auch ihr capital con-
stant von der in einer andren Produktionssphäre neuzugesetzten Arbeit be-
zahlt werden muß.

Um die in Produkt A enthaltne Arbeitszeit, 36 Std. (!/; neuzugesetzte
Arbeit, az capital constant), in neuzugesetzte Arbeit aufzulösen, d.h. von

ins Unendliche


Salair und Profit zahlen zu lassen, ließen wir erstens !/, des Produkts (des-
sen Wert = der Summe des Salairs + Profit) von den Produzenten von A
selbst verzehren oder kaufen, was dasselbe. Der Fortgang war der!®?;

1. Produktionssphäre A. Produkt = 36 Arbeitsstunden. 24 Arbeitsstun-
den capital constant. 12 zugesetzte Arbeitsstunden. !/s des Produkts kon-
sumiert von den shareholders! der 12 Stunden, salaire und profit, Arbeiter
und Kapitalist. Bleiben zu verkaufen ?/, des Produkts von A gleich den
24 Arbeitsstunden, die im capital constant enthalten sind.

2.Produktionssphäre B'-B?.Produkt = 72 Arbeitsstunden; wovon 24 zu-
gesetzte Arbeit, 48 capital constant. Kaufen damit die ?/3 des Produkts A,
die den Wert des capital constant von Ä ersetzen. Haben aber nun zu ver-
kaufen 72 Arbeitsstunden, woraus der Wert ihres Gesamtprodukts besteht.

3. Produktionssphäre C'-C®. Produkt = 216 Arbeitsstunden; wovon 72
zugesetzte Arbeit (Salair und Profit). Kaufen damit Produkt B!-B? ganz.
Haben aber nun zu verkaufen 216, wovon 144 capital constant.

1280] 4. Produktionssphäre D'-D". Produkt = 648 Arbeitsstunden, 216
zugefügte Arbeit und 432 capital constant. Kaufen mit der zugefügten Ar-
beit das gesamte Produkt von Produktionssphäre C!-C? = 216. Haben aber
zu verkaufen 648.

5. Produktionssphäre E\-E*. Produkt = 1944 Arbeitsstunden; 648 zuge-
fügte Arbeit und 1296 capital constant. Kaufen das gesamte Produkt von
Produktionssphäre D!"18, Haben aber zu verkaufen 1944,

6. Produktionssphäre F!-F!*. Produkt = 5832, wovon 1944 zugesetzte
Arbeit und 3888 capital constant. Kaufen mit den 1944 das Produkt von
EI-E5%, Haben zu verkaufen 5832.

7. Produktionssphäre G!-G*®.

Der Vereinfachung wegen ist in jeder Produktionssphäre immer nur ein
Arbeitstag von 12 Stunden angenommen, der zwischen Kapitalist und Ar-
beiter geteilt wird. Die Vervielfachung dieser Arbeitstage löst die Frage
nicht, sondern kompliziert sie nutzlos.

Also, um das Gesetz dieser Reihe klarer vor Augen zu haben:

1. A. Produkt = 36 Std. Capital constant = 24 Std. Summe von Salair
und Profit oder neuzugesetzter Arbeit = 12 Std. Letztre im Produkt von A
selbst verzehrt von Kapital und Arbeit.

Verkaufbares Produkt von A = seinem capital constant — 24 Std.

2. B!-B?. Wir brauchen hier 2 Arbeitstage, also 2 Produktionssphären,
um die 24 Std. von A zu zahlen.

1 Teilhabern


Produkt = 2x 36, oder 72 Std., wovon 24 Std. Arbeit und 48 capital
constant.

Verkaufbares Produkt von B! und B? = 72 Arbeitsstunden, kein Teil
davon selbst verzehrt.

6. C!-C®. Wir brauchen hier 6 Arbeitstage, weil 72 = 12x 6 und das
ganze Produkt von B!-B? von der in C!-C$ zugesetzten Arbeit verzehrt
werden soll. Produkt = 6 x 36 = 216 Arbeitsstunden, wovon 72 neuzu-
gesetzt, 144 capital constant.

18. D!-D18, Wir brauchen hier 18 Arbeitstage, weil 216 = 12 x 18; also,
da °/, capital constant auf einen Arbeitstag kommt, 18 x 36 das Gesamt-
produkt = 648. (432 capital constant.)

Usw.

Die vorgesetzten Ziffern I, 2 Jusw.] bedeuten die Arbeitstage oder die
verschiednen Arbeiten in verschiednen Produktionssphären, da wir in jeder
Sphäre I Arbeitstag annehmen.

Also: 1. A. Produkt 36 Std. Zugesetzte Arbeit /2 Stunden. Verkaufbares
Produkt (capital constant) = 24 Std.

Oder:

1. A.Verkaufbares Produkt oder capital constant = 24 Std. Gesamt-
produkt 36 Std. Zugesetzte Arbeit 12 Std. Verzehrt in A selbst.

2. B!-B?, Kauft mit zugesetzter Arbeit = 24 Std. A. Capital constant
48 Std. Gesamtprodukt 72 Std.

6. C1-C®. Kauft mit zugesetzter Arbeit 72 Std. B!-B? (= 12 x 6). Capi-
tal constant 144, Gesamtprodukt = 216. etc.

281| Also:

1. A. Produkt = 3 Arbeitstagen (36 Std.). 12 Std. zugesetzte Arbeit.
24 Std. capital constant.

2. BY, [Produkt] = 2 x 3= 6 Arbeitstagen (72 Std.). Zugesetzte Arbeit
= 12x 2= 24 Std. Capital constant = 48 x 2x 24 Std.

6. CS, Produkt] = 3 x 6 Arbeitstagen = 3 x 72Std. = 216 Arbeitsstd.
Zugesetzte Arbeit = 6 x 12 = 72 Arbeitsstd. Capital constant = 2x 72
= 144,

18. DI, Produkt=3x3xX6 Arbeitstagen = 3x 18 Arbeitstage
= 54 Arbeitstagen = 648 Arbeitsstd. Zugesetzte Arbeit = 12 x 18 = 216.
Capital constant) = 432 Arbeitsstd.

54. EI54, Produkt = 3 X 54 Arbeitstage = 162 Arbeitstage = 1944 Ar-
beitsstunden. Zugesetzte Arbeit = 54 Arbeitstagen = 648 Arbeitsstunden;
1296 capital constant.


162. FI, Produkt = 3 x 162 Arbeitstagen (= 486) = 5832 Arbeits-
stunden, wovon 162 Arbeitstage oder 1944 Arbeitsstunden zugesetzte Ar-
beit und 3888 Stunden capital constant.

486. G1#8, Produkt = 3x 486 Arbeitstagen, wovon 486 Arbeitstage
oder 5832 Arbeitsstunden zugesetzte Arbeit und 11664 capital constant. Etc.

Hier hätten wir schon die artige Summe von I +2+6+ 18 + 54
+ 162 + 486 verschiednen Arbeitstagen in verschiednen Produktionssphä-
ren = 729 verschiedne Produktionssphären, was schon eine bedeutend ge-
teilte Gesellschaft.

Um das Gesamtprodukt von A (wo nur 12 Stunden Arbeit = ] Arbeits-
tag zugefügt wird dem capital constant von 2 Arbeitstagen und salaire und
profit ihr eignes Produkt verzehren), also nur das konstante Kapital von
24 Std. zu verkaufen - und zwar bloß wieder in neuzugesetzte Arbeit, in
Salair und Profit aufzulösen -, brauchen wir 2 Arbeitstage in B! und BP,
die aber ein konstantes Kapital von 4 Arbeitstagen erheischen, so daß das
Gesamtprodukt von B}"? = 6 Arbeitstagen. Diese müssen ganz verkauft
werden, weil von hier an vorausgesetzt, daß jede nachfolgende Sphäre nichts
von ihrem eignen Produkt verzehrt, sondern nur in das Produkt der vorher-
gehenden Sphären Profit und Salair auslegt. Um diese 6 Arbeitstage des
Produkts BI”? zu ersetzen, sind 6 Arbeitstage nötig, die aber ein capital
constant von 12 Arbeitstagen voraussetzen. Das Gesamtprodukt von C1®
daher = 18 Arbeitstagen. Um diese durch Arbeit zu ersetzen, 18 Arbeits-
tage D!-8 nötig, die aber konstantes Kapital von 36 Arbeitstagen voraus-
setzen, also Produkt = 54 Arbeitstage. Um diese zu ersetzen, 54 Arbeits-
tage nötig, E1"®*, die konstantes Kapital von 108 voraussetzen. Produkt
= 162 Arbeitstagen. Endlich, um diese zu ersetzen, 162 Arbeitstage nötig,
die aber capital constant von 324 Arbeitstagen voraussetzen, also 486 Ar-
beitstage das Gesamtprodukt. Dies ist F!-F?#2, Endlich, um dies Produkt
von F}162 zu ersetzen, sind 486 Arbeitstage nötig (G!"*#9), die aber kon-
stantes Kapital von 972 Arbeitstagen voraussetzen. Also Gesamtprodukt
von G1486 — 972 + 486 = 1458 Arbeitstage.

Aber nehmen [wir] nun an, bei der Sphäre G seien wir ans Ende des
shifting! gelangt; und durch unsren Progreß werden wir in jeder
Gesellschaft bald ans Ende kommen. Wie verhält sich die Sache nun? Wir
haben ein Produkt, worin 1458 Arbeitstage enthalten sind, davon 486 neu-
zugesetzte Arbeit und 972 in capital constant realisierte Arbeit. Die 486 Ar-
beitstage können nun in der vorigen Sphäre F1-F#? ausgelegt werden. Aber

1 Verschiebens


womit sollen die 972 Arbeitstage, die im capital constant enthalten sind,
gekauft werden? Jenseits G?# liegt keine neue Produktions- und daher
keine neue Austauschsphäre. Mit den hinter ihm liegenden, mit Ausnahme
von F!-F182, ist nichts auszutauschen. Auch hat G!#® alles in ihm ent-
haltne Salair und Profit bis zum letzten Centime in F}#2 ausgelegt. Also
bleiben die im Gesamtprodukt von G!"#8# realisierten 972 Arbeitstage,
gleich dem Wert des in ihm enthaltnen capital constant, unverkäuflich. Es
hat uns also nichts genützt, daß wir die Schwierigkeit, die 8 Ellen Leinwand
von A oder die 24 Arbeitsstunden, die 2 Arbeitstage, die in seinem Produkt
den Wert des capital constant vorstellten, durch beinahe 800 Produktions-
zweige verschoben haben.

Es nützt nichts, sich einzubilden, die Rechnung käme anders heraus,
wenn A etwa nicht seinen ganzen Profit und Salair in Leinwand auslegte,
sondern einen Teil davon in dem Produkt von B und C. Die Grenzen der
Auslagen, die Stunden zugesetzte Arbeit, die in A, B, C enthalten sind,
können immer nur über eine Arbeitszeit kommandieren, die ihnen selbst
gleich. Kaufen sie mehr von dem einen Produkt, so weniger von dem and-
ren. Es würde dies die Rechnung nur verwirren, in keiner Weise das Resul-
tat ändern. Que faire donc?*

In der obigen Rechnung finden wir

Arbeits- zugesetzte capital
tage Arbeit constant

AProdakt = 3 l 2 (verzehren selbst t/; des Produkts von A)
= 6 2 4 Wären in dieser Rechnung die letzten
6

B
C = 18 12 324 Arbeitstage (das konstante Kapital [von
D = 18 36 F])= dem capital constant, das der Acker-
E = 162 54 108 bauer sich selbst ersetzt, von seinem Produkt
= abzieht und der Erde wiedergibt, das also
F = 486 162 324 nicht durch neue Arbeit zu zahlen ist, so
stimmte die Rechnung. Das Rätsel wäre aber
Total: 729 243 486 nur gelöst, weil ein Teil des capital constant

sich selbst ersetzt.

In der Tat also haben wir verzehren lassen 243 Arbeitstage, die der neu-
zugesetzten Arbeit entsprechen. Der Wert des letztren Produkts, = 486 Ar-
beitstagen, ist = dem Wert des gesamten capital constant, was von A-F
enthalten ist, ditto = 486 Arbeitstagen. Um dieses zu erklären, nehmen wir

1 Was also tun?


in G 486 Tage neuer Arbeit an, woraus uns aber nur das Vergnügen ent-
steht, statt für ein capital constant von 486 Tagen |]283| Rechenschaft ab-
legen zu müssen für ein capital constant von 972 Arbeitstagen in dem Pro-
dukt von G, welches gleich 1458 Arbeitstagen (972 capital constant + 486
Arbeit). Wollten wir uns nun damit helfen, daß in G ohne capital constant
gearbeitet wird, so daß das Produkt nur = den 486 Tagen neuzugesetzter
Arbeit!, so wäre allerdings die Rechnung im reinen, aber wir hätten das
Problem, wer den im Produkt enthaltnen Wertbestandteil zahlt, der das
capital constant bildet, dadurch gelöst, daß wir einen Fall gesetzt haben,
wo das capital constant = 0, also auch keinen Wertbestandteil des Produkts
bildet.

Um das Gesamtprodukt von A ganz zu verkaufen, gegen neuzugesetzte
Arbeit, um es? in Profit und Salair aufzulösen, mußte die ganze zugesetzte
Arbeit in A, Bund C in der im Produkt A realisierten Arbeit verausgabt wer-
den. So um das ganze Produkt von B + C zu verkaufen, alle Arbeit, die
in D!-D!$ neuzugesetzt ist.[#°! Ebenso um das ganze Produkt von D!-D!$
zu kaufen, alle Arbeit, die zugesetzt ist in E}®, Um das ganze Produkt von
E58 zu kaufen, alle Arbeit, die zugesetzt ist in F!"182, Und schließlich, um
das ganze Produkt von F*:?#2 [zu kaufen], die ganze Arbeitszeit, die in G!"?8%
zugesetzt ist. In diesen 486 Produktionssphären, die G!-#® vorstellt, end-
lich ist die ganze zugesetzte Arbeitszeit = dem ganzen Produkt von den
162 Sphären F, und dies ganze Produkt, das durch Arbeit ersetzt wird, ist
so groß wie das capital coii$tant in A, B!?, CI-®, D-18, E1-54, F1-162, Aber
das capital constant der Sphäre G, 2mal so groß als das von A-F? ange-
wandte capital constant, ist nicht ersetzt und nicht ersetzbar.

In fact haben wir gefunden, da nach unserer Voraussetzung das Ver-
hältnis in jeder Produktionssphäre von der neuzugefügten Arbeit zu der
präexistierenden Arbeit = 1:2, daßimmer 2mal [soviel] neue Produktions-
sphären [wie alle vorhergehenden zusammengenommen] ihre ganze neue
Arbeit zufügen müssen, um das Produkt der frühren zu kaufen - die zuge-
fügte Arbeit von A und BF?, C1-$, um das Gesamtprodukt von A zu kau-
fen; die zugefügte Arbeit von 18 D oder D!-12 (2x 9) [#8], um das Produkt
von CO! zu kaufen usw. -, kurz, daß immer 2mal soviel neuzugefügte Ar-
beit nötig ist, als in dem Produkt selbst enthalten, so daß in der letzten
Produktionssphäre G die neuzugefügte Arbeit Z2mal größer sein müßte, als
sie ist, um das ganze Produkt zu kaufen. Kurz, im Resultat G finden wir,
was schon vorhanden war im Ausgangspunkt A, daß von ihrem eignen

1 In der Handschrift: Rechnung - * in der Handschrift: sie


Produkt die neuzugefügte Arbeit kein größres Quantum, als sie selbst be-
trägt, kaufen kann, und daß sie die im capital constant präexistierende Ar-
beit nicht kaufen kann.

Es ist also unmöglich, daß der Wert der Revenue den Wert des ganzen
Produkts decke. Da aber außer der Revenue kein Fonds existiert, woraus
dies vom Produzenten an den Konsumenten (individuellen) verkaufte Pro-
dukt bezahlt werden kann, ist es unmöglich, daß der Wert des ganzen Pro-
dukts minus dem Wert der Revenue überhaupt verkauft, bezahlt oder (in-
dividuell) konsumiert wird. Andrerseits muß aber jedes Produkt verkauft
und zu seinem Preis (der Voraussetzung nach Preis hier = Wert) bezahlt
werden.

Es war übrigens von vornherein vorherzusehn, daß das Zwischen-
schieben der Austauschakte, die Verkäufe und Käufe zwischen verschied-
nen Waren oder den Produkten verschiedner Produktionssphären uns kei-
nen Schritt weiterbringen werden. Bei A, der ersten Ware, der Leinwand,
hatten wir !/s oder ||283a| 12 Stunden neuhinzugesetzte Arbeit und 2x 12
oder 24 Stunden im [konstanten] Kapital präexistierende Arbeit. Salair
und Profit konnten nur von der Ware A, also auch von jedem Äquivalent
der Ware A in irgendeinem andren Produkt, den Teil des Produkts wieder-
kaufen, der = 12 Arbeitsstunden. Sie konnten ihr eignes capital constant
von 24 Std. nicht wiederkaufen, also auch nicht das Äquivalent dieses capi-
tal constant in irgendeiner andren Ware.

Es ist möglich, daß in der Ware B das Verhältnis von zugesetzter Arbeit
und capital constant verschieden. Aber wie verschieden das Verhältnis von
capital constant und neuzugesetzter Arbeit immerhin in den verschiednen
Produktionssphären sei, so können wir die Durchschnittszahl berechnen,
also sagen, im Produkt der ganzen Gesellschaft oder der ganzen Kapitalisten-
klasse, im Gesamtprodukt des Kapitals ist die neuzugesetzte Arbeit = a,
die als capital constant präexistierende Arbeit = b. Oder das Verhältnis
von 1:2, was wir in A, der Leinwand, annehmen, ist nur ein symbolischer
Ausdruck von a: b und soll nichts besagen, als daß irgendein irgendwie be-
stimmtes und bestimmbares Verhältnis zwischen diesen beiden Elementen,
der im laufenden Jahr oder irgendeinem beliebigen Zeitraum zugefügten
lebendigen Arbeit und der als capital constant präexistierenden vergangnen
Arbeit existiert. Kaufen die dem Garn zugesetzten 12 Stunden nicht bloß
Leinwand, sondern z.B. nur für 4 Stunden Leinwand, so können sie für
8 Stunden jedes andre Produkt kaufen, aber nie zusammen für mehr als
12 Stunden, und kaufen sie für 8 Stunden andres Produkt, so müssen für
32 Stunden Leinwand von A verkauft werden. Also das Beispiel A gilt für


das Gesamtkapital der ganzen Gesellschaft, und das Problem kann durch
Zwischenschieben vom Austausch verschiedner Waren zwar verwirrt, aber
nicht geändert werden.

Nehmen wir an, A sei das Gesamtprodukt der Gesellschaft, so kann von
diesem Gesamtprodukt !/; von den Produzenten für ihre eigne Konsumtion
gekauft, mit der Summe ihrer Salaire und ihrer Profite = der Summe der
neuzugefügten Arbeit = der Summe ihrer Gesamtrevenue gekauft und
bezahlt werden. Die andren ?/; zu zahlen, zu kaufen und zu verzehren, fehlt
ihnen der Fonds. Wie also die neuzugefügte Arbeit, !/, auflösbar in Profit
und Salair, sich selbst deckt mit seinem Produkt oder nur den Wertteil des
Produkts zurückzieht, worin das !/; der Gesamtarbeit, neuzugefügte Arbeit
oder sein Äquivalent enthalten, so müssen die 2/3 präexistierende Arbeit
gedeckt werden mit ihrem eignen Produkt. D.h., das konstante Kapital
bleibt sich selbst gleich und ersetzt sich selbst aus dem Wertteil, der es im
Gesamtprodukt repräsentiert. Der Austausch zwischen den verschiednen
Waren, die Reihe der Käufe und Verkäufe zwischen den verschiednen Pro-
duktionssphären, bringt nur insoweit einen Unterschied in der Form herbei,
daß das capital constant in den verschiednen Produktionssphären sich in
dem Verhältnis wechselseitig deckt, worin es ursprünglich in ihnen ent-
halten ist.

Dies ist nun näher zu bestimmen. |283 a||

### [b) Unmöglichkeit des Ersatzes des ganzen konstanten Kapitals
der Gesellschaft mittels Austauschs zwischen den Produzenten von Konsumtionsmitieln
und den Produzenten von Produktionsmitteln]

11283 b| Dieselbe Ansicht, daß das jährliche Produkt des Landes sich ver-
teilt in salaires und profits (rentes, Zins etc. in die letztern eingeschlossen),
spricht A.Smith, 1. TI, ch. II, bei der Betrachtung der Geldzirkulation und

des Kreditsystems aus (vgl. darüber nachher Tooke), wo er sagt:

„Die Zirkulation eines Landes läßt sich in zwei verschiedene Zweige geteilt be-
trachten: Die Zirkulation der Geschäftsleute“ (dealers) „untereinander“ (Garnier! er-
klärt, daß er unter dealers hier versteht „alle Handeltreibenden, Manufakturisten,
Handwerksleute usw.; mit einem Wort alle Agenten des Handels und der Industrie
eines Landes“) „und die Zirkulation zwischen den Geschäftsleuten und den Konsu-
menten. Obgleich dieselben Geldzeichen, ob Metall- oder Papiergeld, bald in dem

einen, bald in dem anderen Zweig der Zirkulation verwendet werden können, so er-

t In der Handschrift: A.Smith


fordert doch jeder derselben, da beide stets zu gleicher Zeit vor sich gehen, einen be-
stimmten Geldvorrat der einen oder anderen Art, damit sie vor sich gehen kann. Der
Wert der zwischen den verschiedenen Geschäftsleuten zirkulierenden Waren kann niemals
den Wert jener übersteigen, die zwischen den Geschäftsleuten und den Konsumenten zirku-
lieren; denn alles, was die Geschäftsleute kaufen, ist schließlich zum Verkauf an die Kon-
sumenten bestimmt.“ (t. 11,1. II, ch.II, p. 292, 293.)19

Hierauf, nebst Tooke, im Fortgang zurückzukommen.!®®!

Kehren wir zurück zu unsrem Beispiel. Das Tagesprodukt von A, Lei-
nenweberei, = 12 Ellen = 36 sh. = 36 Arbeitsstunden, wovon 12 neuzu-
gefügte Arbeit, in Salair und Profit auflösbar, und 24 Std. oder 2 Tage
= dem Wert des capital constant, das aber jetzt, statt in der alten Form
von Garn und Webstuhl, in der Form Leinwand existiert, aber in einem
Quantum Leinwand = 24 Std. = 24 sh., worin ebensoviel Arbeitsquantum
enthalten als in Garn und Webstuhl, das es ersetzt, womit also dieselbe
Quantität Garn und Webstuhl wiedergekauft werden kann (vorausgesetzt,
daß der Wert von Garn und Webstuhl derselbe geblieben, die Produktivität
der Arbeit in diesen Industriezweigen sich nicht verändert hat). Der Spin-
ner und der Fabrikant des Webstuhls müssen ihr ganzes jährliches oder
Tagesprodukt (was hier für unsren Zweck dasselbe) an den Weber ver-
kaufen, denn er ist der einzige, für den ihre Ware Gebrauchswert hat. Er
ist ihr einziger Konsument.

Wenn aber das capital constant des Webers = 2 Arbeitstagen (sein täg-
lich konsumiertes capital constant), so kommen auf I Arbeitstag des Webers
2 Arbeitstage von Spinner und Maschinenmacher, 2 Arbeitstage, die sich
in sehr verschiednen Verhältnissen ihrerseits wieder in zugesetzte Arbeit
und capital constant auflösen mögen. Aber das tägliche Gesamtprodukt von
Spinner und Maschinenfabrikant zusammen (gesetzt, der Maschinenfabri-
kant mache nur Webstühle) können, capital constant und zugesetzte Arbeit
zusammen, nicht mehr als 2 Arbeitstage betragen, während das des Webers,
infolge der von ihm neuzugesetzten 12 Stunden Arbeit, 3 Arbeitstage be-
trägt, Es ist möglich, daß Spinner und Maschinenfabrikant ebensoviel
lebendige Arbeitszeit konsumieren wie der Weber. Dann muß die in ihrem
capital constant enthaltne Arbeitszeit geringer sein. Eins oder das andre.
Sie können auf keinen Fall dasselbe Arbeitsquantum (summa summarum),
vergegenständlichte und lebendige, anwenden wie der Weber. E.s wäre mög-
lich, daß der Weber verhältnismäßig weniger lebendige Arbeitszeit anwen-
det als der Spinner (dieser z.B. sicher weniger als der Flachsbauer); dann
muß der Überschuß seines capital constant über den variablen Teil des
Kapitals um so größer sein.


1284| Das konstante Kapital des Webers ersetzt also das ganze Ka-
pital von Spinner und Webstuhlfabrikant, nicht nur ihr eignes konstantes
Kapital, sondern die im Spinnprozeß und der Maschinenfabrikation neu-
zugesetzte Arbeit. Das neue konstante Kapital ersetzt also hier andre
konstante Kapitalien ganz und außerdem die Totalität der ihnen neu-
zugesetzten Arbeit. Durch den Verkauf ihrer Waren an den Weber
haben Spinner und Webstuhlfabrikant nicht nur ihr konstantes Kapital
ersetzt, sondern ihre neuzugesetzte Arbeit bezahlt erhalten. Sein kon-
stantes Kapital ersetzt ihnen ihr eignes konstantes Kapital und realisiert
ihre Revenue (Salair und Profit zusammen). Soweit ihnen das konstante
Kapital des Webers nur ihr eignes konstantes Kapital ersetzt, was sie ihm
in den Formen von Garn und Webstuhl übermacht haben, hat sich nur
konstantes Kapital in einer Form gegen konstantes Kapital in andrer aus-
getauscht. Es ist in der Tat keine Wertveränderung an dem konstanten
Kapital vorgegangen.

Gehn wir nun weiter zurück. Das Produkt des Spinners löst sich in
2. Teile auf, Flachs, Spindeln, Kohlen etc., kurz, sein capital constant und
die neuzugefügte Arbeit, ditto das Gesamtprodukt des Maschinenfabrikan-
ten. Wenn der Spinner sein konstantes Kapital ersetzt, so zahlt er nicht nur
das Gesamtkapital des Spindelfabrikanten etc., sondern auch das des
Flachsbauers. Sein konstantes Kapital zahlt einen Teil ihres konstanten
Kapitals plus der zugefügten Arbeit. Was nun den Flachsbauer betrifft, so,
nach Abzug der Ackerbaugeräte etc., löst sich sein konstantes Kapital in
Samen, Dünger etc. auf. Wir wollen annehmen, was in der Agrikultur, plus
ou moins! vermittelt, stets der Fall sein muß, daß dieser Teil des konstan-
ten Kapitals des Pächters einen jährlichen Abzug von seinem eignen Pro-
dukt bildet, der jährlich aus seinem eignen Produkt der Erde, d.h. der Pro-
duktion selbst, wiedergegeben wird. Hier finden wir einen Teil des kon-
stanten Kapitals, der sich selbst ersetzt und nie verkauft, also auch nie be-
zahlt wird, auch nie konsumiert wird, nicht in die individuelle Konsumtion
eingeht. Samen etc. = soviel Arbeitszeit. Der Wert des Samens etc. geht
in den Wert des Gesamtprodukts ein; aber derselbe Wert, weil dieselbe
Produktenmasse (unterstellt, daß die Produktivität der Arbeit dieselbe ge-
blieben), wird auch wieder vom Gesamtprodukt abgezogen und der Pro-
duktion wiedergegeben, tritt nicht in die Zirkulation. (Der Teil des Pro-
dukts, der also in die Zirkulation geht und der, der in die Konsumtion,
stellt nur eine zugesetzte Arbeit dar {im Verschleiß oder dechet der Acker-

1 mehr oder weniger


bauwerkzeuge etc.} und löst sich in den obengenannten items, in Salair,
Profit und Grundrente auf.

Hier haben wir wenigstens einen Teil des capital constant - das, was als
Rohstoff der Agrikultur betrachtet werden kann -, der sich selbst ersetzt.
Hier also bedeutender [Zweig] - der bedeutendste Zweig dem Umfang
nach und der Kapitalmasse, die drinsteckt - der jährlichen Produktion, wo
ein bedeutender Teil des capital constant, der aus Rohstoff bestehende (mit
Ausnahme des künstlichen Düngers usw.), sich selbst ersetzt und nicht in
die Zirkulation eingeht, also durch keine Form der Revenue ersetzt wird.
Der Spinner hat also dem Flachsbauer nicht diesen (von dem Flachsbauer
sich selbst ersetzten und gezahlten Teil des capital constant) Teil des capi-
tal constant zurückzuzahlen, ditto der Weber nicht dem Spinner, und der
Käufer der Leinwand nicht dem Weber. Das konstante Kapital des Webers
löst sich also auf in der zugesetzten Arbeit von Spinner und Webstuhl-
fabrikant, wie zugesetzter Arbeit von Flachsbauer und Spinnmaschinen-
fabrikant und zugesetzter Arbeit von Eisen- und Holzproduzent.

Nehmen wir an, daß alle, die mittelbar oder unmittelbar an der Produk-
tion der 12 Ellen Leinwand = 36 sh. = 3 Arbeitstagen oder 36 Arbeits-
stunden, beteiligt sind, in Leinwand selbst gezahlt würden. Es ist zunächst
klar, daß die Produzenten der Elemente der Leinwand, des capital constant
der Leinwand, ihr eignes Produkt nicht verzehren können, da diese Produkte
für die Produktion produziert sind und nicht in die unmittelbare |]285] Kon-
sumtion eingehn. Sie müssen also ihre Salaire und Profite in Leinwand aus-
legen - in dem Produkt, das schließlich in die individuelle Konsumtion ein-
geht. Was sie nicht in Leinwand verzehren, müssen sie in einem andren
konsumierbaren, gegen Leinwand ausgetauschten Produkt verzehren. So-
viel wird also von der Leinwand von andern verzehrt, als sie statt der Lein-
wand in andren konsumierbaren Produkten verzehren (dem Wert nach). Es
ist dasselbe, als hätten sie es selbst in Leinwand verzehrt, denn soviel sie in
andrem Produkt verzehren, verzehren die Produzenten andrer Produkte in
Leinwand. Das ganze Rätsel muß also, ohne alle Rücksicht auf den Aus-
tausch, sich aufklären durch die Betrachtung, wie die 12 Ellen Leinwand
sich zwischen allen Produzenten verteilen, die an ihrer! Produktion oder der
Produktion ihrer! Elemente teilgenommen haben.

(Spinner und Webstuhlfabrikant, der zugleich der Fabrikant der Spinn-
maschine sein soll), haben !/; Arbeit zugesetzt, ihr capital constant = ?/,
von Garn und Webstuhl. Also können sie von den 8 Ellen Leinwand (oder

2 In der Handschrift: seiner

7°


24 Std.) oder 24 sh., die ihr Gesamtprodukt ersetzen, ®/z [Ellen] verzehren,
— 22), [Ellen] Leinwand oder 8 Stunden Arbeit oder 8 sh. Es bleibt also
Rechenschaft abzulegen für 5!/, Ellen oder 16 Arbeitsstunden.
«Das capital constant des Spinners löse sich auf in Flachs und Spinn-
maschinerie (Kohle und dgl. tut nichts zum Paradigma) */, in Rohstoff
17

= Flachs = 1/, Arbeitsstunden = 5 Arbeitsstunden oder a ‚ 7/, Ellen

:= 1%/, Ellen. Diese kann der Flachsbauer ganz kaufen, denn sein capital
constant (wenigstens was den Samen betrifft, einstweilen vom dechet! seines
capital fixe, Arbeitswerkzeuge abgesehen) ersetzt er sich selbst, zieht es

gleich von seinem Produkt ab. Bleibt also Rechenschaft abzulegen für

52/, — 1%/, Ellen (oder 16 — 5!/, Arbeitsstunden). 5°/; Ellen = 17 = a

39
51 17 34 ;
Also 99777 Ellen = 37/, Ellen (oder 101/3 Arbeitsstunden). )

51/, Ellen oder 16 Arbeitsstunden stellen das capital constant des Spin-
ners dar und des Webstuhlfabrikanten. (Dies capital constant löse sich auf
in Spinnmaschine und Flachs.” Nehmen wir an, von dem capital constant
des Spinners betrage der Rohstoff ?/; und? werde in Flachs ausgelegt, so
kann der Flachsbauer diese ?/, ganz in Leinwand verzehren, denn sein capi-
tal constant {aber dabei setzen wir das dechet seiner Arbeitswerkzeuge
etc. = 0} wirft er überhaupt nicht in Zirkulation, sondern hat er schon
abgezogen und der Reproduktion reserviert. Er kann also kaufen ?/; von
den 5t/, Ellen Leinwand ®# oder 16 Arbeitsstunden, gleich 3°/, Ellen, oder
102/3 Arbeitsstunden. Es bliebe also nur Rechenschaft abzulegen für 5!/,
— 3°/, Ellen oder 16 — 102/, Arbeitsstunden, d.h. für 17/, Ellen oder
5'/3 Arbeitsstunden. Diese 1”/, Ellen oder 5'/; Arbeitsstunden lösen sich
auf in das capital constant des Webstuhlfabrikanten und das Gesamt-
produkt des Spinnmaschinenfabrikanten, die eine Person sein sollen.

Von den 8 Ellen, die das capital constant des Webers ersetzen, werden
also konsumiert 2 Ellen = 6 sh. = 6 Std. vom Spinner und ?/z Ellen (2 sh.
= 2 Arbeitsstunden) vom Webstuhl- etc. -fabrikanten.

Es bleibt uns also Rechenschaft abzulegen für 8 — 2?/, Ellen = 5}/, Ellen
(= 16h. = 16 Arbeitsstd.). Diese restierenden 5t/, Ellen = 16sh. = 16 Ar-
beitsstunden lösen sich auf wie folgt: Wir nehmen an, daß in den 4 Ellen,
die das capital constant des Spinners, also die Elemente seines Garns re-
präsentieren, 3/4 gleich Flachs und !/, gleich Spinnmaschine, (andrerseits

* Verschleiß - ? in der Handschrift: oder


in die %/, Ellen des Maschinisten, die Holz, Eisen, Kohle etc., kurz, die
Elemente seiner Maschine repräsentieren, sei 2/3 von dem Rohmaterial von
Maschine und !/, von Arbeit zugesetzt). Die Elemente der |]287| Spinn-
maschine wollen wir nachher zugleich berechnen mit dem capital constant
des Webstuhlmaschinisten. Beide seien dieselbe Person.

1286| Also noch einmal:

Gesamtprodukt capital constant De Konsumtion
Web
mn 12 Ellen Lein- 8 Ellen 12 Std. 12 Std, =
wand (36 sh.) (24 Std.) 12 sh. = 4 Ellen
(36 Arbeitsstd.) (24 sh.)
Von dem capital constant des Webers sei °/,; =
Garn und */, = Webstuhl (Produktionsmittel
überhaupt). Der Weber zahit also 6 Ellen an
den Spinner oder 18 Std. und 2 Ellen oder
6 Stunden an den Maschinisten etc,
Spinner | Maschinist
Gesamt- capital zugesetzte Konsum- Gesant- capital zugesetzie Konsum-
produkt constant Spinnarbeit tion produkt constant Arbeit tion
6 Ellen 4 Ellen 2 Ellen 2 Ellen= 2 Ellen ; Ellen */,Ellen JR Ellen
18 sh. 12 sh. 6 sh. 2 sh. 6 sh.
18 Std. 12 Std. 6 Std. 6 Std.

Von den 4 Ellen, die das capital constant des Spinners ersetzen, lösen
sich also ?/, = 3 Ellen in Flachs auf. Im Flachs nun ist ein bedeutender Teil
des capital constant, das in seiner Produktion angewandt wird, nicht wieder
zu ersetzen; denn bereits vom Flachsbauer selbst in der Form von Samen,
Dünger, Viehfutter, Vieh etc. dem Boden wiedergegeben. In den Teil sei-
nes Produkts also, das er verkauft, nur einzurechnen als capital constant
das dechet seiner Arbeitswerkzeuge etc. Hier müssen wir die zugesetzte
Arbeit auf wenigstens ?/, anschlagen und das zu ersetzende capital constant
auf höchstens !/,.


Also:

Gesamtprodukt capital constant Ackerbauarbeit konsumierbar
Hlachs 3 Ellen I Elle 2 Ellen 2 Ellen

9 sh. 3 sh. 6 sh. 6 sh.

9 Arbeitsstd. 3 Arbeitsstd. 6 Arbeitsstunden 6 Arbeitsstd.

Es bleiben uns also noch zu berechnen:

I Elle (3 sh., 3 Arbeitsstd.) = dem capital constant des Flachsbauers;

1!/, Elle (4 sh., 4 Arbeitsstd.) = dem capital constant für den Webstuhl.

Endlich I Elle (3 sh., 3 Arbeitsstd.) für das Gesamtprodukt, das in der
Spinnmaschine enthalten.

Zunächst also das vom Maschinisten für die Spinnmaschine Verzehr-
bare abzuziehn:

Maschinenarbeit

Gesamtprodukt capital constant zugesetzte Arbeit konsumierbar
Be I Elle 2/, Ellen 1/, Elle 1}, Elle

3 sh. 2 sh. 1 sh. 1 sh.

3 Arbeitsstd. 2 Arheitsstd, 1 Arbeitsstd. 1 Arbeitsstd.

Ferner die Ackerbaumaschine, das capital constant des Flachsbauers, auf-
zulösen in seinen konsumierbaren etc. Teil:

Gesamtprodukt capital constant Mascbinenarbeit konsumierbar
Bear 1 Elle 2/, Ellen 3], Elle %]; Elle
au: 3 sh. 2 sh. 1 sh. 1 sh.
3 Arbeitsstd. 2 Arbeitsstd. 1 Arbeitsstd. 1 Arbeitsstd.

Nehmen wir also den Teil des Gesamtprodukts zusammen, der sich in
Maschinerie auflöst, so sind es 2 Ellen für den Webstuhl, I Elle für die
Spinnmaschine, | Elle für die Ackerbaumaschine, zusammen 4Ellen (12 sh.,
12 Arbeitsstunden oder */s des Gesamtprodukts der 12 Ellen Leinwand).
Von diesen 4 Ellen verzehrbar vom Maschinisten am Webstuhl ?/, Elien,
an der Spinnmaschine !/,, an der Ackerbaumaschine ditto ?/,, zusammen
1?/; Ellen. Bleiben 2/3 Ellen, nämlich ?/3 capital constant für den Webstuhl,
®/, für die Spinnmaschine und ?/3 für die Ackerbaumaschine = 8/; = 22]s
Ellen (= 8 sh. = 8 Arbeitsstunden). Dieses also bildet das zu ersetzende
konstante Kapital des Maschinisten. Worin löst sich nun dies konstante
Kapital auf? Einerseits in sein Rohmaterial, Eisen, Holz, Riemen usw.
Andrerseits aber in den Teil seiner Arbeitsmaschine (die er selbst gebaut


haben mag), die er zum Maschinenbauen braucht und die sich abnutzt.
Nehmen wir an, daß das Rohmaterial ?/3 dieses konstanten Kapitals beträgt
und die maschinenbauende Maschine }/;. Dies letztere }/; später zu betrach-
ten. Die ?/; für Holz und Eisen |]288] betragen ?/; von den 22/3 Ellen oder
22/3 Ellen = 8/,Ellen = **/, Ellen. Davon ist!/; = ®/,. Also ?/; = 1*/, Ellen.

Nehmen wir also an, daß hier die Maschinerie !/, und die zugesetzte
Arbeit ?/; (da nichts für Rohmaterial), so ersetzen ?/; von den *%/, Ellen
zugefügte Arbeit und !/, davon Maschinerie. Bleiben also wieder für Ma-
schinerie !%/,, Ellen. Das konstante Kapital des Eisen-, Holzproduzenten,
kurz, der extraktiven Industrie besteht nur aus Produktionswerkzeugen,
was wir hier im allgemeinen Maschinerie nennen, nicht aus Rohmaterial.

Also ®/, Ellen für die maschinenbauende Maschine. !%/,, Ellen für die
Maschinerie, die der Eisen- und Holzproduzent aufnutzen. Also 2#/,,4+ 1%],
= %/ == 11/,, Ellen. Diese wären also wieder dem Maschinenbauer in
Rechnung zu bringen.

Maschinerie. */,, Ellen bilden den Ersatz für die maschinenbauende
Maschine. Diese aber löst sich wieder auf in Rohmaterial (Eisen, Holz etc.),
den Teil Maschinerie, der zum Bau der maschinenbauenden Maschine be-
nutzt wurde, und zugesetzte Arbeit. Also, wenn jedes der Elemente gleich
1/,,würden für zugesetzte Arbeit abgehn ®/,, Ellen, und es blieben !%/,, Ellen
für das in der maschinenbauenden Maschine zu ersetzende capital constant,
also ®/,, Ellen für Rohmaterial und ®/s, Ellen für den Ersatz des Wert-
bestandteils, der die zur Formung dieses Rohmaterials benützte Maschi-
nerie betrifft. (Zusammen !/,, Ellen).

Andrerseits die 1%/,, Ellen, die die Maschinerie des Eisen- und Holz-
produzenten ersetzen, lösen sich ebenfalls auf in Rohmaterial, Maschinerie

16
und zugesetzte Arbeit. Letztre = 1/,, so 37 23 16/,, Ellen, und das

capital constant in diesem Teil der Maschinerie löst sich auf in %/,, Ellen,
wovon 16/;, für Rohmaterial, 1%/,i das dechet der Maschinerie ersetzen.

Es blieben also in der Hand des Maschinisten als capital constant zum
Ersatz des dechets seiner Maschinerie ®/,, Ellen, womit er ersetzt das dechet
seiner maschinenbauenden Maschine, und 1$/,; Ellen für das dechet der
vom Eisen- und Holzproduzenten zu ersetzenden Maschinerie.

Andrerseits hatte er von seinem capital constant zu ersetzen ®/a, Ellen
für das Rohmaterial (das in der inaschinenbauenden Maschine enthalten)
und !6/gi für das Rohmaterial, das in Maschinen der Eisen- und Holzprodu-
zenten enthalten. Davon würden sich aber wieder ?/; in zugefügte Arbeit
auflösen und !/, in abgenützte Maschinerie. Also von den *gi + /gi

104 i Drittes Kapitel

26?/3
— %/,, für Arbeit bezahlt ?/,, also Zu .Es bliebe von diesem Rohmaterial,
z

1289| wieder für Maschinerie zu ersetzen —-—- n De 81 ® Ellen kehrten
also zum Maschinenbauer zurück.

Es befänden sich jetzt wieder in der Hand des Maschinisten: ®/,, Ellen
für den Ersatz des dechet der maschinenbauenden Maschine, */,, für das
dechet der vom Eisen- etc. -produzenten zu ersetzenden Maschinerie, und

131/;

3 für den Maschinerie ersetzenden Wertbestandteil im Rohmaterial,

Eisen etc.

Und so können wir in die Unendlichkeit weiterrechnen, mit immer
kleineren Fraktionen, aber ohne daß je die 12 Ellen Leinwand aufgehn.

Stellen wir kurz den bisherigen Gang unsrer Untersuchung zusammen.

Erst sagten wir, in den verschiednen Produktionssphären existiert ein
verschiednes Verhältnis zwischen der neuzugesetzten Arbeit (die teils das
capital variable, das in Arbeitslohn ausgelegt ist, ersetzt, teils den Profit, die
unbezahlte Surplusarbeit, bildet) und dem capital constant, dem diese Ar-
beit zugesetzt wird. Wir können aber ein Durchschnittsverhältnis anneh-
men, z.B. a - zugesetzte Arbeit, b - konstantes Kapital, oder annehmen,
daß das letztre sich im Durchschnitt zum ersteren verhalte = 2:1 = ?};:
!/s. Wenn dies in jeder Produktionssphäre des Kapitals sich so verhält,
hieß es weiter, so kann in einer bestimmten Produktionssphäre die zuge-
setzte Arbeit (Salair und Profit zusammen) immer nur !/, ihres eignen
Produkts kaufen, denn Salair und Profit zusammen bilden nur !/, der in
dem Produkt realisierten Gesamtarbeitszeit. Dem Kapitalisten gehören
allerdings auch die ?/, des Produkts, die sein capital constant ersetzen. Will
er die Produktion aber fortführen, so muß er sein capital constant ersetzen,
also */, seines Produkts in capital constant rückverwandeln. Dazu muß er
diese ?/s verkaufen.

Aber an wen? Das !/, des Produkts, das mit der Summe von Profit und
Salair gekauft werden kann, haben wir schon abgezogen. Stellte diese
Summe I Arbeitstag oder 12 Std. vor, so stellt der Teil des Produkts, dessen
Wert = dem capital constant, 2 Arbeitstage oder 24 Std. vor. Also nehmen
wir an, daß [das zweite] !/; des Produkts von Profit und Salair in einem and-
ren Produktionszweig und das letzte t/; wieder von Profit und Salair in
einem dritten Produktionszweig gekauft werden. Aber dann haben wir das
capital constant des Produkts I] nur mit Salair und Profit ausgetauscht, d.h.
gegen neuzugesetzte Arbeit, indem wir die ganze zugesetzte Arbeit des


Produkts II und des Produkts III in Produkt I konsumieren ließen. Von
den 6 Arbeitstagen, die in Produkt II und Ill enthalten, sowohl in neu-
zugefügter Arbeit wie in präexistierender, wurde keiner ersetzt, gekauft,
weder durch die in Produkt I noch durch die in Produkt II und Ill ent-
haltne Arbeit. So müßten wir wieder die Produzenten andrer Produkte ihre
ganze zugefügte Arbeit in Produkt II und III auslegen lassen usw. Schließ-
lich müßten wir bei einem Produkt x stillstehn, worin die zugefügte Arbeit
so groß wie das capital constant aller früheren Produkte; aber sein eignes
um ?/, größres capital constant wäre unverkaufbar. Das Problem wäre also
um keinen Punkt aus der Stelle gerückt. Beim Produkt x wie bei Produkt I
bliebe die Frage: An wen wird der Teil des Produkts verkauft", der das
capital constant ersetzt? Oder soll das dem Produkt zugefügte '/, neuer
Arbeit die im Produkt enthaltnen !/, neuer Arbeit + ?/, präexistierender
Arbeit ersetzen? Soll !/; = ?/z sein?

Also zeigte sich hier, daß das shifting? der Schwierigkeit von Produkt I
zu Produkt II etc., kurz, die Vermittlung durch den bloßen Warenaus-
tausch, nichts nützt.

1290| Wir hatten also die Frage anders zu stellen.

Wir nahmen an, 12 Ellen Leinwand = 36 sh. = 36 Arbeitsstunden
seien ein Produkt, worin 12 Arbeitsstunden oder I Arbeitstag des Webers
enthalten (notwendige Arbeit und Surplusarbeit zusammen, also = Summe
des Profits und Salairs), 2/3 aber den Wert des in der Leinwand enthaltnen
capital constant, Garn und Maschinerie etc. vorstellen. Wir nahmen ferner
an, um die Zuflucht zu Ausflüchten und Zwischentransaktionen abzu-
schneiden, die Leinwand sei derart, daß sie nur für die individuelle Kon-
sumtion bestimmt sei, also nicht etwa wieder den Rohstoff eines neuen Pro-
dukts bilde. Wir nahmen damit an, daß sie ein Produkt sei, das von Salair
und Profit bezahlt werden, sich gegen Revenue austauschen muß. Um end-
lich zu vereinfachen, unterstellen wir, daß kein Teil des Profits sich wieder
in Kapital verwandelt, sondern daß der ganze Profit in Revenue ausgelegt
wird.

Was die ersten 4 Ellen betrifft, das erste 1/3 des Produkts, = den 12 von
dem Weber zugefügten Arbeitsstunden, so sind wir rasch damit fertig. Sie
lösen sich in Salair und Profit auf; ihr Wert ist so groß wie der Wert der
Summe von Profit und Salair des Webers. Sie werden also von ihm und seinen
Arbeitern selbst konsumiert. Diese Lösung für die 4 Ellen ist absolut. Denn
werden Profit und Salair nicht in Leinwand, sondern einem andren Produkt

* In der Handschrift: ersetzt — * Verschieben


konsumiert, so dies nur, weil die Produzenten eines andren Produkts den
von ihnen selbst konsumierbaren Teil desselben in Leinwand statt in ihrem
eignen Produkt konsumieren. Werden von den 4 Ellen Leinwand z.B. nur
! Elle von dem Leinweber selbst konsumiert, 3 Ellen aber in Fleisch, Brot,
Tuch, so ist nach wie vor der Wert der 4 Ellen Leinwand von den Lein-
webern selbst verzehrt, nur daß sie ®/; dieses Werts in der Form andrer
Waren konsumierten, während die Produzenten dieser andren Waren die
von ihnen als Salair und Profit konsumierbaren Fleisch, Brot, Tuch in der
Form Leinwand konsumiert haben. {Hier, wie bei dieser ganzen Uhter-
suchung, natürlich immer unterstellt, daß die Ware sich verkauft und zu
ihrem Wert verkauft.)

Aber jetzt kommt das eigentliche Problem. Das capital constant des
Webers existiert jetzt in der Form von 8 Ellen Leinwand = 24 Arbeits-
stunden = 24 sh.); er muß, will er die Produktion fortsetzen, diese 8 Ellen
Leinwand in Geld, 2 /., verwandeln und mit diesen 2 /. die auf dem Markt
befindlichen, neuproduzierten Waren kaufen, aus denen sein capital con-
stant besteht. Um die Frage zu vereinfachen, angenommen, daß er seine
Maschinerie nicht in einem Umkreis von Jahren ersetzt, sondern daß er
täglich aus dem Erlös seines Produkts in natura den Teil der Maschinerie
zu ersetzen habe, der gleich ist dem täglich vernichteten Teil des Werts der
Maschinerie. Er muß den Teil des Produkts, der gleich dem Wert des in
ihm konsumierten capital constant, ersetzen durch die Elemente dieses capi-
tal constant oder durch die gegenständlichen Produktionsbedingungen sei-
ner Arbeit. Andrerseits geht sein Produkt, die Leinwand, nicht ein als Pro-
duktionsbedingung in irgendeine andre Produktionssphäre, sondern in die
individuelle Konsumtion. Er kann den Teil seines Produkts, der sein capital
constant repräsentiert, also nur ersetzen, indem er es gegen Revenue aus-
tauscht oder gegen den Wertteil des Produkts der andren Produzenten, der
sich in Salair und Profit, hinc! in neuzugesetzte Arbeit auflöst. So ist das
Problem in seiner richtigen Form gestellt. Es fragt sich nur, unter welchen
Bedingungen es lösbar?

Eine Schwierigkeit, die sich bei unsrer ersten Auffassung ergab, ist jetzt
teilweis schon beseitigt. Obgleich in jeder Produktionssphäre die zugesetzte
Arbeit =!/,, das capital constant nach der Annahme =?/,, so ist dies !/z
zugesetzte Arbeit oder die Wertsumme der Revenue (der Salaire und Pro-
fite; von dem Teil des Profits, der sich wieder in Kapital verwandelt, wird
hier, wie schon zuvor bemerkt, abstrahiert) nur verzehrbar in den Produk-

1 daher


ten der Industriezweige, die unmittelbar für die individuelle Konsumtion
arbeiten. Die Produkte aller andren Industriezweige können nur als Kapital
verzehrt werden, nur in die industrielle Konsumtion eingehn.

1291| Das capital constant, repräsentiert durch die 8Ellen (= 24 Std.
= 24 sh.), besteht aus Garn (Rohstoff) und Maschinerie. Sagen wir ?/i Roh-
stoff und !/; Maschinerie. (Unter den Rohstoff können hier außerdem alle
materiaux instrumentaux! gezählt werden wie Öl, Kohle etc., doch bleibt
dies der Vereinfachung wegen besser ganz weg.) Das Garn würde kosten
18 sh. oder 18 Arbeitsstunden = 6 Ellen; die Maschinerie 6 sh. = 6 Arbeits-
stunden=2 Ellen.

Kauft der Weber also mit seinen 8 Ellen für 6 Ellen Garn und für 2 Ellen
Maschinerie, so hätte er mit seinem capital constant von 8 Ellen nicht nur
das capital constant des Spinners und des Webstuhlfabrikanten gedeckt,
sondern auch die von ihnen neuzugefügte Arbeit. Ein Teil von dem, was als
capital constant des Webers erscheint, stellt sich also als neuzugesetzte Ar-
beit auf Seite des Spinners und Maschinisten dar und löst sich daher für sie
nicht in Kapital, sondern in Revenue auf.

Von den 6 Ellen Leinwand kann der Spinner !/3,=2 Ellen selbst ver-
zehren (= neuzugesetzter Arbeit, Profit und Salair). Aber 4 Ellen ersetzen
ihm nur Flachs und Maschinerie. Also sage 3 Ellen für Flachs, I Elle für
Maschinerie. Die muß er weiterzahlen. Von den 2 Ellen kann der Maschinist
2/, Ellen selbst verzehren; aber */3 ersetzen ihm nur Eisen und Holz, kurz,
Rohmaterial und zum Bau der Maschine angewandte Maschinerie. Also
sage, von den */, Ellen I Elle für Rohmaterial und !/, Elle für Maschinen.

Wir haben bisher von den 12 Ellen konsumiert: I. 4 für den Weber,
2. [2] für den Spinner und 3. ?/; für den Maschinisten; zusammen 6?],.
Bleiben also zu berechnen 51/3. Und zwar lösen sich diese 51/3 auf wie folgt:

Der Spinner hat zu ersetzen von dem Wert von 4 Ellen 3 für Flachs,
I für Maschinerie.

Der Maschinist hat zu ersetzen von dem Wert von */3 Ellen I für Eisen
etc., 1/3 für Maschinerie (die von ihm selbst im Maschinenbau benutzte).

Die 3 Ellen für Flachs werden also von dem Spinner an den Flachsbauer
gezahlt. Bei diesem findet aber die Eigentümlichkeit statt, daß I Teil seines
capital constant (nämlich Samen, Dünger etc., kurz, alle Produkte der Erde,
die er der Erde wiedergibt) gar nicht in Zirkulation tritt, also von dem Pro-
dukt, das er verkauft, nicht abgezogen zu werden braucht; dies Produkt viel-
mehr bloß zugesetzte Arbeit ausdrückt und sich daher bloß in Salair und

3 Hilfsstoffe


Profit auflöst (außer dem Teil, der Maschinerie, künstlichen Dünger etc.
ersetzt). Nehmen wir also wie bisher an, daß */; des Gesamtprodukts zu-
gesetzte Arbeit, so würde I Elle von den 3 unter dieser Kategorie abgehn.
Nehmen wir für die 2 andren Ellen wie früher '/, für Maschinerie, so wären
das ?/, Ellen. Die andren $/, dagegen wären ebenfalls für zugesetzte Arbeit,
da in diesem Teil des Produkts des Flachsbauers kein konstantes Kapital
enthalten ist, das er früher schon abgezogen hat. Also gingen bei dem Flachs-
bauer für Salair und Profit ab 2?/, Ellen. Es blieben für Maschinerie zu er-
setzen ?/, Ellen. (Von den 5!/, Ellen, die wir zu konsumieren hatten, gingen
also ab 22/, 5/1 — 1a = 2012 = 2°], Ellen).) Diese letzten ?/, Ellen wären
also von dem Flachsbauer anzuwenden, um Maschinerie zu kaufen.

Die Rechnung des Maschinisten stünde jetzt so: Er hat von dem capital
constant für den Webstuhl I Elle für Eisen etc. ausgegeben; ?/z Elle für die
Abnützung der maschinenbauenden Maschine in der Produktion des Web-
stuhls.

Ferner kauft aber der Spinner vom Maschinisten für I Elle Spinn-
maschine und der Flachsbauer für ?/; Ellen Ackergerät. Von diesen ®/, Ellen
hat der Maschinist 1/, zu konsumieren für zugesetzte Arbeit und ?/; für das
in der Spinnmaschine und dem Ackergerät ausgelegte capital constant zu
verausgaben. ®/; sind aber="®/.. Also $/1, Ellen hätte der Maschinist |]292|
wieder zu verzehren, 1/1, oder I Elle in capital constant aufzulösen. (Von
den 25/, noch nicht konsumierten Ellen geht also/, Elle ab. Bleibt "*/, Ellen,
oder 22/,, oder 2!/, Ellen.)

Von dieser Elle hätte der Maschinist ?/; in Rohmaterial, Eisen und Holz
etc. auszulegen, ?/, zum Ersatz sich selbst für die maschinenbauende Ma-
schine zu zahlen.

Die Gesamtrechnung stünde also Jetzt so:

Für den Webstuhl: / Elle Rohmaterial, !/; Elle für Abnutzung

seiner eignen Maschinerie
Konstantes Kapital des

Maschinisten Für Spinnmaschine und Ackerbaugerät: ?/, Ellen Rohmaterial,

1/, Elle für Abnutzung seiner eignen Maschinerie

Hence? = 1?/, Ellen für Rohmaterial; 1/3; + */, für Abnutzung
seiner eignen Maschinerie \

Die 1?/, Ellen oder ”/, Ellen kaufen also vom Eisen- und Holzfabrikanten
Eisen und Holz zu diesem Wert. ?/= *}/ja. Aber hier neue Frage. Bei dem

! Demnach


Flachsbauer ging das Rohmaterial, dieser Teil des capital constant, nicht in
sein verkauftes Produkt ein, weil es bereits abgezogen war. Hier müssen wir
das ganze Produkt auflösen in zugesetzte Arbeit und Maschinerie. Nähmen
wir selbst an, daß hier die zugesetzte Arbeit = ?/, des Produkts, die Maschi-
nerie =!/,, so wären verzehrbar %//,. Und es bliebe als capital constant ”/ia
für Maschinerie. Diese 7/}, würden zum Maschinisten zurückkehren.

Der Rest der 12 Ellen bestünde also aus !/3 + /, Ellen, die der Maschi-
nist sich für Abnutzung seiner eignen Maschinerie zu zahlen hätte, und aus
?/\g Ellen, die ihm der Eisen- und Holzfabrikant für Maschinerie retourniert.
Also + at) + ie". Dazu die vom Eisen- und Holzfabrikant
retournierten ?/i2. (Zusammen = fa = 1}/).

Die Maschinerie und Arbeitsinstrumente des Eisen- und Holzfabrikan-
ten missen ganz so gut vom Maschinisten gekauft werden als die des
Webers, Spinners und Flachsbauers. Also von den ?/s Ellen sei 1/3 ?ia

zugesetzte Arbeit. Diese ?/]3 Ellen können also noch konsumiert werden,
Die übrigen ?/ia (eigentlich * ja und 5 ‚ aber so genau kommt’s nicht an)

stellen das in der Axt des Holzhauers und der Maschine des Eisenfabri-
kanten enthaltne capital constant vor, ?/, gleich Roheisen, Holz etc. und ?/,
= abgenutzter Maschinerie. (Bleiben von den 5 Ellen !?/;, Ellen, oder
I Elle= 3 Arbeitsstunden = 3 sh.) Also von der | Elle?/, Elle zur Ersetzung
der maschinenbauenden Maschine und ?/, Ellen für Holz, Eisen etc.

Also für dechet der maschinenbauenden Maschine 7/5 Ellen + !/, Elle
= hot a ="9/ia Ellen. Andrerseits die ?/, Ellen für Holz und Eisen wäre
es nun ganz nutzlos wieder in ihre Bestandteile aufzulösen und einen Teil
davon wieder dem Maschinisten zu retournieren, der einen Teil davon wie-
der dem Eisen- ||293] und Holzfabrikanten retourniert. Es bliebe immer ein
Rest und progressus in infinitum!.

### [c) Austausch von Kapital gegen Kapital
zwischen den Produzenten von Produktionsmitteln.

Jährliches Produkt der Arbeit und das Produkt
jährlich neuzugesetzter Arbeit]

Nehmen wir also die Sache, wie sie Jetzt steht.
10/goder °/,Ellen Wert hat der Maschinist sich selbst in der abgenutzten
Maschine zu ersetzen.

! Fortschreiten ins Unendliche


3/, oder°/1z Ellen stellen soviel Wert an Holz und Eisen vor. Der Maschi-
nist hat sie dem Eisen- und Holzfabrikanten gegeben, um sein Rohmaterial
zu ersetzen. !P/\, Ellen oder 1/13 Elle halten wir als Residuum.

“Die 5/, Ellen, die der Maschinist als Residuum behält, zum Ersatz seines
dechet = fe sh. = Je Arbeitsstunden, also = 2 oder 21), sh., oder
21/, Arbeitsstunden. Für diesen Wert kann der Maschinist keine Leinwand
annehmen; er müßte sie selbst wieder verkaufen, um mit den 2}/, sh. das
dechet seiner Maschinerie zu ersetzen, in einem Wort, neue maschinen-
fabrizierende Maschinen zu fabrizieren. Aber an wen verkaufen? Produ-
zenten andrer Produkte? (außer Eisen und Holz?) Aber diese Produzenten
haben alles in Leinwand verzehrt, was sie darin verzehren können. Aus-
tauschbar gegen andre Produkte (außer den in ihrem capital constant ent-
haltnen oder der Arbeit, worin sich dies Kapital auflöst) sind nur die 4Elllen,
die das Salair und Profit des Webers bilden. Und diese haben wir bereits in
Rechnung gebracht. Oder soll er Arbeiter damit zahlen? Aber wir haben
bereits alles von seinen Produkten abgezogen, was die Arbeit daran zusetzt,
und es alles in Leinwand konsumieren lassen.

Um der Sache eine andre Form zu geben:

Der Weber hat zu ersetzen für Maschine = 2Ellen = 6 sh. = 6 Arbeitsstunden
Der Spinner ditto ditto — | = 3 sh. = 3 Arbeitsstunden
Der Flachsbauer ditto ditto —=.2]; = IY/ysh. = 1!/, Arbeitsstunden
Der Eisen- und Holzproduzent ditto = = P/ysh. = 1°], Arbeitsstunden

Summa der in Maschinerie ausgelegten
Ellen oder des Teils des Werts der Leinwand,
der aus Maschinerie besteht

I

4l/yg Ellen= 12!/, sh. = 12!/, Arbeitsstd.

Von diesen 4/ja Ellen (= 12%/, sh.= 12"/, Arbeitsstd.) wären ?/; für
Rohmaterial, Arbeit, ?/; für capital constant. Also ®/3, Y/s, für Arbeit (Profit
und Salair) = 1Y/; + /,,= 1®ios Ellen werden verzehrt.

Um die Rechnung zu vereinfachen, sage 4 Ellen = 12 sh.= 12 Arbeits-
stunden. Davon für Arbeit (Profit und Salair) /,=%/, Ellen = 1!/; Ellen.

Blieben für capital constant 22/3. Davon ?/, für Rohmaterial, !/, für
dechet der Maschinerie. 22/;= = *i2. Davon Yi = ®i2.

Diese ®/; Ellen für dechet der Maschinerie alles, was auf dem Buckel
des Maschinisten bleibt. Denn */is oder 2 Ellen zahlt er für den Rohstoff
an den Eisen- und Holzfabrikanten. -

1294| Es ist nun falsch, die Eisen- und Holzfabrikanten wieder für Ma-
schinerie zu belasten, da alles, was sie an Maschinerie zu ersetzen haben,
nämlich ?/s Ellen, bereits dem Maschinisten in Rechnung gebracht ist.


Unter sein Item ist die ganze Maschinerie, die sie zur Produktion von Eisen
und Holz brauchen, bereits eingerechnet, kann also nicht zum zweitenmal
in Rechnung kommen. Die schließlichen 2 Ellen für Eisen und Holz (das
Residuum von 28/15) lösen sich also rein in Arbeit auf, da hier kein Rohstoff,
können also in Leinwand konsumiert werden.

Das ganze Residuum, was also bleibt, sind ®/i, Ellen oder ?/, Ellen für
dechet der vom Maschinisten angewandten Maschinerie.

Das ganze Problem ist zum Teil dadurch gelöst worden, daß der Teil des
capital constant des Ackerbauers, der sich nicht selbst in neuzugesetzte
Arbeit auflöst oder in Maschinerie, gar nicht zirkuliert, sondern schon ab-
gezogen wird, in seiner eignen Produktion sich selbst ersetzt, also auch, mit
Abzug der Maschinerie, sein ganzes zirkulierendes Produkt sich in Salair
und Profit auflöst, daher in Leinwand konsumiert werden kann. Dies war
ein Teil der Auflösung.

Der andre Teil bestand darin, daß das, was in einer Produktionssphäre
als capital constant erscheint, in den andren Produktionssphären als wäh-
rend desselben Jahrs zugesetzte neue Arbeit erscheint. Das, was in der Hand
des Webers als capital constant erscheint, löst sich zum großen Teil in
Revenue des Spinners, Maschinisten, Flachsbauers und Eisen- und Holz-
produzenten auf (des Kohlengräbers etc. Doch der Vereinfachung halber
dies nicht hereingebracht). (Dies ist so klar, daß z.B., wenn derselbe Fabri-
kant spinnt und webt, sein capital constant kleiner erscheint als das des
Webers und die von ihm zugesetzte Arbeit größer, d.h. der Teil seines
Produkts, der sich in zugesetzte Arbeit, Revenue, Profit und Salair, auf-
löst. So war beim Weber die Revenue =4 Ellen = I2 sh.; das capital con-
stant = 8 Ellen = 24 sh. Spinnt und webt er zugleich, so ist seine Revenue
= 6 Ellen. Sein capital constant = 6 Ellen ditto; nämlich 2 Ellen = Web-
stuhl, 3 Ellen Flachs und I Elle Spinnmaschine.)

Drittens aber bestand die bis jetzt gefundne Auflösung darin, daß alle
Produktionsprozesse, die nur Rohstoff oder Produktionsmittel für das Pro-
dukt liefern, das schließlich in die individuelle Konsumtion eingeht, ihre
Revenue, Profit und Salair, die neuzugesetzte [Arbeit], nichtin ihrem eignen
Produkt, sondern den Wertteil dieses Produkts, der sich in Revenue auflöst,
nur in dem konsumierbaren Produkt verzehren können oder, was dasselbe,
gegen konsumierbares Produkt andrer Produzenten zu demselben Wert-
betrag [austauschen müssen]. Ihre neuzugesetzte Arbeit geht als Wert-
bestandteil in das schließliche Produkt ein, wird aber nur in ihm konsu-
miert, während es seinem Gebrauchswert nach in demselben als Rohstoff
oder aufgezehrte Maschinerie enthalten ist.


Der Teil des Problems, der also noch zu lösen bleibt, hat sich darauf
reduziert: Was wird aus den ?/, Ellen für das dechet nicht der angewandten
Arbeitsmaschinen, denn diese lösen sich auf in neue Arbeit, nämlich neue
Arbeit, die dem Rohmaterial, das als solches selbst kein kostendes Roh-
material hat, die Form neuer Maschinerie gibt, sondern aus dem dechet der
maschinenbauenden Maschine des Maschinisten? Oder in andrer Form:
Unter welchen Bedingungen kann dieser Maschinist die ?/; Ellen=2 sh.
—2 Arbeitsstunden in Leinwand konsumieren und zugleich seine Maschi-
nerie ersetzen? Dies ist die wahre Frage. Das fact findet statt. Es findet
notwendig statt. Also Problem: Wie erklärt sich dies Phänomen?

1295| Den Teil des Profits, der sich in neues Kapital verwandelt (also
sowohl zirkulierendes wie fixes, variables wie konstantes Kapital) lassen wir
hier ganz außer acht. Er hat mit unsrem Problem nichts zu tun, denn hier
wird das neue variable Kapital sowohl wie das neue konstante durch neue
Arbeit (einen Teil der Surplusarbeit) geschaffen und ersetzt.

Diesen case! also beiseite gesetzt, wird die Summe der zugesetzten neuen
Arbeit, des Jahres z.B., = der Summe des Profits und Salairs [sein], i.e. =
der Summe der jährlichen Revenue, ausgegeben in Produkten, die in die
individuelle Konsumtion eingehn, wie Nahrung, Kleidung, Feurung, Woh-
nung, Möbel etc.

Die Summe dieser in die Konsumtion eingehenden Produkte ist dem
Wert nach = der Summe der jährlich zugesetzten Arbeit (der Wertsumme
der Revenue). Dies Arbeitsguantum muß = sein der Summe der in diesen
Produkten enthaltnen Arbeit, zugesetzter und präexistierender. Es muß in
diesen Produkten nicht nur die neuzugesetzte Arbeit, sondern auch das in
ihnen enthaline konstante Kapital gezahlt werden. Ihr Wert ist also = der
Summe der Profite und Salaire. Wenn wir die Leinwand als Beispiel neh-
men, so repräsentiert uns die Leinwand die Summe der in die individuelle
Konsumtion jährlich eingehenden Produkte. Diese Leinwand muß nicht
nur dem Wert gleich sein aller ihrer Wertelemente, sondern ihr ganzer Ge-
brauchswert muß verzehrbar sein von den verschiednen Produzenten, die
sich in sie teilen. Ihr ganzer Wert muß sich in Profit und Salair auflösen
lassen, d.h. in neuzugesetzte jährliche Arbeit, obgleich sie aus zugesetzter
Arbeit und konstantem Kapital besteht.

Dies erklärt sich zum Teil, wie gesagt, daraus:

Erstens: Ein Teil des capital constant, der zur Produktion der Leinwand
‚erfordert ist, geht nicht in sie ein, weder dem Gebrauchswert nach noch dem


Tauschwert nach. Es ist dies der Teil des Flachses, der sich in Samen etc.
auflöst; der Teil des konstanten Kapitals! des Ackerbauprodukts, der nicht
in Zirkulation tritt, sondern direkt oder indirekt der Produktion, der Erde,
wiedergegeben wird. Dieser Teil ersetzt sich selbst, braucht also nicht von
der Leinwand zurückgezahlt zu werden. {Ein Bauer mag seine ganze Ernte,
sage 120 qrs., verkaufen. Dann muß er aber von einem andren Bauer z.B.
12 qrs. Samen kaufen, und dieser hat dann von seinen 120 qrs. statt 12 qrs.
24 aqrs., statt Y/jo, 1/, von seinem Produkt als Samen zu verwenden. Nach
wie vor sind von den 240 qrs. 24 qrs. als Samen der Erde zurückgegeben.
Allerdings macht dies einen Unterschied in der Zirkulation. Im ersten Fall,
wo jeder !/1, abzieht, treten in Zirkulation 216 qrs. Im zweiten Fall treten
in Zirkulation 120 qrs. von dem ersten und 108 qrs. von dem zweiten, also
228 qrs. An den wirklichen Konsumenten kommen nach wie vor nur 216 qrs.
Hier also schon ein Beispiel, daß die Summe der Werte zwischen dealers
und dealers größer ist als die Summe der Werte zwischen dealers und con-
sumers.?]} (Dieselbe Differenz ferner in allen Fällen, wo ein Teil des Profits
sich in neues Kapital verwandelt, ferner die Transaktionen zwischen dealers
und dealers sich über viele Jahre erstrecken etc.)

Dieser Teil des zur Produktion der Leinwand [erheischten konstanten
Kapitals], d.h. der konsumablen Produkte, hat also einen bedeutenden Teil
des zu ihrer Produktion erheischten konstanten Kapitals nicht zu ersetzen.

Zweitens. Ein großer Teil des in der Leinwand, d.h. dem jährlichen
konsumablen Produkt, erheischten capital constant erscheint auf einer Stufe
als capital constant, auf der andren als neuzugesetzte Arbeit und löst sich
daher in der Tat in Profit und Salair, Revenue für den einen auf, während
dieselbe Wertsumme als Kapital für den andren erscheint. So ein Teil des
capital constant [des Webers] in der Arbeit des Spinners etc.

296] Drittens. In allen den Zwischenprozessen, die nötig sind, bis das
konsumable Produkt hergestellt ist, geht von den Produkten, außer dem
Rohstoff und einigen materiaux instrumentaux, ein großer Teil nie in den
Gebrauchswert, sondern nur. als Wertbestandteil in das konsumierbare Pro-
dukt ein, wie Maschinerie, Kohle, Öl, Talg, Riemen etc. In jedem dieser
Prozesse, die in der T’at immer nur das konstante Kapital für die nächste
Stufe produzieren - soweit sie durch Teilung der gesellschaftlichen Arbeit
als besondre Geschäftszweige erscheinen -, löst sich das Produkt jeder Stufe
auf in einen Teil, der neuzugesctzte Arbeit darstellt (sich in Profit und Salair .
und unter der obigen gemachten Klausel?! in Revenue auflöst) und in

2 In der Handschrift: Teils


einen andren Teil, der den Wert des konsumierten capital constant vertritt,
Es ist also klar, daß in jeder dieser Produktionssphären auch nur der Teil des
Produkts von seinem eignen Produzenten verzehrt werden könnte, der sich
in Salair und Profit auflöst, der übrigbleibt nach Abzug der Produkten-
masse gleich dem Wert des in ihnen enthaltnen capital constant. Aber keiner
dieser Produzenten verzehrt irgendeinen Teil dieser Produkte der Vorstufe,
der Produkte aller der Stufen, die in der Tat nichts als capital constant für
eine weitre Stufe produzieren.

Obgleich also das schließliche Produkt - die Leinwand, die alle kon-
sumablen Produkte repräsentiert - aus neuzugesetzter Arbeit und capital
constant besteht, die letzten Produzenten dieses konsumablen Produkts also
nur den Teil desselben verzehren können, der sich in letztzugesetzte Arbeit,
in die Summe der Salaire und Profite, in ihre Revenue auflöst, so verzehren,
realisieren alle Produzenten von konstantem Kapital ihre neuzugesetzte
Arbeit nur in dem konsumablen Produkt. Obgleich dies also aus zugesetzter
Arbeit und capital constant besteht, besteht sein Kaufpreis - außer dem
Teil seines Produkts = dem Quantum der letztzugesetzten Arbeit - aus der
Gesamtquantität aller in der Produktion seines capital constant zugesetzten
Arbeit. Sie realisieren alle ihre zugesetzte Arbeit, statt in ihrem eignen Pro-
dukt, in dem konsumablen - so daß es soweit dasselbe ist, als ob es nur aus
Salair und Profit, aus zugesetzter Arbeit bestünde.

Von dem konsumablen Produkt, der Leinwand (der Austausch der kon-
sumablen Produkte unter sich und die Verwandlung der Waren vorher in
Geld ändern nichts an der Sache), ziehn die Produzenten, aus deren Sphäre
es finished! hervorgeht, selbst den Teil des Produkts ab, der gleich ihrer
Revenue, = der letzt von ihnen zugesetzten Arbeit, = der Summe der
Salaire und Profite. Mit dem andren Teil des konsumablen Produkts zahlen
sie den Wertbestandteil der Produzenten, die ihnen zunächst ihr capital
constant liefern. Dieser ganze Teil ihres konsumablen Produkts deckt also
den Wert der Revenue und des konstanten Kapitals der nächsten Produ-
zenten dieses konstanten Kapitals. Diese halten aber nur den Teil des kon-
sumablen Produkts, dessen Wert = ihrer Revenue. Mit dem andren zahlen
sie wieder die Produzenten ihres konstanten Kapitals, = Revenue + kon-
stantem Kapital. Die Rechnung kann aber nur aufgehn, wenn mit dem letzten
Teil der Leinwand, des konsumablen Produkts, nur Revenue, neuzugesetzte

«Arbeit, nicht konstantes Kapital zu ersetzen ist. Denn die Leinwand geht
der Voraussetzung nach nur in die Konsumtion ein und bildet nicht wieder
das konstante Kapital einer andren Produktionsphase.

! fertig


Für einen Teil des Ackerbauprodukts dies bereits nachgewiesen.

Überhaupt sind es nur die als Rohstoff in das Schlußprodukt eingehnden
Produkte, von denen gesagt werden kann, daß sie als Produkte konsumiert
werden. Die andren gehn nur als Wertbestandteile in das konsumable Pro-
dukt ein. Das konsumable Produkt wird von der Revenue gekauft, also von
Salair und Profit. Die Summe seines Werts muß also in Salair und Profit,
d.h. in die in allen seinen Stufen zugesetzte Arbeit, auflösbar sein. Es fragt
sich nun, existiert außer dem Teil des Agrikulturprodukts, der von dem.
Produzenten selbst der | Produktion wiedergegeben wird, Samen, Vieh,
Dünger etc., noch ein andrer Teil des konstanten Kapitals, der nicht als
Wertbestandteil in das konsumable Produkt eingeht, sondern im Prozeß der
Produktion selbst sich in natura ersetzt?

Es kann hier natürlich vom capital fixe in allen Formen nur soweit die
Rede sein, als sein Wert selbst in die Produktion eingeht und konsumiert:
wird.

Außer in der Agrikultur (darunter Viehzucht, Fischzucht, (wo Reproduk-
tion künstlich betrieben), Holzzucht, (wo Reproduktion) etc.) - also außer
für alle Rohstoffe der Kleidung, eigentlichen Nahrungsmittel und großen.

‘ Teil der in das industrielle capital fixe eingehnden Produkte, wie Segel,
Seile, Riemen etc. - in der Produktion der Minen, Gruben zum Teil Er-
setzen des capital constant in natura aus dem Produkt, so daß der in die
Zirkulation eingehnde Teil diesen Teil des capital constant nicht zu ersetzen
hat. Z.B. in der Kohlenproduktion wird ein Teil der Kohle benutzt, um die
Dampfmaschine in Bewegung zu setzen, die Wasser auspumpt oder Kohlen
hervorzieht.

Der Wert des jährlichen Produkts also teilweise = dem Teil der in Kohle
präexistierenden und in der Kohlenproduktion konsumierten Arbeit, teil-
weise = dem Quantum zugesetzter Arbeit (von dem dechet der Maschinerie
etc. abgesehn). Von dem Gesamtprodukt wird aber der in Kohle selbst be-
stehende Teil des capital constant direkt abgezogen und der Produktion
wiedergegeben. Niemand hat diesen Teil dem Produzenten zu ersetzen,
da er ihn sich selbst ersetzt. Ist die Produktivität der Arbeit weder gefallen
noch gestiegen, so ist auch der Wertteil, den dieser Teil des Produkts vor-
stellt, unverändert geblieben, = einem bestimmten aliquoten Teil des im
Produkt existierenden, teils als präexistierendes, teils im Jahr zugesetzten,
Arbeitsquantums. Auch bei der sonstigen Minenindustrie zum Teil Er-
setzen des capital constant in natura,

Abfälle der Produkte, wie z.B. Baumwollabfälle etc., als Dünger wieder
dem Acker zugeführt oder zum Rohmaterial andrer Industriezweige

8*


gemacht, wiez.B. Leinwandlumpen [bei Herstellung] des Papiers. In solchen
Fällen, wie im ersten, kann der Teil des capital constant einer Industrie sich
direkt mit dem capital constant der andren austauschen. Z.B. Baumwolle
mit Baumwollabfall als Dünger.

Im allgemeinen aber Hauptunterschied zwischen Maschinenfabrikation
und Urproduktion (der Rohstoff!, Eisen, Holz, Kohlen) und den andren
Produktionsphasen: In den andren findet keine Wechselwirkung statt. Lein-
wand kann nicht Teil des capital constant des Spinners werden. Garn nicht
(als solches) des Flachsbauers oder des Maschinisten. Aber das Rohmaterial
der Maschine ist, außer solchen Agrikulturprodukten wie Riemen, Seilen
usw., Holz, Eisen, Kohle, während andrerseits die Maschinerie wieder als
Produktionsmittel in das capital constant des Holz-, Eisen-, Kohlenprodu-
zenten etc. eingeht. In der Tat also ersetzen sich beide einen Teil ihres
capital constant in natura. Es findet hier Austausch von capital constant
gegen capital constant statt.

Das bloße Berechnen ist hier nicht die Sache. Der Eisenproduzent be-
rechnet dem Maschinisten das d&chet der in der Eisenproduktion auf-
genutzten Maschinerie und der Maschinenfabrikant [dem Eisenproduzen-
ten] das dechet seiner im Maschinenbau aufgenutzten Mäschinerie. Laß den
Eisen- und Kohlenproduzenten eine Person sein. Erstens ersetzt er sich die
Kohle selbst, wie wir gesehn haben. Zweitens der Wert seines Gesamt-
produkts von Eisen und Kohle = dem Wert der zugesetzten Arbeit + der
in der aufgenutzten Maschinerie präexistierenden Arbeit. Von diesem Ge-
samtprodukt, nach Abzug des Eisenquantums, was den Wert der Maschi-
nerie ersetzt, bleibt das Eisenguantum, was sich in zugesetzte Arbeit auf-
löst. Der letztre Teil bildet das Rohmaterial der Maschinenfabrikanten,
Instrumentenmacher etc. Diesen letzten Teil zahlt ihm der Maschinen-
fabrikant mit Leinwand. Für den ersten liefert er ihm ersetzende Maschine.

Andrerseits der Teil des konstanten Kapitals des Maschinisten, der sich
in dechet seiner maschinenbauenden Maschine, Instrumente etc. auflöst -
also weder in Rohmaterial (hier abgesehn von der fin der Kohlen- und
Eisenproduktion] angewandten | Maschine und dem sich selbst er-
setzenden Teil der Kohle) noch in zugesetzte Arbeit, also weder in Salair
noch in Profit; dies dechet wird also faktisch ersetzt, indem der Maschinist
von seinen eignen Maschinen eine oder ein paar als maschinenbauende
Maschinen sich selbst aneignet. Dieser Teil seines Produkts löst sich bloß
in überschüssigen Bedarf von Rohmaterial auf. Denn er? repräsentiert nicht

% In der Handschrift folgt: u. d. Kohle - ? in der Handschrift: sie


neuzugesetzte Arbeit, da im Gesamtprodukt der Arbeit soviel Maschinen =
dem Wert der zugesetzten Arbeit, soviel Maschinen = dem Wert des Roh-
materials, soviel Maschinen = dem Wertbestandteil, der in der maschinen-
bauenden Maschine enthalten war. Dieser letzte Bestandteil enthält zwar in
der Tat zugesetzte Arbeit. Diese aber dem Wert nach = Zero!, da in dem
Teil der Maschine, der die zugesetzte Arbeit repräsentiert, nicht die im
Rohmaterial und der aufgenutzten Maschine enthaltne Arbeit gezählt ist;
in dem 2ten Teil, der das Rohmaterial ersetzt, nicht der Teil, der neue
Arbeit und Maschinerie ersetzt; also in dem 3ten Teil, dem Wert nach
betrachtet, weder zugesetzte Arbeit noch Rohmaterial enthalten ist, sondern
dieser Teil der Maschinen nur das dechet der Maschinerie darstellt.

Die Maschinerie des Maschinenfabrikanten selbst wird nicht verkauft.
Sie wird in natura ersetzt, von dem Gesamtprodukt abgezogen. Also die
Maschinen, die er verkauft, repräsentieren bloß Rohmaterial (was sich in
bloße Arbeit auflöst, wenn ihm schon das d&chet der Maschinerie des Roh-
fabrikanten berechnet) und zugesetzte Arbeit, lösen sich also in Leinwand
für ihn selbst und den Rohfabrikanten auf. Was nun speziell ihn und den
Rohfabrikanten angeht, so hat derselbe für den Teil seiner Maschinerie, der
sich wasted?, soviel Eisen abgezogen, als ihr Wert beträgt. Diesen tauscht
er aus mit dem Maschinenfabrikanten, so daß sich diese beiden in natura
zahlen und dieser Prozeß nichts mit der Verteilung der Revenue zwischen
ihnen zu tun hat.

Soweit diese Frage, auf die wir bei der Zirkulation des Kapitals zurück-
kommen?

Ersetzt in der Realität wird das capital constant dadurch, daß es stets
neu produziert wird und sich zum Teil selbst reproduziert. Bezahlt aber
wird der in das konsumable Produkt eingehende Teil des capital constant
aus der in die nicht konsumablen Produkte eingehenden lebendigen Arbeit.
Weil diese Arbeit sich nicht in ihren eignen Produkten zahlt, kann sie das
ganze konsumable Produkt in Revenue auflösen. Ein Teil des konstanten
Kapitals ist, jährlich betrachtet, nur scheinbar. Ein andrer, obgleich er in
das Gesamtprodukt eingeht, geht weder als Wertbestandteil noch als Ge-
brauchswert in das konsumable Produkt ein, sondern wird in natura ersetzt,
bleibt stets der Produktion einverleibt.

Hier haben wir betrachtet, wie das gesamte konsumable Produkt sich
verteilt und auflöst in sämtliche in es eingegangne Wertbestandteile und
Produktionsbedingungen.

1 Null - 2 verzehrt - ? siehe Band 24 unserer Ausgabe, 5.420 -423


Es ist aber beständig gleichzeitig nebeneinander das konsumable Pro-
dukt (was, soweit es sich in Salair auflöst, = dem variablen Teil des Kapi-
tals), die Produktion des konsumablen Produkts und die Produktion aller
Teile des konstanten Kapitals, das zu seiner Produktion erheischt, es mag
nun in dasselbe eingehn oder nicht. So ist stets gleichzeitig jedes Kapital
geteilt in konstantes und variables Kapital, und obgleich der konstante Teil
wie der variable stets durch neue Produkte ersetzt wird, existiert er stets,
solange die Produktion in derselben Art fortdauert, in gleicher Weise fort.

1299| Zwischen dem Maschinenfabrikanten und dem Urproduzenten,
Eisen-, Holzproduzenten etc., findet das Verhältnis statt, daß sie in der Tat
einen Teil ihres capital constant gegeneinander austauschen (was mit der
‚Auflösung eines Teils des capital constant des einen in Revenue des andren
nichts gemein hat!?®), indem ihre Produkte, obgleich das eine Vorstufe für
das andre bildet, wechselseitig als Produktionsmittel in ihr wechselseitiges
konstantes Kapital eingehn. Für die Maschinerie, die der Eisen-, Holz-
produzent etc. braucht, geben sie dem Maschinenbauer Eisen, Holz etc.
zum Wertbetrag der zu ersetzenden Maschine. Dieser Teil des capital con-
stant des Maschinenbauers ist für ihn ganz dasselbe wie der Samen beim
Bauer. Er ist ein Teil seines jährlichen Produkts, den er sich in natura er-
setzt und der sich für ihn nicht in Revenue auflöst. Ändrerseits wird dadurch
dem Maschinenbauer in der Form von Rohmaterial ersetzt nicht nur das
Rohmaterial, was in der Maschine des Eisenproduzenten enthalten ist, son-
dern auch der Wertbestandteil dieser Maschine, der aus zugesetzter Arbeit
und dechet seiner eignen Maschinerie besteht. Es ersetzt ihm also nicht nur
das dechet seiner eignen Maschinerie, sondern kann auf Rechnung (als Er-
satz) eines Teils des dechets betrachtet werden, das in den andren Maschinen
enthalten ist.

Zwar enthält auch diese an den Eisenproduzenten [verkaufte Maschine]
Wertbestandteile, die = Rohstoff und zugefügter Arbeit. Aber dafür ist in
‚den andren Maschinen im selben Verhältnis soviel weniger dechet anzu-
rechnen. Dieser Teil ihres konstanten Kapitals oder des Produkts ihrer jähr-
lichen Arbeit, der nur einen Wertteil des dechet repräsentierenden kon-
stanten Kapitals ersetzt, geht also nicht ein in die Maschinen, die der Ma-
schinenbauer an andre Industrielle verkauft. Was aber das dechet in diesen
andren Maschinen betrifft, so wird es allerdings dem Maschinenbauer in
.den obigen ?/, Ellen Leinwand = 2 Arbeitsstunden [ersetzt]. Er kauft dafür
Roheisen, Holz etc. zum selben Wertbetrag und ersetzt es sich in einer

1 In der Handschrift: Eisenbauers


andren Form seines konstanten Kapitals, des Roheisens. Ein Teil seimes
Rohmaterials ersetzt ihm so, außer dem Wertbetrag des Rohmaterials, den
Wertbetrag seines d&chets. Dieses Rohmaterial aber auf seiten des Roh-
eisenproduzenten etc. löst sich in bloß zugefügte Arbeitszeit auf, da die
Maschinerie dieser Rohproduzenten (Eisen, Holz, Kohle etc.) bereits in
Rechnung gebracht ist.

So lösen sich alle Elemente der Leinwand in eine Summe von Arbeits-
quanten auf = der Summe der neuzugefügten Arbeit, aber nicht gleich
der Summe der gesamten im capital constant enthaltnen und durch die
Reproduktion verewigten Arbeit.

Daß das teils aus lebendiger Arbeit, teils aus präexistierender Arbeit be-
stehende Arbeitsquantum, das die Summe der in die individuelle Konsum-
tion Jährlich eingehenden Waren bildet, also als Revenue verzehrt wird,
nicht größer sein kann als die jährlich zugesetzte Arbeit, ist übrigens eine
Tautologie. Denn die Revenue = Summe von Profit und Salair, = Summe
der neuzugesetzten Arbeit, = Summe der Waren, die gleiches Arbeits-
quantum enthalten.

Das Beispiel von Eisenproduzent und Maschinenbauer nur ein examplet.
Zwischen verschiednen Produktionssphären findet? auch sonst, wo die Pro-
dukte derselben wechselseitig als Produktionsmittel eingehn, Austausch
(wenn auch durch eine Reihe Geldtransaktionen versteckter) zwischen dem
capital constant der einen und der andren in natura statt. Soweit dies der
Fall ist, hat der Konsument des schließlichen Produkts, das in die Kon sum-
tion eingeht, dies capital constant nicht zu ersetzen, da es bereits ersetzt
ist). [299| {?Z.B.: Bei Fabrikation von Lokomotiven fallen täglich ganze
Wagen voll Eisenhobelspäne ab. Sie werden gesammelt und wieder verkauft
(oder bleiben im Rechnung) mit demselben Eisenfabrikanten, der dem L.oko-
motivenfabrikant sein Hauptrohmaterial liefert. Dieser gibt ihm wieder die
solide Form, setzt ihm neue Arbeit zu. Indes in der Form, worin er sie dem
Lokomotivenfabrikant zurückschickt, bilden diese Hobelspäne den Wert-
teil des Produkts, der das Rohmaterial ersetzt. Also gehn sie hin und her
zwischen diesen beiden Fabriken, nicht dieselben Hobelspäne, aber stets
bestimmtes Quantum derselben. Dieser Teil bildet abwechselnd das Roh-
material beider Industriezweige und wandert, den Wert betrachtet, nur aus
dem einen shop* in den andren. Er geht daher nicht ein in das schließliche
Produkt, sondern ist Ersetzung des capital constant in natura.

1 Beispiel-* in der Handschrift: finden-? in der Handschrift vorangestellt: Zu p.300.°!-
* Betrieb


In der Tat, jede Maschine, die der Maschinenfabrikant liefert, wenn ihr
Wert betrachtet wird, löst sich auf in Rohmaterial, zugesetzte Arbeit, dechet
von Maschinerie. Aber die gesamte Summe, die eingeht in die Produktion
der andren Sphären, kann ihrem Wert nach nur gleich sein dem Gesamt-
wert der Maschinerie minus dem Teil des capital constant, der stets zwi-
schen Maschinenfabrikant und Eisenfabrikant hin- und hergeht.

Ein Quarter Weizen, das der Bauer verkauft, ist so teuer wie das andere,
ein verkauftes Quarter Weizen nicht wohlfeiler als ein in der Form des
Samens dem Boden zurückgegebenes. Still! wäre das Produkt = 6 qrs.,
das qr.=3 1. - jedes qr. enthalte Wertbestandteile für zugesetzte Arbeit,
Rohmaterial und Maschinerie -, und müßte er | qr. als Samen verwenden,
so würde er nur verkaufen an die Konsumenten 5 qrs.=15 I. Sie würden
also nicht zahlen für den in dem | qr. Samen enthaltnen Wertbestandteil.
Dies ist eben der Witz. Wie der Wert des verkauften Produkts = allen in
ihm enthaltnen Wertelementen, zugesetzte Arbeit und konstantes Kapital,
und wie dennoch der Konsument das konstante Kapital nicht zahlt und
dennoch das Produkt kauft?} ]

1300] {Vorher zum Vorhergehenden noch das. Wie wenig der fade Say

auch nur die Frage selbst verstanden hat, zeige folgendes Zitat:

„Um die Frage der Revenuen vollständig zu begreifen, muß man in Betracht ziehen,
daß der gesamte Wert eines Produkts in die Revenuen verschiedener Personen zerfällt;
denn der Gesamtwert eines jeden Produkts setzt sich zusammen aus den Profiten der
Grundbesitzer, der Kapitalisten und der Gewerbfleißigen, die zu seiner Herstellung
beigetragen haben. Dies macht, daß die Revenue der Gesellschaft gleich ist dem pro-
duzierten Bruttowert, nicht, wie die Sekte der Ökonomisten!?2] meinte, nur gleich dem
Nettoprodukt des Bodens ... Wenn die Revenuen einer Nation nur in dem Überschuß
der produzierten über die konsumierten Werte bestünden, so folgt daraus die ganz
absurde Konsequenz, daß eine Nation, die in einem Jahr ebenso viele Werte konsu-
miert, wie sie produziert, keine Revenue hat.“ (l.c., t. Il, p. 63, 64.)

Sie hätte in der Tat das vergangene Jahr eine Revenue gehabt, würde
aber dasnächste Jahr keine haben. Es ist falsch, daß das jährliche Produkt der
Arbeit, wovon das Produkt der jährlichen Arbeit nur einen Teil bildet, sich
in Revenue auflöst. Es ist dagegen richtig, daß dies mit dem in die jährliche
individuelle Konsumtion eingehnden Teil des Produkts der Fall ist. Die
Revenue, die nur aus zugesetzter Arbeit besteht, kann dies Produkt, was
zum Teil aus zugesetzter, zum Teil aus präexistierender Arbeit besteht,
zahlen, d.h., die zugesetzte Arbeit kann in diesen Produkten nicht nur sich

I Dennoch


selbst, sondern auch die präexistierende Arbeit zahlen, weil ein andrer Teil
des Produkts, der auch aus zugesetzter Arbeit und präexistierender besteht,
nur präexistierende Arbeit ersetzt, nur capital constant ersetzt.}

[!I. Smith’ widersprüchliche Ansichten über das Maß der Werte]

{Zu den eben bei Adam Smith erörterten Punkten noch hinzuzufügen,
daß bei seinen Schwankungen in der Bestimmung des Werts - außer dem
scheinbaren Widerspruch bezüglich des Arbeitslohns* - noch die Ver-
wechslung hinzukömmt, soweit unter Maß der Werte das immanente Maß,
das zugleich die Substanz der Werte bildet, verwechselt wird mit dem Maß
der Werte in dem Sinne, wie Geld Maß. der Werte heißt. Bei letztrem dann
der Versuch - Quadratur des Zirkels -, eine Ware von unveränderlichem
Wert zu finden, die andren als konstanter Messer diene. Über das Verhältnis
des Messers der Werte als Geld zur Wertbestimmung durch die Arbeitszeit
sieh den ersten Teil meiner Schrift.” Auch bei Ricardo findet sich diese Ver-

wechslung stellenweis.} |
*

11299) Die Widersprüche A.Smiths haben das Bedeutende, daß sie Pro-
bleme enthalten, die er zwar nicht löst, aber dadurch ausspricht, daß er sich
widerspricht. Sein richtiger Instinkt in dieser Beziehung dadurch am besten
bewiesen, daß seine Nachfolger gegeneinander bald die eine, bald die andere
Seite aufnehmen.'®®]

Wir kommen jetzt zum letzten Streitpunkt, den wir bei ihm zu betrach-
ten, - der | Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit.

2 Vgl. dazu vorl. Band, 5. 67/68 - ? siehe Band 13 unserer Ausgabe, 5. 49-59


## [VIERTES KAPITEL] "Theorien über produktive und unproduktive Arbeit”

Wie wir A.Smith bisher in allem zwieschlächtig gefunden haben, so in
der Bestimmung dessen, was er produktive Arbeit im Unterschied zu un-
produktiver Arbeit nennt. Wir finden durcheinanderlaufend bei ihm zwei
Bestimmungen von dem, was er produktive Arbeit nennt, und wollen zu-
erst die erste, richtige Bestimmung betrachten.

### [1. Produktive Arbeit im Sinn der kapitalistischen Produktion ist die
Lohnarbeit, die Mehrwert produziert]

Produktive Arbeit im Sinn der kapitalistischen Produktion ist die Lohn-
arbeit, die im Austausch gegen den variablen Teil des Kapitals (den in
Salair ausgelegten Teil des Kapitals) nicht nur diesen Teil des Kapitals re-
produziert (oder den Wert ihres eignen Arbeitsvermögens), sondern außer-
dem Mehrwert für den Kapitalisten produziert. Nur dadurch wird Ware
oder Geld in Kapital verwandelt, als Kapital produziert. Nur die Lohnarbeit
ist produktiv, die Kapital produziert. (Dies ist dasselbe, daß sie die in ihr
ausgelegte Wertsumme vergrößert reproduziert oder mehr Arbeit zurück-
gibt, als sie erhält in der Form des Salairs. Also nur das Arbeitsvermögen,
dessen Verwertung größer ist als sein Wert.)

Die mere existence! einer Kapitalistenklasse, also des Kapitals, beruht
auf der Produktivität der Arbeit, aber nicht auf ihrer absoluten, sondern auf
ihrer relativen Produktivität. Z.B.: Wäre ein Arbeitstag nur hinreichend,
um den Arbeiter am Leben zu erhalten, d.h. sein Arbeitsvermögen zu re-
produzieren, | so wäre, absolut gesprochen, die Arbeit produktiv, weil
sie reproduktiv wäre, d.h. die von ihr konsumierten Werte (gleich dem

1 bloße Existenz


Wert ihres eignen Arbeitsvermögens) stets ersetzte. Allein, sie wäre nicht
produktiv im kapitalistischen Sinn, weil sie keinen Mehrwert produzierte.
(Sie produzierte in der Tat keinen neuen Wert, sondernersetztenur denalten;
sie hätte ihn, den Wert, in der einen Form konsumiert, um ihn in der andren
zu reproduzieren. Und in diesem Sinn ist gesagt worden, daß ein Arbeiter
produktiv ist, dessen Produktion gleich seiner eignen Konsumtion, und daß
ein Arbeiter unproduktiv ist, der mehr konsumiert, als er reproduziert.)

Diese Produktivität beruht auf der relativen Produktivität, daß der Ar-
beiter nicht nur einen alten Wert ersetzt, sondern einen neuen schafft: daß
er mehr Arbeitszeit vergegenständlicht in seinem Produkt, als in dem Pro-
dukt vergegenständlicht ist, das ihn als Arbeiter am Leben erhält. Auf dieser
Art produktiver Lohnarbeit beruht das Kapital, seine Existenz.

[Aber gesetzt, es existiere kein Kapital, sondern der Arbeiter eignete
sich selbst seine Surplusarbeit an, den Überschuß der Werte, die er ge-
schaffen, über den Überschuß der Werte, die er konsumiert. So wäre nur
von dieser Arbeit zu sagen, daß sie wahrhaft produktiv ist, d.h. neue Werte

schafft.}

### [2. Physiokraten und Merkantilisten über produktive Arbeit]

Diese Auffassung der produktiven Arbeit folgt von selbst aus A.Smiths
Auffassung vom Ursprung des Mehrwerts, also vom Wesen des Kapitals.
Soweit er diese Auffassung geltend macht, folgt er der einen bei den Physio-
kraten und selbst Merkantilisten eingeschlagnen Richtung, sie nur von
falscher Vorstellungsweise befreiend, also ihren innren Kern herausarbei-
tend. Die Physiokraten, in ihrer falschen Auffassung, daß nur die Agri-
kulturarbeit produktiv sei, machten die richtige Ansicht geltend, daß nur
die Arbeit, vom kapitalistischen Standpunkt aus, produktiv ist, die einen
Mehrwert schafft, und zwar nicht für sich selbst, sondern für den Eigen-
tümer der Produktionsbedingungen, die ein produitnet? nicht für sich selbst,
sondern für den Grundeigentümer schafft. Denn die surplus value? oder
Surplusarbeitszeit ist vergegenständlicht in einem surplus produce? oder
produit net. (Sie fassen dies wieder falsch; weil mehr Weizen z.B. übrig-
bleibt, als Arbeiter und Pächter aufessen; aber es bleibt auch mehr Tuch
übrig als das, was Tuchmacher (Arbeiter und master) zu ihrer eignen Be-
kleidung bedürfen.) Die surplus value wird selbst falsch aufgefaßt, weil sie

1 Nettoprodukt - * der Mehrwert - ? Mehrprodukt


falsche Vorstellung von der value haben und sie auf den Gebrauchswert der
Arbeit, nicht auf Arbeitszeit, gesellschaftliche, qualitätslose Arbeit redu-
zieren. Nichtsdestoweniger bleibt die richtige Bestimmung, daß die Lohn-
arbeit nur produktiv ist, die mehr Wert schafft, als sie kostet. A.Smith be-
freit dies von der falschen Vorstellung, die bei den Physiokraten damit ver-
bunden ist.

Gehn wir von den Physiokraten auf die Merkantilisten zurück. Auch hier
ist eine Seite, die, wenn auch ihnen bewußtlos, dieselbe Ansicht von der
produktiven Arbeit enthält. Ihnen lag die Vorstellung zugrunde, daß die
Arbeit nur produktiv in den Produktionszweigen, deren Produkte, nach dem
Ausland geschickt, mehr Geld zurückbringen, als sie gekostet haben (oder
als für sie ausgeführt werden mußte), die also ein Land befähigten, in be-
sondrem Grad an den Produkten der neueröffneten Gold- und Silberminen
zu partizipieren. Sie sahen, daß in diesen Ländern rasches Wachstum des
Reichtums und der Mittelklasse stattfand. Worauf beruhte in der Tat dieser
Einfluß des Goldes? Der Arbeitslohn stieg nicht im Verhältnis wie die
Warenpreise; der Arbeitslohn sank also, und damit vermehrte sich die rela-
tive Surplusarbeit, stieg die Rate des Profits, nicht weil der Arbeiter produk-
tiver geworden, sondern weil der absolute Arbeitslohn (d.h. die Summe der
Lebensmittel, die der Arbeiter erhält) herabgedrückt wurde, mit einem
Wort, die Lage der Arbeiter sich verschlechterte. Die Arbeit wurde also in
diesen Ländern in der Tat produktiver für ihre Anwender. Dies fact hing
mit dem influx' der edlen Metalle zusammen; und es war dies ein wenn
auch nur dunkel geahntes Motiv, weshalb die Merkantilisten die in solchen
Produktionszweigen angewandte Arbeit für allein produktiv erklärten.

1302| „Das auffallende Wachstum [der Bevölkerung], das in den 50 oder 60 letzten
Jahren fast in ganz Europa stattfand, hat vielleicht seinen Hauptgrund in der an-
gewachsenen Produktivität der amerikanischen Minen. Ein vermehrter Überfluß der
Edelmetalle“ {of course” infolge des Sinkens ihres realen Werts} „hebt den Preis der
Waren in größrem Verhältnis als den Preis der Arbeit; das drückt die Lage des Arbeiters
herab und vermehrt zugleich die Profite seines Anwenders, der so mehr zirkulierendes
Kapital zum Mieten von Arbeitern anwendet, und dies befördert das Wachstum der
Bevölkerung ... Malthus bemerkt, daß ‚die Entdeckung der Minen von Amerika,
während sie den Preis des Korns 3-4mal, den der Arbeit nur 2mal hob ...‘ Der Preis
der Waren für den Konsum im Inland (z.B. Korn) steigt nicht unmittelbar infolge eines
Einströmens von Geld, aber da die Profitrate in der Agrikultur gegen die der Industrie
fällt, wird Kapital von der erstern der letztern zugewandt: So wirft jedes Kapital einen
höheren Profit ab als früher, und ein Ansteigen der Profite ist immer gleich einem Fallen

? Einströmen - ? natürlich


der Löhne.“ (John Barton, „Observations on the circumstances which influence the condition
of the labouring classes of society“, London 1817, p. 29 sqq.)

Also erstens hätte sich nach Barton in der 2ten Hälfte des l8ten Jahr-
hunderts dasselbe Phänomen wiederholt, das seit dem letzten /g des 16. Jahr-
hunderts und im 17. dem Merkantilsystem den Anstoß gab. Zweitens, da
nur die exportierten Waren in Gold und Silber nach seinem gesunknen
Wert sich messen, während die für home consumption? noch fortfahren, in
Gold und Silber nach seinem alten Wert gemessen zu werden (bis die Kon-
kurrenz unter den Kapitalisten dies Messen in 2 verschiednen Maßen auf-
hebt), so erscheint die Arbeit in den ersten Produktionszweigen als un-
mittelbar produktiv, d.h. Mehrwert schaffend, dadurch, daß sie den Arbeits-

lohn unter sein altes Niveau herabdrückt.

### [B. Zwieschlächtigkeit in der Smithschen Auffassung
der produktiven Arbeit]

### [a) Erklärung der produktiven Arbeit als Arbeit,
die sich gegen Kapital austauscht]

Die zweite, verkehrte Ansicht, die Smith von produktiver Arbeit ent-
wickelt, ist so verflochten mit der richtigen, daß sie sich in demselben Passus
Schlag auf Schlag einander folgen. Wir müssen daher zur Illustration der
ersten Ansicht die Zitate stückweis auseinanderreißen.

(b. II, ch. III- vol. 1], ed. MeCulloch -, p. 93 sq.) „Es gibt eine Art von Arbeit, die
den Wert des Gegenstands, auf den sie verwendet wird, erhöht; es gibt eine andere, die
keine solche Wirkung hat. Die erstere kann, da sie einen Wert produziert, als produktive,
die letztere als unproduktive Arbeit bezeichnet werden. So fügt die Arbeit eines Manu-
fakturarbeiters in der Regel dem Wert des von ihm verarbeiteten Materials noch den
Wert seines eigenen Unterhalts und den Profit seines Herrn hinzu. Dagegen fügt die Arbeit
eines Dienstboten keinen Wert hinzu. Obwohl der Manufakturarbeiter seinen Lohn
von seinem Herrn vorgeschossen erhält, kostet er ihm in Wirklichkeit nichts, da der Wert
dieses Lohns gewöhnlich zusammen mit einem Profit durch den erhöhten Wert des
Gegenstands, auf den er seine Arbeit verwendet hat, zurückerstattet wird. Aber der
Unterhalt eines Dienstboten wird nie zurückerstattet. Ein Mann wird reich durch die
Beschäftigung einer Vielzahl von Manufakturisten; er wird arm durch den Unterhalt
einer Vielzahl von Dienstboten.“

? Konsumtion im Inland


In dieser Stelle - und in ihrem Fortgang, der später zu zitieren, laufen
die widersprechenden Bestimmungen noch mehr zusammen - ist haupt-
sächlich, &minement! unter productive labour? die verstanden, die einen
Mehrwert - „its master’s profit“? - produziert, außer der Reproduktion of
the value „of his“ (the labourer’s) „own maintenance“ *. Auch könnte der
manufacturer nicht grow rich „by employing a multitude of manufacturers“
(working men)°, wenn diese außer der value, die ihre eigne maintenance
kostet, nicht auch eine surplus value hinzufügten.

Zweitens aber versteht A.Smith hier unter productive labour eine sol-
che, die überhaupt „produces a value“ ®. Diese [303] letztre Erklärung einst-
weilen außer acht lassend, wollen wir zunächst andre Stellen zitieren, worin
die erste Ansicht teils wiederholt, teils schärfer formuliert, namentlich aber
auch weiterentwickelt wird.

„Wenn die Menge an Lebensmitteln und Kleidung, die ... von den unproduktiven
konsumiert wurden, unter die produktiven Arbeiter verteilt worden wäre, hätten sie
den vollen Wert ihres Konsums zusammen mit einem Profit reproduziert.“ (l.c. p. 109;

1.II, ch. III.)

Hier ganz ausdrücklich productive labourer” der, der dem Kapitalisten
nicht nur die full value® der im Salair enthaltnen Lebensmittel reproduziert,
sondern sie ihm reproduziert „with a profit“®.

Nur die Arbeit, die Kapital produziert, ist produktive Arbeit. Kapiil
aber wird Ware oder Geld dadurch, daß sie direkt gegen Arbeitsvermögen
ausgetauscht wird und nur ausgetauscht wird, um durch mehr Arbeit, als
in ihr selbst enthalten ist, ersetzt zu werden. Denn der Gebrauchswert des
Arbeitsvermögens besteht für den Kapitalisten als solchen nicht in seinem!
wirklichen Gebrauchswert, in der Nützlichkeit dieser besondren konkreten
Arbeit, daß sie Spinnarbeit, Webarbeit usw., sowenig wie ihm an dem Ge-
brauchswert des Produkts dieser Arbeit als solchem liegt, indem das Produkt
für ihn Ware (und zwar vor ihrer ersten Metamorphose), nicht Konsum-
tionsartikel ist. Was ihn an der Ware interessiert, ist, daß sie mehr Tausch-
wert besitzt, als er für sie zahlte, und so ist der Gebrauchswert der Arbeit
für ihn, daß er ein größres Quantum Arbeitszeit zurückerhält, als er in der
Form des Salairs gezahlt hat. Unter diese produktiven Arbeiter gehören
natürlich alle, die zur Produktion der Ware d’une maniere ou d’une autre'

1 in hervorragender Weise - ? produktiver Arbeit - ? „den Profit seines Herrn“ — * des
Werts „seines“ (des Arbeiters) „eigenen Unterhalts“ -5 Manufakturist nicht reich werden
„durch die Beschäftigung einer Vielzahl von Manufakturisten“ (Arbeitern) -® „einen Wert
produziert“ - ? produktiver Arbeiter - ® den vollen Wert - ° „mit einem Profit“ - 1° in der
Handschrift: ihrem - " auf die eine oder andere Weise :


mitarbeiten, vom eigentlichen Handarbeiter bis zum manager, engineer (als
unterschieden vom Kapitalisten). Und so zählt auch der letzte englische
offizielle Report über die factories „ausdrücklich“ alle in der Fabrik und den
zugehörigen Comptoirs angewandten Personen, mit Ausnahme der Fabri-
kanten selbst, unter der Kategorie der beschäftigten Lohnarbeiter auf. (Sieh
vor Schluß dieser Scheiße die Worte des report.)

Die produktive Arbeit wird hier bestimmt vom Standpunkt der kapi-
talistischen Produktion aus, und A.Smith hat die Sache selbst begrifflich
erschöpft, den Nagel auf den Kopf getroffen - es ist dies eines seiner größ-
ten wissenschaftlichen Verdienste (es bleibt, wie Malthus richtig bemerkt
hat!5®, die Grundlage der ganzen bürgerlichen Ökonomie, diese kritische
Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit), daß er
die produktive Arbeit als Arbeit bestimmt, die sich unmittelbar mit dem
Kapital austauscht, d.h. durch Austausch; womit die Produktionsbedin-
gungen der Arbeit und Wert überhaupt, Geld oder Ware, sich erst in Kapii-
tal verwandeln (und die Arbeit in Lohnarbeit im wissenschaftlichen Sinn).

Damit ist auch absolut festgesetzt, was unproduktive Arbeit ist. Es ist
Arbeit, die sich nicht gegen Kapital, sondern unmittelbar gegen Revenue
austauscht, also gegen Salair oder Profit (natürlich auch gegen die ver-
schiednen Rubriken, die als copartners! am Profit des Kapitalisten partizi-
pieren, wie Zins und Renten). Wo alle Arbeit teilweis sich noch selbst be-
zahlt (wie die Agrikulturarbeit des Fronbauern z.B.), teilweis sich direkt
gegen die Revenue austauscht (wie die Manufakturarbeit der Städte in
Asien), existiert kein Kapital und keine Lohnarbeit im Sinne der bürger-
lichen Ökonomie. Diese Bestimmungen sind also nicht genommen aus der
stofflichen Bestimmung der Arbeit (weder der Natur ihres Produkts noch
der Bestimmtheit der Arbeit als konkreter Arbeit), sondern aus der be-
stimmten gesellschaftlichen Form, den gesellschaftlichen Produktionsver-
hältnissen, worin sie sich verwirklicht. Ein Schauspieler z.B., selbst ein
Clown, ist hiernach ein produktiver Arbeiter, wenn er im Dienst eines Kapi-
talisten arbeitet (des entrepreneur”), dem er mehr Arbeit zurückgibt, als er
in der Form des Salairs von ihm erhält, während ein Flickschneider, der
zu dem Kapitalisten ins Haus kommt und ihm seine Hosen flickt, ihm
einen bloßen Gebrauchswert schafft, ein unproduktiver Arbeiter ist. Die
Arbeit des erstren tauscht sich gegen Kapital aus, die des zweiten gegen
Revenue, Die erstre schafft einen Mehrwert; in der zweiten verzehrt sich
eine Revenue.

1 Teilhaber - ® Unternehmers


Produktive und unproduktive Arbeit hier immer vom Standpunkt des
Geldbesitzers, des Kapitalisten aus, nicht des Arbeiters, und daher der Blöd-
sinn bei Ganilh etc., die so wenig die Sache verstehn, daß sie fragen, ob
Arbeit oder Dienst oder Funktion der Hure, Lakaietc. Geld einbringt. |

11304] Ein Schriftsteller ist ein produktiver Arbeiter, nicht insofern er
Ideen produziert, sondern insofern er den Buchhändler bereichert, der den
Verlag seiner Schriften betreibt, oder sofern er der Lohnarbeiter eines Ka-
pitalisten ist,

Der Gebrauchswert der Ware, worin sich die Arbeit eines produktiven
Arbeiters verkörpert, mag von der futilsten! Art sein. Diese stoffliche Be-
stimmung hängt mit dieser ihrer Eigenschaft gar nicht zusammen, die viel-
mehr nur ein bestimmtes gesellschaftlichesProduktionsverhältnis ausdrückt.
Es ist eine Bestimmung der Arbeit, die nicht aus ihrem Inhalt oder ihrem
Resultat, sondern aus ihrer bestimmten gesellschaftlichen Form stammt,

Ändrerseits, vorausgesetzt, daß das Kapital sich der ganzen Produktion
bemächtigt hat - daß also Ware (zu unterscheiden von bloßem Gebrauchs-
wert) nicht mehr produziert wird von irgendeinem Arbeiter, der die Pro-
duktionsbedingungen zur Produktion dieser Ware selbst besitzt -, daß also
nur noch der Kapitalist Produzent von Waren ist (die einzige Ware, das
Arbeitsvermögen, ausgenommen), so muß sich die Revenue austauschen
aut gegen Waren, die das Kapital allein produziert und verkauft, aut? gegen
Arbeiten, die ebenso wie jene Waren gekauft werden, um konsumiert zu
werden, also bloß ihrer stofflichen Bestimmtheit, ihres Gebrauchswerts hal-
ber, der Dienste halber, die sie in ihrer stofflichen Bestimmtheit ihrem Käufer
und Konsumenten leisten. Für den Produzenten dieser Dienste sind diese
Dienstleistungen Waren, Sie haben einen bestimmten Gebrauchswert (ein-
gebildeten oder wirklichen) und einen bestimmten Tauschwert. Für den
Käufer aber sind diese Dienste bloße Gebrauchswerte, Gegenstände, worin
11305] er seine Revenue konsumiert. Diese unproduktiven Arbeiter erhalten
ihren Anteil an der Revenue (den Salairen und Profiten) nicht umsonst, ihre
copartnership? an den von der produktiven Arbeit produzierten Waren; sie
müssen ihren share* an denselben kaufen; aber sie haben mit der Produk-
tion derselben nichts zu tun.

Es ist aber unter allen Umständen klar: Je mehr von der Revenue (Salair
und Profit) in den von dem Kapital produzierten Waren verausgabt wird,
desto weniger davon kann in den Dienstleistungen der unproduktiven Ar-
beiter verausgabt werden, und umgekehrt.

1 nichtigsten — ? entweder ... oder -° Teilhaberschaft - ? Anteil


Die stoffliche Bestimmtheit der Arbeit und daher ihres Produkts hat an
und für sich nichts mit dieser Unterscheidung zwischen produktiver und
unproduktiver Arbeit zu tun. Z.B. die Köche und waiters! in einem öffent-
lichen Hotel sind produktive Arbeiter, sofern ihre Arbeit sich in Kapital
für den Hotelbesitzer verwandelt. Dieselben Personen sind unproduktive
Arbeiter als menial servants?, insofern ich in ihrem Dienst nicht Kapital
mache, sondern Revenue verausgabe. In der Tat sind aber auch dieselben
Personen für mich, den Konsumenten, unproduktive Arbeiter in dem Hotel.

„Der Teil des jährlichen Produkts von Boden und Arbeit irgendeines Landes, der
ein Kapital ersetzt, wird unmittelbar nur für den Unterhalt produktiver Arbeiter an-
gewendet. Er zahlt nur die Löhne der produktiven Arbeit. Der Teil, der unmittelbar für
die Bildung einer Revenue bestimmt ist, sei es als Profit oder als Rente, kann in gleicher
Weise sowohl zum Unterhalt produktiver als auch unproduktiver Arbeiter dienen.“
(l.c.p. 98.) „Welchen Teil seines Fonds jemand auch als Kapital anlegen mag, er er-
wartet immer, daß er ihm mit einem Profit wieder ersetzt werde. Er verwendet ihn
deshalb ausschließlich für den Unterhalt produktiver Arbeiter; und nachdem er ihm in
der Funktion als Kapital gedient hat, bildet er für diese letzteren eine Revenue. Sobald
er einen Teil davon zum Unterhalt unproduktiver Arbeiter irgendeiner Art verwendet,
ist vom gleichen Augenblick an seinem Kapital dieser Teil entzogen und in seinen
Fonds übergegangen, der der unmittelbaren Konsumtion vorbehalten ist.“ (l. c.)

In demselben Umfang, wie sich das Kapital der ganzen Produktion be-
mächtigt, also die häusliche und kleine, kurz, auf den Selbstverzehr [ge-
richtete], nicht Waren produzierende Form der Industrie verschwindet, ist
es klar, daß die unproduktiven Arbeiter, die, deren Dienste direkt gegen
Revenue ausgetauscht werden, zum größten Teil nur noch persönliche
Dienste verrichten werden, und nur der geringste Teil derselben (wie Koch,
Nähterin, Flickschneider usw.) sachliche Gebrauchswerte produzieren wer-
den. Daß sie keine Waren produzieren, liegt in der Natur der Sache. Denn
die Ware als solche ist nie unmittelbar Gegenstand des Konsums, sondern
Träger des Tauschwerts. Ein nur ganz unbedeutender Teil dieser unproduk-
tiven Arbeiter kann daher bei entwickelter kapitalistischer Produktions-
weise unmittelbar an der materiellen Produktion beteiligt sein. Nur durch
Austausch seiner Dienste gegen die Revenue nimmt er Anteil an derselben.
Es hindert dies nicht, wie A.Smith bemerkt, daß der Wert der Dienste
dieser unproduktiven Arbeiter in derselben (oder analogen) Weise bestimmt
wird und bestimmbar ist wie der der produktiven Arbeiter. Nämlich durch
die Produktionskosten, die die Erhaltung oder Produktion derselben kostet.

t Kellner - ? Dienstboten


Es kommen hier noch andre Umstände hinzu, deren Betrachtung nicht
hierher gehört.

1306| Das Arbeitsvermögen! des produktiven Arbeiters ist eine Ware für
ihn selbst. So ist das des unproduktiven Arbeiters. Aber der produktive
Arbeiter produziert Ware für den Käufer seines Arbeitsvermögens. Der
unproduktive Arbeiter produziert ihm einen bloßen Gebrauchswert, keine
Ware, einen eingebildeten oder wirklichen Gebrauchswert. Daß der un-
produktive Arbeiter keine Ware für seinen Käufer produziert, wohl aber
Ware von ihm erhält, ist charakteristisch für ihn.

„Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der Gesellschaft ist, ebenso wie die
der Dienstboten, nicht wertbildend ... So sind zum Beispiel der Souverän mit allen
seinen Justizbeamten und Offizieren, die unter ihm dienen, die ganze Armee und Flotte
unproduktive Arbeiter. Sie sind die Diener der Gesellschaft und werden von einem
Teil des jährlichen Produkts des Fleißes anderer Leute erhalten ... In die gleiche Klasse
gehören ... Geistliche, Juristen, Ärzte, Literaten und Gelehrte aller Art; Schauspieler,
Possenreißer, Musiker, Opernsänger, Ballettänzer usw.“ (l.c. p. 94, 95.)

An und für sich hat, wie gesagt, diese Unterscheidung zwischen produk-
tiver und unproduktiver Arbeit nichts zu schaffen weder mit der besondren
Spezialität der Arbeit noch mit dem besondren Gebrauchswert, worin sich
diese Spezialität verkörpert. In dem einen Fall tauscht sich die Arbeit mit
Kapital aus, in dem andren mit Revenue. In dem einen Fall verwandelt sich
die Arbeit in Kapital und schafft dem Kapitalisten einen Profit; in dem
andren Fall ist sie eine Ausgabe, einer der Artikel, worin die Revenue ver-
zehrt wird. Z.B. der Arbeiter eines Klaviermachers ist ein produktiver
Arbeiter. Seine Arbeit ersetzt nicht nur das Salair, das er verzehrt, sondern
in dem Produkt, dem Klavier, der Ware, die der Klaviermacher verkauft,
ist ein Surpluswert über den Wert des Salairs hinaus enthalten, Setze da-
gegen, ich kaufe alles Material, das zu einem Klavier nötig ist (oder meinet-
wegen mag es auch der Arbeiter selbst besitzen), und lasse mir, statt das
Klavier im Laden zu kaufen, es in meinem Hause machen. Der Klavier-
macher ist jetzt unproduktiver Arbeiter, weil seine Arbeit sich direkt gegen
meine Revenue austauscht.

### [b) Erklärung der produktiven Arbeit als Arbeit, die sich in Ware realisiert]

Es ist indes klar, daß in demselben Maß, wie das Kapital sich die gesamte
Produktion unterwirft - also alle Ware für den Handel und nicht für den

3 ]n der Handschrift: Produktionsvermögen; Marx hat „Arbeits-" darübergeschrieben
und beides stehenlassen


unmittelbaren Konsum produziert wird, und in diesem Maße entwickelt
sich die Produktivität der Arbeit -, auch mehr und mehr ein stofflicher
Unterschied zwischen den produktiven und unproduktiven Arbeitern ein-
treten wird, indem die erstren, geringe Ausnahmen abgerechnet, ausschließ-
lich Waren produzieren werden, während die letztren, mit geringen Aus-
nahmen, nur persönliche Dienstleistungen verrichten. Die erste Klasse wird
daher den unmittelbaren, materiellen, aus Waren bestehenden Reichtum
produzieren, alle Waren, soweit sie nicht aus dem Arbeitsvermögen selbst
bestehn. Dies ist einer der Gesichtspunkte, die den A.Smith bestimmen,
außer der ersten und prinzipiell bestimmenden differentia specifhica! andre
hinzuzufügen.
So, durch verschiedne Ideenassoziationen durch, heißt es:

„Die Arbeit eines Dienstboten“ (im Unterschied zu der des manufacturer) „...fügt
keinen Wert hinzu... der Unterhalt eines Dienstboten wird nie zurückerstattet. Ein
Mann wird reich durch die Beschäftigung einer Vielzahl von Manufakturarbeitern;
er wird arm durch den Unterhalt einer Vielzahl von Dienstboten. Die Arbeit der letz-
teren hatjedoch ihren Wert und verdient ihren Lohn ebenso wie die der ersteren. Aber
die Arbeit des Manufakturarbeiters fixiert und realisiert sich in einem besonderen Gegen-
stand oder einer verkäuflichen Ware, die wenigstens noch eine Zeitlang fortbesteht, nachdem
die Arbeit beendet ist. Es wird gewissermaßen eine bestimmte Menge Arbeit gesammelt
und gespeichert, um später, wenn notwendig, verwendet zu werden. Dieser Gegenstand,
oder was dasselbe ist, der Preis dieses Gegenstandes, kann später, wenn notwendig, die
gleiche Menge Arbeit in Bewegung setzen, die ursprünglich zu seiner Produktion er-
forderlich war. Die Arbeit des Dienstboten |]307| dagegen fixiert oder realisiert sich
nicht in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware. Seine Dienste ver-
gehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung und hinterlassen selten eine Spur oder einen
Wert, für den später eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft werden
könnte... Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der Gesellschaft ist, ebenso wie
die der Dienstboten, nicht wertbildend und fixiert oder realisiert sich nicht in einem dauer-
haften Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware.“ (l.c. p. 93, 94 passim.)

Zur Bestimmung des unproduktiven Arbeiters haben wir hier folgende
Bestimmungen, die zugleich die Glieder des innern Gedankengangs
A,Smiths aussprechen:

„Sie“ (die labour des unproductive labourer?) „unproduktiv, nicht wertbildend",
„fügt keinen Wert hinzu“, „der Unterhalt“ (of the unproductive labourer) „wird nie
zurückerstattet“, „sie fixiert oder realisiert sich nicht in einem besonderen Gegenstand oder
einer verkäuflichen Ware“. Vielmehr: „Seine Dienste vergehen gewöhnlich im Augen-
blick ihrer Leistung und hinterlassen selten eine Spur oder einen Wert, für den später

3 Unterscheidungsmerkmal - ? Arbeit des unproduktiven Arbeiters

9%


eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft werden könnte.“ Schließlich: „Sie
fixiert oder realisiert sich nicht in einem dauerhaften Gegenstand oder einer verkäuflichen

Ware.“

In dieser Auffassung ist das „productive of value“! oder „unproductive
of value“? in einem andren Sinn genommen als ursprünglich. Es bezieht
sich nicht mehr auf Produktion eines Mehrwerts, welche an und für sich
Reproduktion eines Äquivalents für den konsumierten Wert einschließt.
Sondern die Arbeit eines Arbeiters heißt hiernach produktiv, soweit er an
die Stelle des konsumierten Werts ein Äquivalent setzt, indem er durch
seine Arbeit irgendeinem Material ein gleiches Quantum Wert hinzufügt,
als in seinem Salair enthalten war. Hier fallen wir aus der Formbestim-
mung, aus der Bestimmung der produktiven und unproduktiven Arbeiter
durch ihr Verhältnis zur kapitalistischen Produktion heraus. Aus dem
9. Kapitel des 4ten Buchs (worin A.Smith die Lehre der Physiokraten kriti-
siert) ersieht man, daß A.Smith zu dieser Aberration®? kam, teils im Gegen-
satz zu, teils aus Abhängigkeit von den Physiokraten. Wenn ein Arbeiter
bloß jährlich ersetzt das Äquivalent seines Salairs, so ist er kein produk-
tiver Arbeiter für den Kapitalisten. Er ersetzt ihm zwar das Salair, den
Kaufpreis seiner Arbeit. Es ist aber ganz dieselbe Transaktion, als wenn
dieser Kapitalist die Ware, die dieser Arbeiter produziert, gekauft hätte.
Er zahlt die in ihrem capital constant und im Salair enthaltne Arbeit. Er be-
sitzt dasselbe Quantum Arbeit in der Form der Ware, das er früher in der
Form des Geldes besaß. Sein Geld wird dadurch nicht in Kapital verwan-
delt. In diesem Falle ist es dasselbe, als wenn der Arbeiter selbst der Be-
sitzer seiner Produktionsbedingungen. Von dem Wert seines jährlichen
Produkts muß er jährlich den Wert der Produktionsbedingungen abziehn,
um sie zu ersetzen. Was er jährlich verzehrte oder verzehren könnte, wäre
[gleich] dem Wertteil seines Produkts, gleich der jährlich seinem capital
constant zugefügten neuen Arbeit. In diesem Falle fände also keine kapita-
listische Produktion statt.

Der erste Grund, warum A.Smith diese Art Arbeit „produktiv“ nennt,
ist, weil die Physiokraten sie „sterile“ und „non productive“ nennen.

Smith sagt uns nämlich in dem angeführten Kapitel:

„Erstens erkennen sie an, daß diese Klasse“ (nämlich die industriellen Klassen, die
keine Agrikultur treiben) „jährlich den Wert ihrer eigenen jährlichen Konsumtion
reproduziert und mindestens die Existenz des Fonds oder Kapitals forterhält,
der ihre Beschäftigung und ihren Lebensunterhalt garantiert... Pächter und Land-

1 „produktiv, wertbildend“ -? „unproduktiv, nicht wertbildend“ - ® Abirrung


arbeiter reproduzieren allerdings außer dem Kapital, das ihre Arbeit und ihren Lebens-
unterhalt ermöglicht, noch jährlich ein Nettoprodukt, eine überschüssige Rente für den
Grundeigentümer.... die Arbeit der Pächter und Landarbeiter ist sicher produktiver
als die der Kaufleute, Handwerker und Manufakturarbeiter. Aber das höhere Produkt
der einen Klasse macht die andere nicht steril und unproduktiv.“ (I. c., t. III, p. 530
[Garnier].)

Hier fällt also A.Smith in die physiokratische Ansicht zurück.
Die eigentlich „produktive Arbeit“, die einen Mehrwert und darum „un
produit net“?! produziert, ist die Agrikulturarbeit. Er gibt seine eigne An-
sicht vom Mehrwert auf und akzeptiert die der Physiokraten. Zugleich
macht er gegen sie geltend, daß die Manufaktur-(und bei ihm auch kom-
merzielle)-arbeit doch auch produktiv sei, wenn auch nicht in diesem
eminenten Sinn des Worts. Er fällt also aus der Formbestimmung heraus,
aus der Bestimmung dessen, was ein „produktiver Arbeiter“ vom Stand-
punkt der kapitalistischen Produktion ist; macht geltend gegen die Physio-
kraten, daß die non agricultural, industrial class? ihr eignes Salair repro-
duziert, also doch einen Wert produziert gleich dem, den sie verzehrt, und

dadurch

„mindestens die Existenz des Fonds oder Kapitals forterhält, der ihre Beschäftigung
garantiert“.

So entsteht, in der Abhängigkeit von und im Gegensatz zu den Physio-
kraten, seine zweite Bestimmung von dem, was „produktive Arbeit“ ist.

„Zweitens“, sagt A.Smith, „wäre es in diesem Zusammenhang ganz falsch, die
Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute unter demselben Gesichtspunkt zu
betrachten wie die einfachen Dienstboten. Die Arbeit eines Dienstboten erhält keineswegs
den Fonds fort, der seine Beschäftigung und seinen Lebensunterhalt garantiert. Der Dienst-
bote wird in letzter Instanz auf Kosten seines Herrn beschäftigt und erhalten, und seine
Arbeit ist nicht derart, daß sie diese Kosten erseizen könnte. Seine Arbeit besteht in
Diensten, die gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung vergehen und verschwinden und
sich nicht in einer Ware fixieren und realisieren, so daß man sie verkaufen und. dadurch
den Wert ihres Unterhalts und ihres Lohns ersetzen könnte. Dagegen fixiert und realisiert
sich die Arbeit der Handwerker, Kaufleute und Manufakturarbeiter naturgemäß in einer
verkäuflichen und austauschbaren Sache. Aus diesem Grunde habe ich in dem Kapitel,
“ das von produktiver und unproduktiver Arbeit handelt, Handwerker, Manufakturarbeiter
und Kaufleute unter die prodiktiven und die Dienstboten unter die sterilen und un-
produktiven Arbeiter gerechnet.“ (l. c. p. 531.)

Sobald das Kapital sich der ganzen Produktion bemächtigt hat, wird
sich die Revenue, soweit sie sich überhaupt gegen Arbeit austauscht, nicht

3 „ein Nettoprodukt“ - * nicht Ackerbau treibende, industrielle Klasse


direkt gegen Arbeit austauschen, die Waren produziert, sondern gegen
bloße Dienstleistungen. Sie tauscht sich zum Teil gegen Waren aus, die als
Gebrauchswerte dienen sollen, zum Teil gegen services, Dienstleistungen,
die als solche als Gebrauchswerte konsumiert werden.

Ware - im Unterschied zum Arbeitsvermögen selbst - ist ein dem Men-
schen stofflich gegenüberstehendes Ding von gewisser Nützlichkeit für ihn,
worin ein bestimmtes Quantum Arbeit fixiert, materialisiert ist.

Wir kommen also zu der schon sub I der Sache nach enthaltnen Be-
stimmung: Produktiver Arbeiter ist der, dessen Arbeit Waren produziert,
und zwar verzehrt dieser Arbeiter nicht mehr Waren, als er produziert, als
seine Arbeit kostet. Seine Arbeit fixiert sich und realisiert sich
„in einer verkäuflichen und austauschbaren Sache“, „in einer Ware, so daß man sie ver-
kaufen und dadurch den Wert ihres Unterhalts und ihres Lohns ersetzen könnte“

(nämlich der Arbeiter, die diese Waren produzierten). Dadurch, daß er
Waren produziert, reproduziert der produktive Arbeiter beständig das
variable Kapital, das er in der Form des Salairs beständig verzehrt. Er pro-
duziert beständig den Fonds, der ihn zahlt, „der seine Beschäftigung und
seinen Lebensunterhalt garantiert“.

Erstens schließt A.Smith natürlich ein in den travail, qui se fixe et [se]
r&alise in a venal and exchangeable commodityt, alle intellektuellen Arbei-
ten, die direkt in der materiellen Produktion konsumiert werden. Nicht
nur der direkte Handarbeiter oder Maschinenarbeiter, sondern overlooker?,
ingenieur, manager, commis etc., kurz, die Arbeit des ganzen Personals,
das in einer bestimmten Sphäre der materiellen Produktion erheischt ist,
um eine bestimmte Ware zu produzieren, dessen concours? von Arbeiten
(Kooperation) notwendig zur Herstellung der Waren ist. In der Tat fügen
sie dem capital constant ihre Gesamtarbeit hinzu und erhöhen den Wert
des Produkts um diesen Betrag. (Wieweit dies von Bankiers etc. gilt? 199)

1309| Zweitens sagt A.Smith, daß dies im ganzen, „generally“, nicht
mit der Arbeit der unproduktiven Arbeiter der Fall ist. Wenn auch das
Kapital sich der materiellen Produktion bemächtigt hat, also im großen und
ganzen die häusliche Industrie verschwunden ist oder die des kleinen Hand-
werkers, der unmittelbar im Hause des Konsumenten ihm die Gebrauchs- °
werte schafft, so weiß A.Smith sehr wohl, daß eine Nähterin, die ich ins
Haus kommen lasse, um Hemden zu nähen, oder die Arbeiter, die Möbel
reparieren, oder der Dienstbote, der das Haus wäscht, reinigt etc., oder die

2 die Arbeit, die sich fixiert und sich realisiert in einer käuflichen und austauschbaren
Ware - ? Aufseher - ® Zusammenwirken


Köchin, die dem Fleisch etc. die genießbare Form gibt, ganz ebenso ihre
Arbeit in einem Ding fixieren und in der Tat den Wert dieser Dinge er-
höhen als die Nähterin, die in der Fabrik näht, der Maschinist, der die
Maschine repariert, die Arbeiter, die die Maschine reinigen, die Köchin, die
in einem Hotel kocht als Lohnarbeiterin eines Kapitalisten. Der Möglich-
keit nach sind diese Gebrauchswerte auch Waren; die Hemden können ins
Pfandhaus geschickt werden, das Haus wieder verkauft, die Möbel ver-
steigert werden usw. Also der Möglichkeit nach haben diese Personen auch
Waren produziert und den Gegenständen ihrer Arbeit Wert zugefügt. Dies
ist aber eine sehr geringe Kategorie unter den unproduktiven Arbeitern und
giltweder vonder Masseder menial servants! [noch von] Pfaffen, Regierungs-
leuten, Soldaten, Musikanten usw.

Aber wie groß oder klein die Anzahl dieser „unproduktiven Arbeiter“
sei, so viel stellt sich jedenfalls heraus und ist admitted* durch dies be-
schränkende

„seine Dienste vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung etc.“,

daß es weder notwendig die Spezialität der Arbeit noch die Erscheinungs-
form ihres Produkts ist, die sie „produktiv“ oder „unproduktiv“ machen.
Dieselbe Arbeit kann produktiv sein, wenn ich sie als Kapitalist, als Produ-
zent kaufe, um sie zu verwerten, und unproduktiv, wenn ich sie als Kon-
sument, Ausgeber von Revenue kaufe, um ihren Gebrauchswert zu ver-
zehren, sei es, daß dieser Gebrauchswert mit der Tätigkeit des Arbeits-
vermögens selbst verschwindet oder sich in einem Ding materialisiert,
fixiert.

Die Köchin im Hotel produziert für den, der ihre Arbeit als Kapitalist
gekauft hat, den Hotelbesitzer, eine Ware; der Konsument der mutton-
chops® hat ihre Arbeit zu zahlen, und sie ersetzt dem Hotelbesitzer (von
Profit abgesehn) den Fonds, woraus er fortfährt, die Köchin zu zahlen. Da-
gegen kaufe ich die Arbeit einer Köchin, damit sie mir das Fleisch etc.
kocht, nicht um sie zu verwerten als Arbeit überhaupt, sondern [sie] zu
genießen, zu gebrauchen als diese bestimmte konkrete‘ Arbeit, so ist ihre
Arbeit unproduktiv; obgleich diese Arbeit sich fixiert in einem materiellen
Produkt und ebensogut verkäufliche Ware sein könnte (in ihrem Resultat),
wie sie es in der Tat für den Hotelbesitzer ist. Der große Unterschied bleibt
aber (der begriffliche): Die Köchin ersetzt mir (dem Privaten) nicht den
Fonds, aus dem ich sie zahle, weil ich ihre Arbeit nicht als wertbildendes

1 Dienstbaten - ? zugegeben - ? Hammelkoteletts


Element kaufe, sondern bloß ihres Gebrauchswerts halber. Ihre Arbeit
ersetzt mir ebensowenig den Fonds, womit ich sie zahle, d.h. ihr Salair,
wie mich etwa das Diner, das ich im Hotel esse, als solches noch befähigt,
dasselbe Diner zum zweitenmal zu kaufen und daher zu essen. Dieser
Unterschied findet aber auch zwischen den Waren statt. Die Ware, die der
Kapitalist kauft, um sein capital constant zu ersetzen (z.B. Baumwollzeug,
wenn er Kattundrucker ist), ersetzt ihren Wert im gedruckten Kattun.
Kauft er sie dagegen, um den Kattun selbst zu verzehren, so ersetzt ihm
die Ware nicht seine Auslage.

Die größte Masse der Gesellschaft, d.h. die Arbeiterklasse, muß sich
übrigens diese Art Arbeit selbst verrichten; kann sie sich aber nur verrich-
ten, wenn sie „produktiv“ gearbeitet hat. Sie kann sich das Fleisch nur
kochen, wenn sie ein Salair produziert hat, womit Fleisch zahlen, und ihre
Möbel und Wohnung nur rein halten, ihre Stiefel nur putzen, wenn sie den
Wert von Möbel, Hausmiete, Stiefel produziert hat. Bei dieser Klasse der
produktiven Arbeiter selbst erscheint also als „unproduktive Arbeit“ die,
die sie für sich selbst verrichten. Diese unproduktive Arbeit befähigt sie
niemals, ||310] dieselbe unproduktive Arbeit von neuem zu wiederholen,
wenn sie nicht vorher produktiv gearbeitet haben.

Drittens. Andrerseits: Ein entrepreneur von Schauspielhäusern, Kon-
zerten, Bordellen usw. kauft die temporäre Verfügung über das Arbeitsver-
mögen der Schauspieler, Musikanten, Huren etc. - in fact auf einem Um-
weg, der nur ökonomisch-formelles Interesse hat; für das Resultat die
Bewegung dieselbe -; er kauft diese sog. „unproduktive Arbeit“, deren
„Dienste im Augenblick ihrer Leistung vergehen“ und sich nicht fixieren
oder realisieren in „einem dauernden“ (particular! heißt es auch) „Gegen-
stand oder einer verkäuflichen Ware“ (außer ihnen selbst). Der Verkauf
derselben an das Publikum erstattet ihm Salatr und Profit. Und diese ser-
vices, die er so gekauft hat, befähigen ihn, sie wieder zu kaufen, d.h., durch
sie selbst wird der fonds erneuert, aus dem sie bezahlt werden. Dasselbe
gilt z.B. von der Arbeit der clercs?, die ein advocat auf seinern bureau an-
wendet, außerdem daß diese services sich noch in sehr bulky „particular
subjects“®, in der Form von ungeheuren Aktenstößen, meist verkörpern.

Es ist wahr, daß dem entrepreneur selbst diese services aus der Revenue
des Publikums bezahlt werden. Aber es ist nicht minder wahr, daß dies von
allen Produkten gilt, soweit sie in die individuelle Konsumtion eingehn. Das
Land kann zwar diese Dienste als solche nicht exportieren; aber es kann die

% besonderen - ? Schreiber - $ umfangreichen „besonderen Gegenständen“


Dienstverrichter exportieren. So exportiert Frankreich Tanzmeister, Köche
usw. und Deutschland Schulmeister. Allerdings mit dem Export des Tanz-
meisters und Schulmeisters wird auch seine Revenue exportiert, während
der Export von Tanzschuhen und Büchern einen Return? ins Land bringt.

Wenn also einerseits ein Teil der sog. unproduktiven Arbeit sich in
materiellen Gebrauchswerten verkörpert, die ebensogut Waren sein könn-
ten (vendible commodities?),so kann andrerseits ein Teilder bloßen Dienste,
die keine objektive Gestalt annehmen - nicht als Sache getrenntes Dasein
von den Dienstleistenden erhalten, auch nicht als Wertbestandteil in eine
Ware eingehn -, gekauft werden mit Kapital (von dem unmittelbaren Käufer
der Arbeit), ihr eignes Salair ersetzen und einen Profit abwerfen. Kurz, die
Produktion dieser Dienste kann teilweise ebensowohl unter das Kapital
subsumiert werden wie ein Teil der Arbeit, die sich in nützlichen Dingen
verkörpert, direkt von der Revenue gekauft und nicht unter die kapitali-
stische Produktion subsumiert wird.

Viertens. Die ganze Welt der „Waren“ kann in 2 große Partien geteilt
werden. Erstens das Arbeitsvermögen - zweitens die von dem Arbeitsver-
mögen selbst unterschiednen Waren. Der Ankauf solcher Dienste nun, die
das Arbeitsvermögen bilden, erhalten, modifizieren etc. kurz, ihm eine
Spezialität geben oder es auch nur erhalten, also z.B. der Dienst des Schul-
meisters, soweit er „industriell nötig“ oder nützlich, der Dienst des Arztes,
soweit er die Gesundheit erhält, also die Quelle aller Werte, das Arbeits-
vermögen selbst, konserviert usw., sind also Dienste, die an ihre Stelle
setzen „une marchandise qui puisse se vendre etc.“ ?, nämlich das Arbeits-
vermögen selbst, in dessen Produktions- oder Reproduktionskosten diese
Dienste eingehn. Indes wußte A.Smith, wie wenig „education“* in die
Produktionskosten der Masse der working men eingeht. Und unter allen
Umständen gehören die Dienste des Arztes zu den faux frais de production®.
Man kann sie zu den Reparierkosten der Arbeitsvermögen rechnen. Ge-
setzt, daß Salair und Profit zusammenfielen, aus irgendwelchem Grund,
ihrem Gesamtwert nach, z.B., weil die Nation fauler geworden, und zugleich
ihrem Gebrauchswert nach, weil die Arbeit unproduktiver geworden in-
folge von Mißernten etc., kurz, der Teil des Produkts, dessen Wert gleich
der Revenue, nehme ab, weil weniger neue Arbeit in dem letzten Jahr zu-
gesetzt worden und weil die zugesetzte Arbeit unproduktiver. Wollten
Kapitalist und Arbeiter nun nach wie vor dieselbe Wertsumme in materiel-
len Dingen verzehren, so könnten sie weniger Dienste des Arztes, Schul-

3

1 Gegenwert - ? verkäufliche Waren - ? „eine Ware, die man verkaufen kann etc.“ -

* „Bildung“ -® Nebenkosten der Produktion


meisters etc. kaufen. Wären sie gezwungen, dieselbe Ausgabe für beide
fortzusetzen, so müßten sie ihren Konsum in andren Dingen einschränken.
Also klar, daß die Arbeit von Arzt und Schulmeister nicht unmittelbar
den fonds schaffen, aus dem sie bezahlt werden, obgleich ihre Arbeiten
in die Produktionskosten des Fonds eingehn, der überhaupt alle Werte
schafft, nämlich in die Produktionskosten des Arbeitsvermögens.

1311| A.Smith fährt fort:

„Drittens scheint es unter jeder Voraussetzung falsch zu sein, zu sagen, die Arbeit
der Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute vergrößere nicht die reale Revenue
der Gesellschaft. Selbst wenn wir zum Beispiel annehmen, wie es in diesem System
geschieht, daß der Wert des täglichen, monatlichen und jährlichen Konsums dieser
Klasse genau gleich sei dem Wert ihrer täglichen, monatlichen und jährlichen Produk-
tion, so würde daraus doch keineswegs folgen, daß ihre Arbeit nichts zur realen Revenue
der Gesellschaft hinzufügt, zu dem realen Wert des jährlichen Produkts des Bodens
und der Arbeit des Landes. Ein Handwerker zum Beispiel, der in den ersten sechs
Monaten nach der Ernte eine Arbeit im Werte von 10 Livres ausführt, wird auch dann,
wenn er in der gleichen Zeit für 10 Livres Korn und andere lebensnotwendige Produkte
verzehrt, dem Jahresprodukt des Bodens und der Arbeit der Gesellschaft einen Wert
von 10 Livres hinzufügen. Während er eine Halbjahrsrevenue von iO Livres in Korn
und anderen lebensnotwendigen Produkten konsumierte, produzierte seine Arbeit zur
selben Zeit einen gleichen Wert, mit dem er für sich oder einen anderen eine ebensolche
Halbjahrsrevenue kaufen kann. Folglich ist der Wert dessen, was in diesen sechs Mo-
naten sowohl konsumiert als auch produziert wurde, nicht gleich 10, sondern 20 Livres.
Allerdings ist es möglich, daß von diesem Wert in jedem beliebigen Augenblick nie-
mals mehr als {0 Livres auf einmal vorhanden waren. Wären aber das Korn und die
anderen lebensnotwendigen Produkte im Werte von 10 Livres, die der Handwerker
konsumierte, von einem Soldaten oder Dienstboten verzehrt worden, dann wäre der
Wertteil des Jahresprodukts, der am Ende der sechs Monate vorhanden war, um
10 Livres geringer, als er infolge der Arbeit des Handwerkers war. Selbst wenn man
annimmt, daß der von dem Handwerker produzierte Wert in jedem beliebigen Moment
nicht größer ist als der von ihm konsumierte Wert, so ist doch der Gesamtwert der
jedesmal wirklich auf dem Markt vorhandenen Waren infolge seiner Arbeit größer, als

er ohne ihn wäre.“ (l. c., t. III, p. 531-533 [Garnier].)
Ist nicht der Wert der jedesmal auf dem Markt befindlichen Waren

infolge der „unproduktiven Arbeit“ größer, als er es ohne dieselbe sein
würde? Befinden sich nicht in jedem Augenblick auf dem Markt neben
Weizen und Fleisch etc. auch Huren, Advokaten, Predigten, Konzerte,
Theater, Soldaten, Politiker etc.? Diese Burschen oder Burschinnen er-
halten das bl& et autres denr&es de necessit€* oder d’agrement” nicht um-

1 Korn und andere Lebensmittel - ® Vergnügen


sonst. Sie geben dafür oder dringen dafür auf ihre Dienste, die als solche
Dienste einen Gebrauchswert und infolge ihrer Produktionskosten auch
einen Tauschwert haben. In consommablen articles gerechnet besteht
jeden Augenblick, neben den in den denr&es! existierenden consommablen
Artikeln, ein Quantum als services consommabler Artikel. Die Gesamt-
summe der consommablen Artikel ist so in jedem Augenblick größer, als sie
ohne die consommablen services wäre. Zweitens aber ist auch der Wert
größer; denn er ist gleich dem Wert der Waren, die diese services erhalten,
und ist gleich dem Wert der services selbst, indem hier, wie bei jedem Aus-
tausch von Ware gegen Ware, Äquivalent für Äquivalent gegeben wird,
also derselbe Wert doppelt vorhanden ist, einmal auf der Seite des Käufers
und einmal auf der Seite des Verkäufers.
{A,.Smith fährt fort, mit Bezug auf die Physiokraten zu sagen:

„Wenn die Vertreter dieses Systems sagen, die Konsumtion der Handwerker,
Manufakturarbeiter und Kaufleute sei gleich dem Wert dessen, was sie produzieren, so
meinen sie damit wahrscheinlich nichts weiter, als daß die Revenue dieser Arbeiter oder
der für ihren Unterhalt bestimmte Fonds gleich diesem Wert ist“ {viz: la valeur de ce qu’ils
produisent?). (l.c.p. 533.)

Darin hatten die Physiokraten recht mit Bezug auf ouvriers und maitres
zusammengenommen, von deren letziren Profit die Rente nur eine besondre
Rubrik bildet.}

1312| {A.Smith bemerkt bei derselben Gelegenheit, d.h. seiner Kritik
der Physiokraten, 1. IV, ch. IX (edit. Garnier, t. IIJ):

„Das jährliche Produkt des Bodens und der Arbeit einer Gesellschaft kann nur auf
zwei Arten vermehrt werden: entweder erstens durch eine Vervollkommnung des produk-
tiven Vermögens der nützlichen Arbeit, die jeweils in dieser Gesellschaft betrieben wird,
oder zweitens durch eine Vermehrung der Quantität dieser Arbeit. Damit irgendeine Ver-
vollkommnung oder ein Anwachsen der Kraft des produktiven Vermögens der nütz-
lichen Arbeit eintrete, muß sich entweder die Geschicklichkeit des Ärbeiters vervollkomm-
nen oder muß man die Maschinen vervollkommnen, mit denen er arbeitet ... Die Ver-
mehrung der Quantität nützlicher Arbeit, die jeweils in einer Gesellschaft angewendet
wird, hängt ausschließlich von der Vermehrung des Kapitals ab, das sich in Tätigkeit hält;
und die Vermehrung dieses Kapitals muß ihrerseits wieder genau gleich dem Betrag der
Ersparnisse aus ihren Revenuen sein, die entweder diejenigen machen, die dieses Kapital
leiten und verwalten, oder andere, die es ihnen leihen.“ (p. 534, 535.)

3

Hier ein doppelter cercle vicieux®. Erstens: Das jährliche Produkt wird
vermehrt durch größre Produktivität der Arbeit. Alle Mittel, um diese

? Gegenständen - ? nämlich: dem Wert dessen, was sie produzieren - ? Arbeiter und
Unternehmer - * Zirkelschluß


Produktivität zu vergrößern {soweit nicht durch Naturzufälle wie besonders
günstige Saison etc.}, erfordern Vergrößrung des Kapitals. Aber um das
Kapital zu vergrößern, muß das jährliche Produkt der Arbeit vergrößert
werden. Erster cercle. Zweitens: Das jährliche Produkt kann vermehrt wer-
den durch Vermehrung in der Quantität der angewandten Arbeit. Die
Quantität der angewandten Arbeit kann aber nur vermehrt werden, wenn
vorher das Kapital vermehrt ist qui le tient (le travail) en activite!. Zweiter
cercle. Smith hilft sich aus beiden Kreisläufen durch das &pargner“. Unter
diesem Ausdruck versteht er nämlich die Verwandlung von revenue in
capital.

An und für sich schon falsch, den ganzen profit als „Revenue“ des
Kapitalisten aufzufassen. Das Gesetz der kapitalistischen Produktion er-
heischt vielmehr, daß ein Teil der Surplusarbeit, der unbezahlten Arbeit,
die der Arbeiter verrichtet, in Kapital verwandelt wird. Handelt der ein-
zelne Kapitalist als Kapitalist, d.h. als Funktionär des Kapitals, so mag dies
ihm selbst als &pargner erscheinen; es stellt sich aber ihm selbst unter der
Notwendigkeit eines Reservefonds dar. Die Vermehrung des Arbeitsguan-
tums hängt aber nicht nur von der Zahl der Arbeiter ab, sondern von der
Länge des Arbeitstags. Das Quantum der Arbeit kann also vermehrt wer-
den, ohne daß der Teil des Kapitals, der sich in Arbeitslohn auflöst, ver-
mehrt wird. Ebenso braucht unter dieser Voraussetzung die Maschinerie
etc. nicht vermehrt zu werden (obgleich sie sich schneller abnützen würde.
Dies ändert aber nichts an der Sache). Das einzige, was vermehrt werden
müßte, ist der Teil des Rohstoffs, der sich in Samen auflöst etc. Und das
bleibt richtig, daß, ein Land gegeben (vom auswärtigen Handel abstrahiert),
die Mehrarbeit zunächst auf die Agrikultur geworfen werden muß, bevor
sie in den Industrien, die von ihr die matitre brute® erhalten, möglich ist.
Ein Teil dieser matiere brute, wie Kohle, Eisen, Holz, Fische etc. (letztre
z.B. als Dünger), kurz, alle nicht animalischen Düngemittel können durch
bloß vermehrte Arbeit (bei gleichbleibender Arbeiterzahl) beschafft wer-
den. Daran kann es also nicht fehlen. Andrerseits früher nachgewiesen, daß
die Vermehrung der Produktivität ursprünglich stets bloß Konzentration
von Kapital, nicht Akkumulation desselben voraussetzt.[°0] Später aber er-
gänzen sich beide Prozesse.}

{Der Grund, warum die Physiokraten für laissez faire, laisser passer!"?!,
kurz, freie Konkurrenz predigten, richtig enthalten in den folgenden Sätzen
von Smith:

t das sie (die Arbeit) in Tätigkeit hält - ? Sparen - ® den Rohstoff


„Der Handel zwischen diesen beiden verschiedenen Klassen des Volkes“ (cam-
pagne und ville!) „besteht in letzter Instanz im Austausch einer gewissen Menge von
Rohprodukten gegen eine gewisse Menge von Manufakturprodukten. Je teurer folglich
die letzteren sind, um so wohlfeiler werden die ersteren sein; und alles, was in einem
Lande den Preis der Manufakturprodukte erhöht, führt zu einer Senkung des Preises
der Rohprodukte der Erde und folglich zu einer Lähmung der Agrikultur.“

Nun aber alle entraves, gänes aux manufactures et au commerce &tran-
ger?machen die Manufakturwaren etc.teurer. Ergo? etc. (Smith, 1. c.p. 554.)}

1313] Smiths zweite oder vielmehr mit seiner andren durchlaufende
Ansicht von „produktiver“ und „unproduktiver Arbeit“ läuft also darauf
hinaus, daß die erste Arbeit ist, die Ware produziert, die zweite solche, die
„keine Ware“ produziert. Er leugnet nicht, daß die eine Art Arbeit so gut
wie die andre Ware ist. Sieh obenf:

„Die Arbeit der letzteren hat... ihren Wert und verdient ihren Lohn ebenso
wie die der ersteren“

(nämlich ökonomisch; von moralischen etc. Standpunkten handelt es sich
weder bei der einen noch bei der andren Art der Arbeit). Der Begriff der
Ware schließt aber ein, daß sich die Arbeit verkörpert, materialisiert, reali-
siert in ihrem Produkt. Die Arbeit selbst in ihrem unmittelbaren Dasein,
in ihrer lebendigen Existenz, kann nicht unmittelbar als Ware gefaßt wer-
den, sondern nur das Arbeitsvermögen, dessen temporäre Äußerung die
Arbeit selbst ist. Wie die eigentliche Lohnarbeit nur in dieser Weise ent-
wickelt werden kann, so die „unproduktive Arbeit“, die A.Smith überall
bestimmt durch die Produktionskosten, die erheischt sind, um den „un-
produktiven Arbeiter“ zu produzieren. Ware muß also als unterschiedne
Existenz von der Arbeit selbst aufgefaßt werden. Dann aber zerfällt die
Welt der Waren in zwei große Kategorien:

auf der einen Seite die Arbeitsvermögen;

auf der andren Seite die Waren selbst.

Das Materialisieren etc. der Arbeit ist jedoch nicht so schottisch zu
nehmen, wie A.Smith es faßt. Sprechen wir von der Ware als Materiatur
der Arbeit - in dem Sinne ihres Tauschwerts -, so ist dies selbst nur eine
eingebildete, d.h. bloß soziale Existenzweise der Ware, die mit ihrer körper-
lichen Realität nichts zu schaffen hat; sie wird vorgestellt als bestimmtes

Quantum gesellschaftlicher Arbeit oder Geld. Es ist möglich, daß die

1 Land und Stadt -? Fesseln, Beschränkungen, die den Manufakturen und dem Außen-
handel auferlegt sind - ? Folglich - ? siehe vorl. Band, S. 131


konkrete Arbeit, deren Resultat sie ist, keine Spur an ihr zurückläßt. Bei
der Manufakturware bleibt diese Spur in der Form, die dem Rohmaterial
äußerlich bleibt. In dem Ackerbau etc., wenn die Form, die die Ware, z.B.
Weizen, Ochs usw., erhalten haben, auch Produkt menschlicher Arbeit, und
zwar von Generation zu Generation vererbter und sich ergänzender Arbeit
ist, so ist das dem Produkt nicht anzusehn. Bei andrer industrieller Arbeit
liegt es gar nicht im Zweck der Arbeit, die Form des Dings zu ändern, son-
dern nur seine Ortsbestimmung. Z.B., wenn eine Ware von China nach
England gebracht wird etc., so ist die Spur der Arbeit an dem Ding selbst
nicht zu erkennen (außer bei denen, die sich erinnern, daß das Ding kein
englisches Produkt ist). Also in der Art wäre das Materialisieren der Arbeit
in der Ware nicht zu verstehn. (Hier kommt die Täuschung daher, daß sich
ein gesellschaftliches Verhältnis in der Form eines Dings darstellt.)

Wohl aber bleibt richtig, daß die Ware als vergangne, vergegenständ-
lichte Arbeit erscheint, also, wenn sie nicht in der Form eines Dings er-
scheint, nur in der Form des Arbeitsvermögens selbst erscheinen kann;
aber nie unmittelbar (sondern auf einem Umweg, der praktisch gleichgültig
scheint, jedoch es nicht ist in der Bestimmung der verschiednen Arbeits-
löhne) als lebendige Arbeit selbst. Produktive Arbeit wäre also solche, die
Waren produziert oder das Arbeitsvermögen selbst direkt produziert, bil-
det, entwickelt, erhält, reproduziert. Letztre schließt A.Smith von seiner
Rubrik der produktiven Arbeit aus; willkürlich, aber mit einem gewissen
richtigen Instinkt, daß, wenn er sie einschloß, er Tor und Tür öffnete für
false pretensions! produktiver Arbeit.

Soweit also von dem Arbeitsvermögen selbst abstrahiert wird, löst sich
produktive Arbeit in solche auf, die Waren produziert, materielle Produkte,
deren Herstellung ein bestimmtes Quantum Arbeit oder Arbeitszeit ge-
kostet hat. Unter diesen materiellen Produkten sind alle Produkte der Kunst
und Wissenschaft, Bücher, Gemälde, Statuen usw. eingeschlossen, soweit
sie sich dinglich darstellen. Ferner aber muß das Produkt der Arbeit Ware
sein, in dem Sinne, daß es „a vendible commodity“?, d.h. Ware in ihrer
ersten Form, die erst ihre Metamorphose zu durchlaufen hat. (Ein Fabri-
kant mag sich selbst eine Maschine bauen, wenn er sie sonst nirgend gebaut
bekommen kann, nicht um sie zu verkaufen, sondern als Gebrauchswert
zu vernutzen. Indes vernutzt er sie dann als Teil seines konstanten Kapi-
tals, verkauft sie also stückweis in der Form des Produkts, zu dessen Her-
stellung sie konkurriert hat.)

1 unbegründete Ansprüche -? „eine verkäufliche Ware“


1314| Also gewisse Arbeiten von menial servants! mögen sich ebensogut
in Waren (potentia®) darstellen, und sogar in denselben Gebrauchswerten,
stofflich betrachtet. Sie sind aber nicht produktive Arbeit, weil sie in der
Tat nicht „Waren“, sondern unmittelbar „Gebrauchswerte“ produzieren.
Was aber Arbeiten betrifft, die für ihren Käufer oder employer? selbst pro-
duktiv sind, wie z.B. die Arbeit des Schauspielers für den T'heaterentre-
preneur, so würde sie sich dadurch als unproduktive Arbeit ausweisen, daß
ihr Käufer sie nicht in der Form der Ware, sondern nur in der Form der
Tätigkeit selbst dem Publikum verkaufen kann.

Abgesehn von diesem, ist produktive Arbeit solche, die Waren produ-
ziert, und unproduktive Arbeit solche, die persönliche Dienste produziert.
Die erstre Arbeit stellt sich in einem verkaufbaren Ding dar; die letztre
muß während ihrer Operation verzehrt werden. Die erstre schließt (mit
Ausnahme der das Arbeitsvermögen selbst bildenden Arbeit) allen in ding-
licher Form existierenden materiellen und intellektuellen Reichtum, Fleisch
sowohl wie Bücher [ein]; die zweite begreift alle Arbeiten ein, die irgend-
ein eingebildetes oder wirkliches Bedürfnis des Individuums befriedigen
oder auch dem Individuum wider seinen Willen sich aufdrängen.

Ware ist die elementarischste Form des bürgerlichen Reichtums. Die
Erklärung von „produktiver Arbeit“ dahin, daß sie Arbeit ist, die „Ware“
produziert, entspricht also auch einem viel mehr elementarischen Stand-
punkt als die, die erklärt, daß produktive Arbeit solche ist, die Kapital pro-
duziert.,

Die Gegner A.Smiths haben seine erste sachgemäße Erklärung außer
acht gelassen, dagegen sich an die zweite gehalten und die hier unvermeid-
lichen Widersprüche und Inkonsequenzen hervorgehoben. Hier wieder da-
durch sich die Polemik erleichtert, daß auf den stofflichen Inhalt der Arbeit
eingegangen und namentlich auf die Bestimmung, daß die Arbeit sich in
einem mehr oder minder dauerhaften Produkt fixieren muß. Was aber die
Polemik besonders hervorgerufen, werden wir gleich sehn.

Vorher noch dies. A.Smith sagt vom physiokratischen System, daß es
sein großes Verdienst sei, zu haben represented*,

„der Reichtum der Nationen bestehe nicht in dem nicht konsumierbaren Gold und
Silber, sondern in den konsumierbaren Gütern, die alljährlich durch die Arbeit der
Gesellschaft reproduziert werden“. (v. III, 1.IV, ch.IX, p. 538 [Garnier].)

Hier haben wir die Ableitung seiner zweiten Definition of productive?

labour, Die Bestimmung des Mehrwerts hing natürlich ab von der Form,

1 Dienstboten -? der Möglichkeit nach -?Anwender - ? dargestellt - ® in der Handschrift:
distinctive


worin der Wert selbst gefaßt wurde. Im Monetar- und Merkantilsystem
stellt er sich daher als Geld dar; bei den Physiokraten als Produkt der Erde,
als Agrikulturprodukt; endlich bei A.Smith als Ware schlechthin. Soweit
die Physiokraten auf die Substanz des Werts kommen, löst er sich ihnen ganz
so in bloßen Gebrauchswert auf ( Materie, Stoff) wie den Merkantilisten in die
bloße Wertform!, Form, worin das Produkt als allgemeine gesellschaftliche
Arbeit erscheint, Geld; bei A.Smith sind die beiden Bedingungen der Ware,
Gebrauchswert und Tauschwert, zusammengefaßt; und so ist jede Arbeit
produktiv, die sich in irgendeinem Gebrauchswert darstellt, [in] nütz-
lichem Produkt. Daß sie es ist, die sich darin darstellt, schließt schon ein,
daß dies Produkt zugleich gleich bestimmtem Quantum allgemein gesell-
schaftlicher Arbeit. A.Smith, den Physiokraten gegenüber, stellt den Wert
des Produkts als das Essentielle für den bürgerlichen Reichtum wieder her,
streift aber andrerseits die bloß phantastische Form ab - die von Gold
und Silber -, worin den Merkantilisten der Wert erscheint. Jede Ware ist ar
sich Geld. Daß A.Smith damit zugleich auch plus ou moins? in die merkan-
“ tlistische Vorstellung von der „Dauerhaftigkeit*, in fact inconsomma-
bilite®, zurückfällt, ist unverkennbar. Man erinnere sich der Stelle bei Petty
(sieh mein Heft I, p. 109*, wo zitiert Peity, „Polit. Arith.“), wo der Reichtum
geschätzt wird nach den Graden, worin er unvergänglich ist, mehr oder
minder dauerhaft ist, und schließlich Gold und Silber „als unvergäng-
licher Reichtum“ an die Spitze gestellt werden.

„Indem er“ (sagt Blangui, A., „Histoire de l’Econ. polit.", Bruxelles 1839, p. 152)
„die Eigenschaft des Reichtums ausschließlich auf jene Werte beschränkte, die in
materiellen Stoffen verkörpert sind, löschte er aus dem Buche der Produktion die ganze
unbegrenzte Masse der immateriellen Werte aus, der Töchter des moralischen Kapitals
der zivilisierten Nationen“ etc.

### [4. Vulgarisierung der bürgerlichen politischen Ökonomie
in der Bestimmung der produktiven Ärbeit]

Was die Polemik gegen A.Smiths Unterscheidung von produktiver und
unproduktiver Arbeit besonders hervorrief - eine Polemik, die jedoch
hauptsächlich auf die dii minorum gentium? sich beschränkt (von denen
Storch noch der bedeutendste), indem sie sich bei keinem bedeutenden

1]n der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen -
2 mehr oder weniger - ? tatsächlich der Nichtverzehrbarkeit - * siehe Band 13 unserer Aus-
gabe, S. 107 -° niederen Götter


Ökonomen | findet, bei niemand, von-dem man sagen könnte, daß er
irgendeine Entdeckung in der politischen Ökonomie. gemacht; sie ist da-
gegen das Steckenpferd der second-rate fellows! und ganz speziell der
schulmeisterlichen Kompilatoren und Kompendienschreiber, auch schön-
schreibender Dilettanten und Vulgarisateurs auf diesem Gebiet -, sind fol-
gende Umstände.

Der großen Masse sog. „höherer“ Arbeiter - wie der Staatsbeamten;
Militärs, Virtuosen, Ärzte, Pfaffen, Richter, Advokaten usw. -, die zum
Teil nicht nur nicht produktiv sind, sondern wesentlich destruktiv, aber
sehr großen Teil des „materiellen“ Reichtums teils durch Verkauf ihrer
„immateriellen“ Waren, teils durch gewaltsame Aufdrängung derselben
sich anzueignen wissen, war es keineswegs angenehm, ökonomisch in die-
selbe Klasse mit den buffoons und menial servants? verwiesen zu werden
und bloß als Mitkonsumenten, Parasiten der eigentlichen Produzenten
(oder vielmehr Produktionsagenten) zu erscheinen. Es war dies eine sonder-
bare Entheiligung grade der Funktionen, die bisher mit einem Heiligen-
schein umgeben waren, abergläubische Verehrung genossen. Die politische
Ökonomie in ihrer klassischen Periode, ganz wie die Bourgeoisie selbst in
ihrer Parvenuperiode, verhält sich streng und kritisch zu der Staatsmaschi-
nerie etc. Später sieht sie ein und - zeigt sich auch praktisch - lernt sie
durch die Erfahrung, daß aus ihrer eignen Organisation die Notwendigkeit
der ererbten Gesellschaftskombination aller dieser zum Teil ganz unpro-
duktiven Klassen hervorwächst.

Soweit jene „unproduktiven Arbeiter“ nicht Genüsse schaffen ind ihr
Kauf daher ganz abhängt von der Art, wie der Produktionsagent sein Salair
oder seinen Profit verausgaben will - sofern sie vielmehr teils durch phy-
sische Gebrechen (wie Ärzte) oder geistige Schwächen (wie Pfaffen) oder
durch den Konflikt der Privatinteressen und der Nationalinteressen (wie
Staatsleute, alle lawyers®, Polizisten, Soldaten) nötig werden oder sich selbst
nötig machen, erscheinen sie dem A.Smith wie dem industriellen Kapita-
listen selbst und der Arbeiterklasse als faux frais de production, die also
möglichst auf das notwendigste Minimum zu reduzieren und möglichst
wohlfeil herzustellen sind. Die bürgerliche Gesellschaft produziert alles
das in ihrer eignen Form wieder, was sie in feudaler oder absolutistischer
Form bekämpft hatte. Zunächst also für die Sykophanten dieser Gesell-
schaft, speziell der höhern Stände, ein Hauptgeschäft, selbst den bloß para-
sitischen Teil dieser „unproduktiven Arbeiter“ theoretisch zu restaurieren
oder auch die übertriebnen Ansprüche des unentbehrlichen Teils derselben

i

zweitrangigen Burschen - * Possenreißern und Dienstboten - ? Juristen


nachzuweisen. Es war in der Tat die Abhängigkeit der ideologischen etc.
Klassen von den Kapitalisten proklamiert.

Zweitens aber wurde ein Teil der Produktionsagenten (der materiellen
Produktion selbst) bald von diesen, bald von jenen Ökonomen als „unpro-
duktiv“ nachgewiesen. Z.B. der Grundeigentümer von dem Teil der Öko-
nomen, die das industrielle Kapital vertreten (Ricardo). Andre (z.B. Carey)
erklärten den eigentlichen commergant! für einen „unproduktiven“ Arbei-
ter. Nun kamen gar Dritte, die den „Kapitalisten“ selbst für unproduktiv
erklärten oder wenigstens seine Ansprüche an den materiellen Reichtum
auf „Salair“, d.h. auf den Lohn eines „produktiven Arbeiters“, reduzieren
wollten. Viele der geistigen Arbeiter schienen dieser Skepsis sich anzu-
schließen. Es war also Zeit, Kompromiß zu machen und die „Produktivi-
tät“ aller nicht direkt unter die Agenten der materiellen Produktion einge-
schlossenen Klassen anzuerkennen. Eine Hand wäscht die andre, und wie
in der „fable of the bees“!%}! war nachzuweisen, daß auch vom „produk-
tiven“, ökonomischen Standpunkt aus die bürgerliche Welt mit allen den
„unproduktiven Arbeitern“ die beste aller Welten ist; um so mehr, da die
„unproduktiven Arbeiter“ ihrerseits kritische Betrachtungen über die Pro-
duktivität der Klassen anstellten, die überhaupt „fruges consumere nati“ [821
- oder auch über die Produktionsagenten, wie Grundeigentümer, die gar
nichts tun, usw. Sowohl die Nichtstuer als ihre Parasiten mußten ihren Platz
in der besten Weltordnung finden.

Drittens: Wie sich die Herrschaft des Kapitals entwickelte und in der
Tat auch die nicht direkt auf Schöpfung des materiellen Reichtums bezüg-
lichen Produktionssphären immer mehr von ihm abhängig wurden -
namentlich die positiven Wissenschaften (Naturwissenschaften) als Mittel
der materiellen Produktion dienstbar gemacht wurden -, |316] glaubten
sykophantische underlings? der politischen Ökonomie jede Wirkungssphäre
dadurch verherrlichen zu müssen und rechtfertigen, daß sie selbe „im Zu-
sammenhang“ mit der Produktion des materiellen Reichtums darstellten -
als Mittel für denselben - und jeden damit beehrten, daß sie ihn zum „pro-
duktiven Arbeiter“ im „ersten“ Sinn machten, nämlich zu einem labourer,
der im Dienst des Kapitals arbeite, ihm in der einen oder andren Weise
in seiner Bereicherung nützlich sei, etc.

Da sind noch solche Leute wie Malthus vorzuziehn, die direkt die Not-
wendigkeit und Nützlichkeit „unproduktiver Arbeiter“ und bloßer Parasiten
verteidigen. .

1 Händler - ° Schranzen


### [5. Anhänger von Smith’ Auffassungen der produktiven Arbeit.
Zur Geschichte des Gegenstandes]

### [a) Ricardo und Sismondi - Anhänger von Smith’ erster Erklärung
der produktiven Arbeit]

Es ist nicht der Mühe wert, auf die Fadaisen! von G.Garnier (Smiths
Übersetzer), Earl of Lauderdale, Brougham, Say, Storch, später Senior,
Rossi usw. - bezüglich dieses Punkts - einzugehn. Es sollen nur ein paar
charakteristische Stellen zitiert werden.

Vorher noch eine Stelle von Ricardo, worin dieser nachweist, daß den
„produktiven Arbeitern“ es viel nützlicher ist, wenn die Eigentümer des
Mehrwerts (Profit, Grundrente) selbigen aufessen in „unproduktiven Ar-
beitern“ (as menial servants f.1.2), denn in den von den „produktiven Ar-
beitern“ produzierten Luxusprodukten.

{Sismondi: „Nouv. princ.“, t.1, p.148, akzeptiert die richtige Erklärung
des Smithschen Unterschiedes (wie dies auch bei Ricardo als selbstver-
ständlich): Der reelle Unterschied der produktiven und unproduktiven
Klassen ist:

„Die eine tauscht ihre Arbeit immer gegen das Kapital einer Nation aus; die andere
tauscht es immer aus gegen einen Teil der nationalen Revenue.“

Sismondi - ebenfalls nach A.Smith - über den Mehrwert:

„Obgleich der Arbeiter durch seine tägliche Arbeit viel mehr als seine täglichen
Kosten hervorgebracht hat, ist es selten, daß nach Teilung mit Grundbesitzer und
Kapitalist ihm etwas Erkleckliches über das unbedingt Notwendige übrigbleiben.“
(Sismondi, t.1, „N.P. etc.", p. 87.)}

Ricardo sagt:

„Wenn ein Grundeigentümer oder ein Kapitalist seine Revenue nach Art eines
mittelalterlichen Barons ausgibt, nämlich für den Unterhalt einer großen Zahl von
Gefolgsleuten oder Hauspersonal, wird er Verwendung für viel mehr Arbeit schaffen,
als wenn er sie für wertvolle Kleidung oder eine bessere Einrichtung, für Kutschen,
Pferde oder den Kauf irgendwelcher anderen Luxuswaren verausgabt. In beiden Fällen
ist die Nettorevenue ebenso wie die Bruttorevenue die gleiche, jedoch wird die erstere
in verschiedene Waren umgesetzt. Wenn meine Revenue 10 000 /. beträgt, so wird
die fast gleiche Menge produktiver Arbeit verwendet, ob ich sie nun in wertvolle
Kleidung und teure Möbel usw. oder in eine Menge Nahrungsmittel und Kleidung
von gleichem Wert umsetze. Wenn ich aber meine Revenue in Waren der ersten Art

1 Gemeinplätze - ? wie z.B. Dienstboten

10*


umsetzte, so wird danach keine Arbeit mehr beschäftigt, - ich würde mich meiner
Kleider und meiner Möbel erfreuen und damit ist die Angelegenheit beendet. Wenn
ich aber meine Revenue in Nahrungsmittel und Kleider umsetze und es ist mein
Wunsch, Dienstpersonal zu beschäftigen, so werden alle jene, die ich so mit meiner
Revenue von 10 000 !. oder mit den von mir gekauften Nahrungsmitteln und Kleidungs-
stücken beschäftigen kann, der früheren Nachfrage nach Arbeit hinzugefügt, und diese
Vermehrung tritt lediglich ein, weil ich diese Art der Verausgabung meiner Revenue
gewählt habe. Da die Arbeiter also an der Nachfrage nach Arbeit interessiert sind,
müssen sie offensichtlich wünschen, daß soviel wie möglich von der Revenue von den
Ausgaben für Luxuswaren abgezogen wird, um für den Unterhalt von Dienstpersonal

verwendet zu werden.“ (Ricardo, „Princ.“ 3 ed., 1821, p. 475, 476.)

### [B) Frühe Versuche,
zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit zu unterscheiden

(D’Avenant, Petty)]

D' Avenant zitiert aus einem alten Statistiker, Gregory King, eine Liste,
entitled! „Scheme of the Income and Expense of the several Families of Eng-
land, calculated for the year 1688“. Hier teilt studiosus King die Gesamtheit
des Volks in zwei Hauptklassen: „increasing the wealth of the Kingdom,
2675520 heads“ und „decreasing the wealth of the Kingdom, 2 825 000
heads“?; also die erstre „produktive“, die zweite „unproduktive“; die „pro-
duktive“ Klasse besteht aus Lords, Baronets, Knights, Esquires, Gent-
lemen, Persons in Offices und Places?, Kaufleuten im Seehandel, Persons in
the Law, clergymen, freeholders, farmers, persons in liberal arts and scien-
ces, shopkeepers and tradesmen, artisans and handicrafts, Naval Officers,
Military Officers?. Dagegen die „unproduktive“ Klasse: Matrosen (common
seamen), labouring people and out servants (dies sind Ackerbauarbeiter
und Manufakturtaglöhner), cottagers? (noch ?/, der ganzen englischen Be-
völkerung zu D’Avenants Zeiten), |] common soldiers, paupers, gipsies,
thieves, beggars und vagrants generally®. D’Avenant erklärt diese Rang-
liste des studiosus King so:

„Er meint hiermit, daß die erste Volksklasse vom Boden, den Künsten und dem
Gewerbefleiß sich selbst erhält und jedes Jahr etwas zum nationalen Kapital hinzu-

* betitelt - ? „die den Reichtum des Königreichs vermehrt, 2 675 520 Köpfe“, und „die
den Reichtum des Königreichs vermindert, 2 825 000 Köpfe“ - ? Lords, Baronen, Rittern,
Hochwohlgeborenen, Leuten von Stand, Ober- und Unterbeamten - * Juristen, Geistlichen,
Freisassen, Pächtern, in den freien Künsten und Wissenschaften tätigen Personen, Krämern
und Händlern, Handwerkern, Marineoffizieren, Armeeoffizieren - ? Häusler - ® gemeine Sol-
daten, Paupers, Zigeuner, Diebe, Bettler und überhaupt Vagabunden


fügt; und abgesehn hiervon kontribuiert von ihrem Überfluß jedes Jahr soundso viel
zur Erhaltung anderer. Die von der zweiten Klasse halten sich teilweise selbst durch
Arbeit, aber der Rest, wie die Weiber und Kinder dieser, sind auf Kosten der andern
genährt; jährliche Last für das Publikum, indem sie jährlich soviel verzehren, als sonst
hinzugefügt würde zum Generalstock der Nation.“ (D’Avenant, „An Essay upon the
probable methods of making a people gainers in the balance of trade", London 1699, p.23
und p. 50.)

Übrigens für Vorstellungen der Merkantilisten vom Mehrwert die fol-
gende Stelle von D’Avenant nicht uncharakteristisch:

„Die Exportation unsres eignen Produkts muß England reich machen; Gewinner
zu sein in der Handelsbilanz, müssen wir unser eignes Produkt ausführen; damit kaufen
wir die für unseren eigenen Konsum notwendigen Dinge ausländischer Herkunft,
wobei uns ein Überschuß bleibt entweder in Edelmetall oder in Waren, die wir in
andere Länder verkaufen können; dieser Überschuß ist der Profit, den eine Nation aus
dem Handel zieht und der größer oder kleiner ist in Abhängigkeit von der natürlichen
Frugalität des exporticerenden Volkes“ (eine Frugalität, die die Holländer, aber nicht
die Engländer besitzen - l.c. p. 46, 47) „oder von dem niedrigen Preis der Arbeit und
der Manufakturwaren, der ihnen erlaubt, die Waren billig und zu einem Preis zu ver-
kaufen, der auf fremden Märkten nicht unterbotenwerden kann.“ (D’Avenant, l.c.p.45,46.)

{„Bei dem, was im Inland konsumiert wird, verliert der eine nur das, was der
andere gewinnt, und die Nation im allgemeinen ist um nichts reicher; aber alles, was
im Ausland konsumiert wird, ist ein klarer und sicherer Profit.“ („An Essay on the East

India Trade etc.“, Lond. 1697, [p. 31].)}

[Diese, einer Schrift D’Avenants beigedruckte Schrift, die er zu vertei-
digen! sucht !®, ist nicht dieselbe wie die von MeCulloch angeführten
„Considerations on the East India Trade“, 1701.}

Übrigens muß man sich diese Merkantilisten nicht so dumm vorstellen,
wie sie dargestellt werden von den spätern Vulgär-Freetraders. In vol. II
seiner „Discourses on the publick revenues, and on the trade of England etc.“,
London 1698, sagt Davenant u.a.:

„Gold und Silber sind in der Tat das Maß des Handels, aber die Quelle und der
Ursprung davon ist bei allen Nationen das natürliche oder künstliche Produkt des
Landes, d.h., was ihr Land oder was ihre Arbeit und Industrie produzieren. Und dies
ist so wahr, daß eine Nation durch irgendeinen Umstand jeder Art von Geld verlustig
gehn kann, wenn das Volk zahlreich ist, industriell, gewandt im Handel, geschickt in
der Seefahrt; mit guten Häfen versehn, mit einem Boden, fruchtbar an verschiedenen
Artikeln, wird solch ein Volk Handel haben und bald eine Menge von Silber und Gold.
So daß der reelle und effektive Reichtum eines Landes das einheimische Produkt ist.“
(l.c.p.15.) „Gold und Silber sind so weit entfernt, die einzigen Dinge zu sein, die den

2 In der Handschrift: widerlegen


Namen von Schatz oder Reichtum einer Nation verdienen, daß in Wahrheit Gold im
Grunde nicht mehr ist als die Rechenpfennige, womit Menschen in ihrem Geschäfts-
verkehr gewohnt worden sind zu rechnen.“ (l. c.p. 16.) „Wir verstehn das unter Reich-
tum, was den Fürsten und die große Masse seines Volkes in Überfluß, Wohlstand und
Sicherheit erhält; ebenso ist Schatz, was zum Gebrauch des Menschen verwandelt“
(converted) „worden ist für Gold und Silber in Gebäude und Verbesserungen des
Landes; ebenso auch andere Dinge, die gegen diese Metalle eintauschbar sind, wie die
Früchte der Erde, Manufakturwaren oder ausländische Waren und Schiffsvorrat....
Ja, selbst verderbliche Güter können als Reichtum einer Nation angesehen werden,
wenn sie konvertibel, obgleich nicht eingetauscht sind in Gold und Silber; und wir halten
sie nicht nur für Reichtum zwischen Individuum und Individuum, sondern zwischen
einem Land und einem andren.“ (l. c. p. 60, etc.) „Das gemeine Volk ist der Magen des
Staatskörpers. Dieser Magen“ nahm in Spanien das Geld nicht gehörig auf, ||318] ver-
daute es nicht... „Handel und Manufakturen sind die einzigen Media, wodurch solch
eine Digestion und Distribution von Gold und Silber gemacht werden kann, die dem
Staatskörper Nahrung zuführt.“ (l.c. p. 62, 63.)

Übrigens bei Petty auch schon die produktiven Arbeiter (nur schließen sie
noch Soldaten ein):

„Landbauer, Seeleute, Soldaten, Handwerker und Kaufleute sind die wahren
Grundpfeiler jedes Gemeinwesens; alle andern großen Berufe entstehen aus den Schwä-
chen und Fehlern dieser; nun ist der Seemann drei von diesen vier“ (navigator, merchant,
soldier!) ([Petty,] „Poli. Arithmetick etc.*, London 1699, p.177). „Die Arbeit des See-
manns und Fracht der Schiffe ist stets von der Natur einer exportierten Ware, ihr

Überschuß über die Einfuhr bringt Geld ins Land etc.“ (l.c. p. 179.)

Bei der Gelegenheit entwickelt Petty auch wieder die Vorteile der Tei-
lung der Arbeit:

„Die, welche den Seehandel kommandieren, können zu wohlfeilerer Fracht mit
mehr Profit arbeiten als andre zu größerer (teurerer Fracht); denn wie das Kleid wohl-
feiler gemacht wird, wenn der eine etc., der andre etc. tut, so können die, welche den
Schiffshandel kommandieren, verschiedne Arten von Schiffen zu verschiednen Zwecken
bauen, Seeschiffe, Fluß-, Handels-, Kriegs- etc. -schiffe, und dies ein Hauptgrund der
wohlfeileren Fracht [der Holländer] als ihrer Nachbarn, weil sie eine besondere Art von
Schiffen für jeden einzelnen Handelszweig zur Verfügung stellen können.” (l. c. p. 179,

180.)

Hier kommt übrigens bei Petty ganz das A.Smithsche, wenn er weiter
sagt:

Nimmt die Steuer von den Industriellen etc., um zu geben denen, die sich über-
haupt in einer Art beschäftigen, „die kein materielles Ding oder Dinge von wirklichem

1 Seemann, Kaufmann, Soldat


Nutzen und Wert für das Gemeinwesen produzieren - in diesem Fall wird der Reich-
tum publici! vermindert: Anders als solche Beschäftigungen sind Erholungen und Er-
frischungen des Geistes anzusehen, die, mäßig angewendet, Menschen zu Dingen fähig
und geneigt machen, die an sich wichtiger sind.“ (l.c.p. 198.) „Nachdem man berechnet,
wieviel Volk zur industriellen Arbeit nötig, kann der Rest weidlich und ohne Schaden
für die Gemeinheit verwandt werden in den Künsten und Übungen, die dem Ver-
gnügen und der Verschönerung dienen und von denen die größte der Fortschritt der
Naturerkenntnis ist.“ (l.c. p.199.) „Es ist mehr zu gewinnen durch Manufaktur als
Landwirtschaft und mehr durch Handel als Manufaktur.“ (l.c. p. 172.) „Ein Seemann
ist 3 Bauern wert.“ (p. 178.) |VII-318||

IVIII-346| Petty, Mehrwert. In einer Stelle von Petty kann eine Ahnung
von der Natur des Mehrwerts gesehen werden, obgleich er ihn nur in der
Form der Grundrente behandelt. Namentlich wenn sie zusammengestellt
wird mit folgender Stelle, worin er den relativen Wert von Silber und Korn
bestimmt durch die relativen Quantitäten derselben, die in derselben Ar-
beitszeit produziert werden können.

„Wenn jemand eine Unze Silber aus dem Innern der Erde Perus in derselben Zeit
nach London bringen kann, die er zur Produktion eines Bushel Korn brauchen würde,
dann ist das eine der natürliche Preis des anderen; wenn er nun durch Abbau neuer
und ergiebigerer Bergwerke statt der einen zwei Unzen Silber mit dem gleichen Auf-
wand gewinnen kann, wird das Korn bei einem Preis von 10 Shilling pro Bushel ebenso
billig sein wie vorher bei einem Preis von 5 Shilling, caeteris paribus?.“ „Man lasse
hundert Mann zehn Jahre lang arbeiten, um Korn zu ernten, und diesselbe Zahl Leute
die gleiche Zeit, um Silber zu gewinnen, und ich sage, daß der Reinertrag an Silber
der Preis des gesamten Reinertrags an Korn sein wird und gleiche Teile des einen den
Preis gleicher Teile des andern bilden werden.“ „Korn wird zweimal teurer sein, wenn
in der gleichen Zeit zweihundert Landleute das gleiche tun, was hundert leisten könn-
ten." („On Taxes and Contributions“, 1662) (ed. 1679, p. 31, 24, 67.)

Die Stellen, auf die ich oben anspiele, sind folgende:

„Wenn die Gewerbe und schönen Künste wachsen, muß die Landwirtschaft
zurückgehen, oder das Arbeitseinkommen der Landleute muß steigen und infolgedessen
müssen die Renten des Landes fallen.“ (p. 193.) „Wenn in England Gewerbe und Manu-
faktur zugenommen haben ..., wenn sich ihnen ein größerer Teil der Bevölkerung
widmet als früher, und wenn der Preis des Korns heute nicht höher ist als damals, da
es mehr Landleute und weniger im Handel und Gewerbe Beschäftigte gab, dann
müssen schon aus diesem Grunde ... die Renten des Landes fallen: Z.B. unterstelle
den Weizenpreis zu 5 sh. oder 60. d. per Bushel; und wenn die Rente des Landes,
worauf es wächst, die dritte Garbe“ (i.e. part, share?) „ist; dann ist von den 60.d.

1 der Gesellschaft - ? unter sonst gleichen Umständen -? d.h. Teil, Anteil


20 d. für das Land und 40 .d. für den Landmann; aber wenn der Lohn des Landmanns
sich um '/, erheben sollte oder von 8 zu 9d. per Tag, dann erhebt sich der Anteil
des Landmannes am Bushel Weizen von 40 d. auf 45 d., und infolgedessen muß die
Rente des Landes von 20 d. auf 15 d. fallen, denn wir nehmen an, daß der Weizenpreis
derselbe bleibt, um so mehr, da wir ihn nicht erhöhen können, denn wenn wir es versuch-
ten, würde |]347| zu uns (wie nach Holland) Korn vom Auslande gebracht werden, wo
die Lage der Landwirtschaft sich nicht änderte.“ („Polit. Arithmetick“, etc., edit. Lond.
1699, p.193, 194.) |VIII-347|)

I VIII-364| (Petty. Mit der oben angeführten Stelle Pettys ist folgende

zusammenzustellen, wo Rente überhaupt ein surplus value, produit net? ist:

„Nehmen wir an, ein Mann bebaute mit eigener Hand eine bestimmte Fläche Land
mit Korn, das heißt, er pflügt es um, sät, eggt, erntet, fährt das Korn ein, drischt es,
mit einem Wort, er tut alles, was der Ackerbau erfordert. Ich behaupte - wenn dieser
Mann sein Saatgut abgezogen hat sowie alles das, was er selbst verzehrt oder im Aus-
tausch für Kleidung oder für sonstige natürliche Bedürfnisse an andere gegeben hat -
daß das, was an Korn übrigbleibt, die wirkliche Bodenrente für dieses Jahr ist; und der
Durchschnitt von sieben Jahren oder vielmehr die Zahl von Jahren, in denen Mißernte
und gute Ernte ihren Kreislauf durchmachen, gibt die gewöhnliche Rente des mit Korn
bestellten Bodens. Aber eine weitere, wenn auch verwandte Frage ist die: Wieviel Geld
ist dieses Korn oder diese Rente wert? Ich erwidere, es ist soviel wert, wie bei einer
anderen Person übrigbleibt, die ihre beste Zeit dazu verwendet, um ins Land der Erz-
bergwerke zu gehen, Metall zu fördern, es zu reinigen, Münzen zu prägen und es dort-
hin zu bringen, wo die andere Person gesät und das Korn geerntet hat. Die Summe,
die dieser Person nach Abzug aller ihrer Ausgaben übrigbleibt, wird dem Wert nach
völlig gleich sein derMengeKorn, die dem Landmann verbleibt.“ („Traite des taxes“ [#*],
p. 23, 24.)) |VIII-364]|

Ic) John Stuart Mill -
Anhänger von Smith’ zweiter Erklärung der produktiven Arbeit]

IVII-318| Herr J.St.Mill, in „Essays on some unsettled questions of
polit. econ.“, London 1844, plagt sich auch mit der produktiven und unpro-
duktiven Arbeit ab; wo in der Tat zu der Smithschen (zweiten) Erklärung
nichts hinzukommt, als daß auch die Arbeiten produktiv, die das Arbeits-
vermögen selbst produzieren.

„Quellen des Genusses können akkumuliert und aufgehäuft werden; Genuß selbst
nicht. Der Reichtum eines Landes besteht aus der Totalsumme der in ihm enthaltenen
dauernden Quellen des Genusses, seien sie materiell oder immateriell; und Arbeit oder

1 Mehrwert, Nettoprodukt


Ausgabe, welche strebt zu vermehren oder diese dauernden Quellen zu erhalten, ist
produktiv zu nennen.“ (l.c. p.82.) „Was der Mechaniker oder Spinner verzehren,
während sie ihren Dreck lernen, ist produktiv konsumiert, d.h. seine Konsumtion
strebt nicht zu vermindern, sondern zu vermehren die dauernden Quellen des Ge-
nusses im Lande, indem sie die Neuschöpfung dieser Quellen bewirken, was den Betrag
der Konsumtion mehr als wettmacht“. (l. c. p. 83.)

Wir wollen nun kurz durchgehn den Kohl gegen A.Smith über produk-
tive und unproduktive Arbeit.

### [6.] Germain Garnier

1319| In dem V.Band Noten zu seiner Übersetzung von Smiths „Wealth
of Nations“ (Paris 1802).

Garnier teilt über den „travail productif“" im eminenten Sinn die An-
sicht der Physiokraten, die er nur etwas abschwächt. Er bekämpft Smiths
Ansicht, wonach

„produktive Arbeit ... jene ist, die sich in einem Gegenstand realisiert, jene, die
Spuren ihrer Tätigkeit hinterläßt und deren Produkt Gegenstand eines Kaufs oder
Austauschs sein kann.“ (l. c.,t. V, p. 169.) |VII-319|

### [a) Zusammenwerfen der Arbeit, die sich gegen Kapital austauscht,
mit der Arbeit, die sich gegen Revenue austauscht.
Falsche Konzeption vom Ersatz des ganzen Kapitals
durch die Revenue der Konsumenten]

II VITI-347| (Garnier, G.) Er bringt verschiedne Gründe gegen A.Smith

an (zum Teil von den Spätern wiederholt).

„Diese Unterscheidung ist falsch, da sie sich auf einen Unterschied bezieht, der
nicht besteht. Jede Arbeit ist produktiv in dem Sinne, in dem der Autor das Wort
produktiv gebraucht. Die Arbeit der einen wie die der andren dieser beiden Klassen ist
gleich produktiv an irgendeinem Genuß, einer Bequemlichkeit, einem Nutzen für den-
jenigen, der sie bezahlt; sonst würde diese Arbeit keinen Lohn finden.“ [l.c.p.171.]

{Sie ist also produktiv, weil sie irgendeinen Gebrauchswert produziert
und sich verkauft, einen Tauschwert hat, also selbst Ware ist.} In der
Ausführung aber dieses Punkts, als Illustration desselben, führt Garnier
vielmehr Beispiele an, wo die „unproduktiven Arbeiter“ dasselbe tun,

1 die „produktive Arbeit“


denselben Gebrauchswert oder Art des Gebrauchswerts produzieren wie
die „produktiven“. Z.B.:

„Der Diener, der in meinem Dienste steht, mein Feuer anzündet, mich frisiert,
meine Kleider und Möbel reinigt und in Ordnung hält, meine Nahrung zubereitet usw.,
leistet Dienste ganz derselben Art wie die Wäscherin oder Weißnäherin, die die Wäsche
ihrer Kunden reinigt oder instand hält; ... wie der Gastwirt, Garkoch oder Kneipen-
wirt, dessen Beruf es ist, den Leuten Essen zuzubereiten, die bei ihm speisen wollen;
wie der Barbier, Friseur“ (der größte Teil dieser Kerls gehört aber bei A.Smith ebenso-
wenig zu den ouvriers productifs" wie der domestique?), „die unmittelbare Dienste
leisten; endlich wie der Maurer, der Dachdecker, der Tischler, der Glaser, der Ofen-
setzer usw. und jene Menge Bauarbeiter, die man ruft, damit sie Ausbesserungen und
Reparaturen vornehmen, und deren jährliches Einkommen ebensosehr von einfachen
Reparatur- und Erhaltungsarbeiten stammt wie von Neubauten.“ [l.c.p. 171, 172.]

(A.Smith sagt nirgendwo, daß der travail qui se fixe dans un objet
plus ou moins permanent?, nicht ebensogut Reparatur als Neukreatur sein
kann.)

„Diese Art Arbeit besteht weniger im Produzieren als im Erhalten; sie hat weniger
den Zweck, den Dingen, an denen sie sich betätigt, Wert zuzusetzen, als ihrem Verfall
vorzubeugen. Alle diese Arbeiter, den Diener einbegriffen, ersparen demjenigen, der sie
bezahlt, die Arbeit, seine eigenen Sachen instand zu halten.“ |l.c.p. 172.]

(Können also als Maschine zur Erhaltung des Werts betrachtet werden,
oder vielmehr der Gebrauchswerte. Dieser Standpunkt des „epargner“
von travail? weiter geltend gemacht von Destutt de Tracy. Sieh das später.
Die unproduktive Arbeit des einen wird dadurch nicht produktiv, daß sie
dem andren unproduktive Arbeit erspart. Einer von beiden verrichtet sie.
Ein Teil des A.Smithschen travail improductif?, aber auch nur der Teil
derselben, der absolut notwendig ist, um Dinge zu konsumieren, sozusagen
zu den Konsumtionskosten gehört - und dann auch nur, wenn er einem pro-
duktiven Arbeiter diese Zeit spart - notwendig durch die Teilung der Ar-
beit. Indes leugnet A.Smith diese „Teilung der Arbeit“ nicht. Wenn jeder
nach ihm gezwungen wäre, produktive und unproduktive Arbeit zu ver-
richten, und durch die Teilung dieser Arbeitsarten zwischen 2 beides besser
geschähe, änderte dies nichts an dem Umstand, daß die eine dieser Arbei-
ten produktiv und die andre unproduktiv ist.)

„In den weitaus meisten Fällen arbeiten sie deswegen und nur des-
wegen” (damit einer die Arbeit spart, sich selbst zu bedienen, müssen 10

I produktiven Arbeitern - ” Diener - ? die Arbeit, die sich in einem mehr oder weniger
bleibenden Gegenstand fixiert - „Ersparens“ von Arbeit - ° unproduktiven Arbeit


ihn bedienen - eine sonderbare Art, Arbeit zu „sparen“; außerdem die „un-
produktive Arbeit“ dieser Art am meisten von denen angewandt, die nichts
tun); „also sind sie entweder alle produktiv, oder keiner von ihnen ist pro-
duktiv“ (l.c. p.172).

1348| Zweitens. Bei einem Franzosen dürfen die ponts et chaussees! nicht
fehlen. Warum, sagt er, produktiv nennen
„die Arbeit eines Inspektors oder Direktors eines privaten Unternehmens im Handel
oder der Industrie und unproduktiv die eines Verwaltungsbeamten, der die Erhaltung
der öffentlichen Straßen und schiffbaren Kanäle, der Häfen, des Geldwesens und an-
derer großer Einrichtungen überwacht, die die Tätigkeit des Handels beleben, der über
die Sicherheit des Transports und der Verkehrswege und über die Einhaltung der
Verträge wacht usw., und der mit Recht als ein Inspektor der großen sozialen Manufaktur
angesehen werden kann? Das ist eine Arbeit ganz gleicher Art, nur auf viel größerer

Stufenleiter.“ (p. 172, 173.)

Soweit solcher Bursche in der Produktion (resp. Konservation und Re-
produktion) materieller Dinge konkurriert, die verkauft werden könnten, be-
fänden sie sich nicht in den Händen des Staats, würde Smith sie „produk-
tiv“ nennen können. „Inspecteurs de la grande manufacture sociale“? sind
französische Geschöpfe.

Drittens. Hier fällt Garnier ins „Moralische“. Warum soll der „parfu-
meur, der mon odorat“? schmeichelt, produktiv sein und der musicien*?
nicht, der „charme mon oreille“?? (p. 173.) Weil der eine ein materielles
Produkt liefert, würde Smith antworten, der andre nicht. Die Moral und
das „Verdienst“ der beiden Burschen hat nichts mit der Unterscheidung
zu tun.

Viertens. Ist es nicht Widerspruch, daß der „luthier, le facteur d’orgues,
le marchand de musique, le machiniste® etc.“ produktiv und die profes-
sions?, wofür diese Arbeiten nur „pr&paratoires“®, unproduktiv?

„Die einen wie die anderen haben als letzten Zweck ihrer Arbeit einen Konsum der-
selben Art. Wenn der Zweck, den sich die einen setzen, nicht verdient, zur Zahl der
Produkte der Arbeit der Gesellschaft gerechnet zu werden, warum soll man dasjenige
günstiger behandeln, was nur ein Mittel ist, diesen Zweck zu erreichen 2" (l.c. p. 173.)

Nach diesem Raisonnement° ist einer, der Getreide ißt, gradeso produk-
tiv wie der, der es produziert. Denn zu welchem Zweck wird Getreide

1 wörtlich: Brücken und Chausseen (so bezeichnet man in Frankreich die Verwaltung
der Verkehrswege) -* „Inspektoren der großen sozialen Manufaktur” -? „Parfümeriefabri-
kant, der meinem Geruchssinn“ - * Musiker - ® „mein Ohr bezaubert“ - ® „Geigenmacher,
der Orgelbauer, der Notenhändler, der Maschinist“ - ? Berufe - $ „Voraussetzungen” -
9 dieser Schlußfolgerung


produziert? Um eszuessen. Wenn also die Arbeit des Essens nicht produktiv
ist, warum die des Getreidebaues, qui n’est qu’un moyen pour arriver ä
cette fin!? Außerdem produziert der, der ißt, Hirn, Muskel etc., und sind
das nicht ebenso edle Produkte als Gerste oder Weizen? - könnte ein ent-
rüsteter Menschenfreund den A.Smith fragen.

Erstens leugnet A.Smith nicht, daß der unproduktive Arbeiter ein
produit quelconque? produziert. Sonst wäre er überhaupt kein Arbeiter.
Zweitens mag es sonderbar scheinen, daß der Arzt, der die Pillen ver-
schreibt, kein produktiver Arbeiter ist, wohl aber der Apotheker, der sie
dreht. Ebenso der Instrumentenmacher, der die Fiddle macht, nicht aber
der Musikant, der sie spielt. Das würde nur beweisen, daß „produktive
Arbeiter“ Produkte liefern, die keinen Zweck haben, außer als Produktions-
mittel für unproduktive Arbeiter zu dienen. Was aber nicht auffallender,
als daß alle produktiven Arbeiter schließlich erstens die Mittel liefern, um
unproduktive zu zahlen, 2. Produkte liefern, die ohne alle Arbeit konsumiert
werden.

Nach allen diesen Bemerkungen (wovon Nr.II Franzuski, der seine
ponts et chaussdes nicht vergessen kann; Nr. III auf Moral hinausläuft;
Nr. IV entweder den Blödsinn enthält, daß der Konsum ebenso produktiv
wie die Produktion - was falsch in der bürgerlichen Gesellschaft, wo der eine
produziert und der andre konsumiert - oder daß ein Teil der produktiven
Arbeit bloß das Material für unproduktive Arbeiten liefert, was A.Smith
nirgend leugnet, und wovon nur I das Richtige enthält, daß A.Smith mit
seiner 2ten Definition dieselben Arbeiten | produktiv und unproduktiv
nennt - oder vielmehr einen verhältnismäßig geringen Teil seiner „unpro-
duktiven“ Arbeit seiner eignen Definition nach produktiv nennen müßte,
was also nicht gegen die Distinktion, sondern die Subsumtion unter die Di-
stinktion oder die Anwendung derselben spricht -) kömmt studiosus Garnier
endlich zur Sache.

„Der einzige allgemeine Unterschied, den man offenbar zwischen beiden von
Smith ausgedachten Klassen finden könnte, besteht darin, daß bei jener Klasse, die er
produktiv nennt, es immer einen Vermittler zwischen dem Verfertiger des Gegenstandes
und demjenigen, der ihn konsumiert, gibt oder geben kann; während bei jener, die er
unproduktiv nennt, es keinen Vermittler geben kann und das Verhältnis zwischen dem
Arbeiter und dem Konsumenten notwendigerweise direkt und unmittelbar ist. Es ist klar,
daß derjenige, der die Erfahrung des Arztes, die Geschicklichkeit des Chirurgen, das
Wissen des Advokaten, das Talent des Musikers oder Schauspielers oder endlich die

Dienste des Dieners in Anspruch nimmt, notwendigerweise in einem direkten und

1 die nur ein Mittel ist, diesen Zweck zu erreichen - ? irgendein Produkt


unmittelbaren Verhältnis zu jedem dieser verschiedenen Arbeiter im Zeitpunkt ihrer
Arbeit steht; während bei den Berufen der anderen Klasse das zu konsumierende Objekt
aus einem materiellen und greifbaren Ding besteht, das verschiedene Tauschhandlungen
durchlaufen kann, bevor es von seinem Verfertiger zu seinem Konsumenten gelangt.“
(p. 174.)

In diesen letzten Worten zeigt Garnier malgre lui!, welche geheime
Ideenverbindung mit der ersten Smithschen Distinktion (Arbeit, die sich
gegen Kapital austauscht, und solche, die sich gegen Revenue austauscht)
und der letztren ist (Arbeit, die sich in einem materiellen, vendible com-
modity? fixiert, und [solche], die sich nicht darin fixiert). Die letztren kön-
nen ihrer Natur nach der kapitalistischen Produktionsweise meist nicht
unterworfen werden; die andren können. Abgesehn davon, daß auf Basis
der kapitalistischen Produktion, wo der größte Teil der materiellen Waren -
choses mat£rielles et palpables® - unter Herrschaft des Kapitals von Lohn-
arbeitern produziert werden, die [unproduktiven] Arbeiten (oder Dienste,
sei es der Hure, sei es des Papstes) nur bezahlt werden können either out
‚of the salairs of the productive labourers, either out of the profits of their
employers (and the partners in those profits), quite apart from the circum-
stance that those productive labourers produce the material basis of the
subsistence, and, consequently, the existence of the improduktive labourers?.
Es ist aber charakteristisch für den flachen französischen Hund, daß er, der
Nationalökonom sein will, also Explorator der kapitalistischen Produktion,
das, was diese Produktion zur kapitalistischen macht, den Austausch von
Kapital gegen Lohnarbeit statt des direkten Austauschs von Revenue gegen
Lohnarbeit oder der direkten Revenue, die der Arbeiter sich selbst zahlt,
für unwesentlich hält. Damit ist die kapitalistische Produktion selbst eine
unwesentliche Form, statt eine notwendige, wenn auch nur historisch, also
vorübergehend notwendige Form zur Entwicklung der gesellschaftlichen
Produktivkraft der Arbeit und Verwandlung der Arbeit in gesellschaftliche
Arbeit zu sein.

„Auch müßte man von seiner produktiven Klasse alle die Arbeiter abziehen, deren
Arbeit bloß darin besteht, die fertigen Gegenstände zu reinigen, zu erhalten oder zu
reparieren, ohne daß sie daher ein neues Produkt in die Zirkulation bringt.“ (p.175.)

(Smith sagt nirgendwo, daß die Arbeit oder ihr Produkt in das capital
circulant eingehn muß. Sie kann direkt in das capital fixe eingehn, wie die

? ungewollt - ? verkäuflichen Ware - 3 materielle und greifbare Dinge - * entweder aus
den Löhnen der produktiven Arbeiter oder aus den Profiten ihrer Anwender (und der
Teilhaber an diesen Profiten), ganz abgesehen davon, daß diese produktiven Arbeiter die
materielle Basis der Erhaltung und daher der Existenz der unproduktiven Arbeiter schaffen


des Maschinisten, der in einer Fabrik die Maschine repariert. Dann geht
aber ihr Wert in die Zirkulation des Produkts, der Ware ein, und die repara-
teurs etc., die dies domestiquement! tun, tauschen ||350] ihre Arbeit nicht
gegen Kapital, sondern gegen Revenue aus.)

„Infolge dieses Unterschieds wird die unproduktive Klasse, wie Smith bemerkt hat,
nur aus Revenuen erhalten. Da diese Klasse keinen Vermittler zwischen sich und dem
Konsumenten ihrer Produkte hat, das heißt dem, der ihre Arbeit genießt, wird sie
unmittelbar vom Konsumenten bezahlt; dieser aber zahlt nur aus Revenuen. Dagegen
werden die Arbeiter der produktiven Klasse, da sie gewöhnlich von einem Mittelsmann
bezahlt werden, der aus ihrer Arbeit einen Profit schlagen will, meistens aus einem Kapital
bezahlt. Aber dieses Kapital wird schließlich stets durch die Revenue eines Konsu-
menten ersetzt, sonst könnte es nicht zirkulieren und würde seinem Besitzer keinen

Profit abwerfen.“ [p. 175.]

Dieses letztere „mais“? ganz kindisch. Erstens wird ein Teil des Kapi-
tals durch Kapital und nicht durch Revenue ersetzt; obgleich dieser Teil
des Kapitals, je nachdem, zirkuliert oder nicht zirkuliert (wie letztres beim
Samen).

### [5) Ersatz des konstanten Kapitals
mittels Austauschs von Kapital gegen Kapital]

Wenn eine Kohlengrube einem Eisenwerk Kohlen liefert und von die-
sem Eisenwerk Eisen erhält, welches als Produktionsmittel in den Betrieb
der Kohlengrube eingeht, so ist zum Wertbetrag dieses Eisens die Kohle
gegen Kapital ausgetauscht und wechselseitig zu seinem eignen Wertbetrag
das Eisen als Kapital gegen Kohle ausgetauscht. Beide sind Produkte (dem
Gebrauchswert nach betrachtet) neuer Arbeit, obgleich diese Arbeit mit
vorhandnen Arbeitsmitteln produzierte. Aber der Wert des Produkts der
jährlichen Arbeit ist nicht das Produkt der jährlichen [neuzugesetzten] Ar-
beit. Er ersetzt vielmehr den Wert der vergangnen Arbeit, die in den Pro-
duktionsmitteln vergegenständlicht war. Der Teil des Gesamtprodukts also,
der gleich diesem Wert, ist nicht ein Teil des Produkts der jährlichen Arbeit,
sondern Reproduktion der vergangnen Arbeit.

Nehmen wir z.B. das Produkt der täglichen Arbeit einer Kohlengrube,
eines Eisenwerks, eines Holzfällers und einer Maschinenfabrik. Das capital
constant in allen diesen Industrien = }/; der gesamten Wertbestandteile des
Produkts®; d.h. das Verhältnis der präexistierenden Arbeit zur lebendigen
= 1:2, So liefern alle diese Industrien jede täglich ein Produkt vonx,x’,x”,

1 als Diener -? „aber“ -° in der Handschrift: Bestandteile des Kapitals


x". Diese Produkte sind gewisse Quanta von Kohle, Eisen, Holz und Ma-
schine. Als solche Produkte sind sie Produkte der täglichen Arbeit (aber
ebenso der täglich verbrauchten Rohstoffe, Heizungsmittel, Maschinerie
etc., die alle zur täglichen Produktion konkurriert haben). Ihre Werte seien
gleich z, z’,z”, z’. Diese Werte sind nicht das Produkt der täglichen Arbeit,
denn z 3: = > sind bloß gleich dem Wert, den die konstanten Ele-

‚Z'” hatten, ehe sie in die tägliche Arbeit eingingen. Also

[23 2

mente von zZ, zZ, zZ

xWx
stellt auch >> 293 oder ein dritter Teil der produzierten Gebrauchs-
werte bloß den Wert der präexistierenden Arbeit darundersetztsiebeständig.
{Der Austausch, der hier zwischen präexistierender und dem Produkt leben-
diger Arbeit stattfindet, ist ganz andrer Natur als der Austausch zwischen
dem Arbeitsvermögen und den als Kapital existierenden Arbeitsbedingun-

gen.}
x=z; doch das z ist der Wert von ganz x!®®, aber /;z= dem Wert des

x. % .
in ganz x enthaltnen Rohstoffs etc. Also z ein Teil des täglichen Produkts

der Arbeit (aber durchaus nicht Produkt der täglichen Arbeit, sondern viel-
mehr der mit ihr verbundnen vortägigen, präexistierenden Arbeit}, worin
die mit der täglichen Arbeit verbundne präexistierende Arbeit wieder-
erscheint und ersetzt wird. Nun stellt zwar jeder aliquote Teil von x, das
bloß die Quantität der wirklichen Produkte (Eisen, Kohle etc.), seinem
Wert nach !/, präexistierende Arbeit und ?/3 denselben Tag produzierte
oder zugesetzte Arbeit dar. Präexistierende Arbeit und Tagesarbeit gehn in
demselben Verhältnis wie in die Summe der Produkte, so in jedes einzelne
Produkt ein, woraus jene Summe besteht. Teile ich aber das gesamte Pro-
dukt in 2 Teile, setze t/z desselben auf die eine Seite und ?/3 auf die andre, so
ist es dasselbe, als ob das eine t/; nur präexistierende Arbeit, die andren ?/z
nur Tagesarbeit! darstellten. In der Tat stellt das erste /, alle vergangne
Arbeit dar, die in das Gesamtprodukt einging, den ganzen Wert der auf-
gezehrten Produktionsmittel. Nach Abzug dieses !/; können die andren ?/z
also nur das Produkt der Tagesarbeit darstellen. Sie stellen in der Tat das
ganze (Juantum der Tagesarbeit dar, das den Produktionsmitteln zugefügt
wurde.

Die letztren ?/, sind also gleich der Revenue des Produzenten (Profit und
Salair). Er kann sie konsumieren, d.h. in Artikeln auslegen, die in seine

* In der Handschrift: vergangne Arbeit


individuelle Konsumtion eingehn. Gesetzt, diese */; der täglich produzierten
Kohle würden von den Konsumenten oder Käufern nicht mit! Geld, son-
dern mit! den Waren gekauft?, die sie vorher in Geld verwandelt haben, um
Kohle damit zu kaufen. Ein Teil Kohle von diesen 2/3 wird zur Privatheizung
etc. in die individuelle Konsumtion des Kohlenproduzenten selbst eingehn.
Dieser Teil tritt also nicht in Zirkulation, oder wenn er vorher in Zirku-
lation getreten, wird er derselben wieder ||351] von seinen eignen Produ-
zenten entzogen. Minus dieses Teils, den die Produzenten der Kohle selbst
von den ?/3 Kohle konsumieren, müssen sie alles andre (wollen sie es kon-
sumieren) gegen Artikel austauschen, die in die individuelle Konsumtion
eingehn.

Bei diesem Austausch ist es ihnen ganz gleichgültig, ob die Verkäufer der
konsumablen Artikel Kapital oder Revenue gegen Kohle austauschen, d.h.,
ob z.B. der Tuchfabrikant sein Tuch gegen Kohle austauscht, um sein
Privathaus zu heizen (in diesem Fall ist die Kohle selbst wieder Konsum-
tionsartikel für ihn, und er zahlt sie mit Revenue, mit einem Quantum T'uch,
das Profit darstellt), oder ob James, der Lakai des Tuchfabrikanten, das
Tuch, das er als Salair erhalten, gegen die Kohle austauscht (in diesem
Fall letztre wieder Konsumtionsartikel und gegen die Revenue des Tuch-
fabrikanten ausgetauscht, der seine Revenue aber wieder gegen die unpro-
duktive Arbeit des Lakaien ausgetauscht hatte), oder ob der Tuuchfabrikant
Tuch gegen Kohle austauscht, um die in seiner Fabrik nötige, aber auf-
gezehrte Kohle zu ersetzen. (In letztrem Fall stellt das Tuch, das der Tuch-
fabrikant austauscht, für ihn capital constant vor, den Wert eines seiner
Produktionsmittel, und die Kohle stellt ihm nicht nur den Wert, sondern
dies Produktionsmittel in natura vor. Für den Kohlenmann aber ist das
Tuch Konsumtionsartikel, und beide, Tuch wie Kohle, stellen ihm Revenue
vor; die Kohle Revenue in ihrer nicht realisierten, das Tuch Revenue in
ihrer realisierten Form.)

Was aber das letzte t/; der Kohlen betrifft, so kann der Kohlenmann sie
nicht gegen Artikel auslegen, die in seine individuelle Konsumtion eingehn,
nicht als Revenue. Sie gehören dem Produktionsprozeß (oder Reproduk-
tionsprozeß) an und müssen in Eisen, Holz, Maschine verwandelt werden,
in Artikel, die Bestandteile seines konstanten Kapitals bilden und ohne die
die Kohlenproduktion nicht erneuert oder fortgesetzt werden könnte. Er
könnte nun zwar auch dies !/; gegen Konsumtionsartikel austauschen (oder,
was dasselbe ist, gegen das Geld der Produzenten dieser Artikel), aber doch

1 In der Handschrift: in - ? in der Handschrift: verkauft

Theorien über produktive und ünproduktive Arbeit 161

nur unter der Bedingung, daß er diese Konsumtionsartikelwieder austauscht
gegen Eisen, Holz, Maschine, daß sie also weder in seine eigne Konsumtion
noch in Verausgabung seiner Revenue eingehn, sondern in die Konsumtion
und Revenueverausgabung der Produzenten von Holz, Eisen, Maschine,
die aber alle selbst wieder sich in dem Fall befinden, /, ihres Produkts nicht
in Artikel für die individuelle Konsumtion auslegen zu können.

Gesetzt aber nun, Kohle gehe in das capital constant des Eisenprodu-
zenten, Holzproduzenten, Maschinenbauers ein. Ändrerseits geht Eisen,
Holz, Maschine in das capital constant des Kohlenmanns ein. Soweit also
diese ihre Produkte wechselseitig von ihnen zu gleichem Wertbetrag Jin ihre
konstanten Kapitale] eingehn, ersetzen sie sich in natura, und der eine hätte
dem andren nur Bilanz zu zahlen für das surplus, was er mehr von ihm
kauft als an ihn verkauft!. In der Tat tritt das Geld hier in der Praxis (ver-
mittelst Wechsel etc.) auch nur als Zahlungsmittel auf, nicht als Münze, Zir-
kulationsmittel, und zahlt nur die Bilanz. Einen Teil von dem !/, Kohle
wird der Kohlenproduzent zu seiner eignen Reproduktion bedürfen, ganz
wie er einen Teil der ?/, zu seiner eignen Konsumtion von dem Produkt
abzog.

Die ganze Quantität Kohle, Eisen, Holz und Maschine, die sich so
wechselseitig ersetzen durch Austausch von konstantem Kapital gegen kon-
stantes Kapital, von konstantem Kapital in einer Naturalform gegen kon-
stantes Kapital in der andern Naturalform, hat absolut nichts zu tun weder
mit dem Austausch von Revenue gegen konstantes Kapital noch mit dem
Austausch von Revenue gegen Revenue. Er spielt exakt dieselbe Rolle wie
der Samen in der Agrikultur oder der Kapitalstock des Viehs in der Vieh-
zucht. Es ist ein Teil des jährlichen Produkts der Arbeit, aber nicht des Pro-
dukts der jährlichen [neuzugesetzten] Arbeit? (vielmehr des Produkts der jähr-
lichen plus präexistierenden Arbeit), der (bei gleichbleibenden Produktions-
bedingungen) sich selbst jährlich als Produktionsmittel, als capital constant
ersetzt, ohne in eine andre Zirkulation als die zwischen dealers® und dealers
einzugehn und ohne den Wert des Teils des Produkts zu affizieren, der in die
Zirkulation zwischen dealers und consumers* eingeht.°

Gesetzt, das ganze !/; Kohle tausche sich so in natura gegen seine eignen
Produktionselemente, Eisen, Holz, Maschinen, aus. {Es wäre möglich, daß
es sich z.B. bloß gegen Maschine direkt austauschte; aber der Maschinist
würde es wieder als capital constant nicht nur gegen sein eignes, sondern

1 In der Handschrift: was er mehr an ihn verkauft als er von ihm kauft - ? in der Hand-
schrift sind die hier kursiv gegebenen Textstellen mit Bleistift unterstrichen - ® Geschäfts-

leuten - * Konsumenten - ° vgl. vorl. Band, S.93/94 und 112/113

:162 Viertes Kapitel

das des Eisenproduzenten und Holzfällers austauschen.} So würde zwar
‚jeder Zentner von den ?/3 seines Produkts in Kohle, | das er gegen
Konsumtionsartikel austauschte, als Revenue austauschte - wie das ganze
Produkt-,seinem Wertnachaus2 Teilen bestehn.!/3Zentner wäregleich dem
Wert der in dem Zentner aufgezehrten Produktionsmittel, und ?/; Zentner
wäre gleich der von dem Produzenten der Kohle diesem !/, neuzugefügten
Arbeit. Allein, wenn das Gesamtprodukt z.B. = 30000 Zentner, so tauscht
er als Revenue nur aus 20000 Zentner. Die andren 10000 Zentner wären
der Voraussetzung nach durch Eisen, Holz, Maschine etc. etc. ersetzt, kurz,
der ganze Wert der in den 30000 Zentnern aufgezehrten Produktionsmittel
wäre durch Produktionsmittel derselben Art und von gleichem Wertumfang
in natura ersetzt. .

Die Käufer der 20000 Zentner zahlen also in der Tat keinen farthing für
den Wert der in den 20000 Zentnern enthaltnen präexistierenden Arbeit:
denn vom Gesamtprodukt stellen die 20000 nur die ?/, des Werts dar, worin
sich die neuzugesetzte Arbeit realisiert. Es ist also dasselbe, als stellten die
20000 Zentner nur neuzugesetzte (während des Jahrs z.B.) und keine prä-
existierende Arbeit dar. Der Käufer zahlt also in jedem Zentner den ganzen
Wert, präexistierende Arbeit plus neuzugesetzte Arbeit, und dennoch zahlt
er nurneuzugesetzte Arbeit; eben weiler nur eine Quantität von 20000 Zent-
nern kauft, nur die Quantität des Gesamtprodukts kauft, die gleich dem
Wert der gesamten neuzugesetzten Arbeit. Ebensowenig zahlt er den Samen
des Ackerbauers außer dem Weizen, den er ißt. Die Produzenten haben sich
wechselseitig diesen Teil ersetzt; er ist ihnen also nicht zum zweitenmal zu
ersetzen. Sie haben ihn ersetzt mit dem Teil ihres eignen Produkts, das zwar
ährliches Produkt ihrer Arbeit, aber keineswegs das Produkt ihrer jährlichen
Arbeit, vielmehr der Teil ihres jährlichen Produkts ist, der die präexistie-
rende Arbeit vertritt. Ohne die neue Arbeit wäre das Produkt nicht da; aber
ebenso wäre es nicht da ohne die in den Produktionsmitteln vergegenständ-
lichte Arbeit. Wäre es bloß Produkt der neuen Arbeit, so wäre sein Wert
kleiner als er jetzt ist, und darin würde kein Teil des Produkts der Produk-
tion wiederzugeben sein. Wäre aber die andre Weise der Arbeit nicht pro-
duktiver und liefert [nicht] mehr Produkt, obgleich ein Teil des Produkts
der Produktion wiedergegeben werden muß, so würde sie nicht angewandt
werden.

Obgleich nun von dem !/, Kohle kein Wertbestandteil in die 20000 als
Revenue verkauften Zentner Kohle einginge, würde dennoch jeder Wert-
wechsel in dem capital constant, welches das !/; oder 10000 Zentner reprä-
sentierte, einen Wertwechsel in den andren ?/s hervorbringen, die als


Revenue verkauft werden. Die Produktion in Eisen, Holz, Maschine usw.,
kurz, in den Produktionselementen, worin sich das */, des Produkts auflöste,
werde teurer. Die Produktivität der Kohlenarbeit bleibe dieselbe. Mit dem-
selben Quantum Eisen, Holz, Kohle, Maschine und Arbeit werden nach wie
vor 30000 Zentner produziert werden. Aber da Eisen, Holz und Maschine
sich verteuert haben, mehr Arbeitszeit wie früher kosten, müßte mehr
Kohle für sie gegeben werden wie früher.

353] Es wäre nach wie vor das Produkt =30000 Cir. Die Kohlen-
grubenarbeit ist so produktiv geblieben, wie sie früher war. Mit demselben
Quantum lebendiger Arbeit und derselben Masse Holz, Eisen, Maschinerie
etc. produziert sie =30000 Cir., wie früher. Die lebendige Arbeit, wie
früher, stellt sich in demselben Wert dar, sage =20000 1. (in Geld ge-
schätzt). Dagegen kosten Holz, Eisen etc., kurz, das capital constant, jetzt
16000 I. statt 10000 I., d.h., die in ihnen enthaltne Arbeitszeit hat sich um
6/10 oder 60 p.c. vermehrt. Der Wert des Gesamtprodukts jetzt = 36000 I.,
früher = 30000 I.; ist also gewachsen um */,, =20 p.c. Also kostet auch
jeder aliquote Teil des Produkts "/, oder 20 p.c. mehr als früher. Kostete
der Ctr. früher 1 1., so jetzt I.+!/,.=11. 4sh. Früher vom Gesamt-
produkt !/s oder ?/,= capital constant, */;= zugesetzte Arbeit. Jetzt verhält
sich das capital constant zum Wert des Gesamtprodukts = 16000: 36000
=16/,,— Jg. Es beträgt also !/, mehr als früher. Der Teil des Produkts, der
= dem Wert der zugesetzten Arbeit, früher =*/; oder °/, des Produkts,
jetzt =°/,.

Wir haben also:
capital constant zugesetzte Arbeit
Wett = 360001. 16000 I. (*/a des Produkts) 200007, (derselbe Wert wie
früher = °/, des Produkts)
Produkt = 30000 Ctr. 13333 "/; cwis. 16666 */s cwts.

Die Arbeit der Kohlenarbeiter wäre nicht unproduktiver geworden; aber
das Produkt ihrer Arbeit plus der präexistierenden Arbeit wäre unproduk-
tiver geworden; d.h., !/, des Gesamtprodukts mehr wäre erheischt, um
den Wertbestandteil des |]354| capital constant zu ersetzen. !/, weniger von
dem Produkt wäre = dem Wert der zugesetzten Arbeit. Nun werden die
Produzenten von Eisen, Holz etc. nach wie vor nur 10000 cwts. Kohlen
zahlen. Diese kosteten ihnen früher 10000 Z. Sie werden ihnen jetzt 12000 !.
kosten. Ein Teil der Kosten des capital constant würde sich also ausgleichen,
indem für den Teil Kohlen, den sie im Ersatz von Eisen etc. bekämen, sie

117


den aufgeschlagenen Preis zu zahlen hätten. Aber der Kohlenproduzent
muß für 16000 I. Rohmaterial etc. von ihnen kaufen. Bleibt also eine Bilanz
gegen ihn von 4000 I., d.h. 3333!/3 cwts. coal!. Er müßte also nach wie vor
16666°/3 cwts. + 3333!/, cewts.= 20000 cwts. Kohle=2/; des Produkts an
die Konsumenten liefern, die jetzt statt 20000 !. 24000 I. dafür zu zahlen
hätten. Damit würden sie ihm nicht nur Arbeit, sondern einen Teil des
capital constant zu ersetzen haben.

Mit Bezug auf die Konsumenten wäre die Sache sehr einfach. Wenn sie
nach wie vor dasselbe Quantum Kohlen verzehren wollten, müßten sie 1/,
mehr dafür zahlen und hätten damit !/, ihrer Revenue weniger in andren
Produkten auszulegen, wenn für jeden Zweig die Produktionskosten die-
selben geblieben. Die Schwierigkeit liegt nur darin, wie zahlt der Kohlen-
produzent die 4000 !. Eisen, Holz etc., wofür ihre Produzenten keine
Kohle brauchen? Er hat seine 3333!/, cwts., = diesen 4000 I., verkauft
an die Konsumenten von Kohle und dafür Waren aller Art erhalten. Sie
können aber weder in seine Konsumtion noch in die Konsumtion seiner
Arbeiter eingehn, sondern müssen gehn in die Konsumtion der Produzen-
ten von Eisen, Holz etc., denn in diesen Artikeln muß er den Wert seiner
3333!/3 cwts. ersetzen. Man wird sagen: Die Sache ist sehr einfach. Alle
Konsumenten von Kohlen haben !/, weniger von allen andren Waren zu
verzehren oder !/, jeder von seiner Ware mehr für Kohle zu geben. Dies
exakte !/, verzehren die Produzenten von Holz, Eisen etc. mehr. Indes ist
nicht prima facie? einzusehn, wie die verminderte Produktivität im Eisen-
werk, Maschinenbau, Holzfällung etc. ihre Produzenten befähigen soll, eine
größere Revenue als früher zu verzehren, since the price of their articles is
supposed to be equal to their values, and, consequently, to have risen only
in proportion to the diminished productivity of their labour?.

Es ist nun vorausgesetzt, daß Eisen, Holz, Maschinerie um ®/, gestiegen
sind im Wert, um 60 p:c. Dies kann nun bloß aus 2 Ursachen herrühren.
Entweder ist die Eisen-, Holzproduktion etc. unproduktiver geworden, weil
die in ihr angewandte lebendige Arbeit unproduktiver geworden, also mehr
Arbeitsquantum angewandt werden müßte, um dasselbe Produkt zu er-
zeugen. In diesem Fall müßten die. Produzenten ®/, mehr Arbeit anwenden
als früher. Die Arbeitsrate? ist dieselbe geblieben, weil die verminderte
Produktivkraft der Arbeit nur vorübergehend einzelne Produkte trifft. Also
ist auch die Rate des Mehrwerts dieselbe geblieben. Der Produzent braucht

1 Kohle - ? auf den ersten Blick - ? weil der Preis ihrer Artikel der Volaetanie nach
gleich ist ihren Werten und daher nur im Verhältnis zu der verminderten Produktivität ihrer
Arbeit gestiegen ist - ?d.h.: Rate des Arbeitslohns


24 Arbeitstage, wo er früher 15 brauchte, aber er zahlt den Arbeitern nach
wie vor nur 10 Arbeitsstunden auf jeden der 24 [Arbeitstage] und läßt sie
nach wie vor auf jeden derselben 2 [Stunden] umsonst arbeiten. Arbeiteten
die 15 [Arbeiter] also 150 Arbeitsstunden für sich und 30 für ihn, so die 24
für sich 240 und für ihn 48. (Um die Profitrate kümmern wir uns hier nicht.)
Arbeitslohn ist nur gesunken, soweit er in Eisen, Holz etc., verausgabt
wurde, in Maschinerie!, was nicht der Fall. Die 24 Arbeiter verzehren jetzt
3/, mehr als früher die 15. Also können die Kohlenproduzenten soviel mehr
von dem Wert der 3333*/, cwts. an sie absetzen, i.e. an ihren master, der den
Arbeitslohn vorlegt.

Oder die verminderte Produktivität in der Eisen-, Holzproduktion etc.
rührt daher, daß Teile ihres konstanten Kapitals, ihrer Produktionsmittel
sich verteuerthaben. Dann tritt wieder dieselbe Alternative ein, und schließ-
lich muß sich die verminderte Produktivität auflösen in vermehrtes Quan-
tum der angewandten lebendigen Arbeit; also auch vermehrten Arbeitslohn,
den die Konsumenten dem Kohlenmann zum Teil in den 4000 !. gezahlt
haben.

In den Produktionszweigen, worin die Mehrarbeit? angewandt ist, ist die
Masse des Mehrwerts, weil die Zahl der angewandten Arbeiter, gestiegen.
Ändrerseits ist die Profitrate soweit gefallen, als alle Bestandteile ihres capi-
tal constant [gestiegen sind], worin ihr eignes Produkt eingeht; sei es nun,
daß sie selbst einen Teil ihres eignen Produkts wieder als Produktionsmittel
brauchen, sei es, daß, wie bei der Kohle, ihr Produkt als Produktionsmittel
in ihre eignen Produktionsmittel eingeht. Ist aber ihr in Arbeitslohn aus-
gelegtes zirkulierendes Kapital mehr gestiegen als der Teil des konstanten
Kapitals, den sie zu ersetzen haben, so ist auch ihre Profitrate gestiegen, und
sie | verzehren mit einen Teil der 4000 I.

Eine Werterhöhung des konstanten Kapitals (aus verminderter Produk-
tivität der Arbeitszweige, die es liefern, entspringend) erhöht den Wert des
Produkts, worin es als capital constant eingeht, und vermindert den Teil des
Produkts (in natura), der die neuzugesetzte Arbeit ersetzt, macht sie also
unproduktiver, soweit sie in ihrem eignen Produkt geschätzt würde. Für den
Teil des konstanten Kapitals, der sich in natura austauscht, bleibt die Sache
dieselbe. Es wird nach wie vor dasselbe Quantum Eisen, Holz, Kohle in
natura ausgetauscht, um das aufgenutzte Eisen, Holz, Kohle zu ersetzen,
und die Preiserhöhung deckt sich wechselseitig hier. Aber der Überschuß
von Kohle, der jetzt einen Teil des capital constant für den Kohlenmann

1 In der Handschrift folgt ein unleserliches Wort - ? im Sinne von: mehr Arbeitsquantum


bildet und der nicht in diesen Naturalaustausch eingeht, wird nach wie vor
gegen Revenue (im obig erwähnten Fall ein Teil nicht nur gegen Salair,
sondern auch gegen Profit) ausgetauscht, nur daß diese Revenue, statt den
frühren Konsumenten, den Produzenten zukommt, in deren Sphäre größres
Quantum Arbeit angewandt worden, die Arbeiterzahl gewachsen ist.

Produziert ein Industriezweig Produkte, die nur in die individuelle Kon-
sumtion eingehn, weder als Produktionsmittel in eine andre Industrie (näm-
lich hier unter Produktionsmittel immer capital constant zu verstehn) noch
in ihre eigne Reproduktion (wie z.B. in der Agrikultur, Viehzucht, Kohlen-
industrie, worin die Kohle selbst als matiere instrumentale! eingeht), so muß
ihr jährlichesProdukt {etwaiger Überschuß über dasjährlicheProduktgleich-
gültig für diese Frage} immer aus Revenue, Salair oder Profit, bezahltwerden.

Nehmen wir das frühre Beispiel mit der Leinwand.? Drei Ellen Lein-
wand bestehn aus ?/; aus konstantem Kapital und t/ aus zugesetzter Arbeit.
1 Elle Leinwand repräsentiert also zugesetzte Arbeit. Ist der Mehrwert =
25 p.c., so stellen von der I Elle !/, den Profit vor, die andren /, Ellen den
reproduzierten Arbeitslohn. Das !/, konsumiert der Fabrikant selbst, oder,
was dasselbe, andre konsumieren es und zahlen ihm den Wert, den er in
ihren eignen oder andren Waren verzehrt. {Der Vereinfachung wegen hier?
fälschlich der ganze Profit als Revenue aufgefaßt.} Die */, Ellen aber legt er
wieder in Arbeitslohn aus; seine Arbeiter verzehren sie für ihre Revenue
entweder direkt oder im Austausch für andre konsumable Produkte, deren
Besitzer die Leinwand verzehren.

Dieses ist der ganze Teil der 3 Elien Leinwand - die I Elle - die die
Leinwandproduzenten selbst als Revenue verzehren können. Die 2 andren
‚Ellen stellen das konstante Kapital des Fabrikanten vor; sie müssen in die
Produktionsbedingungen der Leinwand, Garn, Maschinerie etc. rück-
verwandelt werden. Von seinemStandpunkt aus ist der Austausch der 2Ellen
Leinwand Austausch von konstantem Kapital; aber er kann sie nur gegen
die Revenue andrer austauschen. Also er zahlt etwa das Garn mit ®/, der
2 Ellen oder ®/, Ellen und die Maschinerie mit ?/,. Spinner und Maschinist
können ein jeder wieder !/; davon konsumieren, also der eine von den
8/, Ellen ®/,, Ellen, der andre von den ?/, [Ellen] ?/;,. Zusammen ®/,, oder
2/, Ellen. Aber ?%/,, oder %/3 Ellen müssen ihnen die Rohstoffe Flachs, Eisen,
Kohle etc. ersetzen, und jeder dieser Artikel löst sich selbst wieder in einen
Teil auf, der Revenue (neuzugesetzte Arbeit), und einen andern, der kon-
stantes Kapital (Rohstoff und capital fixe etc.) vertritt.

? Hilfsstoff - ? siehe vorl. Band, S.81-115 - ? in der Handschrift: hier wegen

Theorien über produktive’ und unproduktive Arbeit 167

Die letzten */, Ellen können aber nur als Revenue verzehrt werden. Was
also schließlich als capital constant im Garn und der Maschine erscheint, .
und womit der Spinner und Maschinist Flachs, Eisen, Kohle ersetzen (ab-.
gesehn von dem Teil von Eisen, Kohle etc., den der Maschinist durch Ma-
schine ersetzt), darf nur einen Teil Flachs, Eisen, Kohle vorstellen, der die
Revenue des Flachs-, Eisen-, Kohlenproduzenten bildet, wofür also kein
capital constant zu ersetzen, oder muß zu dem Teil ihres Produkts gehören,
worin, wie wir oben gezeigt, kein Teil des capital constant eingeht. Ihre
Revenue in Eisen, Kohle, Flachs etc. aber verzehren diese in Leinwand oder .
in andren konsumablen Produkten, weil ihre eignen Produkte als solche gar :
nicht oder nur zum geringen Teil in ihre individuelle Konsumtion eingehn.
So kann ein Teil von Eisen, Flachs etc. sich gegen Produkt austauschen, das
nur in die individuelle Konsumtion eingeht, Leinwand, und dafür dem,
Spinner ganz, dem Maschinisten zum Teil sein konstantes Kapital ersetzen,
während Spinner und Maschinist wieder mit dem Teil ihres Garns, der
Maschine, der Revenue darstellt, Leinwand verzehren und damit das capi-
tal constant des Webers ersetzen.

In der Tat löst sich also die ganze Leinwand in die Profite und Salaire
von Weber, Spinner, Maschinist, Flachsbauer, Kohlen- und Eisenprodu-
zent [auf], während sie zugleich dem Leinwandfabrikanten und Spinner ihr
ganzes konstantes Kapital ersetzen. Aufgehn würde die Rechnung nicht,.,
wenn die letzten Rohstoffproduzenten ihr eignes konstantes Kapital im
Austausch mit der Leinwand zu ersetzen hätten, da dies ein Artikel für die
individuelle Konsumtion ist, der in keine Produktionssphäre als Produk-
tionsmittel, Teil des konstanten Kapitals, eingeht. Die Rechnung:
geht auf, weil die vom Flachsbauer, Kohlenmann, Eisenmann, Maschinisten .
etc. mit ihrem Produkt gekaufte Leinwand ihnen nur den Teil ihres Pro-
dukts ersetzt, der sich für sie in Revenue auflöst, für ihre Käufer in konstan-
tes Kapital. Möglich das nur, weil sie den Teil ihrer Produkte, der sich nicht
in Revenue auflöst, also nicht gegen konsumable Produkte auflösbar, in.
natura ersetzen oder durch Austausch von konstantem Kapital gegen kon-
stantes Kapital. E u

Es kann oben auffallen, daß angenommen ist, die Produktivität der Ar-.
beit in einem gegebnen Industriezweig sei dieselbe geblieben, und dennoch :
habe sie abgenommen, wenn die Produktivität der in diesem Industriezweig
angewandten lebendigen Arbeit in ihrem eignen Produkt geschätzt würde.
Aber die Sache sehr einfach.

Unterstelle, das Produkt der Arbeit eines Spinners sei = 5 lbs. Garn.
Nimm an, dazu brauche er bloß 5 Ibs. Baumwolle (also kein Abfall); das


Ib. Garn koste einen Schilling (wir wollen von der Maschinerie abstrahieren,
i.e. voraussetzen, daß ihr Wert weder gefallen noch gestiegen sei; also ist sie
für den betrachteten Fall = 0). Das Pfund Baumwolle [koste] 8 d. Von den
- 5 sh., die die 5 lbs. Garn kosten, kommen 40 d. 5 x8d.)=3 sh. 4d. auf
die Baumwolle und 5x4 d.=20 d.=1 sh. 8 d. auf die neuzugesetzte
Arbeit. Von dem ganzen Produkt kommen also für 3 sh. 4 d., [das sind]
3+1/,1b. Garn auf das capital constant und 12/3 Ibs. Garn auf die Arbeit.
Also ?/; von den 5lbs. Garn ersetzen konstantes Kapital und !/, von
den 5 lbs. Garn oder 12/3 Ibs. Garn ist der Teil des Produkts, der die Arbeit
bezahlt. Gesetzt, der Preis des lb. Baumwolle stiege jetzt um 50 p.c.,
von 8 d. auf 12 d. oder auf einen sh. Wir haben dann für 5 lbs. Garn
erstens 5 sh. für 5 [lbs.] Baumwolle und | sh. 8.d. für zugesetzte Arbeit,
deren Quantum und daher Wert, in Geld ausgedrückt, derselbe bleibt.
Also kosten die 5 lbs. Garn nun 5 sh. + 1 sh.8d.=6 sh. 8 d. Von diesen
6 sh. 8 d. kommt aber jetzt auf das Rohmaterial 5 sh. und auf die Arbeit
1 sh. dd.

6 sh. 8d.=80 d., wovon 60 d. auf Rohmaterial und 20 d. auf Arbeit
kommen. Die Arbeit bildet jetzt nur noch 20 [d.] von dem Wert der 5 Ibs.,
den 80 d., oder };=25 p.c.; früher 33%/3 p.c. Andrerseits bildet das Roh-
material 60 d.=°/,= 75 p.c.; früher nur 66?/, p.c. Da die 5 lbs. Garn jetzt
80 d. kosten, so kostet I 1b.=®%/, d.=16.d. Für seine 20. d. - den Wert
der [neuzugesetzten] Arbeit - wird also [der Spinner] von den 5 Ibs. Garn
erhalten 1Y/, Ibs., und 3%/, Ibs. für das Rohmaterial. Früher kamen 1?/g Ibs.
auf die Arbeit (Profit und Salair) und 3"/, Ibs. auf das konstante Kapital.
Im eignen Produkt geschätzt, ist die Arbeit also unproduktiver geworden,
obgleich ihre Produktivität dieselbe geblieben und nur das Rohmaterial sich
verteuert hat. Aber sie ist gleich produktiv geblieben, weil dieselbe Arbeit
5 ]bs. Baumwolle in 5 lbs. Garn verwandelt hat in derselben Zeit, und das
eigentliche Produkt dieser Arbeit (dem Gebrauchswert nach) ist nur die
Garnform, die die Baumwolle erhalten. 5 Ibs. Baumwolle haben nach wie vor
von derselben Arbeit Garnform erhalten. Das wirkliche Produkt besteht
aber nicht nur aus dieser Garnform, sondern auch aus der Rohbaumwolle,
dem Stoff, der in diese Form gebracht worden, und der Wert dieses Stoffs
bildet jetzt einen größren Teil des Gesamtprodukts als vorher, im Verhältnis
zur formgebenden Arbeit. Daher wird dasselbe Quantum Spinnarbeit be-
zahlt in weniger Garn, oder der Teil des Produkts, wodurch sie ersetzt wird,
ist kleiner geworden.

Soweit dies.


Ic) Yulgäre Voraussetzungen der Polemik Garniers gegen Smith.
Gariers Rückfall in physiokratische Vorstellungen. Die Ansicht
von der Konsumtion der unproduktiven Arbeiter als Quelle der Produktion -
ein Schritt zurück gegenüber den Physiokraten]

Also erstens falsch, wenn Garnier sagt, daß das ganze Kapital en defini-
tiv! stets ersetzt wird durch die revenu du consommateur?, da ein Teil des
Kapitals durch Kapital und nicht Revenue ersetzt werden kann. Zweitens
an und für sich albern, da die Revenue selbst, soweit sie nicht Salair ist
(oder vom Salair bezahltes Salair, von ihm abgeleitete Revenue), Profit. des
Kapitals ist (oder von dem Profit des Kapitals abgeleitete Revenue). Endlich
albern, daß der Teil des Kapitals, der nicht zirkuliert (in dem Sinn, daß er
sich nicht durch Revenu du consommateur ersetzt), „ne rendrait aucun
profit a son possesseur“?. In der Tat - bei gleichbleibenden Produk-
tionsbedingungen - wirft dieser Teil keinen profit ab (vielmehr keinen
Mehrwert). Aber ohne denselben könnte das Kapital überhaupt seinen
Profit nicht produzieren.

1357| „Alles, was man aus diesem Unterschied schließen kann, ist dies: Um
produktive Leute zu beschäftigen, ist nicht bloß die Revenue desjenigen nötig, der ihre
Arbeit genießt, sondern auch ein Kapital, das Mittelsmännern Profite abwirft; jedoch,
um unproduktive Leute zu beschäftigen, genügt meist eine Revenue, die sie bezahlt.“

(l.c.p. 175.)

Dieser eine Satz ist ein solches Konvolut von Nonsens, daß es daraus
klar wird, daß Garnier, der Übersetzer A.Smiths, in fact den ganzen
A.Smith nicht verstanden hat und namentlich die Essenz des „Wealth of
Nations“ - daß die kapitalistische Produktionsweise die produktivste ist
(was sie unbedingt ist im Vergleich mit den früheren Formen) - auch
nicht ahnt.

Zunächst ist es eine höchst alberne Wendung gegen Smith, der unpro-
duktive Arbeit für solche erklärt, die direkt von Revenue gezahlt wird, zu
bemerken,

„um unproduktive Leute zu beschäftigen, genügt meist eine Revenue, die sie bezahlt“.
Aber nun der Gegensatz:

„Um produktive Leute zu beschäftigen, ist nicht bloß die Revenue desjenigen nötig,
der ihre Arbeit genießt, sondern auch ein Kapital, das Mittelsmännern Profite abwirft.“

2 schließlich -? Revenue des Konsumenten -° „seinem Besitzer keinen Profit abwerfe“

(siehe vorl. Band, S.158)


(Wie produktiv dann erst die Agrikulturarbeit des Herrn Garnier, wo
außer der Revenue, qui jouit du produit de la terre!, außerdem ein Kapital
nötig ist, qui donne nicht nur des profits aux intermediaires?, sondern auch
une rente fonciere au proprietaire?.)

Um zu „employer ces gens productifs“ *, ist nicht erstens Kapital nötig,
das sie anwendet, und zweitens Revenue, die ihre Arbeit genießt, sondern
nichts als Kapital, das die Revenue schafft, welche die Frucht ihrer Arbeit
genießt. Lege ich als Schneider-Kapitalist 1007. in Arbeitslohn aus, so
schaffen mir diese 100 !. z.B. 120/. Sie schaffen mir eine Revenue von 201.,
mit der ich nun, wenn ich will, auch die Schneiderarbeit in der Form des
„Rocks“ genießen kann. Wenn ich dagegen für 20 !. Kleidungsstücke kaufe,
um sie zutragen, so haben mir offenbar diese Kleidungsstücke nicht die 20 1.
geschaffen, mit denen ich sie kaufe. Und dasselbe wäre der Fall, wenn ich
mir einen Schneiderburschen ins Haus kommen ließe und mir von ihm
Röcke für 20 I. zusammennähen ließe. Im ersten Fall nahm ich 20 !. mehr
ein, als ich früher hatte, und im zweiten habe ich, nach der Transaktion,
20 I. weniger, als ich vorher hatte. Übrigens würde ich bald merken, daß
der Schneiderbursche, den ich direkt aus Revenue zahle, zudem den Rock
nicht so wohlfeil macht, als wenn ich ihn von dem intermediaire® kaufe.

Garnier bildet sich ein, daß der Profit vom Konsumenten bezahlt wird.
Der Konsument zahlt den „Wert“ der Ware; und obgleich in dieser ein
Profit steckt für den Kapitalisten, ist die Ware für ihn, den Konsumenten,
wohlfeiler, als wenn er seine Revenue direkt in Arbeit ausgelegt hätte, um
für sein Privatbedürfnis auf der kleinsten Stufenleiter produzieren zu lassen.
Es zeigt sich hier offenbar, daß Garnier nicht die geringste Ahnung davon
hat, was Kapital ist. Er fährt fort:

„Erhalten also nicht viele unproduktive Arbeiter, wie Schauspieler, Musiker usw.,
ihre Arbeitslöhne meistens auf dem Wege über einen Direktor, der Profite aus dem
Kapital zieht, das in derartigen Unternehmen angelegt ist?“ (l.c. p. 175, 176.)

Diese Bemerkung richtig. Zeigt aber nur, daß ein Teil der Arbeiter, die
A.Smith in seiner zweiten Definition unproduktiv nennt, nach seiner ersten
produktiv sind.

„Es folgt daraus, daß man annehmen muß, in einer Gesellschaft, in der die pro-
duktive Klasse sehr zahlreich ist, besteht eine große Akkumulation von Kapitalien in
den Händen der Mittelsmänner oder Unternehmer der Arbeit.“ (l. c. p. 176.)

! die das Produkt des Bodens genießt - * das nicht nur den Mittelsmännern Profite
abwirft - ® dem Grundeigentümer eine Grundrente - * Um „diese produktiven Leute zu
beschäftigen“ - ? Mittelsmann


In der Tat: Massenhafte Lohnarbeit ist nur ein andrer Ausdruck für
massenhaftes Kapital.

„Es ist also nicht, wie Smith annimmt, das Verhältnis zwischen der Masse der
Kapitalien und der der Revenuen, welches das Verhältnis zwischen der produktiven
und der unproduktiven Klasse bestimmt. Dieses letztere Verhältnis scheint vielmehr
von den Sitten und Gewohnheiten des Volkes, von der mehr oder minder fortgeschrit-
tenen Entwicklungsstufe seiner Industrie abzuhängen.“ (p. 177.)

Wenn produktive Arbeiter solche, die vom Kapital, und unproduktive
solche, die von der Revenue bezahlt werden, so verhält sich offenbar die
produktive Klasse zur unproduktiven wie das Kapital zur Revenue. Indes
wird das proportionelle Wachsen beider Klassen nicht nur von dem existie-
renden Verhältnis zwischen der Masse der Kapitalien und der Masse der
Revenuen abhängen. Es wird davon abhängen, in welchem Verhältnis die
wachsende Revenue (Profit) sich in Kapital verwandelt oder als Revenue
verausgabt wird. Obgleich die Bourgeoisie ursprünglich sehr sparsam,
macht sie bei wachsender Produktivität des Kapitals, i.e. der Arbeiter,
358] die Retainerschaft der Feudalen nach. Nach dem letzten Report (1861
oder 1862)* über die Factories betrug die gesamte Anzahl der in den eigent-
lichen factories des U[nited] Klingdom]* angewandten Personen (managers
eingeschlossen) nur 775534, - während die Anzahl der weiblichen Dienst-
boten in England allein I Million betrug. Welche schöne Einrichtung, die
ein Fabrikmädchen 12 Stunden in der Fabrik schwitzen läßt, damit der
Fabrikherr mit einem Teil ihrer unbezahlten Arbeit ihre Schwester als
Magd, ihren Bruder als groom? und ihren Vetter als Soldat oder Polizist in
seinen persönlichen Dienst nehmen kann!

Der letzte Zusatz des Glarnier] ist tautologisch abgeschmackt. Das Ver-
hältnis der produktiven und unproduktiven Klassen hängt [nach ihm] nicht
von dem Verhältnis von Kapitalund Revenue ab, oderrather? von der Masse
der vorhandnen Waren, die in der Form von Kapital oder Revenue veraus-
gabt werden, sondern (?) von den Sitten und habitudes du peuple®, von
dem degre® seiner Industrie. In der Tat tritt die kapitalistische Produktion
erst auf einer gewissen Entwicklungsstufe der Industrie ein.

Als bonapartistischer Senator schwärmt Gamier natürlich für die La-
kaien und Bedienten überhaupt:

* Return to an address of the H.o.C., dated 24 April 1861 (printed I1 Feb. 1862).

1 Vereinigten Königreichs - ? Kammerdiener -? vielmehr -* Gewohnheiten des Volkes -
5 der Entwicklungsstufe


„Bei einer gleichen Zahl von Personen trägt keine Klasse soviel wie die Diener-
schaft dazu bei, die aus den Revenuen stammenden Summen in Kapitelien zu ver-

wandeln.“ (p.181.)

In der Tat, aus keiner Klasse rekrutiert sich ein nichtswürdigerer Teil
des Kleinbürgertums. Garnier begreift nicht, wie Smith,
„ein Mann, der mit soviel Scharfsinn beobachtet hat“, nicht höher schätzt „jenen

Mittelsmann, der an die Seite des Reichen gesetzt ist, um die Überreste der Revenue
aufzulesen, welche dieser so unbekümmert verschwendet“ (l.c. p. 182, 183).

In der Phrase selbst sagt er, daß er bloß „recueillit“ die debris du „reve-
nu“!, Aber woraus besteht diese Revenue? Aus der unbezahlten Arbeit des
produktiven Arbeiters.
Nach all dieser sehr schlechten Polemik gegen Smith erklärt Garnier, in
die Physiokratie zurückfallend, die Agrikulturarbeit für die einzig produk-
tive Arbeit! Und warum? Weil sie

„noch einen neuen Wert schafft, einen Wert, der in dem Augenblick, als diese Arbeit
ihr Wirken begann, in der Gesellschaft nicht vorhanden war, nicht einmal als Äquivalent;
und dieser Wert ist es, der dem Grundeigentümer eine Rente verschafft.“ (l.c. p. 184.)

Also was ist produktive Arbeit? Die, die einen Mehrwert schafft, une
valeur nouvelle? über das &quivalent hinaus, das sie als Salair erhält. Es ist
nun nicht die Schuld Smiths, daß Garnier nicht begreift, daß Austausch
von Kapital gegen Arbeit weiter nichts heißt als eine Ware von gegebnem
Wert, gleich gegebnem Arbeitsquantum, austauschen gegen ein größres
Quantum Arbeit, als in ihr selbst enthalten ist, und so

„einen neuen Wert schaffen, der in dem Augenblick, als diese Arbeit ihr Wirken be-
gann, in der Gesellschaft nicht vorhanden war, nicht einmal als Äquivalent“. |VIII-358]]

I EX-400] 167! Herr G.Garnier hatte 1796 zu Paris herausgegeben: „Abrege
el&mentaire des Principes de l’ Economie Politigue“ . Zusammen mit der physio-
kratischen Ansicht, daß die culture® allein produktiv, findet sich die andre
(die sehr seine Polemik gegen A.Smith erklärt), daß die consommation (die
sehr repräsentiert durch die „travailleurs improductifs“) die Quelle der Pro-
duktion ist und daß sich die Größe der letztren an der Größe der erstren
mißt. Die unproduktiven Arbeiter befriedigen die besoins artificiels* und
konsumieren materielle Produkte, sind so in jeder Art nützlich. Er polemi-
siert daher auch gegen die Ökonomie (Sparsamkeit). Es heißt p. XIII de
son avertissement°:

* „aufliest“ die Überreste der „Revenue“ - * einen neuen Wert - ? Landwirtschaft -
* künstlichen Bedürfnisse - ® seiner Vorrede


„Das Vermögen einer Person vergrößert sich durch Sparsamkeit; das Vermögen
der Gesellschaft dagegen zieht sein Wachstum aus der Zunahme der Konsumtion.“

Und p. 240 im chapitre über die dettes publiques!:

„Die Verbesserung und Erweiterung der Landwirtschaft und daher der Fortschritt
von Industrie und Handel haben keine andere Ursache als die Erweiterung der künst-
lichen Bedürfnisse.“

Ilen conclut que les dettes publiques sont une bonne chose, en ce qu’elles
augmentent ces besoins.? |IX-400|]

ITX-421[| 18! Schmalz. In seiner Kritik der Smithschen Unterscheidung
zwischen travail productif et travail improductif sagt diese deutsche Nach-

geburt der Physiokratie (deutsche Ausgabe 1818):

„Ich bemerke nur ..., daß der Unterschied, den Smith zwischen produktiver und
nichtproduktiver Arbeit macht, sich als unwichtig und nicht sehr genau darstellt, wenn
man bedenkt, daß die Arbeit anderer im allgemeinen für uns nichts als Zeitersparnis
bedeutet und daß diese Zeitersparnis alles ist, was ihren Wert und ihren Preis bildet.“

{Hier verwechselt er, daß durch die von der Teilung der Arbeit ver-
ursachte &conomie du temps? nicht der Wert und der Preis einer Sache be-
stimmt wird, sondern ich mehr Gebrauchswert für denselben Wert erhalte,
die Arbeit produktiver wird, weil in derselben Zeit größres Quantum von
Produkt geliefert wird; aber als Nachhall der Physiokraten darf er natürlich
den Wert nicht in der Arbeitszeit selbst finden.}

„Der Tischler zum Beispiel, welcher mir einen Tisch. anfertigt, und der Bediente,
welcher mir Briefe auf die Post bringt, meine Kleider reinigt und die mir notwendigen
Dinge beschafft, der eine wie der andere leisten einen Dienst von absolut gleicher
Natur: der eine wie der andere ersparen mir sowohl die Zeit, die ich für diese Be-
schäftigung aufwenden müßte, wie auch die, die ich aufwenden müßte, um die Ge-
schicklichkeit und die Fähigkeit dazu mir zu erwerben.“ (Schmalz, „Economie Politique,

trad. par Henri Jouffroy etc.“, t.1, 1826, p. 304.)

Folgende Bemerkung desselben Schmalzschmiertopfes noch wichtig für
die Verbindung in Garnier, for instance seines Konsumtionssystems (und
des ökonomischen Nutzens of vast expenditure?) mit der Physiokratie:

„Dieses System“ (von Quesnay) „macht den Handwerkern und selbst den ein-
fachen Konsumenten ein Verdienst aus ihrer Konsumtion, weil diese Konsumtion, wenn

1 Kapitel über die Staatsschulden - ? Er schließt daraus, daß die Staatsschulden sehr
nützlich sind, da sie diese Bedürfnisse vermehren. - ? Zeitersparnis - * großer Ausgaben


auch indirekt und mittelbar, zum Anwachsen des Nationaleinkommens beiträgt; denn
ohne diese Konsumtion wären die konsumierten Produkte nicht vom Boden produziert
worden und hätten nicht der Revenue des Grundeigentümers hinzugefügt werden können.“

(p. 321.) |IX-421]]

### [7] Ch.Ganilh

### [a) Merkantilistische Auffassung von Austausch und Tauschwert]

IIVINI-358] Ein sehr schlechtes und oberflächliches Machwerk ist das
von Ch.Ganilh: „Des systemes d’econ. polit.“. Erste Ausgabe Paris 1809.
Zweite 1821. (Nach der letztren wird zitiert.) Sein Kohl schließt sich un-
mittelbar an Garnier an, gegen den er polemisiert.

[Canard. in „Principes d’&conomie politique“ !69! definiert „la richesse,
une accumulation de travail superflu“*. Hätte er gesagt, daß sie der travail ist,
der überflüssig ist, um den Arbeiter als Arbeiter am Leben zu erhalten, so
wäre die Definition richtig.}

Das Elementarische, daß die Ware das Element des bürgerlichen Reich-
tums, also die Arbeit, um Reichtum zu produzieren, Ware produzieren

muß, sich selbst oder ihr Produkt verkaufen muß, ist der Ausgangspunkt
des Herrn Ganilh.

„Bei dem heutigen Stand der Zivilisation kennen wir nur die durch den Austausch
vermittelte Arbeit.“ (t. 1.,].c.p. 79.) „Arbeit ohne Austausch kann keinen Reichtum
produzieren.“ (l.c. p. 81.)

Davon jumps® Herr Ganilh sofort ins Merkantilsystem. Weil die Arbeit
ohne Austausch keinen bürgerlichen Reichtum schafft,

„stammt der Reichtum ausschließlich aus dem Handel“ (l.c. p.84).
Oder, wie er später sagt:

„Nur der Tausch oder der Handel gibt den Dingen den Wert“ (l.c. p. 9%). Auf
diesem „Prinzip der Identität von Werten und Reichtum... beruht die Lehre von der
Fruchtbarkeit der allgemeinen Arbeit.“ (l.c. p.9.)

Ganilh erklärt selbst, daß das |]359| „systeme commercial“, das er selbst

eine bloße „modification“ des systeme monetaire® nennt,

„den privaten und den allgemeinen Reichtum von den Tauschwerten der Arbeit ab-
leitet, mögen diese Werte in materiellen, dauernden und beständigen Gegenständen
fixiert sein oder nicht“ (l.c. p. 9).

1 „Reichtum, eine Akkumulation überflüssiger Arbeit“ - ? springt - ? „Handelssystem“ -
% „Modifikation“ des Monetarsystems


Er fällt also in das Merkantilsystem, wie Garnier in das physiokratische.
Sein Schund, if good for nothing elset, ist daher nicht übel zur Charakteri-
stik dieses Systems und seiner Ansichten über den „Mehrwert“, nament-
lich da er diese Ansichten gegen Smith, Ricardo usw. geltend macht.

Reichtum ist valeur &changeable?; jede Arbeit, die eine valeur &change-
able produziert oder selbst eine valeur &changeable hat, produziert daher
Reichtum. Das einzige Wort, wodurch Ganilh als vertiefter Merkantilist
sich zeigt, ist das Wort travail general®. Die Arbeit des einzelnen, oder viel-
mehr ihr Produkt, muß die Form der allgemeinen Arbeit annehmen. Nur
so ist es Tauschwert, Geld. In fact kommt Ganilh darauf zurück, daß Reich-
tum gleich Geld ist; nur nicht mehr bloß Gold und Silber, sondern die Ware
selbst, soweit sie Geld. Er sagt:

„Handelssystem oder der Austausch der Werte der allgemeinen Arbeit.“ (l.c. p. 98.)

Der Blödsinn: Das produit ist valeur als Dasein, alsincarnation du travail
general, aber nicht als „valeur du travail general“ °, was gleich valeur de la
valeur® wäre. Aber vorausgesetzt, die Ware ist als valeur konstituiert, hat
meinetwegen selbst die Form des Gelds. Ist metamorphosiert. Sie ist jetzt
valeur &changeable. Aber wie groß ist ihr Wert? Valeur &changeable sind
alle Waren. Dadurch unterscheiden sie sich nicht. Was macht aber die
valeur &changeable einer bestimmten Ware? Hier bleibt Ganilh bei der roh-
sten Erscheinung stehn. A ist großer Tauschwert, wenn es sich gegen viel
B, C, D etc. austauscht.

Ganilh hat ganz recht gegen Ricardo und die meisten Ökonomen, wenn
er sagt, sie betrachten den travail sans l’echange’”, obgleich ihr System, wie
das ganze bürgerliche System, auf dem Tauschwert ruht. Dies kömmt aber
nur daher, daß ihnen die Form des Produkts als Ware als selbstwerständlich
erscheint und sie daher nur die Wertgröße betrachten. Im Austausch be-
währen sich die Produkte der einzelnen erst als Produkte der allgemeinen
Arbeit, indem sie sich als Geld darstellen. Diese Relativität legt aber schon
darin, daß sie sich als Dasein der allgemeinen Arbeit darstellen müssen und
nur auf es als relative, nur quantitativ verschiedne Ausdrücke der gesell-
schaftlichen Arbeit reduziert werden. Aber der Austausch selbst gibt ihnen
nicht die Werigröße. In ihm werden sie als allgemein gesellschaftliche Arbeit
dargestellt; und wieweit sie sich als solche darstellen können, hängt selbst
vom Umfang ab, worin sie sich als gesellschaftliche Arbeit darstellen können,

1 wenn er auch sonst nichts taugt - ? Tauschwert - ? allgemeine Arbeit - * Verkörperung

der allgemeinen Arbeit - „Wert der allgemeinen Arbeit“ - Wert des Werts — "die Arbeit
ohne den Austausch :


also vom Umfang der Waren, wogegen sie sich austauschen können, also
von der Ausdehnung des Markts, des Handels, von der Reihe der Waren,
worin sie sich als Tauschwert ausdrücken. Z.B., würden nur 4 verschiedne
Produktionszweige existieren, so würde jeder der 4 Produzenten einen großen
Teil seiner Produkte für sich selbst produzieren. Existieren 1000de, so kann
der [einzelne] sein ganzes Produkt als Ware produzieren. Es kann ganz in
den Austausch eingehn. Aber Ganilh bildet sich mit den Merkantilisten ein,
daß die Wertgröße selbst das Produkt des Austauschs ist, während es doch nur
die Form des Werts ist oder die Form der Ware, die das Produkt durch den
Austausch erhält.

„Der Austausch gibt den Dingen einen Wert, den sie ohne ihn nicht hätten.“ (p. 102.)

Wenn dies heißen soll, die choses!, Gebrauchswerte, werden nur valeur,
erhalten diese Form als relative Ausdrücke der gesellschaftlichen Arbeit,
so ist es eine Tautologie. Wenn es heißen soll, sie erhalten durch den Aus-
tausch une plus grande valeur qu’elles n’auraient en sans lui?, so ist es
offenbar Blödsinn, denn der &change kann die Wertgröße von A nur erhöhn,
indem er die von B erniedrigt. Soweit er A einen größeren Wert gibt, als es
vor dem Austausch hat, gibt er B einen kleinren. A+ B also vor wie nach

‚dem Austausch derselbe Wert.

„Die nützlichsten Produkte können keinen Wert haben, wenn ihnen der Austausch
ihn nicht gibt.“

{D’abord?, wenn diese choses „produits“ sind, sind sie von vornherein
Produkte der Arbeit, nicht allgemein elementarische Natürlichkeiten wie
Luft etc.; wenn sie „les plus utiles“* sind, sind sie Gebrauchswerte im
‚erninenten Sinn, Gebrauchswerte, deren jeder bedarf; wenn der change
ihnen keine valeur gibt, dies nur möglich, wenn jeder sie selbst produziert
für sich selbst; dies widerspricht ||360] aber der Voraussetzung, daß sie für
.den &change produziert werden; also die ganze Voraussetzung Blödsinn.)

„Und die nutzlosesten Produkte können sehr großen Wert haben, wenn der Aus-
tausch ihnen günstig ist.“ (p. 104.)

Der „echange“ scheint Herrn Glanilh] eine mystische Person. Wenn die
„produits les plus inutiles“? zu nichts nütze sind, keinen Gebrauchswert
haben, wer wird sie kaufen? Für den Käufer müssen sie also jedenfalls eine

1 Dinge -* einen größeren Wert, den sie ohne ihn nicht hätten -® Zunächst - * „die nütz-
lichsten“ -° „nutzlosesten Produkte“


eingebildete „utilit&“! haben. Und wenn er kein Narr ist, warum er soll sie
teurer bezahlen? Ihre Teuerkeit muß also von einem Umstand herrühren,
der jedenfalls nicht aus ihrer „inutilite“ * stammt. Ihre „Seltenheit“, raret@?
Aber Ganilh nennt sie „les produits les plus inutiles“?. Da sie also Produkte
sind, warum werden sie nicht massenhafter produziert, trotz ihres großen
„valeur &changeable“? War vorhin der Käufer ein Narr, der viel Geld gab
für etwas, was für ihn selbst weder einen wirklichen noch einen eingebilde-
ten Gebrauchswert hat, so ist [es] jetzt der Verkäufer, der diese trifles* von
großem Tauschwert nicht produziert, statt der utilites von kleinem. Daß ihr
Tauschwert groß, trotz ihres geringen Gebrauchswerts (der Gebrauchs-
wert nach den Naturbedürfnissen der Menschen bestimmt), muß also aus
einem Umstand herrühren, der nicht von dem Herrn &change, sondern von
dem produit selbst herstammt. Sein hoher Tauschwert ist also nicht das Pro-
dukt des echange, sondern erscheint nur in demselben.

„Der ausgetauschte Wert der Dinge und nicht ihr austauschbarer Wert bestimmt
den wahren Wert, jenen, der gleichbedeutend ist mit dem Reichtum.“ (l. c. p. 104.)

Aber die valeur &changeable ist ein Verhältnis der chose zu den andren
choses, mit denen sie ausgetauscht werden kann. {Es liegt das Richtige zu
Grund; was die Verwandlung der Ware in Geld erzwingt, ist, daß sie als
valeur &changeable in den Austausch eingehn soll, als solcher aber erst sein
Resultat ist.} Dagegen die valeur &chang&e? von A ist ein bestimmtes Quan-
tum Produkte B, C, D etc. Also nicht mehr valeur (nach Herrn Glanilh]),
sondern chose sans change®. B, C, D etc. waren keine „Werte“. A ist es ge-
worden, indem an seine Stelle (als valeur &chang&e) diese Nichtwerte ge-
treten sind. Durch den bloßen Stellenwechsel sind diese choses, nachdem
sie aus dem Austausch herausgetreten, sich in derselben Position wie früher
befinden, valeurs geworden.

„Es ist also weder der wirkliche Nutzen der Dinge noch ihr innerer Wert, der sie
zu Reichtum macht; es ist der Austausch, der ihren Wert fixiert und determiniert, und
es ist dieser Wert, der sie dem Reichtum gleichmacht.“ (l. c. p. 105.)

Der Herr change fixiert und determiniert etwas, was da war oder nicht
da war. Macht er erst die valeur des choses’, so hört diese valeur, dies sein
Produkt, auf, sobald er selbst aufhört. Was er also macht, entmacht er eben-
sosehr. Ich tausche A gegenB+ C + D aus. Im Akt dieses Austauschs be-
kommt A valeur. Sobald der Akt vorüber ist, steht B+ C + D auf der Seite

? „Nützlichkeit“ -* „Nutzlosigkeit" -° „die nutzlosesten Produkte“ - * nutzlosen Gegen-
stände -° der ausgetauschte Wert - * Ding ohne Austausch - ” den Wert der Dinge


von Aund A aufder SeitevorB-+C + D. Und zwar stehn sie jedes für sich,
außerhalb des Herrn Echange, der bloß in diesem Stellenwechsel bestand.
B-+C + Dsind jetzt choses, keine valeurs. So ist [es auch mit] A. Oder der
echange „fixiert und determiniert“ im eigentlichen Sinn. Ein Kraftmesser
determiniert und fixiert den Kraftgrad meiner Muskeln, macht sie nicht.
Dann ist die valeur nicht durch den &change produziert.

„Es gibt in Wirklichkeit keinen Reichtum für die einzelnen und für die
Völker, außer wenn jeder für alle arbeitet“ (d.h., wenn seine Arbeit sich
als allgemeine gesellschaftliche Arbeit darstellt, denn sonst wäre dies Unsinn;
da ein Eisenfabrikant sonst, von dieser Form abgesehn, nicht für tous!,
sondern nur für Eisenkonsumenten arbeitet) „und alle für jeden“ (was wie-
der Unsinn ist, wenn vom Gebrauchswert die Rede, denn die Produkte der
tous sind lauter besondre Produkte, und chacun? braucht nur besondre
Produkte; es heißt also wieder nichts, als daß jedes besondre Produkt eine
Form annimmt, worin es für jeden existiert, und so existiert es nur, nicht
insofern es als besondres Produkt sich von dem Produkt des chacun unter-
scheidet, sondern mit ihm identisch ist; wieder die Form der gesellschaft-
lichen Arbeit, wie sie auf Grundlage der Warenproduktion sich darstellt)
(l. c. p.108).

1361| Aus dieser Bestimmung - Tauschwert gleich der Darstellung der
Arbeit des isoliert einzelnen als allgemeine gesellschaftliche Arbeit - fällt
Glanilh] wieder in die rohste Vorstellung: Tauschwert gleich dem Verhält-
nis, worin Ware A’sich gegen Ware B, C, D etc. austauscht. A hat großen
Tauschwert, wenn sich viel B, C, D dafür gibt; aber dann gibt sich wenig
A für B, C, D. Der Reichtum besteht aus Tauschwert. Der Tauschwert
besteht aus der relativen Propertion, worin die Produkte sich gegeneinander
austauschen. Die Gesamtsumme der Produkte hat also keinen Tauschwert,
denn sie tauscht sich gegen nichts aus. Also hat die Gesellschaft, deren
Reichtum aus Tauschwerten besteht, keinen Reichtum. Es folgt daher nicht
nur, wie Glanilh] selbst schließt, daß der „Nationalreichtum, der sich aus
den Tauschwerten der Arbeit zusammensetzt“ (p.108), nie wachsen und
nie fallen kann im Tauschwert (also kein Mehrwert), sondern daß er über-
haupt keinen Tauschwert hat, also kein richesse? ist, da der richesse nur
aus valeurs &changeables besteht.

„Wenn der Überfluß an Korn dessen Wert sinken läßt, werden die Landwirte
weniger reich sein, weil sie weniger Tauschwerte besitzen, um sich die Dinge zu
verschaffen, die zum Leben notwendig, nützlich oder angenehm sind; aber die

3 alle - 2: jeder - ? Reichtum


Konsumenten des Korns werden ebensoviel profitieren, wie die Landwirte verlieren
werden: Der Verlust der einen wird aufgewogen durch den Gewinn der anderen,
und der allgemeine Reichtum wird keine Veränderung erleiden.“ (p. 108, 109.)

Pardon! Die consommateurs du bl&' verzehren den ble und nicht die
valeur &changeable du bl&?. Sie sind reicher an Nahrungsmitteln, aber nicht
an valeur &changeable. Sie haben wenig von ihren Produkten - die einen
großen Tauschwert haben wegen ihrer relativen Wenigkeit, verglichen zur
Masse des bl&, wogegen sie sich austauschen - gegen den bl& ausgetauscht.
Die cultivateurs? haben nun den hohen Tauschwert erhalten und die con-
sommateurs den vielen bl& von geringrem Tauschwert, so daß nun sie die
Armen und die cultivateurs die Reichen sind.

Ferner verliert die Summe (die gesellschaftliche Summe der Tausch-
werte) ihre Natur, Tauschwert zu sein, im selben Grad, wie sie Summe von
Tauschwerten wird. A,B, C, D, E, F haben Tauschwert, soweit sie sich
gegeneinander austauschen. Sind sie ausgetauscht, so sind sie alle Produkte
für ihre Konsumenten, ihre Käufer. Durch den Wechsel der Hände haben
sie aufgehört, Tauschwert zu sein. Damit ist der Reichtum der Gesellschaft,
qui se compose des valeurs &changeables*, verschwunden. Der Wert von A
ist relativ; er ist sein Austauschverhältnis gegen B, C etc. A + B haben
weniger Tauschwert, weil ihr Tauschwert nur noch im Verhältnis zu C,D,
E, F besteht. Aber die Summe A,B, C,D, E, F hat gar keinen Tauschwert,
weil sie kein Verhältnis ausdrückt. Die Summe der Waren tauscht sich nicht
aus gegen andre Ware. Also der Reichtum der Gesellschaft, der aus Tausch-
werten besteht, hat keinen Tauschwert und ist daher kein Reichtum.

„Daher kommt es, daß es schwierig und vielleicht unmöglich für ein Land ist,
sich durch den Binnenhandel zu bereichern; etwas anders verhält es sich mit den

Völkern, die Außenhandel treiben.“ (l.c. p. 109.) .

_ Dies das alte Merkantilsystem. Der Wert besteht darin, daß ich kein
Äquivalent, sondern mehr als das Äquivalent bekomme. Zugleich gibt es
aber kein Äquivalent, denn dies setzte voraus, daß der Wert von A und der
Wert von B bestimmt sind nicht durch das Verhältnis von A in B oder
von B in A, sondern durch ein Drittes, worin A und B identisch. Gibt es
aber kein Äquivalent, so gibt es auch keinen Überschuß über das Äqui-
valent. Ich bekomme weniger Gold für Eisen als Eisen für Gold. Jetzt
habe ich mehr Eisen, wofür ich weniger Gold bekomme. Gewinne ich also

1 Konsumenten des Korns - 2 den Tauschwert des Korns - 3 Landwirte - der sich aus
Tauschwerten zusammensetzt

12?


ursprünglich, weil weniger Gold gleich mehr Eisen!, so verliere ich jetzt
ebensoviel, weil mehr Eisen gleich weniger Gold.

### [b) Einordnung jeglicher bezahlten Arbeit unter produktive Arbeit]

„Jede Arbeit, welches immer ihre Natur sei, produziert Reichtum, vorausgesetzt,
daß sie einen Tauschwert hat.“ (l. cc. p.119.) „Der Austausch nimmt Rücksicht weder
auf die Quantität noch auf den Stoff, noch auf die Dauer der Produkte.“ (l.c. p. 121.)
„Alle“ (les travaux?) „sind ebenso produktiv, wie die Summe beträgt, gegen die sie aus-
getauscht wurden.“ (p. 121, 122.)

Erst sind sie &galement productifs de la somme?, nämlich der Preis, womit
sie gezahlt werden (der Wert ihres Salairs). Aber gleich geht Glanilh] noch
einen Schritt weiter. Die immaterielle Arbeit produziert das materielle
Produkt, wogegen sie sich austauscht, so daß es scheint, daß die materielle
Arbeit das Produkt der immateriellen produziert.

3

362] „Es gibt keinen Unterschied zwischen der Arbeit eines .Arbeiters, der eine
Kommode herstellt, deren Austausch ihm einen Scheffel Korn einbringt, und der
Arbeit eines Musikanten, die ihm einen Scheffel Korn einbringt. Beide Male wurde
ein Scheffel Korn produziert, ein Scheffel, um die Kommode zu bezahlen, und ein
Scheffel, um das Vergnügen zu bezahlen, das der Musikant bereitet hat. Allerdings,
wenn der Tischler seinen Scheffel Korn verzehrt hat, bleibt die Kommode, und wenn
der Musikant seinen Scheffel Korn verzehrt hat, bleibt nichts; aber mit wie vielen
Arbeiten, die als produktiv gelten, ist das gleiche der Fall!... nicht nach dem, was
nach dem Konsum bleibt, kann man beurteilen, ob eine Arbeit produktiv oder steril
ist, sondern nach dem Austausch oder nach der Produktion, die von ihr hervorgerufen wird.
Da nun die Arbeit des Musikanten ebensogut wie die des Tischlers die Ursache der
Produktion eines Scheffels Korn ist, produzieren beide in gleicher Weise einen Scheffel
Korn, obwohl die eine nach ihrer Vollendung sich in keinem dauernden Gegenstand
fixiert und realisiert und die andere sich in einem dauernden Gegenstand fixiert und
realisiert.“ (l.c. p. 122, 123.)

„A. Smith möchte die Zahl der Arbeiter verringern, die keine nützliche Arbeit
leisten, um die Zahl der Arbeiter zu vermehren, die mit nützlicher Arbeit beschäftigt
sind; aber man hat nicht beachtet, daß, wenn dieser Wunsch in Erfüllung gehen
könnte, jeder Reichtum unmöglich wäre, da den Produzenten die Konsumenten fehlen
würden und die nicht konsumierten Überschüsse nicht reproduziert werden könnten.
Die produktiven Klassen geben die Produkte ihrer Arbeiten den Klassen, deren Arbeit
keine materiellen Produkte liefert, nicht umsonst“ (hier unterscheidet er also doch selbst
travaux qui donnent des produits mat£riels et travaux qui n’en donnent point‘); „sie

1 In der Handschrift: weil mehr Gold = weniger Eisen - ? die Arbeiten - ? ebenso
produktiv wie die Summe - * Arbeiten, die materielle Produkte liefern, und Arbeiten, die
keine liefern


geben sie ihnen im Austausch für Bequemlichkeiten, Vergnügungen oder Genüsse,
die sie von ihnen erhalten, und, um sie ihnen geben zu können, sind sie gezwungen, sie zu
produzieren. Wenn die materiellen Produkte der Arbeit nicht verwendet würden, die
Arbeiten zu entlohnen, die keine materiellen Produkte liefern, fänden sie keine Kon-
sumenten und ihre Reproduktion hörte auf. Die Arbeiten, die Vergnügen produzieren,
tragen daher ebenso wirksam zur Produktion bei wie die Arbeit, die für die produktivste
gilt.” (l.c. p.123, 124.)

„Die Bequemlichkeiten, die Vergnügungen oder die Genüsse, nach denen sie“
(les peuples!) „verlangen, folgen fast immer den Produkten, mit denen sie zu bezahlen
sind, und gehen ihnen nicht voraus.“ (l.c. p. 125.) (Scheinen also viel mehr Wirkung als
Ursache der produits zu sein qui doivent les acquitter?.) „Änders steht die Sache, wenn
die dem Vergnügen, dem Luxus und dem Prunk gewidmeten Arbeiten von den preduk-
tiven Klassen nicht verlangt werden“ (hier macht er also selbst den Unterschied) „und
sie trotzdem gezwungen sind, diese zu bezahlen und ihre Bedürfnisse um diesen Betrag
einzuschränken. Dann kann es vorkommen, daß diese erzwungene Bezahlung keinen
ZuwachsanProdukten hervorruft.“ (l. c. p. 125.) „Außer in diesem Falle... ist jede Arbeit
notwendigerweise produktiv und trägt mehr oder minder wirksam zur Bildung und
zum Wachstum des allgemeinen Reichtums bei, weil sie notwendigerweise die Produkte
hervorruft, mit denen sie bezahlt wird.“ (l.c. p. 126.)

{Also hiernach die „unproduktiven Arbeiten“ produktiv, weder weil sie
kosten, d.h. ihres Tauschwerts wegen, noch wegen des speziellen Genusses,
den sie produzieren, d.h. ihres Gebrauchswerts wegen, sondern weil sie
produktive Arbeit produzieren.}

{Wenn nach A.Smith die Arbeit produktiv, die sich direkt gegen Kapi-
tal austauscht, so kommen außer der Form auch noch die stofflichen Be-
standteile des Kapitals, das sich gegen Arbeit austauscht, in Betracht. Es
löst sich in die notwendigen Lebensmittel auf; also meist in Waren, mate-
rielle Dinge. Was der Arbeiter von diesem Salair an Staat und Kirche zu
zahlen hat, Abzug [für] Dienste, die ihm aufgedrungen werden; was er für
die Erziehung ausgibt, verflucht wenig; wo er es tut, produktiv, denn sie
produziert Arbeitsvermögen; was er für die Dienste von Ärzten, Advo-
katen, Pfaffen ausgibt, ist ein Pech; bleiben sehr wenige unproduktive Ar-
beiten oder Dienste, worin sich das Salair des Arbeiters auflöst, namentlich
da er seine Konsumtionskosten (Kochen, Reinhalten des Hauses, meist
sogar Reparaturen) selbst besorgt.}

Höchst charakteristisch ist die folgende Phrase Glanilh]s:

„Wenn der Austausch der Arbeit des Bedienten einen Wert von 1000 Franks gibt,
während er dagegen der Arbeit des Agrikulturarbeiters oder des Manufakturarbeiters

1 die Völker - ? mit denen sie zu bezahlen sind


nur einen Wert von 500 Franks gibt, so muß man daraus schließen, daß die Arbeit
des Bedienten zu der Produktion des Reichtums zweimal soviel beiträgt wie die des
Agrikulturarbeiters und des Manufakturarbeiters; und das kann gar nicht anders sein,
solange die Arbeit der Bedienten mit zweimal soviel materiellen Produkten bezahlt wird
wie die der Agrikulturarbeiter und der Manufakturarbeiter. Wie kann man denn
glauben, daß der Reichtum aus der Arbeit entsteht, die den geringsten Tauschwert hat
und darum am niedrigsten bezahlt wird!“ (l. c. p. 293, 294.)

1363| Wenn das Salair des Manufaktur- oder Agrikulturarbeiters
= 500, der von ihm geschaffne Mehrwert (Profit und Rente) = 40 p.c.,
so wäre das produit net! auf ihn = 200, und 5 solche Arbeiter wären nötig,
um das Salair für den Bedienten = 1000 frs. zu produzieren. Wollte Herr
change statt des Bedienten eine Maitresse für 10 000 frs. jährlich kaufen,
so wäre das produit net von 50 solchen produktiven Arbeitern erforderlich.
Weil nun für die Maitresse ihre unproduktive Arbeit 20mal so großen
Tauschwert, Salair, einbringt als das Salair der produktiven Arbeiter, fügt
diese Person 20mal soviel zu „ala production des richesses“ ?, und ein Land
produziert um so mehr Reichtum, je höher es Bedienten und Maitressen
zahlt. Herr Glanilh] vergißt, daß nur die Produktivität der Manufaktur-
und Agrikulturarbeit, nur das von den produktiven Arbeitern geschaffne,
aber ihnen nicht bezahlte Surplus überhaupt einen Fonds liefert, von dem
die unproduktiven Arbeiter bezahlt werden. Aber er rechnet so: 1000 frs.
Lohn und Bedienten- oder Maitressenarbeit als Äquivalent dafür, macht
zusammen 2000 frs. Der Wert von Bedienten und Maitressen, i.e. ihre
Produktionskosten, hängen ganz ab vom produit net der produktiven Ar-
beiter. Ja, ihre Existenz als besondres genre hängt davon ab. Ihr Preis und
ihr Wert haben wenig miteinander gemein.

Aber selbst gesetzt, der Wert (die Produktionskosten) eines Bedienten
kosteten 2mal soviel als die eines produktiven Arbeiters. So ist zu bemer-
ken, daß die Produktivität eines Arbeiters (wie einer Maschine) und sein
Wert ganz verschiedne Dinge sind, die sogar im umgekehrten Verhältnis
stehn. Der Wert, den eine Maschine kostet, ist stets ein Minus ihrer Pro-
duktivität.

„Vergeblich wendet man ein: Wenn die Arbeit der Bedienten ebenso produktiv ist
wie die der Agrikulturarbeiter und der Manufakturarbeiter, dann sei nicht einzusehen,
warum die allgemeinen Ersparnisse eines Landes nicht zu ihrer Erhaltung angewendet
werden sollten, nicht bloß ohne Verschwendung, sondern bei ständiger Vermehrung
des Werts. Diese Betrachtung ist nur eine scheinbare, denn sie setzt voraus, die Frucht-
barkeit jeder Arbeit rühre von ihrem Mitwirken an der Produktion der materiellen Gegen-

! Nettoprodukt - ? „der Produktion des Reichtums“

er aber produktive und unproduktive Aral 183

stände her, die materielle Produktion sei die Bildnerin des Reichtums, und Produktion und.
Reichtümer seien völlig identisch. Man vergißt, daß jede Produktion nur Reichtum wird.
durch die Mitwirkung der Konsumtion des Konsums* und daß der Austausch determiniert,
bis zu welcher Höhe sie zur Bildung des Reichtums beiträgt. Wenn man sich erinnert,
daß alle Arbeiten direkt oder indirekt zur Gesamtproduktion jedes Landes beitragen,
daß der Austausch dadurch, daß er den Wert jeder Arbeit Aixiert, den Anteil deter-
miniert, den sie an der Produktion hatte, daß die Konsumtion der Produktion den Wert
realisiert, den ihr der Austausch verliehen, und daß der Überschuß oder das Defizit
der Produktion über die Konsumtion die Höhe des Reichtums oder des Elends der
Völker bestimmt, dann wird man bemerken, wie inkonsequent es ist, jede Arbeit zu
isolieren und ihre Ergiebigkeit und Fruchtbarkeit nach ihrer Mitwirkung an der mate-
riellen Produktion abzumessen, ohne Rücksicht auf die | Konsumtion, die ihr allein
einen Wert verleiht, einen Wert, ohne den Reichtum nicht bestehen könnte.“ (l. c. p.294,
295.)

Einerseits läßt der Bursche den Reichtum vom Überschuß der Produk-
tion über die Konsumtion abhängen, andrerseits gibt die Konsumtion allein
Wert. Und ein Bedienter, der 1000 frs. verzehrt, trägt daher doppelt soviel

“ zur Wertgebung bei als ein Bauer, der 500 frs. verzehrt.

Erstens gibt er zu, daß diese unproduktiven Arbeiten nicht direkt an der
Bildung des materiellen Reichtums teilnehmen. Mehr behauptet Smith
nicht. Andrerseits bemüht er sich nachzuweisen, daß sie umgekehrt ebenso
den materiellen Reichtum schaffen, wie sie es nach seinem eignen Geständ-
nis nicht tun.

Bei all diesen Polemikern gegen A.Smith einerseits die Erhabenheit
über die materielle Produktion, andrerseits der Versuch, die immaterielle
Produktion - oder gar keine Produktion, wie die des Lakaien - zu recht-
fertigen als materielle Produktion. Ob der Besitzer der Revenu net? diese
Revenue in Lakaien, Maitressen oder Pasteten verzehrt, ist ganz gleich-

* (Und darum sagt derselbe Bursche eine Seite später, „daß jede Arbeit Reichtum
produziert in dem Verhältnis ihres Tauschwerts, der durch Angebot und Nachfrage
bestimmt wird“ (sie produziert Reichtum, nicht im Maß wie sie valeur d’&change!
produziert, sondern valeur d’echange ist, d.h. nicht nach dem, was sie produziert,
sondern was sie kostet), „daß ihr respektiver Wert zur Akkumulation der Kapitalien
nur beiträgt, durch die Ersparung und den Nichtkonsum der Produkte, die dieser Wert
aus der Gesamtproduktion zu nehmen berechtigt ist.“ }?

1 Tauschwert - ®in der Handschrift findet sich die vorstehende Textstelle innerhalb
des Zitats an der bezeichneten Stelle; sie wird der besseren Übersicht wegen als Fuß-
note gebracht - ? Nettorevenue H -


gültig. Aber lächerlich die Einbildung, daß das Surplus von Bedienten ver-
zehrt werden muß und nicht vom produktiven Arbeiter selbst verzehrt
werden kann, ohne daß der Wert des Produkts zum Teufel gehe. Bei Mal-
thus dieselbe Notwendigkeit der unproduktiven Konsumenten, die in der
Tat existiert, sobald das Surplus in der Hand der gens oisifst.

### [8. Ganilh und Ricardo über Nettorevenue.
Ganilh für Abnahme der produktiven Bevölkerung;
Ricardo für Akkumulation des Kapitals
und Wachstum der Produktivkräfte]

11364] Ganilh behauptet, in seiner „T’heorie de l’econ. polit.“ (mir unbe-
kanntes Buch) eine nach ihm von Ricardo reproduzierte Theorie auf-
gestellt zu haben.!’0! Diese Theorie ist die, daß der Reichtum vom produit
net und nicht vom produit brut abhängt, also von der Höhe von profit und
rent. (Dies ist sicher keine Erfindung des Ganilh, der sich aber allerdings
durch seine Manier, dies auszusprechen, auszeichnet.)

Der surplus value? stellt sich dar (hat seine reale Existenz) in einem sur-
plus produce? über die Masse des Produkts hinaus, die nur seine ursprüng-
lichen Elemente ersetzt, also in seine Produktionskosten eingeht und - rech-
net man konstantes und variables Kapital zusammen - gleich dem der Pro-
duktion vorgeschoßnen Kapital überhaupt ist. Der Zweck der kapitalisti-
schen Produktion ist das Surplus, nicht das Produkt. Die notwendige Ar-
beitszeit des Arbeiters und damit das Äquivalent im Produkt, womit sie ge-
zahlt wird, ist nur solange notwendig, solange sie Surplusarbeit produziert.
Sie ist sonst unproduktiv für den Kapitalisten.

% m rare .
Der Mehrwert gleich der Rate des Mehrwerts vi multipliziert mit
der Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage oder der Anzahl der beschäftigten

B . m ° . “
Arbeiter, mit n. Also M=— x n. Dieser Mehrwert kann sich also in
v

; m . .
doppelter Weise vergrößern oder auch abnehmen. Z.B. — X n ist gleich

2
zn x n= 2M. Hier hat sich M ||365] verdoppelt, weil die Rate sich ver-

* Müßiggänger - * Mehrwert - ? Mehrprodukt


m. 2m. R m e
doppelt hatte, denn —- ist —— ‚ist noch einmal so groß als Andrerseits
RZ v
2
2mn

‚also auch=2M. V, das variable

Kapital, ist gleich dem Preis des einzelnen Arbeitstags multipliziert mit der
Anzahl der angewandten Arbeiter. Sind 800 Arbeiter angewandt, von
denen jeder 1 /. kostet, so V = 800 1., = 11. x 800, wo n = 800. Ist der

j j 160 ee 160 - 16 Er 1
Mehrwert nun = 160, so ist seine Rate = 11.x 800

wäre aber = x 2n ebenfalls gleich

800 80 5
160 ML,
20p. c. Aber der Mehrwert selbst ist =77x 50 x 800, d.h. =. xn.

Dieser Mehrwert! kann sich nur vergrößern?, falls die Länge der Ar-
beitszeit gegeben ist durch Vergrößerung? der Produktivität oder falls die
Produktivität gegeben ist durch Verlängrung der Arbeitszeit.

. m m
Aber worauf es hier ankommt: 2M = —- x nund= . x 2n.

2

Derselbe Mehrwert (gross amount? des Mehrwerts) bleibt, wenn die
Anzahl der Arbeiter um die Hälfte abnimmt, statt 2n [nur] n ist, die von
ihnen [geleistete] tägliche Surplusarbeit aber doppelt so groß ist, als sie
vorher war. Unter dieser Voraussetzung würde also zweierlei dasselbe
bleiben: Erstens die Totalmasse der gelieferten Produkte. Zweitens die
Totalmasse des surplus produce oder produit net. Geändert aber hätte
sich folgendes: Erstens das variable Kapital oder der Teil des zirkulieren-
den Kapitals, der in Arbeitslohn ausgelegt wird, um die Hälfte vermindert.
Der Teil des konstanten Kapitals, der aus Rohmaterial besteht, ditto un-
verändert geblieben, da dieselbe Masse Rohstoff nach wie vor verarbeitet
‚wird, obgleich von der Hälfte der früher angewandten Arbeiter. Dagegen
hat sich der Teil, der aus capital fixe besteht, vermehrt.

War das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital = 300 I. (1 I. per Arbeiter),
so jetzt = 150/. War das in Rohmaterial ausgelegte = 310 l., so Jetzt
= 310 !. Wäre der Wert der Maschinerie 4mal so groß wie das übrige Kapi-
tal, so = 160017". Also wenn die Maschinerie sich in 10 Jahren abnutzt,
wäre die jährlich in das Produkt eingehende Maschinerie = 160 I. Wir
wollen annehmen, daß das früher in Instrumenten ausgelegte Kapital
= 40 I. war, also nur !/,.

1 In der Handschrift: Diese Mehrwertsrate - ? in der Handschrift: verdoppeln - ® in
der Handschrift: Verdopplung - * Gesamtsumme


So steht die Rechnung so:

en Ru 5° Summe Mehrwert Profitrate Se .
Altes
Kapital 0 310 300 650 1500der 5Op.c. Warp. 800
N
Kapital 160 30 10 60 150oder lOp.c. 4/yup.c 770

In diesem Fall die Profitrate gestiegen, weil das Gesamtkapital sich ver-
mindert; indem das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital um 150 abgenom-
men, die Wertsumme des capital fixe nur [um] 120 [gestiegen ist], also zu-
sammen 30 I. weniger wie früher ausgelegt.

Werden nun die 30 I., die übrigbleiben, wieder in derselben Weise an-
gewandt, 31/,. des Ganzen (oder "/s) in Rohmaterial, "#/., in Maschinerie
und a in Arbeitslohn, so käme:

Maschinerie Rohstoff Arbeitsiohn Mehrwert

71.14 sh. 6d. 151. 71.5sh.6d. 715sh.6d.

Also nun das ganze:

Maschinerie Rohstoff Arbeitslohn Mehrwert Profit

neue Kapital 1671.14sh.6d. 3251. 15715 5h.6d. 1571.55h.6d. 24/zip.c.

Gesamtsumme des ausgelesten Kapitals: 650 Pfd. wie früher. Gesamt-
produkt 807 [Pfd.] 5 sh. 6. d.

Der Gesamtwert des Produkts ist gestiegen, der Gesamtwert des aus-
gelegten Kapitals derselbe geblieben; und nicht nur der Wert, sondern die
Masse des Gesamtprodukts ist gestiegen, denn es sind für 15 !. mehr Roh-
stoff in Produkt verwandelt worden.

| „Wenn ein Land keine Maschinen hat und seine Arbeit nur auf der Kraft der
Arme beruht, verzehren die arbeitenden Klassen fast die ganze Masse ihrer Produkte.
Im selben Maße, in dem die Industrie Fortschritte macht, sich durch die Arbeits-
teilung, die Geschicklichkeit der Arbeiter, die Erfindung von Maschinen vervoll-
kommnet, vermindern sich die Produktionskosten oder, mit anderen Worten, braucht
man weniger Arbeiter, um ein größeres Produkt zu erhalten.“ (l. c., t.I, p. 211, 212.)

D.h. also, im selben Maße, wie die Industrie produktiver wird, ver-
mindern sich die Produktionskosten des Salairs. Es werden weniger Ar-
beiter angewandt im Verhältnis zum Produkt, die also auch einen geringren
Teil davon aufessen.


Wenn ohne Maschinen ein Arbeiter 10 Std. braucht, um seine eignen
Lebensmittel zu produzieren, und wenn er mit Maschinerie nur 6 braucht,
so arbeitet er (bei 12stündiger Arbeit) im ersten Fall 10 für sich, 2 für den
Kapitalisten, und von dem Gesamtprodukt der 12 Stunden erhält der Kapi-
talist ?/,. Im ersten Fall werden 10 Arbeiter Produkt für 10 Arbeiter produ-
zieren (= 100 Std.) und 20 für den Kapitalisten. Von dem Wert von 120
erhält der Kapitalist ?/,, = 20. Im zweiten Fall werden 5 Arbeiter Produkt
für 5 Arbeiter produzieren (= 30 Std.) und für den Kapitalisten — 30 Std.
Der Kapitalist erhielte jetzt von den 60 Std. 30, also 1/3, 3mal mehr wie vor-
hin. Und auch der Gesamtsurpluswert wäre gestiegen, nämlich von 20 auf
30, um !/3. 60 Tage, von denen ich !/, aneigne, ist 1/3 mehr als 120, von
denen ich !/, aneigne.

Ferner wäre das !/, des Gesamtprodukts, das der Kapitalist erhielte,
auch der Quantität nach größer als früher. Denn 6 Stunden liefern jetzt
soviel Produkt wie früher 10; I soviel Produkt [wie früher]!!P/, oder I so-
viel [wie] 1%/, = 12/3. Also enthalten die 30 Surplusstunden soviel Produkt
[wie früher]! 10, also 30 oder 5 x 6 soviel wie früher 5 x 10.

Der Surpluswert des Kapitalisten wäre also gestiegen und sein Surplus-
produkt (wenn er es selbst konsumiert oder soviel er davon in natura kon-
sumiert). Der Surpluswert kann sogar nun steigen, ohne daß das Quantum
des Gesamtprodukts? steigt. Denn Wachsen des Surpluswerts heißt, daß
der Arbeiter fähig ist, in kleinrer Zeit als vorher seine Lebensmittel zu pro-
duzieren, daß also der Wert der von ihm konsumierten Waren fällt, weniger
Arbeitszeit darstellt, daß also ein bestimmter Wert, = 6 Std. z.B., größre
Quantität der Gebrauchswerte als vorher darstellt. Der Arbeiter erhält
dasselbe Quantum Produkt wie vorher, aber dies Quantum bildet einen
kleinren Teil des Gesamtprodukts, wie sein Wert einen kleinren Teil der
fruits® des Arbeitstags ausdrückt. Obgleich keine Vermehrung der Produk-
tivkräfte in Industriezweigen, deren Produkt neither* direkt oder indirekt
in die Bildung der Konsumtionsmittel des Arbeiters eingeht, dies Resultat
haben könnte, indem durch die vermehrte oder verminderte Produktivität
in diesen Zweigen das Verhältnis der notwendigen zur Surplusarbeit nicht
affiziert wird - so wäre umgekehrt das Resultat für diese Industriezweige
dasselbe, obgleich es nicht aus einer Änderung in ihrer eignen Produktivität
entspränge. Der relative Wert ihrer Produkte stiege exakt in demselben
Maße, wie der der andren Waren gefallen wäre (wenn ihre eigne Produk-

1 In der Handschrift: = - ? in der Handschrift: Surplusprodukts -3 Früchte -* weder;
in der Handschrift: either ;


tivität dieselbe geblieben); also würde in demselben Maße ein geringrer
aliquoter Teil dieser Produkte, oder der geringre Teil der Arbeitszeit des
Arbeiters, der in ihnen materialisiert, ihm dasselbe Quantum Lebensmittel
wie vorher verschaffen. Der Surpluswert stiege also in diesen Arbeits-
zweigen ganz wie in den andren.

Aber was wird nun aus den 5 deplacierten Arbeitern? Man wird sagen, es
istauch ein Kapital freigeworden, nämlich das, wasdie entlassenen 5 Arbeiter
zahlte, die jeder 10Std. erhielten (wofür sie 12 arbeiteten), also zusammen
50 Std., womit früher 5 Arbeiter salariert werden konnten und womit [jetzt],
wo der Arbeitslohn auf! 46Std. gefallen, ®/,=8!/, Arbeitstage bezahlt
werden können. Mit dem frei gewordnen - 50 Arbeits[stunden] - Kapital
können also jetzt mehr Arbeiter beschäftigt werden, als entlassen [wurden].

Indes ist kein Kapital von ganzen 50 Arbeitsstd. frei geworden. Denn
gesetzt selbst, das Material sei in demselben Grade wohlfeiler geworden, wie
mehr davon in derselben Arbeitszeit verarbeitet, also es habe auch in die-
sem Produktionszweig dieselbe Steigerung der Produktivkraft stattgefun-
den, so bleibt die Auslage für die neue Maschinerie. Gesetzt, diese koste
exakt 50 Arbeitsstd., so hat sie auf keinen Fall soviel Arbeiter beschäftigt,
als entlassen wurden. Denn diese 50 Arbeitsstd. waren ganz in Salair aus-
gelegt, in 5 Arbeitern. Aber in dem Wert der Maschine von 50 Arbeitsstd.
ist Profit und Salair enthalten, bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit. Außer-
dem geht capital constant in den Wert der Maschine ein. Diese von den
Maschinen bauenden Arbeitern, [die die neue Maschine bauen] der Zahl
nach geringer als die entlassenen, waren auch nicht dieselben, ||367]| die
entlassen worden sind. Die größre Nachfrage nach Arbeitern in dem
Maschinenbau kann höchstens auf die kommende Verteilung der Arbeiter-
masse wirken, so daß ein größrer Teil der in die Arbeit eintretenden Gene-
ration, ein größrer Teil als früher, sich diesem Zweig zuwendet. Es wirkt
nicht auf die entlassenen. Außerdem die Zunahme in der jährlichen Nach-
frage nach diesen nicht gleich dem neuen in Maschinerie ausgelegten Kapi-
tal. Die Maschine dauert z.B. 10 Jahre. Die konstante Nachfrage, die sie
geschaffen, also gleich ?/o jährlich von dem in ihr enthaltnen Arbeitslohn.
Zu diesem }/;, kommt Arbeit für Reparatur während der 10 Jahre hinzu
und der tägliche Konsum von Kohle, Öl, überhaupt der mat£riaux instru-
mentaux?; was alles zusammen vielleicht wieder ?/. beträgt.

{Wäre das frei gewordne Kapital = 60 Std., so repräsentierten diese
jetzt 10 Stunden Surplusarbeit und nur 50 notwendige. Wurden also früher

1 {n der Handschrift: zu -? Hilfsstoffe


die 60 in Salair ausgegeben und beschäftigten 6 Arbeiter, so jetzt nur
noch 5.}

{Das Deplacement von Arbeit und Kapital, das die Vermehrung der
Produktivkraft in einem besondren Industriezweig vermittelst Maschinerie
etc. bewirkt, immer nur prospektiv. D.h., der Zuwachs, die neu einströmende
Arbeitsmasse wird anders verteilt, vielleicht die Kinder der Hinausgeschmis-
senen; aber nicht sie selbst. Sie selbst verkommen für lange Zeit in ihrem
alten trade!, den sie unter den ungünstigsten Bedingungen fortsetzen, in-
dem ihre notwendige Arbeitszeit größer ist als die gesellschaftlich notwen-
dige, verpaupern oder finden Beschäftigung in Geschäftszweigen, wo nied-
rigre Art der Arbeit angewandt wird.}

{Ein Pauper wie ein Kapitalist (Rentner) lebt von der Revenue des
Landes. Er geht nicht in die Produktionskosten des Produkts ein, ist daher
nach Herrn Ganilh Repräsentant einer valeur echangeable. Ditto ein Ver-
brecher, der im Gefängnis genährt wird. Ein großer Teil der „unproduk-
tiven Arbeiter“, Staatssinekuristen etc. sind bloß vornehme Paupers.}

[Gesetzt, durch die Produktivität der Industrie sei es so weit, daß, wenn
früher 2/3, jetzt nur ?/3 der Bevölkerung unmittelbar in der materiellen Pro-
duktion beteiligt. Früher lieferten ?/3 die Lebensmittel für 3/,, jetzt 1/, für
3/,. Früher war 1/3 net revenue (im Unterschied von der Revenue des Ar-
beiters), jetzt ?/s. Vom [Klassen]gegensatz abgesehn, würde die Nation jetzt
1], ihrer Zeit zur unmittelbaren Produktion brauchen, wo sie früher? %;
brauchte. Gleichmäßig verteilt, hätten alle 2/3 mehr Zeit für unproduktive
Arbeit und Muße. Aber in der kapitalistischen Produktion erscheint alles
und ist alles gegensätzlich. Die Vorausnahme schließt nicht ein, daß die
Bevölkerung stagnant sei. Denn wüchsen die ®/3, so wüchse auch das }/;
der Masse nach könnte so eine immer größre Menschenzahl in der pro-
duktiven Arbeit beschäftigt sein. Aber relativ, proportionell zur ganzen
Bevölkerung, wären es immer 50 p.c. weniger als zuvor. Diese */3 bestün-
den nun teils aus den Besitzern von Profit und Rente, teils aus den unpro-
duktiven Arbeitern (die auch der Konkurrenz wegen schlecht bezahlt), die
ihnen die Revenue aufessen helfen und ihnen dagegen ein Äquivalent in
services? geben, oder aufdrängen wie die politischen unproduktiven Är-
beiter. Es könnte angenommen werden, daß - mit Ausnahme des Bedienten-
packs, der Soldaten, Matrosen, Polizisten, Subalternbeamten usw.,
Maitressen, Stallknechte, Clowns und Jongleurs - diese unproduktiven
Arbeiter im ganzen auf einer höhren Bildungsstufe stünden als früher die

1 Gewerbe - ? in der Handschrift: jetzt - ? Dienstleistungen


unproduktiven, und namentlich auch schlechtbezahlte Küristler, musici,
Advokaten, Ärzte, Gelehrte, Schulmeister, Entdecker etc. sich vermehrt
hätten.

Innerhalb der produktiven Klasse selbst hatten sich die kommerziellen
middlemen! vermehrt, namentlich aber auch die mit Maschinenbau be-
schäftigten, mit Eisenbahnbau, mit Minen- und Grubenarbeit; ferner die
Arbeiter, die in der Agrikultur Viehzucht treiben, chemische, mineralische
Stoffe für den Dünger beschaffen etc. Ferner die cultivateurs?, die Rohstoffe
für die Industrie bauen, im Verhältnis zu denen, die Lebensmittel produ-
zieren; und die, die Liebensmittel für das Vieh produzieren, im Verhältnis
zu denen, die sie für Menschen produzieren. Wächst das konstante Kapital,
so die verhältnismäßige Masse der Gesamtarbeit, die mit seiner Reproduktion
beschäftigt ist. Nichtsdestoweniger produziert der Teil, der unmittelbar
Lebensmittel produziert, obgleich seine Anzahl gefallen, | mehr Pro-
dukte wie früher. Seine Arbeit ist produktiver. Wie im einzelnen Kapital die
Abnahme des variablen Teils des Kapitals gegen das konstante direkt als Ab-
nahme des in Arbeitslohn ausgelegten Teils des Kapitals erscheint, muß
für die Gesamtmasse des Kapitals - in der Reproduktion desselben - sich
dies so darstellen, daß ein verhältnismäßig größrer Teil der angewandten
Arbeitsmasse mit der Reproduktion der Produktionsmittel als mit der der
Produkte selbst beschäftigt ist, also mit der Reproduktion von Maschinerie
(Kommunikations-, Transportmittel und Gebäulichkeiten eingeschlossen),
der matieres instrumentales? (Kohlen etc.) (Gas,) (Öl, usw. Talg,) (Riemen
usw.), der Pflanzen, die den Rohstoff der Industrieprodukte bilden. Die
Agrikulturarbeiter werden verhältnismäßig gegen die Manufakturarbeiter
abnehmen. Endlich werden sich die Luxusarbeiter vermehren, da die Re-
venue, die gestiegen ist, mehr Luxusprodukte konsumiert.)

(Das variable Kapital löst sich in Revenue auf, erstens Salair, zweitens
Profit. Wird daher Kapital im Gegensatz zur Revenue aufgefaßt, so er-
scheint das konstante Kapital als eigentliches Kapital, als der Teil des Ge-
samtprodukts, der der Produktion gehört und in die Produktionskosten ein-
geht, ohne von irgend jemand individuell konsumiert zu werden (das Ar-
beitsvieh ausgenommen). Dieser Teil mag ganz stammen aus Profit und
Salair. In letzter Analyse kann er nie daher allein stammen; er ist Produkt
der Arbeit, aber einer Arbeit, die das Produktionsinstrument selbst als
Revenue betrachtete, wie der Wilde den Bogen. Einmal aber in capital
‚constant verwandelt, hört dieser Teil des Produkts auf, sich in Salair oder

1 Mittelsmänner - ? Landwirte - 3 Hilfsstoffe


Profit aufzulösen, obgleich seine Reproduktion Salair und Profit abwirft.
Diesem Teil gehört ein Teil des Produkts. Jedes folgende Produkt ist das
Produkt dieser vergangnen Arbeit und der gegenwärtigen. Die letztre
kann nur fortgesetzt werden, soweit sie einen Teil des Gesamtprodukts
der Produktion wiedergibt. Sie muß das konstante Kapital in natura er-
setzen. Wird sie produktiver, so ersetzt sie das Produkt, aber nicht seinen
Wert, verringert diesen post festum. Wird sie unproduktiver, so erhöht
sie seinen Wert. In dem einen Fall fällt der aliquote Teil, den die ver-
gangne Arbeit aus dem Gesamtprodukt zieht, in dem andren steigt? er. In
dem einen Fall wird die lebendige Arbeit produktiver, in dem andren
unproduktiver.}

{Unter den Umständen, die die Kosten des capital constant erniedrigen,
befindet sich auch die Veredlung der Rohstoffe. Z.B., es ist nicht möglich,
dasselbe Quantum Twist in derselben Zeit aus guter wie aus schlechter
Baumwolle zu machen, von der relativen Masse von Abfällen etc. ganz ab-
gesehn. So die Wichtigkeit bei der Qualität des Samens etc.}

{Als Beispiel die Kombination, wo ein Fabrikant einen Teil seines frühren
capital constant selbst fabriziert oder dem Rohprodukt, das früher als capi-
tal constant aus seiner Produktionssphäre in eine zweite trat, Jetzt selbst die
zweite Form gibt - was immer nur auf eine Konzentration von Profiten
hinausläuft, wie vorhin gezeigt?. Beispiel von dem ersten: Verbindung von
Spinnerei und Weberei. Beispiel vom 2ten: die Minenbesitzer bei Birming-
ham, die den ganzen Prozeß der Eisenbereitung übernahmen, der sich
früher an verschiedne Unternehmer und Besitzer verteilte.}

Ganilh fährt fort:

„Solange die Arbeitsteilung nicht in allen Arbeitszweigen eingeführt ist, solange
nicht alle Klassen der schwerarbeitenden und fleißigen Bevölkerung auf der Höhe der
Vollkommenheit angelangt sind, bewirkt die Erfindung und Anwendung der Maschi-
nen in manchen Industrien nur ein Abfließen der von der Maschine freigesetzten Kapi-
talien und Arbeiter in andere Arbeitszweige, die sie nutzbringend verwenden können.
Aber wenn alle Arbeitszweige das Kapital und die Arbeiter haben, deren sie bedürfen,
so ist es klar, daß jede weitere Verbesserung, jede neue Maschine, welche die Arbeit
abkürzen, notwendigerweise die arbeitende Bevölkerung verringern; und da ihre Ver-
ringerung die Produktion nicht vermindert, bildet der Teil, der disponibel bleibt,
entweder einen Zuwachs des Kapitalprofits oder der Grundrente; daher ist die natür-
liche und notwendige Wirkung der Maschinen die Verringerung der Bevölkerung in
den lohnarbeitenden Klassen, die vom Bruttoprodukt leben, und die Vermehrung der
Bevölkerung in jenen Klassen, die vom Nettoprodukt leben.“ (l.c. p. 212.)

1 In der Handschrift: fällt - ? siehe vorl. Band, S. 111


1369| „Die Verschiebung in der Bevölkerungszusammensetzung eines Landes, eine not-
wendige Folge der Fortschritte in der Industrie, ist die wahre Ursache des Gedeihens,
der Macht und der Zivilisation der modernen Völker. Je mehr die unteren Klassen der
Gesellschaft an Zahl abnehmen, um so weniger braucht die Gesellschaft sich wegen
der Gefahren zu beunruhigen, womit die Not, die Unwissenheit, die Leichtgläubig-
keit und der Aberglaube dieser unglücklichen Klassen sie unaufhörlich bedroht. Je
mehr die oberen Klassen sich vermehren, um so mehr Untertanen hat der Staat zu
seiner Verfügung, desto stärker und mächtiger ist er, desto mehr Aufklärung, Vernunft
und Zivilisation herrscht in der ganzen Bevölkerung.“ (l.c. p. 213.)

{Say läßt in folgender Art la totalit& de la valeur du produit se resoudre
en revenuf: In der Übersetzung des Constancio des Ricardo, ch.26, sagt er
in einer Note:

„Die Nettorevenue eines Privatmannes besteht aus dem Werte des Produkts, zu
dessen Produktion er beigetragen hat... abzüglich seiner Auslagen. Aber da seine Aus-
lagen Teile einer Revenue sind, die er anderen gezahlt hat, hat der Gesamtwert des Pro-
dukts dazu gedient, Revenuen zu zahlen. Die Gesamtrevenue einer Nation besteht aus
dem Bruttoprodukt, das heißt dem Bruttowert aller ihrer Produkte, die sich unter die
Produzenten verteilen.“ [7?]

Der letztre Satz wäre richtig so ausgedrückt: Le revenu total d’une nation
se compose de cette partie de son produit brut, c’est-A-dire de la valeur
brute de tous les produits qui se distribuent comme revenus entre les pro-
ducteurs, c’est-A-dire moins cette portion de tous les produits qui dans
chaque branche d’industrie avaient remplac&s les moyens des productions.?
Aber so ausgedrückt, höbe der Satz sich selbst auf.

Say fährt fort:

„Dieser Wert würde, nach mehreren Äustauschvorgängen, im Laufe des Jahres,
das ihn entstehen sah, gänzlich konsumiert werden, ohne aufzuhören, immer noch die
Revenue der Nation zu sein; ebenso wie ein Privatmann, der eine jährliche Revenue von

20[000] frs. hat, nicht aufhört, eine Revenue von 20000 frs. zu haben, obwohl er sie

jedes Jahr ganz verzehrt. Seine Revenue besteht nicht bloß aus seinen Ersparnissen.“

Son revenu ne se compose jamais de ses &pargnes, quoique ses €pargnes
se composent toujours de ses revenus. Pour prouver qu’une nation peut
annuellement manger et son capital et son revenu, Say la compare 4 un
particulier qui laisse intacte son capital et ne mange annuellement que son

1 den Gesamtwert des Produkts sich in Revenue auflösen - ® Die Gesamtrevenue einer
Nation besteht aus dem Teil ihres Bruttoprodukts, das heißt aus dem Bruttowert aller Pro-
dukte, die sich als Revenuen unter die Produzenten verteilen, das heißt abzüglich des Teils
aller Produkte, die in jedem Industriezweig die Produktionsmittel zu ersetzen hatten,


revenu!. Si ce particulier mangeait dans un seule ann&e et son capital de
200000 frs. et le revenu de 20000, il n’aurait rien A manger l’an apräs. Si
tout le capital d’une nation, et consequemment toute la valeur brute de ses
produits, se resolvait en revenus, Say aurait raison. Le particulier mange ses
20000 frs. de revenu. Ses 200000 frs. de capital, qu’il ne mange pas, se
seraient compos&s des revenus d’autres particuliers, dont chacun mange sa
part, et ainsi, au bout de l’annee, tout le capital serait mange. Mais il serait
reproduit pendant qu’il est mange et ainsi remplac&? Mais le particulier en
question r&produit annuellement son revenu de 20000 frs. parce qu’iln’a
pas mang£& son capital de 200000 frs. Les autre sont mange ce capital.
Donc ils n’ont pas de capital de quoi r&produire du revenu.?}

„Nur das Nettoprodukt“, sagt Ganilh, „und jene, die es konsumieren, bilden seinen“
(de l’etat?) „Reichtum und seine Macht und tragen zu seinem Gedeihen, seinem Ruhm °

und seiner Größe bei.“ (l.c. p. 218.)

Ganilh zitiert ferner von Says Noten zu Const[ancios] Übersetzung Ri-
cardos zum ch.26, wo letztrer sagt, daß, wenn ein Land = 12 Millionen,
es vorteilhafter für seinen Reichtum, wenn 5 Millionen produktive Arbeiter
für die 12 Mill., als wenn 7 Mill. produktive Arbeiter für die 12 Mill. arbei-
ten. Im ersten Fall besteht das produit net aus dem surplus produce, wovon
die 7 Millionen, die nicht produktiv sind, leben, im andren aus einem sur-
plus produce für 5 Mill. Say bemerkt hierzu:

„Das erinnert sehr an die Lehre der Ökonomisten[??] des 18. Jahrhunderts, die
behaupteten, die Manufakturen dienten dem Reichtum des Staates in keiner Weise,
da die lohnarbeitende Klasse, die ebensoviel | Wert konsumiere, wie sie produziere,
nichts zu ihrem berühmten Nettoprodukt beitrage.“

2 In der Handschrift: capital — * Seine Revenue besteht niemals aus seinen Ersparnissen,
obwohl seine Ersparnisse immer aus seiner Revenue bestehen. Um zu beweisen, daß eine
Nation jährlich sowohl ihr Kapital als auch ihre Revenue verzehren kann, vergleicht Say sie
mit einem Privatmann, der sein Kapital unberührt läßt und jährlich nur seine Revenue ver-
zehrt. Wenn dieser Privatmann in einem einzigen Jahr sowohl sein Kapital von 200000 frs. als
auch seine Revenue von 20000 frs. verzehrte, hätte er im nächsten Jahre nichts zu verzehren.
Wenn das ganze Kapital einer Nation und folglich der ganze Bruttowert ihrer Produkte sich
in Revenuen auflöste, dann hätte Say recht. DerPrivatmann verzehrt seine 20000 frs. Revenue.
Seine 200000 frs. Kapital, die er nicht verzehrt, beständen aus den Revenuen anderer Privat-
leute, von denen jeder seinen Teil verzehrt, und so wäre am Jahresende das ganze Kapital
verzehrt. Aber würde es nicht reproduziert, während es verzehrt wird, und so ersetzt? Aber
der fragliche Privatmann reproduziert jährlich seine Revenue von 20000 frs., weil er sein
Kapital von 200000 frs. nicht verzehrt hat. Die anderen haben dieses Kapital verzehrt. Sie
haben also kein Kapital, um Revenue zu produzieren. - ® des Staates


Ganilh bemerkt hierzu (p.219, 220):

„Es ist nicht leicht, eine Beziehung zwischen dieser Behauptung der Ökonomisten,
die industrielle Klasse konsumiere ebensoviel. Wert, wie sie produziere, und der Lehre
Ricardos zu entdecken, der Arbeitslohn könne nicht zur Revenue eines Staates gerechnet
werden.“

Glanilh] trifft auch hier nicht die Sache. Die &conomistes irren darin, daß
sie die manufacturiers! nur als classes salariees? betrachten. Dieses unter-
scheidet sie von Ricardo. Ferner irren sie darin, daß sie glauben, die salaries®
produzierten, was sie konsumierten. Das Richtige, was Ricardo sehr wohl
gegen sie weiß, daß sie es sind, die das produit net produzieren, aber grade
dadurch produzieren, que leur consommation, c’est-A-dire leur salaire, est
€gal, non A leur temps de travail, mais au temps de travail qu’ils ont mis i
produire ce salaire?; oder, daß sie nur einen ihrer notwendigen Konsum-
tion gleichen Teil von ihrem Produkt empfangen, oder nur soviel von ihrem
eignen Produkt empfangen, als ein Äquivalent ihrer eignen notwendigen
consommation ist. Die &conomistes nahmen an, daß die ganze classe indu-
strielle (maitres et ouvriers)? sich in dieser Position befinde. Nur die Rente
galt ihnen als Überschuß der Produktion über die salaires. Daher als der
einzige Reichtum. Wenn Ricardo nun sagt, profits und rentes bilden diesen
Überschuß, daher den einzigen Reichtum, so stimmt er, trotz seines Unter-
schieds von den Physiokraten, darin mit ihnen überein, daß nur das produit
net, das Produkt, worin die surplus value existiert, den nationalen Reichtum
bildet, obgleich er die Natur dieses surplus besser versteht. Auch bei ihm ist
esnur der Teil der Revenue, der Überschuß über das salaire ist. Wasihn von
den Ökonomisten unterscheidet, ist nicht die Erklärung des produit net,
sondern die Erklärung des salaire, unter welche Kategorie die Ökonomisten
fälschlich auch die profits subsumieren.

Say bemerkt ferner gegen Ricardo:

„Von sieben Millionen vollbeschäftigter Arbeiter gäbe es mehr Ersparnisse als von.
fünf Millionen.“

Glanilh] bemerkt dagegen richtig:

„Das heißt annehmen, daf Ersparnisse aus Löhnen der Ersparnis vorzuziehen sind,
die der Abschaffung von Löhnen entspringt ... Es wäre absurd, für 400 Millionen
Löhne solchen Arbeitern auszuzahlen, die kein Nettoprodukt liefern, nur um ihnen.

1 Manufakturisten - 2 besoldete Klassen - ° Lohnarbeiter -* daß ihr Konsum, das heißt ihr
Arbeitslohn, gleich ist nicht ihrer Arbeitszeit, sondern jener Arbeitszeit, die sie brauchen,
um diesen Arbeitslohn zu produzieren - 5 industrielle Klasse (Unternehmer und Arbeiter)


die Gelegenheit und das Mittel zu geben, Ersparnisse aus ihren Arbeitslöhnen zu
machen.“ (l. c. p. 221.)

„Bei jedem Schritt, den die Zivilisation vorwärts macht, wird die Arbeit weniger
hart und mehr produktiv; die Klassen, die dazu verdammt sind, zu produzieren und
zu konsumieren, vermindern sich; und die Klassen, die die Arbeit leiten, die ganze
Bevölkerung unterstützen (I), trösten (!) und aufklären, vermehren sich, werden zahl-
reicher und eignen sich alle Vorteile an, die sich aus der Verringerung
der Arbeitskosten, dem Überfluß an Waren und dem niedrigen Preis der Konsum-
güter ergeben. Auf diese Weise erhebt sich das Menschengeschlecht.... Durch diese
fortschreitende Tendenz der Verminderung der unteren Klassen und des Anwachsens der
oberen Klassen der Gesellschaft... wird die bürgerliche Gesellschaft glücklicher, mäch-
tiger usw.“ (l.c. p.224.) „Wenn ... die Zahl der beschäftigten Arbeiter 7 Millionen
beträgt, werden sich die Löhne auf 1400 Millionen belaufen; aber wenn die 1400 Mil-
lionen kein größeres Nettoprodukt liefern als die Milliarde, die den fünf Millionen Ar-
beitern gezahlt wird, dann würde die wahre Ersparnis in der Abschaffung der 400 Millio-
nen Löhne für zwei Millionen Arbeiter bestehen, die kein Nettoprodukt liefern, und nicht in
den Ersparnissen, die die zwei Millionen Arbeiter aus ihren 400 Millionen Löhnen
machen könnten.“ (l.c. p. 221.)

Im 26. Kapitel bemerkt Ricardo:

„A. Smith übertreibt stets die Vorteile, die ein Land aus einer großen Brutto-
revenue zieht, im Vergleich zu den Vorteilen einer großen Nettorevenue... Was für
ein Vorteil würde wohl für ein Land aus der Anwendung einer großen Menge produk-
tiver Arbeit entspringen, wenn seine Revenue und seine Profite dieselben blieben, ab
nun diese Arbeitsmenge oder eine geringere angewendet würde?“ Ob eine Nation
5 oder 7 Millionen produktiver Arbeiter anwendet, |]371| um das revenue net zu pro-
duzieren, wovon 5 andre Millionen leben, ... „die Nahrung und die Kleidung dieser
fünf Millionen Menschen würde immer noch die Nettorevenue sein. Die Anwendung
einer größeren Menschenzahl würde uns weder in den Stand setzen, unsere Armee
oder unsere Flotte auch nur um einen Mann zu vermehren, noch eine Guinee mehr
zu den Steuern beizutragen.“ (l.c. p. 215.)17°]

Dies erinnert an die alten Deutschen, von denen ein Teil abwechselnd
ins Feld zog und der andre das Feld bestellte. Je geringer die Quantität war,
die unerläßlich war, um das Feld zu bestellen, desto größer die, die ins Feld
ziehn konnte. Es hätte ihnen nichts genützt, wäre die Zahl des peuple um
1], größer gewesen, statt 1000 1500, wenn nun 1000 nötig gewesen wären,
um das Feld zu bestellen, wo früher 500. Ihre disponible Mannschaft hätte
nach wie vornur aus500 Mann bestanden. Hätte sich dagegen die Produktiv-
kraft ihrer Arbeit vermehrt, so daß 250 genügten, um das Feld zu bestellen,
so hätten von den 1000 750 ins Feld ziehn können, während unter den
umgekehrten Umständen von den 1500 nur 500.

13*


Es ist hier erstens zu bemerken, daß Ricardo unter revenu net oder pro-
duit net nicht den Überschuß des Gesamtprodukts über den Teil desselben
versteht, der der Produktion als Produktionsmittel, Rohstoff oder Instru-
ment, wiedergegeben werden muß. Er teilt vielmehr die falsche Ansicht, daß
das produit brut sich in revenu brut auflöst. Unter produit net oder revenu
net versteht er den Surpluswert, den Überschuß der Gesamtrevenu über
den Teil derselben, der aus salaires, aus der Revenue des Arbeiters, besteht.
Diese revenu des Arbeiters ist aber gleich dem variablen Kapital, dem Teil
des zirkulierenden Kapitals, den er beständig konsumiert und beständig
reproduziert, als den Teil seiner Produktion, den er selbst konsumiert.

Wenn Ricardo die capitalistes nicht rein als nutzlos betrachtet, also sie
selbst als Produktionsagenten, und daher einen Teil ihres Profits in salaire
auflöst, so muß er von dem revenu net einen Teil ihrer Revenue abziehn
und auch die Zahl dieser Personen nur soweit als dem Reichtum förderlich
erklären, als ihr Salair einen möglichst kleinen Teil ihres Profits bildet. Sex
dem wie ihm wolle, als Produktionsagenten gehört wenigstens ein Teil ihrer
Zeit als fixture! der Produktion selbst. Und soweit sind sie nicht verwendbar
für andre Zwecke der Gesellschaft oder auch des Staats. Je mehr freie Zeit
ihnen ihre Beschäftigung als managers der Produktion läßt, um so mehr ist
ihr Profit unabhängig von ihrem Salair. Im Gegensatz zu ihnen sind die
Kapitalisten, die nur von ihren Zinsen leben, dittoder Grundrentner persön-
lich ganz zur Verfügung, und kein Teil ihrer Einnahme geht in die Produk-
tionskosten ein, außer der Teil, der zur Reproduktion ihrer eignen werten
Person verwandt wird. Ricardo müßte also ebenfalls im Interesse des Staats
ein Wachstum der Rente (des reinen revenu net) auf Kosten der Profite
wünschen, was keineswegs seine Ansicht ist. Und warum nicht? Weil es der
Akkumulation der Kapitalien schadet [oder] - was identisch ist z. T. —, weil
es die Masse der unproduktiven Arbeiter auf Kosten der produktiven ver-
mehrt.

Ricardo teilt ganz A.Smiths Unterscheidung von produktiver und un-
produktiver Arbeit, soweit erstre direkt mit Kapital, [letztre] direkt mit
Revenue ihre Arbeit austauscht. Aber er teilt nicht mehr Smiths Zärtlichkeit
für und Illusion über die produktiven Arbeiter. Es ist ein Pech, ein produk-
tiver Arbeiter sein. Ein produktiver Arbeiter ist ein Arbeiter, der fremden
Reichtum produziert. Nur als solches Produktionsinstrument für fremden
Reichtum hat seine Existenz einen Sinn. Kann also dieselbe Quantität frem-
den Reichtums mit einer geringren Anzahl produktiver Arbeiter formiert

3 Bestandteil


werden, so ist die suppression? dieser produktiven ArbeiteramPlatz. Vos,non
vobis.!! Übrigens versteht Ricardo diese suppression nicht wie Ganilh, daß
durch die bloße suppression die Revenue vermehrt und dasselbe als Revenue,
was früher als capital variable (also in der Form der Salaire), aufgezehrt
würde. Mit der verminderten Anzahl der produktiven Arbeiter fällt weg die
Quantität des Produkts, die die weggestrichne Anzahl selbst konsumierte
und selbst produzierte, das Äquivalent für diese Anzahl. Ricardo unterstellt
nicht wie Ganilh, daß nach wie vor dieselbe Masse Produkte produziert
werde; sondern dieselbe Masse produit net. Verzehrten die Arbeiter 200
und war ihr'surplus = 100, so war das Gesamtprodukt = 300 und das Sur-
plus =?/,= 100. Verzehren die Arbeiter 100 und ist ihr surplus = 100 nach
wie vor, so das Gesamtprodukt = 200 und das Surplus =!/,= 100. Das Ge-
samtprodukt wäre um Js gefallen, um das von den 100 Arbeitern verzehrte
Produkt, das produit 372] net dasselbe geblieben, weil ?/, gleich 3%];.
Ricardo ist daher gleichgültig gegen die Masse des produit brut, pourvu
que cette portion du produit brut qui constitue le produit net reste Ja m&me
ou s’accroit, dans tous les cas ne diminue point?.
So sagt er!”®':

„Es wäre durchaus gleichgültig für eine Person, die auf ein Kapital von 20000 I.
einen Profit von 20007. jährlich macht, ob ihr Kapital 100 oder tausend Menschen
beschäftigt, ob ihre Produkte sich zu 10000 I. oder zu 20000 I. verkaufen, immer vor-
ausgesetzt, daß ihre Profite keinesfalls unter 2000 I. fallen.“ 1?% |VIII-372]||

IIX-377| Die Stelle bei Ricardo (3 ed., p.415, 416, 417) lautet so
(ch+«XXVD:

„A.Smith übertreibt ständig die Vorteile, die ein Land viel eher von einem hohen
Brutto- als von einem hohen Nettoeinkommen hat“ (weil, sagt Adam, „die Menge pro-
duktiver Arbeit desto größer sein wird, die es in Bewegung setzt“) ... „Worin besteht
der Vorteil, der sich für ein Land aus der Beschäftigung einer großen Menge produk-
tiver Arbeit ergibt, wenn, gleichgültig, ob es eine solche oder eine kleinere Menge be-
schäftigt, seine Nettorente und sein Profit zusammen dasselbe bleiben?“

{Dies heißt also nichts als: if the surplus value produced by a greater
quantity of labour would be the same äs that produced by a smaller

1 Abschaffung - ? Bruttoprodukts, vorausgesetzt, daß jener Teil des Bruttoprodukts, der
das Nettoprodukt bildet, derselbe bleibt oder wächst, auf jeden Fall nicht abnimmt


quantity!. Dann aber heißt das wieder nichts, als daß es für ein Land dasselbe,
ob es große Anzahl Arbeiter bei geringrer Rate des Surplus oder geringre An-
zahl Arbeiter bei geringrer Rate des Surplus oder geringre Anzahl bei größ-
rer Rate anwendet. n X !/, ist ebensoviel wie 2 n X ?/,, wo n die Anzahl [der
Arbeiter], /sund/, die Surplusarbeit darstellen. Der „produktive Arbeiter“
an sich ist ein bloßes Produktionsinstrument für die Erzeugung des surplus,
und bei gleichem Resultat wäre eine größre Anzahl dieser „produktiven
Arbeiter“ a nuisance?.}

„Für ein Individuum mit einem Kapital von 20000 I., dessen Profite 2000 1. jähr-
lich betragen, wäre es ein durchaus gleichgültig Ding, ob sein Kapital 100 oder
1000 Menschen beschäftigt, ob die produzierten Waren sich zu 10000 oder 20000 7.

verkaufen, immer vorausgesetzt, daß seine Profite in allen Fällen nicht unter 2000 I,
fallen.“

{Hat, wie aus einer spätern Stelle hervorgeht, einen ganz banalen Sinn.
Z.B. ein vine-merchant?, der 20000 Z. anwendet und jährlich 12000 !. im
Keller liegen hat, 8000 aber zu 10000 /. verkäuft, wendet wenig Leute an
und macht 10 p.c. Profit. Und nun gar Bankiers!}

„Ist das reale Interesse einer Nation nicht dasselbe? Vorausgesetzt, ihr reales Netto-
einkommen, ihre Renten und Profite bleiben dieselben, so ist es nicht von der geringsten
Wichtigkeit, ob die Nation aus 10 oder 12 Millionen Einwohnern besteht.“

„Ihre Fähigkeit, Flotten, Armeen und alle Arten unproduktiver Arbeit zu unter-
halten“

(diese Stelle zeigt u.a., daß Ricardo A.Smiths Ansicht von productive and
unproductive labour, obgleich nicht mehr dessen illusorische Zärtlichkeit
für den productive labourer teilte),

„muß im Einklang mit ihrem Netto- und nicht mit ihrem Bruttoeinkommen stehen.
Wenn fünf Millionen Menschen soviel Nahrung und Kleidung produzieren können,
wie für 10 Millionen notwendig sind, so bilden Nahrung und Kleidung für 5 Millionen
das Nettoeinkommen. Wird es dem Lande irgendwie zum Vorteil gereichen, wenn
sieben Millionen Menschen für die Produktion dieses Nettoeinkommens erforderlich sind,
d.h. daß sieben Millionen beschäftigt werden, um für 12 Millionen Kleidung und
Nahrung zu produzieren? Die Nahrung und Kleidung für 5 Millionen wird immer
noch das Nettoeinkommen darstellen. Die Beschäftigung einer größeren Anzahl Men-
schen ermöglicht uns weder, unsere Armee und Flotte um einen Mann zu vermehren,
noch eine Guinea mehr Steuern abzuführen.“

1 wenn der durch eine größere Arbeitsmenge produzierte Mehrwert derselbe wäre wie
der durch eine geringere Arbeitsmenge produzierte - ? ein Schaden - ? Weinhändler


Ein Land ist [um] so reicher, je geringer seine produktive Bevölkerung
verhältnismäßig zum Gesamtprodukt; ganz wie für den einzelnen Kapitali-
sten, je weniger Arbeiter er braucht, um dasselbe surplus zu erzeugen,tant
mieux! für ihn. Das Land ist um so reicher, je geringer die produktive Be-
völkerung im Verhältnis zur unproduktiven, bei derselben Quantität von
Produkten. Denn die verhältnismäßige Geringheit der produktiven Bevölke-
rung wäre ja nur ein andrer Ausdruck für den verhältnismäßigen Grad der
Produktivität der Arbeit.

Einerseits ist es die Tendenz des Kapitals, die zur Produktion der Ware
nötige Arbeitszeit auf ein fallendes Minimum zu reduzieren, also auch die
Anzahl der produktiven Bevölkerung im Verhältnis zur Masse des Produkts.
Ändrerseits aber ist ihre? Tendenz umgekehrt, zu akkumulieren, Profit in
Kapital zu verwandeln, möglichstes Quantum fremder Arbeit anzueignen.
Sie sucht die Rate der notwendigen Arbeit herabzusetzen, aber zu der ge-
gebnen Rate ein möglichstgroßes Quantum produktiver Arbeitanzuwenden.
Das Verhältnis der Produkte zur Bevölkerung dabei gleichgültig. Korn und
cotton? können in Wein, Diamanten etc. umgetauscht |]378| werden, oder
die Arbeiter können in produktiver Arbeit verwandt werden, die nichts un-
mittelbar den Produkten (konsumablen) zufügt (wie Eisenbahnbau etc.).

Wenn infolge einer Erfindung ein Kapitalist nur noch 10000 /., statt wie
bisher 20000, in seinem Geschäft anwenden könnte, weil die 10000 genüsten,
und wenn sie ihm 20p.c. abwürfen, statt 10, also soviel wie die 20000 früher,
so wäre das kein Grund für ihn, 10000 I. als Revenue auszugeben, statt wie
bisher als Kapital. (Von direkter Verwandlung von Kapital in Revenue
eigentlich nur bei Staatsanleihen die Rede.) Er würde sieanderswo placieren;
außerdem noch einen Teil seines Profits kapitalisieren.

Bei den Ökonomen (Ricardo z. T. eingerechnet) dieselbe Antinomie, die
in der Sache liegt. Die Maschinerie verdrängt Arbeit und vermehrt die net
revenue (namentlich stets das, was Ricardo hier net revenue nennt, die
Masse der Produkte, worin die Revenue verzehrt wird); sie vermindert die
Arbeiteranzahl und vermehrt die Produkte (die nun zum Teil von unproduk-
tiven Arbeitern aufgegessen werden, teils ausgetauscht außer L.andes etc.).
Dies wäre also das Wünschenswerte. Aber nein. Dann soll bewiesen werden,
daß sie die Arbeiter nicht außer Brot wirft. Und wodurch wird das bewiesen?
Dadurch, daß sie nach einem shock (dem vielleicht die grad getroffne Be-
völkerungsschicht keinen Widerstand leisten kann) wieder mehr Leute be-
schäftigt, als vor ihrer Einführung beschäftigt waren, also die Masse der

t desto besser - ? der kapitalistischen Produktionsweise - ? Baumwolle


„produktiven Arbeiter“ wieder vermehrt und das alte Mißverhältnis wieder-
herstellt.

Das ist in der Tat der Gang. Und so könnte trotz der wachsenden Pro-
duktivität der Arbeit die Arbeiterbevölkerung stets wachsen, nicht im Ver-
hältnis zum Produkt, das mit ihr und schneller wächst, aber verhältnismäßig
[zur Bevölkerung], wenn z.B. gleichzeitig das Kapital sich konzentriert, also
frühre Bestandteile der produktiven Klassen ins Proletariat fallen. Ein klei-
ner Teil des letztren steigt in die Mittelklasse. Die unproduktiven Klassen
aber sorgen dafür, daß nicht zuviel zu essen da ist. Die beständige Rück-
verwandlung von Profit in Kapital stellt stets denselben Kreislauf auf breite-
rer Basis wieder her.

Und bei Ricardo die Angst für die Akkumulation noch größer wie die für
den net profit, so daß der letztre als Mittel für die Akkumulation eifrig be-
wundert wird. Daher auch die widersprechenden Ermahnungen und Trö-
stungen an die Arbeiter. Sie sind am meisten interessiert an der Akkumu-
lation des Kapitals, denn davon hängt die Nachfrage nach ihnen ab. Steigt
die Nachfrage, so steigt der Preis der Arbeit. Sie müssen also die Herab-
setzung des Arbeitslohns selbst wünschen, damit das ihnen genommne
Surplus, wieder durch das Kapital filtriert, ihnen für neue Arbeit zukömmt
und ihr Arbeitslohn steigt. Nun ist aber dies Steigen des Arbeitslohns
schlecht, weil es die Akkumulation hemmt. Einerseits müssen sie keine
Kinder machen. Dadurch fällt die Zufuhr von Arbeit, steigt also ihr Preis.
Aber ihr Steigen vermindert die Rate der Akkumulation, vermindert also
die Nachfrage nach ihnen und macht die Arbeit fallen. Noch rascher, wie
ihre Zufuhr abnimmt, nimmt mit derselben das Kapital ab. Machen sie
Kinder, so vermehren sie ihre eigne Zufuhr, vermindern den Preis der
Arbeit, womit die Profitrate wächst und damit die Akkumulation des Kapi-
tals. Aber ihre Bevölkerung soll pari passu! gehn mit der Akkumulation des
Kapitals; d.h., die Arbeiterbevölkerung soll exakt in der Masse sich vor-
finden, wie der Kapitalist sie braucht - was sie ohnehin tut.

Herr Ganilh ist nicht ganz konsequent in seiner Bewunderung des pro-
duit net. Er zitiert von Say:

„Ich bezweifle keineswegs, daß bei Sklavenarbeit der Überschuß der Produkte
über den Konsum größer ist als bei der Arbeit des freien Menschen ... Die Arbeit des
Sklaven hat keine andere Grenze als das Vermögen seiner Körperkraft ... Der Sklave“
(und der freie Arbeiter ditto) „arbeitet für ein unbegrenztes Bedürfnis: die Habgier seines
Herrn.“ (Say, 1® &d., p. 215, 216.)

1 gleichen Schrittes


1379| Darauf bemerkt Ganilh:

„Der freie Arbeiter kann nicht mehr ausgeben und weniger produzieren als ein
Sklave ... Jede Ausgabe setzt ein Äquivalent voraus, das produziert wird, sie zu be-
zahlen. Wenn der freie Arbeiter mehr verausgabt als der Sklave, so müssen auch die
Produkte seiner Arbeit bedeutender sein als die der Arbeit des Sklaven.“ (Ganilh, t. I,
p. 234.)

Als ob die Größe des Salairs nur von der Produktivität des Arbeiters und
nicht, bei gegebner Produktivität, von Verteilung des Produkts zwischen
ouyrier und maitre abhinge.

„Ich weiß“, fährt er fort, „daß man mit einigem Recht sagen kann, die Ersparnisse,
die der Herr auf Kosten des Arbeiters macht“ (hier also doch €conomies sur le salaire de
Vesclave?), „dienen dazu, seine persönlichen Ausgaben zu erhöhen usw. ... Aber für
den allgemeinen Reichtum ist es vorteilhafter, wenn in allen Klassen der Gesellschaft
Wohlstand herrscht, als übermäßiger Reichtum bei einer kleinen Anzahl von Personen.“

(p. 234, 235.)

Wie paßt das zum produit net? Übrigens nimmt Herr Glanilh] sofort
seineliberalen Tiraden zurück (l. c. p. 236, 237). Er willdie Nigger-Sklaverei
für die Kolonien. Er ist bloß so liberal, sie nicht in Europa wieder einführen
zu wollen, nachdem er sich klargemacht, daß die freien Arbeiter hier Skla-
ven sind, nur vorhanden, um das produit net für Kapitalisten, landlords und
ihre retainers? zu produzieren.

„Er“ (Quesnay) „bestreitet entschieden, daß die Ersparnisse der lohnarbeitenden
Klassen die Fähigkeit haben, die Kapitalien zu vermehren; als Grund hierfür gibt er
an, daß diese Klassen keine Möglichkeit haben sollten, Ersparnisse zu machen. Hätten
sie einen Überschuß, so könnte er nur von einem Irrtum, einer Unordnung in der ge-

sellschaftlichen Wirtschaft herrühren.“ (l.c. p. 274.)
Als Beweis zitiert Ganilh folgende Stelle von Quesnay:

„Wenn die sterile Klasse spart, um ihr bares Geld zu vermehren ..., werden ihre
Arbeiten und ihre Gewinne im gleichen Verhältnis abnehmen, und sie wird in Verfall
geraten.“ („Physiocratie“, p. 321.)

Der Esel! Versteht Quesnay nicht.
Herr Ganilh setzt den Schlußstein auf in folgendem Satze:

„Je bedeutender sie“ (les salaires) „sind, um so geringer ist die Revenue der Ge-
sellschaft“ (die societe® steht auf ihnen, aber sie stehn nicht in der societe), „und die
ganze Kunst der Regierungen muß darauf gerichtet sein, die Masse [der Arbeitslöhne]}

? Ersparnisse aus dem Lohn des Sklaven -? Dienstleute - ? Gesellschaft


zu verringern.“ (l.c.p.24,t.1l.)... „Eine Aufgabe ... würdig des aufgeklärten Jahr-
hunderts, in dem wir leben.“ (t.11, p.24.)

Es sind nun noch über produktive und unproduktive Arbeit kurz zu be-
sichtigen Lauderdale (die faden Späße Broughams sind danach äberöuanß);
(Ferrier?), Tocgzeville, Storch, Senior und Rossi.

### [9.] Austausch von Revenue und Kapital

YZu unterscheiden: 1. Der Teil der Revenue, der sich in neues Kapital ver-
wandelt; also der Teil des Profits, der selbst wieder kapitalisiert wird. Dies
lassen wir hier ganz außer acht. Es gehört in den Abschnitt von der Akkumu-
lation. 2. Die Revenue, die sich austauscht mit dem in der Produktion kon-
sumierten Kapital; so daß also durch diesen Austausch nicht neues Kapital
gebildet, sondern altes Kapital ersetzt wird, mit einem Wort, das alte Kapi-
tal konserviert wird. Den Teil der Revenue, der sich in neues Kapital ver-
wandeln wird, können wir also für diese Untersuchung = 0 setzen und die
Sache so betrachten, als ob alle Revenue entweder Revenue oder konsumier-
tes Kapital deckt.

Die ganze Masse des jährlichen Produkts wird also in 2 Teile verteilt:
Der eine Teil wird als Revenue konsumiert, der andre Teil ersetztin natura
das konsumierte capital constant.

### [a) Austausch von Revenue gegen Revenue]

Revenue wird gegen Revenue ausgetauscht, wenn z.B. die Leinwand-
produzenten einen Teil von dem Teil ihres Produkts, der Leinwand, der
ihre Profite und Salaire, ihre Revenue vorstellt, gegen Getreide austauschen,
das einen Teil der Profite und | Salaire des Ackerbauers vorstellt. Hier
ist.also der Austausch von Leinwand gegen Getreide, diesen beiden Waren,
die beide in die individuelle Konsumtion eingehn, Austausch von Revenue
in der Form von Leinwand gegen Revenue in der Form von Getreide. Es
ist hier gar keine Schwierigkeit. Sind die konsumablen Produkte in den Be-
dürfnissen entsprechenden Proportionen produziert, also auch die propor-
tionellen Massen der gesellschaftlichen Arbeit, die zu ihrer Produktion er-
heischt sind, proportionell verteilt {was natürlich nie exakt der Fall, sondern
beständig Abirrungen, Disproportionen, die sich als solche ausgleichen; so
daß aber die beständige Bewegung der Ausgleichung selbst die beständige


Disproportion voraussetzt}, so existiert die Revenue z.B. in der Form Lein-
wand exakt in der Quantität, worin sie als Konsumtionsartikel gebraucht,
also durch die Konsumtionsartikel andrer Produzenten ersetzt wird. Was
der Leinwandproduzent von Getreide etc. konsumiert, konsumiert der Bauer
usw. in Leinwand. Der Teil seines Revenue vorstellenden Produkts, den er
austauscht gegen andere Waren (Konsumtionsartikel), wird also von den
Produzenten dieser andren Waren als Konsumtionsartikel eingetauscht.
Was er in andrem Produkt verzehrt, verzehren andre in seinem Produkt.

Nebenbei bemerkt: Daß nicht mehr notwendige Arbeitszeit auf ein Pro-
dukt verwandt ist, als gesellschaftlich erheischt - d.h. nicht mehr Zeit, als
durchschnittlich zur Produktion dieser Ware erheischt -, ist Resultat der
kapitalistischen Produktion, die sogar fortwährend das Minimum der not-
wendigen Arbeitszeit herabsetzt. Aber um das zu tun, muß sie fortwährend
auf steigender Stufenleiter produzieren.

Wenn I Elle Leinwand nur | Stunde kostet und dies die notwendige
Arbeitszeit ist, die die Gesellschaft zu verwenden braucht, um ihr Bedürfnis
nach einer Elle Leinwand zu befriedigen, so folgt daraus noch keineswegs,
daß, wenn 12 Mill. Ellen produziert, also 12 Millionen Arbeitsstunden oder,
was dasselbe, I Million Arbeitstage, I Million Arbeiter als Leinweber an-
gewandt werden, die Gesellschaft solchen Teil ihrer Arbeitszeit „notwendig“
auf Leinenweberei zu verwenden [hat]. Die notwendige Arbeitszeit gegeben,
also gegeben, daß ein bestimmtes Quantum Leinwand in einem Tag produ-
zierbar, fragt sich, wie viele solcher Tage auf Leinwandproduktion zu ver-
wenden. Die Arbeitszeit, die auf die Summe bestimmter Produkte in I Jahr
z.B. verwandt ist, ist gleich einem bestimmten Quantum dieses Gebrauchs-
werts, z.B. einer Elle Leinwand (sei = 1 Arbeitstag) multipliziert mit der
Anzahl der überhaupt angewandten Arbeitstage. Das Gesamtquantum der
in einem bestimmten Produktionszweig verwandten Arbeitszeit mag unter
oder über der richtigen Proportion zu der gesamten disponiblen gesellschaft-
lichen Arbeit stehn, obgleich jeder aliquote Teil des Produkts nur die zu
seiner Herstellung notwendige Arbeitszeit enthält oder obgleich jeder ali-
quote Teil der angewandten Arbeitszeit notwendig war, um den ihm ent-
sprechenden aliquoten Teil des Gesamtprodukts zu schaffen.

Von diesem Standpunkt aus erhält die notwendige Arbeitszeit einen
andren Sinn. Es fragt sich, in welchen Quantitäten die notwendige Arbeits-
zeit selbst in den verschiednen Produktionssphären verteilt wird. Die Kon-
kurrenz reguliert beständig diese Verteilung, wie sie ebenso beständig sie
aufhebt. Ist zu großes Quantum gesellschaftlicher Arbeitszeit in einem
Zweig verwandt, so kann das Äquivalent ausgezahlt werden, als ob das ent-


sprechende Quantum verwandt wäre. Das Gesamtprodukt - d.h. der Wert
des Gesamtprodukts - ist also dann nicht gleich der Arbeitszeit, die in ihm
enthalten ist, sondern = der Arbeitszeit, die proportionell verwandt worden
wäre, wäre das Gesamtprodukt proportioniert der Produktion in den andren
Sphären. Soviel aber der Preis des Gesamtprodukts unter seinen Wert fällt,
fällt der Preis jedes aliquoten Teils desselben. Sind 6000 Ellen Leinwand
statt 4000 produziert und ist 12 000 sh. der Wert der 6000 Ellen, so werden
sie verkauft zu 8000. Der Preis jeder Elle ist I"/; sh. statt 2 — !/; unter seinem
Wert. Es ist also dasselbe, als ob t/; zuviel Arbeitszeit zur Produktion von
1 Elle verwandt worden wäre. Den Gebrauchswert der Ware unterstellt,
zeigt also das Fallen ihres Preises unter ihren Wert, daß, obgleich jeder Teil
des Produkts nur die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit gekostet hat
{hier unterstellt, daß die Produktionsbedingungen gleichbleiben}, eine über-
flüssige, mehr als die notwendige Gesamtmasse gesellschaftlicher Arbeit auf
diesen einen Zweig verwandt worden ist.

Etwas ganz andres ist das Sinken des relativen Werts der Ware infolge
veränderter ||381] Produktionsbedingungen; dies Stück Leinwand, das sich
auf dem Markt befindet, hat 2 sh. gekostet, = I Arbeitstag z.B. Aber es
kann zu | sh. jeden Tag reproduziert werden. Da nun der Wert bestimmt ist
durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, nicht durch die Arbeits-
zeit, die der einzelne Produzent braucht, so ist der Tag, den der Produzent
zur Produktion der I Elle gebraucht hat, nur noch =!/, gesellschaftlich be-
stimmten Tag. Das Fallen des Preises seiner Elle von 2 sh. auf I sh., also
ihres Preises unter den Wert, den sie ihm gekostet hat, zeigt bloße Verände-
rung in den Produktionsbedingungen, d.h. eine Änderung in der notwendi-
gen Arbeitszeit selbst, an. Blieben andrerseits die Produktionskosten der
Leinwand dieselben und stiegen die aller andren Artikel mit Ausnahme des
Golds, kurz des Materials des Gelds- oder auch nur bestimmter Artikel,
z.B. Weizen, Kupfer etc., kurz Artikel, die nicht in die Bestandteile der
Leinwand eingehn, so wäre I Elle Leinwand nach wie vor =2 sh. Ihr Preis
würde nicht fallen, aber ihr relativer Wert, ausgedrückt in Weizen, Kupfer
usw., wäre gefallen.

Von dem Teil der Revenue in einem Produktionszweig (der konsumable
Waren produziert), der verzehrt wird in der Revenue eines andren Produk-
tionszweigs, gilt es, daß die Nachfrage gleich ihrer eignen Zufuhr (soweit
proportionell produziert ist). Es ist dasselbe, als ob jeder diesen Teil seiner
Revenue selbst verzehre. Es ist hier bloß die formelle Metamorphose der

Ware: W-G-\W’. Leinwand-Geld-Weizen.


Beide Waren, die sich austauschen, stellen hier nur einen Teil der im
Jahre zugesetzten neuen Arbeit dar. Aber es ist erstens klar, daß dieser Aus-
tausch — worin zwei Produzenten wechselseitig einen Teil ihres Produkts,
der Revenue vorstellt, in ihren gegenseitigen Waren verzehren - nur in
solchen Produktionszweigen stattfindet, die konsumable Artikel herstellen,
Artikel, die direkt in die individuelle Konsumtion eingehn, worin daher
Revenue als Revenue verausgabt werden kann. Zweitens ist ebenso klar: Nur
für diesen Teil des Produktenaustauschs ist es richtig, daß die Zufuhr des
Produzenten = Nachfrage für andre Produkte, die er konsumieren will.
Hier handelt es sich in der Tat nur um einfachen Warenaustausch. Statt
seine Lebensmittel selbst zu produzieren, produziert er die Lebensmittel
des andren, der seine produziert. Kein Verhältnis von Revenue zu Kapital
tritt herein. Revenue in der einen Form konsumabler Artikel tauscht sich
aus gegen Revenue in einer andren Form konsumabler Artikel, also in der
Tat konsumable Artikel gegen konsumable Artikel. Daß beide Revenue
sind, bestimmt nichtihren Austauschprozeß, sondern daß beide konsumable
Artikel sind. Ihre Formbestimmtheit als Revenue tritt hier gar nicht herein.
Sie zeigt sich allerdings im Gebrauchswert der wechselseitigen Waren, daß
beide in die individuelle Konsumtion eingehn, was aber wieder nichts heißt,
als daß ein Teil konsumabler Produkte sich gegen einen andern Teil kon-
sumabler Produkte austauscht.

Die Form der Revenue kann nur eingreifen oder hervortreten, wo die
Form des Kapitals ihr gegenübertritt. Aber selbst in diesem Falle falsch, was
Say!?”! und andre Vulgärökonomen behaupten, daß, wenn A seine Leinwand
nicht verkaufen oder nur unter ihrem Preise verkaufen kann - i.e. den Teil
seiner Leinwand, den er selbst als Revenue aufessen will -, dies geschieht,
weilB, Cetc. zuwenig Weizen, Fleisch usw. produziert haben. Es kann sein,
weil sie nicht genug davon produziert.haben. Aber es kann auch sein, weil
A zuviel Leinwand produziert hat. Denn gesetzt, B, C etc. haben genug
Weizen etc., um alle Leinwand von A zu kaufen, so kaufen sie sie dennoch
nicht, weil nur ein bestimmtes Quantum Leinwand von ihnen konsumiert
wird. Oder es kann auch sein, weil A mehr Leinwand produziert hat, als der
Teil ihrer Revenue ist, der überhaupt in Kleidungsstoffen ausgelegt werden
kann, also absolut, weil jeder nur ein bestimmtes Quantum seines Produkts
in Revenue auslegen kann und die Leinwandproduktion von A größre
Revenue voraussetzt, als überhaupt vorhanden ist. Lächerlich ist es aber da,
wo es sich nur von Äustausch von Revenue gegen Revenue handelt, vor-
auszusetzen, daß nicht der Gebrauchswert des Produkts, sondern die Quan-
tität dieses Gebrauchswerts das Verlangte ist, also wieder zu vergessen, daß


es in diesem Austausch sich nur um Befriedigung von Bedürfnissen handelt,
nicht, wie bei dem Tauschwert, um Quantität.

Aber jeder will lieber viel Quantum von einem Artikel wie wenig. Wenn
dies die Schwierigkeit lösen soll, so ist ]]382] absolut nicht einzusehn, warum
der Leinwandproduzent, statt seine Leinwand gegen andre Konsumtions-
artikel auszutauschen und diese en masse aufzutürmen, er nicht den ein-
fachern Prozeß macht, einen Teil seiner Revenue in überflüssiger Leinwand
zu genießen. Warum verwandelt er überhaupt seine Revenue aus der Form
Leinwand in andre Formen? Weil er andre Bedürfnisse als nur nach Lein-
wand zu befriedigen hat. Warum verzehrt er selbst nur einen bestimmten
Teil Leinwand? Weil nur ein quantitativ bestimmter Teil Leinwand Ge-
brauchswert für ihn hat. Aber dasselbe gilt für B, C etc. Wenn B Wein und
C Bücher und D Spiegel verkauft, so zieht er vielleicht vor, das Surplus
seiner Revenue in seinem eignen Produkt, Wein, Buch, Spiegel, zu ver-
zehren als in Leinwand. Es kann also nicht gesagt werden, daß es absolut
nötig ist, daß zuwenig Wein, Buch, Spiegel produziert ist, weil A seine in
Leinwand bestehende Revenue gar nicht (oder nicht ihrem Wert entspre-
chend) in Wein, Buch, Spiegel verwandeln kann. Noch lächerlicher aber,
wenn dieser Austausch von Revenue gegen Revenue - dieser eine Teil des
Warenaustauschs - dem ganzen Warenaustausch untergeschoben wird.

Also einen Teil des Produkts haben wir disponiert. Ein Teil der konsu-
mablen Produkte wechselt die Hände zwischen den Produzenten dieser kon-
sumablen Produkte selbst. Jeder derselben verzehrt einen Teil seiner Re-
venue (Profit und Salair) statt in seinem konsumablen Produkt in dem kon-
sumablen Produkt des andren, und zwar kann er das nur, sofern der andre
wechselseitig statt des eignen das fremde konsumable Produkt verzehrt. Es
ist dasselbe, als hätte jeder den Teil seines konsumablen Produkts verzehrt,
der seine eigne Revenue darstellt.

Für den ganzen Rest der Produkte aber treten kompliziertere Verhält-
nisse ein, und erst hier treten sich die ausgetauschten Waren als Revenue
und Kapital, also nicht nur als Revenue, gegenüber.

### [5) Austausch von Revenue gegen Kapital]

Zunächst ist zu unterscheiden. In allen Produktionszweigen stellt ein
Teil des Gesamtprodukts Revenue vor, zugesetzte Arbeit (während des
Jahrs), Profit und Salair. {Rente, Zins etc. Teile des Profits; die Einnahme
der Staatsscheißkerls Teil von Profit und Salair; die Einnahme der andren
unproduktiven Arbeiter ist der Teil des Profits und Salairs, den sie mit ihren


unproduktiven Arbeiten kaufen, vermehrt also nicht das als Profit und
Salair existierende Produkt, sondern bestimmt nur, wieviel sie von dem-
selben verzehren, wieviel Arbeiter und Kapitalisten selbst.!} Aber nur in
einem Teil der Produktionssphären kann der Revenue vorstellende Teil des
Produkts unmittelbar in natura in die Revenue eingehn oder seinem Ge-
brauchswert nach als Revenue verzehrt werden. Alle Produkte, die nur Pro-
duktionsmittel darstellen, können nicht in natura, in ihrer unmittelbaren
Form als Revenue, verzehrt werden, sondern nur ihr Wert. Dieser aber muß
verzehrt werden in den Produktionszweigen, die unmittelbar konsumable
Artikel produzieren. Ein Teil der Produktionsmittel mögen unmittelbare
Konsumtionsmittel sein, das eine oder das andre, je nach der Anwendung,
wie ein Pferd, ein Wagen usw. Ein Teil der unmittelbaren Konsumtions-
mitte] mögen Produktionsmittel sein, wie Korn für Kornbranntwein, Weizen
als Samen usw. Fast alle Konsumtionsmittel selbst können als Exkremente
der Konsumtion wieder in den Produktionsprozeß eingehn, z.B. abgenutzte
und halbverfaulte Leinwandlumpen in die Papierfabrikation. Aber niemand
produziert Leinwand, damit sie als Lumpen zum Rohmaterial des Papiers
werde. Diese Form bekommt sie erst, nachdem das Produkt der Lein-
weberei als solches in die Konsumtion eingegangen. Erst als Exkrement
dieser Konsumtion, als Residuum und Produkt des Konsumtionsprozesses
kann es dann wieder als Produktionsmittel in eine neue Produktionssphäre
eingehn. Dieser case! gehört also nicht hierher.

Die Produkte also - von denen der aliquote Teil, der Revenue darstellt,
zwar dem Wert, aber nicht dem Gebrauchswert nach, von ihren eignen
Produzenten verzehrt werden kann (so daß sie also den Teil z.B. ihrer
Maschinen, der Salair und Profit darstellt, verkaufen müssen, um ihn zu
verzehren, [da sie] nicht mit ihm als Maschine irgendein individuelles Be-
dürfnis unmittelbar befriedigen können) - können ebensowenig von den
Produzenten andrer Produkte verzehrt werden, können nicht in ihre indi-
viduelle Konsumtion eingehn, können also keinen Teil der Produkte bilden,
worin sie ihre Revenue verausgaben, da dies dem Gebrauchswert dieser
Waren widerspricht, ihr Gebrauchswert der Natur der Sache nach indivi-
duelle Konsumtion ausschließt. Die Produzenten dieser inkonsumablen Pro-
dukte können also nur ihren Tauschwert verzehren, d.h., sie müssen sie
vorher in Geld verwandeln, um dies Geld rückzuverwandeln in konsumable
Waren. Aber an wen sollen sie | dieselben verkaufen? An Produzen-
ten andrer individuell inkonsumabler Produkte? Dann hätten sie bloß ein

Fall


inkonsumables Produkt an der Stelle des andren. Es ist aber unterstellt, daß
dieser Teil der Produkte ihre Revenue bildet; daß sie dieselben verkaufen,
umihren Wertin konsumablen Produkten aufzuzehren. Siekönnen dieselben
also nur verkaufen an die Produzenten individuell konsumabler Produkte.

Dieser Teil des Warenaustauschs stellt Austausch von Kapital des einen
gegen Revenue des andren und von Revenue des einen gegen Kapital des
andren dar. Nur ein Teil des Gesamtprodukts des Produzenten von kon-
sumablen Produkten stellt Revenue dar; der andre stellt konstantes Kapital
dar. Weder kann er ihn selbst verzehren, noch kann er ihn gegen konsu-
mable Produkte andrer austauschen. Er kann weder den Gebrauchswert
dieses Teils des Produkts in natura verzehren noch seinen Wert verzehren,
indem er ihn gegen andre konsumable Produkte austauscht. Er muß ihn
vielmehr rückverwandeln in die Naturalelemente seines capital constant.
Er muß diesen Teil seines Produkts industriell konsumieren, d.h., als Produk-
tionsmittel verbrauchen. Sein Produkt ist aber seinem Gebrauchswert nach
nur fähig, in die individuelle Konsumtion einzugehn; er kann es also nicht
in natura wieder in seine eignen Produktionselemente rückverwandeln. Sein
Gebrauchswert schließt die industrielle Konsumtion aus. Er kann also nur
seinen Wert industriell konsumieren [durch Verkauf] an die Produzenten
jener Produktionselemente seines Produkts. Diesen Teil seines Produkts
kann er weder in natura verzehren, noch kann er seinen Wert verzehren,
indem er es verkauft gegen andre individuell konsumable Produkte. So-
wenig dieser Teil seines Produkts in seine eigne Revenue eingehn kann, so-
wenig kann er aus der Revenue der Produzenten andrer individuell konsu-
mabler Produkte ersetzt werden, denn dies wäre nur möglich, wenn er sein
Produkt gegen ihr Produkt austauschte, also den Wert seines Produkts ver-
zehrie, was nicht geschehn kann. Da aber dieser Teil seines Produkts, so gut
wie der andre Teil desselben, den er als Revenue verzehrt, seinem Ge-
brauchswert nach nur als Revenue verzehrt werden kann, in die individuelle
Konsumtion eingehn muß, konstantes Kapital nicht ersetzen kann, so muß
er eingehn in die Revenue der Produzenten von inkonsumablen Produkten,
muß gegen den Teil ihrer Produkte sich austauschen, deren Wert sie ver-
zehren können oder der ihre Revenue darstellt.

Betrachten wir diesen Austausch von seiten jedes der Austauschenden,
so stellt er für A, den Produzenten des konsumablen Produkts, Verwand-
lung von Kapital in Kapital vor. Er verwandelt den Teil seines Gesamt-
produkts, der gleich dem Wert des in demselben enthaltnen konstanten
Kapitals, wieder in die Naturalform zurück, worin er als konstantes Kapital
wirken kann. Vor wie nach dem Austausch stellt es dem Wert nach nur kon-


stantes Kapital vor. Für B, umgekehrt, den Produzenten des inkonsumablen
Produkts, stellt der Austausch bloße Verwandlung der Revenue aus einer
Form in die andre vor. Er verwandelt den Teil seines Gesamtprodukts, der
seine Revenue bildet, gleich dem Teil des Gesamtprodukts, der neu-
zugesetzte Arbeit darstellt, seineeigne (Kapitalund Arbeiter) Arbeitdarstellt,
erst in die Naturalform, worin er es als Revenue verzehren kann. Vor wie
nach dem Austausch stellt es dem Wert nach nur seine Revenue vor.

Betrachten wir das Verhältnis von beiden Seiten, so tauscht A sein kon-
stantes Kapital aus gegen die Revenue von B und B seine Revenue gegen das
konstante Kapital A. Die Revenue von B ersetzt das konstante Kapital von
A, und das konstante Kapital von A ersetzt die Revenue von B.

In dem Austausch selbst {abgesehn von den Zwecken der Austauschen-
den} treten sich nur Waren gegenüber - und findet einfacher Warenaus-
tausch statt —, die sich bloß als Waren aufeinander beziehen und denen
die Bestimmungen von Revenue und Kapital gleichgültig sind. Bloß der
verschiedne Gebrauchswert dieser Waren zeigt, daß die einen nur für die
industrielle Konsumtion und die andren nur für die individuelle Konsum-
tion dienen, in sie eingehn können. Die verschiedne Nutzanwendung der
verschiednen Gebrauchswerte der verschiednen Waren fällt aber in die
Konsumtion und geht ihren Austauschprozeß als Waren nichts an. Ganz
anders, wenn das Kapital des Kapitalisten sich in Arbeitslohn verwandelt
und die Arbeit in Kapital. Hier treten sich die Waren nicht als einfache
Waren gegenüber, sondern das Kapital als Kapital. In dem eben betrach-
teten Austausch treten sich Verkäufer und Käufer nur als solche, nur als
einfache Warenbesitzer, gegenüber.

Es ist ferner klar: Alles bloß für die individuelle Konsumtion bestimmte
Produkt oder alles in die individuelle Konsumtion eingehnde Produkt, so-
fern es in dieselbe eingeht, kann nur gegen Revenue ausgetauscht werden.
Daß es nicht industriell konsumiert werden kann, heißt eben, daß es nur als
Revenue, i.e. nur individuell, konsumiert werden kann. {Wie oben be-
merkt, hier abstrahiert von der Verwandlung von Profit in Kapital.}

Ist A Produzent von nur individuell konsumablem Produkt, so sei seine
Revenue =!/, seines Gesamtprodukts, sein konstantes Kapital =?/3. Das
erste 1/3 verzehrt er nach der Voraussetzung selbst, ob er es nun ganz
selbst in natura verzehrt oder nur teilweise oder gar nicht, oder ob er seinen
Wert in andren Konsumtionsartikeln verzehrt; die Verkäufer dieser Kon-
sumtionsartikel verzehren ihre eigne Revenue dann in dem Produkt von A.
Der Teil des konsumablen Produkts also, der die Revenue der Produzenten
der konsumablen Produkte vorstellt, wird also entweder unmittelbar von


ihnen verzehrt oder mittelbar, indem sie untereinander die von ihnen zu
verzehrenden Produkte austauschen; dieser Teil also, wo sich Revenue gegen
Revenue austauscht - hier ist es dasselbe, als wenn A die Produzenten aller
konsumablen Produkte vorstellte. t/; dieser Gesamtmasse, den aliquoten
Teil, der seine Revenue darstellt, verzehrt er selbst. Dieser Teil stellt aber
exakt das Quantum der Arbeit dar, die Kategorie A während des Jahrs ihrem
konstanten Kapital zugefügt hat, und dieses Quantum ist gleich der Total-
summe von Salairen und Profiten, die von der Kategorie A während des
Jahres produziert wurden.

Die andren ?/3 des Gesamtprodukts der Kategorie A sind gleich dem
Wert des konstanten Kapitals, müssen also ersetzt werden durch das Pro-
dukt der jährlichen Arbeit der Kategorie B, die inkonsumable und nur in
die industrielle Konsumtion als Produktionsmittel in den Produktions-
prozeß eingehnde Produkte liefert. Da aber diese ?/3 des Gesamtprodukts A
ganz so gut wie das erste !/z in die individuelle Konsumtion eingehn müssen,
so werden sie eingetauscht von den Produzenten der Kategorie B mit dem
Teil ihres Produkts, der ihre Revenue darstellt. Die Kategorie A hat also
den konstanten Teil ihres Gesamtprodukts ausgetauscht gegen seine ur-
sprüngliche Naturalform, rückverwandelt gegen die neugelieferten Produkte
der Kategorie B, aber die Kategorie B hat nur gezahlt mit dem Teil ihres
Produkts, der ihre Revenue vorstellt, aber von ihr selbst nur in den Produk-
ten von A konsumiert werden kann. Sie hat also in der Tat mit ihrer neu-
zugesetzten Arbeit bezahlt, die sich ganz in dem Teil des Produkts B
darstellt, der gegen die letzten ?/3 des Produkts A ausgetauscht wird. Das
Gesamtprodukt A tauscht sich also gegen Revenue aus oder geht ganz in
die individuelle Konsumtion ein. Andrerseits legt sich (nach der Vorausset-
zung, da die Verwandlung von Revenue in Kapital außer Frage hier bleibt,
= () vorausgesetzt ist) auch die ganze Revenue der Gesellschaft aus in dem
Produkt A; denn die Produzenten von A verzehren ihre Revenue in A, und
so tun die Produzenten der Kategorie B. Und außer diesen Kategorien
existiert keine.

Das Gesamtprodukt A wird verzehrt, obgleich ?/, capital constant in
ihm enthalten sind, die von den Produzenten von A nicht verzehrt werden
dürfen, sondern in die Naturalform ihrer Produktionselemente rückverwan-
delt werden müssen. Das Gesamtprodukt A ist gleich der Gesamtrevenue
der Gesellschaft. Die Gesamtrevenue der Gesellschaft stellt aber die Summe
der Arbeitszeit dar, die sie während des Jahrs dem vorhandnen capital con-
stant zugesetzt hat. Obgleich nun das Gesamtprodukt A nur zu !/s aus neu-
zugesetzter Arbeit und zu ?/z aus vergangner und zu ersetzender Arbeit be-


steht, so kann es ganz von der neuzugesetzten Arbeit gekauft werden, weil
2/, dieser gesamten jährlichen Arbeit nicht in ihren eignen Produkten, son-
dern in den Produkten von A verzehrt werden müssen. A wird von ?/;
mehr neuzugesetzter Arbeit, als es selbst enthält, ersetzt, weil diese ?/, die
in B zugesetzte Arbeit sind und B diese ?/, nur individuell in A, wie A die-
selben ?/, nur industriell in B konsumieren kann. Also das Gesamtprodukt A
kann erstens ganz konsumiert werden als Revenue, und zugleich kann
sein konstantes Kapital ersetzt werden. Oder vielmehr wird es nur ganz als
Revenue konsumiert, weil ?/z desselben ersetzt werden von den Produzenten
des konstanten Kapitals, die den Teil ihres Produkts, der ihre Revenue vor-
stellt, nicht in natura verzehren können, sondern in A, also durch Austausch
gegen die ?/, von A, verzehren müssen.

Damit hätten wir über die letzten ?/, von A verfügt.

Es ist klar, daß es nichts zur Sache tut, wenn eine dritte Kategorie C
existiert, deren Produkte sowohl industriell als individuell konsumabel sind;
z.B. Korn vom Menschen oder vom Vieh, oder als Samen oder als Brot;
Wagen, Pferde, Vieh etc. Soweit diese Produkte in die individuelle Kon-
sumtion eingehn, müssen sie als Revenue von ihren eignen Produzenten
direkt oder indirekt verzehrt werden oder von den Produzenten (direkt oder
indirekt) des Teils des konstanten Kapitals, der in ihnen enthalten ist. Sie
fallen also dann unter A. Soweit sie nicht in die individuelle Konsumtion
eingehn, fallen sie in B.

Der Prozeß dieser zweiten Sorte Austausch, wo nicht Revenue gegen
Revenue ausgetauscht wird, sondern Kapital gegen Revenue, wo das ganze
capital constant sich schließlich in Revenue, also in neuzugesetzte Arbeit
auflösen muß - kann doppelt vorgestellt werden. Das Produkt von A sei
z.B. Leinwand. Die ?/3 Leinwand, die = dem capital constant von A, (oder
ihr Wert) zahlen Garn, Maschinerie, matitres instrumentales. Äber der
Garnfabrikant und Maschinenfabrikant | können von diesem Produkt
nur soviel verzehren, als ihre eigene Revenue vorstellt. Der Leinwand-
fabrikant zahlt den ganzen Preis von Garn und Maschinerie mit den ?/, die-
ses Produkts. Damit hat er also dem Spinner und Maschinisten sein ganzes
Produkt ersetzt, das als capital constant in die Leinwand einging. Aber dies
Gesamtprodukt ist selbst gleich capital constant und Revenue, gleich einem
Teil der vom Spinner und Maschinisten zugesetzten Arbeit und gleich
einem andren Teil, der den Wert ihrer eignen Produktionsmittel, also für
den Spinner Flachs, Öl, Maschine, Kohle etc., für den Maschinisten Kohle,
Eisen, Maschine etc. vorstellt. Das =?/; konstante Kapital von A hat also
das Gesamtprodukt von Spinner und Maschinist ersetzt, ihr konstantes

14°


Kapital plus der von ihnen zugesetzten Arbeit, ihr Kapital plus ihrer Re-
venue. Aber sie können nur ihre Revenue in A verzehren. Nach Abzug des
Teils von den 2/3 A, der gleich ihrer Revenue, zahlen sie mit dem Rest ihr
Rohmaterial und Maschinerie. Diese aber haben nach der Voraussetzung
kein capital constant zu ersetzen. Es kann nur soviel von ihrem Produkt in
das Produkt A, also auch in die Produkte, die Mittel zur Produktion von A
sind, eingehn, als A zahlen kann. A kann aber mit den ?/3 nur soviel zahlen,
als B mit seiner Revenue kaufen kann, d.h., als das von B eingetauschte
Produkt Revenue, neuzugesetzte Arbeit darstellt. Hätten die Produzenten
der letzten Produktionselemente von A dem Spinner ein Quantum ihres
Produkts zu verkaufen, das einen Teil ihres eignen capital constant vor-
stellte, mehr vorstellte als die Arbeit, die sie ihrem capital constant zugefügt
haben, so könnten sie die Zahlung nicht in A annehmen, weil sie einen Teil
dieses Produkts nicht verzehren könnten. Also findet das Gegenteil statt.

Gehn wir die umgekehrte Stufenleiter. Nehmen wir an, die Gesamt-
leinwand = 12 Tagen. Das Produkt des Flachsbauers, Eisenfabrikanten etc.
=4 Tagen; dieses Produkt verkauft an Spinner und Maschinist!, die ihm
wieder 4 Tage zusetzen; diese verkaufen an den Weber, der wieder 4 Tage
zusetzt. !/, seines Produkts kann der Leinweber nun selbst konsumieren;
8 Tage ersetzen ihm sein capital constant und zahlen das Produkt von
Spinner und Maschinist; diese können von den 8 Tagen 4 verzehren, und
mit den andern 4 zahlen sie Flachsbauer etc. und ersetzen damit ihr capital
constant; die letztren haben sich mit den letzten 4 Tagen in Leinwand nur
ihre Arbeit zu ersetzen.

Die Revenue, obgleich sie in allen 3 Fällen gleich groß, = 4 Tagen, unter-
stellt ist, nimmt aber verschiednes Verhältnis in den Produkten der 3 Klassen
Produzenten ein, die zum Produkt A konkurrieren. Bei dem Leinweber ist
sie t/, seines Produkts, =!/, [von] 12, bei dem Spinner und Mlaschinisten]
gleich !/, seines Produkts, =!/, [von] 8, bei dem Flachsbauer = seinem
Produkt, = 4. In bezug auf das Gesamtprodukt ist sie aber ganz dasselbe,
=1/, [von] 12, = 4. Aber bei dem Weber erscheint die neuzugesetzte Arbeit
von Spinner, Maschinist und Flachsbauer als konstantes Kapital. Bei dem
Spinner und Maschinist erscheint die neuzugesetzte Arbeit von ihnen selbst
und [dem] Flachsbauer als Gesamtprodukt und die Arbeitszeit des Flachs-
bauers als konstantes Kapital. Bei dem Flachsbauer hört dieser Schein des
konstanten Kapitals auf. Deswegen kann z.B. der Spinner in demselben
Verhältnis Maschinerie, konstantes Kapital überhaupt anwenden als der

2 In der Handschrift: Weber


Weber. Z.B.}/; [: ?/sl. Aber erstens muß die Summe (die Gesamtsumme)
des in der Spinnerei angewandten Kapitals kleiner sein als das in der
Weberei angewandte, da ihr Gesamtprodukt als konstantes Kapital eingeht
in die Weberei. Zweitens, wenn bei ihm ebenfalls das Verhältnis von !/z: ?},,
so würde sein konstantes Kapital =8/, sein, seine zugesetzte Arbeit =®Jz;
die eine gleich 5!/, Arbeitstage, dieandre = 2?/,. Es würden dann verhältnis-
mäßig mehr Arbeitstage enthalten sein in dem Zweig, der ihm Flachs etc.
liefert. Statt 4 Tage hätte er hier deshalb 5!/, zu zahlen für neuzugesetzte
Arbeitszeit.

Es versteht sich ganz von selbst, daß nur der Teil des konstanten Teils
der Kategorie A durch neue Arbeit zu ersetzen ist, der in den Verwertungs-
prozeß von A eingeht, d.h. während dem Arbeitsprozeß von A konsumiert
wird. Ganz gehn ein das Rohmaterial die matieres instrumentales und das
dechet des capital fixe. Der übrige Teil des capital fixe geht nicht ein, ist also
auch nicht zu ersetzen.

Ein großer Teil des vorhandnen capital constant, groß im Verhältnis,
worin sich das capital fixe zum Gesamtkapital verhält, braucht also jähr-
lich nicht durch neue Arbeit ersetzt zu werden. Deswegen kann doch die
Masse (absolut) groß sein, aber sie ist nicht groß im Verhältnis zum Gesamt-
produkt (jährlichen). Dieser ganze Teil des capital constant in A und B, der
bestimmend in die Profitrate eintritt (wenn der Mehrwert gegeben ist), tritt
nicht bestimmend in die aktuelle Reproduktion des capital fixe ein. Je größer
dieser Teil im Verhältnis zum Gesamtkapital - auf je größrer Stufenleiter
von vorhandnem, vorausgesetztem capital fixe produziert wird -, um so
größer wird die aktuelle Masse der Reproduktion sein, die auf Ersatz des ver-
schlißnen capital fixe verwandt wird, aber um so relativ kleiner die propor-
tionelle Masse im Verhältnis zum Gesamtkapital.

Gesetzt, die Reproduktionszeit (durchschnittliche) aller Art von capital
fixe sei 10 Jahre. ||386] Nehmen wir an, die verschiednen Sorten capital fixe
schlagen um in 20, 17, 15, 12, 11, 10, 8, 6, 4, 3, 2, I, */, und ?/, Jahren
(14 Sorten), so würde das capital fixe durchschnittlich umschlagen in 10
Jahren!”®!,

Durchschnittlich wäre also das Kapital in 10 Jahren zu ersetzen. Be-
trüge das gesamte capital fixe !/,, des Gesamtkapitals, so wäre von diesem
!/j0 des Gesamtkapitals nur /1oo Jährlich zu ersetzen.

Besteht es aus !/,, so ist !/39 des Gesamtkapitals jährlich zu ersetzen.

Aber vergleichen wir nun fixe Kapitalien von verschiednen Reproduk-

tionszeiten, das, was 20 Jahre braucht, z.B., im Gegensatz zu dem, was
!/, Jahr braucht.


Von dem fixen Kapital, was sich in 20 Jahren reproduziert, ist nur "/go
jährlich zu ersetzen. Beträgt es daher !/, des Gesamtkapitals, so ist nur Y/y
des Gesamtkapitals jährlich zu ersetzen, und beträgt es selbst */, des Ge-
samtkapitals, so ist nur * 00 = "/2, des Gesamtkapitals jährlich zu ersetzen.
Beträgt dagegen das Kapital, was ?/, des Jahrs zu seiner Reproduktion
braucht, d.h. 3x im Jahr umschlägt, nur "/,o des Kapitals, so ist das capital
fixe 3X im Jahr zu ersetzen, also °/;, des Kapitals im Jahr zu ersetzen,
= beinahe !/, des Gesamtkapitals. Im Durchschnitt, je größer das capital
fixe im Verhältnis zum Gesamtkapital, desto größer seine verhältnismäßige
(nicht absolute) Reproduktionszeit, und je kleiner, desto kleiner seine ver-
hälinismäßige Reproduktionszeit. Handwerkszeug bildet einen viel kleinren
Teil des handwerksmäßigen Kapitals als Maschinerie von dem maschinen-
mäßigen Kapital. Aber das Handwerkszeug ist viel vergänglicher als die
Maschine.

Obgleich mit der absoluten Größe des capital fixe die absolute Größe
seiner Reproduktion - oder sein dechet - wächst, fällt meistens die propor-
tionelle, in so far as! seine Umschlagszeit, seine Dauer, meist im Verhältnis
mit seiner Größe wächst. Es beweist dies u.a,, daß die Masse der Maschinen
oder capital fixe reproduzierenden Arbeit in gar keinem Verhältnis zur Ar-
beit steht, die diese Maschine originell produziert hat (bei gleichbleibenden
Produktionsbedingungen), indem das jährliche dechet nur zu ersetzen ist.
Wächst die Produktivität der Arbeit, wie sie in diesem Zweig beständig tut,
so verringert sich noch mehr das Quantum der zur Reproduktion dieses
Teils des capital constant erforderlichen Arbeit. Es sind allerdings einzu-
rechnen die täglichen Konsumtionsmittel der Maschine (die aber direkt mit
der im Maschinenbau selbst verwendeten Arbeit nichts zu tun haben). Aber
die Maschine, die bloß Kohle und etwas Öl oder Talg braucht, lebt un-
endlich diätetischer wie der Arbeiter, nicht nur der Arbeiter, den sie ersetzt,
sondern der Arbeiter, der sie selbst baut.

### [e) Austausch von Kapital gegen Kapital]

Wir haben nun disponiert über das Produkt der ganzen Kategorie A und
über einen Teil des Produkts der Kategorie B. A wird ganz verzehrt: "/s von
seinen eignen Produzenten, ?/3; A von den Produzenten von B, die ihre eigne
Revenue nicht in ihrem eignen Produkt aufessen können. Die ?/; A, worin
sie den Wertteil ihres Produkts B aufessen, der Revenue vorstellt, ersetzen

1 insofern als


zugleich den Produzenten A in natura ihr capital constant oder liefern ihnen
die Waren, die sie industriell konsumieren. Aber damit, mit dem ganz auf-
gegeßnen Produkt A und den ?/, A, die von B als capital constant ersetzt
werden, ist auch über den ganzen Teil des Produkts verfügt, der die jährlich
neuzugesetzte Arbeit repräsentiert. Diese Arbeit kann also keinen andren
Teil des Gesamtprodukts kaufen. In der Tat ist die ganze jährlich zugesetzte
Arbeit (von der Kapitalisierung des Profits abgesehn) gleich der in A ent-
haltnen Arbeit. Denn !/; A, das von seinen eignen Produzenten konsumiert
wird, stellt die von ihnen den ?/, A, die das konstante Kapital von A bilden,
während des Jahrs neuzugesetzte Arbeit vor. Außer dieser Arbeit, die sie in
ihrem eignen Produkt aufessen, haben sie keine verrichtet. Und die andren
2/, A, die von den Produkten von B ersetzt und von den Produzenten von B
konsumiert werden, stellen alle Arbeitszeit vor, die die Produzenten von B
ihrem eignen capitalconstant zugefügt haben. Mehr haben sie nichtin Arbeit
zugefügt, und mehr haben sie nicht zu | konsumieren.

Produkt A stellt seinem Gebrauchswert nach den Gesamtteil des jährlichen
Gesamtprodukts, der in die individuelle Konsumtion jährlich eingeht. Es
stellt seinem Tauschwert nach das Gesamtquantum der während des Jahrs
von den Produzenten neuzugesetzten Arbeit vor.

Aber so behalten wir als Residuum einen dritten Teildes Gesamtprodukts,
dessen konstituierende Bestandteile in ihrem Austausch weder Austausch
von Revenue gegen Revenue noch von Kapital gegen Revenue und um-
gekehrt darstellen können. Es ist dies der Teil der Produkte B, der das kon-
stante Kapital von B vorstellt. Dieser Teil geht nicht in die Revenue von
B ein, kann also nicht ersetzt werden durch oder ausgetauscht werden
gegen Produkt A, kann also auch nicht als konstituierender Teil in das capi-
tal constant von Aeingehn. Dieser Teil wird ebenfalls konsumiert, industriell
konsumiert, soweit er nicht nur in den Arbeitsprozeß, sondern auch in den
Verwertungsprozeß von B eingeht. Dieser Teil muß also ebensowohl wie
alle andren Teile des Gesamtprodukts, in dem Verhältnis, worin er Bestand-
teil des Gesamtprodukts bildet, ersetzt werden, und zwar in natura ersetzt
werden durch neue Produkte derselben Art. Andrerseits wird er durch keine
neue Arbeit ersetzt. Denn das Gesamtquantum der neuzugesetzten Arbeit
= der in A enthaltnen Arbeitszeit, die nur total ersetzt wird, weil B seine
Revenue in ?/3 A verzehrt und im Austausch A die Produktionsmittel liefert,
die überhaupt in A konsumiert sind und ersetzt werden müssen. Denn das
erste 1/; A, das von seinen eignen Produzenten konsumiert wird, besteht
bloß - dem Tauschwert nach - aus der von ihnen selbst neuzugesetzten
Arbeit, enthält kein capital constant.


Sehn wir uns nun dies Residuum an.

Es besteht aus dem capital constant, das in die Rohstoffe eingeht, zweitens
aus dem capital constant, das in die Bildung des fixen Kapitals eingeht,
und drittens aus dem capital constant, das in die matieresinstrumentales ein-
geht.

Erstens die Rohstoffe. Ihr konstantes Kapital löst sich erstens auf in fixes
Kapital, Maschinerie, Arbeitswerkzeuge und Gebäulichkeiten, und etwa die
matieres instrumentales, die Konsumtionsmittel der angewandten Maschi-
nerie sind. Für den unmittelbar konsumablen Teil der Rohstoffe, wie Vieh,
Korn, Trauben usw., findet diese Schwierigkeit nicht statt. Sie gehören zur
Klasse A nach dieser Seite hin. Dieser in ihnen enthaltne Teil von konstan-
tem Kapital geht in die?/, des konstanten Teils von A ein, der sich als Kapi-
tal gegen die unkonsumierbaren Produkte von B austauscht oder worin B
seine Revenue verzehrt. Es gilt dies überhaupt auch von den nicht unmittel-
baren Rohstoffen, soweit sie in natura in das konsumable Produkt selbst
eingehn, wie viele Zwischenstufen von Produktionsprozessen sie durch-
machen mögen. Der Teil des Flachses, der in Garn und später in Leinwand
verwandelt wird, geht ganz in das konsumable Produkt ein.

Aber ein Teil dieser vegetativen Rohstoffe, wie Holz, Flachs, Hanf, Leder
usw., geht teils direkt in die Bestandteile des capital fixe selbst ein,
teils in die matidres instrumentales desselben. So nur in der Form von Öl,
Talg etc.

Zweitens aber Samen. Die vegetativen Stoffe und die tierischen reprodu-
zieren sich selbst. Vegetation und Generation. Unter Samen zu verstehn
den eigentlichen Samen, ferner das Viehfutter, das als Mist wieder dem
Boden zufällt, das Zuchtvieh etc. Dieser große Teil des jährlichen Produkts -
oder des konstanten Teils des jährlichen Produkts - dient sich selbst un-
mittelbar als Stoff der Regeneration, reproduziert sich selbst.

Die nicht vegetativen Rohstoffe. Metalle, Steine etc. Ihr Wert besteht nur
aus 2 Teilen, da hier der Samen wegfällt, der den Rohstoff in der Agrikultur
vertritt. Ihr Wert besteht nur aus zugesetzter Arbeit und der konsumierten
Maschinerie(worineingeschlossen die Konsumtionsmittel der Maschinerie).
Es ist also außer dem Til des Produkts, der neuzugesetzte Arbeit vertritt
und daher eingeht in den Austausch von B gegen die ?/; A, nichts zu ersetzen
als das dechet des capital fixe und seiner Konsumtionsmittel (wie Kohle,
Öl etc.). Aber diese Rohstoffe bilden den Haupibestandteil des capital con-
stant, des capital fixe (Maschinerie, Arbeitsinstrumente, Gebäulichkeiten
etc.). Sie ersetzen also ihr capital constant in natura durch Austausch [von
Kapital gegen Kapital].


1388| Zweitens das capital fixe (Maschinerie, Gebäulichkeiten, Arbeits-
instrumente, Gefäße aller Art).

Ihr capital constant besteht 1. aus ihren Rohstoffen, Metallen, Steinen,
vegetativen Rohstoffen, wie Holz, Riemen, Seile etc. Aber wenn diese ihre
Rohstoffe ihr Rohmaterial bilden, gehn sie selbst als Arbeitsmittel in die
Bildung dieses Rohmaterials ein. Sie ersetzen sich daher in natura. Der
Eisenmann hat Maschine zu ersetzen, der Maschinenbauer Eisen. In den
Steinbruch geht dechet der Maschinerie ein, aber in das Fabrikgebäude
geht dechet für Bausteine ein, etc. 2. Das dechet der maschinenbauenden Ma-
schinerie, die also selbst durch neues Produkt ihrer Art innerhalb bestimmter
Periode ersetzt werden muß. Aber das Produkt derselben Art kann natürlich
sich selbst ersetzen. 3. Die Konsumtionsmittel der Maschine (matieres instru-
mentales). Die Maschinerie verzehrt Kohle, aber die Kohle verzehrt Ma-
schinerie usw. In der Form von Gefäßen, Röhren, Schläuchen etc. geht
Maschinerie aller Art in die Produktion der Konsumtionsmittel der Ma-
schinerie ein, wie in Talg, Seife, Gas (zum Leuchten). Also gehn auch hier
die Produkte dieser Sphären wechselseitig in ihr capital constant ein, er-
setzen sich daher in natura.

Rechnet man die Lasttiere zu den Maschinen, so ist das, was ihnen zu
ersetzen ist, Futter und unter gewissen Bedingungen Stallung (Gebäulich-
keit). Wenn aber das Futter in die Produktion des Viehs, geht das Vieh in
die Produktion des Futters ein.

Drittens matieres instrumentales. Ein Teil davon bedarf der Rohstoffe, wie
Öl, Seife, Talg, Gas etc. Andrerseits gehn sie in der Form von Dünger etc.
zum Teil wieder in die Bildung dieser Rohstoffe ein. Kohle zur Gasbildung
erheischt, aber Gasbeleuchtung verbraucht bei der Kohlenproduktion usw.
Andre matieres instrumentales bestehn nur aus zugesetzter Arbeit und capital
fixe (Maschinerie, Gefäße etc.). Die Kohle muß das dechet der zu ihrer
Produktion verwandten Dampfmaschine ersetzen. Aber die Dampfmaschine
konsumiert Kohle. Kohle selbst geht in die Produktionsmittel der Kohle ein.
Sie ersetzt sich hier also selbst in natura. Ihre Eisenbahntransporte gehn in
die Produktionskosten der Kohle ein, aber Kohle geht wieder in die Produk-
tionskosten der Lokomotive ein.

Es ist später noch etwas speziell zuzufügen über die chemischen Fabriken,
die alle plus ou moins matieres instrumentales! bereiten, wie Rohstoff von
Gefäßen (z.B. Glas, Porzellan), wie endlich direkt in die Konsumtion ein-

gehnde Artikel.

1 mehr oder weniger Hilfsstoffe


Alle Farbstoffe sind matieres instrumentales. Sie gehn aber in das Produkt
ein, nicht nur ihrem Wert nach, wie etwa die verbrannte Kohle in das
cotton!; sondern sie reproduzieren sich in der Form des Produkts (seiner
Farben).

Die matieres instrumentales sind entweder Konsumtionsmittel der Maschi-
nerie - und hier entweder Brennmittel der bewegenden Maschine, oder sie
sind Mittel, angewandt, um die Friktion der arbeitenden Maschinen etc. zu
mindern, also Talg, Seife, Öletc. - oder sie sind matieres instrumentales für
die Baulichkeiten, wie Kitt usw. Oder sie sind matieres instrumentales über-
haupt zur Betreibung des Produktionsprozesses, wie Beleuchtung, Heizung
etc. (dann sind sie von den Arbeitern selbst erheischte mati£res instrumen-
tales, um arbeiten zu können).

Oder sie sind matieres instrumentales, die in die Bildung des Rohstoffs ein-
gehn, wie Dünger aller Art und alle von den Rohstoffen konsumierten che-
mischen Produkte.

Oder sie sind matieres instrumentales, die in das fertige Produkt eingehn,
Farbstoffe, Glättungsstoffe usw.

Resultat also: A ersetzt sein eignes 2/3 konstantes Kapital? durch Aus-
tausch mit dem Teil der inkonsumablen Produkte B, der die Revenue von
B darstellt, d.h. die in der Kategorie B während des Jahrs zugesetzte Arbeit.
Aber A ersetzt nicht das konstante Kapital von B. B seinerseits muß dies
konstante Kapital durch neue Produkte derselben Art in natura ersetzen.
Aber es hat keine Arbeitszeit übrig, um sie zu ersetzen. Denn alle von ihm
zugefügte neue Arbeitszeit bildet seine Revenue und ist also repräsentiert
durch den Teil des Produkts B, der als konstantes Kapital in A eingeht. Wie
also ersetzt sich das konstante Kapital von B?

Teils durch eigne (vegetative oder animalische) Reproduktion, wie in der
ganzen Agrikultur und Viehzucht. Teils durch Austausch in natura der Teile
des einen capital constant durch die Teile des andren capital constant, in-
dem das Produkt der einen Sphäre als Rohstoff oder Produktionsmittel
in die andre eingeht und vice versa®. Indem also die Produkte der ver-
schiednen Produktionssphären, die ver-|schiednen Sorten von capital
constant, in natura wechselseitig ineinander als Produktionsbedingungen
eingehn.

Die Produzenten der inkonsumablen Produkte sind die Produzenten des

1 die Baumwolle - ? d.h., A ersetzt sein eignes konstantes Kapital, das ?/, des Produkts
bildet - 3 umgekehrt


capital constant für die Produzenten der consommablen Produkte. Aber zu-
gleich dienen ihre Produkte ihnen wechselseitig als Elemente oder Faktoren
ihres eignen capital constant. D.h., sie verzehren wechselseitig ihre Pro-
dukte industriell.

Das ganze Produkt A wird aufgegessen. Also auch das ganze in ihm ent-
haltne capital constant. !/3 A essen die Produzenten von A auf, ?/, A die Pro-
duzenten der inkonsumablen Produkte B. Das konstante Kapital von A wird
ersetzt durch die Produkte von B, die die Revenue von B bilden. Es ist dies
in der Tat der einzige Teil des konstanten Kapitals, der durch neuzugesetzte
Arbeit ersetzt wird, und er wird durch sie ersetzt, weil das Quantum der
Produkte B, das neuzugesetzte Arbeit in B [ist], von B nicht konsumiert
wird, vielmehr von A industriell konsumiert wird, während B die 2/3 A indi-
viduell konsumiert.

Setze A —=3 Arbeitstagen; so sein capital constant nach der Annahme
= 2 Arbeitstagen. B ersetzt das Produkt von ?/3 A, also liefert inkonsumable
Produkte = 2 Arbeitstagen. Jetzt sind aufgegessen 3 Arbeitstage, bleiben 2.
Oder die 2 vergangnen Arbeitstage in A sind durch 2 neuzugesetzte Arbeits-
tage in B ersetzt, aber nur weil die 2 neuzugesetzten Arbeitstage in B ihren
Wert in A konsumieren und nicht im Produkt B selbst.

Das konstante Kapital von B, soweit es in das Gesamtprodukt B ein-
gegangen ist, muß ebenfalls in natura durch neue Produkte gleicher Art er-
setzt werden, also durch Produkte, die für die industrielle Konsumtion von B
erheischt sind. Aber es wird nicht durch neue Arbeitszeit ersetzt, obgleich
durch die Produkte der während des Jahrs neuangewandten Arbeitszeit.

«Setze indem Gesamtprodukt von B [das] ganze konstante Kapital zu ?/g
ein. So, wenn die neuzugesetzte Arbeit (= der Summe von Salair und Pro-
fit) = 1, ist die) vergangne, die ihr als Arbeitsstoff und Arbeitsmittel diente,
=2, Wie werden nun diese 2 ersetzt? Das Verhältnis von konstantem und
variablem Kapital mag sehr verschieden sein innerhalb der verschiednen
Produktionssphären von B. Aber der Durchschnitt ist nach der Voraus-
setzung —!/3:?/3 oder =1:2. Jeder der Produzenten von B hat nun ?/s
seines Produkts, wie Kohle, Eisen, Flachs, Maschinerie, Vieh, Weizen vor
sich (nämlich den Teil von Vieh und Weizen, der nicht in die Konsumtion
eingeht) etc., dessen Produktionselemente ersetzt oder die in die Natural-
form ihrer Produktionselemente rückverwandelt werden müssen. Aber alle
diese Produkte gehn selbst wieder in die industrielle Konsumtion ein. Der
Weizen (als Samen) ist zugleich wieder sein eigner Rohstoff, ein Teil des
produzierten Viehs ersetzt das verzehrte, d.h. sich selbst. In diesen Produk-
tionssphären von B wird also (Ackerbau und Viehzucht) nun dieser Teil


seines Produkts in seiner eignen Naturalform sein eignes capital constant
ersetzen. Ein Teil dieses Produkts geht also nicht in Zirkulation ein ((braucht
wenigstens nicht in sie einzugehn und kann nur formell in sie eingehn).
‚Andre dieser Produkte, wie Flachs, Hanf etc., Kohle, Eisen, Holz, Maschine,
gehn) zum Teil als Produktionsmittel in ihre eigne Produktion ein - ganz
wie der Same in der Agrikultur - so Kohle in die Produktion von Kohle und
und Maschine in die Produktion von Maschine. Ein Teil des aus Maschine
und Kohle bestehenden Produkts, und zwar ein Teil von dem Teil dieses
Produkts, der sein capital constant vorstellt, ersetzt sich also selbst und
wechselt bloß seine Stellung. Aus Produkt wird es sein eignes Produktions-
mittel.

Ein andrer Teil dieser und der andren Produkte gehn wechselseitig als
Produktionselemente ineinander ein, Maschine in Eisen und Holz, Holz und
Eisen in Maschine, Öl in die Maschine und Maschine in Öl, Kohle in das
Eisen, Eisen (in Schienenwegen etc.) in die Kohle usw. Soweit die ?/3 dieser
Produkte B sich also nicht selbst ersetzen, d.h., in ihrer Naturalform wieder
in ihre eigne Produktion eingehn - so daß also ein Teil von B von seinen
eignen Produzenten unmittelbar industriell konsumiert wird, wie ein Teil
von A unmittelbar individuell von seinen eignen Produzenten -, ersetzen
sich die Produkte der Produzenten von B wechselseitig als Produktions-
mittel. Das Produkt von a geht in die industrielle Konsumtion von b und das
Produkt von b in die industrielle Konsumtion von a ein; oder auf einem
Umweg, das Produkt von a in die industrielle Konsumtion von b, das Pro-
dukt von b in die von c und das von c in die von a. Was also in der einen
Produktionssphäre von B als capital constant konsumiert ist, ist in der and-
ren neu produziert, aber was in der letztren konsumiert ist, ist in der erstren
produziert. Was in der einen aus der Form Maschine und Kohle in die Form
Eisen, ist in der andren aus der Form Eisen und Kohle in Maschine usw.
übergegangen.

390] Was nötig ist, ist, das konstante Kapital von B in seiner Natural-
form zu ersetzen. Das Gesamtprodukt von B betrachtet, stellt es eben das
ganze capital constant in allen seinen Naturalformen dar. Und wo das Pro-
dukt seiner besondren Sphäre von B nicht in natura sein eignes capital con-
stant ersetzen kann, setzt Kauf und Verkauf, Händewechsel, hier alles wie-

er an seinen Platz.

Hier findet also Ersatz des capital constant durch das capital constant
statt; soweit dieses nicht unmittelbar, ohne Austausch geschieht, ist hier also
Austausch von Kapital gegen Kapital, d.h. dem Gebrauchswert nach von
Produkten gegen Produkte, die wechselseitig in ihren respektiven Produk-


tionsprozeß eingehn, so daß jedes derselben vom Produzenten des andern
industriell konsumiert wird.

Dieser Teil des Kapitals löst sich weder in Profit noch in Arbeitslohn auf.
Er enthält keine neuzugesetzte Arbeit. Er tauscht sich nicht gegen Revenue
aus. Er wird weder direkt noch indirekt von den Konsumenten bezahlt. Ob
dieser Ersatz der Kapitalien untereinander durch Kaufleute “(also durch
Kaufmannskapitalien) vermittelt ist oder nicht, ändert nichts an der Sache.
Aber da diese Produkte (Maschine, Eisen, Kohle, Holzetc., die sich wechsel-
seitig ersetzen) neu sind, da sie Produkte der letztjährigen Arbeit sind - so
der Weizen, der als Samen dient, ebensogut Produkt der neuen Arbeit ist als
der Weizen, der in die Konsumtion eingeht, etc. -, wie kann gesagt werden,
daß keine neuzugesetzte Arbeit in diesen Produkten enthalten ist? Und zeigt
nicht außerdem ihre Form sehr schlagend das Gegenteil? Wenn auch nicht
am Weizen oder Vieh, so ist doch an der Maschine bemerkbar in ihrer Form
die Arbeit, die sie aus Eisen etc. in Maschine verwandelt hat, usw.

Dies Problem früher gelöst. Nicht nötig, hier darauf wieder einzugehn.

{Der Satz von A.Smith, daß der trade zwischen dealers® und dealers
gleich sein muß dem trade zwischen dealers und consumers (worunter un-
mittelbare Konsumenten zu verstehn, nicht industrielle, die er selbst zu den
dealers rechnet), also falsch. Er beruht auf seinem falschen Satz, daß sich
das ganze Produkt in Revenue auflöst, und heißt in der Tat nur, daß der Teil
des Warenaustauschs, der gleich exchange between capital and revenuef,
gleich ist dem total exchange of commodities®?. Falsch wie der Satz sind da-
her auch die Nutzanwendungen, die Tooke für die Geldzirkulation darauf
baut (namentlich das Verhältnis der zwischen den dealers zirkulierenden
Geldmasse und der zwischen den dealers und consumers zirkulierenden
Geldmasse).

Nehmen wir als den letzten dem consumer gegenübertretenden dealer
den Kaufmann, der die Produkte A kauft; so wird ihm dies Produkt abge-
kauft von der Revenue von A, =!/; A, und der Revenue von B, =?/; A.
Sein Kaufmannskapital wird ihm ersetzt durch diese. Die Summe ihrer
Revenue muß sein Kapital decken. (Der Profit, den die Kanaille macht, muß
so gerechnet werden, daß er einen Teil von A für sich selbst behält und einen
geringren Teil von A zum Wert von A verkauft. Ob man sich die Kanaille
als notwendigen Produktionsagenten denkt oder Sybaritenzwischling, ändert

* In der Handschrift findet sich die durch die Ziffern I eingeschlossene Textstelle am
Ende dieses Absatzes - ? siehe vorl. Band, S. 78-121 und 158-168 - 3 Geschäftsleuten - * dem

Austausch zwischen Kapital und Revenue -° gesamten Warenaustausch


nichts an der Sache.) Dieser exchange zwischen dealer und consumer von
Aist dem Wert nach deckend den exchange von dealer von A mit sämtlichen
Produzenten von A, also die dealings! zwischen diesen Produzenten unter
sich.

Der Kaufmann kauft die Leinwand. Letztes dealing zwischen dealer
und dealers. Der Leimweber kauft Garn, Maschinerie, Kohleetc. Vorletztes.
dealing zwischen dealer und dealers. Der Spinner kauft Flachs, Maschine-
rie, Kohle etc. Zweitvorletztes dealing zwischen dealer and dealers. Der:
Flachsbauer und Maschinist kaufen Maschinen, Eisen etc. usw. Aber die
dealings zwischen den Produzenten von Flachs, Maschine, Eisen, Kohle
zum Ersatz ihres konstanten Kapitals, und der Wert dieser dealings gehn
nicht ein in die dealings, die das Produkt von A durchläuft, sei es zum Aus-
tausch von Revenue gegen Revenue, sei es zum Austausch von Revenue
gegen konstantes Kapital. Diese dealings - nicht zwischen den Produzenten
von B und den Produzenten von A, sondern zwischen den Produzenten von
B- sind ebensowenig zu ersetzen dem Verkäufer von A von dem Käufer von
A, wie der Wert dieses Teils von B in den Wert von A eingeht. Diese dea-
lings erheischen auch Geld, sind auch durch Kaufleute vermittelt. Aber der
ausschließlich dieser Sphäre angehörige Teil der Geldzirkulation ganz ge-
trennt von dem zwischen dealers und consumers.}

Ij391| Bleiben noch zu lösen zwei Fragen:

1. Der Arbeitslohn in der bisherigen Betrachtung als Revenue, ununter-
schieden vom Profit, behandelt. Wieweit kommt hier in Betracht, daß er
zugleich als Teil des capital circulant des Kapitalisten erscheint?

2. Bisher angenommen, daß die ganze Revenue als Revenue verausgabt.
wird. Zu betrachten, also die alteration?, die eintritt, wenn ein Teil der
Revenue, des Profits, kapitalisiert wird. Dies fällt in der Tat zusammen mit
der Betrachtung des Akkumulationsprozesses. Aber nicht seiner formellen.
Seite nach. Daß ein Teil des Produkts, der surplus value darstellt, rückver-
wandelt wird, teils in Arbeitslohn, teils in konstantes Kapital, einfach. Hier
zu untersuchen, wie dies den Warenaustausch affiziert in den bisher be-
trachteten Rubriken, unter denen er mit Bezug auf seine Träger betrachtet
werden kann, nämlich als Austausch von Revenue gegen Revenue, als Aus-
tausch von Revenue gegen Kapital und schließlich als Austausch von Kapi-
tal gegen Kapital.}

[Dies Intermezzo also zwischendurch in diesem historisch-kritischen.
Teil zu Ende zu führen.!??!}

1 Geschäfte - * Veränderung


110. Ferrier. Protektionistischer Charakter seiner Polemik
gegen Smith’ Theorie der produktiven Arbeit und. der Akkumulation.
Smith’ Konfusion in der Frage der Akkumulation.
Das vulgäre Element in Smith’ Ansicht über die produktiven Arbeiter]

Ferrier (F.-L.-A.) (sous-inspecteur des douones!) : „Du Gouvernement con-
sidere dans ses rapports avec le commerce“, Paris 1805 (Hauptquelle des
F.List). Dieser Bursche Lobredner des bonapartistischen Prohibitivsystems
etc. In der Tat ist die Regierung (also auch die Staatsbeamten, diese un-
produktiven Arbeiter) bei ihm wichtig als in die Produktion direkt ein-
greifender manager. Dieser Douanier daher sehr erbost, daß A.Smith die
Staatsbeamten unproduktiv nennt.

„Die Prinzipien, die Smith über die Ökonomie der Nationen aufgestellt hat, haben
die Unterscheidung zwischen der produktiven und unproduktiven Arbeit zur Grund-
lage ...",

{weil er nämlich will, daß möglichst großer Teil als Kapital, i.e. im Aus-
tausch gegen produktive Arbeit, und möglichst geringer als Revenue, im
Austausch gegen unproduktive Arbeit, verausgabt werden sollen.}

„Diese Unterscheidung ist ihrem Wesen nach falsch. Es gibt keine unproduktive
Arbeit.“ (p.141.) „Es gibt also eine Ökonomie und eine Verschwendung der Nationen,
aber eine Nation ist nur verschwenderisch oder ökonomisch in ihren Beziehungen zu
den anderen Völkern, und von diesem Standpunkt aus war die Frage zu betrachten.“

(l.c. p. 143.)

Wir wollen gleich zusammenstellen den Zusammenhang in A.Smith,
der dem Ferrier ein Greuel.

„Es existiert”, sagt Ferrier, „eine Ökonomie der Nationen, aber sehr verschieden
von der Smithschen. Sie besteht darin, nicht mehr Produkte des Auslands zu kaufen,
als man mit den seinigen bezahlen kann. Sie besteht mitunter darin, vollständig auf sie

zu verzichten.“ (l.c. p. 174, 175.)
{A.Smith sagt b. 1, ch.VI, (t. I, ed. Garnlier], p.108, 109) am Schluß.

dieses Kapitels, handelnd „des parties constituantes du prix des marchan-

dises“ 2;

„Da es in einem zivilisierten Land nur sehr wenige Waren gibt, deren ganzer Tausch-
wert allein aus der Arbeit stammt, und da Grundrente und Profit zu dem Tauschwert der
meisten von ihnen sehr viel beitragen, so wird das jährliche Produkt der Arbeit dieses

1 Unterinspektor des Zollwesens - * „von den Bestandteilen des Warenpreises“


Landes immer hinreichend sein, um eine weit größere Menge Arbeit zu kaufen und zu
kommandieren, als aufgewendet werden mußte, um dies Produkt hervorzubringen, fertig-
zustellen und auf den Markt zu bringen. Wendete die Gesellschaft in jedem Jahr die ganze
Arbeit an, die sie jährlich zu kaufen vermag, so würde, da die Arbeitsmenge mit jedem Jahr
stark anwüchse, auch das Produkt jedes folgenden Jahres einen unvergleichlich größeren
Wert haben als das des vorhergehenden. Aber es gibt kein Land, dessen ganzes jähr-
liches Produkt zur Erhaltung der Arbeiter angewendet wird. Überall konsumieren die
Müßiggänger einen großen Teil davon, und je nach dem unterschiedlichen Verhältnis,
in dem dies Produkt auf diese beiden verschiedenen Klassen von Menschen verteilt
wird, muß zwangsläufig sein gewöhnlicher oder durchschnittlicher Wert von einem
Jahr zum andern entweder zunehmen oder abnehmen oder von Jahr zu Jahr der gleiche

bleiben.“

Es ist allerlei Konfusion in dieser Stelle, worin Smith eigentlich das
Rätsel der Akkumulation zu lösen sucht.

Erstens wieder die falsche Voraussetzung, daß die „valeur &changeable“
du produit annuel du travail, also auch „le produit annuel du travail“ sich
auflöst in salaires und profits (rentes eingeschlossen). Wir kommen nicht
auf diesen Unsinn zurück. Nur zu bemerken: Die Masse des jährlichen
Produkts - oder des fonds, stocks? von Waren, die das jährliche Produkt
der Arbeit sind - [muß] zum großen Teil |]392] in natura aus Waren be-
stehn, die nur als Elemente in das konstante Kapital eingehn können {Roh-
stoffe, Samen, Maschinerie, etc.}, die nur industriell konsumiert werden
können. Von diesen (und es ist der größre Teil der in das capital constant
eingehenden Waren) Waren ist also schon durch ihren Gebrauchswert an-
gezeigt, daß sie nicht für die individuelle Konsumtion taugen, also die
Revenue nicht in ihnen verausgabt werden kann, sei es Salair, Profit oder
Rente. Ein Teil der Rohstoffe (soweit er nicht für die Reproduktion von
Rohstoffen selbst erheischt oder, sei es als matiere instrumentale oder als
direkter Bestandteil, in das capital fixe eingeht) wird zwar später eine
konsumable Form erhalten, aber erst durch die Arbeit des laufenden Jahres.
Als Produkt der vorjährigen Arbeit bilden selbst diese Rohstoffe keinen Teil
der Revenue. Es ist nur der konsumable Teil des Produkts, der verzehrt
werden, in die individuelle Konsumtion eingehn, also Revenue bilden kann.
Aber selbst ein Teil des konsumablen Produkts kann nicht verzehrt werden,
ohne die Reproduktion unmöglich zu machen. Also geht selbst von dem
konsumablen Teil der Waren ein Teil ab, der industriell konsumiert werden
muß, d.h. als Arbeitsmaterial, Samen etc. dienen muß, nicht als Lebens-

1 der „Tauschwert“ des jährlichen Produkts der Arbeit, also auch „das jährliche Produkt
der Arbeit“ - * Vorrats


mittel, sei es für die Arbeiter, sei es für die Kapitalisten. Also dieser Teil
des Produkts ist von der A.Smithschen Rechnung d’abord* abzuziehn, oder
vielmehr ihr zuzusetzen. Bleibt die Produktivität der Arbeit dieselbe, so bleibt
jährlich dieser Teil des Produkts derselbe, der sich nicht in Revenue auflöst;
wenn nämlich bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit nach wie vor
dasselbe Quantum Arbeitszeit angewandt wird.

Gesetzt also, es werde jährlich größres Quantum Arbeit angewandt als
zuvor, so haben wir zu sehn, wie es mit dem capital constant zu halten. In
einem Wort: Um größres Quantum Arbeit anzuwenden, genügt nicht, we-
der daß ein größres Quantum Arbeit disponibel sei, noch daß ein größres
Quantum bezahlt werde, d.h. mehr in Arbeitslohn ausgegeben werde, son-
dern die Arbeitsmittel - Rohmaterial und capital fixe - müssen da sein, um
ein größres Quantum Arbeit zu absorbieren. Also dieser Punkt noch zu er-
örtern, nachdem die Punkte aufgeklärt, auf die A.Smith eingeht.

Also noch einmal seinen ersten Satz:

„Da es in einem zivilisierten Land nur sehr wenige Waren gibt, deren ganzer
Tauschwert allein aus der Arbeit stammt, und da Grundrente und Profit zu dem Tausch-
wert der meisten von ihnen sehr viel beitragen, so wird das jährliche Produkt der Arbeit
dieses Landes immer hinreichend sein, um eine weit größere Arbeitsmenge zu kaufen und.
zu kommandieren, als aufgewendet werden mußte, um dies Produkt hervorzubringen, fertig-
zustellen und auf den Markt zu bringen“ (in andren Worten: pour le produire?).

Es sind hier offenbar verschiedne Sachen durcheinandergeworfen. (In
die valeur &changeable® des jährlichen Gesamtprodukts geht nicht nur leben-
dige Arbeit ein, während dieses Jahrs angewandte lebendige Arbeit, sondern
auch vergangne Arbeit, Produkt der Arbeit vergangner Jahre. Nicht nur
Arbeit in lebendiger Form, sondern Arbeit in vergegenständlichter Form.)
Die valeur &changeable des Produkts gleich der Summe der Arbeitszeit, die
in ihm enthalten, wovon ein Teil in lebendiger, ein Teil in vergegenständ-
lichter Arbeit bestand.

<Es verhalte sich die eine zur andren =!/3:?/3 [oder] 1:2. Dann der
Wert des ganzen Produkts =3, wovon 2 vergegenständlichte Arbeitszeit,
l lebendige. Der Wert des ganzen Produkts kann also mehr lebendige Arbeit
kaufen, als in ihm enthalten ist, von der Voraussetzung ausgehend, daß ver-
gegenständlichte Arbeit und lebendige Arbeit sich als Äquivalente gegen-
einander austauschten, ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Ar-
Denn das Produkt = 3 Arbeitstagen; die in ihm enthaltne lebendige Arbeits-

1 zunächst -? um es. zu produzieren - ? den Tauschwert


zeit aber = Arbeitstag. I lebendiger Arbeitstag genügte, um das Produkt
zu produzieren (in der Tat nur, um seinen Elementen die letzte Form zu
geben). Aber 3 Arbeitstage sind in ihm enthalten. Tauschte es sich also ganz
gegen lebendige Arbeitszeit aus, würde es nur angewandt, „pour acheter et
commander“ des quantites de travail actuel!, so könnte es 3 Arbeitstage
kommandieren, kaufen.

Dies jedoch ist offenbar nicht der Sinn A.Smiths und würde ihm auch
eine ganz unnütze Prämisse sein. Was er meint, ist, daß ein großer Teil der
valeur &changeable des Produkts nicht sich auflöst (oder wie er es fälschläch
sagt, nach einer früher notierten Verwechslung?) in salaires du travail?, son-
dern in profits und rentes oder, wie wir der Vereinfachung wegen sagen
wollen, in profits. In andren Worten: Der Wertteil des Produkts, der gleich
dem Quantum der während des letzten Jahres zugesetzten Arbeit - also in
fact der Teil des Produkts, der im eigentlichen Sinn des Worts Produkt der
Arbeit des letzten Jahres ist -, zahlt erstens die Arbeiter und geht zweitens
in die Revenue, den Konsumtionsfonds des Kapitalisten ein. Dieser ganze
Teil des Gesamtprodukts procöde du travail“, und zwar exclusivement’;
aber es besteht aus bezahlter und unbezahlter Arbeit. Die Salaire sind gleich
der Summe der bezahlten, die Profite 1393| gleich der Summe der unbezahl-
ten Arbeit. Würde also dies ganze Produkt in Salaire ausgelegt, so könnte es
natürlich ein größres Quantum Arbeit in Bewegung setzen als das, deren
Produkt es war; und zwar wird das Verhältnis, worin das Produkt mehr
Arbeitszeit in Bewegung setzen kann, als es selbst enthält, exakt von dem
Verhältnis abhängen, worin der Arbeitstag in bezahlte und unbezahlte
Arbeitszeit geteilt ist.

Gesetzt, das Verhältnis sei so, daß der Arbeiter in 6 Std., also in einem
halben Tag, sein Salair produziert oder reproduziert. So bilden die andern
6 Std. oder [der] halbe Arbeitstag das surplus. Also z.B. von einem Pro-
dukt, das 100 Arbeitstage [neuzugesetzterArbeit] enthielte (wenn der Arbeits-
tag = 10 sh., so 100 Arbeitstage = 1000 sh., = 50 1.)= 50 1., wären 251.
für Arbeitslohn und 25 I. Profit (Rente). Mit den 25 I.= 50 Arbeitstagen
wären 100 Arbeiter bezahlt worden, die eben die Hälfte ihrer Arbeitszeit um-
sonst oder für ihre masters gearbeitet hätten. Würde also das ganze Produkt
(der 100 Arbeitstage) in Arbeitslohn ausgelegt, so könnten mit den 50 1. 200
Arbeiter in Bewegung gesetzt werden, von denen jeder nach wie vor 5 sh.

oder die Hälfte des Produkts seiner Arbeit als Salair erhielte. Das Produkt

1 „um“ Mengen lebendiger Arbeit „zu kaufen und zu kommandieren“ - ? siehe vorl.

Band, S.67-69 -® Arbeitslöhne - * entsteht aus der Arbeit -° ausschließlich


dieser Arbeiter wäre = 100 !. (nämlich 200 Arbeitstage = 2000 sh. gleich
100 1.), womit in Bewegung gesetzt werden könnten 400 Arbeiter (der
Arbeiter =5 sh. = 2000 Schill.), deren Produkt = 200 I. usw.

Und dies ist die Art, wie A.Smith meint, daß das „produit annuel du
travail“! immer hinreichend [sein] wird, „pour acheter et commander une
quantite de travail beaucoup plus grande“ ” als die zur Erzeugung des Pro-
dukts gebrauchte. (Würde dem Arbeiter das ganze Produkt seiner Arbeit
gezahlt, also für 100 Arbeitstage 50 I., so könnten die 50 I. auch nur 100 Ar-

beitstage in Bewegung setzen.) Und so meint Smith weiter:

„Wendete die Gesellschaft in jedem Jahr die ganze Arbeit an, die sie jährlich zu
kaufen vermag, so würde, da die Arbeitsmenge mit jedem Jahr stark anwüchse, auch
das Produkt jedes folgenden Jahres einen unvergleichlich größeren Wert haben als das
des vorhergehenden.“

Ein Teil dieses Produkts wird aber gegessen von den Eigentümern von
Profit und Rente; ein Teil von ihren Mitessern. Der Teil davon, der daher
wieder in Arbeit (produktiver) ausgelegt werden kann, ist daher bestimmt
durch den Teil des Produkts, den Kapitalisten, Rentner und ihre Mitesser
(zugleich die travailleurs improductifs?) nicht selbst aufessen.

Aber so ist doch stets ein neuer fonds da (neuer fonds de salaires®), um
mit dem Produkt der vorjährigen Arbeit eine größre Masse Arbeiter in die-
sem Jahr in Bewegung zu setzen. Und da der Wert des jährlichen Produkts
durch das Quantum der angewandten Arbeitszeit bestimmt ist, so wird der
Wert des jährlichen Produkts jährlich wachsen.

Natürlich, es würde nichts nützen, den Fonds zu haben, um zu „acheter
et commander“ une „quantite de travail beaucoup plus grande“ als die annee
passee, wenn nicht une plus grande quantit& de travail? auf dem Markt
wäre. Es nützt mir nichts, mehr Geld zum Kauf einer Ware zu haben, wenn
nicht mehr von dieser Ware auf dem Markt. Gesetzt, es würden von den
50 I., statt wie bisher 100, (= 25 I.) nicht 200, sondern nur 150 Arbeiter in
Bewegung gesetzt, während die Kapitalisten statt 25 I. 12Y/s I. selbst äßen.
So gäben die 150 Arbeiter (= 37%/, 1.) 150 Arbeitstage, = 1500 sh. = 751.
Wäre aber die disponible Arbeitermasse nach wie vor = nur 100, so würden
diese 100 statt bisher 25 !. nun 37%/, 1. als Arbeitslohn erhalten, aber ihr

Produkt nach wie vor nur 50 I. Also wäre die Revenue des Kapitalisten von

1 „jährliche Produkt der Arbeit“ - ? „um eine weit größere Arbeitsmenge zu kaufen
und zu kommandieren“ -® unproduktiven Arbeiter -? Lohnfonds -° „kaufen und zu komman-
dieren“ eine „weit größere Arbeitsmenge“ als die im vergangenen Jahr, wenn nicht eine weit
größere Menge Arbeit

15*


25 L. auf 12'/, I. gesunken, weil der Arbeitslohn um 50 p.c. gestiegen wäre.
Aber A.Smith weiß, daß zuwachsende Arbeitsquantität zu haben sein wird.
Teils der jährliche Zuwachs der Bevölkerung (der zwar im alten Arbeits-
lohn enthalten sein soll), teils unbeschäftigte Paupers, halbbeschäftigte Ar-
beiter etc. Dann die Massen unproduktiver Arbeiter, die zum Teil, durch
andre Anwendung des surplus produce, in produktive Arbeiter verwandelt
werden können. Endlich kann dieselbe Arbeitermasse größere Quantität Ar-
beit liefern. Und ob ich 125 Arbeiter statt 100 zahle, oder ob die 100 statt
12 Arbeitsstunden 15 Arbeitsstunden täglich arbeiten, would be quite the
same thing!.

Daß übrigens mit dem Anwachsen des produktiven Kapitals - oder mit
dem Wachsen des Teils des jährlichen Produkts, der zur Reproduktion be-
stimmt ist - im selben Verhältnis die angewandte Arbeit (lebendige Arbeit,
der in Salair ausgelegte Teil) wachsen muß, ist ein Irrtum A.Smiths, der
genau zusammenhängtmitseiner Auflösungdes ganzenProduktsin Revenue.

394] Zunächst also hat er einen fonds konsumabler Lebensmittel, der
eine größere Quantität Arbeit dies Jahr als das vorige „acheter et comman-
der“? kann; fer hat] mehr Arbeit und zugleich mehr Lebensmittel für diese
Arbeit. Es ist nun zuzusehn, wie diese additional quantity of labour? zu
realisieren.

Hätte A.Smith mit vollem Bewußtsein festgehalten an der stofflich bei
ihm vorhandnen Analyse der surplus value, die eben nur geschaffen wird im
Austausch von Kapital gegen L.ohnarbeit, so ergab sich: Produktive Arbeit
nur die mit Kapital ausgetauschte; die mit Revenue als solcher nie. Damit
die Revenue gegen produktive Arbeit ausgetauscht werde, muß sie vorher
erst in Kapital verwandelt werden.

Aber zugleich ausgehend von der einen Seite der Tradition, daß produk-
tive Arbeit solche, die überhaupt direkt materiellen Reichtum produziert,
und kombinierend damit seine Unterscheidung, soweit sie auf Austausch
zwischen Kapital und Arbeit oder zwischen Revenue und Arbeit beruht, bei
Smith möglich dies: Die Art Arbeit, wogegen sich Kapital austauscht, ist
immer produktiv (schafft immer materiellen Reichtum etc.). Die, wogegen
sich Revenue ausgetauscht, kann produktiv sein oder nicht; aber der Ver-
ausgaber von Revenue liebt es meist mehr, rather* direkt unproduktive
Arbeit als produktive in Bewegung zu setzen. Man sieht, wie A.Smith,
durch dieses compound? zwischen seinen beiden Distinktionen die Haupt-
distinktion sehr abschwächt und verplattet.

1 käme auf dasselbe heraus -? „kaufen und kommandieren“ -? zusätzliche Arbeitsmenge -
* eher; lieber -® Gemisch


Daß A.Smith das Fixieren der Arbeit nicht ganz äußerlich nimmt, zeigt
folgendes Zitat, worin unter den verschiednen Bestandteilen des capital fixe
aufgezählt wird:

„4. Die nützlichen Fähigkeiten, die die Einwohner oder Mitglieder der Gesell-
schaft erworben haben. Der Erwerb dieser Fähigkeiten erfordert für den Unterhalt
dessen, der sie während der Zeit seiner Erziehung, seiner Lehre oder seines Studiums
erwirbt, immer eine wirkliche Ausgabe, und diese Ausgabe ist ein fixes und sozusagen
in seiner Person realisiertes Kapital. Wenn diese Fähigkeiten einen Teil seines Ver-
mögens ausmachen, so machen sie zugleich einen Teil des Vermögens der Gesellschaft
aus, der er angehört. Die vervollkommnete Geschicklichkeit eines Arbeiters kann man
unter demselben Gesichtspunkt betrachten wie eine Maschine oder ein Werkzeug, die
die Arbeit erleichtern und abkürzen und die trotz der Ausgaben, die sie verursacht
haben, diese mit Gewinn wiedererstatten.“ (l. c., 1.II, ch. 1, t.II, p. 204, 205.)

Sonderbare Entstehung der Akkumulation und. ihre Notwendigkeit:

„In jenem Zustand der Kindheit der Gesellschaft, wo es noch keine Arbeitsteilung
gibt, wo noch selten ein Tausch stattfindet und jedes Individuum durch seiner Hände
Arbeit für seinen Bedarf sorgt, ist es nicht notwendig, daß es einen vorher akkumulierten
oder angehäuften Vorrat gibt, um die Geschäfte der Gesellschaft zu betreiben“

(nämlich nachdem vorausgesetzt, qu’il n’y pas de societe!).

„Jeder einzelne Mensch sucht durch seine eigene Tätigkeit sich die Mittel zur Be-
friedigung seiner Bedürfnisse so, wie sie auftauchen, zu beschaffen. Ist er hungrig, geht
er in den Wald jagen etc.“ (l. c.,t. II, p. 191, 192.) (1. II, introduction?.) „Ist aber einmal
die Arbeitsteilung durchweg eingeführt, dann kann ein Mensch durch seine persön-
liche Arbeit allein nur noch einen sehr kleinen Teil seiner Bedürfnisse befriedigen.
Der weitaus größte Teil wird durch die Arbeitsprodukte anderer befriedigt [die er mit
dem Produkt seiner Arbeit kauft] oder, was auf dasselbe hinausläuft, mit dem Preis
dieses Produkts. Aber dieser Kauf kann nur erfolgen, wenn er genügend Zeit hat, das
Produkt seiner Arbeit nicht bloß fertigzustellen, sondern auch zu verkaufen.“

(Auch im ersten Fall konnte er den Hasen nicht essen, bevor er ihn ge-
tötet hatte, und ihn nicht töten, bevor er sich den klassischen „arc“® oder
something similar“ produziert. Das einzige, das in case I] hinzuzukommen
scheint, ist daher nicht die Notwendigkeit d’un approvisionnement of any
sort?, sondern die „tems... de vendre Je produit de son travail“ ®.)

„Bis ihm diese beiden Dinge gelungen sind, muß ein Vorrat von Gütern verschie-
dener Art im voraus angesammelt sein, der hinreicht, ihn zu erhalten und ihn mit Roh-
material und den erforderlichen Arbeitswerkzeugen zu versehen. Ein Weber kann sich
seiner besonderen Arbeit nicht völlig widmen, wenn sich nicht vorher, sei es in seinem

% daß es keine Gesellschaft gibt - ? Einleitung - ? „Bogen“ - * etwas ähnliches - ° irgend-
eines Mundvorrats - ® „Zeit..., das Produkt seiner Arbeit zu verkaufen“


Besitz oder in dem eines Dritten, ein Vorrat angesammelt hat, der ausreicht, ihn zu er-
halten und ihn mit den für seinen Beruf erforderlichen Werkzeugen und dem Roh-
material seiner Arbeit so lange zu versehen, bis er sein Tuch nicht bloß vollendet, son-
dern auch verkauft hat. Es ist klar, daß die Akkumulation dem Augenblick vorausgehen
muß, da er seine Tätigkeit darauf richten kann, dieses Geschäft zu unternehmen und
zu vollenden ... es liegt in der Natur der Sache, daß die Akkumulation von Kapital
eine notwendige Vorbedingung der Arbeitsteilung ist.“ (l.c. p.192, 193.)

(Andrerseits scheint es nach dem, was er im Eingang behauptet hat, daß
vor der division of labour! keine accumulation of capital? stattfindet, ganz
wie vor der accumulation of capital keine division of labour.) Er fährt fort:

„Die Arbeit kann wiederum nur in dem Maße weiter geteilt werden, wie zuvor
die Kapitalien mehr und mehr akkumuliert worden sind. In dem Maße, in dem die
Arbeitsteilung fortschreitet, wächst in hohem Grade die Rohstoffmenge, die von derselben
Zahl Menschen verarbeitet werden kann; und da die Verrichtungen jedes Arbeiters auf
einen immer höheren Grad von Einfachheit zurückgeführt werden, gelangt man dahin,
eine Menge neuer Maschinen zu erfinden, die zur Erleichterung und |]395| Abkürzung
dieser Vorrichtungen dienen. In dem Maße, wie die Arbeitsteilung sich entwickelt,
muß man, um die gleiche Arbeiterzahl fortwährend beschäftigen zu können, eine gleiche
Menge Lebensmittel und eine größere Menge Rohstoffe und. Werkzeuge akkumulieren, als
auf einem weniger fortgeschrittenen Stand notwendig gewesen wäre.“ (l. cc. p. 193, 194.)
„Ebenso, wie die Arbeit ohne eine vorhergegangene Akkumulation von Kapitalien nicht
diese große Ausdehnung der Produktivkraft erreichen kann, führt dieselbe Akkumula-
tion von Kapitalien diese Ausdehnung natürlich herbei. Wer sein Kapital dazu an-
wendet, Arbeiter zu beschäftigen, wünscht dies zweifellos in einer Weise zu tun, in der
sie möglichst viele Arbeitsergebnisse liefern: Er ist daher bestrebt, sowohl die Arbeit
unter seine Arbeiter möglichst zweckmäßig zu verteilen als auch sie mit den besten
Maschinen zu versehen, die er entweder erfinden oder kaufen kann. In welchem Maße
ihm beides möglich ist, hängt im allgemeinen davon ab, wie groß sein Kapital ist und
wie viele Menschen er mit diesem Kapital beschäftigen kann. Es wächst daher in einem
Lande nicht nur die Menge Arbeit entsprechend. der Zunahme des Kapitals, das sie in
Bewegung setzt, sondern infolge dieser Zunahme produziert auch dieselbe Menge Arbeit
eine weit größere Menge Arbeitsergebnisse.“ (l.c. p. 194, 195.)

A.Smith behandelt die Gegenstände, die sich bereits im fonds de con-
sommation? befinden, ganz wie productive and unproductive labour*. For
instance?:

„Ein Wohnhaus bringt als solches senem Bewohner keine Revenue ein; und obwohl
es für ihn ohne Zweifel überaus nützlich ist, so gilt doch von ihm dasselbe wie von

3 Arbeitsteilung - * Kapitalakkumulation -* Konsumtionsfonds - * produktive und un-
produktive Arbeit - ° Zum Beispiel


seinen Kleidern und Möbeln, die ihm auch sehr nützlich sind, trotzdem aber einen Teil
seiner Ausgaben und nicht seiner Revenue ausmachen.“ (l. c., t. Il, ch. I, p. 201, 202.)

Dagegen gehören zum capital fixe „alle Baulichkeiten, die einem nützlichen Zweck
dienen und ein Mittel der Revenue sind nicht nur für den Eigentümer, der für sie Miete
erhält, sondern auch für ihren Mieter, der für sie Miete zahlt, wie Läden, Lager,
Werkstätten, Pachthöfe mit allen zugehörigen Nebengebäuden, Ställen, Scheunen usw.
Diese Baulichkeiten sind von bloßen Wohnhäusern sehr verschieden. Sie sind eine Art
Arbeitsmittel.“ (l. c., t. Il, ch. I, p. 203, 204.)

„Alle neuen Fortschritte der Mechanik, die es ermöglichen, daß dieselbe Zahl von
Arbeitern dieselbe Menge Arbeitsergebnisse mit einfacheren und wohlfeileren Maschi-
nen als früher hervorbringen, werden stets als sehr vorteilhaft für eine Gesellschaft
angesehen. Eine bestimmte Menge Rohstoffe und die Arbeit einer bestimmten Zahl
von Arbeitern, die früher gebraucht wurden, die komplizierteren und kostspieligeren
Maschinen instand zu halten, können nun verwendet werden, die Menge der Arbeits-
ergebnisse zu vergrößern, für die diese oder andere Maschinen hergestellt werden.“
(. c.,t. II, ch.]], p. 216, 217.)

„Der Aufwand zur Erhaltung des fixen Kapitals ... ist notwendigerweise von der
Nettorevenue der Gesellschaft abzuziehen.“ (l. c.,t. II, ch. II, p. 218.) „Jede Ersparnis
beim Aufwand zur Erhaltung des fixen Kapitals, die nicht die Produktivkraft der Arbeit
verringert, muß den Fonds, der die Produktion in Bewegung setzt, erhöhen und folglich
das jährliche Produkt von Land und Arbeit, die reale Revenue jeder Gesellschaft, ver-
mehren.“ (l.c., t. II, ch. II, p. 226, 227.)

Das durch Bankbilletts, überhaupt Papiergeld ins Ausland gejagte bare Geld - wenn
verausgabt, „ausländische Waren für den inländischen Konsum zu kaufen“ - kauft
entweder Luxusprodukte, wie vins etrangers, soieries! etc., kurz, „Waren ..., die dazu
bestimmt sind, von Müßiggängern, die nichts produzieren, konsumiert zu werden ...,
oder ... es kauft einen zusätzlichen Fonds von Rohstoffen, Werkzeugen und Lebensmitteln,
um damit eine zusätzliche Anzahl jener arbeitsamen Leute zu unterhalten und zu beschäf-
tigen, die den Wert ihres jährlichen Konsums mit einem Profit reproduzieren.“ (l.c., t. II,
ch. II, p. 231, 232.)

Die erste Manier of employment*, sagt Smith, vermehrt die prodigalite®, „vermehrt
den Aufwand und die Konsumtion, ohne der Produktion etwas hinzuzufügen oder
einen dauernden Fonds zur Bestreitung dieses Aufwands zu schaffen, und ist für die
Gesellschaft in jeder Beziehung schädlich.“ (l. c., t. 1], p. 232.) Dagegen „angewandt
nach der zweiten Art, erweitert es den Rahmen der Industrie; und obwohl es den Kon-
sum der Gesellschaft vermehrt, so eröffnet es auch eine dauernde Quelle, um diesen
Konsum zu bestreiten, weil die Menschen, die konsumieren, den Gesamtwert ihrer jähr-
lichen Konsumtion mit einem Profit reproduzieren.“ (l. c., t.1l, ch.Il, p. 232.)

„Die Menge der produktiven Arbeit, die ein Kapital in Gang bringen kann, muß
offenbar gleich sein der Anzahl von Arbeitern, die es mit Rohstoffen, Werkzeugen und
Lebensmitteln versorgen kann, die der Art der Arbeit entsprechen.“ {l. c., t. II, p. 235.)

1 ausländische Weine, Seidenstoffe - ? der Anwendung - ? Verschwendung


1396] In 1.ZI, ch. III (l.c., t. I, p. 314 sqq.):

„Die produktiven und die unproduktiven Arbeiter, wie auch jene, die gar nicht
arbeiten, werden alle in gleicher Weise vom jährlichen Produkt des Bodens und der
Arbeit des Landes erhalten. Dieses Produkt ... ist notwendigerweise begrenzt. Je nach-
dem daher in einem Jahre ein größerer oder kleinerer Teil dieses Produkts dazu ver-
wendet wird, unproduktive Leute zu erhalten, wird weniger oder mehr für die produk-
tiven Leute übrigbleiben, und dementsprechend wird das Produkt des nächsten Jahres
größer oder kleiner sein ...

Zwar ist das jährliche Gesamtprodukt des Bodens und der Arbeit eines Landes ...
in letzter Instanz dazu bestimmt, zur Konsumtion seiner Einwohner beizutragen und
ihnen eine Revenue zu verschaffen, jedoch von dem Augenblick an, wo es aus dem Boden
oder aus den Händen der produktiven Arbeiter kommt, teilt es sich natürlicherweise in
zwei Teile. Einer davon, und oft der größere, ist in erster Linie dazu bestimmt, ein
Kapital zu ersetzen oder die Menge Lebensmittel, Rohstoffe und fertige Produkte zu
erneuern, die einem Kapital entzogen waren; der andere ist dazu bestimmt, eine
Revenue zu bilden, entweder für den Besitzer dieses Kapitals als dessen Profit oder
für jemand anders als Rente von seinem Boden ...

Der Teil des jährlichen Produkts des Bodens und, der Arbeit eines Landes, der ein
Kapital ersetzt, wird niemals unmittelbar angewandt, um anderen als produktiven
Arbeitern Unterhalt zu geben. Er zahlt Arbeitslohn bloß für produktive Arbeit; der-
jenige Teil, der dazu bestimmt ist, unmittelbar eine Revenue zu bilden ..., kann eben-
sogut produktiven wie unproduktiven Arbeitern Unterhalt geben...

Die unproduktiven Arbeiter und jene Leute, die überhaupt nicht arbeiten, werden
alle aus einer Revenue erhalten. Entweder, erstens, durch jenen Teil des jährlichen Pro-
dukts, der von vornherein bestimmt ist, eine Revenue für einige Privatleute zu bilden,
entweder als Grundrente oder als Kapitalprofit; oder, zweitens, durch jenen anderen
Teil, der zwar bestimmt ist, ein Kapital zu ersetzen und nur produktiven Arbeitern
Unterhalt zu geben, der aber, einmal in deren Hände gelangt, soweit als er ihren not-
wendigen Lebensunterhalt übersteigt, sowohl zum Unterhalt produktiver wie unpro-
duktiver Leute verwendet werden kann. So kann auch der einfache Arbeiter, wenn sein
Lohn hoch ist ..., einen Dienstboten für seine persönlichen Dienste halten, oder er
kann mitunter ins Schauspielhaus oder ins Puppentheater gehen und so seinen Teil
zum Unterhalt einer Klasse von unproduktiven Arbeitern beitragen. Oder endlich
kann er manche Steuern zahlen und dadurch zum Uhterhalt einer anderen Klasse
beitragen ..., die ebenso unproduktiv ist. Dennoch wird nichts von diesem Teil
des Produkts des Bodens, der ursprünglich bestimmt war, ein Kapital zu ersetzen,
jemals dazu verwendet, unproduktive Arbeiter zu erhalten, bevor er sein volles Maß
produktiver Arbeit in Bewegung gesetzt hat ... Der Arbeiter muß seinen Lohn durch
geleistete Arbeit voll verdient haben, ehe er auch nur das Geringste in unproduk-
tiver Arbeit verausgaben kann ... Die Grundrente und der Kapitalprofit sind ...
überall die Hauptquellen, aus denen unproduktive Arbeiter ihren Lebensunter-
halt schöpfen ... Jede dieser Revenuen kann ebensogut produktive wie unproduktive


Arbeiter erhalten. Ste scheinen jedoch immer eine gewisse Vorliebe für die letzteren
zu haben ...

Was in jedem Lande hauptsächlich das Verhältnis zwischen produktiven und un-
produktiven Arbeitern bestimmt, ist das Verhältnis zwischen jenem Teil der jährlichen
Produktion, der - sobald er aus der Erde oder aus den Händen der sie produzierenden
Arbeiter kommt - dazu bestimmt ist, ein Kapital zu ersetzen, und jenem anderen Teil,
der dazu bestimmt ist, eine Revenue zu bilden, entweder als Rente oder als Profit.
Aber dieses Verhältnis ist sehr verschieden in reichen und in armen Ländern.“

[Smith] vergleicht dann den

„sehr großen, oft den größten Teil des Produktes der Erde“, der bei den „reichen
Nationen Europas bestimmt ist, das Kapital eines reichen und unabhängigen Pächters zu
ersetzen“, im Gegensatz mit der „Herrschaft der Feudalordnung“, wo „ein sehr kleiner
Teil des Produkts genügte, das in der Landwirtschaft angewandte Kapital zu ersetzen“.

Ebenso mit commerce und manufactures. Jeizt große Kapitalien darin
gebraucht, früher de tr&s-minces capitaux!, aber sie

„werfen sehr große Profite ab. Der Zinsfuß lag nirgends unter 10 Prozent, und die
Profite vom Kapital müssen ausgereicht haben, einen so hohen Zins zu zahlen. Jetzt
Zins in den fortgeschrittneren Ländern Europas nirgends über 6, in den reichsten
4,3,2 p.c. Wenn der Teil der Revenue der Einwohner, der aus dem Profit stammt,
in reichen Ländern stets viel größer ist als in armen, so rührt dies daher, daß das Kapi-
tal dort viel größer ist; aber im Verhältnis zum Kapital sind dort die Profite im all-
gemeinen viel geringer. So ist also derjenige Teil des jährlichen Produkts, der - sobald
er aus der Erde oder aus den Händen der produktiven Arbeiter kommt - bestimmt ist,
ein Kapital zu ersetzen, |]397| in den reichen Ländern nicht nur viel größer als in den
armen, sondern er ist dort auch viel größer im Verhältnis zu jenem Teil, der bestimmt
ist, unmittelbar eine Revenue zu bilden, entweder als Rente oder als Profit. Der Fonds,
der bestimmt ist, produktive Arbeit zu erhalten, ist nicht nur in den reichen Ländern
viel größer als in den armen, sondern er ist auch viel größer im Verhältnis zu jenem
Fonds, der zwar ebensogut der Erhaltung produktiver wie unproduktiver Arbeiter
dienen kann, aber doch in der Regel die Tendenz zeigt, sich den letzteren zuzu-

wenden.“ fl. c. p.320, 321.]

(Smith fällt in den Irrtum, die Größe des produktiven Kapitals und die
Größe des Teils desselben - destine A fournir de la subsistance au travail pro-
ductif? - zu identifizieren. Aber die große Industrie ihm in fact noch nur
in den Anfängen bekannt.)

„Das Verhältnis zwischen diesen beiden verschiedenen Arten von Fonds bestimmt
notwendigerweise den allgemeinen Charakter der Bewohner eines Landes, ihre Nei-
gung zum Fleiß oder zur Faulheit.“

! sehr unbedeutende Kapitalien - ? der bestimmt ist, produktive Arbeit zu erhalten


So z.B. sagt er,

„in den englischen und holländischen Manufakturstädten, wo die unteren Klassen
des Volkes besonders leben von den angewendeten Kapitalien, sind sie im ganzen arbeit-
sam, einfach und sparsam. Dagegen in Residenzstädten, von Höfen etc., wo die unteren
Klassen des Volkes von Aufwendungen und Revenue leben, sind sie im allgemeinen
faul, liederlich und arm wie in Rom, Versailles, etc. ...

Es ist also das Verhältnis zwischen der Summe der Kapitalien und der Summe
der Revenuen, was überall das Verhältnis zwischen Betriebsamkeit und Müßiggang
bestimmt: Überall, wo das Kapital das Übergewicht hat, herrscht Betriebsamkeit; wo
die Revenue das Übergewicht hat, herrscht Müßiggang. So hat also jede Vermehrung
oder Verminderung der Masse von Kapitalien natürlicherweise die Tendenz, die Summe
der Betriebsamkeit, die Zahl der produktiven Arbeiter und damit den Tauschwert des
jährlichen Produkts der Erde und der Arbeit des Landes, den Reichtum und die wirk-
liche Revenue aller seiner Einwohner wirklich zu vermehren oder zu verringern ... Das,
was jährlich erspart wird, wird ebenso regelmäßig konsumiert wie das, was jährlich
aufgewandt wird, und überdies fast in derselben Zeit; aber es wird von einer anderen
Klasse von Leuten konsumiert.“ Die erste „Portion der Revenue durch Bediente, un-
nütze Fresser etc., die nichts hinterlassen, was ihren Konsum ersetzen könnte“. Die
zweite „durch die Arbeiter, die den Wert ihres jährlichen Konsums mit Profit reprodu-

zieren ... Der Konsum ist derselbe, aber die Konsumenten sind verschiedene.“ [l. c.
p.321-328, passim.]

Daher nun die Homilien Smiths (weiter on! gehendl.c.,t. I, 1.II,ch. III,
p.328, 329 sq.) über den homme &conome?, der durch seine Epargnes annu-
elles® gleichsam un atelier public? für un nombre additionel des gens produc-

tifs® bildet,

„und so für alle Ewigkeit eine Art Fonds zum Unterhalt der gleichen Anzahl pro-
duktiver Leute begründet“, während der prodigue® „die Masse der Fonds verringert,
die zum Unterhalt der produktiven Arbeit bestimmt sind ... Wäre diese Menge Nah-
rungsmittel und Kleidung, die so“ (infolge der prodigalit€ des prodigue’) „die un-
produktiven Arbeiter konsumierten, unter die produktiven Arbeiter verteilt worden,
so hätten diese den ganzen Wert dessen, was sie konsumierten, sogar mit einem Profit,
reproduziert.“

Der Schluß dieser Moral, daß dies (Ökonomie und Verschwendung) sich

ausgleicht unter Privaten, in fact „la sagesse“ ® überwiegt.

„Große Nationen verarmen niemals durch die Verschwendung und die Liederlich-
keit von Privaten, wohl aber mitunter durch die ihrer Regierung. In den meisten Län-

.voran — ? sparsamen Menschen - ? jährlichen Ersparnisse - * eine öffentliche Werk-
statt -° eine zusätzliche Anzahl produktiver Leute - Verschwender -? Verschwendung des
Verschwenders - ® tatsächlich „die Vernunft“


dern wird die gesamte oder fast die gesamte Revenue der Gesellschaft dazu verwendet,
unproduktive Leute zu beschäftigen. Die Leute des Hofes, die Kirche, Flotten, Armee,
die in Friedenszeiten nichts produzieren und in Kriegszeiten nichts gewinnen, was die
Kosten ihres Unterhalts selbst während der Dauer des Krieges aufwiegen könnte. Die
Leute dieser Art produzieren nichts selbst; sie werden alle durch das Produkt der Arbeit
anderer erhalten. Wenn sie daher über die notwendige Zahl hinaus vermehrt werden,
können sie in einen Jahre einen so großen Teil dieses Produkts konsumieren, daß zum
Unterhalt der produktiven Arbeiter, die es im nächsten Jahre reproduzieren sollen,

nicht genug übrigbleibt.“ (p. 336.)
Ch. IV, II:

„Da der zum Unterhalt der produktiven Arbeit bestimmte Fonds sich von Tag
zu Tag vergrößert, wird auch die Nachfrage nach dieser Arbeit von Tag zu Tag größer.
Die Arbeiter finden |]398| leicht Beschäftigung, aber die Kapitalbesitzer finden nur
schwer Arbeiter, die sie beschäftigen könnten. Die Konkurrenz der Kapitalisten läßt
die Löhne steigen und die Profite sinken.“ (l. c. p. 359.)

In dem ch. V, 1.11 (p.369 sqq.. t. II), „Des differens emplois des capitaux"!,
klassifiziert sie Smith, je nachdem sie mehr oder minder produktive Arbeit
beschäftigen und, consequently, die „valeur &changeable“* des jährlichen
Produkts erhöhn. Erst Ackerbau. Dann Manufaktur. Dann Handel - schließ-
lich Detailhandel. Dies die Rangordnung, worin sie mettent en activite des
quantites de travail productif?. Hier bekommen wir auch ganz neue Defini-
tion von ouvriers productifs*:

„Die Leute, deren Kapitalien auf eine dieser vier Arten verwendet werden, sind
selbst produktive Arbeiter. Wenn ihre Arbeit zweckmäßig geleitet wird, fixiert und
realisiert sie sich in dem Gegenstand oder dem verkäuflichen Ding, auf das sie ver-
wendet wurde, und fügt in der Regel dem Preise dieses Dings wenigstens den Wert
ihres Unterhalts und des persönlichen Konsums hinzu.“ (l. c. p. 374.)

(Im ganzen löst er ihre Produktivität darin auf, daß sie produktive Arbeit
in Bewegung setzen.)

Vom Pächter heißt es:

„Kein Kapital gleicher Größe setzt eine größere Menge produktiver Arbeit in Be-
wegung als das des Pächters. Nicht bloß seine Ackerknechte, sondern auch seine Arbeits-
und Zugtiere sind produktive Arbeiter." |l. c. p.376.]

Schließlich also auch der Ochs ein produktiver Arbeiter.

1 „Die verschiedenartige Anwendung von Kapitalien“ -° infolgedessen den „Tauschwert” -
% Mengen produktiver Arbeit in Bewegung setzen - * produktiven Arbeitern


### [11. Lauderdale. Feind von Smith’ Akkumulationstheorie

und seiner Unterscheidung zwischen
produktiven und unproduktiven Arbeitern]

Lauderdale (Earl of): „An Inguiry into the Nature and Origin of Public
Wealth etc.“, Lond. 1804. (Die frz. Übersetzung: „Recherches sur la nature
et l’origine de la richesse publique etc. par Lagentie de Lavaisse“, Paris 1808).

Lauderdales apologetische Begründung des Profits erst später zu unter-
suchen. In Abschnitt III 2], Danach soll der Profit aus den Kapitalien selbst
entspringen, weil sie Arbeit „ersetzen“. Siewerden dafür bezahlt, daß sie tun,
was sonst der Mensch ohne sie tun müßte oder überhaupt nicht tun könnte.

„Man versteht jetzt, daß der Profit der Kapitalien stets entweder daher stammt,
daß sie den Teil der Arbeit ersetzen, die der Mensch sonst mit seinen Händen verrichten
müßte; oder daher, daß sie den Teil der Arbeit vollenden, die die persönlichen Kräfte
des Menschen übersteigt, und die er selbst nicht auszuführen wüßte.“ (p. 119, trad.fr.')

Der Herr „Graf“ großer Feind von Smiths Akkumulations- und Spar-
samkeitslehre. Ditto - seiner Distinktion zwischen produktiven und unpro-
duktiven Arbeitern; aber nach ihm ist auch nur „Produktivkraft des Kapi-
tals“, was Smith „Produktivkräfte der Arbeit“ nennt. Er leugnet direkt die
von Smith aufgestellte Ableitung der surplus value, und zwar aus dem
folgenden Grund:

„Wäre diese Idee vom Benefiz des Kapitals rigorös richtig, so folgte daraus, daß es
nicht eine ursprüngliche Quelle des Reichtums, sondern eine abgeleitete ist; und man
könnte daher Kapital nicht als eine der Quellen des Reichtums betrachten, da sein
Profit nichts ist als eine Übertragung aus der Tasche des Arbeiters in die des Kapi-
talisten.“ (l.c. p. 116, 117.)

Unter diesen Annahmen klar, daß er aber auch in seiner Polemik gegen
Smith das Flachste aufgreift. So sagt er:

„So kann dieselbe Arbeit produktiv oder unproduktiv erscheinen, je nach der spä-
teren Verwendung des Gegenstandes, auf den man sie anwendet. Wenn z.B. mein
Koch eine Torte macht, die ich auf der Stelle esse, ist er ein unproduktiver Arbeiter
und seine Tätigkeit ist ebenfalls eine sterile Arbeit, weil sein Dienst ebenso rasch ver-
schwindet, wie er geleistet wurde. Wird aber dieselbe Arbeit im Laden eines Kuchen-
bäckers verrichtet, so wird sie dadurch produktiv.“ (l.c. p. 110.)

(Garnier, da seine Ausgabe und Noten zu Smith 1802, also 2 Jahre vor
Lauderdale erschien, hat hier das Brevet?.)

1 französische Übersetzung - ? den Vorrang


„Diese ungewöhnliche Unterscheidung, die sich auf die bloße Dauer der Dienste
gründet, reiht unter die unproduktiven Arbeiter Leute ein, die die wichtigsten Funk-
tionen in der Gesellschaft erfüllen. Der Souverain, die Diener der Religion, die obrig-
keitlichen Personen, die Beschützer des Staates, alle diese Menschen, jene nicht aus-
genommen, deren Geschicklichkeit ... die Gesundheit der Staatsbürger erhält oder
ihre Bildung formt - alle diese Menschen werden als unproduktive Arbeiter ange-

sehen“ (l.c. p. 110, 111)
(oder, wie A.Smith t. II, 1.II, ch. III, p. 313, die schöne Reihenfolge gibt:

„Geistliche, Juristen, Ärzte, Literaten und Gelehrte aller Art sowie Schauspieler,
Possenreißer, Musiker, Opernsänger, Ballettänzer etc.“).

„Wenn der Tauschwert die Grundlage des Reichtums sein soll, braucht man keine
langen Überlegungen anzustellen, um die Irrtümer dieser Doktrin zu zeigen. Nichts
 beweist ihre Unrichtigkeit besser als die Achtung, die die Menschen diesen
Diensten zollen, was der Preis beweist, den sie dafür zahlen.“ ([Lauderdale] I. c. p. 111.)

Ferner:

„Die Arbeit des Manufakturarbeiters fixiert und vergegenständlicht sich in irgend-
einem verkäuflichen Produkt ... Natürlich bilden weder die Arbeit des Bedienten noch
die des zirkulierenden Kapitals“ {er versteht hier argent monnaie! darunter} „eine Ak-
kumulation, einen Fonds, der sich zu einem bestimmten Wert übertragen läßt. Der
Gewinn, den sie einbringen, entspringt in gleicher Weise aus der Arbeit, die sie ihrem
Herrn oder Besitzer ersparen. Ihre Ergebnisse sind einander so ähnlich, daß, wer die
einen für unproduktiv hält, über die anderen derselben Meinung sein muß“ {und er

zitiert hierauf Smith, 1. II, ch. TIL}. (Lauderdale, 1. c. p. 144, 145.)

Wir hätten also die Reihe: Ferrier, Garnier, Lauderdale, Ganilh. Die
letztre Phrase mit dem „epargner du travail“? besonders zugeritten von
Tocqueville.

[/2. Say über „immaterielle Produkte“,
Rechtfertigung eines unaufhaltsamen Anwachsens
der unproduktiven Arbeit]

Nach Garnier erschien des faden J.-B. Say, „Traite d’&conomie politique“.
Was er dem Smith vorwirft, daß er

„für die Resultate dieser Tätigkeiten den Namen von Produkten ablehnt. Er gibt der
Arbeit, der sie sich widmen, den Namen unproduktiv“ (3° &d., t.1, p.117).

1Geld -? „Sparen von Arbeit”

238 Viertes Kapitei

Smith leugnet durchaus nicht, daß ces industries! ein „Resultat“ produ-
zieren, ein „produit“ quelconque?. Er erwähnt sogar ausdrücklich

„die Sicherheit, die Ruhe, den Schutz des Staates“ als „Resultat der Jahresarbeit“
(der serviteurs de l’etat?) (Smith, t. IL, 1.11, ch. II, p. 313 &d. Glarnier]).

Say seinerseits hält sich an die Nebenbestimmung Smiths, daß diese
„services“ und ihr

„Produkt sich in der Regel in dem Moment verflüchtigen, in dem sie geleistet werden,
in dem Moment, in dem sie produziert werden“ (Smith 1. c.).

Herr Say nennt diese konsumierten „services“ oder deren ouvrages,
r&sultats? - kurz ihren Gebrauchswert

„immaterielle Produkte oder Werte, die im Moment ihrer Produktion konsumiert
werden“. [l.c. p. 116.]

Statt sie „improductifs“® zunnennen, nennt er sie „productifs des produits
immateriels“®. Er gibt einen andren Namen. Dann aber erklärt er weiter,

„daß sie nicht dazu dienen, das Kapital der Nation zu vermehren“ (t. 1, p.119). „Eine
Nation, in der man eine Menge Musiker, Priester, Beamte findet, kann sehr angenehm
unterhalten, gut unterrichtet und ausgezeichnet verwaltet sein. Das wäre aber auch
alles. Ihr Kapital erhielte von der ganzen Arbeit dieser betriebsamen Leute keinen
direkten Zuwachs, da ihre Produkte in dem Maße, wie sie geschaffen, konsumiert

werden.“ (l.c. p.119.)

Also Herr Say erklärt diese travaux für improductifs’ im borniertesten
Sinn Smiths. Aber er will sich zugleich Garniers „Fortschritt“ aneignen. Er
erfindet also einen neuen Namen für die travaux improductifs. Dies ist seine
Art Originalität, Produktivität und Manier der Entdeckung. Dabei, mit
seiner gewöhnlichen Logik, hebt er sich selbst wieder auf. Er sagt:

„Es ist unmöglich, mit der Ansicht des Herrn Garnier einverstanden zu sein, der
aus dem, daß die Arbeit der Ärzte, Juristen und anderer derartiger Personen produktiv
ist, den Schluß zieht, es sei für eine Nation ebenso vorteilhaft, sie zu vermehren wie

jede andere Art Arbeit.“ (l.c. p. 120.)

Und warum nicht, wenn die eine Arbeit so produktiv ist wie die andre
und die Vermehrung der produktiven Arbeit überhaupt „avantageux A une
nation“ ® ist? Warum ist es nicht ebenso vorteilhaft, diese Art Arbeit zu ver-
mehren, wie jede andre? Weil- antwortet Say mit seinem charakteristischen

t diese Tätigkeiten - * eine Art von „Produkt“ -3 Staatsdiener - * Produkte, Resultate -
5 „unproduktiv“ - ® „produktiv an immateriellen Produkten“ - ? Arbeiten für unproduktiv -
® „für eine Nation vorteilhaft“ A


Tiefsinn -, weil es überhaupt nicht vorteilhaft ist, produktive Arbeit irgend-
einer Art über das Bedürfnis dieser Arbeit hinaus zu vermehren. Aber dann
hat ja Garnier recht. Dann ist es ebenso vorteilhaft - d.h., ebenso unvorteil-
haft -, die eine dieser Art Arbeiten wie die andre über ein gewisses Maß
hinaus zu vermehren.

„Es verhält sich damit“, fährt Say fort, „wie mit der Handarbeit, die man auf ein
Produkt über das Maß dessen anwenden würde, was zu seiner Herstellung nötig ist.“

(Um einen Tisch zu machen, soll nicht mehr Tischlerarbeit verwandt
werden, als zur Produktion des Tisches nötig ist. So zum Flicken eines
kranken Körpers nicht mehr, als nötig ist, um ihn herzustellen. Also lawyerst
und Ärzte sollen nur die nötige Arbeit zur Hervorbringung ihres produit
immateriel? anwenden.)

„Die produktive Arbeit, die immaterielle Produkte produziert, ist, wie jede
andere Arbeit, nur solange produktiv, wie sie die Nützlichkeit und daher den Wert“
(i.e. den Gebrauchswert, aber Say verwechselt die utilite® mit dem Tauschwert)
„eines Produkts vermehrt; darüber hinaus ist sie eine völlig unproduktive Arbeit.“

(l.c. p. 120.)

Die Logik Says also diese:

Es ist für die Nation nicht so nützlich, die „Produzenten des produits
immateriels“ zu vermehren, als die Produzenten materieller Produkte.
Beweis: Es ist absolut unnütz, die Produzenten irgendeines Produkts, sei es
materiell oder immateriell, über den Bedarf hinaus zu vermehren. Also ist
es nützlicher, die unnützen Produzenten materieller als die immaterieller
Produkte zu vermehren. Es folgt in beiden Fällen nicht, daß es unnütz, diese
Produzenten zu vermehren, sondern nur die Produzenten eines bestimmten
genre in ihrem respektiven genre.

Meterielle Produkte können | [nach Say] nie zuviel produziert wer-
den, ebensowenig immaterielle. Aber variatio delectat*. Daher muß man
verschiedne genres in beiden Fächern produzieren. Außerdem lehrt ja Herr
Say:

„Die Stockung im Absatz mancher Produkte rührt von der Seltenheit mancher
anderen her.“ |l.c. p.438.]

Es können also nie zuviel Tische produziert werden, sondern höchstens
etwa zuwenig Schüsseln, um sie auf den Tisch zu stellen. Werden die Ärzte
zuviel vermehrt, so liegt der Fehler nicht darin, daß ihre services im Über-

1 Juristen -? immateriellen Produkts - ? Nützlichkeit - * Abwechslung ergötzt


fluß vorhanden sind, sondern vielleicht, daß die services andrer Produzen-
ten von immateriellen Produkten, z.B. Kurtisanen (sieh 1. c. p. 123, wo die
industrie des portefaix, des courtisanes! etc. zusammengestellt wird und
wo Say die Behauptung wagt, daß die „apprentissage“ für une courtisane
„se reduise ä rien“ ?) zu wenig vorhanden sind.

Endlich neigt sich hiernach die Balance auf seiten der „unproduktiven
Arbeiter“. Man weiß genau, unter gegebnen Produktionsbedingungen, wie-
viel Arbeiter nötig sind, um einen Tisch zu machen, wie groß das Quantum
einer bestimmten Art Arbeit sein muß, um ein bestimmtes Produkt hervor-
zubringen. Bei vielen „immateriellen Produkten“ dies nicht der Fall. Das
erheischte Arbeitsquantum, um ein bestimmtesResultatzu erreichen, ebenso
konjektural wie das Resultat selbst. Zwanzig Geistliche vereint bringen viel-
leicht die Bekehrung hervor, die einem mißlingt; 6 Ärzte, die zusammen
konsultieren, finden vielleicht das Heilungsmittel, das einer allein nicht fin-
det. In einem Richterkollegium wird vielleicht mehr Gerechtigkeit produ-
ziert als von einem einzelnen, nur sich selbst kontrollierenden Richter. Die
Masse der Soldaten, die erheischt ist, um das Land zu schützen, der Polii-
zisten, um es in Ördnung zu halten, der Beamten, um es gut „zu regieren“
usw., alle diese Dinge sind problematisch und werden z.B. sehr oft in eng-
lischen Parlamenten diskutiert; obgleich man in England sehr genau weiß,
wieviel Spinnerarbeit nötig ist, um 1000 Ibs. Twist zu spinnen. Andre „pro-
duktive“ Arbeiter dieser Art schließen in ihren Begriff ein, daß die Nützlich-
keit, die sie hervorbringen, grade bloß von ihrer Zahl abhängt, in ihrer An-
zahl selbst besteht. Z.B. Lakaien, die Zeugen von dem Reichtum und der
Vornehmheit ihrer masters® sein sollen. Je größer ihr Quantum, um so
größer der Effekt, den sie „produzieren“ sollen. Es bleibt also bei Herrn Say
dabei: „Improduktive Arbeiter“ können nie genug vermehrt werden. |

### [13. Destutt de Tracy. Vulgäre Ansicht vom Ursprung des Profits.
Verherrlichung der industriellen Kapitalisten
als einzig produktive Arbeiter]

400] Le Comte Destutt de Tracy. „Elemens d’ideologie*, IV* et V® parties.
Traite de la volonte et de ses effets, Paris 1826 (1815).

„Jede nützliche Arbeit ist wirklich produktiv, und die ganze arbeitende Klasse der
Gesellschaft verdient in gleichem Maße produktiv genannt zu werden.“ (p. 87.)

1 Arbeit der Lastträger, der Kurtisanen - ? „Lehrzeit“ für eine Kurtisane „sich auf nichts
reduziert“ - ® Herren


Aber in dieser classe productive unterscheidet er
„die arbeitende Klasse, die unmittelbar unseren ganzen Reichtum produziert“ (p. 88),

also was Smith the productive labourers nennt.
Dagegen besteht die sterile Klasse aus den Reichen, die ihre Grundrente

oder Geldrente verzehren. Sie sind die classe oisivet.

„Die wahre sterile Klasse ist die der Müßiggänger, die nichts tun als das, was man
vornehm leben nennt vom Produkt der vor ihnen verrichteten Arbeiten, von den Pro-
dukten, die entweder in Grundbesitz realisiert sind, den sie verpachten, das heißt
einem Arbeiter vermieten, oder die in Geld oder Sachen bestehen, die sie gegen eine
Entschädigung ausleihen, was auch ein Vermieten ist. Dies sind die wahren Drohnen
des Bienenstocks (fruges consumere natil®?})“ (p. 87), oder diese oisifs „können nichts
verausgaben als ihre Revenue. Wenn sie ihre Fonds | angreifen, werden diese durch
nichts ersetzt, und ihr Konsum wird für den Augenblick übermäßig gesteigert und
hört dann für immer auf.“ (p. 237.)

„Diese Revenue ist nichts anderes ... als ein Abzug von den Produkten der Tätig-

keit der arbeitenden Bürger.“ (p. 236.)

Wie verhält es sich nun mit den Arbeitern, die diese oisifs direkt an-
wenden? Soweit sie Waren konsumieren, konsumieren sie nicht direkt Ar-
beit, sondern die Produkte der produktiven Arbeiter. Es handelt sich hier
also um die Arbeiter, gegen deren Arbeit sie direkt ihre Revenue veraus-
gaben; also um Arbeiter, die ihr Salair direkt aus Revenue, nicht aus Kapital
beziehn.

„Da die Leute, denen sie“ (le revenu) „gehört, Müßiggänger sind, ist es klar, daß
sie keine produktive Arbeit leiten. Alle von ihnen bezahlten Arbeiter sind einzig und
allein dazu bestimmt, ihnen Genüsse zu verschaffen. Ohne Zweifel sind diese Genüsse
verschiedener Art ... Die Ausgaben dieser ganzen Menschenklasse ... ernähren eine
zahlreiche Bevölkerung, deren Existenz sie ermöglichen, deren Arbeit aber völlig steril
ist ... Einige dieser Ausgaben können mehr oder weniger fruchtbringend sein, z.B.
der Bau eines Hauses, die Melioration des Bodens. Aber das sind Ausnahmen, wo-
durch sie vorübergehend zu Leitern von produktiver Arbeit werden. Abgesehen von
diesen geringfügigen Ausnahmen ist die ganze Konsumtion dieser Art Kapitalisten
unbedingt ein reiner Verlust vom Standpunkt der Reproduktion und ein ebenso großer
Abzug vom erworbenen Reichtum.“ (p. 236.)

[Die eigentliche Ökonomie A la Smith betrachtet den Kapitalisten nur als
personifiziertes Kapital. G-W- G, Produktionsagent. Aber wer soll die Pro-
dukte verzehren? Der Arbeiter? quod non?. Der Kapitalist selbst? Dann ist
er qua? großer consommateur oisif* und nicht Kapitalist. Die Besitzer von
Grund- und Geldrente? Sie reproduzieren ihre Konsumtion nicht und

1 müßige Klasse —* was nicht (der Fall ist)‘- ® als -* Konsument ein Müßiggänger


schaden damit dem Reichtum. Es liegt aber auch zweierlei Richtiges in die-
ser widersprechenden Ansicht, die aus dem Kapitalisten nur einen realen
Schatzbildner macht, keinen illusorischen, wie der eigentliche Schatzbildner
ist: 1. das Kapital (hinc! der Kapitalist, seine Personifikation) wird nur als
Agent zur Entwicklung der Produktivkräfte und Produktion betrachtet;
2. der Standpunkt der aufkommenden kapitalistischen Gesellschaft, der es
um den Tauschwert, nicht den Gebrauchswert, den Reichtum, nicht den
Genuß zu tun ist. Der genießende Reichtum erscheint ihr als eine super-
fetation?, bis sie selbst Exploitation und Konsumtion verbinden lernt und
den genießenden Reichtum sich unterjocht hat.}

„Um aufzufinden, wie diese Revenuen“ (von denen die oisifs leben) „gebildet wer-
den, muß man stets auf die industriellen Kapitalisten zurückgehen.“ (p.237, Note.)

Die industriellen Kapitalisten - die 2te Sorte Kapitalisten -

„umfassen alle Unternehmer irgendeiner Industrie, das heißt alle Leute, die, im Besitz
von Kapitalien, ... ihre Fähigkeiten und ihre Arbeit dazu anwenden, sie selbst zu ver-
werten, statt sie andern zu vermieten, und die daher weder von Arbeitslöhnen noch.
von Revenuen leben, sondern von Profiten.“ (p. 237.)

Bei Destutt tritt es recht hervor - was schon bei A.Smith -, daß die
scheinbare Verherrlichung der produktiven Arbeiter in der Tat nur die Ver-
herrlichung der industriellen Kapitalisten im Gegensatz zu Landlords und
such monied capitalists® ist, die bloß von ihrer Revenue leben.

„Sie haben ... fast den ganzen Reichtum der Gesellschaft in ihren Händen ... Es
ist nicht nur die Rente dieses Reichtums, die sie jährlich ausgeben, sondern eben das
Kapital selbst und mitunter mehrere Male im Jahr, wenn der Gang der Geschäfte
rasch genug ist, um das zu ermöglichen. Denn da sie als Geschäftsleute keine Ausgaben
machen, die nicht mit Profit zu ihnen zurückkehren, sind ihre Profite um so größer,
je mehr Ausgaben sie unter dieser Bedingung machen können.“ (p. 237, 238.)

Was ihre Privatkonsumtion angeht, so ist sie wie die der capitalistes
oisifs. Aber sie ist

„im allgemeinen mäßig, denn die Geschäftsleute sind gewöhnlich bescheiden“ (p. 238)..
Anders mit ihrer industriellen Konsumtion, „sie ist nichts weniger als endgültig; sie
kehrt mit Profit zu ihnen zurück.“ (l. c.) IhrProfit muß groß genug sein, nicht nur für
ihre „Privatkonsumtion, sondern auch“ für „die Rente für den Boden und das Geld,
.. welches im Besitz der müßigen Kapitalisten ist.“ (p. 238.)

Das sieht Destutt richtig. Grundrente und Geldrente sind nur des „pre-
Ißvements“* auf den industriellen Profit, Teile desselben, die der industrielle

1 daher -* überflüssige Übertreibung - ® solchen Geldkapitalisten - * die „Abzüge“


Kapitalist von seinem Bruttoprofit abgibt an Landlords und moneyed capi-
talists,

„Die Revenuen der reichen Müßiggänger sind nur Renten, die der Produktion
entzogen werden; nur die Produktion läßt sie entstehen.“ (p. 248.) Die capitalistes indu-
striels „mieten gegen eine Rente ihr“ (nämlich der capitalistes oisifs) „Land, ihre Häu-
ser und ihr Geld, und sie wenden sie in einer Weise an, daß sie daraus Profite über
diese Rente hinaus ziehen“, nämlich die Rente, die sie den oisifs zahlen, die also nur
Teil dieses Profits ist. Diese rente, die sie so den oisifs zahlen, ist „die einzige Revenue
dieser Müßiggänger und der einzige Fonds ihrer jährlichen Ausgaben.“ (p. 238.)

Bis hierher all right. Aber wie steht es nun mit den salaries" (den travail-
leurs productifs, die von den capitalistes industrieux angewandt werden)?

„Jene besitzen keinen anderen Schatz als ihre tagtägliche Arbeit. Diese Arbeit ver-
schafft ihnen den Lohn ... Aber woraus werden diese Löhne gezahlt? Es ist klar, daß
sie aus dem Besitztum derjenigen kommen, denen die |]402| Lohnarbeiter ihre Arbeit
verkaufen, das heißt aus den Fonds, die sich vorher in deren Besitz befinden und die
nichts anderes darstellen als die akkumulierten Produkte früher ausgeführter Arbeiten.
Es folgt daraus, daß der aus diesen Reichtiimern bezahlte Konsum wohl in dem Sinne
der Konsum der Lohnarbeiter ist, daß sie damit unterhalten werden; aber im Grunde
sind nicht sie es, die ihn bezahlen, oder wenigstens bezahlen sie ihn nur mit den Fonds,
die sich schon vorher in den Händen ihrer Anwender befanden. Ihre Konsumtion muß
also als die Konsumtion derjenigen betrachtet werden, die sie dingen. Sie empfangen
nur mit einer Hand und geben mit der andern zurück ... Man muß nicht bloß alles,
was sie" (les salari&s) „ausgeben, sondern auch alles, was sie erhalten, als wirkliche
Ausgabe und eigene Konsumtion derjenigen betrachten, die ihre Arbeit kaufen. Das ist so
wahr, daß man, um festzustellen, ob diese Konsumtion dem vorhandenen Reichtum
mehr oder weniger Abbruch tut oder sogar die Tendenz hat, ihn zu vermehren ..., auf
jeden Fall wissen muß, welchen Gebrauch die Kapitalisten von der Arbeit machen, die sie

kaufen.“ (p. 234, 235.)

Very well. Und woher kommen die Profite der entrepreneurs, die sie
befähigen, sich selbst und den capitalistes oisifs revenus etc. zu zahlen?

„Man wird mich fragen, wie diese Industrieunternehmer so große Profite machen
und von wem sie sie ziehn können. Ich antworte, daß sie dies fun, indem sie alles, was
sie produzieren, teurer verkaufen, als es ihnen zu produzieren gekostet.“ (p. 239.)

Und an wen verkaufen sie alles teurer, als es ist?

„Sie verkaufen es,

1. aneinander für den ganzen Teil ihrer Konsumtion, bestimmt zur Befriedigung
ihrer Bedürfnisse, welche sie bezahlen mit einem Teil ihrer Profite;

1 Lohnarbeitern

16*


2. an die Lohnarbeiter, sowohl an die, welche sie besolden, wie die, welche die
müßigen Kapitalisten besolden; von welchen Lohnarbeitern sie auf diesem Wege ihren
ganzen Lohn zurückerhalten, ausgenommen etwa deren kleine Ersparnisse;

3. an die müßigen Kapitalisten, welche sie bezahlen mit dem Teil ihrer Revenue, den
sie nicht schon abgegeben haben an die von ihnen direkt beschäftigten Lohnarbeiter;
so daß die ganze Rente, welche sie ihnen jährlich zahlen, ihnen auf dem einen oder
andern dieser Wege wieder zurückfließt.“ (l. c. p. 239.)

Sehn wir uns nun diese 3 Rubriken von ventes! an.

1. Einen Teil ihres Produkts (oder Profits) essen die capitalistes indu-
strieux selbst auf. Sie können sich selbst unmöglich dadurch bereichern, daß
sie sich selbst beschwindeln und sich ihre Produkte teurer verkaufen, als sie
dieselben bezahlt haben. Auch kann keiner den andren dadurch beschwin-
deln. Verkauft A sein Produkt zu teuer, das der industrielle Kapitalist B auf-
ißt, so verkauft B sein Produkt zu teuer, das der industrielle Kapitalist A?
aufißt. Es ist dasselbe, als hätten A und B ihre Produkte zum wirklichen
Wert einander verkauft. Rubrik I zeigt uns, wie die Kapitalisten einen Teil
ihres Profits ausgeben; sie zeigt uns nicht, woher sie ihn beziehn. Jedenfalls
machen sie dadurch keinen Profit, daß sie „aneinander“ „alles, was sie produ-
zieren, teurer verkaufen, als es ihnen zu produzieren gekostet“.

2.Von dem Teil des Produkts, den sie ihren Arbeitern über den Produk-
tionskosten verkaufen, können sie ebenfalls keinen Profit ziehn. Nach der
Voraussetzung ist die ganze consommation der Arbeiter in fact „der eigene
Konsum derjenigen, die ihre Arbeit kaufen“. Außerdem bemerkt Destutt
noch zum Überfluß, daß die capitalistes, indem sie den salaries (ihren eig-
nen und denen der capitalistes oisifs) ihre Produkte verkaufen, sie nur „ihren
ganzen Lohn zurückerhalten“. Und zwar nicht einmal ganz, sondern mit
Abzug von deren Ökonomie. Ob sie ihnen die Produkte wohlfeil oder teuer
verkaufen, ist ganz gleich, da sie immer nur retirent ce qu’ils leur ont donn&®
und, wie oben gesagt, die „Lohnarbeiter empfangen nur mit einer Hand und
geben mit der andern zurück“. Der Kapitalist zahlt erst Geld als Salair dem
Arbeiter. Dann verkauft er ihm sein Produkt „zu teuer“ und zieht damit das
Geld wieder zurück. Da der Arbeiter dem Kapitalisten aber nicht mehr
Geld zurückzahlen kann, als er von ihm erhalten hat, so kann dieser
ihm seine Produkte nie teurer verkaufen, als er ihm seine Arbeit gezahlt
hat. Er kann immer nur soviel Geld im Verkauf seiner Produkte von ihm
zurückerhalten, als er ihm Geld für seine Arbeit gegeben hat. Keinen
Deut mehr. Wie soll sich sein Geld nun durch diese „Zirkulation“ ver-
mehren?

1 Verkäufen - ? in der Handschrift: B-° das zurückerhalten, was sie ihnen gegehen haben

1403| Zudem ein andrer Blödsinn bei Destutt. Kapitalist C zahlt dem
Arbeiter A 1 I. Wochenlohn und zieht dann das 1 !. wieder an sich, indem
er ihm Ware für 1 I. verkauft. Durch dies Mittel, meint Tracy, hat er die
totalit€ des salaires! wieder an sich gezogen. Aber erst gibt er dem Arbeiter
1 I. Und dann gibt er ihm Ware für I !. Was er ihm also in der Tat gegeben
hat, sind 2/.: Il. in Waren und I /. in Geld. Von diesen 21. zieht er II.
zurück in der Form des Geldes. Er hat also in der Tat von dem Salair von
I. keinen farthing zurückgezogen. Und sollte er sich durch diese Art
„Zurückziehn“ des Salairs bereichern (statt dadurch, daß der Arbeiter ihm
in Arbeit zurückgegeben hat, was er ihm in Ware vorgeschossen), so würde
er bald auf den Damm kommen.

Hier verwechselt der edle Destutt also die Geldzirkulation mit der wirk-
lichen Warenzirkulation. Weil der Kapitalist, statt dem Arbeiter direkt Ware
für 1 1. zu geben, ihm I /. gibt, womit der Arbeiter nun die Ware, die er
kaufen will, beliebig bestimmen und dem Kapitalisten in der Form des
Geldes die Anweisung, die er ihm auf seinen Kram gegeben, zurückgibt,
nachdem er, der Arbeiter, seinen aliquoten Teil des Krams sich angeeignet,
bildet sich Dlestutt] ein, daß der Kapitalist „retire“ le salaire?, indem ihm
dasselbe Stück Geld wieder zufließt. Und auf derselben Seite bemerkt Herr
Dlestutt], das Phänomen der Zirkulation sei „mal connu“? (p.239). Aller-
dings total unbekannt ihm selbst. Hätte D[estutt] nicht in dieser sonder-
baren Methode sich das „Retirer de la totalit& des salaires“ * erklärt, so wäre
der Unsinn in einer gleich zu erwähnenden Weise wenigstens denkbar.

(Aber vorher noch zur Illustration seiner Weisheit. Wenn ich in einen
L.aden gehe und der Ladenhüter mir 1 I. gibt, worauf ich mit diesem I I. für
I I. Ware in seinem Laden kaufe, so retiriert er dann das 1 /!. wieder. Nie-
mand wird behaupten, daß er sich durch diese Operation bereichert hat.
Statt I /. in Geld und I !. in Ware hat er jetzt nur noch I !. in Geld. Selbst
wenn seine Ware nur 10 sh. wert war und er sie mir zu I !. verkauft hat, ist
er nach wie vor um 10 sh. ärmer, wie er vor dem Verkauf war, quoiqu'il
ait retire la totalit€ d’un livre st.®.)

Wenn C, der Kapitalist, dem Arbeiter 1 /. Salair gibt und ihm nachher
Ware zum Wert von 10 sh. für I !. verkauft, so hätte er allerdings einen Pro-
fit von 10 sh. gemacht, weil er die Ware dem Arbeiter 10 sh. zu teuer ver-
kauft hätte. Aber vom Standpunkt des Herrn Dlestutt] wäre selbst so nicht
einzusehn, wie daraus ein Profit für den C herrühren soll. (Der Profit rührt

? den ganzen Lohn -° den Lohn „zurückzieht“ -® „unbekannt“ - * „Zurückziehen des
ganzen Lohns“ - ® obwohl er die Gesamtsumme von einem Pfund Sterling zurückgezogen hat


daher, daß er ihm geringren Arbeitslohn zahlt, in der Tat dem Arbeiter einen
geringren aliquoten Teil des Produkts im Austausch für seine Arbeit gab,
als er ihm nominell gibt.) Gäbe er dem Arbeiter 10 sh. und verkaufte seine
Ware für 10 sh., so wäre er ebenso reich, als wenn er ihm 1 /. gibt und seine
Ware von 10 sh. zu I I. verkauft. Zudem räsoniert D[estutt] unter der Vor-
aussetzung des notwendigen Arbeitslohns. Im besten Sinne käme hier nur
eine Prellerei im Arbeitslohn heraus, woraus sich der Profit erklärte.

Dieser case 2 zeigt also, daß D[estutt] absolut vergessen hat, was ein pro-
duktiver Arbeiter ist, und nicht die geringste Ahnung von der Quelle des
Profits hat. Höchstens könnte gesagt werden, daß der Kapitalist einen Profit
macht durch die Verteurung der Produkte über ihren Wert, soweit er sie
nicht seinen eigenen salaries, sondern den salaries des capitalistes oisifs ver-
kauft. Da aber die Konsumtion der travailleurs improductifs in der Tat nur
ein Teil der Konsumtion der capitalistes oisifs ist, so kommen wir jetzt zu
casus 3.

3. Drittens verkauft der capitaliste industriel seine Produkte zu „teuer“,
über ihrem Wert, an die

„müßigen Kapitalisten, welche sie bezahlen mit dem Teil ihrer Revenue, den sie nicht
schon abgegeben haben an die von ihnen direkt beschäftigten L.ohnarbeiter; so daß die
ganze Rente, welche sie ihnen jährlich zahlen, ihnen“ (les capitalistes industriels) „auf
dem einen oder andern dieser Wege wieder zurückfließt.“ [I.c. p. 239].

Hier wieder die kindische Anschauung von dem Revenir de la rente! etc.,
wie vorher von dem Retirer de la totalit€ des salaires?. Z.B. C zahlt
1001. als Grund- und Geldrente an O (den capitaliste oisif). Die 100 I. sind
Zahlungsmittel für C, Sie sind Kaufmittel für ©, der mit ihnen für 1007,
Ware dem Lager des C entzieht. Damit kehren die 100 !. an C zurück als
verwandelte Form seiner Ware. Äber er hat 100 !. in Waren weniger wie
vorher. Statt sie dem O direkt zu geben, hat er ihm 100 !. Geld gegeben,
womit der 1001. von seinen Waren kauft. Er kauft diese 100 /. Waren
aber mit dem Geld des C, nicht mit eignem Fonds. Und damit, bildet
sich T[racy] ein, revient a C la rente qu’ila desservi a ©. Quelle imbecilite!?
Erster Blödsinn.

Zweitens hat Dfestutt] uns selbst gesagt, daß Grundrente und Geld-
rente nur prel&vements* auf den Profit des industriellen Kapitals sind, also
bloß an den oisif abgegebne Quoten des Profits. Gesetzt nun, C zöge durch

1 Zurückströmen der Rente -? Zurückziehen des ganzen Lohns - 3 fließe die Rente dem
C wieder zurück, die er O gezahlt hat. Welche Torheit! -? Abzüge


irgendein Kunststück diese ganze Quote |]404] wieder an sich, wenn auch
ni par ]’un ni par l’autre des cötes, as described by T[racy]!, in andren
Worten der Kapitalist C bezahlt gar keine Rente, weder an Landlord noch
monied capitalist, er behielte seinen ganzen Profit, so handelte es sich ja
grade darum, zu erklären, woher er ihn abgeleitet, wie er ihn gemacht hat,
wie er entstanden ist? Wie dies nicht dadurch erklärt wird, daß er ihn hat
oder behält, ohne an landlord und monied capitalist eine Quote davon ab-
zugeben, so kann es ebensowenig dadurch erklärt werden, daß er <teil-
weise oder ganz die Quote des Profits, die er an den oisif unter einem oder
dem andren Titel abgegeben hat, ganz oder zum Teil, d’une manitre oder
de l’autre? aus der Hand des letztern in seine eigne wieder zurückbugsiert.
Zweiter Blödsinn!

Abgesehn von diesen Abgeschmacktheiten. C hat an O (den oisif) Rente
zum Betrag von 100 /, zu zahlen für den Grund und Boden oder das Kapi-
tal, das er von ihm gemietet hat (lou£). Er zahlt die 100 /. aus seinem Pro-
fit (woher der entsteht, wissen wir noch nicht). Nun verkauft er dem O
seine Produkte, sei es, daß O sie direkt oder durch seine retainers? (die
salaries improductifs) ißt, und er verkauft sie ihm zu teuer, z.B. 25 p.c.
über ihrem Wert. Er verkauft ihm Produkte, die 80 /. wert sind, zu 100 /,
Hier macht C unbedingt einen Profit von 20 I. Er hat dem O eine Anwei-
sung auf 100 /. Waren gegeben. Sobald dieser die Anweisung realisiert,
liefert er ihm nur für 80 !. Waren aus, indem er den Nominalpreis seiner
Waren 25p.c. über ihren Wert* erhöht. Würde O sich nun begnügen, für
80 /. Waren zu verzehren und 100 !. für sie zu zahlen, so könnten die Pro-
fite des C nie über 25 p. c. steigen. Die Preise, die Beschwindlung, würden
sich jedes Jahr wiederholen. Aber O will für 100 !. essen. Ist er Grund-
besitzer, que faire?® Er hypothekiert dem C für 25 I., wofür dieser ihm
Ware von 20 L. liefert; denn er verkauft die Ware 25 p.c. (Y/,) über ihrem
Wert. Ist er Geldverleiher, so überläßt er dem C 25 I. von seinem Kapital,
wofür dieser ihm für 20 I. Waren liefert.

Gesetzt, das Kapital (oder der Bodenwert) war zu 5p.c. ausgeliehn.
So betrug es 2000 I. Es beträgt jetzt nur noch 1975 !. Seine Rente nun
98%/, 1. Und so würde es weitergehn, indem Ö stets für 100 I. wirklichen
Warenwert verzehrt, seine Rente aber beständig abnimmt, weil er, um für
100 I. Ware zu haben, stets einen stets größeren Teil seines Kapitals selbst
aufessen muß. So würde nach und nach C das ganze Kapital des O in seine

1 weder auf dem einen noch auf dem andern Wege, wie es von Tracy dargestellt wird -
2 auf die eine oder andere Weise - 3 Dienstleute - * in der Handschrift: Nominalpreis —
5
was tun?


Hand bekommen und die Rente desselben mit dem Kapital, d.h., [daß
er] diesen Teil des Profits, den er vom geborgten Kapital macht, sich selbst
aneignen würde mit dem Kapital selbst. Dieser Prozeß schwebt offenbar
dem Herrn Dlestutt] vor, denn er fährt fort:

„Aber, wird man sagen, wenn es sich so verhält und wenn die industriellen Unter-
nehmer tatsächlich jedes Jahr mehr ernten, als sie gesät haben, so müßten sie in sehr kur-
zer Zeit das ganze gesellschaftliche Vermögen an sich gezogen haben, und im Staat wür-
den bald nur noch besitzlose Lohnarbeiter und kapitalistische Unternehmer übrig-
bleiben. Das ist richtig, und die Dinge ständen tatsächlich so, würden sich nicht die
Unternehmer oder ihre Erben in dem Maße, in dein sie sich bereichern, zur Ruhe set-
zen und so immer wieder die Klasse der müßigen Kapitalisten auffüllen; und dennoch,
ungeachtet dieser häufigen Wanderung, findet man, wenn die Produktion in einem
Lande ohne allzu große Störungen einige Zeit tätig gewesen ist, daß ihre Kapitalien
sich immer vermehrt haben, nicht nur im Verhältnis zum Anwachsen des Gesamt-
reichtums, sondern in noch viel größerem Verhältnis ... Man könnte hinzufügen, daß
diese Wirkung ohne die ungeheuren Auflagen, womit alle Regierungen jedes Jahr die
industrielle Klasse in Form von Steuern belasten, noch fühlbarer wäre.“ (p. 240, 241.)

Und Herr Dfestutt] hat ganz recht to a certain point", obgleich gar nicht
für das, was er erklären will. Zur Zeit des untergehenden Mittelalters und
der aufgehenden kapitalistischen Produktion ist die rasche Bereicherung
der industriellen Kapitalisten zum Teil zu erklären aus der direkten Prel-
lerei der landlords. Als der Geldwert sank, infolge der Entdeckungen in
Amerika, zahlten ihnen die Pächter nominell, nicht reell, die alte Rente,
während die manufacturers ihnen die Waren über ihrem Wert verkauften,
nicht nur zu dem gestiegnen Geldwert. Ebenso in allen Ländern, wie den
asiatischen z.B., wo die Hauptrevenue des Landes in der Form der Grund-
rente in der Hand der landlords, Fürsten etc., verkaufen ihnen die wenig
zahlreichen und daher nicht durch die Konkurrenz bedingten manu-
facturers ihre Waren zu Monopolpreisen und eignen sich so einen Teil ihrer
Revenue an; bereichern sich |405] nicht nur dadurch, daß sie ihnen „un-
bezahlte“ Arbeit verkaufen, sondern die Waren über der Quantität Arbeit
verkaufen, die in ihnen steckt. Nur hat Herr Dfestutt] wieder unrecht,
wenn er glaubt, die Geldverleiher lassen sich ebenso prellen. Sie share?
vielmehr in den hohen Zinsen, die sie ziehn, an jenen hohen Profiten, an
jener Prellerei, direkt und indirekt. Daß dem Herrn Dlestutt] dies Phäno-
men vorschwebte, zeigt folgender Satz:

„Man braucht nur zu sehen, wie sie“ (les capitalistes industrieux) „vor drei oder
vier Jahrhunderten in ganz Europa schwach waren im Verhältnis zu den ungeheuren

1 bis zu einem gewissen Punkt - ? nehmen teil


Reichtümern aller mächtigen Personen und wie sehr sie bis heute sich vermehrt haben
und gewachsen sind, indes die anderen sich vermindert haben.“ (l. c. p. 241.)

Was Herr Dfestutt] uns erklären wollte, waren die Profite und die hohen
Profite des industriellen Kapitals. Er hat es doppelt erklärt. Erstens, indem
das Geld, das diese Kapitalisten in der Form von Salairen und Renten zahlen,
ihnen wieder zurückströmt, indem diese Salaire und Renten Produkte von
ihnen kaufen. Damit ist in der Tat nur erklärt, warum sie Salaire und Ren-
ten nicht doppelt zahlen, erst in der Form von Geld, und zweitens in der
Form von Ware zu demselben Geldbetrag. Die zweite Erklärung ist, daß
sie ihre Waren über ihrem Preis verkaufen, zw teuer verkaufen, erstens an
sich selbst, also sich selbst prellen; zweitens an die Arbeiter, also wieder sich
selbst prellen, da Herr Destutt uns gesagt, daß die consommation des
salaries!

„als die Konsumtion derjenigen betrachtet werden muß, die sie dingen“ (p. 235);

endlich drittens an die Rentner und diese prellen, und dies würde in der Tat
erklären, warum die industriellen Kapitalisten einen stets größren Teil
ihres Profits für sich selbst behalten, statt ihn abzugeben an die oisifs. Es
würde zeigen, warum die Verteilung des Gesamtprofits zwischen den indu-
striellen und nichtindustriellen Kapitalisten immer mehr zum Vorteil der
erstren auf Kosten der letztren vor sich geht. Es würde kein Jota zum Ver-
ständnis beitragen, woher dieser Gesamtprofit rührt. Gesetzt, die industriel-
len Kapitalisten hätten sich ganz desselben bemächtigt, so bleibt die Frage:
Wo kommt er her?

Diestutt] hat also nicht nur nichts beantwortet, sondern nur verraten,
daß er den Reflux des Geldes für einen Reflux der Ware selbst hält. Dieser
Reflux des Geldes heißt nichts, als daß die Kapitalisten salaire und Rente
zuerst in Geld zahlen, statt sie in Ware zu zahlen; daß mit diesem Geld ihre
Waren gekauft werden und sie auf diesem Umweg also in Ware gezahlt
haben. Dies Geld strömt also beständig zu ihnen zurück, aber nur in dem
Umfang, worin Waren zum selben Geldwert definitiv ihnen entzogen wor-
den sind und der Konsumtion der salaries und rentiers anheimgefallen sind.

Herr Df[estutt] (echt französisch, bei Proudhon finden sich ähnliche er-
staunte Exklamationen über sich selbst) ist ganz überrascht über die
„clart€“?, welche diese

„Art, die Konsumtion unsrer Reichtümer zu betrachten ..., über die ganze Bewegung
der Gesellschaft verbreitet. Woher kommt diese Übereinstimmung und diese lichte
Erkenntnis? Daher, daß wir die Wahrheit getroffen haben. Das erinnert an die

1 Konsumtion der Lohnarbeiter - ? „Klarheit“


Wirkung jener Spiegel, in denen sich die Gegenstände klar und in ihren richtigen
Proportionen abzeichnen, wenn man den richtigen Standpunkt einnimmt, und in denen
alles verworren und verzerrt erscheint, wenn man zu nahe oder zu weit entfernt
steht.“ (p. 242, 243.)

Später ganz beiläufig erinnert sich Herr Dfestutt] aus A. Smith des wirk-
lichen Verlaufs der Dinge, den er aber essentiellement* nur der Phrase
nach wiederholt, nicht verstanden hat, da er sonst unmöglich obige Licht-
ströme hätte ausgießen können (dieses membre de l’Institut de France!®}}),

„Woher kommen die Revenuen dieser müßigen Leute? Kommen sie nicht aus der
Rente, die ihnen aus ihrem Profit diejenigen zahlen, die die Kapitale der erstern arbeiten
machen, das heißt diejenigen, die mit den Fonds der erstern eine Arbeit besolden, die
mehr produziert, als sie kostet, in einem Worte, die Industriellen?“

(Aha! Also die rentes (und auch die eignen profits), die die industriellen
Kapitalisten den capitalistes oisifs zahlen für die von diesen geborgten
fonds, kommen daher, daß sie mit diesen fonds Arbeit salarieren, „die mehr
produziert, als sie kostet“, d.h. also, deren Produkt mehr Wert hat, als ihnen
bezahlt wird; oder der Profit kommt also aus dem, was die salarierten Ar-
beiter über ihre Kosten hinaus produzieren, ein Surplusprodukt, was sich
der industrielle Kapitalist aneignet und wovon er nur einen Teil den Grund-
und Geldrentnern abgibt.) Herr Dfestutt] schließt daraus: Nicht zu diesen
produktiven Arbeitern, sondern zu den Kapitalisten, die sie in Bewegung
setzen, muß man zurückgehn.

„Sie sind es, die in Wirklichkeit die von den erstren beschäftigten Lohnarbeiter
ernähren.“ (p. 246.)

Allerdings. Sofern sie direkt die Arbeit exploitieren und die capitalistes
oisifs dies nur through their agency? tun. Und in diesem Sinn richtig, das
industrielle Kapital als source de richesse? zu |]406| betrachten.

„Auf diese“ (die industriellen Kapitalisten) „muß man also immer zurückgehn,
um die Quelle alles Reichtums zu finden.“ (p. 246.)

„Mit der Zeit haben sich Reichtümer in mehr oder weniger großer Menge angesammelt,
weil das Ergebnis früherer Arbeit nicht sofort vollständig konsumiert wurde, als es produ-
ziert worden war. Von den Besitzern dieser Reichtümer begnügen sich die einen damit,
daraus eine Rente zu ziehen und diese zu verzehren. Das sind jene, die wir die Müßigen
genannt haben. Die anderen, Aktiveren lassen ihre eigenen Fonds, und die, die sie ge-
mietet haben, arbeiten. Sie wenden sie an, um Arbeit zu bezahlen, die sie mit Profit
reproduziert.“

{Daher also nicht nur die Reproduktion dieser Fonds, sondern Jauch]

des Surplus, das den Profit bildet.)

1 im wesentlichen - * durch ihre Vermittlung - ® Quelle des Reichtums

P


„Mit diesem Profit bezahlen sie ihren eigenen Konsum und bestreiten den der
anderen. Durch diese Konsumtion selbst“ (ihre eigne und die der oisifs? Hier wieder
der alte Blödsinn) „kehren ihre Fonds etwas vergrößert zurück, und sie beginnen von

neuem. Und das stellt die Zirkulation dar.“ (p. 246, 247.)

Die Untersuchung über den „produktiven Arbeiter“ und das Ergeb-
nis, daß nur der ein produktiver Arbeiter ist, dessen Käufer ein industriel-
ler Kapitalist ist, der Arbeiter, dessen Arbeit Profit für ihren unmittelbaren
Käufer produziert, führte Herrn DJestutt] dahin, daß in der Tat die indu-
striellen Kapitalisten die einzigen produktiven Arbeiter im höhern Sinn sind.

„Jene, die von Profiten leben“ (les capitalistes industrieux), „ernähren alle übrigen
Menschen, vermehren allein das öffentliche Vermögen und schaffen alle unsre Mittel
des Genusses. Das muß so sein, weil die Arbeit die Quelle alles Reichtums ist und weil sie
allein der lebendigen Arbeit eine nützliche Richtung geben, indem sie einen nützlichen

Gebrauch von der akkumulierten Arbeit machen.“ (p. 242.)

Daß sie „une direction utile au travail actuel“* geben, heißt in der Tat
nur, daß sie nützliche Arbeit anwenden, Arbeit, die in Gebrauchswerten
resultiert. Aber daß sie „un usage utile du travail accumul&“? machen -
wenn es nicht wieder dasselbe heißen soll, daß sie akkumulierten Reich-
tum industriell, zur Produktion von Gebrauchswerten vernutzen -, heißt,
daß sie den „usage utile du travail accumule“ machen, mehr travail actuel
mit ihm zu kaufen, als in ihr enthalten ist. In dem eben zitierten Satz faßt
Djlestutt] naiv die Widersprüche zusammen, die das Wesen der kapitalisti-
schen Produktion ausmachen. Weil die Arbeit die Quelle alles Reichtums
ist, ist das Kapital die Quelle alles Reichtums; ist der eigentliche Vermehrer
des Reichtums nicht der, der arbeitet, sondern der einen Profit von der
Arbeit andrer macht. Die Produktivkräfte der Arbeit sind die Produktiv-
kräfte des Kapitals.?

„Unsere Vermögen sind unser einziger Originalreichtum, unsere Arbeit produziert
alle anderen, und jede wohl dirigierte Arbeit ist produktiv.“ (p. 243.)

Daraus folgt nach DJestutt] von selbst, daß die industriellen Kapitalisten

„alle andern ernähren, den öffentlichen Reichtum allein vermehren und alle Mittel des
Genusses schaffen“.

Unsere Vermögen (facultes) sind unser einziger Originalreichtum, dar-
um ist das Arbeitsvermögen kein Reichtum. Die Arbeit produziert alle

* „der lebendigen Arbeit eine nützliche Richtung“ - ? „einen nützlichen Gebrauch von

der akkumulierten Arbeit“ - ® vgl. vorl. Band, S.365ff.


andern Reichtümer, d.h., sie produziert Reichtümer für alle andern außer
sich selbst, und nicht sie selbst ist Reichtum, sondern bloß ihr Produkt.
Jede wohl dirigierte Arbeit ist produktiv; d.h., jede produktive Arbeit, jede
Arbeit, die dem Kapitalisten Profit abwirft, ist wohl dirigiert.

Die folgenden Bemerkungen von Dfestutt], die sich nicht auf die ver-
schiednen Klassen der Konsumenten, sondern auf die verschiedne Natur der
Konsumtionsmittel beziehn, umschreiben sehr gut A.Smiths Ansicht 1. II,
ch.IIl, wo er am Schluß untersucht, welche Art der (unproduktiven)
depense!, d.h. der individuellen Konsumtion, der Konsumtion der Reve-
nue, mehr oder minder vorteilhaft. Er leitet dort diese Untersuchung

(Glarnier], t. Il, p. 345) mit den Worten ein:

„Wenn die Ökonomie die allgemeine Masse der Kapitalien vermehrt und die Ver-
schwendung sie vermindert, so tragen diejenigen, die gerade ihre ganze Revenue veraus-
gaben, ohne ihre Fonds zu vergrößern oder anzugreifen, weder zu ihrer Vermehrung
noch zur Verminderung bei. Es gibt demnach gewisse Methoden des Geldausgebens,
die offenbar mehr als andere zum Anwachsen des allgemeinen Wohlstands beitragen.“

Dfestutt] faßt die Smithsche Ausführung so zusammen:

„Wenn der Konsum sehr verschieden ist, je nach der Art des Konsumenten, so
wechselt er auch mit der Art der konsumierten Dinge. Zwar repräsentieren alle Arbeit,
aber ihr Wert ist in den einen Dingen dauerhafter fixiert als in den anderen. Es kann
ebensoviel Mühe kosten, ein Feuerwerk zu veranstalten, wie einen Diamanten zu fin-
den und zu schleifen, und das eine kann folglich ebensoviel Wert haben wie das andere.
Aber wenn ich beide gekauft, bezahlt und ihrem bestimmungsgemäßen Zweck zu-
geführt habe, wird von dem ersten nach einer halben Stunde nichts übrig sein, während
der andere noch nach einem Jahrhundert für meine Enkel eine Quelle von Reichtum
sein kann ... Ebenso verhält es sich mit dem, |]407] was man“ (c’est-a-dire Sayus?) „die
immateriellen Produkte nennt. Eine Entdeckung ist von ewigem Nutzen. Ein Werk des
Geistes, ein Gemälde sind auch von mehr oder weniger dauerhaftem Nutzen; der eines
Balles dagegen, eines Konzerts, einer Thheatervorstellung ist rasch vorbei und ver-
schwindet sofort. Dasselbe kann man von den persönlichen Dienstleistungen der Ärzte,
Advokaten, Soldaten, Bedienten und allgemein von allen jenen sagen, die man An-
gestellte nennt. Ihre Nützlichkeit besteht in dem Moment, da man sie benötigt... Der
ruinierendste Konsum ist der schnellere, weil er in derselben Zeit mehr Arbeit oder in
kürzerer Zeit dieselbe Menge Arbeit zerstört. Im Vergleich damit ist der langsamere
Konsum eine Art Schatzbildung, weil er in künftigen Zeiten den Genuß eines Teils
der gegenwärtigen Opfer zuläßt ... Jedermann weiß, daß es viel ökonomischer ist, für
denselben Preis einen Anzug zu haben, der drei Jahre hält, als einen ähnlichen, der nur

drei Monate hält.“ (p. 243, 244.)

1 Ausgabe - ? das heißt Say


### [14. Allgemeine Charakteristik der Polemik gegen Smith’
Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit]

Die meisten Schriftsteller, die gegen Smith’ produktive und unproduk-
tive Arbeit angekämpft, betrachten die Konsumtion als notwendigen Stachel
der Produktion, und daher sind ihnen selbst für den materiellen Reichtum die
salaries, die von der Revenue leben, die unproduktiven Arbeiter, deren An-
kauf nicht Reichtum produziert, sondern deren Ankauf selbst neue Kon-
sumtion des Reichtums ist, ebenso produktiv als die produktiven Arbeiter,
indem sie das field of material consumption! erweitern und damit das field
of production?. Dies war also größtenteils Apologie vom bürgerlichen öko-
nomischen Standpunkt, teils für die riches oisifs? und die „travailleurs im-
productifs“, deren Dienste sie konsumieren, teils für „des gouvernements
forts“ *, die große Ausgaben machen, für Vermehrung der Staatsschulden,
für Pfründer in Kirche und Staat, Sinekuristen etc. Denn diese „travail-
leurs improductifs“ — deren Dienste unter den Ausgaben der riches oisifs
figurieren - haben alle das gemein, daß, wenn sie „des produits immateriels*
produzieren, sie „des produits materiels“ konsumieren, also Produkte der pro-
duktiven Arbeiter.

Andre Ökonomen, wie Malthus, lassen die Unterscheidung zwischen
travailleurs productifs und improductifs zu, beweisen aber dem capitaliste
industriel, daß die letztern ihm ebenso notwendig, selbst zur Produktion des
materiellen Reichtums, sind wie die erstern.

Es nützt hier nichts, weder die Phrase, daß Produktion und Konsumtion
identisch oder daß die Konsumtion der Zweck aller Produktion oder daß
Produktion die Voraussetzung aller Konsumtion ist. Was - abgesehn von
der Tendenz - dem ganzen Streit zugrunde liegt, ist vielmehr das:

Die Konsumtion des Arbeiters im Durchschnitt nur gleich seinen Pro-
duktionskosten, nicht gleich seiner Produktion. Das ganze Surplus also
produziert er für andre, und so ist dieser ganze Teil seiner Produktion Pro-
duktion für andre. Der industrielle Kapitalist ferner, der den Arbeiter zu
dieser Überproduktion (d.h. Produktion über seine eignen Lebensbedürf-
nisse hinaus) treibt und alle Mittel anspannt, um sie möglichst zu steigern,
diese relative Überproduktion im Gegensatz zur notwendigen Produktion zu
steigern, eignet sich unmittelbar das Surplusprodukt an. Aber er als perso-
nifiziertes Kapital produziert der Produktion wegen, will die Bereicherung

1 Feld der materiellen Konsumtion - * Feld der Produktion - ® müßigen Reichen -
1 „starke Regierungen“


der Bereicherung wegen. Soweit er bloßer Funktionär des Kapitals, also
Träger der kapitalistischen Produktion ist, ist es ihm um den Tauschwert
zu tun und dessen Vermehrung, nicht um den Gebrauchswert und die Ver-
mehrung seiner Größe. Es ist ihm um die Vermehrung des abstrakten
Reichtums zu tun, steigende Aneignung fremder Arbeit. Er ist ganz von
demselben absoluten Bereicherungstrieb beherrscht wie der Schatzbildner,
nur daß er ihn nicht in der illusorischen Form der Bildung goldner und
silberner Schätze befriedigt, sondern in der Kapitalbildung, die wirkliche
Produktion ist. Ist die Überproduktion des Arbeiters Produktion für andre,
so die Produktion des normalen Kapitalisten, des industriellen Kapitalisten,
wie er sein soll, Produktion um der Produktion willen. Je mehr sein Reich-
tum wächst, fällt er zwar hinter dies Ideal und wird selbst verschwende-
risch, schon zur Schaustellung des Reichtums. Aber es ist stets genießender
Reichtum mit bösem Gewissen, mit dem Hinterhalt der Ökonomie und
der Berechnung. Er bleibt trotz aller Verschwendung, wie der Schatzbild-
ner, essentiellement! geizig.

Wenn Sismondi sagt, daß die Entwicklung der Produktivkräfte der Ar-
beit den Arbeiter zu immer größeren Genüssen befähigt, daß aber diese
Genüsse selbst, wenn sie ihm würden, ihn zur Arbeit (als Lohnarbeiter)
disqualifizieren würden {Sismondi sagt:

„Durch den Fortschritt der Industrie und Wissenschaft kann jeder Arbeiter jeden
Tag viel mehr produzieren, als zu seiner notwendigen Konsumtion erheischt ist. Aber
zu gleicher Zeit, wo seine Arbeit den Reichtum produziert, würde der Reichtum, wäre
er berufen, ihn zu konsumieren, ihn zur Arbeit wenig geeignet machen.“ („Nowo.
Prine.“, t.1, p.85.)},
so ist es nicht minder richtig, daß der industrielle Kapitalist mehr oder
minder zu seiner Funktion unfähig wird, sobald er selbst den genießenden
Reichtum vorstellt, sobald er Akkumulation der Genüsse statt des Genusses
der Akkumulation will.

Er ist also ebenfalls ein Produzent von Überproduktion, Produktion für
andre. Dieser Überproduktion auf der einen Seite muß die Überkonsumtion
auf der andern, der Produktion um der Produktion wegen, die Konsumtion
um der Konsumtion wegen gegenübertreten. Was der industrielle Kapita-
list an Grundrentner, Staat, Staatsgläubiger, Kirche usw., die bloß Revenue
verzehren, abgeben muß, |]408]| vermindert absolut seinen Reichtum, erhält
aber seinen Bereicherungstrieb flüssig und erhält so seine kapitalistische
Seele. Würden die Grundrentner, Geldrentner etc. ihre Revenue ebenfalls

1 im wesentlichen


in produktiver statt in unproduktiver Arbeit verzehren, so wäre der Zweck
ganz verfehlt. Sie würden selbst industrielle Kapitalisten, statt die Funk-
tion der Konsumtion als solche darzustellen. Wir werden über diesen Punkt
später eine höchst komische Polemik zwischen einem Ricardian und einem
Malthusianer besichtigen.

Weil Produktion und Konsumtion unzertrennlich an sich sind, daraus
folgt, daß, da sie faktisch im System der kapitalistischen Produktion getrennt
sind, ihre Einheit sich durch ihren Gegensatz herstellt, daß, wenn A für B
produzieren, B für A konsumieren muß. Wie man bei jedem einzelnen Kapi-
talisten findet, daß er pour sa part! Verschwendung auf seiten derer will,
die einmal copartners? seiner Revenue sind, so beruht das ganze ältre Mer-
kantilsystem auf der Idee, daß eine Nation für sich selbst frugal sein, aber
den Luxus für fremde genießende Nationen produzieren muß. Es ist hier
immer die Idee: Produktion für die Produktion auf der einen Seite, daher
Konsumtion fremder Produktion auf der andren. Diese Idee des Merkantil-
systems u.a.ausgedrückt in Dr. Paley, „Moral.Philosophy“, vol. II,ch. XI:

„Ein genügsames und arbeitsames Volk verwendet seine Tätigkeit dazu, die Nach-
frage einer reichen, dem Luxus ergebenen Nation zu befriedigen.“

„Sie“ (nos politiques?, Garnier etc.), sagt Destutt, „stellen als allgemeines Prinzip
auf, daß die Konsumtion die Ursache der Produktion ist, daß es also gut sei, wenn sie
stark ist. Sie behaupten, daß gerade dies einen großen Unterschied zwischen der ge-
sellschaftlichen und der privaten Ökonomie bewirke.“ (l.c. p. 249, 250.)

Gute Phrase noch:

„Die armen Nationen sind die, wo das Volk gut dran ist, und die reichen Nationen
sind die, wo es gewöhnlich arm ist.“ (l.c. p.231.)

[/5. Henri Storch. Unhistorische Betrachtung der Beziehungen
zwischen materieller und geistiger Produktion. Seine Auffassung von der
„immateriellen Arbeit‘ der herrschenden Klassen]

Henri Storch, „Cours d’Econ. politique etc.“, &d. von J.-B.Say, Paris 1823
(Vorlesungen, gehalten dem Großfürsten Nikolaus, geschlossen 1815), 1. III.
Storch ist, seit Garnier, in der Tat der erste der Polemiker gegen
A.Smiths Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit, der
sich auf einen neuen Boden stellt.

1 für seinen Teil - * Teilhaber - $ unsere Politiker


Von den materiellen Gütern, den Bestandteilen der materiellen Produk-
tion, unterscheidet er die „biens internes ou les &l&mens de la civilisation“!,
mit den Gesetzen, von deren Produktion sich die „theorie de la civilisa-
tion“? zu befassen hat. (l. c., t.11l, p. 217.)

(„Es ist klar, daß der Mensch niemals dahin kommt, Reichtümer zu produzieren,
solange er nicht innere Güter besitzt, das heißt, solange er nicht seine physischen,
intellektuellen und moralischen Fähigkeiten entwickelt hat, was die Mittel zu ihrer
Entwicklung voraussetzt, wie die gesellschaftlichen Einrichtungen usw. Je zivilisierter
also ein Volk ist, desto mehr kann sein nationaler Reichtum wachsen.“ (l. c.,t. I, p. 136.)

Ebenso verhält es sich umgekehrt.)

Gegen Smith:

„Smith ... schließt von den produktiven Arbeiten alle jene aus, die nicht direkt zur
Produktion von Reichtümern beitragen; auch hat er nur den nationalen Reichtum im
Auge.“ Sein Fehler ist der, „nicht die immateriellen Werte von den Reichtümern unter-
schieden zu haben.“ (t. III, p. 218.)

Damit ist die Sache eigentlich am Ende. Die Unterscheidung der tra-
vaux productifs von den travaux improductifs? ist von entscheidender Wich-
tigkeit für das, was Smith betrachtet: die Produktion des materiellen Reich-
tums, und zwar eine bestimmte Form dieser Produktion, die kapitalistische
Produktionsweise. Bei der geistigen Produktion erscheint andre Art von
Arbeit produktiv. Aber Smith betrachtet sie nicht. Endlich die Wechselwir-
kung und der innre Zusammenhang beider Produktionen fällt ebensowenig
in seinen Betrachtungskreis, kann übrigens nur [dann] zu mehr als Redens-
arten führen, wenn die materielle Produktion sub sua propria specie* be-
trachtet ist. Soweit er von nicht direkten travailleurs productifs spricht,
geschieht es nur, sofern sie direkt an der Konsumtion des materiellen Reich-
tums teilnehmen, nicht aber an seiner Produktion.

Bei Storch selbst bleibt die Theorie de la civilisation, obgleich einige
geistreiche apergus? unterlaufen - z.B., daß die materielle Teilung der Ar-
beit die Voraussetzung der Teilung der geistigen Arbeit -, bei trivialen
Redensarten. Wie sehr dies der Fall sein mußte, wie wenig er sich auch nur
die Aufgabe formuliert hatte, von ihrer Lösung gar nicht zu sprechen, geht
aus einem einzigen Umstand hervor. Um den Zusammenhang zwischen der
geistigen | Produktion und der materiellen zu betrachten, vor allem

1 „inneren Güter oder die Elemente der Zivilisation“ - * „Theorie der Zivilisation“ -
3 produktiven Arbeiten von den unproduktiven Arbeiten - * unter ihrer eigenen Form -
5 Bemerkungen - ® in der Handschrift findet sich die Textstelle innerhalb der Gedanken-
striche am unteren Rand, und ist von Marx zur Einfügung an diese Stelle bezeichnet


nötig, die letztre selbst nicht als allgemeine Kategorie, sondern in bestimmter
historischer Form zu fassen. Also z.B. der kapitalistischen Produktionsweise
entspricht eine andre Art der geistigen Produktion als der mittelaltrigen
Produktionsweise. Wird die materielle Produktion selbst nicht in ihrer
spezifischen historischen Form gefaßt, so ist es unmöglich, das Bestimmte
an der ihr entsprechenden geistigen Produktion und die Wechselwirkung
beider aufzufassen. Es bleibt sonst bei Fadaisent. Dies wegen der Phrase von
„Zivilisation“.

Ferner: Aus der bestimmten Form der materiellen Produktion ergibt
sich eine bestimmte Gliederung der Gesellschaft - Nr. I, zweitens ein be-
stimmtes Verhältnis der Menschen zur Natur. Ihr Staatswesen und ihre
geistige Anschauung ist durch beides bestimmt. Also auch die Art ihrer
geistigen Produktion.

Endlich versteht Storch unter geistiger Produktion zugleich die Berufs-
tätigkeiten aller Arten der herrschenden Klasse, die soziale Funktionen als
ein Geschäft treiben. Die Existenz dieser Stände, wie die Funktion der-
selben, nur aus der bestimmten historischen Gliederung ihrer Produktions-
verhältnisse zu verstehn.

Indem Storch die materielle Produktion selbst nicht historisch faßt - sie
als Produktion von materiellen Gütern überhaupt faßt, nicht als eine be-
stimmte historisch entwickelte und spezifische Form dieser Produktion -,
zieht er sich selbst den Boden unter den Füßen weg, auf dem allein teils die
ideologischen Bestandteile der herrschenden Klasse, teils die freie geistige
Produktion dieser gegebnen Gesellschaftsformation begriffen werden kann.
Er kann nicht über allgemeine schlechte Redensarten hinauskommen, Das
Verhältnis ist daher auch nicht so einfach, wie er von vornherein denkt. Z.B.,
kapitalistische Produktion ist gewissen geistigen Produktionszweigen,
z.B. der Kunst und Poesie, feindlich. Man kömmt sonst auf die Einbildung
der Franzosen im 18. Jahrhundert, die Lessing so schön persifliert hat. !P*
Weil wir in der Mechanik etc. weiter sind als die Alten, warum sollten wir
nicht auch ein Epos machen können? Und die Henriadel®! für die liade!

Richtig dagegen hebt Storch hervor - und mit spezieller Polemik gegen
Garnier, der eigentlich der Vater dieser Polemik gegen Smith -, daß Smiths
"Gegner die Sache am falschen Ende auffassen.

„Was machen Smiths Kritiker? Weit entfernt, diese Unterscheidung“ (zwischen
valeurs immaterielles? und richesses?) „zu etablieren, vollenden sie die Konfusion dieser
beiden Arten von Werten, die so evident verschieden sind.“

1 Gemeinplätzen - ? immateriellen Werten - ? Reichtümern


(Sie behaupten, die Produktion geistiger Produkte oder die Produktion
von Diensten sei materielle Produktion.)

„Indem sie die immaterielle Arbeit für produktiv halten, nehmen sie an, sie produ-
ziere Reichtümer“ (d.h. direkt), „das heißt materielle und austauschbare Werte, während
sie doch nur immaterielle und unmittelbare Werte produziert; sie gehen von der Vor-
aussetzung aus, die Produkte der immateriellen Arbeit seien denselben Gesetzen unter-
worfen wie die der materiellen Arbeit, während sich doch die ersten nach anderen
Prinzipien regeln als die zweiten.“ (t. III, p. 218.)

Folgende Sätze des Storch zu bemerken als von den Spätren abge-
schrieben:

„Daraus, daß die inneren Güter zum Teil das Produkt von Dienstleistungen sind,
hat man geschlossen, daß sie nicht mehr Dauer hätten als die Dienstleistungen selbst
und daß sie notwendigerweise in dem Maße konsumiert werden, wie sie produziert
werden.“ (t. III,p. 234.) „Die ursprünglichen [inneren] Güter, weit entfernt, durch den
Gebrauch zerstört zu werden, verbreiten und vermehren sich durch ihre Ausübung,
so daß die Konsumtion selbstihren Wert vermehrt.“ (l. c.p. 236.) „Die inneren Güter sind
fähig, akkumuliert zu werden wie die Reichtümer und Kapitalien zu bilden, die man
zur Reproduktion anwenden kann etc.“ (l.c. p. 236.) „Die materielle Arbeit muß ge-
teilt und ihre Produkte müssen akkumuliert sein, ehe man daran denken kann, die
immaterielle Arbeit zu teilen.“ (p. 241.)

Dies sind nun nichts als allgemeine oberflächliche Analogien und Be-
ziehungen zwischen geistigem und materiellem Reichtum. Ebenso z.B., daß
unentwickelte Nationen ihre geistigen Kapitalien im Ausland pumpen, wie
materiell unentwickelte Nationen ihre materiellen Kapitalien (l.c. p. 306),
daß die Teilung der immateriellen Arbeit von der Nachfrage nach ihr, kurz,
vom Markt abhängt, etc. (p. 246.)

Folgendes sind aber die eigentlich abgeschriebenen Sätze:

1410| „Die Produktion der inneren Güter, weit entfernt, den nationalen Reichtum
durch die Konsumtion materieller Produkte zu verringern, deren sie bedarf, ist vielmehr
ein mächtiges Mittel, sie zu vermehren, wie umgekehrt die Produktion der Reichtümer
ein ebenso mächtiges Mittel ist, die Zivilisation zu vermehren.“ (l. c. p. 517.) „Es ist das
Gleichgewicht der beiden Arten der Produktion, was die nationale Wohlfahrt vorwärts-
bringt.“ (l.c. p. 521.)

Nach Storch produziert der Arzt Gesundheit (aber auch die Krankheit),
Professoren und Schriftsteller les lumietres! (aber auch den Obskurantis-
mus), Poeten, Maler etc. den goüt? (aber auch die Geschmacklosigkeit), die
Moralisten etc. die maurs®, Prediger den Kultus, die Arbeit der Souverains

1 die Aufklärung - ? Geschmack - * Sitten

die Sicherheit, etc. (p.347-350.) Ebensogut kann gesagt werden, daß die
Krankheit Ärzte, die Dummheit Professoren und Schriftsteller, die Ge-
schmacklosigkeit Poeten und Maler, die Sittenlosigkeit Moralisten, der
Aberglauben Prediger und die allgemeine Unsicherheit Souveraine produ-
ziert. Diese Manier, in der Tat zu sagen, daß alle diese Tätigkeiten, diese
services, einen wirklichen oder eingebildeten Gebrauchswert produzieren,
ist von den Spätren wiederholt, um zu beweisen, daß sie travailleurs produc-
tifs im Smithschen Sinn sind, d.h. direkt nicht die Produkte sui generis!,
sondern die Produkte der materiellen Arbeit produzieren und daher direkt
Reichtum. Bei Storch dieser Blödsinn noch nicht, der übrigens sich in
zweierlei auflöst:

1. daß die verschiednen Funktionen in der bürgerlichen Gesellschaft
sich wechselseitig voraussetzen;

2. daß die Gegensätze in der materiellen Produktion eine Superstruktur
ideologischer Stände nötig machen, deren Wirksamkeit - sei sie gut oder
schlecht - gut, weil nötig ist;

3, daß alle Funktionen im Dienst des Kapitalisten sind, zu seinem
„Guten“ auslaufen;

4. daß selbst die höchsten geistigen Produktionen nur anerkannt und vor
dem Bourgeois entschuldigt werden sollen, daß sie als direkte Produzenten
von materiellem Reichtum dargestellt und fälschlich nachgewiesen werden.

### [/6. Nassau Senior. Verherrlichurg aller der Bourgeoisie
nützlichen Tätigkeiten als produktiv. Liebedienerei vor der Bourgeoisie
und, dem bürgerlichen Staat]

W. Nassau Senior, „Principes fondamentaux de l’econ. polit.“, traduits par

Jean Arrivabene, Paris 1836. Nassau Senior setzt sich aufs hohe Pferd.

„Nach Smith war der Gesetzgeber der Hebräer ein unproduktiver Arbeiter.“ (l.c.
p.198.)

War es Moses von Ägypten oder Moses Mendelssohn? Moses würde
sich schön bei Herrn Senior bedankt haben, ein Smithscher „travailleur
productif“ zu sein. Diese Menschen sind so unter ihre fixen Bourgeoisideen
unterjocht, daß sie glauben würden, den Aristoteles oder den Julius Cäsar
zu beleidigen, wenn sie dieselben „travailleurs improductifs“ nennten. Diese

1 eigener Art

würden schon den Titel „travailleurs“ als eine Beleidigung betrachtet
haben.

„Der Arzt, der durch eine Verordnung ein krankes Kind heilt und ihm so das
Leben für viele Jahre erhält, produziert er nicht ein dauerhaftes Resultat?“ (l. c.)

Fadaise! Wenn das Kind stirbt, ist das Resultat nicht minder durable!.
Und wenn das Kind ganz beim alten bleibt, muß sein service nicht minder
bezahlt werden. Nach Nassau müßten die Ärzte nur bezahlt werden, sofern
sie kurieren, und die Advokaten, soweit sie Prozesse gewinnen, und die Sol-
daten, soweit sie siegen.

Jetzt aber wird er wahrhaft erhaben:

„Haben die Holländer, als sie sich der Tyrannei der Spanier widersetzten, oder
die Engländer, als sie sich gegen eine Tyrannei empörten, die noch viel schrecklicher
zu werden drohte, zeitweilige Resultate produziert?“ (l. c. p. 198.)

Belletristische Scheiße! Holländer und Engländer revoltierten auf ihre
eignen Kosten. Niemand zahlte sie dafür, daß sie „in Revolution“ arbeiten.
Bei travailleurs productifs oder improductifs handelt es sich aber immer
um Käufer und Verkäufer von Arbeit. Welcher Blödsinn also!

Diese fade Belletristerei der Burschen, sobald sie gegen Smith polemi-
sieren, zeigt nur, daß sie den „gebildeten Kapitalisten“ vertreten, während
Smith den offenherzig brutalen bourgeois parvenu? auslegte. Der gebildete
Bourgeois und sein Wortführer sind beide so stupid, daß sie die Wirkung
jeder Tätigkeit nach ihrer ||411] Wirkung auf den Beutel abmessen. Andrer-
seits sind sie so gebildet, daß sie auch die Funktionen und Tätigkeiten, die
nichts mit der Produktion des Reichtums zu tun haben, anerkennen, und
zwar anerkennen, indem auch diese ihren Reichtum „indirekt“ vermehren
etc., kurz, eine für den Reichtum „nützliche“ Funktion ausüben.

Der Mensch selbst ist die Basis seiner materiellen Produktion, wie jeder
andren, die er verrichtet. Alle Umstände also, die den Menschen affizieren,
das Subjekt der Produktion, modifizieren plus ou moins? alle seine Funk-
tionen und Tätigkeiten, also auch seine Funktionen und Tätigkeiten als
Schöpfer des materiellen Reichtums, der Waren. In dieser Hinsicht kann
in der Tat nachgewiesen werden, daß alle menschlichen Verhältnisse und
Funktionen, wie und worin sie sich immer darstellen, die materielle Produk-
tion beeinflussen und mehr oder minder bestimmend auf sie eingreifen.

„Es gibt Länder, wo es ganz unmöglich ist, das Land zu bebauen, ohne von Sol-
daten beschützt zu werden. Nun gut! Nach der Klassifikation von Smith ist die Ernte
nicht das Produkt der gemeinsamen Arbeit des Mannes, der hinter dem Pfluge geht,

1 dauerhaft - ? Bourgeois-Emporkömmling - ® mehr oder weniger

und des Mannes, der mit der Waffe in der Hand nebenherschreitet; nach ihm ist nur
der Landmann ein produktiver Arbeiter, und die Tätigkeit des Soldaten ist unproduk-
iv.“ (l.c. p. 202.)

Erstens ist das falsch. Smith würde sagen, daß der soin du soldat est
productif de defenset, aber nicht du grain de ble?. Stellte sich die Ordnung
im Lande her, so würde der labourer nach wie vor das ble produzieren, ohne
gezwungen zu sein, das Leben, weil den Unterhalt der soldiers into the bar-
gain?, zu produzieren. Der soldier gehört zu den faux frais de production“,
wie ein großer Teil der unproduktiven Arbeiter, die nichts selbst produzie-
ren, weder geistig noch materiell, sondern nur nützlich, nötig sind wegen
der mangelhaften sozialen Verhältnisse - social evils? ihr Dasein verdanken.

Aber Nassau könnte sagen, erfinde eine Maschine, wodurch von 20
labourers 19 überflüssig werden, so sind diese 19 auch faux frais de produc-
tion. Aber der Soldat kann wegfallen, obgleich die materiellen Produktions-
bedingungen, die Bedingungen der Kultur als solche, dieselben bleiben. Die
19 Arbeiter können nur wegfallen, wenn die Arbeit des übrigbleibenden
1 labourer 20mal produktiver wird, also nur durch eine Revolution in den
gegebnen materiellen Produktionsbedingungen. Übrigens bemerkt schon
Buchanan:

„Wenn zum Beispiel der Soldat ein produktiver Arbeiter genannt werden soll, weil
seine Arbeit die Produktion unterstützt, könnte der produktive Arbeiter mit demselben
Recht auf militärische Ehren Anspruch erheben, da es gewiß ist, daß ohne seinen Bei-
stand keine Armee je ins Feld rücken könnte, um Schlachten zu schlagen oder Siege
zu erringen.“ (D. Buchanan, „Observations on the Subjects treated of in Dr. Smith’s
Inquiry“ etc., Edinb. 1814, p. 132.)

„Der Reichtum einer Nation hängt nicht von der zahlenmäßigen Proportion zwi-
schen jenen ab, die Dienstleistungen, und jenen, die Werte produzieren, sondern von
derjenigen Proportion zwischen ihnen, die die geeignetere ist, die Arbeit jedes von beiden
möglichst wirksam zu machen.“ (Senior, 1. c. p. 204.)

Dies hat Smith nie geleugnet, da er die „notwendigen“ travailleurs im-
productifs, wie Staatsbeamte, lawyers®, Pfaffen etc. auf das Maß reduzieren
will, worin ihre Dienste unvermeidlich. Und dies ist jedenfalls die „Propor-
tion“, worin sie machen le plus efficace le travail des travailleurs productifs’.
Was aber die andren „travailleurs improductifs“ angeht, deren Arbeiten
jeder nur freiwillig kauft, um ihre services zu genießen, also als einen in sei-
nem Belieben stehenden Konsumtionsartikel, so ist ä distinguer®. Ist die

1 die Tätigkeit des Soldaten Nerteicigung produziert - * Korn -? Soldaten obendrein -
* Nebenkosten der Peedühtinn: -5 sozialen Übeln - ® Juristen -? die Arbeit der produktiven
Arbeiter möglichst wirksam - ® zu unterscheiden

Anzahl dieser von Revenue lebenden Arbeiter groß im Verhältnis zu den
„produktiven“, so entweder, weil der Reichtum überhaupt klein oder ein-
seitig ist, z.B. mittelaltrige Barone mit ihren retainers!. Statt Manufaktur-
waren zu irgendwelchem großen Belang zu verzehren, aßen sie mit den
Retainers ihre Agrikulturprodukte auf. Sobald sie statt dessen Manufaktur-
[waren] verzehrten, mußten die retainers sich ans Arbeiten setzen. Die Zahl
der von der Revenue Lebenden war nur groß, weil ein großer Teil des jähr-
lichen Produkts nicht reproduktiv konsumiert wurde. Bei alledem war die
Gesamtbevölkerung klein. Oder die Zahl der von der Revenue Lebenden
groß, weil die Produktivität der travailleurs productifs groß ist, also ihr sur-
plus produce which the retainers feed upon?, In diesem Falle die Arbeit der
travailleurs productifs nicht produktiv, weil so viele retainers, sondern um-
gekehrt so viele retainers, weil die Arbeit der erstren so produktiv.

Zwei Länder nun genommen von gleicher Bevölkrung und gleicher
Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit, wäre es immer richtig, zu
sagen mit A.Smith, daß der Reichtum der beiden Länder zu messen nach
dem Verhältnis zwischen produktiven und unproduktiven Arbeitern. Denn
das heißt nichts, als daß in dem Lande, wo die verhältnismäßig größere
Zahl von produktiven Arbeitern, ein verhältnismäßig größres Quantum der
jährlichen Revenue reproduktiv konsumiert, also eine größere Masse von
values? jährlich produziert wird. Also umschreibt Herr Senior nur den Satz
1412| Adams, statt ihm a novelty? gegenüberzustellen. Ferner macht er hier
selbst den Unterschied zwischen den producteurs von services? und den
producteurs von valeurs®, und so geht es ihm wie den meisten dieser Pole-
miker gegen die Smithsche Unterscheidung, daß sie Seele annehmen und
selbst brauchen, während sie sie verwerfen.

Charakteristisch, daß alle &conomistes „improductifs“”, die nichts in
ihrem eignen Fach leisten, gegen die Unterscheidung des travail productif
et travail improductif. Aber dem Bourgeois gegenüber drückt es einerseits
den Servilismus aus, alle Funktionen als im Dienst der Produktion des
Reichtums für ihn darzustellen; dann andrerseits, daß die bürgerliche Welt
die beste aller Welten, alles in ihr nützlich ist, und der Bourgeois selbst so
gebildet ist, dies einzusehn.

Den Arbeitern gegenüber, daß die große Masse [Produkte], die die Un-
produktiven essen, ganz in der Ordnung, da sie ebensoviel zur Produktion
des Reichtums beitragen wie die Arbeiter, wenn auch in their own way".

* Dienstleuten -? Mehrprodukt, das die Dienstleute aufessen -? Werten - ? etwas Neues -
5 Produzenten von Dienstleistungen - ® Produzenten von Werten -° „unproduktiven“ Öko-
nomisten - ® auf ihre eigene Weise

Endlich aber berstet Nassau aus und zeigt, daß er kein Wort von der
wesentlichen Unterscheidung Smiths verstanden hat. Er sagt:

„Es scheint in Wirklichkeit, daß Smith in diesem Fall seine Aufmerksamkeit völlig
auf die Verhältnisse der Großgrundbesitzer richtete, die einzigen, auf die seine Be-
merkungen tiber die unproduktiven Klassen überhaupt angewendet werden können.
Anders kann ich mir seine Voraussetzung nicht erklären, daß das Kapital nur zum
Unterhalt produktiver Arbeiter angewandt werde, während die unproduktiven von der
Revenue leben. Der größte Teil derjenigen, die er im wahrsten Sinne des Wortes un-
produktiv nennt - die Lehrer, diejenigen, die den Staat regieren - werden auf Kosten
des Kapitals erhalten, das heißt von den Mitteln, die im voraus für die Reproduktion aus-
geseben werden.“ (l.c. p. 204, 205.)

Hier steht in fact der Verstand still. Die Entdeckung des Herrn Nassau,
daß Staat und Schulmeister auf Kosten des Kapitals leben und nicht auf
Kosten der Revenue, bedarf keiner weitern Glosse. Will Herr Senior uns
damit sagen, daß sie vom Profit des Kapitals leben, also insofern au moyen
du capital!, so vergißt er nur, daß die Revenue des Kapitals nicht das Kapi-
tal selbst ist und daß diese Revenue, das Resultat der kapitalistischen Pro-
duktion, n’est pas depens& d’avance pour la reproduction, dont elle est au
contraire le r&sultat?. Oder meint er, weil gewisse Steuern in die Produk-
tionskosten bestimmter Waren eingehn? Also in die depenses? bestimmter
Produktionen? So wisse er, daß dies nur eine Form ist, um die Steuer auf
die Revenue zu erheben.

Mit Bezug auf Storch bemerkt Nassau Senior, der Klugscheißer, noch:

„Herr Storch irrt sich ohne jeden Zweifel, wenn er ausdrücklich behauptet, daß
diese Resultate“ (Gesundheit, Geschmack etc.) „wie die anderen Dinge, die Wert
haben, einen Teil der Revenue derjenigen bildeten, die sie besitzen, und daß sie ebenso
austauschbar seien“ (sofern sie nämlich von ihren Produzenten gekauft werden können).
„Wenn dem so wäre, wenn Geschmack, Sittlichkeit, Religion wirklich Dinge wären,
die man kaufen kann, so hätte der Reichtum eine ganz andere Bedeutung, als die
Ökonomisten ... ihm beimessen. Was wir kaufen, ist keineswegs Gesundheit, Wissen
oder Frömmigkeit. Der Arzt, der Priester, der Lehrer ... können nur die Werkzeuge
produzieren, womit diese Ergebnisse schließlich mit größerer oder geringerer Gewiß-
heit und Vollkommenheit erreicht werden ... Wenn in jedem besonderen Falle die
geeignetsten Mittel angewendet wurden, einen Erfolg zu erzielen, hat der Produzent
dieser Mittel ein Recht auf eine Belohnung, selbst wenn er nicht Erfolg gehabt oder
nicht die Resultate hervorgebracht hat, die man erwartete. Der Austausch ist vollzogen,
sobald der Rat oder der Unterricht erteilt und der Lohn dafür empfangen worden ist."
(l. c. p. 288, 289.)

1 auf Kosten des Kapitals - * nicht im voraus für die Reproduktion ausgegeben wird,
deren Resultat sie im Gegenteil ist -® Ausgaben

Schließlich nimmt der große Nassau selbst wieder die Smithsche Unter-
scheidung an. Er unterscheidet nämlich, statt zwischen travail productif et
improductif, zwischen

„der produktiven Konsumtion und der unproduktiven Konsumtion“ (p. 206).

Nun ist der Gegenstand der Konsumtion entweder Ware - davon han-
delt es sich hier nicht — oder direkt Arbeit.

Die Konsumtion wäre produktiv, die solche Arbeit anwendet, die ent-
weder das Arbeitsvermögen selbst reproduziert (was z.B. die Arbeit von
Schulmeister oder Arzt tun mögen) oder die den Wert der Waren, womit
sie gekauft wird, reproduziert. Unproduktiv wäre die Konsumtion solcher
Arbeit, die weder das eine noch das andre bewerkstelligt. Und nun sagt
Smith, die Arbeit, die nur produktiv (1.e. industriell) konsumiert werden
kann, nenne ich produktive Arbeit, und die, die unproduktiv konsumiert
werden kann, deren Konsumtion nicht ihrer Natur nach industrielle Kon-
sumtion ist, nenne ich unproduktive Arbeit. Damit hat Herr Senior also
seinen Witz bewiesen durch nova vocabula rerum!. Im ganzen schreibt

Nassau den Storch ab.

### 17. P. Rossi. Ignorierung der gesellschaftlichen Form
ökonomischer Erscheinungen. Vulgäre Auffassung
des „Arbeit-Ersparens‘‘ durch unproduktive Arbeiter]

1413| P. Rossi, „Cours d’Econ. Polit.“ (annee 1836-1837), edit. Bruxelles
1842.
Hier ist Weisheit!

„Die indirekten Mittel“ (de la production) „umfassen alles, was die Produktion
fördert, alles, was dahin wirkt, ein Hindernis zu beseitigen, die Produktion aktiver,
rascher, leichter zu machen.“ (Er sagt vorhin, p. 268: „Es gibt direkte und indirekte
Mittel der Produktion, Das heißt, es gibt Mittel, die eine Ursache sine qua non? der zu
erzielenden Wirkung sind, Kräfte, welche diese Produktion verrichten. Es gibt andere,
die zur Produktion beitragen, aber sie nicht verrichten. Die ersteren können sogar
allein tätig sein, die zweiten können nur die ersteren bei der Produktion unterstützen.“)
„...die ganze Regierungsarbeit ist ein indirektes Mittel der Produktion ... Derjenige,
der diesen Hut fabriziert hat, muß anerkennen, daß der Gendarm, der durch die Straße
geht, daß der Richter, der zu Gericht sitzt, daß der Kerkermeister, der einen Übeltäter
aufnimmt und gefangenhält, daß die Armee, die die Grenze gegen die Einbrüche des
Feindes verteidigt, zur Produktion beitragen.“ (p. 272.)

1 neue Bezeichnungen der Dinge - ? unerläßliche Ursache

Welcher Genuß für den chapelier, daß tout le monde se met en mouve-
ment afin qu’il produise et vende ce chapeau'! Rossi, indem er diese geöliers?
etc. indirekt, nicht direkt zur materiellen Produktion kontribuieren läßt,
macht in fact dieselbe Distinktion wie Adam. (XII° lecon?.)

In der folgenden, XIII® legon geht Rossi ex professo? gegen Smith ins
Geschirr, in der Tat ziemlich [wie] seine Vorgänger.

Aus drei Gründen, sagt er, kommt die falsche Unterscheidung zwischen
travailleurs productifs und travailleurs improductifs.

l. „Unter den Käufern kaufen die einen Produkte oder Arbeit, um sie selber direkt
zu konsumieren; andere kaufen sie nur, um neue Produkte zu verkaufen, die sie mit
den Produkten und der Arbeit, welche sie erworben haben, hervorbringen.“ [l. c.

p. 275, 276.]

Für die erstren ist die valeur en usage? das Bestimmende, für die zweiten
die valeur en &change®. Indem man sich nun nur um die valeur en &change
kümmert, fällt man in den Smithschen Irrtum.

„Die Arbeit meines Bedienten ist für mich, nehmen wir das für einen Augenblick
an, unproduktiv; ist sie für ihn unproduktiv?“ (l. c. p. 276.)

Da die ganze kapitalistische Produktion darauf beruht, daß die Arbeit
direkt gekauft wird, um im Prozeß der Produktion einen Teil davon ohne
Kauf sich anzueignen, den man aber im Produkt verkauft - da dies der
Existenzgrund, der Begriff des Kapitals ist - ist die Unterscheidung zwi-
schen der Arbeit, die Kapital produziert, und der, die es nicht produziert,
nicht die Basis, um den kapitalistischen Produktionsprozeß zu verstehn?
Daß die Arbeit des Bedienten für ihn produktiv ist, leugnet Smith nicht.
Jeder Dienst ist für seinen Verkäufer produktiv. Falsche Eide schwören ist
für den produktiv, der es für bares Geld tut. Aktenstücke fälschen ist für
den produktiv, der dafür bezahlt wird. Einen morden ist für den produktiv,
dem der Mord bezahlt wird. Das Geschäft des Sykophanten, Denunzianten,
Schmarotzers, Parasiten, Speichelleckers ist produktiv für ihn, wenn er sol-
che „services“ nicht gratis verrichtet. Also sind sie „produktive Arbeiter“,
Produzenten nicht nur von Reichtum, sondern von Kapital. Auch der Spitz-
bub, der sich selbst bezahlt, ganz wie es die Gerichte tun und der Staat,
„wendet eine Kraft an, benutzt sie in einer bestimmten Weise, produziert
ein Resultat, das ein Bedürfnis des Menschen befriedigt“ [p. 275], nämlich
de ’homme voleur”? und vielleicht noch obendrein seiner Frau und Kinder.

3 Hutmacher, daß die ganze Welt sich in Bewegung setzt, damit er diesen Hut produziert
g

und verkauft - ? Kerkermeister - ® Lektion - ? unverhlümt - 5 der Gebrauchswert - ® der
Tauschwert - ? des Diebes

Also produktiver Arbeiter, wenn es bloß darauf ankommt, ein „Resultat“
zu produzieren, das ein „Bedürfnis“ befriedigt, oder, in den obigen Fällen,
wenn es nur darauf ankommt, daß er seine „services“ verkauft, damit sie
„produktiv“ sind.

2. „Ein zweiter Irrtum bestand darin, die direkte und die indirekte Produktion
nicht zu unterscheiden.“

Darum ist der magistrat nicht produktiv bei A.Smith. Aber

„wenn die Produktion fast unmöglich“ (sans le travail du magistrat?) „ist es nicht klar,
daß diese Arbeit dazu beiträgt, wenn nicht durch direkte und materielle Mithilfe, so
wenigstens durch eine indirekte Tätigkeit, die man nicht übersehen darf?“ (l.c. p.276.)

Diese indirekt an der Produktion beteiligte Arbeit (und sie bildet nur
einen Teilder unproduktiven Arbeit) nennen wir eben unproduktive Arbeit.
Oder sonst müßte, da der magistrat absolut nicht ohne den Bauer leben
kann, gesagt werden, daß der Bauer est un producteur indirect de Justice?
etc. Fadaise! Es ist noch ein auf die Teilung der Arbeit bezüglicher Gesichts-
punkt, wovon später.

3.] „Man hat nicht sorgfältig die drei grundlegenden Tatsachen des Phänomens
der Produktion unterschieden: die Kraft oder das produktive Mittel, die Anwendung
dieser Kraft, das Resultat.“ [l.c. p. 276.]

Wir kaufen eine Uhr beim Uhrmacher; nur das Resultat der Arbeit inter-
essiert uns. Ebenso einen Rock beim Schneider; ditto. Aber:

„Es gibt noch immer Leute vom alten Schlag, die die Dinge nicht so anfassen. Sie
lassen einen Arbeiter zu sich kommen und übergeben ihm die Anfertigung dieses oder
jenes Kleidungsstücks, wozu sie ihm den Stoff und alles zu dieser Arbeit Notwendige
liefern. Was kaufen diese? Sie kaufen eine Kraft“ {aber doch auch une application de
cette force®}, „ein Mittel, das irgendwelche Resultate auf ihre Gefahr und ihr Risiko
liefern wird... Das Objekt des Vertrags ist der Kauf einer Kraft.” [l.c.p. 276.]

(Der Spaß ist nur, daß diese „gens de la vieille roche“ * eine Produktions-
weise anwenden, die mit der kapitalistischen nichts gemein hat und in der
alle Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit, wie sie die kapitalistische
Produktion mit sich bringt, unmöglich. Charakteristisch, daß solch spezi-
fischer Unterschied für Rossi e tutti quantii? unwesentlich.)

„Bei einem Bedienten kaufe ich eine Kraft, zu hunderterlei Dienstleistungen brauch-
bar, deren Resultate vom Gebrauch abhängen, den ich davon mache.“ (p. 276.)

Dies alles hat nichts mit der Sache zu tun.

? ohne die Arbeit der Obrigkeit - ? ein indirekter Produzent von Rechtspflege ist - ? eine
Anwendung dieser Kraft - * „Leute vom alten Schlag“ - ° und die ganze Gesellschaft

 „Man kauft oder mietet ... eine bestimmte Anwendung einer Kraft ... Ich
kaufe nicht ein Produkt, ich kaufe nicht das Resultat, das ich im Auge habe. Das
Plaidoyer des Advokaten mag mich den Prozeß gewinnen machen oder nicht. Auf
jeden Fall besteht das Geschäft zwischen mir und meinem Advokaten darin, daß er
für einen bestimmten Wert an dem und dem Tag an den und den Ort gehen wird, um
dort für mich zu sprechen und in meinem Interesse seine geistigen Kräfte anzu-

wenden.“ (p. 276.)
{Hierher noch eine Bemerkung. In lecon XII*, p.273, sagt Rlossi]:

„Ich bin weit davon entfernt, bloß in jenen Leuten Produzenten zu sehen, die ihr
Leben damit verbringen, Kattun oder Schuhe anzufertigen. Ich ehre die Arbeit, welche
es auch sei... Aber dieser Respekt soll nicht das ausschließliche Privileg des Hand-
arbeiters sein.“ j

Das tut A.Smith nicht. Wer ein Buch, ein Gemälde, eine Komposition,
eine Statue macht, ist bei ihm un „travailleur productif” im zweiten Sinn,
obgleich der Improvisator, Deklamator, Virtuos etc. es nicht ist. Und die
services, soweit sie in die Produktion direkt eingehn, faßt A.Smith als
materialisiert im Produkt, die Arbeit der manual labourerst sowohl wie die
des managers, commis, ingenieur und selbst des savant?, soweit er Erfinder,
in door or out of door labourer? des Ateliers. Er setzt in der Teilung der
Arbeit auseinander, wie diese Operationen sich an verschiedne Personen
verteilen, und es ist ihre Kooperativarbeit, deren Resultat das Produkt, die
Ware ist, nicht die Arbeit eines einzelnen unter ihnen. Aber die Angst der
„geistigen“ Arbeiter A la Rossi, die große share*, die sie aus der materiellen
Produktion beziehn, zu rechtfertigen.}

Rossi fährt nach dieser Auseinandersetzung fort:

„Auf diese Weise wendet man bei den Tauschhandlungen seine Aufmerksamkeit
auf die eine oder die andere der drei grundlegenden Tatsachen der Produktion. Aber
können diese verschiedenen Formen des Austauschs bestimmten Produkten den Charakter
des Reichtums und den Anstrengungen einer Klasse von Produzenten die Qualität produk-
tiver Arbeit nehmen? Offenbar besteht zwischen diesen Ideen kein solcher Zusammen-
hang, der eine derartige Schlußfolgerung rechtfertigen würde. Deswegen, weil ich,
statt das Resultat zu kaufen, die Kraft kaufe, die zu seiner Hervorbringung nötig ist,
soll die Betätigung dieser Kraft nicht produktiv und das Produkt nicht Reichtum sein?
Nehmen wir zum Beispiel wieder den Schneider. Ob man von einem Schneider fertige
Kleidung kauft oder sie von einem Schneiderarbeiter anfertigen läßt, dem man Ma-
terial und Arbeitslohn gibt, im Resultat kommt beides immer auf das gleiche hinaus.
Niemand wird sagen, das erste sei produktive Arbeit und das zweite unproduktive Arbeit;

1 Handarbeiter — ? Gelehrten - ? Arbeiter innerhalb oder außerhalb - * Anteil

nur ist im zweiten Fall derjenige, der einen Anzug haben will, sein eigener Unternehmer
gewesen. Welcher Unterschied besteht denn zwischen dem Schneiderarbeiter, den Sie
ins Haus kommen lassen, und Ihrem Bedienten unter dem Gesichtswinkel der Produk-

tivkräfte? Keiner!“ (l. c. p. 277.)

Hier ist die Quintessenz der ganzen Aberweisheit und wichtigtuenden
Seichbeutelei! Soweit A.Smith in seiner zweiten, flacheren Auffassung pro-
duktive und unproduktive Arbeit unterscheidet, je nachdem sie sich direkt
in einer für den Käufer verkaufbaren Ware realisieren oder nicht, nennt er
den tailleur! in beiden Fällen produktiv. Aber er ist ein „unproduktiver
Arbeiter“ nach seiner tieferen Auffassung. Rossi zeigt nur, daß er „evi-
dement“? den A.S[mith} nicht versteht.

Daß die „formes de !’echange“® dem Rlossi] gleichgültig erscheinen, ist
grade, als ob der Physiolog sagte, die bestimmten Lebensformen seien gleich-
gültig, sie seien alle nur Formen von organischer Materie. Grade auf diese
Formen allein kommt es an, wenn es sich darum handelt, den spezifischen
Charakter einer gesellschaftlichen Produktionsweise aufzufassen. Rock ist
Rock. Laß aber in der ersten Form der &changes ihn machen, so habt ihr
die kapitalistische Produktion und die moderne bürgerliche Gesellschaft;
die zweite, so habt ihr eine Form der Handarbeit, die sich mit asiatischen
Verhältnissen selbst verträgt oder mit mittelaltrigen etc. Und diese Formen
sind bestimmend für den stofflichen Reichtum selbst.

Rock ist Rock, das ist R[ossis] Weisheit. Aber im ersten Falle produziert
der ouvrier tailleur* nicht nur einen Rock, er produziert Kapital; also auch
Profit; er produziert seinen maitre? als Kapitalist und sich selbst als Lohn-
arbeiter. Wenn ich mir einen Rock von einem ouvrier tailleur im Haus
machen lasse, zum Tragen, so werde ich dadurch sowenig mon propre
entrepreneur® (im kategorischen Sinn), wie der entrepreneur tailleur” entre-
preneur ist, soweit | er einen von seinen ouyriers gemachten Rock selbst
trägt und konsumiert. Im einen Fall stehn der Käufer der Schneiderarbeit
und der ouvrier tailleur einander gegenüber als bloße Käufer und Verkäufer.
Der eine zahlt Geld, der andre liefert die Ware, in deren Gebrauchswert
mein Geld sich verwandelt. Es ist hier durchaus kein Unterschied, als ob
ich den Rock im Laden kaufe. Verkäufer und Käufer stehn sich hier einfach
als solche gegenüber. Im andren Fall dagegen stehn sie sich als Kapital und
Lohnarbeit gegenüber. Was den domestique® angeht, so hat er mit dem
ouvrier tailleur Nr.II, den ich selbst des Gebrauchswerts seiner Arbeit

1 Schneider -? „offenbar“ - ? „Formen des Austausches“ - * Schneiderarbeiter - ® Herrn
(Unternehmer) - ® mein eigener Unternehmer - ? Schneidereiunternehmer — ® Bedienten

wegen kaufe, dieselbe Formbestimmtheit gemein. Beide sind einfache Käu-
fer und Verkäufer. Nur tritt hier durch die Art, wie der Gebrauchswert ge-
nossen wird, noch ein patriarchalisches Verhältnis, ein Verhältnis des Herr-
schens und Dienens herein, was das Verhältnis seinem Inhalt, wenn nicht
der ökonomischen Form, nach modifiziert und ekelhaft macht.

Übrigens wiederholt R[ossi] nur in andern Redensarten den Garnier:

„Wenn Smith sagte, von der Arbeit des Bedienten bleibe nichts zurück, hat er
sich in einem Maße geirrt, wie sich - offen gesagt - ein A. Smith nicht irren dürfte.
Ein Fabrikant leite selbst eine große Fabrik, deren Überwachung eine große Aktivität
und viel Arbeit erfordert ... Derselbe Mann, der keine unproduktiven Arbeiter um
sich leiden mag, habe keine Dienerschaft. Er ist also gezwungen, sich selbst zu be-
dienen ... was wird aus seiner produktiven Arbeit während der Zeit, die er dieser an-
geblich unproduktiven Arbeit widmen muß? Ist es nicht klar, daß Ihre Dienstleute
eine Arbeit verrichten, die es Ihnen ermöglicht, sich einer Ihren Fähigkeiten besser
entsprechenden Tätigkeit zu widmen? Wie kann man also sagen, daß von ihren Diensten
keine Spuren zurückbleiben? Es bleibt alles das, was Sie tun und was Sie nicht tun
könnten, wenn sie Sie in der Bedienung Ihrer Person und Ihres Hauses nicht ersetzt

hätten.“ (l. c. p. 277.)

Dies wieder das Arbeit-Ersparen von Garnier, Lauderdale und Ganilh.
Danach wären die travails improductifs nur produktiv, soweit sie Arbeit
ersparen und mehr Zeit zu seiner eignen Arbeit lassen, sei es dem capita-
liste industriel, sei es dem produktiven! Arbeiter, der eine wertvollere Ar-
beit, durch diesen remplacement? in der minder wertvollen verrichten
kann. Ein großer Teil der travailleurs improductifs, die damit ausgeschlos-
sen, [sind] menial servants°, soweit sie bloße Luxusartikel, und alle travail-
leurs improductifs, die bloßen Genuß produzieren und deren Arbeit ich
nur genießen kann, sofern ich grade soviel Zeit verwende, um sie zu genießen,
als ihr Verkäufer braucht, um sie zu produzieren, um sie zu leisten. In beiden
Fällen kann von „Ersparung“ von Arbeit nicht die Rede sein. Endlich wären
selbst die wirklich Arbeit ersparenden services individuels® nur produktiv,
soweit ihr Konsument ein Produzent ist. Ist er ein capitaliste oisif?, so
sparen sie ihm nur die Arbeit, überhaupt etwas zu tun: Daß ein Saumensch
sich frisieren oder die Nägel schneiden läßt, statt es selbst zu tun, oder ein
foxhunter‘, statt sein eigner Stallknecht zu sein, einen Stallknecht verwen-
det, oder ein bloßer Fresser, statt selbst zu kochen, sich einen Koch hält.

Unter diese travailleurs gehörten dann auch die nach Storch (I. c.), die
das „leisir“” produzieren, wodurch einer freie Zeit erhält für Genuf, gei-

1 In der Handschrift: improduktiven -° Ersatz - ® Dienstboten - * persönlichen Dienste -
5 müßiger Kapitalist -® Landjunker - ? die „Muße“

stige Arbeit etc. Der Polizist erspart mir die Zeit, mein eigner Gendarm zu
sein, der Soldat, mich selbst zu verteidigen, der Regierungsmensch, mich
selbst zu regieren, der Stiefelwichser, mir selbst die Stiefel zu wichsen, der
Pfaffe, die Zeit zu denken, etc.

Was richtig an dieser Sache ist, ist - Teilung der Arbeit. Außer seiner
produktiven Arbeit oder der Exploitation der produktiven Arbeit hätte jeder
eine Masse Funktionen zu verrichten, die nicht produktiv wären und zum
Teil in die Konsumtionskosten eingehn. (Die eigentlichen produktiven
Arbeiter müssen diese Konsumtionskosten selbst tragen und selbst ihre
unproduktive Arbeit verrichten.) Sind diese „services“ angenehm, so ver-
richtet sie zuweilen der Herr für den Knecht, wie das jus primae noctis!
beweist, die Mühe des Regierens etc. beweist, der sich die Herrn von je
unterziehn. Dadurch ist aber keineswegs der Unterschied zwischen pro-
duktiver und unproduktiver Arbeit aufgehoben, sondern dieser Unter-
schied erscheint selbst als ein Resultat der Teilung der Arbeit und befördert
insofern die allgemeine Produktivität der Arbeiter dadurch, daß sie die un-
produktive Arbeit zur ausschließlichen Funktion eines Teils der Arbeiter
und die produktive zur ausschließlichen Funktion eines andern macht.

Aber selbst der travail einer Masse menial servants, bloß zur Schau-
stellung, Befriedigung der Eitelkeit „n’est pas improductif“?. Warum? Weil
sie elwas produziert, Befriedigung der Eitelkeit, Ostentation, Schaustel-
lung von Reichtum (I. c. p. 277). Hier kommen wir wieder auf den Blödsinn,
daß jede Art von services etwas produziert, die Kurtisane Wollust, der
Mörder Totschlag etc. Übrigens hat Smith gesagt, daß jede Art dieser
Scheiße ihre valeur hat. Es fehlte |]416] noch, daß diese services gratis ge-
leistet werden. Darum handelt es sich nicht. Aber selbst, wenn sie gratis
geleistet werden, werden sie den Reichtum (materiellen) nicht um einen
Deut vermehren.

Nun die belletristische Seiche:

„Man betont, daß der Sänger, wenn er aufgehört hat zu singen, uns nichts hinter-
läßt. - Er hinterläßt uns eine Erinnerung!“

(Sehr scheen!)

„Wenn Sie Champagner getrunken haben, was bleibt dann übrig?... Die ökono-
mischen Resultate können verschieden sein, je nachdem, ob die Konsumtion dem
Produktionsakt sofort folgt oder nicht; sie mag sich rascher oder langsamer vollziehen -
aber die Tatsache der Konsumtion kann, welcher Art sie auch sei, dem Produkt nicht
den Charakter des Reichtums nehmen. Es gibt immaterielle Produkte, die von längerer

? Recht der ersten Nacht - ° „ist nicht unproduktiv“

Dauer sind als manche materielle Produkte. Ein Palast besteht lange Zeit, aber die Jliade
ist eine Quelle noch dauerhafteren Genusses.“ (p. 277, 278.)

Welches Blech!

Im Sinne, wie er hier richesse! nimmt, als Gebrauchswert, macht? sogar
die consommation, sie mag sich langsam oder rasch vollziehn (ihre Dauer
hängt von ihrer eignen Natur und der des Gegenstandes ab) - macht nur die
consommation das produit erst zu richesse. Der Gebrauchswert hat nur
Wert für den Gebrauch, und sein Dasein für den Gebrauch ist nur ein Da-
sein als Gegenstand der consommation, sein Dasein in der consommation.
Sowenig wie das Champagnertrinken eine produktive Konsumtion ist, ob-
gleich es „Katzenjammer“ produzieren mag, sowenig das Hören von Mu-
sik, obgleich es „un souvenir“® hinterläßt. Ist die Musik gut und versteht
der Hörer Musik, so ist die Musikkonsumtion höher als die Champagner-
konsumtiont, obgleich die Produktion des letztren eine „produktive Arbeit“
ist und die der erstern nicht.

Nehmen wir den ganzen Kohl gegen die Smithsche Unterscheidung
von produktiver und unproduktiver Arbeit zusammen, so hatte Garnier,
und etwa noch Lauderdale und Ganilh (aber dieser nichts Neues), [die
Polemik] erschöpft. Die Spätren (den verunglückten Versuch Storchs ab-
gerechnet) bloß belletristische Ausführung, gebildetes Geschwätz. Garnier
der economiste des Direktoriums und des Konsulats, Ferrier und Ganilh
die Ökonomisten des empire’. Anderseits Lauderdale, der Herr Graf, dem
es viel mehr darum zu tun war, die Konsumenten als die Produzenten „der
unproduktiven Arbeit“ zu apologisieren. Die Verherrlichung des Bedienten-
tums und Lakaientums, tax gatherers®, Parasiten, läuft durch alle die Hunde
durch. Dagegen erscheint der grobzynische Charakter der klassischen Öko-
nomie als Kritik bestehender Zustände.

### [/8. Chalmers verteidigt die Verschwendung der Reichen,
des Staates und der Kirche]

Einer der fanatischsten Malthusianer der Reverend T'h.Chhalmers, nach
dem es für alle sozialen Mißstände kein Mittel gibt, außer religiöse
Erziehung der arbeitenden Klasse (worunter er christlich verbrämtes,

1 Reichtum - * in der Handschrift: gibt - ? „eine Erinnerung“ - * in der Handschrift:.
Champagnerproduktion - ° Kaiserreich - # Steuereintreiber

pfäffisch erbauliches Einpauken der malthusischen Populationstheorie ver-
steht); zugleich ein großer Verteidiger aller abuses, of wasteful expenditure!
des Staats, starker Pfründen für Pfaffen und toller Verschwendung der Rei-
chen; der jammert (p.260 sqq.) über den Geist der Zeit, die „hard and
hungerbitten economy“? und [der] viel taxes will, viel zu fressen für die
„höhern“ und unproduktiven Arbeiter, Pfaffen usw. (l.c.); poltert natürlich
gegen die Smithsche Unterscheidung. Er hat ihr ein ganzes Kapitel ge-
liefert (ch.XT), das nichts Neues enthält, außer, daß Ökonomie etc. „den
produktiven Arbeitern“ nur schadet, dessen Tendenz sich aber charakte-
ristisch in folgendem zusammenfaßt: Diese

„Unterscheidung scheint wertlos und dabei unheilvoll in der Anwendung zu sein“ {l. c.
p. 344).

Und worin besteht dieses mischief??

„Wir haben dies Argument deshalb so ausführlich behandelt, weil wir der Ansicht
sind, daß die politische Ökonomie unserer Tage eine strenge und feindliche Ansicht über
eine kirchliche Einrichtung hat; und wir zweifeln nicht, daß die schädliche Unterscheidung
von Smith viel dazu beigetragen hat.“ (Thomas Chalmers (Prof. of Divinity?) „On Political
Economy, in Connexion with the Moral State and Moral Prospects of Society“, Znd ed.,
London 1832, p.346.)

Unter der „ecclesiastical establishment“? versteht der Pfaff seine eigne
Kirche, die Church of England as by law „established“ 6. Dazu war er einer
der Burschen, die dies „establishment“ had fostered upon Ireland”. Wenig-
stens ist der Pfaffe offenherzig.

### 119. Schlußbemerkungen über Smith und seine Unterscheidung
von produktiver und unproduktiver Arbeit]

1417| Ehe wir nun mit A. Smith abschließen, wollen wir noch zwei
Stellen zitieren, die erste, worin er seinem Haß gegen das unproduktive
government® Luft macht, die zweite, worin er zu entwickeln sucht, warum
Fortschritt der Industrie etc. freie Arbeit voraussetzt. Über Smiths Haß
gegen die Pfafen.

Die erste Stelle lautet:

„Es ist daher die größte Unverschämtheit und Anmaßung, wenn Könige und
Minister den Anspruch erheben, über die Sparsamkeit der Privatleute zu wachen und

1 Mißbräuche, verschwenderischer Ausgaben - ? „harte und an Hunger grenzende Spar-
samkeit“ -® Unheil - * der Theologie -° „kirchlichen Einrichtung“ -® (Staats)kirche als vom
Gesetz „eingerichtet“ - ? „Einrichtung“ in Irland begünstigt hatten - ® Regierung - ? vgl.

dazu Band 23 unserer Ausgabe, S.644 -646 (Note 75)

ihre Ausgaben durch Aufwandgesetze oder durch ein Einfuhrverbot ausländischer
Luxuswaren einzuschränken. Sie sind selbst stets und ohne Ausnahme die größten
Verschwender in der Gesellschaft. Laßt sie nur gut auf ihren eigenen Aufwand acht-
haben, und sie können den Privatleuten getrost den ihrigen überlassen. Wenn ihre
eigenen Extravaganzen den Staat nicht ruinieren, werden es die ihrer Untertanen nie-

mals tun.“ (t. II, 1. II, ch. III, ed. MeCJulloch], p. 122.)
Und noch einmal die folgende Stelle!:

„Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der Gesellschaft ist, ebenso wie die
der Dienstboten, nicht wertbildend“ j

{sie hat value, kostet daher ein Äquivalent, aber sie produziert keine value}

„und fixiert oder realisiert sich nicht in einem dauerhaften Gegenstand oder einer ver-
käuflichen Ware... So sind zum Beispiel der Souverain mit allen seinen Justizbeamten
und Offizieren, die ihm unterstehen, die ganze Armee und Flotte unproduktive Arbeiter.
Sie sind die Diener der Gesellschaft und werden von einem Teil des jährlichen Produkts
des Fleißes anderer Leute erhalten ... Indie gleiche Klassegehören ... Geistliche, Juristen,
Ärzte, Literaten und Gelehrte aller Art; Schauspieler, Possenreißer, Musiker, Opern-
sänger, Ballettänzer usw." (l.c. p.94, 95.)

Dies ist die Sprache der noch revolutionären Bourgeoisie, die sich die
ganze Gesellschaft, Staat etc., noch nicht unterworfen hat. Diese transzen-
denten Beschäftigungen, altehrwürdig, Souverain, Richter, Offiziere, Pfaf-
fen etc., die Gesamtheit der alten ideologischen Stände, die sie erzeugen,
ihre Gelehrten, Magister und Pfaffen werden ökonomisch gleichgestellt dem
Schwarm ihrer eignen Lakaien und Lustigmacher, wie sie und die richesse
oisive?, Grundadel und capitalistes oisifs®, sie unterhalten. Sie sind bloße
servants des public*, wie die andren ihre servants sind. Sie leben von dem
produce of other people’s industry®, müssen also auf das unvermeidliche
Maß reduziert werden. Staat, Kirche etc. bloß berechtigt, soweit sie Aus-
schüsse zur Verwaltung oder Handhabung der gemeinschaftlichen Inter-
essen der produktiven Bourgeois sind; und ihre Kosten, da sie an und für
sich zu den faux frais de production® gehören, müssen auf das unentbehr-
liche Minimum reduziert werden. Diese Ansicht [hat] historisches Inter-
esse in ihrem scharfen Gegensatz teils zur Ansicht des antiken Altertums,
worin die materiell produktive Arbeit das Brandmal der Sklaverei trägt
und bloß als Piedestal für den citoyen oisif? betrachtet wird, teils zu der
Ansicht [der] aus der Auflösung des Mittelalters hervorgehenden absoluten

1Sjehe vorl. Band, S. 130 und 236/237 -° der müßige Reichtum - ?müßige Kapitalisten -
* Diener der Gesellschaft - $ Produkt von anderer Leute Fleiß - ® Nebenkosten der Produk-

tion - ” müßigen Bürger

oder aristokratisch-konstitutionellen Monarchie, wie Montesquieu, selbst
noch in ihr befangen, sie so naiv in folgendem Satz ausspricht (I. VII, ch. IV
„Esprit des lois“):

„Wenn die Reichen nicht viel ausgeben, werden die Armen Hungers sterben.“

Sobald die Bourgeoisie dagegen das Terrain erobert hat, teils selbst des
Staats sich bemächtigt, teils ein Kompromiß mit seinen alten Inhabern ge-
macht, ditto die ideologischen Stände als Fleisch von ihrem Fleisch erkannt
und sie überall in ihre Funktionäre, sich gemäß, umgewandelt hat; sobald
sie selbst nicht mehr als Repräsentant der produktiven Arbeit diesen gegen-
übersteht, sondern sich ihr gegenüber die eigentlichen produktiven Ar-
beiter erheben und ihr ebenfalls sagen, daß sie von other people’s industry
lebt; sobald sie gebildet genug ist, nicht ganz in der Produktion aufzugehn,
sondern auch „gebildet“ konsumieren zu wollen; sobald mehr und mehr
die geistigen Arbeiten selbst in ihrem Dienst sich vollziehn, in den Dienst
der kapitalistischen Produktion treten, wendet sich das Blatt, und sie sucht
„ökonomisch“ von ihrem eignen Standpunkt aus zu rechtfertigen, was sie
früher kritisch bekämpfte. Ihre Wortführer und Gewissensbeschöniger in
dieser line sind die Garniers etc. Es kommt hinzu der Eifer dieser Ökono-
men, die selbst Pfaffen, Professoren etc. sind, ihre „produktive“ Nützlich-
keit zu beweisen, ihre Salaire „ökonomisch“ zu rechtfertigen.

418] Die zweite, auf die Sklaverei bezügliche Stelle lautet (l. c., t. III,
1.IV, ch. IX, p. 549-551, &d. Garnier):

„Solche Beschäftigungen“ (d’artisan et de manufacturier!) „wurden“ (in plusieurs
anciens etats?) „als nur Sklaven geziemend betrachtet, und den Bürgern war ihre Aus-
übung verboten. Selbst in Staaten, wo dieses Verbot nicht galt, wie in Athen und Rom,
war tatsächlich das Volk von all den Beschäftigungen ausgeschlossen, die heute gewöhn-
lich die unterste Klasse der städtischen Bevölkerung ausübt. Diese Beschäftigungen
wurden in Athen und Rom von Sklaven der Reichen ausgeführt, die sie auf Rechnung
ihrer Herren betrieben; und der Reichtum, die Macht und die Protektion der letzteren
machten es einem armen Freien fast unmöglich, für sein Arbeitsprodukt Absatz zu
finden, wenn dieses Arbeitsprodukt mit dem der Sklaven des Reichen zu konkurrieren
hatte. Aber Sklaven sind selten erfinderisch, und die für die Produktion vorteilhaftesten
Verbesserungen, die die Arbeit erleichtern und abkürzen, sei es durch Maschinen, sei
es durch bessere Anordnung oder Verteilung der Arbeit, sind alle von Freien erfunden
worden. Wenn gar ein Sklave sich einfallen ließ, eine derartige Verbesserung vorzu-
schlagen, so war sein Herr geneigt, seinen Vorschlag als eine Eingebung der Faulheit
und des Wunsches zu betrachten, auf Kosten des Herrn die eigene Mühe zu sparen.
Der arme Sklave hatte wahrscheinlich statt einer Belohnung bloß eine sehr schlechte

1 des Handwerkers und des Manufakturisten - ? mehreren antiken Staaten

Aufnahme zu erwarten, vielleicht sogar eine Züchtigung. In den Manufakturen, die
mit Sklaven betrieben werden, muß folglich in der Regel, um dieselbe Menge Produkte
hervorzubringen, mehr Arbeit angewendet werden als in denen, die mit Freien be-
trieben werden. Aus diesem Grunde ist das Arbeitsprodukt der Manufakturen der
ersten Art in der Regel teurer als das der zweiten. Herr Montesquieu bemerkt, daß die
ungarischen Bergwerke, obwohl nicht ergiebiger als die türkischen in ihrer Nachbar-
schaft, stets mit geringeren Kosten und daher mit größerem Profit ausgebeutet wurden.
Die türkischen Bergwerke werden von Sklaven ausgebeutet, und die Arme dieser Sklaven
sind die einzigen Maschinen, an deren Anwendung die Türken jemals dachten. Die un-
garischen Bergwerke werden von Freien ausgebeutet, die, um ihre Arbeit zu erleichtern
und abzukürzen, zahlreiche Maschinerie anwenden. Nach dem wenigen, was wir über
die Preise der Manufakturprodukte in der Zeit der Griechen und Römer wissen, scheint
es, daß die von feinster Qualität äußerst teuer waren.“

A.Smith sagt selbst, 1.c., t. III, 1.IV, ch. I, p. 518°);
„Herr Locke bemerkt, daß ein Unterschied zwischen dem Geld und den anderen

beweglichen Gütern zu machen ist. Alle anderen beweglichen Güter, meint er, sind
von so vergänglicher Natur, daß man nicht sehr auf einen Reichtum bauen kann, der
aus dieser Art von Gütern besteht ... Geld dagegen ist ein wirklicher Freund etc.“

Und weiter, l.c. p. 24, 25:

„Die konsumablen Waren, sagt man, sind bald verrnichtet, während Gold und
Silber von dauerhafterer Natur sind. Würden sie nicht beständig exportiert, so könnten
diese Metalle sich mehrere Jahrhunderte lang akkumulieren, so daß der wirkliche
Reichtum eines Landes unglaublich anwachsen würde.“

Der Mann des Monetarsystems schwärmt für Gold, Silber, weil sie
Geld sind, selbständiges Dasein, greifbares Dasein des Tauschwerts, und
unzerstörbares, ewig dauerndes Dasein desselben, soweit ihnen nicht er-
laubt wird, Zirkulationsmittel zu werden, bloß verschwindende Form des
Tauschwerts der Waren. Akkumulation derselben, Aufhäufen, Schatz-
bildung daher seine Art, sich zu bereichern. Und wie ich im Zitat von Petty
gezeigt 8”), [werden] dieandren Waren selbst geschätzt in dem Grade, worin
sie mehr oder minder dauerhaft sind, also Tauschwert bleiben.

Nun wiederholt A.Smith erstens dieselbe Betrachtung über die relativ
größre oder geringre Dauerhaftigkeit der Waren in dem Abschnitt, wo er
von der mehr oder minder der Bildung des Reichtums nützlichen Konsum-
tion spricht, je nachdem sie sich in minder oder mehr vergänglichen Kon-
'sumtionsartikeln vollzieht.8®! Also hier blickt das Monetarsystem durch;
und notwendig so, da selbst bei der direkten Konsumtion der Hinterhalt

bleibt, daß der | Konsumtionsartikel Reichtum bleibt, Ware, also

Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert, und letztres hängt von dem
Grad ab, wie der Gebrauchswert dauerhaft ist, die Konsumtion also nur
langsam seine Möglichkeit, Ware zu sein oder Träger des Tauschwerts,
aufhebt.

Zweitens. In seiner zweiten Unterscheidung zwischen produktiver und
unproduktiver labour kommt er ganz - in breiterer Form - auf die Unter-
scheidung des Monetarsystems zurück.

Die produktive labour
„fixiert und realisiert sich in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen
Ware, die wenigstens noch eine Zeitlang fortbesteht, nachdem die Arbeit beendet ist. Es wird
gewissermaßen eine bestimmte Menge Arbeit gesammelt und gespeichert, um später,
wenn notwendig, verwendet zu werden.“

Dagegen die improductive labour’s Resultate oder services

„vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung und hinterlassen selten eine Spur
oder einen Wert, für den später eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft

werden könnte.“ (v. II, b. II, ch. III, ed. McCulloch, p. 94.)

Also denselben Unterschied, den das Monetarsystem zwischen Gold
und Silber und den andren Waren, macht Smith mit den Waren und den
services. Auch hier ist es die Akkumulation, aber nicht mehr in der Form
der Schatzbildung, sondern der reellen, der Reproduktion. Die Ware ver-
geht in der Konsumtion, aber dann erzeugt sie Ware von höherem Wert
wieder, oder, wenn so nicht angewandt, ist sie selbst Wert, womit andre
Ware gekauft werden kann. Es ist die Eigenschaft des Produkts der Arbeit,
daß es in einem plus ou moins* dauerhaften und darum wieder veräußer-
baren Gebrauchswert existiert, in einem Gebrauchswert, worin es vendible
commodity”, Iräger des Tauschwerts, selbst Ware ist - oder in der Tat,
worin es Geld ist. Die services der travaslleurs improductifs werden nicht
wieder Geld. Ich kann keine Schulden zahlen noch Ware kaufen, noch Sur-
pluswert zeugende Arbeit kaufen mit den Diensten, die ich dem Advokat,
Arzt, Pfaffen, Musiker etc., Staatsmann, Soldat etc. zahle. Sie sind ver-
gangen wie vergängliche Konsumtionsartikel.

Also au fond® sagt Smith dasselbe wie das Monetarsystem, Bei ihnen
nur die Arbeit produktiv, die Geld, Gold und Silber, zeugt. Bei Smith nur
die Arbeit produktiv, die ihrem Käufer Geld produziert, nur daß er den
Geldcharakter in allen Waren trotz ihrer Verhüllung erblickt, während das
Monetarsystem ihn nur in der Ware erblickt, die das’ selbständige Dasein
des Tauschwerts.

% mehr oder weniger - ? verkäufliche Ware — ® im Grunde -

Diese Unterscheidung gründet sich auf das Wesen der bürgerlichen
Produktion selbst, da der Reichtum nicht gleich Gebrauchswert ist, sondern
nur die Ware Reichtum ist, der Gebrauchswert als Träger des Tausch-
werts, als Geld. Was das Monetarsystem nicht begriff, wie dies Geld ge-
macht wird und vermehrt wird durch den Konsum der Waren, nicht durch
ihre Verwandlung in Gold und Silber, worin sie als selbständiger Tausch-
wert kristallisiert sind, aber nicht nur den Gebrauchswert verlieren, son-
dern ihre Wertgröße nicht verändern.

## [FÜNFTES KAPITEL]

## Necker

### [Darstellung des Klassengegensatzes im Kapitalismus

als Gegensatz von Armut und Reichtum]

Schon oben einige Zitate von Linguet beweisen, daß ihm das Wesen der
kapitalistischen Produktion klar ist!®°); und doch kann Linguet hier ein-
gefügt werden nach Necker.'?%

In seinen beiden Schriften „Sur la legislation et le commerce des grains“,
erschien zuerst 1775, und? „De l’administration des finances de la France etc.“
weist Necker nach, wie die Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit
bloß dazu beiträgt, daß der Arbeiter weniger Zeit zur Reproduktion seines
eignen Salairs braucht, also mehr Zeit für seinen employer? unbezahlt arbeitet.
Er geht dabei richtig aus von der Grundlage des Durchschnittsarbeitslohns,
des Minimums des Salairs. Was ihn aber wesentlich beschäftigt, ist nicht
die Verwandlung der Arbeit selbst in Kapital und die Akkumulation des
Kapitals durch diesen Prozeß als vielmehr die allgemeine Entwicklung
des Gegensatzes von Armut und Reichtum, von Armut und Luxus, indem
in demselben Maß, wo ein geringres Quantum Arbeit genügt, die notwen-
digen Lebensmittel zu erzeugen, ein Teil Arbeit progressiv überschüssig
wird und daher zur Produktion von Luxusartikeln benutzt, in einer andren
Produktionssphäre verwandt werden kann. Ein Teil dieser Luxusartikel
ist dauerhaft; und so akkumulieren sich die Luxusartikel im Besitz derer,
die über die Surplusarbeit verfügen, von Jahrhundert zu Jahrhundert, und
so wird der Gegensatz immer bedeutender.

Das wichtige ist, daß Necker überhaupt aus der Surplusarbeit den
Reichtum der nicht arbeitenden Stände | - Profit und Rente? - her-

1 In der Handschrift folgt : in seinem Werk — * Anwender — ? in der Handschrift: Revenu

leitet. Bei der Betrachtung des Surpluswerts aber faßt er den relativen ins
Auge, der nicht aus der Verlängerung des Gesamtarbeitstags, sondern aus
der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit resultiert. Die Produktivkraft
der Arbeit wird zur Produktivkraft der Besitzer der Arbeitsbedingungen.
Und die Produktivkraft selbst ist gleich Abkürzung der Arbeitszeit, not-
wendig, um ein bestimmtes Resultat zu produzieren. Das folgende sind die
Hauptstellen:

Erstens: „De l’administration des finances de la France etc.“ (CEuvres,

t. II, Lausanne et Paris 1789):

„Ich sehe eine der Klassen der Gesellschaft, deren Einkommen stets ungefähr das
gleiche sein muß; ich bemerke eine andere Klasse, deren Reichtum sich notwendiger-
weise vermehrt. So mußte der Luxus, der aus einer Gegenüberstellung und einem
Vergleich stammt, der Entwicklung dieses Mißverhältnisses folgen und im Laufe der
Jahre immer auffallender werden.“ (Il. c. p. 285, 286.)

(Schon schön der Gegensatz der beiden Klassen als Klassen.)
„Die Klasse der Gesellschaft, deren Los durch die Wirkung der sozialen Gesetze

gewissermaßen festgelegt ist, besteht aus allen denen, die, da sie von der Arbeit ihrer
Hände leben, unabweislich dem Gesetz der Eigentümer“ (der Eigentümer der Produk-
tionsbedingungen) „unterworfen und gezwungen sind, sich mit einem. Arbeitslohn zu
begnügen, der der baren Notdurft des Lebens entspricht; ihre Konkurrenz und der Druck
ihrer Not bedingen ihre abhängige Lage; und diese Verhältnisse können sich nicht
ändern.“ (l.c. p. 286.)

„Die ununterbrochene Erfindung von Werkzeugen, die alle mechanischen Kunstfertig-
keiten vereinfacht haben, hat also den Reichtum und. das Vermögen der Eigentümer ver-
größert; ein Teil dieser Werkzeuge, der die Kosten der Bearbeitung des Grund. und.
Bodens verringerte, hat die Revenue beträchtlicher gemacht, über die die Besitzer dieser
Güter verfügen können; ein anderer Teil der Entdeckungen des Menschengeists hat
die gewerblichen Arbeiten dermaßen erleichtert, daß die Menschen, die im Dienst der
Austeiler der Existenzmittel“ (j.e. der Kapitalisten) „stehen, in der gleichen Zeitspanne und
für den gleichen Lohn eine größere Menge von Produkten jeder Art herstellen können.“
(p. 287.) „Nehmen wir an, daß im letzten Jahrhundert hunderttausend Arbeiter nötig
waren, um das zu leisten, was man heute mit achtzigtausend zustande bringt; dann
sind die übrigen zwanzigtausend gezwungen, sich anderen Beschäftigungen zuzuwenden,
um Arbeitslöhne zu erlangen; und die neuen Produkte der Arbeit ihrer Hände, die
daraus entspringen, werden die Genüsse und den Luxus der Reichen vermehren.“
(p. 287, 288.)

„Denn“, fährt er fort, „man darf nicht außer acht lassen, daß die Arbeitslöhne in
allen den Berufen, die kein besonderes Talent erheischen, immer. dem Preis des. für
jeden Arbeiter notwendigen Lebensunterhalts entsprechen; so kommt. die. Beschleunigung
der Fertigstellung, sobald die Kenntnis davon allgemein geworden ist, nicht den Männern
der Arbeit zugute, sondern bewirkt bloß eine Vermehrung von Mitteln, den Geschmack

und die Eitelkeit derjenigen zu befriedigen, die über die Produkte der Erde verfügen.“
(l.c. p.288.) „Unter den verschiedenen Gütern der Natur, welche die Geschicklichkeit
des Menschen formt und verändert, gibt es viele, deren Dauer die eines Menschen-
lebens bedeutend übersteigt: Jede Generation erbt so einen Teil der Arbeiten der vor-
hergehenden Generation“

{er betrachtet hier nur die accumulation in dem, was A.Smith fonds de
consommation? nennt], '

„und in allen Ländern wird ununterbrochen eine immer größere Menge von Produkten
der Kunstfertigkeit akkumuliert; und da diese Menge immer unter die Eigentümer
verteilt wird, muß das Mißverhältnis zwischen ihren Besitztiimern und jenen der zahl-
reichen Klasse der Bürger immer auffallender und bemerkenswerter werden.“ (p. 289.)

Also:

„Die Arbeitsbeschleunigung in der gewerblichenProduktion, die auf der Erde die Gegen-
stände des Prunks und des Luxus vermehrt hat, die Zeit, in der die Akkumulation sich
vollzogen hat, und die Gesetze des Eigentums, die diese Güter bei einer einzigen Klasse der
Gesellschaft konzentriert haben..., diese großen Quellen des Luxus bestünden auf jeden
Fall, welches immer die Summe des gemünzten Geldes wäre.“ (p.291.)

(Dies letztre polemisch gegen die, die den Luxus von der angewachsnen

Masse des Geldes herleiten.)

Zweitens: „Sur la legislation et le commerce des grains etc.“ (CEuvres,

t.IV):

„Sobald der Handwerker oder der Landmann keine Reserven mehr haben, können
sie nicht mehr streiten; sie müssen heute arbeiten, wollen sie nicht morgen Hungers sterben;
und in diesem Interessenkampf zwischen |]421] Eigentümer und Arbeiter setzt der eine
sein Leben und das seiner Familie aufs Spiel und der andere eine bloße Verzögerung im
Wachstum seines Luxus.“ (l. c. p. 63.)

Dieser Gegensatz des Reichtums, der nicht arbeitet, und der Armut, die
arbeitet, um zu leben, ruft ebenso einen Gegensatz des Wissens hervor.
Wissen und Arbeit scheiden sich. Das erstre tritt selbst als Kapital der
letztren gegenüber oder als Luxusartikel des Reichen.

„Die Fähigkeit zu wissen und zu begreifen ist eine allgemeine Gabe der Natur,
aber sie wird nur durch Unterricht entwickelt; wäre das Eigentum gleichmäßig ver-
teilt, würde jeder mäßig arbeiten“

(also wieder die Quantität der Arbeitszeit das Entscheidende)

„und jeder besäße etwas Wissen, weil jedem etwas Zeit“ (freie Zeit) „bliebe, die er dem
Studium und dem Denken widmen könnte; aber bei der Ungleichheit des Besitzes,

3 Konsumtionsfonds

einer Wirkung der Gesellschaftsordnung, ist die Bildung allen Leuten versagt, die ohne
Eigentum geboren sind; denn alle Unterhaltsmittel sind in Händen jenes Teils der
Nation, der Geld oder Boden besitzt; und da niemand etwas umsonst gibt, ist der Mann,
der ohne andere Reserve als seine Kraft geboren ist, gezwungen, sie vom ersten
Augenblick ihrer Entwicklung an dem Dienste der Eigentümer zu widmen und damit
sein ganzes Leben lang fortzufahren, von Sonnenaufgang bis zu dem Augenblick, da
diese Kraft erschöpft ist und zu ihrer Erneuerung des Schlafs bedarf.“ (p. 112.) „Ist
es schließlich nicht sicher, daß diese Ungleichheit der Kenntnisse zur Aufrechterhal-
tung aller der gesellschaftlichen Ungleichheiten notwendig wurde, die jene haben ent-

stehen lassen?“ (l. c. p. 113.) (cf. p.118, 119.)

Necker verhöhnt die ökonomische Verwechslung - charakteristisch bei
den Physiokraten mit Bezug auf la terrel, bei allen spätren Ökonomen mit
Bezug auf die stofflichen Elemente des Kapitals -, welche die Eigentümer
der Produktionsbedingungen verherrlicht, nicht weil sie selbst, sondern
diese Bedingungen für die Arbeit und die Produktion des Reichtums nötig.

„Man beginnt die Bedeutung des Grundeigentümers (einer so leicht zu erfüllen-
den Funktion) mit der Bedeutung des Bodens zu verwechseln.“ (l. c. p. 126.) |IX-421||

1 den Boden

## [SECHSTES KAPITEL]

## Abschweifung

## Tableau Economique suivant' Quesnay”"

IX-422| 5000 millions de produit brut annuel (livres tournois)?

En avances primitives et annuel- En fermages, les proprietaires La classe sterile dispose d'un
les, les fermiers depensent? fonciers touchent? fonds de®
a’) 2000 millions ._ a) 2000 millions .... a) 1000 millions
b) 1000 millions.---"""" |" in „ER U ng,
sat. MESSE .>=e 1000 millions
b’”) 1000 millions --"" RR

d) 1000 millions FR b’) 1000 millions

3
5000 millions .2000 millions dont maitie
reste comme un fonds appar-
tenant A la classe sterile®

Um das tableau deutlicher zu machen, bezeichne ich das, was sich
Quesnay jedesmal als Ausgangspunkt einer Zirkulation denkt, mit a, a’,
a‘, das folgende Glied in der Zirkulation mit b, c, d, und respektive
b’, b”.P21

Was zunächst an diesem tableau zu bemerken und den Zeitgenossen
imponieren mußte, ist die Art, wie die Geldzirkulation bloß bestimmt er-
scheint durch die Warenzirkulation und Warenreproduktion, in fact durch
den Zirkulationsprozeß des Kapitals.

1 nach - 2 5000 Millionen jährliches Bruttoprodukt (in Livres von Tours) - ? An ur-
sprünglichen und jährlichen Vorschüssen geben die Pächter aus -* An Pachtgeldern nehmen
die Grundeigentümer ein -° Die sterile Klasse verfügt über einen Fonds von - ® 2000 Mil-
lionen, von denen die Hälfte als ein der sterilen Klasse gehöriger Fonds zurückbleibt

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Eine Seite der „Theorien über den Mehrwert“ in der Handschrift von Marx
mit der Darstellung des „Tableau Economique“ von Quesnay

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### [!. Zirkulation zwischen Pächter und, Grundeigentümer
Rückströmen des Geldes zum Pächter, wobei keine
Reproduktion stattfindet]

Der Pächter zahlt zunächst in Geld 2000 Millionen frs. an den landlord,
proprietaire. Dieser kauft damit vom Pächter für 1000 Millionen Lebens-
mittel. Fließen also zum Pächter zurück 1000 Millionen in Geld, während
über !/, des produit brut disponiert ist, das aus der Zirkulation definitiv
in die Konsumtion fällt. Ferner kauft der Landlord für 1000 Millionen in
Geld 1000 Millionen Manufakturwaren, nichtagrikole Produkte. Damit fällt
ein zweites 1/, der (jetzt fagonnierten) produits aus der Zirkulation in die
Konsumtion. Diese 1000 Millionen Geld nun in der Hand der classe sterile,
die damit Lebensmittel für 1000 Millionen vom Pächter kauft. Die zweiten
1000 Millionen, die der Pächter an den landlord gezahlt hat, in der Form
der Rente, fließen damit zu ihm zurück. Ändrerseits ist ein andres "/, seines
Produkts der classe sterile anheimgefallen, aus der Zirkulation in die Kon-
sumtion. Am Ende dieser ersten Bewegung also haben wir die 2000 Millio-
nen Geld wieder in der Hand des Pächters. Sie haben viererlei Zirkulations-
prozesse verrichtet.

Erstens dienten sie als Zahlungsmittel der Rente. In dieser fonction
zirkulieren sie keinen Teil des jährlichen Produkts, sondern sind nur.
zirkulierende Anweisung auf den der Rente gleichen Teil des produit
brut.

. Zweitens. Mit einer Hälfte der 2000 Millionen, mit 1000 Millionen kauft
der proprietaire Lebensmittel vom Pächter, realisiert also seine 1000 Mil-
lionen in Lebensmitteln. Der Pächter erhält in den 1000 Millionen Geld in
fact bloß die Hälfte der Anweisung zurück, die er dem landlord auf
2], seines Produkts gegeben hat. Diesmal zirkulieren die 1000 Millionen,
da sie als Kaufmittel dienen, Ware zu ihrem Betrag, die in die definitive
Konsumtion fällt. Dem landlord dienen die 1000 Millionen hier nur
als Kaufmittel; er rückverwandelt das Geld in Gebrauchswert (Ware, die
aber in. die definitive Konsumtion geht, die als Gebrauchswert gekauft
wird).

Betrachten wir bloß den vereinzelten Akt, so spielt das Geld für den
Pächter hier nur die Rolle, die es als Kaufmittel stets für den Verkäufer
spielt, nämlich die verwandelte Form seiner Ware zu sein. Der landlord
hat seine 1000 Millionen Geld in Getreide, der Pächter hat Getreide zum
Preis [von] 1000 Millionen in Geld verwandelt, den Preis realisiert:

Betrachten wir aber diesen Akt im Zusammenhang mit dem vorhergehenden
Zirkulationsakt, so erscheint das Geld hier nicht als bloße Metamorphose
der Ware des Pächters, nicht als goldnes Äquivalent seiner Ware. Diese
1000 Millionen Geld sind ja nur eine Hälfte der 2000 Millionen Geld, die
der Pächter dem |]423| landlord in der Form der Rente gezahlt hat. Er erhält
für 1000 Millionen in Ware zwar 1000 Millionen in Geld, aber er kauft
damit in der Tat nur das Geld zurück, worin er dem landlord die Rente zahlte,
oder der Landlord kauft mit 1000 Millionen, die er vom Pächter erhalten hat,
1000 Millionen Ware vom Pächter. Er zahlt dem Pächter mit dem vom Pächter
ohne Äquivalent! erhaltnen Geld.

Dies Rückströmen des Geldes zum Pächter läßt es d’abord?, im Zu-
sammenhang mit dem ersten Akt, nicht als einfaches Zirkulationsmittel für
ihn erscheinen. Dann aber ist es wesentlich verschieden vom Rückströmen
des Gelds zum Ausgangspunkt, soweit diese Bewegung einen Reproduk-
tionsprozeß ausdrückt.

Zum Beispiel: Der Kapitaliist oder, um das Charakteristische der kapi-
talistischen Reproduktion ganz wegzulassen, ein Produzent legt 100 !. aus
in Rohmaterial, Arbeitsinstrument und Lebensmittel für die Zeit, während
er arbeitet. Wir wollen voraussetzen, daß er den Produktionsmitteln nicht
mehr Arbeit hinzufügt, als er in den Lebensmitteln, seinem sich selbst
gezahlten Salair, ausgelegt hat. War das Rohmaterial etc. = 80 1., die auf-
gezehrten Lebensmittel = 20 I. und die zugesetzte Arbeit ditto = 20 I., so
ist das Produkt = 100 !. Verkauft er dasselbe wieder, so strömen ihm die
100 I. in Geld zurück usf. Dies Rückströmen des Geldes zu seinem Aus-
gangspunkt drückt hier nichts aus als die beständige Reproduktion. Die
bloße Metamorphose hier G-W- G, Verwandlung von Geldin Ware und
Rückverwandlung von Ware in Geld - dieser bloße Wechsel der Formen
Ware und Geld stellt hier zugleich den Reproduktionsprozeß dar. Ver-
wandlung des Geldes in Waren - Produktionsmittel und Lebensmittel; fer-
ner das Eingehn dieser Waren als Elemente in den Arbeitsprozeß, ihr Her-
auskommen aus demselben als Produkt; so Ware wieder als Resultat des
Prozesses, sobald nämlich das fertige Produkt wieder in den Zirkulations-
prozeß eingeht und damit wieder als Ware dem Geld gegenübertritt und
schließlich seine Rückverwandlung in Geld, da die fertige Ware nur wieder
gegen ihre Produktionselemente ausgetauscht werden kann, sobald sie sich
vorher in Geld verwandelt hat.

1 In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen -
5 u. .
" zunächst

Das beständige Rückströmen des Geldes zu seinem Ausgangspunkt
drückt hier nicht nur die formelle Verwandlung von Geld in Ware und
Ware in Geld aus — wie sie sich im einfachen Zirkulationsprozeß darstellt
oder im bloßen Warenaustausch -, sondern zugleich die beständige Reproduk-
tion der Ware auf.seiten desselben Produzenten.! Der Tauschwert (Geld) wird
gegen Waren verwandelt, die in die Konsumtion eingehn, als Gebrauchs-
werte vernutzt werden, aber [eingehn] in die reproduktive oder industrielle
Konsumtion, daher den ursprünglichen Wert wiederherstellen und daher
in derselben Geldsumme (beim obigen Beispiel, wo der Produzent nur arbei-
tet für seinen Lebensunterhalt) sich wieder darstellen. G- W- G zeigt hier
an, daß G sich nicht nur formell in W verwandelt, sondern W wirklich als
Gebrauchswert konsumiert wird, aus der Zirkulation in die Konsumtion
fällt, aber in die industrielle Konsumtion, so daß sein Wert sich in der
Konsumtion erhält und reproduziert, daher G wieder am Ende des Pro-
zesses zum Vorschein kommt, sich erhält in der Bewegung G-W-G.

Dagegen in dem obigen Rückströmen des Geldes vom landlord zum
Pächter findet kein Reproduktionsprozeß statt. Es ist, als hätte der Pächter
dem landlord Marken oder tickets für 1000 Millionen Produkte gegeben.
Sobald der landlord diese tickets auslöst, strömen sie zum Pächter zurück,
löst dieser sie wieder ein. Hätte der landlord sich die Hälfte der Rente gleich
in natura zahlen lassen, so hätte gar keine Geldzirkulation stattgefunden.
Die ganze Zirkulation hätte sich beschränkt auf einfachen Händewechsel,
Übergehn des Produkts aus der Hand des Pächters in die des landlords:
Erst gibt der Pächter statt der Ware dem landlord das Geld, und dann gibt
der landlord dem Pächter das Geld zurück, um die Ware selbst zu nehmen.
Das Geld dient dem Pächter als Zahlungsmittel an den landlord; es dient
dem landlord als Kaufmittel vis-A-vis dem Pächter. In der ersten Funktion
entfernt es sich von dem Pächter, in der zweiten kehrt es zu ihm zurück. .

Diese Art Rückströmung des Gelds zum Produzenten muß jedesmal
stattfinden, wo er, statt einen Teil seines Produkts, den Wert dieses Pro-
dukts in Geld an seinen Gläubiger zahlt; und als Gläubiger erscheint hier
ein jeder, der coproprietor?® seines surplus ist. Z.B.: Alle Steuern werden in
Geld von den Produzenten gezahlt. Das Geld ist hier für sie Zahlungsmittel
an den Staat. Der Staat kauft damit Waren von den Produzenten. Es wird
Kaufmittel in seiner Hand und strömt so zu den Produzenten zurück, im
Maß, wie ihre Waren von ihnen fortgehn.

1 in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen -
2 Miteigentümer i

Dies Moment der Rückströmung - diese eigentümliche, nicht durch die
Reproduktion bestimmte Rückströmung des Gelds - muß überall statt-
finden im Austausch von Revenue gegen Kapital. Was das Geld hier zurück-
strömen macht, ist nicht die Reproduktion, sondern die Konsumtion. Die
Revenue ist gezahlt in Geld; sie kann aber nur konsumiert werden in Waren.
Das Geld, das als Revenue erhalten ist von den Produzenten, muß also an
sie zurückgezahlt werden, um denselben Wertbetrag in Waren zu erhalten,
also um die Revenue zu konsumieren. Das Geld, worin Revenue gezahlt
wird, also Rente z.B. oder Zins oder Steuern {der industrielle Ka-
pitalist zahlt sich selbst im Produkt seine Revenue, oder aus dem Verkauf
des Produkts den Teil desselben, der seine Revenue bildet}, hat die all-
gemeine Form des Zahlungsmittels. Der, der die Revenue zahlt, est sup-
posel, von seinem Gläubiger einen Teil seines eignen Produkts erhalten zu
haben, z.B. der Pächter die ?/, des Produkts, die nach Quesnay die Rente
konstituieren. Er ist nur ihr nomineller oder de-facto-Besitzer.

Der Teil des Produkts des Pächters also, der seine Rente konstituiert,
bedarf zu seiner Zirkulation zwischen Pächter und landlord nur einer Geld-
summe gleich dem Wert des Produkts, obgleich dieser Wert zweimal zirku-
liert. Erst zahlt der Pächter die Rente in Geld; dann kauft der landlord mit
demselben Geld das Produkt. Das erste ist einfacher transfer von Geld, da
das Geld nur als Zahlungsmittel fungiert, also vorausgesetzt ist, daß die Ware,
wofür es gezahlt wird, sich schon im Besitz des Zahlenden befindet und
ihm nicht als Kaufmittel dient, er kein Äquivalent dafür erhält, dies Äqui-
valent vielmehr vorweg hat. Das zweite Mal dagegen wirkt es als Kaufmittel,
Zirkulationsmittel von Ware. Es ist, als hätte der Pächter mit dem Geld,
worin er seine Rente zahlt, dem landlord seinen Anteil am Produkt abge-
kauft. Der landlord mit demselben Geld, das er so vom Pächter erhalten
(der aber in der Tat es ohne Äquivalent weggegeben), kauft vom Pächter
das Produkt wieder zurück.

Dieselbe Geldsumme also, die von den Produzenten an die Besitzer von
Revenue in der Form des Zahlungsmittels verabreicht wird, dient den Be-
sitzern der Revenue als Kaufmittel für die Waren der Produzenten. Dieser
zweimalige Stellenwechsel des Gelds, aus der Hand des Produzenten in die
Hand des Besitzers der Revenue und aus der Hand des letztern rückwärts
in die Hand des Produzenten, drückt so nur einen einmaligen Stellenwechsel
der Ware aus, nämlich aus der Hand des Produzenten in die Hand des
Besitzers der Revenue. Da der Produzent est suppose, zu schulden dem

1 wie vorausgesetzt

Revenuebesitzer einen Teil seines Produkts, zahlt er ihm in der Geldrentein
der Tat nur nachträglich den Wert der bereits in seinen Besitz übergegang-
nen Ware. Die Ware befindet sich in seiner Hand. Aber sie gehört ihm
nicht. Mit dem Geld, das er in der Form der Revenue zahlt, kauft er sie
also in sein Eigentum ein. Die Ware wechselt daher nicht die Hand. Wenn
das Geld die Hand wechselt, so drückt dies nur den Wechsel des Eigentum-
titels an der Ware aus, die nach wie vor in der Hand des Produzenten bleibt.
Daher dieser zweimalige Stellenwechsel des Gelds bei bloß einmaligem
Händewechsel der Ware. Das Geld zirkuliert zweimal, um die Ware einmal
zirkulieren zu machen. Aber es zirkuliert auch nur einmal als Zirkulations-
mittel (Kaufmittel), während es das andre Mal als Zahlungsmittel zirkulierte,
bei dessen Zirkulation, wie ich früher entwickelt, kein gleichzeitiger Stellen-
wechsel von Ware und Geld stattfindet.

In der Tat, wenn der Pächter, außer seinem Produkt, kein Geld hat, so
kann er sein Produkt nur zahlen, nachdem er vorher seine Ware verkauft
hat, sie also schon ihre erste Metamorphose durchlaufen hat, bevor er sie als
Geld an den landlord fortzahlen kann. Auch dies eingerechnet, mehr Stellen-
wechsel auf seiten des Geldes als der der Ware. Erst wird W-G [vollzogen];
®2/, der Ware wird verkauft und in Geld verwandelt. Hier ist gleichzeitiger
Wechsel von Ware und Geld. Dann aber geht dies selbe Geld, ohne daß
Ware wechselt, aus der Hand des Pächters in die des landlords über. Hier ist
Stellenwechsel des Gelds ohne Stellenwechsel der Ware. Es ist dasselbe, als
hätte der Pächter einen copartner. Er hat das Geldangenommen, aber er muß
es teilen mit seinem copartner. Oder es ist für die ?/, vielmehr dasselbe, als
hätte ein servant! des Pächters das Geld angenommen. Dieser servant muß
es dem Pächter geben, kann es nicht in der eignen Tasche behalten. Das
Übergehn des Gelds aus einer Hand in die andre drückt hier gar keine
Metamorphose der Ware aus, sondern bloßen transfer des Geldes aus der
Hand seines unmittelbaren Besitzers in die Hand seines Eigentümers. Dies
kann also der Fall sein, wenn der erste Empfänger des Geldes bloß Kolpor-
teur des Geldes für his employer? ist. Dann ist das Geld auch nicht Zahlungs-
mittel, einfaches Übergehn aus der Hand des Empfängers, dem es nicht ge-
hört, in die Hand des Eigentümers.

Diese Art Stellenwechsel des Gelds hat mit der Metamorphose der Ware
absolut nichts zu tun, sowenig wie der Stellenwechsel, der aus bloßem Um-
wechseln einer Geldsorte gegen die andre hervorgeht. Aber beim Zahlungs-
mittel immer unterstellt, daß der Zahlende Ware erhalten hat, für die er

1 Diener - ? seinen Anwender

:nachträglich zahlt. Bei dem Pächter etc. hat er diese Ware nicht erhalten:
sie ist in seiner Hand, ehe sie in der Hand des landlords ist, und sie ist ein
Teil seines Produkts. Aber juristisch erhält er ihr Eigentum erst, indem er das
dafür erhaltne Geld dem landlord übergibt. Sein Rechtstitel an der Ware
wechselt; diese selbst findet sich nach wie vor in seiner Hand. Aber sie be-
fand sich erst in seiner Hand als Besitz, deren Eigentümer der landlord. Sie
befindet sich Jetzt in seiner Hand als sein eignes Eigentum. Der Wechsel der
juristischen Form, worin die Ware sich in derselben Hand befindet, hat
natürlich die Ware selbst nicht die Hand wechseln lassen.

### [2. Über die Geldzirkulation zwischen Kapitalist und Arbeiter]

### [a) Abgeschmackte Phrase
vom Ärbeitslohn als Vorschuß des Kapitalisten an den Arbeiter.
Bürgerliche Vorstellung vom Profit als Risikoprämie]

1425] {Man sieht hieraus zugleich, wie abgeschmackt die Phrase, den
Profit des Kapitalisten daraus „zu erklären“, daß er dem Arbeiter Geld vor-
schießt, bevor er die Ware in Geld verwandelt hat.

“ Erstens: Wenn ich Ware zu meiner Konsumtion kaufe, so erhalte ich
keinen „Profit“, weil ich der Käufer und der Besitzer der Ware der „Ver-
käufer“ ist, meine Ware die Form des Geldes hat und sich seine erst in Geld
verwandeln muß. Der Kapitalist zahlt die Arbeit erst, nachdem er sie kon-
sumiert hat, während andre Waren bezahlt werden, bevor sie konsumiert
sind. Dies entspringt aus der eigentümlichen Natur der Ware, die er kauft
und die in der Tat erst geliefert ist, nachdem sie konsumiert ist. Das Geld
tritt hier als Zahlungsmittel auf. Der Kapitalist hat sich stets die Ware
„Arbeit“ angeeignet, bevor er sie zahlt. Daß er sie aber nur kauft, um einen
Profit aus dem Wiederverkauf ihres Produkts zu machen, ist kein Grund,
daß er diesen Profit macht. Es ist ein Motiv. Und es hieße nichts als: Er
macht im Ankauf der Lohnarbeit einen Profit, weil er aus ihrem Wieder-
verkauf einen Profit machen will.

Zweitens: Aber er schießt doch dem Arbeiter den Teil des Produkts, der
ihm als Arbeitslohn zufällt, in der Form des Gelds vor und erspart diesem
so selbst die Mühe und das Risiko und die Zeit, den ihm als Salair gebühren-
den Teil der Ware selbst in Geld zu verwandeln. Soll der Arbeiter ihn nicht
für diese Mühe, dieses Risiko und diese Zeit zahlen? Also dafür weniger
vom Produkt empfangen, als ihm sonst zukäme?

Damit wird das ganze Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital über den
-Haufen geworfen und die ökonomische Rechtfertigung der surplus value
vernichtet. Das Resultat des Prozesses ist in der Tat, daß der fonds, woraus
der Kapitalist den Lohnarbeiter zahlt, in der Tat nichts als dessen eignes
Produkt ist und daß so faktisch Kapitalist und Arbeiter sich zu aliquoten
Teilen in das Produkt teilen. Aber dies faktische Resultat hat mit der Trans-
aktion zwischen Kapital und Lohn (worauf die ökonomische Berechtigung,
die aus den Gesetzen des Warenaustauschs selbst hervorgehende Berech-
tigung des Surplus beruht) absolut nichts zu schaffen. Was der Kapitalist
kauft, ist die temporäre Verfügung über das Arbeiisvermögen; er zahlt sie
erst, sobald dies Arbeitsvermögen gewirkt, sich in Produkt vergegenständ-
licht hat. Wie überall, wo das Geld als Zahlungsmittel wirkt, gehn hier
Kauf und Verkauf der realen Enntäußerung des Gelds von seiten des Käufers
voraus. Aber die Arbeit gehört dem Kapitalisten nach jener Transaktion, die
vorbei ist, ehe der wirkliche Produktionsprozeß beginnt. Die Ware, die als
Produkt aus diesem Prozeß herauskömmt, gehört ihm ganz. Er hat sie produ-
ziert mit ihm gehörigen Produktionsmitteln und von ihm gekaufter, wenn
auch noch nicht bezahlter -, also ihm gehöriger Arbeit. Es ist dasselbe, als
hätte er gar keine fremde Arbeit zu ihrer Produktion konsumiert.

Der Gewinn, den der Kapitalist macht, der Surpluswert, den er realisiert,
stammt eben daher, daß der Arbeiter ihm nicht in Ware realisierte Arbeit,
sondern sein Arbeitsvermögen selbst als Ware verkaufte. Wäre er ihm in der
ersten Form als Warenbesitzer gegenübergetreten !?®), so hätte der Kapitalist
keinen Gewinn machen, keinen Surpluswert realisieren können, danach dem
Gesetz der Werte sich Äquivalente austauschen, gleiche Quantität Arbeit
gegen gleiche Quantität Arbeit. Das Surplus des Kapitalisten stammt eben
daher, daß er nicht Ware von dem Arbeiter, sondern sein Arbeitsvermögen
selbst kauft und dies geringren Wert hat als das Produkt dieses Arbeitsver-
mögens oder, was dasselbe ist, sich in mehr vergegenständlichter Arbeit rea-
lisiert, als in ihm selbst realisiert ist. Aber nun, um den Profit zu recht-
fertigen, wird seine Quelle selbst verschüttet und die ganze Transaktion auf-
‚gegeben, aus der er entspringt. Weil in fact - sobald der Prozeß ein konti-
nuierlicher ist - der Kapitalist den Arbeiter nur aus seinem eignen Produkt
zahlt, der Arbeiter nur mit einem Teil seines eignen Produkts bezahlt wird,
die avance! also bloßer Schein ist, - heißt es nun: Der Arbeiter hatseinen
Anteil am Produkt dem Kapitalisten verkauft, bevor es in Geld verwandelt
war. (Vielleicht bevor es fähig war, in Geld verwandelt zu werden, denn ob-

t der Vorschuß

gleich sich die Arbeit des Arbeiters in einem Produkt materialisiert hat, ist
vielleicht nur noch ein Stück der vendible commodity! realisiert, z.B. Stück
eines Hauses.) So hört der Kapitalist auf, Eigentümer des Produkts zu sein,
und damit wird der ganzeProzeß aufgehoben, wodurch er sich fremde Arbeit
gratis angeeignet hat. Jetzt stehn sich also Warenbesitzer gegenüber. Der
Kapitalist hat das Geld, und der Arbeiter verkauft ihm nicht sein Arbeits-
vermögen, sondern Ware, nämlich den Teil des Produkts, worin seine eigne
Arbeit realisiert ist.

Er [der Arbeiter] wird ihm nun sagen: „Von diesen 5 Ibs. Twist z.B.
stellen ®/, capital constant vor. Die gehören dir. ?/,, also 2 Ibs., stellen meine
neuzugesetzte Arbeit vor. Du hast mir also 2 Ibs. zu zahlen. Du zahlst mir
also den Wert von 2 lbs.“ Und damit würde er nicht nur das Salair pocket?,
sondern auch den Profit, kurz eine Summe Geld gleich dem Quantum
der von ihm in Form von 2 Ibs. neuzugesetzter, materialisierter Arbeit.

„Aber“, sagt der Kapitalist, „hab’ ich nicht das capital constant vor-
geschossen?“

„Well“, sagt der Arbeiter, „dafür ziehst du 3 1bs. ab und zahlst mir
nur 2.“

„Aber“, insists the capitalist®, „du konntest deine Arbeit nicht materiali-
sieren, nicht spinnen, ohne meine Baumwolle und meine Spindel®! Dafür
mußt du extra zahlen.“

„Well“, sagt der Arbeiter, „die Baumwolle wäre verfault und die Spindel
verrostet, hätte ich sie nicht zum Spinnen vernutzt. Die 3 lbs. Twist,
die du abziehst, stellen zwar nur den Wert deiner Baumwolle und der Spin-
deln vor, die in den 5 ]bs. Twist konsumiert, also enthalten sind. Aber meine
Arbeit allein, indem sie diese Produktionsmittel als Produktionsmittel ver-
brauchte, hat den Wert von Baumwolle und Spindel erhalten. Für diese
Wert erhaltende Kraft meiner Arbeit chargiere ich dir nichts, weil sie mir,
außer dem Spinnen selbst, wofür ich die 2 !bs. habe, keine extra Arbeitszeit
gekostet hat. Es ist dies eine Naturgabe meiner Arbeit, die mich nichts
kostet, die aber den Wert des capital constant erhält. Sowenig ich dir dafür
chargiere, sowenig hast du mir dafür zu chargieren, daß ich ohne Spindel
und Wolle nicht hätte spinnen können. Ohne Spinnen wären aber deine
Spindel und Wolle keinen Pfifferling wert.“

Der in die Enge getriebne Kapitalist: „Die 2 lbs. Twist sind in der Tat
2 sh. wert. Soviel Arbeitszeit von dir repräsentieren sie. Aber ich soll sie dir

1 verkäuflichen Ware - ® einsacken - ? macht der Kapitalist geltend - * in der Hand-
schrift: meinen Webstuhl

zahlen, eh ich sie verkauft habe? Vielleicht verkaufe ich sie gar nicht. Das ist
Risiko Nr. I. Zweitens verkaufe ich sie vielleicht unter ihrem Preis. Das ist
Risiko Nr. II. Und drittens, unter allen Umständen, kostet es noch Zeit, sie
zu verkaufen. Soll ich für dich umsonst beide Risikos und den Zeitverlust
into the bargain! übernehmen? Umsonst ist der Tod.“

„Wait a bit“?, antwortet der Arbeiter, „welches ist unser Verhältnis?
Wir stehn uns als Warenbesitzer gegenüber, du als Käufer, wir als Verkäufer,
denn du willst uns unsren Anteil am Produkt, die 2 Ibs., abkaufen, und sie
enthalten in der Tat nichts als unsre eigne vergegenständlichte Arbeitszeit.
Nun behauptest du, wir müßten dir unsre Ware unter ihrem Wert verkaufen,
so daß du als Resultat mehr Wert in Ware erhältst, als du jetzt in Geld be-
sitzest. Der Wert unsrer Ware =2 sh. Du willst nur einen sh. dafür geben,
wodurch du - da I sh. soviel Arbeitszeit enthält als I Ib. T'wist - noch ein-
mal soviel Wert eintauschtest, als du austauschst. Wir dagegen erhielten
statt eines Äquivalents die Hälfte eines Äquivalents, statt eines Äquivalents
für 2 Ibs. nur ein Äquivalent für I Ib. Twist. Und worauf stützest du diese
Forderung, die dem Gesetz der Werte und des Austauschs der Waren im
Verhältnis ihrer Werte widerspricht? Worauf? Daß du Käufer und wir Ver-
käufer sind, daß unser Wert in der Form des Twistes, der Ware, und dein
Wertin der Form des Geldes besteht, derselbe Wert in der Form von Twist
demselben Wert in der Form von Geld gegenübersteht. Aber bester Freund!
Das ist ja ein bloßer Formwechsel, der die Darstellung des Wertes betrifft,
aber die Wertgröße unverändert läßt. Oder bist du der kindischen Ansicht,
daß jede Ware unter ihrem Preis verkauft werden muß, d.h. unter der Geld-
summe, die ihren Wert darstellt, weil sie in der Form des Geldes einen
größren Werterhält? Aber nein, Bester, sie erhält keinen größren Wert; ihre
Wertgröße ändert sich nicht, stellt sich nur rein als Tauschwert dar.

Bedenke sonst, Bester, welchen Unannehmlichkeiten du dich selbst aus-
setzt. Deine Behauptung kömmt nämlich darauf hinaus, daß der Verkäufer
die Ware immer unter ihrem Wert dem Käufer verkaufen muß. Bei dir war
es früher, als wir dir noch nicht unsre Ware, sondern unser Arbeitsvermögen
selbst verkauften, allerdings der Fall. Du kauftest es zwar zu seinem Wert,
aber du kauftest unsre Arbeit selbst unter dem Wert, worin sie sich darstellt.
Doch lassen wir diese unangenehme Erinnerung fahren. Wir sind gottlob
aus dieser Position heraus, seitdem wir dir - infolge deines eignen Ent-
schlusses - nicht mehr unser Arbeitsvermögen als Ware, sondern die Ware
selbst, die das Produkt unsrer Arbeit ist, zu verkaufen haben. Kommen wir

1 obendrein - ? „Halt mal“

zurück zu den Unannehmlichkeiten, denen du dich aussetzt. Das neu von
dir aufgestellte Gesetz, daß der Verkäufer für die Verwandlung seiner Ware
in Geld nicht mit seiner Ware, durch den Austausch seiner Ware gegen das
Geld zahlt, sondern daß er dafür zahlt, daß er die Ware inter ihrem Preis
verkauft - dies Gesetz, wonach der Käufer immer den Verkäufer prellt,
übervorteilt, muß für jeden Käufer und Verkäufer im selben Maß gelten.
Gesetzt, wir gehn auf deinen Vorschlag ein, aber unter der Bedingung, daß
du dich selbst dem von dir neu kreierten Gesetz fügst, nämlich dem Gesetz,
daß der Verkäufer einen Teil seiner Ware umsonst weggeben muß an den
Käufer dafür, daß dieser sie ihm in Geld verwandelt. Du kaufst also unsre
2 1bs., die 2 sh. wert sind, zu | sh. und profitierst so I sh. oder 100 p.c. Aber
nun befinden sich in deiner Hand 5 !bs. Twist zum Wert von 5 sh., nun,
nachdem du uns die uns gehörigen 2 lbs. abgekauft hast. Nun denkst du
einen guten Schnitt zu machen. Die 5 Ibs. kosten dir nur 4 sh., und du willst
sie zu 5 sh. verkaufen. ‚Halt!‘ sagt dein Käufer. ‚Deine 5 lbs. Twistsind Ware,
du bist Verkäufer. Ich besitze denselben Wert in Geld, ich bin Käufer. Also,
nach dem von dir anerkannten Gesetze muß ich 100 p.c. an dir profitieren.
Du mußt mir also die 5 lbs. Twist 50 p.c. unter ihrem Wert verkaufen, zu
2!/a sh. Ich gebe dir dann 2!/, sh. und erhalte dafür Ware zum Wert von 5 sh.
und profitiere so 100 p.c. an dir, denn was dem einen recht ist, ist dem
andern billig.‘

Du siehst also, bester Freund, wozu dein neues Gesetz führt; du hättest
bloß dich selbst geprellt, da du zwar einen Augenblick Käufer, aber nachher
wieder Verkäufer bist. Im gegebnen Fall würdest du als Verkäufer mehr
verlieren, denn du als Käufer gewonnen hast. Und besinne dich doch recht!
Ehe die 2 Ibs. Twist da waren, die du uns jetzt abkaufen willst, hast du
nicht vorher andre Käufe gemacht, ohne die die 5 lbs. Twist überhaupt
|426a| nicht zustande gekommen wären? Hast du nicht vorher Baumwolle
und Spindel gekauft, die jetzt in 3 lbs. Twist repräsentiert sind? Damals
traten dir der cotton jobber* in Liverpool und der throstle fabricant? in Old-
ham als Verkäufer gegenüber, du ihnen als Käufer; sie repräsentierten Ware,
du Geld - ganz dasselbe Verhältnis, worin wir augenblicklich die Ehre oder
den Verdrußhaben, einander gegenüberzustehn.Hättendichder sharpcotton
jobber? und dein jovialer comp£re* von Oldham nicht ausgelacht, wenn du
die Forderung gestellt, sie sollten dir einen Teil Baumwolle und Spindel
umsonst ablassen oder, was dasselbe, dir diese Waren unter ihrem Preis (und
ihrem Wert) verkaufen, weil du ihnen Ware in Geld, sie dir aber Geld in

1 Baumwolljobber - ? Spindelfabrikant - ® geriebene Baumwolljobber - * Kollege

Abschweifung * Tableau F.conomique nach Quesnay 295.

Ware verwandelten, weil sie Verkäufer, du Käufer? Sie riskierten nichts,
denn sie bekämen das bare Geld, den Tauschwert in reiner, selbständiger
Form. Dagegen du, welches Risiko! Erst aus Spindel und Baumwolle Twist
machen, alle Risikos des Produktionsprozesses durchlaufen und dann
schließlich das Risiko, den Twist wieder zu verkaufen, ihn in Geld zurück-
zuverwandeln! Das Risiko, ob er zu seinem Wert, über oder unter seinem
Wert sich verkaufen werde? Das Risiko, ihn gar nicht zu verkaufen, ihn gar
nichtin Geld zurückzuverwandeln; und as to its quality as T'wist, you didn’t
care a straw for it. You did not eat Twist, nor drink it, not have any use:
whatever for it except selling it!! Und jedenfalls der Zeitverlust, den Twist
wieder in Geld zu verwandeln, also implicite? Spindel und Wolle in Geld
zu verwandeln! ‚Old boy‘?, würden dir deine comp£res antworten, ‚don’t.
make a fool of yourselves. Don’t talk nonsense. What the devil do we care
what you propose turning our cotton and our spindles to? What use you
destine them for! Burn them, hang them, if you like, throw them to the dogs,
but pay them! T'he idea! We are to make you a present of our goods because
you have set up as a colton spinner, and seem not to feel quite at your ease
in that line of business, and magnify yourself its risks and perilous chances!
Give up cottonspinning, or don’t come into the market with such preposte-
rous ideas!**“

Auf diese Apostrophe der Arbeiter erwidert der Kapitalist vornehm
lächelnd: „Man sieht, daß ihr Leute es habt läuten hören, aber nicht wißt,
wo die Glocke hängt. Ihr sprecht von Dingen, die ihr nicht versteht. Glaubt
ihr, ich habe dem Liverpooler ruffian? und dem Oldham chap® bares Geld
gezahlt? The devil I did.” In Wechseln habe ich sie gezahlt und das cotton
des Liverpooler ruffian was in point of fact spun and sold before his bill fell
due®. Mit euch ist das was ganz andres. Ihr wollt bares Geld haben.“

„Very well“, sagen die Arbeiter, „und was taten der Liverpool ruffian
und der Oldham chap with your bills??“

1 in seiner Eigenschaft als Twist interessiert er dich blutwenig. Weder aßest du Twist,
noch trankst du ihn, noch hattest du irgendeine Verwendung für ihn als die, ihn zu ver-
kaufen! -? einschließlich -? ‚Alter Junge‘ - * ‚mach dich nicht zum Narren. Red keinen Un-
sinn. Was zum Teufel kümmern wir uns darum, was du mit unserer Baumwolle und mit
unseren Spindeln vorhast? Mach damit, was du willst! Verbrenn sie, zum Henker, wenn
du Lust hast, schmeiß sie den Hunden vor, aber bezahle sie! Welche Idee! Wir sollen dir
von unseren Sachen ein Geschenk machen, weil du dich als Baumwollspinner niedergelassen
hast und dich in diesem Geschäftszweig offenbar nicht ganz wohlfühlst und dir seine Risikos
und Gefahren aufbauschst! Gib die Baumwollspinnerei auf oder komm nicht mit solchen
Albernheiten auf den Markt!‘ -5 Kerl - ® Burschen -? Den Teufel habe ich:getan. - ® war
tatsächlich versponnen und verkauft, ehe sein Wechsel fällig wurde -° mit deinen Wechseln

„What they were doing therewith“, says the capitalist. „Stupid question!
They lodged them with their bankers and got them there discounted.“!

„Wieviel zahlten sie dem banker?“

„Let me see! Money is now very cheap. In think they paid something
like 3 p.c. discount; that is to say not 3 p.c. on the sum, but they paid so
much on the sum for the time the bill was running as would have come up
to 3 p.c. on the whole matter if the bill had run for a whole year.“

„Still better“, say the working men. „Pay us two sh., the value of our
commodity - or say 12 sh. as we have dealt to-day per day, but we will deal
per week. But take away from that sum 3 p.c. per annum for fourteen days.“

„But this bill is too small“, says the capitalist, „to be discounted by any
banker.“

„Well“, reply the working men, „we are 100 men. T'hus you have to pay
to us 1200 sh. Give us a bill for them. T'his makes 60 I. and is not too small
a sum to be discounted; but besides, as you discount it yourself the sum
must not be too small for you, since it is the identical sum whence you pre-
tend to derive your profit upon us.? Der Abzug wäre nicht nennenswert.
Und da wir so den größten Teil unsres Produkts ganz erhalten, wären wir
bald so weit, daß wir deines Diskonts nicht mehr bedürften. Wir werden dir
natürlich nicht mehr Kredit geben, als der stock jobber® dir gibt, für vier-
zehn Tage.“

Wird der Arbeitslohn (mit gänzlicher Umstülpung des Verhältnisses)
aus dem Diskont auf den ihnen [den Arbeitern] gehörigen Wertteil des Ge-
samtprodukts hergeleitet - daraus, daß der Kapitalist ihnen diesen Teil vor-
aus in Geld zahlt -, so müßte er ihnen sehr kurze Wechsel geben, wie er sie
zum Beispiel selbst zahlt dem cotton jobber etc. Der Arbeiter erhielte den

1 ‚Was sie damit taten“, sagt der Kapitalist. „Dumme Frage! Sie reichten sie ihren Ban-
kiers ein und bekamen sie dort diskontiert.“ - * „Augenblick mal! Geld ist jetzt sehr billig.
Ich denke, sie zahlten etwa 3 Prozent Diskonto; das bedeutet nicht 3 Prozent der Summe,
sondern sie zahlten soviel für die Laufzeit des Wechsels, wie einem Satz von 3 Prozent ent-
sprach, hätte die Laufzeit des Wechsels ein ganzes Jahr betragen.“ - „Um so besser“, sagen
die Arbeiter. „Zahle uns 2 sh., den Wert unserer Ware - oder, sagen wir, 12 sh., weil wir
heute pro Tag gerechnet haben, wir aber pro Woche rechnen wollen. Zieh aber von dieser
Summe 3 Prozent Jahreszins für vierzehn Tage ab.“ - „Aber dieser Wechsel ist zu klein“,
sagt der Kapitalist, „um von irgendeinem Bankier diskontiert zu werden.“ - „Schön“, er-
widern die Arbeiter, „wir sind 100 Mann. Demnach hast du uns 1200 sh, zu zahlen. Gib
uns darüber einen Wechsel. Das macht 60 I. und ist keine zu kleine Summe, um diskon-
tiert zu werden; überdies jedoch, da du sie selber diskontierst, sollte die Summe für dich gar
nicht zu klein sein, weil sie genau die gleiche Summe ist, von der du angeblich deinen Profit
aus uns ziehst. - ? Börsenjobber

größten Teil seines Produkts, und der Kapitalist hätte bald aufgehört, Kapi-
talist zu sein. Aus dem Eigentümer des Produkts wäre er den Arbeitern
gegenüber nur zum Bankier geworden.

Übrigens, wie der Kapitalist das Risiko hat, die Ware unter ihrem |]427|
Wert zu verkaufen, hat er ebenso die Chance, sie über ihrem Wert zu ver-
kaufen. Ist das Produkt unverkaufbar, so wird der Arbeiter auf die Straße
geworfen. Fällt es für längre Zeit unter den Marktpreis, so wird sein Arbeits-
lohn unter den Durchschnitt herabgesetzt und short time! gearbeitet. Er hat
also das größte Risiko.

Drittens: Es fällt niemand ein, daß der Pächter, weil er die Rente in Geld
zu zahlen hat, oder der industrielle Kapitalist, weil er den Zins in Geld zu
zahlen hat - also, um sie zu zahlen, sein Produkt vorher in Geld verwandelt
haben muß - deswegen einen Teil seiner Rente oder seines Zinses abziehn

kann.‘

### [B) Waren, die der Arbeiter vom Kapitalisten kauft.
Rückströmen des Geldes, wobei keine Reproduktion stattfindel]

In dem Teil des Kapitals, der zwischen capitaliste industriel und Arbeiter
zirkuliert (also dem Teil des zirkulierenden Kapitals, der gleich dem varia-
blen Kapital), findet auch eine Rückströmung des Geldes statt zu scinem
Ausgangspunkt. Der Kapitalist zahlt dem Arbeiter den Arbeitslohn in Geld;
der Arbeiter kauft damit Ware vom Kapitalisten, und so strömt das Geld
zurück zum Kapitalisten. (In der Praxis zum Bankier des Kapitalisten. Aber
in der Tat vertreten die bankers das Gesamtkapital den einzelnen Kapita-
listen gegenüber, das Gesamtkapital, soweit es als Geld sich darstellt.) Diese
Rückströmung drückt an sich keine Reproduktion aus. Der Kapitalist kauft
mit Geld Arbeit vom Arbeiter, der Arbeiter kauft mit demselben Geld Ware
vom Kapitalisten. Dasselbe Geld erscheint zuerst als Kaufmittel der Arbeit,
später als Kaufmittel der Ware. Daß es zum Kapitalisten zurückströmt,
[kommt] daher, daß er zuerst als Käufer und dann wieder, gegenüber den-
selben parties?, als Verkäufer erscheint. Als Käufer entfernt essich von ihm,
als Verkäufer kehrt es zu ihm zurück. Der Arbeiter dagegen erscheint zu-
erst als Verkäufer und dann als Käufer, also erst erhält er das Geld, und
dann gibt er es aus, während der Kapitalist ihm gegenüber es erst ausgibt
und dann einnimmt.

Bei dem Kapitalisten findet hier die Bewegung G-W- G statt. Er kauft
mit Geld Ware (Arbeitsvermögen); mit dem Produkt dieses Arbeitsvermö-

1 verkürzt - * Beteiligten

sens (Ware) kauft er Geld, oder er verkauft dies Produkt wieder an seinen
ehemaligen Verkäufer!, den Arbeiter. Der Arbeiter dagegen stellt die Zirku-
lation W-G-W vor. Er verkauft seine Ware (Arbeitsvermögen), und mit
dem Geld, wofür er sie verkauft” hat, kauft er einen Teil seines eignen Pro-
dukts (Ware) wieder zurück. Man könnte zwar sagen: Der Arbeiter ver-
kauft Ware (Arbeitsvermögen) für Geld, gibt dies Geldin Ware aus und ver-
kauft sein Arbeitsvermögen dann wieder, so daß er ebenfalls G-W-G vor-
stellt; und man ebensogut -, da das Geld beständig zwischen ihm und dem
Kapitalisten fluktuiert, je nachdem man sich auf die Seite des einen oder
des andren stellt, - sagen könnte: er sowohl wie der Kapitalist stelle die Be-
wegung G-W-G vor. Indes ist der Kapitalist der Käufer. Die Erneurung
des Prozesses geht von ihm, nicht von dem Arbeiter aus, während das Rück-
strömen des Geldes notwendig, da der Arbeiter Lebensmittel kaufen muß.
Es zeigt sich darin, wie in allen Bewegungen, wo G-W-G die Form der
Zirkulation auf der einen Seite und W-G-W die Form auf derandren ist,
daß der Zweck des Austauschprozesses auf der einen Seite Tauschwert,
Geld, und daher seine Vermehrung, auf der andren Seite Gebrauchswert,
Konsumtion ist. Dies findet auch bei dem Rückströmen des Geldes im erst-
gedachten Fall statt, wo G-W- G auf Seite des Pächters ist, W- G-W auf
Seite des landlords, in Anbetracht, daß das G, womit er vom Pächter kauft,
die Geldform der Grundrente, also schon das Resultat von W-G, die ver-
wandelte Form des dem landlord au fond® in natura gehörigen Teils des
Produkts ist.

Dies G - W- G, wo es zwischen Arbeiter und Kapitalist bloßer Ausdruck
des Rückströmens des Geldes für das von ihm in Arbeitslohn ausgelegte
Geld ist, drückt an und für sich keinen Reproduktionsprozeß aus, sondern
nur, daß der Käufer denselben parties gegenüber wieder Verkäufer wird.
Auch drückt es nicht das Geld als Kapital aus, so nämlich, daß [wie bei]
G-W-G’ daszweite G’ eine größre Geldsumme wäre als das erste G, also G
sich verwertenden Wert (Kapital) darstellte. Vielmehr ist es bloß Ausdruck
der formellen Rückströmung derselben Geldsumme (oft noch weniger) zu
ihrem Ausgangspunkt. (Unter Kapitalist ist hier die Kapitalistenklasse, of
course*, zu verstehn.) Es war also falsch von mir, im ersten Teil!” zu sagen,
daß die Form G-W-G durchaus =G-W- G’ sein müsse. Sie kann die
bloße Form der Rückströmung des Geldes ausdrücken, wie ich dort selbst
schon angedeutet, indem ich das Zirkellaufen des Geldes zum selben Aus-
gangspunkt daraus erklärt, daß der Käufer wieder Verkäufer wird.®!

1 In der Handschrift: Käufer - ? in der Handschrift: gekauft - ° im Grunde - * natürlich

Es ist nicht durch diese Rückströmung, daß der Kapitalist sich bereichert.
Er hat z.B. 10 sh. für Arbeitslohn gezahlt. Für diese 10 sh. kauft der Ar-
heiter Ware von ihm. Er hat dem Arbeiter Ware für 10 sh. für sein Arbeits-
vermögen gegeben. Hätte er ihm Lebensmittel zum Preis von lO sh. in
natura gegeben, so fände gar keine Geldzirkulation, also auch keine Rück-
strömung des Gelds statt. Dies Phänomen der Rückströmung hat also nichts
mit der Bereicherung des Kapitalisten zu tun, die nur daraus hervorgeht,
daß im Produktionsprozeß selbst der Kapitalist mehr Arbeit aneignet, als er
in Salair ausgegeben hat, und daß daher sein Produkt größer als die Pro-
duktionskosten seines Produkts, während das Geld, was er dem Arbeiter
zahlt, in keinem Fall weniger! sein kann als das Geld, womit der Arbeiter
Ware von ihm kauft. Diese formelle Rückströmung hat hier sowenig mit der
Bereichrung zu tun, drückt also sowenig ||428] G als Kapital aus, wiein dem
Rückströmen des in Rente, Zins und Steuer ausgelegten Geldes zu dem
Zahler der Grundrente?, Zinses, Steuer eine Vermehrung oder Ersetzung
des Werts enthalten ist.

G-W-G, soweit es das formelle Rückströmen des Geldes zum Kapitali-
sten darstellt, drückt nur aus, daß seine in Geld ausgestellte Anweisung in
seiner eignen Ware realisiert worden ist.

Als Beispiele der falschen Auslegung dieser Geldströmung - dieses
Rücklaufs des Geldes zu seinem Ausgangspunkt - sieh oben Destutt de
Tracy?. Als zweites Beispiel, mit besondrer Anwendung auf die Geldzirku-
lation zwischen Arbeiter und Kapitalist, hier nachher Bray!%! zu zitieren.
Endlich in bezug auf den geldausleihenden Kapitalisten Proudhont.

Diese Form der Rückströmung G-W-G überall, wo der Käufer wieder
Verkäufer, also bei dem ganzen Handelskapital, wo alle Kaufleute gegen-
einander kaufen, um zu verkaufen, und verkaufen, um zu kaufen. Es ist
möglich, daß der Käufer - G - die Ware, Reis z.B., nicht teurer verkaufen
kann, als er sie gekauft hat; er muß sie vielleicht unter ihrem Preis verkaufen.
So fände hier nur einfaches Rücklaufen des Gelds statt, weil der Kauf in
Verkauf umschlägt, ohne daß das G sich als verwertender Wert, [als] Kapital
bewährt hätte.

Ebenso z.B. in dem Austausch von konstantem Kapital. Der Maschinist
kauft Eisen vom Eisenproduzent und verkauft Maschine an ihn. In diesem
Falle fließt das Geld zurück. Es wurde ausgegeben als Kaufmittel von Eisen.
Es dient dann dem Eisenmann als Kaufmittel für Maschine und fließt so

2 In der Handschrift: größer - ® in der Handschrift: Geldrente — ? siehe vorl. Band,
S.240-252 und Band 24 unserer Ausgabe, 5.476-484 - * siehe vorl. Band, S. 300/301

zum Maschinisten zurück. Für das ausgegebne Geld hat er das Eisen [er-
halten], für das eingenommne Geld hat er die Maschine ausgegeben. Dasselbe
Geld hat hier seinen doppelten Wert zirkuliert. Z.B. mit 1000 I. kaufte der
Maschinist Eisen; mit denselben 10001. kauft der Eisenproduzent Maschine-
rie. Der Wert des Eisens und der Maschinerie zusammen = 2000 I. Aber so
müssen sich in Bewegung 3000 I. befinden: 1000. Geld, 1000 I. Maschine
und 1000 I. Eisen. Tauschten die Kapitalisten in natura aus, so wechselten
die Waren die Hände, ohne daß ein farthing zirkulierte.

Dasselbe, wenn sie in Abrechnung gegeneinander stehn und das Geld
ihnen als Zahlungsmittel dient. Zirkuliert Papiergeld oder Kreditgeld (Bank-
noten), so ändert das eins an der Sache. Es existieren jetzt noch 1000 7. in
Banknoten, aber sie haben keine intrinsic values!. Jedenfalls existieren auch
hier 3[mal 1000 Z.]: 1000 I. Eisen, 1000 Z. Maschinen, 1000 /. in Banknoten.
Aber diese 3[mal 1000 I.] existieren nur, wie im ersten Fall, weil der Ma-
schinist 2[mal 1000 Z.] hatte, Maschine für 1000 I. und Geld - in Gold und
Silber oder Banknoten - für 1000 !. In beiden Fällen gibt ihm der Eisen-
mann nur Nummer zwei (das Geld) zurück, weil er es überhaupt nur er-
hielt, weil der Maschinist als Käufer nicht direkt wieder Verkäufer? wurde,
die erste Ware, das Eisen, nicht in Ware gezahlt hatte und es daher in Geld
zahlte. Sobald er esin Ware zahlt, d.h. Ware verkauft an den Eisenmann,
gibt dieser ihm das Geld zurück. Weil nicht doppelt gezahlt wird, einmal
in Geld und zweitens in Ware.

In beiden Fällen repräsentiert das Gold oder die Banknote die ver-
wandelte Form einer früher vom Maschinisten gekauften? Ware oder vom
andren gekauften® Ware oder auch in Geld verwandelten, wenn auch nicht
gekauften Ware (wie bei der Revenue), die der landlord® vertritt (seine Vor-
fahren etc.) 9”. Hier drückt das Rückströmen des Gelds also nur aus, daß
[der], der das Geld für Ware ausgegeben, in die Zirkulation geworfen, das
Geld durch den Verkauf einer andren Ware, die er in die Zirkulation wirft,
wieder aus derselben zurückzieht.

Dieselben eben gesetzten 1000 /. könnten durch 40, 50 Hände in einem
Tag laufen zwischen Kapitalisten, und nur Kapital von dem einen auf den
andren übertragen. Maschine zum Eisenmann, Eisen zum Bauer, Getreide
zum Starch- oder Spiritusfabrikanten, usw. Schließlich könnten sie wieder
in die Hand des Maschinisten fallen, von diesem zum Eisenproduzenten etc.
und so über 40000 /. Kapital zirkulieren, wobei sie beständig wieder zurück-

1 inneren Werte - * in der Handschrift: Käufer — ? in der Handschrift: verkauften —
% in der Handschrift: Maschinist - ® Stärke

strömen könnten zu ihrem Äusgeber. Herr Proudhon schließt daraus, daß
der Teil des mit diesen 40000 I. gemachten Profits, der sich in Geldzins
auflöst, also von den verschiednen Kapitalisten gezahlt wird - z.B. vondem
Maschinisten an den Mann, der ihm 1000 !. gepumpt, von dem Eisenprodu-
zenten an den, der ihm 1000 /. gepumpt, die er längst in Kohlen etc. aus-
gegeben oder in Arbeitslohn usw. -, daß diese 1000 !. den ganzen Zins ab-
werfen, den die 40000 !. einbringen. Wäre dies also 5 p.c., so 2000 !. Zins.
Wonach er richtig herausbekommt, daß die 1000 I. 200 p.c. eingebracht
haben. Und der ist Kritiker der Ökonomie par excellence!*

Obgleich aber G-W- G, wie es die Geldzirkulation zwischen Kapitalist
und Arbeiter darstellt, an und für sich keinen Akt der Reproduktion anzeigt,
so doch die beständige Wiederholung dieses Akts, die Kontinuität der Rück-
strömung. Es kann überhaupt kein Käufer beständig als Verkäufer auf-
treten ohne Reproduktion der Waren, die er verkauft. Zwar gilt dies für alle,
die nicht von Rente oder Zins oder Steuern leben. Aber bei einem Teil fin-
det, wenn der Akt vollendet sein soll, stets die Rückströmung G-W-G statt,
wie beim Kapitalisten im Verhältnis zum Arbeiter oder landlord oder Ren-
tier (nach dieser Seite die bloße Rückströmung). Bei dem andren Teil ist
der Akt vollendet, wenn er Ware gekauft, also W- G-\W durchlaufen hat,
wie beim Arbeiter. Es ist dieser Akt, den er beständig erneuert. Seine Initia-
tive ist beständig als Verkäufer, nicht als Käufer. Dasselbe für die ganze
Geldzirkulation, | die bloß Verausgabung von Revenue anzeigt. Der

* 1437| Die früher angedeutete Stelle von Proudhon lautet: „Die Summe der
Hypothekenschulden beträgt nach den am besten unterrichteten Autoren 12 Milliarden,
(nach andren 16 milliards); die der Schuldverschreibungen mindestens 6, die an stille
Teilhaber ungefähr 2, die Staatsschuld 8 Milliarden, zusammen 28 Milliarden. Alle
diese Schulden, man beachte das, rühren von Geld her, das zu 4, 5, 6, 8, 12, bis zu
15 % geborgt oder als geborgt betrachtet wurde. Ich nehme als Durchschnitt des
Zinses der ersten drei Kategorien 6% an; das macht auf 20 Milliarden 1200 Mil-
lionen. Dazu rechne man die Verzinsung der Staatsschuld, ungefähr 400 Millionen; zu-
sammen 1600 Millionen jährliche Zinsen für ein Kapital von I Milliarde.“ [p. 152.] Also
160%. Denn „die Summe des Bargelds, das in Frankreich, ich will nicht sagen
vorhanden ist, aber zirkuliert, den Kassenbestand der Bank einbegriffen, übersteigt nach
den verbreitetsten Schätzungen nicht I Milliarde“ (p.151). „Ist der Tausch beendet, so
wird das Geld wieder verfügbar und daher fähig, von neuem ausgeliehen zu werden...
Daraus, daß das Geldkapital von Tausch zu Tausch stets zu seiner Quelle zurückkehrt,
folgt, daß die Wiederverleihung stets von derselben Hand vollzogen, immer derselben
Person Gewinn bringt.“ (p. 153, 154.) „Gratuite du credit. Discussion entre M. Fr. Bastiat
et M.Proudhon“, Paris 1850181. ]

:Kapitalist selbst z.B. verißt jährlich ein gewisses Quantum. Er hat seine
Ware in Geld verwandelt, um dies Geld für Waren auszugeben, die er
definitiv konsumieren will. Hier ist es W-G-W, und es findet keine
Rückströmung zu ihm statt, sondern sie findet zu dem Verkäufer statt
(dem shopkeeper? z.B.), dem die Verausgabung der Revenue sein Kapital
ersetzt.

Nun haben wir gesehn, daß ein Austausch, eine Zirkulation von Revenue
gegen Revenue stattfindet. Der Metzger kauft Brot vom Bäcker?; der Bäcker?
Fleisch vom Metzger; beide verzehren ihre Revenue. Das Fleisch, das der
Metzger selbst, und das Brot, das der Bäcker selbst ißt, zahlen sie nicht.
Diesen Teil der Revenue verzehrt jeder von ihnen in natura. Es ist aber
möglich, daß das Fleisch, das der Bäcker vom Metzger kauft, diesem nicht
Kapital, sondern Revenue ersetzt, den Teil seines verkauften Fleischs, der
nicht nur seinen Profit darstellt, sondern den Teil seines Profits, den er als
Revenue selbst aufessen will. Das Brot, das der Metzger vom Bäcker kauft,
ist auch Verausgabung seiner Revenue. Stehn beide in Rechnung, so hat
einer oder der andre nur die Bilanz zu zahlen. Für den balancierten Teil
ihrer wechselseitigen Käufe und Verkäufe findet keine Geldzirkulation statt.
Aber gesetzt, der Bäcker habe die Bilanz zu zahlen und diese Bilanz stelle
für den Metzger Revenue vor. So verausgabt er das Geld des Bäckers in
andren Konsumtionsartikeln. Gesetzt, es seien 10 /., die er beim Schneider
ausgibt. Stellen diese 10. für den Schneider Revenue vor, so verausgabt
er sie in ähnlicher Weise. Er kauft wieder Brot damit etc. Damit fließt das
Geld zum Bäcker zurück, aber nicht mehr als Ersatz von Revenue, sondern
von Kapital.

Eine Frage, die noch aufgeworfen werden kann: In G -W- G, wieesder
Kapitalist vollzieht, wie es sich selbst verwertenden Wert vorstellt, zieht
der Kapitalist mehr Geld aus der Zirkulation heraus, als er in sie hinein-
wirft. (Das war es, was eigentlich der Schatzbildner wollte, was ihm aber
nicht gelang. Denn er zieht [nicht]? mehr Wert in der Form von Gold und
Silber aus der Zirkulation, als er in der Form von Waren in sie hineinwarf.
Er besitzt mehr Wert in der Form von Geld, während er früher mehr Wert
in der Form von Ware besaß.) Die sämtlichen Produktionskosten seiner
Ware = 1000 1. Er verkauft sie für 12007., weil = 20 Prozent =!/,unbezahlte
Arbeit in seiner Ware jetzt steckt, die er nicht bezahlt hat, wohl aber ver-
kauft. Wie ist das nun möglich, daß die sämtlichen Kapitalisten, die indu-
strielle Kapitalistenklasse beständig mehr Geld aus der Zirkulation heraus-

1 Krämer - ? in der Handschrift: butcher — ® in der Handschrift unleserlich

zieht, als sie hineinwirft? Zunächst kann auf der andren Seite gesagt werden,
daß er beständig mehr hineinwirft als herauszieht. Sein capital fixe mußte
bezahlt werden. Aber er verkauft es nur im Maß seiner Konsumtion, nur
stückweis. Es geht immer nur zu einem viel geringren Teil in den Wert der
Ware ein, während es ganz in den Produktionsprozeß der Ware eingeht.
Zirkuliert es 10 Jahre, so nur */;, davon jährlich in die Ware eingehend, und
für die übrigen ?/, zirkuliert kein Geld, da sie überhaupt nicht in der Form
der Ware in Zirkulation treten. Dies ist eins.

Dies Problem wollen wir später betrachten!” und einstweilen zu Ques-
nay zurückkehren.

Aber vorher noch eins. Das Rückströmen der Banknoten zu einer Bank,
die diskontiert oder auch advances! in Noten macht, ist ein ganz andres
Phänomen als die bisher betrachteten Rückläufe des Gelds. In diesem Fall
wird die Verwandlung der Ware in Geld antizipiert. Sie erhält die Geld-
form, bevor sie verkauft, vielleicht bevor sie produziert ist. Vielleicht ist sie
auch schon verkauft (für Wechsel). Jedenfalls ist sie noch nicht bezahlt, noch
nicht in Geld rückverwandelt. Diese Verwandlung wird also in jedem Fall
antizipiert. Sobald sie verkauft ist (oder verkauft sein soll), strömt das Geld
zur Bank zurück, entweder in ihren eignen Noten, die dann aus der Zirku-
lation zurückkehren, oder in fremden Noten, die dann gegen ihre eignen
ausgetauscht werden (unter den bankers), so daß dann beide Noten der
Zirkulation entzogen werden, zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren, oder
in Gold und Silber. Wird dies Gold und Silber verlangt für die Noten der
Bank, die sich in dritten Händen befinden, so kehren die Noten zurück. Wird
die Note nicht konvertiert, so zirkuliert soviel weniger Gold und Silber, das
jetzt statt der Note im Reservoir der Bank liegt.

In allen diesen Fällen ist der Prozeß der: Das Dasein des Gelds (die Ver-
wandlung der Ware in Geld) war antizipiert. Sobald sie sich nun wirklich
in Geld verwandelt, verwandelt sie sich zum zweitenmal in Geld. Dieses ihr
zweites Dasein als Geld kehrt aber zurück, löst aus, ersetzt ihr erstes Dasein
als Geld, kehrt aus der Zirkulation zur Bank zurück. Es ist vielleicht dieselbe
identische Notenmasse, die das zweite Dasein als Geld ausdrückt, wie sie das
erste ausdrückte. Der Wechsel wurde z.B. einem Twistfabrikanten diskon-
tiert. Er erhielt den Wechsel vom Weber. Er zahlte mit den 1000 !. Kohle,
Baumwolle etc. Die verschiednen Hände, durch die diese Noten zur Zah-
lung ihrer Waren laufen, legen sie zuletzt in Leinwand aus, und so kommen
die Noten an den Weber, der am Verfalltag den Spinner mit den identischen

* Vorschüsse

Noten zahlt, der sie auf die Bank zurückbringt. Es ist gar nicht nötig, daß
die zweite (postume) Verwandlung der Ware in Geld - nach ihrer antizi-
pierten V[erwandlung] - |[430| in andrem Geld geschieht als die erste. Und
so scheint es, daß der Spinner in der Tat nichts bekommen hat, denn er hat
Noten geliehn, und das Ende des Prozesses ist, daß er sie zurückerhält und
dem Ausgeber die Note zurücklegt. In der Tat hat aber diese identische
Note während der Zeit als Zirkulationsmittel und Zahlungsmittel gedient,
und der Spinner hat teils seine Schulden damit bezahlt, teils die zur Re-
produktion des Twists nötigen Waren damit gekauft und so ein surplus
(durch die Exploitation des Arbeiters) realisiert, von dem er nun einen Teil
der Bank zurückzahlen kann. Auch in Geld, da ihm mehr Geld zurück-
geströmt ist, als er verausgabt, vorgeschossen, ausgelegt hatte. Wie? fällt
wieder in die einstweilen suspendierte Frage.

### [3. Zirkulation zwischen Pächter und Manufakturist
nach dem Tableau Economiquel

Also zu Quesnay zurück. Wir kommen jetzt zum 3ten und 4ten Zirku-
lationsakt.

P (der landlord) kauft für 1000 Millionen Manufakturwaren von S (sterile
Klasse, manufacturier)!! (Strich a—c im tableau!®?!). Hier zirkuliert das
Geld, 1000 Millionen, Ware zu gleichem Betrag. {Weil einmaliger Aus-
tausch stattfindet. Kaufte der P nach und nach von S und erhielte er ebenso
nach und nach seine Rente von F (dem farmer), so könnten die 1000 Mil-
lionen Manufakturwaren z.B. mit 100 Millionen gekauft werden. Denn P
für 100 Millionen Manufakturwaren von S, S für 100 Millionen Lebens-
mittel von F, F zahlt 100 Millionen Rente an P; und wenn dies 10mal
geschehn, so wären für 1Omal 100 Millionen Waren von SanP, von FanS
und für IOmal 100 Millionen Rente von F an P übergegangen. Die ganze
Zirkulation hätte sich dann mit 100 Millionen gemacht. Zahlt F aber auf
einmal die Rente, so könnten von den 1000 Millionen, die nun im Besitz
von 5 und den 1000 Millionen, die wieder im Besitz von F, ein Teil im
Kasten ruhn und ein Teil zirkulieren.} Ware zu 1000 Millionen ist jetzt von
dem S auf P übergegangen, dagegen Geld zu 1000 Millionen von P auf S.
Es ist einfache Zirkulation. Geld und Ware wechseln nur die Hand in um-
gekehrter Richtung. Aber außer den 1000 Millionen Lebensmittel, die der

Pächter an P verkauft hat und die so in die Konsumtion gefallen sind, sind

1000 Millionen Fabrikwaren, die S an P verkauft, in die Konsumtion ge-
fallen. Diese existierten vor der neuen Ernte; was zu merken. (Sonst könnte
P sie nicht mit dem Produkt der neuen Ernte kaufen.)

S seinerseits nun kauft mit den 1000 Millionen Lebensmittel von F
[Strich c—dim Tableau]. Es ist nun ein zweites !/, des produit brut! aus der
Zirkulation in die Konsumtion gefallen. Zwischen S und F wirken die
1000 Millionen als Zirkulationsmittel. Aber zugleich finden hier zwei Er-
scheinungen statt, die nicht in dem Prozeß zwischen S und P wirken. In
diesem Prozeß hat S einen Teil seines Produkts, für 1000 Millionen Manu-
fakturwaren, wieder in Geld verwandelt. Aber in dem Austausch mit F ver-
wandelt er das Geld wieder in Lebensmittel, bei Quesnay gleich Salair, er-
setzt also sein in Arbeitslohn ausgelegtes und konsumiertes Kapital damit.
Diese Rückverwandlung der 1000 Millionen in Lebensmittel drückt bei P
bloß Konsumtion aus, bei S industrielle Konsumtion, Reproduktion, denn
er verwandelt einen Teil seiner Ware wieder in eines ihrer Produktions-
elemente - Lebensmittel. Die eine Metamorphose der Ware, ihre Rück-
verwandlung aus Geld in Ware, drückt hier also zugleich den Beginn ihrer
wirklichen, nicht nur formellen Metamorphose aus, den Beginn ihrer Re-
produktion, den Beginn ihrer Rückverwandlung in ihre eignen Produktions-
elemente. Es ist hier zugleich Metamorphose des Kapitals. Dagegen für P
wird die Revenue nur aus der Form Geld in die Form Ware verwandelt.
Dies drückt bloße Konsumtion aus.

Zweitens aber, indem S für 1000 Millionen Lebensmittel von F kauft,
retournieren zu F die zweiten 1000 Millionen, die er als Geldrente an P ge-
zahlt. Sie retournieren aber nur zu ihm, weil er sie mit einem Äquivalent
von Ware zu 1000 Millionen wieder aus der Zirkulation zurückzieht, zu-
rückkauft. Es ist dasselbe, als ob der landlord von ihm für 1000 Millionen
Lebensmittel (außer den ersten 1000 Millionen) gekauft, d.h. den zwei-
ten Teil seiner Geldrente vom farmer in Ware sich hätte liefern und diese
Ware nun gegen S’s Ware ausgetauscht hat. S lifts only for P the second part
of the 2000 Millions in commodities which F has paid to P in money.? Fände
Naturalzahlung statt, so hätte F dem P für 2000 Millionen Lebensmittel ge-
geben; P 1000 Millionen selbst davon verzehrt und die andren 1000 Mil-
lionen Lebensmittel mit S für dessen Manufakturwaren ausgetauscht. In
diesem Fall hätte nur stattgefunden: 1. transfer der 2000 Millionen Lebens-
mittel von F anP; 2. Tauschhandel zwischen P und S, worin der eine für

1 Bruttoprodukts - * S erhebt nur für P den zweiten Teil der 2000 Millionen in Waren,
die FanP in Geld gezahlt hat.

1000 Millionen Lebensmittel austauscht gegen 1000 Millionen Manufaktur-
waren et vice versa.

Statt dessen haben 4 Akte stattgefunden: |]431| I: transfer von 2000 Mil-
hionen Geld von F zuP; 2.P kauft für 1000 Millionen Lebensmittel von F:
das Geld strömt zu F zurück, dient als Zirkulationsmittel; 3. P kauft für
1000 Millionen Geld Manufakturwaren von S; das Geld wirkt als Zir-
kulationsmittel, wechselt die Hand in umgekehrter Richtung mit der Ware:
4. S kauft für die 1000 Millionen Geld Lebensmittel von F; das Geld wirkt
als Zirkulationsmittel. Es zirkuliert für S zugleich als Kapital. Es strömt
zu F zurück, weil jetzt die zweiten 1000 Millionen Lebensmittel are lifted!,
worauf der landlord eine Anweisung von ihm besaß. Das Geld strömt ihm
aber nicht direkt vom Landlord zurück, sondern erst nachdem es als Zir-
kulationsmittel zwischen P und S gedient und vorher, before it Jifts the
1000 millions of victual, has on its passage lifted 1000 millions in manu-
factures, and transferred them from the manufacturer to the landlord. The
conversion of his commodity into money (in the exchange with the landlord)
as well as the following conversion of money into victuals (in the exchange
with the fariner) are, on the part of S, the metamorphosis of his capital, first
into the form of money, and secondly into the form of the constitutive
elements necessary to the reproduction of the capital.?

Das Resultat der bisherigen 4 Zirkulationsakte ist also: Der landlord
hat seine Revenue depensiert, halb in Lebensmitteln, halb in Manufaktur-
waren. Damit sind die 2000 Millionen, die er als Geldrente erhält, depen-
siert. Eine Hälfte davon direkt von ihm an den Pächter zurückgeströmt,
eine Hälfte indirekt, via? S. S aber ist einen Teil seiner fertigen Ware los-
geworden und hat sie ersetzt durch Lebensmittel, also durch ein Element
der Reproduktion. Mit diesen Prozessen ist die Zirkulation am Ende, so-
weit der landlord in ihr erscheint. Es sind aber aus der Zirkulation in die
Konsumtion (teils unproduktive, teils industrielle -— der landlord hat mit.
seiner Revenue das Kapital von S zum Teil ersetzt) gefallen: 1. 1000 Millio-
nen Lebensmittel (Produkt der neuen Ernte); 2. 1000 Millionen Manufak-
turwaren (Produkt der vorjährigen Ernte); 3. 1000 Millionen Lebensmittel,

3 erhoben werden - ? ehe es die 1000 Millionen Lebensmittel erhebt, auf seinem Wege
1000 Millionen Manufakturwaren erhoben und vom Manufakturisten an den Landlord über-
tragen hat. Die Verwandlung seiner Ware in Geld (im Austausch mit dem Landlord) sowie
die folgende Verwandlung von Geld in Lebensmittel (im Austausch tnit dem Pächter) sind
auf seiten des 5 die Metamorphose seines Kapitals, zuerst in die Form von Geld und dann in.
die Form der konstitutiven Elemente, die zur Reproduktion des Kapitals erforderlich sind. —
3 auf dem Wege üher

die in die Reproduktion eingehn, also in die Produktion der Waren, die 5
das nächste Jahr gegen die Hälfte der Rente des landlords auszutauschen
haben wird.

Die 2000 Millionen Geld befinden sich wieder in der Hand des Pächters.
Dieser kauft nun zum Ersatz seiner avances annuelles et primitives!, soweit
sie teils aus Werkzeugen etc., teils aus Manufakturwaren bestehn, die er
während der Produktion konsumiert, für 1000 Millionen von S. Es ist dies
einfacher Zirkulationsprozeß. Damit gehn 1000 Millionen in die Hand des
S, während der zweite Teil seines als Ware existierenden Produkts sich in
Geld verwandelt. Es ist auf beiden Seiten Metamorphose des Kapitals. Die
1000 Millionen des Pächters rückverwandeln sich in Produktionselement
für die Reproduktion. Die fertige Ware von S rückverwandelt sich in Geld,
macht die formelle Metamorphose von Ware in Geld durch, ohne welche
sich das Kapital nicht rückverwandeln kann in seine Produktionselemente,
also auch nicht reproduzieren kann. Es ist dies der 5te Zirkulationsprozeß.
Es fallen aus der Zirkulation in die reproduktive Konsumtion für /000 Mil-
lionen Manufakturwaren (Produkt der vorjährigen Ernte) (a’ — b’). 92]

Endlich verwandelt S die 1000 Millionen Geld, worin jetzt die Hälfte
seiner Ware existiert, zurück in die andre Hälfte ihrer Produktionsbedingun-
gen, Rohstoffe etc. (a’— b’’). Es ist einfache Zirkulation. Zugleich für S Me-
tamorphose seines Kapitals in seine reproduktionsfähige Form, für F Rück-
verwandlung seines Produkts in Geld. Es fällt jetzt aus der Zirkulation in
die Konsumtion das letzte !/, des produit brut.

Nämlich: !/, geht ein in die Reproduktion des Pächters, tritt nicht in
Zirkulation, */, ißt der Landlord (2/,); ?/, erhält S; zusammen */,. 011

Hier stockt offenbar die Rechnung. Quesnay scheint so zu rechnen:
1000 Millionen (*/,) in Lebensmitteln gibt FanP (Liniea— b). Mit 1000 Mil-
lionen Rohmaterial ersetzt er den fonds von S (a’’—b”). Und 1000 Millionen
Lebensmittel bilden das Salair des S, was er Wert den Waren zusetzt und
während dieser Zusetzung an Lebensmitteln verzehrt (c—d). Und 1000Mil-
lionen bleiben in der Reproduktion (a’), treten nicht in Zirkulation. Endlich
1000 Millionen des Produkts ersetzen avances (a’—b’)?. Nur übersicht er,
daß S für diese 1000 Millionen Manufakturwaren weder Lebensmittel noch
Rohstoffe vom Pächter kauft, sondern ihm sein eignes Geld zurückzahlt.

Er geht nämlich von vorn[herein] von der Voraussetzung aus, daß der
Pächter außer seinem produit brut 2000 Millionen in Geld besitzt und dies
überhaupt der Fonds ist, woraus das umlaufende Geld geschöpft wird.

1 jährlichen und ursprünglichen Vorschüsse - ? in der Handschrift: (a”—b”)

Außerdem vergißt er, daß außer den 5000 Millionen produit brut noch
2000 Millionen produit brut in Manufakturwaren, die vor der neuen Ernte
fabriziert waren, existieren. Denn die 5000 Millionen representent seule-
ment la totalit€ de la production annuelle, |]432| la totalit€ de la moisson
delivree aux fermiers!, aber keineswegs das Bruttoprodukt der Manufaktur,
dessen reproduktive Elemente aus dieser Ernte ersetzt werden sollen.

Es sind also vorhanden: 1. 2000 Millionen Geld auf seiten des Pächters;
2.5000 Millionen produit brut de la terre?;3. 2000 Millionen Wertin Manu-
fakturwaren. Also 2000 Millionen Geld und 7000 Millionen Produkt (agricole
et industriel?). Der Zirkulationsprozeß, um dies kurz zusammenzufassen,
macht sich so (F = Pächter, P= Landlord, S = manufacturier, sterile):

F zahlt an P 2000 Millionen Geld Rente, P kauft von F für 1000 Mil-
lionen Lebensmittel. Damit disposed of* !/, des produit brut des Pächters.
Zugleich strömen 1000 Millionen Geld zu ihm zurück. P kauft ferner für
1000 Millionen Ware von S. Damit disposed of t/, des produit brut von S,
Er besitzt dafür 1000 Millionen Geld. Mit diesem Geld kauft er 1000 Mil-
lionen Lebensmittel von F. S ersetzt damit !/, der Reproduktionselemente
seines Kapitals. Es ist damit disponiert über ein andres !/, des produit brut
des Pächters. Zugleich sieht? der Pächter sich wieder im Besitz der 2000 Mil-
lionen in Geld, dem Preis der 2000 Millionen in Lebensmitteln, die er an P
und S verkauft hat. F kauft nun von S für 1000 Millionen Waren, die ihm
1/, seiner avances ersetzen. Damit ist die andre Hälfte des produit brut
des manufacturier disposed of. Dieser S kauft schließlich für die letzten
1000 Millionen Geld vom Pächter Rohstoffe; und damit ist ein drittes !/,
des produit brut des Pächters disposed of, die zweite Hälfte der Reproduk-
tionselemente des Kapitals von S ersetzt, aber auch 1000 Millionen zurück-
geströmt zum Pächter. Dieser sieht sich also wieder im Besitz der 2000 Mil-
lionen, was in der Ordnung, da ihn Quesnay als den Kapitalisten faßt, zu
dem sich P bloß als receiver® von Revenue und S bloß als salari€? verhält.
Zahlte er sie direkt in seinem produit, so gäbe er kein Geld aus. Gibt er
also Geld aus, so kaufen sie damit sein Produkt, und das Geld strömt zu
ihm zurück. Es ist dies die formelle Rückströmung des Gelds zum indu-
striellen Kapitalisten, der als Käufer die ganze Unternehmung eröffnet und
zu Ende führt. Ferner */, der avances gehört der Reproduktion. Bleibt aber
über "/, zu verfügen der Lebensmittel, die gar nicht in Zirkulation getreten
sind.

1 stellen nur das Ganze der Jahresproduktion, das Ganze der von den Pächtern gelieferten
Ernte vor - 2 Bruttoprodukt des Bodens - ? landwirtschaftliches und industrielles - ? ist ver-
fügt über - °in der Handschrift: besitzt — ® Empfänger - ? Besoldeter

### [4. Warenzirkulation und Geldzirkulation im Tableau Economique.
Verschiedene Fälle des Rückströmens des Geldes zum Ausgangspunkt]

S kauft vom Pächter für 1000 Millionen Lebensmittel und für 1000 Mil-
lionen Rohmaterial, und F kauft dagegen von ihm nur 1000 Millionen Ware
zum Ersatz seiner avances. Also hat S eine balance! von 1000 Millionen zu
zahlen, die er in letzter Instanz mit den 1000 Millionen zahlt, die er von P
erhalten. Dies Zahlen von 1000 Millionen an F scheint Q[uesnay] mit Kau-
fen des Produkts von F zum Betrag von 1000 Millionen zu verwechseln. Es
müssen hierüber - wie sich das verhält - die Observations des Dr. Bau-
deau!!®2! nachgesehn werden.

In der Tat (nach unsrer Rechnung) hatten die 2000 Millionen nur dazu
gedient: I. Rente zum Betrag von 2000 Millionen in Geld zu zahlen;
2.3000 Millionen produit brut des Pächters zu zirkulieren (wovon 1000 Mil-
lionen Lebensmittel dem P, 2000 Millionen Lebensmittel und Rohmaterial
dem S [zufließen]) und 2000 Millionen produit brut des S zu zirkulieren (wo-
von 1000 Millionen für P, der sie konsumiert, und 1000 Millionen für F, der
sie reproduktiv konsumiert).

Den letzten Kauf - a’—b’’ -, wo S Rohware von F kauft, zahlt er ihm
zurück in Geld.

1433| Also noch einmal:

S hat 1000 Millionen Geld von P erhalten. Mit diesen 1000 Millionen
Geld kauft er von F für 1000 Millionen Lebensmittel. Mit denselben 1000
Millionen Geld kauft F von S Waren. Mit denselben 1000 Millionen Geld
kauft S von F Rohproduce.

Oder S kauft von F für 1000 Millionen Geld Rohmaterial und für
1000 Millionen Geld Lebensmittel. F kauft für 1000 Millionen [Geld] Ware
von S. In diesem Fall strömten 1000 Millionen zu S zurück, aber nur weil
unterstellt wäre, daß er außer den 1000 Millionen Geld, das er vom land-
lord erhält, und den 1000 Millionen Ware, die er noch zum Verkauf hat,
noch obendrein 1000 Millionen Geld hatte, die er selbst in Zirkulation ge-
worfen. Statt daß 1000 Millionen die Waren zwischen ihm und dem Päch-
ter zirkulierten, wären nach dieser Voraussetzung 2000 Millionen dazu ge-
braucht. Dann kehrten 1000 Millionen zu S zurück. Denn er kauft vom
Pächter? für 2000 Millionen Geld. Dieser kauft von ihm für 1000 Mil-
lionen, die er ihm mit der Hälfte des von ihm empfangnen Gelds zurück-
zuzahlen hätte.

1 Bilanz — "in der Handschrift: Denn er verkauft an den Pächter

Im ersten Fall kauft S in zwei Epochen. Erstens gibt er 1000 Millionen
aus; diese strömen ihm von F zurück; und dann gibt er sie noch einmal
definitiv an F aus, und so strömt nichts zurück.

Im zweiten Fall dagegen kauft S auf einmal für 2000 Millionen. Kauft
nun F für 1000 Millionen zurück, so bleiben die bei S. Die Zirkulation hätte
2000 Millionen gebraucht statt 1000 Millionen, weil im ersten Fall die
1000 Millionen durch 2 Umläufe 2000 Millionen Ware realisierten. Im
andren Fall [realisierten] 2000 Millionen durch einen Umlauf ditto 2000
Millionen Ware. Wenn der Pächter nun 1000 Millionen an S zurückzahlt,
so hat S nicht mehr als im ersten Fall. Denn außer für 1000 Millionen Ware
hat er für 1000 Millionen Geld aus seinem eignen, vor dem Zirkulations-
prozeß existierenden fonds in die Zirkulation geworfen. Er hat sie ausgelegt
für die Zirkulation, sie strömen ihm daher zurück.

Imerstencase:S [kauft für] 1000 Millionen Geld 1000 Millionen Ware von
F; F ffür] 1000 Millionen Geld 1000 Millionen Ware von S;S [für] 1000 Mil-
lionen Geld 1000 Millionen Ware von F, so daß F 1000 Millionen behält,

Im zweiten case: S [kauft für] 2000 Millionen Geld 2000 Millionen Ware
von F; F [für] 1000 Millionen Geld 1000 Millionen Ware von S. Der farmer
hält nach wie vor 1000 Millionen rückständig. S erhält aber die 1000 Mil-
lionen zurück, die seinerseits der Zirkulation vorgeschoßnes Kapital waren,
von ihr zurückgeworfen werden an ihn. S kauft für 2000 Millionen Ware
von F; F für 1000 Millionen Ware von S. Also hat S unter allen Umständen
eine Bilanz von 1000 Millionen zu zahlen, aber auch nicht mehr. Da er, um
diese Bilanz zu zahlen, infolge der Art der Zirkulation 2000 Millionen an F
gezahlt, zahlt ihm dieser 1000 Millionen zurück, während er ihm sonst kein
Geld zurückzahlt.

Im ersten Fall kauft S nämlich für 2000 Millionen von F und F für
1000 Millionen von S. Also nach wie vor die Bilanz = 1000 Millionen für
F. Aber diese Bilanz ihm so ausgezahlt, daß sein eignes Geld zu ihm zurück-
strömt, weil S erst für 1000 Millionen von F kauft, dann F für 1000 Mil-
lionen von S kauft und endlich S für 1000 Millionen von F kauft. 1000 Mil-
lionen haben hier 3000 Millionen zirkuliert. Im ganzen aber hat Wert in der
Zirkulation sich befunden (wenn das Geld reales Geld) = 4000 Millionen,
3000 Millionen in Ware und 1000 Millionen in Geld. Die zirkulierende und
ursprünglich (dem F gegenüber) in Zirkulation geworfne Geldsumme war
nie mehr als 1000 Millionen, d.h. nie mehr als die Bilanz, die S an F
zu zahlen hatte. Dadurch, daß F von ihm für 1000 Millionen kaufte, eh er
zum zweitenmal von F für 1000 Millionen kauft, kann S mit diesen 1000
Millionen seine Bilanz zahlen.

Im zweiten Fail wirft S 2000 Millionen in Zirkulation. Zwar kauft er
damit für 2000 Millionen Ware von F. Als Zirkulationsmittel sind diese
2000 Millionen hier erheischt und werden ausgegeben gegen ein Äquivalent
in Ware. Aber F kauft für 1000 Millionen von S zurück. Es kehren also an S
1000 Millionen zurück, da die Bilanz, die er an F zu zahlen hat, nur 1000
Millionen und nicht 2000 Millionen beträgt. Er hat dem F jetzt 1000 Mil-
lionen in Ware ersetzt, also muß F ihm die 1000 Millionen zurückzahlen,
die er ihm jetzt umsonst in Geld gezahlt hätte. Dieser case ist merkwürdig
genug, um einen Augenblick dabei zu verweilen.

Es sind bei der oben vorausgesetzten Zirkulation von 3000 Millionen
Ware, wovon 2000 Millionen Lebensmittel und 1000 Millionen Manufak-
turwaren, verschiedne Fälle möglich; wobei aber zu erwägen, erstens daß
nach der Voraussetzung Qfuesnays] 1000Millionen Geld in der Hand von S
und 1000 Millionen Geld in der Hand von F in dem Augenblick, wo die
Zirkulation zwischen den beiden beginnt; zweitens nehmen wir der Illustra-
tion wegen an, daß außer den 1000 Millionen, die S von P erhält, S noch
1000 Millionen Geld in der Kasse hat.

1434| I. Erstens: der Fall, wie er bei Q[uesnay] ist. S kauft mit 1000 Mil-
lionen Geld 1000 Millionen Ware von F; F kauft mit den so von S erhaltnen
1000 Millionen Geld für 1009 Millionen Ware von S; schließlich kauft S
mit den so zurückerhaltnen 1000 Millionen Geld 1000 Millionen Ware von
F. Bei F bleiben also die 1000 Millionen Geld, die für ihn Kapital vorstellen
(in fact mit den andren 1000 Millionen Geld, die er von P zurückerhalten,
die Revenue bilden, womit er nächstes Jahr von neuem die Rente in Geld
zahlt, nämlich 2000 Millionen Geld). 1000 Millionen Geld haben hier zir-
kuliert 3mal - von S zu F, von F zu S, von S zu F - und jedesmal für 1000
Millionen Ware, also zusammen für 3000 Millionen. Wenn Geld selbst
Wert hat, befinden sich im Umlauf Wert für 4000 Millionen. Geld funktio-
niert hier nur als Zirkulationsmittel, verwandelt sich aber in Geld und
eventualiter in Kapital für den F, die letzte Hand, in der es bleibt.

II. Zweitens: Das Geld fungiert bloß als Zahlungsmittel. In diesem Fall
rechnen S, der für 2000 Millionen Ware von F kauft, und F‘, der für 1000
Millionen Ware von S kauft, miteinander ab. S hat am Schluß der Trans-
aktion eine Bilanz von 1000 Millionen in Geld zu zahlen. Nach wie vor fal-
len 1000 Millionen Geld in die Kasse von F, aber ohne als Zirkulations-
mittel gedient zu haben. Sie sind für ihn transfer von Kapital, da sie ihm
nur ein Kapital von 1000 Millionen Ware ersetzen, Es sind damit in Zir-
kulation getreten 4000 Millionen Werte wie vorhin. Aber statt der 3 Be-
wegungen von 1000 Millionen Geld hat nur eine stattgefunden, und das

Geld hat nur eine ihm selbst gleiche Summe in Warenwerten gezahlt. Vor-
her 3mal soviel. Was gespart wäre gegen casus I, wären die zwei überflüssi-
gen Zirkulationsläufe.

II. Drittens: F mit den 1000 Millionen Geld (die er von P hat) tritt zu-
erst als Käufer auf, kauft für 1000 Millionen Ware von S. Statt als Schatz
brach bei ihm zu liegen zur Zahlung der nächsten Rente, zirkulieren die
1000 Millionen jetzt. S hat nun 2000 Millionen Geld (1000 Millionen Geld
von P und 1000 Millionen Geld von F). Mit diesen 2000 Millionen Geld
kauft er für 2000 Millionen Ware von F. Es haben sich jetzt 5000 Millionen
Wert in Zirkulation befunden (3000 Millionen Ware und 2000 Millionen
Geld). Es hat eine Zirkulation von 1000 Millionen Geld und 1000 Millionen
Ware und eine Zirkulation von 2000 Millionen Geld und 2000 Millionen
Ware stattgefunden. Von diesen 2000 Millionen Geld zirkuliert das vom
Pächter herrührende 1000 zweimal, das von S herrührende nur einmal. Es
retournieren nun 2000 Millionen Geld zu F, wovon aber nur 1000 Millionen
Geld seine Bilanz saldieren, die andren 1000 Millionen Geld, von ihm
selbst, weil er die Initiative als Käufer ergriff, in Zirkulation geworfen wur-
den, ihm durch die Zirkulation zurückfließen.

IV. Viertens: S mit 2000 Millionen Geld (1000 Millionen Geld von P
und 1000 Millionen, die er selbst in Zirkulation wirft aus seiner Kasse)
kauft at once! 2000 Millionen Ware von F. F kauft 1000 Millionen Ware
von S zurück, retourniert ihm also 1000 Millionen Geld; behält nach wie
vor 1000 Millionen Geld für Saldierung der Bilanz zwischen ihm und S.
Zirkulierten für 5000 Millionen Werte. Zwei Zirkulationsakte.

Von den 2000 Millionen Geld, die S dem F retourniert, stellen 1000 Mil-
lionen Geld das Geld vor, das F selbst in Zirkulation geworfen, und nur
1000 Millionen Geld, Geld, das S in Zirkulation geworfen hat. Es retour-
nieren hier dem F 2000 Millionen Geld statt 1000 Millionen Geld, aber
in fact erhält er nur 1000 Millionen, da er selbst die andren 1000 Millionen
in Zirkulation geworfen. Dies in case III. In case IV retournieren an S
1000 Millionen Geld, aber es sind die 1000 Millionen Geld, die er aus seiner
Kasse - nicht aus dem Verkauf seiner Waren an P - selbst in Zirkulation ge-
worfen hat.

Wenn in case | zwar wie in case Il nie mehr als 1000 Millionen in Geld
zirkulieren, aber 3mal, während sie in case II nur einmal zirkulieren, die
Hände wechseln, so liegt dies einfach daran, daß in case Il Kreditentwick-
lung unterstellt ist, daher Ökonomie der Zahlungen, während in case I

! auf einmal

rasche Bewegung stattfindet, aber doch jedesmal das Geld als Zirkulations-
mittel auftritt, also jedesmal auf den beiden Polen der Wert doppelt er-
scheinen muß, einmal in Geld und einmal in Ware. Wenn in case III und
TV 2000 Millionen zirkulieren, statt wie in Iund II 1000 Millionen, so dies,
weil einmal in beiden Fällen (in case III von S als Käufer, der den Zirkula-
tionsprozeß schließt, in case IV von S als Käufer, der den Zirkulations-
prozeß eröffnet) Warenwert auf einmal für 2000 Millionen Geld, kurz, auf
einmal 2000 Millionen Waren in Zirkulation treten, und zwar unter der
Voraussetzung, daß sie nicht nach der Bilanz zu zahlen, sondern gleich zu
kaufen sind.

Das Interessanteste an der Bewegung sind jedenfalls die 1000 Millionen
Geld, die in case III der Pächter, in case IV der manufacturier zurücklassen,
obgleich in beiden Fällen die Bilanz von 1000 Millionen Geld an den Päch-
ter gezahlt wird und er in case III keinen Deut mehr, in case IV keinen Deut
weniger erhält. Es werden natürlich hier immer Äquivalente ausgetauscht,
und wenn wir von Bilanz sprechen, ist darunter nichts zu verstehen als das
Wertäquivalent, was in Geld statt in Ware gezahlt wird.

Bei III wirft F 1000 Millionen Geld in die Zirkulation, erhält dafür von
S Warenäquivalent oder 1000 Millionen Ware. Aber S kauft nun von ihm
für 2000 Millionen Geld Ware. Die ersten 1000 Millionen Geld, die er
hineingeworfen hat, kehren ihm also zurück, weil ihm dafür 1000 Millionen
Ware entzogen werden. Mit dem von ihm verausgabten Geld werden diese
1000 Millionen Ware ihm bezahlt. Die zweiten 1000 Millionen Geld erhält
er in Zahlung der zweiten 1000 Millionen Ware. Diese Geldbilanz ist ihm
geschuldet, weil er nur für 1000 Millionen Geld überhaupt Ware kauft und
für 2000 Millionen Wert Ware von ihm gekauft wird.

1435| In case IV wirft S at once 2000 Millionen Geld in die Zirkulation,
wofür er 2000 Millionen Ware von F zieht. F kauft ihm wieder ab mit dem
von S selbst verausgabten Geld 1000 Millionen Ware, und so kehren
1000 Millionen Geld zu S zurück.

In case IV: S gibt F in der Tat 1000 Millionen Ware (= 1000 Millionen
Geld) in Ware und 2000 Millionen Geld in Geld, also 3000 Millionen Geld;
erhält von ihm aber nur 2000 Millionen Ware. Daher hat ihm F 1000 Mil-
lionen Geld zu retournieren.

In case III: F gibt dem S in Ware = 2000 Millionen Ware (= 2000 Mil-
honen Geld) und in Geld = 1000 Millionen Geld. Also 3000 Millionen
Geld, er hält von ihm aber nur 1000 Millionen Ware = 1000 Millionen
Geld. Daher hat ihm 5 2000 Millionen Geld zu retournieren; 1000 Millio-

nen zahlt er zurück mit dem Geld, das F selbst in Zirkulation geworfen,

1000 Millionen wirft er selbst in Zirkulation. Er behält 1000 Millionen
Geld in Bilanz, hat aber nicht 2000 Millionen Geld zu behalten.

In beiden Fällen erhält S 2000 Millionen Ware und F 1000 Millionen
Ware + 1000 Millionen Geld, d.h. die Geldbilanz. Wenn F in case Ill außer-
dem noch 1000 Millionen Geld zufließen, so ist es nur Geld, das er mehr in
Zirkulation geworfen hat, als er aus der Zirkulation in Ware herauszieht.
Ebenso mit S in case IV.

In beiden Fällen hat S eine Bilanz von 1000 Millionen Geld in Geld zu
zahlen, weil er für 2000 Millionen Ware aus der Zirkulation herauszieht und
nur für 1000 Millionen Ware in sie hineinwirft. In beiden Fällen hat F eine
Bilanz von 1000 Millionen Geld in Geld zu empfangen, weil er für 2000 Mil-
lionen Ware in die Zirkulation hineinwirft und nur für 1000 Millionen Ware
aus Ihr herauszieht, die zweiten 1000 Millionen Ware ihm also in Geld sal-
diert werden müssen. Was schließlich in beiden Fällen allein die Hand
wechseln kann, sind diese 1000 Millionen Geld. Da sich aber 2000 Millionen
Geld in Zirkulation befinden, müssen sie an den zurückströmen, der sie in
Zirkulation geworfen hat; sei es nun, daß F, der eine Bilanz von 1000 Mil-
lionen Geld aus der Zirkulation empfangen, außerdem noch andre 1000 Mil-
lionen Geld in sie hineingeworfen, sei es, daß S, der nur 1000 Millionen
Geld zu zahlen hat als Bilanz, außerdem 1000 Millionen Geld hinein-
geworfen hat.

In case III kommen 1000 Millionen Geld in Zirkulation über die unter
andren Umständen zur Zirkulation der Warenmasse nötige Geldmasset, weil
F zuerst als Käufer auftritt, also, wie sich sein Verhältnis schließlich stellen
mag, Geld in Zirkulation werfen muß. In case IV kommen ditto 2000 Mil-
lionen Geld in Zirkulation, statt wie in Il nur 1000, weil S erstens als Käufer
zuerst auftritt und zweitens die 2000 Millionen Ware auf einmal kauft. In
beiden Fällen kann das zwischen diesen Käufern und Verkäufern zirku-
lierende Geld schließlich nur gleich der Bilanz sein, die einer derselben zu
zahlen hat. Denn das Geld, welches S oder F über diese Summe hinaus aus-
gegeben, wird ihnen zurückgezahlt.

Gesetzt, F kaufe für 2000 Millionen Ware von S. Also würde sich der
case so gestalten: F gibt 1000 Millionen Geld für Ware an S. S kauft für
2000 Millionen Geld Ware vonF,womitdiesem letztren die erstren 1000 Mil-
lionen retournieren und 1000 Millionen into the bargain?. F kauft wieder für
1000 Millionen Geld von S, womit diese diesem retournieren. Am Ende des

Prozesses hätte F für 2000 Millionen Geld Ware und die 1000 Millionen,

2 In der Handschrift: zur Zirkulation nötige Warenmasse - * obendrein

die er ursprünglich hatte, ehe der Zirkulationsprozeß begann; und S für
2000 Millionen Ware und 1000 Millionen Geld, die er ebenso ursprünglich
hatte. Die 1000 Millionen Geld von F und die 1000 Millionen Geld von S
hätten nur als Zirkulationsmittel ihre Rolle gespielt, um dann als Geld oder
in diesem Fall auch als Kapital zu ihren beiden Ausgebern zurückzuströmen.
Hätten sie beide Geld als Zahlungsmittel angewandt, so rechneten sie ab
2000 Millionen Ware gegen 2000 Millionen Ware; ihre Rechnung hob sich
auf; kein farthing zirkulierte zwischen beiden. Das Geld also, das als
Zirkulationsmittel zwischen zweien zirkuliert, die sich doppelseitig als
Käufer und Verkäufer gegenüberstehn, retourniert; [es] kann zirkulieren
in 3 Fällen.

[Erstens:] Es findet Ausgleichung der gelieferten Warenwerte statt. In
diesem Fallretourniert das Geld an den, deres der Zirkulation vorgeschossen
und so mit seinem Kapital die Zirkulationskosten bestritten. Z.B., wenn F
und S jeder für 2000 Millionen Waren von dem andren kauft und S den
Tanz eröffnet, so kauft er für 2000 Millionen Geld Ware von F. F retour-
niert ihm die 2000 Millionen Geld und kauft ihm 2000 Millionen Ware
damit ab. So besitzt S nach wie vor dem Handel 2000 Millionen Ware und
2000 Millionen Geld. Oder wenn, wie in dem vorher angeführten case, beide
zu gleichen Teilen die Zirkulationsmittel vorschießen, so retourniert auf
beiden Seiten jedem das, was er der Zirkulation vorgeworfen hat; wie oben
1000 Millionen Geld zu F und 1000 Millionen zu S.

Zweitens: Die von beiden Seiten ausgetauschten Warenwerte gleichen
sich nicht aus. Es findet eine in Geld zu zahlende Bilanz statt. Hat nun die
Warenzirkulation, wie oben in case T, so stattgefunden, daß nicht mehr
Geld in Zirkulation trat, als zur Zahlung dieser Bilanz nötig, indem stets nur
diese Summe hin- und herlief zwischen den beiden Teilen, so fällt sie zu-
letzt in die Hand des letzten Verkäufers, der die Bilanz für sich hat.

Drittens. Die von beiden Seiten ausgetauschten Warenwerte gleichen
sich nicht aus; es ist eine Bilanz zu zahlen; aber die Warenzirkulation findet
in solcher Form statt, daß mehr Geld zirkuliert, als zur Zahlung der Bilanz
nötig ist; in diesem Fall retourniert das Geld, das überschüssig über diese
Bilanz ist, zu der Seite, die sie vorgeschossen hat. In case III zu dem Mann,
der die Bilanz empfängt, in case IV zu dem, der sie zu zahlen hat.

Unter zweitens reiourniert das Geld nur, wenn der Bilanzempfänger der
erste Käufer ist, wie im Beispiel mit Arbeiter und Kapitalist. Es wechselt
die Hand, wie [in Fall] IT, wenn der andre zuerst als Käufer auftritt.

2 In der Handschrift: case II

1436| {Es findet dies alles natürlich nur statt unter der Voraussetzung,
daß die bestimmte Warensumme zwischen denselben Personen gekauft
und verkauft worden, so daß jede derselben abwechselnd als Käufer und
Verkäufer der andren Partie gegenüber erscheint. Nimm dagegen, die
3000 Millionen Ware seien gleich verteilt an die Warenbesitzer A, A’, A”,
die Verkäufer, und ihnen gegenüber stehn die Käufer B, B’, B”. Finden
hier gleichzeitig, also räumlich nebeneinander, die 3 Käufe statt, so müssen
3000 Geld!!03 zirkulieren, so daß jeder A im Besitz von 1000 Geld und
jeder B im Besitz von 1000 Ware. Folgen die Käufe aufeinander, in zeit-
licher Sukzession, so kann dies nur dann Zirkulation derselben 1000 Geld
bewirken, wenn sich die Metamorphosen der Waren verschlingen, also ein
Teil der Personen als Käufer und Verkäufer erscheinen, wenn auch nicht,
wie im obigen case, denselben Personen [gegenüber], sondern den einen
gegenüber als Käufer, den andren als Verkäufer.

Also z.B.: A verkauft an B! für 1000 Geld; A kauft mit den 1000 Geld
vonB’; B’ kauft mit den 1000 Geld von A’; A’ mit den 1000 Geld von B”;
B” mit den 1000 Geld von A”,

Das Geld hätte 5mal die Hände gewechselt unter den 6 Personen, es
_ wären aber auch für 5000 Geld Ware zirkuliert worden. Soll nur für
3000 Ware zirkuliert [werden], so:

A [kauft] für 1000 Geld von B; B für 1000 Geld von A’; A’ für
1000 Geld von B’. 3 Stellenwechsel unter 4 Personen. Es ist G-W.?}

Die oben entwickelten cases widersprechen nicht dem früher ent-
wickelten Gesetz: „daß bei gegebener Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes
und gegebener Preissumme der Waren die Quantität des zirkulierenden
Mediums bestimmt ist“ (I, p.85)?. In dem obigen Beispiel I zirkulieren
1000 Geld 3mal, und zwar Ware zum Belauf von 3000 Geld. Die Masse des

zirkulierenden Gelds daher:

3000 (Preissumme) 3000 (Preissumme)
Y
3 (Geschwindigkeit) 3 Umläufe

= 1000 Geld.

Im case III oder IV ist die Preissumme der zirkulierenden Waren zwar
dieselbe, = 3000 Geld; aber die Umlaufsgeschwindigkeit ist verschieden.
2000 Geld zirkulieren einmal, d.h. 1000 Geld + 1000 Geld. Von diesen 2000
Geld zirkulieren aber 1000 noch einmal. 2000 Geld zirkulieren ?/z der 3000
Ware, und die Hälfte davon wird 1000 Geld zirkulieren, ein andres?/3; die

? In der Handschrift: B verkauft an A- ? in der Handschrift: W-G - ° siehe Band 13
unserer Ausgabe, S.86

einen 1000 Geld laufen 2mal um, aber ein andres 1000 Geld läuft nur Imal
[um]. Der 2imalige Umlauf von 1000 Geldrealisiert Warenpreis = 2000 Geld,
und dereinmalige Umlauf von 1000 Geldrealisiert Warenpreis = 1000 Geld,
beide zusammen = 3000 Ware. Welches ist also die Umlaufsgeschwindigkeit
des Gelds mit Bezug auf die Waren, die es hier zirkuliert? Die 2000 Geld
machen 11/, Umläufe (dies dasselbe, daß erst die ganze Summe einmal und

dann die Hälfte noch einen Umlauf vollzieht) =*®/,. Und in der Tat:

3000 (Preissumme)

7, Umläufe 200 Geld.

Wodurch ist aber die verschiedne Geschwindigkeit des Geldumlaufs hier
bestimmt?

Sowohl in III wie IV kommt der Unterschied dadurch hervor, im Gegen-
satz zu I, daß dort die [Preissumme] der jedesmal zirkulierenden Ware nie
größer und nie kleiner als !/; der Preissumme der Warenmasse, die über-
haupt zirkuliert. Es zirkuliert immer nur für 1000 Geld Ware. In III und IV
dagegen zirkulieren einmal für 2000 und einmal für 1000 Ware, also einmal
2/, der vorhandnen Warenmasse und einmal?/3. Es ist aus demselben Grund,
daß im Großhandel größre Münzsorten umlaufen müssen als im Detail-
handel.

Wie ich schon (I, „Umlauf des Geldes“') bemerkt, zeigt Reflux des
Geldes zunächst an, daß der Käufer wieder Verkäufer geworden, wobei es in
der Tat gleichgültig, ob er denselben Personen verkauft, von denen er ge-
kauft hat, oder nicht. Findet dies jedoch zwischen denselben Personen statt,
so treten die Erscheinungen ein, die so viele Irrtümer veranlaßt (Destutt de
Tracy”). Das Werden des Käufers zum Verkäufer zeigt an, daß neue Ware
zu verkaufen ist. Kontinuität der Warenzirkulation - gleichbedeutend mit
beständiger Erneurung derselben (I, p.78°) - also Reproduktion. Der Käu-
fer kann wieder Verkäufer werden, wie der Fabrikant dem Arbeiter gegen-
über, ohne daß dies einen Akt der Reproduktion ausdrückt. Es ist nur die
Kontinuität, die Wiederholung dieses Refluxes, mit Bezug worauf dies ge-
sagt werden kann.

Der Reflux des Geldes, wie er die Rückverwandlung des Kapitals in
seine Geldform darstellt, zeigt notwendig das Ende einer Revolution* und
den Wiederanfang neuer Reproduktion an, wenn das Kapital als solches fort-

2 Siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.79-81 - 2 siehe vorl. Band, S.240-252 und
Band 24 unserer Ausgabe, S.476-484 - ? siehe Band 13 unserer Ausgabe, 5.79/80 - * eines
Umschlags

prozessiert. Auch hier war er, [der Kapitalist,] wie in allen andren Fällen,
Verkäufer, W-G, und wird dann Käufer, G-W, aber erst in G’besitzt sein
Kapital wieder die Form, sich gegen seine Reproduktionselemente auszu-
tauschen, und das W stellt hier diese Reproduktionselemente vor. G-W
stellt hier die Verwandlung des Geldkapitals in produktives oder industrielles
Kapital vor.

Ferner, wie wir gesehn, kann der Reflux des Gelds zu seinem Ausgangs-
punkt anzeigen, daß die Geldbilanz in einer Reihe von Käufen und Ver-
käufen auf seiten des Käufers ist, mit dem sich die Reihe dieser Prozesse
eröffnet. F kauft für 1000 Geld von S. S kauft für 2000 Geld von F. Hier
fließen dem F 1000 Geld zurück. Bei den andren 1000 findet nur einfacher
Stellenwechsel des Geldes zwischen S und F statt.

1437| Endlich kann aber ein Reflux des Geldes zum Ausgangspunkt
stattfinden, ohne Zahlung der Bilanz vorzustellen, sowohl I. wenn die Bi-
lanz der Zahlungen sich ausgleicht, also keine Bilanz in Geld zu zahlen ist;
[als auch] 2. wenn keine Ausgleichung stattfindet, also eine Geldbilanz zu
zahlen ist. Sieh die oben auseinandergesetzten Fälle. In diesen allen ist es
gleichgültig, ob z.B. dem F derselbe S gegenübertritt; sondern S vertritt
hier dem F und F dem S gegenüber die sämtliche Zahl der ihm Verkaufen-
den und von ihm Kaufenden (ganz wie bei dem Beispiel, wo Bilanzzahlung
sich in Reflux des Geldes zeigt). In allen diesen Fällen strömt das Geld an
den zurück, der es sozusagen der Zirkulation vorgeschossen hat. Es hat in
dieser sein Geschäft verrichtet, wie Banknoten, und kehrt zu seinem Aus-
geber zurück. Hier wird es nur Zirkulationsmittel. Die letzten Kapitalisten
zahlen sich einander, und so kehrt es zu seinem Ausgeber zurück.

Es bleibt also noch [für] später die suspendierte Frage: Der Kapitalist
zieht mehr Geld aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwarf.!9°!

### [5. Bedeutung des Tableau Economique
in der Geschichte der politischen Ökonomie]

Zu Quesnay zurück.
A.Smith zitiert mit einiger Ironie den hyperbolischen Satz des Marquis
de Mirabeau:

„Seit der Entstehung der Welt hat es drei große Entdeckungen gegeben... Die
erste ist die Erfindung der Schrift... Die zweite ist die Erfindung (!) des Geldes... Die
dritte ist das Tableaii economigue, das Resultat der beiden anderen und ihre Veryvoll-

ständigung.“ (ed. Garnier, t. 111, 1.IV, ch. IX, p.540.)

In der Tat aber, dieser Versuch, den ganzen Produktionsprozeß des
Kapitals als Reproduktionsprozeß darzustellen, die Zirkulation bloß als die
Form dieses Reproduktionsprozesses, die Geldzirkulation nur als ein Mo-
ment der Zirkulation des Kapitals, zugleich in diesen Reproduktionsprozeß
einzuschließen den Ursprung der Revenue, den Austausch zwischen Kapital
und Revenue, das Verhältnis der reproduktiven Konsumtion zur definitiven,
und in die Zirkulation des Kapitals die Zirkulation zwischen Konsumenten
und Produzenten (in fact zwischen Kapital und Revenue) einzuschließen,
endlich als Momente dieses Reproduktionsprozesses die Zirkulation zwi-
schen den zwei großen Teilungen der produktiven Arbeit - Rohproduktion
und Manufaktur - darzustellen, und alles dies in einem Tableau, das in fact
immer nur aus 5 Linien besteht, die 6 Ausgangspunkte oder Rückkehr-
punkte verbinden - im zweiten! Drittel des I8ten Jahrhunderts, der Kind-
heitsperiode der politischen Ökonomie - war ein höchst genialer Einfall, un-
streitig der genialste, dessen sich die politische Ökonomie bisher schuldig
gemacht hat.

Was die Zirkulation des Kapitals betrifft - seinen Reproduktionsprozeß -,
die verschiednen Formen, die es in diesem Reproduktionsprozeß annimmt,
den Zusammenhang der Zirkulation des Kapitals mit der allgemeinen Zirku-
lation, also nicht nur den Austausch von Kapital gegen Kapital, sondern von
Kapital und Revenue - hat Smith in der Tat nur die Nachlassenschaft der
Physiokraten angetreten und die einzelnen Artikel des Inventariums strenger
rubriziert und spezifiziert, kaum aber die Totalität der Bewegung so richtig
ausgeführt und interpretiert, wie sie der Anlage nach im Tableau Economi--
que angedeutet war, trotz der falschen Voraussetzungen Quesnays.

Wenn Smith ferner von den Physiokraten sagt:

„Ihre Arbeiten haben sicher ihren Ländern einige Dienste erwiesen“ (l.c. p.538),.

so ist das ein unbescheiden bescheidner Ausdruck für die Wirksamkeit eines
Turgot z.B., eines der direkten Väter der Französischen Revolution. |

3 In der Handschrift: ersten

## [SIEBENTES KAPITEL]

## Linguet

### [Polemik gegen die bürgerlich-liberale Ansicht
von der Freiheit des Arbeiters]

1438| Linguet, „Theorie des loix civiles etc.", Londres 1767.

Es entspricht dem Plan meiner Schrift, sozialistische und kommunisti-
sche Schriftsteller im ganzen von den historischen Reviews auszuschließen.
Letztre sollen nur zeigen, in welcher Form die! Ökonomen teils sich selbst
kritisieren, teils die historisch entscheidenden Formen, worin die Gesetze
der politischen Ökonomie zuerst ausgesprochen und weiterentwickelt wur-
den. Ich schließe daher bei der Betrachtung des Mehrwerts solche Schrift-
steller des 18. Jahrhunderts wie Brissot, Godwin usw. aus, ganz wie die So-
zialisten und Kommunisten des 19ten Jahrhunderts. Die paar sozialistischen
Schriftsteller, aufdieich in dieser Rundschauzu sprechen kommen werde,
stellen sich entweder selbst auf den Standpunkt der bürgerlichen Ökonomie
‚oder bekämpfen sie von. ihrem eignen Standpunkt aus.

Linguet jedoch ist kein Sozualist. (Er war vielmehr Reaktionär.) Seine
Polemik gegen die bürgerlich-liberalen Ideale seiner aufklärerischen Zeit-
genossen, gegen die beginnende Herrschaft der Bourgeoisie hüllt sich halb
‚ernsthaft, halb ironisch in reaktionären Schein, Er verteidigt den asiatischen
Despotismus gegen die zivilisierten europäischen Formen desselben; so die
‚Sklaverei gegen die Lohnarbeit.

Vol.I. Der einzige Satz gegen Montesquieu; l’esprit des lois, c’est la
propriete?, zeigt die Tiefe seiner Anschauung.

Die einzigen Ökonomen, die Linguet sich gegenüber fand, waren die
Physiokraten,

2 In der Handschrift: diese — * der Geist der Gesetze, das ist das Eigentum

Die Reichen haben sich aller Produktionsbedingungen bemächtigt: Ent-
fremdung der Produktionsbedingungen, die in ihrer einfachsten Form die
Naturelemente selbst sind.

„In unseren zivilisierten Ländern sind alle Elemente [der Natur] Sklaven.“ (p. 188.)

Um sich einen Teil dieser von den Reichen angeeigneten Schätze anzu-
eignen, muß man sie durch strenge Arbeit kaufen, die den Reichtum dieser
Reichen vermehrt.

„Auf diese Weise hat die ganze gefangengenommene Natur aufgehört, ihren Kin-
dern mühelos zugängliche Hilfsquellen zur Erhaltung ihres Lebens zu bieten. Man
muß ihre Wohltaten mit beharrlichen Anstrengungen und ihre Geschenke mit hart-

näckiger Arbeit bezahlen.“ [l. c. p. 188.]

(Hier klingt - in den dons de la nature! - die physiokratische Ansicht
durch.)

„Der Reiche, der sich ihren ausschließlichen Besitz angemaßt hat, gestattet nur um
diesen Preis, daß ein kleines Teilchen davon wieder der Gesamtheit zufließe. Um zur
Teilnahme an ihren Schätzen zugelassen zu werden, muß man für ihre Vermehrung arbei-
ten.“ (p.189.) „Man muß also auf diese Chimären von Freiheit verzichten.“ (p. 190.)
Die Gesetze sind da, um „eine frühere Usurpation“ (des Privateigentums) „zu heiligen,
um neue zu verhindern“ (p.192). „Sie sind gewissermaßen eine Verschwörung gegen
den zahlreichsten Teil des Menschengeschlechts.“ (l. c. p. 195) (nämlich der Nicht-
besitzenden). „Die Gesellschaft hat die Gesetze gemacht und nicht die Gesetze. die
Gesellschaft.“ (p.230.) „Das Eigentum ist früher da als die Gesetze.“ (p. 236.)

Die societe selbst- daß der Mensch in societe lebt, statt als unabhängiges,
selbständiges Individuum - ist die Wurzel der propriete, der auf ihr basier-
ten Gesetze und der notwendigen Sklaverei.

Auf der einen Seite lebten friedlich und isoliert cultivateurs? und pa-
steurs®, Auf der andren Seite

„Jäger, gewöhnt, von Blut zu leben, sich zu Banden zu vereinigen, um die Tiere,
von denen sie sich nährten, leichter überlisten und niederschlagen zu können, und die
Teilung der Beute zu vereinbaren.“ (p. 279.) „Bei den Jägern mußte sich das erste An-
zeichen der Gesellschaft zeigen.“ (p. 278.) „Die wahreGesellschaft bildete sich auf Kosten
der Hirten und Ackerbauer und beruhte auf ihrer Unterjochung“ durch die Bande der
chasseurs r&unis*. (p. 289.) Alle Pflichten der Gesellschaft lösen sich auf in commander
und ob£ir®. „Diese Degradierung eines Teils des Menschengeschlechts hat zuerst die
Gesellschaft veranlaßt und dann die Gesetze geschaffen.“ (p.294.)

1 Geschenken der Natur - ? Ackerbauern - ? Hirten - * vereinigten Jäger - ® Befehlen

und Gehorchen i

Entblößt von den Produktionsbedingungen, zwingt die Not die Arbeiter,
um zu leben, an der Vermehrung des fremden Reichtums zu arbeiten.

„Es ist die Unmöglichkeit, auf andere Weise zu leben, die unsere Tagelöhner
zwingt, die Erde umzugraben, deren Früchte sie nicht genießen werden, und unsere
Maurer, Gebäude zu errichten, in denen sie nicht wohnen werden. Das Elend schleppt
sie auf den Markt, wo sie auf die Herren warten, die so gnädig sein möchten, sie zu
kaufen. Es zwingt sie, sich vor dem Reichen auf die Knie zu werfen, damit er ihnen erlaube,
ihn au bereichern.“ (p. 274.)

„Die Gewalt war also die erste Veranlassung der Gesellschaft und die Macht ihr
erstes Bindeglied.“ (p. 302.) „Ihre“ (des hommes!) „erste Sorge war ohne Zweifel die,
sich Nahrung zu verschaffen ..., die zweite mußte sein, zu trachten, sie sich ohne Arbeit
zu verschaffen.“ (p. 307, 308.) „Dazu konnten sie nur dadurch gelangen, daß sie sich
die Frucht fremder Arbeit aneigneten.“ (p. 308.) „Die ersten Eroberer wurden nur Des-
poten, um straflos faul sein zu können, und Könige, um die nötigen Mittel zum Leben
zu haben, was die Idee der Herrschaft ... sehr verengt und vereinfacht.“ (p. 309.) „Die
Gesellschaft wurde aus der Gewalt geboren und das Eigentum aus der Usurpation.“
(p. 347.) „Sobald es Herren und Sklaven gab, war die Gesellschaft gebildet.“ (p. 343.)
„Von Anfang an waren die beiden |]439| Pfeiler der Gemeinschaft die Sklaverei des
größten Teils der Männer einerseits und die aller Frauen andrerseits ... Auf Kosten
von drei Vierteln ihrer Mitglieder sicherte die Gesellschaft das Glück, den Reichtum,
die Muße der kleinen Zahl der Eigentümer, die sie allein im Blickfeld hatte.“
(p. 365.)

Vol.II: „Es handelt sich also nicht darum, zu untersuchen, ob die Sklaverei an
und für sich gegen die Natur ist, sondern ob sie gegen die Natur der Gesellschaft ist ...,
sie ist von ihr nicht zu trennen.“ (p. 256.) „Die Gesellschaft und die Knechtung sind
gleichzeitig entstanden.“ (p. 257.) „Die dauernde Sklaverei ... das unzerstörbare Fun-
dament der Gesellschaften.“ (p. 347.)

„Nur dann gibt es Menschen, die darauf angewiesen sind, ihren Lebensunterhalt
aus der Freigebigkeit eines anderen Menschen zu beziehen, wenn dieser durch das ihnen
abgenommene Gut reich genug geworden ist, ihnen einen kleinen Teil zurückgeben zu
können. Seine angebliche Großmut kann nichts anderes sein als eine Rückerstattung
eines gewissen Teils ihrer Arbeitsergebnisse, die er sich angeeignet hat.“ (p. 242.) „Ist es
nicht diese Pflicht, zu säen, ohne für sich zu ernten, sein Wohlbefinden dem eines an-
deren zu opfern, ohne Hoffnung zu arbeiten - worin die Knechtschaft besteht? Und be-
ginnt deren eigentliche Epoche nicht in dern Augenblick, da es Menschen gab, die man
mit Stockschlägen - für emige Maß Hafer, die sie nach der Rückkehr in den Stall er-
hielten - zur Arbeit zwingen konnte? Nur in einer voll entwickelten Gesellschaft er-
scheinen dem hungrigen Armen die Lebensmittel als genügendes Äquivalent für seine
Freiheit; aber in einer Gesellschaft, die am Beginn ihrer Entwicklung steht, würde
freien Menschen dieser ungleiche Tausch grauenhaft erscheinen. Nur Kriegsgefangenen

I der Menschen

kann man dies vorschlagen. Erst nachdem man ihnen den Genuß all ihres Vermögens
genommen hat, kann man ihnen das Notwendige allein geben.“ (p. 244, 245.)

„Das Wesen der Gesellschaft ... besteht darin, den Reichen von der Arbeit zu befreien;
das gibt ihm neue Organe, nicht ermüdende Glieder, die alle mühseligen Arbeiten auf
sich nehmen, deren Frucht er sich aneignet. Das ist der Plan, der ihm erlaubt, ungestört
Sklaverei zu betreiben. Er kauft die Menschen, die ihm dienen sollen.“ (p. 461.) „Als
man die Sklaverei abschaffte, behauptete man, weder den Reichtum noch seine Vor-
teile abzuschaffen ... Es war daher notwendig, daß die Dinge, bis auf den Namen, in
demselben Zustand blieben. Es war immer notwendig, daß der größere Teil der Men-
schen von der Bezahlung und in der Abhängigkeit des kleineren Teils lebte, der sich
alle.Güter angeeignet hatte. Die Sklaverei ist also auf Erden verewigt worden, aber unter
einem sanfteren Namen. Sie ist jetzt bei uns zulande mit dem Titel ‚Dienerschaft‘ ge-

schmückt.“ (p.462.)

Unter diesen domestiques!, sagt Llinguet], verstehe er nicht die Lakaien
eic.:

„Die Städte und Dörfer werden von einer anderen Art Diener bewohnt, viel zahl-
reicher, nützlicher, arbeitsamer und bekannt unter dem Namen Tagelöhner, Hand-
arbeiter usw. Sie sind nicht entehrt durch die glänzenden Farben des Luxus; sie seufzen
unter ekelhaften Lumpen, die die Livree der Armut bilden. Sie haben nie teil. an dem
Überfluß, dessen Quelle ihre Arbeit ist. Der Reichtum scheint ihnen eine Gnade zu er-
weisen, wenn er die Geschenke entgegennimmt, die sie ihm machen. Sie müssen für die
Dienste dankbar sein, die sie ihm erweisen. Er überhäuft sie mit der beleidigendsten Miß-
achtung, während sie seine Knie umfangen, um von ihm die Erlaubnis zu erhalten, ihm
nützlich zu sein. Er läßt sich bitten, dies zu gestatten, und bei diesem einzigartigen Aus-
tausch zwischen tatsächlicher Verschwendung und eingebildeter Wohltätigkeit sind Hoch-
mut und Verachtung auf der Seite des Empfangenden und Untertänigkeit, Besorgnis und
Diensteifer auf der Seite des Gebenden. Das ist die Art Diener, die in der Tat die Sklaven
bei uns abgelöst haben.“ (p. 463, 464.)

„Es handelt sich darum, zu untersuchen, welches der wirkliche Gewinn ist, den
ihnen die Abschaffung der Sklaverei gebracht hat. Ich sage es mit ebensoviel Schmerz
wie Freimut: Ihr ganzer Gewinn besteht darin, daß sie stets von der Furcht gepeinigt
werden, Hungers zu sterben, ein Unglück, vor dem wenigstens ihre Vorgänger auf der
untersten Stufe der Menschheit bewahrt blieben.“ (p.464.) „Er ist frei, sagt ihr! Ach!
gerade darin besteht sein Unglück. Niemand geht ihn etwas an; aber auch er geht
niemanden etwas an. Wenn man ihn braucht, mietet man ihn so billig wie möglich. Die
geringe Entlohnung, die man ihm verspricht, kommt kaum dem Preis seines Unterhalis
für den Arbeitstag gleich, den er im Austausch hingibt. Man setzt Aufseher“ (overlookers)
„über ihn, die ihn zwingen, seine Arbeit rasch auszuführen; man treibt ihn an; man
stachelt ihn an, aus Furcht, eine geschickt verborgene und nur zu verständliche Faul-
heit könne ihn die Hälfte seiner Kraft verbergen lassen; man ist besorgt, die Hoffnung,

“ * Dienern

bei der Beschäftigung mit derselben Arbeit längere Zeit zu verweilen, könne die Flinkheit
seiner Arme hemmen und seine Werkzeuge abstumpfen. Die schmutzige Ökonomie, die
ihn mit unruhigen Augen verfolgt, überhäuft ihn mit Vorwürfen bei der geringsten Rast,
die er sich gestatten könnte, und wenn er sich einen Augenblick ausruht, behauptet sie,
daß er sie bestehle. Ist er fertig, dann entläßt man ihn, wie man ihn genommen, mit der
kältesten Gleichgültigkeit und ohne sich darum zu kümmern, ob die zwanzig oder
dreißig Sous, die er für einen harten Arbeitstag erhalten hat, für | seinen Unter-
halt ausreichen, wenn er am folgenden Tag keine Arbeit findet.“ (p.466, 467.)

„Frei ist er! Gerade deshalb bedaure ich ihn. Man schont ihn deshalb viel weniger
bei den Arbeiten, zu denen man ihn anwendet. Man ist deshalb viel hemmungsloser,
sein Leben zu vergeuden. Der Sklave war für seinen Herrn wertvoll wegen des Geldes,
das er ihn gekostet hatte. Aber der Handarbeiter kostet den reichen Schwelger nichts,
der ihn beschäftigt. Unter der Sklaverei hatte das Blut der Menschen einen gewissen
Preis. Sie waren mindestens die Summe wert, zu der man sie auf dem Markt feilhielt.
Seitdem man sie nicht mehr feilhält, haben sie in Wirklichkeit keinen eigenen Wert
mehr. In einer Armee gilt der Schanzgräber viel weniger als das Zugpferd, weil das
Pferd sehr teuer und der Schanzgräber umsonst zu haben ist. Die Abschaffung der
Sklaverei ließ diese Wertauffassung aus dem kriegerischen in das gewöhnliche Leben
übergehen. Und es gibt seitdem keinen wohlhabenden Bürger, der hierbei nicht genauso
rechnet wie die Kriegshelden.“ (p.467.)

„Die Tagelöhner werden geboren, wachsen heran und werden erzogen“ (züchten
sich heran) „zum Dienst am Reichtum, ohne dem Reichen die geringsten Kosten zu
verursachen, wie das Wild, das er auf seinen Gütern niederknallt. Es scheint, daß er
wirklich das Geheimnis besitzt, dessen sich ohne Grund der unglückliche Pompejus
rühmte. Er braucht bloß mit dem Fuße auf die Erde zu stampfen, und ihr entsteigen
Legionen arbeitsamer Menschen, die sich um die Ehre streiten, ihm dienen zu dürfen.
Verschwindet einer aus dieser Menge der Söldlinge, die seine Häuser bauen oder
seine Gärten nach der Schnur bepflanzen, so ist der Platz, den er frei zurückläßt, nicht
sichtbar; er ist sofort wieder ausgefüllt, ohne daß sich jemand darum kümmerte. Man
verliert ohne Bedauern einen Tropfen aus dem Wasser eines großen Flusses, weil ohne
Unterlaß neue Fluten heranströmen. So ist es auch mit den Handarbeitern. Die Leich-
tigkeit, sie zu ersetzen, nährt ihnen gegenüber die Gefühllosigkeit des Reichen“

(dies die Form bei Linguet; noch nicht Kapitalist) (p.468).

„Diese, sagt man, haben keinen Herrn ... ein reiner Mißbrauch des Worts. Was
soll das heißen, sie haben keinen Herrn? Sie haben einen, und es ist der furchtbarste,
despotischste von allen Herren: die Not. Diese treibt sie in die grausamste Abhängig-
keit. Sie haben nicht einem einzelnen Menschen zu gehorchen, sondern allen insgesamt.
Es ist nicht bloß ein einziger Tyrann, dessen Launen sie schmeicheln und dessen
Gunst sie suchen müssen - das zöge der Abhängigkeit Grenzen und machte sie erträg-
licher. Sie werden die Diener eines jeden, der Geld hat, wodurch ihre Sklaverei eine un-
endliche Ausdehnung und Härte erhält. Man sagt: Wenn sie sich bei einem Herrn
nicht wohl fühlen, haben sie doch den Trost, es ihm sagen und sich einen anderen

suchen zu können; die Sklaven können weder das eine noch das andere; sie sind also
unglücklicher. Welcher Sophismus! Man bedenke nur, daß die Zahl derjenigen, die
arbeiten lassen, sehr gering ist, die Zahl der Arbeiter dagegen gewaltig." (p.470, 471.)
„Worauf reduziert sich für sie jene scheinbare Freiheit, die ihr ihnen verliehen habt?
Sie leben bloß von der Vermietung ihrer Arme. Sie müssen also jemand finden, der sie
mielet, oder Hungers sterben. Heißt das frei sein?“ (p.472.)

„Das Schrecklichste ist, daß die Geringfügigkeit dieser Bezahlung noch ein Grund
ist, sie herabzusetzen. Je mehr der Tagelöhner von der Not bedrückt ist, desto billiger
muß er sich verkaufen. Je dringender seine Notlage ist, desto weniger einträglich ist
seine Arbeit. Die Augenblicksdespoten, die er unter Tränen beschwört, seine Dienste
anzunehmen, erröten nicht, ihm gewissermaßen den Puls zu befühlen, um sich zu ver-
gewissern, wieviel Kraft ihm noch geblieben ist: Nach dem Grade seiner Schwäche
bemessen sie die Bezahlung, die sie ihm anbieten. Je näher er ihnen dem Untergang
durch Entkräftung zu sein scheint, desto mehr beschneiden sie das, was ihn retten
könnte. Und was die Barbaren, die sie sind, ihm geben, dient weniger dazu, sein Leben
zu verlängern, als seinen Tod hinauszuschieben.“ (p.482, 483.) „Die Unabhängigkeit“
(du journalier') „... ist eine der verderblichsten Geißeln, die das Raffinement der
modernen Zeiten hervorgebracht hat. Sie vermehrt den Überfluß des Reichen und den
Mangel des Armen. Der erspart alles, was der andere ausgibt. Dieser ist gezwungen,
nicht am Überflüssigen, sondern am Notwendigsten zu sparen.“ (p.483.)

„Wenn es heute so leicht ist, riesige Armeen zu unterhalten, die sich mit dem
Luxus verbinden, um die Ausrottung des Menschengeschlechts zu vollenden, so ist
nur die Abschaffung der Sklaverei daran schuld ... Erst seitdem es keine Sklaven mehr
gibt, liefern Ausschweifung und Bettelarmut Kriegshelden zu fünf Sous den Tag.“
(p.484, 485.)

„Ich ziehe“ (die asiatische Sklaverei) „hundertmal jeder anderen Art der Existenz
von Menschen vor, die gezwungen sind, ihr Leben durch Tagelöhnerarbeit zu fristen.“
(p.496.)

„Ihre“ (der esclaves? und der journaliers) „Ketten sind aus demselben Stoff ge-
macht und bloß anders gefärbt. Hier sind sie schwarz und erscheinen massiv; dort
haben sie weniger düstere Farben und scheinen leichter zu sein; aber man wäge sie
unparteiisch, und man wird keinen Unterschied bemerken; beide sind von der Not ge-
fertigt. Sie haben genau das gleiche Gewicht, oder vielmehr, wenn die eine einige Lot
mehr wiegt, so ist es jene, die äußerlich leichter erscheint.“ (p.510.)

Er ruft den französischen Aufklärern mit Bezug auf die Arbeiter zu:

„Seht ihr nicht, daß die Unterjochung, die Ausrottung, um es geradeheraus zu
sagen, dieses so großen Teiles der Herde den Reichtum der Hirten erzeugt? ... Glaubt
mir, in seinem“ (du berger?) „Interesse, in eurem und selbst in ihrem, laßt sie“ (die
Schafe) „in der Überzeugung, in der sie leben, daß der Köter, der sie ankläfft, für

sich allein mehr Kraft besitzt als sie alle zusammen. Laßt ste stumpfsinnig beim bloßen

1 des Tagelöhners - ? Sklaven - ? des Hirten

Anblick seines Schattens davonlaufen. Alle werden dabei gewinnen. Ihr werdet es um
so leichter haben, sie zusammenzutreiben, um ihnen die Wolle zu scheren. Sie sind
um so leichter davor geschützt, von den Wölfen gefressen zu werden. |!441} Freilich
nur, um von den Menschen verzehrt zu werden. Aber das ist einmal ihr Schicksal von
dem Augenblick an, da sie den Stall betreten haben. Ehe ihr davon sprecht, sie von
dort herauszuführen, beginnt damit, den Stall niederzureißen, das heißt die Gesell-

schaft.“ (p.512, 513.) [X-441]|

## Beilagen

### [Hobbes über die ökonomische Rolle der Wissenschaft,
über die Arbeit und den Wert]

IXX-1291al Nach Hobbes ist die Wissenschaft, nicht die ausführende
Arbeit, die Mutter der Künste.

„Künste von gesellschaftlichem Nutzen, wie Festungsbau, die Herstellung von
Kriegsmaschinen und anderen Kriegswerkzeugen, stellen Macht dar, da sie zur Ver-
teidigung und zum Sieg beitragen; aber obwohl ihre wahre Mutter die Wissenschaft,
nämlich die Mathematik, ist, so gelten dennoch, weil sie von der Hand des Handwerkers
ans Licht gebracht wurden, diese als ihre Urheber, wie die Hebamme bei dem ein-
fachen Volk als die Mutter gilt.“ („Leviathan“ ; English Works of 'Th.Hobbes, Edit.
Molesworth, Lond. 1839-44, t. 111, p.75.)

Das Produkt der geistigen Arbeit - die Wissenschaft - steht immer tief
unter ihrem Wert. Weil die Arbeitszeit, die nötig ist, um sie zu reprodu-
zieren, in gar keinem Verhältnis steht zu der Arbeitszeit, die zu ihrer Origi-
nalproduktion erforderlich ist. Z.B. den binomischen Lehrsatz kann ein
Schuljunge in einer Stunde lernen.

Arbeitsvermögen:

„Der Wert eines Mannes ist, wie der aller anderen Dinge, gleich seinem Preis: das
will besagen, so viel, wie für den Gebrauch seiner Kraft gezahlt wird.“ (l.c.p.76, Hobbes.
„Leviathan“.) „Eines Mannes Arbeit“ (also der use of his labouring power!),ist eben-
falls, wie jedes andere Ding, eine Ware, die man mit Gewinn austauschen kann.“

(l.c. p. 233.)

Produktive und unproduktive Arbeit:

„Es genügt nicht, daß ein Mann zur Erhaltung seines Lebens arbeitet; er muß auch
kämpfen, wenn es zum Schulze seiner Arbeit nottut. Man muß entweder, wie es die
Juden nach ihrer Rückkehr aus der Gefangenschaft beim Wiederaufbau des Tempels
taten, mit der einen Hand bauen und in der anderen das Schwert halten, oder man muß

andere dingen, die für einen kämpfen.“ (l.c., Hobbes, p.333.) |XX-1291 a||

* Gebrauch seiner Arbeitskraft

## Petty

### [a) Bevölkerungstheorie - Kritik an den unproduktiven Berufen]

IXXU-1346| [Petty.]"0%1 A Treatise of Taxes, and Contributions“, London
1667. Unser Freund Peity hat ganz andre „Populationstheorie“ als Malthus.
Nach ihm a check ought to be put upon the „breeding“ faculties of parsons,
and the „Coelibat“ again put upon them!.

Dies alles gehört zur: Productive and unproductive labour."

a) Parsons”:

„Da es in England mehr Männer als Frauen gibt ..., wäre es gut, wenn die Priester
zu ihrem Zölibat zurückkehrten oder wenn niemand Priester sein könnte, solange er ver-
heiratet ist ... Und dann könnte unser unverheirateter Geistlicher ebensogut von der
halben wie jetzt von seiner ganzen Pfründe leben.“ (p.7, 8.)

Kaufleute und Retailers:

„Ein großer Teil von ihnen, dem nach Recht und Billigkeit nichts von der Gesellschaft
zusteht, könnte ebenfalls ausgeschaltet werden, da sie nur eine Art Spieler sind, die
untereinander um die Arbeitsergebnisse der Armen spielen und selber nichts hervor-
bringen, sondern nur, wie Venen und Arterien, nach verschiedenen Richtungen das
Blut und die Nährsäfte des Gesellschaftskörpers verteilen, nämlich das Produkt von
Landwirtschaft und Manufaktur.“ (p. 10.)

c) Advokaten, Ärzte, Beamte eic.:

„Wenn die zahlreichen Ämter und Sporteln, die mit Regierung, Rechtsprechung und
Kirche zusammenhängen, und die Menge der Theologen, Juristen, Ärzte, Kaufleute
und Krämer, die alle hohe Löhne empfangen für wenig Arbeit, die sie der Gesellschaft
leisten, ebenfalls verringert würden - wieviel leichter könnten die gesellschaftlichen
Ausgaben bestritten werden?” (p.11.)

X müßte man dem „Vermehrungs“ vermögen der Geistlichen Einhalt tun und für sie das
„Zölibat“ wieder einführen - ? Geistliche - ? Krämer

d) Paupers; supernumerariest:

„Wer soll diese Menschen bezahlen? Ich antwortete, jedermann ... Ich denke, es
ist klar, man sollte sie weder verhungern lassen noch hängen, noch weggeben etc.“
(p.12.) Entweder gebe man ihnen „den Überfluß“, oder wenn kein solcher da, „im
Falle kein Überschuß da ist ..., wäre es schicklich, die Auserlesenheit der Ernährung
der anderen in Quantität oder Qualität ein wenig zu beschneiden.“ (p. 12, 13.) Die Arbeit,
die man ihnen (den supernumeraries) auferlegt, gleichgültig; nur muß sie sein „ohne
Aufwand von ausländischen Waren“; die Hauptsache ist, „ihr Gemüt an Disziplin
und Gehorsam und ihren Leib an Ausdauer bei nützlicheren Arbeiten zu gewöhnen,
wenn ein Bedürfnis das erfordern sollte.“ (p. 13.), Am besten, sie zum Bauen von Stra-
Ben, Brücken, Bergwerken etc. zu verwenden.“ (p. 11, 12.)

Bevölkerung, der Reichtum:

„Kleinheit der Bevölkerung ist wirkliche Armut; und eine Nation, deren Bevölkerung
acht Millionen beträgt, ist mehr als doppelt so reich wie eine andere, die auf gleich

großem Gebiet bloß vier Millionen zählt.“ (p. 16.)
ad a) oben, Parsons. Die Pfaffen behandelt Petty mit exquisiter Ironie:

„Die Religion blüht am besten, wenn die Priester am meisten kasteit werden, wie ...
das Recht ... am besten, wo die Advokaten verhungern.“ (p.57.) Unter allen Umstän-
den, rät er den parsons, „nicht mehr Pfaffen zu hecken, als die vorhandenen Pfründen ab-
sorbieren können“. Z.B. 12000 benefices? in England und Wales. Dann „ist es unweis,
24000 Pfaffen zu hecken“. Denn sonst machen die 12000 Unversorgten Konkurrenz,
„und wie könnten sie das leichter tun, als indem sie das Volk überreden, die 12000
Pfründner vergifteten die Seelen, und hungerten selbige Seelen aus“ (dies mit An-
spielung auf den englischen Religionskrieg) „und zeigten ihnen den Holzweg zum

Himmel“. (p.57.)
### [5) Bestimmung des Wertes durch die Arbeitszeit]

Ursprung und Schätzung des surplus value. Dies geht etwas kunterbunt
durcheinander; aber in all dem Herausringen der Gedanken findet sich das
Schlagende zerstreut zusammen.

Petty unterscheidet zwischen natural price, political price, true price
currant® (p.67). Unter natural price versteht er in der Tat das valize, und
dieses ist es allein, was uns hier beschäftigt, da | von der Wertbestim-
mung die Bestimmung des surplus value abhängt.

In dieser Schrift bestimmt er in der Tat den Wert der Waren durch die
comparative* Quantität von Arbeit, die in ihnen enthalten ist.

1 Überzählige -.? Pfründen - ° natürlichem Preis, politischem Preis, wahrem Markt-
preis —- * verhältnismäßige

„Aber ehe wir zuviel von Renten sprechen, müssen wir ihre geheimnisvolle Natur
zu erklären trachten, sowohl in bezug auf das Geld, dessen Rente wir Zins nennen, als
auch in bezug auf Ländereien und. Häuser.“ (p. 23.)

a) Zuerst fragt es sich, was ist der Wert einer Ware? näher - von Korn?

„Wenn jemand eine Unze Silber aus dem Innern der Erde Perus in derselben Zeit
nach London bringen kann, die er zur Produktion eines Bushel Korn brauchen würde,
dann ist das eine der natürliche Preis des anderen; wenn er nun durch Abbau neuer
und ergiebiger Bergwerke statt der einen zwei Unzen Silber mit dem gleichen Auf-
wand gewinnen kann, wird das Korn bei einem Preis von 10 Shilling pro Bushel ebenso
billig sein wie vorher bei einem Preis von 5 Shilling, caeteris paribus.!“ (p.31.) „Neh-
men wir an, die Produktion eines Bushel Korn erfordere ebensoviel Arbeit wie die einer
Unze Silber.“ (p.66.) Dies ist zunächst der „reale und nicht eingebildete Weg, die
Preise der Waren zu berechnen.“ (p.66.)

£) Der zweite Punkt, der nun zu untersuchen ist, ist der Wert der Arbeit.

„Das Gesetz ... sollte dem Arbeiter gerade das noch zum Leben Notwendige zuge-
stehen; denn wenn man ihm das Doppelte zugesteht, dann arbeitet er nur halb soviel,
wie er hätte tun können und andernfalls getan hätte; das bedeutet für die Gesellschaft
einen Verlust des Ergebnisses von soviel Arbeit.“ (p. 64.)

Der Wert der Arbeit also durch die notwendigen Lebensmittel bestimmt.
Der Arbeiter nur dadurch zur Surplusproduktion und Surplusarbeit be-
stimmt, daß man ihn zwingt, seine ganze dispositionsfähige Arbeitskraft zu
verwenden, um selbst soviel zu erhalten, wie er grade braucht, um zu leben.
Indes ist die Wohlfeilheit oder Teuerkeit seiner Arbeit durch 2 Umstände
bestimmt: natürliche Fruchtbarkeit und vom Klima bestimmtes Maß der
Ausgaben (Bedürfnisse):

„Natürliche Teuerkeit und, Wohlfeilheit hängt davon ab, ob weniger oder mehr Hände
erforderlich sind, die natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen: So ist Korn dort billiger,
wo ein Mann Korn für zehn produziert, als dort, wo er das nur für sechs tun kann; und
außerdem von dem Maß, wie das Klima Menschen zu der Notwendigkeit höherer oder
niedrigerer Ausgaben bestimmt.“ (p. 67.)

y) Für ihn besteht das Surplus nur in zwei Formen: rent of land oder rent
of money (usury)*. Die letztre leitet er von der erstren ab. Die erste für ihn,
wie später für die Physiokraten, die eigentliche Form des surplus value (er
erklärt aber zugleich, daß Korn einschließen soll all necessaries of life?, wie

in dem „Lord’s Prayer“ (Vaterunser) the word „Bread doth“*).
Er geht nun in der Darstellung nicht nur so [vor], daß er die Rente (das

1 unter sonst gleichen Umständen - ? Bodenrente oder Geldrente (Zins) -° alles Lebensnot-
wendige - * das Wort „[iäglich] Brot gib“

Surplus) darstellt als Überschuß, den der employer über die necessary time
of labour! zieht; sondern so, daß er sie als Überschuß der surplus labour des
Produzenten selbst über seinen Arbeitslohn und den Ersatz seines eignen
Kapitals darstellt.

„Nehmen wir an, ein Mann bebaute mit eigener Hand eine bestimmte Fläche Land
mit Korn, das heißt, er gräbt oder pflügt es um, eggt, rodet, erntet, fährt das Korn ein,
drischt es, worfelt es, wie es der Ackerbau dieses Landes erfordert, und er hat über-
dies Saatgut, um es zu besäen. Ich behaupte - wenn dieser Mann von seiner Ernte
sein Saatgut abgezogen hat“ (also erstens von dem Produkt ein Äquivalent des kon-
stanten Kapitals abgezogen) | „sowie alles das, was er selbst verzehrt und im
Austausch für Kleidung und für sonstige natürliche Bedürfnisse an andere gegeben
hat -, daß das, was an Korn übrigbleibt, die natürliche und wirkliche Bodenrente für dieses
Jahr ist; und der Durchschnitt von sieben Jahren oder vielmehr die Zahl von Jahren, in
denen Mißernten und gute Ernten ihren Kreislauf durchmachen, gibt die gewöhnliche
Bodenrente in Korn.“ (p.23, 24.)

Es ist also in der Tat bei Petty, da der Wert des Korns durch die in ihm
enthaltne Arbeitszeit bestimmt ist, und die Rente gleich dem Gesamtprodukt
minus dem Arbeitslohn und seed?, letztre gleich dem surplus produce,
worin sich die surplus labour vergegenständlicht. Die Rente schließt hier
den Profit ein; er ist noch nicht getrennt von der Rente.

In derselben ingeniösen Weise fragt Pletty] weiter:

„Aber eine weitere, wenn auch eine Nebenfrage ist die: Wieviel englisches Geld ist
dieses Korn oder diese Rente wert? Ich erwidere, soviel wie das Geld, das ein anderer
einzelner Mann in der gleichen Zeit über seine Ausgaben hinaus ersparen kann, wenn
er sich ganz darauf wirft, es zu produzieren. Nehmen wir also an, ein anderer Mann
reise in ein Land, wo es Silber gibt, er grabe dort nach Silber, reinige es, bringe es an
denselben Ort, wo der erste Mann sein Korn anbaut, präge dort Münzen usw.; wenn
dieser Mann während der ganzen Zeit, in der er das Silber produzierte, sich gleich-
zeitig auch die zu seinem Unterhalt notwendige Nahrung und Kleidung erwarb, muß -
sage ich — das Silber des einen an Wert dem Korn des anderen gleich geschätzt werden.
Das eine beläuft sich etwa auf zwanzig Unzen und das andere auf zwanzig Bushel.
Daraus folgt, daß der Preis eines Bushel von diesem Korn eine Unze Silber ist.“ (p. 24.)

Die Verschiedenheit der Arbeit, bemerkt er dabei ausdrücklich, ist ganz
gleichgültig hierbei; es kömmt nur auf die Arbeitszeit an.

„Und insofern möglicherweise mit der Produktion des Silbers mehr Kunst und
mehr Risiko verbunden sein kann als mit der des Korns, so gliche sich das doch
schließlich aus. Man lasse hundert Mann zehn Jahre lang arbeiten, um Korn zu ernten,

? notwendige Arbeitszeit - ? Saatgut

und dieselbe Zahl Leute die gleiche Zeit, um Silber zu gewinnen, und ich sage, daß der
Reinertrag an Silber der Preis des gesamten Reinertrags an Korn sein wird und gleiche
Teile des einen den Preis gleicher Teile des andern bilden werden.“ (p. 24.)

### [c) Bestimmung des Bodenpreises, der Rente und. des Zinses]

Nachdem er so die Rente, die hier gleich dem ganzen Mehrwert, Profit
included!, und ihren Geldausdruck gefunden, setzt er sich nun dran, den
Geldwert des Landes zu bestimmen, was wieder schr genial.

„Daher würden wir froh sein, den natürlichen Wert des frei verkäuflichen Bodens
zu bestimmen, wenn auch nicht besser, als wir den des schon erwähnten usus fructus
bestimmten.“ (p. 25.)... „Nachdem wir die Rente oder den Wert des usus frucius per
anniim gefunden haben, ist die Frage die, wie viele Jahresrenten (wie wir gewöhnlich
sagen) bilden den natürlichen Wert des frei verkäuflichen Bodens? Sagen wir eine un-
endliche Anzahl, dann würde ein Acre Land an Wert gleich sein tausend Acres desselben
Bodens, was absurd ist; eine Unendlichkeit von Einheiten ist gleich einer Unendlich-
keit von Tausenden. Daher müssen wir uns für eine etwas beschränkte Zahl entscheiden,
und ich meine, das ist die Zahl von Jahren, die ein Mensch von fünfzig Jahren, einer
von achtundzwanzig und ein anderer von sieben Jahren, die gleichzeitig am Leben sind,
Aussicht haben zu leben, das heißt Großvater, Vater und Kind, Wenige Menschen
haben Ursache, für fernere Nachkommenschaft zu sorgen... Ich nelime daher an, die
Summe von Jahresrenten, die den natürlichen Wert eines Grundstücks bildet, sei gleich
der gewöhnlichen |]1350] Lebensdauer von drei derartigen Personen. Nun schätzen
wir in England drei Leben auf einundzwanzig Jahre, und folglich sei der Wert des
Landes ungefähr gleich derselben Summe von Jahresrenten.” (p. 26.)

Nachdem er die Rente in Surplusarbeit und daher surplus valie aufgelöst,
erklärt er, das Land [habe] nichts zu sein als kapitalisierte Rente, d.h. eine
bestimmte Summe von Jahresrenten oder die Summe von Renten während
einer bestimmten Zahl von Jahren.

In der Tat wird die Rente so kapitalisiert oder als Wert des Landes be-
rechnet:

Ein acre trage 10 I, Rente jährlich. Ist der Zinsfuß =5 p.c., so stellen
10 I. den Zins von einem Kapital von 200 !. vor, und, da zu 5 p.c. der Zins
das Kapital in 20 Jahren ersetzt, wäre der Wert des acre = 200 1.(20 x 101.).
Die Kapitalisierung der Rente hängt also von dem Zinsfuß ab. Wäre der
Zinsfuß = 10 p.c., so stellte er den Zins von einem Kapital von 100 !. oder
10 years’ purchase? vor.

Da aber Pletty] von der rent of land als der allgemeinen Form des Mehr-
werts ausgeht, die Profit einschließt, kann er nicht den Zins des Kapitals als

3 eingeschlossen - ? zehnfachen Jahresertrags

gegeben voraussetzen, muß ihn vielmehr als besondre Form aus der Rente
ableiten (wie es auch Turgot konsequent von seinem Standpunkt aus tut).
In welcher Weise soll er also die Jahreszahl, die Zahl der Jahresrenten ber
stimmen, die den Wert des Landes bildet? Ein Mensch hat nur Interesse, so
viele Jahresrenten zu kaufen, als er Jahre für sich und seine nächste posterity!
zu „sorgen“ hat; also so lange, als ein Durchschnittsmensch, Großvater, Vater
und Kind, lebt, und dies sind 21 Jahre nach „englischer“ Schätzung. Also,
was jenseits 2ljährigem „usus fructus“ liegt, hat keinen Wert für ihn. Er
bezahlt daher den usus fructus von 21 Jahren, und dies bildet den Wert des
Landes. In seiner sinnreichen Weise hilft er sich aus der Verlegenheit; aber
es bleibt dabei das Bedeutende,

daß erstens die Rente, als Ausdruck des gesamten agricultural surplus value,
nicht aus dem Boden, sondern aus der Arbeit abgeleitet ist, das Surplus der
Arbeit über das zum Lebensunterhalt des Arbeiters hinaus Nötige;

daß zweitens der Wert des Landes nichts ist als für eine bestimmte Zahl
von Jahren voraus gekaufte Rente, eine verwandelte Form der Rente selbst,
in der z.B. 21 Jahre surplus value (oder Arbeit) als Wert des Landes er-
scheint; kurz, der Wert des Landes nichts als kapitalisierte Rente.

So tief dringt Petty in die Sache ein. Vom Standpunkt des Käufers der
Rente (i.e. des Landes) erscheint so die Rente bloß als Zins seines Kapitals,
womit er sie gekauft hat, und in dieser Form ist die Rente völlig unerkennt-
lich geworden und erscheint als Kapitalzins.

Nachdem Petty so den Wert des Landes und den Wert der Jahresrente
bestimmt, kann er die rent of money oder usury als sekundäre Form ab-
leiten.

„Was den Zins anbelangt, so muß er mindestens soviel betragen wie die Rente von
soviel Land, wie das gelichene Geld zu kaufen vermag, wo die Sicherheit außer Zweifel

steht.” (p. 28.)

Hier erscheint der Zins bestimmt durch den Preis der Rente, während
umgekehrt der Preis der Rente oder der Kaufwert des Landes durch den Zins
bestimmt ist. Aber dies sehr konsequent, da die Rente als die allgemeine
Form des surplus value dargestellt ist, der Zins des Geldes also als sckundäre
Form daraus abgeleitet werden muß.

Differentialrente. Auch von dieser findet sich der erste Begriff bei Peity.
Er leitet sie nicht ab aus der verschiednen Fruchtbarkeit von Ländereien von
gleichem Umfang, sondern von der verschiednen Lage, Distanz vom Markte

1 Nachkommenschaft

bei Ländereien von gleicher Fruchtbarkeit, was bekanntlich ein Element der
Differentialrente ist. Er sagt:

- 11351] „Wie starke Nachfrage nach Geld den Geldkurs erhöht, ebenso muß starke
Nachfrage nach Korn dessen Preis erhöhen und daher auch die Rente des Bodens, der
Korn trägt"

(hier also direkt ausgesprochen, daß der Preis des Korns die Rente bestimmt,
wie schon in der früheren Entwicklung liegt, daß die Rente nicht den Wert
des Korns bestimmt),

„und schließlich den Preis des Bodens selbst, zum Beispiel wenn das Korn, das London
oder eine Armee ernährt, vierzig Meilen weit hingebracht werden muß, wird das Korn,
das im Umkreis einer Meile von London oder von den Quartieren einer solchen Armee
wächst, seinen natürlichen Preis um soviel erhöht haben, wie die Transportkosten über
39 Meilen ausmachen ... Daher kommt es, daß eigentlich gleichwertige Ländereien in der
Nähe volkreicher Plätze, die von einem Gebiet mit großem Umfang ernährt werden, aus
diesen Gründen nicht bloß mehr Rente abwerfen, sondern auch mehr Jahresrenten kosten
werden als Ländereien in abgelegenen Gegenden etc.“ (p. 29.)

Auch den zweiten Grund der Differentialrente, verschiedne Fruchtbarkeit
des Landes und daher verschiedne Produktivität der Arbeit auf Ländereien
von gleicher Quantität erwähnt Petty:

„Div Güte oder Dürftigkeit oder der Wert des Landes hängt davon ab, in welchem
Verhältnis der größere oder kleinere Teil des Produktes, den man dafür gibt, zu der ein-
Jachen Arbeit steht, die angewandt würde, um dasselbe Produkt zu er-
zeugen.“ (p.67.)

Petty hat also besser als A.Smith die Differentialrente entwickelt.
IXXD-1351 |

IXXT-1397| {Peity, „A Treatise of Taxes and Contributions", London
1667. Nachträgliches.

1. Über die Masse zirkulierendes Geld, die eine Nation braucht, p. 16, 17.

Seine Anschauung von der Gesamtproduktion zeigt sich in dem Satz:

„Wenn auf einem Gebiet 1000 Menschen sind und 100 davon die notwendige
Nahrung und Kleidung für alle 1000 produzieren können; wenn weitere 200 so viele
Waren produzieren, wie andere Nationen gegen ihre Waren oder Geld abnehmen
wollen, und wenn 400 weitere beschäftigt sind, Schmuck, Vergnügen und Glanz für
alle zu schaffen; wenn 200 als Regierungsleute, Theologen, Juristen, Ärzte, Kaufleute
und Krämer beschäftigt sind, zusammen also 900, so entsteht die Frage“ etc. wegen der
Paupers („supernumeraries“'). (p. 12.)

1 „Überzähligen“

Petty bemerkt bei Entwicklung der Rente und ihrer Schätzung in Geld,
wo er equal labours (quantities)? nimmt°:

„Dies, behaupte ich, ist die Grundlage der Ausgleichung und Abwägung der Werte;
jedoch in dem Überbau und der praktischen Anwendung davon, gestehe ich, gibt es
viel Mannigfaltiges und Verwickeltes.“ (p. 25.)

### [d) „Natürliches Gleichheitsverhältnis zwischen Boden und Arbeit“]

11398] 2. Was ihn sehr beschäftigte, is the „natural Par between Land
and Labour“? (p.25).

„Unsere Silber- und Goldmünzen bezeichnen wir mit verschiedenen Namen, so
in England als Pfunde, Schillinge und Pence, die alle durch eins von den dreien aus-
gedrückt und aufgefaßt werden können. Was ich aber hierüber sagen will, ist folgen-
des: Alle Dinge sollten durch zwei natürliche Nenner bewertet werden - Boden und
Arbeit; das heißt, wir sollten sagen, ein Schiff oder Rock ist das und das Maß an
Boden mit dem und dem anderen Maß an Arbeit wert, da ja beide, Schiffe und Röcke,
Geschöpfe des Bodens und menschlicher Arbeit darauf sind: Wenn das richtig ist, so
wären wir glücklich, eiri natürliches Gleichheitsverhälinis zwischen Boden und. Arbeit zu
finden, so daß wir den Wert ebensogut in jedem der beiden oder noch besser in beiden
allein ausdrücken und das eine ebenso leicht und zuverlässig in das andere verwandeln
könnten, wie wir Pence in Pfunde verwandeln.“

Darum sucht er den „natural value des fee-simple of land“, nachdem
er den Geldausdruck der Rente gefunden. (p.25.)

Es ist bei ihm 3fache Bestimmung, die durcheinanderläuft:

a) Die Wertgröße, die durch gleiche Arbeitszeit bestimmt ist und wobei
die Arbeit als Quelle des Werts.

b) Der Wert als die Form der gesellschaftlichen Arbeit. Daher Geld als
die wahre Gestalt des Werts, obgleich er an andren Stellen alle Illusionen des
Monetarsystems umwirft. Bei ihm also die Begriffsbestimmung.

c) Verwechslung von Arbeit, als Quelle des Tauschwerts und Gebrauchs-
werts, wobei sie Naturstoff (land) voraussetzt. In der Tat, he „cuts“? die
„Par“ zwischen labour and land, indem er die Fee simple des letztren als
kapitalisierte Rente darstellt, also nicht vom Land als Naturstoff der realen
Arbeit spricht.

3. Sagt mit Betreff des Zinsfußes:

3 gleiche Ärbeiten (Mengen) - ? siehe vorl. Band, S. 331/332 - ® ist das „natürliche Gleich-
heitsverhältnis zwischen Boden und Arbeit“ - * „natürlichen Wert des frei verkäuflichen
Bodens“ -° er „durchbricht“

„Über die Eitelkeit und Fruchtlosigkeit, bürgerliche, positive Gesetze zu machen
gegen das Gesetz der Natur" (t.e. die aus der Natur der bürgerlichen Produktion ent-
springenden Gesetze), „habe ich anderweitig gesprochen.“ (l.c. p.29.)

4. Betreffs der Rente: Surplus value infolge der größren Produktivität der
Arbeit:

„Wenn die genannten Grafschaften durch mehr Arbeit, als jetzt aufgewandt wird
(etwa, indem man umgräbt, statt zu pflügen, die Saatkörner einsetzt, statt sie auszu-
streuen, sie ausliest, statt sie wahllos zu nehmen, sie einweicht, statt sie ohne Vorberei-
tung zu benutzen, indem man den Boden mit Salzen, statt mit vermodertem Stroh
düngt usw.), fruchtbarer gemacht werden könnten, dann wird die Rente um so höher
steigen, je mehr der vergrößerte Ertrag die vergrößerte Arbeit übersteigt.“ (p.32.)

(Meint [mit vergrößerter Arbeit] den price or wages of labour! hier.)

5, Raising of money? [ch. XIV].

6. Die früher zitierte Stelle? „wenn man ihm das Doppelte zugesteht,
dann arbeitet er nur halb soviel etc.“, so zu verstehn: Erhielte der Arbeiter
für 6 Std. den Wert von 6 Std., so erhielte er double*, was er jetzt erhält, wo
er den Wert von 6 für 12 erhält. Er würde dann nur 6 arbeiten, „und das
bedeutet für die Gesellschaft einen Verlust“ etc.

Petty, „An Essay concerning the Multiplication of Mankind“ (1682). Tei-
lung der Arbeit (p.35, 36).

„Political Anatomy of Ireland“ und „Verbum Sapienti“ 1672 (Ausgabe
London 1691).

1. „Das bringt mich zu der wichtigsten Überlegung in der politischen Ökonomie,
nämlich: Wie kann man ein Gleichheitsverhältnis und eine Gleichsetzung zwischen Boden
und Arbeit herstellen, so daß der Wert irgendeines Dinges in beiden allein ausgedrückt
werden kann.“ (p. 63, 64.)

In der Tat liegt hier nur die Aufgabe zugrunde, den Wert des Landes
selbst in Arbeit aufzulösen.

11399] 2.Diese Schrift ist spätergeschrieben alsdie früherentwickelte. 108

„Die tägliche Nahrung eines erwachsenen Mannes, im Durchschnitt genommen,
und nicht die Tagesarbeit, ist das allgemeine Maß des Wertes und scheint ebenso regel-
mäßig und konstant zu sein wie der Wert von reinem Silber ... Daher bestimmte ich

1 Preis oder Lohn der Arbeit - ? Geldvermehrung - ° siche vorl. Band, 5.332 - ? das
Doppelte

den Wert einer irischen Hütte nach der Zahl der täglichen Lebensmittelrationen, die der
Hersteller bei ihrem Bau ausgab.“ (p. 65.)

Dies letztre ganz physiokratisch.

„Daß einige Menschen mehr essen wollen als andere, ist nicht wesentlich, da wir
unter täglicher Lebensmittelration den hundertsten Teil dessen verstehen, was hun-
dert Leute der verschiedensten Art und Größe essen, um zu leben, zu arbeiten und sich
fortzupflanzen.“ (p. 64.)

Aber was Petty hier in der Statistik von Irland sucht, ist nicht das com-
mon! Maß des Wertes, sondern das Maß des Wertes in dem Sinne, wie Geld
Maß der Werte ist.

3. Masse des Geldes und Reichtum der Nation ((„Verbum Sapienti“) p. 13).

4. Kapital.

„Was wir Reichtum, Kapital oder Vorrat der Nation nennen und was das Ergebnis
der früheren oder vergangenen Arbeit ist, sollte nicht als etwas verstanden werden, das
von den gegenwärtig wirkenden Kräften zu unterscheiden ist.“ (p.9.)

5. Produktivkraft der Arbeit.

„Wir sagten, daß die Hälfte des Volkes, bei einer sehr mäßigen Arbeitsleistung
das Königreich sehr bereichern könnte ... auf was sollen sie dieselbe anwenden? Dazu
sage ich im allgemeinen: Auf die Herstellung von Lebensmitteln und dem Lebensnot-
wendigen für die gesamte Bevölkerung des Landes durch wenige Hände; entweder
durch härteres Arbeiten oder durch die Einführung von Mitteln zur Arbeitsersparung
und zur Erleichterung der Arbeit, was gleichbedeutend ist mit dem, was die Menschen
vergeblich von der Polygamie erhofften. Denn wenn einer die Arbeit von fünf Mann
leistet, bewirkt er dasselbe Ergebnis, als wenn er vier erwachsene Arbeiter in die Welt
setzte.“ (p. 22.) „Am billigsten wird die Nahrung sein ..., wenn die Nahrung durch
weniger Hände als anderswo gewonnen wird.“ (p. 23.)

6. Zweck der Menschen und Ziel (p.24).
7. Sieh über Geld auch das „Quantulumcunque“ (1682).} IXXTI-1399|]

? allgemeine

Petty, Sir Dudley North, Locke

IXXTI-1397| Aus einer Vergleichung der Schriften North’s und Lockes
mit Pettys „Quantulumcungue“ (1682) und „A Treatise upon Taxes, and
Contributions“ (1662) sieht man ihre Abhängigkeit von Petty I. über das
lowering des interest‘; 2. raising and abasing of money?; 3. North’s calling
interest the rent of money? etc. - [Vgl. auch Pettys] „Anatomy of Ireland“
(1672).

North und Locke schrieben ihre Schriften!*®®! gleichzeitig beim selben
Anlasse: Lowering of Interest und Raising of Money. Aber die entgegen-
gesetzten Ansichten. Bei Locke ist das „Want of Money“ * schuld an der
Höhe des Zinsfußes und überhaupt daran, that things do not fetch their real
prices, and the revenues to be paid out of them®. North zeigt umgekehrt,
daß es nicht das Want of Money, sondern of capital or revenue ist. Beiihm
zuerst bestimmter Begriff stock or capital oder rather® von Geld als einer
bloßen Form des Kapitals, soweit es nicht Zirkulationsmittel. Bei Sir
Dudley North der erste richtige Begriff von Zins gegen die Lockesche Vor-
stellung. [XXTI-1397 ||

1 Sinken des Zinsfußes - ? Geldvermehrung und Geldverminderung - ? North's Bezeich-
nung des Zinses als Geldrente - ? der, Geldmangel“ - ° daß die Dinge nicht ihre realen
Preise erbringen und die Revenuen, die daraus entspringen sollten - 8 vielmehr

## Locke

### [Behandlung der Rente und des Zinses vom Standpunkt
der bürgerlichen Theorie des Naturrechts]

IXxX-1291al Nimmt man die Doktrin von Locke über labour überhaupt
zusammen mit seiner Doktrin über den Ursprung des Zinses und der Rente -
denn nur in diesen bestimmten Formen erscheint bei ihm der Mehrwert -
so ist Mehrwert nichts als fremde Arbeit, Surplusarbeit, zu deren Aneignung
Land und Kapital - die Bedingungen der Arbeit - ihren Eigentümer be-
fähigen. Und das Eigentum von einem größern Umfang von Arbeitsbedin-
gungen, als eine Person selbst mit ihrer Arbeit verwerten kann, ist nach
Locke eine politische Erfindung, die mit der naturrechtlichen Basis des
Privateigentums ![1292a| in Widerspruch steht.

{Bei Hobbes ist auch die Arbeit die einzige Quelle alles Reichtums, außer
den Naturgaben, die sich gleich in konsumierbarem Zustand vorfinden.
Gott (nature) „gibt entweder unentgeltlich oder verkauft dem Menschen-
geschlecht gegen Arbeit“ („Leviathan“, [p.232.]). Aber bei Hobbes ist es der
Souverain, der nach Belieben Eigentum an Land verteilt.}

Die bezüglichen Stellen sind folgende:

„Obwohl die Erde und alle niederen Geschöpfe allen Menschen gemeinsam ge-
hören, so besitzt dennoch jeder Mensch in seiner eigenen Person ein Eigentum, auf das
niemand als er selbst ein Anrecht hat. Wir können sagen, die Arbeit seines Körpers
und das Werk seiner Hände gehören ihm. Alles, was er aus dem Zustand herausbringt,
in dem es die Natur geschaffen und belassen hat, hat er mit seiner Arbeit vermischt
und mit etwas verbunden, das ihm gehört; und auf diese Weise macht er es zu seinem
Eigentum.“ ([Locke,] „Of Government“, b. II, ch.V; Works, 1768, v. II, 7!b edit. p.229.)

„Seine Arbeit hat es aus den Händen der Natur genommen, wo es Gemeingut war
und gleichmäßig allen ihren Kindern gehörte, und hat es sich dadurch angeeignet.“
(l.c. p. 230.)

„Das gleiche Naturgesetz, das uns auf diese Weise Eigentum gibt, begrenzt auch
dieses Eigentum ... Soviel wie jemand verwenden kann, was seinem Leben irgend
nützlich ist, bevor es verdirbt, soviel darf er durch seine Arbeit in Eigentum verwan-
deln; was darüber hinausscht, ist mehr als sein Anteil und gehört anderen.“ (l. c.)

„Aber das Hauptobjekt des Eigentums sind jetzt nicht die Früchte der Erde“ etc.,
„sondern die Erde selbst ... Soviel Land, wie ein Mann bestellt, bepflanzt, bebaut,
kultiviert und die Produkte daraus verwenden kann, soviel ist sein Eigentum. Durch
seine Arbeit grenzt er es gleichsam von dem Gemeingut ab.“ (l.c. p. 230) „Unterwer-
fung oder Bebauung der Erde und Herrschaft über sie sind, wie wir sehen, untrenn-
bar verbunden. Das eine gab den Anspruch auf das andere.“ (p.231.) „Das Maß des
Eigentums hat die Natur richtig festgesetzt durch den Umfang der menschlichen Arbeit
und die Annehmlichkeiten des Lebens: Keines Mannes Arbeit könnte alles bezwingen
oder sich aneignen; auch könnte für die Befriedigung seines Genusses nicht mehr
als ein kleiner Teil konsumiert werden; so daß es für jedermann unmöglich wäre, auf
diese Weise in die Rechte eines anderen überzugreifen oder sich zum Nachteil seines
Nachbars ein Eigentum zu verschaffen ... Dieses Maß beschränkte in frühen Zeiten
jedermanns Besitz auf einen recht bescheidenen Anteil, auf soviel, wie er sich an-
eignen konnte, ohne jemand zu schädigen ... Und dasselbe Maß kann, so besetzt die
Welt auch erscheinen mag, ohne jemand zu schaden, noch immer zugestanden werden.“

(p. 231, 232.)

Die Arbeit gibt den Dingen fast ihren ganzen Wert {value hier gleich
Gebrauchswert, und Arbeit genommen als konkrete Arbeit, nicht als Quan-
tum; aber das Maß des Tauschwerts durch die Arbeit beruht in der Tat
darauf, daß der Arbeiter den Gebrauchswert schafft}. Der Rest von Ge-
brauchswert, der nicht auflösbar in Arbeit, ist Naturgabe, daher gemein-
schaftliches Eigentum an und für sich. Was Locke daher zu beweisen sucht,
ist nicht der Gegensatz, daß [man] Eigentum noch durch andre procedures
als Arbeit erwerben könne, sondern wie durch die individuelle Arbeit, trotz

dem common property! an der Natur, individuelles Eigentum geschaffen
werden könne.

„Es ist in der Tat die Arbeit, die die Verschiedenheit des Wertes jedes Dings bestimmt
... Von den Produkten der Erde, die für das Leben des Menschen nützlich sind ...,
sind neunundneunzig Hundertstel ganz auf Rechnung der Arbeit zu setzen.“ (p.234.)
„Es ist also Arbeit, was den größten Teil des Wertes des Bodens bestimmt.“ (p. 235.)
„Obwohl die Dinge der Natur allen gemeinsam gegeben sind, trägt doch der Mensch
als Herr über sich selbst und Besitzer seiner eigenen Person und deren Handlungen
oder Arbeit schon in sich selbst die große Grundlage des Eigenturns.“ (p. 235.)

Die eine limit ist also die Schranke der persönlichen Arbeit; die andre
daß einer nicht mehr Dinge aufhäuft, als er benutzen kann. Letztre wird
erweitert durch Austausch der vergänglichen Produkte gegen Geld (ab-
gesehn von dem sonstigen Austausch):

1 gemeinsamen Eigentum

„Er kann von diesen dauerhaften Dingen soviel aufhäufen, wie ihm gefällt; das
Überschreiten der Schranken seines rechtmäßigen Eigentums“ fabgesehn von der limit
seiner persönlichen Arbeit} „liegt nicht in der Größe seines Besitzes, sondern im Ver-
derb alles dessen, was ihm keinen Nutzen bringt. Und so kam der Gebrauch des
Geldes auf, eines dauerhaften Dinges, das man aufheben konnte, ohne daß es verdarb,
und das die Menschen durch gegenseitige Übereinkunft im Austausch ||1293a| gegen
die wirklich nützlichen, aber leicht verderblichen Mittel zum Leben annahmen.“*

(0.236.)

So entsteht Ungleichheit des individuellen Eigentums, aber Maß der
persönlichen Arbeit bleibt.

„Diese Teilung der Dinge in ungleichen Privatbesitz haben die Menschen, außer-
halb der Grenzen der Gesellschaft und ohne Übereinkommen, nur dadurch möglich
gemacht, daß sie dem Gold und Silber einen Wert beigelegt und über den Gebrauch
des Geldes stillschweigend übereingekommen sind.“ (p. 237.)

Man muß nun hiermit zusammenstellen folgende Stelle aus Lockes
Schrift über den Zins!!!9 und nicht vergessen, daß nach ihm das Naturrecht
die persönliche Arbeit zur Grenze of property macht:

„Wir wollen nun untersuchen, wie es“ (Geld) „die gleiche Natur erlangt wie der
Boden, indem es ein bestimmtes jährliches Einkommen liefert, das wir Nutzen oder
Zins nennen. Denn der Boden produziert natürlicherweise etwas Neues und Nütz-
liches und für die Menschheit Wertvolles; Geld dagegen ist ein unfruchtbares Ding
und produziert nichts, überträgt aber durch Übereinkunft den Gewinn, der das Arbeits-
entgelt eines Mannes war, in die Tasche eines anderen. Was dies bewirkt, ist die ungleiche
Verteilung des Geldes; diese Ungleichheit hat die gleiche Wirkung auf den Grund
und Boden, die sie auf das Geld hat ... Denn die ungleiche Verteilung des Bodens
(indem du mehr Land hast, als du bearbeiten kannst oder willst, und ein anderer
weniger) verschafft dir einen Pächter für dein Land; und dieselbe ungleiche Verteilung
des Geldes ... verschafft mir einen Pächter für mein Geld: So ist mein Geld, durch den
Fleiß des Borgers, im Geschäftsleben imstande, diesern mehr als sechs Prozent zu bringen,
ebenso wie dein Land, durch die Arbeit des Pächters, imstande ist, größere Erträge her-
vorzubringen, als seine Rente beträgt.“ (folio ed. of Locke's Works, 1740, vol. 11.111

An dieser Stelle hat L[ocke] einerseits das polemische Interesse gegen
das Grundeigentum, ihm zu zeigen, daß seine Rente sich durchaus nicht
vom Wucher unterscheidet. Aber beide „übertragen den Gewinn, der das
Arbeitsentgelt eines Mannes war, in die Tasche eines anderen“ durch die
ungleiche Verteilung der Produktionsbedingungen.

Lockes Auffassung um so wichtiger, da sie der klassische Ausdruck der
Rechtsvorstellungen der bürgerlichen Gesellschaft im Gegensatz zur feu-
dalen und seine Philosophie überdies der ganzen spätren englischen Ökono-
mie zur Grundlage aller ihrer Vorstellungen diente. |XX-1293a||

## North

### [Geld als Kapital. Wachstum des Handels als Ursache
für das Fallen des Zinsfußes]

IXXIII-1418] Sir Dudley North „Discourses upon Trade etc.“, London
1691 (Beiheft C)2},

Diese Schrift ganz wie die ökonomischen Sachen Lockes in direktem
Zusammenhang und direkt basiert auf Pettys Schriften.

Die Schrift beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Handelskapital, ge-
hört sofern nicht hierher. Meisterhafte Fertigkeit innerhalb des Umfanges,
den sie bearbeitet.

Es ist höchst merkwürdig, daß von der Zeit der Restauration Karls II.
bis zur Mitte des I8ten Jahrhunderts von seiten der landlords beständige
Klagen über den Fall der Renten (wie denn auch die Weizenpreise nament-
lich seit 23] beständig abwärts gehn). Obgleich bei dem gewaltsamen
Herabsetzen des Zinsfußes (seit Culpeper und Sir J. Child) die industrielle
Kapitalistenklasse sehr beteiligt, doch die eigentlichen Vorsprecher dieser
Maßregel das landed interest". Der „value of land“ und das „raising? des-
selben“ wird als nationales Interesse geltend gemacht. (Ganz wie umgekehrt
seit ungefähr 1760 das Steigen der Renten, des value of land und der corn-
prices und provisions? und die Klagen der manufacturers dagegen die Basis
der ökonomischen Untersuchungen über diesen Gegenstand bildet.)

Mit wenigen Ausnahmen ist es der Kampf zwischen moneyed interest®
und landed interest, der das Jahrhundert von 1650-1750 füllt, da der Adel,
der flott lebte, mit Widerwillen sah, wie die Wucherer ihn anfassen und seit
der Bildung des modernen Kreditsystems und Staatsschuldsystems seit
Erde des 17. Jahrhunderts in Gesetzgebung etc. ihm übermächtig gegen-
übertreten.

Schon Peity spricht von den Klagen der landlords über den Fall der
Renten und ihren Gegensatz gegen die improvements? (sich die Stelle

1 die Grundbesitzer - * Steigen - ? Lebensmittel - Geldieuten - ® Verbesserungen

nach!#)), Er verteidigt den Wucher gegen den landlord und setzt rent of
money und rent of land auf eine Stufe.

Locke reduziert beide auf Exploitation der Arbeit. Nimmt dieselbe Stel-
lung ein wie Petty. Beide gegen das gewaltsame Regulieren des Zinses. Das
landed interest hatte gemerkt, daß, wenn der Zins fiel, der value of land stieg.
Die Größe der Rente gegeben, fällt oder wächst ihr kapitalisierter Ausdruck,
i.e. der value of land, im umgekehrten Verhältnis wie der Zinsfuß.

Der Dritte in dieser Pettyschen line ist Sir Dudley North in der oben
zitierten Schrift.

Es ist dies die erste Form, worin sich das Kapital. dem Grundeigentum
gegenüber auf die Hinterfüße stellt, wie in der Tat usury! ein Hauptmittel
für die Akkumulation des Kapitals war, i.e. seine coproprietorship? in den
revenues des landlords. Aber das industrielle und kommerzielle Kapital
gehn mehr oder minder Hand in Hand mit den landlords gegen diese alt-
modische Form des Kapitals.

„Wie der Landmann sein Land verpachtet, so verpachten diese“ (who have?
„Kapital für das Geschäftsleben, aber entweder nicht die nötige Geschicklichkeit be-
sitzen oder die Mühe scheuen, es im Geschäftsleben anzuwenden“) „ihr Kapital. Dies
letztere wird Zins genannt, ist aber nur die Rente vom Kapital“

(man sieht hier, wie bei Petty, wie rent den aus dem Mittelalter ] 1419]
Herkommenden als die ursprüngliche Form des Mehrwerts erscheint),

„wie die andere die vom Boden ist. Und in verschiedenen Sprachen sind Mieten von
Geld und Land gleichermaßen gebrauchte Begriffe, und dasselbe ist in einigen Gegen-
den Englands der Fall. Ein Grundherr oder ein Kapitalherr zu sein ist also dasselbe.
Der Vorteil des ersteren besteht nur darin, daß sein Mieter den Boden nicht forttragen
kann, wie der Mieter des anderen es mit dem Kapital tun kann. Und darum soll der
Boden einen geringeren Profit abwerfen als das Kapital, das mit dem größeren Risiko
verliehen wird.“ ([North, „Discourses upon trade..."] p.4.)

Zins. North scheint zuerst den Zins richtig gefaßt zu haben, denn unter
stock, wie man aus dem gleich zu Zitierenden sehn wird, versteht er nicht
nur Geld, sondern Kapital (wie ja auch Petty stock und Geld unterscheidet*.
Bei Locke der Zins ausschließlich durch die Masse des Geldes bestimmt,
ditto bei Petty. Sieh die Stellen bei Massie darüber.)

„Wenn mehr Verleiher als Borger da sind, wird der Zins ... fallen ... Nicht daß
niedriger Zins das Geschäftsleben belebt, sondern bei wachsendem Geschäftsleben be-
wirkt das Kapital der Nation niedrigeren Zins.* (p.4.) „Gold und Silber und das aus

1 Zins —? Teilhaberschaft - ? welche haben - * in der Handschrift ist die kursiv gegebene
Textstelle mit Bleistift unterstrichen

ihnen geprägte Geld sind nichts als Gewichte und Maße, mit denen der Verkehr leich-
ter vonstatten geht, als es ohne sie möglich wäre, und außerdem ein geeigneter Fonds,
einen Überschuß an Kapital darin zu deponieren.“ (p.16.)

Preis und Geld. Da der Preis nichts ist, als das Äquivalent der Ware in
Geld ausgedrückt und, wenn vom Verkaufen die Rede ist, in Geld realisiert -
also die Darstellung der Ware als Tauschwert, um sie nachher wieder in Ge-
brauchswerte zu verwandeln, so ist es eine der ersten Erkenntnisse, daß es
sich hierbei um Gold und Silber nur als Daseinsform des Tauschwertes der
Waren selbst - als ein Moment ihrer Metamorphose handelt, nicht um das

Gold und Silber als solches. Dies sehr schön bei North für seine Zeit:
„Was brauchen diese Leute, die nach Geld schreien?“ etc.
(Die ganze Stelle, Beiheft C, S.12, 13)* 151

„Ich will mit dem Bettler beginnen ... es ist nicht Geld, sondern Brot und anderes
Lebensnotwendige, wonach er verlangt ... Der Pächter klagt über Mangel an Geld ...,
er denkt, wenn mehr Geld im Lande wäre, könnte er einen Preis für seine Güter be-
kommen. Also fehlt ihm anscheinend nicht Geld, sondern ein Preis für sein Korn und
sein Vieh, das er verkaufen möchte, aber nicht kann ... Warum kann er keinen Preis
erzielen? ... 1. Entweder es gibt zuviel Korn und Vieh im Land, so daß den meisten,
die auf den Markt kommen ebenso wie ihm das Verkaufen not tut, das Kaufen aber
nur wenigen; oder 2. der gewöhnliche Absatz durch Ausfuhr stockt, wie in Kriegs-
zeiten, wenn der Handel unsicher oder nicht erlaubt ist; oder 3. der Konsum wird
geringer, wenn z.B. die Leute infolge Armut nicht mehr soviel für ihren Haushalt aus-
geben wie früher. Deshalb ist es nicht die Vermehrung von Geld schlechthin, die sich
günstig auf die Güter des Pächters auswirken würde, sondern die Beseitigung einer
dieser drei Ursachen, die wirklich den Markt niederhalten.

Kaufmann und Krämer brauchen in gleicher Weise Geld, d.h., weil die Märkte
stocken, fehlt ihnen der Absatz der Güter, mit denen sie handeln.“ (p. 11, 12.)

Ferner: Das Kapital ist sich verwertender Wert, während bei der Schatz-
bildung die kristallisierte Form des Tauschwertes als solche der Zweck. Eine
der ersten Erkenntnisse der klassischen Ökonomen daher der Gegensatz
zwischen Schatzbildung und Verwertung des Gelds, i.e. Darstellung des Gelds
als Kapital.

„Niemand ist dadurch reicher, daß er seinen Besitz ganz in Geld, Gold- und
Silbersachen usw. bei sich liegen hat, sondern im Gegenteil, er ist deshalb um so

* „Weil Geld ... das allgemeine Maß für Kauf und Verkauf darstellt, ist jeder, der
etwas zu verkaufen hat, aber keinen Käufer finden kann, sofort geneigt zu denken, daß
Mangel an Geld im Kingdom oder im Lande schuld sei, wenn seine Waren keinen ÄAb-
satz finden; daher allenthalben das Geschrei über den Mangel an Geld, was jedoch ein
großer Irrtum ist...” (p. 11.)

ärmer. Der Mann ist der reichste, dessen Besitz im Wachsen ist, bestehe er nun aus
verpachtetem Boden oder aus gegen Zins verlichenem Geld oder im Geschäftsleben
angelegten Gütern.“ (p.11.)

(So sagt John Bellers, „Essays about the Poor, Manufactures, Trade, Plan-
tations, and Immorality etc.“, Lond. 1699:

„Geld vermehrt sich weder, noch ist es nützlich, außer wenn es fortgegeben wird;
und wie Geld für einen Privatmann nicht gewinnbringend ist, außer wenn er es für
etwas Wertvolleres verwendet, so ist die ganze Masse des Geldes, die über das für das
inländische Geschäftsleben absolut Notwendige hinausgeht, totes Kapital für ein
Kiönigreich oder eine Nation und bringt dem Lande, in dem es festgehalten wird, keinen
Profit.“ (p.13.))

„Obwohl jeder es“ (money) „zu haben wünscht, so wünscht doch niemand oder fast
niemand, es zu behalten, sondern jeder bemüht sich, es sofort zu verwenden; denn
er weiß, daß von all dem Gelde, das tot daliegt, kein Gewinn, sondern ein sicherer Ver-
lust zu erwarten ist.“ ([North, 1. c.] p.21.)

1420| Geld als Weltgeld.

„Eine Nation nimmt in der Welt, was das Geschäftsleben anbelangt, in jeder Be-
ziehung dieselbe Stellung ein wie eine Stadt in einem Königreich oder eine Familie in
einer Stadt.“ (p. 14.) „In diesem Geschäftsverkehr unterscheiden sich Gold und Silber
in keiner Weise von anderen Waren, sondern werden denen weggenommen, die Über-
fluß daran haben, und denen hingebracht, die Mangel daran haben oder danach ver-
langen.“ (p. 13.)

Das Quantum Geld, das zirkulieren kann, ist durch den Warenaustausch
bestimmt.

„Wenn auch noch soviel“ (Geld) „aus dem Ausland gebracht oder im Inland gemünzt
würde, alles, was die Erfordernisse des Handels der Nation übersteigt, ist nur Barren
und wird als solches behandelt; und gemünztes Geld wird dann wie Gold- und Silber-
sachen aus zweiter Hand bloß zu seinem Metallgehalt verkauft.“ (p. 17, 18.)

Verwandlung von money in bullion und umgekehrt (p. 18) (Beiheft C,
p.13). Schätzen und Wägen des Geldes. Oszillatorische Bewegung (l.c.
S.14),.961

Der Wucher und das landed interest und der trade:

„Die in unserm Volk auf Zinsen ausgelegten Gelder werden noch lange nicht
zum zehnten Teil an Geschäftsleute ausgegeben, um damit ihre Geschäfte zu betreiben;
sie werden zum größten Teil ausgeliehen für Luxusartikel und für die Ausgaben von
Leuten, die, obwohl große Grundbesitzer, doch rascher Geld ausgeben, als ihr Grund-
besitz es einbringt; und da sie den Verkauf ihrer Güter scheuen, sie lieber verhypo-

thekieren.“ ([North, 1. c. p.] 6, 7.) IXXTIII-1420||

### [Berkeley über den Gewerbefleiß |
als Quelle des Reichtums]

IXTII-670a] „Ist es nicht falsch anzunehmen, daß das Land selbst Reichtum sei?
Und ist nicht der Gewerbefleiß eines Volkes in erster Linie als das anzunehmen, was
den Reichtum bildet, was sogar Land und Silber zu Reichtum macht, die beide keinen
Wert haben würden, außer als Mittel und Antrieb zum Gewerbefleiß?“ („The Querist“ .
By Dr.G.Berkeley, London 1750, Query! 38.) |XTLI-670a]l

1 Frage

## Hume und Massie

### [a) Der Zins bei Massie und Hume]

IXX-1293a] Massies anonyme Schrift „An Essay on the Governing Causes
of the Natural Rate of Interest“ erschien 1750, Humes zweiter Teil seiner
„Essays“, worin sich die „Of Interest“ findet, 1752, also 2 Jahre später.
Massie also die Priorität. Beide gewandt: Massies gegen Petty und Locke,
Humes gegen Locke, in welchen beiden sich noch die Vorstellung findet,
daß die Höhe des Zinsfußes von der Masse des Geldes abhängt und daß in
der Tat das eigentliche Objekt of the loan! Geld (nicht das Kapital) ist.

Massie statuiert den interest? als bloßen Teil des Profits entschiedener als
Hurme, der hauptsächlich nachweist, daß der Wert des Gelds gleichgültig
für Zinsfuß, da die Proportion zwischen Zins und Geldkapital gegeben -
6p.c.z.B., also 6 I. an Wert steigen oder fallen mit dem Wert der 100 I. (also
eines /.), aber die Proportion 6 dadurch nicht affiziert wird.

### [5) Hume. Fallen von Profit und Zins abhängig
vom Wachstum von Handel und Gewerbe]

Beginnen wir mit Hume.

„Alles in der Welt wird mit Arbeit gekauft“ („Essays“, v. 1, part II, ed. 1764, Lon-
don, p. 289).

Die Höhe des Zinsfußes hängt ab von der Nachfrage der Borger, der
Zufuhr der Ausleiher, also Nachfrage und Zufuhr. Aber dann wesentlich
von der Höhe der „profits arising from commerce“ ®, (l.c. p. 329.}

„Der größere oder geringere Vorrat an Arbeit und Waren muß einen großen Ein-
fluß“ (upon interest?) „haben, denn in Wirklichkeit und dem Resultat nach borgen wir

1 des Darlehns -? Zins -° „Profite, die dem Handel entspringen“ -* auf den Zins

diese, wenn wir Geld auf Zins borgen.“ (l.c. p.337.) „Kein Mensch wird niedrigen
Profit gelten lassen, wo er hohen Zins haben kann; und kein Mensch wird niedrigen
Zins gelten lassen, wo er hohen Profit haben kann.“ (I. c. p. 335.)

Hoher Zins und hoher Profit sind beide der Ausdruck „unbedeutenden Fort-
schreitens von Handel und Gewerbe, nicht des Mangels an Gold und Silber“ (l.c.
p.329). Und „low interest“! umgekehrt.

|1294a| „In einem Staate, wo es nur Grundbesitzer gibt" (oder, wie er später sagt,
„landed gentry and peasants“ ?) „müssen die Borger zahlreich scin und der Zins hoch“

(.330),

indem der nur genießende Reichtum aus Langeweile dem Vergnügen nach-
jagt, andrerseits die Produktion außer der Agrikultur sehr beschränkt. Um-
gekehrt, sobald sich commerce entwickelt hat. Die passion of gain? [be-
herrscht den] merchant* ganz. Er

„kennt kein größeres Vergnügen als das, sein Vermögen täglich wachsen zu sehen“.

(Die Sucht nach Tauschwert, dem abstrakten Reichtum, wiegt hier weit
vor in der nach den Gebrauchswerten.)

„Und das ist die Ursache, warum das Geschäftsleben die Sparsamkeit vermehrt
und warum unter den Kaufleuten die Geizhälse die Verschwender ebensosehr über-
wiegen, wie unter den Grundbesitzern das Umgekehrte der Fall ist.“ (p.333.)

Unproduktive Arbeit:

„Advokaten und Ärzte bringen nichts Gewerbliches hervor, und ihre Reichtümer
gewinnen sie nur auf Kosten anderer, so daß sie unfehlbar die Reichtümer von einigen
ihrer Mitbürger ebenso rasch vermindern, wie sie ihre eigenen vermehren.“ (p.333,
334.)

„Eine Zunahme des Handels erzeugt daher eine große Anzahl von Geldverleihern
und bewirkt dadurch einen niedrigen Zinsfuß.“ (p.334.)

„Niedriger Zins und niedrige Profite im Handel sind zwei Faktoren, die einander
gegenseitig fördern, und sie stammen beide ursprünglich aus jenem ausgedehnten Handel,
der reiche Kaufleute hervorbringt und das Geldkapital bedeutend macht. Wo Kauf-
leute große Kapitalien besitzen, mögen diese nun durch wenige oder viele Metallstücke
repräsentiert sein, muß es häufig vorkommen, wenn sie des Geschäfts müde werden
oder Erben haben, die zum Handel keine Neigung oder Fähigkeit haben, daß ein großer
Teil dieser Reichtümer natürlicherweise eine jährliche und sichere Revenue sucht. Die
Fülle verringert den Preis und veranlaßt die Geldverleiher, sich mit einem niedrigen
Zins zu begnügen. Diese Erwägung zwingt viele, ihr Kapital im Geschäft zu lassen und
lieber mit niedrigen Profiten vorliebzunehmen, als ihr Geld unter dem Werte anzu-

1 ‚niedriger Zins“ -? „Landadel und Bauern“ - ? Gewinnsucht - ? Kaufmann - ° in der
Handschrift ist die kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen

legen. Ändrerseits, wenn der Handel große Ausdehnung erlangt hat und sehr große
Kapitalien anwendet, muß die Konkurrenz unter den Kaufleuten wachsen, was die ge-
schäftlichen Profite in dem Grade verringert, wie sich das Geschäftsleben selbst er-
weitert. Die niedrigen Profite im Handel machen die Kaufleute williger, sich mit einem
niedrigen Zins zu begnügen, wenn sie sich aus dem Geschäftsleben zurückziehen und
zu Bequemlichkeit und Nichtstun übergehen. Es ist also zwecklos, zu untersuchen,
welcher dieser Umstände, nämlich niedriger Zins oder niedrige Profite, die Ursache ist
und welcher die Wirkung. Sie entspringen beide einem ausgedehnten Handel und för-
dern einander gegenseitig ... Ein ausgedehnter Handel bringt große Kapitalien hervor
und vermindert dadurch beide, Zins wie Profite; und bei der Verminderung des einen
unterstützt ihn stets das entsprechende Sinken des anderen. Ich darf hinzufügen, daß
niedrige Profite so, wie sie der Erweiterung von Handel und Gewerbe entspringen, auch
ihrerseits der weiteren Ausdehnung des Handels dienen, indem sie die Waren billiger
machen, den Konsum ermuntern und das Gewerbe heben. Und daher... ist der Zins
das wahre Barometer des Staatswesens und sein niedriger Stand ein fast untrügliches

Zeichen für die Blüte eines Volkes.“ (l.c. p. 334-336.)

### [c) Massie. Zins als Teil des Profits.
Erklärung der Höhe des Zinses aus der Profitrate]

(J.Massie) „An Essay on the Governing Causes of the Natural Rate of
Interest; wherein the sentiments of Sir W[illiam] Petty and Mr. Locke, on
that head, are considered“, London 1750.

„Es erhellt aus diesen verschiedenen Auszügen!*!7], daß Herr Locke annimmt, die
natürliche Zinsrate werde bestimmt durch das Verhältnis, in dem die Geldmenge eines
Landes einerseits zu den Schulden seiner Einwohner untereinander und andererseits
zu seinem Geschäftsleben steht; und daß Sir W.Petty sie allein von der Geldmenge
abhängig macht, so daß sie nur in bezug auf die Schulden verschiedener Meinung
sind.“ (p. 14, 15.) [XX-1294a]|

[XXT-1300] Reiche Leute, „statt ihr Geld selbst zu verwenden, verleihen es an
andere Leute, damit diese Profit machen und für die Eigentümer einen Anteil der zu
machenden Profite zurücklegen. Aber wenn der Reichtum eines Landes in so viele Hände
verstreut und so gleichmäßig verteilt ist, daß vielen Leuten nicht genug übrigbleibt,
zwei Familien zu ernähren, ist - wenn sie es im Geschäftsleben anlegen - nur wenig
Borgen möglich; denn 2000 I. können, wenn sie einem Manne gehören, verliehen wer-
den, weil die Zinsen davon eine Familie zu erhalten vermögen; gehören sie aber zehn
Männern, so können sie nicht verliehen werden, weil die Zinsen keine 10 Familien zu
erhalten vermögen.“ (p.23, 24.)

„Von der Rate, die die Regierung für Geld zahlt, auf die natürliche Zinsrate zu
schließen, ist unvermeidlich ein Trugschluß und muß es sein; die Erfahrung hat uns
gezeigt, daß sie weder übereingestimmt noch miteinander in Beziehung gestanden
haben; und die Vernunft sagt uns, daß sie das niemals können; denn die eine hat ihre

Grundlage im Profit und die andere in der Not; die erstere hat Schranken, aber die letz-
tere nicht. Der Edelmann, der Geld borgt, um sein Land zu verbessern, und der Kauf-
mann oder Gewerbetreibende, der es borgt, um Geschäfte zu machen, haben Grenzen,
die sie nicht überschreiten können; wenn sie durch das Geld 10% verdienen können,
mögen sie 5% dafür geben; aber sie werden nicht 10% geben; wer dagegen aus Not
borgt, hat keine andere Schranke, und Not kennt kein Gebot.“ (p.31, 32.)

„Die Berechtigung zum Zinsnehmen hängt nicht davon ab, ob jemand Profit macht
oder nicht, sondern von seiner“ [des Geborgten] „Fähigkeit, Profit zu erzeugen, wenn
es richtig angewandt wird.“ (p.49.) „Da das, was man als Zins bezahlt, für den Gebrauch
dessen, was man borgt, ein Teeil des Profits ist, den das Geborgte zu produzieren
fähig ist, so muß dieser Zins stets reguliert sein durch jenen Profit.“ (p. 49.)

„Welcher Anteil an diesem Profit kommt dem Borger und welcher dem Verleiher
von Rechts wegen zu? Und es gibt keine andere Methode, dies zu bestimmen, als durch
die Meinungen der Borger und Verleiher im allgemeinen; denn Recht oder Unrecht
ist in dieser Hinsicht nur, was die allgemeine Zustimmung dazu macht.“ (p. 49.)

„Diese Regel der Teilung des Profits ist jedoch nicht anzuwenden auf jeden Ver-
leiher und Borger im einzelnen, sondern auf Verleiher und Borger im allgemeinen ...
Bemerkenswert große oder kleine Gewinne sind der Entgelt der Geschicklichkeit oder
des Mangels an Geschäftskenntnis, womit die Verleiher überhaupt nichts zu tun haben;
denn da sie durch diesen nicht Schaden leiden, brauchen sie aus jener nicht Vorteil
zu ziehen. Was von einzelnen Leuten in demselben Geschäft gesagt, ist auch auf ver-
schiedene Arten des Geschäfts anwendbar.“ (p. 50.)

„Die natürliche Zinsrate wird reguliert durch die Profite der Unternehmungen der

einzelnen.“ (p.51.)
Warum nun der Zins 4 p.c. statt früher 8 in England?

Weil englische Kaufleute damals „das Doppelte des Profits einheimsten, den sie
jetzt. machen“.

Warum 3 p.c. in Holland, 5 und 6 in Frankreich, Deutschland, Portugal,
9 p-c. in West- und Östindien, 12 in der Türkei?

„Eine allgemeine Äntwort genügt für alle diese Fälle, und zwar, daß sich die ge-
schäftlichen Profite in diesen verschiedenen Ländern von den geschäftlichen Profiten
bei uns unterscheiden, und zwar derart, daß sie alle diese verschiedenen Zinsraten her-
vorrufen.“ (p.51.)

Woher aber der Fall des Profits?

Durch Konkurrenz, auswärtige und inwärtige, „durch eine Abnahme des Auslands-
geschäftsverkehrs“ (durch auswärtige Konkurrenz) „oder dadurch, daß die Geschäfts-
leute die Preise ihrer Waren gegenseitig herabdrücken..., aus der Notwendigkeit, über-
haupt ein Geschäft zu machen, oder aus der Sucht, die meisten zu machen.“ (p. 52, 53.)

„Die geschäftlichen Profite werden im allgemeinen bestimmt durch das Verhältnis

‚zwischen der Zahl der Geschäftsleute und dem Umfang des Geschäftslebens.“ (p.55.) „In

Holland, wo die Zahl der im Geschäftsleben tätigen Leute im größten Verhältnis zur
Gesamtzahl der Bevölkerung steht..., ist der Zins am niedrigsten; in der Türkei, wo das
Mißverhältnis am größten ist, ist der Zins am höchsten.“ (p.55, 56.)

1301| „Was bestimmt das Verhältnis zwischen dem Umfang des Geschäftslebens und.
der Zahl der Geschäftsleute?“ (w.57.) Die „Motive des Handels“: „natürliche Not-
wendigkeit, Freiheit, der Schutz der privaten Rechte, öffentliche Sicherheit“ (p.57, 58).

„Es gibt keine zwei Länder, die eine gleiche Zahl der notwendigen Lebensmittel
in gleicher Fülle und mit gleichem Aufwand an Arbeit liefern. Die Bedürfnisse der
Menschen wachsen oder vermindern sich mit der Strenge oder Milde des Klimas, in
dem sie leben, und folglich kann das verhältnismäßige Ausmaß an Erwerbsfähigkeit, das
die Bewohner der verschiednen Länder notwendigerweise betreiben müssen, nicht
gleich sein, noch läßt sich der Grad der Verschiedenheit anders als nach den Hitze- und
Kältegraden ermitteln. Man kann daher allgemein schließen, daß die Menge der für den
Unterhalt einer gewissen Menschenzahl erforderlichen Arbeit in kalten Klimaten am
größten, in warmen am geringsten ist; in jenen brauchen die Menschen nicht nur mehr
Kleidung, sondern der Boden muß auch besser bebaut werden als in diesen.“ (p. 59.)
„Eine Art Notwendigkeit, die Holland eigentümlich ist..., entspringt daraus, daß das
Land übervölkert ist, was zusammen mit der zur Eindämmung und Entwässerung des
Landes erforderlichen großen Arbeit die Notwendigkeit, Gewerbe zu treiben, größer
macht, als sie in irgendeinem anderen Teil der bewohnbaren Welt ist.“ (p. 60.)

Massie noch bestimmter als Hume stellt interest als bloßen Teil des
Profits dar; beide erklären Fall des interest! aus der Akkumulation der Kapi-
talien (Massie speziell von Konkurrenz) und dem daher erfolgenden Fall
des Profits. Beide ebenso wenig über den Ursprung des Profis of trade selbst
[XX1I-1301||

1 In der Handschrift: Profits

### [Ergänzung zum Kapitel über die Physiokraten]

### [a) Ergänzende Bemerkung über das Tableau Economigue]

IXXIH-1433|

Productives Proprietaires Steriles
2 milliards =. __ 2m — Lumen 1 milliard
= BI a TEE
1 milliard --- en ET RE,
en iger” un on ] milliard
1 milliard Mer" FETT

ni Tun,
DREE 1 Db e%
mn un.
BEEATFU U X De EEE 7

1 milliard

Depenses annuelles!
2 milliards

Total 5 milliards Total 2 milliards

Dies die einfachste Form des Tableau Economique 8)

1. Geldzirkulation (vorausgesetzt, es werde nur jährlich gezahlt). Die
Geldzirkulation geht aus von der spending class?, den proprietaires, die
keine Waren zu verkaufen haben, kaufen, ohne zu verkaufen.

Sie kaufen für I milliard von den Produktiven, denen sie® die milliard Geld
für Zahlung der Rente zurückschicken. (Damit zugleich über ?/, des agri-
cultural produce verfügt.) Sie kaufen für I milliard von den steriles, denen
also 1 milliard Geld zufließt. (Damit über "/s des Manufakturprodukts ver-
fügt.) Die steriles kaufen mit der | milliard Lebensmittel von den Produk-
tiven, denen damit wieder | milliard in Geld zurückfließt. (Damit über ein

2 jährliche Auslagen - ? ausgehenden Klasse - ? in der Handschrift: die ihnen

zweitest/,desagricultural produce verfügt.) Die productives kaufen mit der-
selben milliard Geld für I milliard Manufakturprodukte, womit sie die
Hälfte ihrer avances ersetzen. (Damit über das zweite !/, des manufacturing
produce verfügt.) Die steriles kaufen ||1434] mit derselben milliard Geld
Rohstoffe. (Damit über I andres !/, des Agrikulturprodukts verfügt.) Die
[2] Milliarden Geld so zurückgeströmt zu den productives.

Es bleiben so ?/, für agrtcultural produce. !/, in natura verzehrt, aber das
zweite 1/,, worin akkumuliert? Das ist später vorzuführen. !*

2. Selbst von Quesnays Standpunkt aus, wonach in der Tat die ganze
Klasse der steriles nur Lohnarbeiter sind, sieht man aus dem Tableau schon
die Falschheit der Voraussetzungen.

Bei den productives sind die avances primitives (capital fixe)! voraus-
gesetzt als 5mal der Betrag der avances annuelles?. Bei den steriles wird dieses
Item garnichterwähnt, wases natürlich nicht daran verhindert, zu existieren.

Ferner falsch, daß die Reproduktion =5 milliards. Sie ist nach dem
Tableau selbst = 7 milliards; 5 auf seiten der productives und 2 auf seiten
der steriles.

### [b) Rückfall. der Physiokraten in das Merkantilsystem.
Forderung nach freier Konkurrenz]

Das Produkt der steriles = 2 milliards. Dies Produkt zusammengesetzt
aus I milliard Rohstoffen (die also teils in das Produkt eingehn, teils den
dechet? der in den Wert des Produkts eingegangenen Maschinerie ersetzen)
und 1 milliard Lebensmittel, die in ihrer Bearbeitung verzehrt worden sind.

Dieses ganze Produkt verkaufen sie an proprietaires und productives?,
um erstens den avance (in Rohstoffen) zu ersetzen, zweitens Agrikultur-
lebensmittel zu erhalten. Es bleibt also kein Deut der Manufakturprodukte
für ihren eignen Konsum, und noch weniger Zins oder Profit. Das sieht
zwar Baudeau (oder [Le] Trosne) ein und erklärt die Sache, daß die steriles
ihr Produkt über seinem Wert verkaufen, also was sie zu 2 milliards verkaufen
= 2 milliards minus x ist. Der Profit und sogar ihr Konsum an notwendigen
Lebensmitteln in Manufakturwaren wird also nur durch Erhöhung des Preises
der Waren über ihren Wert erklärt.1?! Und hier fallen die Physiokraten also
notwendig in das Merkantilsystem zurück, den profif upon alienation®.

Daher so sehr nötig die freie Konkurrenz unter den manufacturers, da-
mit sie die productives, die agriculturists, nicht zu sehr übers Ohr hauen.

1 ursprünglichen Vorschüsse (fhxes Kapital) - * jährlichen Vorschüsse - ® Verschleiß -

* in der Handschrift: steriles - 5 Veräußerungsprofit
23”

Ändrerseits diese freie Konkurrenz nötig, damit das agricultural produce zu
„bon prix"! verkauft wird, d.h. durch Verkauf ins Ausland über seinen
native price” steigt, da ein Land vorausgesetzt, which exports wheat etc?

### [e) Quesnay: Keine wirkliche Vermehrung des Wertes beim Austausch]

„Jeder Kauf ist Verkauf, und jeder Verkauf ist Kauf.“ (Quesnay. „Dialogues sur Ie
commerce et sur les travauix des artisans etc.“ &d. Daire (120, p.170.) „Kaufen heißt Ver-
kauf und verkaufen heißt Kauf.“ (Quesnay bei Dupont de Nemours „Origine etc.“ 1767,
p. 392).11211

„Der Preis geht immer den Käufen und Verkäufen voraus. Wenn die Konkurrenz der
Verkäufer und Käufer keine Veränderung herbeiführt, besteht er, so wie er ist, aus
anderen, vom Handel unabhängigen Gründen,“ (p. 148.) 221

„Es ist immer anzunehmen, daß er“ (&change?) „für alle beide“ (contractants?)
„gewinnbringend ist; denn sie verschaffen sich gegenseitig den Genuß von Reich-
tümern, die sie nur durch den Austausch erlangen können. Aber stets handelt es sich
nur um den Austausch von Reichtümern, die einen bestimmten Wert haben, gegen andere
Reichtümer von gleichem Wert, und folglich nicht um wirkliche Vermehrung von Reich-
tümern“ (sollte heißen: point d’augmentation reelle de valeur®). (l. c. p. 197.123

Avances und Kapital ausdrücklich als identisch. Akkumulation der Kapi-
talien als Hauptbedingung.

„Die Vermehrung der Kapitalien ist also das Hauptmittel, die Arbeit zu vermehren,
und der größte Nutzen der Gesellschaft“ usw. (Quesnay bei Dupont de Nemours, .c.
p. 391.229} IXXITI-1434||

1 „gutem Preis* - ? einheimischen Preis - ? das Weizen usw. exportiert -* Austausch -
5 Kontrahenten - ® nicht um wirkliche Vermehrung von Wert,

### [Buat]

### [Verherrlichung der Grundaristokratie]

IXXII-1399| Buat (comte du), „Elements de la politique, ou Recherche
des vrais principes de l’&con. sociale“, (6 vls.), London 1773.

Dieser schwache und diffuse Schriftsteller, der den Schein der Physio-
kratie als ihr Wesen nimmt und die Verherrlichung der Grundaristokratie -
und sie in der Tat nur soweit nimmt, als sie diesem Zwecke entspricht -,
wäre gar nicht zu erwähnen, wenn hier nicht der brutal bürgerliche Charak-
ter grob herauskäme; ganz so scharf wie etwa bei Ricardo später. Der Irr-
tum, daß das produit net auf die Rente beschränkt wird, ändert nichts an
der Sache. Dieselbe Sache wiederholt von Ricardo für das produit net über-
haupt.25] Die Arbeiter gehören zu den fax frais! und existieren nur, damit
die Besitzer des produit net „die Gesellschaft bilden“. (Sieh die betreffen-
den Stellen.) N2#] Das Los der freien Arbeiter wird nur als veränderte Form
der Sklaverei aufgefaßt; aber dies nötig, damit die höheren Schichten „die
Gesellschaft“ bilden. {Auch bei Arthur Young das produit net als der
Zweck der Produktion, der Mehrwert.?”}}

1400| Man erinnert sich der Stelle von Ricardo gegen A.Smith, dem
das Kapital das produktivste, das am meisten Arbeiter anwendet.?! Vgl.
darüber Buat, p.30, 31 [t. VI, p.51, 52, 68-70]. Ferner über die arbeitende
Klasse und die Sklaverei -, (p.28, 29) [t. II, p.288, 297, 309; t. III, p. 74,95,
96, 103; t. VI, p.43, 51]; über die Notwendigkeit, daß diese Arbeiter Sur-
pluszeit arbeiten, und über den Sinn des strict necessaire? - (p.30) [t. VI,
p.52, 53]. \

Die einzige Stelle hier zu zitieren, weil gut für das Geschwätz vom Risiko,
was der Kapitalist überhaupt läuft: ;

„Sie haben viel riskiert, um viel zu gewinnen. Aber sie haben Menschen aufs Spiel
gesetzt sowie Waren oder Geld. Was die Menschen betrifft - wenn sie sie einer offen-
baren Gefahr ausgesetzt haben, um Gewinn zu erzielen, haben sie eine sehr schlechte
Handlung begangen. Was die Waren betrifft - wenn es ein Verdienst ist, sie zu pro-
duzieren, so kann es kein Verdienst sein, sie für den Profit eines einzelnen Menschen

aufs Spiel zu setzen“ usw. (t. II, p. 297.) |XXTI-1400||

3 Nebenkosten -? der notwendigen Existenzmittel

### [John Gray]

### [Polemik gegen die Grundaristokratie
vom Standpunkt der Physiokraten]

IXXTII-1449| [John Gray] 428! „The Essential Principles of the Wealth
of Nations, illustrated, in opposition to some false doctrines of Dr. Adam Smith,
and others“, London 1797.

Dieser Mann kannte Anderson, denn in seinem Appendix druckt er ab
aus Andersons Agricultural Report for the County of Aberdeen.

Es ist dies die einzig bedeutende englische Schrift, die sich direkt an die
physiokratische Lehre anschließt. W.Spence: „Britain independent of Com-
merce!“, 1807, bloße Karikatur. Derselbe Bursche 1814-15 einer der fana-
tischsten Verteidiger des landed interest! auf Grundlage der Phye:okratie -
die free trade lehrt. Der Bursche nicht zu verwechseln mit T.Spence, dem
Todfeind des Private Property in Land?.

Die Schrift enthält erstens eine sehr vorzügliche und gedrängte Zu-
sammenfassung der physiokratischen Doktrin.

Er leitet den Ursprung der Ansicht richtig auf Locke und Vanderlint
zurück. Schildert die Physiokraten als solche, die die Doktrin „very syste-
matically, though not correctly illustrated“® (p.4). (Sieh noch darüber ihn
p.6; Heft H, p.32, 33.21

Aus der dort angeführten Zusammenfassung geht sehr schön hervor,
wie die Privationstheorie, die die späteren Apologetiker, partly*schon Smith,
zur Grundlage der Kapitalbildung machen, grade aus der Ansicht der
Physiokraten hervorging, daß in Industrie etc., no surplus value is created°:

„Die Summe, die ausgelegt wird, sie® zu beschäftigen und zu erhalten, bewirkt nicht
mehr, als die Existenz ihres eigenen Werts fortzusetzen, und ist deshalb unproduktiv.“
{Weil off surplus value - unproductive’.} „Der Reichtum der Gesellschaft kann durch

% Grundbesitzes - ? Privateigentums an Grund und Boden - ® „sehr systematisch, wenn-
gleich nicht korrekt illustriert haben“ - * zum Teil - ° kein Mehrwert hervorgebracht wird -
8 d.h. Handwerker, Manufakturisten, Kaufleute - ? sie keinen Mehrwert hervorbringt, ist
sie unproduktiv

Handwerker, Manufakturisten oder Kaufleute niemals im geringsten auf andere Weise
vermehrt werden als durch Ersparung und. Akkumulation eines Teils dessen, was für ihren
täglichen Unterhalt bestimmt ist; sie können folglich nur durch Entsagung oder Sparsam-
keit etwas zum Gesamtkapital beitragen“

(Entsagungstheorie des Senior und Spartheorie des Adam Smith),

„Landbebauer dagegen können ihr gesamtes Einkommen verzehren und doch
gleichzeitig den Staat bereichern, denn ihr Fleiß liefert ein Mehrprodukt, das Rente
genannt wird.“ (p. 6.)

„Eine Menschenklasse, deren Arbeit (obwohl sie etwas produziert) nicht mehr
produziert, als was verausgabt wurde, um diese Arbeit zu bewirken, darf mit der höch-
sten Berechtigung eine unproduktive Klasse genannt werden.“ (p. 10.)

Produktion von Mehrwert sehr zu unterscheiden von transfer! desselben.

„Die Vermehrung der Revenue“ {dies ist Akkumulation} „ist nur indirekt der Gegen-
stand der Ökonomistenl??]... Ihr Gegenstand ist die Produktion und Reproduktion der
Revenue.“ (p.18.)

Und dies ist das Große an der Physiokratie. Sie fragt sich, wie wird der
Mehrwert (bei ihm [Gray] gleich Revenue) produziert und reproduziert?
Die Frage, wie er reproduziert wird auf größerer Stufenleiter, i.e. vermehrt
wird, kommt in zweiter Linie. Seine Kategorie, das Geheimnis seiner Pro-
duktion {1450| muß erst enthüllt sein.

Mehrwert und commercial capital”.

„Wenn es sich um die Produktion der Revenue handelt, ist es ganz unlogisch, ihr
die Übertragung von Revenue zu unterstellen, worauf sich alle Handelsgeschäfte redu-
zieren lassen.“ (p.22.) „Was bedeutet das Wort commerce anderes als commutatio
mercium® ..., der mitunter für den einen vorteilhafter ist als für den anderen; was aber
der eine gewinnt, verliert stets der andere, und ihr Handel bringt in Wirklichkeit keine
Vermehrung hervor.“ (p. 23.) „Wenn ein Jude eine Krone für 10 sh. oder einen Farthing
aus der Zeit der Königin Anna für eine Guinee verkaufte, so würde er zweifellos sein
eigenes Einkommen vermehren, aber er würde damit nicht die Menge des vorhandenen
Edelmetalls vergrößern; und die Natur dieses Handels wäre dieselbe, ob nun sein
Raritäten sammelnder Kunde in derselben Straße mit ihm wohnte oder in Frankreich

oder in China.“ (p. 23.)

Bei den Physiokraten der Profit der Industrie erklärt als profit upon aliena-
tion? (also merkantilistisch). Dieser Engländer zieht daher den richtigen Schluß,
daß dieser Profit bloß ein Gewinn, wenn die Industriewaren ins Ausland ver-
kauft. Aus der merkantilistischen Prämisse zieht er den richtigen merkantilisti-

schen Schluß.

% Übertragung - ? Handelskapital - ? Warenaustausch - * Veräußerungsprofit

„Kein Manufakturist, wieviel er auch selbst gewinnen mag, fügt etwas zu der
nationalen Revenue hinzu, wenn seine Ware im Inland verkauft und konsumiert wird;
denn der Käufer ... verliert genau das ..., was der Manufakturist gewinnt ... Was hier
vor sich geht, ist ein Austausch zwischen dem Verkäufer und dem Käufer, aber keine
Vermehrung.“ (p.26.) „Um dem Mangel eines Überschusses abzuhelfen ..., schlägt der
Unternehmer einen Profit von 50 Prozent auf seine Auslagen an Arbeitslohn oder
6.d. je Schilling auf jeden Arbeitslohn auf... Und wenn die Manufakturware ins
Ausland verkauft ist, würde dies der nationale Profit“ (p.27) von soundso viel „arti-
ficers“! sein.

Sehr gute Darstellung der Gründe des holländischen Reichtums. Fischfang.
(Hätte auch Viehzucht anführen sollen.) Monopoly of the spices of the East.
Carrying trade.? Geidverpumpen ins Ausland (Beiheft H, S.36, 37),

Die „Manufakturisten sind eine nützliche Klasse“, aber keine „produktive Klasse.“
(p.35.) Sie „bewirken eine Umwandlung oder Übertragung der Revenue, die der Boden-
bebauer früher beschafft hat, indem sie dieser Revenue in einer neuen Form Dauer-

haftigkeit verleihen.“ (p.38.)

Es gibt nur 4 essential classes. Productive class or cultivators. Manufact-
urers. Defenders. The class of instructors?, die er den physiokratischen
Decimateurs? oder Pfaffen substitutes?, „denn jede zivilisierte Gesellschaft
muß ernährt, bekleidet, verteidigt und unterrichtet werden“ (p.51).

Der Fehler der Economists!??! besteht darin, daß sie

„die Empfänger von Grundrenten, als bloße Rentenempfänger, für eine produktive Klasse
in der Gesellschaft hielten ... sie haben bis zu einem gewissen Grad ihren Fehler wieder-
zutgemacht dadurch, daß sie andeuteten, Kirche und König sollten aus diesen Renten
erhalten werden. Dr. Smith ... läßt das“ (diesen error® der Economists) „durch diese
ganze Untersuchung hindurchgehen“ (dies richtig) „und richtet seine Widerlegung gegen
den richtigen Teil des Systems der Ökonomisten.“ (p. 8.)

11451} Die landlords als solche sind nicht nur keine produktive, sondern
nicht einmal an essential class of society.

„Die Grundeigentümer als bloße Empfänger von Grundrenten sind keine notwendige
Klasse der Gesellschaft ... Indem sie die Grundrenten von ihrem ursprünglichen Zweck der
Verteidigung des Staates trennen, verwandeln sich die Empfänger dieser Renten aus einer
notwendigen in eine der überflüssigsten und lästigsten Klassen der Gesellschaft.“

(p.51.)

t „Handwerkern” -? Monopol auf Gewürze aus dem Osten. Frachtgeschäft. -°® notwen-
dige Klassen. Produktive Klasse oder Bodenbehbauer. Manufakturisten. Verteidiger. Die
Klasse der Lehrer - * Zehntenempfängern - ® unterschieht - ® Irrtum

Sieh das Weitere darüber, das sehr gut ist, - und diese Polemik gegen
die Grundrentner vom physiokratischen Standpunkt als Abschluß ihrer Dok-
trin schr wichtig, S.38, 39 (Beiheft H). 4

Weist nach, daß die reelle Steuer auf Land türkisch (]. c. p. 59).

Der landlord besteuert nicht nur improvements of land, sondern of pre-
sumption of future improvement? (S.40) [p.63, 64]. Steuer auf Rente (S.40,
Heft, ].c.) [p.65].

Die physiokratische Doktrin anciently established® in England, Irland,
feudalen Europa, Empire of the Mogul* (S.42, 1.c.) [p.93, 94].

Der landlord als tax-imposer? (S.43, 1.c.) [p. 118].

Die physiokratische Borniertheit bricht in folgendem hervor (Mangel an
Verständnis der Teilung der Arbeit):

Gesetzt, ein Uhrmacher oder Kalikofabrikant kann seine Uhr oder Ka-

liko nicht verkaufen. [Aber gesetzt, ein Produzent von Kohlen, Eisen,
Flachs, Indigo etc. kann diese Produkte nicht verkaufen, oder selbst ein
Kornproduzent kann sein Korn nicht verkaufen. Hierüber sehr gut der
vorhin zitierte Bearde de l’Abbaye!??). Er [Gray] muß geltend machen die
unmittelbare Produktion gegen die Warenproduktion, sehr im Widerspruch
damit, daß wieder die valeur venale® die Hauptsache bei den Physiokraten.
Aber dies geht bei dem Burschen durch. Die bürgerliche Anschauung inner-
halb der Vorstellungsweise der antebürgerlichen.} Zeigt,
„daß ein Manufakturist sich nur dadurch bereichert, daß er ein Verkäufer ist“ (zeigt
nur, daß er sein Produkt als Ware produziert) „und daß dann, wenn er aufhört, ein
Verkäufer zu sein, seine Profite“ (und wo bleiben die profits des farmers who is not a
seller’?) „sofort aufhören, weil sie nicht natürliche, sondern künstliche Profite sind.
Der Bodenbebauer dagegen ... kann bestehen und gedeihen und sich vermehren, ohne
daß er etwas verkauft.“ (p. 38, 39.)

(Dann muß er aber zugleich manufacturer sein.)

Gegen A. Youngs High Price?, als wichtig für die prosperity of agriculture?;
aber dies zugleich Polemik gegen die Physiokratie (5.41, 42, Beiheft H, und 43)
Il. c. p. 65-78 und 118].

Aus nominellem Erhöhen des Preises auf seiten des Verkaufes kann der
Mehrwert nicht abgeleitet werden.

„Durch die Heraufsetzung des nominellen Werts des Produkts ... werden die Ver-
käufer nicht reicher ...., da sie genau das, was sie als Verkäufer gewinnen, in ihrer Eigen-

schaft als Käufer wieder ausgeben.“ (p. 66.)

1 Bodenverbesserungen - * mutmaßliche künftige Verbesserungen - ? von alters her

etabliert -* Reich des Moguls - ? Besteuerer - ® der Verkaufswert - ? Profite des Farmers, der
kein Verkäufer ist -® hohen Preis -? Blüte der Agrikultur

Vanderlintisch:

„Solange für jeden Müßiggänger ein anbaufähiges Stück Land gefunden werden
kann, sollte kein Müßiggänger ohne ein Stück Land bleiben. Arbeitshäuser sind eine
gute Sache; aber Arbeitsfelder sind viel besser.” (p. 47.)

Gegen das farm system, für long leases', da das Grundeigentum sonst
nur die Produktion hindert und improvements (5.43) [p. 118-123]. ( „Irish
right of tenantry“ .) 9% [XXIH-1451 ||

3 Pachtsystem, für langfristige Pachtverträge

## Abschweifung
## (über produktive Arbeit)

I V-182] Ein Philosoph produziert Ideen, ein Poet Gedichte, ein Pastor
Predigten, ein Professor Kompendien usw. Ein Verbrecher produziert Ver-
brechen. Betrachtet man näher den Zusammenhang dieses letztren Produk-
tionszweigs mit dem Ganzen der Gesellschaft, so wird man von vielen Vor-
urteilen zurückkommen. Der Verbrecher produziert nicht nur Verbrechen,
sondern auch das Kriminalrecht und damit auch den Professor, der Vor-
lesungen über das Kriminalrecht hält, und zudem das unvermeidliche
Kompendium, worin dieser selbe Professor seine Vorträge als „Ware“ auf
den allgemeinen Markt wirft. Damit tritt Vermehrung des Nationalreich-
tums ein. Ganz abgesehn von demPrivatgenuß, den, wie uns ein kompeten-
ter Zeuge, Prof. Roscher, [sagt,] das Manuskript des Kompendiums seinem
Urheber selbst gewährt.!

Der Verbrecher produziert ferner die ganze Polizei und Kriminal-
Justiz, Schergen, Richter, Henker, Geschworene usw.; und alle diese ver-
schiednen Gewerbszweige, die ebenso viele Kategorien der gesellschaft-
lichen Teilung der Arbeit bilden, entwickeln verschiedne Fähigkeiten des
menschlichen Geistes, schaffen neue Bedürfnisse und neue Weisen ihrer
Befriedigung. Die Tortur allein hat zu den sinnreichsten mechanischen
Erfindungen Anlaß gegeben und in der Produktion ihrer Werkzeuge eine
Masse ehrsamer Handwerksleute beschäftigt.

Der Verbrecher produziert einen Eindruck, teils moralisch, teils tra-
gisch, je nachdem, und leistet so der Bewegung der moralischen und ästhe-
tischen Gefühle des Publikums einen „Dienst“. Er produziert nicht nur
Kompendien über das Kriminalrecht, nicht nur Strafgesetzbücher und
damit Strafgesetzgeber, sondern auch Kunst, schöne Literatur, Romane
und sogar Tragödien, wie nicht nur Müllners „Schuld“ und Schillers

1 Der vorstehende Satz findet sich in der Handschrift quer am Rande und ist von
Marx zur Einfügung an diese Stelle bezeichnet

„Räuber“, sondern selbst „Ödipus“ und „Richard der Dritte“ beweisen.
Der Verbrecher unterbricht die Monotonie und Alltagssicherheit des bür-
gerlichen Lebens. Er bewahrt es damit vor Stagnation und ruft jene un-
ruhige Spannung und Beweglichkeit hervor, ohne die selbst der Stachel
der Konkurrenz abstumpfen würde. Er gibt so den produktiven Kräften
einen Sporn. Während das Verbrechen einen Teil der überzähligen Be-
völkerung dem Arbeitsmarkt entzieht und damit die Konkurrenz unter
den Arbeitern vermindert, zu einem gewissen Punkt den Fall des Arbeits-
lohns unter das Minimum verhindert, absorbiert der Kampf gegen das
Verbrechen einen andern Teil derselben Bevölkerung. Der Verbrecher tritt
so als eine jener natürlichen „Ausgleichungen“ ein, die ein richtiges Niveau
herstellen und eine ganze Perspektive „nützlicher“ Beschäftigungszweige
auftun.

Bis ins Detail können die Einwirkungen des Verbrechers auf die Ent-
wicklung der Produktivkraft nachgewiesen werden. Wären Schlösser je zu
ihrer jetzigen Vollkommenheit gediehn, wenn es keine Diebe gäbe? Wäre
die Fabrikation von Banknoten zu ihrer gegenwärtigen Vollendung gediehn,
gäbe es keine | Falschmünzer? Hätte das Mikroskop seinen Weg in die
gewöhnliche kommerzielle Sphäre gefunden (siehe Babbage) ohne Betrug
im Handel? Verdankt die praktische Chemie nicht ebensoviel der Waren-
fälschung und dem Bestreben, sie aufzudecken, als dem ehrlichen Produk-
tionseifer? Das Verbrechen, durch die stets neuen Mittel des Angriffs auf
das Eigentum, ruft stets neue Verteidigungsmittel ins Leben und wirkt
damit ganz so produktiv wie strikes auf Erfindung von Maschinen. Und
verläßt man die Sphäre des Privatverbrechens: Ohne nationale Verbrechen,
wäre je der Weltmarkt entstanden? Ja, auch nur Nationen? Und ist der
Baum der Sünde nicht zugleich der Baum der Erkenntnis seit Adams Zeiten
her? Mandeville in seiner „Fable of the Bees“ (1705) hatte schon die Pro-
duktivität aller möglichen Berufsweisen usw. bewiesen und überhaupt die
Tendenz dieses ganzen Arguments:

„Das, was wir in dieser Welt das Böse nennen, das moralische so gut wie das natür-
liche, ist das große Prinzip, das uns zu sozialen Geschöpfen macht, die feste Basis,
das Leben und die Stütze aller Gewerbe und Beschäftigungen ohne Ausnahme; hier haben
wir den wahren Ursprung aller Künste und Wissenschaften zu suchen; und in dem
Moment, da das Böse aufhörte, müßte die Gesellschaft verderben, wenn nicht gar
gänzlich untergehen.“

Nur war Mandeville natürlich unendlich kühner und ehrlicher als die
philisterhaften Apologeten der bürgerlichen Gesellschaft. |V-183 |]

## Produktivität des Kapitals.
## Produktive und unproduktive Arbeit!“

### [a) Alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit
erscheinen als Produktivkräfte des Kapitals]

IXXTI-1317| Wir haben gesehn, nicht nur wie das Kapital produziert,
sondern wie es selbst produziert wird und wie es als ein wesentlich ver-
ändertes Verhältnis aus dem Produktionsprozeß hervorgeht, in demselben
sich entwickelt.35! Einerseits gestaltet es die Produktionsweise um, andrer-
seits ist diese veränderte Gestalt der Produktionsweise und eine besondre
Stufe der Entwicklung der materiellen Produktivkräfte die Grundlage und
Bedingung - die Voraussetzung seiner eignen Gestaltung.

Da die lebendige Arbeit - durch den Austausch zwischen Kapital und
Arbeiter - dem Kapital einverleibt ist, als ihm gehörige Tätigkeit erscheint,
sobald der Arbeitsprozeß beginnt, stellen sich alle Produktivkräfte der ge-
sellschaftlichen Arbeit als Produktivkräfte des Kapitals dar, ganz wie die all-
gemeine gesellschaftliche Form der Arbeit im Geld als Eigenschaft eines
Dings erscheint. So stellen sich jetzt die Produktivkraft der gesellschaft-
lichen Arbeit und die besondren Formen derselben als Produktivkräfte und
Formen des Kapitals dar, der vergegenständlichten Arbeit, der (objektiven)
sachlichen Arbeitsbedingungen - die als solche verselbständigte Gestalt
der lebendigen Arbeit gegenüber im Kapitalist personifiziert sind. Es ist
hier wieder die Verkehrung des Verhältnisses, als deren Ausdruck wir
schon bei Betrachtung des Geldwesens den Fefischismus bezeichnet
haben.3#!

Der Kapitalist selbst ist nur Gewalthaber als Personifizierung des Kapi-
tals. (In der italienischen Buchhaltung ist diese seine Rolle als Kapitalist,
als personifiziertes Kapital, ihm auch beständig gegenübergestellt als bloße
Person, als die er nur als Privatkonsument und Schuldner seines eignen
Kapitals erscheint.)

Die Produktivität des Kapitals besteht zunächst, selbst bloß die formelle
Subsumtion der Arbeit unter das Kapital betrachtet, in dem Zwang zur
Surplusarbeit, zum Arbeiten über die unmittelbare Bedürftigkeit hinaus,
einem Zwang, den die kapitalistische Produktionsweise mit früherer Pro-
duktionsweise teilt, aber in einer der Produktion günstigeren Weise ausübt,
vollbringt.

Selbst dieses bloß formelle Verhältnis betrachtet - die allgemeine Form
der kapitalistischen Produktion, die ihre minder entwickelte Weise mit der
mehr entwickelten gemein hat -, erscheinen die Produktionsmittel, die sach-
lichen Arbeitsbedingungen - Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel (und Lebens-
mittel) - nicht als dem Arbeiter subsumiert, sondern er ihnen subsumiert.
Er wendet nicht sie an, sondern sie wenden ihn an. Und dadurch sind sie
Kapital. Kapital employs labour*. Sie sind nicht Mittel für ihn, um Produkte
zu produzieren, sei es in der Form unmittelbarer Subsistenzmittel, sei es als
Austauschmittel, als Waren. Sondern er ist ein Mittel für sie, teils um ihren
Wert zu erhalten, teils um ihn zu verwerten, i.e. zu vergrößern, um surplus
labour einzusaugen.

Schon dies Verhältnis in seiner Einfachheit ist eine Verkehrung, Perso-
nifizierung der Sache und Versachlichung der Person; denn das unter-
scheidet diese Form von allen frühren, daß der Kapitalist nicht in irgend-
einer persönlichen Eigenschaft den Arbeiter beherrscht, sondern daß dies
nur, soweit er „Kapital“ ist; seine Herrschaft ist nur die der vergegenständ-
lichten Arbeit über die lebendige, des Produkts des Arbeiters über den
Arbeiter selbst.

Komplizierter aber wird das Verhältnis noch und scheinbar mysteriöser,
indem mit der Entwicklung der spezifisch kapitalistischen Produktions-
weise nicht nur diese unmittelbar materiellen Dinge - alles Produkte der
Arbeit; dem Gebrauchswert nach betrachtet sachliche Arbeitsbedingungen
wie Arbeitsprodukte, dem Tauschwert.nach vergegenständlichte allgemeine
Arbeitszeit oder Geld - sich dem Arbeiter gegenüber auf die Hinterfüße
stellen und ihm als „Kapital“ gegenübertreten, sondern [auch] die Formen
der gesellschaftlich entwickelten Arbeit, Kooperation, Manufaktur (als
Form der Teilung der Arbeit), Fabrik (als Form der auf Maschinerie als
materieller Basis organisierten gesellschaftlichen Arbeit), als Entwicklungs-
formen des Kapitals sich darstellen und daher die aus diesen Formen der
gesellschaftlichen Arbeit entwickelten Produktivkräfte der Arbeit, daher
auch Wissenschaft und Naturkräfte, als Produktivkräfte des Kapitals sich

1 wendet Arbeit an

darstellen. In der Tat, die Einheit in der Kooperation, die Kombination
in der Teilung der Arbeit, die Anwendung der Naturkräfte und Wissen-
schaft wie der Produkte der Arbeit in der Maschinerie zur Produktion —
alles dies tritt den einzelnen Arbeitern selbst so fremd und sachlich gegen-
über, als bloße Daseinsform der von ihnen unabhängigen und sie beherr-
schenden Arbeitsmittel, wie diese selbst [ihnen] in ihrer einfachen sicht-
baren Gestalt als Material, Instrument etc., als Funktionen des Kapitals
und daher des Kapitalisten.

Die gesellschaftlichen Formen ihrer eignen Arbeit oder die Formen
ihrer eignen ||1318] gesellschaftlichen Arbeit sind von den einzelnen Arbei-
tern ganz unabhängig gebildete Verhältnisse; die Arbeiter, als unter das
Kapital subsumiert, werden Elemente dieser gesellschaftlichen Bildungen,
aber diese gesellschaftlichen Bildungen gehören nicht ihnen. Sie treten
ihnen daher gegenüber als Gestalten des Kapitals selbst, als im Unterschied
von ihrem vereinzelten Arbeitsvermögen dem Kapital gehörige, aus ihm
entspringende und ihm einverleibte Kombinationen. Und dies nimmt um
so realere Form an, je mehr einerseits ihr Arbeitsvermögen selbst durch
diese Formen so modifiziert wird, daß es in seiner Selbständigkeit, also
außer diesem kapitalistischen Zusammenhang, ohnmächtig wird, seine
selbständige Produktionsfähigkeit gebrochen wird, andrerseits mit der Ent-
wicklung der Maschinerie auch technologisch die Bedingungen der Arbeit
als die Arbeit beherrschend erscheinen und zugleich sie ersetzen, unter-
drücken, überflüssig machen in ihren selbständigen Formen.

In diesem Prozeß, worin die gesellschaftlichen Charaktere ihrer Arbeit
ihnen gewissermaßen kapitalisiert gegenübertreten - wie z.B. in der Ma-
schinerie die sichtbaren Produkte der Arbeit als Beherrscher der Arbeit
erscheinen -, findet natürlich dasselbe statt für die Naturkräfte und die
Wissenschaft, das Produkt der allgemeinen geschichtlichen Entwicklung in
ihrer abstrakten Quintessenz - sie treten ihnen als Mächte des Kapitals
gegenüber. Sie trennen sich in der Tat von dem Geschick und der Kennt-
nis des einzelnen Arbeiters - und obgleich sie, an ihrer Quelle betrachtet,
wieder das Produkt der Arbeit sind - erscheinen sie überall, wo sie in den
Arbeitsprozeß eintreten, als dem Kapital einverleibt. Der Kapitalist, der
eine Maschine anwendet, braucht sie nicht zu verstehn. (Sieh Ure.)??)
Aber in der Maschine erscheint die realisierte Wissenschaft als Kapital den
Arbeitern gegenüber. Und in der Tat erscheinen alle diese auf gesellschaft-
liche Arbeit begründete Anwendung von Wissenschaft, Naturkraft und Pro-
dukten der Arbeit in großen Massen ja selbst nur als Exploitationsmittel
der Arbeit, als Mittel, Surplusarbeit anzueignen, daher als dem Kapital

angehörige Kräfte gegenüber der Arbeit. Das Kapital wendet natürlich alle
diese Mittel nur an, um die Arbeit zu exploitieren, aber um sie zu exploi-
tieren, muß es sie auf die Produktion anwenden. Und so erscheint die Ent-
wicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit und die Bedin-
gungen dieser Entwicklungen als Tat des Kapitals, zu der sich der einzelne
Arbeiter nicht nur passiv verhält, sondern die im Gegensatz zu ihm vorgehn.

Das Kapital selbst ist doppelt, da es aus Waren besteht:

11.1 Tauschwert (Geld); aber sich verwertender Wert, Wert, der dadurch
Wert schafft, als Wert wächst, ein Inkrement erhält, daß es Wert ist. Dies
reduziert sich auf Austausch eines gegebnen Quantums vergegenständlich-
ter Arbeit gegen ein größres Quantum lebendiger Arbeit.

[2.] Gebrauchswert; und hier erscheint es seinen bestimmten Verhält-
nissen im Arbeitsprozeß nach. Aber grade hier bleibt es nicht bloß (Roh-
material) Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel, denen die Arbeit gehört, die sich
die Arbeit einverleibt h-ben, sondern mit der Arbeit auch ihre gesellschaft-
lichen Kombinationen und die diesen gesellschaftlichen Kombinationen ent-
sprechende Entwicklung der Arbeitsmittel. Die kapitalistische Produktion
entwickelt zuerst im großen - reißt los von dem einzelnen selbständigen
Arbeiter - die Bedingungen des Arbeitsprozesses, sowohl seine gegen-
ständlichen als subjektiven, aber entwickelt sie als den einzelnen Arbeiter
beherrschende und ihm fremde Mächte.

So wird das Kapital ein sehr mysteriöses Wesen. |1318]] 738

1320| Das Kapital ist also produktiv:

l. als Zwang zur Surplusarbeit;

2. In-sich-Absorbierer und ÄAneigner (Personifizierung) der Produktiv-
kräfte der gesellschaftlichen Arbeit und der allgemeinen gesellschaftlichen
Produktivkräfte, wie der Wissenschaft.

Es fragt sich, wie oder wodurch erscheint die Arbeit dem Kapital gegen-
über produktiv oder als produktive Arbeit, da die Produktivkräfte der Arbeit
in das Kapital transponiert sind? Und dieselbe Produktivkraft nicht zwei-
mal zählen kann, einmal als Produktivkraft der Arbeit und das andre Mal als
Produktivkraft des Kapitals? {Produktivkraft der Arbeit - Produktivkraft
des Kapitals. Aber das Arbeitsvermögen ist produktiv durch den Unterschied
zwischen seinem Wert und seiner Verwertung.}

### [b) Produktive Arbeit im System der kapitalistischen Produktion]

Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistischen Formen der
Produktion für die absoluten Formen derselben hält — daher für ewige

Naturformen der Produktion - kann die Frage, was produktive Arbeit vom
Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt
produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und
daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die über-
haupt etwas produziert, in irgend etwas resultiert, eo ipso! produktive Arbeit
ist.

[Erstens:] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produk-
tiv; also nur die Arbeit, die das variable Kapital als variables setzt und daher
—=C+ AN31, Ist das variable Kapital vor seinem Austausch mit der Arbeit
=x, so daß wir die Gleichung haben y=x, so ist die Arbeit, drexinx+h
verwandelt und daher aus y=x macht, y=x + h, produktive Arbeit. Dies
ist der eine Punkt, der zu erörtern ist. Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem
Kapital als agency” dient, Mehrwert zu setzen? und daher sich als Kapital,
als sich verwertenden Wert zu setzen.

Zweitens: Die gesellschaftlichen und allgemeinen Produktivkräfte der
Arbeit sind Produktivkräfte des Kapitals; aber diese Produktivkräfte be-
treffen nur den Arbeitsprozeß oder berühren nur den Gebrauchswert. Sie
stellen sich dar als Eigenschaften, die dem Kapital als Ding zukommen, als
sein Gebrauchswert. Sie berühren nicht den Tauschwert unmittelbar. Ob
100 zusammen oder jeder von den 100 einzeln arbeitet, der Wert ihres Pro-
dukts ist = 100 Arbeitstagen, ob sie sich in viel oder wenig Produkten dar-
stellen, d.h., gleichgültig gegen die Produktivität der Arbeit.

1321| Nur in einer Weise betrifft die verschiedne Produktivität der
Arbeit den Tauschwert.

Entwickelt sich die Produktivität der Arbeit z.B. in einem einzelnen
Arbeitszweig - wird z.B. nicht mehr ausnahmsweise mit power-looms? ge-
webt statt mit Handwebstühlen und erheischt das Weben einer Elle mit dem
power-loom nur halb die Arbeitszeit als mit dem hand-loom®, so stellen
12 Std. eines hand-loom-weaver’s® sich nicht mehr in einem Wert von
12 Std. dar, sondern in einem von 6, da die notwendige Arbeitszeit
jetzt 6 Std. geworden ist. Die I2 Std. des hand-loom-weaver’s nur mehr
=6 Std. gesellschaftlicher Arbeitszeit, obgleich er nach wie vor 12 Std.
arbeitet.

Aber davon hier nicht die Rede. Nimm dagegen einen andren Produk-
tionszweig, z.B. Schriftsetzen, worin noch keine Maschinerie angewandt
wird, so I2 Std. in diesem Zweig ganz soviel Wert produzierend, wie 12 Std.
in Produktionszweigen, worin die Maschinerie etc. aufs äußerste entwickelt.

3 ebendadurch von selbst - ? treibende Kraft - ? in der Handschrift: ersetzen — * mecha-

nischen Webstühlen - ? Handwebstuhl - 6 Handwebers

Als-Wert produzierend bleibt die Arbeit daher stets Arbeit des einzel-
nen, nur allgemein ausgedrückt. Die produktive Arbeit - als Wert produzie-
rende Arbeit - steht dem Kapital daher stets als Arbeit des einzelnen
Arbeitsvermögens, des vereinzelten Arbeiters gegenüber, welche gesell-
schaftlichen Kombinationen diese Arbeiter immer im Produktionsprozeß
eingehn mögen. Während so das Kapital dem Arbeiter gegenüber die
gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit, stellt die produktive Arbeit des
Arbeiters dem Kapital gegenüber immer nur die Arbeit des vereinzelten
Arbeiters dar.

Drittens: Wenn es als Natureigenschaft des Kapitals erscheint - daher
als eine aus seinem Gebrauchswert hervorquellende Eigenschaft -, Surplus-
arbeit zu erzwingen und die gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit
sich zu vindizieren, so umgekehrt als Natureigenschaft! der Arbeit, ihre eig-
nen gesellschaftlichen Produktivkräfte als Produktivkräfte des Kapitals zu
setzen und ihr eigenes Surplus[produkt] als Surpluswert, als Selbst-
verwertung des Kapitals.

Diese 3 Punkte nun zu entwickeln und daraus den Unterschied von pro-
duktiver und unproduktiver Arbeit abzuleiten.

ad 1. Die Produktivität des Kapitals besteht darin, die Arbeit als Lohn-
arbeit, und die Produktivität der Arbeit, die Arbeitsmittel als Kapital sich
gegenüberzusstzen.

Man hat gesehn, daß Geld in Kapital verwandelt wird, d.h. ein be-
stimmter Tauschwert in sich verwertenden Tauschwert, in Wert plus Mehr-
wert verwandelt wird dadurch, daß ein Teil desselben in solche Waren ver-
wandelt wird, die der Arbeit als Arbeitsmittel dienen (Rohstoff, Instrument,
kurz, die sachlichen Arbeitsbedingungen), ein andrer Teil zum Ankauf von
Arbeitsvermögen verwandt wird. Es ist jedoch nicht dieser erste Austausch
zwischen dem Geld und dem Arbeitsvermögen oder der bloße Kauf des
letztren, der das Geld in Kapital verwandelt. Dieser Kauf einverleibt den
use? des Arbeitsvermögens für eine bestimmte Zeit dem Kapital oder macht
bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit zu einer der Daseinsweisen, sozu-:
sagen zur Entelechie des Kapitals selbst.

In dem wirklichen Produktionsprozeß verwandelt sich die lebendige
Arbeit in Kapital, indem sie einerseits den Arbeitslohn reproduziert - also
den Wert des variablen Kapitals -, andrerseits einen Surpluswert setzt; und
durch diesen Verwandlungsprozeß wird die ganze Geldsumme in Kapital
verwandelt, obgleich der Teil derselben, der unmittelbar variiert, nur der in

1 In der Handschrift: Produktivität — * Gebrauch

Arbeitslohn ausgelegte ist. War der Wert=c + v, so ister jetzt =c+(v-+ x),
was dasselbe ist als =(c + v) + x!!@0!, oder, die ursprüngliche Geldsumme,
Wertgröße, hat sich verwertet, ist zugleich als sich erhaltender und ver-
mehrender Wert gesetzt.

(Dies wohl zu bemerken: Der Umstand, daß nur der variable Teil des
Kapitals sein Inkrement hervorbringt, ändert absolut nichts daran, daß ver-
mittelst dieses Prozesses der gesamte ursprüngliche Wert als verwertet [er-
scheint], um einen Mehrwert vergrößert ist, daß also die gesamte Original-
geldsumme in Kapital verwandelt ist. Denn der ursprüngliche Wert=c+v
(konstantes und variables Kapital). Im Prozeß wird er c+(v + x); letztres
der reproduzierte Teil, der durch die Verwandlung der lebendigen Arbeit in
vergegenständlichte entstanden, eine Verwandlung, die bedingt und ein-
geleitet ist durch den Austausch von v gegen Arbeitsvermögen oder seine
Verwandlung in Salair. Aber c+(v+x)=c+v (dem ursprünglichen
Kapital) + x. Außerdem konnte die Verwandlung von v in v + x, also von
(ce +v)in(c+v)+xnur vorgehn, indem ein Teil des Gelds in c verwandelt
wird. Der eine Teil kann sich nur in variables Kapital verwandeln, indem
der andre sich in konstantes Kapital verwandelt.)

In dem wirklichen Produktionsprozeß verwandelt sich die Arbeit realiter
in Kapital, aber diese Verwandlung bedingt durch den ursprünglichen Aus-
tausch zwischen Geld und Arbeitsvermögen. Durch diese unmittelbare Ver-
wandlung von Arbeit in nicht dem Arbeiter, sondern dem Kapitalisten ge-
hörige vergegenständlichte Arbeit wird erst das Geld in Kapital verwandelt,
auch der Teil desselben, der die Form von Produktionsmitteln, Arbeits-
bedingungen erhalten hat. Vorher ist das Geld, existiere es nun in seiner
eignen Form oder in der Form von Waren (Produkten), die eine Gestalt
haben, worin sie als Produktionsmittel neuer Waren dienen können, nur an
sich Kapital.

1322| Dieses bestimmte Verhältnis zur Arbeit verwandelt Geld oder
Ware erst in Kapital, und die Arbeit, die durch dies ihr Verhältnis zu den
Produktionsbedingungen, dem ein bestimmtes Verhalten im wirklichen
Produktionsprozeß entspricht, Geld oder Ware in Kapital verwandelt, d.h.,
die dem Arbeitsvermögen gegenüber verselbständigte gegenständliche Arbeit
in ihrem Wert erhält und vermehrt, ist produktive Arbeit. Produktive Arbeit
ist nur ein abkürzender Ausdruck für das ganze Verhältnis und Art und
Weise, worin das Arbeitsvermögen im kapitalistischen Produktionsprozeß!
figuriert. Die Unterscheidung von andren Arten der Arbeit ist aber von der

1 In der Handschrift: Produktionsvermögen

höchsten Wichtigkeit, da sie grade die Formbestimmtheit der Arbeit aus-
drückt, worauf die gesamte kapitalistische Produktionsweise und das Kapi-
tal selbst beruht.

Produktive Arbeit ist also solche - im System der kapitalistischen Produk-
tion -, die Mehrwert für ihren employer* produziert oder die die objektiven
Arbeitsbedingungen in Kapital und ihren Besitzer in Kapitalisten verwan-
delt, also Arbeit, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert.

Sprechen wir also von produktiver Arbeit, so sprechen wir von gesell-
schaftlich bestimmter Arbeit, Arbeit, die ein ganz bestimmtes Verhältnis zwi-
schen dem Käufer und Verkäufer der Arbeit einschließt.

Obgleich nun das im Besitz des Käufers von Arbeitsvermögen befind-
liche Geld - oder als Ware: [in Gestalt] von Produktionsmitteln und Lebens-
mitteln für den Arbeiter - erst Kapital wird durch den Prozeß - erst in ihm
in Kapital verwandelt wird - und daher diese Dinge vor ihrem Eingehn in
den Prozeß nicht Kapital sind, sondern erst Kapital werden sollen, so sind
sie doch an sich Kapital: Sie sind es durch die selbständige Gestalt, worin
sie dem Arbeitsvermögen und das Arbeitsvermögen ihnen gegenübersteht,
ein Verhältnis, das den Austausch mit dem Arbeitsvermögen und den darauf
erfolgenden Prozeß der wirklichen Verwandlung der Arbeit in Kapital be-
dingt und sichert. Sie haben von vornherein die gesellschaftliche Bestimmt-
heit den Arbeitern gegenüber, die sie zu Kapital macht und ihnen das
Kommando über die Arbeit gibt. Sie sind daher der Arbeit gegenüber als
Kapital vorausgesetzt.

Produktive Arbeit kann daher als solche bezeichnet werden, die sich direkt
mit dem Geld.als Kapital austauscht oder, was nur ein verkürzter Ausdruck
dafür ist, die sich unmittelbar mit Kapital austauscht, d.h. mit Geld, das
an sich Kapital ist, die Bestimmung hat, als Kapital zu funktionieren, oder
dem Arbeitsvermögen als Kapital gegenübertritt. In dem Ausdruck Arbeit,
die sich unmittelbar mit Kapital austauscht, liegt eingeschlossen, daß die
Arbeit sich mit dem Geld als Kapital austauscht, und es actu? in Kapital
verwandelt. Was die Bestimmung der Unmittelbarkeit angeht, so wird sich
das gleich näher ergeben.

Produktive Arbeit ist also solche, die für den Arbeiter nur den vorher
bestimmten Wert seines Arbeitsvermögens reproduziert, dagegen als wert-
schaffende Tätigkeit das Kapital verwertet oder die von ihr geschaffenen
Werte dem Arbeiter selbst als Kapital gegenübersetzt.

1 Anwender - ? wirklich

### [e) Zwei wesentlich verschiedene Momente
beim Austausch zwischen Kapital und. Arbeit]

Bei dem Austausch zwischen Kapital und Arbeit sind, wie wir bei Be-
trachtung des Produktionsprozesses!!*} sahen, zwei wesentlich verschiedne,
obgleich einander bedingende Momente zu unterscheiden.

Erstens: Der erste Austausch zwischen Arbeit und Kapital ist ein for-
meller Prozeß, worin das Kapital als Geld und das Arbeitsvermögen als Ware
figuriert. Der Verkauf des Arbeitsvermögens findet iideell oder juristisch
statt in diesem ersten Prozeß, obgleich die Arbeit erst nach ihrer Verrich-
tung, am Ende des Tags, der Woche etc. bezahlt wird. Dies ändert nichts
an dieser Transaktion, worin das Arbeitsvermögen verkauft wird. Was hier
unmittelbar verkauft wird, ist nicht eine Ware, worin sich die Arbeit bereits
realisiert hat, sondern der Gebrauch des Arbeitsvermögens selbst, also faktisch
die Arbeit selbst, da der use des Arbeitsvermögens seine action - Arbeit ist.
Es ist also nicht durch Warenaustausch vermittelter Austausch von Arbeit.
Wenn A Stiefel an B verkauft, so tauschen beide Arbeit aus, der eine im
Stiefel, der andre im Geld realisierte Arbeit. Aber hier wird auf der einen
Seite vergegenständlichte Arbeit in ihrer allgemeinen gesellschaftlichen Form,
d.h. als Geld, ausgetauscht gegen die nur noch als Vermögen existierende
Arbeit; und was gekauft wird und verkauft, ist der Gebrauch dieses Ver-
mögens, also die Arbeit selbst, obgleich der Wert der verkauften Ware
nicht der Wert der Arbeit (ein irrationeller Ausdruck), sondern der
Wert des Arbeitsvermögens ist. Es findet also unmittelbarer Austausch
statt zwischen vergegenständlichter Arbeit und Arbeitsvermögen, das sich de
Jacto auflöst in lebendige Arbeit; also zwischen vergegenständlichter Arbeit
und lebendiger Arbeit. Das Salair - der Wert des Arbeitsvermögens - stellt
sich daher dar, wie früher entwickelt, als unmittelbarer Kaufpreis, Preis
der Arbeit 2)

In diesem ersten Moment ist das Verhältnis von Arbeiter und Kapitalist
das von Verkäufer und Käufer von Ware. Der Kapitalist zahlt den Wert des
Arbeitsvermögens, also den Wert der Ware, die er kauft.

Zugleich aber wird das Arbeitsvermögen nur gekauft, weil die Arbeit, die
es leisten kann und sich zu leisten verpflichtet, größer ist als die Arbeit, die
zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens erheischt ist und sich daher in
einem größeren Wert darstellt als der Wert des Arbeitsvermögens.

11323] Zweitens: Das zweite Moment des Austauschs von Kapital und
Arbeit hat in der Tat nichts mit dem ersten zu tun, ist strenggenommen
gar kein Austausch.

In dem ersten Moment findet Austausch von Geld und Ware statt - von
Äquivalenten -, und Arbeiter und Kapitalist stehen sich nur als Waren-
besitzer gegenüber. Es werden Äquivalente ausgetauscht. (D.h., es ändert
nichts an dem Verhältnis, wann sie ausgetauscht werden; und ob der Preis
der Arbeit über oder unter dem Wer? des Arbeitsvermögens steht oder ihm
gleich ist, ändert nichts an der Transaktion. Sie kann also nach dem all-
gemeinen Gesetz des Warenaustauschs stattfinden.)

In demzweiten Moment findet gar kein Austausch statt. Der Geldbesitzer
hat aufgehört, Käufer von Ware, und der Arbeiter, Verkäufer von Ware zu
sein. Der Geldbesitzer funktioniert jetzt als Kapitalist. Er konsumiert die
Ware, die er gekauft hat, und der Arbeiter liefert sie, da der Gebrauch seines
Arbeitsvermögens seine Arbeit selbst ist. Durch die frühe Transaktion ist
die Arbeit selbst Teil des gegenständlichen Reichtums geworden. Der Arbei-
ter verrichtet sie, aber sie gehört dem Kapital und ist nur noch eine Funk-
tion desselben. Sie geschieht daher direkt unter seiner Kontrolle und Direk-
tion; und das Produkt, worin sie sich vergegenständlicht, ist die neue Ge-
stalt, worin das Kapital erscheint oder worin es sich vielmehr actu als Kapital
verwirklicht. In diesemProzeß vergegenständlichtsich die Arbeit daher direkt,
verwandelt sich unmittelbar in Kapital, nachdem sie bereits formell dem
Kapital durch die erste Transaktion einverleibt ist. Und zwar verwan-
delt sich hier mehr Arbeit in Kapital, als früher Kapital im Ankauf des
Arbeitsvermögens ausgelegt wurde. Es wird in diesem Prozeß ein Teil un-
bezahlter Arbeit angeeignet, und nur dadurch verwandelt sich das Geld
in Kapital.

Obgleich nun hier in der Tat kein Austausch stattfindet, ist, wenn man
von den Vermittlungen absieht, das Resultat, daß sich im Prozeß - beide
Momente zusammengefaßt - ein bestimmtes Quantum vergegenständlich-
ter Arbeit gegen ein größres Quantum lebendiger Arbeit ausgetauscht hat,
was sich im Resultat des Prozesses so ausdrückt, daß die Arbeit, die sich in
seinem Produkt vergegenständlicht hat!, > als die Arbeit, die im Arbeits-
vermögen vergegenständlicht, und daher > als die vergegenständlichte
Arbeit, die dem Arbeiter gezahlt wird, oder daß in dem wirklichen Prozeß
der Kapitalist nicht nur den Teil des Kapitals, den er in Arbeitslohn aus-
gelegt hat, zurückerhält, also erhält, sondern einen Surpluswert, der ihm
nichts kostet. Der unmittelbare Austausch von Arbeit gegen Kapital bedeutet
hier: I. die unmittelbare Verwandlung der Arbeit in Kapital, [in einen]
gegenständlichen Bestandteil des Kapitals im Produktionsprozeß; 2. den

! In der Handschrift: vergrößert

Austausch eines bestimmten Quantums vergegenständlichter Arbeit gegen
dasselbe Quantum lebendiger Arbeit plus einem Surplusquantum lebendiger
Arbeit, das ohne Austausch angeeignet wird.

Der Ausdruck, daß produktive Arbeit solche Arbeit ist, die sich unmittel-
bar mit Kapital austauscht, umfaßt alle diese Momente, und ist nur eine ab-
geleitete Formel dafür, daß es Arbeit ist, die Geld in Kapital verwandelt, die
sich mit den Produktionsbedingungen als Kapital austauscht, sich also
keineswegs zu ihnen als einfachen Produktionsbedingungen, die sich zu
den Produktionsbedingungen nicht als Arbeit schlechthin, ohne spezifische
soziale Bestimmtheit, verhält.

Es schließt dies ein: I. das Verhältnis von Geld und Arbeitsvermögen als
Waren gegeneinander, Kauf und Verkauf zwischen dem Geldbesitzer und
dem Besitzer des Arbeitsvermögens; 2. die direkte Subsumtion der Arbeit
unter das Kapital; 3. die reelle Verwandlung der Arbeit in Kapital im Pro-
duktionsprozeß oder, was dasselbe ist, die Schöpfung des Mehrwerts für das
Kapital. Es findet zweierlei Austausch von Arbeit und Kapital statt. Der erste
drückt bloß den Kauf des Arbeitsvermögens und daher actu der Arbeit und
daher ihres Produkts aus. Der zweite die direkte Verwandlung lebendiger
Arbeit in Kapital oder ihre Vergegenständlichung als Verwirklichung des
Kapitals.

### [d) Der spezifische Gebrauchswert der produktiven Arbeit für das Kapital]

Das Resultat des kapitalistischen Produktionsprozesses ist weder ein
bloßes Produkt (Gebrauchswert) noch Ware, d.h. Gebrauchswert, der einen
bestimmten Tauschwert hat. Sein Resultat, sein Produkt ist Schöpfung des
Mehrwerts für das Kapital und daher faktische Verwandlung von Geld oder
Ware in Kapital, was sie vor dem Produktionsprozeß bloß der Intention
nach, an sich, ihrer Bestimmung nach sind. In dem Produktionsprozeß wird
mehr Arbeit eingesaugt, als gekauft ist, und dies Einsaugen, | Aneignen
fremder unbezahlter Arbeit, das im Produktionsprozeß vollbracht wird, ist
der unmittelbare Zweck des kapitalistischen Produktionsprozesses; denn
was das Kapital als Kapital (daher der Kapitalist als Kapitalist) produzie-
ren will, ist weder unmittelbar Gebrauchswert zum Selbstkonsum noch
Ware, um sie erst in Geld und später in Gebrauchswert zu verwandeln.
Sein Zweck ist die Bereicherung, die Verwertung des Wertes, seine Ver-
größerung, also das Erhalten des alten Wertes und Schaffen von Mehrwert.
Und dies spezifische Produkt des kapitalistischen Produktionsprozesses er-
reicht es nur im Austausch mit der Arbeit, die daher produktive Arbeit
heißt.

Die Arbeit, damit sie Ware produziert, muß nützliche Arbeit sein, einen
Gebrauchswert produzieren, sich in einem Gebrauchswert darstellen. Undnur
Arbeit, die sich in Ware darstellt, also in Gebrauchswerten, ist daher Arbeit,
womit sich Kapital austauscht. Dies ist selbstverständliche Voraussetzung.
Aber es ist nicht dieser konkrete Charakter der Arbeit, ihr Gebrauchswert
als solcher - daß sie also z.B. Schneiderarbeit, Schusterarbeit, Spinnen,
Weben etc. -, was ihren spezifischen Gebrauchswert für das Kapital bildet,
sie daher zur produktiven Arbeit im System der kapitalistischen Produktion
stempelt. Was ihren spezifischen Gebrauchswert für das Kapital bildet, ist
nicht ihr bestimmter nützlicher Charakter, sowenig wie die besondren nütz-
lichen Eigenschaften des Produkts, worin sie sich vergegenständlicht, Son-
dern ihr Charakter als das schöpferische Element des Tauschwerts, abstrakte
Arbeit, und zwar nicht, daß sie überhaupt ein bestimmtes Quanturn dieser
allgemeinen Arbeit vorstellt, sondern ein größres Quantum, als in ihrem
Preis, d.h. dem Wert des Arbeitsvermögens, enthalten ist.

Der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens ist für es eben der Überschuß
der Quantität Arbeit, die es liefert über die Quantität Arbeit, die in ihm
selbst vergegenständlicht und daher zu seiner Reproduktion erheischt ist.
Sie liefert dieses Quantum natürlich in der bestimmten Form, die ihr als be-
sondrer nützlicher Arbeit zukommt, als Spinnarbeit, Webarbeit etc. Aber
dieser ihr konkreter Charakter, der sie überhaupt befähigt, sich in Ware
darzustellen, ist nicht ihr spezifischer Gebrauchswert für das Kapital. Für es
besteht dieser in ihrer Qualität als Arbeit überhaupt und in der Differenz
des Arbeitsquantums, das sie leistet über dem Arbeitsquantum, das sie kostet.

Eine bestimmte Geldsumme x wird dadurch Kapital, daß sie sich in
ihrem Produkt als x + h darstellt; d.h., daß das Quantum Arbeit, das in ihr
als Produkt enthalten ist, größer ist als das Quantum Arbeit, das ursprüng-
lich in ihr enthalten war. Und dies ist das Resultat des Austauschs zwischen
dem Geld und der produktiven Arbeit, oder, nur die Arbeit ist produktiv,
die vergegenständlichte Arbeit befähigt, im Austausch mit ihr sich als ein
vergrößertes Quantum vergegenständlichter Arbeit darzustellen.

Der kapitalistische Produktionsprozeß ist daher auch nicht bloß die Pro-
duktion von Waren. Er ist ein Prozeß, der unbezahlte Arbeit absorbiert,
Material und Arbeitsmittel - die Produktiensmittel - zu Mitteln der Ab-
sorption unbezahlter Arbeit macht.

Aus dem Bisherigen geht hervor, daß prodtktive Arbeit zu sein eine Be-
stimmung der Arbeit ist, die zunächst absolut nichts zu tun hat mit dem
bestimmten Inhalt der Arbeit, ihrer besondren Nützlichkeit oder dem eigen-
tümlichen Gebrauchswert, worin sie sich darstellt.

Dieselbe Sorte Arbeit kann produktiv oder unproduktiv sein.

Z.B. Milton, who did the „Paradise Lost“ for 5 1." war ein unproduktiver
Arbeiter. Der Schriftsteller dagegen, der Fabrikarbeit für seinen Buchhänd-
ler liefert, ist ein produktiver Arbeiter. Milton produzierte das „Paradise
Lost“ aus demselben Grund, aus dem ein Seidenwurm Seide produziert.
Es war eine Betätigung seiner Natur. Er verkaufte später das Produkt für
51. Aber der Leipziger Literaturproletarier, der unter Direktion seines
Buchhändlers Bücher (z.B. Kompendien der Ökonomie) fabriziert, ist ein
produktiver Arbeiter; denn sein Produkt ist von vornherein unter das Kapital
subsumiert und findet nur zu dessen Verwertung statt. Eine Sängerin, die
auf ihre eigene Faust ihren Gesang verkauft, ist ein unproduktiver Arbeiter.
Aber dieselbe Sängerin, von einem entrepreneur engagiert, der sie singen
läßt, um Geld zu machen, ist ein produktiver Arbeiter; denn sie produziert
Kapital.

### [e) Unproduktive Arbeit als Arbeit, die Dienste leistet;
Kauf von Dienstleistungen unter den Bedingungen des Kapitalismus.
Vulgäre Auffassung des Verhältnisses von Kapital. und Arbeit
als eines Austauschs von Dienstleistungen]

11325! Es sind hier verschiedne Fragen zu unterscheiden.

Ob ich eine Hose kaufe oder ob ich Tuch kaufe und einen Schneider-
gesellen ins Haus nehme, dem ich seinen Dienst (i.e. seine Schneiderarbeit),
dieses Tuch in Hose zu verwandeln, zahle, ist für mich, soweit es nur um die
Hose zu tun, völlig gleichgültig. Ich kaufe die Hose von dem merchant-
tailor”, statt in der letztren Art zu operieren, weil die letztre Art teuer ist
und die Hose weniger Arbeit kostet, daher wohlfeiler ist, wenn der capitalist-
tailor sie produziert, als wenn ich sie in der letztren Weise produzieren lasse.
Aber in beiden Fällen verwandle ich das Geld, womit ich die Hose kaufe,
nicht in Kapital, sondern in Hose, und in beiden Fällen handelt es sich für
mich darum, das Geld als bloßes Zirkulationsmittel zu brauchen, d.h., es
in diesen bestimmten Gebrauchswert zu verwandeln. Hier fungiert das Geld
also nicht als Kapital, obgleich es in dem einen Fall gegen Ware sich aus-
tauscht, in dem andren die Arbeit selbst als Ware kauft. Es funktioniert nur
als Geld und bestimmter als Zirkulationsmittel.

Andrerseits ist der Schneidergeselle kein produktiver Arbeiter, obgleich
seine Arbeit mir das Produkt, die Hose, und ihm den Preis seiner Arbeit, das

1 der das „Verlorene Paradies“ für 5 Pfund Sterling schrieb - * Schneider (mit einem
Stoff- und Kleiderlager)

Geld liefert. Es ist möglich, daß das Arbeitsquantum, das der Geselle liefert,
größer ist als das in dem Preis, den er von mir erhält, enthaltne. Und dies ist
sogar wahrscheinlich, da der Preis seiner Arbeit bestimmt ist durch den
Preis, den die produktiven Schneidergesellen erhalten. Aber dies ist mir
völlig gleichgültig. Ob er 8 oder 10 Stunden arbeitet, nachdem einmal der
Preis festgesetzt, ist mir ganz indifferent. Das, worum es sich nur handelt,
ist der Gebrauchswert, die Hose, wobei ich natürlich, ob ich sie in der einen
oder andren Weise kaufe, das Interesse habe, möglichst wenig dafür zu
zahlen, aber in dem einen Fall nicht mehr oder minder als in dem andren,
oder nur ihren normalen Preis für sie zu zahlen. Es ist dies eine Ausgabe für
meine Konsumtion, keine Vermehrung, sondern eine Verminderung meines
Gelds. Es ist durchaus kein Mittel der Bereicherung, sowenig wie irgendeine
andre Art, Geld für meinen persönlichen Konsum auszugeben, ein Mittel der
Bereicherung ist.

Einer der savants! des Paul de Kock mag mir sagen, daß ich ohne diesen
Kauf, wie ohne den Kauf von Brot, nicht leben, also auch nicht mich be-
reichern kann, daß es also ein indirektes Mittel oder wenigstens eine Be-
dingung für meine Bereichrung ist. In derselben Art wie mein Blutumlauf,
mein Atemprozeß Bedingungen für meine Bereicherung. Aber deswegen
bereichert mich an und für sich weder mein Blutumlauf noch mein Atem-
prozeß, die beide vielmehr einen kostspieligen Stoffwechsel voraussetzen,
ohne dessen Notwendigkeit es keine armen Teufel gäbe. Der bloße unmittel-
bare Austausch von Geld gegen Arbeit verwandelt daher nicht das Geld in
Kapital oder die Arbeit in produktive Arbeit.

Was ist nun das Charakteristische in diesem Austausch? Wodurch unter-
scheidet [er] sich vom Austausch des Gelds mit produktiver Arbeit? Einer-
seits dadurch, daß das Geld als Geld verausgabt wird, als selbständige Form
des Tauschwerts, der in einen Gebrauchswert, in Lebensmittel, Gegenstand
der persönlichen Konsumtion, verwandelt werden soll. Das Geld wird also
nicht zu Kapital, sondern, umgekehrt, verliert sein Dasein als Tauschwert,
um als Gebrauchswert verzehrt, aufgezehrt zu werden. Andrerseits hat für
mich die Arbeit bloß Interesse als Gebrauchswert, als Dienst, wodurch Tuch
in Hose verwandelt wird, der Dienst, den mir ihr bestimmter nützlicher
Charakter leistet.

Dagegen besteht der Dienst, den derselbe Schneidergeselle, von einem
merchant-tailor verwendet, diesem Kapitalisten leistet, keineswegs darin,
daß er’T’uch in Hosen verwandelt, sonderndarin,daßdie notwendige Arbeits-

1 Gelehrien

zeit, die in einer Hose vergegenständlicht ist, = 12 Arbeitsstunden und der
Lohn, den der Geselle erhält, =6 Stunden. Der Dienst, den er ihm leistet,
besteht also darin, daß er 6 Stunden umsonst arbeitet. Daß dies in Form von
Hosenmacherei geschieht, versteckt nur das wirkliche Verhältnis. Sobald der
merchant-tailor kann, sucht er die Hosen daher wieder in Geld zu verwan-
deln, d.h. in eine Form, worin der bestimmte Charakter der Schneiderarbeit
gänzlich verschwunden ist und worin der geleistete Dienst sich daher so
ausdrückt, daß statt Arbeitszeit von 6 Std., die |]1326] sich in einer be-
stimmten Geldsumme ausdrückt, Arbeitszeit von 12 Std. vorhanden ist,
die sich in der doppelten Geldsumme ausdrückt.

Ich kaufe die Schneiderarbeit wegen des Dienstes, den sie als Schneider-
arbeit leistet, mein Bedürfnis der Kleidung zu befriedigen, daher einem
meiner Bedürfnisse zu dienen. Der merchant-tailor kauft sie als ein Mittel,
aus | Taler zwei zu machen. Ich kaufe sie, weil sie einen bestimmten Ge-
brauchswert produziert, einen bestimmten Dienst leistet. Er kauft sie, weil
sie mehr Tauschwert liefert, als sie kostet, als ein bloßes Mittel, weniger
Arbeit mit mehr Arbeit auszutauschen.

Wo der Austausch des Geldes direkt gegen Arbeit stattfindet, ohne daß
letztre Kapital produziert, also nicht produktive Arbeit ist, wird sie als
Dienst gekauft, was überhaupt nichts als ein Ausdruck für den besondren
Gebrauchswert ist, den die Arbeit leistet wie jede andere Ware; aber spezi-
fischer Ausdruck für den besondren Gebrauchswert der Arbeit, soweit diese
nicht als Sache Dienste leistet, sondern als Tätigkeit, was sie jedoch keines-
wegs z.B. von einer Maschine unterscheidet, z.B. einer Uhr. Do ut facias,
facio ut facias, facio ut des, do ut des!!#®! sind hier ganz gleichgültige For-
men desselben Verhältnisses, während in der kapitalistischen Produktion
das do ut facias ein sehr spezifisches Verhältnis des gegenständlichen Werts,
der gegeben, und der lebendigen Tätigkeit, die akkapariert wird, ausdrückt.
Weil also in diesem Kaufen von Diensten das spezifische Verhältnis von
Arbeit und Kapital gar nicht enthalten, entweder völlig ausgelöscht oder
gar nicht vorhanden ist, ist es natürlich die Lieblingsform der Say, Bastiat
und Konsorten, um das Verhältnis von Kapital und Arbeit auszudrücken.

Wie der Wert dieser Dienste reguliert wird und wie dieser Wert selbst
durch die Gesetze des Arbeitslohns bestimmt wird, ist eine Frage, die mit
der Untersuchung über das vorliegende Verhältnis nichts zu tun hat und in
das Kapitel vom Arbeitslohn gehört.

Es ergibt sich, daß weder der bloße Austausch von Geld gegen Arbeit
die letztere in produktive Arbeit verwandelt, daß andrerseits der Inhalt dieser
Arbeit zunächst gleichgültig ist.

Der Arbeiter selbst kann Arbeit kaufen, i.e. Waren, die in der Form von
Diensten geleistet werden, und die Verausgabung seines Salairs in solchen
Diensten ist eine Verausgabung desselben, die sich durchaus nicht von der
Verausgabung seines Salairs in irgendwelchen andern Waren unterscheidet.
Die Dienste, die er kauft, mögen mehr oder minder notwendig sein, z.B.
der Dienst eines Arztes oder eines Pfaffen, ganz wie er Brot oder Schnaps
kaufen kann. Als Käufer - i.e. Repräsentant von Geld gegen Ware — be-
findet sich der Arbeiter ganz in derselben Kategorie wie der Kapitalist, wo
er nur als Käufer auftritt, d.h., es sich nur darum handelt, das Geld in die
Form von Ware zu übersetzen. Wie der Preis dieser Dienste bestimmt wird
und welches Verhältnis er zum eigentlichen Arbeitslohn hat, wiefern er
durch die Gesetze des letztren reguliert wird, wiefern nicht, sind Fragen,
die in einer Abhandlung über den Arbeitslohn zu betrachten und für die
jetzige Untersuchung ganz gleichgültig sind.

Wenn so der bloße Austausch von Geld und Arbeit letztre nicht in pro-
duktive Arbeit verwandelt oder, was dasselbe ist, erstres nicht in Kapital, so
erscheint auch der Inhalt, der konkrete Charakter, die besondere Nützlich-
keit der Arbeit zunächst gleichgültig, wie wir eben gesehn, daß dieselbe
Arbeit desselben Schneidergesellen in dem einenFallals produktiverscheint,
in dem anderen nicht.

Gewisse Dienstleistungen oder die Gebrauchswerte, Resultate gewisser
Tätigkeiten oder Arbeiten, verkörpern sich in Waren, andre dagegen lassen
kein handgreifliches, von der Person selbst unterschiednes Resultat zurück;
oder ihr Resultat ist keine verkaufbare Ware. Z.B. der Dienst, den mir ein
Sänger leistet, befriedigt mein ästhetisches Bedürfnis, aber was ich genieße,
existiert nur in einer von dem Sänger selbst untrennbaren Aktion, und sobald
seine Arbeit, das Singen, am Ennde ist, ist auch mein Genuß am Ende: Ich
genieße die Tätigkeit selbst - ihre Reverberation auf mein Ohr. Diese Dienste
selbst, wie die Ware, die ich kaufe, können notwendige sein oder nur not-
wendig scheinen, z.B. der Dienst eines Soldaten oder Arztes oder Advo-
katen, oder sie können Dienste sein, die mir Genüsse gewähren. Dies ändert
an ihrer ökonomischen Bestimmtheit nichts. Wenn ich gesund bin und den
Arzt nicht brauche oder das Glück habe, keine Prozesse führen zu müssen,
so vermeide ich es wie die Pest, Geld in ärztlichen oder juristischen Dienst-
leistungen auszulegen.

11328] 4 Die Dienste können auch aufgedrungen sein, Beamtendienste
eic.

Wenn ich den Dienst eines Lehrers kaufe, nicht um meine Fähigkeiten
zu entwickeln, sondern um mir Vermögen zu erwerben, mit dem ich Geld

verdienen kann - oder wenn andre für mich diesen Lehrer kaufen - und wenn
ich wirklich etwas lerne, was an und für sich von der Zahlung des Dienstes
ganz unabhängig ist, so gehören diese Lernkosten ganz wie meine Ünterhalts-
kosten zu den Produktionskosten meines Arbeitsvermögens. Aber die beson-
dere Nützlichkeit dieses Dienstes ändert an dem ökonomischen Verhältnis
nichts; es ist kein Verhältnis, worin ich Geld in Kapital verwandle oder wo-
durch der Dienstverrichter, der Lehrer, mich in seinen Kapitalisten, his
master, verwandelt. Es ist daher auch ganz gleichgültig für die ökonomische
Bestimmtheit dieses Verhältnisses, ob der Arzt mich kuriert, der Lehrer er-
folgreich in seinem Unterricht ist, der Advokat meinen Prozeß gewinnt. Was
gezahlt wird, ist die Dienstleistung alssolche, deren Resultatihrer Natur nach
von dem Dienstleistenden nicht garantiert werden kann. Ein großer Teil der
Dienste gehört in die Konsumtionskosten von Waren, wie Köchin, Magd etc.

Es ist das Charakteristische aller unproduktiven Arbeiten, daß sie nur in
demselben Verhältnis zu Gebot stehen - wie der Kauf aller andern Waren
zur Konsumtion -, in dem ich produktive Arbeiter exploitiere. Von allen
Personen hat der produktive Arbeiter daher das geringste Kommando über
die Dienstleistungen unproduktiver Arbeiter, obgleich am meisten zu zah-
len für die unfreiwilligen Dienste (Staat, Steuern). Umgekehrt aber wächst
meine Macht, produktive Arbeiter anzuwenden, durchaus nicht in dem
Verhältnis, wie ich unproduktive Arbeiter anwende, sondern nimmt um-
gekehrt in demselben Verhältnis ab.

Die produktiven Arbeiter selbst können mir gegenüber unproduktive Ar-
beiter sein. Z.B. wenn ich mein Haus tapezieren lasse und diese Tapezierer
Lohnarbeiter eines masters sind, der mir diese Verrichtung verkauft, so ist
es für mich dasselbe, als wenn ich ein tapeziertes Haus gekauft hätte, Geld
gegen eine Ware zu meinem Konsum verausgabt hätte; aber für den master,
der diese Arbeiter tapezieren läßt, sind sie produktive Arbeiter, denn sie
produzieren ihm Mehrwert. [1328|]

1333] Wie sehr vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion der
Arbeiter nicht produktiv ist, der zwar verkäufliche Ware produziert - aber
bloß bis zum Betrag seines eigenen Ärbeitsvermögens, also keinen Mehrwert
für das Kapital -, sieht man schon aus den Stellen von Ricardo, daß die
very existence of such people a nuisance! ist!!2#!, Dies ist Theorie und Praxis
des Kapitals.

1 bloße Existenz solcher Leute ein Übelstand

„Sowohl die Theorie in bezug auf das Kapital als auch die Praxis, die Arbeit an dem
Punkt zu stoppen, wo sie über die Erhaltungskosten des Arbeiters hinaus einen Profit
für den Kapitalisten produzieren kann, scheinen im Gegensatz zu den natürlichen Ge-
setzen zu stehen, die die Produktion regeln.“ (Th.Hodgskin, „Pop.Polit. Econ.“, Lond.
1827, p.238.) |1333]]

11336} Produktionsprozeß des Kapitals. Wir haben gesehn: Dieser Pro-
duktionsprozeß ist nicht nur Produktionsprozeß von Waren, sondern Pro-
duktionsprozeß von surplus value, Absorption von Surplusarbeit und daher
Produktionsprozeß von Kapital. Der erste formelle Austauschakt von Geld
und Arbeit oder Kapital und Arbeit ist nur der Möglichkeit nach Aneignung
fremder lebendiger Arbeit durch vergegenständlichte Arbeit. Der wirkliche
Aneignungsprozeß geht erst im wirklichen Produktionsprozeß vor, der jene
erste formelle Transaktion - worin Kapitalist und Arbeiter sich als bloße
Warenbesitzer gegenüber, als Käufer und Verkäufer zueinander verhalten -
als vergangne hinter sich liegen hat. Weswegen alle Vulgärökonomen bei
jener ersten formellen Transaktion stehnbleiben - so Bastiat -, gerade um
das spezifische Verhältnis wegzuschwindeln. In dem Austausch von Geld
mit unproduktiver Arbeit zeigt sich der Unterschied schlagend. Hier tau-
schen sich Geld und Arbeit nur als Ware gegeneinander aus. Statt daß die-

ser Austausch dabei Kapital bildet, ist er die Verausgabung von Revenue.
1336|]

### [f}) Die Arbeit der Handwerker und Bauern in der kapitalistischen Gesellschaft]

1328] Wie verhält es sich aber dann mit selbständigen Handwerkern
oder Bauern, die keine Arbeiter anwenden, also nicht als Kapitalisten pro-
duzieren? Entweder, wie stets im Fall der Bauern {aber z.B. nicht eines
Gärtners, den ich mir ins Haus nehme}, sind sie Warenproduzenten, und ich
kaufe die Ware von ihnen, wobei es z.B. nichts ändert, daß der Handwerker
sie auf Bestellung liefert, der Bauer sein supply! nach dem Maße seiner
Mittel liefert. In diesem Verhältnis treten sie mir als Verkäufer von Waren,
nicht als Verkäufer von Arbeit entgegen, und dies Verhältnis hat also mit
dem Austausch von Kapital und Arbeit nichts zu tun, also auch nicht mit
dem Unterschied von produktiver und: unproduktiver Arbeit, der bloß darauf
beruht, ob die Arbeit gegen Geld als Geld oder gegen Geld als Kapital aus-
getauscht wird, Sie gehören daher weder in die Kategorie der produktiven
noch der unproduktiven Arbeiter, obgleich sie Produzenten von Waren sind.

1 Angebot

Aber ihre Produktion ist nicht unter die kapitalistische Produktionsweise
subsumiert.

Es ist möglich, daß diese Produzenten, die mit eignen Produktionsmitteln
arbeiten, nicht nur ihr Arbeitsvermögen reproduzieren, sondern Mehrwert
schaffen, indem ihre Position ihnen erlaubt, ihre eigne Surplusarbeit oder
emen Teil derselben (indem ein Teil ihnen unter der Form von Steuern etc.
weggenommen wird) sich anzueignen. Und hier tritt uns eine Eigentümlich-
keit entgegen, die charakteristisch ist für eine Gesellschaft, in der eine Be-
stimmtheit der Produktionsweise vorherrscht, obgleich noch nicht alle Pro-
duktionsverhältnisse derselben unterworfen sind. In der feudalen Gesell-
schaft z.B., wie man am besten in England studieren kann, weil hier das
System des Feudalismus fertig von der Normandie eingeführt und seine
Form einer in vielen Rücksichten verschiedenen Gesellschaftsunterlage auf-
geprägt wurde, erhalten auch die Verhältnisse einen feudalen Ausdruck, die
dem Wesen des Feudalismus fernstehn, z.B. bloße Geldverhältnisse, worin
es sich in keiner Weise um wechselseitige persönliche Dienste von Suzerain
und Vasall handelt. Fiktion z.B., daß der kleine Bauer sein Gut als Lehn
besitzt.

Ganz so in der kapitalistischen Produktionsweise. Der unabhängige
Bauer oder Handwerker wird in zwei Personen zerschnitten.

„In den kleinen Betrieben ist der Unternehmer oft sein eigener Arbeiter.“ (Storch,

t.1, Petersb. Ausg., p. 242.)

Als Besitzer der Produktionsmittel ist er Kapitalist, als Arbeiter ist er
sein eigner Lohnarbeiter. Er zahlt sich also sein Salair als Kapitalist und
zieht seinen Profit aus seinem Kapital, d.h., er exploitiert sich selbst als
Lohnarbeiter und zahlt sich in dem surplus value den Tribut, den die Arbeit
dem Kapital schuldet. Vielleicht zahlt er sich noch einen dritten Teil als
Grundbesitzer (Rente), ganz wie wir später sehen werdent, daß der indu-
strielle Kapitalist, wenn er mit eignem | Kapital arbeitet, sich selbst
Zins zahlt und dies als etwas betrachtet, was er sich nicht als industrieller
Kapitalist, sondern qua Kapitalist schlechthin schuldet.

Die (ökonomische) gesellschaftliche Bestimmtheit der Produktionsmittel in
der kapitalistischen Produktion - so daß sie ein bestimmtes Produktions-
verhältnis ausdrücken - ist so zusammengewachsen mit, und in der Vor-
stellungsweise der bürgerlichen Gesellschaft so unzertrennlich von dem
materiellen Dasein dieser Produktionsmittel als Produktionsmittel, daß jene

1 Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S.383-395

Bestimmtheit (kategorische Bestimmtheit) auch da angewandt wird, wo ihr
das Verhältnis direkt widerspricht. Die Produktionsmittel werden nur Kapi-
tal, soweit sie als selbständige Macht der Arbeit gegenüber verselbständigt
sind. Im angegebenen Fallistder Produzent- der Arbeiter - Besitzer, Eigen-
tümer seiner Produktionsmittel. Sie sind also nicht Kapital, sowenig wie er
ihnen gegenüber Lohnarbeiter. Nichtsdestoweniger werden sie als Kapital
aufgefaßt, und er selbst in sich gespalten, so daß er als Kapitalist sich selbst
als Lohnarbeiter anwendet.

In der Tat ist diese Darstellungsweise, so irrationell sie on first view!,
doch so far? richtig: Der Produzent schafft zwar im angegebenen Fall sein
eignes surplus value {der Fall gesetzt, daß er seine Ware zu ihrem Wert ver-
kauft}, oder das ganze Produkt vergegenständlicht nur seine eigne Arbeit.
Daß er aber das ganze Produkt seiner eignen Arbeit sich selbst aneignen kann
und nicht von einem dritten master angeeignet (wird) der Überschuß des
Werts seines Produkts über den Durchschnittspreis, f.1. seiner Tagesarbeit,
verdankt er nicht seiner Arbeit - die ihn nicht von andern Arbeitern unter-
scheidet -, sondern dem Besitz der Produktionsmittel. Es ist also nur durch
Eigentum an den letzteren, daß er sich seiner eignen Surplusarbeit bemäch-
tigt, und so verhält er sich als sein eigner Kapitalist zu sich selbst als Lohn-
arbeiter.

Die Trennung erscheint als das normale Verhältnis in dieser Gesellschaft.
Wo sie also nicht faktisch stattfindet, wird sie supponiert und, wie eben ge-
zeigt, so far richtig; denn (im Unterschied z.B. von altrömischen oder nor-
wegischen Zuständen oder amerikanischen im Nordwesten der United
States) erscheint hier die Vereinigung als zufällig, die Trennung als normal,
und wird daher die Trennung als das Verhältnis festgehalten, selbst wenn
die Person die verschiednen Funktionen vereinigt. Es tritt hier sehr schla-
gend hervor, daß der Kapitalist als solcher nur Funktion des Kapitals, der
Arbeiter Funktion des Arbeitsvermögens ist. Es ist dann auch Gesetz, daß
die ökonomische Entwicklung die Funktionen an verschiedene Personen
verteilt; und der Handwerker oder Bauer, der mitseinen eignen Produktions-
mitteln produziert, wird sich entweder nach und nach in einen kleinen
Kapitalisten verwandeln, der auch fremde Arbeit exploitiert, oder er wird
seiner Produktionsmittel verlustig gehn {dies mag zunächst geschehn, ob-
gleich er ihr nomineller Eigentümer bleibt, wie beim Hypothekenwesen} und
in einen Lohnarbeiter verwandelt werden. Dies ist die Tendenz in der Ge-
sellschaftsform, worin die kapitalistische Produktionsweise vorherrscht.

1 auf den ersten Blick - ? soweit

### [g) Nebenbestimmung der produktiven Arbeit als Arbeit,
die sich in materiellem Reichtum realisiert]

Bei Betrachtung der wesentlichen Verhältnisse der kapitalistischen Pro-
duktion kann also {da dies annähernd immer mehr geschieht, das prinzi-
pielle Ziel ist und nur in diesem Fall die Produktivkräfte der Arbeit zu dern
höchsten Punkt entwickelt werden} unterstellt werden, daß die ganze Welt
der Waren, alle Sphären der materiellen Produktion - der Produktion des
materiellen Reichtums - der kapitalistischen Produktionsweise (formell oder
real) unterworfen sind. In dieser Voraussetzung, die das limit ausdrückt,
die sich also stets mehr der exakten Richtigkeit annähert, sind alle in der
Produktion von Waren beschäftigten Arbeiter Lohnarbeiter, und die Pro-
duktionsmittel treten ihnen in allen diesen Sphären als Kapital gegenüber.
Es kann dann als Charakteristisches der produktiven Arbeiter, i.e. der Kapi-
tal produzierenden Arbeiter, bezeichnet werden, daß ihre Arbeit sich in
Waren realisiert, (Produkten der Arbeit) materiellem Reichtum. Und so
hätte die produktive Arbeit eine von ihrem entscheidenden Charakteristikum,
das gegen den /nhalt der Arbeit durchaus gleichgültig und von ihm unab-
hängig ist, unterschiedne zweite Nebenbestimmung erhalten.

### [A) Erscheinungen des Kapitalismus auf dem Gebiet der immateriellen Produktion]

Bei der nichtmateriellen Produktion, selbst wenn sie rein für den Aus-
tausch betrieben wird, also Waren produziert, ist zweierlei möglich:

1. Sie resultiert in Waren, Gebrauchswerten, die eine von den Produ-
zenten und Konsumenten verschiedne selbständige Gestalt besitzen, also
in einem Intervall zwischen Produktion und Konsumtion bestehn können,
als verkäufliche Waren in diesem Intervall zirkulieren können, wie bei Bü-
chern, Gemälden, kurz, allen Kunstprodukten, die von der Kunstleistung
des exekutierenden Künstlers verschieden sind. Hier ist kapitalistische Pro-
duktion nur in sehr beschränktem Maße anwendbar, soweit z.B. ein Schrift-
steller zu einem gemeinschaftlichen Werk - Enzyklopädie z.B. - eine Masse
andrer als Handlanger exploitiert. | Es bleibt hier meistens bei der
Übergangsform zur kapitalistischen Produktion, daß die verschiedenen
wissenschaftlichen oder künstlerischen Produzenten, Handwerker oder Pro-
fessionelle, für ein gemeinschaftliches Kaufmannskapital der Buchhändler
arbeiten, ein Verhältnis, das mit der eigentlichen kapitalistischen Produk-
tionsweise nichts zu tun hat und selbst formell noch nicht unter sie sub-

sumiert ist. Daß in diesen Übergangsformen die Exploitation der Arbeit
grade am größten, ändert nichts an der Sache.

2. Die Produktion ist nicht trennbar von dem Akt des Produzierens, wie
bei allen exekutiven Künstlern, Rednern, Schauspielern, Lehrern, Ärzten,
Pfaffen etc. Auch hier findet kapitalistische Produktionsweise nur in ge-
ringem Umfang statt und kann der Natur der Sache nach nur in einigen
Sphären stattfinden. Z.B. bei Unterrichtsanstalten können die Lehrer bloße
Lohnarbeiter für den Unternehmer der Unterrichtsanstalt sein, wie der-
artige Unterrichtsfabriken zahlreich in England existieren. Obgleich sie den
Schülern gegenüber keine produktiven Arbeiter sind, sind sie esihrem Unter-
nehmer gegenüber. Er tauscht sein Kapital gegen ihre Arbeitsvermögen um
und bereichert sich durch diesen Prozeß. Ebenso bei Unternehmungen von
Theatern, Vergnügungsanstalten usw. Dem Publikum verhält sich hier der
Schauspieler gegenüber als Künstler, aber seinem Unternehmer gegen-
über ist er ist produktiver Arbeiter. Alle diese Erscheinungen der kapitalisti-
schen Produktion auf diesem Gebiet sind so unbedeutend, verglichen mit
dem Ganzen der Produktion, daß sie gänzlich unberücksichtigt bleiben
können.

### [i) Das Problem der produktiven Arbeit unter dem Gesichtswinkel.
des Gesamtprozesses der materiellen Produktion]

Mit der Entwicklung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise,
wo viele Arbeiter an der Produktion derselben Ware zusammenarbeiten,
muß natürlich das Verhältnis, worin ihre Arbeit unmittelbar zum Gegen-
stand der Produktion steht, sehr verschieden sein. Z.B. die früher erwähn-
ten Handlanger in einer Fabrik #5! haben nichts direkt mit der Bearbeitung
des Rohstoffs zu tun. Die Arbeiter, die die Aufseher der direkt mit dieser
Bearbeitung zu tun Habenden bilden, stehn einen Schritt weiter ab; der
Ingenieur hat wieder ein andres Verhältnis und arbeitet hauptsächlich nur
mit seinem Kopfe etc. Aber das Ganze dieser Arbeiter, die Arbeitsvermögen
von verschiednem Werte besitzen, obgleich die angewandte Masse ziemlich
dieselbe Höhe behauptet, produzieren das Resultat, das sich - das Resultat
des bloßen Arbeitsprozesses betrachtet, in Ware oder einem materiellen Pro-
dukt ausspricht; und alle zusammen, als Atelier, sind die lebendige Produk-
tionsmaschine dieser Produkte, wie sie, den gesamten Produktionsprozeß
betrachtet, ihre Arbeit gegen Kapital austauschen und das Geld der Kapi-
talisten als Kapital reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert, sich
vergrößernden Wert.

Es ist ja eben das Eigentümliche der kapitalistischen Produktionsweise,
die verschiedenen Arbeiten, also auch die Kopf- und Handarbeiten - oder
die Arbeiten, in denen die eine oder die andre Seite vorwiegt, - zu trennen
und an verschiedene Personen zu verteilen, was jedoch nicht hindert, daß
das materielle Produkt das gemeinsame Produkt dieser Personen ist oder ihr
gemeinsames Produkt in materiellem Reichtum vergegenständlicht; was
andrerseits ebensowenig hindert oder gar nichts daran ändert, daß das Ver-
hältnis jeder einzelnen dieser Personen das des Lohnarbeiters zum Kapital
und in diesem eminenten Sinn das des produktiven Arbeiters ist. Alle diese
Personen sind nicht nur unmittelbar in der Produktion von materiellem
Reichtum beschäftigt, sondern sie tauschen ihre Arbeit unmittelbar gegen
das Geld als Kapital aus und reproduzieren daher unmittelbar außer ihrem
Salair einen Mehrwert für den Kapitalisten. Ihre Arbeit besteht aus bezahl-
ter Arbeit plus unbezahlter Surplusarbeit.

### [$) Die Transportindustrie als Zweig der materiellen Produktion.
Die produktive Arbeit in der Transportindustrie]

Außer der extraktiven Industrie, der Agrikultur und der Manufaktur
existiert noch eine vierte Sphäre der materiellen Produktion, die auch die
verschiednen Stufen des Handwerksbetriebs, des Manufakturbetriebs und
des mechanischen Betriebs durchläuft; es ist dies die Lokomotionsindustrie, sei
es daß sie Menschen oder Waren transportiert. Das Verhältnis der produk-
tiven Arbeit, i.e. des Lohnarbeiters, zum Kapital ist hier ganz dasselbe wie
in den andren Sphären der materiellen Produktion. Es wird hier ferner an
dem Arbeitsgegenstand eine materielle Veränderung hervorgebracht - eine
räumliche, Ortsveränderung. In bezug auf den Transport von Menschen er-
scheint dies nur als ein Dienst, der ihnen von dem Entrepreneur geleistet
wird. Aber das Verhältnis der Käufer und Verkäufer dieses Diensts hat nichts
mit dem Verhältnis der produktiven Arbeiter zum Kapital zu tun, sowenig
wie das der Verkäufer und Käufer von Twist.

Betrachten wir dagegen den Prozeß mit Bezug auf Waren, so |]1331] geht
hier zwar im Arbeitsprozeß eine Veränderung vor mit dem Arbeitsgegen-
stand, der Ware. Sein örtliches Dasein wird verändert, und damit geht eine
Änderung in seinem Gebrauchswert vor, indem das örtliche Dasein dieses
Gebrauchswerts verändert wird. Sein Tauschwert wächst in demselben
Maß, wie diese Veränderung seines Gebrauchswerts Arbeit erheischt, eine .
Summe von Arbeit, die teils durch die Abnützung des konstanten Kapitals
bestimmt ist - also die Summe der vergegenständlichten Arbeit, die in die

Ware! eingeht -, teils durch die Summe der lebendigen Arbeit, wie in dem
Verwertungsprozeß aller andren Waren.

Sobald die Ware am Ort ihrer Bestimmung angelangt ist, ist diese Ver-
änderung, die mit ihrem Gebrauchswert vorgegangen, verschwunden und
drückt sich nur noch in ihrem erhöhten Tauschwert, in der Verteuerung der
Ware aus. Obgleich nun die reale Arbeit hier keine Spur am Gebrauchswert
zurückgelassen hat, ist sie dennoch im Tauschwert dieses materiellen Pro-
dukts realisiert, und so gilt also von dieser Industrie wie von den andren
Sphären der materiellen Produktion, daß sie sich verkörpert in der Ware, ob-
gleich sie keine sichtbare Spur an dem Gebrauchswert der Ware zurück-
gelassen.

Wir haben es hier nur noch mit dem produktiven Kapital zu tun, d.h.
dem in dem unmittelbaren Produktionsprozeß beschäftigten Kapital. Wir
kommen später zum Kapital im Zirkulationsprozeß. Und erst später bei der
besondern Gestalt, die das Kapital als merkantiles Kapital annimmt, kann
die Frage beantwortet werden, wieweit die von ihm beschäftigten Arbeiter
‚produktiv oder nicht produktiv sind.? |XXI-1331 ||

1 In der Handschrift: in ihn — ? siehe Band 24 unserer Ausgabe, S. 131-153 und Band 25
unserer Ausgabe, S.292-313

## [Planentwürfe zum I. und III. Teil
des „„Kapitals“!*i]

### [a) Plan zum I.Teil oder I. Abschnitt des „Kapitals“]
IXVIIL-1140| Der erste Abschnitt 4 „Produktionsprozeß des Kapi-

tals“, so zu teilen:

1. Einleitung. Ware. Geld.

2. Verwandlung von Geld in Kapital.

3. Der absolute Mehrwert. a) Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß.
b) Konstantes Kapital und variables Kapital. c) Der absolute Mehrwert.
d) Kampf um den normalen Arbeitstag. e) Gleichzeitige Arbeitstage (Anzahl
gleichzeitig beschäftigter Arbeiter). Betrag des Mehrwerts und Rate des
Mehrwerts (Größe und Höhe?).

4. Der relative Mehrwert. a) Einfache Kooperation. b) Teilung der Arbeit.
c) Maschinerie etc.

5. Kombination von absolutem und relativem Mehrwert. Verhältnisse
(Proportion) zwischen Lohnarbeit und Mehrwert. Formelle und reale Sub-
sumtion der Arbeit unter das Kapital. Produktivität des Kapitals. Produktive
und unproduktive Arbeit.

6. Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital. Die ursprüngliche Akku-
mulation. Wakefields Kolonialtheorie.

7. Resultat des Produktionsprozesses. '

(Es kann entweder sub 6 oder sub 7 der change! in der Erscheinung des
law of appropriation? dargestellt werden.)

8. Theorien über den Mehrwert.

9, Theorien über produktive und unproduktive Arbeit. |XVIII-1140||

* Umschlag - ? Gesetzes der Aneignung

### [b) Plan zum III. Teil oder III. Abschnitt des „Kapitals“]

IXVIII-1139| Der dritte Abschnitt „Kapital und Profit“ so zu teilen:

l. Verwandlung des Mehrwerts in Profit. Die Profitrate im Unterschied
zur Rate des Mehrwerts.

2. Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit. Herstellung der all-
gemeinen Profitrate. Verwandlung der Werte in Produktionspreise.

3. A.Smiths und Ric[ardos] Theorien über Profit und Produktionspreise.

4. Grundrente (Illustration des Unterschieds von Wert und Produktions-
preis).

5. Geschichte des sog. Riclardo]schen Rentgesetzes.

6. Gesetz vom Fall der Profitrate. A.Smith, Ric[ardo], Carey.

7. Theorien vom Profit. - Frage, ob Sismondi und Malthus nicht noch
in die „Iheorien vom Mehrwert“ aufzunehmen.

8. Spaltung des Profits in industriellen Profit und Zins. Das merkantile
Kapital. Das Geldkapital.

9. Revenue and its sources*. Hierin aufzunehmen auch die Frage über
das Verhältnis von Produktions- und Distributionsprozessen.

10. Refluxbewegungen des Gelds im Gesamtprozeß der kapitalistischen
Produktion.

11. Die Vulgärökonomie.

12. Schluß. Kapital und Lohnarbeit. |XVI11-1139]

### [c) Plan zum zweiten Kapitell*° des III.Teils des „Kapitals“]

IXVIII-1109 JEs ist bei dem zweiten Kapitel des 3ten Teils über „Kapi-
tal und Profit“, wo von der Bildung der allgemeinen Profitrate gehandelt
wird, folgendes zu betrachten:

l. Verschiedne organische Komposition der Kapitalien, teils bedingt durch
den Unterschied zwischen variablem und konstantem Kapital, soweit dieser
aus der Produktionsstufe hervorgeht, den absoluten quantitativen Verhält-
nissen von Maschinerie, Rohmaterial und der Masse Arbeit, die sie in Be-
wegung setzt. Diese Unterschiede beziehn sich auf den Arbeitsprozeß. Es
sind ebensowohl die aus dem Zirkulationsprozeß entspringenden Unter-
schiede von fixem und zirkulierendem Kapital zu betrachten, die die Ver-
wertung in einer gegebnen Zeitperiode variieren in den verschiednen Sphären.

1 und ihre Quellen

2. Unterschiede im Wertverhältnis der Teile verschiedner Kapitalien, die
nicht aus ihrer organischen Komposition entspringen. Dies entspringt nun
aus dem Unterschied der value, besonders des Rohmaterials, gesetzt auch,
daß es in zwei verschiednen Sphären gleich viel Arbeit absorbiert.

3. Verschiedenheit der Profitraten in den verschiednen Sphären der kapi-
talistischen Produktion aus jenen Unterschieden resultierend. Nur für Ka-
pitalien von gleicher Komposition etc. richtig, daß die Profitrate dieselbe
und die Masse des Profits im Verhältnis zur Größe des angewandten Kapi-
tals steht.

4. Für das Gesamtkapital gilt aber das in ch. I Entwickelte. In der kapi-
talistischen Produktion jedes Kapital als Parzelle, aliguoter Teil des Gesamt-
kapitals gesetzt. Bildung der allgemeinen Profitrate (Konkurrenz).

5. Verwandlung der Werte in Produktionspreise. Unterschied von Wert,
Kostenpreis und Produktionspreis.

6. Um das Ricardosche noch aufzunehmen: Einfluß von allgemeinen
Schwankungen im Arbeitslohn auf die allgemeine Profitrate und hence! auf

die Produktionspreise. |XVIII-1109|]

1 demnach

## Anhang und Register

### Fremdsprachige Zitate

Die fremdsprachigen Zitate, die im Text in deutscher Übersetzung gebracht wurden,
werden hier nach der Marxschen Handschrift wiedergegeben. Das betrifft auch solche Zitate,
die Marx nicht vollständig ins Deutsche übersetzt hat. Unterstreichungen werden wie im
Haupttext durch Kursivschrift, Doppelunterstreichungen durch gesperrte Kursivschrift her-
vorgehoben. Offensichtliche Schreibfehler werden stillschweigend korrigiert. Wesentliche
Abweichungen gegenüber dem Original sind in Fußnoten vermerkt,

### Erstes Kapitel

7 “Positive profit, implies no loss to anybody; it results from an augmentation of labour,
industry, or ingenuity, and has the effect of swelling or augmenting the public good ...
Relative profit, is what implies a loss to somebody; it marks a vibration of the balance of
wealth between parties, but implies no addition to the general stock ... The compound is
easily understood; it is that species of profit ... which is partly relative, and partly posi-
tive ... both kinds may subsist inseparably in the same transaction.” (“Principles of Pol.
Oeconomy", v. 1. The Works of Sir James St[euaril etc., ed. by General Sir James Steuart,
his son etc,, in 6 vols., London 1805, p.275, 276.)

8 “In the price of goods, I consider two things as really existing, and quite different from
another; the real value of the commodities, and the profit upon alienation.” (p. 244.)

8... “upon an average, a workman of the country in general may perform ... in a day, a
week, a month etc.” Zweitens: “the value of the workman’s subsistence and necessary
expense, both for supplying his personal wants, and ... the instruments belonging to his
profession, which must be taken upon an average as above.” Drittens: "the value of the
materials” (p.244, 245). “These three articles being known, the price of manufacture is
determined. Jt cannot be lower than the amount of all the three, that is, than the real
value; whatever is higher, is the manufacturers profit. This will be in proportion to demand,
and therefore will Aluctuate according to circumstance. (l. c. p.245.) Hence appears the
necessity of a great demand, in order to promote flourishing manufactures ... the indus-
trious regulate their living and expence according to their certain profit”” (l. c. p. 246).

### Zweites Kapitel

18 “It is obvious, that the relative numbers of persons who can be maintained without agri-
cultural labour, must be measured wholly by the productive powers of the cultivators.”

(R. Jones, '“On the Dist. of Wealth”, London 1831, p. 159, 160.)

24 «la classe productive» (agricultural labourers) «la classe des proprietaires, et la classe steriles
(«tous les citoyens occup&s ä d’autres services et ä d’autres travaux que ceux de l’agricul-
turev) («Physiocrates eic.», edit. Eugene Daire, Paris 1846, I. partie, p.58).

24 «Son» (du laboureur) «travail, dans l’ordre des travaux partages entre les differents
membres de la societe, conserve la m&me primaute ... qu’avait, entre les differents tra-
vaux quil &tait oblig€ dans l’&tat solitaire de consacrer & ses besoins de toute esp£ce,
le travail qui subvenait ä sa nourriture. Ce n’est pas ici une primaut& d’honneur ou de
dignite; elle est de n&cessit€ physigue... Ce que son travail fait produire A la terre au delä
de ses besoins personnels est !’unique fonds des salaires que regoivent tous les autres
membres de la societ€ en &change de leur travail. Ceux-ci, en se servant du prix de cet
change pour acheter & leur tour les denrees du laboureur, ne lui rendent exactement»
(in Materie) «que ce qu'ils ont regu. C’est une difference ||230] essentielle entre ces deux
genres de travaux...) («Reflexions sur la Formation et la Distribution des Richesses» (1766).

Turgot, CEuvres, edit. Daire, t. I, Paris 1844, p.9, 10.)

25 «Des que le travail du laboureur produit au dela de ses besoins, il peut, avec ce superflu
que la nature lui accorde en pur don au delä du salaire de ses peines, acheter le travail des
autres membres de la societe. Ceux-ci en le lui vendant ne gagnent que leur vie; mais le
laboureur recueille, outre sa subsistance, une richesse ind&pendante et disponible, qu'iln’a
point acheiee et qu’il vend. Il est donc l’unique source des richesses qui par leur circulation
animent tous les travaux de la societe, parce qu’il est le seul dont le travail produise au deld
du salaire du travail.» (}. c. p. 11.)

26 «Dans les premiers temps le proprietaire n’a pas dü &tre distingue du cultivateur ... dans
ce premier temps, tout homme laborieux, trouvant autant de terre qu’il en [[231| voulait,
ne pouvait &tre tent& de Jaboureur pour aufrui ,.. Mais ä la fin toute terre trouva sonmaitre,
et ceux qui ne purent avoir des proprietes n’eurent d’abord d’autre ressource que celle
d’echanger le travail de leurs bras dans les emplois de la classe stipendieev (...) «contre le
superflu des denr&es du proprietaire cultivateur.» (p. 12.)

26 ... (payer des hommes pour cultiver sa terre, et pour des hommes qui vivent de salaires,
autant valait les gagner ä ce metier qu’& tout autre. La propriete dut donc Eire separde du
travail de la culture, et bientöt elle le fut ... Les proprietaires commencent ä... se decharger
du travail de la culture sur des cultivateurs salaries.> (p. 13.)

27 «Le simple ouvrier, qui n’a que ses bras et son industrie, n'a rien qu’autant qu’il parvient
A vendre ä d’autres sa peine ... En tout genre de travail il doit arriver et il arrive en effet
que le salaire de l’ouvrier se borne & ce qui lui est necessaire pour lui procurer sa subsis-
tance.» (l. c. p. 10.)

27 ... «le produit de la terre se divise en deux parts: l'une comprend la subsistance et les
profits du laboureur, qui sont la recompense de son travail et la condition sous laquelle il
se charge de cultiver le champ du proprietaire; ce qui reste est cette partie independante
et disponible que la terre donne en pur don d celui qui la cultive au delä de ses avances et
du salaire de ses peines, et c'est la part du proprietaire ou le revenu avec lequel celui-ci
peut vivre sans travail et qu'il porte oü il veut.» (p. 14.)

27 «Le cultivaterr produit son propre salaire, et en outre le revenu qui sert A salarier toute
la classe des artisans et autres stipendies ... Le proprietaire n'a rien que par le travail du
eultivateur;» (...) «l resoit de lui sa 11232] subsistance et ce avec quoi il paye les travaux
des autres stipendies ... le cultivateur n’a besoin du proprietaire qu’en vertu des conven-

‚Bons et des lois...» (l.c.p. 15.)

28... «fermage ou louage des terres ... la methode la plus avantageuse de toutes, mais elle
suppose un pays dejä riche.» (l, c. p. 21.)

28 «Dans quelque metier que ce soit, il faut d’avance que l’ouyrier ait des outils, qu’ilait une
suffisante quantit& des matieres qui sont l’objet de son travail; il faut qu’il subsiste en
attendant la vente de ses ouvrages.» (p. 34.)

28 «Elle a donne le premier fonds des avances anterieures & toutes cultures!». ... «laitages,
laines, cuirs et autres matieres qui, avec le bois pris dans les foräts, ont &t& le premier
fonds des ouvrages d’industrie. (p.34.)

29 «Lorsqu’une grande partie de la societ€ n’eutt que ses bras pour vivre, il fallut que ceux qui
vivaient ainsi de salaires commengassent par avoir quelque chose d’avance, soit pour se
procurer les matieres sur lesquelles ils travaillaient, soit pour vivre en attendant le paye-
ment de leur salaire.> (p. 37, 38.)

29 ... «que ui aurait valu son argent s’il l’avait employ& en acquisition de fonds; (de terre);
und ihr salaire, car sans doute, A profit Egal, il aurait prefer€ vivre, sans aucune peine,
du revenu d’une terre qu’il aurait pu acquerir avec le m&me capital.» (p.39.)

29 «Tout cela doit ätre prelev& sur le prix des productions de la terre; le surplus sert au culti-
vateur ä payer au proprietaire la permission que celui-ci lui a donnee de se servir de son
champ pour y &tablir son entreprise. C’est le prix du fermage, le revenu du proprittaire,
le produit net, car tout ce que la terre produit jusqu’& la concurrence de la rentr&e des
avances de toute esp&ce et des profits de celui qui les fait, ne peut ötre regard& comme un
revenu, mais seulement comme rentree des frais de culture, attendu que si le cultivateur ne
les retirait pas, il se garderait bien d’employer ses richesses et sa peine ä cultiver le champ
d’autrut. (p. 40.)

29 «Quoique les capitaux se forment en partie de l’Epargne des profits des classes labo-
rieuses, cependant, comme ces profits viennent toujours de la terre, puisque tous sont
payös ou sur le revenu, ou sur les frais qui servent & produire le revenu, il est &vident que
les capitaux viennent de la terre tout comme le revenu, ou plutöt qu’ils ne sont que l’accu-
mulation de la partie des valeurs produites par la terre que les proprietaires du revenu ou
ceux qui le partagent peuvent mettre en röserve chaque annee, sans l’employer ä leurs

besoins.» (p.66.)

30 «Tale moltiplicazione di materia », ... «non si ha certamente n& mai aver potrassi dalle arti,
ma sola forma, sola modificazione: non si ha dungue produzione dalle arti. Ma le arti,
mi si replica, danno la forma alla materia, dunque esse son produttive; imperocche &
questa una produzione se non di materia, di forma. Va bene, io nol contrasto; ma questa
non & produzione di ricchezze, ella non & anzi altro che un dispendio... La politica economia
Propone e cerca produzione fisica e reale, la quale si ha dalla sola agricoltura, giacch&
questa sola moltiplica le materie ed i prodotti che dan le ricchezze ... Le arti comprano
dall’ agricoltura le materie prime per lavorarle. Questo lavoro altro non fa, come & giä
detto, che dare una forma a quelle materie prime, ma non le accresce perö n& le molti-
plica.» (p. 196, 197.)

«Date al cuoco una misura di piselli ehe ve gli appresti pel pranzo, egli ben cotti e ben
conditi ve li manda in tavola, ma nella stessa misura in cui gli ha ricevuti; date al con-
trario quella misura all’ ortolano accid li confidi alla terra, egli vi riporta a suo tempo il
quadruplo almeno della misura ricevuta, Ecco la vera e sola produzione.» (p. 197.) «Il
valore alle cose lo danno i bisogni degli uomini. Dunque il valore o l’aumento del valore

1 Bei Turgot: toute culture

delle derrate non & l’effetto de’ lavori delle arti, ma delle spese de’ lavoranti.» (p. 198.)
«Qualungue manifattura di moda appena & comparsa, di subito si estende e dentro e
fuori del paese; ed ecco che ben presto la concorrenza di altri artefici, di altri mercanti
riduce il prezzo al suo giusto livello, che & quello ... del valore delle materie prime e della
sussistenza dei lavoranti.» (p.204, 205. Ferdinando Paoletti, «] veri mezzi di render felici
le societ@, t.XX, Custodi, Parte moderna.)

3

“It is the work of nature which remains after deducting or compensating every thing
which can be regarded as the work of man. It is seldom less than a fourth, and frequently
more than a third ofthe whole produce. No equal quantity of productive labour employed
in manufactures can ever occasion so great a reproduction. In them nature does nothing;
man does all; and the reproduction must always be in proportion to the strength of the
agents that occasion it.” (A.Smith, ['“An Inquiry into the nature and causes of the

wealth of nations””] book II, ch.5. [By J.R.McCulloch, vol. II, Edinburgh 1828, p. 147.])

31 “Does nature nothing for man in manufactures? Are the powers of wind and water,
which move our machinery, and assist navigation, nothing? The pressure of the atmos-
phere and the elasticity of steam, which enable us to work the most stupendous engines -
are they not the gifts of nature? to say nothing of the effects of the matter of heat in
softening and melting metals, of the decomposition of the atmosphere in the process of
dyeing and fermentation. There is not a manufacture which can be mentioned, in which
nature does not give her assistance to man, and give it too, generously and gratuitously."”

(Ricardo, [On the principles of political economy, and taxation’’] 2nd edit., 1819, Note
zu p.6l, 62.)

32 “The Physiocrates say f.1. of the price of a piece of lace, one part merely replaces what
the labourer consumed, and the other part is only transferred from one man's” (...)
“pocket to another’s.’’ (“An Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand
and the Necessity of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.”, London 1821,
p-%.)

32 «Ib, ... test le seul dont le travail produise au deld du salairedu travail.» (Turgot, ].c.p.11.)

32 «Le cultivateur fait naitre, au delä de cette r&tribution?, ... «le revenu du proprietaire;
et l'artisani ne fait-naitre aucun revenu, ni pour lui, ni pour d’autres» (I. c. p. 16). «Tout
ce que la terre produit jusqu’& la concurrence de la rentree des avances de toute esp&ce
et des profits de celui qui les fait, ne peut @tre regarde comme un revenu, mais seulement
comme reniree des frais de culture.» (l. c. p.40.)

32 «Le travail applique & la culture de la terre produisait non seulement de quoi s’alimenter
lui-mä&me pendant toute la dur&e de l’ouvrage, mais encore un excedant de valeur» (Mehr-
wert) “qui pouyait s’ajouter & la masse des richesses deja existantes: ils appelerent cet
exc&dant le produit net.» (...) «Le produit net devait necessairement appartenir au pro-
prietaire de la terre et constituait entre ses mains un revenu pleinement disponible. Quel
&tait donc le produit net des autres industries? „.. Manufacturiers, commergans, ouyriers,
tous &taient les commis, les salaries de l’agriculture, souveraine cr&atrice et dispensatrice
de tous les biens. Les produits du travail de ceux-lä ne repr&sentaient, dans le systeme
des &conomistes, que l’&quivalent de leurs consommations pendant l’ouvrage, en sorte
qu’apres de travail achev&, la somme totale des richesses se trouvait absolument le m&me
qu’auparavant, d moins que les ouvriers ou les maitres n’eussent mis-en reserve, c’est-a-dire
epargne, ce qu'ils avaient le droit de consommer. Ainsi donc, le travail applique & la terre

etait le seul productif de la richesse, et celui des autres industries &tait consider& comme
sterile, parce qu'il n’en resultait aucune ‘augmentation du capital general.» (A.Blangui,

«Histoire de l’ec. pol», Bruxelles 1839, p.139.)

33 «Pour avoir de l’argent), ... «il faut l’acheter; et apr&s cet achat, on n'est pas plus riche
qu’on l’&tait auparavant; on n’a fait que recevoir en argent, une valeur €galeä celle qu’on a
donn&e en marchandises.» (Mercier de la Riviere, «Ordre naturel et essentiel des socieles
politiguess, t. 11, p. 338.)

34 «Le travail des artisans et manufacturiers n’ouvrant ancune source nouvelle des richesses,
ne peut &tre profitable que par des changes avantageux, et n’a qu’une valeur purermeni
relative, valeur qui ne se r&petera plus quand il n’y aura plus occasion de gagner sur les
changes...» (A.Smith, «Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nation),

t.V, Paris 1802, p. 266.°°)

34 «Le travail des artisans et manufacturiers ne pouvant ajouter ä la masse general des
richesses de la soci&t& que les Epargnes faites par les salaries et les capitalistes, il peut bien,
par cette voie, tendre ä enrichir la societ£.» (l. c. p. 266.)

34 «Les ouvriers de la culture enrichissent l’Etat par le produit m&me de leur travail: les
ouvriers des manufactures et du commerce, au contraire, ne sauraient l’enrichir autrement
que par des &pargnes sur leur propre consommation. Cette assertion des &conomistes est une
consequence de la distinction qu’ils ont &tablie, et parait aussi incontestable. En effet, le
travail des artisans et manufacturiers ne peut ajouter autre chose & la valeur de la matitre,
que la valeur de leur propre travail, c’est-ä-dire, celle des salaires et profits que ce travail
a dü gagner, au taux courant actuel des uns |]238] et des autres, dans le pays. Or, ces
salaires, quels qu’ils soient, faibles ou forts, sont la recompense du travail; c’est ce que
Y'ouvrier a droit de consommer et ce qu'il est presum& consommer; car c'est en consom-
mant seulement qu’il peut jouir du fruit de son travail, et cette jouissance est tout ce qui
constitue r&ellement sa r&compense. Pareillement les profits, quels qu’ils soient, faibles ou
forts, sont aussi r&putes &tre la consommation journaliere et successive du capitaliste, qui
est naturellement presum& proportionner ses jouissances au revenu que lui donne son
capital. Ainsi, A moins que l’ouvrier ne se retranche une partie de l’aisance & laquelle il
a droit, d’apr&s le taux courant du salaire attribu& d son travail; A moins que le capitaliste
ne se soumette & &pargner une partie du revenu que lui rend son capital, l’un et l’autre
consommeront, & mesure que l’ouvrage s’achevera, toute la valeur r&sultante de ce m&me
ouvrage. L.a masse totale des richesses de la societ€ seradonc, apr&sleur travail fait, lam&äme
qu’elle &tait auparavant, d moins qu’ils n’aient dpargne une partie de ce qu'ils avaient droit
de consommer, de ce qu’ils pouvaient consommer sans &tre tax&s de dissipation; dans
lequel cas, la masse totale des richesses de la societ@ aurait &t& grossie de toitte la valeur
de ces pargnes. Il est donc juste de dire que les agens des manufactures et du commerce
ne peuvent ajouter d la masse totale des richesses existantes dans la societe, que par leurs
privations seulement.» (l. c. p. 263, 264.)

35 «Enfin, si les &conomistes ont soutenu que l'industrie manufacturi&re et commergante ne
pouvait ajouter & la richesse nationale que par des privations seulement, Smith a dit
€galement que l’industrie s’exercerait en vain, et que le capital d'un pays ne serait jamais
plus grand si l’&conomie.ne l’augmentait par ses &pargnes.) (liv. II, ch.3.) «Smith est
.donc parfaitement d’accord avec les &conomistes.) etc. (l. c. p. 270.)

35 «De toutes les valeurs Ecloses sous l’atmosphere embrasee du systeme» (Laws), “il ne
restait plus rien que la ruine, la desolation et la banqueroute. La propriete fonciere seule

n’avait pas peri dans cette tourmente.» {...} «Elle s’&tait m&me ameliorde en changeant
de mains, et en se subdivisant sur une vaste chelle, pour la premi£re fois, peut-ätre, depuis
la f&odalite.» (A. Blanqui, 1. c. p. 138.) Nämlich: «Les mutations innombrables qui s’effec-
tutrent sous l'influence du systeme, commenctrent le morcellement de la propriet& ...
La propriet& fonciere sortit pour la premiere fois de l’etat de torpeur oti l’avait si long-
temps maintenue le syst&me f&odal. Ce fut un veritable r&veil pour l’agriculture ... Elle»
(la terre) «venait de passer du r&gime de la main-morte ä celui de la circulation.» (p. 137,

138.)

35 «Fermage ou louage des terres ... cette dernitre methode» ... «est la plus avantageuse
de toutes, mais elle suppose un pays de&jä riche.» (Siehe Turgot, 1. c. p. 16-21.)

36 «Que les terres employees ä la culture des grains soient r&unies, autant qu'il est possible,
en grandes fermes exploitees par de riches laboureurs? (i.e. Kapitalisten); “car il ya moins
de depense pour l’entretien et la reparation des bätiments, et ä proportion beaucoup
moins de frais, et beaucoup plus de produit net dans les grandes entreprises d’agriculture,
que dans les petites.) (Quesnay, «Maximes generales du gouvernemen! &conomique d’un
royaume agricolev. |p.96, 97.])

36 «Toute &pargne faite A {son} profit? fi.e. au profit du produit net} «dans les travaux qui
peuvent s’ex&cuter par le moyen des animaux, des machines, des rivi£res, etc., revient
ä l’avantage de la population etc.» [p.97.]

36 «Moderez votre enth
avant de crier miracle, ouvrez les yeux, et voyez combien sont pauvres, du moins mal-
ais&s, ces m&mes ouvriers! qui ont l’art de changer 20 sous en une valeur de mille &cus:
au profit de qui passe donc cette multiplication enorme de valeurs? Quoi, ceux par la main?
desquels elle s'opere, ne connoissent pas l’aisance! ah! Defiez-vous de ce contrastef» (Mercier

de la Riviere, 1. c., t. II, p.407.)

36 «Que l’autorit€ sort unique... Le systeme des contreforces dans un gouvernement est une
opinion funeste qui ne laisse apercevoir que la discorde entre les grands et l’accablement
des petits.? (Quesnay, «Maximes generales> etc. [p.81.])

ousiasme, aveugles admirateurs des faux produits de l’industrie:

37 «Par cela seul que l’'homme est destin& A vivre en societ£, il est destin€ & vivre sous le
despotisme.» (Mercier de la Rivitre, 1. c., t. I, p.281.)

38 «Si la nature lui» (au bailleur des bienfonds, dem Grundeigentümer) “paie aussi un inieröt
dauble de l’inzer&i legal, par quelle raison plausible pretendrait-on l’en priver?»® (Schmalz,
«Econ. politigue», traduit par Henri Jouffroy, t. I, Paris 1826, p.90.)

38 «Le terme moyen du salaire d’un profession est &gal au terme moyen de ce que consomme
un homme de cette profession pendant le temps de son travail. (l. c. p. 120.) «La rente
fonciere est le seul et unique &l&ment du revenu national; ||242] et que l’inter&t des capi-
taux places et le salaire de tous les genres de travaux ne font que faire passer et circuler
le produit de cette rente fonciere dans toutes les mains.» (Schmalz, l.c.,t. 1,p.309,310.)«La
disposition du sol, sa facult&, sa capacite pour la reproduction annuelle de la rente fon-

I Bei Mercier de la Riviere: fabricants - * bei Mercier de la Riviere: les mains —
® der deutsche Originaltext lautet: „Wer kann ihm wehren es anzunehmen, wenn die
Natur ihm zwey Mal so viel Zinsen zahlen will, als sonst landesüblich sind?“ (Schmalz,
„Staatswirthschaftslehre in Briefen an einen teutschen Erbprinzen“, Erster Teil, Ber-

lin 1818, 5.98.)

ciere, est tout ce qui constitue la richesse nationale.» (l. c. p. 310.) «Si l’on remonte jus-
qu’aux fondements, jusqu’aux premiers elements de la valeur de tous les objets, quels qu’ils
soient, on est forc& de reconnaitre que cette valeur n'est autre chose que celle des simples
productions de la nature; c’est-A-dire que, quoique le travail ait donn& une valeur nou-
velle & ces objets et hauss& les prix, cette nouvelle valeur, ou ces prix, ne se compose
cependant que de l’ensemble des valeurs r&unies de tous les produits naturels, qui, en
raison de la nouvelle forme que le travailleur a donn&e, ont &t& an&antis, consomm6s, ou
employ&s par l’ouvrier, d’une manitre quelconque.»? (l. c. p. 313.)

38 «Ce genre de travail» (...) «&tant le seul qui contribue & produire de nouveaux corps, il
est aussi le seul qui puisse, jusqu’ä un certain point, &re consider& comme productif.
Quant aux travaux d’appr&t ou d’industrie ... ils donnent simplement une forme nouvelle
& des corps que la nature a produits.»* (Schmalz, 1. c. p. 15, 16.)

39 «Tutti i fenomeni dell’ universo, sieno essi prodotti dalla mano dell’ uomo, ovvero dalle
universali leggi della fisica, non ci danno idea di attuale creazione, ma unicamente di una
modificazione della materia, Accostare e separare sono gli unici elementi che l’ingegno
umano ritrova analizzando l’idea della riproduzione; e tanto & riproduzione di valore e di
ricchezza de la terra, l’aria e l’acqua ne’ campi si trasmutino in grano, come se colla
mano dell uomo il glutine di un insetto si trasmuti in velluto, ovvero alcuni pezzetti di
metallo si organizzino a formare una ripetizione.» (Pietro Verri, «Meditazioni sulla Econo-

mia Politica), t.XV, Custodi, Part. mod., p.21, 22.)

39... «la classe dei manifattori sterile, perch£ il valore della manifattura, secondo essi, &
una quanlitd eguale alla maleria prima, piü gli alimenti che consumarono gli arligiani nel

fabbricarla.» (I. c. p. 25.)

39 «Questo dimostra che l’artigiano, nel prezzo che riceve, non solamente ottiene il rifaci-
mento della consumazione fatta, ma ne ottiene una porzione di pi, a questa porzione d
vera nova? quantitd di valore creata nella massa dell’ dnnua riproduzione.» (l. c. p. 26.)
“La riproduzione di valore & quella quantitä di prezzo che ha la derrata o manifättura,
oltre il valor primo della materia e la consumazione fattavi per formarla. Nell’ agricoltura

% Der deutsche Originaltextlautet: „Aller Arbeitslohn (im Durchschnitt)istdemgleich,
was (wiederum im Durchschnitt) ein Mann von der Classe des Arbeiters in der Zeit, in
welcher seine Arbeit (wiederum im Durchschnitt) vollendet wird, gewöhnlich zu ver-
brauchen pflegt.“ (S. 124.) „Also bleibt Landrente das einzige Einkommen der Nation, die
Natur allein ernährt sie. Gott allein schaffet. Arbeitslohn und Zinsen bringen nur aus einer
Hand in die andre, immer in andre Hände, was die Natur an Landrente gegeben hat.“
(5.279.) „Das Vermögen der Nation ist die Fähigkeit des Grundbodens, diese Landrente
jährlich zu liefern.“ (S.279.) „Alle Werth habenden Dinge, wenn man auf die Bestandtheile
und die Gründe ihres Werthes zurückgeht - es ist aber vom Tauschwerthe die Rede -
sind bloß Naturproducte. Hat Arbeit gleich eine neue Form diesen Dingen zugesetzt, und
also ihren Werth erhöhet, so besteht dieser Werth doch nur aus dem zusammen gerech-
neten Werthe aller der Naturproducte, welche wegen dieses Werthes der neuen Form
zerstört, das ist, von dem Arbeiter verzehrt und auf irgendeine Weise verbraucht worden.“
(S.281, 282.) — ? der deutsche Originaltext lautet: „Diese Arbeit ist also wirklich und sie
allein hervorbringend, indem sie selbständige organische Körper schafft. Diezubereitenden
Arbeiten verändern bloß vorhandene Körper mechanisch oder chemisch.“ ($.26.) - ® bei
Verri: & una nuova

si detraggono la semente e la consumazione del contadino: nelle mantfatture ugualmente
si detraggono la materia prima e la consumazione dell’artigiano, e tanto annualmente si
crea un valore di riproduzione, quanto importa questa quaniitd restante. (]. c. p. 26, 27.)

### Drittes Kapitel

40 «Il faut de toute n&cessit€ qu’un homme vive de son travail, et que son salaire suffise
au moins A sa subsistance; il faut m&me quelque chose de plus dans la plupart des cir-
constances, autrement il lui serait impossible d’&lever une famille, et alors la race de ces
ouvriers ne pourrait pas durer au-delä premitre generation. (Smith, (Recherches sur la
nature et les causes de la richesse des nations), Paris 1802], t.1, 1.1, ch. VIII, p. 136.)

40 “The produce of labour constitutes the natural recompense or wages of labour. In that

“original state of things, which precedes both the appropriation of land and the accumula-
tion of stock, the whole produce of labour belongs to the labourer. He has neither land-
lord nor master to share with him. Had this state continued, the wages of labour would
have augmented with all those improvements in its productive powers, to which the division
of labour gives occasion. All things would gradually have become cheaper.” {...} “They
would have been produced by a smaller quantity of labour; and as the commodities
produced by equal quantities of labour would naturally in this state of things be ex-
changed for one another, they would have been purchased likewise with |]244| the pro-
duce of a smaller quantity. Butihis original state of things, in which the labourer enjoyed
the whole produce of his own labour, could not last beyond the first introduction of the
appropriation of land and the accumulation of stock. It was at an end, therefore, long
before the most considerable improvements were made in the productive powers of
labour, and it would be to no purpose to trace further what might have been its effects
upon the recompense or wages of labour.” (A.Smith, 1.1, ch. VIII, edit. MacCulloch,
London 1828, p. 107-109.)

42 «li en coütait une bien plus grande quantit& de travail ||]283b] pour mettre la marchandise
au march&; ainsi, quand elle y &tait venue, il fallait bien qu’elle achetät ou qu'elle obtint
en &change le prix d’une plus grande quantite de travail.» ([Smith, «Recherches sur la
nature et les causes de la richesse des nations», Paris 1802] t. II, p. 156.)

44 «Le m&me auteur ajoute que le travail d’un esclave bien constitue est estim& valoir le
double de sa subsistance, et il pense que celui de l’ouyrier le plus raible ne peut pas
valoir moins que celui d’un esclave bien constitu£.» (t. 1, 1. I, ch. VIII, p. 137, Garnier.)

45 «Que l’&change du drap contre la toile soit accompli, les producteurs du drap participe-
ront ä la toile dans une proportion &gale ä celle dans laquelle ils avaient auparavant parti-

cip& au drap.) ([Marx,] «Misere de la Phil, p.29.)

45“... Interchange of commodities and distribution must be kept distinct from each other!
... the circumstances which affect the one do not always affect the other. For instance,
a reduction in the cost of producing any particular commodity will alter its relation to
all others; but it will not necessarily alter its own distribution, nor will it any way affect
theirs. Again, a general reduction in the value of commodities affecting them all alike will
not alter their relation to each other. It might or might not affect their distribution.” etc.

3 Bei Cazenove: Interchange and distribution distinct from each other...

(John Cazenove in dem Preface zu seiner Edit. of Malthus’ “Definitions in Polit. Econ.”,
London 1853, [p. VL.])

45 «Un homme est riche ou pauvre, suivant les moyens qu'il a de se procurer les besoins,
les aisances et les agremens de la vie. Mais la division une fois &tablie dans toutes les
branches du travail, il n'ya qu’une partie extr&emement petite de toutes ces choses qu’'un
homme puisse se procurer directement par son travail, et c’est du travail d’autrui qu’il
lui faut attendre la tr&s-majeure partie de toutes ces jouissances; ainsi il sera riche ou
pauyre, selon la quantite de travail qu’il pourra commander ou qu'il sera en diat d’acheter.
Ainsi la valeur d’une denree quelcongue pour celui qui la posstde, et qui n’entend pas en
user ou la consommer lui-m&me, mais qui a intention de l’echanger pour autre chose, est
egale d la quantite du travail que ceite denree le met en eat d’acheter ou de commander.
Le travail est donc la mesure reelle de la valeur echangeable de tout marchandise. (A. Smith,

t. I, p.59, 60 [Garnier].)

46 «Elles» (les marchandises) «contiennent la valeur d’une certaine quantite de travail que
nous echangeons pour ce ||248] qui est suppose alors contenir la valeur d'une quantiie egale
de travail ... Ce n'est point avec de l’or ou de l’argent, c’est avec du travail que toutes les
richesses du monde ont &t& achet&es originairement; et leur valeur pour ceux qui les
possedent et qui cherchent & les &changer contre de nouvelles productions, est pr&cise-
ment &gale & la quantite de travail qu’elles le mettent en &tat d’acheter ou de commander.»

(I, [ch.] V, p.60, 61.)

46 «Comme dit M.Hobbes, richesse veut dire powvoir; mais celui qui acquiert une grande
fortune ou qui l’a par h£ritage, n’acquiert par-lä necessairement aucun pouvoir politique,
soit civil, soit militaire.... Le genre de pouvoir que cette possession lui transmet imme-
diatement et directement, c'est le pouvoir d’acheter; c’est un droit de commandement sur
tout le travail d’autrui, ou sur tout le produit de ce travail existant alors au march£.» (]. c.

p.61.)

47 «Les marchandises contiennent la valeur d'une certaine quantite de travail que nous
&changeons pour ce qui est suppose alors contenir la valeur d’une quantitd egale de
travail.»

47 «Sa fortune est plus ou moins grande exactement, en proportion de l’&tendue de ce pou-
voir, en proportion de la quantit& du travail d’autrui, qu’elle le met en &tat de commander,
ou ce qui est la m&me chose» (...), “du produit du travail d’autrui, qu’elle le met en &tat

d’acheter.? (p.61.)

47 «Elles» (les marchandises) «contiennent la valeur d’une certaine quantite de travail que
nous @changeons pour ce qui est suppos& alors la valeur d’une quantite egale de travail.»

47 «Ainsi le travail, ne variant jamais dans sa valeur propre, est la seule mesure reelle et
definitive qui puisse servir, dans tous les tems et dans tous les lieux, ä appr&cier et &
comparer la valeur de toutes les marchandises.» (p. 66.)

48 «Dans ce premier &tat informe de la societ&, qui precöde l"accumulation des capitaux et la
proprieiedesterres, laseule circonstance qui puisse fournir quelque r&gle pour les &changes,
c'est, & ce qu’il semble, la quantite du travail necessaire pour acquerir les differens objeis
d’echange... Il est naturel que ce qui est ordinairement le produit de deux jours ou de
deux heures de travail, vaille le double de ce qui est ordinairement le produit d’un jour

ou d’une heure de travail.» (l. I, ch. VI, p.94, 95, Garnier.)

49 «Dans cet tat de choses, le produit du travail appartient tout entier & l’ouvrier, et la quan-
tit& de travail commun&ment employee ä acquerir ou & produire un objet &changeable est
la seule circonstance qui puisse regler la quantit& de travail que cet objet devrait com-
mune&ment acheter, commander ou obtenir en €change.» (l. c. p. 96.)

49 «Aussitöt qu’il y aura provisions accumulees dans les mains de quelques particuliers, certains
d’entr’eux emploieront naturellement ces provisions A mettre en &uvre des gens d’indu-
strieux, auxquels ils fourniront des materiaux et des subsistances, afin de faire un profit
sur la vente de l’ouvrage, ou sur ce que le travail de ces ouvriers ajoizte de valeur aux mate-
riaux. (1. c. p. 96.)

49... «afin de faire un profit sur la vente de l’onvrage, ou sur ce que le travail | de ces
ouvriers ajoute de valeur aux materiaux.»

50 «Quand l’ouvrage fini est &change, ou contre de l’argent, ots contre du travail,» (...) “ou
contre d’autres marchandises, il faut bien qu’en outre de ce qui pourrait suffire ä payer
le prix des materiaux et les salaires des ouvriers, il y ait encore quelgue chose de donne pour
les profits de l’entrepreneur de l’ouvrage, qui hasarde ses provisions dans cette affaire.»

ll. c. p. 9%.]

50 «Ainsiv ... ila valeur que les ouvriers ajoutent d la matidre se r&sout alors» (...) “en deux
parties, dont l’une paie leurs salaires et l’autre paie les profits que fait l’entrepreneur sur la
somme des fonds qui lui ont servi d avancer ces salaires et la matiere A travailler.» (p.96, 97.)

51 «Quand l’ouvrage fini est Echange, ou contre de l’argent, ou contre du travail, ou contre
d’autres marchandises...» (p.96.)

52 «Les profits des fonds, dira-t-on peut-£tre, ne sont autre chose qu’un nom different donn&
aux salaires d’une esp£ce particulitre de travail, le travail d’inspection ou de direction.»

(p.97.)

52 «Dans cet &tat de choses donc, le produit du travail n’appartient pas toujours tout entier
a l’ouvrier. I] faut le plus souvent que celui-ci le partage avec le proprietaire de capital qui
le fait travailler. Ce n’est plus alors la quantit€ de travail mise commun&ment & acquerir
ou & produire quelque marchandise, qui est la seule circonstance qui puisse regler la
quantit& de travail que cette marchandise devra commun&ment acheter, commander ou
obtenir en change. Il est clair qu’il sera encore dü une quantite additionelle pour le profit
du capital qui a avance les salaires de cetravailet qui en a fourni les mat£eriaux.» (l. c. p.99.)

53 «Des l’instant que le sol d'un pays est divise en autant de proprietes privees, les pro-
prietaires, comme tous les aufres hommes, aiment & recueillir oü ils n’ont pas see, et ils
demandent une rente, m&me pour le produit naturel de la terre... I] faut qu’ib (l’ouvrier)
tc&de au proprietaire du sol une portion de ce qu'il recueille ou de ce qu’il produit par son
travail. Cette portion ou, ce qui revient au m&me, le prix de cette portion constitue.la

rente de la terre.» (l. c.p. 99, 100.)

53 ... «inter&i d’argent est toujours» (...) (un revenu secondaire qui, s'il ne se prend sur le profil
que procure l’usage de l’argent, doit &tre pay& par quelqu’autre source de revenu,? (...) «Aa
moins que l’emprunteur ne soit un dissipateur qui contracte une seconde dette pour
payer l'inter&t de la premiere.» (l. c. p. 105, 106.)

54 “The stock which is lent at interest is always considered as a capital by the lender. He ex-
pects that in due time it is to be restored to him, and that in the meantime the borrower
is to pay him a certain annual rent for the use of it. The borrower may use it either as a

capital, or as a stock reserved for immediate consumption. If he uses it as a capital, he
employs it in the maintenance of productive labourers, who reproduce the value with a
profit. He can, in this case, both restore the capital and pay the interest without alienating
or encroaching upon any other source of revenue, If he uses it as a stock reserved for
immediate consumption, he acts the part of a prodigal, and dissipates in the maintenance
of the idle, what was destined for the support of the industrious. He can, in this case,
neither restore the capital nor pay the interest, without either alienating or encroaching
upon some other source of revenue, such as the property or rent of land.” (v.1I, b. II,

ch. IV, p. 127, edit. McCull[och].)

55 «Tous les impöts et tous les revenus qui sont fondes sur les impöts, les appointemens,

Pensions et annuites de toute sorte, sont, en derriitre analyse, derives de l'une ou de l’autre
de ces trois sources primitives de revenu, et sont payes, soit imme&diatement, soit me&diate-
ment, ou avec des salaires de travail, ou avec des profits de capitaux, ou avec des rentes

de terres.» (l. I, ch. VI, p. 106, I. c. [Garnier].)

55 “As soon as land becomes private property, the landlord demands a share of almost all

the produce which the labourer can either raise, or collect from it. His rent makes the
first deduction from the produce of the labour which is employed upon land. It seldom hap-
pens that the person who tills the ground has wherewithal to maintain himself till he
reaps the harvest. His maintenance is generally advanced to him from the stock of a
master, the farmer who employs him, and who would have no interest to employ him,
unless he was to share in the produce of his labour, or unless his stock was to be replaced
to him with a profit. This profit makes a second deduction | from the labour which is
employed upon land. "The produce of almost all other labour is liable to the like deduction
of profit, In all arts and manufactures the greater part of the workmen stand in need of a
master to advance them the materials of their work, and their wages and maintenance
till it be completed. He shares in Ihe produce of their labour, or in the value which it adds
to ihe materials upon which it is bestowed; and in this share consisis his profit.” (v.1, b.1,
ch. VIIL, p. 109, 110,1. c. [McCulloch].) ;

59 “The natural price (or necessary price) means the whole guantity of labour nature requires

61

from man, that he may produce any commodity ... Labour was the original, is now and :
ever will be the only purchase money in dealing with nature... Whatever quantity of
labour may be requisite to produce any commodity, the labourer must always, in the
present state of society, give a great deal more labour to acquire and possess it than is
requisite to buy it from nature. Natural price so increased to the labourer is social price.
Man muß immer zwischen den beiden unterscheiden.” (Thomas Hodgskin, ‘Popular

Political Economy etc.”, London 1827, p.219, 220.)

«Ainsi la valeur que les ouvriers ajoutent & la matiere se r&sout alors en deux parties, dont
l’une paie leurs salaires et l’autre paie les profits que fait l’entrepreneur sur la somme des
fonds qui lui ont servi ä avancer ces salaires et la matiere & travailler ... «Il» (l’entre-
Preneur) «n’aurait pas d’inter&t A employer ces ouvriers, s’il n’attendait pas de la vente
de leur ouvrage quelque chose de plus que ce qu’il fallait pour lui remplacer ses fonds,
et il n’aurait pas d’inter&t A employer une grosse somme de fonds plutöt qu’une petite,
si ses profits ne gardaient pas quelgque proportion avec l’&tendue des fonds employes.>

(A. Smith, 1.1, ch. VI, [p.%, 97].)

61... «sur Ja somme des fonds qui ont servi ä avancer ces salaires ei la mati£re & travailler.?

Ip. 97.)

61 ... «n’aurait pas d’inter&t A employer ces ouvriers, s’il n’attendait pas de la vente de leur
ouvrage quelgue chose de plus que ce qu'il fallait pour lui remplacer ses fonds.» [p.97.]

62 «Ils» (les profits des fonds) «sont dependant d’une nature absolument differente des
salaires; il se röglent sur des principes entierement differens, et ne gardent aucune propor-
tion avec la quantite et la nature de ce pr&tendu travail d’inspection et de direction. Ils se
regleni en entier sur la valeur du capital employe, et ils sont plus ou moins forts, A propor-
tion de l’&tendue des fonds. Par exemple, supposons qu’en un lieu particulier oti les
profits des fonds employ&s dans les manufactures sont commundment de dix pour cent
par an, il y ait deux differentes manufactures, chacune desquelles emploie vingt ouvriers,
A raison de 15 livres par chacun, ou bien fait une depense de 300 livres par an pour
chaque atelier; supposons encore que les materiaux grossiers qu’on travaille annuelle-
ment dans l’une, coütent seulement 700 livres, tandis que dans l’autre on travaille des
matitres plus pr&cieuses qui coütent 7000 1., le capital employ& annuellement dans l'une
sera, dans ce cas, de 1000 i. seulement, tandis que celui employ& dans l’autre montera
3 73001. Ainsi, au taux de dix pour cent, l’entrepreneur de l’une comptera sur un profit
annuel d’environ 1001. seulement, tandis que l’entrepreneur de l’autre s’attendra & un
benefice d’environ 730 1. Mais malgr& cette difference Enorme dans leurs profits, il se
peut que leur travail d’inspection et de direction soit tout-A-fait le m&me ou tr&s-appro-

chant.» ]l. c. p. 97, 98.]

64 „Vor mehr als einem Jahrhundert hat Locke beinahe dieselbe Ansicht“ (wie A.Smith)
„aufgestellt... ‚Das Geld‘“, sagt er, „‚ist eine sterile Sache, die nichts produziert; aller
Dienst, den man davon zieht, c'est qu’il transporte, par un accord mutuel, le profit qui a
salari& le travail d’un homme dans la poche d’un autre.‘“ (Lauderdale, p.116.) „Wäre
diese Idee vom Profit des Kapitals rigorös richtig, il s’ensuivrait qu’il serait, nicht eine
ursprüngliche Quelle des Reichtums, sondern eine abgeleitete; et l’on ne pourrait con-
siderer les capitaux comme un des principes de la richesse, leur profit n’&tant qu’un
transport de la poche du travailleur dans celle du capitaliste.» (l. c. p. 116, 117.)

65 «Salaire, profit et rente sont les trois sources primitives de tout revenu, aussi bien que de

toute valeur echangeable.» (A. Smith, 1.1, ch. VI, [p. 105].)

66 «Ainsi, dans le prix des marchandises, les profits des fonds ou capitaux sont une source de
valeur entierement differente des salaires, et r&gl&e sur des principes tout-A-fait differens.»

(b. I, ch.VI, [p.99].)

69 «La rente fait ... partie du prix des denr&es, mais tout autrement que les profits et les
salairest. Suivant que ceux-ci sont hauts ou bas, ils sont la cause du haut ou du bas prix
du ble, et la rente haute ou basse en est le resultat.» (“Wealth of N.”, 1.1, ch. II.)

69 «Ces trois parties (salaires, profits, rente du proprietaire) «sernblent constituer imme-
diatement ou en definitif la Zotalite du prix du ble.»

70 «On pourrait peut-Etre penser qu'il faut y ajouter une quatriöme partie, necessaire pour
remplacer le capital du fermier ou pour compenser le dep£erissement et l’user de ses
chevaux de labour et autres instrumens d’agriculture. Mais il faut considerer que le prix
de tout instrument de labourage, tel qu’un cheval de charrue, est Jui-mäme form& de ces
m&mes trois parties; la rente de la terre sur laquelle il a &t& &lev&, le travail de ceux qui
ont nourri et soigne, et les profits d’un fermier qui a fait les avances tant de cette rente
que des salaires de ce travail.»

1 Bei Smith: gages

70 «Ainsi quoique le prix du bl& doive payer aussi bien le prix principal du cheval que
son entretien, la totalit€ du prix de ce bl& se r&sout toujours, soit immediatement, soit
en dernitre analyse, dans ces mömes trois parties, rente, travail et profit.» (JA.Smith,}

b.1, ch.VI, [p. 101, 102].)

7I «On a fait voir ... que le prix de la plupart des marchandises se r&sout en trois parties, dont
l’une paie les salaires du travail, l’autre les profits du capital, et la troisi&me la rente de la

terre.» (b. II, ch. II, t. II, Garnier, p.212.)

71 «On a observ& que puisqu'il en &tait ainsi pour toute marchandise quelconque prise
separ&ment, il fallait necessairement qu’il en füt du m&me pour les marchandises qui
composent la totalit€ du produit de la terre et du travail d'un pays, prises en masse. La
somme totale du prix ou de la valeur echangeable de ce produit annuel doit se r&soudre de
m&me en ces trois parties et se distribuer entre les differens habitans du pays, ou comme
salaires de leur travail, ou comme profits de leur capital, ou comme rentes de leur terre.»

(l. c. p. 213.)
7

«Mais quoique la valeur totale du produit annuel des terres et du travail d’un pays soit
ainsi partag&e entre les differens habitans et leur constitue un revenu, cependant, de
m&me que dans le revenu d’un domaine particulier, nous distinguons le revent brut et le
revenu net, nous pouvons aussi faire une pareille distinction & l’&gard du revenu de tous
les habitans d’un grand pays.» [l. c. p. 213.1

72 «Le revenu brut d'un domaine particulier comprend generalement tout ce que d&bourse le
fermier; le revenu net est ce qui reste franc et quitte de toutes charges au propridtaire, apre&s
la deduction des frais de regie, des r&parations et tous autres prel&vemens necessaires, ou
bien ce qu’il peut, sans nuire A sa fortune, placer dans le fonds qu’il destine & servir
immediatement ä sa consommation, c’est-ä-dire, depenser pour sa table etc. Sa richesse
reelle n'est pas en proportion de son revenu brut, mais bien de son revenunet.» fl. c. p. 213,

214.]

73 «Le revenu brut des tous les habitans d'un grand pays comprend la masse totale du produit
annuel de leur terre et de leur travail» (...); «leur revenu net est ce qui leur reste franc et
quitte, deduction faite de ce qu’il faut pour entretenir premierement leur capital fixe;
secondement, leur capital circulant® (...); ou bien ce qu’ils peuvent placer, sans empieter
sur leur capital, dans leur fonds de consommation...».

73 «Il est &vident qu'il faut retrancher du revenu nei de la societ£, toute la depense d’entretien
du capital fixe. Ni les matieres ndcessaires pour la conservation des machines utiles, des
instrumens de metier, bätimens d’exploitations, etc. ni le produit du travail necessaire
pour fagonner ces matieres dans la forme convenable, ne peuvent jamais faire partie de ce
revenu net. Le prix de ce travail, ä la verite, peut bien en faire partie, puisque les ouvriers
qui y sont employ8s, peuvent placer la valeur | entiere de leurs salaires dans leur fonds
de consommation. Mais la difference, c’est que, dans les autres sortes de travail, et le prix
et le produit vont l’un et l’autre d ce fonds; le prix va & celui des ouvriers, et le produit ä
celui d’autres personnes dont la subsistance, les aisances et les amusemens se trouvent
augmentes par le travail de ces ouvriers.» (l. c. p. 214, 215.)

74... «les machines et instrumens de metier, etc. qui composent le capital fixe, soit d’un
individu, soit d’une soci6te, ne font partie ni du revenu brut ni du reventt net de l'un ou de
l’autre, de m&me l’argent» etc. (p. 220.)

75 «A consid@rer une nation en masse, elle n’a point de produit net; car les produits n’ayant
qu’une valeur &gale aux frais de leur production, lorsqu’on retranche ces frais, on re-
tranche toute la valeur des produits .... Le revenu annuel est le revenu brut.» (Say, «Traite
d’Econ. Politiques, 3e edit., t. II, Paris 1817, p.469.)

75 «Il est clair que la valeur du produit annuel se distribue partie en capitaux et partie en
profits, et que chacune de ces portions de la valeur du produit annuel va regulierement
acheter les produits dont la nation a besoin, tant pour entretenir son capital que pour
renouveler son fonds consommable.» (Storch, «Cours d’Ec. Pol.», t.V.: «Considerations
sur la nature du revenu national», Paris 1824, p. 134, 135.) «Man frage sich, ob die Revenue
einer Familie qui suffit par son propre travail & tous ses besoins, wovon viele Beispiele in
Rußland ..., ob die Revenue einer solchen Familie gleich ist dem produit brut resultant
de ses terres, de son capital et de son industrie? Peut-elle habiter ses granges ou ses
tables, manger ses semailles et ses fourrages, s’habiller de ses bestiaux de labour, se
divertir de ses instruments arätoires? D’aprös la thse de M.Say, il faudrait affirmer
toutes ces questions.) (l. c. p. 135, 136.) „Say betrachtet das produit brut als die Revenue
der Gesellschaft; schließt daher, daß die Gesellschaft konsumieren kann einen Wert
gleich diesem Produkt.“ (I. c. p. 145.) «Le revenu (net) d’une nation n'est pas l’exc&dant
des valeurs produites sur la totalite des valeurs consommees, sur les valeurs consommees pour
produire» „.. “si une nation consomme dans une ann&e tout cet exc&dant, elle consomme
tout son revenu (net). (l. c. p. 146.) «Si l’on admet que le revenu d’une nation est Egal
ä son produit brut, c’est-ä-dire qu’il n’y a point de capital A en deduire, il faut aussi
admettre qu’elle peut depenser improductivement la valeur entitre de son produit annuel
sans faire le moindre tort & son revenu futur.» (l. c. p. 147.) «Les produits qui constituent
le capital d’une nation ne sont point’ consommables.» (l. c. p. 150.)

76 „Ricardo“ ... „vergißt, daß das ganze Produkt nicht nur zwischen wages und profit sich
“ teilt, sondern auch ein Teil necessary ist for replacing fixed capital.“ (Ramsay, George,

“An Essay on the Distribution of Wealth”, Edinburgh 1836, p. 174, Note.)

76 „Wie vergleichen das Produkt und den stock expended upon it?... In regard to a whole
nation ... it is evident that all the various elements of the stock expended must be re-
produced in some employment or another, otherwise the industry of the country could
not go on as formerly. Thhe raw material of manufactures, the implements used in them,

“as also in agriculture, the extensive machinery engaged in the former, the buildings
necessary for fabricating or storing the produce, must all be parts of the total return of a
country, as well as all the advances of its master-capitalists. Therefore, the quantity of
the former may be compared with that of the latter, each article being supposed placed

. as it were beside that of a similar kind.“ (Ramsay, 1. c. p. 137-139.) „Was nun den indi-
viduellen Kapitalisten.angeht, da er nicht replaciert in kind seine Ausgaben, da er die
greater number erhalten muß durch exchange, a certain portion of the product being
necessary for this purpose, so jeder individual master-caprtalist comes to look much more
to the exchangeable value of the product than to its quantity.“ (l.c. p. 145, 146.) “The
more the value of the product exceeds the value of the capital advanced, the greater will be

. ‚the profit. Thus, then, will he estimate it, by comparing value with value, not quantity
with quantity... Profit must rise or fall exactly as the proportion of the gross produce,
or of its value, required to replace necessary advances, fall or rise. Also upon two cir-

" cumstances hängt die rate of profit ab: 1. the proportion of the whole produce which goes
to the labourers; secondly, the proportion which must be set apart for replacing, either
in kind or by exchange, the fixed capital.” (l. c. p. 146-148, passim.)

79 “Be the amount! of the gross return” (des Farmers z.B.) “small or great, the quantity
of it required for replacing what has been consumed in these different forms, can undergo
no alteration whatever. This quantity must be considered as constant, so long as produc-
tion is carried on the same scale.” (I. c. p. 166.)

79“ The master-capitalist is the general distributor of wealth?; er zahlt dem labourer die
wages, dem capitalist (moneyed) den Zins, dem Grundeigentümer die Rente." (Ramsay,

p.218, 219.)

96 «On peut regarder la circulation d’un pays comme divisee en deux branches differentes;
la circulation qui se fait entre commergans» (dealers) (seulement» (Garnier? erklärt, daß
er unter dealers hier versteht «tous marchands, manufacturiers, gens de metier etc.;
en un mot, tous les agens du commerce et de l’industrie d’un pays.?) tet la circulation
entre les commergans et les consommateurs. Quoique les m&mes pieces de monnaie, soit
papier, soit metal, puissent &tre employees tantöt dans l’une de ces deux branches de
circulation, et tantöt dans l’autre, cependant comme ces deux branches marchent con-
stamment en möme tems, chaqune d’elles exige un certain fonds de monnaie, d’une
expece ou de l’autre, pour la faire marcher. La valeur des marchandises qui circulent entre
les differens commergans, ne peut jamais exceder la valeur de celles qui circulent entre les

commergans et les consommaleurs; tout ce qui est achet& par les gens de commerce &lant en
definitif destine d &tre vendu aux consommateurs.» (A.Smith, t. IL, 1. II, ch. II, p. 292, 293.)

120 «Pour achever d’entendre cette mati£re des revenus, il faut consid&rer que la valeur toute
entiere d'un produit se partage en revenus & diverses personnes; car la valeur totale de
chaque produit se compose des profits des proprietaires fonciers, des capitalistes et des
industrieux qui ont contribu& & lui donner l’existence. C’est ce qui fait que le revenu de
la societ£ est Egal & la valeur brute qui a &t& produite, et non, comme l’imaginait lasecte des
€conomistes, au produit net des terres... S'iln’y avait de revenus dans une nation que
V’excedent des valeurs produites sur les valeurs consomme&es, il r&sulterait de lä une conse-
quence veritablement absurde: c’est qu’une nation qui aurait consomme& dans son annee
autant de valeurs qu’elle en aurait produit, n’aurait point de revenu. ([Say,] 1. c., t. 11,

p:63, 64.) e

### Viertes Kapitel

124 „The remarkable increase, die in den 50 oder 60 letzten Jahren fast in ganz Europa statt-
fand, hat vielleicht seinen Hauptgrund in der increased productiveness der American
mines, Ein vermehrter Überfluß der precious metals“ {of course infolge des Sinkens ihres
realen Werts} „hebt den Preis der Waren in größrem Verhältnis als den Preis der Arbeit;
it depresses the condition of the labourer und zugleich increases the gains of hisemployer,
der so mehr circulating capital zum Mieten von hands anwendet, und dies befördert
das Wachstum der Bevölkerung... Malthus bemerkt, daß ‚die discovery der mines von
Amerika, während sie den price of corn 3-4mal, den der Arbeit nur 2mal hob...‘ Der
Preis der Waren für home consumption (z.B. Korn) steigt nicht unmittelbar infolge eines
influx of money; aber da der rate of profit in der Agrikultur gegen den der Industrie fällt,
wird Kapital von der erstern der letztern zugewandt: thus all capital comes to yield

1 In der Handschrift: return —° bei Ramsay: the national revenue - ? in der Hand-

schrift: A. Smith .

higher profits than formerly, and a rise of profits is always gleich a fall of wages.“ (John
Barton, “"Observations on the eircumstances which influence the condition of the labouring
classes of society’, London 1817, p.29 sqq.)

125 “There is one sort of labour whieh adds to the value of the subject upon which it is
bestowed: there is another which has no such effect. The former, as if produces a value,
may be called productive; the latter, unproductive labour. Thus the labour of a manufac-
turer adds, generally, to the value of the materials which he works upon, that of his own
maintenance, and, of his master’s profit. The labour of a menial servant, on the contrary,
adds to the value of nothing. Though the manufacturer has his wages advanced to him
by his master, he, in reality, costs him no expence, the value of those wages being generally
restored, fogether with a profit, in the improved value of the subject upon which his
labour is bestowed. But the maintenance of a menial servant never is restored. A man
grows rich by employing a multitude of manufacturers: he grows poor, by maintaining
a multitude of menial servants."” ([A.Smith,] 5. /I, ch. III - vol. Il, ed. McCulloch -,
p-93 sq.)

126 “If the quantity of food and clothing, which were... consumed by unproductive, had

been distributed among productive hands, they would have re-produced, together with a
profit, the full value of their consumption.” (l. c. p. 109; 1. II, ch. III.)

129 “That part of the annual produce of the land and labour of any country which replaces a
capital, never is immediately employed to maintain any but productive hands. It pays the
wages of productive labour only. That which is immediately destined for constituting a
revenue either as profit or as rent, may maintain indifferently either productive or un-
productive hands.’ (I. c. p. 98.) “Whatever part of his stock a man employs as a capital,
he always expects it to be replaced to him with a profit. He employs it, therefore, in
maintaining productive hands only; and after having served in the function of capital to
him, it constitutes a revenue to them. Whenever he employs any part of it in maintaining
unproductive hands of any kind, that part is, from that moment, withdrawn from his capi-
tal, and placed in his stock reserved for immediate consumption.”” (l. c.)

130 “The labour of some of the most respectable orders in the society is, like that of menial
servants, unproductive of any value... The sovereign, for example, with all the officers
both of justice and war who serve under him, the whole ariny and navy, are unproductive
labourers. They are the servants of the public, and are maintained by a part of the annual
produce of the industry of other people... In the same class must be ranked ... church-
men, lawyers, physicians, men of letters of all kinds; players, buffoons, musicians, opera-
singers, opera-dancers, etc.” (l. c. p. 94, 9.)

131 “The labour of a menial servant” (...)“... adds to the value of nothing ... the maintenance
of a menial servant never is restored. A man grows rich by employing a multitude of manu-
facturers: he grows poor, by maintaining a multitude of menial servants. The labour of the
latter, however, has its value, and deserves its reward as well as that of the former. But the
labour of the manufacturer fixes and realizes itself in some particular subject or vendible
commodity, which lasts for some time at least after that labour is past. It is, as it were, a cer-
tain quantity of labour stocked and stored up to be employed, if necessary, upon some
other occasion. That subject, or what is the same thing, the price of that subject, can
afterwards, if necessary, put into motion a quantity of labour equal to that which had
eriginally produced it. The labour of the menial servant, on the contrary, does not
fix or realize itself in any particular subject or vendible commodity. His services generally

perish in the very instant of their performance, and seldom leave any trace or value behind
them, for which an equal quantity of service could afterwards be procured. ... The labour
of some of the most respectable orders in the society is, like that of menial servants,
unproductive of value, and does not fix or realize itself in any permanent subject, or vendible
commodity.” (l. c. p. 93, 94 passim.)

131 “It is” (die labour des unproductive labourer) “unproductive of value”, “adds to the
value of nothing”, “the maintenance” (of the unproductive labourer) “never is restored’,
“does not fix or realize itself in any particular subject or vendible commodity”. ... “His ser-
vices generally perish in the very instant of their performance, and seldom leave any trace
or value behind them, for which an equal quantity of service could afterwards be pro-
cured” ... “it does not fix or realize itself in any permanent subject, or vendible commodity.”

132 «Premitrement, on convient que cette classe) (...) (reproduit annuellement la valeur de sa
propre consommation annuelle, ei continue au moins l’existence du fonds ou
capital qui la tient employee etla fait subsister... A la verite, les fermiers et les
ouvriers de lacampagne, outre le capital qui les fait travailler et subsister, reproduisent
encore annuellement un prodizit net, une rente franche et quitte au proprietaire ...letra-
vail des fermiers et ouvriers de la campagne est assur&ment plus productif que celui des
marchands, des artisans et des manufacturiers. Avec cela, la sup£riorite du produit de
l’une de ces classes ne fait pas que l’autre soit sterile et non productive.» (l.c.,t. III, p.530

[Garnier].)
133 ... continue au moins l’existence du fonds ou capital qui la tient employe&e.»

133 «Secondement,) ... (sous ce m&me rapport, il parait aussi tout-ä-fait impropre de conside&-
rer des artisans, manufacturiers et marchands, sous le m&me point de vue que de simples
domestiques. Le travail d'un domestique ne continue pas l’existence du fonds qui lui fournit
son emploi et sa subsistance. Ce domestique est employe et entretenu finalement aux depens de
son maitre, et le travail qu’il fait n'est pas de nature d pouvoir rembourser cette depense. Son
ouvrage consiste en services qui, en general, perissent et disparaissent d l’instant m&me ou ils
sont rendus, qui ne se fixent ni ne se realisent en aucune marchandise qui puisse se vendre et
remplacer la valeur de leur subsistance et de leurs salaires. Au contraire, le travail des artisans,
marchands et manufacturiers se fixe et se realise naturellement en une chose venale et dchan-
geable. C’est sous ce rapport que, dans le chapitre oü je traite du travail productif et du
travail non prodactif, j’ai classe les artisans, les manufacturiers et les marchands parmi les
ouvriers productlifs, et les domestiques parmi les ouvriers steriles et non productifs.» (l.c.

p- 531)
134 ... ten une chose venale et &changeable», «en une! marchandise qui puisse se vendre et rem-
placer la valeur de leur subsistance et de leurs salaires.»

134 ... «qui lui fournit son emploi et sa subsistance.>

135 ... “his services generally perish in the very instant of their performance etc.” [A.Smith,
“An Inquiry into the Nature and Causes ofthe Wealth of Nations’ ...ByJ.R.McCulloch,
vol. II, Edinburgh 1828, p.94.]

136 ... “services perish in the very instant of their performance” ... “any permanent” (...)
“subject, or vendible commodity.” Jl.c. p.94.}

1 In der Übersetzung Garniers: aucune

138 «Troisiemement, dans toutes les suppositions, il semble impropre de dire que letravail des
artisans, manufacturiers et marchands n’augmente pas le revenu reel de la societe. Quand
m&me nous supposerions, par exemple, comme on le fait dans ce syst&me, que la valeur de
ce que consomme cette classe dans un jour, un mois, une ann&e, est precisement &galä ce
qu’elle produit dans ce jour, dans ce mois, dans cette ann&e, cependant il ne s’ensuivrait
nullement de lä que son travail n’ajoutät rien au revenu reel de la societ£, A la valeur reelle
du produit annuel des terres et du travail du pays. Par exemple, un artisan qui, dans les
six mois que suivent la moisson, ex&cute pour la valeur de 10 livres d’ouvrage, quand
mö&me il aurait consomm& pendant le m&me tems pour la valeur de 10 livres de bl& et
d’autres denr&es n&cessaires ä la vie, neanmoins, dans la r£alit&, il ajoute une valeur de
10 livres au produit annuel des terres et du travail de la societe. Pendant qu’il a consomm&
une demi-ann&e de revenu valant 10 livres, en bl& et autres denr&es de premiere n&cessite,
ila en m&me tems produit une valeur &gale en ouvrage, laquelle peut acheter pour lui ou
pour quelque autre personne une pareille demi-ann&e de revenu. Par consequent la valeur
de ce qui a &t& tant consomm& que produit pendant ces six mois, est &gale non ä 10, mais ä
20 livres. Il est possible, ä la verit&, que de cette valeur il n’en ait jamais existe, dans un
seul instant, plus de 10 livres en valeur ä la fois. Mais si les 10 livres vaillant, en ble et
autres denr&es de n&cessit€ ont &t& consommees par cet artisan, eussent &t& consomme&es
par un soldat ou par un domestique, la valeur de la portion existante du produit annuel,
au bout de ces six mois, aurait &t& de 10 livres moindre de ce qu’elle s’est trouvee &tre,
en cons&quence du travail de l’ouvrier. Ainsi, quand m&me on supposerait que la valeur
produite par l’artisan n’est jamais, ä quelgue moment que ce soit, plus grande que lavaleur
par lui consomme&e, cependant la valeur totale des marchandises actuellement existantes
dans le marche, ä quelque moment qu’on la prenne, se trouve &tre, en consequence de

ce qu’il produit, plus grande qu’elle ne l’aurait &t& sans lui.» (l.c., t. Il, p. 531-533
[Garnier].)

139 «Quand les champions de ce syst&me avancent que la consommation des artisans, inanu-
facturiers et marchands est &gale d la valeur de ce qu'ils produisent, vraisemblablement
ils n’entendent pas dire autre chose, sinon que le revenu de ces ouvriers ou le fonds
destine & leur subsistance est &gal d cette valeur» (viz: la valeur de ce qu'ils produisent}.

(l.c. p. 533)

139 «Le produit annuel des terres et du travail d’une soci&t& ne peut recevoir d’augmentation
que de deux manitres; ou bien, premierement, par un perfectionnement survenu dans les
faculies productives du travail utile actuellement en activit& dans cette societ&; ou bien,
secondement, par une augmentation survenue dans la quantite de ce travail. Pour qu'il sur-
vienne quelque perfectionnement ou accroissement de puissance dans les facultes produc-
tives du travail utile, il faut, ou que l’habilite de l'’ouvrier se perfectionne, ou que l’on perfec-
tionne les machines avec lesquelles il travaille ... L’augmentation dans la quantite de travail
utile actuellement employ& dans une societ&, depend uniquement de l’augmentation du
capital qui le tient en activite; et, A son tour, l"augmentation de ce capital doit ötre precisement
egale au montant des Epargnes que font sur leurs revenus, ou les personnes qui dirigent et
administrent ce capital, ou quelques autres personnes qui le leur pr&tent.» (p. 534, 535.)

141 «Le commerce qui s’&tablit entre ces deux differentes classes du peuple,» (campagne und
ville) <consiste, en dernier r&sultat, dans l’Echange d'une certaine quantite de produit brut,
contre une certaine quantit& de produit manufacture. Par consequent, plus celui-ci est
cher, plus l’autre sera & bon march&; et tout ce qui tend dans un pays A &lever le prix du

produit manufactur6, tend & abaisser celui du produit brut de la terre, et par-lä ä d&cou-
rager l’agriculture.» (Smith, 1. c. p. 554.)

141 “The labour of the latter ... has its value, and deserves its reward as well as that of the
former.” [A. Smith, “An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations...”
By J.R.McCulloch, vol. II, Edinburgh 1828, p. 94.)]

143 ... «la richesse des nations comme ne consistant pas dans ces richesses non consommables
d’or et d’argent, mais dans les biens consommables reproduits annuellement par le travail

de la societe.» (v. III, 1. IV, ch. IX, p. 538 [Garnier].)

144 «En r&servant» (sagt Blangui, A., «Histoire de l’&con. polit.», Bruxelles 1839, p. 152) «exlu-
sivement la qualit& de richesses aux valeurs fix&es dans des substances mat£rielles, il raya
du livre de la production cette masse illimit&e de valeurs immate£rielles, files du capital
moral des nations civilisees» etc.

147 «L’une change toujours son travail contre le capital d’une nation, l’autre l’&change
toujours contre une partie de revenu national.) (Sismondi, «Nouv. princ.», t. I, p. 148.)

147 „Obgleich der ouvrier durch seine tägliche Arbeit viel mehr als seine tägliche depense
hervorgebracht hat, ist es selten, daß nach Teilung mit Grundbesitzer und Kapitalist ihm
etwas Erkleckliches über das strict necessaire übrigbleibe.“ (Sismondi, t. I, «N,P. etc.»,
p. 87.)

147 “If a landlord, or a capitalist, expends his revenue in the manner of an ancient baron,
in the support of a great number of retainers, or menial servants, he will give employment
to much more labour, than if he expended it on fine clothes, or costly furniture; on car-
riages, on horses, or in the purchase of any other luxuries. In both cases the net revenue
would be the same, and so would be the gross revenue, but the former would be realised
in different commodities. If my revenue were 10 000 /., the same quantity nearly of pro-
ductive labour would be employed, whether I realised it in fine clothes and costly furni-
ture, etc, or in a quantity of food and clothing of the same value. If, however, I realised
my revenue in the first set of commodities, no more labour would be consequently em-
ployed: - I should enjoy my furniture and my clothes, and there would be an end ofthem;
but if I realised my revenue in food and clothing, and my desire was to employ menial
servants, all those whom I could so employ with my revenue of 10 000 !., or with the food
and clothing which it would purchase, would be to be added to the former demand for
labourers, and this addition would take place only because I chose this mode of expending
my revenue, As the labourers, then, are interested in the demand for labour, they must
naturally desire that as much of the revenue as possible should be diverted from expen-
diture on luxuries, to be expended in the support of menial servants.” (Ricardo, “Princ.”,

3. ed., 1821, p. 475, 476.)

148 „Er meint hiermit, daß die erste Volksklasse from land, arts, and industry sich selbst
erhält und jedes Jahr etwas zum nationalen Stock hinzufügt; und abgesehn hiervon kon-
tribuiert von ihrem Überfluß jedes Jahr so much to the maintenance of others. Die von
der zweiten Klasse halten sich teilweise selbst by labour, aber der Rest, wie die Weiber
und Kinder dieser, sind auf Kosten der andern genährt; jährliche Last für das Publikum,
consuming annually so viel as would be otherwise added zum Generalstock der nation.“
(D'Avenant, “An Essay upon Ihe probable methods of making a people gainers in the balance
of trade”, London 1699, p. 23 und p. 50.)

149 „Die Exportation unsres eignen Produkts muß England reich machen; Gewinner zu sein
in der Handelsbilanz, müssen wir unser eignes Produkt ausführen; what will purchase the
things of foreign growth that are needful for our own consumption, with some overplus
either in bullion or goods to be sold in other countries; which overplus isthe profit a nation
makes by trade, and it is more or less according to the natural frugality of the people that
export“ (...) „or as from the low price of labour and manufacture they can afford the
commodity cheap, and at a rate not to be under-sold in foreign markets.“ (D’Avenant, 1. c.
p. 45, 46.)

{By what is consumed at home, one loseth only what another gets, und die Nation
im allgemeinen ist um nichts reicher; aber all foreign consumption is a clear and certain

profit.” (“An Essay on the East India Trade etc.” , Lond. 1697 {p. 31].)}
149 „Gold und Silber sind in der Tat das Maß des Handels, aber die Quelle und das original

of it, in all nations, ist das natürliche oder künstliche Produkt des Landes, d.h., was ihr
Land oder was ihre Arbeit und Industrie produzieren. Und dies ist so wahr, daß eine
Nation durch irgendeinen Umstand jeder Art von Geld verlustig gehn kann, wenn das
Volk zahlreich ist, industriell, gewandt im Handel, geschickt in sea affairs; mit guten
Häfen versehn, mit einem Boden, fruchtbar in a variety of commodities, wird solch ein
Volk Handel haben und bald a plenty of silver and gold. So daß der reelle und effective
Reichtum eines Landes das native Produkt ist.“ (l.c. p. 15.) „Gold und Silber sind so
weit entfernt, die einzigen Dinge zu sein, die den Namen von Schatz oder Reichtum
einer Nation verdienen, daß in Wahrheit Geld ist at bottom nicht mehr als die counters,
womit Menschen in ihren dealings gewohnt worden sind zu rechnen.“ (l. c. p. 16.) „Wir
verstehn das unter Reichtum, was the Prince and the general body seines Volkes in plenty,
ease und safety erhält; ebenso ist treasure, was for the use of man verwandelt“ (convert-
ed) „worden ist für Gold und Silber in Gebäude und improvements of the country; as
also other things convertible into those metals, as the fruits of the earth, manufacturers, or
foreign commodities, and stock of shipping... Ja, selbst perishable goods may be held ihe
riches of a nation, wenn sie konvertibel, obgleich nicht converted sind in Gold und Silber;
und wir halten sie nicht nur für Reichtum zwischen man and man, sondern zwischen
einem Land und einem andren.“ (l. cc. p. 60, etc.) „Das common people ist der Magen
des body politick. Dieser Magen“ nahm in Spanien das Geld nicht gehörig auf, |]318|
verdaute es nicht... „trade and manufactures sind die einzigen Media, wodurch solch
eine Digestion und Distribution von Gold und Silber gemacht werden kann, as will be
nutritive to the body politick.“ (l. c. p. 62, 63.)

150 „Landbauer, Seeleute, Soldaten, artizans und Kaufleute sind die wahren pillars of any
common wealth; alle andern großen professions do rise out of the infirmities and mis-
carriages of these; now the seaman is three of these four“ (navigator, merchant, soldier).
([Petty,] „Polit. Arithmetick etc.“, London 1699, p.177.) „Die Arbeit des Seemanns und
Fracht der Schiffe ist stets von der Natur of an exported commodity, the overplus whereof,
above what is imported, brings home money etc. (l. c. p. 179.)

150 „Die, welche den Seehandel kommandieren, können work zu wohlfeilerer Fracht mit
mehr Profit als andre zu größerer (teurerer Fracht); denn wie das Kleid wohlfeiler ge-
macht wird, wenn der eine etc., der andre etc. tut, so können die, welche den Schiffs-
handel kommandieren, verschiedne Arten von Schiffen zu verschiednen Zwecken bauen,
Seeschiffe, Fluß-, Handels-, Kriegs- etc. -schiffe, und dies ein Hauptgrund der wohl-
feileren Fracht [der Holländer] als ihrer Nachbarn, weil sie can afford a particular sort of
vessels for each particular trade.“ (l. c. p.179, 180,)

150 Nimmt die Steuer von den Industriellen etc., um zu geben denen, die sich überhaupt in

151

151

einer Art beschäftigen, „which produce no material thing, or things of real use and value
in the common wealth - in diesem Fall wird der Reichtum publici vermindert: Otherwise
than as such exercises, are recreations and refreshments of the mind; and which being
moderately used, do qualify and dispose men to what in itself is more considerable.“ (l.c.
p- 198.) „Nachdem man berechnet, wieviel Volk zur industriellen Arbeit nötig, kann the
remainder weidlich und ohne Schaden für die Gemeinheit verwandt werden in the arts
and exercises of pleasure and ornament; the greatest whereof is the improvement of natural
knowledge.“ (l. c. p. 199.) „Es ist mehr zu gewinnen durch Manufaktur als Landwirtschaft
und mehr durch merchandise als manufacture.“ (l. c. p. 172.) „Ein Seemann ist 3 Bauern

wert.“ (p. 178.)

“]f a man can bring to London an ounce of Silver out of the earth in Peru, in the same
time that he can produce a bushel of corn, then one is the natural price of the other; now
if by reason of new and more easier mines a man can get two ounces of silver as easily
as formerly he did one, then Corn will be as cheap at 10 sh. the bushel, as it was before
5 sh. caeteris paribus.”’ “Let a hundred men work 10 years upon corn, and the same
number of men the same time, upon silver; I say, that the neat proceed of the silver is
the price of the whole neat proceed of the corn, and like parts of the one, the price of
like parts of the other.” “Corn will be twice as dear when there are 200 husbandmen to
do the same work which a hundred could perform.” (“On Taxes and Contributions””, 1662)
(ed. 1679, p. 31, 24, 67.)

“As trades and curious arts increase; so the trade of husbandry will decrease, or else the
wages of husbandmen must rise, and consequently the rents of land must fall.’’ (p. 193.) “If
trade and manufacture have increased in England ... if a greater part of the people, apply
themselves to those faculties, than there did heretofore, and if the price of corn be no
greater now, than when husbandmen were more numerous, and tradesmen fewer; it
follows from that single reason ... that the rents of land must fall: Z.B. unterstelle den
Weizenpreis zu 5 sh. or 60 d. per bushel, und wenn die Rente des Landes, worauf es
wächst, der dritte sheaf” (i.e. part, share) “ist; dann ist von den 60.d. 20.d. für das
Land und 40 d. für den husbandman; aber wenn der Lohn des husbandman sich um
1/a erheben sollte oder von 8 zu 9d. per Tag, dann erhebt sich der husbandman’s share
in the bushel of wheat, from 40 to 45 d. and consequently the rent of the land must fall
from 20 d. to 15 d. for we suppose the price of the wheat still remains the same; especially
since we cannot raise it, for if we did attempt it, corn would ||3471] be brought in to us, (as
into Holland) from foreign parts, where the state of husbandry was not changed.”

(“Polit. Arithmetick”, etc., edit. Lond, 1699, p.193, 194.)

152 «Supposons qu’un homme plante du? bl&, avec ses mains, une certaine &tendue de terre,

c’est-A-dire, laboure, seme, herse, r&colte, engrange, vanne, en un mot, fasse tout ce que
la culture exige, je dis que, quand cet homme a retir€ sa semence et tout ce qu’il a mange
ou donne & d’autres en &change de ses vetemens et de ses autres besoins naturels, ce qui
reste de bl& est la veritable rente de la terre pour cette ann&e; et le medium de sept ann&es,
ou plutöt du nombre d’ann&es dans lesquelles la cherte ei l’abondance font leur revolution,
donne la rente ordinaire de la terre cultivee en ble. Mais une question ulterieure et colla-
terale peut &tre, combien d’argent vaut ce bl& ou cette rente? Je r&ponds qu’il en vaut

1 Bei Ganilh: en

autant qu'il en resterait A un autre individu qui emploierait le mieux son temps pour aller
dans le pays de mines, pour en extraire le minerai, pour le raffiner, le convertir en monnaie
ct le rapporter au m&me lieu oü l’autre individu a sem& etrrecueilli son ble&. La somme res-
tante & cet individu, apr&s le prelevement de toutes ses d&penses, serait parfaitement &gale
en valeur & celle du bl& qui resterait au cultivateur.» («Traite des taxesi[, p. 23, 24.)

152 „Sources of enjoyment können akkumuliert und aufgehäuft werden; Genuß selbst nicht,
Der Reichtum eines Landes besteht aus der Totalsumme der permanent sources of
enjoyment, seien sie materiell oder immateriell, contained in it; und Arbeit oder Ausgabe,
welche strebt zu vermehren or keep up these permanent sources,ist produktiv zu nennen.“
(J.St.Mill, „Essays on some unsetiled questions of polit. econ.“, London 1844, p. 82.) „Was
der Mechaniker oder Spinner verzehren, während sie ihren Dreck lernen, ist consumed
productively, d.h. seine Konsumtion strebt nicht zu vermindern, sondern zu vermehren
the permanent sources of enjoyment in the country, by effecting a new creation of those
sources, more than equal to the amount of the consumption.“ (l. c. p. 83.)

153 ... «travail productif ... celui qui se realise sur un objet, celui qui laisse apr&s soi des
traces de sonop£ration et dont leproduitpeut &tre lamatitred’une vente ou d’un &change.»

(IA. Smith,] 1. c., t. V, p. 169.)

153 «Cette distinction est fausse, en ce qu'elle porte sur une difference qui n’existe pas. Tout
travail est productif dans le sens dans lequel l’auteur entend ce mot productif. Le travail de
une comme de l’autre de ces deux classes est &galement productif de quelque jouissance,

commodite ou utilit€ pour la personne qui le paie, sans quoi ce travail ne trouverait pas de
salaire.» [l. c. p. 171.]

154 «Le domestique qui est ämon service, qui allume mon feu, qui me coiffe, qui nettoie et
entretient mes habits et mes meubles, qui pr&pare mes alimens, etc. rend des services abso-
Iument du m&me genre que la blanchisseuse ou la lingere, qui nettoie et entretient le linge de
ses pratiques; ... que le traiteur, rötisseur ou cabaretier, qui fait son metier de pr&parer
des alimens aux personnes auxquelles il convient mieux de venir manger chez lui; que le
barbier, le coiffeur etc.» (...) «qui rendent des services immediats; que le macon enfin,
le couvreur, le menuisier, le vitrier, le fumiste etc,, etc. et cette foule d’ouvriers employes
aux bätimens, qui viennent lorsqu’ils sont appeles pour faire des raccommodages et
reparations, et dont le benefice annuel consiste autant en ouyrages de simple r&paration
et entretien, qu’en constructions nouvelles.» (l. c. p. 171/172.)

154 «Ce genre de travail consistemoins ä produire qu’&ä conserver; il amoinspourbut d’ajouter
äla valeur des sujets auxquels il s’applique, que de prevenir leur deperissement. Tous ces
travailleurs, y compris le domestique, epargnent a celui qui les paie, le travail d’entretenir sa
propre chose.» |l. c. p. 172.]

154 ...«C’est pour cela et pour cela seul le plus souvent qu’ils travaillent;» (...) sainsi, ou ils
sont tous productifs, ou aucun d’eux n’est productif.» (l. c. p. 172.)

155 ... le travail d’un commis-inspecteur ou directeur d’une entreprise particuliere de com-
merce ou de manufacture, et comme non productif, celui de l’administrateur, qui, veillant
& l’entretien des routes publiques, des canaux navigables, des ports, des monnaies et
‚autres grands instrumens destin&s A animer l’activite du commerce, veillant & la sürete des
transports et des communications, ä l’ex&cution des conventions, etc. peut, & juste titre,
&tre regard& comme le commis-inspecteur de la grande manufacture sociale? C’est un travail
absolument de m&me nature, quoique dans des proportions plus vastes.» (p. 172, 173.)

155 «Les uns et les autres ont, pour dernier terme de leur travail, une consommation du meme
genre. Si la fin que se proposent les uns, ne merite pas d’&tre compt&e au nombre des
produits du travail de la societ€, pourquoi traiterait-on plus favorablement ce qui n'est
autre chose qu’un moyen pour arriver d cette fin?» (l. c. p. 173.)

156 «La seule difference gensrale qu’on puisse, & ce qu’il semble, observer entre les deux
classes imagindes par Smith, c’est que dans ceux de la classe qu’il nomme productive,
ilya ou il peut toujours y avoir quelque personne intermediaire entre le travailleur de la chose
et celui qui la consomme; au lieu que, dans celle qu’il nomme non productive, il ne peut y
avoir aucun intermediaire, et que la relation est necessairement directe et immediate entre le
salarie et le consommateur. ]l est &vident qu’il y a necessairement une relation directe et
immediate entre celui qui use de l’experience du medecin, de l’habilit& du chirurgien, du
savoir de l’avocat, du talent du musicien ou de l’acteur, ou enfin des services du domesti-
que, et entre chacun de ces differens salaries au moment de leur travail; tandis que dans
les professions qui composent l"autre classe, la chose d consommer &tant materielle et pal-
pable, elle peut ötre l’objet de plusieurs echanges intermediaires avant d’arriver de la personne
qui travaille, & celle qui consomme.» (p. 174.)

157 «Encore faudrait-il deduire toujours de sa classe productive tous les ouvriers dont le
travail consiste purement ä netoyer, entretenir, conserver ou r&parer des choses finies, et
ne fournit pas par cons&quent de produit nouveau dans la circulation.» (p. 175.)

158 «C'est par suite de cette difference que la classe non productive, ainsi que Smith l’a observ£,
ne subsiste que de revenus. En effet, cette classe n’admettant aucun intermediaire entr'elle
et celui qui consomme ses produits, c’est-A-dire, celui qui jouit de son travail, elle est
immediatement pay&e par le consommateur; or, celui-ci ne paie qu’avec des revenus. Au
contraire, les ouvriers de la classe productive &tant, pour l’ordinaire, pay&s par un inter-
mediaire qui se propose de faire un profil sur leur travail, sont le plus souvent payes par un
capital, Mais ce capital est toujours en döfinitif remplac£ par le revenu d’un consomma-
teur, sans quoi il ne circulerait point et des-lors ne rendrait aucun profit & son possesseur.»

Ip. 175.]

169 «Toutce qu’on peut conclure de cette difference, c'est que, pour employer les gens produc-
tifs, il faut non-seulement le revenu de celui qui jouit de leur travail, mais encore un capital
qui donne des profits aux intermediaires, au lieu que pour employer les gens non productifs, il
suffhit le plus souvent du revenu qui les paie.» (I. c. p. 175.)

169 ... «que pour employer les gens non productifs, il suffit le plus souvent du revenu qui les
paie...»

169 «Pour employer les gens productifs, il faut non-seulement le revenu de celui qui jouit de
leur travail, mais encore un capital qui donne des profils aux intermediaires.» |l. c. p. 175.]

170 «Encore beaucoup d’ouvriers non productifs, tels que les com&diens, musiciens, etc.
ne recoivent-ils leurs salaires le plus souvent que par le canal d'un directeur qui tire des
profts du capital plac& dans ce genre d’entreprise?» (l. c. p. 175, 176.)

170 «Il s’ensuit donc que, dans une societe oü la classe productive est tr&s-multipliee, on doit
supposer qu’il existe une grande accumulation de capitaux dans les mains des inter-
medtaires ou entrepreneurs de travail.» (l. c. p. 176.)

171 «Ce n’est donc pas, comme le pr&tend Smith, la proportion existante entre la masse des
capitaux et celle des revenus, qui d&terminera la proportion entre la classe productive et la

classe non productive. Cette derniere proportion semble dependre bien d'avantage des
meurs et des habitudes de peuple; du degr& plus ou moins avanc& de son industrie.»

(p. 177.)

172 «A nombre &gal d’individus, aucune classe ne contribue plus que celle des domestiques,
* A convertir en capilaux des sommes proc&dant du revenu!.r (p. 181.)

172... «un homme qui a observ& avec autant de sagacit@, nicht höher schätzt “cet interme&-
diaire plac€ pres du riche, pour recueillir les debris du revenu que celui-ci dissipe avec
tant d’insouciance.» (l. c. p. 182, 183.)

172... *cr&e encore une valeur nouvelle, une valeur qui n’existait pas dans la societ&, mäme en
&quivalent, au moment oüi ce travail a commence son operation; et c’est cette valeur qui
fournit une rente au propritaire du sol.» (l. c. p. 184.)

172 ... *cr&er une valeur nouvelle ... qui n’existait pas dans la societe, m&me en &quivalent,
au moment oü ce travail a commence son op£ration.)

173 «La fortune d’un individu se grossit par l’€pargne; la fortune publique ax contraire, recoit
son accroissement de l’augmentation des consommattons.) (G. Garnier, «Abrege elementaire

des Principes de l’Economie Politiguev, Paris 1796, p. XL.)

173 «L’amendement et l’extension de la culture et par suite des progr&s de l’industrie et du
commerce n’ont pas d'autre cause que l’extension des besoins artificiels.» (l. c. p. 240.)

173 «Je remarque seulement ... que l’on ne devra pas considerer comme essentielle et tres-
exacte la dinstinction de Smith entre le travail productif et le travail improductif, si l’on fait
attention que le travail d’autrui en gen£ral ne produit jamais pour nous qu’une &conomie
de temps, et que cette &conomie de temps est tout ce qui constitue sa valeur et son prix.®
(Schmalz, «Economie Politique, trad. par Henri Jouffroy etc.», t. I, 1826, p. 304.)

173 «Le menuisier, par exemple, qui me fait une table, et Je domestique qui porte mes lettres&
la poste, qui bat mes habits, ou qui cherche pour moi les choses qui me sont n&cessaires,
me rendent l’un et l’autre un service absolument dem&menature; l’un et l'autrem’&pargne
et le temps que je serais oblig€ d’employer moi-m&me & ces occupations, et celui qu’il
m’aurait fallu consacrer & acquerir l’aptitude et les talents qu’elles exigent.»° (p. 304)

173 «Ce syst&me» (de Quesnay) «fait aux artisans et m&me aux simple consommateurs un m£rite
de leurs consommations; par le motif, que ces consommations contribuent, quoique d’une
manitre indirecte et mediate, ä augmenter le revenu national, puisque, sans ces consomma-

3 Bei Smith: de revenus) - ? der deutsche Originaltext lautet: „Eben so wenig will ich
rügen, daß der Unterschied, den Smith zwischen productiver und nicht-productiver Ar-
beit macht ganz unwesentlich sich darstelle, wenn man nur erwäget, welchen Werth die Ar-
beit Andrer überhaupt eigentlich habe, nemlich, daß sie bloß uns Zeit erspare.“ (Schmalz,
„Staatswirthschaftslehre in Briefen an einen teutschen Erbprinzen“, Erster Teil, Berlin
1818, S. 274) — ? der deutsche Originaltext lautet: „Der Tischler, welcher mir einen Tisch
verfertigt und der Bediente, welcher mir Briefe auf die Post trägt, meine Kleider reinigt und
meine Bedürfnisse hohlt, beide thun mir ganz gleichen Dienst; sie ersparen mir die Zeit,
und zwar zwiefache Zeit; die erste die, welche ich izt aufwenden müßte, um das selbst zu
"thun; die zweite die, welche ich hätte anwenden müssen; um die Geschicklichkeit dazu

mir zu erwerben.“ (S. 274, 275.) -

tions, les objets consommes n’auraient pas &ie produits par le sol et n’auraient pu Etre ajoutes
au revenu du proprietaire foncier.»* (p. 321.)

174 «Dans l’&tat actuel de la civilisation, le travail ne nous est connu que par l’&change...»
(Ch.Ganilh, «Des systömes d’econ. pol.», t. 1, Paris 1821, p.79.) «Le travail sans &change ne
peut produire aucune richesse.» (l. c. p. 8.1)

174 ... «la richesse derive exclusivement du commerce.» (l. c. p. 84.)
174 «L’&change ou le commerce donne seul la valeur aux choses.» (l. c. p. 8.)

174 ... “principe de l’identit& des valeurs et de la richesse ... repose la doctrine de la fecondit&
du travail general» (l. c. p. 93.)

174 ... efait deriver la richesse particuliere et generale des valeurs &changeables du travail, soi
que ces valeurs soient ou non fixees dans des objets mat£&riels durables et permanens.»

(l.c.p. 9.)
175 «Systeme commercial, ou l’&change des valeurs du travail general.» (l. c. p. %.)
176 «L’&change donne aux choses une valeur qu’elles n’auraient pas eue sans lui.» (p. 102.)

176 «Les produits les plus utiles peuvent n’avoir aucune valeur si l’&change ne leur en donne
point. (...) «Et les produits les plus inutiles peuvent avoir une tres-grande valeur si
l’&change leur est favorable.» (p. 104.)

177 «La valeur &changee des choses et non leur valeur &changeable constitue la veritable
valeur, celle qui est identique avec la richesse.» (l. c. p. 104.)

177 «Ce n'est donc ni l’utilite reelle des choses, ni leur valeur intrinseque qui en font desriches-
ses; c'est l’Echange qui fixe et determine leur valeur, et c’est cette valeur qui les identifie
avec la richesse.» (l. c. p. 105.)

178 «Il n’y a veritablement des richesses pour les particuliers et pour les peuples, que lorsque
chacun travaille pour tous et tous pour chacunv... (l. c. p. 108)

178... trichesse nationale, qui se compose des valeurs &changeables du travail»... (p. 108.)

178 «Si l’abondance du ble en fait baisser la valeur, les cultivateurs seront moins riches, parce
qu’ils ont moins de valeurs d’&change pour se procurer les choses n£cessaires, utiles ou
agreables & la vie; mais les consommateurs du ble profiteront de tout ce que les cultivateurs
auront perdu: la perte des uns sera compensee par le gain des autres, et la richesse generale
n’£prouvera point de variation.» (p. 108, 109.)

179 «De 1A vient qu’il est difficile, et peut-&tre impossible ä un pays de s’enrichir par le com-
merce interieur. Il n’en est pas tout-A-fait dem&me des peuples qui se livrent aucommerce
avec l’Etranger.? (p. 109.)

180 «T'out travail, quelle que soit sa nature, est productif de la richesse, pourvu qu'il ait une
valeur d’echange.» (I. c. p. 119.) «L’&change n’a aucun &gard, ni ä la quantite, ni & la
materialite, ni ä la permanence des produits.» (l. c. p.121.) «Tous» (les travaux) «sont
egalement productifs de la somme contre laquelle ils ont &t& &chang&s.» (p. 121, 122.)

1 Der deutsche Originaltext lautet: „Ja noch mehr, sie schreibt ihnen selbst ihr Ver-
zehren als ein Verdienst mittelbarer Erhöhung des National-Einkommens zu. Denn wäre
sie nicht, so wäre auch, was sie verzehren, nicht hervorgebracht, oder dem Grund-Eigen-
thümer nicht zu Gute gekommen.“ (S. 287.)

180 «Il n’y a aucune difference entre le travail de l’ouvrier qui fait une commodedont l’&change

181

lui produitun septier de ble, et le travail de menetrier qui lui produit un septier de ble. Des
deux cöt£s il y a un septier de bl€ produit pour payer la commode, et un septier de ble
produit pour payer le plaisir procure par le menetrier. A la verite, apr&s la consommation
du septier de bl& par le menussier, il reste une commode, et apr&s la consommation du
septier de ble par le mänetrier, il ne reste rien; mais combien de travaux r&putes productifs
sont dans le m&me cas! ... ce n’est pas par ce qui reste apres la consommation qu’on peut
juger si un travail est productif ou sterile, c’est par l’Echange ou par la production qui’la fait
naitre. Or, comme le travail du menttrier est, aussi-bien que le travail du menuisier,
la cause de la production d’un septier de ble, tous deux sont egalement productifs d’un
septier de ble, quoique l’un, apres qu'il est fini, ne se fixe et ne se r&alise dans aucun objet
permanent, et que l’autre se fixe et se r&alise dans un objet permanent.» (l. c. p.122,
123.) x

«A. Smith voudrait r&duire le nombre des travailleurs qui ne s’occupent pas utilement,
pour multiplier celui des travailleurs qui s’occupent utilement; mais on n'a pas fait atten-
tion que, si ce d&sir pouvait se r&aliser, toute richesse serait impossible, parce que les
consommateurs manqueraient aux producteurs, et que les exc&dans non consommes ne
seraient pas reproduits. Les classes productives ne donnent pas gratuitement les produits
de leurs travaux aux classes dont les travaux ne donnent aucuns produits materiels» (hier
unterscheidet er also doch selbst travaux qui donnent des produits mat£riels et travaux
qui n’en donnent point); telles les leur donnent en &change des commodites, des plaisirs
ou des jouissances qu’elles en regoivent, et, pour les leur donner, elles sont obligees de les leur
produire. Si les produits mat£riels du travail n’&taient pas employes A salarier les travaux
qui ne donnent point de produits mat£riels, ils n’auraient pas de consommateurs et leur
reproduction cesserait. Les travaux productifs d’agr&ment concourent donc aussi efficacement
4 la production que le travail r&pute le plus productif.» (l. c. p. 123, 124.)

«Presque toujours les commodites, les plaisirs ou les agremens qu’ils> (les peuples)
trecherchent, suivent et ne devancent pas les produits qui doivent les acquitter.» (l. c. p. 125.)
(Scheinen also viel mehr Wirkung als Ursache der produits zu sein qui doivent les
acquitter.) «Il en est autrement lorsque les travaux consacre&s au plaisir, au luxe et au faste,
ne sont pas demandes par les classes productives) (...) «et que cependant elles sont forcees de
les salarier et de prendre ce salaire sur leurs besoins. Alors il peut arriver que ce salaire
force ne fasse pas naitre un surcroit de production.» (l. c. p. 125.) «Hors ce cas ... tout
travail est necessairement productif, et contribue plus ou moins efficacement A la forma-
tion et & l’accroissement des richesses gen£rales, parce qu'il fait naitre necessairement les
produits qui les salarient.» (]. c. p. 126.)

«Si l’echange donne au travail du domestique une valeur de 1000 frs., quand il ne donne
A celui du cultivateur et du manufacturier qu’une valeur de 500 frs., il faut en conclure
que le travail du domestique contribue & la production de la richesse deux fois autant que
celui du cultivateur et du manufacturier; et cela ne peut pas &tre autrement, tant que le
travail des domestiques recoit en paiement deux fois autant de produits materiels que le
travail des cultivateurs et des manufacturiers. Le moyen de concevoir que la richesse
provient du travail qui a le moins de valeur d’Echange et qui par cons@quent est le moins

payeb (l.c. p. 293, 294.)

182 «Vainement objecte-t-on que si le travail des domestiques est aussi productif que celui des

cultivateurs et des manufacturiers, on ne voit pas pourquoi les &conomies generales d'un
pays ne seraient pas employ6es A leur entretien non-seulement sans &tre dissip&es, mais

avec une augmentation constante de valeur. Cette observation! n’est sp&cieuse que parce
qu’elle suppose que la f&condit& de chaque travail r&sulte de sa cooperation d la production
des objetsmateriels, que la production materielle est constitutive de la richesse, et que production
et richesse sont parfaitement identiques. On oublie que toute production n'est richesse que
jusqu’ä concurrence de sa consommation,» fund darum sagt derselbe Bursche eine Seite
später (que tout travail est productifde la richesse, dans laproportionde savaleurd’&change
determinde par l’offre et la demande,» (sie produziert Reichtum, nicht im Maß, wie sie
valeur d’&change produziert, sondern valeur d’echange ist, d.h. nicht nach dem, was sie
produziert, sondern was sie kostet), (que sa valeur respective ne concourt & l’accumula-
tion des capitaux que par l’&conomie et la non consommation des produits que ces valeurs
autorisent ä prendre dans la production generale.»} «et que l’&change determine jusqu'ä
quel point elle contribue d la formation de la richesse. Sil’on se rappelait que tous lestravaux
concourent directement ou indirectement & la production totale de chaque pays, que
l’echange, en fixant la valeur de chaque travail, determine la part qu’il a eue ä la produc-
tion, que la consommation de la production realise la valeur que Jui a donn&e l’Echange, et
que l’excedant ou le deficit de la production sur la consommation determine l’&tat de la
richesse ou de la misere des peuples, on sentirait combien il est incons&quent d’isoler
chaque travail, de fixer sa fertilit& et sa fecondit& par son concours d la production materielle
ei sans aucun dgard d sa |]364| consommation, qui seule Iui donne une valeur, valeur sans la-
quelle la richesse ne peut exister.» (l. c. p. 294,295)

186 «Quand un pays est priv& du secours desmachines, et que son travail se fait ä force de bras,

les classes laborieuses consornment la presque totalit& de leurs productions. A mesure que
l’industrie fait des progr&s, qu’elle se perfectionne par la division du travail, par l’habilete
des ouvriers, par l’invention des machines, les frais de la production diminuent, ou, en
d’autres termes, il faut un moindre nombre d’ouvriers pour obtenir une plus grande pro-

duction.» ([Ganilh,] 1. c., t. I, p. 211, 212.)

«Tant que la division du travail n’est pas &tablie dans toutes ses branches, tant que toutes
les classes de la population laborieuse et industrieuse n’ont pas atteint le terme de leur
complement, l’invention des machines, et leur emploi dans certaines industries, ne font
que refluer les capitaux et les ouvriers deplac&s par les machines, dans d’autres travaux
qui peuvent les employer utilement. Mais il est &vident que quand tous les travaux ont le
capital et les ouvriers qui leur sont necessaires, tout perfectionnement ulterieur, toute
machine nouvelle qui abrtgent le travail, reduisent necessairement la population labo-
rieuse; et comme sa r&duction ne diminue point la production, la part qu’elle laisse
disponible accroit ou au profit des capitaux, ou ä la rente de la terre; et par cons&quent
l’effet naturel et necessaire des machines est de diminuer la population des classes salariees
qui vivent du produit brut, et d’augmenter la population des classes qui vivent du produit
net» (l.c.p. 212.)

«Le deplacement de la population d’un pays, effet necessaire des progr&s de l’industrie, est
la veritable cause de la prosp£rite, de la puissance et de la civilisation des peuples moder-
nes. Plus les classes inferieures de la societ& decroissent en nombre, moins elle doit
s’inquieter des dangers auxquels l’exposent sans cesse les besoins, l’ignorance, la eredulit&
et la superstition de ces classes infortunees; plus les classes superieures se multiplient,
plus l’&tat a de sujets ä sa disposition, plus il est fort et puissant, plus il a y dans toute la
population de lumi£res, de raison et de civilisation.» (l. c. p. 213.)

1 Bei Ganilh: objection

192 «Le revenu net d’un particulier se compose de la valeur du produit auquel il a concouru....
moins ses debourses; mais comme les debours&s qu’il a faits sont des portions de revenu
qu'il a payees & d’autres, la totalite de la valeur du produit a servi d payer des revenus. Le
revenu total d’une nation se compose de son produit brut, c’est-A-dire, de la valeur brute de
tous ses produits qui se distribue entre les producteurs.» [71]

192 «Cette valeur, apres plusieurs &changes, se consommerait tout entiere dans l’annee qui l’a
vue naitre, qu’elle n’en serait pas moins encore le revenu de la nation; de m&me qu'un
particulier quia 20[000] frs. de revenu annuel, n’a pas moins 20 000 frs. de revenu annuel,
quoiqu’il le mange tout entier chaque ann&e. Son revenu ne se compose pas seulement de
ses epargnes.» [71]

193 «Le seul produit net» ... «et ceux qui le consomment composent sa) (de l’&tat) “richesse
et sa puissance, et concourent ä sa prosperite, A sa gloire et ä sa grandeur.» (].c. p. 218.)

193 «Cela ressemble tout-a-fait & la doctrine des &conomistes du 18° siöcie, qui pretendaient
que les manufactures ne servaient nullement & la richesse de l’&tat, parce que la classe
salariee, consommant une [370] valeur &gale ä celle qu’elle produisait, ne contribuait en
rien & leur fameux produit net.» [l. c. p. 219.]

194 «Il n’est pas facile d’apercevoir quelque rapport entre l’assertion des &conomistes, que la
classe industrieuse consommait une valeur egale & celle qu’elle produisait, et la doctrine de
M.Ricardo, que le salaire des ouwvriers ne peut ötre compte dans le revenu d’un etat.» (p. 219,

220.)

194 «Sur septmillions d’ouvriers tous occup6&s, il y aura plus d’&pargnes que sur cingmillions.»

Il. c. p. 220.]

194 «C’est supposer que les dconomies sur les salaires sont preferables & l’economie qui resulte
de la suppression des salaires ... ll serait par trop absurde de payer 400 millions de salaires
ä des ouvriers qui ne donnent aucun produit net, afin de leur procurer l’occasion et le
moyen de faire des &conomies sur leur salaire.» (l. c. p. 221.)

«A chaque pas que fait la civilisation, le travail devientmoins penible et plusproductif;
les classes condamne&es & produire et & consommer diminuent; et les classes qui dirigent
le travail, qui soulagent(!), consolent(!) et Eclairent toute la population, se multiplient,
deviennent plus nombreuses, et sapproprient tous les bienfaits qui resultent de la
diminutiondesfraisdu travail, de l’abondance des productions et du bon marche& des
consommations. Dans cette direction, l’esp&ce humaine s’&leve ... dans cette tendance
progressive de la diminution des classes inferieures de la societe et de l’acroissement des classes
superieures ... la societe civile devient plus prospere, plus puissante etc.» (l. c. p. 224.)
«Si ... lenombre des ouvriers employes est de 7 millions, les salaires seront de 1400 mil-
lions; mais si les 1400 millions ne donnent pas un plus grand produit net que le milliard
pay& aux cing millions d’ouvriers, la veritable &conomie serait dans la suppression des
400 millions de salaires d deux millions d’ouvriers, qui ne donnent aucun produit net, et non
dans les &pargnes que les deux millions d’ouvriers peuvent faire sur les 400 millions de
salaires.» (l. c. p. 221.)

195 «A. Smith exagere toujours les avantages qu’un pays tire d’un gros revenu brut compare&s
A ceux d'un gros revenu net... Quel avantage r&sultera-t-il pour un pays de l’emploi d’une
grande quantite de travail productif, si, soit qu’il emploie cette quantit& ou une moindre,
son revenu et se profits doivent rester les m&mes? Ob eine Nation 5 oder 7 Millionen pro-
duktiver Arbeiter anwendet, |]371| wovon 5 andre Millionen leben,» ... «la nourriture et

l’habillement de ces cing millions seraient toujours le revenu net. L’emploi d’un plus
grand nombre d’hommes ne nous mettrait en &tat ni d’ajouter un homme ä notre armee
ou A notre marine, ni de fournir une guinee de plus aux impöts.» (I. c. p. 215.)12]

197 «Il serait tout-A-fait indiffer&nt pour une personne qui, sur un capital de 20 000 L., ferait
20001. par an de profit, que son capital employät 100 hommes ou mille, et que ses pro-
duits se vendissent 10 000 1. ou 20 000 1., pourvu que dans tous les cas ses produits! ne
baissassent point au-dessous de 20 000 1.»[7%]

197 “A. Smith constantly magnifies the advantages which a country derives from a large gross,
rather than a large netincome” (weil, sagt Adam, “the greater will be the quantity of pro-
ductive labour which it puts into motion”) ... “What would be the advantage resulting
to a country from the employment of a great quantity of productive labour, if, whether it
employed that quantity or a smaller, its net rent and profits together would be the’ same.”

(Ricardo, 3 ed., p. 415, 416, 417, ch. XXVI.)

198 “To an individual with a capital of 20 000 !., whose profits were 2000 !. per annum, it
would be a matter quite indifferent whether his capital would employ a 100 or a 1000 men,
whether the commodity produced, sold for 10 000 L, or for 20 000 /., provided, in all
cases, his profits were not diminished below 2000 I.” ]l. c.]

198 “Is not the real interest of the nation similar? Provided its net real income, its rent on
profits be the same, it is of no importance whether the nation consists of 10 or of 12 millions
of inhabitants. j

Its power of supporting fleets and armies, and all species of unproductive labour,” (...)
“must be in proportion to its net, and not in proportion to its gross income. If five
millions of men could produce as much food and clothing as was necessary for
10 millions, food and clothing for 5 millions would be the net revenue. Would it be of any
advantage to the country, that to produce this same nel revenue, seven millions of men
should be required, that is to say, that seven millions should be employed to produce food
and clothing sufficient for 12 millions? The food and clothing of 5 millions would be still
the net revenue, The employing a greater number of men would enable us neither to add
a man to our army and navy, nor to contribute one guinea more in taxes." |l. c.]

200 «Je ne doute nullement? que dans le travail de l’esclave, l’exc&dent des produits sur les
consommations ne soit plus grand que dans le travail de l!'homme libre. ... Le travail de
l’esclave® n’a de bornes que le pouvoir de ses facultes ... L’esclaver (...) “travaille pour
un besoin illimite: la cupidite de son maitre.» (Say, 1° &d., p. 215, 216.)

201 «L’ouvrier libre ne peut depenser plus et produire moins que l’esclave... Toute depense
suppose un &quivalent produit pour la payer. Si l’ouvrier libre d&pense plus que l’esclave,
les produits de son travail doivent &tre plus consid&rables que ceux du travail de l’esclave.»

(Ganilh, t. I, p. 234.)

201 «Je sais» ... «qu’on peut dire avec quelque raison, que les &conomies que le maitre® Yait sur
les dkpenses de l’ouvrier®» (hier also doch & €conomies sur le salaire de l’esclave), tservent &
augmenter ses d&penses personelles etc. ... Mais il est plus avantageux ä la richesse
generale qu’il y ait de l’aisance dans toutes les classes de la soci&t€ qu’une excessive SER
lence parmi un petit nombre d’individus.» (p. 234, 235.)

1 Bei Ganilh auch: produits; in Constancios Ricardo-Übersetzung:- profits‘ — ? bei
Say: aucunement — ® bei Say: du premier - * in der Handschrift: les maitres -.° bei

Ganilh: V’esclave

201 «Il» (Quesnay) “refuse positivement aux &conomies des classes salariees la faculte d’ac-
croitre les capitaux; et laraison qu’il en donne, c’est que ces classes ne doivent avoir aucun
moyen de faire des &conomies, et que si elles avaient un surplus, un excedant, il ne pourrait
Provenir que d’une erreur ou d’un d&sordre dans l’&conomie sociale.» (l. c. p. 274.)

201 «Si la classe sterile &pargne pour augmenter son num£raire ..., ses travaux et ses gains
diminueront dans la m&me proportion, et elle tombera dans le deperissement.» («Physio-
cratie), p. 321.)

201 «Plus ils» (les salatres) «sont considerables, moindre est le revenu de la societ&,» (die
soci&t& steht auf ihnen, aber sie stehn nicht in der societe) «toute l’'habilit& des gouverne-
mens doit s’appliquer & en r&duire la masse» (l. c. p. 24, t. Il.) ... «Täche ... digne du
siecle &claire dans lequel nous vivons.» (t. II, p. 24.)

223 «Les principes que Smith a poses sur [’&conomie des nations, ont pour fondement die Unter-
scheidung zwischen der produktiven und unproduktiven Arbeit...» (F.-L.-A. Ferrier, «Du
Gouvernement considere dans ses rapports avec le commerce», Paris 1805, [p.141].) «Cette
distinction est essentiellement fausse. J! n'y a point de travail improductif.» (l. c. p.141.)
«]l y a donc une &conomie et une prodigalit& des nations; mais une nation n'est prodigue
ou &conome que dans ses relations avec les autres peuples, et c’&tait ainsi que la question
devait &tre envisag&e. (l. c. p. 143.)

223 „Es existiert”, sagt Ferrier, «une &conomie des nations, aber schr verschieden von der
Smithschen. Sie besteht darin, & n’acheter de productions &trangeres qu’autant qu’elle
en peut payer avec les siennes. Elle consiste quelquefois ä s’en passer absolument.»

(lc. p. 174, 175.)

223 «Comme dans un pays civilise il n’y a que ires-peu de marchandises dont toute la valeur
echangeable procede du travail seulement, et que, dans la tres-majeure partie d’entr'elles, la
rente et le profil y contribuent pour de fortes portions, il en r&sulte que le produit annuel du
travail de ce pays suffira toujours pour acheter et commander une quantite de travail beaucoup
plus grande que celle qu’il a fallu employer pour faire croftre ce produit, le preparer et l’amener
au marche. Si la societE employait annuellement tout le travail qu’elle est en dtat d’acheter
annuellement, comme la quantite de ce travail augmenterait considerablement chague annde, il
s’ensuivrait que le produrt de chacune des ann&es subs&quentes serait d’une valeur in-
comparablement plus grande que celui de la precedente. Mais il n’y aaucun pays dont tout
le produit annuel soit employe & entretenir des travailleurs. Partout les oisifs en consom-
ment une grande partie; et selon les differentes proportions dans lesquelles ce produit se
partage entre ces deux differentes classes de gens, sa valeur ordinaire ou moyenne doit
necessairement ou augmenter ou d&croitre, ou demeurer la m&me d’une annee & l’autre.»

(A.Smith, b. I, ch.VI, t. I, ed. Garn., p. 108, 109.)

225 «Comme dans un pays civilise il n’y a que tres peu de marchandises dont toute la valeur
€changeable procede du travail seulement, et que, dans la tr&s-majeure partie d’entr'elles,
la rente et le profit y contribuent pour de fortes portions, il en r&sulte que le produit annuel
du travail de ce pays suffira toujours pour acheter et commander une quantite de travail
beaucoup plus grande que celle qu’il a fallu employer pour faire croftre ce produit, le pr&-
parer et l’amener au march£.» [l.c.]

227 «Si la societ€ employait annuellement tout le travail qu’elle est en &tat d’acheter annuelle-
ment, comme la quantit& de ce travail augmenterait consid&rablement chaque annee, il

s’ensuivrait que le produit de chacune des ann&es subs&quentes serait d’une valeur in-
comparablement plus grande que celui de la. pr&c&dente.» [l. c. p. 109.]

‚229 «4°, Les talens utiles acquis par les habitans ou membres de la societe. L’acquisition de
ces talens coüte toujours une depense reelle ä cause de l’entretien de celui qui les acquiert,
pendant le tems de son ducation, de son apprentissage ou de ses tudes, et cette depense
est un capital fix& et r&alise pour ainsi dire dans sa personne. Si ces talens composent
une partie de sa fortune, ils composent pareillement une partie de la fortune de la societ&
ä laquelle il appartient. La dexterit& perfectionnee, dans un ouvrier, peut &tre consideree
sous le m&me point de vue qu’une machine ou un instrument de metier qui facilite et
abrege le travail, et qui, malgr& la depense qu’il a coüte, restitue cette depense avec un

profit» (l.c, 1. Il, ch. I, t. II, p. 204, 205.)

229 «Quand la societ& est encore dans cet &tat d’enfance ot il n’y a aucune division de travail,
ot il ne se fait presque point d’&changes, et oli chaque individu pourvoit par ses mains
ä ses besoins, il n'est pas necessaire qu’il y ait aucun fonds accumule ou amasse d’avance pour
faire aller les affaires de la societör (nämlich nachdem vorausgesetzt, quel n’y a pas de
societ&). «Chaque homme cherche, dans sa propre industrie, les moyens de satisfaire aux
besoins du moment, A mesure qu’ils se font sentir. Quand la faim le presse, il s’en va
chasser dans la for&t etc.» (l. c., t. Il, p. 191, 192.) (1. II, introduction.) «Mais quand une
fois la division du travail est gen&ralement &tablie, un homme ne peut plus appliquer son
travail personnel qu’ä une bien petite partie des besoins qui lui surviennent. Il pourvoit
ä la tr&s-majeure partie de ces besoins avec des choses produites par le travail d’autrui ou, ce
qui revient au m&me, avec le prix dv ce produit. Or, cet achat ne peut se faire A moins
qu’iln’ait eu le tems, non-seulement d’achever tout-d-fait, mais encore de vendre le produit
de son travail.»

229 «li faut donc qu’au moins, jusqu’ä ce qu’il ait pu venir ä bout de ces deux choses, il
existe quelque part un fonds de denrees de differentes especes, amasse d’avance pour le faire
subsister et lui fournir en outre la matiere et les instrumens ne&cessaires ä son ouvrage.
Un tisserand ne peut pas vaquer entiörement & sa besogne particulitre s’il n’y a pas quelque
part, soit en sa possession, soit en celle d’un tiers, une provision fait par avance, oti il trouve
de quoi subsister et de quoi se fournir des outils de son metier et de la matiere de son
ouvrage, Jusqu’ä ce que sa toile puisse &tre non-seulement achev&e, mais encore vendue.
N est &vident qu’il faut que !’accumulation precede le moment oti il pourra appliquer son
industrie ä entreprendre et achever cette besogne ... dans la nature des choses, !’accu-
mulation d’un capitalest un prealable necessaire a la division du travail.» (l. c. p. 192, 193.)

230 «Le travail ne peut recevoir de subdivisions ulterieures qu’ä proportion que les capitaux
se sont pr&alablement accumules de plus en plus. A mesure que le travail vient ä se sub-
diviser, la quantite de matieres qu'un m&me nombre de personnes peut mettre en auvre aug-
mente dans une grande proportion; et comme la täche de chaque ouvrier se trouve succes-
sivement r&duite ä un plus grand degr& de simplicite, il arrive qu’on invente une foule de
nouvelles machines pour faciliter et | abr&ger ces täches. A mesure donc que la divi-
sion de travail va en s’&tendant, il faut, pour qu’un m&me nombre d’ouvriers soit con-
stamment occup&, qu’on accumule d’advance une &gale provision de vivres et une provision
de malieres et d’outils plus forte que celle qui aurait €t€ n&cessaire dans un &tat de choses
moins avance.» (l. c. p. 193, 194.) «De m&me que le travail ne peut acqu£rir cette grande
extension de puissance productive, sans une accumulation prealable des capitaux, de m&me
l’accumulation des capitaux amene naturellement cette extension. La personne qui emploie

230

son capital d faire travailler, cherche necessairement & l’employer de manitre A ce qu'il
fasse produire la plus grande quantit£ possible d’ouvrage: elle täche donc ä la fois d’etablir
entre ses ouvriers la distribution de travaux la plus convenable, et de les fournir des
meilleures machines qu’elle puisse imaginer ou qu’elle soit a m&me de se procurer. Ses
moyens pour r&ussir dans ces deux objets, sont proportionnes en general ä l’etendue de
son capital ou au nombre de gens que ce capital peut tenir occup&s. Ainsi non-seulement la
guantit&de’lindustrie augmente dans un pays a mesure del’accroissement dir capital qui la met
en activite, mais encore, par une suite de cet accroissement, la m&me quantitd d’industrie
produit une beaucoup plus grande quantitd d’ouvrage.» (p. 194, 195.)

«Une maison servant de logement ne contribue en rien, sous ce rapport, au revenu de celui
qui l’occupe; et quoique, sans contredit, elle lui soit extremement utile, elle l’est comine
ses habits et ses meubles de menage, qui lui sont aussi tr&s utiles, mais qui pourtant font
une partie de sa d&pense et non pas de son revenu.? (l. c.,t. Il, ch. I, p. 201, 202.) Da-
gegen gehören zum capital fixe «tous les bätimens destin&s ä un objet utile, et qui sont des
moyens de revenu, non seulement pour le proprietaire qui en retire un loyer en les louant,
mais m&me pour la personne qui les tient et qui en paie le loyer; tels que les boutiques,
les magasins, les ateliers, les bätimens d’une ferme, avec toutes leurs dependances n&ces-
saires, &tables, granges, etc. Ces bätimens sont fort differens des maisons purement habi-
tables; ce sont des especes d’instrumens de metier...» (l. c., t. II, ch. I, p. 203, 204.)

«On regarde toujours comme un grand avantage pour une societ& tous les nouveaux
proc&des en m&canique, qui mettent un m&me nombre d’ouvriers en &tat de faire la m&me
quantit& d’ouvrage avec des machines plus simples et moins coüteuses que celles dont on
faisait usage pr&c&demment. Il se trouve alors une certaine quantit& de materiaux et un
certain nombre d’ouvriers qui avaient &t€ employ&s auparavant ä entretenir des machines
plus compliquees et plus dispendieuses, et qui maintenant peuvent l’&tre A augmenter la
quantit& de l’ouvrage pour lequel ces machines ou toutes autres ont &t£ faites.» (I. c., t. IL,
ch. II., p. 216, 217.)

«La depense d’entretien du capital fixe se trouve ... n&cessairement retranch&e du
revenu net de la societö (l. c.,t. II, ch. II, p. 218.) «Toute Epargne dans lad&pense d’entre-
tien du capizal fixe, qui ne diminue pas dans le travail la puissance productive, doit aug-
menter le fonds qui met l’industrie en activite, et par consequent accroitre le produit
annuel de laterre et du travail, revenu r&el de toute societ£.2 (I. c., t. II, ch. II, p. 226, 227.)

Das durch Bankbillets, überhaupt Papiergeld ins Ausland gejagte bare Geld - wenn
verausgabt, «4 acheter des marchandises &trangeres pour la consommation interieure? -
kauft entweder Luxusprodukte, wie vins &trangers, soieries etc. kurz, «marchandises... a
@tre consomme&es par des gens oisifs qui ne produisent rien ... ou bien ... ils achtteront
un fonds additionnel de matieres, d’outils et de vivres, dans la vue d’entretenir et d’employer
un nombre additionnel de ces gens industrieux qui reproduisent, avec un profit, la valeur de
leur consommation annuelle.» (l. c., t. II, ch. II, p. 231, 232.)

Die erste Manier of employment, sagt Smith, vermehrt die prodigalite, «augmente la
depense et la consommation sans rien ajouter ä la production, ou sans &tablir un fonds
permanent propre ä entretenir cette depense, et sous tous les rapports il tourne au pr&-
judice de la societe.» (l. c., t. I], p. 232.) Dagegen «employe de la seconde maniere, il
agrandit d’autant les bornes de Y’industrie; et quoiqu’sl augmente la consommation de la
societe, il ouvre une source permanente pour fournir A cette consomrmation, les gens qui
consomment reproduisant avec un profit la valeur entiere de leur consommation annuelle.x

(.c.,t. II, ch. II, p. 232.)

«La quantite d’industrie que peut mettre en @uvre un capital, doit &videmment £tre
egale au nombre d’ouvriers auxquels il peut fournir des materiaux, des outils et une sub-
sistance convenable & la nature de l’ouvrage.» (I. c., t. II, ch. II, p. 235.)

232 «Les travailleurs productifs et les non-productifs, et ceux qui ne travaillent pas du tout,
sont tous &galement entretenus par le produit annuel de la terre et du travail du pays. Ce
produit ... a n&cessairement ses bornes. Suivant donc que, dans une ann&e, une portion
plus ou moins grande de ce produit est employee & entretenir des gens non-productifs,
plus ou moins grande sera la portion qui restera pour les gens productifs, et plus ou moins
grand sera par cons&quent le produit de l’ann&e subs&quente...

Quoique la totalit€ du produit annuel des terres et du travail d’un pays soit ...destin&e
en definitif & fournir & la consommation de ses habitans et ä leur procurer un revenu,
cependant, d l’instant qu’il sort de la terre ou des mains des ouvriers productifs, il se divise
naturellement en deux parties. L’une d’elles, et c’est souvent la plus forte, est, en premier
lieu, destinee & remplacer un capital ou a renouveler la portion de vivres, de matieres ou
d’ouvrage fait qui a &te retiree d’un capital; l’autre est destin&e ä former un revenu, ou au
maitre de ce capital, comme profit, ou A quelqu’autrepersonne, comme rente de saterre...

Cette partie du produit annuel de la terre et du travail d'un pays qui remplace un capital,
n'est jamais imme&diatement employ£e A entretenir d’autres salaries que des salaries pro-
ductifs; elle ne paie des salaires qu’au travail productif seulement. Celle qui est destinde ä
former imme&diatement un revenu ... peut indifferemment entretenir des salaries produc-
tifs ou des salaries non-productifs ...

Les travailleurs non-productifs et les gens qui ne travaillent pas du tout, sont tous
entretenus par un revenu: soit, en premier lieu, par cette partie du produit annuel, qui
est, des l’origine, destinee & former un revenu & quelques personnes particulieres, ou
comme rente! de terre, ou comme profit de capital; soit, en second lieu, par cette autre
partie qui, bien qu’elle soit destinee A remplacer un capital et ä n’entretenir que des ouv-
riers productifs, neanmoins, quand elle est une fois venue dans les mains de ceux-ci, pour
tout ce qui excede leur subsistance n&cessaire, peut &tre employee indifferemment A
l’entretien de gens qui produisent ou de gens qui ne produisent pas. Ainsi, le simple ouv-
rier, si ses salaires sont forts, peut ... entretenir un domestique & son service personnel, ou
bien il peut aller quelquefois A la com&die ou aux marionettes, et par-lä contribuer pour
sa part ä l’entretien d’une classe de travailleurs non-productifs, ou enfin il peut payer
quelqu’impöt, et par-la concourir ä l’entretien d'une autre classe ... &galement non-
productive. Neanmoins, de cette partie du produit de la terre, destinee originairement &
remplacer un capital, il n’en passe jamais aucune portion & l’entretien de salaries non-
productifs, qu’apr&s avoir mis en activit€ sa mesure complete de travail productif... Il
faut que l’ouvrier ait pleinement gagn& son salaire par de l’ouvrage fait, avant qu'il puisse
en d&penser la moindre chose en travail non-productif... La rente de la terre et les profits
des capitaux sont ... partout les principales sources oü les salari&s non-productifs puisent
leur subsistance... L’un ct l’autre de ces revenus peuvent indifferemment entretenir des
salaries productifs et des salaries non-productifs; ils semblent pourtant avoir toujours
pour les derniers quelque predilection...

Ainsi, ce qui contribue beaucoup & determiner dans tout pays la proportion entre les
gens productifs et les gens non-productifs, c’est principalement la proportion qui s’y
trouve entre cette partie du produit annuel, qui, au sortier m&me de la terre ou des mains
des ouvriers qui l’ont produite, est destinee ä remplacer un capital, et cette autre partie

2 In der Handschrift: revenu

qui est destinee A former un revenu, soit comme rente, soit comme profit. Or, cette pro-
portion est tr&s-differente, dans les pays riches, de ce qu'elle est dans les pays pauvres.»
(U II, ch. III, 1. c., tt. II, p. 314 sqq.)

[Smith] vergleicht dann den «tr&s-forte portion! souvent la plus forte du produit de
la terre», der bei den «nations opulentes de l’Europe, est destinee & remplacer le capital d’un
fermier riche et ind&pendant», im Gegensatz mit der (empire du gouvernement feodal, wo
une tr&s-petite portion du produit &tait suffisante pour remplacer le capital employ& A la
culture.»

233 ... trendissent de tr&s-gros profits. Nulle part l’inter&t n’&tait au dessous de 10 pour 100,
et il fallait bien que les profits des fonds pussent suffire ä payer un inter£t aussi fort. Jetzt
Zins in den fortgeschrittneren Ländern Europas nirgends über 6, in den reichsten 4, 3,
2 p.c. Si cette partie du revenu des habitans, qui provient de profits, est toujours beau-
coup plus grande dans les pays riches que dans les pays pauvres, c’est parce que le capital
y est beaucoup plus considerable; mais Ies profits y sont en general dans une proportion
beaucoup moindre, relativement au capital. Ainsi cette partie du produit annuel qui, au
sortir de la terre ou des mains des ouvriers productifs, est destinee ä remplacer un |]397|
capital, est non-seulement beaucoup plus grande dans les pays riches que dans les pays
pauyres, mais encore elle s’y trouve dans une proportion bien plus forte, relativementä la
partie destinde immediatement & former un revenu, soit comme rente, soit comme profit.
Le fonds qui est destin & fournir de la subsistance au travail productif, est non-seulement
bien plus abondant dans les premiers de ces pays, qu’il ne l’est dans les autres, mais il est
encore dans une plus grande proportion, relativement au fonds qui, pouvant ötre employ&
Aentretenir des salari&s productifs aussi bien que des salari&s non-productifs, aneanmoins
toujours en general plus de tendance & aller ä ceux-ci.» [l. c. p. 320, 321.]

233 «La proportion qui se trouve entre ces deux differentes especes de fonds, d&termine
necessairement dans un pays le caractere general des habitans, quant & leur penchant ä
l'industrie ou ä la paresse.» So z.B. sagt er, «in den englischen und holländischen Manu-
fakturstädten, wo die classes inferieures du peuple besonders leben von den capitaux
employes, sind sie? im ganzen laborieux, frugal et &conome. Dagegen in Residenzstädten
von Höfen etc., wo die classes inferieures du peuple von depenses und revenu leben, sind
sie en general paresseux, debauch& et pauyre, comme & Rome, Versailles, etc...

C’est donc la proportion existante entre la somme des capitaux et celle des revenus
qui determine partout la proportion dans laquelle se trouveront l'industrie et la fainean-
tise: partout oüi les capitaux l’emportent, c'est l'industrie qui domine; partout oüi ce sont
les revenus, le faineantise prevaut. Ainsi foute augmentation ou diminulion dans la masse
des capitaux tend naturellement ä augmenter ou ä diminuer r&ellement la somme de
Yindustrie, le nombre des gens productifs, et par consequent la valeur &changeable du
produit annuel des terres et du travail du pays, la richesse et le revenu reel de tous ses
habitans... Ce qui est annuellement €pargne, est aussi regulierement consomm& que ce
qui est annuellement d&pense, et il l’est aussi presque dans le m&me tems; mais il est
consomme& par une autre classe de gens: Die erste Portion der Revenue durch domestiques,
bouches inutiles etc., qui ne laissent rien apr&s eux en retour de leur consommation. Die
zweite par des ouyriers qui reproduisent avec profit la valeur de leur consommation annu-
elle... La consommation est la m&me, mais les consommateurs sont diflerens.» ]l. c.

p. 321-328, passim.]

1 Bei Smith: partie — ? bei Smith: il est

234 ... «etablit en quelque sorte un fonds pour l’entretien & perpetuite d’un möme nombre de
gens productifs,» während der prodigue «diminue la masse des fonds destines A employer
le travail productif ... si cette quantit& de vivres et d’habits ainsi® (infolge der prodigalite
des prodigue) «consommes par des gens non productifs, eüt &te distribuee entre des gens
productifs, ceux-ci auraient reproduit, avec encore un profit, la valeur entiere de leur con-

sommation. (l.c.,t. IL, 1. Il, ch. III, p. 328, 329 sq.)

234 «Große Nationen ne s’appauvrissent jamais par la prodigalit& et la mauvaise conduite
des particuliers, mais quelquefois bien par celle de leur gouvernement. Dans la plupart
des pays, la totalit€ ou la presque totalit€ du revenu public est employ&e & entretenir des
gens non-productifs.? Die Leute des Hofes, die Kirche, Flotten, Armee, «qui ne produi-
sent rien en tems de paix, et qui, en terms de guerre, ne gagnent rien qui puisse compenser
la depense que coüte leur entretien, m&me pendant la duree de la guerre. Les gens de
ceite espece ne produisant rien par eux-memes, sont tous entretenus par le produit du travail
d’autrui. Ainsi, quand ils sont multiplies au-delä du nombre necessaire, ils peuvent, dans
une ann&e, consommer une si grande part de ce produit, qu’ils n’en laissent pas assez
de reste pour l’entretien des ouvriers productifs, qui devraient le reproduire pour l’annee
suivante.» (p. 336.)

235 «Le fonds destin& A l’entretien du travail productif grossissant de jour en jour, la demande
qu’on fait de ce travail devient aussi de jour en jour plus grande: les ouvriers trouvent
1398| aisement de l’emploi, mais les possesseurs de capitaux ont de la diffhiculte ä trouver
des ouvriers A employer. La concurrence des capitalistes fait hausser les salaires du travail
et fait baisser les profits.» (l. c. p. 359.)

235 «Les personnes dont les capitaux sont employ£s de l’une de ces quatre manitres, sont elles-
me&mes des ouvriers productifs. Leur travail, quand il est convenablement dirige, se fixe et
se r&alise dans le sujet ou la chose venale sur laquelle il est applique, et en general il ajoute
au prix de cette chose la valeur au moins de leur subsistance et consommation personelle.»

(l. c. p. 374.)

235 «Aucun capital, A somme &gale, ne met en activit& plus de travail productif que celui du
fermier. Ce sont non-seulement ses valets de ferme, mais ses bestiaux de labour et de charroi
qui sont autani d’ouvriers productifs. fl. c. p. 376.]

236 «On congoit maintenant que le profit des capitaux provient toujours, ou de ce qu’ils sup-
plient A une portion de travail que l'homme devrait faire de ses mains; ou de ce qu’ils
accomplissent une portion de travail au-dessus des efforts personnels de l’!homme, et qu’il
ne saurait ex&cuter lui-m&me.» (p. 119, trad. fr.)

236 „Wäre diese Idee vom Benefiz des Kapitals rigorös richtig, «] s’ensuivrait qu’il serait,»
nicht eine ursprüngliche Quelle des Reichtums, sondern eine abgeleitete; «et l’on ne
pourrait consid£rer les capitaux comme un des principes de la richesse, leur profit n’&tant
qu’un transport de la poche du travailleur dans celle du capitaliste.» (]. c. p. 116, 117.)

236 «Ainsi le m&me travail paraitra ou productif ou non productif, selon l’emploi subs&quent
de l’objet auquel on l’a applique. Si mon cuisinier, p.e., fait une tarte que je mange sur-
le-champ, c’est un ouyrier non productif, et sa besogne un travail &galement sterile, parce
que ce service a peri aussitöt qu’il a &t€ rendu. Mais ce m&me travail se fait-il dans la
boutique d’un pätissier, des-lors il devient productif. (l. c. p. 110.)

237 «Cette distinction extraordinaire, fond&e sur la simple dur£e des services, range parmi les
travailleurs non productifs, des personnes occup£es aux plus importantes fonctions de la

societe. Le souverain, les ministres de la religion, les magistrats, les defenseurs de l’&tat,
tous ces hommes, sans excepter ceux dont l’habilete ... conserve la sant€ ou forme l’edu-
cation des citoyens, tous ces hommes sont r&putes travailleurs non productifs.» (I. c.

p.110, 111.)

237 «Les eclesiastiques, les gens de loi, les medecins et les gens de lettres de toute esp£ce,
ainsi que les come&diens, les farceurs, les musiciens, les chanteurs, les danseurs de l’opera,
etc.» (A.Smith, t. 11, 1. 11, ch. Ill, p. 313.)

«Si l’on veut que la valeur venale soit la base de la richesse, il est inutile d’entrer dans
de longs raisonnemens pour d&montrer les erreurs de cette doctrine. Rien n'en |]399]
prouve mieux la fausset€ que l’estime, que les hommes font de ces services, ä en juger par
le prix qu’ils y mettent.» ([Lauderdale,] 1. c. p. 111.)

237 «Le travail du manufacturier se fixe et se r&alise en quelque production commergable...
Ni le travail du domestigte, ni celui du capital circulant» {er versteht hier argent monnaie
darunter} ne forment naturellement une accumulation, un fonds qui puisse se transmettre
pour une valeur determinee. Le profit qu'ils donnent provient €galement de ce qu’ils
epargnent le travail du maitre ou du possesseur. Ils ont des effets tellement semblables,
que ce qui a fait juger l’un non productif, a dü donner de l’autre la m&me opinion.Y

(Lauderdale, 1. c. p. 144, 145.)

237 ...«refuse aux resultats de ces industries le nom de produits. Ildonne au travail auguel elles
se livrent le nom d’improductif.» (J.-B.Say, «Traite d’&conomie politiquev, 3e &d., t. I,
p.117.)

238... «la protection, la tranquillite, la defense de la chose publique» als «r&sultat du travail
d’une annee) (der serviteurs de l’Etat). (Smith, t. 11, 1. Il,ch. 111, p. 313, ed. Glarnier].)

238 ... touvrage - en general - s’&vanouissent, perissent & l'instant m&me ot ils sont rendus,
au moment mäme de leur production.» (Smith, 1. c.)

238 ... «des produits immateriels, ou des valeurs qui sont consomme&es au moment de leur
production.» [Say, 1. c. p. 116.]

238 ... «qu’ils ne servent point ä augmenter le capital national.» (t. 1, p. 119.) «Une nation oü
il se trouverait une foule de musiciens, de prätres, d’employes, pourrait &tre une nation
fort divertie, bien endoctrinee, et admirablement bien administree, mais voilä tout. Son
capital ne recevrait de tout le travail de ces hommes industrieux aucun accroissement
direct, parce que leurs produits seraient consomme&s A mesure qu’ils seraient cr&&s.» (].c.

p.119.)

238 «Il est impossible d’admettre l’opinion de M.Garnier, qui conclut de ce que le travail des
medecins, des gens de loi et autres personnes semblables, est productif, qu’il est aussi
avantageux ä une nation de le multiplier que tout autre.> (l. c. p- 120.)

239 «ll en est de celav, ... «comme de la main-d’@uvre qu’on r&pandrait sur un produit, par-
delä ce qui est n&cessaire pour l’exe&cuter.» (...) «Le travail productif de produits im-
mat£riels n’est productif, comme lout autre travail, que jusqu’au point oü il augmente
Tutilite, et par-lä la valeur? (i.e. den Gebrauchswert, aber Say verwechselt die utilit€ mit
dem Tauschwert) «d'un produit: au-delä de ce point, c’est un travail purement impro-

ductif.» (l. c. p. 120.)

239 «Le defaut d’ecoulement de plusieurs produits vient de:la raret& de plusieurs autres.»

fl. c. p. 438.]

240 «Tout travail utile est r&ellement productif, et toute la classe laborieuse de la societ&
merite €galement le nom de productive.» (Destutt de Tracy, «Elemens d’ideologiev, IVe et
Ve parties. Trait& de la volonte et de ses effets, Paris 1826, p.87.)

241 ... «la classe laborieuse et directement preductive de toutes nos richesses.) (p.88.)

241 «La vraie classe sterile est celle des oisifs, qui ne font rien que vivre ce que l’on appelle
noblement, du produit de travaux ex&cutes avant eux, soit que ces produits soient realises
en fonds de terre qu’ils afferment, c’est-&-dire qu'ils louent A un travailleur, soit qu’ils
consistent en argent ou effets qu’ils prötent moyennant retribution, ce qui est encore
louer. Ceux-lä sont les vrais frelons de la ruche (fruges consumere nati)) (p.87), oder diese
oisifs ine peuvent depenser que leur revenu. S’ils entament |]401] leurs fonds rien ne les
remplace; et leur consommation momentan&ment exager&e cesse pour toujours.> (p. 237.)

«Ce revenu n’est ... qu’un pr&levement qui se fait sur les produits de l’activit& des
citoyens industrieux.» (p. 236.)

“Puisque les hommes & qui il» (le revenu) «appartient sont oisifs, il est manifeste qu’ils ne
dirigent aucun travail productif. Tous les travailleurs qu’ils soldent sont uniquement
destinds & leur procurer des jouissances. Sans doute ces jouissances sont de differens
genres ... les döpenses de toute cette classe d’hommes ... alimentent une nombreuse
population qu’elles font subsister, mais dont le travail est completement sterile ... Einige
dieser depenses können plus ou moins fructueuses sein, z.B. la construction d’une maison,
l’amelioration d’un fonds de terre. Aber dies Ausnahmen, wodurch sie momentan&ment
directeurs du travail productif werden. A ces l&geres exceptions-lä pres, toute la con-
sommation de cette esp£ce de capitalistes est absolument en pure perte sous le rapport
de la reproduction, et autant de diminue sur les richesses acquises.» (p. 236.)

242 «Pour trouver la formation de ces revenus) (von denen die oisifs leben) «il faut toujours
remonter jusqu’ä des capitalistes industrieux.» (p. 237, Note.)

242 ... «comprend tous les entrepreneurs d’une industrie quelconque, c’est-ä-dire tous les
hommes qui ayant des capitaux ... emploient leur talent et leur travail & les faire valoir
eux-m&mes au lieu de les louer ä d’autres, et qui par cons&quent ne vivent ni de salaires ni
de revenus mais de profits.» (p. 237.)

242 «lls ont ... entre les mains presque toutes les richesses de la societe ... ce n’est pas seule-
ment la rente de.ces richesses qu’ils depensent annuellement, mais bien le fonds lui-m&me,
et quelquefois plusieurs fois dans l’annee, quand la marche du commerce est assez rapide
pour que cela se puisse. Car'comme en leur qualit& d’hommes industrieux ils ne font
aucune depense que pour qu’elle leur rentre avec profit, plus ils en peuvent faire qui
remplisse cette condition, plus leurs benefices sont grands.» (p. 237, 238.)

242 ,.. “au total me&diocre, car les hommes industrieux sont ordinairement modestes.» (p. 238.)
... telle n’est rien moins que definitive; elle leur rentre avec profits.» (l. c.)... “consomma-
tion personelle - mais encore) für «la rente des terres et de l'argent qu'ils tiennent des
capitalistes oisifs.» (p. 238.)

243 «Ces revenus des riches oisifs ne sont que des rentes prelevees sur l’industrie; c’est
industrie seule qui les fait naitre.» (p. 248.) Die «capitalistes industriels prennent ä rente
leurs terres, leurs maisons et leur argent» (nämlich der capitalistes oisifs) «et ils s’en
servent de manitre & en lirer des profils superieurs.d cette rente. (p. 237.) ... «le seul revenu
de ces oisifs et le seul fonds de leurs depenses annuelles.» (p. 238.)

243 «Ceux-lä n’ont d’autre tr&sor que leur travail de tous les jours. Ce travail leur procure des
salaires ... Mais sur quoi sont pris ces salaires? il est &vident que c'est sur les proprietes de
ceux | & qui les salaries vendent leur travail, c’est-A-dire sur des fonds qui sont
d’avance en leur possession, et qui ne sont autre chose que les produits accumules de travaux
anterieurement executes. Il suit de la que laconsommation que paient ces richesses est bien
consommation des salaries, en ce sens que ce sont eux qu’elle substante, mais qu’au fond
ce ne sont pas eux qui la paient, ou du moins qu’ils ne la paient qu’avec les fonds existans
d’avance entre les mains de ceux qui les emploient. Leur consommation doit donc &tre
regard&e comme faite par ceux qui les soudoient. Ils ne font que recevoir d’une main et
rendre de l’autre ... il faut considerer non-seulement tout ce qu’ils depensentt (les
salari&s) (mais m&me la totalit& de ce qu’ils regoivent, comme la depense reelle et la con-
sommalion propre de ceux qui achötent leur travail, Cela est si vrai que pour voir si cette
consommation est plus ou moins destructive de la richesse acquise, ou m&me sielle tend
& l’augmenter ... tout depend de savoir quel usage font les capitalistes du travail quils

achetent.» (p. 234, 235.)

243 «On me demandera comment ces entrepreneurs d’industrie peuvent faire de si grands
profits, et de qui ils peuvent les tirer? Je r&ponds que c'est en vendant tout ce qu’ils pro-
duisent plus cher que cela ne leur a coüte d produire.» (p. 239.)

243 «Ils le vendent

1% & eux-m&mes pour toute la partie de leur consommation destinee & la satisfaction
de leurs besoins, laquelle ils paient avec une portion de leurs profits;

2° aux salaries, tant ceux qu'ils soldent que ceux que soldent les capitalistes oisifs,
desquels salaries ils retirent par ce moyen la totalite de leurs salaires, A cela pr&s des petites
€conomies qu’ils peuvent faire;

3° aux capitalistes oisifs qui les paient avec la partie de leur revenu qu’ils n’ont pas deja
donnee aux salaries qu’ils emploient directement, en sorte que toute la rente qu’ils leur
desservent annuellement leur revient par un de ces cöt&s ou par l’autre.» (l. c. p. 239.)

244 ... «vendant & eux-m&mes* tout ce qu’ils produisent plus cher que cela ne leur a coüt6 &

produire.» [p. 239.]
244 ... «la consommation propre de ceux qui ach£tent leur travail.) [p. 235.]
244 ... «retirent la totalite de leurs salaires.» [p. 239.]
244 ... «salaries? ne font que recevoir d’une main et rendre de l’autre.» [p. 235.]

246 ... “capitalistes oisifs qui les paient avec la portion? de leur revenu qu’ils n’ont pas d&jä
donnee aux salari&s qu’ils emploient directement, en sorte que toute la rente qu’ils» (les
capitalistes industriels) «leur desservent annuellement leur revient par un de ces cöt&s ou
par l’autre.» [l. c. p. 239.]

248 «Mais, me dira-t-on, si cela est et si les entrepreneurs d’industrie recueillent en effet chague
annde plus qu’ils n'ont seme, ils devraient en tres-peu de temps avoir attire ä eux loute la
Jortune publique, et bientöt il ne devrait plus rester dans un &tat que des salaries sans avan-
ces et des capitalistes entrepreneurs. Cela est vrai, et les choses seraient ainsi eflective-
ment, si les entrepreneurs ou leurs heritiers ne prenaient le parti de se reposer ä
mesure qu’ils se sont enrichis, et n’allaient ainsi continuellement recruter la classe des

1 Bei Destutt de Tracy fehlt: A eux-m&me -— ? bei Destutt de Tracy: Ils - ? bei
Destutt de Tracy: partie

Fremdsprachige Zitate‘ 433:

capitalistes oisifs; et m&me malgr& cette &migration fr&quente, il arrive encore que quand
l’industrie a agi pendant quelques temps dans un pays sans de trop grandes perturbations,
ses capitaux se sont toujours augment&s non-seulement en raison de l’accroissement de
la richesse totale, mais encore dans une bien plus grande proportion ... On pourrait
ajouter que cet effet serait bien plus sensible encore sans les prelevemens immenses que
tous les gouvernemens font chaque annee sur la classe industrieuse par la voie des

impöts. (p. 240, 241.)

248 «II n’ya qu’ä voir dans toute l’Europe combien ils» (les capitalistes industrieux) «taient
faibles il y a trois ou quatres siöcles, en comparaison des richesses immenses de tous les
hommes puissans, et combien ils sont aujourd’hui multiplies et accrus, tandis que. les
autres sont diminu&es.» (l. c. p. 241.)

249 ... «doit ätre regard&e comme faite par ceux qui les soudoient.» (p. 235.)

249... «maniere de considerer la consommation de nos richesses ... r&pand sur toute la
marche de la societ&. D’oü vient cet accord et cette lucidit€? de ce que nous avons ren-
contre la verite. Cela rappelle l’effet de ces miroirs oü les objets se peignent nettement et
dans leurs justes proportions quand on est place dans leur! vrai point de vue, et oli tout
parait confus et dösuni quand on est trop pr&s ou trop loin.) (p. 242, 243.)

250 «D’oti viennent ä ces hommes oisifs leurs revenus? N’est-ce pas de la rente que leur
paient sur leurs profits ceux qui font travailler leurs capitaux, c’est-A-dire ceux qui avec
leurs fonds salarient du travail qui produit plus qu'il ne coüte, en un mot les hommes indus-
trieuxd®» :

250 «Ce sont ceux-lä nourissent r&ellement m&me les salaries qu’emploient les autres.»

(p. 246.)

250 «C’est donc toujours jusqu’ä ceux-l3 (...) “qu’il faut remonter pour trouver la source de
toute richesse.) (p. 246.)

«Avec le temps, des richesses se sont accumulees en plusou moins grande quantii£, parce que
le resultat des travaux anterieurs n’a pas Eid enlierement consomm& aussitot que produit. Des
possesseurs de ces richesses, les uns se contentent d’entirer une rente et de lamanger. Ce
sont ceux que nous avons appeles oisifs. Les autres plus actifs font travailler leurs propres
fonds et ceux qu’ils louent. Ils les emploient & solder du travail qui les reproduit avec
profit» {...} «Avec ce profit ils paient leur propre consommation et d£fraient celle des
autres. Par ces consommations-lä m&me» (...) «leurs fonds leur reviennent un peu accrus,
et ils recommencent. Voilä ce qui constitue la circulation.» (p. 246, 247.)

251 «Ceuxqui vivent de profits» (les capitalistes industrieux) «alimentent tous lesautres et seuls
augmentent la fortune publique et cr&ent tous nos moyens de jouissance. Cela doit &tre
puisque le travail est la source de toute richesse, et puisqu’eux seuls donnent une direction
utile au travail actuel, en faisant un usage utile du travail accumule.» (p. 242.)

251 «Nos facultes sont notre seule richesse originaire, notre travail produit toutes les autres,
et tout travail bien dirig& est productif.» (p. 243.)

252 «Si l’economie augmente la masse generale des capitaux et si la prodigalit& la diminue, la
conduite de ceux qui d&pensent tout juste leur revenu, sans rien amasser ni sans entäamer
leurs fonds, ne l’augmente ni ne la diminue. Avec cela il ya certaines manieres de depen-

3 Bei Destutt de Tracy: le

ser, qui semblent contribuer plus que d’autres ä l’accroissement de l’opulence generale.»

(A.Smith, t. II, p. 345, Glarnier].)

252 «Si la consommation est fort differente suivant l’esp&ce de consommateur, elle varie ausst
suivant la nature des choses consomme&es. Toutes repr&sentent bien du travail, mais sa
valeur est fix&e plus solidement dans les unes que dans les autres. On peut avoir pris autant
de peine pour fabriquer un feu d’artifice que pour trouver et tailler un diamant, et par
cons&quent l'un peut avoir autant de valeur que l’autre. Mais quand j'aurai achet£, paye et
employe l’un et l’autre, au bout d’une demi-heure il ne me restera rien du premier, et le
second pourra ätre encore la ressource de mes petits-enfans dans un sitcle ...llen est de
mäme de ce 407} que l’on» (c’est-A-dire Sayus) tappelle les produits immat£riels. Une
decouverte est d’une utilite &ternelle. Un ouvrage d’esprit, un tableau sont encore d’une
utilit@ plus ou moins durable, tandis que celle d’un bal, d’un concert, d'un spectacle est
instantanee etdisparait aussitöt. On en peut dire autant des services personnels desmedecins,
des avocats, des soldats, des domestiques, et generalement de tout ce que l’on appelle des.
employes. Leur utilit& est celle du moment du besoin ... la consommation la plus ruineuse
est la plus prompte, puisque c’est celle qui detruit le plus de travail dans le m&me temps,
ou une &gale quantit& de travail en moins de temps; en comparaison de celle-lä, celle qui
est plus lente est une espöce de thesaurisation puisqu'elle laisse A des temps & venir la
jJouissance d'une partie des sacrifices actuels ... chacun sait qu’il est plus &conomique
d’avoir pour le möme prix un habit qui dure trois ans que d’en avoir un pareil qui ne dure
qui trois mois.) (D[estutt], p. 243, 244.)

255 «Un peuple frugal et labourieux emploit son activite ä satisfaire aux demandes d’une
. nation, riche et adonn&e au luxe.» (Dr. Paley, “Moral Philosophy”, vol. II, ch. X1E?),
«Ils» (nos politiques, Garnier etc.), sagt Destutt, (posent en principe general que la con-.
sommation est la cause de la production, {...] qu’ainsi il est bon qu’elle soit [tr&s-]forte.

Ils affirment que c’est lä ce qui met une grande difference entre l’&conomie publique et.
V’&conomie privee.» (1. c. p. 249, 250.)

255 «Les nations pauvres, c'est 1A oti le peuple est & son aise; et les nalions riches, c'est lä oü il
est ordinairement pauvre.) (l. c. p. 231.)

256 «ll est &vident que l'homme ne parvient jamais & produire des richesses qu’autant qu 'ilest
pourvu des biens internes, c’est-ä-dire qu’autant qu’il a d&veloppe ses facultes physiques,
intellectuelles et morales, ce qui suppose les moyens de leur developpement, tels que les
institutions sociales, etc. Ainsi, plus un peuple est civilise, plus sa richesse nationale peut
s’accroitre.» (Henri Storch, «Cours d’Econ. politique etc.), &d. von J.-B.Say, Paris 1823,
t. I, p. 136.)

256 «Smith ... exclut des travaux productifs tous ceux qui ne coop£rent pas directement & la
production des richesses; mais aussi il ne considere que la richesse nationale) ... «n’avoir
pas distingue les valeurs immaterielles des richesses.» (t. III, p. 218.)

258 «Ein regardent le travail immat£eriel comme productif, ils lesupposent productif en richesses,»
(...) *c’est-A-dire en valeurs materielles et &changeables: et il ne l’est qu’en valeurs im-
materielles et directes: il soumettent! que les produits du travail immateriel sont
soumis aux mä&mes lois que ceux du travail mat£riel: et cependant les premiers se r&gis-
sent par d’autres principes que les seconds.» (t. Il], p. 218.)

1 Bei Storch: admettent

258 «De ce que les biens internes sont en partie le produit des services, on en a conclu qu'ils
n’avaient pas plus de duree que les services m&mes, et qu’ils &taient n&cessairement con-
sommes ä mesure qu'ils &taient produits.) (t. III, p. 234.) «Les biens primitifs, loin d’&tre
detruits par l'usage qu’on en fait, s’&tendent et s’accroissent par l’exercice, de sorte que
la consommalion m&me en augmente la valeur.» (l. c. p. 236.) «Die biens internes sind sus-
ceptibles akkumuliert zu werden wie die Reichtümer und Kapitalien zu bilden, die man
zur Reproduktion anwenden kann etc.» (l. c. p. 236.) «L'industrie doit &tre divisee et ses
produits doivent ätre accumules avant qu’on puisse songer ä diviser le travail immateriel.»

{p. 241.)

258 «La production des biens internes, loin de diminuer la richesse nationale par la consomma-
tion des produits mat£riels! qu’elle exige, est au contraire un puissant moyen de l’aug-
menter; wie umgekehrt la production des richesses, un moyen &galement puissant d’aug-
menter la civilisation.» (l. c. p. 517.) «C’est l’&quilibre des deux genres de production qui
fait avancer la prosp£rite nationale.» (l. c. p. 521.)

259 «Selon Smith, le legislateur des Hebreux fut un travailleur improductif.» (W. Nassau
Senior, «Principes fondamentaux de l’&con. polit.» traduits par Jean Arrivabene, Paris 1836,

p. 198.)

260 «Le medecin qui, par une ordonnance, guerit un enfant malade et Jui assure ainsi la vie
pour de longues ann&es, ne produit-il pas un r&sultat durable?» (l. c.)

260 «Les Hollandais, en s’opposant & la tyrannie des Espagnols, ou les Anglais se revoltant
contre une tyrannie qui menagait d’etre encore plus terrible, ont-ils produit des resultats
temporaires?® (l. c. p. 198)

260 «Il y a des pays oü on ne peut absolument pas cultiver la terre, si on n’est pas protege par
des soldats. Eh bien! suivant la classification de Smith, la r&colte n’est pas produite par
l’association du travail de l’homme qui conduit la charrue et de celui qui se tient & son cöt&
l’arme & lamain: selon lui, le laboureur seul est un travailleur productif, et le soindu soldat
est improductif.» (l. c. p. 202.)

261 “If the soldier, for example, be termed a productive labourer because his labour is sub-
servient to production, the productive labourer might, by the same rule, lay claim to
military honours; as it is certain that without his assistance no army could ever take the
field to fight battles or to gain victories.” (D. Buchanan, “Observations on the Subjects treated
of in Dr. Smith’s Inquiry etc.” E.dinb. 1814, p. 132.)

“La richesse d’une nation ne depend pasd’une proportion num£riqueentre ceuxquipro-
duisent des services et ceux qui produisent des valeurs, mais de cette proportion entre eux,
qui est la plus propre & rendre plus efficace le travail de chacun.» (Senior, 1. c. p. 204.)

263 «Il semble, en verite, que dans ce cas-ci l’attention de Smith a &t& adsorb&e tout entiere
par la condition des grands proprietaires, les seuls auxquels ses observations sur les classes
improductives puissent generalement &tre appliquees. Je ne sais me rendre autrement
compte de sa supposition, que le capital n'est employ& qu’d entretenir les travailleurs produc-
tifs, tandis que les improductifs vivent du revenu.Le plus grand nombre de ceux qu’il appelle
par excellence improductifs, les precepteurs, ceux qui gouvernent l’&tat, sont entretenus
aux depens du capital, c’est-A-dire au moyen de ce qui est depense d’avance pour la reproduc-

tion. (l. c. p. 204, 205.)

1 In der Handschrift: immateriels

263 «M. Storch se trompe, sans aucun doute, lorsqu’il &tablit formellement que ces resultats»
(...,) «font partie du revenu de ceux qui les possedent, comme les autres objets qui ont de
la valeur, et qu'ils sont de m&me &changeables.» (...) «S’il en &tait ainsi, si le goüt, la
moralite, la religion, &taient r&ellement des objets que l!'’on püt acheter, la richesse aurait
une importance bien autre que celle que les &conomistes ... ui donnent. Ce que nous
achetons, cen’est point la sant, le savoir ou la piet&. Le medecin, leprätre, l’instituteur ...
ne peuvent produire que les instrumens au moyen desquels, avec plus ou moins de certi-
tude et de perfection, ces r&sultats ulterieurs seront produits ... si dans chaque cas parti-
culier les moyens les plus propres pour obtenir du succes ont &t& employes, le producteur
de ces moyens a droit A une recompense, lors m&öme qu’il n’aurait pas r&ussi ou qu’il n’aurait
pas produit les resultats auxquels on s’attendait. L’’&change est complet aussitöt que le
conseil ou la legon a &t€ donn&e et qu’on en a regu le salaire.» (l. c. p. 288, 289,)

264 ... «la consommation productive et la consommation improductive.? (p. 206.)

264 «Les moyens indirects» (de la production) (est tout ce qui favorise la production, tout ce qui
tend & faire disparaitre un obstacle, A la rendre plus active, plus prompte, plus facile.»
(Er sagt vorhin, p. 268: «Il y a des moyens de production directs et des moyens indirects.
C'est dire qu'il est des moyens qui sont une cause sine qua non de l’effet dont il s’agit, des
forces qui font cette production. Il y en a d’autres qui contribuent A la production, mais
ne la feraient pas. Les premiers peuvent agir m&me seuls, les autres ne peuvent qu’aider
les premiers & produire.»)

&..toutle travail gouvernemental est un moyen indirect de production... I faut bien que
celui qui a fabrigu& ce chapeau reconnaisse que le gendarme qui passe dans la rue, que le
jJuge qui siege dans son tribunal, que le geölier qui regoit un malfaiteur et le garde en pri-
son, que l’arm&e qui defend la frontiere contre les invasions de l’ennemi contribuent A

la production.» (P. Rossi, «Cours d’Econ. Polit.», edit Bruxelles 1842, p.272.)

265 «Parmi les acheteurs, les uns achetent des produits ou du travail pour les consommer eux-
m&mes directement; d’autres ne les achtent que pour vendre les nouveaux produits qu’ils
obtiennent au moyen des produits et du travail qu’ils ont acquis.» [l. c. p. 275, 276.}

265 «Le travail de mon domestique est improductif pour moi: admettons-le pour un instant;
est-il improductif pour lui?» (l. c. p. 276)

265 ... temploie une force, l’applique selon un certain mode, produit un r&sultat qui satisfait
un besoin de l’homme» ... [p.275.]

266 «Une seconde erreur a &t€ de ne pas distinguer la production directe et la production
indirecte) ... «si la production! est presque impossible,» (sans le travail du magistrat)
‚“n’est-il pas Evident que ce travail y contribue, si ce n’est par un concours direct et
mat£riel, du moins par une action indirecte dont on ne peut pas ne pas tenir compte?»

(l. c. p. 276.)

266 «On n'a pas soigneusement distingue les trois faits principaux du phenom£ne de la pro-
duction: la force ou moyen productif, l’application de cette force, le resultat.» |].c. p. 276.]

266 «Il se trouve encore des personnes, gens de la vieille roche, qui n’entendent pas les choses
ainsi. Ils font venir chez eux un ouvrier et lui donnent & faire telle ou telle piece d’habil-
lement, en lui fournissant l’&toffe et tout ce qui est n&cessaire A ce travail. Qu’ach&tent-ils,
ceux-la? Ils achetent une force,» {aber doch auch une application de cette force} «un

1 Bei Rossi: elle

moyen qui produira des r&sultats quelconques & leurs p£rils et risques ... l’objet-du con-
trat, c'est l’achat d’une force.» |l. c. p. 276.]

266 „Bei einem Bedienten kaufe ich une force, zu hunderterlei services brauchbar, deren
resultats vom usage abhängen, den ich davon mache.“ (p.276.)

267 «Man ach£te oder loue ... une application determin&e d’une? force ... vous n’achetez pas
un produit, vous n’achetez pas le r&sultat que vous avez en vue. Das Plädoyer des Advo-
katen mag mich den Prozeß gewinnen machen oder nicht. Ce qu’il y a de certain, ce qui
se passe entre vous et votre avocat, c’est que, pour une certaine valeur, il ira tel jour,
en tel endroit, porter la parole pour vous, faire, dans votre inter&t, une application de ses
forces intellectuelles.» (p. 276.)

267 «Je suis loin de ne voir des producteurs que dans ceux qui passent leur vie & faire de la
toile de coton ou des souliers. J’honore le travail quel qu’il soit.... mais ce respect ne doit
pas &tre le priviltge exclusif du travailleur manuel.» (p.273)

267 «C’est ainsi que dans les &changes on fixe son attention sur l’un ou l’autre des trois faits
principaux de la production. Mais ces diverses formes de l’echange peuvent-elles enlever ä
certains produits le caract£re de richesse et aux efforts d’une classe de producteurs la qualite
de fravaux productifs? Evidemment, il n’est entre ces id&es aucune hiaison propre ä legiti-
mer une pareille deduction. Parce qu’au lieu d’acheter le r&sultat, j’ach£te la force neces-
saire pour le produire, l’action de force ne sera productive et le produit ne sera pas richesse?
Reprenons l’exemple du tailleur. Qu’on ach&te d’un tailleur des vetements tous confec-
tionnes, ou qu’on les obtienne d’un ouvrier tailleur auquel on fournit la matiere et un
salaire, toujours est-il que, quant aux resultats, les deux faits sont parfaitement sem-
blables. Nul ne dira que le premier est un travail productif et le second un travail im-
productif; seulement, dans le second cas, celui qui desirait un habit a &t& son propre
entrepreneur. Or, entre l’ouvrier tailleur que vous avez pris chez vous et votre domestique,
quelle difference y a-t-il sous le rapport des forces productives? Aucune.» (]. c. p. 277.)

269 «Quand Smith a dit qu’il ne restait riendutravaildu domestique, il s’est tromp6, disons-le,
au delä de ce qu’il tait permis a A.Smith de se tromper. Un fabricant dirige lui-m&me
une vaste manufacture qui exige une surveillance tr&s-active et tres-laborieuse... Ce
m&me homme, ne voulant pas autour de lui des ouvriers improductifs, n’a point de domes-
tiques. 11 est donc force de se servir lui-m&me... Que devient son travail productif pen-
dant le temps qu’il doit consacrer A ce pretendu travail improductif? N’est-il pas evident
que vos gens font un ouvrage qui vous donne les moyens de vous livrer ä un travail plus
appropri€ & vos facultes? Des lors, comment dire qu'il ne reste pas de traces de leur
service? Il reste tout ce que vous faites et que vous ne pourriez pas faire si vous n’&liez
pas remplac& par eux dans le service de votre personne et de votre maison.» (l. c. p. 277.)

270 «Le chanteur (on insiste), quand il a fini de chanter, ne nous laisse rien. - Il nous laisse un
souvenirb (...) «Quand vous avez bu du vin de Champagne, que reste-t-il? ... Que la
consommation suive ou non de pres le fait de la production, qu’elle s’accomplisse plus
ou moins rapidement, les resultats &&conomiques pourront &tre divers, mais le fait de la
consommation, quel qu'il soit, ne peut öter au produit la qualit& de richesse. Il est des
produits immateriels qui sont de plus longue dur&e que certains produits materiels. Un
palais dure longtemps, mais l’/liade est une source des plaisirs encore plus durables.»

(p. 277, 278.)

1 Bei Rossi: de cette

272... “distinction seems to be nugatory, and withal, mischtevous in application.” ([Chal-

mers,], I. c. p. 344.)

272 ‘‘We have entered at so much length into this argument, because we think the political
economy of our days bears a hard and hostile aspect towards an ecclesiastical establishment;
and we have no doubt, that to this, the hurtful distinction! of Smith has largely contri-
buted.” (Thomas Chalmers, (Prof. of Divinity), “On Political Economy, in Connexion with
the Moral State and Moral Prospects of Society”, 2"d ed., London 1832, p.346.)

272 “It is the highest impertinence and presumption, therefore, in kings and ministers, to
pretend to watch over the economy of private people, and.to restrain their expense, either
by sumptuary laws, or by prohibiting the importation of foreign luxuries. They are
themselves always, and without any exception, the greatest spendthrifts in the society.
Let them look well after their own expeuse, and they may safely trust private people
with theirs. If their own extravagance does not ruin the state, that of their subjects

never will.’ (JA.Smith,] t. II, 1. II, ch. III, ed. MeClulloch], p. 122.)

273 “The labour of some of the most respectable orders of? society is, like that of menial
servants, unproductive of any value,” (...} "and does not fix or realize itself in any per-
manent subject, or vendible commodity... The sovereign, for example, with all the
officers both of justice and war who are? under him, the whole army and navy, are un-
productive labourers. They are the servants of the public, and are maintained by a part
ofthe annual produce of the industry of other people... In the same class must be ranked....
churchmen, lawyers, physicians, men of letters of all kinds; players, buffoons, musicians,
opera-singers, opera-dancers, etc.” (l. c. p.94, 95.)

274 «Si les riches n’y d&pensent pas beaucoup, les pauvres mourront de faim.» (Montesquier ,

«Esprit des lois», 1. VII, ch. IV [Paris 1820, t. IV, p.200].)

274 «De telles occupations» (d’artisan et de manufacturier) «Etaient cens&es ne convenir qu’A
des esclaves,» (in plusieurs anciens &tats) set on defendait aux citoyens de s’y adonner.
Dans les Etats m&me oüi cette defense n’eüt pas lieu, tels que Athenes et Rome, le peuple
&tait, par le fait, exclu de tous les metiers qui sont maintenant exerc&s, pour l’ordinaire,
par la derniere classe des habitans des villes. Ces metiers, A Rome et ä Athenes, &taient
remplis par les esclaves des riches, qui les exergaient pour le compte de leurs maitres, etla
richesse, la puissance et la protection de ceux-ci mettaient le pauvre libre, presque dans
Vimpossibilit& de trouver le debit de son ouvrage, quand cet ouvrage venait en concur-
rence avec celui des esclaves du riche. Mais les esclaves sont rarement inventifs et les
proced&s les plus avantageux a l'industrie, ceux qui facilitent et abr&gent le travail, soit
en fait de machines, soit en fait d’arrangement et de distribution de täches, ont tous
&t& inventes par des hommes libres. Si m&me un esclave s’avisait de proposer quelque
moyen de ce genre, le maitre serait dispos€ ä regarder sa proposition comme suggeree
par la paresse et par un desir d’pargner sa peine aux d&pens du maitre, Le pauvre esclave,
au lieu de r&compense, n’aurait vraisemblablement qu’une fort mauvaise r&ception A
attendre, peut-&tre m&me quelque chätiment. Par consequent, dans les manufactures qui
vont par le moyen d’esclaves, il faut, en general, employer plus de travail pour ex&cuter
la mäme quantite d’ouvrage, que dans celles qui vont par le moyen d’hommes libres,
Par cette raison, l'’ouvrage des manufactures de cette premiere espece a dü, en general,

? Bei Chalmers: definition — * bei Smith: in the -* bei Smith: serve

&tre plus cher que celui des autres. M. de Montesquieu observe que les mines de la
Hongrie, sans &tre plus riches que les mines de la Turquie de leur voisinage, ont toujours
&t& exploitses A moins de frais, et par cons&quent avec plus de profit. Les mines de la
Turquie sont exploitees par des esclaves, et les bras de ces esclaves sont les seules machines
que les Turcs se soient jamais avis&s d’y employer. Les mines de la Hongrie sont exploitees
par des hommes libres qui font usage d’une grande quantit€ de machines pour faciliter
et abreger leur travail. D’apr&s le peu que nous connaissons des prix des ouvrages de
manufactures dans le tems des Grecs et des Romains, il parait que ceux du genre le plus
fin &taient d’une chert& excessive.» ([A.Smith,] 1. c., t. IL, 1.1V, ch. IX, p.549-551,
ed. Garnier.)

275 «M.Locke observe qu'il y a une distinction & faire entre l’argent et les autres biens-
meubles. Tous les autres biens-meubles, dit-il, sont d'une nature si perissable, qu’il y a
peu de fonds & faire sur la richesse qui consiste dans ce genre de biens... L’argent, au
contraire, est un ami solide etc.» (l. c., t. III, 1. IV, ch. I, p.5.)

275 «Les marchandises consommalbles, dit-on, sont bientöt d£truites, tandis que l’or et l’argent
sont d’une nature plus durable, et que sans l’exportation continuelle qu’on en fait, ces
metaux pourraient s’accumuler pendant plusieurs siecles de suite, de maniere & augmenter
incroyablement la richesse r&elle d’un pays.» (l. c. p. 24, 25.)

276 ... "fixes and realizes itself in some particular subject or vendible commodity, which lasts
Jor some time at least after that labour is past. It is, as it were, a certain quantity of labour
stocked and stored up to be employed, if necessary, upon some other occasion.'

... "generally perish in the very instant of their performance, and seldom leave any trace
or value behind them, for which an equal quantity of service could afterwards be pro-

eured.” (v. II, b. II, ch. III, ed. MeCulloch, p. 94.)

### Fünftes Kapitel

279 «Je vois une des classes de la societ&, dont la fortune doit toujours &tre A-peu-pres la
m£&me; j’en appergois une autre dont la richesse augmente necessairement: ainsi, le luxe,
qui nait d’un rapport et d’une comparaison, a dü suivre le cours de ces disproportions,
et devenir plus apparent avec la succession des ann&es.» (Necker, «De l!’administration des
finances de la France etc.» (Euvres, t. II, Lausanne et Paris 1789, p.285, 286.) (...) «La
classe de la societe, dont le sort se trouve comme fix€ par l’effet des lois sociales, est
composee de tous ceux qui, vivant du travail de leurs mains, regoivent imp£rieusement la
loi des proprieaires,» (...) «et sont forc&s de se contenter d’un salaire proporlionne aux
simples necessites de la vie: leur concurrence et !’urgence de leurs besoins, constituent leur
eiat de dependance; et ces circonstances ne peuvent point changer.» (l. c. p. 286.)

«L'invention successive des instrumens qui ont simplifie tous les arts mechaniques, a donc
augmente les richesses et la fortune! des proprietaires; une partie de ces instrumens, en
diminuant les frais d’exploitation des fonds de terre, a rendu plis considerable le revenu dont
les possesseurs de ces biens peuvent disposer; et une autre partie des d&couvertes du
genie a tellement facilite les travaux de l’industrie, que les hommes, aux services des dispen-
sateurs des subsistances,» (...) “ont pu dans un espace de tems &gal, et pour la m&me retribution,
fabriquer une plus grande quantite d’ouyrages de toute esp£ce.? (p. 287.) «Supposons que

1 Bei Necker: et le lot fortune

dans le si£cle dernier, il fallut cent mille ouvriers, pour ex&cuter ce qui se fait aujourd’hui
avec quatre-vingt mille; les autres vingt mille se trouveraient dans la necessit& de s’adon-
ner ä des occupations differentes, pour obtenir des salaires; et les nouveaux ouvrages de

‚main-d’&uvre qui en r&sulteraient accroitraient les jouissances et le luxe des riches.r

(p.287, 288.) .

«Car),... “il ne faut pas! perdre de vue, que les r&tributions assign&es ä tous les metiers
qui n’exigent point un talent distingu&,sonttoujours proportionn&es, au prixde la subsistance
necessaire ä chaque ouvrier; ainsi la rapidite de l’execution, quand la science en est devenue
commune,.ne tourne point d l’avantage des hommes de travail, et il n’en resulte qu’une aug-
mentation des moyens, pour satisfaire les goüts et les vanit&s, de ceux qui disposent des pro-

 ductions de la terre. (l. c..p.288.) «Entre les differens biens de la nature que l’industrie

des hommes faconne et modifie, il en est un grand nombre, dont la dur&e exc&de de
beaucoup le terme commun de la vie: chaque generation a herit& d’une partie des travaux
de la generation qui l’a pr&c&d&e,» {er betrachtet hier nur die accumulation in dem, was
A.Smith fonds de consommation nennt} tet il s’est accumule successivement, dans tous
les pays, une plus grande quantit& des productions des arts; et comme cette quantite,
est tonjours r&partie entre les mains des proprietaires, la disproportion entre leurs jouis-
sances, et celle de la classe nombreuse des citoyens, a dü n&cessairement &tre plus con-
siderable et plus remarquee.» (p.289.)

- 280 «L'acceleration des travaux de l’industrie, qui a multiplie sur la terre les objets de faste et de

somptuosite, le items qui en a grossi l’accumulation, et les loix de la propriete, qui ont ras-
semble ces biens dans une seule classe de la socieie ... ces grandes sources du luxe eussent
€galement exist&, quelle qu’eut &t& la somme de num£raire.» (p.291.)

280 «D&s que l’artisan ou l’'homme de campagne n’ont plus de reserve, ils ne peuvent plus

disputer; il faut qu’ils travaillent aujourd’hui sous peine de mourir demain, et dans ce combat
d’inter&t entre le |]421] proprietaire et l’ouvrier, l’un met au jeu sa vie et celle de sa famille,
et l’autre un simple retard dans l’accroissement de son luxe.» (Necker, «Sur la legislation
et le commerce des grains etc.» CEuvres, t.1V, p.63.)

280 La facult& de sgavoir et d’entendre est un don general de la nature, mais il n'est deve-

281

lopp& que par l’instruction; si les propriet&s &taient &gales, chacun travaillerait modere-
ment,» (...) et chacun scaurait un peu, parce qu'il resterait A chacun une portion de iems»
(...) a donner A l’&tude et ä la pens&e; mais dans l’inggalite de la fortune?, effet de l’ordre
social, l’instruction est interdite A tous les hommes nes sans propriet6s; car toutes les
subsistances &tant entre les mains de la partie de la nation qui posstde l’argent ou les
terres, et personne ne donnant rien pour rien; l’"homme n& sans autre reserve? que sa
force, est oblig& de la consacrer au service des proprietaires, d&s le premier moment ou
elle se developpe, et de continuer ainsi toute sa vie, depuis l'instant oüi le soleil se leve
jusqu’ & celui oüi cette force abattue a besoin d’£tre renouvellee par le sommeil.» (p. 112.)
«Est-i] bien sür enfin que cette in&galit€ de connaissances ne soit pas devenue necessaireau
maintien de toutes les inggalit&s sociales qui l’ont fait naitred (l. c.p.113.).

-«On commence par confondre l’importance du proprietaire (fonction si faeile ä remplir)

avec l’importance de la terre.» (p.126.)

1 Bei Necker: point -? bei Necker: des fortunes - ® bei Necker: ressource

### Sechstes Kapitel

301 «La somme des cr&ances hypothecaires, d’apr&s les auteurs les mieux informes, est de
12 milliards, (nach andren 16 milliards); die der cr&ances chirographaires, mindestens 6,
die commandite ungefähr 2, die Staatsschuld 8 milliards, zusammen 28 milliards. Toutes
ces dettes, notez ce point, proviennent d’argent pr&t&, ou cens£ l’avoir &t&, qui & 4,45,
6,28, 12, et jusqu’& 15%. Je prends pour moyenne de l’inter&t, en ce qui concerne
les 3 premiöres categories, 6% : soit donc, sur 20 milliards, 1200 millions. Ajoutez l’interet
de la dette publique, environ 400 millions: en tout, 1600 millions d’inter&t annuel, pour
un capital de I milliard.» (p. 152.) Also 160%. Denn «la somme de num£raire, je ne dirai
pas existant, mais circulant en France, y compris l’encaisse de la Banque, ne depasse pas,
suivant l’&valuation la plus commune, 1 milliard.» (p. 151.) «L’&change conclu, l’argent
redevient disponible, capable, par cons&quent, de donner lieu ä une nouvelle.location ...
le capital-argent, d’&change en &change, revient toujours & sa source, il s’ensuit que la
relocation, toujours faite par la m&äme main, profite toujours au m&me personnage.»

(p. 153, 154.) «Gratuite du credit. Discussion entre M.Fr.Bastiat etM.Proudhom, Paris 1850.

318 «Depuis l’origine du monde il y eu trois grandes decouvertes... La premiere, c'est
V’invention de !'criture... La seconde est l’invention (!) de la monnaie... La troisieme est
le Tableau &conomique, le resultat des deux autres, qui en est le compl&ment.» (Garnier,

t. II, 1.1V, ch. 1X, p.540.)

319 «Leurs travaux ont certainement rendu quelques services ä leur pays) ... (l. c. p. 538.)

### Siebentes Kapitel

321 «Dans nos pays civilises!, tous les Elements sont esclaves.) (Linguet, «Theorie des loix

civiles etc.», vol. 1, Londres 1767, p. 188.)

321 «C'est ainsi que toute la nature captive a cess€ d’offrir & ces enfants des ressources faciles
pour le soutien de leur vie. Il faut payer ses bienfaits par des fatigues assidues, et ses
presents par des travaux opiniätres.» [l. c. p. 188.]

321 «Le riche qui s’en est attribue la possession exclusive, ne consent qu’ä ce prix ä en remettre
en commun la plus petite portion. Pour tre admis d partager ses Iresors, il faut s’employer
& les augmenter.» (p.189.) «Il faut donc renoncer ä ces chime£res de liberte.» (p. 190.) Die
Gesetze sind da, um “consacrer une premiere usurpation? (...) “pour en prevenir de
nouvelles.» (p. 192.) «Elles sont, en quelque sorte, une conspiration contre la plus nom-
breuse partie du genre humain.» (l. c. p. 195.) (...) «C’est la societ€ qui a produit les lois,
et non les lois qui ont produit la societe.» (p.230.) «La propriet& leur est? anterieure.»

(p. 236.)

321 ... “des chasseurs accoutumes A vivre de sang, ä se r&unir par bandes, pour surprendre et
terrasser plus aisement les betes dont ils se nourrissaient, et ä se concerter pour en par-
tager les depouilles.» (p.279.) «C'est chez les chasseurs qu’a dü se montrer la premiere
apparance de societ&.» (p.278.) «La vraie societe s’est formde aux depens des pasteurs ou
agriculieurs, ei a ie fondee sur leur assujetissement» durch die Bande der chasseurs r&unis.
(p. 289.) Alle Pflichten der Gesellschaft lösen sich auf in commander und obär. «Cette

3 Bei Linguet: polic&s - ? bei Linguet: soit

degradation d’une partie du genre humain, apr&s avoir occasionne la societe, a donne
naissance aux lois.) (p.294.)

322 «C'est l’impossibilit& de vivre autrement, qui force nos journaliers ä remuer la terre dont
ils ne mangeront pas les fruits, et nos macons A &lever des Edifices oti ils ne logeront pas.
C'est la mistre qui les traine sur ces marches, oti ils attandent des maitres qui veuillent
bien leur faire la gräce de les acheter. C'est elle gui les reduit & se mettre aux genoux du
riche, pour obtenir de lui la permission de l’enrichir.» (p. 274.)

«La violence a donc &t& la premiere occasion de la societ£, et la force son premier
lien.» (p.302.) «Leur? (des hommes) «premier soin a &t& sans doute de se pourvoir de
nourriture ... le second a dü &tre de chercher ä s’en pourvoir sans travail.» (p.307, 308.)
«Or ils n’ont pu y parvenir qu’en s’appropriant le fruit du travail etranger.» (p.308.) «Les
premiers conqu£rans ne se faisaient despotes que pour @tre inpun&ment paresseux, et
Rois, que pour avoir de quoi vivre: ce qui retrecit et simplifie beaucoup ... lidee de la
domination.» (p.309.) «La soci&te est n&e de la violence, et la propriet& de l’usurpation.?
(p.347.) «Des qu’il y eut des maitres et des esclaves, la societe fut forme&e.» (p.343.)
«Des l’origine, les deux |}439] soutiens de l’union civile furent d’une part l’esclavage de
la plus grande partie des hommes, et de l’autre, celui de toutes les femmes... Ce fut aux
depens des trois quarts de ses membres que la soci&t€ assura le bonheur, l’opulence, le
repos du petit nombre de proprietaires qu’elle avait seuls en vue.) (p.365.)

322 «Il ne s’agit donc pas d’examiner si l’esclavage est contre la nature en elle-möme, mais s’il
est contre la nature de la societ& ... il en est ins&parable.» (p.256.) «La societe et la
servitude civile sont nees ensemble.» (p.257.) «L’esclavage durable ... le fondement
indestructible des soci&tes.) (p. 347.)

«Il n’y aeu des hommes reduits A tenir leur subsistance de la liberalite d’une autre
homme que guand celui-ci a ete assez riche de leurs depouilles pour pouvoir leur en rendre
une petite portion. Sa pretendue gen&rosit@ n’a pu &tre qu’une restitution de quelque partie
des fruits de leurs travaux qu'il s’etait appropries.» (p. 242.) «N’est-ce pas dans cette obliga-
tion de semer sans recueillir pour soi, de sacrifier son bien-&tre & celui d’un autre, de
travailler sans esperance, que consiste la servitude? Sa veritable &poque n’est-elle pas
l’instant ot il y eut des hommes que l’on put contraindre au travail A coups de fouet,
sauf & leur donner quelques mesures d’avoine en les ramenant & l’ecurie? C’est dans une
societe perfectionnee que les aliments paraissent au pauvre affame un equivalent suffisant
de sa Iibert&, mais dans une societ€ qui commence cet &change in£gal ferait horreur &
des hommes libres. Ce n’est qu’& des captifs qu’on peut le proposer. Ce n'est qu’apr&s
leur avoir öt& la jouissance de toutes leurs facult&s qu’on peut le leur rendre n&cessaire.»
(p.244, 245.)

«L'essence de la sociele ... est d’exempter le riche dir travail; c'est de lui donner des
nouveaux organes, des membres infatigables qui prennent sur eux toutes les op£@rations
laborieuses dont il doit s'approprier le fruit. Voilä le plan que l’esclavage :Jui permettait
d’executer sans embarras. Il achetait les hommes qui devaient le servir.» (p.461.)
«En supprimant la servitude, on n’a pretendu supprimer ni l’opulence ni ses avan-
tages ... il a fallu que les choses restassent, au nom pres, dans le m&me &tat. Ilatoujours
fallu que la plus grande partie des hommes continuät de vivre ä la solde et dans la depen-
dance de la plus petite qui s’est approprie tous les biens. La servitude s’est donc perpetu&e
sur la terre, mais sous un nom plus doux. Elle s’est decor&e parmi nous du titre de
domesticite,? (p.462.)

323 «Les villes et les campagnes sont peuplees d’une autre esp£ce de domestiques plus r&pan-
dus, plus utiles, plus laborieux, et connus sous le nom de journaliers,» (...) (manouvriers,
etc. Ils ne sont point deshonores par les couleurs brillantes du luxe; ils gemissent sous
les haillons degoütants qui font la livree de l’indigence. Ils n’ont jamais de part d l’abon-
dance dont leur travail est la source. La richesse semble leur faire gräce quand elle veut
bien agr£er les presents qu'ils lui font. C’est A eux d’tre reconnaissants des services qu'ils
Iui rendent. Elle leur prodigue le mepris le plus outrageant dans le temps oüi ils embrassent
les genoux pour obtenir la permission de lui ötre utiles. Elle se fait prier pour l’accorder, et
dans cet change singulier d’une prodigalite reelle contre une bienfaisance imaginaire, la hierte,
le dedain sont du cöte de celui qui regoit, et la bassesse, l’inquietude, l’empressement du
cöte de celui qui donne. Ce sont lä les domestiques qui ont vraiment remplace les serfs
parmi nous.» (p.463, 464.)

«Il s’agit d’examiner quel est le gain effectif que lui a procure la suppression de l’escla-
vage. Je le dis avec autant de douleur que de franchise: tout ce qu’ils ont gagne, c'est
d’&tre A chaque moment! tourmentes par la crainte de mourir de faim, malheur dont
&taient du moins exempts leurs pred&cesseurs dans ce dernier rangde l’humanite.» (p. 464.)
«Il est libre, dites vous! Eh! voilä son malheur. Il ne tient ä personne: mais aussi personne
ne tient A lui. Quand on en a besoin, on le loue au meilleur marche que l’on peut. La faible
solde qu’on lui promet &gale & peine le prix de sa subsistance pour la journee qu'il fournit en
change. On lui donne des surveillans» (overlookers) «pour l’obliger d remplir promptement
sa täche; on le presse; on l’aiguillonne de peur qu’une paresse industrieuse et excusable
ne lui fasse cacher la moiti& de sa vigueur; on craint que l'espoir de rester plus long-tems
occupe au meme ouvrage n’arr&te ses bras et n’&mousse ses outils. L’&conomie sordide qui
le suit des yeux avec inquietude l’accable de reproches au moindre reläche qu’il parait se
donner, et s’il prend un instant de repos, elle pretend qu’il la vole. A-t-il fini, on le renvoie
comme on l’a pris, avec la plus froide indifference, et sans s’embarasser si les vingt ou
trente sols qu’il vient de gagner par une journ&e p£nible | suffiront ä sa subsistance,
en cas qu’il ne trouve pas d travailler le jour d’apres.» (p.466, 467.)

«]l est libre! C’est pr&cisement de quoi je le plains. On l’en menage beaucoup moins
dans les travaux auxquels? on l’applique. On en est plus.hardi ä prodiguer sa vie. L’esclave
&tait pr&cieux & son maitre en raison de l’argent qu'il lui avait coüte. Mais le manouvrier
ne coüte rien au riche voluptueux qui l’occupe. Du tems de la servitude, le sang des
hommes avait quelque prix. Ils valaient du moins la somme qu’on les vendait au marche.
Depuis qu’on ne les vend plus ils n’ont r&ellement aucune valeur intrins&que. Dans une
arme&e on estime bien moins un pionnier qu’un cheval de caisson, parce que le cheval est
fort cher et qu’on a le pionnier pour rien. La suppression de l’esclavage a fait passer
ce calcul de la guerre dans la vie commune; et depuis cette Epoque il n'y a point de bourgeois
ä son aise qui ne suppute en ce genre comme le font les heros.» (p.467.)

Les journaliers naissent, croissent et s’elevent» (...) «pour le service de l’opulence
sans Jui causer le moindre frais, comme le gibier qu’elle massacre sur ses domaines. Il
semble qu’elle ait r&ellement le secret dont se vantait sans raison le malheureux Pompee.
En frappant du pied la terre, elle en fait sortir des legions d’hommes laborieux qui se
disputent l’'honneur d’etre ä ses ordres: en disparait-il quelqu’'un parmi cette foule de
mercenaires qui elevent ses bätimens, ou alignent ses jardins, la place qu’il a laissee
vacante est un point invisible qui est sur le champ recouvert sans que personne s’en

1 Bei Linguet: instant — ? bei Linguet: dans les quels

mele. On perd sans regret une goutte de l’eau d’une grande riviere, parce qu’il en survient
sans cesse de nouveaux flots. Il en est de mäme des manouvriers; la facilit& de les rem-
placer nourrit l’insensibilit€ du riche» (...) «A leur &gard.» (ibidem p.468)

«Ceux-ci, dit-on, n’ont point de maitre ... pur abus du mot. Qu’est-ce & dire? Ils
n’ont point de maitre: ils en ont un et le plus terrible, le plus imperieux des maitres: c’est
le besoin. Celui-lä les asservit & la plus cruelle dependance. Ils ne sont pas aux ordres d’un
homme en particulier, mais « ceux de tous en general. Ce n'est point d’un seul tyran qu’ils
ont & flatter les caprices, et & rechercher la bienveillance, ce qui bornerait la servitude, et
la rendrait supportable. C’est de quicongue a ar l’argent qu’ils deviennent les valets, ce qui
donneäleuresclavage une &tendue et une rigueur infinie. S’ils ne se trouvent pas bien d’un
maitre, dit-on, ils ont au moins la consolation de le lui dire, et le pouvoir d’en changer:
les esclaves n’ont ni l’un ni l’autre. Ils sont donc plus malheureux. Quel sophismel
Songez-donc que le nombre de ceux qui font travailler est tres petit et que celui des
travailleurs au contraire est immense.» (p. 470, 471.) «Ä quoi se r&duit pour eux cette
libert& apparente dont vous les avez investis? Ils ne subsistent que du loyer de leurs bras.
Il faut donc trouver d qui les louer ou mourir de faim. Est-ce la &tre libred» (p. 472.)

«Ce qu’il y a de plus terrible, c'est que la modicit€ m&me de cette paie est encore une
raison pour la diminuer. Plus le journalier est press€ par le besoin, plus il se vend & bon
marche. Plus sa necessite est urgente, moinssontravailest fructueux. Lesdespotesmomen-
tan&s qu'ilconjure en pleurant d’accepter ses services, ne rougissent pas de lui täter, pour
ainsi dire, le pouls, afin de s’assurer de ce qu’il lui reste encore de forces; c’est sur le degr&
de sa defaillance qu’ils reglent la r&tribution qu’ils offrent. Plus ils le sentent pres de perir
d’inanition, plus ils retranchent de ce qui peut l’en pröserver; et les barbares qu’ils sont
lui donnent bien moins de quoi prolonger sa vie que de quoi retarder la mort.» (p. 482,
483.) «L’independance» (du journalier) 4... est un des plus funestes fl&aux qu’ait produits
le raffinement des tems modernes. Il augmente l’opulence du riche, et l’indigence du
pauvre. L’un &pargne tout ce que l’autre depense. Ce n’estpas sur son superflu que celui-ci
est force d’&conomiser c’est sur son necessaire.) (p. 483.) i

«Si l’on trouve aujourd’hui tant de facilit&s A entretenir ces prodigieuses armees qui
se joignent au luxe pour achever d’exterminer la race humaine, on n'en est redevable qu’&
la suppression de l’esclavage ... Ce n’est que depuis qu’il n’y a plus d’esclaves que la
debauche et la mendicit& forment des heros & cinq sols par jour.» (p. 484, 485.)

«C'est cellev (...) «que je trouve 100 fois preferable, ä toute autre fagon d’Etre, pour les
hommes reduits & gagner leur vie par un travail journalier.» (p. 496.)

«Leurs chaines,® (der esclaves und der journaliers) «tissues de la m&äme matiere, ne
sont que diversement coloriees. Ici elles sont noires, et semblent massives: lA elles ont
Une apparence moins triste, et paraissent plus €vid&es: pesez-les cependant avec impartia-
lite, vous n’y trouverez aucune difference; les unes et les autres sont &galement fabriquees
par la necessit&. Elles ont pr&cisement le m&me poids, ou plutöt s’il y a quelques grains
de plus d’un cöt&, c’est de celu: qui annonce & l’exterieur plus de legeret&.» (p. 510.)

325 «Ne voyez-vous pas que l’obeissance, l’an&antissement, puisqu’il faut le dire, de cette
nombreuse partie du troupeau fait l’opulence des bergers? ... Croyez-moi, pour son
inter£t,» (du berger) «pour le votre, et m&me pour le leur, laissez-les) (...) «dans la persua-
sion oti elles sont, que ce roquet qui les aboie, a plus de force & lui seul, qu’elles toutes
ensemble. Laissez-les fuir stupidement au simple aspect de son ombre. Tout le monde
y gagne. Vous en avez plus de facilite & les rassembler, pour vous approprier leurs toisons.
Elles sont plus aisement garanties d’&tre d&vor&es par les loups. |]441| Ce n’est, il est vrai,

que pour ötre mange&es par les hommes. Mais enfin, c’est lä leur sort du moment qu’elles
sont entr&es dans une &table. Avant que de parler de les y soustraire, commencez par
renverser l’&table, c’est-ä-dire la societ£.» (p. 512, 513.)

### Beilagen

329 “Arts of public use, as fortification, making of engines, and other instruments of war;
because they confer to defence, and victory, are power; and though the true mother of
them, be science, namely the mathematics; yet, because they are brought into the light, by
the hand of the artificer, they be esteemed, the midwife passing with the vulgar for the
mother, as his issue.’ (“Leviathan’’; English Works of Th.Hobbes. Edit. Molesworth,
Lond. 1839-44, t. III, p. 75.)

329 “The value, or worth of a man, is as of all other things, his price; that is to say, so much
as would be given for the use of his power.” (l. cc. p. 76, Hobbes, "Leviathan”’.) “A man’s
labour" (also der use of his labouring power) “also, is a commodity exchangeable for bene-
fit, as well as any other thing.” (l. c. p. 233.)

329 “It is not enough, for a man to labour for the maintenance of his life; but also to fight, if
need be, for the securing of his labour. They must either do as the Jews did after their
return from captivity, in re-edifying the temple, build with one hand, and hold the sword
in the other; or else they must hire others to fight for them.” (l. c., Hobbes, p. 333.)

330 “Forasmuch as there be more males than females in England ... it were good for the
ministers to return to their Coelibat; or that none should be ministers, whilst they aret
married ... And then our unmarried Parson might live as well with half, as now with the
whole of his benefice.” (Petty, “A Treatise of Taxes, and Contributions”’, London 1667,
p. 7,8.)

330 “A large proportion of these also might be retrenched, who properly and originally earn
nothing from the publick, being only a kind of gamesters, that play with one another for the
labours of the poor; yielding of themselves no fruit at all, otherwise than as veins and
arteries, to distribute forth and back the blood and nutritive juyces of the body politick,
namely, the product of husbandry and manufacture.” (p. 10.)

330 “If the numerous offices and fees relating to the government, law, and church; and if the
number of divines, lawyers, physicians, merchants, and retailers were also lessened, all
which do receive great wages for little work done to the publick, with how much greater
ease would common expenses be defrayed?” (p. 11.)

331 “Who shall pay these men? I answer, everybody ... Ithink 't is plain, they ought neither
to be starved, nor hanged, nor given away etc.” (p. 12.)

331 .... “in case there be no overplus ...; 't is fit to retrench a little from the delicacy of others
feeding in quantity or quality.” (p. 12, 13.)

331... "without expense of foreign commodities;” ... “to keep their minds to discipline and
obedience, and their bodies to a patience of more profitable labours when need shall
require it.’ (p.13.) „Am hesten sie zum Bauen von Straßen, Brücken, Bergwerken etc.
zu verwenden.“ (p.11, 12.)

U Bei Petty: were

331 ""Fewness of people, is real poveriy; and a nation wherein are 8 millions of people, are more
than twice as rich as the same scope of land wherein are but four.” (p. 16.)

331 “Religion best flourishes when the priests are most mortified, as ... the law ... best
flourishes when lawyers have least to do.” (p. 57.)

331... "not lo breed more Churchmen than the benefices as they now stand shared out will
receive.”

331... “it will not be safe to breed up 24 000 ministers.””

331... "which they cannot do more easily, than by persuading the people, that the 12. 000
incumbents do poison or starve their souls,"” (...) “and misguide them in their way to

heaven.” (p. 57.)

332 ‘But before we talk too much of rents, we should endeavour to explain the mysterious
nature of them, with reference as well to money, the rent of which we call usury; as to that

of lands and houses.” (p. 23.)

332 “If a man can bring to London an ounce of silver out of the earth in Peru, in the same
time that he can produce a bushel of corn, then one is the natural price of the other; now
if by reason of new and more easier mines a man can get two ounces of silver as easily as
formerly he did one, then corn will be as cheap at ten shillings the bushel, as it was before
at five shillings caeteris paribus.” (p. 31.) “Let the production of a bushel of corn be
supposed of equal labour to that of producing an ounce of silver.” (p. 66.)

332... “real and not an imaginary way of computing the prices of commodities.” (p. 66.)

332 ... “the law... should allow the labourer but just wherewithal to live; for if you allow double
then he works but half so much as he could have done, and otherwise would; which is a
loss to the public of the fruit of so much labour.” (p. 64.)

332 “Natural dearness and cheapness depends upon the few or more hands requisite to necessaries
of nature: As corn is cheaper where one man produces corn for ten, then where he can do
the like but for six; and withal, according as the climate disposes men to a necessity of
spending more or less.” (p. 67.)

333 ‘“Suppose a man could with his own hands plant a certain scope of land with corn, that
is, could digg, or plough; harrow, weed, reap, carry home, thresh, and winnow so much
as the husbandry of this land requires; and had withal seed wherewith to sow the same.
l say, that when” (...) “this man hath subducted his seed out of the proceed of his harvest,
and also what himself had both eaten and given to others in exchange for clothes, and
other natural necessaries; that the remainder of corn, is the natural and true rent of the
land for that year; and the medium of seven years, or rather of so many years asmakes upthe
cycle, within which dearth and plenties make their revolution, doth give the ordinary rent of
the land in corn.” (p. 23, 24.)

333 “But a further, though collateral question may be, how much English money this corn or
rent is worth? | answer, so much as the money which another single man can save within
the same time, over and above his expence, if he employed himself wholly to produce and
make it; viz. Let another man go travel into a countrey where is silver there, dig it, refine
it, bring it to the same place where the other man planted his corn; coyn it, etc., the same
person, all the while of his working for silver, gathering also food for his necessary liveli-
hood, and procuring himself covering, etc. I say, the silver of the one must be esteemed of
equal value with the corn of the other: the one, being perhaps twenty ounces and the other

twenty bushels. From whence it follows that the price of a bushel of his corn to be an
ounce of silver.” (p. 24.)

333 “And forasmuch as possible there may be more art and hazard in working about the
silver, then upon? corn, yet all comes to the same pass; for let a hundred men work ten
years upon corn, and ihe same number of men the same time, upon silver; I say, that the
neat proceed of the silver is the price of the whole neat proceed of the corn, and like parts
of the one, the price of like parts of the other." (p. 24.)

334 “Whereforewe would be glad to find the natural value of the Fee-simple of land, though
but no better than we have done that of the usus fructus above-mentioned.” (p. 25.) ...
“Having found the rent or value of the usus fructus per annum, the question is, how many
years purchase (as we usually say) is the Fee-simple naturally worth? If we say an infinite
number, then an acre of land would be equal in value to a thousand acres of the same
land; which is absurd, an infinity of unites being equal to an infinity of thousands: where-
fore we must pitch upon some limited number, and that I apprehend the number of years,
which I conceive one man of 50 years old, another of 28, and another of 7 years old, all
being alive together may be thought to live; that is to say, of a grandfather, father and
child; few men.having reason to take care of more remote posterity ... Wherefore I pitch
the number of years’ purchase, that any land is naturally worth, to be the ordinary |]1350]
extent of three such persons their lives. Now in England we esteem three lives equal to
one and twenty years, and consequently the value of land, to. be about the same number
of years’ purchase." (p. 26.)

335 “As for usury, the least that can be, is the rent of so much land as the money Ient will buy,
where the security is undoubted." (p. 28.)

336 “As great need of money heightens exchange, so doth great need of corn raise the price
of that likewise, and consequently of the rent of the land that bears corn,” (...) “and lastly of
the land itself; as for example, if the corn which feeds London, or an army, be brought
40 miles thither?, then the Corn growing within a mile of London, or the quasters of such
army, shall have added into its naturel price, so much as the charge of bringing it thirty
nine miles does amount to ... Hence it comes to pass, that lands intrinsically alike near
populous places, such as where the perimeter of the area that feeds them is great, will
not only yield more rent for these reasons, but also more years purchase than in remote
places etc.” (p. 29.)

336 “The goodness or badness, or the value of land depends upon the greater or lesser share of
the product given for it in proportion to the simple labour bestowed to raise
the said product." (p. 67.)

336 “If there be 1000 men in a territory, and if 100 of these can raise the necessary food and
raiment for the whole 1000; if 200 more make as much commodities, as other nations will
give either their commodities or money for, and if 400 more be employed in the orna-
ments, pleasure, and magnificence of the whole; if there be 200 governours, divines,
lawyers, physicians, merchants, and retailers, making in all 900, the question is” ...

(p. 12.)

337 “This, I say to be the foundation of equalizing and ballancing of values; yet in the super-
structures and practices hereupon, I confess there is much variety and intricacy.' (p.25.)

1 Bei Petty: about the - ? bei Petty: together

337 “Our silver and gold we call by several names, as in England by pounds, shillings, and
pence; all which may be called and understood by either of the three. But that which I
would say upon this matter is, that all things ought to be valued by two natural denomi-
nations, which is land and labour; that is, we ought to say, a ship or garment is worth such
a measure of land, with such another measure of labour; forasmuch as both ships and
garments were the creatures of lands and men’s labours thereupon: This being true, we
should be glad to find out a natural Par between land and labour, so as we might express
the value by either of them alone, as well or better than by both, and reduce one into
the other, as easily and certainly, as we reduce pence inte pounds.” (p.25.)

338 “Of the vanity and fruitlesness of making Civil Positive Laws against the Laws of Nature”
(...) “I have spoken elsewhere.” (l. c. p. 29.)

338 “If the said shires by greater labour than now is used, (as by digging instead of plough-
ing, setting instead of sowing, picking of choice seed instead of taking it promiscuously,
steeping it instead of using it wholly unprepared, and manuring the ground with salt
instead of rotten straw, etc.) could be fertilized, then will the rent be as much more ad-
vanced, as the excess of increase exceeds that of the labour.” (p.32.)

338... “if you allow double, then he works but half so much.” (p.64.)
338... “which is a loss to the publick” etc. (p.64.)

338 “This brings me to the most important consideration in Political Economies, viz. how to
make a Par and Equation between Lands and Labour, so as to express the value of any
thing by either alone.” (“Political Anatomy of Ireland” und ““Verbum Sapienti” 1672,
Ausgabe London 1691, p.63, 64.)

338 ‘“The days food of an adult man, at a medium, and not the days labour, is the common
measure of value, and seems to be as regular and constant as the value of fine silver...
Wherefore I valued an Irish cabbin at the number of days food, which the maker spent
in building of it.’ (p.65.)

339 “That some men will eat more than others, is not material, since by a days food we
understand what —1- part ofall sorts and sizes will eat, so as to live, labour, and generate.”

100
(p.64.)

339 “What we call the wealth, stock, or provision of the nation, being the effect of the former
or past labour, should not be conceived to differ from efficiencies in being.” („Verbum
sapienti“, p.9.)

339 ‘We said, that half the people by a very gentle labour, might much enrich the kingdom ...
upon what shall they employ themselves? To which I answer in general, upon producing

“food and necessaries for the whole people of the land, by few hands; whether by labouring
harder, or by the introducing the compendium, and facilitations of art, which is equivalent
to what men vainly hoped from polygamy. For as much as he that can do the work of five
men by one, effects the same as the begetting four adult workmen.” (p.22.) “Cheapest
food will be when food also is raised, by fewer hands than elsewhere.” (p.23.)

34] ...“either freely gives, or for labour sells to mankind.” (“Leviathan”, [p.232.])

341 ““Though the earth, and all inferior creatures, be common to all men, yet every man has
a property in his own person: this nobody has any right to but himself. The labour of
his body, and the work of his hands, we may say, are properly his. Whatsoever then he

removes out of the state that nature has provided, and left it in, he has mixed his labour
with, and joined to it something that is his own, and thereby makes it his property.”
([Locke,] "Of Government”, b.1I, ch.V; Works, 1768, v. II, 7th edit., p. 229.)

“His labour has taken it out of the.hands of nature, where it was common, and be-
longed equally to all her children, and has thereby appropriated it to himself.”
(l.c.p.230.)

“The same law of nature, that does by this means give us propefty, does also bound
that property too... As much as any one can make use of to any advantage of life before
it spoils, so much he may by his labour fix a property in: whatever is beyond this, is more
than his share, and belongs to others.” (l. c.)

“But the chief matter of property being now not thejfruits of the earth” etc., "but the
earth itself... As much land as a man tills, plants, improves, cultivates, and can use the
product of, so much is his property. He by his labour does, as it were, enclose it from the
common.” (p.230.) “Subduing or cultivating the earth, and having dominion, we see
are joined together. T’he one gave title to the other." (p.231.) “The measure of property
nature has well set by the extent of men’s labour, and the conveniencies of life: no man's
labour could subdue, or appropriate all; nor could his enjoyment more consume. than
a small part; so that it was impossible for any man, this way, to intrench upon the right
of another, or acquire to him[self] a property, to the prejudice of his neighbour... This
measure did confine every man’s possession to a very moderate proportion, and such as
he might appropriate to himself, without injury to anybody, in the first ages of the world

... And the same measure may be allowed still without prejudice to any body, as full as
the world seems.” (p.231, 232.)

342 “It is labour indeed that puts the difference of value on every thing... Ofthe products of the

n 99 R
earth useful to the life of man ... Too are wholly to be put on the account of labour.”

(p. 234.) “It is labour then which puts the greatest part of the value upon land.” (p. 235.)

“Though the things of nature are given in common, yet man, by being master of himself,
and proprietor of his own person, and the actions or labour of it, had still in himself the
great foundation of property.” (p.235.)

343 “He might heap as much of these durable things as he pleased; the exceeding” {...}
“of the bounds of his just property not Ilying in the largeness of his possession, but the
perishing of any thing uselessly in it. And thus came in the use of money, some lasting
thing which might men! keep without spoiling, and that by mutual consent imen would
take in ||]1293a| exchange for the truly useful, but perishable supports of life.” (p.236.)

343 “This partage of things in an inequality of private possessions, men have made practic-
able out of the bounds of society, and without compact; only by putting a value on gold
and silver, and tacitly agreeing in the use of money.” (p.237.)

343 “Let us next see how it” (money) “comes to be of the same nature with land, by yielding
a certain yearly income, which we call use or interest. For land produces naturally
something new and profitable, and of value to mankind; but money is a barren thing, and
produces nothing, but by compact, transfers that profit, that was the reward of one man’s
labour, into another man's pocket. That which occasions this, is the unequal distribution
of money; which inequality has the same effect too upon land, that it has upon money...

! Bei Locke: that men might

For as the unequal distribution of land, (you having more than you can, or will manure,
and another less) brings you a tenant for your land; and the same unequal distribution
of money ... brings me a tenant for my money: So my money is apt in trade, by the industry
of the borrower, to produce more than 6%, to the borrower, as well as your land, by the
labour of the tenant, is apt to produce more fruits, than his rent comes to.” (folio ed. of
Locke'’s Works, 1740, vol. 11:1.)

343 „.. “transfers that profit, which! was the reward of one man’s labour, into another man’s
pocket”... [l.c.]

345 “As the landed man lets his land, so these” (who have “stock for trade, and? either have
not the skill, or care not for the trouble of managing it in trade”) “let their stock; this
latter is called interest, but is only rent for stock,” (...) “as the other is for land. And in
several languages, hiring of money, and lands, are terms of common use; and it is so also
in some counties of England. T'hus to be a Landlord, or a Stocklord is the same thing;
the landlord has the advantage only in this: that his tenant cannot carry away the land,
as the tenant of the other may the stock; and therefore land ought to yield less profit
than stock; which is let out at the greater hazard.” ([North, “"Discourses upon trade...”,]
p.4.)

345 “If there be more Ienders than borrowers, interest will ... fall; ... it is not low interest
makes trade, but trade increasing, the stock of the nation makes interest low.” (p.4.) “Gold
and silver, and, out of them, money are nothing but the weights and measures, by which
traffick is more conveniently carried on, than could be done without them: and also a
proper fund for a surplusage of stock to be deposited in.” (p.16.)

346 “What do ihese people want, who cry out for money?” (...)[H5] “I will begin with the
Beggar ... it is not money, but bread, and other necessaries for life that he wants... The
farmer complains, for the wants of money ... he thinks that were more money in the
country, he should have a price for his goods. Then it seems money is not his want, but
a price for his corn, and cattel, which he would sell, but cannot ... why he cannot get a
price? ... I. Either there is too much corn and cattel in the country, so that most who
come to market have need of selling, as he has, and few of buying; or 2. There wants the
usual vent abroad, by transportation, as in time of war, when trade is unsafe, or not
permitted; or, 3. The consumption fails, as when men by reason of poverty, do not spend
so much in their houses as formerly they did; wherefore it is not the increase of specifick
money, which would at all advance the farmers goods, but the removal of any of these
three causes, which do truly keep down the market.

The merchant and shop-keeper want money in the same manner, that is, they want
a vent for the goods they deal in, by reason that the markets fail.” (p. 11, 12.)

346 “No man is richer for having his estate all in money, plate, etc. Iying by him, but on the
contrary, he is for that reason the poorer, T'hat man is richest, whose estate is in a growing
condition, either in land at farm, money at interest, or goods in trade.” (p. 11.)

346 “Money being ... the common measure of buying and selling, everybody who has any
thing to sell. and cannot procure chapmen for it, is presently apt to think, that want of
money in the Kingdom, or country is the cause why his goods do not go off; and so, want
of money, is the cönmon cry; which is a great mistake.” (p.11.)

1 Bei Locke: that - ? bei North: who

347 “Money neither increaseth, nor is useful, but when it’s parted with, and as money is
unprofitable to a private person but as he disposeth of it, for something more valuable,
so what money is more than of absolute necessity for a home trade, is dead stock to a
kingdom or nation and brings no profit to that country it’s kept in.” (John Bellers,
“Essays about the Poor, Manufactures, Trade, Plantations, and Immorality etc.”, Lond.
1699, p. 13.)
“Altho’ everyone desires to have it’ (money), “yet none, or very few care for keeping
it, but they are forthwith contriving to dispose it; knowing that from all the money that
lies dead, no benefit is to be expected, but it is a certain loss.” ([North, 1. c.] p.21.)

347 “A nation in the world, as to trade, is in all respects like a city in a kingdom, or family
in a city.'' (p. 14.) “In this course of trade, gold and silver are in no sort different from
other commodities, but are taken from them who have plenty, and carried to them who
want, or desire them.” (p. 13.)

347 “If never so much’ (money) “be brought from abroad, or never so much coyned at
home, all that is more than what the commerce of the nation requires, is buf Bullion,
and will be treated as such; and coyned money, like wrought plate at second hand, shall

sell but for the intrinsick.” (p. 17, 18.)

347 “The moneys imployed at interest in this nation, are not near the tenth part, disposed to
trading people, wherewith to manage their trades; but are for the most part Ient for the
supplying of luxury, and to support the expense of persons, who though great owners of
land, yet spend faster than their lands bring in; and being loath to sell, choose rather to
mortgage their estates.” ([North, 1.c.p.] 6, 7.)

348 ‘“Whether it were not wrong to suppose Land itself to be Wealth? And whether the
Industry of the People is not first to be considered, as that which constitutes Wealth,
which makes even Land and Silver to be Wealth, neither of which would have any value,
but as means and motives to Industry?” (“The Querist””. By Dr.G.Berkeley, London 1750,
Query 38.)

349 “Everything in the world is purchased by labour.’ ([Hume.] “Essays”, v. I, part II,
ed. 1764, London, p.289.)

349 “The greater or less stock of labour and commodities must have a great influence” (upon
interest); “since we really and in effect borrow these, when we take money upon interest."
(l. c. p. 337.) “No man will accept of low profits, where he can have high interest; and
no man will accept of low interest, where he can have high profits.” (l. c. p.335.)

350 ... “ofthe small advance of commerce and industry, not of the scarcity of goldand silver.”
(l. c. p. 329.)

350 “In a state, therefore, where there is nothing but a landed interest” (oder wie er später
sagt, “landed gentry and peasants’') “the borrowers must be numerous, and interest
high.” (p.330.)

350 ... “knows no such pleasure as that of seeing the daily encrease of his fortune.”

350 “And this is the reason why trade increases frugality, and why, among merchants, there
is the same overplus of misers above prodigals, as, among the possessors of land, there is
the contrary.'’ (p.333.)

350 ‘*Lawyers and physicians beget no industry; and it is even at the expense of others they
acquire their riches; so that they are sure to diminish the possessions of some of their
fellow-citizens, as fast as they encrease their own.” (p.333, 334.)

452 Anhang’und Register

““Thus an increase of commerce raises a great number of lenders, and by that means
produces lowness of interest.” (p.334.)

Low interest and low profits of merchandize are two events, that mutually forward each
other, and are both originally derived from that extensive commerce, which produces
opulent merchants, and renders the monied interest considerable, Where merchants pos-
sess great stocks, whether represented by few or many pieces of metal, it must frequently
happen, that, when they either become tired of business, or leave heirs unwilling or unfit
to engage in commerce, a great deal! of these riches naturally seeks an annual and secure
revenue. The plenty diminishes the price, and makes the lenders accept of a low interest.
"This consideration obliges many to keep their stock in trade, and rather be content with
low profits than dispose of their money at an under value. On the other hand, when
commerce has become very? extensive, and employs very? large stocks, there must arise
rivalships among Ihe merchants, which diminish the profits of irade, at the same time that
they increase the trade itself. The low profits of merchandize induce the merchants to
accept more willingly of a low interest, when they leave off business, and begin to indulge
themselves in ease and indolence. It is needless, therefore, to enquire which of these
circumstances, viz?, low interest or low profits, is the cause, and which he effect. They both
arise from an extensive commerce, and mutually forward each other... An extensive
commerce, by producing large stocks, diminishes both interest and profits; and is always
assisted, in its diminution of the one, by the proportional sinking of the other. Imay add,
that, as low profits arise from the increase of commerce and industry, they serve in their
turn to the farther increase of commerce*, by rendering the commodities cheaper, en-
couraging the consumption, and heightening the industry. And thus ... interest is the
true? barometer of Ihe state, and its lowness is a sign almost infallible of the flourishing of a

people.” (l. c. p. 334-336.)

351 “It appears from these several extracts, that Mr. Locke attributes the government of the
natural Rate of Interest to the Proportion which the quantity of money in a country bears
to the debts of its inhabitants one amongst [another], and to the trade of it; and that
Sir W.Petty makes it depend on the quantity of money alone; so they [only differ] in
regard to debts.” (J. Massie, “An Essay on the Governing Causes of the Natural Rate of
Interest’; wherein the sentiments of Sir W.Petty and Mr.Locke, on that head, are
considered”, London 1750, p. 14, 15.)

351 Rich people “instead of employing their money themselves, let it out to other people for
them to make profit of, reserving for the owners a proportion of the profits to be® made:
But when the riches of a country are dispersed into so many hands, and so equally divi-
ded, as not to leave many people enough to maintain two families, by employing it in
trade, there can be little borrowing; for 2000 1.7 when it belongs to one man, may be Ient,
because the interest of it will keep a family, but if it belongs to ten men, it cannot be lent,
because the interest will not keep 10 families.” (p.23, 24.)

“All reasoning about natural interest from the rate which the government pays for
money, is, and unavoidably must be fallacious; experience has shown us, they neither
have agreed, nor preserved a correspondence with each other; and reason tells us they
never can; for the one has its foundation in profit, and the other in necessity; the former of
which has bounds, but the latter none: The gentleman who’ borrows money to improve

1 Bei Hume: proportion - ? fehlt bei Hume - ? bei Hume: to wit - ? bei Hume: to
its farther encrease - ® fehlt bei Hume - ® bei Massie: so - ? bei Massie: 20000 I.

his land, and the merchant or tradesman who borrow to carry on trade, have limits beyond,
which they will not go; if they can get 10 p.c. by money, they may give 5 p.c. for it;
but they will not give 10; whereas he who borrows through necessity, has nothing else to
determine by, and this admits of no rule at all.” (p.31, 32.)

The equitableness of taking interest, depends not upon a man’s making or not mak-
ing profit by what he borrows, but upon its being capable of producing profit if rightly
employed” (p.49.) “If that which men pay as interest for what they borrow, be a part of
the profits it is capable of producing, this interest must always be governed by
those profits.” (p.49.)

“What proportion of these profits do of right belong to the borrower, and whatto the
lender? And this there is no other method of determining, then by the opinions of bor-
rowers and lenders in general; for right and wrong in this respect, are only what common
consent makes.” (p.49.)

“This rule of dividing profits is not however to be applied particularly to every lender
and borrower, but to lenders and borrowers in general ... remarkably great and small
gains are the rewards of skill, and the want of understanding, which lenders have nothing
at all to do with, for as they will not suffer by the one, they ought not to benefit by the
other. What has been said of particular men in the same business is applicable to particular
sorts of business.” (p.50.)

“The natural rate of interest is governed by the profits of trade to particulars. (p.51.)

352 ... “got! double the profits they now make.”

352 “One general answer will do for the whole, which is, that the profits of trade in these
several countries differ from the profits of trade here, and so much as to produce all those
different rates of interest.” (p.51.)

352... ““byadecrease of foreign trade?” (...) "or to people in trade lowering the prices of their
commodities upon each other ... through necessity to get some trade, or through avarice
to get most.” (p.52, 53.)

“The profits of trade in general, are governed by the proportion which the number of
traders bears to the quantity of commerce®. (p.55.) „In Holland, wo die Zahl der im trade
employed people bears the greatest proportion to the whole number of inhabitants ...
interest is lowest; in Turkey, where the disproportion am größten, interest am höchsten.“
(p.55, 56.)

“What governs the proportion between trade and traders?” (p.57.) Die “motives to
trade”: “natural necessity, liberty, preservation of men’s private rights, public safety.”
(p.57, 58.)

“There are no two countries which furnish an equal number of the necessaries of life
in equal plenty, and with the same quantity of labour; men’s wants increase or diminish
with the severity or temperateness of the climate they live in; consequently, the propor-
tion of trade which the inhabitants of different countries are obliged to carry on through
necessity, cannot be the same, nor is it practicable to ascertain the degree of variation
further than by the degrees of heat and cold; from whence one may make this general
conclusion, that the quantity of labour required for [the maintenance of] a certain number
of people is greatest in cold climates, and least in hot ones; for in the former, men not
only want more cloaths, but the earth more cultivating, than in the latter.'’ (p.59.) “One
kind of necessity which is peculiar to Holland ... arises from the country being over-

1 Bei Massie: get - ? bei Massie: a decrease of trade -? bei Massie: trade

peopled; which, with the great labour required to fence and drain the! land, makes their
necessity to trade greater than it is in any other part of the habitable world.” (p.60.)

356 «Tout achat est vente, et toute vente est achat.) (Quesnay, «Dialogues sur le commerce et sur
les travaux des artisaris etc.», &d. Dairel!?9, p.170.) «Acheter c’est vendre c’est acheter.»
(Quesnay bei Dupont de Nemours, «Origine etc.» 1767, p.392.12])

«Le prix precede toujours les achats et les ventes. Si la concurrence des vendeurs et
d’acheteurs n'y apporte pas de changement, il existe tel qu’il est par d’autres causes
independantes du commerce. (p. 148.22])

«]l est toujours A presumer qu’ils (£change) est profitable A tous deux? (contractants);
«car de part et d’autre ils se procurent la joissance de richesses qu’ils ne peuvent obtenir
que par l’&change. Mais toujours n’y a-t-il qu’echange de richesses d’une valeur pour
d’autres richesses de valeur &gale, et par consöquent point d’augmentation reelle de riches-
ses» (sollte heißen: point d’augmentation reelle de valeur). (l. c. p. 197.122)

356 «L’augmentation des capitaux est donc le principal moyen d’accroitre le travail, et le plus
grand inter&t de la soci&te.» (Quesnay bei Dupont de Nemours, 1. c. p.391.122])

357 «ls ont risqu& beaucoup pour gagner beaucoup. Mais ils ont risqu& des hommes, et des
denmrees ou de l’argent. Pour les hommes s’ils les ont exposes & un p£ril Evident, pour
gagner, ils ont fait une trös-vilaine action. Pour les denr£es, si c’est un merite d’en
produire, ce ne doit pas &tre un m£rite de les risquer pour le profit d’un seul homme.»
(Buat, «El&ments de la politique, ou Recherche des vrais principes de l’&con. sociale»,

London 1773, t. 11, p. 297.)

358 “The expence laid out in employing and maintaining them does no more than continue the
existence of its own value, and is therefore unproductive.” {Weil off surplus value - un-
productive.} “The wealth of society can never in the smallest degree be augmented by
artificers, manufacturers, or merchants, otherwise than by their saving and accumulating
part of what is intended for their daily subsistance; consequently it is by privation or
parsimony alone” (...) “that they can add anything to the general stock, Cultivators, on
the contrary, may live up to the whole of their income, and yet at the same time enrich
the state; for their industry affords a surplus produce called rent.” ([John Gray,] “The
Essential Principles of the Wealth of Nations, illustrated, in opposition to some false doctrines
of Dr. Adam Smith, and others”, London 1797, p.6.)

"A class of men whose labour (though it produce something) produces no more than
what was bestowed, in order to effect that labour, may with the greatest propriety be
called an unproductive class.” (p. 10.)

359 "The augmentation ofrevenue” {...} “isnot, but indirectly,the object ofthe Economists...
Their object is the production and reproduction of revenue." (p. 18.)

359 “When the question is about the production of revenue, it is altogether illogical to sub-
stitute for that the transfer of revenue, which all commercial dealings are resolvable into.’
(p.22.) “What does the word commerce imply but commutatio mercium ... sometimes more
beneficial to the one than the other; but still what the one gains the other loses, and their
traffic really produces no increase.” (p.23.) “Should a Jew sell a crown-piece for 10 sh.,
or a Queen Anne’s farthing for a guinea, he would augment his own income, no doubt,
but he would not thereby augment the quantity of the precious metals; and the nature of

3 Bei Massie: their

the traffic would be the same, whether his virtuoso customer resided in the same street
with himself, or in France, or in China.” (p.23.) .

360 “No man, as a manufacturer, however he may gain himself, adds anything to the national
revenue, if his commodity is sold and consumed at home; for the buyer precisely loses ...
what the manufacturer gains... There is an interchange between the seller and the buyer,
bat no increase.” (p.26.) “To supply Ihe want of a surplus ... the master employer takes
a profit of50 p.c.upon what he expends in wages, or 6d. in the shilling on each manu-
facturer’s pay; ... and if the manufacture is sold abroad” ... “would be the national

profil” ... (p.27.)

360... “manufacturers are a necessary class’ ... “productive class.” (p.35.) Sie “occasion a
commutation or transfer of the revenue previously provided by the cultivator, by giving
a permanency to that revenue under a new form.” (p.38.)

360 ... “for every civil society must be fed, [...] clothed, defended and instructed.' " (ibidem
p- 5 )

360“... deemed Receivers of land rents, as mere Receivers of rents, a productive class insociety...
they have in some degree compensated for their error by intimating that the Church and
King are to be served out of those rents. Dr.Smith ... suffering it”’ (diesen error der
Economists) “to pervade the whole of this! enquiry,” (...) “directs his refutation to the
sound part of the Ec. system.” (p.8.)

360 ‘The proprietors of land as mere receivers of land rents are not an essential class ofsociety....
By separating the rents of lands from the constitutional purpose of the defence of the state, the
receivers of those rents instead of being an essential class, render themselves one of the
most unessenttal and burdensome classes in society.” (p.51.)

361 ... “that a manufacturer only enriches himself by being a seller ” (...) “and that when he
ceases to be a seller, his profits’’ (und wo bleiben die profits des farmers who is not a
seller?) “are immediately at a stand, because they are not natural profits, but artificial.
Thecultivator...mayexist,andthrive,and multiply, without selling any thing.” (p.38,39.)

361 ....“the? augmentation of the nominal value of the produce ... sellers not enriched” ... since
what they gain as sellers, they precisely expend in quality of buyers.” (p. 66.)

362 “While a field admitting cultivation can be found for every idler, let no idler be without a
field. Houses of industry are good things; but fields of industry are much better.” (p.47.)

364 ‘That what we call evil in this world, moral as well as natural, is the grand principle
that makes us sociable creatures, the solid basis, the life and support of all trades and
employments without exception there we must look for the true origin of all arts and
sciences; and the moment, evil ceases, the society must be spoiled if not totally destroy-

ed.’ (Mandeville, “Fable of the Bees”, 1705.)

382 “Both the theory relative to capital, and the practice of stopping labour at that point where
it can produce, in addition to the subsistence of the labourer, a profit to* the capitalist,
seem opposed to the natural laws which regulate production.” (Th.Hodsskin, “Pop.
Polit. Econ.”, Lond. 1827, p.238.)

383 «Dans les petites entreprises ... T’entrepreneur est souyent son propre ouvrier.» (Storch,

t. 1, Petersb. Ausg., p. 242.)

1 Bei Gray: his own - ? bei Gray: nor are sellers ... enriched — ® bei Mandenville:
dissolv’d - ? bei Hodgskin: for

### Anmerkungen

3 Dieses Inhaltsverzeichnis des Manuskripts „Theorien über den Mehrwert“ schrieb Marx
auf die Umschläge der Hefte VI bis XV. Bei einigen dieser Hefte hat Marx das Inhalts-
verzeichnis früher geschrieben als den Text selbst; das geht aus den Korrekturen hervor,
die er an einigen Inhaltsverzeichnissen vorgenommen hat, als die entsprechenden Hefte
schon mit Text gefüllt waren. Das Inhaltsverzeichnis im Heft XIV geht über den tat-
sächlichen Heftinhalt weit hinaus; es stellt den Plan dar, den Marx in den Heften XIV,
XV und XVII ausführte. 3

2 Vor der Überschrift „Theorien über den Mehrwert“ steht bei Marx die Ziffer 5. Sie be-
zeichnet den fünften, abschließenden Teil des ersten Kapitels über das Kapital, das Marx
als unmittelbare Fortsetzung des ersten Heftes „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“
herauszugeben beabsichtigte. Diesem fünften Teil gingen in den Manuskriptheften I
bis V nur drei Teile voraus: I. die Verwandlung von Geld in Kapital, 2. der absolute
Mehrwert und 3. der relative Mehrwert. Im Heft V, Manuskriptseite 184, weist Marx
darauf hin, daß „nach dem relativen Mehrwert, absoluter und relativer Mehrwert in ihrer
Kombination zu betrachten“ sind. Diese Untersuchung sollte den vierten Teil bilden, der
damals jedoch ungeschrieben blieb. Marx ging unmittelbar zum fünften Teil über, zu
den „Theorien über den Mehrwert“. 3

8 Tatsächlich ergab sich, daß dieses nicht der „Schluß“, sondern nur die Fortsetzung des

Abschnitts über Smith wurde. Der Abschluß dieses Themenkomplexes erfolgte im
Heft IX. 3

4 Das Kapitel über den „Gegensatz gegen die Ökonomen“ wurde im Heft XIV lediglich
begonnen; seine Fortsetzung ist in der ersten Hälfte von Heft XV enthalten (siehe Band 26
unserer Ausgabe, 3. Teil). 5

5 Die Auszüge aus Brays Buch „Labour’s wrongs and labour’s remedy...“ Leeds, Man-
chester 1839, finden sich mit einigen Bemerkungen von Marx in Manuskriptheft X (siche
Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). 5

$ Die Kapitel über Richard Jones, Ramsay und Cherbuliez sind in Heft XVIII des Manu-
skripts enthalten (siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). 5

? Die Revenue und ihre Quellen behandelt Marx in der zweiten Hälfte von Heft XV (siehe
Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil), und legt in diesem Zusammenhang die klassenmäßi-
gen und erkenntnistheoretischen Wurzeln der Vulgärökongmie bloß. Diese „Episode“

hatte Marx für den dritten Teil des „Kapitals“ vorgesehen, wie aus seinem im Januar 1863
entworfenen Plan hervorgeht (siehe vorl. Band, S.390). 5

3 Der Abschnitt über Ravenstone beginnt auf Seite 861 des vorhergehenden XIV. Manu-
skriptheftes. Dem voraus geht in Heft XIV unter Nummer I ein Abschnitt über die ano-
nyme Broschüre „The source and remedy of the national difficulties, deduced from

principles of political economy in a letter to Lord John Russell“, London 1821 (siehe
Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). 5

® Der Schluß des Abschnitts über Hodgskin findet sich in Heft XVIII, Manuskriptseiten
1084/1085 (siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). 5

30 Die Analyse der Vulgärökonomie gibt Marx im Heft XV im Zusammenhang mit der
Untersuchung der Revenue und ihrer Quellen. Auf Seite 95 dieses Manuskriptheftes
weist er auf den „Abschnitt über die Vulgärökonomen“ als auf ein noch nicht geschriebe-
nes Kapitel seiner Arbeit hin, in dem er auf die beiläufig geführte Polemik zwischen
Proudhon und Bastiat zurückkommen werde. Im Heft XVIII, in dem die Analyse der
Ansichten Hodgskins zu Ende geführt und seine Polemik gegen die Theorien der bürger-
lichen Apologeten erwähnt wird, bemerkt Marx: „Anzubringen in dem chapter über
Vulgärökonomen“ (Manuskriptseite 1086; siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). In
dem im Januar 1863 zusammengestellten Plan des dritten Teils des „Kapitals“ trägt
das vorletzte, das Il.Kapitel, die Überschrift „Vulgärökonomie“ (siehe vorl. Band,
S.390). Ein besonderes Kapitel über die Vulgärökonomie hat Marx jedoch nicht mehr
geschrieben. 5

31 Auf dem Umschlag von Heft XV, auf dem Marx das Inhaltsverzeichnis dieses Heftes
notiert hat, finden sich einige Überschriften in anderer Reihenfolge, als sie im Manuskript-
text selbst behandelt werden. Unsere Ausgabe bringt im Text des Inhaltsverzeichnisses
diese Überschriften in der Anordnung, wie sie dem tatsächlichen Inhalt des Hefts ent-
spricht. 5

32 Marx versteht hier unter „Kapitel III“ den dritten Teil seiner Untersuchung über „Das
Kapital im allgemeinen“. An anderer Stelle spricht Marx auch vom „Abschnitt III“
(siehe Manuskriptheft IX, Seite 398 und Manuskriptheft XI, Seite 526; vorl. Band,
S.236 und Band 26 unserer Ausgabe, 2. Teil). Später beginnt er dieses Kapitel III „Drittes
Buch“ zu nennen (im Brief an Engels vom 31. Juli 1865). Der Anfang der im „Kapitel III"
enthaltenen Untersuchung über „Das Kapital im allgemeinen“ findet sich im Manuskript-
heft XVI.

Aus dem Planentwurf für dieses „Kapitel III“ geht hervor, daß Marx darin zwei be-
sonders historische Exkurse über die Theorien vom Profit zu geben beabsichtigte, Die
Untersuchung und Kritik der bürgerlichen Profittheorien, insbesondere auch der theo-
retischen Irrtümer, die sich aus der Verwechslung bzw. Gleichsetzung von Mehrwert
und Profit ergaben, wurden von Marx jedoch im weiteren Verlauf seiner Arbeit an den
„Theorien über den Mehrwert“ bereits in dieses Werk einbezogen (siehe Band 26 unserer

Ausgabe, 2. und 3. Teil). 6 77 236

33 Jm Manuskript von 1861-1863 verwendet Marx fast überall statt des Terminus „Arbeits-
kraft“ den Terminus „Arbeitsvermögen“. Im ersten Band des „Kapitals“ gebraucht Marx
beide als identische Begriffe. Es heißt dort: „Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen
verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblich-
keit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt,

sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.“ (Siehe Band 23 unserer Ausgabe

5.181) 1

14 Steuart, „An inquiry into the principles of political oeconomy...“ In 2 vols. London 1767.
Turgot, „Reflexions sur la formation et la distribution des richesses.“ Paris 1766.
Smith, „An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations.“ In 2 vols.

London 1776. 11

15 Marx meint das zweite Kapitel der Untersuchung über „Das Kapital im allgemeinen“,
das schließlich zum zweiten Band des „Kapitals“ anwuchs. Der zweite Band des „Kapi-
tals“ enthält eine Analyse der physiokratischen Ansichten über fixes und zirkulierendes
Kapital sowie über Reproduktion und Zirkulation (siche Band 24 unserer Ausgabe,
5.189-216 und S.359/360). 13

16 Marx meint die Seiten 58-60 im Heft II seines Manuskripts von 1861-1863 (Abschnitt
„Verwandlung von Geld in Kapital“, Unterabschnitt „Die zwei Bestandteile des Ver-
wandlungsprozesses“). 13

47 Marx meint die Seiten 105/106 in Heft III seines Manuskripts von 1861-1863, wo er bei-
läufig auch die Physiokraten erwähnt (Abschnitt „Der absolute Mehrwert“, Unter-
abschnitt „Charakter der Mehrarbeit“). 18

18 Marx deutet hier auf die radikalen Ricardianer hin, zu denen James Mill, John Stuart
Mill, Hilditch und bis zu einem gewissen Grade auch Cherbuliez gehörten. Ihre prak-
tischen Schlußfolgerungen aus der Theorie Ricardos führten sie zur Ablehnung des pri-
vaten Grundeigentums; sie schlugen vor, den Boden vollständig oder teilweise in das
Eigentum des bürgerlichen Staates zu überführen. Siehe hierüber Band 26 unserer Aus-
gabe, 2. Teil, Manuskriptseite 458 sowie Band 4 unserer Ausgabe, S.171 und schließlich
den Brief von Marx an Sorge vom 20. Juni 1881. 23 37

19 Laissez faire, laissez aller (wörtlich: Laßt machen, laßt gehen) - physiokratisches Schlag-
wort, daß die Forderung nach unbeschränkter wirtschaftlicher Freiheit ausdrückt. Das
Wirtschaftsleben, so argumentierten die Physiokraten, werde von natürlichen Gesetzen
geregelt, weshalb sich der Staat jeglicher Einmischung in wirtschaftliche Vorgänge und
ihrer Reglementierung enthalten müsse; sein Eingreifen durch beschränkende Vorschrif-
ten sei nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich. Diese Forderung nach einer liberali-
stischen Wirtschaftspolitik entsprach den Interessen des sich entwickelnden Kapitalismus.

23 37 140

20 Colbertismus- Bezeichnung für die merkantilistische Wirtschaftspolitik Colberts in Frank-
reich zur Zeit Ludwigs XIV. Als Generalkontrolleur der Finanzen ergriff Colbert finanz-
und wirtschaftspolitische Maßnahmen, die im Interesse des absolutistischen Staates
lagen, wie die Reorganisation des Steuerwesens, Förderung insbesondere des Außen-
handels durch die Gründung von Monopolhandelsgesellschaften für die Überseegebiete,
Belebung des Binnenhandels durch Vereinfachung der Zollverhältnisse, Errichtung staat-
licher Manufakturen, sowie Straßen- und Hafenbau. Der Colbertismus förderte objektiv
die aufkommende kapitalistische Wirtschaftsweise. Er war ein Instrument der ursprüng-
lichen Akkumulation des Kapitals in Frankreich. Mit der wachsenden Stärke der kapita-
listischen Produktionsweise jedoch wirkten sich derartige Zwangs- und Regulierungs-
maßnahmen von Staats wegen immer hemmender auf die Wirtschaftsentwicklung aus.
Das fand seinen Ausdruck in der Forderung nach völliger wirtschaftlicher Freiheit ohne
Staatseinmischung. 30 37

21 Kladderadatsch des Lawsystems - Der englische Bankier und Ökonom John Law gründete
1716 in Paris eine Privatbank, die 1718 zu einer Staatsbank umgewandelt wurde. Mit ihrer
Hilfe trachtete er seine völlig absurde Idee zu verwirklichen, der Staat könne durch die
Ausgabe ungedeckter Banknoten den Reichtum des Landes vermehren. Laws Bank gab
unbegrenzt Papiergeld aus und zog gleichzeitig das Metallgeld ein. Es entwickelte sich
ein üppiger Börsenschwindel und eine bis dahin nicht gekannte Spekulation, bis schließ-
lich 1720 die Staatsbank und damit das „System“ Laws völlig bankrott gingen. Law floh
ins Ausland. 30 35

22 Ökonomisten wurden in Frankreich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Physiokraten
genannt. 33 120 193 359 360

23 Der Band V der von Germain Garnier besorgten französischen Übersetzung von Adam
Smith’ Werk enthält „Anmerkungen des Übersetzers“, nämlich Germain Garniers. 34

24 Götter des Epiker - Nach Ansicht des altgriechischen Philosophen Epikur existieren die
Götter in den Intermundien, den Zwischenräumen der Welten; sie haben weder auf die

Entwicklung des Weltalls noch auf das Leben des Menschen irgendwelchen Einfluß. 37

25 Enzyklopädisten - die Schöpfer der großen französischen „Encyclopedie ou Dictionnaire
raisonn& des sciences, des arts et des metiers“, die 1751 bis 1772 in 28 Bänden erschien.
Die Enzyklopädie war das Werk der bedeutendsten französischen Aufklärer des 18. Jahr-
hunderts. Der Hauptanteil gehörte Diderot, unter dessen Leitung das Werk entstand, sowie
d’Alembert, der den „Discours preliminaire“, die berühmte Einleitung zum Gesamtwerk
schrieb. Aus der großen Zahl der Verfasser einzelner Beiträge ragten als bedeutendste Mit-
arbeiter außerdem folgende hervor: Holbach, Helvetius und La Mettrie vertraten die
neuen Ideen am radikalsten. Neben Montesquieu und Voltaire beteiligten sich Buffon mit
Beiträgen zu naturwissenschaftlichen und Condillac zu philosophischen Themen. Ques-
nay und Turgot legten in politökonomischen Artikeln ihr physiokratisches System dar.
Von Rousseau stammt der Artikel „Politische Ökonomie“. Das Werk der Enzyklopädisten,
die im einzelnen recht unterschiedliche Ansichten vertraten, stellt einen entscheidenden
Beitrag zur ideologischen Vorbereitung der Französischen Revolution dar. 37

26 In der Handschrift steht dieser Absatz drei Absätze tiefer auf der gleichen Manuskript-
seite 241. Von dem vorhergehenden und dem nachfolgenden Text ist er durch einen hori-
zontalen Trennungsstrich gesondert, da er weder mit dem vorhergehenden noch mit dem
nachfolgenden Absatz unmittelbar zusammenhängt. Deshalb wurde er in der vorliegen-

den Ausgabe ans Ende der Manuskriptseite 240 gestellt, wohin er seinem Inhalt nach
gehört. 37

27 Siehe vorl. Band, S. 12/13 sowie die Anmerkung 15. In den „Theorien über den Mehrwert“
kommt Marx im Manuskriptheft X auf die Physiokraten zurück (siehe vorl. Band, sechstes
Kapitel). 37 .

28 Demagogen nannten die Behörden in Deutschland die Vertreter der liberal-demokratischen
Ideen in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. 1819 setzte der Deutsche Bundes-
tag auf Betreiben Metternichs eine spezielle Kommission zur Untersuchung der „Dem-
agogenumtriebe“ in allen deutschen Staaten ein. 38

2 Das deutsche Original des Buches von Schmalz erschien 1818 in Berlin unter dem Titel
„Staatswirthschaftslehre in Briefen an einen teutschen Erbprinzen.“ Erster und zweiter

Theil. 38

80 Das physiokratische Element in Smith’ Ansichten über die Grundrente behandelt Marx
in Heft XII, Manuskriptseiten 628-632, im Kapitel „A. Smith” Renttheorie“ (siehe
Band 26 unserer Ausgabe, 2. Teil), Vgl. auch vorl. Band, S.31-35. 41

831 In der Handschrift von Marx hat dieser Satz folgenden Wortlaut: Ich habe schon im ersten
Teil dieser Schrift, bei Gelegenheit der Analyse der Ware, nachgewiesen, wie A.Smith
in der Bestimmung des Tauschwerts schwankt und namentlich die Bestimmung des
Werts der Waren durch die Quantität der zu ihrer Produktion erheischten Arbeit bald
verwechselt mit, bald verdrängt durch das Quantum lebendiger Arbeit, womit Ware
gekauft werden kann, oder, was dasselbe ist, durch das Quantum lebendiger Arbeit, wo-
mit ein bestimmtes Quantum gekauft werden kann. 41

32 Ricardo, „On the principles of political economy, and taxation“. 2"d ed. London 1819,

Kapitel |, Abschnitt I. 42

33 In den Manuskriptheften XIII und XIV, Seiten 753-767, im Kapitel „Maithus“, geht
Marx ausführlich auf dessen Ansichten über Wert und Mehrwert ein (siehe Band 26
unserer Ausgabe, 3. Teil). 44 59

3% Marx verweist hier auf eines seiner Exzerpthefte. Auf Seite 173 des Exzerpthefts VII (nach
den in diesem Teil von Heft VII enthaltenen Zeitungsauszügen zu urteilen, wurde die
Seite 173 im Januar 1863 geschrieben) führt Marx Zitate aus dem V. Kapitel des I. Buches
von Smith” „An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations“ an und ver-
sieht sie mit kritischen Bemerkungen, in denen er auf die Unmöglichkeit hinweist, den
Profit aus dem „Risiko des Unternehmers“ abzuleiten. Was das „Kapitel über die apologe-
tischen Darstellungen des Profits“ anbelangt, so beabsichtigte Marx, es für den dritten
Teil seiner Untersuchung über „Das Kapital im allgemeinen“ zu schreiben. Im Heft XIV
des Manuskripts von 1861-1863, Seite 777 (siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil) er-
wähnt Marx im gleichen Sinne den zu schreibenden Abschnitt „Die apologetische Dar-
stellung des Verhältnisses von Kapital und Lohnarbeit“.

Die bürgerliche Vorstellung vom Profit als „Risikoprämie“ unterzieht Marx im Heft X
seines Manuskripts von 1861-1863 bei der Analyse des Tableau Economique von Quesnay
ebenfalls einer Kritik (siehe vorl. Band, S.290-297). 50

5 Die apologetische Auffassung von der Revenue des Unternehmers als Arbeitslohn, den
der Kapitalist für die „Arbeit der Aufsicht oder Leitung“ erhält, kritisiert Marx im Ab-
schnitt über Ramsay (Manuskriptheft XVII) und im Exkurs „Revenue and its sources.
Die Vulgärökonomie“ (Manuskriptheft XV; siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil).
Siehe auch Band 23 unserer Ausgabe, S.341-355, und Band 25, S.383-403. 52

36 Die „antediluvianischen Formen“ des Kapitals betrachtet Marx in dem Exkurs „Revenue
and its sources. Die Vulgärökonomie“ Manuskriptheft XV, Seiten 899-901 (siehe Band 26
unserer Äusgabe, 3. Teil). Vgl. auch Band 25 unserer Ausgabe, S.607- 626. 54

37 Siehe Anmerkung 12. Im Verlauf der weiteren Arbeit an den „Theorien über den Mehr-
wert“ unterzog Marx auch die Auffassungen der Ricardianer vom Profit einer Kritik. In
Heft XIV des Manuskripts von 1861-1863, im Kapitel „Auflösung der Ricardoschen
Schule“, verweilt Marx besonders bei der scholastischen Art und Weise, in der James
Mill versuchte, die Widersprüche in der Ricardoschen Profittheorie zu lösen, sowie bei
John Stuart Mills fruchtlosen Versuchen, die Ricardosche These von der umgekehrten
Proportionalität zwischen Profitrate und Höhe des Arbeitslohns unmittelbar aus der Wert-
theorie abzuleiten (siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). 60

88 Marx versteht hier unter dem Terminus „Durchschnittspreis“ das gleiche, was er unter
dem Terminus „Produktionspreis“ versteht, d.h. die Produktionskosten (c-+ v) nebst
Durchschnittsprofit. Das Verhältnis zwischen dem Preis der Waren und ihrem „Durch-
schnittspreis“ untersucht Marx im 2. Teil der „Theorien über den Mehrwert“ im achten
und zehnten Kapitel. Der Terminus „Durchschnittspreis“ selbst weist darauf hin, daß hier
gemeint ist „der Durchschnittsmarktpreis während einer längeren Periode oder ... das
Zentrum, um welches der Marktpreis gravitiert“ (siehe Band 26 unserer Ausgabe, 2. Teil,
Manuskriptseite 605). 67

3 Den Terminus „Kostenpreis“ (oder „Kostpreis", „cost price“) gebraucht Marx im ver-
schiedenen Sinne: 1. im Sinne der Produktionskosten für den Kapitalisten (c+ v); 2. im
Sinne der „immanenten Produktionskosten“ der Ware (c+v-+ m), die mit dem Wert
der Ware zusammenfallen und 3. im Sinne des Produktionspreises (c-+ v-+ Durchschnitts-
profit). Im vorliegenden Fall ist dieser Terminus im zweiten Sinne zu verstehen, d.h. im
Sinne der immanenten Produktionskosten. Im 2. Teil der „Theorien über den Mehrwert“
gebraucht Marx den Terminus „Kostenpreis“ im dritten Sinne, d.h. im Sinne des Produk-
tionspreises oder „Durchschnittspreises“. Marx identifiziert dort geradezu diese Termini.
So schreibt er auf Seite 509 seines Manuskripts: „...von den values selbst verschiedne
Durchschnittspreise oder - wir wollen sagen - Kostenpreise, die nicht direkt bestimmt sind
durch die Werte der Waren, sondern das in ihnen vorgeschoßne Kapital plus den Durch-
schnittsprofit“. Auf der Manuskriptseite 624 sagt Marx: „...der Preis, der nötig ist für die
supply der Ware, nötig ist, damit sie überhaupt wird, als Ware auf dem Markt erscheint,
is of course ihr Produktionspreis oder Kostenpreis“.

Im 3. Teil der „Theorien über den Mehrwert“ gebraucht Marx den Terminus „Kosten-
preis“ sowohl im Sinne des Produktionspreises wie auch im Sinne der Produktionskosten
für den Kapitalisten.

Dieser unterschiedliche Gebrauch des Terminus „Kostenpreis“ erklärt sich dadurch,
daß das Wort „Kosten“ in der Ökonomie in drei verschiedenen Bedeutungen gebraucht
wurde, wie dies Marx besonders im 3. Teil der „Theorien über den Mehrwert“ hervorhebt
(siehe die Manuskriptseiten 788-790 und 928): 1. im Sinne von Vorschuß, gezahlt vom
Kapitalisten; 2. im Sinne des Preises des vorgeschossenen Kapitals plus Durchschnitts-
profit und 3. im Sinne der realen (immanenten) Produktionskosten für die Ware selbst.

Außer diesen drei Bedeutungen, die man bei den bürgerlichen Klassikern der politi-
schen Ökonomie findet, gibt es noch eine vierte, vulgäre Bedeutung des Terminus
„Kostenpreis“. So sagt Jean-Baptiste Say in seiner Schrift „Trait& d’&conomie politique“*
(2e ed. T. III, Paris 1814, p.453), Kostenpreis sei das, was für die produktiven Dienste der
Arbeit, des Kapitals und Bodens bezahlt wird. Diese vulgäre Auffassung vom „Kosten-
preis“ hat Marx entschieden zurückgewiesen (vgl. Manuskriptseiten 506 und 693/694). 68

40 In dem umfangreichen Abschnitt über Ricardo, der Heft XI, XII und XIII des Marxschen
Manuskripts von 1861-1863 einnimmt, findet sich ein Kapitel „Ricardos und Adam Smith’
Theorie über den Kostenpreis (Widerlegung)“, in dem Marx auf die Analyse der Smith-
schen Konzeption vom „natürlichen Preis“ zurückkommt (Heft XI, Manuskriptseiten

549-560; siehe Band 26 unserer Ausgabe, 2. Teil). 68

#1 Fine kritische Analyse der These von Smith, daß die Rente in den Bestand des Produk-
tionspreises anders eingehe als Profit und Arbeitslohn, gibt Marx im Manuskriptheft XII,
Seiten 620-625, im Abschnitt „A.Smith’ Renttheorie“ (siehe Band 26 unserer Aus-
gabe, 2. Teil). Die Zitate aus Smith’ „An inquiry into the nature’and causes of the wealth

of nations“ bringt Marx nach Ganilhs Buch „Des systemes d’&conomie politique...",

Paris 1821, t. Il, p.3. 69

#2 Diesem Problem gibt Marx im dritten Band des „Kapitals“ folgende Formulierung: „Wie
ist es also möglich, daß der Arbeiter mit seinem Arbeitslohn, der Kapitalist mit seinem
Profit, der Grundeigentümer mit seiner Rente Waren kaufen soll, die jede nicht nur einen
dieser Bestandteile, sondern alle drei enthalten, und wie ist es möglich, daß die Wert-
summe von Arbeitslohn, Profit, Rente, also der drei Einkommenquellen zusammen, die in
den Gesamtkonsum der Empfänger dieser Einkommen eingehenden Waren kaufen sollen,
Waren, die außer diesen drei Wertbestandteilen noch einen überschüssigen Wertbestand-
teil, nämlich konstantes Kapital enthalten? Wie sollen sie mit einem Wert von drei einen
Wert von vier kaufen?“ (Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S.851.) Unmittelbar danach
schreibt Marx: „Wir haben die Analyse gegeben Buch II, Abschnitt III.“ Es handelt sich
um den Abschnitt „Die Reproduktion und Zirkulation des gesellschaftlichen Gesamt-
kapitals“ (siehe Band 24 unserer Ausgabe, 5.351-518).

Die Überschrift ist dem Inhaltsverzeichnis zu Manuskriptheft VII entnommen (siehe

vorl. Band, S.3). 78

43 Der Terminus „Produktionskosten“ wird hier im Sinne der „immanenten“ Produktions-
kosten, d.h. im Sinne von c+ v-+m gebraucht. Vgl. die Anmerkung 39. 80

44 Marx verweist hier auf eine von ihm in seinem Exzerptheft XVI notierte Stelle aus dem
Artikel des französischen bürgerlichen Publizisten und Vulgärökonomen Forcade „La
guerre du socialisme“ (zweiter Artikel), der in der Zeitschrift „Revue des deux Mondes“
1848 (vol. 24, p.998/999) erschien. In diesem Artikel kritisiert Forcade die Formel Proud-
hons, der Arbeiter könne sein eigenes Produkt nicht zurückkaufen, weil der Zins, der darin
enthalten ist, zumSelbstkostenpreis des Produkts hinzukommt (siehe Proudhon, „Qu’est-ce
que la propriete?“, Paris 1840, ch. IV, 85). Forcade verallgemeinert die Schwierigkeit, die.
Proudhon in einer so eng begrenzten Form hervorgehoben hat und bemerkt, daß der Preis
der Ware nicht nur einen Überschuß über den Arbeitslohn, sondern auch über den Profit
enthält, insofern er auch noch den Wert der Rohstoffe usw. enthält. Hierbei weist Forcade,
der die Frage in der verallgemeinerten Form zu lösen versucht, auf „das ununterbrochene
Wachsen des nationalen Kapitals“ hin, das angeblich den erwähnten „Rückkauf“ erklärt.
Im dritten Band des „Kapitals“ zeigt Marx die Fehlerhaftigkeit dieser Ansicht Forcades
und charakterisiert sie als „Optimismus der bürgerlichen Gedankenlosigkeit“ (siehe Band 25

unserer Ausgabe, S.851/852, Note 53). 83

45 Im folgenden ändert Marx, unter Beibehaltung der obigen Ziffern die Buchstabenbezeich-
nung der Produktionssphären (außer A). Statt der Bezeichnungen B und C benutzt er jetzt
die Bezeichnungen B!-B? (oder B!”?); statt der Bezeichnungen D, E, F, G, H, I die Be-
zeichnungen C!-C®; statt der Bezeichnungen K!-K18 die Bezeichnungen DI-D18 (oder
D!-18), statt der Bezeichnungen L!-L5* die Bezeichnungen E!-E5? (oder E1®); statt
der Bezeichnungen M!-M!#2 die Bezeichnungen F?-F# (oder F!-1#2); statt der Bezeich-
nungen N!-N8 die Bezeichnungen G!-G## (oder G1-186), 90

46 Die Bezeichnungen „B“ und „C“ gebraucht Marx hier in dem gleichen Sinne wie zuvor
bis Seite 90 (siehe Anm.45). Marx hat hier zwei Produktionssphären im Auge, wo in jeder
Sphäre die neuzugesetzte Arbeit einen Arbeitstag beträgt. Die Summe der neuzugesetzten
Arbeit in den Sphären A, B und C ist gleich drei Arbeitstagen, d.h. gleich der Arbeit, die
in dem Produkt der Sphäre A vergegenständlicht ist. 94

47 Marx benutzt hier die Buchstabenbezeichnung B und C schon nicht mehr im Sinne von
zwei Produktionssphären, sonst bestände ihr Produkt aus nur 6 Arbeitstagen, während
es sich hier um 18 Arbeitstage handelt. Diese Bezeichnung benutzt Marx aber auch nicht
im Sinne von BI"? und C1"® (BI? bedeutet bei Marx eine Gruppe von zwei und C!$ eine
solche von sechs Produktionssphären; das Gesamtprodukt dieser acht Sphären = 24 Ar-
beitstage). Hier meint Marx eine Gruppe, die aus sechs Produktionssphären besteht, deren
Produkt also = 18 Arbeitstage, und folglich im Austausch gegen die neuzugesetzte
Arbeit in D1"18, die ebenfalls = 18 Arbeitstage, verkauft werden kann. 94

43 Die Einfügungen in eckigen Klammern ergeben sich aus dem gesamten Gedankengang
von Marx. Nach seiner Berechnung beträgt in jeder folgenden Gruppe die Zahl der Pro-
duktionssphären das Doppelte der Gesamtzahl aller vorhergehenden Sphären. So sind
in der Gruppe D!-28, die 18 Produktionssphären umfaßt, zweimal soviel Sphären ent-
halten wie in C!"°=6 (A=eine Sphäre, B!"?= zwei Sphären, C1-*= sechs Sphären,
insgesamt neun Sphären). Darum schreibt Marx nach der Bezeichnung D!Y"2 in Klam-
mern: 2X 9. 94

49 Marx zitiert Smith hier in der Übersetzung von Garnier. Die Erklärung des Terminus
dealers, auf die Marx in der Klammer hinweist, stammt von Garnier. 97

50 Einzelne kritische Bemerkungen über diese falsche These von Smith und Tooke gibt
Marx weiter unten auf S.112/113 und 221/222.
Im zweiten Band des „Kapitals“ zeigt Marx, daß die Ansicht von Smith und Tooke,
„daß das zur Zirkulation der jährlichen Revenue erforderliche Geld auch hinreichend ist
zur Zirkulation des gesamten jährlichen Produkts“, eng mit Smith’ Dogma verbunden ist,
der den gesamten Wert des gesellschaftlichen Produkts auf Revenuen zurückführte (siehe
Band 24 unserer Ausgabe, S.471/472). Siehe auch Band 25 unserer Ausgabe, S.850/851.
97

51 Nach der vorhergehenden Rechnung stellen 51/3 Ellen Leinwand das gesamte konstante
Kapital des Spinners und des Webstuhlfabrikanten dar. Darum muß man für die Be-
stimmung des Anteils des Flachsbauern als Ausgangspunkt nicht 5t/, Ellen, sondern eine
geringere Menge Leinwand nehmen. Im folgenden korrigiert Marx diese Ungenauigkeit
und setzt voraus, daß das konstante Kapital des Spinners im ganzen nur 4 Ellen Leinwand

vorstellt. 100

52 Marx kritisiert hier die von Tooke aufgegriffene Smithsche These, daß „der Wert der
zwischen den verschiedenen Geschäftsleuten zirkulierenden Waren niemals den Wert
jener übersteigen kann, die zwischen den Geschäftsleuten und den Konsumenten zirku-

lieren“ (siehe vorl. Band, S.97). 113

_ 59 Marx meint seine Erklärung auf Seite 112, daß er hier „den Teil des Profits, der sich in
neues Kapital verwandelt“, ganz außer acht lasse. 113

54 Eine Kritik der Ansicht, wonach alles das, „was für den einen Kapital, für den andren
Revenue ist und umgekehrt“, gibt Marx im zweiten Band des „Kapitals“ (siehe Band 24
unserer Ausgabe, S.436-438). Vgl. ebendort, S.377-384 und 388-390 sowie Band 25
unserer Ausgabe, S.849/850). 118

55 Das in geschweiften Klammern stehende Fragment findet sich auf der Manuskript-
seite 304, die zum vierten Kapitel gehört. Nach der Marxschen Notiz am Anfang dieses

‘ Fragments, „Zu p.300“, wurde es in das dritte Kapitel verlegt. Auf der Manuskriptseite 300°
steht ein Fragment über Say, das mit den Worten beginnt: „Vorher zum Vorhergehenden.

noch das“. Bei einer Gegenüberstellung dieser Fragmente fällt folgender Umstand auf:
Das Fragment auf Manuskriptseite 304 endet mit den Worten: „Wie der Wert des ver-
kauften Produkts...“ Das Ende des Fragments über Say enthält die Antwort auf diese
Frage: „Die Revenue, die nur aus zugesetzter Arbeit besteht, kann dies Produkt, was zum
Teil aus zugesetzter, zum Teil aus präexistierender Arbeit besteht, zahlen...“ Dement-
sprechend wird das Fragment von Manuskriptseite 304 vor dem Fragment über Say ge-
bracht, das am Schluß von Punkt 10 des dritten Kapitels seinen Platz findet. 119

56 Das Fragment, das den allgemeinen Charakter der Widersprüche Smith’ erklärt, wird in
unserer Ausgabe als abschließende Bemerkung am Ende des dritten Kapitels gebracht.
Das entspricht der Stelle, die dieses Fragment in Marx’ Manuskript einnimmt; denn un-
mittelbar nach diesem Fragment folgen die Anfangszeilen des nächsten Kapitels. 121

57 Diese Überschrift wurde dem Marxschen Planentwurf zum 1. Teil des „Kapitals“ vom
Januar 1863 entnommen. (Vgl. vorl. Band, 5.389.) 122

58 Malthus erklärt in seiner Schrift „Principles of political economy“, 2rd ed., London 1836,
p-44, daß die Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit der Eck-
pfeiler in dem Werk von Adam Smith sei und die Basis bilde, auf der die Grundlinie
seiner Überlegungen ruht. 127

59 Über die Bankiers und ihre Rolle in der kapitalistischen Gesellschaft siehe Band 25 unserer
Ausgabe, S.495/496, 522, 525/526, 528, 559-561. 134

60 Über die Konzentration des Kapitals als die ursprüngliche Bedingung für die Vermehrung
der Arbeitsproduktivität spricht Marx im Heft IV seines Manuskripts von 1861-1863,
Seite 171/172. 140

#1 Mandeville, „The fable of the bees; ...“ Die erste Ausgabe erschien 1705. 146

62 fruges consumere nati (zum Verzehren der Früchte geboren) - Horaz, „Epistelr“, Buch I,

Epistel 2,27. 146 241

63 Gemeint ist D’Avenants anonym erschienene Schrift „Discourses on the publick revenues,
and on the trade of England“, part II, London 1698, der die ein Jahr vorher erschienene
Broschüre D’Avenants „An essay on the East India trade“ beigefügt war. Der Wortlaut
dieser Stelle wurde mit dem in Übereinstimmung gebracht, was Marx in seinem Exzerpt-
heft, aus dem alle Zitate aus den Arbeiten von D’Avenant entnommen sind, über D’Ave-
nant sagt (der Heftumschlag trägt von Marx’ Hand die Notiz: „Manchester, Juli 1845").
149

64 William Pettys „A treatise of taxes, and contributions...“ zitiert Marx hier nach Charles
Ganilhs Buch „Des systemes d’&conomie politique...", t. IL, Paris 1821, p.36/37, wo diese
Stelle in der französischen Übersetzung Ganilhs gebracht wird. Der Text der französischen
Übersetzung des angeführten Abschnitts unterscheidet sich etwas vom Text des eng-

lischen Originals, den Marx in Heft XXII seines Manuskripts anführt (siehe vorl. Band,
5.333). 152

65 Nach diesem Zitat aus Garnier folgen im Manuskript eine umfangreiche Abschweifung
über John Stuart Mill (Manuskriptseite 319-345), eine kurze Notiz über Malthus (Ma-
nuskriptseite 345/346) und ein kleiner Exkurs über Petty (Manuskriptseite 346/347). Die
Abschweifung über John Stuart Mill beginnt mit den Worten: „Bevor wir auf Garnier
eingehn, einiges, hier episodisch eingelegt, über den oben zitierten Mill junior. Das hier
zu Sagende gehört eigentlich später in diesen Abschnitt, we von der Ricardoschen Theorie

vom Mehrwert zu sprechen; also nicht hierhin, wo wir noch bei A.Smith.“. Im Inhalts-
verzeichnis von Heft XIV (siehe vorl. Band, S.5) und auch im Text dieses Hefts selbst
findet sich der Abschnitt über John Stuart Mill in dem Kapitel „Auflösung der Ricardo-
schen Schule“. Aus diesen Gründen wurde die Abschweifung über John Stuart Mill in das
erwähnte Kapitel verlegt, das zum dritten Teil der „ Thesrien über den Mehrwert“ ge-
hört. Die Notiz über Malthus wurde in das Kapitel über Malthus verlegt und der Exkurs
über Petty findet sich im vorl. Band auf Seite 151/152. Nach allen diesen Abschweifungen
heißt es im Manuskript (Heft VIII, Seite 347): „Wir kommen zurück zur produktiven
und unproduktiven Arbeit. Garnier. Siehe Heft VII, Seite 319.“ Und dann folgt die
Analyse der Ansichten Garniers. 153

Bis hierhin bezeichnete Marx mit dem Buchstaben x das als Gebrauchswert betrachtete
Produkt und mit dem Buchstaben z den Wert des Produkts. Von dieser Stelle an ändert
Marx die Buchstabenbezeichnung, mit dem Buchstaben x bezeichnet er den Wert, und
mit zden Gebrauchswert. In unserer Ausgabe wird die ursprüngliche von Marx benutzte
Buchstabenbezeichnung fortgeführt, werden also von hier an die Buchstaben x und z
gegeneinander ausgetauscht, so daß sie ihre erste Bedeutung beibehalten. 159

Dieser Absatz, der eine Ergänzung zum Abschnitt über Germain Garnier bildet, ist dem
Manuskriptheft IX entnommen, wo er zwischen den Texten über Say und Destutt de
Tracy steht. Garniers Buch „Abreg& el&mentaire des principes de l’&conomie politique“
zitiert Marx nach Destutt de Tracys Schrift „Elemens d’ideologie“, IVe et Ve parties.
Traite de la volonte et de ses effets“, Paris 1826, p. 250/251. 172

63 Der folgende Text über Schmalz ist eine Nachschrift ganz am Ende des Manuskript-
hefts IX. Seinem Inhalt nach ist er eine Ergänzung zu der nachträglichen Aufzeichnung

über Garnier, die sich im gleichen Manuskriptheft auf Seite 400 befindet. 173

69 Marx zitiert Canards Definition des Reichtums nach GanilhsBuch „Des systemes d’&cono-
mie politique...", t. I, Paris 1821, p. 75. In Canards Buch steht die Definition auf Seite 4.
174

70 Diese Behauptung Ganilhs findet sich im ersten Band seiner Schrift „Des systemes d’&co-
nomie politique...“, Paris 1821, p.213. Ganilhs Buch „La theorie de l’&conomie poli-
tique“ erschien 1815, zwei Jahre vor Ricardos „On the principles of political economy, and
taxation“. 184

72 Genaugenommen müßte der Wert der Maschine - unter der Voraussetzung, daß er viermal
so groß wäre wie das übrige Kapital, das = 460 1. (150+ 310) ist - 1840 !. ausmachen.
Zur Vereinfachung der Berechnung nimmt Marx die runde Zahl 1600 I. 185

72 Marx zitiert hier Says Anmerkung zum 26. Kapitel von Ricardos „On the principles of
political economy, and taxation“ nach Ganilhs Buch (t. I, p.216). 192

73 Marx verweist hier auf die Seite des ersten Bandes von Ganilhs Buch, nach der er aus
dem 26. Kapitel von Ricardos „Principles of political economy“ in der französischen Über-
setzung von Constancio zitiert. Etwas später, auf der Manuskriptseite 377, führt Marx
die gleiche Stelle aus Ricardos „Principles...“ von neuem an, aber schon in englischer

Sprache (nach der dritten Ausgabe) und vollständiger (siehe vorl. Band, S. 197). 195

2 „Vos, non vobis“ (wörtlich: Ihr, nicht für euch) - Ihr arbeitet, jedoch nicht für euch. Zitat
aus den Epigrammen Vergils. 197

75 Marx führt hier das Zitat aus dem 26. Kapitel von Ricardos „On the principles of political
economy, and taxation“ zuerst in französischer Sprache in der Übersetzung von Con-
stancio (nach Ganilhs Buch, t. I, p.214) und kurz darauf nach dem englischen Original
an (nach der dritten Ausgabe, p.416). 197

?6 Im Manuskript folgen 4'/, mit Bleistift durchstrichene Seiten (372-376), auf denen Marx
die Zahlenangaben in Ricardos Beispiel von der „Person mit einem Kapital von 20 000 I.“
ausführlich analysiert. Marx zeigt die Unsinnigkeit dieser Zahlenangaben. In dem einen
Fall beschäftigt der Besitzer eines Kapitals von 20 000 /!. hundert Arbeiter und verkauft
die produzierte Ware für 10 000 /. Im anderen Fall beschäftigt er tausend Arbeiter und
verkauft die produzierte Ware für 20 000 /. Ricardo behauptet, daß in beiden Fällen der
Profit auf die 20 000 I. Kapital ein und derselbe sein könne, nämlich 2000 I. Marx stellt
bis ins einzelne gehende Berechnungen an, die zeigen, daß dieses Resultat unter den
gegebenen Voraussetzungen unmöglich ist. Anschließend sagt Marx: „Die Voraus-
setzungen in den Illustrationen dürfen sich nicht widersprechen. Sie müssen also so for-
muliert werden, daß sie wirkliche Voraussetzungen, wirkliche Hypothesen, keine voraus-
gesetzten Abgeschmacktheiten, keine hypothetischen Unwirklichkeiten und Unsinnigkeiten
sind.“ (Manuskriptseite 373.) Das Unbefriedigende in Ricardos Beispiel zeigt sich auch
darin, daß nur die Anzahl der beschäftigten Arbeiter angegeben wird, nicht aber die
Menge des in beiden Fällen produzierten Bruttoprodukts. Marx wählt nun seinerseits
passendere Zahlen für die Anzahl der Arbeiter und für die Menge der erzeugten Produkte
und stellt entsprechende Berechnungen an. Aber als er zum Ausrechnen der Produkten-
menge kommt, die die Arbeiter in jedem dieser beiden Fälle als Arbeitslohn erhalten, stellt
er einen Fehler in seinen Berechnungen fest und beschließt, sie einzustellen. Die im
Manuskript durchstrichene Stelle endet auf Manuskriptseite 376 mit den Worten: „Diese
Rechnung ist aufzugeben. Nicht einzusehn, warum Zeit an Konstruktionen des Ricardo-
schen Blödsinns zu verlieren.“ 197

Marx spielt auf die von Say in seiner Schrift „Lettres a M.Malthus“, Paris 1820, p. 15 an-
gestellten Betrachtungen an, daß die Ursache z.B. für die Überfüllung des italienischen
Marktes mit englischen Waren in der ungenügenden Produktion jener italienischen Waren
zu suchen ist, die gegen englische Waren ausgetauscht werden könnten. Diese Betrach-
tungen werden in der anonymen Broschüre „An inquiry into those principles...“, London
1821, p.15 zitiert, die von Marx in sein Exzerptheft XII aufgenommen wurden (S. 12).
Vel. auch die These Says, daß „die Stockung im Absatz mancher Produkte von der Selten-
heit mancher anderen“ herrührt, die Marx im vorl. Band, S.239, kritisiert. 205

7

S

Marx nimmt die runde Zahl 10, um sich die weiteren Berechnungen nicht zu erschweren.
Aus den im Text gegebenen Zahlen (110 Jahre als Gesamtsumme der Umschlagsperioden
für 14 verschiedene Sorten fixen Kapitals) ergäbe die Berechnung der durchschnittlichen
Umschlagszeit des fixen Kapitals -wennman annähme, daß alle seine verschiedenenSorten
gleichen Umfang haben - nicht 10, sondern nur 7,86 Jahre. Jedoch weist Marx auf der
nächsten Seite darauf hin, daß die Umschlagszeit des Kapitals, „seine Dauer, meist im
Verhältnis mit seiner Größe wächst“. 213

” Zu einigen der in diesem „Intermezzo“ berührten Fragen kehrt Marx im Manuskript-
heft X bei der Analyse des Tableau Economique von Quesnay zurück (siehe vorl. Band,
sechstes Kapitel). Eine ausführliche und systematische Antwort auf die zuletzt gestellten
beiden Fragen gibt er im zweiten Band des „Kapitals“ (besonders im 20. Kapitel, X. „Ka-
pital und Revenue: Variables Kapital und Arbeitslohn“, und im 21. Kapitel).

Im 2.Teil der „Theorien über den Mehrwert“ kehrt Marx im Kapitel über Ricardos
Akkumulationstheorie zu den in diesem „Intermezzo“ untersuchten Fragen zurück.

Im 3. Teil der „Theorien über den Mehrwert“ kommt Marx ebenfalls auf diese Frage
zurück und zwar im Kapitel „Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen
Theorie)“ in Verbindung mit der kritischen Analyse der anonymen Broschüre „The
source and remedy of the national difficulties“* und im Kapitel über Cherbuliez in Ver-
bindung mit dem Problem der Akkumulation als erweiterte Reproduktion, 222

80 Es handelt sich um folgende Stelle: „la monnaie d’or et d’argent qui circule dans un pays,
et par le moyen de laquelle le produit des terres et du travail de ce pays est annuelle-
ment mis en circulation est distribu& aux consommateurs auxquels il appartient, est aussi
tout comme l’argent comptant de n&gociant, un fonds mort en totalite. C’est une partie
trös-pr&cieuse du capital du pays, qui n’est point productive.“ [Das Gold- und Silbergeld,
das in einem Lande zirkuliert und durch dessen Vermittlung das Produkt des Bodens und
der Arbeit dieses Landes jährlich zirkuliert und an die Konsumenten, denen es gehört,
verteilt wird, stellt, ganz ebenso wie das verfügbare Geld des Kaufmanns, insgesamt einen
toten Fonds dar. Dies ist ein sehr wertvoller Teil des Kapitals des Landes, der nicht im
geringsten produktiv ist.] (Adam Smith, „Recherches sur la nature et les causes de la
richesse des nations.“ Trad. nouv.,... par Germain Garnier, t. 11, Paris 1802, p. 290.) 237

81 Institut de France - die höchste wissenschaftliche Körperschaft in Frankreich, die aus
mehreren Klassen oder Akademien besteht. Destutt de Tracy war Mitglied der Akademie
für moralische und politische Wissenschaften. 250

82 Im Manuskriptheft XIV (siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil) verweilt Marx nach
einer Analyse der Ansichten von Malthus bei zwei anonymen Schriften, deren eine
vom ricardianischen Standpunkt gegen Malthus auftritt, während die andere Malthus’
Ansichten gegen die Ricardianer verteidigt. Die erste ist anonym und heißt „An inquiry
into those principles, respecting the nature of demand and the necessity of consumption,
lately advocated by Mr. Malthus...“, London 1821. Die zweite Schrift stammt von John
Cazenove und trägt den Titel „Outlines of political economy; being a plain and short view
of the laws relating to the production, distribution, and consumption of wealth.“ London

1832. 255

83 Marx führt dieses Zitat von William Paley aus dem Buch „The principles of moral and
political philosophie“, London 1785, in französischer Sprache an, und zwar nach der
Schrift von Malthus „Essai sur le principe de population“. Trad. de l’anglais sur la 5® ed.
par P.Prevost et G.Pre&vost. 3° ed. frangaise, t. 4. Paris, Geneve 1836, p. 109. 255

81 Marx meint die Polemik gegen Voltaire in Lessings „Hamburgischer Dramaturgie“

(1767-1769). 257

85 „Henriade“ - ein Epos Voltaires über den französischen König Heinrich IV.; die erste

Ausgabe erschien 1723. 257

86 In diesem Kapitel betrachtet Smith die allgemeinen theoretischen Vorstellungen des

Merkantilismus. 275

87 Marx meint den Abschnitt „Schatzbildung“ im ersten Heft „Zur Kritik der Politischen
Oekonomie“ (siehe Band 13 unserer Ausgabe, S. 107), wo er ein Zitat aus Pettys „Political
arithmetick“ anführt. Auf das gleiche Zitat bezog sich Marx oben auf S.144, wo er bei
Smith die teilweise Rückkehr zu den Vorstellungen der Merkantilisten hervorhob, 275

88 Marx meint die letzten sechs Abschnitte des 3. Kapitels des II.Buches von Smith’ Werk
„An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations“, wo dieser untersucht,
welche Art von Verausgabung der Revenue in größerem Maße zum Wachstum des gesell-
schaftlichen Reichtums beitrage und welche in geringerem. Smith nimmt an, daß dies von
der verschiedenartigen Natur der Gebrauchsgegenstände, von dem Grad ihrer Dauer-
haftigkeit abhängt. Diese Ansicht Smith’ erwähnte Marx oben auf 5.252 in dem Abschnitt
über Destutt de Tracy. 275

89 Im Manuskriptheft V, Seite 181 (Kapitel I, dritter Abschnitt „Der relative Mehrwert“)
führt Marx folgendes Zitat von Linguet an: „L’&conomie sordide qui le suit des yeux avec
inquietude l’accable de reproches au moindre reläche qu’il paroit se donner, et s’il prend
un instant de repos, elle pr&tend qu’il la vole.“ [Die schmutzige Ökonomie, die ihn mit
unruhigen Augen verfolgt, überhäuft ihn mit Vorwürfen bei der geringsten Rast, die er
sich gestatten könnte, und wenn er sich einen Augenblick ausruht, behauptet sie, daß er
sie bestehle.] ([Linguet] „Th£orie des loix civiles...“, t. II., Londres 1767, p.466.) Die-
selbe Stelle führt Marx im Manuskriptheft X, Seite 439, im Kapitel über Linguet an
(siehe vorl. Band, S.324). Im ersten Band des „Kapitals“ gibt er das Zitat verkürzt (siehe
Band 23 unserer Ausgabe, S.247, Note 39). 278

%0 Marx bringt das Kapitel über Linguet erst nach dem Kapitel über Necker ungeachtet
dessen, daß Linguets Schrift „Theorie des loix civiles...“ (1767) dem Erscheinungsjahr
nach den beiden hier betrachteten Schriften Neckers voraufging, nämlich „Sur la legis-
lation et le commerce des grains“ (1775) und „Del’administration des fnances de laFrance“
(1784). Diese Anordnung ist dadurch begründet, daß hinsichtlich des Verständnisses für
den Charakter der kapitalistischen Produktion Linguets Schrift auf höherer Stufe steht
als die beiden Bücher Neckers. 278

91 Marx benutzt hier die Darstellung des Tableau Economique aus Schmalz’Buch „Economie
politique.“ Ouvrage traduit de l’allemand par Henri Jouffroy, t. 1, Paris 1826, p.329.
Eine Kritik an Schmalz’ Ansichten gibt Marx im Manuskriptheft VI auf Seite 241/242
(siehe vorl. Band, 5.38). Ergänzende Bemerkungen über Schmalz mit Zitaten aus seinem
Buch finden sich am Ende von Manuskriptheft IX auf Seite 421 (siehe vorl. Band, S.173
und 174). Auf der folgenden Manuskriptseite (Heft X, S.422) geht Marx dann zu der „Ab-
schweifurg“ über, die dem Tableau Economique von Quesnay gewidmet ist. Es ist be-
merkenswert, daß Marx in der ganzen „Abschweifung“ (Manuskriptseiten 422-437) (siehe
vorl. Band, S.282-319) fast keine Zitate aus den Schriften der erwähnten Autoren anführt.
Nur auf der letzten Seite gibt er Zitate von Smith und einen Auszug aus Proudhon, mit
dem Hinweis, sie gehörten an jene Stelle im Manuskript (Seite 428), wo von Proudhon die
Rede ist (nach diesem Marxschen Hinweis ist daher der Auszug aus Proudhon in unserer
Ausgabe auf Seite 301 untergebracht worden). Alles das führt zu der Schlußfolgerung, daß
Marx bei der Niederschrift der „Abschweifung“ die Schriften Quesnays und der anderen
erwähnten Autoren nicht zur Hand hatte. Es ist sehr wahrscheinlich, daß er fast die ganze
„Abschweifung“ im April 1862 während seines Aufenthalts in Manchester geschrieben
hat.
In den ergänzenden Bemerkungen über die Physiokraten im Manuskriptheft XXIII,
Seiten 1433/1434, führt Marx das Tableau Economique in der Form an, in der Quesnay
es in seiner „Analyse du Tableau Economique“ (siehe vorl. Band, S.354) gibt. In derselben

Form findet sich das Tableau Economique auch in seinem Brief an Engels vom 6. Juli 1863.

92 Die hier von Marx benutzten Buchstaben (mit den dazugehörigen Zeichen) geben dem
Tableau eine Anschaulichkeit, die ihm sowohl bei Schmalz wie auch bei Quesnay fehlt.
Die Kennzeichnung jeder Linie durch zwei Buchstaben (a—b, a—c, c—d usw.)
bezeichnet ihre Richtung von der einen zur anderen Klasse (die Richtung ist bestimmt
durch die alphabetische Folge der Buchstaben: a—b, a—c, c—d usw.). So weist die
Linie a—b darauf hin, daß die Zirkulation zwischen der Klasse der Grundeigentümer
und der „produktiven Klasse“ (Pächter) zum Ausgangspunkt die Klasse der Eigentümer
hat (die letzteren kaufen Nahrungsmittel bei den Pächtern).

Die Bezeichnung jeder Linie durch zwei Buchstaben drückt zugleich die Bewegung

des Geldes und die der Waren aus. So stellt die Linie a—b die Bewegung des Geldes dar
(die Klasse der Grundeigentümer zahlt eine Milliarde Geld an die produktive Klasse);
aber dieselbe Linie, in umgekehrter Richtung (b— a) betrachtet, zeigt die Bewegung der
Waren (die produktive Klasse übergibt der Klasse der Grundeigentümer für eine Milliarde
Lebensmittel).
Die gebrochene Linie a— b— cd setzt sich aus folgenden Gliedern zusammen: I. dem
Abschnitt a— b, der die Zirkulation zwischen den Grundeigentümern und der produktiven
Klasse darstellt (die Eigentümer kaufen für eine Milliarde Nahrungsmittel bei den Päch-
tern); 2. dem Abschnitt a—c, der die Zirkulation zwischen den Eigentümern und der
sterilen Klasse (den Manufakturisten) darstellt (die Eigentümer kaufen bei den Manu-
fakturisten für eine Milliarde Manufakturwaren); 3. dem Abschnitt c—d, der die Zirkula-
tion zwischen der sterilen Klasse und der produktiven Klasse darstellt (die Manufaktu-
risten kaufen bei den Pächtern für eine Milliarde Nahrungsmittel).

Die Linie a’ — b’ stellt die Zirkulation zwischen der produktiven Klasse und der sterilen
Klasse dar (die Pächter kaufen bei den Manufakturisten für eine Milliarde Manufaktur-
waren).

Die Linie a’ —b” stellt die abschließende Zirkulation zwischen der sterilen Klasse und
der produktiven Klasse dar (die Manufakturisten kaufen bei den Pächtern für eine Mil-

. liarde die für die Manufakturproduktion notwendigen Rohstoffe). 282 304 307

9% Marx stellt hier den Arbeiter, dessen einzige Ware sein Arbeitsvermögen ist, dem „Waren-
besitzer in der ersten Form“ gegenüber, d.h. einem Warenbesitzer, der „von dem Arbeits-
vermögen selbst unterschiedne Waren“ für den Verkauf besitzt (vgl. vorl. Band, S.137

und 141). 291

9% Marx meint die ersten beiden Absätze des Abschnitts „Geld“ im ersten Heft „Zur Kritik
der Politischen Oekonomie“ (siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.101/102). 298

95 Marx meint folgende Stelle aus dem ersten Heft „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“:
„Das Geld, das sie als Käufer ausgegeben, kehrt in ihre Hand zurück, sobald sie von
neuem als Verkäufer von Waren erscheinen. Die beständige Erneuerung der Waren-
zirkulation spiegelt sich so darin ab, daß das Geld nicht nur beständig rouliert aus einer

“ Hand in die andere, über die ganze Oberfläche der bürgerlichen Gesellschaft, sondern zu-
gleich eine Summe verschiedener kleiner Kreisläufe beschreibt, ausgehend von unend-
lich verschiedenen Punkten und zurückkehrend zu denselben Punkten, um von neuem

dieselbe Bewegung zu wiederholen“. (Siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.80/81). 298

96 Der Abschnitt über Bray findet sich im Manuskriptheft X auf den Seiten 441-444 (siehe
Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). Er ist unvollendet; Brays Ansichten über die Geld-
. zirkulation zwischen Arbeitern und Kapitalisten werden darin nicht berührt.

30a*

Über Brays Ansichten von Wesen und Rolle des Geldes vgl. das Marxsche Manuskript
von 1847 „Arbeitslohn“ (siehe Band 6 unserer Ausgabe, S.540); Marx, „Grundrisse der
Kritik der politischen Ökonomie“, Berlin 1953, S.55, 690, 754; Marx’ Brief an Engels
vom 2.April 1858; Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft“ (siehe
Band 13 unserer Ausgabe, S.68). 299

Die eingeklammerten Worte weisen auf Gedanken hin, die Marx später zu entwickeln be-
absichtigte. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte er Quesnays apologetische Auffassung
vom Privateigentum am Grund und Boden im Sinn. Hiernach wäre das Recht der Boden-
eigentiimer an ihrem Grund und Boden darauf gegründet, daß ihre Vorfahren den jung-
fräulichen Boden urbar gemacht haben. In dem von Marx verfaßten X. Kapitel des zweiten
Abschnitts des „Anti-Dühring“ charakterisiert er diese Ansicht der Physiokraten folgender-
maßen: „Aber nach dem ‚natürlichen Recht‘ besteht ihre“ (der Grundeigentümer) „eigent-
liche Funktion gerade in ‚der Sorge für die gute Verwaltung und für die Ausgaben zur
Erhaltung ihres Erbteils‘, oder wie das später entwickelt, in den avances fonci£res, das
heißt in Ausgaben, um den Boden vorzubereiten und die Pachtung mit allem Zubehör zu
versehen, die dem Pächter erlauben, sein ganzes Kapital ausschließlich dem Geschäft der

wirklichen Kultur zu widmen.“ (Siehe Band 20 unserer Ausgabe, 5.234.) 300

98 Jm Manuskriptheft XV, Seiten 935-937 (siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil) kriti-
siert Marx Proudhons vulgäre Ansicht über die Rolle des Geldkapitals und über das Wesen
des Zinses, wie sie Proudhon in dem Buch „Gratuite du credit“ entwickelt hat. (Siehe auch
Band 25 unserer Ausgabe, S.357-359.) 301

99 Diesem Problem widmet Marx im zweiten Band des „Kapitals“ eine umfassende Betrach-
tung, und zwar im 17., 20. und 21. Kapitel. (Siehe Band 24 unserer Ausgabe, 5.321-350,
410-420, 423-427, 488-491). 303 304 318

100 Marx gebraucht hier für die drei Klassen, die bei Quesnay auftreten, folgende Bezeich-
nungen: P = classe des proprietaires (Klasse der Grundeigentümer, die Landlords),
S = classe sterile (sterile Klasse, die Manufakturisten), F = fermiers, classe productive

(Pächter, die produktive Klasse). 304

301 Marx nimmt hier und im folgenden mit Quesnay an, daß nur ein Fünftel des landwirt-
schaftlichen Bruttoprodukts nicht in die Zirkulation eingeht, vielmehr von der produk-
tiven Klasse in Naturalform verwendet wird.

Marx kommt im Manuskriptheft XXIII, Seiten 1433/1434 auf diesen Punkt zurück
(siehe vorl. Band, S.354/355), und ebenfalls in dem von ihm verfaßten X. Kapitel des
zweiten Abschnitts des „Anti-Dühring“. Hier präzisiert er seine Charakteristik über Ques-
nays Ansichten vom Ersatz des zirkulierenden Kapitals in der Landwirtschaft: „Das ganze
Bruttoprodukt, zum Wert von fünf Milliarden, befindet sich also in der Hand der produk-
tiven Klasse, das heißt zunächst der Pächter, die es produziert haben durch Verausgabung
eines jährlichen Betriebskapitals von zwei Milliarden, entsprechend einem Anlagekapital
von zehn Milliarden. Die landwirtschaftlichen Produkte, Lebensmittel, Rohstoffe etc., die
zum Ersatz des Betriebskapitals, also auch zum Unterhalt aller im Ackerbau direkt tätigen
Personen erheischt sind, werden in natura von der Gesamternte weggenommen und zur
neuen landwirtschaftlichen Produktion verausgabt. Da, wie gesagt, konstante Preise und
einfache Reproduktion auf dem einmal gültigen Maßstab unterstellt sind, ist der Geld-
wert dieses vorweggenommenen Teils des Bruttoprodukts gleich zwei Milliarden Livres.
Dieser Teil geht also nicht in die allgemeine Zirkulation ein. Denn, wie schon bemerkt, ist
die Zirkulation, soweit sie nur innerhalb des Kreises jeder besondern Klasse, aber nicht

zwischen den verschiedenen Klassen stattfindet, vom Tableau ausgeschlossen.“ (Siehe

Band 20 unserer Ausgabe, S.231). 307 355

102 Marx meint Baudeaus Kommentar „Explication du Tableau Economique“. In: „Physio-

crates ...“ par Eugene Daire. 2° partie. Paris 1846, p.822-867). 309

103 An Stelle der im Tableau Economigue von Quesnay figurierenden Tausende Millionen
Livres von Tours spricht Marx hier einfach von Tausenden Geldeinheiten, was am Wesen

der Sache nichts ändert. 316

102 In den Manuskriptheften XIV und XV, Seiten 852-890 findet sich das Kapitel „Gegen-
satz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie)“. In dieses Kapitel ge-
hören auch der unvollendete Abschnitt über Bray im Manuskriptheft X (Seite 441-444)
und der Schluß des Abschnitts über Hodgskin im Heft XVIII (Seite 1084-1086) (siehe
Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). 320

105 [inguet,] „Theorie des loix civiles, ou principes fondamentaux de la societ&“, t. I, Londres
1767, p. 236. Bei Linguet heißt es wörtlich: „Leur esprit est de consacrer la propriet&“ [Ihr
Geist ist, das Eigentum zu heiligen]. 320

106 ÜJber einige Ansichten Pettys sprach Marx bereits im Kapitel „Theorien über produktive
und unproduktive Arbeit“ im Zusammenhang mit den frühen Versuchen, zwischen pro-

duktiver und unproduktiver Arbeit zu unterscheiden. (Siehe vorl. Band, S. 150-152). 330
107 Vgl]. das Planschema für den I. Teil des „Kapitals“, vorl. Band, S.389. 330

108 Gemeint ist Pettys Schrift „A treatise of taxes, and contributions...“, die 1662 erstmalig
veröffentlicht wurde. 338

109 Es handelt sich um North’ Buch „Discourses upon trade...“ und Lockes Schrift „Some
considerations of the consequences of the lowering of interest, and raising the value of
money“. Beide Arbeiten wurden 1691 geschrieben. 340

110 [ocke, „Some considerations of the consequences of the lowering of interest, and raising
the value of money.“ 343

111 Marx zitiert Locke hier nach Massies Buch „An essay on the governing causes of the
natural rate of interest...“, London 1750, p. 10/11. In der Ausgabe der Schriften Lockes
von 1768 findet sich diese Stelle vol. II, p.24. 343

112 Marx meint hier eines seiner „Beihefte“ zu dem Manuskript von 1861-1863, in das er im
Frühjahr 1863, wie er an Engels am 29. Mai 1863 schrieb, „allerlei Literaturhistorisches in
bezug auf den von mir bearbeiteten Teil der politischen Ökonomie“ exzerpierte. Erhalten
geblieben sind die Beihefte A,B, C, D, E, F, G, H. Im Beiheft C nehmen die Auszüge aus
North’ Schriften die Seiten 12-14 ein. 344

113 Im Manuskript stand hier ursprünglich „seit 1688“, dann aber strich Marx die Zahl 1688
und setzte ein Fragezeichen. Im Heft XI des Manuskripts von 1861-1863, Seite 507/508,
gibt Marx Daten über die Bewegung der Weizenpreise. Wenn zwischen 1641 und 1649
der Durchschnittspreis des Weizens 60 sh. 5?/; d. jeQuarterbetrug, so fiel er in de: zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts auf 44sh. 2?/;d. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
auf 35 sh. 9°%/;o d. 344

314 Marx meint wahrscheinlich die Stelle aus dem IV.Kapitel von Pettys Abhandlung
„Political arithmetick“ (1676), die er im Abschnitt über Rodbertus (Manuskriptheft XI,
Seite 494; siehe Band 26 unserer Ausgabe, 2. Teil) anführt. Vgl. auch Band 25 unserer

Ausgabe, S.673: „Zu Pettys und Davenants Zeit, Klagen der Landleute und Grund-
besitzer über die Verbesserungen und Urbarmachungen; Fallen der Rente auf den bessern

Ländereien...“. 345

115 Djjieses Zitat, beginnend mit den Worten „I will begin with the beggar...“ [Ich will mit
dem Bettler beginnen...] wird gemäß dem Hinweis von Marx nach dem Beiheft C,

Seite 12/13, gebracht. 346

116 jm Beiheft C, Seite 14, gibt Marx Auszüge aus Schriften von North, in denen dieser von
„Ebben und Fluten“ in der Geldzirkulation eines Landes spricht. Eines dieser Zitate führt
Marx im ersten Band des „Kapitals“ an (siehe Band 23 unserer Ausgabe, S. 148,
Note 95). 347

117 Vor dieser Stelle bringt Massie Zitate aus Pettys „Political arithmetick“ und aus Lockes
„Some considerations of the consequences of the lowering of interest, and raising the
value of money“. 351

18 Marx führt hier mit einigen Kürzungen das Tableau Economique in der Form an, wie
Quesnay es in der „Analyse du Tableau Economique“ gibt (vgl. „Physiocrates ...“, par
M.Eugöne Daire. 1° partie, Paris 1846, p.65). 354

119 Djesen Standpunkt hat der Physiokrat Baudeau in seiner „Explication du Tableau Econo-

mique“ entwickelt (vgl. „Physiocrates ...“, par Eugene Daire. 2° partie, Paris 1846, p.852
bis 854). 355

120 Unter dieser Überschrift sind in dein von Daire herausgegebenen Werk „Physiocrates...“,
le partie, Paris 1846, zwei Dialoge vereint, die von Quesnay stammen: „Du commerce.
Premier dialogue entre M.H. et M.N.“ und „Sur les travaux des artisans. Second dialo-
gue“. Das von Marx angeführte Zitat ist dem ersten Dialog entnommen. 356

121 Dieses Quesnay-Zitat steht nicht in dem eigentlichen Text von Dupont de Nemours’
Buch „De l’origine et des progr&s d’une science nouvelle“, sondern in seinen inhaltlich
dazugehörenden „Maximes du docteur Quesnay, ou r&sum& de ses principes d’&conomie
sociale“ ; heide finden sich in: „Physioerates ...*, par Eug&ne Daire. 1° partie, Paris 1846.
Die von Marx angegebene Seitenzahl bezicht sich auf diese Ausgabe. 356

122 Das Zitat ist Quesnays „Du commerce. Premier dialogue entre M.H. et M.N.“ ent-

nommen. 356

123 Aus dem Dialog „Sur les travaux des artisans...“ von Quesnay. 356
122 Aus den „Maximes du docteur Quesnay“ von Dupont de Nemours. 356

125 Marx meint Kapitel 26 („On gross and net revenue“) in Ricardos „Principles of political
economy, and taxation“. 357 381

126 Marx meint seine Auszüge aus Buats Schrift im Beiheft A auf den Seiten 27-32. Im
Folgenden sind die Marxschen Verweisungen auf die Seiten des Beihefts beibehalten und
durch Verweisungen auf die Seiten von Buats Werk in eckigen Klammern ergänzt worden,

127 Über Arthur Young als den „Fanatiker des Mehrprodukts“ siehe Band 23 unserer Aus-
gabe, S.243/244, Note 34). 357

128 Es ist festgestellt worden, daß der Autor dieser von Marx hier analysierten anonymen
Schrift ein gewisser John Gray war, dessen Lebensdaten jedoch nicht ermittelt worden
sind. Im Jahre 1802 gab derselbe in London noch ein Buch über die Einkommensteuer her-
aus. Er ist nicht identisch mit dem von Marx im ersten Heft „Zur Kritik der Politischen

Oekonomie“ und im ersten Band des „Kapitals“ erwähnten utopischen Sozialisten John

Gray, der von 1798 bis 1850 lebte. 358

129 Marx meint sein Beiheft H. Fast alle Auszüge von Seite 6 der anonymen Schrift, die auf

den Seiten 32/33 des Beiheftes H stehen, bringt Marx im übernächsten Absatz. 358
130 Auf Seite 36/37 des Beihefts H stehen Auszüge von Seite 31-33 der anonymen Schrift. 360

131 Auf Seite 38/39 des Beihefts H stehen Auszüge von Seite 51-54 der anonymen Schrift.
Im Folgenden sind die Marxschen Verweisungen auf die Seiten des Beihefts H durch
Verweisungen in eckigen Klammern auf die Seiten der anonymen Schrift ergänzt worden.

361

132 Auf der Seite 1446 des Manuskriptheftes XXIII erwähnt Mlarx das gegen die Physio-
kraten gerichtete Buch von Beard& de l’Abbaye „Recherches sur les moyens de supprimer

les impöts“, Amsterdam 1770. Auszüge aus diesem Buch stehen auf Seite 10/11 des
Beihefts H. 361

133 Über das „Irish right of tenantry“ vgl. Marx’ Artikel in der „New-York Daily Tri-
bune“ vom 11. Juli 1853 (siehe Band 9 unserer Ausgabe, S.157-163). 362

134 Die Überschrift für die Beilage ist dem Planentwurf von Marx zum I. Teil des „Kapitals“
entnommen (siehe vorl. Band, S.389). 365

135 Marx meint den Abschnitt „Formelle und reelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital.
Übergangsformen“ (Manuskriptheft XXI, Seiten 1306-1316), der dem Abschnitt „Pro-
duktivität des Kapitals. Produktive und unproduktive Arbeit“ unmittelbar vorangeht.
Über die formelle und reelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital siehe Band 23
unserer Ausgabe, S.532/533 und 765-767. 365

136 Bereits im ersten Heft „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“ (1859) zeigte Marx, daß in
der bürgerlichen Gesellschaft die Mystifikation der gesellschaftlichen Beziehungen be-
sonders frappant im Geld hervortritt, daß der bürgerlichen Produktion die Kristallisation
des Reichtums als Fetisch in der Form von Edelmetallen eigen ist (siehe Band 13 unserer
Ausgabe, $.35 und 130/131). Den Prozeß der Fetischisierung der bürgerlichen gesell-
schaftlichen Beziehungen analysiert Marx im Manuskriptheft XV auf den Seiten 891 bis
899 und 910-919 (siehe Band 26 unserer Ausgabe, 3. Teil). 365

137 Als Note 108 im IV. Abschnitt des ersten Bandes des „Kapitals“ schreibt Marx: „Die
Wissenschaft kostet dem Kapitalisten überhaupt ‚nichts‘, was ihn durchaus nicht hindert,
sie zu exploitieren. Die ‚fremde‘ Wissenschaft wird dem Kapital einverleibt, wie fremde
Arbeit. ‚Kapitalistische‘ Aneignung und ‚persönliche‘ Aneignung, sei es von Wissenschaft,
sei es von materiellem Reichtum, sind aber ganz und gar disparate Dinge. Dr. Ure selbst
bejammert die grobe Unbekanntschaft seiner lieben, Maschinen exploitierenden Fabri-
kanten mit der Mechanik, und Liebig weiß von der haarsträubenden Unwissenheit der
englischen chemischen Fabrikanten in der Chemie zu erzählen.“ (Siehe Band 23 unserer

Ausgabe, S.407/408.) 367

138 Marx schnitt die Seite 1318 des Manuskripts von 1861-1863 mit Ausnahme der letzten neun
Zeilen aus dem Heft XXI heraus und klebte sie auf die Seite 490 des Manuskripts der
vorletzten Variante des ersten Bandes des „Kapitals" (das erhalten gebliebene sechste
Kapitel dieser vorletzten Variante wurde im Marx-Engels-Archiv, Bd. II (VID, Moskau
1933, veröffentlicht). Den weiteren Text (Seite 1318, 1319 und die erste Hälfte der Seite
1320) beabsichtigte Marx für den Abschnitt über den Profit zu verwenden, wie aus seiner

zweimaligen Notiz „Profit“ auf dem Manuskriptrand (am Ende der Seite 1318 und am
Anfang der Seite 1320) hervorgeht. 368

189 Den griechischen Buchstaben A (Delta), der in der Mathematik zur Bezeichnung eines
Zuwachses verwandt wird, benutzt Marx hier zur Bezeichnung des Mehrwerts. Im wei-
teren Text gebraucht er im gleichen Sinn den Buchstaben h. 369

140 Hier und auch im Folgenden benutzt Marx den Buchstaben x zur Bezeichnung des

Mehrwerts. 371

141 Marx meint den Abschnitt „Austausch mit Arbeit. Arbeitsprozeß. Verwertungsprozeß“
(Manuskriptheft 1, Seiten 15-33), in der es den Unterabschnitt gibt „Einheit von Arbeits-

prozeß und Verwertungsprozeß (kapitalistischer Produktionsprozeß)“ (Manuskript-
seiten 49-53). 373

42 Es handelt sich hier um die Unterabschnitte „Wert des Arbeitsvermögens. Minimum des
Salairs oder Durchschnittsarbeitslohn“ (Manuskriptheft I, Seiten 21-25) und „Austausch
zwischen Geld und Arbeitsvermögen“ (ebendort, S.25-34). Den „Preis der Arbeit“ be-
handelt Marx im Manuskriptheft XXI auf den Seiten 1312-1314. 373

133 Dje vier Formeln der Vertragsbeziehungen nach dem römischen Recht: ich gebe, damit
du tust; ich tue, damit du tust, ich tue, damit du gibst, ich gebe, damit du gibst. (Vgl.
Band 23 unserer Ausgabe, S.563.) 379

144 Hier verschrieb sich Marx bei der Numerierung der Manuskriptseiten; statt „1327“
setzte er „1328“. Eine Manuskriptseite 1327 existiert nicht. 380

145 Über die Arbeit der Handlanger in einer Fabrik schrieb Marx in demselben Manuskript-
heft XXI auf der Seite 1308. 386

146 Djese Planentwürfe schrieb Marx im Januar 1863. Sie stehen im Heft XVIIl des Manu-
skripts von 1861-1863 innerhalb der Kapitel über Cherbuliez und Richard Jones. Vom
Text dieser Kapitel sind sie im Manuskript durch dicke eckige Klammern abgeteilt. 389

17 Die drei theoretischen Teile des „Kapitals“ nannte Marx zuerst „Kapitel“, dann „Ab-
schnitte“ und zuletzt „Bücher“. Vgl. Anmerkung 12. 389

48 Zur Zeit der Niederschrift dieses Plans war das erste Kapitel des III. Teils des „Kapitals“
bereits im Heft XVI des Manuskripts von 1861-1863 im Entwurf geschrieben; seine
Überschrift lautet dort „Mehrwert und Profit“. 390

475

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MEW Band 26.2

KARL MARX

Theorien
über den Mehrwert

(Vierter Band des „Kapitals“)

Zweiter Teil

Achtes bis achtzehntes Kapitel

[ACHTES KAPITEL]

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie

der Grundrente""

[!. Surplusmehrwert in der Landwirtschaft.
Langsamere Entwicklung der Landwirtschaft im Vergleich zur
Industrie unter den Bedingungen des Kapitalismus]

[X-445| Herr Rodbertus. Dritter Brief an von Kirchmann von Rodbertus.
Widerlegung der Ric[ardoschen] Lehre von der Grundrente und Begründung
einer neuen Rententheorie, Berlin 1851.

Es ist zu merken vorher: Sagen wir, der notwendige Arbeitslohn
= 10 Std., so dies am einfachsten so klar zu machen. Wenn die Arbeit von
10 Std. den Landtaglöhner befähigte (also Summe Geld = 10 Std.), alle
nötigen Lebensmittel, Agrikultur-, Industrieprodukte etc. zu kaufen,
durchschnittlich, so ist dies der Durchschnittsarbeitslohn für unskilled
labour!. Es handelt sich hier also vom Wert seines täglichen Produkts, der
ihm zufallen muß. Dieser Wert existiert zuerst in der Form der Ware, die
er produziert, also [in] einem bestimmten Quantum dieser Ware, gegen
welches Quantum er sich, nach Abzug dessen, was er von dieser Ware selbst
verzehrt, (if?) er sich die nötigen Lebensmittel schaffen kann. Hier geht
also in die Schätzung seines notwendigen „Einkommens“ Manufaktur,
Agrikultur etc. ein, nicht nur der Gebrauchswert, den er selbst produziert.
Aber dies liegt im Begriff der Ware. Er produziert Ware, nicht Produkt
schlechthin. Hierüber braucht also kein Wort verloren zu werden.

Herr Rodbertus untersucht erst, wie es in einem Lande aussieht, wo
Grund- und Kapitalbesitz nicht geschieden sind, und kommt da zum
wichtigen Resultat, daß die Rente (worunter er den ganzen Mehrwert ver-
steht) bloß gleich der unbezahlten Arbeit oder gem Quantum von Pro-
dukten ist, worin sie sich darstellt.

I einfache Arbeit - ? wenn

Zunächst ist zu bemerken, daß Rlodbertus] bloß das Wachsen des rela-
tiven Mehrwerts auffaßt, also das Wachsen des Mehrwerts, soweit es aus
der wachsenden Produktivität der Arbeit entsteht, nicht das Wachsen des
Mehrwerts, soweit es aus der Verlängerung des Arbeitstags selbst ent-
springt. Jeder absolute Mehrwert ist natürlich nach einer Seite hin relativ.
Die Arbeit muß produktiv genug sein, damit der Arbeiter nicht seine ganze
Zeit braucht, um sich selbst am Leben zu erhalten. Von da an aber beginnt
der Unterschied. Übrigens, wenn ursprünglich die Arbeit wenig produktiv,
so sind die Bedürfnisse auch höchst einfach (wie beim Sklaven), und die
Herren selbst leben nicht viel besser wie die Knechte. Die relative Produk-
tivität der Arbeit, die nötig ist, damit ein Profitmonger entsteht, ein Parasit,

ist sehr gering. Finden wir hohe Profitrate da, wo die Arbeit noch sehr un-
produktiv, keine Maschinerie, Teilung der Arbeit etc. angewandt wird,
so nur, entweder wie in Indien teilweis, weil die Bedürfnisse des Arbeiters
absolut klein sind, und er selbst noch unter diese geringe Bedürftigkeit
herabgedrückt wird, teilweise aber, weil Unproduktivität der Arbeit iden-
tisch ist mit kleinem Verhältnis des capital fixe zu dem in Arbeitslohn aus-
gelegten Teil des Kapitals oder was dasselbe, großes Verhältnis des in Arbeit
ausgelegten Kapitalteils zum Gesamtkapital, oder endlich, weil die Arbeits-
zeit außerordentlich verlängert wird. Letztres der Fall in den Ländern (wie
Östreich etc.), wo schon kapitalistische Produktionsweise existiert, diese
Länder aber zu konkurrieren haben mit viel weiter entwickelten Ländern.
Der Arbeitslohn kann hier gering sein, teils weil die Bedürfnisse des
Arbeiters weniger entwickelt, teils die Agrikulturprodukte wohlfeiler sind
oder, was für den Kapitalisten dasselbe, geringren Geldwert haben. Da-
nach ist die Quantität des Produkts gering, die z.B. in 10 Stunden als not-
wendig für das Salair des Arbeiters weggeht. Arbeitet er aber 17 Stunden
statt 12, so kann dies eingebracht werden. Überhaupt muß sich nicht vor-
gestellt werden, daß, weil in einem gegebnen Land der relative Wert der
Arbeit fällt im Verhältnis zur Produktivität der Arbeit!, nun der Arbeits-
lohn hoch ist in den verschiednen Ländern im umgekehrten Verhältnis zur
Produktivität der Arbeit. Grade das Umgekehrte ist der Fall. Je produk-
tiver ein Land gegen das andre auf dem Weltmarkt, um so höher sind die
Arbeitslöhne in ihm, verglichen mit den andren Ländern. Nicht nur der
nominelle, sondern der reelle Arbeitslohn in England ist höher als auf dem
Kontinent. Der Arbeiter ißt mehr Fleisch, befriedigt mehr Bedürfnisse.
Jedoch gilt dies nicht vom Ackerbauarbeiter, sondern nur vom Manufaktur-

1 In der Handschrift: Länder

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Erste Seite des zweiten Teils der „Theorien über den Mehrwert“ in der Handschrift
von Marx (Seite 445 des Heftes X des Manuskripts von 1861-1863)

arbeiter. Aber er ist nicht höher im Verhältnis zur Produktivität der eng-
lischen Arbeiter.!

Die Grundrente überhaupt - also die moderne Form des Grundeigen-
tums — wäre schon möglich, die bloße Existenz derselben, abgesehn von
der Differenz der Grundrente nach der Fruchtbarkeit der Ländereien, weil
der Durchschnittslohn der Agrikulturarbeiter unter dem der Manufaktur-
arbeiter steht. Da hier von vornherein der Kapitalist erst traditionell (in-
dem der alte Pächter Kapitalist wird, eh Kapitalisten Pächter werden) von
seinem Gewinn einen Teil abgegeben an den landlord, entschädigt er sich
durch Herabdrücken des Arbeitslohns unter sein Niveau. Mit der Deser-
tion der Arbeiter vom Lande müßten die Arbeitslöhne steigen und stiegen
sie. Kaum aber wird ein solcher Druck fühlbar, so wird Maschinerie etc.
eingeführt und wieder Surpluspopulation (relative) auf dem Land erzeugt.
(Vide? England.) Der Mehrwert kann gesteigert werden, obgleich weder
die Arbeitszeit verlängert, noch die Produktivkraft der Arbeit entwickelt
wird, nämlich durch Herabdrücken des Arbeitslohns unter sein traditio-
nelles Niveau. Und dies in der Tat der Fall überall, wo die Agrikultur-
produktion kapitalistisch betrieben wird. Wo es nicht mit der Maschine
geht, geht es mit Umwandlung des Landes in Schafweide. Hier wäre also
schon die Möglichkeit der Grundrente, weil faktisch der Lohn der
Agrikulturarbeiter nicht gleich dem Durchschnittslohn. Diese Möglichkeit
der Grundrente wäre ganz unabhängig vom Preis des Produkts, der gleich
seinem Wert.

Das zweite Steigen der Grundrente, weil sie auf mehr Produkt zum
selben Preis erhoben wird, kennt Ricardo auch, rechnet es® aber nicht, da
er auf das qr. die Grundrente mißt, nicht auf den acre. Er würde nicht
sagen, daß die Grundrente gestiegen (und in dieser Art kann die Grund-
rente steigen mit Fallen des Preises), weil 20 qrs. X2 sh. mehr ist als
10 x 2 oder lO grs. x 3 sh.

Übrigens, wie immer die Grundrente selbst erklärt wird, bleibt der
bedeutende Unterschied mit der Industrie, daß hier ein Übermehrwert,
surplus value, durch wohlfeilre, dort durch mehr teure Produktion ent-
steht. Ist der Durchschnittspreis eines Ib. Twist = 2 sh., und kann ich es
zu I sh. produzieren, so verkaufe ich notwendig, um Markt zu gewinnen,
zu I!/; sh., wenigstens unter 2 sh. Dies ist sogar absolut notwendig. Denn
die wohlfeilre Produktion setzt Produktion auf größrer Stufenleiter

1 In der Handschrift rechts neben diesen Abschnitt buchstabenweise untereinanderge-
schrieben: Profit - ? Siehe - ® in der Handschrift: sie

voraus. Ich überfülle also den Markt relativ gegen früher. Ich muß mehr
verkaufen als früher. Obgleich ein Ib. Twist nur 1 sh. kostet, so dies nur
der Fall, wenn ich etwa 10 000 Ibs. produziere, wo früher 8000. Die Wohl-
feilheit kommt nur heraus, weil das capital fixe sich über 10 000 Ibs. verteilt.
Verkaufte ich nur 8000, so würde das d&chet! der Maschinerie schon um
1/,. = 20p.c. den Preis des einzelnen Ib. erhöhen. Ich verkaufe also unter
2 sh., um 10.000 Ibs. verkaufen zu können. Ich nehme dabei immer noch
einen Surplusprofit von 6.d., also von 50 p.c. auf den Wert meines Pro-
dukts = 1 sh., der schon den gewöhnlichen Profit einschließt. Jedenfalls
forciere ich dadurch den Marktpreis herab, und das Resultat ist, daß der
Konsument überhaupt das Produkt wohlfeiler erhält. Aber in der Agri-
kultur verkaufe ich zu 2 sh., da, wenn mein fruchtbarer Boden genügte, der
minder fruchtbare nicht bebaut würde. Vermehrte sich natürlich der
fruchtbare Boden so, oder die Fruchtbarkeit armen Bodens, daß ich der
Nachfrage genügen könnte, so hörte der Witz auf. Das leugnet Ricardo
nicht nur nicht, sondern hebt es ausdrücklich hervor.

Also zugegeben, daß die Grundrente selbst nicht - sondern nur die
Differenz in den Grundrenten - sich aus der verschiednen Fruchtbarkeit
des Bodens erklärt, so bleibt das Gesetz, daß, während im Durchschnitt
in der Industrie der Surplusprofit in Verwohlfeilerung des Produkts, in
der Agrikultur die relative Größe der Rente nicht nur aus relativer Ver-
teurung (Erhöhung des Preises des Produkts des fruchtbaren Bodens über
seinen Wert), sondern aus Verkauf des wohlfeilen Produkts zu den Kosten
des teureren entsteht. Dies ist aber, wie ich schon gezeigt (Proudhon)'?",
bloßes Gesetz der Konkurrenz, was nicht aus der „Erde“, sondern aus der
„kapitalistischen Produktion“ selbst stammt.

Ferner behielte Ricardo in einem andren Punkt recht, nur daß er ein
historisches Phänomen in Weise der Ökonomen in ein ewiges Gesetz ver-
wandelt. Dies historische Phänomen ist die relativ raschre Entwicklung der
Manufaktur (des eigentlich bürgerlichen Industriezweigs) im Gegensatz
zur Agrikultur. Letztre ist produktiver geworden, aber nicht im Verhältnis
wie die Industrie produktiver geworden ist. Wo jene um 10, hat sich ihre
Produktivität vielleicht um 2 vergrößert. Sie ist also relativ unproduktiver
geworden, obgleich positiv produktiver. Dies beweist bloß die höchst
queere? Entwicklung der bürgerlichen Produktion und die ihr inhärenten
Widersprüche, verhindert aber nicht die Richtigkeit des Satzes, daß die
Agrikultur relativ unproduktiver wird, also verhältnismäßig zum Industrie-

1 der Verschleiß - ? eigentümliche

produkt der Wert des Agrikulturprodukts steigt und damit die Grund-
rente. Daß die Agrikulturarbeit in dem Entwicklungsgrade der kapitalisti-
schen Produktion relativ unproduktiver geworden ist als die Industrie-
arbeit, heißt nur, daß sich auch die Produktivität der Agrikultur nicht in
derselben Geschwindigkeit und in demselben Maße entwickelt hat.

Das Verhältnis von Industrie A zu Industrie B sei wie I: 1. Und ur-
sprünglich die Agrikultur produktiver, weil hier eine von Natur einge-
richtete Maschine, nicht nisr Naturkräfte, mitwirken; der einzelne Arbeiter
sofort mit einer Maschine arbeitet. In der antiken Zeit und [im] Mittelalter
daher die Agrikulturprodukte relativ viel wohlfeiler als die Industriepro-
dukte, was schon daraus hervorgeht (sieh Wade), welches Verhältnis beide
im Durchschnittsarbeitslohn einnehmen.

1°:1° zeige zugleich die Fruchtbarkeit beider [Industrien] an. Wird
nun Industrie A = 10°, verzehnfacht sich ihre Fruchtbarkeit, dagegen
Industrie B verdreifacht sich nur, = 3°, so verhalten sich beide Industrien,
früher = 1: 1, jetzt = 10:3 oder wie 1: */io. Relativ hat die Fruchtbar-
keit von Industrie B um ?/,, abgenommen, obgleich sie um das 3fache
absolut gestiegen ist. Für die höchste Rente dasselbe - relativ zur Indu-
strie -, als wäre sie dadurch gewachsen, daß der schlechteste Grund und
Boden um ?7/,, unfruchtbarer geworden.

Es folgt daher nun zwar keineswegs, wie Ricard[o] meint, daß die Pro-
fitrate gefallen, weil der Arbeitslohn infolge der relativen Verteurung der
Agrikulturprodukte 1447] gestiegen, denn der Durchschnittsarbeitslohn
ist bestimmt nicht durch den relativen, sondern durch den absoluten Wert
der Produkte, die in ihn eingehn. Aber es folgt daraus allerdings, daß die
Profitrate (eigentlich die Rate des Mehrwerts) nicht in dem Verhältnis ge-
stiegen ist, worin die Produktivkraft der Manufakturindustrie stieg, und
zwar infolge der relativ größren Unfruchtbarkeit der Agrikultur (nicht des
Bodens). Und dies ist absolut gewiß. Das Herabsetzen der notwendigen
Arbeitszeit erscheint gering im Vergleich mit dem Fortschritt der Industrie.
Es zeigt sich dies darin, daß Länder wie Rußland etc. England in den
Agrikulturprodukten schlagen können. Der geringere Wert des Geldes in
reichren Ländern (d.h. die geringen relativen Produktionskosten des Gel-
des für reichre Länder) fällt hier gar nicht in die Waagschale. Denn es fragt
sich eben, warum er die Industrieprodukte nicht in ihrer Konkurrenz mit
ärmren Ländern affiziert, wohl aber ihre Agrikulturprodukte. (Übrigens
beweist dies nicht, daß arme Länder wohlfeiler produzieren, daß ihre
Agrikulturarbeit produktiver ist. Selbst in den Ulnited] St[ates], wie
kürzlich durch statistische Nachweisungen bewiesen, hat zwar die Masse des

Weizens zu einem gegebnen Preis zugenommen, aber nicht weil ein acre
mehr geliefert, sondern weil mehr acres bebaut worden sind. Wo viel Land
en masse ist und große Strecken, oberflächlich bebaut, mit derselben Arbeit
ein absolut größres Produkt geben, als viel kleinre Strecken in dem fort-
geschrittnern Land, kann man nicht sagen, daß der Boden produktiver!
ist.)

Das Fortschreiten zu unproduktivrem Boden beweist nicht notwendig,
daß die Agrikultur unproduktiver geworden ist. Umgekehrt kann es be-
weisen, daß sie produktiver geworden ist, daß der unfruchtbare Boden
nicht [nur] bebaut wird, weil die Preise des Agrikulturprodukts hoch genug
gestiegen, um die Kapitalanlage zu ersetzen, sondern auch umgekehrt, daß
die Produktionsmittel sich so weit entwickelt haben, daß der unproduktive
Boden „produktiv“ geworden ist und fähig, nicht nur den gewöhnlichen
Profit, sondern auch die Grundrente zu zahlen. Was fruchtbar für eine
[gegebene] Entwicklung der Produktivkraft, ist unfruchtbar für eine
niedrigre.

In der Agrikultur ist die absolute Verlängerung der Arbeitszeit — also
die Vergrößrung des absoluten Mehrwerts - nur in geringem Grad zu-
lässig. In der Agrikultur kann nicht bei Gasbeleuchtung gearbeitet werden
etc. Allerdings kann im Sommer und Frühling früh aufgestanden werden.
Dies aber kompensiert sich durch die kürzern Tage des Winters, wo
überhaupt nur eine relativ geringe Masse Arbeit vollzogen werden kann.
In dieser Hinsicht ist also der absolute Mehrwert größer in der Industrie,
wenn nicht der Normalarbeitstag durch gesetzlichen Zwang reguliert wird.
Die lange Periode, worin das Produkt im Produktionsprozeß verharrt, ohne
daß Arbeit auf es angewandt wird, ist ein zweiter Grund der geringern
Masse des Mehrwerts, der in der Agrikultur geschaffen wird. Mit Ausnahme
einiger Zweige in der Agrikultur, wie Viehzucht, Schafweide usw., wo die
Bevölkerung absolut verdrängt wird, ist dagegen - selbst in der fort-
geschrittensten großen Agrikultur - das Verhältnis der angewandten Men-
schenmasse im Verhältnis zum angewandten konstanten Kapital immer
noch größer, bei weitem, als in der Industrie, wenigstens in den herrschen-
den Industriezweigen. Daher nach dieser Seite, selbst wenn aus den an-
gegebnen Gründen die Masse des Mehrwerts relativ kleiner ist, als sie bei
Anwendung derselben Menschenzahl in der Industrie - welch letzterer
Umstand zum Teil wieder paralysiert wird durch das Sinken des Arbeits-
lohns unter sein Durchschnittsniveau -, kann die Profitrate größer sein als

2 In der Handschrift: unproduktiver

in der Industrie. Sind aber in der Ägrikultur irgendwelche Gründe vor-
handen (wir deuten das Obige nur an), die Profitrate zu erhöhn (nicht tem-
porär, sondern durchschnittlich im Vergleich zur Industrie), so brächte es
die bloße Existenz der landlords mit sich, daß dieser Surplusprofit - statt
in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate einzugehn - sich konsoli-
dierte und dem landlord zufiele.

[2. Die Profitrate in ihrem Verhältnis zur Mehrwertrate.
Der Wert des landwirtschaftlichen Rohmaterials
als Element des konstanten Kapitals in der Landwirtschaft|

Allgemein gestellt ist die Frage, die bei Rfodbertus] zu beantworten, die:
Die allgemeine Form des vorgeschoßnen Kapitals ist:

capital constant capital variable
Maschinerie - Rohmaterial Arbeitslohn!.

Die zwei Elemente des konstanten? Kapitals allgemein gleich Arbeitsmittel
und Arbeitsgegenstand. Der letztre braucht nicht Ware, nicht Produkt
der Arbeit zu sein. Er kann also als Element des Kapitals nicht existieren,
obgleich er als Element des Arbeitsprozesses stets existiert. Die Erde ist das
Rohmaterial des Ackerbauers, die Mine das des Kohlenmanns, das Wasser
das des Fischers und der Wald selbst das des Jägers!®!. Die vollständigste
Form des Kapitals ist aber, wenn jene 3 Elemente des Arbeitsprozesses
auch als 3 Elemente des Kapitals existieren, d.h., wenn sie alle 3 Ware
sind, Gebrauchswerte, die einen Tauschwert haben und Produkt der Arbeit
sind. In diesem Fall gehn auch alle 3 Elemente in den Verwertungsprozeß
ein, obgleich die Maschinerie nicht in dem Umfang, worin sie in den
Arbeitsprozeß eingeht, sondern nur in dem Maß, worin sie von ihm konsu-
miert wird.

Die Frage ist nun die: Kann das Wegfallen eines dieser Elemente die
Profitrate (nicht die Mehrwertsrate) in dem Industriezweig vermehren, wor-
in es wegfällt? Allgemein antwortet darauf die Formel selbst:

Profitrate ist gleich dem Verhältnis des Mehrwerts zur Gesamtsumme
des vorgeschoßnen Kapitals.

Die ganze Untersuchung wird gemacht unter der Voraussetzung, daß

2 In der Handschrift mit Bleistift geändert in: Arbeitskraft - ® in der Handschrift:
variablen

die Rate des Mehrwerts unverändert bleibt, i.e. die Teilung des Werts des
Produkts zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter. -
[448] Die Rate des Mehrwerts = 2 die Rate des Profits
- v : c+v
Da m’, die Rate des Mehrwerts, gegeben ist, ist v gegeben und = als

72

m
konstante Größe vorausgesetzt. Also kann Eee

+v
wenn c + v sich ändert, und da v gegeben ist, kann diese nur wachsen oder
m

nur die Größe wechseln,

abnehmen, weil c abnimmt oder wächst. Und zwar wird wachsen

j c+v
oder abnehmen, nicht im Verhältnis von c:v, sondern im Verhältnis wie

m m
<ry y. Oder

die Profitrate in diesem Falle gleich der Rate des Mehrwerts, und dies ist
ihr höchstmöglicher Ausdruck, da durch keine Form der Berechnung m
‘und v ihre Größe verändern können. Wenn v = 100 und m = 50, so

m 50

„"-m”3” 50 p.c. Käme.nun ein capital constant von 100 hinzu, so

die Profitrate = 1% 0” u — ; =25p.c. Die Profitrate hätte um
die Hälfte abgenommen. Kämen 150[c] zu 100[v] hinzu, so die Profitrate
= 16 10m =7075- 20 p.c. Im ersten Fall ist das Gesamtkapii-
tal = v, = dem variablen Kapital, daher die Profitrate = der Rate des
Mehrwerts. Im zweiten Fall ist das Gesamtkapital = 2 x v, daher die Pro-
fitrate nur mehr halb so groß als die Rate des Mehrwerts. Im dritten Fall

“ist das Gesamtkapital = 2!/, x 100 = 2!/,xv = °/, X v. vist nur noch ?/,
des Gesamtkapitals. Der Mehrwert! ist = !/, von v, '/, von 100, ist daher
nur !/, von ?/, des Gesamtkapitals = ?/j, des Gesamtkapitals. 25%/,, = 25
und ?/,, von 250 = 50. ?/,o sind aber = 20 p.c.?

ee ; ; m
Soviel steht also von vornherein fest. Bleibt v unverändert und — ‚so

c sich zur Summe von c + v verhält. Wäre c = 0), so

ist es ganz gleichgültig, wie die Größe von c gebildet wird. Ist c von
bestimmter Größe, z.B. = 100, so ist es ganz gleichgültig, ob es sich
zerlegt in 50 Rohmaterial und 50 Maschinerie oder in 10 Rohmaterial und

1 In der Handschrift: Die Rate des Mehrwerts - ? in der Handschrift links auf den Rand

buchstabenweise untereinandergeschrieben: Profit

90 Maschinerie oder in 0 Rohmaterial und 100 Maschinerie oder umgekehrt,

denn es ist das Verhältnis von ‚ welches die Profitrate bestimmt!?; wie

m
c+v
sich die Produktionselemente, aus denen c besteht, als Wertteile zu ganz c
verhalten, ist hierbei gleichgültig. Z.B. in der Kohlenproduktion mag
man das Rohmaterial (mit Abzug der Kohle, die selbst wieder als mati£re
instrumentale? dient) = 0 setzen und annehmen, daß das ganze kon-
stante Kapital aus Maschinerie (Baulichkeiten, Arbeitsinstrumente ein-
geschlossen) besteht. Andrerseits mag bei einem Schneider die Maschine-
rie = () gesetzt werden (namentlich, wo die ‚großen Schneider noch keine
Nähmaschine anwenden und andrerseits, wie jetzt zum Teil in London,
selbst die Gebäulichkeit sparen, indem sie ihre Arbeiter als outdoor la-
bourers® arbeiten lassen. Es ist dies ein Neues, worin die zweite Teilung der
Arbeit in der Form der ersten wieder erscheint!*)) und das ganze konstante
Kapital in Rohmaterial aufgelöst werden. Wendet der Kohlenmann 1000
in Maschinerie und 1000 in Lohnarbeit an, ditto der Schneider 1000 in
Rohmaterial und 1000 in Lohnarbeit, so ist, bei gleicher Rate des Mehr-
werts, die Rate des Profits in beiden Fällen gleich. Nehmen [wir] an, der
Mehrwert sei = 20 p.c., so wäre die Profitrate = I0 p.c. in beiden Fällen,
nämlich = 29,500 = 20 = Yin = 10 p.c. Wenn also das Verhältnis der
Bestandteile von c, Rohmaterial und Maschinerie, einen Einfluß auf die
Profitrate ausüben soll, so ist dies nur in 2 Fällen möglich: 1. wenn durch
den Wechsel in diesem Verhältnis die absolute Größe von c modifiziert
wird; 2. wenn durch dies Verhältnis der Bestandteil von c die Größe von v
modifiziert wird. Es müßten hier organische changes? in der Produktion
selbst herauskommen, nicht der bloß identische Satz, daß, wenn ein be-
stimmter Teil von c einen kleinren, der andre einen größren Teil der ganzen
Summe ausmachen muß.

In der real bill? eines english farmers wages® = 1690 I., manure’ = 686,
seed® = 150, grains for cows? = 100. Also 936 I. für „Rohmaterial“, mehr
als die Hälfte der wages. (Sieh Newman, F.W. „Lectures on Pol. Ec.“,
Lond. 1851, p. 166.)

„In Flandern“ (belgischen) „werden in diese Gegenden Dung und Heu von Holland
eingeführt“ (für den Flachsbau etc. Dagegen führen sie aus Flachs, linseed® etc.). „Der
Kehricht in den holländischen Städten ist ein Gegenstand des Handels und wird regel-
mäßig zu hohen Preisen nach Belgien verkauft. Ungefähr 20 Meilen von Antwerpen,
die Schelde aufwärts, kann man Behälter für den Dünger sehen, der von Holland

1 In der Handschrift: besteht - ? Hilfsstoff — ? Heimarbeiter - * Veränderungen -° wirk-
lichen Bilanz -® Löhne -° Dünger -® Saatgut - ? Futtergetreide - " Leinsamen

gebracht wird. Der Handel wird von einer Kapitalistengesellschaft auf holländischen
Booten betrieben“ usw. (Banfield).

So ist selbst der Dünger, der ordinäre Mist, Handelsartikel geworden,
und nun gar Knochenmehl, Guano, Pottasche etc. Es ist nicht nur der
formelle Wechsel in der Produktion, daß das Element der Produktion ge-
schätzt wird in Geld. Es werden dem Boden neue Stoffe zugeführt und
seine alten verkauft aus produktiven Gründen. Es ist auch hier kein bloß
formeller Unterschied zwischen der kapitalistischen und der frühren Pro-
duktionsweise. Der Samenhandel selbst ist wichtiger geworden in dem
Maße, wie man Einsicht erhielt in die Wichtigkeit des Samenwechsels. Es
wäre also von der eigentlichen Agrikultur lächerlich zu sagen, daß kein
„Rohstoff“ - und zwar Rohstoff als Ware - in sie eingeht, sei es nun, daß
sie denselben selbst reproduziert oder als Ware einkauft, von außen be-
zieht. Es wäre ebenso lächerlich zu sagen, daß für den maschinenbauenden
Maschinisten 449] die Maschine, die er selbst braucht, nicht als Wert-
element in sein Kapital eingeht.

Ein deutscher Bauer, der jahraus, jahrein seine Produktionselemente
selbst erzeugt, Samen, Düngmittel etc., und einen Teil seines Getreides
selbst mit seiner Familie aufißt, hat Geldausgaben (für die Produktion
selbst) nur für seine paar Ackerwerkzeuge und Arbeitslohn. Gesetzt, der
Wert aller seiner Auslagen sei = 100 [, davon sei die Hälfte mit Geld zu
bezahlen]. Er konsumiert die Hälfte [des Produkts] in natura (Produktions-
kosten). Die andre Hälfte verkauft er und löst, sage 100. Sein Bruttoein-
kommen dann = 100. Und wenn er dies auf das Kapital von 50 berechnet,
sind das 100 p.c. [Profit]. Geht nun !/; von den 50 für Rente ab und !/z für
Steuern (zusammen 331/5), so blieben ihm 16°/,, was auf 50 = 33!/, p.c.
ist. In der Tat hatte er aber nur 16°/3 p.c. [von den ausgelegten 100]. Der
Bauer hatte einfach falsch gerechnet und sich selbst geprellt. Dergleichen
Rechnungsfehler kommen bei einem kapitalistischen farmer nicht vor.

In dem Metairievertrag (in [der Provinz] Berry z.B.), sagt Mathieu de
Dombasle, „Annales agricoles“ etc., Paris 1828, (4te livraison):

„Der Grundeigentümer liefert den Boden, die Baulichkeiten und gewöhnlich ganz
oder zum Teil Vieh und die zum Betrieb notwendigen Geräte; der Pächter seinerseits
liefert seine Arbeit und nichts oder fast nichts anderes. Die Produkte des Bodens werden
zu gleichen Teilen geteilt.“ (p.301.) „Die Teilpächter sind in der Regel im Elend ver-
sunkene Leute.“ (p.302.) „Wenn der Halbpächter durch eine Auslage von 1000 frs.
einen Zuwachs des Bruttoprodukts von 1500 frs. erhielt“ (also 500 frs. Bruttogewinn),
„muß er zur Hälfte teilen mit dem Grundeigentümer, zieht also 750, verliert also 250 frs.

von seinen Auslagen.“ (p.304.) „Unter dem früheren Anbausystem wurden die Aus-
gaben oder die Kosten der Produktion fast ausschließlich aus den Produkten selbst in
natura gezogen für den Konsum des Viehs, des Bodenbebauers und seiner Familie; es
wurde fast gar kein Bargeld ausgegeben. Nur dieser Umstand konnte zu dem Glauben
Veranlassung geben, der. Grundeigentümer und der Pächter könnten den ganzen Er-
trag der Ernte, der nicht während der Produktion konsumiert wurde, unter sich teilen;
aber dieser Prozeß nur anwendbar auf diese Art der Landwirtschaft, d.h. der kümmer-
lichen Landwirtschaft; aber sobald man eine Verbesserung der Agrikultur anbringen
will, merkt man, daß dies nur möglich durch irgendwelche Vorschüsse, deren Betrag
man vom Bruttoprodukt abziehen muß, um sie für die Produktion des folgenden Jahres
anwenden zu können. Jede Teilung wird daher zu einem unüberwindlichen Hemmnis
jeder Verbesserung.“ (l.c. p. 307.)

B. Wert und Durchschnittspreis!® in der Landwirtschaft.
‚Absolute Rente]

[a) Ausgleichung der Profitrate in der Industrie]

Herr Rfodbertus] scheint sich überhaupt die Regulierung eines Nor-
malprofits oder Durchschnittsprofits oder allgemeiner Profitrate durch die
Konkurrenz so zu denken, daß die Konkurrenz die Waren auf ihre wirk-
lichen Werte reduziert, d.h. also ihre Preisverhältnisse so reguliert, daß sich
in Geld, oder welches sonst der Maßstab des Werts, die korrelativen Quan-
titäten Arbeitszeit darstellen, die in den verschiednen Waren realisiert sind.
Es geschieht dies natürlich nicht dadurch, daß der Preis einer Ware jemals
in irgendeinem gegebnen Moment gleich ihrem Wert ist oder ihm gleich
zu sein braucht. [Nach Rodbertus geht das so vor sich:] Z.B. der Preis der
Ware A steigt über ihren Wert, und zwar so, daß er für eine Zeitlang sich
befestigt auf diesem Höhepunkt oder auch fortwährend steigt. Der Profit
von A erhebt sich damit über den Durchschnittsprofit, indem er nicht nur,
seine eigne „unbezahlte“ Arbeitszeit aneignet, sondern sich auch einen Teil
der unbezahlten Arbeitszeit aneignet, die andre Kapitalisten „produziert“
haben. Es muß dies als Sinken des Profits - bei gleichbleibendem Geld-
preis der andren Waren - in einer oder der andren Produktionssphäre sich
ergänzen. Geht die Ware ein als allgemeines Lebensmittel in den Konsum der
Arbeiter, so würde sie die Profitrate in allen andren Branchen sinken machen;
geht sie als Teil des capital constant ein, so macht sie die Profitrate in den
Produktionssphären sinken, wo sie ein Element des capital constant bildet.

Der letzte mögliche Fall wäre, daß sie weder als Element in irgendein
konstantes Kapital eingeht, noch notwendiges Lebensmittel der Arbeiter

2*

bildet (denn die Waren, die der Arbeiter kaufen kann oder nicht, nach seiner
Willkür, verzehrt er als Konsument überhaupt, nicht als Arbeiter), sondern
Konsumüonsartikel, Gegenstand der individuellen Konsumtion über-
haupt. Geht die Ware als Konsumtionsartikel in den Konsum des indu-
striellen Kapitalisten selbst ein, so würde ihre Preiserhöhung in keiner
Weise die Summe des Mehrwerts oder die Rate des Mehrwerts berühren.
Wollte der Kapitalist aber seinen alten standard of Konsumtion beibehal-
ten, so würde der Teil des Profits (Mehrwerts), den er auf individuelle Kon-
sumtion verwendet, steigen im Verhältnis zu dem, den er auf industrielle
Reproduktion verwendet. Der letztere würde also fallen. So würde die Profit-
masse in einem bestimmten Zeitraum (als auch durch die Reproduktion
bestimmt) fallen in B, C etc. infolge des Steigens der Preise in A oder des
Steigens des Profits in A über seine Durchschnittsrate. Ginge der Ar-
tikel A ausschließlich in die Konsumtion nicht industrieller Kapitalisten
ein, so würden sie mehr in Ware A, als in den Waren B, C etc. - verglichen
mit früher - konsumieren. Die Nachfrage für die Waren B, C etc. nähme
ab; ihr Preis würde fallen, und in diesem case! hätte das Steigen des Preises
von A oder die Hebung des Pronis A über die Durchschnittsrate, ein Fallen
des Profits unter die Durchschnittsrate in B, C etc. dadurch bewirkt (im
Unterschied von den bisherigen Fällen, wo die Geldpreise von B, C etc.
 unverändert blieben), daß es die Geldpreise von B, C herabgedrückt
hätte. Kapitalien aus B, C etc., wo die Profitrate unter das Niveau gesunken,
würden aus ihrer eignen Produktionssphäre aus- und in die Produktions-
sphäre A einwandern; namentlich wäre das aber mit einem Teil des be-
ständig neu auf dem Markt erscheinenden capital der Fall, das sich natür-
lich besonders nach der profitlichren Sphäre A drängen würde. Infolge
hiervon würde Preis von Artikel A nach einiger Zeit unter seinen Wert fal-
len und für längre oder kürzre Zeit fortfahren, darunter zu sinken, bis die
‚entgegengesetzte Bewegung wieder einträte. In den Sphären B, C etc. fände
das umgekehrte Phänomen statt, teils infolge der verringerten Zufuhr der
Artikel B, C etc., infolge des ausgewanderten Kapitals, also teils infolge der
in diesen Sphären selbst vorgehenden organischen changes, teils aber in-
folge der Veränderungen, die in A vorgegangen sind und die nun in der
entgegengesetzten Richtung auf B, C etc. einwirken.

Nebenbei bemerkt: Es ist möglich, daß bei der eben geschilderten Be-
wegung die Geldpreise von B, C etc. (der Wert des Geldes als konstant vor-
ausgesetzt) nie mehr ihre alte Höhe erreichen, obgleich die Geldpreise von

1 Fall

B, C etc, über den Wert der Waren B, C etc, folglich auch die Profitrate in
B, C etc. über die allgemeine Profitrate steigt. Es ist nicht in Zeiten, wo die
Preise über ihr Durchschnittsniveau steigen, sondern unter ihr Durch-
schnittsniveau fallen, also der Profit unter seine gewöhnliche Rate fällt, daß
Verbesserungen, Erfindungen, größre Ökonomie in den Produktionsmitteln
etc. angewandt werden. Während der Periode des Fallens der Preise von B,
C etc. kann also ihr wirklicher Wert fallen oder das Minimum der zur Pro-
duktion dieser Waren nötigen Arbeitszeit sinken. In diesem Fall kann die
Ware nur ihren alten Geldpreis wieder erhalten, wenn das Steigen ihres
Preises über ihren Wert gleich dem margin, der Differenz zwischen dem
Preis, der ihren neuen Wert ausdrückt, und dem Preis, der ihren höhern
alten Wert ausdrückte. In diesem Fall hätte der Preis der Ware ihren Wert
verändert durch Wirkung auf die Zufuhr - die Produktionskosten.

Das Resultat aber der obigen Bewegung: Den Durchschnitt genommen
von den Erhöhungen und den Senkungen des Preises der Ware über oder
unter ihren Wert oder die Periode der Ausgleichung der Höhungen und
Senkungen genommen - Perioden, die sich beständig wiederholen -, ist der
Durchschnittspreis gleich dem Wert, also auch der Durchschnittsprofit einer
bestimmten Sphäre = der allgemeinen Profitrate; denn obgleich in die-
ser Sphäre mit dem Steigen oder Fallen der Preise - oder auch mit der Ver-
mehrung oder Verminderung der Produktionskosten bei gleichbleibendem
Preis - der Profit stieg oder fiel über oder unter seine alte Rate, ist die Ware
im Durchschnitt der Periode zu ihrem Wert verkauft worden, also der ge-
machte Profit = der allgemeinen Profitrate. Dies ist die Vorstellung
A.Smiths, noch mehr Ricardos, da dieser bestimmter am wirklichen Begriff
des Werts festhält. Von ihnen nimmt sie auch Herr Rodbertus. Dennoch
ist aber diese Vorstellung falsch.

Was bewirkt die Konkurrenz der Kapitalien? Der Durchschnittspreis der
Waren während einer der Perioden der Ausgleichung ist ein solcher, daß
diese Preise in jeder Sphäre den Warenproduzenten dieselbe Profitrate,
z.B. 10 p.c. abwerfen. Was heißt das weiter? Daß der Preis jeder Ware !/;o
über dem Preis der Produktionskosten steht, die sie dem capitalist ge-
kostet, die er verausgabt, um sie zu produzieren. Es heißt dies allgemein
ausgedrückt nur, daß Kapitalien von gleicher Größe gleiche Profite liefern,
daß der Preis jeder Ware ein Zehntel höher ist als der Preis des in ihr vor-
geschoßnen, konsumierten oder dargestellten Kapitals. Nun ist es aber
ganz falsch, daß Kapitalien im Verhältnis zu ihrer Größe in den verschied-
nen Sphären denselben Mehrwert produzieren {hier ganz abgesehn davon,
ob ein Kapitalist länger arbeiten läßt als der andre, sondern der absolute

Arbeitstag gleichgesetzt für alle Sphären. Zum Teil ist der Unterschied in
den absoluten Arbeitstagen in den verschiednen Tagen ausgeglichen durch
die Intensität der Arbeit etc., zum Teil stellen die Unterschiede bloß will-
kürliche Surplusprofite vor, Ausnahmen etc.}, selbst wenn vorausgesetzt
wird, daß der absolute Arbeitstag in allen Sphären gleichgesetzt, d.h. die
Rate des Mehrwerts als gegeben vorausgesetzt wird.

Bei gleicher Größe der Kapitalien ist - unter der gemachten Voraus-
setzung — die Masse des Mehrwerts, die sie produzieren, verschieden erstens
nach dem Verhältnis ihrer organischen Bestandteile, d.h. des variablen
und konstanten Kapitals, zweitens nach ihrer Umlaufszeit, soweit sie be-
stimint ist durch das Verhältnis von fixem und zirkulierendem Kapital und
wieder [durch] die verschiednen Reproduktionsperioden der verschiednen
Sorten von capital fixe, drittens von dem Verhältnis der Dauer der eigent-
lichen Produktionsperiode im Unterschied zur Dauer der Arbeitszeit
selbst!?!, was auch eine wesentliche Differenz in dem Verhältnis von Pro-
duktions- und Zirkulationsperiode setzt. (Das erstgenannte Verhältnis
selbst, das zwischen konstantem und variablem Kapital, kann von sehr ver-
schiednen Ursachen herrühren, z.B. nur formell sein, so daß das in der
einen Sphäre bearbeitete Rohmaterial teurer ist als das in der andren be-
arbeitete, oder es kann aus der verschiednen Produktivität der Arbeit her-
rühren etc.)

Würden also die Waren zu ihren Werten verkauft oder wären die Durch-
schnittspreise der Waren gleich ihren Werten, so müßte die Profitrate in den
verschiednen Sphären durchaus verschieden sein; sie würde im einen Fall
50, in andren 40, 30, 20, 10 usw. betragen. Die Gesamtmasse der Waren
einer Sphäre A z.B., genommen während eines Jahres, wäre ihr Wert =
dem in ihr vorgeschoßnen Kapital + der in ihr enthaltnen unbezahlten
Arbeit. In der Sphäre B, C ditto. Aber dain A, B, C die enthaltne Masse
der unbezahlten Arbeit verschieden ist, z.B. in A größer als in B, in B
größer als in C, würden die Waren A ihren Produzenten vielleicht 3 M
(= Mehrwert) liefern, B=2M,C = M. Und da die Profitrate bestimmt
ist durch das Verhältnis des Mehrwerts zum vorgeschoßnen Kapital, da dies
aber nach der Voraussetzung gleich in A, B, C usw., so |s51l wären, wenn

A C
C das vorgeschoßne Kapital, die verschiednen Profitraten =3M,2M,M.
©. cc
Die Konkurrenz der Kapitalien kann also nur die Profitraten ausgleichen,
h : e M 2M 2M
indem-sie-z.B.-in-dem angeführten Falle die Profitraten = cc oc€

setzt in den Sphären A, B, C. A würde seine Ware um I M wohlfeiler und
C um IM teurer verkaufen, als ihr Wert ist. Der Durchschnittspreis
stünde in A unter und in C über dem Wert der Waren A, C.

Wie der Fall B zeigt, kann es sich allerdings ereignen, daß der Durch-
schnittspreis und der Wert einer Ware zusammenfallen. Dies ist dann der
Fall, wenn der in der Sphäre B selbst erzeugte Mehrwert gleich dem Durch-
schnittsprofit ist, sich also in dieser Sphäre die verschiednen Teile des
Kapitals so zueinander verhalten, wie sie sich verhalten, wenn wir uns die
Gesamtsumme der Kapitalien, das Kapital der Kapitalistenklassen, als eine
Größe denken, worauf der gesamte Mehrwert berechnet, gleichgültig da-
gegen, in welcher Sphäre des Gesamtkapitals er erzeugt worden ist. In die-
sem Gesamtkapital gleichen sich die Umlaufszeiten etc. aus; dies ganze
Kapital wird z.B. als in einem Jahr umgelaufen berechnet etc. Dann würde
in der Tat von diesem Gesamtkapital jedes Stück im Verhältnis zu seiner
Größe am Gesamtmehrwert partizipieren, einen aliquoten Teil desselben
beziehn. Und da jedes einzelne Kapital als shareholder! an diesem Gesamt-
kapital zu betrachten wäre, so wäre es richtig, daß erstens die Profitrate für
ihn dieselbe wie für jeden andren, [weil] gleich große Kapitalien gleich
große Profite liefern, und zweitens, was aus dem ersten von selbst folgt, daß
die Masse des Profits von der Größe des Kapitals abhängt, von der Zahl
der shares in that general capital which are owned by the capitalist?. Die
Konkurrenz der Kapitalien sucht so jedes Kapital als Stück des Gesamt-
kapitals zu behandeln und danach seine Partizipation am Mehrwert und
daher auch Profit zu regulieren. Plus ou moins? gelingt das der Konkurrenz
durch ihre Ausgleichungen. (Die Ursachen, warum sie in einzelnen Sphä-
ren auf besondre Hindernisse stößt, hier nicht zu untersuchen.) Es heißt
dies aber zu deutsch nichts, als daß die Kapitalisten das Quantum unbe-
zahlter Arbeit, das sie der Arbeiterklasse auspressen - oder die Produkte
dieses Quantums Arbeit -, bestrebt sind (dies Streben ist aber die Kon-
kurrenz), untereinander zu verteilen, nicht in dem Verhältnis, worin ein
besondres Kapital unmittelbar Surplusarbeit produziert, sondern im Ver-
hältnis, erstens, worin dies besondre Kapital einen aliquoten Teil des Ge-
samtkapitals bildet, zweitens, im Verhältnis, worin das Gesamtkapital selbst
Surplusarbeit produziert. Die Kapitalisten teilen sich brüderlich-feindlich
in die Beute der angeeigneten fremden Arbeit, so daß im Durchschnitt der
eine soviel unbezahlte Arbeit aneignet wie der andre!®.

1 Teilhaber - ? Anteile an diesem Gesamtkapital, die dem Kapitalisten gehören -°® Mehr
oder weniger

Diese Ausgleichung vollbringt die Konkurrenz durch die Regulierung
der Durchschnittspreise. In diesen Durchschnittspreisen selbst aber wird
die Ware über [ihren Wert hinauf-] oder unter ihren Wert herabgesetzt, so
daß sie keine größre Profitrate liefert als eine andre Ware. Es ist also falsch,
daß die Konkurrenz der Kapitalien dadurch eine allgemeine Profitrate her-
vorbringt, daß sie die Preise der Waren zu ihren Werten ausgleicht. Sie
bringt sie umgekehrt dadurch hervor, daß sie die Werte der Waren in Durch-
schnittspreise verwandelt, in welchen ein Teil des Mehrwerts einer Ware auf
eine andre übertragen ist! etc. Der Wert einer Ware ist = dem Quantum in
ihr enthaltner Arbeit, bezahlter -H unbezahlter. Der Durchschnittspreis
einer Ware ist = dem Quantum in ihr enthaltner bezahlter Arbeit (vergegen-
ständlichter oder lebendiger) + einer Durchschnittsquote unbezahlter
Arbeit, die nicht davon abhängt, ob sie in diesem Umfang in der Ware selbst
enthalten war oder nicht oder ob mehr oder weniger davon in dem Wert
der Ware enthalten war.

[5) Formulierung des Problems der Grundrente]

Es ist möglich - ich überlasse das einer spätren Untersuchung, die nicht
in den Gegenstand dieses Buchs gehört -, daß gewisse Produktionssphären
unter Umständen arbeiten, die sich der Reduktion ihrer Werte auf Durch-
schnittspreise im obigen Sinn widersetzen, die der Konkurrenz diesen Sieg
nicht gestatten! Wäre dies z.B. bei der Ackerbaurente der Fall oder Minen-
rente (es gibt Renten, die absolut nur aus Monopol zu erklären sind, z.B.
Wasserrente in der Lombardei, [in] Teilen von Asien, auch die Hausrente,
soweit sie Grundeigentumsrente), so folgte daraus, daß, während das Pro-
dukt aller industriellen Kapitalien auf den Durchschnittspreis erhoben oder
gesenkt wird, das der Agrikultur = ihrem Wert, der über dem Durch-
schnittspreis stünde. Wären hier Hindernisse vorhanden, wodurch mehr
von dem in dieser Produktionssphäre erzeugten Mehrwert als Eigentum
der Sphäre selbst appropriiert würde, als den Gesetzen der Konkurrenz
nach der Fall sein sollte, als verhältnismäßig zu der Quote des in diesem
Industriezweig ausgelegten Kapitals der Fall sein soll?

Wenn industrielle Kapitalien, die nicht temporär, sondern nach der
Natur ihrer Produktionssphären im Vergleich zu andren 10 oder 20 oder
30 p.c. Mehrwert mehr produzieren | als industrielle Kapitalien von
gleicher Größe in andren Produktionssphären, wenn sie, sage ich, fähig

7’ In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen

wären, der Konkurrenz gegenüber diesen Surplusmehrwert festzuhalten
und zu verhüten, daß er in die allgemeine Rechnung (Verteilung) einginge,
die die general rate of profit! bestimmt, in diesem Fall würden sich in den
Produktionssphären dieser Kapitalien 2 Einnehmer scheiden lassen, the one
who would get the general rate of profit, and the other who would get the
surplus exclusively inherent to this sphere?. Es könnte jeder Kapitalist
diesem Bevorzugten dies Surplus zahlen, abgeben, um sein Kapital hier
anzulegen, und er würde für sich selbst zurückhalten the general rate of

profit, like every other capitalist, and dependent upon the same chances?.

Wäre dies der Fall in der Agrikultur etc., so würde das Zerfallen des Mehr-
werts in Profit und Rente hier durchaus nicht anzeigen, daß Arbeit hier an
und für sich „produktiver“ ([im Sinne der Produktion] of surplus value?) ist
als in der Manufaktur; also der Erde keine Wunderkraft beizuschreiben,
was übrigens an und für sich lächerlich, da Wert = Arbeit, also Surplus-
wert unmöglich = Erde? sein kann (obgleich relativer Surpluswert ge-
schuldet sein kann der natürlichen Fruchtbarkeit des Bodens, aber auf
keinen Fall könnte hieraus höherer Preis der Erdprodukte folgen. Vielmehr
das Umgekehrte). Es würde auch nicht zu Ricardos Theorie die Zuflucht
genommen werden müssen, die an und für sich unangenehm mit dem Mal-
thusschen Dreck verknüpft, ökliche Konsequenzen hat und spezieller meiner
Lehre von dem relativen Surpluswert, wenn auch nicht theoretisch gegen-
übersteht, ihr doch praktisch einen großen Teil ihrer Bedeutung nimmt.

Der Witz bei Ricardo der: Die Grundrente (also z.B. beim Ackerbau)
kann da, wo - wie er voraussetzt - die Ägrikultur kapitalistisch betrieben
wird, [ein] farmer [da] ist, nichts sein als un exc&dant® über den general
profit”. Es ist ganz gleichgültig, ob das, was der landlord erhält, wirklich
gleich dieser Rente im ökonomisch-bürgerlichen Sinn ist. Es kann bloßer
Abzug am Arbeitslohn sein (vide® Irland) oder auch zum Teil bestehn aus
Herunterdrücken des Profits des Pächters unter das Durchschnittsniveau
des Profits. Alle diese Möglichkeiten absolut gleichgültig. Eine besondre,
charakteristische Form des Mehrwerts bildet die Rente im bürgerlichen
System nur, soweit sie Überschuß über den Profit (general?).

Wie ist das aber möglich? Die Ware Weizen gleich jeder andren wird
zu ihrem Wert verkauft, i.e. sie tauscht sich um gegen andre Waren im

1 allgemeine Profitrate - ? einer, der die allgemeine Profitrate, und ein anderer, der den
ausschließlich dieser Sphäre angehörenden Überschuß erhalten würde - ? die allgemeine
Profitrate wie jeder andere Kapitalist und angewiesen sein auf die gleichen Chancen - ? von
Mehrwert - ® in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unter-

strichen - ® ein Überschuß - ? allgemeinen Profit - ® siehe - " allgemeinen

Verhältnis zu der in ihreenthaltnen Arbeitszeit. [Dies ist die erste falsche Vor-
aussetzung, die das Problem schon schwieriger macht, künstlich. Die Waren
tauschen sich nur ausnahmsweise aus zu ihren Werten. Ihre Darchschnitts-
preise sind anders bestimmt. Vide supra.'} Der Pächter, der Weizen baut,
macht denselben Profit wie alle andren Kapitalisten. Dies beweist, daß er,
wie alle andren, die seinen Arbeitern nicht bezahlte Arbeitszeit sich an-
eignet. Woher also noch die Rente? Sie muß Arbeitszeit darstellen. Warum
sollte die Surplusarbeit in der Agrikultur in Profit und Rente zerfallen,
während sie” in der Industrie nur gleich Profit? Und wie dies überhaupt
möglich, wenn der Profit in der Agrikultur = dem Profit in jeder andren
Produktionssphäre? {Die schlechten Vorstellungen Riclardols von Profit
und das unmittelbare Zusammenwerfen davon mit Mehrwert hier auch
schädlich. Erschweren ihm die Sache.}

Ric[ardo] löst die Schwierigkeit, indem er sie in principle? [als] nicht vor-
handen unterstellt {und dies ist in der Tat die einzige Art, eine Schwierigkeit
prinzipiell zu lösen. Nur kann es doppelt geschehn. Entweder daß man
zeigt, daß der Widerspruch gegen das principle ein Schein ist, ein Schein,
der aus der Entwicklung der Sache selbst hervorgeht. Oder indem man die
Schwierigkeit, wie Rlicardo] tut, an einem Punkt wegleugnet, dies dann als
Ausgangspunkt nimmt, von wo aus man ihr Dasein an einem andern Punkt
erklären kann}.

Er nimmt einen Punkt an, wo das Kapital [stelle sich dies nun als nicht
Grundrente zahlende oder einzelne Pacht dar oder als Teil des Grund und
Bodens einer Pacht, der keine Rente zahlt, also überhaupt allgemein in
Grund und Bodenkultur angelegtes Kapital, das keine Rente zahlt} des
Pächters gleich dem jedes andren nur Profit zahlt. Dies ist sogar der Aus-
gangspunkt und kann auch so ausgedrückt werden: Ursprünglich zahlt
das Kapital des Pächters nur Profit {obgleich diese falsch-historische Form
unwesentlich und in andren „Gesetzen“ allen bürgerlichen Ökonomen
gemein}, keine Grundrente. Es unterscheidet sich nicht von jedem andren
industriellen Kapital. Die Rente kommt erst herein, weil die Nachfrage
nach Korn steigt und nun im Unterschied zu andren Industriezweigen zu
„minder“ fruchtbarem Boden geflüchtet werden muß. Durch das Steigen
der Lebensmittel leidet der farmer (der supposed* Urfarmer) wie jeder
andre industrielle Kapitalist, insofern er seinen Arbeitern auch mehr
zahlen muß. Er gewinnt aber durch das Steigen des Preises seiner Ware
über ihren Wert, soweit erstens andre Waren, die in sein capital constant

2 Siehe oben. - ? in der Handschrift: es - ? im Prinzip - * vorausgesetzte

eingehn, im relativen Wert gegen seine Ware fallen, er sie also wohlfeiler
kauft, zweitens, soweit er seinen Surpluswert in der teureren Ware besitzt.
Also der Profit dieses Pächters steigt über die Durchschnittsrate des Profits,
die aber gefallen ist. Hence! geht ein andrer Kapitalist auf den schlechtren
Boden Nr. II, der bei dieser geringren Profitrate Produkt zu dem Preis von
I liefern kann oder vielleicht noch etwas billiger. Wie dem auch sei, jetzt
haben wir wieder auf ]]453] II das normale Verhältnis, daß der Mehrwert
sich bloß in Profit auflöst; aber wir haben die Rente erklärt für I und zwar
dadurch, daß ein doppelter Produktionspreis besteht, der Produktionspreis
von I], [der] aber zugleich der Marktpreis von ] ist. Ganz wie bei der
Fabrikware, die unter günstigren Umständen produziert wird, ein tempo-
rärer surplus gain?. Der Weizenpreis, der außer dem Profit noch Rente ein-
schließt, besteht zwar auch nur aus vergegenständlichter Arbeit, ist gleich
seinem Wert, aber nicht gleich dem in ihm selbst enthaltnen Wert, sondern
gleich dem Wert von II. Zwei Marktpreise unmöglich. {Während Ricardo
den Pächter II damit einführt, daß die Profitrate gefallen, läßt Stirling ihn
eintreten, weil der Arbeitslohn gefallen, nicht gestiegen infolge der Kom-
preise, Dieser gefallne Arbeitslohn erlaubt dem II einen [Boden] Nr. II mit
der alten Profitrate zu bearbeiten, obgleich der Boden unfruchtbarer.®!
Einmal die Existenz der Grundrente so gewonnen, ergibt sich das andre
mit Leichtigkeit. Die Differenz der Grundrenten im Verhältnis zur ver-
schiednen Fruchtbarkeit etc. bleibt natürlich richtig. Das letztre schließt an
sich nicht ein, daß zu immer schlechterem Boden fortgegangen werden muß.
Dies also Ricardos Theorie. Da der gestiegne Preis des Weizens, der dem
I einen Surplusprofit liefert, dem II nicht einmal dieselbe Profitrate wie
früher liefert, sondern eine geringre, ist es klar, daß das Produkt Nr. II mehr
Wert enthält als Produkt Nr. I, oder daß es Produkt größrer Arbeitszeit ist,
mehr Arbeitsquantum in ihm enthalten ist, also mehr Arbeitszeit geliefert
‚werden muß, um dasselbe Produkt zu fabrizieren, z.B. einen qr. Weizen.
Und das Steigen der Rente wird im Verhältnis stehn zu dieser steigenden
Unfruchtbarkeit der Erde oder dem Wachstum der Arbeitsquanta, die an-
gewandt werden müssen, um z.B. I qr. of Weizen zu produzieren. Ric[ardo]
würde natürlich nicht von „Steigen“ der Rente reden, wenn bloß die Quar-
terzahl, wovon Rente gezahlt wird, steigt, sondern wenn dasselbe eine qr.
z.B. von 30 sh. auf 60 sh. steigt. Er vergißt allerdings manchmal, daß die
absolute Größe der Rente wachsen kann bei gesunkner Rate der Rente, wie der
absolute amount of profit° wachsen kann with a decreasing rate of profit*.

1 Daher - ? Übergewinn -3 die absolute Masse des Profits - * bei einer sinkenden Profitrate
(in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen)

Andre suchen die Schwierigkeit zu umgehn (Carey £.i.!), indem sie
direkt in andrer Art die Schwierigkeit wegleugnen. Die Grundrente ist bloß
Zins für das der Erde früher einverleibte Kapital?. Also auch nur a form of
profit?. Hier wird also die Existenz der Grundrente geleugnet, womit sie in
der Tat wegerklärt ist.

Andre, z.B. Buchanan, betrachten sie als bloße Folge des Monopols®.
Sieh auch Hopkins?. Hier ist sie bloße surcharge® über den Wert hinaus.

Bei Herrn Opdyke!!!, charakteristisch for a Yankee’, wird das Grund-
eigentum oder Grundrente „the legalized reflexion of the value of capital“.*

Bei Ricardo die Untersuchung erschwert durch die zwei falschen An-
nahmen. Ricardo zwar nicht der Erfinder der Renttheorie. West und Mal-
thus hatten sie vor ihm drucken lassen. Aber source!®: Anderson. Aber was
Ricardo auszeichnet (obgleich auch bei West nicht ganz ohne richtigen Zu-
sammenhang) ist der Zusammenhang der Rente bei ihm mit seiner Wert-
theorie, Malthus, wie seine spätre Polemik mit Ricfardo] über die Rente
zeigt, hatte die von ihm adoptierte Andersonsche Theorie selbst nicht ver-
standen.} Geht man von dem richtigen Prinzip aus, daß der Wert der Waren
durch die zu ihrer Produktion nötige Arbeitszeit bestimmt ist (und daß
Wert überhaupt nichts ist als realisierte gesellschaftliche Arbeitszeit), so
folgt daraus, daß der Durchschnittspreis der Waren durch die zu ihrer Pro-
duktion nötige Arbeitszeit bestimmt ist. Dieser Schluß wäre richtig, wenn
bewiesen wäre, daß Durchschnitispreis = Wert. Nun zeige ich aber nach,
daß grade, weil der Wert der Ware durch die Arbeitszeit bestimmt ist, der
Durchschnittspreis der Waren (den einzigen Fall ausgenommen, wo die
sozusagen individuelle Profitrate in einer bes. Produktionssphäre, i.e. der
durch den in dieser Produktionssphäre selbst erzeugten Mehrwert be-
stimmte Profit, wo diese individuelle Profitrate = der Durchschnitts-
profitrate des Gesamtkapitals) nie gleich ihrem Wert sein kann, obgleich
diese Bestimmung des Durchschnittspreises nur abgeleitet ist aus dem auf‘
der Bestimmung durch die Arbeitszeit basierten Wert.

Hieraus folgt d’abord"!, daß auch Waren, deren Durchschnittspreis (if!?

*| Wie Opdyke das Grundeigentum „the legalized reflexion of the value of
capital“ nennt, so ist „capital the legalized reflexion to others people labour"®. 486||

12.B.-? vgl. vorl. Band, S. 160 sowie Band 25 unserer Ausgabe, S.609 und 635 - ® eine
Form des Profits - * siehe vorl. Band, S. 159 und 389/390 - 5 siche vorl. Band, S. 129-135 -
S hloßer Aufschlag - ? für einen Yankee - ® „der legalisierte Reflex des Kapitalwerts“ -° „Kapital
der legalisierte Reflex der Arbeit anderer Leute“ - "° Quelle- ** zunächst - 12 wenn

abgesehn von dem Wert des capital constant) sich nur in Arbeitslohn und
Profit auflöst, so daß sowohl der Arbeitslohn als der Profit auf ihrer nor-
malen Rate stehn, Durchschnittsarbeitslohn und Durchschnittsprofit sind,
über oder unter ihrem eignen Wert verkauft sein können. So wenig der
Umstand daher, daß der Mehrwert einer Ware bloß in der Rubrik des
normalen Profits sich ausdrückt, beweist, daß die Ware zu ihrem Wert ver-
kauft ist, so wenig beweist der Umstand, daß die Ware außer dem Profit
noch | eine Grundrente abwirft, daß die Ware über ihrem immanenten
Wert verkauft ist. Wenn die Durchschnittsprofitrate oder allgemeine Profit-
rate des Kapitals, die eine Ware realisiert, unter ihrer eignen durch ihren
wirklichen Mehrwert bestimmten Profitrate stehn kann, so folgt daraus,
daß, wenn Waren einer besondren Produktionssphäre außer dieser Durch-
schnittsrate des Profits noch ein zweites Quantum Mehrwert abwerfen, das
einen besondren Namen führt, also etwa Grundrente, der Profit + die
Grundrente, die Summe von Profit + Grundrente nicht größer zu sein
braucht, als der in der Ware selbst enthaltne Mehrwert ist. Da der Profit
bezahlter Arbeit, das in ihr enthalten ist, brauchen Profit + Grundrente
nicht > zu sein als der immanente Mehrwert der Ware.

Es bliebe allerdings das Phänomen zu erklären, warum solches in einer
besondren Produktionssphäre im Unterschied von andren Produktions-
sphären stattfindet. Aber das Problem wäre schon sehr erleichtert. Diese
Ware unterscheide sich von den andren dadurch: In einem Teil dieser
andren Waren steht ihr Durchschnittspreis über ihrem immanenten Wert,
aber nur, um ihre Profitrate zur allgemeinen Profitrate zu erheben; in einem
andren Teil der andren Waren steht ihr Durchschnittspreis unter ihrem
immanenten Wert, aber nur so weit als nötig, um ihre Profitrate zur all-
gemeinen Profitrate zu senken; endlich in einem dritten Teil dieser Waren
ist ihr Durchschnittspreis = ihrem immanenten Wert, aber nur, weil sie
die allgemeine Profitrate abwerfen, wenn sie zu ihrem immanenten Wert
verkauft werden. Die Ware, die Grundrente abwirft, unterscheidet sich
von allen diesen 3 Fällen. Unter allen Umständen ist der Preis, zu dem sie
verkauft wird, ein solcher, daß sie mehr als den Durchschnittsprofit - durch
die allgemeine Profitrate des Kapitals bestimmt - abwirft.

Nun fragt es sich, welcher von den 3 Fällen oder wie viele von den 3Fällen
können stattfinden? Wird in ihrem Preis der ganze in ihr enthaltne Mehrwert
realisiert? In diesem Fall schließt dies den Fall 3 der Waren aus, deren
ganzer Mehrwert in ihrem Durchschnittspreis realisiert wird, weil sie
nur so den gewöhnlichen Profit abwerfen. Dieser Fall kommt also nicht in

Betracht. Ebensowenig, unter dieser Voraussetzung der 1. Fall, daß der im
Preis der Ware realisierte Mehrwert über ihrem immanenten Mehrwert
steht. Denn es ist ja grade unterstellt, daß in ihrem Preis „der in ihr ent-
haltne Mehrwert realisiert wird“. Also der Fall analog dem Fall 2 der
Waren, in denen ihr immanenter Mehrwert höher ist als der in ihrem
‚ Durchschnittspreis realisierte Mehrwert. Wie bei diesen Waren bildet der
Profit Form dieses Mehrwerts - der durch Senkung der allgemeinen Profit-
rate gleichgesetzt ist -, hier den Profit des angelegten Kapitals. Der Über-
schuß des der Ware immanenten Mehrwerts jedoch über diesen Profit ist im
Unterschied von Ware 2 auch in diesen exzeptionellen Waren realisiert,
fällt aber einem andren Besitzer zu als dem des Kapitals, nämlich dem der
Erde, des natural agent!, Mine etc.

Oder wird ihr Preis so weit heraufgeschraubt, daß er mehr als die Durch-
schnittsprofitrate abwirft? Dies ist z.B. der case? bei eigentlichen Monopol-
preisen. Diese Annahme - bei jeder Produktionssphäre, wo Kapital und
Arbeit freely® angewandt werden können, deren Produktion, was die Masse
des angewandten Kapitals angeht, den allgemeinen Gesetzen unterworfen
ist - wäre nicht nur eine petitio principii*, sondern widerspräche direkt den
Grundlagen der Wissenschaft und der kapitalistischen Produktion, wovon
sie nur der theoretische Ausdruck ist. Denn eine solche Annahme unter-
stellte, was eben erklärt werden soll, daß in einer besondren Produktions-
sphäre der Preis der Ware mehr als die allgemeine Profitrate, mehr als den
Durchschnittsprofit abwerfen muß und zu diesem Behuf über ihrem Wert
verkauft werden muß. Sie unterstellte also, daß die Agrikulturprodukte den
allgemeinen Gesetzen des Warenwerts und der kapitalistischen Produktion
entzogen sind. Und zwar unterstellte sie dies, weil das besondre Vorkommen
der Rente neben dem Profit prima facie® einen solchen Schein hervorbringt.
Also dies absurd.

Es bleibt also nichts übrig als die Annahme, daß in dieser besondren
Produktionssphäre besondre Umstände existieren, Einflüsse, wodurch die
Preise der Waren den [ganzen] ihnen immanenten Mehrwert in ihrem
Preise realisieren, statt wie bei [Fall] 2 der andren Waren, nur so viel von
ihrem Mehrwert in ihrem Preise zu realisieren, als die allgemeine Profitrate
abwirft, statt daß ihre Durchschnittspreise so tief unter ihren Mehrwert
gesenkt werden, daß sie nur die allgemeine Profitrate abwerfen oder ihr
Durchschnittsprofit nicht größer ist als in allen andren Produktionssphären
des Kapitals.

1 natürlichen Faktors -2 Fall - ° frei - ? ein Trugschluß - ° auf den ersten Blick

Dadurch hat sich das Problem schon sehr vereinfacht. Es handelt sich
nicht mehr darum zu erklären, wie es kömmt, daß der Preis einer Ware außer
Profit auch noch Rente abwirft, also scheinbar das allgemeine Gesetz der
Werte verletzt und durch Erheben ihres Preises über ihren immanenten
Mehrwert mehr als die allgemeine Profitrate für ein Kapital von gegebner
Größe abwirft, sondern vielmehr wie es kömmt, daß diese Ware, in der
Ausgleichung der Waren zu Durchschnittspreisen, nicht so viel von ihrem
immanenten Mehrwert an andre Waren abzugeben hat, daß sie nur den
Durchschnittsprofit abwirft, sondern auch noch einen Teil ihres eignen
Mehrwerts realisiert, der ein Surplus über dem Durchschnittsprofit bildet,
so daß es daher möglich, daß ein farmer, der Kapital in dieser Produktions-
sphäre anlegt, die Ware zu solchen Preisen verkauft, daß sie ihm den ge-
wöhnlichen Profit abwirft und zugleich ihn befähigt, den realisierten Über-
schuß des Mehrwerts der Ware über diesen Profit hinaus an eine dritte
Person, den Landlord, zu zahlen.

1455| In dieser Form führt die bloße Formulierung des Problems schon
seine eigne Lösung mit sich.

[c) Privateigentum an Grund und Boden
als notwendige Bedingung für die Existenz der absoluten Rente.
Zerfallen des Mehrwerts in der Landwirtschaft in Profit und Rente]

Es ist ganz einfach das Privateigentum bestimmter Personen an Grund
und Boden, Minen, Wasser usw., das sie befähigt, den in den Waren dieser
besondren Produktionssphäre, dieser besondren Kapitalanlagen enthaltnen
Überschuß des Mehrwerts über den Profit (Durchschnittsprofit, durch die
allgemeine Rate des Profits bestimmte Profitrate) aufzufangen, abzufangen,
einzufangen und zu verhindern, einzugehn in den allgemeinen Prozeß, wo-
durch die allgemeine Profitrate gebildet wird. Ein Teil dieses Mehrwerts
wird sogar in jedem industriellen Geschäft aufgefangen, da überall für die
benutzte Bodenfläche (des Fabrikgebäudes etc., Arbeitshauses etc.) eine
Rente eingeht, indem selbst da, wo der Boden ganz frei zu haben ist, keine
Fabriken gebaut werden, außer in den schon mehr oder minder bevölkerten
und verkehrsreichen Gegenden!.

Wären die Waren, die auf dem schlechtesten bebauten? Boden gebaut
werden, gehörig zu Kategorie 3 der Waren, deren Durchschnittspreis =

z

2 In der Handschrift: Fabriken - 2 inder Handschrift: schlechtbebautesten

ihrem Wert, d.h. die ihren ganzen immanenten Mehrwert in ihrem Preis
realisieren, weil sie nur so den gewöhnlichen Profit abwerfen, so würde dieser
Grund und Boden keine Rente zahlen, und das Grundeigentum wäre hier
nur nominell. Würde hier eine Pacht bezahlt, so bewiese das nur, daß kleine
Kapitalisten, wie dies in England (siehe Newman)!!! zum Teil der Fall, zu-
frieden sind, einen Profit unter dem Durchschnittsprofit zu nehmen. Das-
selbe ist stets der Fall, wenn die Rate der Rente größer ist als die Differenz
zwischen dem immanenten Mehrwert der Ware und dem Durchschnittsprofit.
Es gibt sogar Boden, dessen Bebauung höchstens hinreicht, den Arbeits-
lohn zu zahlen, denn obgleich der Arbeiter hier seinen ganzen Arbeitstag
für sich selbst arbeitet, steht seine Arbeitszeit über der sozial notwendigen
Arbeitszeit. Sie ist so unproduktiv - relativ zu der herrschenden Produktivi-
tät .dieses Arbeitszweigs -, daß, obgleich der Mann 12 Stunden für sich
arbeitet, er kaum so viel Produkt [erzielt] als der Arbeiter unter günstigren
Produktionsbedingungen in 8 Stunden. Es ist dies dasselbe Verhältnis wie
bei dem Handweber, der mit dem power-loom! konkurrierte. Allerdings
war das Produkt dieses Handwebers = 12 Arbeitsstunden, aber es war nur
gleich 8 oder weniger sozial notwendigen Arbeitsstunden, und sein Produkt
daher nur den Wert von 8 notwendigen Arbeitsstunden. Zahlt in einem
solchen Fall ein cottier? Pacht, so ist sie bloßer Abzug an seinem notwendi-
gen Arbeitslohn und repräsentiert keinen Mehrwert, noch weniger Über-
schuß über den Durchschnittsprofit.

Nimm an, in einem Lande wie den U[nited] S[tates] sei die Anzahl der
konkurrierenden Farmer noch so gering? und die Aneignung des Grund
und Bodens noch so formell, daß jeder Raum findet, ohne Erlaubnis der
bisherigen bodenbebauenden Eigentümer oder Pächter, sein Kapital in
Grund und Bodenkultur anzulegen“. Unter solchen Umständen ist es für
längre Zeit möglich - mit Ausnahme der Ländereien, deren Situation in
volkreichen Gegenden ihnen ein Monopol gibt -, daß der Mehrwert, den der
Pächter produziert über den Durchschnittsprofit hinaus, nicht im Preis
seines Produkts sich realisiert, sondern, wie der Mehrwert aller Waren, der,
wenn er sich in ihrem Preise realisierte, ihnen einen Surplusprofit gäbe,
ihre Profitrate über die allgemeine erhöbe -, daß er ihn verteilen muß unter
die Brüder Kapitalisten. In diesem Falle würde die allgemeine Profitrate
steigen, weil der Weizen etc. gleich andren Manufakturwaren unter seinem
Wert verkauft würde. Dies Verkaufen unter dem Wert würde keine Aus-

1 Maschinenwebstuhl - ? Häusler — ® in der Handschrift: groß - * in der Handschrift:
anzunehmen ö

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 33:

nahme bilden, sondern würde vielmehr den Weizen verhindern, eine Aus-
nahme von andren Waren derselben Kategorie zu bilden.

Nimm zweitens an, in einem Land sei Boden von einer einzigen Quali-
tät, aber so, daß, wenn der ganze Mehrwert der Ware in ihrem Preise reali-
siert würde, sie den gewöhnlichen Profit dem Kapital abwerfe: In diesem
Falle würde keine Grundrente gezahlt. Dies Wegfallen der Grundrente
würde um keinen Deut die allgemeine Profitrate affizieren, sie weder erhöhn'
noch erniedrigen, so wenig es sie affiziert, daß andre nicht agriculture Pro-
dukte sich in derselben Kategorie befinden. Diese Waren befinden sich ja
grade in dieser Kategorie, weil ihr immanenter Mehrwert gleich dem Durch-
schnitisprofit ist, können also die Höhe dieses Profits nicht alterieren, dem sie.
vielmehr konform sind und auf den sie gar nicht einwirken, obgleich er auf
sie einwirkt.

Nimm drittens an, das Land bestehe nur aus einer Bodensorte, übers so
unfruchtbar, daß das darauf verwandte Kapital so unproduktiv, daß sein
Produkt zu der Sorte Waren gehörte, daß ihr Mehrwert unter dem Durch-
schnittsprofit. Der Mehrwert könnte hier natürlich (da überall der Arbeits-
lohn stiege infolge der Unproduktivität der Agrikultur) nur da höher stehn,
wo die absolute Arbeitszeit verlängert werden könnte, ferner das Roh-
material, wie Eisen etc., nicht Produkt des Ackerbodens oder auch wie
Baumwolle, Seide etc. Importartikel und Produkt eines fruchtbarern
Bodens. In diesem Fall würde der Preis der [landwirtschaftlichen] Ware
einen höhren Mehrwert als den ihr immanenten einschließen, um den
gewöhnlichen Profit abzuwerfen. Die allgemeine Profitrate würde dadurch
fallen, obgleich keine Rente existierte. Oder nimm in case 2 an, daß der
Boden sehr unproduktiv. Dann zeigte der Mehrwert dieses Agrikultur-
produkts durch seine Gleichheit mit dem Durchschnittsprofit, daß dieser
überhaupt niedrig, da in. der Agrikultur vielleicht von den 12 Arbeits-
stunden 11 nötig, um den Arbeitslohn allein zu erzeugen, der Mehrwert nur
= ] Stunde oder weniger.

1456| Diese verschiednen Fälle illustrieren das:

In dem ersten Fall ist das Wegfallen oder Fehlen der Grundrente ver-
bunden, zusammen existierend mit einer - verglichen mit andren Ländern,
wo Grundrente entwickelt ist - gestiegnen Profitrate.

Im zweiten Fall affiziert das Wegfallen oder Fehlen der Grundrente die
Profiträte gar nicht.

Im dritten Fall ist es, verglichen mit andren Ländern, wo Click
existiert, verbunden mit und indikatorisch von einer niedrigen, relativ
niedrigren allgemeinen Profitrate.

Daraus geht also hervor, daß an und für sich die Entwicklung einer be-
sondren Grundrente absolut nichts mit der Produktivität der Agrikultur-
arbeit zu tun hat, da ihr Fehlen oder Wegfallen mit einer steigenden Profit-
rate, einer gleichbleibenden und einer sinkenden verbunden sein kann.

Die Frage hier nicht: Warum in der Agrikultur etc. der Überschuß des
Mehrwerts über den Durchschnittsprofit eingefangen wird; die Frage wäre
vielmehr umgekehrt, aus welchen Gründen sollte hier das Gegenteil statt-
finden?

Mehrwert ist nichts als unbezahlte Arbeit; der Durchschnittsprofit oder
der normale Profit ist nichts als das Quantum unbezahlter Arbeit which each
capital of agiven value magnitude, is supposed to realise!; wenn es heißt, der
Durchschnittsprofit ist 10 p.c., so heißt das nichts als, auf ein Kapital von
100 kommt 10 unbezahlte Arbeit; oder vergegenständlichte Arbeit = 100
kommandiert "/,, von ihrem eignen Betrag unbezahlte Arbeit. Überschuß
des Mehrwerts über den Durchschnittsprofit heißt also, daß in einer Ware
(ihrem Preise oder dem Teil ihres Preises, der aus Mehrwert besteht) ein
Quantum unbezahlter Arbeit steckt > als das Quantum unbezahlter Arbeit,
das den Durchschnittsprofit bildet, welcher also im Durchschnittspreis der
Waren den Überschuß ihres Preises über den Preis ihrer Produktionskosten
bildet. Die Produktionskosten stellen in jeder einzelnen Ware das vor-
geschoßne Kapital und der Überschuß über diese Produktionskosten die
unbezahlte Arbeit [dar], die das vorgeschoßne Kapital kommandiert, also
auch das Verhältnis dieses Preisüberschusses über den Preis der Produktions-
kosten, die Rate, worin Kapital von gegebner Größe - das im Produk-
tionsprozeß von Waren angewandt wird - unbezahlte Arbeit kommandiert,
gleichgültig, ob die in der Ware der besondren Produktionssphäre enthaltne
unbezahlte Arbeit gleich oder nicht gleich ist dieser Rate.

Was ist es nun, das den einzelnen Kapitalisten zwingt, z.B. seine Ware
zu einem Durchschnittspreis zu verkaufen — daß dieser Durchschnittspreis
herauskommt, wird ihm angetan, ist durchaus nicht seine freie Tat. Er
würde vorziehn, die Ware über ihrem Wert zu verkaufen -, der ihm nur den
Durchschnittsprofit abwirft und ihm weniger unbezahlte Arbeit zu reali-
sieren erlaubt, als faktisch in seiner eignen Ware aufgearbeitet ist? Der
durch die Konkurrenz ausgeübte Zwang der andren Kapitalien. Jedes
Kapital von derselben Größe könnte sich ja auch in den Produktionszweig A
werfen, worin das Verhältnis der unbezahlten Arbeit zum vorgeschoßnen
Kapital, z.B. zu 100 /. größer als in den Produktionssphären B, Cetc., deren

1 das jedes Kapital von einer gegebenen Wertgröße vermutlich realisieren wird

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente. 35

Produkte aber ebenfalls in ihrem Gebrauchswert ein soziales Bedürfnis be-
friedigen, ganz so gut wie die Ware der Produktionssphäre A.

Gibt es also Produktionssphären, worin gewisse natürliche Produktions-
bedingungen, wie z.B. Ackererde, Kohlenbett, Eisenminen, Wasserfall
usw., ohne welche der Produktionsprozeß nicht ausgeübt, ohne welche die
Ware dieser Sphäre nicht produziert werden kann, sich in andren Händen
befinden, als denen der Eigentümer oder Besitzer von vergegenständlichter
Arbeit, der Kapitalisten, so sagt diese zweite Sorte von Eigentümern der
Produktionsbedingungen:

Wenn ich dir diese Produktionsbedingung zum Gebrauch überlasse, so
wirst du deinen Durchschnittsprofit machen, das normale Quantum unbe-
zahlter Arbeit dir aneignen. Aber deine Produktion gibt einen Überschuß
von Mehrwert, von unbezahlter Arbeit über die Profitrate. Diesen Über-
schuß wirfst du nicht, wie es unter euch Kapitalisten gewöhnlich ist, in eine
gemeinsame Rechnung, sondern den eigne ich mir an, der gehört mir. Der
Handel kann dir recht sein, denn dein Kapital wirft dir in dieser Produk-
tionssphäre soviel ab wie in jeder andren, und außerdem ist dies ein sehr
solider Produktionszweig. Dein Kapital wirft dir hier außer den 10 p.c.
unbezahlter Arbeit, die den Durchschnittsprofit bildet, noch 20 p.c. über-
schüssiger unbezahlter Arbeit ab. Diese zahlst du mir, und um das zu kön-
nen, schlägst du in dem Preis der Ware die 20 p.c. unbezahlter Arbeit hinzu
und verrechnest nur dieselbe nicht mit den andren Kapitalisten. Wie dein
Eigentum an einer Arbeitsbedingung - Kapital, vergegenständlichter
Arbeit - dich befähigt, dir von den Arbeitern ein bestimmtes Quantum un-
bezahlter Arbeit anzueignen, so befähigt mich mein Eigentum an der andren
Produktionsbedingung, der Erde etc., dir und der ganzen Kapitalistenklasse
den Teil unbezahlter Arbeit abzufangen, der überschüssig ist über deinen
Durchschnittsprofit. Euer Gesetz will, daß unter normalen Umständen
gleiches Kapital gleich viel unbezahlte Arbeit aneignet, und dazu könnt ihr
Kapitalisten euch 1457] untereinander durch die Konkurrenz zwingen.
Well! Ich appliziere das Gesetz eben an dir. Du sollst dir von der unbe-
zahlten Arbeit deiner Arbeiter nicht mehr aneignen, als du mit demselben
Kapital in jeder andren Produktionssphäre dir aneignen könntest. Aber
das Gesetz hat nichts zu tun mit dem Überschuß der unbezahlten Arbeit,
die du „produziertest“ über die Normalquote derselben. Wer will mich
hindern, diesen „Überschuß* mir anzueignen? Warum sollte ich, wie es
unter euch Mode ist, ihn zur Verteilung unter die Kapitalistenklasse in den
gemeinschaftlichen pot! des Kapitals werfen, damit jeder einen aliquoten

1 Topf
3*

Teil davon herausziehe, entsprechend der share!, die er am Gesamtkapital
besitzt? Ich bin nicht Kapitalist. Die Produktionsbedingung, deren Be-
nutzung ich dir überlasse, ist nicht vergegenständlichte Arbeit, sondern ein
Naturale. Könnt ihr Erde fabrizieren oder Wasser oder Minen oder Kohlen-
gruben? Quod non?. Mir gegenüber existiert also nicht das Zwangsmittel,
was dir gegenüber angewandt werden kann, um dich einen Teil der von dir
selbst ergatterten Surplusarbeit wieder ausspeien zu machen! Also her da-
mit! Das einzige, was deine Brüder Kapitalisten tun können, ist, nicht mir,
sondern dir Konkurrenz zu machen. Wenn du mir weniger Surplusprofit
zahlst als die Differenz zwischen der von dir gemachten Surpluszeit und
der dir nach dem rule? des Kapitals zukommenden Quote von Surplus-
arbeit, so werden deine Brüder Kapitalisten sich einfinden und durch ihre
Konkurrenz dich zwingen, mir fairly* zu zahlen to the fu]! amoumt ] am
empowered to squeeze from you?.

Es wäre nun zu entwickeln: I. der Übergang aus feudalem Grundeigen-
tum in.andre, kommerzielle, durch die kapitalistische Produktion regulierte
Grundrente oder anderseits der Übergang dieses feudalen Grundeigentums
in freies bäuerliches Grundeigentum; 2. wie die Grundrente entsteht in
Ländern, wie den Ufnited] S[tates], wo der Boden ursprünglich nicht an-
geeignet und wenigstens formell von vornherein bürgerliche Produktions-
weise herrscht; 3. die asiatischen Formen des Grundeigentums, die noch
existieren. Dies alles gehört nicht hierher.

Nach dieser Theorie also ist das Privateigentum an Naturobjekten, wie
Erde, Wasser, Mine etc., das Eigentum dieser Produktionsbedingungen,
dieser Naturbedingung der Produktion, nicht eine Quelle, woraus Wert
fließt, da Wert nur gleich vergegenständlichter Arbeitszeit; auch nicht die
Quelle, woraus Surplusmehrweri® fließt, d.h. ein Überschuß unbezahlter
Arbeit über die in dem Profit enthaltne unbezahlte Arbeit. Dies Eigentum
ist aber eine Quelle von Revenue. Es ist ein Titel, ein Mittel, das den Eigen-
tümer der Produktionsbedingung befähigt, in der Produktionssphäre, worin
der Gegenstand seines Eigentums als Produktionsbedingung eingeht, den
Teil der vom Kapitalisten erpreßten unbezahlten Arbeit sich anzueignen,
der sonst als Überschuß über den gewöhnlichen Profit in die Kapitalkasse
geworfen würde. Dies Eigentum ist ein Mittel, diesen Prozeß, der in den
übrigen kapitalistischen Produktionssphären stattfindet, zu verhindern und
den in dieser besondren Produktionssphäre erzeugten Mehrwert in ihr

1 dem Anteil - ? Keineswegs - ? Gesetz -* ehrlich -° den vollen Betrag, den ich aus dir
herauszupressen vermag —® in der Handschrift: Mehrwert

selbst festzuhalten, so daß er sich jetzt teilt zwischen dem Kapitalisten und
dem Grundeigentümer. Dadurch wird Grundeigentum eine Anweisung
auf unbezahlte Arbeit, Gratisarbeit, wie Kapital es ist. Und wie im Kapital
die vergegenständlichte Arbeit des Arbeiters als Macht über ihn erscheint,
so erscheint im Grundeigentum der Umstand, daß es seinen Eigentümer
befähigt, einen Teil der unbezahlten Arbeit dem Kapitalisten abzunehmen,
so, daß das Grundeigentum eine Quelle von Wert ist.

Das erklärt die moderne Grundrente, ihre Existenz. Die verschiedne
Größe der Grundrente, bei gleicher Kapitalanlage, ist nur aus der ver-
schiednen Fruchtbarkeit der Ländereien zu erklären. Die verschiedne
Größe derselben, bei gleicher Fruchtbarkeit, kann sich nur erklären aus der
verschiednen Größe der Kapitalanlage. Im ersten Fall wächst die Grundrente,
weil ihre Rate mit Bezug auf das ausgelegte Kapital (auch auf den Umfang
des Bodens) steigt. Im zweiten Fall wächst sie, weil bei gleicher oder selbst
in sich diverser Rate (im Falle die zweite Dose Kapital nicht gleich produk-
tiv) die Masse derselben wächst.

Es ist bei dieser Theorie weder nötig, daß der schlechteste Boden keine
Grundrente zahlt, noch daß er sie zahlt. Es ist ferner durchaus nicht nötig,
daß die Fruchtbarkeit der Agrikultur abnimmt, obgleich die Differenz in der
Produktivität, wenn nicht künstlich beseitigt (was möglich), viel größer ist
als in gleichen industriellen Produktionssphären. Wird von größrer oder
geringrer Fruchtbarkeit gesprochen, so handelt es sich um dasselbe Pro-
dukt. Wie sich die verschiednen Produkte zueinander verhalten, ist andre
Frage.

Die Grundrente auf den Boden selbst berechnet ist das Rental, der
amount of rent!. Sie kann steigen, ohne daß die Rate der Rente wächst.
Bleibt der Geldwert unverändert, so können die Agrikulturprodukte steigen
im relativen Wert, nicht weil die Agriikultur unfruchtbarer wird, sondern
obgleich sie fruchtbarer wird, aber nicht in demselben Verhältnis wie die
Industrie. Dagegen ist Steigen der Geldpreise der Agrikulturprodukte, bei
gleichbleibendem Wert des Geldes, nur möglich, wenn ihr Wert selbst steigt,
also die Agrikultur unfruchtbar wird (wenn nicht augenblickliche pressure
of demand upon supply? wie bei den andren Waren).

In der Baumwollindustrie ist das Rohmaterial fortwährend gefallen im
Preis mit der Entwicklung der Industrie selbst, ditto im Eisen etc., Kohlen
usw. Das Wachsen der Rente hier nur möglich, nicht weil ihre Rate stieg,
sondern weil mehr Kapital angewandt.

1 die Masse der Rente - ? augenblicklicher Druck der Nachfrage auf die Zufuhr

Ricardo meint: Die Naturmächte, wie Luft, Licht, Elektrizität, Dampf,
Wasser sind gratis, die Erde wegen ihrer Beschränkung nicht. Also ist die
Agrikultur schon deshalb unproduktiver wie andre Industrien. Wäre Boden
ebenso common unappropriated! in jedem beliebigen Quantum zu haben,
wie die andren Elemente und Naturmächte, so wäre die Produktion viel
fruchtbarer.

1458| D’abord? wäre die Erde so elementarisch zur freien Verfügung
eines jeden, so fehlte ein Hauptelement zur Bildung des Kapitals. Eine
wesentlichste Produktionsbedingung und - außer dem Menschen und
seiner Arbeit selbst - die einzig originelle Produktionsbedingung könnte
nicht entäußert, nicht angeeignet werden und so dem Arbeiter nicht als
fremdes Eigentum gegenübertreten und ihn so zum Lohnarbeiter machen.
Die Produktivität der Arbeit im Ricardoschen Sinn, d.h. im kapitalistischen,
das „Produzieren“ fremder unbezahlter Arbeit wäre damit unmöglich.
Damit hätte die kapitalistische Produktion überhaupt ein Ende.

Was die von Ricardo angeführten Naturkräfte betrifft, so sind sie aller-
dings zum Teil gratis zu haben und kosten sie dem Kapitalisten nichts. Die
Kohle kostet ihm, aber der Dampf kostet ihm nichts, wenn er das Wasser
gratis hat. Nun nehme man aber z.B. den Dampf. Die Eigenschaften des
Dampfes existieren immer. Seine industrielle Nutzbarkeit ist eine neue
wissenschaftliche Entdeckung, die der Kapitalist sich angeeignet hat. In-
folge derselben stieg die Produktivität der Arbeit und damit der relative
Surpluswert. D.h., das Quantum unbezahlter Arbeit, das sich der Kapitalist
von einem Arbeitstag aneignete, wuchs vermittelst des Dampfes. Der Unter-
schied zwischen der Produktivkraft des Dampfes und des Grunds und
Bodens also nur der, daß die eine ihm ünbezahlte Arbeit einbringt und die
andre dem Grundeigentümer, [der] sie nicht dem Arbeiter, sondern dem
Kapitalisten wegnimmt. Daher sein Schwärmen für die „Eigentumslosig-
keit“ in diesem Element.

Das richtige an der Sache nur das: Die kapitalistische Produktionsweise
vorausgesetzt, ist der Kapitalist nicht nur ein notwendiger Funktionär,
sondern der herrschende Funktionär der Produktion. Dagegen ist der
Grundeigentümer in dieser Produktionsweise ganz überflüssig. Alles was
für sie nötig ist, ist, daß der Grund und Boden nicht common property”
ist, daß er der Arbeiterklasse als ihr nicht gehörige Produktionsbedingung
gegenübersteht, und dieser Zweck wird vollständig erreicht, wenn er
Staatseigentum wird, der Staat also die Grundrente bezieht. Der Grund-

1 allgemein herrenlos - ? Zunächst -? Gemeineigentum

Herr Rodbertus, Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 39

eigentümer, ein so wesentlicher Funktionär der Produktion in der antiken
und mittelaltrigen Welt, ist in der industriellen a useless superfetationt.
Der radikale Bourgeois (besides with an eye to the suppression of all other
taxes?) geht daher theoretisch zur Leugnung des privaten Grundeigentums
fort, das er in der Form des Staatseigentums zum common property der
Bourgeoisklasse, des Kapitals, machen möchte. In der Praxis fehlt jedoch
die Courage, da der Angriff auf eine Eigentumsform - eine Form des
Privateigentums an Arbeitsbedingungen - sehr bedenklich für die andre
Form würde. Außerdem hat der Bourgeois sich selbst territorialisiert.

[£. Rodbertus’ These vom Nichteingehen des Werts des Rohmaterials
in die landwirtschaftlichen Produktionskosten]

Nun zu Herrn Rlodbertus].

Nach R[odbertus] geht in der Agrikultur kein Rohmaterial in die Rech-
nung ein, weil der deutsche Bauer, wie Rfodbertus] versichert, Samen,
Futter etc. sich selbst nicht als Auslage berechnet, diese Produktionskosten
nicht in Rechnung bringt, also falsch rechnet. In England, wo der farmer
schon seit mehr als 150 Jahren richtig rechnet, müßte danach keine Grund-
rente existieren. Der Schluß wäre also nicht, wie Rlodbertus] ihn zieht, daß
der Pächter eine Rente zahlt, weil seine Profitrate höher als in der Manu-
faktur, sondern weil er, infolge einer falschen Rechnung, mit einer niedrigern
Profitrate zufrieden ist. Dem Dr.Quesnay, selbst der Sohn eines Pächters
und genau mit dem französischen Pachtwesen [bekannt], wäre er übel damit
gekommen. Der berechnet in den avances annuelles® für 1000 Mill. das
„Rohmaterial“, das der Pächter braucht, obgleich er es in natura reprodu-
ziert, unter den „avances“‘.

Wenn in einem Teil der Manufaktur fast kein capital fixe oder Maschi-
nerie vorkommt, so im andren Teil - der ganzen Transportindustrie,
Industrie, die Ortsveränderung erzeugt, Wagen, Eisenbahnen, Schiffe etc. -
gar kein Rohmaterial, sondern nur Produktionswerkzeuge. Werfen diese
Industriezweige eine Grundrente ab außer dem Profit? Wodurch unter-
scheidet sich dieser Industriezweig etwa von der Minenindustrie? In beiden
kommt nur Maschinerie vor und matiere instrumentale°, also Kohlen für

1 ein nutzloser Auswuchs - ? der außerdem mit einem Auge nach der Abschaffung aller

anderen Steuern schielt -° jährlichen Vorschüssen - * „Vorschüssen“ - ° Hilfsstoff

Dampfschiffe und Lokomotiven und Minen, Futter für Pferde etc. Warum
sollte die Profitrate in der einen Form anders berechnet sein alsin der andren?
Wären die avances, die der Bauer der Produktion in natura macht, = Y/, des
gesamt von ihm vorgeschoßnen Kapitals, wozu dann “/, in gekauften avan-
ces für Maschinerie und Arbeitslohn hinzukämen, und wäre diese Auslage
= 150 qrs. Macht er dann 10 p.c. Profit, so = 15 grs. Wäre also das Brutto-
produkt = 165 qrs. Rechnete er nun !/, ab, = 30 qrs., und berechnete die
15 qrs. nur auf 120, so hätte er einen Profit gemacht von 12}, [p.c.].

Oder wir könnten auch so sagen: Der Wert seines Produkts oder sein
Produkt = 165 qrs. (= 330 1.)*. Er berechnet sich avances 120 qrs. (= 2401.).
Darauf IO p.c. = 12 qrs. (= 241.). Aber sein Bruttoprodukt = 165 qrs.,
wovon also abgehn 132 qrs., bleiben 33 qrs. Von diesen gehn aber 30 ars.
in natura ab. Es bleibt also Extraprofit von 3 qrs. (= 61.). Sein Gesamt-
profit = 15 qrs. (= 301.) statt = 12 (= 24 1.). Er kann also 3 qrs. oder 6 1.
Rente zahlen und sich einbilden, 10 p.c. Profit wie jeder andre Kapitalist
gemacht zu haben. Aber diese 10 p.c. existieren nur in der Einbildung. In
fact? hat er avances nicht von 120 grs., sondern von 150 grs., und darauf
betragen 10 p.c. 15 qrs. oder 30 I. In fact erhielt er 3 qrs. zu wenig, '/, von
den 12 qrs., die er erhielt ||459] oder !/, von dem Gesamtprofit, den er
erhalten sollte, weil er nämlich ?/, der avances nicht als avances gerechnet
hat. Sobald er daher kapitalistisch rechnen lernte, würde er aufhören,
Grundrente zu zahlen, die nur gleich wäre der Differenz seiner Profitrate
mit der gewöhnlichen Profitrate.

In andren Worten, das in den 165 qrs. steckende Produkt der unbezahl-
ten Arbeit = 15 qrs. = 301. = 30 Arbeitswochen. Würden diese 30 Ar-
beitswochen oder 15 qrs. oder 30 /. nun auf die Gesamtavancen von 150 qrs.
gerechnet, so bildeten sie nur IOp.c.; werden sie nur auf die 120 qrs. be-
rechnet, so bilden sie mehr. Denn 10 p.c. auf 120 qrs. wären I2 qrs. Und
15 qrs. bilden nicht 10 p.c. auf 120 qrs., sondern 12'/, p.c. In andren
Worten: Da der Bauer einen Teil seiner avancen zwar machte, aber nicht
als Kapitalist berechnete, würde er die von ihm ersparte Surplusarbeit
berechnen auf einen zu geringen Teil seiner avancen, und daher stellte sie
eine größre Profitrate vor als in den andren Industriezweigen, könnte daher
eine Rente abwerfen, die daher nur auf einem Rechnungsfehler beruhte.
Wenn der Bauer wüßte, daß, um seine avance in Geld zu schätzen und sie
daher als Ware zu betrachten, es durchaus nicht nötig ist, daß er sie vorher
in wirkliches Geld verwandelt, also verkauft hat, hörte der Witz auf.

1 In der Handschrift: 150 qrs. (= 300 1.) - ? Tatsächlich

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente Al

Ohne diesen Rechnungsfehler (den eine Masse deutscher Bauern begehn
mögen, aber kein kapitalistischer farmer) wäre die Rodbertussche Rente
unmöglich. Sie ist nur da möglich, wo Rohmaterial in die Produktionskosten
eingeht, aber nicht da, wo es nicht eingeht. Sie ist nur da möglich, wo das Roh-
material eingeht, ohne berechnet zu werden. Aber sie ist da unmöglich, wo es
nicht eingeht, obgleich Herr Rodbertus sie nicht aus einem Rechnungsfehler,
sondern aus dem Fehlen eines wirklichen Item in den avances ableiten will.

Nimm die Minenindustrie oder den Fischfang. Hier geht Rohmaterial
nicht ein außer als matiere instrumentale, was wir weglassen können, da An-
wendung von Maschinerie immer zugleich (mit sehr wenigen Ausnahmen)
Konsumtion von matieres instrumentales- den Lebensmitteln der Maschine-
voraussetzt. Gesetzt I0 p.c. sei die allgemeine Profitrate. 100 /. sind ausgelegt
in Maschinerie und Arbeitslohn. Warum sollte der Profit auf 100 mehr als
10 betragen, weil nicht etwa 100 in Rohmaterial, Maschinerie und Arbeits-
lohn ausgelegtsind? Oder 100in Rohmaterialund Arbeitslohn? Wenn irgend-
ein Unterschied stattfinden soll, könnte er nur daher kommen, daß in den
verschiednen Fällen das Verhältnis der Werte von konstantem Kapital und
variablem Kapital sich überhaupt verschieden gestaltet. Dies verschiedne
Verhältnis würde verschiednen Mehrwert geben, selbst wenn die Rate des
Mehrwerts als konstant unterstellt ist. Und das Verhältnis verschiednen
Mehrwerts zu gleich großen Kapitalien müßte natürlich ungleiche Profite
geben. Aber andrerseits heißt die allgemeine Profitrate ja nichts als Ausglei-
chung dieser Ungleichheiten, Abstraktion von den organischen Bestand-
teilen des Kapitals und Reduktion des Mehrwerts, so, daß) gleich große
Kapitalien gleiche Profite geben.

Daß die Masse des Mehrwerts von der Größe des angewandten Kapitals ab-
hängt, ergibt sich - den allgemeinen Gesetzen des Mehrwerts nach - durch-
aus nicht für Kapitalien in verschiednen Produktionssphären, sondern für
verschiedne Kapitalien in derselben Produktionssphäre, worin dieselben Ver-
hältnisse in den organischen Bestandteilen des Kapitals vorausgesetzt sind.
Sage ich z.B.: Die Masse des Profits entspricht, in der Spinnerei z.B., der
Größe der angewandten Kapitalien (was auch nicht ganz richtig ist, außer
wenn hinzugesetzt wird: die Produktivität als konstant vorausgesetzt), so
sage ich in der Tat nur, daß, die Rate der Exploitation der Spinner voraus-
gesetzt, die Summe der Exploitation von der Anzahl der exploitierten
Spinner abhängt. Sage ich dagegen, die Masse des Profits in verschiednen
Produktionszweigen entspricht der Größe der angewandten Kapitalien, so
heißt dies, daß die Rate des Profits für jedes Kapital von gegebner Größe
dieselbe ist, also die Masse des Profits nur mit der Größe dieses Kapitals

changieren kann, was in andren Worten wieder heißt, daß die Rate des
Profits unabhängig ist von dem organischen Verhältnis der Bestandteile
eines Kapitals in einer besondren Produktionssphäre, daß sie überhaupt
unabhängig ist von der Größe des Mehrwerts, wie er in diesen besondren
Produktionssphären realisiert wird.

Die Minenproduktion müßte von vornherein zur Industrie gezählt wer-
den, nicht zum Ackerbau. Aus welchem Grund? Weil kein Produkt der
Mine wieder in natura als Produktionselement eingeht, in natura, wie es
aus der Mine herauskommt, in das konstante Kapital der Minenexploitation
eingeht (ebenso bei Fischfang, Jagd, wo noch in viel höherem Grad die Aus-
lage sich nur auf Arbeitsmittel und Arbeitslohn oder Arbeit selbst |
reduziert). Also in andren Worten: Weil jedes Produktionselement der
Mine, selbst wenn sein Rohmaterial aus der Mine geschöpft ist, vorher nicht
nur die Form ändern, sondern Ware wird, gekauft werden muß, bevor es als
Element wieder in die Minenproduktion eingehn kann. Die einzige Aus-
nahme bildet die Kohle. Die aber erscheint erst als Produktionsmittel in
einem Stadium der Entwicklung, wo der Exploiteur der Mine ausgebildeter
Kapitalist ist, der italienische Buchrechnung führt, in der er nicht nur sich
selbst seine Avancen schuldet, nicht nur er Debitor gegen seine eigne
Kasse, sondern seine eigne Kasse Debitor gegen sich selbst ist. Grade hier
also, wo in der Tat kein Rohmaterial in die Auslagen eingeht, muß von
vornherein die kapitalistische Rechnung vorwiegen, also die Täuschung
des Bauers unmöglich sein.

Nehmen wir nun die Manufaktur selbst und zwar den Teil, wo alle Ele-
mente des Arbeitsprozesses auch als Elemente des Verwertungsprozesses
vorhanden sind, also alle Produktionselemente zugleich als Auslagen, als
Gebrauchswerte, die einen Wert haben, als Waren in die Produktion der
neuen Ware eingehn. Hier existiert wesentliche Differenz zwischen dem
manufacturer, der das erste Halbfabrikat produziert, und dem zweiten und
allen spätren in der Stufenfolge, deren Rohmaterial nicht nur als Ware ein-
geht, sondern schon Ware auf der zweiten Potenz ist, d.h. von der ersten
Ware, dem Rohprodukt, schon eine von seiner Naturalform verschiedne
Form erhalten hat, schon durch eine zweite Phase des Produktionsprozesses
-durchgegangen ist. Z.B. der Spinner. Sein Rohmaterial ist Baumwolle,
Rohprodukt (auch schon Ware), aber das Rohprodukt als Ware. Dagegen
das Rohmaterial des Webers ist Garn, Produkt des Spmners; das des
Druckers oder Färbers das Gewebe, das Produkt des Webers; und alle
diese Produkte, die in einer weitren Phase des Prozesses wieder als Roh-
material erscheinen, [sind] zugleich Waren!!?!, |

461] Wir sind hier offenbar zurück bei der Frage, die uns schon zweimal
beschäftigt hat, einmal bei John St.Mill!, dann bei der allgemeinen Be-
trachtung des Verhältnisses von capital constant und Revenue?. Das be-
ständige Rekurrieren der Frage zeigt, daß die Sache noch einen Haken hat.
Eigentlich gehört [das] in ch. III über den Profit!!®!, Besser aber hier.

<Also bei dem Beispiel:

4000 Ibs. Baumwolle = 100 1.; 4000 Ibs. Twist = 200 I.; 4000 Yards
Kaliko = 400 I.

Nach dieser Voraussetzung 1 Ib. Baumwolle = 6 d., I Ib. Twist = I sh.,
I Yard [Kaliko] = 2 sh.
Vorausgesetzt, die Rate des Profits sei IO p.c., dann ist

in 100. die Auslage= 90'%/,}undderProft= 9/1 (A) Cotton. B(Bauer)I
in 200. die Auslage = 181°/,i und der Profit= 18?/,,(B) Twist. S (Spinner) Il
in 4001. die Auslage=363”/,i und der Profit=36*/,1(C) Gewebe. W(Weber) ITI

Unter dieser Voraussetzung ist es ganz gleichgültig, ob die 90"%/,, des A
selbst einen Profit einschließen oder nicht. Letztres tun sie nicht, wenn sie
sich selbst ersetzendes capital constant sind. Es ist ebenso gleichgültig für
B, ob in den 100 !. [des Wertes vom Produkt A] Profit enthalten oder nicht,
und ditto mit C in bezug auf B.

Das Verhältnis des B (cotton-growers®) oder I, S (Spinners) oder II und
IW] (Webers) oder Ill stellt sich so dar:

I) Auslage = %"/,1, Profit= W/i, Summe = 100.
IH) Auslage = 100 (D + 81/1 Profit = 18°/,1, Summe = 200.
III) Auslage = 200 (II) -+ 163°/,,, Profit = 36/11, Summe = 400.

Ganze Summe = 700.

Profit = 1 + 18/11 + 36H [= 8”.

Vorgeschoßnes Kapital in allen 3 Fächern: + 181/11 + 3631
ie 636*/11.

Überschuß von 700 über 636/,, = 63”/11. Aber 637/,1:636*/.1 = 10: 100.

Analysieren wir weiter diesen Dreck, so erhalten wir:

D) Auslage = Mn. Profit 9/1 Summe = 100.
II) Auslage = 100 (D + 81%, Profit 10 + 8%, Summe = 200.
Til) Auslage = 200 (II) -+ 163°/,1, Profit 20 -+ 16%, Summe = 400.

1 Sjehe 3. Teil dieses Bandes, S. 210-214 -? siehe 1. Teil dieses Bandes, S.110, 111,190,
191 und 202-222 -® Baumwollpfianzers

I hat keinen Profit zurückzuzahlen, weil angenommen ist, daß sein
capital constant = 90'%/,i keinen Profit einschließt, sondern bloßes capital
constant darstellt. In die Auslage von Il geht das ganze Produkt von 1 als
capital constant ein. Der Teil [des] capital constant, der = 100, ersetzt
91/,, Profit an I. In die Auslage von III geht das ganze Produkt II = 200
ein; ersetzt also Profit von 18?/,,. Dies hindert jedoch nicht, daß der Profit
von I keinen Deut größer als der von Il und III, denn das Kapital, das er zu
ersetzen hat, ist in demselben Verhältnis kleiner, und der Profit ist Ver-
hältnis zur Größe des Kapitals, ganz gleichgültig wie das Kapital kompo-
niert ist.

Gesetzt nun, III produziere alles selbst. So scheint sich die Sache zu
ändern, denn seine Auslagen scheinen nun:

9010/,, in der Produktion des cotton; 181°/;, in der Produktion des
Twist und 363”/;i in der Produktion der Gewebe. Er kauft alle 3 Produk-
tionszweige, muß also immer in allen 3 das bestimmte capital constant
engagiert haben. Nehmen wir nun diese Summe zusammen, so = 90/1
+ 181% + 363° /.1 = 636*/11. Darauf 10 percent gibt exakt 63”/,, wie oben,
nur daß einer dies ganz in die Tasche steckt, während sich die 637/;; früher
verteilten zwischen I, II und III.

11462] Woher kam nun vorhin der falsche Schein heraus?

Noch vorher eine andre Bemerkung.

Ziehn wir von den 400, wovon 36%/;i den Profit des Webers bilden,
diesen Profit ab, so behalten wir 400 — 36*/4i = 363”/11, seine Auslage. In
dieser Auslage sind 200 gezahlt für Garn. Von diesen 200 bilden 18?/,i den
Profit des Spinners. Ziehn wir diese 18%/,, von der Auslage von 363”/,i ab,
so behalten wir 345°/,1. In den 200, die dem Spinner ersetzt sind, stecken
aber außerdem 9/,i Profit für den cotton-grower. Ziehn wir diese ab von
den 345®/,,, so behalten wir 336*/,1. Und ziehn wir diese 336*/,, ab von den
400 - dem Totalwert des Gewebes -, so zeigt sich, daß ein Profit von 63°/i1
drinsteckt.

Ein Profit von 63°/,1 auf 336*/,, ist aber = 18%%/g, p.c.

Vorhin waren diese 63”/11 berechnet auf 636*/,,, und das machte einen
Profit von IO p.c. Der Überschuß des Gesamtwerts von 700 über 636*/,1
war nämlich 637/11.

Nach dieser Rechnung also würden auf 100 von demselben Kapital
18%%/,, p.c. gemacht, während nach der vorigen nur !0.

Wie hängt das zusammen?

Nehmen wir an, I, II und III sei dieselbe Person, wende aber nicht
3 Kapitalien gleichzeitig an, eines in Cottonbau, eines in Twist und eines in

Weberei. Sondern sobald er aufhört zu bauen, fängt er an zu spinnen, und
sobald er gesponnen hat, hört er damit auf und fängt an zu weben.

Die Rechnung würde sich dann so machen:

9010/,, I. legt er aus in Cottonbau. Davon erhält er 4000 Ibs. cotton. Um
diese zu verspinnen, braucht er weitere Auslage in Maschinerie, mati&re
instrumentale und Arbeitslohn von 81°/,i {. Damit macht er die 4000 Ibs.
Twist. Endlich verwebt er diese in 4000 Yards, was ihm eine weitre Aus-
lage von 1637/,1 I. kostet. Rechnet er nun seine Auslagen zusammen, so
beträgt sein vorgeschoßnes Kapital = 90'%/,, + 81° + 163°/1 L., also
336%, I. Darauf 10 p.c. wären 33°/1, denn 336%,1:33”/1i = 100: 10. Aber
336%/,1 + 33/1 = 370 1. Er würde also die 4000 Yards statt zu 400 I. zu
370 I. verkaufen, um 30 I. wohlfeiler, d.h. um 7!/, p.c. wohlfeiler als früher.
Wäre also der Wert indeed! = 400, so könnte er zum usual profit? von
10 p.c. verkaufen und noch eine Rente von 30 !. zahlen, denn seine Profit-
rate wäre statt 337/,, vielmehr 63°/,1 auf 336%), avances, also 18%/,, p.c.,
wie vorhin gesehn. Und dies scheint in fact die Manier zu sein, wie Herr
Rodbertus sich die Grundrente herausrechnet.)

Worin besteht nun die fallacy?? Zunächst zeigt sich, daß, wenn Spinnerei
und Weberei vereinigt werden, sie [nach Rodbertus] ebensogut eine Grund-
rente abwerfen müßten, wie wenn Spinnerei mit Ackerbau vereinigt ist
oder der Ackerbau sich selbst treibt.

Es sind hier offenbar zweierlei Geschichten.

Erstens berechnen wir hier nur die 637/11 !. auf ein Kapital von 336%, 1.,
während wir sie zu berechnen haben auf 3 Kapitalien vom Gesamtwert von
636° 11 1.

Zweitens in dem letzten Kapital von III rechnen wir ihm Auslage z zu
336% 1 [., statt zu 3637/11.

Diese beiden Punkte gesondert zu erörtern.

Erstens: Wenn der Ill, der Il und 1 in einer Person in sich vereinigt, das
ganze Produkt seiner Baumwollernte verspinnt, so verwendet er absolut
keinen Teil dieser Ernte, um sein Agrikulturkapital zu ersetzen. Er wendet
nicht einen Teil seines Kapitals in | Cottonbau an - in den Ausgaben
für den Cottonbau, Samen, Arbeitslohn, Maschinerie - und einen andren
Teil für Spinnen, sondern erst steckt er einen Teil seines Kapitals in den
Cottonbau, dann. diesen Teil 4 einen zweiten in das Spinnen, dann die
ganzen in Twist nun existierenden 2 ersten Teile + den dritten Teil in

Weberei. Wenn nun das Gewebe fertig, die 4000 Yards, wie soll er ihre

1 wirklich - ? üblichen Profit -® der Trugschluß

Elemente ersetzen? Während er webte, spann er nicht und hatte auch
keinen Stoff zum Spinnen, und während er spann, baute er kein cotton.
Seine Produktionselemente sind also nicht ersetzbar. Helfen wir uns und
sagen: Ja, der Bursche verkauft die 4000 Yards, und dann „kauft“ er von
den 400 I. Twist und die Elemente des cotton. Worauf kömmt das hinaus?
Daß wir in der Tat 3 Kapitalien annehmen, die gleichzeitig beschäftigt sind
und engagiert sind und der Produktion vorgeschossen sind. Um Twist zu
kaufen, muß er da sein, und um cotton zu kaufen, muß es ditto da sein,
und damit sie da sind, also den verwebten Twist und das gesponnene
cotton ersetzen können, müssen Kapitalien gleichzeitig mit dem in der
Weberei engagierten Kapital engagiert sein, die sich simultaneously! in
cotton und Twist verwandeln, während der Twist sich in Gewebe ver-
wandelt.

Ob III also alle 3 Produktionszweige vereinigt oder ob 3 Produzenten
sie teilen, 3 Kapitalien müssen gleichzeitig da sein. Er kann nicht mit dem-
selben Kapital, womit er die Weberei trieb, Spinnerei und Cottonbau
treiben, wenn er auf derselben Stufenleiter produzieren will. Jedes dieser
Kapitalien ist engagiert, und ihr wechselseitiges Ersetzen hat mit der Sache
nichts zu tun. Die Ersatzkapitalien sind das konstante Kapital, was in
jedem der 3 Zweige gleichzeitig angelegt sein muß und wirken muß. Steckt
in den 400 ein Profit von 63”/,1, so dies bloß, weil wir den III, außer seinen
eignen 36%/,, Profit, auch den Profit einziehn lassen, den er an Il und I zu
zahlen und die sich in seiner Ware nach der Voraussetzung realisieren.
Diesen Profit haben sie aber nicht auf seine 363°/i1 Z. gemacht, sondern der
Bauer auf seine extra 90'%/,, I. und der Spinner auf seine 181°/,1. Zieht er
das Ganze ein, so hat er sie ebenfalls nicht gemacht auf die 363”/,1 I., die er
in der Weberei stecken hat, sondern auf dies Kapital und die 2 andren
Kapitalien, die ihm in Spinnerei und Cottonbau stecken.

Zweitens: Wenn wir dem III 336*/,1 I. Auslage rechnen, statt 363”/,1, so
kömmt dies daher:

Wir rechnen ihm Auslage für den Cottonbau nur 90'°/,,, statt 100. Aber
er braucht ja sein ganzes Produkt, und dies ist = 100 und nicht = 90'%..
Der Profit von 9/;i steckt drin. Oder er würde ein Kapital von 90'%/,, an-
wenden, das ihm keinen Profit bringt. Seine Cottonbauerei? würfe ihm
keinen Profit ab. Ersetzte rein die Auslagen von 90"/,,. Ditto würde ihm die
Spinnerei keinen Profit bringen, sondern das ganze Produkt würde nur die
Auslagen ersetzen.

1 gleichzeitig - ? in der Handschrift: Flachsbauerei

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 47

In diesem Fall in der Tat reduzieren sich seine Auslagen auf 90"°/,,
+ 81/1 + 163°/i1 = 336%/i1- Dies wäre dann sein vorgeschoßnes Kapital.
Darauf 10% wäre 33/,, . Und der Wert des Produkts = 370. Der Wert
wäre keinen Deut höher, denn nach der Voraussetzung haben die beiden
Portionen I und Il keinen Profit gebracht. Danach hätte III viel besser
getan, die Finger von I und II wegzulassen und bei der alten Produktions-
methode zu bleiben. Denn statt der 63”/,1, die sonst I, II und III zu ver-
essen hatten, hat III jetzt bloß 337/41 I. allein zu veressen, während er
früher, wo seine cofratres! mitaßen, 36°/,, I. zu veressen hatte. Er wäre in
der Tat ein sehr schlechter Geschäftsverderber. Er hätte bloß Auslage von
9/,, 1. in Il gespart, weil er in I keinen Profit gemacht hätte, und er hätte
Auslage von 18°/,, in Il] gespart, weil er in I] keinen Profit gemacht hätte.
Die 90"%/,, I. in dem Cottonbau und die 81°/,, + 90'°/,, im Spinnen hätten
beide nur sich selbst ersetzt. Erst das dritte in der Weberei angelegte Kapital
von 907%/;, + 81%/,i + 1637/41 hätte einen Profit von 10 p.c. gebracht. Dies
hieße also, daß 100 [2.] 10 Prozent Profit in der Weberei abwerfen, aber
keinen Deut in der Spinnerei und dem Cottonbau. Dies wäre nun zwar für
IIl sehr angenehm, soweit I und I] von ihm verschiedne Personen, keines-
wegs aber, soweit er, um diese Ersparung von Profitchen sich selbst anzueignen,
die 3 Geschäftszweige in seiner werten Person vereinigte. Das Ersparen von
“ Vorschuß auf Profit (oder den Bestandteil des einen | konstanten Kapi-
tals, das Profit für die andern ist) rührte also daher, daß in der Tat keine
Profite in I und II enthalten wären und I und II keine Surplusarbeit ge-
arbeitet, sondern sich selbst als bloße Lohnarbeiter behandelt, sich nur
ihre Produktionskosten ersetzt hätten, d.h. Auslage in capital constant und
Arbeitslohn. In diesen Fällen also - wenn I und Il nicht etwa für Ill arbeiten
wollten, dann aber ginge der Profit in seine Rechnung ein - wäre aber über-
haupt weniger gearbeitet worden, und es wäre für III ganz dasselbe, ob die
Arbeit, die er zu zahlen hat, bloß in Salair oder in Salair und Profit aus-
gelegt. Dies für ihn dasselbe, soweit er das Produkt, die Ware, kauft und
zahlt.

Ob das konstante Kapital ganz oder teilweise in natura ersetzt wird, d.h.
durch die Produzenten der Ware, für die es als capital constant dient, ist
ganz gleichgültig. D’abord muß alles konstante Kapital in natura finaliter
ersetzt werden, Maschine durch Maschine, Rohmaterial durch Rohmaterial,
matiere instrumentale durch matiere instrumentale. In der Agrikultur kann
das konstante Kapital auch als Ware eingehn, d.h. durch Kauf und Verkauf

1 Mitbrüder

48 Achtes Kapitel

direkt vermittelt sein. Es muß natürlich, soweit organische Stoffe in die
Reproduktion eingehn, durch Produkte derselben Produktionssphäre ersetzt
werden. Aber es braucht nicht ersetzt zu werden durch die einzelnen Pro-
duzenten innerhalb dieser Produktionssphäre. Je mehr sich der Ackerbau
entwickelt, um so mehr gehn alle seine Elemente, nicht nur formell, sondern
reell als Waren ein; d.h., sie kommen von außen, sind Produkte andrer
Produzenten, Samen, Dünger, Vieh, animalische Substanzen etc. In der
Industrie ist z.B. der fortwährende Hin- und Hermarsch des Eisens in den
Maschinenshop und der Maschine in die Eisenminen ebenso konstant wie
der des Weizens vom Speicher in die Erde und von der Erde auf den Spei-
cher des farmers. Es sind in der Agrikultur die Produkte, die sich unmittel-
bar ersetzen. Eisen kann keine Maschinen ersetzen. Aber Eisen zum Wert
der Maschine ersetzt dem einen die Maschine und dem andren das Eisen,
soweit seine Maschine selbst dem Wert nach ersetzt wird durch Eisen.

Es ist nicht abzusehn, welchen Unterschied es an der Profitrate machen
soll, ob der Bauer die 90'°/;1, die er in 100 I. Produkt auslegt, etwa so be-
rechnet, daß er 20 !. auslegt in Samen etc., 20 in Maschinerie etc. und
50#%/,, in Arbeitslohn. Worauf er Profit von 10 p.c. verlangt, ist die Gesamt-
summe. Die 20 I. des Produkts, die er dem Samen gleichsetzt, schließen
keinen Profit [ein]. Nichtsdestoweniger sind es ebensogut 20 I. wie die 20 I.
in Maschinerie, in denen etwa ein Profit von 10 p.c. steckt, obgleich dies
nur formell sein mag. Die 20 I. Maschinerie mögen in der Tat ebensowenig
einen farthing Profit vorstellen wie die 20 !. Samen. Z.B., wenn diese 20 I.
bloßer Ersatz sind für Bestandteile des konstanten Kapitals des Maschinen-
bauers, Bestandteile, die er zieht aus der Agrikultur £.i.

So wenig es wahr ist, daß sämtliche Maschinerie in der Agrikultur als
konstantes Kapital derselben eingeht, ebenso falsch ist es, daß alles Roh-
material in die Manufaktur eingeht. Ein sehr großer Teil desselben bleibt
in der Agrikultur stecken, ist nur Reproduktion von konstantem Kapital.
Ein andrer Teil geht in die Revenue direkt als Lebensmittel ein und macht
z. 1. wie Früchte, Fische, Vieh etc. keinen „Manufakturprozeß“ durch. Es
wäre also unrichtig, die Industrie zu belasten mit der Rechnung für das
ganze von der Agrikultur „fabrizierte* Rohmaterial. Natürlich in den
Zweigen der Manufaktur, worin das Rohmaterial als Avance eingeht neben
Arbeitslohn und Maschinerie, muß das vorgeschoßne Kapital größer sein
als in den Zweigen der Agrikultur, die dies so eingehende Rohmaterial
liefern. Es wäre auch anzunehmen, wenn diese Zweige der Manufaktur
eigne Profitrate (von der allgemeinen verschieden) hätten, daß hier die '
Profitrate kleiner wäre als in der Agrikultur, und zwar des Umstands wegen,

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 49

weil weniger Arbeit angewandt wird. Also größres konstantes Kapital und
weniger variables Kapital, bei gleicher Rate des Mehrwerts, setzt notwendig
geringere Profitrate. Dies gilt aber ebenso von bestimmten Zweigen der
Manufaktur gegen andre und von bestimmten Zweigen der Agrikultur (im
ökonomischen Sinn) gegen andre. Am wenigsten fände es grade in der
eigentlichen Agrikultur statt, weil diese zwar der Industrie Rohmaterial
liefert, aber in sich selbst Rohmaterial, Maschinerie und Arbeitslohn in
ihren Auslagen unterscheidet, die Industrie aber ihr keineswegs das Roh-
material zahlt, den Teil des konstanten Kapitals, den sie aus sich selbst und
nicht durch Austausch mit Industrieprodukten ersetzt.

### [5. Rodbertus’ falsche Voraussetzungen der Rententheorie]

i465| Also kurzes Resümee des Herrn Rlodbertus].

Erst schildert er den Zustand, wie er ihn sich denkt, wo der Grund-
eigentümer (selbst supporting!) zugleich der Kapitalist und Sklavenhalter.
Dann tritt Trennung ein. Der den Arbeitern entzogne Teil des „Arbeits-
produkts“ - die „eine naturale Rente“ - teilt sich nun „als Grundrente und
Kapitalgewinn“. (p.81, 82.) (Herr Hopkins - sieh das Heft!!*! - erklärt dies
noch viel einfach-brutaler.) Herr Rfodbertus] läßt dann „Rohprodukt“ und
„Fabrikationsprodukt“ (p.89) teilen zwischen Grundeigentümer und Kapi-
talist - petitio principii?. Der eine Kapitalist fabriziert Rohprodukte und
der andre Fabrikationsprodukte. Der landlord fabriziert nichts, ist auch
nicht „Besitzer der Rohprodukte“. Es ist dies die Vorstellung eines deut-
schen „Gutsbesitzers“, wie Herr R[odbertus] ist. Die kapitalistische Pro-
duktion hat in England gleichzeitig in der Manufaktur und Agrikultur
begonnen.

Die Art, wie sich ein „Kapitalgewinnsatz“ (Profitrate) ergibt, ent-
wickelt Herr R[odbertus] bloß daraus, daß man jetzt am Geld einen „Maß-
stab“ des Gewinns hat, um „das Verhältnis des Gewinns zum Kapital aus-
zudrücken“ (p.94), womit „ein Richtmaß zur Gleichstellung der Kapital-
gewinne abgegeben“ ist. (p.94.) Keine Ähnung davon, wie diese Gleichheit
des Profits der Gleichheit der Rente mit unbezahlter Arbeit in jedem Pro-
duktionszweig widerspricht, Werte der Waren und Durchschnittspreise
daher auseinanderfallen müssen. Diese Profitrate wird auch normal für die
Agrikultur, weil „der Vermögensertrag auf nichts andres als Kapital

1 sich erhaltend - ? Trugschluß

50 Achtes Kapitel

berechnet werden kann“ (p.95) und in der Fabrikation der bei weitem
„größre Teil des Nationalkapitals angewandt wird“. (p.95.) Nichts davon,
daß mit der kapitalistischen Produktion die Agrikultur selbst nicht nur
formell, sondern materiell umgewälzt wird und der Grundeigentümer zum
bloßen receptacle! herabgesetzt wird, aufhört Funktionär der Produktion
zu sein. Nach Rlodbertus] figuriert

„bei der Fabrikation noch der Wert der sämtlichen Produkte der Landwirtschaft als
Material mit im Kapital, während dies in der Rohproduktion nicht vorkommen kann“.
(p.9.)

Der sämtliche Teil falsch.

Rodbertus fragt sich nun, ob noch außer dem industriellen Profit, dem
Profit des Kapitals „ein Rententeil für das Rohprodukt übrig“ und „aus
welchen Gründen“. (p.96.)

Ja, unterstellt,

„daß sich das Rohprodukt wie das Fabrikationsprodukt nach der Kostenarbeit ver-
tauschen, daß der Wert des Rohprodukts nur äqual seiner Kostenarbeit ist“. (p.96.)

Allerdings nimmt dies Ricardo auch an, wie Rjodbertus] sagt. Aber es
ist falsch, prima facie® wenigstens, da sich die Waren nicht nach ihren
Werten, sondern davon unterschiednen Durchschnittspreisen vertauschen,
und zwar geht dies aus der Bestimmung des Werts der Waren durch die
„Arbeitszeit“ hervor, diesem scheinbar widersprechenden Gesetz. Trägt
das Rohprodukt außer dem Durchschnittsprofit noch eine davon unter-
schiedne Grundrente, so wäre dies nur möglich, wenn das Rohprodukt sich
nicht zu dem Durchschnittspreis verkauft und das Warum wäre grade zu
entwickeln. Aber sehn wir, wie Rfodbertus] operiert.

„Ich habe angenommen, daß sich die Rente“ (der Mehrwert, die unbezahlte Arbeits-
zeit) „im Verhältnis des Werts des Rohprodukts und des Fabrikationsprodukts verteilt,
und daß dieser Wert durch die Kostenarbeit“ (Arbeitszeit) „bestimmt wird.“ (p.96, 97.)

Diese erste Annahme zuerst zu prüfen, Dies heißt in andren Worten
nichts, als die in den Waren enthaltnen Mehrwerte verhalten sich wie ihre
Werte, oder in andren Worten, die in den Waren enthaltne unbezahlte
Arbeit verhält sich wie die Quanta der in ihnen überhaupt enthalinen Arbeit.
Verhalten sich die in Ware A und B enthaltnen Arbeitsquanta = 3:1, so
verhält sich die in ihnen unbezahlte Arbeit - oder verhalten sich die Mehr-
werte- = 3:1. Nichts kann falscher sein. Die notwendige Arbeitszeit ge-
geben, z.B. = 10 Stunden, mag die eine Ware das Produkt von 30 Arbeitern

3 Geldsack - ? auf den ersten Blick

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 51

sein, die andre das von 10. Arbeiten die 30 Arbeiter nur 12 Stunden, so der
von ihnen geschaffne Mehrwert = 60 Std. = 5 Tage (5 x 12), und arbeiten
die 10 [anderen] 16 Stunden täglich, so der von ihnen geschaffne Mehrwert
ditto = 60 Std. Danach wäre der Wert der Ware A = 30x 12 = 120x3
= 360 = 30 Arbeitstagen [12 Std. = Arbeitstag! und der Wert der Ware B
= 160 Arbeitsstunden, = 13!/, Arbeitstage. Die Werte der Waren A und
B = 360: 160 = 36:16 = 9:4 = 3:1"/;. Die in den Waren enthaltnen
Mehrwerte dagegen verhalten sich = 60:60 = 1:1. Sie wären gleich, ob-
gleich sich die Werte = 3: 1?/; verhalten.

| Also verhalten sich die Mehrwerte der Waren nicht wie ihre Werte,
d’abord!, wenn die absoluten Mehrwerte, die Verlängerung der Arbeitszeit
über die notwendige Arbeit, also die Raten des Mehrwerts verschieden sind.

Zweitens, vorausgesetzt, die Raten des Mehrwerts seien dieselben, so
hängen die Mehrwerte, von andren mit der Zirkulation und dem Reproduk-
tionsprozeß zusammenhängenden Umständen abgesehn, ab nicht von den
relativen Quantitäten Arbeit, die in zwei Waren enthalten sind, sondern von
dem Verhältnis des in Arbeitslohn ausgelegten Teils des Kapitals zu dem
in konstantem Kapital, Rohmaterial und Maschinerie ausgelegten Teil,
und dieses Verhältnis kann bei Waren von gleichen Werten durchaus ver-
schieden sein, seien diese Waren „Agrikulturprodukte“ oder „Fabrikations-
produkte“, was überhaupt gar nichts bei der Sache zu tun hat, wenigstens
nicht prima facie.

Die erste Annahme des Herrn Rl[odbertus], daß, wenn die Werte der
Waren durch Arbeitszeit bestimmt sind, daraus folgt, daß die in den ver-
schiednen Waren enthaltnen unbezahlten Arbeitsquanta - oder ihre Mehr-
werte - im direkten Verhältnisse der Werte stehn, ist daher grundfalsch.

Es ist also auch falsch, daß

„sich die Rente im Verhältnis des Werts des Rohprodukts und des Fabrikationsprodukts
verteilt“, wenn „dieser Wert durch die Kostenarbeit bestimmt wird“. (p.96, 97.)
„Damit ist natürlich auch gesagt, daß die Größe dieser Rententeile nicht durch die
Größe des Kapitals, auf das der Gewinn berechnet wird, sondern durch die unmittelbare
Arbeit, sie sei landwirtschaftliche oder Fabrikationsarbeit + derjenigen Arbeit, die
wegen der vernutzten Werkzeuge und Maschinen mit aufzurechnen ist, bestimmt

wird.“ (p.97.)

Wieder falsch. Die Größe des Mehrwerts (und dies ist hier der Renten-
teil, da die Rente als das Allgemeine im Unterschied von Profit und Grund-
rente aufgefaßt wird) hängt nur von der unmittelbaren Arbeit ab, nicht

1 vor allem

g*

52 Achtes Kapitel

vom dechet! des capital fixe, so wenig wie vom Wert des Rohmaterials,
überhaupt von keinem Teil des konstanten Kapitals.

Dies dechet bestimmt allerdings das Verhältnis, worin das capital fixe
reproduziert werden muß. (Seine Produktion hängt zugleich ab von der
Neubildung, Akkumulation des Kapitals.) Aber die Surplusarbeit, die in
der Produktion des capital fixe erzeugt wird, geht ebensowenig die Pro-
duktionssphäre an, worin dies capital fixe als solches eingeht, wie etwa die
Surplusarbeit, die in die Produktion des Rohmaterials eingeht. Vielmehr
gilt für alle gleich, Agrikultur, Maschinenfabrikation und Manufaktur, daß
in allen der Mehrwert nur bestimmt ist durch die Masse der angewandten
Arbeit, wenn die Rate des Mehrwerts, und durch die Rate des Mehrwerts,
wenn die Masse der angewandten Arbeit gegeben ist. Herr R[odbertus]
sucht das dechet „hereinzubugsieren“, um das „Rohmaterial“ heraus-
zubugsieren.

Dagegen, meint Herr R[odbertus], kann [niemals] „derjenige Kapitalteil, der in
dem Materialwert besteht“, Einfluß auf die Größe der Rententeile haben, da „z.B.
die Kostenarbeit des besonderen Produkts, das Gespinst oder Gewebe ist, nicht durch
die Kostenarbeit mitbestimmt werden kann, die der Wolle als Rohprodukt zu berech-
nen ist“. (p.97.)

Die Arbeitszeit, die erheischt ist, um zu spinnen und zu weben, hängt
von der Arbeitszeit - i.e. dem Wert der Maschine - gradesoviel oder viel-
mehr gradesowenig ab wie von der Arbeitszeit, die das Rohmaterial kostet.
Beide, Maschine und Rohmaterial, gehn in den Arbeitsprozeß ein; keins
von beiden in den Verwertungsprozeß.

„Dagegen figuriert doch der Wert des Rohprodukts oder der Materialwert als
Kapitalauslage mit in dem Kapitalvermögen, auf das der Besitzer den auf das Fabri-
kationsprodukt fallenden Rentenanteil als Gewinn zu berechnen hat. In dem landwirt-
schaftlichen Kapital fehlt aber dieser Kapitalteil. Die Landwirtschaft bedarf nicht Produkt
einer ihr vorangehenden Produktion zu Material, sondern beginnt überhaupt erst die Produk-
tion, und der dem Material analoge Vermögensteil in der Landwirtschaft würde der
Boden selbst sein, der aber kostenlos vorausgesetzt wird.“ (p.97, 98.)

Dies ist deutsche Bauernvorstellung. In der Landwirtschaft (mit Aus-
schluß der Minen, Fischfang, Jagd, aber nicht einmal Viehzucht) bilden
Samen, Futter, Vieh, mineralische Dünger usw. das Material, | woraus
fabriziert wird, und dies Material ist Produkt der Arbeit. Im Verhältnis, wie
sich die industrielle Agrikultur entwickelt, entwickeln sich diese „Auslagen“.
Jede Produktion - sobald nicht mehr von bloßem Ergreifen und Aneignen

1 Verschleiß

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 53

die Rede - ist Reproduktion und bedarf daher „des Produkts einer ihr
vorangehenden Produktion zu Material“. Alles, was in der Produktion
Resultat, ist zugleich Voraussetzung. Und je mehr sich die große Agrikultur
entwickelt, um so mehr kauft sie Produkte „einer ihr vorangehenden Pro-
duktion“ und verkauft ihre eignen. Formell als Waren - durch Rechengeld
in Ware verwandelt - gehn diese Auslagen in die Agrikultur ein, sobald der
farmer überhaupt vom Verkauf seines Produkts abhängig wird, die Preise
der verschiednen Agrikulturprodukte (wie Heu z.B.), da auch in der Agri-
kultur Teilung der Produktionssphären eintritt, sich fixiert haben!. Sonder-
bar müßte es sogar in dem Kopf des Bauers zugehn, der das qr. Weizen,
das er verkauft, als Einnahme, das qr. Weizen, das er dem Boden anvertraut,
nicht als „Auslage“ berechnete. Übrigens soll Herr R[odbertus] die „Produk-
tion“, z.B. von Flachs oder Seide, irgendwo ohne „Produkte einer voran-
gehenden Produktion“ überhaupt „beginnen“. Es ist dies reiner Blödsinn.
Also auch die ganze weitere Schlußfolgerung Rodberti:

„Die Landwirtschaft hat also mit der Fabrikation zwar die beiden Kapitalteile
gemein, die auf die Bestimmung der Größe der Rententeile von Einfluß sind, aber nicht
denjenigen, der hierzu nicht beiträgt, auf den aber der durch jene Kapitalteile bs-
stimmte Rententeil mit als Gewinn berechnet wird; dieser findet sich in dem Fabri-
kationskapital allein. Wenn also, auch nach der Annahme, daß sich der Wert des Roh-
produkts wie des Fabrikationsprodukts nach der Kostenarbeit richtet, und da die Rente
sich im Verhältnis dieses Werts an die Besitzer des Rohprodukts und Fabrikations-
produkts verteilt, wenn deshalb auch die in der Rohproduktion und, Fabrikation abfallen-
den Rententeile im Verhältnis zu den Arbeitsquantitäten stehen, welche das resp. Produkt
gekostet hat, so stehn doch die in der Landwirtschaft und Fabrikation angewandien
Kapitalien, auf welche die Rententeile als Gewinn repartiert werden - und zwar in der
Fabrikation ganz, in der Landwirtschaft nach dem dort resultierenden Gewinnsatz -,
nicht in demselben Verhältnis wie jene Arbeitsquantitäten und die durch diese be-
stimmten Rententeile. Vielmehr ist bei gleicher Größe der auf das Rohprodukt und, das
Fabrikationsprodukt fallenden Rententeile das Fabrikationskapital um den ganzen darin
enthaltenen Materialwert größer als das landwirtschaftliche Kapital, und da dieser
Materialwert zwar das Fabrikationskapital, auf das der abfallende Rententeil als Gewinn
berechnet wird, aber nicht auch diesen Gewinn selbst vergrößert, und also auch zugleich
noch dazu dient, den Kapitalgewinnsatz, der auch in der Landwirtschaft normiert, zu
erniedrigen, so muß notwendig auch von dem in der Landwirtschaft abfallenden Renten- .
teil ein Teil übrigbleiben, der nicht von der Gewinnberechnung nach diesem Gewinnsatz

absorbiert wird.“ (p.98, 99.)

Erste falsche Voraussetzung: Wenn sich Industrieprodukt und Agrikultur-
produkt nach ihren Werten (i.e. im Verhältnis der zu ihrer Produktion

1 In der Handschrift: hat

54 Achtes Kapitel

erheischten Arbeitszeit) austauschen, werfen sie ihren Besitzern gleich große
Mehrwerte oder Quanta unbezahlter Arbeit ab. Die Mehrwerte verhalten
sich nicht wie die Werte.

Zweite falsche Voraussetzung: Da Rlodbertus] schon Profitrate unterstellt
(was er Kapitalgewinnsatz benamst), ist die Voraussetzung falsch, daß sich
die Waren im Verhältnis ihrer Werte austauschen. Die eine Voraussetzung
schließt die andre aus. Die Werte der Waren müssen schon zu Durchschnitts-
preisen modifiziert sein oder im beständigen Fluß dieser Modifikation
sein, damit eine Profitrate (allgemein) vorhanden. In dieser allgemeinen
Rate gleichen sich die besondren Profitraten aus, die in jeder Produktions-
sphäre durch das Verhältnis des Mehrwerts zum vorgeschoßnen Kapital ge-
bildet werden. Also warum nicht in der Agrikultur? Dies ist eben die
questio!. Aber Rlodbertus] stellt sie nicht einmal richtig, weil er erstens vor-
aussetzt, daß eine allgemeine Profitrate vorhanden, und zweitens voraus-
setzt, daß die besondren Profitraten (also auch ihre Differenzen) nicht aus-
geglichen sind, also die Waren zu ihren Werten sich austauschen.

Dritte falsche Voraussetzung: Der Wert des Rohmaterials geht nicht in die
Agrikultur ein. Die Avancen, hier von Samen eic., sind vielmehr Bestand-
teile des konstanten Kapitals und werden vom farmer als solche berechnet,
Im selben Maß, wie die Agrikultur ein bloßer Industriezweig wird - die
kapitalistische Produktion ihren Sitz auf dem Land aufschlägt -, | im
selben Maß, wie die Agrikultur für den Markt produziert, Waren produ-
ziert, Artikel für den Verkauf und nicht die eigne Konsumtion produziert -,
im selben Maß berechnet sie ihre Auslagen und betrachtet jedes Item der-
selben als Ware, ob sie es nun von sich selbst (i.e. der Produktion) oder
einem Dritten kauft. Im selben Maße, wie die Produkte, werden natürlich
auch die Elemente der Produktion Waren, da diese Elemente ja dieselben
identischen Produkte sind. Da also Weizen, Heu, Vieh, Samen aller Art
usw. als Waren verkauft werden - und zwar dieser Verkauf das Wesentliche
ist, nicht die Subsistenz upon them? -, gehn sie auch als Waren in die Pro-
duktion ein, und der farmer müßte a real blockhead® sein, der das Geld
nicht als Rechengeld brauchen könnte. Dies jedoch ist d’abord das Formelle
der Berechnung. Im selben Maß aber entwickelt sich, daß der eine farmer
seine Auslagen kauft, Samen, fremdes Vieh, Dünger, mineralische Sub-
stanzen usw., während er seine Einnahmen verkauft, daß also für den
einzelnen farmer diese Avancen auch formell als Avancen eingehn, indem
sie sekaufte Waren sind. (Waren sind sie schon für ihn immer, Bestandteile

1 Frage -? durch sie -° ein wirklicher Dummkopf

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 55

seines Kapitals. Und er berechnet sie als an sich qua! Produzent verkauft,
wenn er sie in naturali der Produktion zurückgibt.) Und zwar findet dies
statt im Verhältnis wie sich die Agrikultur entwickelt und das Endprodukt
mehr und mehr fabrikmäßig und der Weise der kapitalistischen Produktion
gemäß hervorgebracht wird.

Also ist es falsch, daß hier ein Kapitalteil in der Industrie eingeht, der
nicht in der Agrikultur einginge.

Wenn also nach Rod[bertu]s’ (falscher) Voraussetzung die „Rententeile“
(d.h. die Anteile am Mehrwert), welche Agrikulturprodukt und Industrie-
produkt abwerfen, gegeben sind, proportioniert sind den Werten von Agri-
kulturprodukt und Industrieprodukt, wenn in andren Worten Industrie-
produkt und Agrikulturprodukt von gleich großen Werten ihren Besitzern
gleich großen Mehrwert abwerfen, i.e. gleiche Quanta unbezahlter Arbeit
enthalten, so tritt durchaus kein Mißverhältnis dadurch ein, daß in der
Industrie ein Kapitalteil eingeht (für das Rohmaterial), das in der Agri-
kultur nicht einginge, so daß also z.B. derselbe Mehrwert in der Industrie
auf ein durch diesen Bestandteil vergrößertes Kapital vermindert würde.
Denn dasselbe Kapital-/tem geht in der Agrikultur ein. Bliebe also nichts
als die Frage, ob in demselben Verhältnis? Aber hier geraten wir ja auf bloß
quantitative Unterschiede, während Herr Rlodbertus] einen „qualitativen“
Unterschied will. Dieselben quantitativen Unterschiede differenzieren sich
in den verschiednen industriellen Produktionssphären. Sie gleichen sich aus
in der allgemeinen Profitrate. Warum nicht zwischen Industrie und Agri-
kultur (if there are such differences?)? Da Herr Rlodbertus] die Agrikultur
an der allgemeinen Profitrate partizipieren läßt, warum läßt er sie nicht an
ihrer Bildung partizipieren? Womit er natürlich am Ende seines Lateins
wäre.

Vierte falsche Voraussetzung: Es ist eine falsche und willkürliche Vor-
aussetzung, daß Rl[odbertus] das dechet der Maschinerie etc., diesen einen
Teil des capital constant, eingehn läßt in das capital variable, d.h. den Teil
des Kapitals, der den Mehrwert schafft und speziell die Rate des Mehrwerts
bestimmt und das Rohmaterial nicht eingehn läßt. Dieser Rechnungsfehler
wird gemacht, um das von Anfang an gewünschte Rechnungsfazit heraus-
zubringen.

Fünfte falsche Voraussetzung: Will Herr Rlodbertus] einmal unter-
scheiden zwischen Agrikultur und Industrie, so gehört das Element des
Kapitals, das in Maschinerie, Werkzeugen, capital fixe besteht, ganz der

1 in seiner Eigenschaft als - ? wenn es solche Unterschiede gibt

56 Achtes Kapitel

Industrie. Jenes Kapitalelement, soweit es als Element in ein Kapital ein-
geht, geht immer nur in das konstante Kapital, kann den Mehrwert nie um
einen Deut erhöhn. Anderseits ist es als Produkt der Industrie Resultat einer
bestimmten Produktionssphäre. Sein Preis oder der Wertteil, den es im
ganzen Kapital der Gesellschaft bildet, stellt also zugleich dar ein bestimmtes
Quantum Mehrwert (ganz wie dies beim Rohmaterial der Fall). Nun geht es
zwar ein in das Agrikulturprodukt; aber es kömmt von der Industrie her.
Rechnet Herr Rfodbertus] das Rohmaterial als von außen kommendes
Kapitalelement in der Industrie, so muß er die Maschinen, Werkzeuge,
Gefäße, Baulichkeiten etc. als von außen kommendes Kapitalelement der
Agrikultur anrechnen. Und so sagen, in der Industrie geht nur ein Arbeits-
lohn und Rohmaterial (denn das capital fixe, soweit es nicht Rohmaterial,
ist Produkt der Industrie, ihr eignes Produkt); in der Agrikultur dagegen
geht nur ein Arbeitslohn | und Maschinerie etc., capital fixe, denn das
Rohmaterial, soweit es nicht im Werkzeug etc., ist Produkt der Agrikultur.
Dann wäre zu untersuchen, wie durch den Wegfall des einen „Items“ in der
Industrie die Rechnung sich stellte.

Sechstens: Es ist ganz richtig, daß in Minenindustrie, Fischfang, Jagd,
Holzung (soweit der Holzwuchs natürlich), etc., kurz in der extraktiven
Industrie (extraktiven Rohproduktion, die keine Reproduktion in naturali
hat) kein Rohmaterial eingeht; except! für die matieres instrumentales?. Dies
gilt nicht von der Agrikultur.

Aber es ist nicht minder [richtig], daß dasselbe statthat in einem sehr
großen Teil der Industrie, der Transportindustrie. Hier bestehn die Auslagen
nur aus Maschinerie, matieres instrumentales und Arbeitslohn.

Es ist endlich sicher, daß in andren Industriezweigen, relativement par-
lant?, nur Rohmaterial und Arbeitslohn eingeht, aber keine Maschinerie,
capital fixe etc., wie in der Schneiderei etc.

In allen diesen Fällen würde die Größe des Profits, d.h. das Verhält-
nis des Mehrwerts zum vorgeschoßnen Kapital, abhängen nicht davon, ob
das vorgeschoßne Kapital - nach Abzug des variablen oder in Arbeitslohn
ausgelegten Teils des Kapitals - aus Maschinerie oder Rohmaterial oder bei-
den besteht, sondern wie groß es ist im Verhältnis zu dem in Arbeitslohn
ausgelegten Teil des Kapitals. Dadurch würden (abgesehn von den durch
die Zirkulation hervorgebrachten Modifikationen) in den verschiednen
Produktionssphären verschiedne Profitraten existieren, deren Ausgleichung
eben die allgemeine Profitrate bildet.

1 ausgenommen - ? Hilfsstoffe — ° relativ gesprochen

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 57

Was Herr Rodbertus ahnt, ist der Unterschied des Mehrwerts von seinen
speziellen Formen, besonders von Profit. Aber er schießt vorbei am Richti-
gen, weil es [sich bei] ihm von vornherein um Deutung eines bestimmten
Phänomens (der Grundrente), nicht [um] Auffindung des allgemeinen
Gesetzes handelt.

In allen Produktionszweigen findet Reproduktion statt; aber diese indu-
strielle Reproduktion fällt nur in der Agrikultur zugleich mit der natürlichen
zusammen, nicht aber in der extraktiven Industrie. Daher wird in der letzten
das Produkt [ausgenommen in der Form von matiere instrumentale} in
seiner Naturalform nicht wieder Element seiner eignen Reproduktion.

Was die Agrikultur, Viehzucht etc. von den andren Industrien unter-
scheidet, ist erstens nicht, daß ein Produkt Produktionsmittel wird, denn dies
findet mit allen Industrieprodukten statt, die nicht die definitive Form von
individuellen Lebensmitteln besitzen, und auch als solche werden sie Pro-
duktionsmittel des Produzenten, der sich durch ihren Konsum reproduziert
oder sein Arbeitsvermögen erhält; zweitens nicht, daß sie als Waren, also
als Kapitalbestandteile in die Produktion eingehn; sie gehn in die Produk-
tion ein, wie sie aus ihr herauskommen; sie kommen aus ihr als Waren
heraus und gehn als Ware wieder in sie ein; die Ware ist sowohl die Vor-
aussetzung als das Resultat der kapitalistischen Produktion; drittens [bleibt]
also nur, daß sie als ihre eignen Produktionsmittel in den Produktionsprozeß,
dessen Produkte sie sind, eingehn. Dies findet auch mit der Maschinerie
statt. Maschine baut Maschine. Kohle hilft Kohle aus dem Schacht heben,
Kohle transportiert Kohle etc. Bei der Agrikultur erscheint dies als Natur-
prozeß, den der Mensch leitet, obgleich er ihn auch „ein bißchen“ macht,
bei den andren Industrien direkt als Wirkung der Industrie.

Aber, wenn Herr Rfodbertus] deswegen die Agrikulturprodukte glaubt
nicht als „Waren“ in die Reproduktion eingehn zu lassen, wegen der eigen-
tümlichen Form, worin sie als „Gebrauchswerte“ (technologisch) in die-
selbe eingehn, so ist er total auf dem Holzweg und basiert offenbar auf der
Erinnerung, wo die agriculture noch kein trade! war, nur der Überschuß
ihres Produkts über die Konsumtion des Produzenten Ware wurde und
ihr auch diese Produkte, soweit sie in die Produktion eingingen, nicht als
Waren erschienen. Es ist dies ein Grundmißverständnis über die Anwen-
dung der kapitalistischen Produktionsweise auf die Industrie. Für letztre
ist alles Produkt, das Wert hat - also an sich Ware ist -, auch Ware in der
Rechnung.

1 Geschäft

58 Achtes Kapitel

### [6. Rodbertus’ Unverständnis des Verhältnisses
von Durchschnittspreis und Wert
in der Industrie und in der Landwirtschaft.
Das Gesetz des Durchschnittspreises]

Vorausgesetzt, daß z.B. in der Minenindustrie das bloß aus Maschinerie
bestehende capital constant = 500 I. und das in Arbeitslohn ausgelegte
ditto = 500 I., so, wenn der Mehrwert = 40 p.c. = 200 I., wäre der Profit
= 20 p.c. Es wäre:

capital constant variables Kapital Mehrwert
Maschinerie

500 500 200

In den Manufakturzweigen (oder auch Agrikulturzweigen), wo Roh-
material eingeht, wenn dasselbe variable Kapital ausgelegt wäre, ferner die
Anwendung desselben (also die Beschäftigung dieser bestimmien Arbeiter-
zahl) Maschinerie etc. für 500 /. erheischte, so würde in der Tat als drittes
Element hinzukommen der Materialwert, sage 500 I. ditto. In diesem Falle
also:

capital constant capital variable Mehrwert
Maschinerie Rohmaterial

50 + 500 =1000 500 200

Diese 200 wären nun zu berechnen auf 1500, und dies wäre nur 131/; p.c.
Dies selbe Beispiel richtig, wenn der erste Fall ein Beispiel der Transport-
industrie. Wäre dagegen im zweiten das Verhältnis, daß 100 Maschinerie
und 400 Rohmaterial, so bliebe sich die Profitrate gleich.

1470| Was also Herr Rodbertus sich einbildet, ist, daß, wo in der Agri-
kultur 100 für Arbeitslohn + 100 für Maschinerie ausgelegt werden, in der
Industrie 100 für Maschinerie, 100 für Arbeitslohn und x für Rohmaterial

ausgelegt werden. Das Schema wäre dies:

I. Agrikultur
konstantes Kapital variables Kapital Mehrwert Profitrate
Maschinerie x
50 1
0 ee en
100 100 5 2 4

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 59

II. Industrie
konstantes Kapital variables Kapital Mehrwert Profitrate
Rohmaterial Maschinerie
50
00 100 50 Tanks
5 200 + x,

also jedenfalls weniger als 1/4. Daher die Grundrente in 1.

Erstens also ist dieser Unterschied imaginär, non existant! zwischen Agri-
kultur und Manufaktur; also ohne every bearing for that form of landrent
which determines all others?.

Zweitens könnte Herr Rlodbertus] diese Differenz zwischen den Profit-
raten in any two peculiar branches of industry? finden, eine Differenz, die
von dem Verhältnis der Größe des konstanten und variablen Kapitals abhängt,
ein Verhältnis, das seinerseits wieder durch das Hereinkommen von Roh-
material bestimmt werden mag oder nicht. In den Industriezweigen, wo Roh-
material eingeht und zugleich Maschinerie, ist der Wert des Rohmaterials,
also die relative Größe, die er vom Gesamtkapital bildet, natürlich sehr
wichtig, wie ich früher gezeigt*. Dies hat nichts zu tun mit der Grundrente.

„Nur wenn der Wert des Rohprodukts unter die Kostenarbeit fällt, ist es möglich,
daß auch in der Landwirtschaft der ganze auf das Rohprodukt fallende Rententeil von der
Kapitalgewinnberechnung absorbiert wird, denn dann ist es möglich, daß dieser Renten-
teil so verringert wird, daß dadurch zwischen ihm und dem landwirtschaftlichen Kapi-
tal, obwohl drin ein Materialwert fehlt, doch ein gleiches Verhältnis erzeugt wird, wie
es zwischen dem auf das Fabrikationsprodukt fallenden Rententeil und dem Fabri-
kationskapital besteht, obwohl in diesem letztren ein Materialwert enthalten ist; nur
dann ist es also möglich, daß auch in der Landwirtschaft keine Rente außer Kapital-
gewinn übrigbleibt. Insofern aber im wirklichen Verkehr wenigstens die Gravitation
nach jenem Gesetz, daß der Wert der Kostenarbeit äqual ist, die Regel bildet, bildet
auch die Grundrente die Regel, und es ist nicht, wie Ricardo meint, der ursprüngliche

Zustand, sondern nur eine Abnormität, wenn keine Grundrente, sondern nur Kapital-
gewinn abfällt.“ (p. 100.)

Also. Vorstellung die [gleiche], um beim obigen Beispiel zu bleiben;
doch wollen wir das Rohmaterial = 1001. setzen, um etwas Handgreifliches
zu haben.

X nicht vorhanden - ? jeden Einfluß auf jene Form der Grundrente, die alle anderen be-
stimmt - ® in irgendwelchen zwei besonderen Industriezweigen - * siehe 3. Teil dieses Ban-

des, S.2I4f.

60 Achtes Kapitel

I. Agrikultur
konstantes Kapital variables Kapital Mehrwert Wert Preis Profit
Maschinerie
100 100 50 350 233%, B3Yy =] 16, p.c.
II. Industrie
konstantes Kapital variables Kapital Mehrwert Wert Preis Profit
Rohmaterial Maschinerie
100 100 100 50 350 350 50 = 16%; pc.

Hier würde sich Profitrate in Agrikultur und Industrie ausgleichen, also
nichts übrigbleiben für Rente, weil das Agrikulturprodukt für 16?/3 I. unter
seinem Wert verkauft. Wäre selbst das Beispiel ebenso richtig, als es falsch
ist für die Agrikultur, so wäre der Umstand, daß der Wert des Rohprodukts
„unter die Kostenarbeit!“ fällt, durchaus nur entsprechend dem Gesetz der
Durchschnittspreise. Es ist vielmehr zu erklären, warum dies „ausnahms-
weise“ in der Agrikultur zum Teil nicht der Fall ist und warum hier der ge-
samte Mehrwert (oder wenigstens mehr als in den andren Industriezweigen
ein Surplus über die Durchschnittsprofitrate) im Preis des Produkts dieses
besondren Produktionszweigs belassen wird, statt verrechnet zu werden in
der Bildung der general rate of profit. Hier sieht man, daß Rlodbertus]
nicht weiß, was Profitrate (allgemein) und Durchschnittspreis ist.

Um, was viel wichtiger als Rlodbertus], dies Gesetz klarzumachen, wollen
wir 5 Beispiele nehmen. Wir nehmen die Rate des Mehrwerts überall als
gleich an.

Es wäre durchaus nicht nötig, Waren von gleich großem Wert zu ver-
gleichen; sie sind nur zu ihrem Wert zu vergleichen. Der Vereinfachung
wegen werden hier Waren von gleich großem Kapital? verglichen.

Jari]

konstantes Kapital variables Mehr- Rate des Profit Profit- Wert

Maschinerie Rohmaterial Kapital wert Mehrwerts rate des
Arbeitslohn Produkts
I 100 700 200 100 50 p.c. 100 10p.c. 1100
u 500 100 400 200 50p.c. 200 20 p.c. 1200
IH 50 350 600 300 50p.. 300 30p.c. 1300
IV 700 vacat 300 150 50 p.c. 150 15p.c. 1150
V vacat 500 500 250 5Op.c. 20 25p.c. 1250

1 In der Handschrift: unter den Kostenpreis - ? allgemeinen Profitrate - ? in der Hand-

schrift: Wert

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 61

Hier haben wir in den Kategorien I, II, III, IV und V (fünferlei
Produktionssphären) Waren, deren respektiven Werte 1100, 1200, 1300,
1150 und 1250 I. sind. Dies wären die Geldpreise, wozu diese Waren
sich austauschen würden, wenn sie sich nach ihren Werten austausch-
ten. In allen das vorgeschoßne Kapital von derselben Größe, = 1000 I.
Würden diese Waren zu ihren Werten ausgetauscht, so wäre die Profit-
rate in I nur IOp.c., in II doppelt so groß, 20 p.c., in III 30 p.c., in IV
15 p.c., in V 25 p.c. Nehmen wir diese besondren Profitraten, so ist ihre
Summe gleich IO p.c. + 20p.c. + 30p.c. + 15p.c. + 25 p.c., also gleich
100 p.c.

Betrachten wir das ganze vorgeschoßne Kapital in allen 5 Produktions-
sphären, so gibt I Portion desselben (I) 10 p.c., eine andre (II) 20 p.c. usw.
Der Durchschnitt, den das ganze Kapital gibt, ist gleich dem Durchschnitt,
den die 5 Portionen geben. Und dies ist

100 (die Gesamtsumme der Profit[raten])
5 (die Anzahl der verschiedenen Profitraten),

1.e. 20 p.c.

In der Tat finden wir, daß die 5000 in den 5 Sphären vorgeschoßnes
Kapital geben Profit = 100 + 200 + 300 + 150 + 250 = 1000. Also 1000
auf 5000 = !/; = 20 p.c. Ebenso: Rechnen wir den Wert des Gesamt-
produkts, so ist er 6000, und der Überschuß für die 5000 vorgeschoßnes
Kapital = 1000 = 20 p.c., in Bezug auf das vorgeschoßne Kapital = "/,
oder 162/, p.c. vom ganzen Produkt. (Dies wieder eine andre Rechnung.)
Damit aber nun in der Tat jedes der vorgeschoßnen Kapitale I, II, Ill etc. -
oder, was dasselbe, gleich große Kapitale oder Kapitalien bloß im Verhältnisse
ihrer Größe, also nur in dem Verhältnis, worin sie Teile des vorgeschoßnen
Gesamtkapitals an dem auf das Gesamtkapital fallenden Mehrwert parti-
zipieren, darf auf jedes derselben nur 20 p.c. Profit fallen; muß aber soviel
1472| darauf fallen. Damit dies aber möglich, müssen die Produkte der ver-
schiednen Sphären bald über ihrem Wert, bald mehr oder minder unter
ihrem Wert verkauft werden. Oder der gesamte Mehrwert muß sich auf sie
verteilen, nicht in dem Verhältnis, worin er in den besondren Produktions-
sphären gemacht wird, sondern im Verhältnis der Größe der vorgeschoßnen
Kapitalien. Alle müssen zu 1200 I. ihr Produkt verkaufen, so daß der Über-
schuß des Werts des Produkts über das vorgeschoßne Kapital = !/, des
letztren, = 20 Prozent.

62 Achtes Kapitel
Durch diese Verteilung:
Wert des Mehr- Durch- [Verhältnis zwischen [Verhältnis zwischen Berech-
Produkts wert schnittspreis Durchschnittspreis Profit und Mehrwert neter
und Wert] in Prozenten] Profit
Überschuß des Überschuß des
Durchschnittspreises Profits über den
über den Wert Mehrwert
I 1100 100 1200 100 100 p.c 200
Wert = dem
Preis
ii 1200 200 1200 0 0 200
Sinken des Durch- Fall des Profits
schnittspreises unter unter den
den Wert Mehrwert
II 1300 300 1200 100 331/,p.c. 200
Überschuß des Überschuß des
Preises über den Profits über den
Wert Mehrwert
IV 1150 150 1200 50 331/gp.c. 200
Überschuß des Überschuß des
Werts über den Mehrwerts über
Preis den Profit
V 1250 250 1200 50 25 p.c. 200
Fall des Profits
unter den
Mehrwert
20 p.c.

Hier sehn wir, daß nur in einem Fall (II) der Durchschnittspreis = dem
Wert der Ware, weil zufällig der Mehrwert hier gleich dem normalen Durch-
schnittsprofit von 200 ist. In allen andren Fällen wird bald mehr, bald weni-
ger von dem Mehrwert der einen [Sphäre] genommen und der andren ge-
geben etc.

Wenn Herr Rlodbertus] irgend etwas zu zeigen hat, war es, warum in der
Agrikultur dies nicht der Fall sein [kann], sondern [warum] in ihr die Ware
zu ihrem Wert und nicht zum Durchschnittspreis verkauft werden soll.

Was die Konkurrenz bewirkt, ist die Equalisierung der Profite, also die
Reduktion der Werte der Waren zu Durchschnittspreisen. Wie der einzelne

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 63

Kapitalist, wie Herr Malthus sagt, von jedem Teil seines Kapitals gleich-
mäßig Profit erwartet!??! - was in andren Worten nichts heißt, als daß er
jeden Teil des Kapitals (abgesehn von seiner organischen Funktion) als
selbständige Quelle des Profits betrachtet, daß er ihm so erscheint -, so be-
trachtet jeder Kapitalist der Klasse der Kapitalisten gegenüber sein Kapital
als Quelle eines gleich großen Profits, wie ihn jedes andre Kapital von
gleicher Größe macht; d.h., jedes Kapital in einer besondren Produktions-
sphäre wird nur betrachtet als Teil des Gesamtkapitals, das der Gesamt-
produktion vorgeschossen ist, und verlangt seinen share! am Gesamtmehr-
wert, an der Gesamtheit der unbezahlten Arbeit oder Arbeitsprodukte - im
Verhältnis seiner Größe, seiner Aktie - im Verhältnis, wie es ein aliquoter
Teil des Gesamtkapitals. Dieser Schein bestätigt dem Kapitalisten - dem
überhaupt alles in der Konkurrenz umgekehrt erscheint - wie es ist und be-
stätigt nicht nur ihm, sondern einigen seiner devotsten Pharisäer und
Schriftgelehrten, daß das Kapital eine von der Arbeit unabhängige Ein-
kommenquelle sei, indem in der Tat der Profit des Kapitals in jeder be-
sondren Produktionssphäre keineswegs allein bestimmt ist durch das Quan-
tum unbezahlter Arbeit, das es selbst „produziert“, in den Topf der Gewinn-
masse wirft”, aus der die einzelnen Kapitalisten Raten ziehn im Verhältnis
zu ihren shares am Gesamtckapital.

Also [sind die Ausführungen von] Rodblertus] Blödsinn. Nebenbei noch
zu bemerken, daß in einigen Zweigen der Agrikultur - wie in der selb-
ständigen Viehzucht - das variable Kapital, d.h. das in Arbeitslohn aus-
gelegte, außerordentlich klein ist, verglichen mit dem konstanten Teil des
Kapitals.

„Die Pacht ist ihrer Natur nach immer Grundrente.“ (S.113.)

Falsch. Die Pacht wird immer dem landlord gezahlt; voilä tout?. Ist sie
aber, wie dies in der Praxis sehr oft vorkömmt, zum Teil oder ganz ein Ab-
zug vom normalen Profit oder ein Abzug vom normalen Arbeitslohn {der
wirkliche Mehrwert, also Profit + Rente, sind nie Abzug vom Arbeitslohn,
sondern jenes Teils des Produkts des Arbeiters, der nach Abzug des Arbeits-
lohns von diesem Produkt übrigbleibt}, so ist sie, ökonomisch betrachtet,
nicht Grundrente und wird dies auch sofort praktisch bewiesen, sobald
1473| die Konkurrenzverhältnisse den normalen Arbeitslohn und den nor-
malen Profit retablieren.

Bei den Durchschnittspreisen, wozu die Konkurrenz die Werte der Waren

1 Anteil - 2 in der Handschrift: zieht - ® das ist alles

64 Achtes Kapitel

beständig zu reduzieren strebt, findet also - mit der Ausnahme II in der
obigen Tabelle - beständiger Wertzuschlag zu dem Produkt der einen Pro-
duktionssphäre und Wertabschlag vom Produkt der andren statt, damit die
allgemeine Profitrate herauskomme. Bei den Waren der besondren Produk-
tionssphäre, wo das Verhältnis des variablen Kapitals zur Gesamtsumme
des vorgeschoßnen Kapitals {die Rate der Surplusarbeit als gegeben, gleich
vorausgesetzt} dem Durchschnittsverhältnis des gesellschaftlichen Kapitals
entspricht, ist der Wert = dem Durchschnittspreis, findet also weder Wert-
zuschlag noch Wertabschlag statt. Sollte aber infolge von besondren Um-
ständen, die hier nicht zu erörtern, nicht vorübergehend, sondern durch-
schnittlich, innerhalb bestimmter Produktionssphären der Wert der Waren
- obgleich er über dem Durchschnittspreis steht - keinen Abschlag erhalten,
so ist dies Festhalten des ganzen Mehrwerts in einer besondren Produktions-
sphäre - obgleich es den Wert der Ware über den Durchschnittspreis erhöht
und daher eine größre als die Durchschnittsprofitrate abwirft - als ein Privi-
legium solcher Produktionssphären zu betrachten. Es ist als Zigentümlich-
keit, Ausnahme hier zu behandeln und zu erklären, nicht daß ihr Durch-
schnittspreis unter ihren Wert gesenkt wird - was ein allgemeines Phänomen
und eine notwendige Voraussetzung der ÄAusgleichung -, sondern warum
sie grade zu ihrem Wert über den Durchschnittspreis verkauft werden im
Unterschied von den andren Waren.

Der Durchschnittspreis einer Ware ist gleich ihren Produktionskosten
(dem in ihr vorgeschoßnen Kapital, sei es in Arbeitslohn, Rohmaterial,
Maschinerie oder was immer) ++ dem Durchschnittsprofit, Also wenn, wie
im obigen Fall, der Durchschnittsprofit = 20 p.c., = "/,, so ist der Durch-

schnittspreis jeder Ware = C (dem vorgeschoßnen Kapital) + R (der

P
Durchschnittsprofitrate). It C-+ c gleich dem Wert dieser Ware, also der
in dieser Produktionssphäre erzeugte Mehrwert M = P, so ist der Wert der
P
Ware gleich ihrem Durchschnittspreis. Ist C + C < als der Wert der Ware,

also der in dieser Sphäre erzeugte Mehrwert M > P, so wird der Wert der
Ware herabgesenkt zu ihrem Durchschnittspreis und ein Teil ihres Mehr-

P
werts dem Wert andrer Waren zugeschlagen. Ist endlich C+ c > als der
Wert der Ware, also M <P, so wird der Wert der Ware zu ihrem Durch-

schnittspreis gesteigert und in andren Produktionssphären erzeugter Mehr-
wert ihr zugeschlagen.

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 65

Finden sich endlich Waren, die zu ihrem Wert verkauft werden, ob-
ROMER P ; ; i
leich ihr Wert >C + =, oder deren Wert wenigstens nicht so weit herab-
® C
gesenkt wird, um ihn zu nivellieren zu ihrem normalen Durchschnittspreis
P : es i
C+ co müssen Umstände wirken, die diesen Waren eine Ausnahme-

stellung geben. In diesem Fall steht der in diesen Produktionssphären rea-
lisierte Profit über der allgemeinen Profitrate. Empfängt hier der Kapitalist
die allgemeine Profitrate, so kann der Landlord den Surplusprofit in der
Form der Grundrente erhalten.

### [7. Rodbertus’ falsche Auffassung von den Faktoren,
die die Profitrate und die Rate der Grundrente bestimmen]

Was ich Profitrate und Zinsrate oder Rate der Grundrente nenne, nennt
Rfodbertus]

„Höhe des Kapitalgewinns und Zinsen“. (p. 113.) Sie „ergibt sich aus deren Proportion
zum Kapital... Bei allen zivilisierten Nationen ist die Kapitalsumme von 100 als Ein-
heit angenommen, die den Maßstab für die zu berechnende Höhe abgibt. Je größer
also die Verhältniszahl ist, die der auf das Kapital fallende Gewinn- oder Zinsenbetrag
zu 100 gibt, mit andern Worten, je ‚mehr Prozente‘ ein Kapital abwirft, desto höher
stehen Gewinn und Zins.“ (p. 113, 114.)

„Die Höhe der Grundrente und der Pacht ergibt sich aus deren Proportion zu einem
bestimmten Grundstück.“ (p. 114.)

Dies ist schlecht. Die Rate der Grundrente ist zunächst zu berechnen
auf das Kapital, also als der Überschuß" des Preises einer Ware über den Preis
ihrer Produktionskosten und über den Teil des Preises, der den Profit bildet.
Herr Rlodbertus] nimmt die Rechnung mit acre oder Morgen, worin der
innre Zusammenhang wegfällt, ||474] die erscheinende Form der Sache, weil
sie ihm gewisse Phänomene erklärt. Die Rente, die ein acre abwirft, ist das
rental; the absolute amount of rent. It may rise if the rate of rent remains the
same or is even lowered.?

„Die Höhe des Bodenwerts ergibt sich aus der Kapitalisation der Grundrente eines
bestimmten Grundstücks. Je größer die Kapitalsumme ist, welche die Kapitalisation

1 In der Handschrift: auf das Kapital, also auf den Teil des Überschusses - ? die abso-
lute Masse der Rente. Sie kann steigen, wenn die Rate der Rente dieselbe bleibt oder sogar sinkt.
(In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen.)

66 Achtes Kapitel

der Grundrente eines Grundstücks von einem bestimmten Flächenmaß gibt, desto
höher steht der Bodenwert.“ (p. 114.)

Das Wort „Höhe“ hier Blödsinn. Denn wozu drückt es ein Verhältnis
aus? Daß [die Kapitalisation bei einem Zinsfuß von] 10 p.c. mehr gibt als
[bei] 20, ist klar; aber hier ist die Maßeinheit 100. Die ganze „Höhe des
Bodenwerts“ ist dieselbe allgemeine Phrase als Höhe oder Niedrigkeit der
Warenpreise überhaupt.

Herr Rl[odbertus] will nun untersuchen:

„Was entscheidet nun über die Höhe des Kapitalgewinnes und der Grundrente?" (p. 115.)

### [a) Rodbertus’ erste These]

Zunächst untersucht er: Was entscheidet! die „Höhe der Rente über-
haupt“, also was bestimmt die Rate des Mehrwerts?

„1.) Bei einem gegebenen Produktwert oder dem Produkt einer gegebenen Quan-
tität Arbeit oder was wieder dasselbe ist, bei einem gegebenen Nationalprodukt steht
die Höhe der Rente überhaupt in umgekehrtem Verhältnis zu der Höhe des Arbeits-
lohnes und in gradem Verhältnis zu der Höhe der Produktivität der Arbeit überhaupt.
Je niedriger der Arbeitslohn, desto höher die Rente; je höher die Produktivität der
Arbeit überhaupt, desto niedriger der Arbeitslohn und desto höher die Rente.“ (p. 115,
116.)

„Die Höhe“ der Rente -die Rate des Mehrwerts -, sagt Rfodbertus], hängt ab von
der „Größe dieses zur Rente übrigbleibenden Teils“ (p. 117), nämlich nach Abzug des
Arbeitslohns vom Gesamtprodukt, wobei „von dem Teile des Produktwerts, der zum
Kapitalersatz dient ... außer acht gelassen werden kann.“ (p. 117.)

Dies ist gut (ich meine, daß bei dieser Betrachtung des Mehrwerts der
konstante Teil des Kapitals „außer acht gelassen“ wird.)
Eine etwas sonderbare Ansicht ist, daß,

„wenn der Arbeitslohn fällt, d.h. fortan eine kleinere Quote des ganzen Produktwerts
ausmacht, das gesamte Kapital, auf welches der andere Teil der Rente“ {i.e. der indu-
strielle Profit} „als Gewinn zu berechnen ist, kleiner wird. Nun konstituiert aber allein
der Verhältnissatz zwischen dem Wert, der Kapitalgewinn oder Grundrente wird, zu
dem Kapital resp. der Grundfläche, auf die er als solche zu berechnen ist, die Höhe der-
selben. Läßt also der Arbeitslohn einen größren Wert zu Rente übrig, so ist auf das
selbst verringerte Kapital und die gleich große Grundfläche ein größrer Wert als Ge-
winn und Grundrente zu berechnen, die daraus sich ergebende Proportionszahl beider

% In der Handschrift: unterscheidet

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 67

wird größer, und es sind also beide zusammengenommen oder die Rente überhaupt
höher geworden ... es ist vorausgesetzt, daß der Produktwert überhaupt sich gleich-
bleibt... Deshalb, weil der Lohn, welchen die Arbeit kostet, geringer wird, wird noch
nicht die Arbeit, die das Produkt kostet, geringer.“ (p.117, 118.)

Das letzte gut. Es ist aber falsch, daß, wenn das variable Kapital fällt,
das in Arbeitslohn ausgelegte, das konstante Kapital kleiner werden muß; in
andren Worten, es ist falsch, daß die Profitrate {die ganz ungehörige Be-
ziehung auf Landfläche etc. hier weggelassen} steigen muß, weil die Rate des
Mehrwerts steigt. Der Arbeitslohn fällt z.B., weil die Arbeit produktiver
wird, und dies Produktiverwerden drückt sich in allen Fällen darin aus, daß
in derselben Zeit mehr Rohmaterial von demselben Arbeiter verarbeitet
wird; also dieser Teil des konstanten Kapitals wächst, ditto Maschinerie
und ihr Wert. Also kann die Profitrate sinken mit der Verminderung des
Arbeitslohns. Die Rate des Profits hängt von der Größe des Mehrwerts ab, die
nicht nur durch die Rate des Mehrwerts, sondern auch [durch] die Anzahl
der angewandten Arbeiter bestimmt ist.

Rlodbertus] bestimmt richtig den notwendigen Arbeitslohn als gleich

„dem Betrage des notwendigen Unterhalts, d.h. einem für ein bestimmtesLand und einen
bestimmten Zeitraum ziemlich gleichen, bestimmten realen Produktquantum“ . (p. 118.)

1475| Herr Rodbertus stellt nun die von Ricardo aufgestellten Sätze über
das umgekehrte Verhältnis von Profit und Arbeitslohn und die Bestimmung
dieses Verhältnisses durch die Produktivität der Arbeit höchst verzwickt-
konfus dar, schwierig unbeholfen. Das Konfuse kommt zum Teil daher, daß
er, statt die Arbeitszeit als Maß zu nehmen, tölpelhaft Produktquanta
nimmt und blödsinnige Unterscheidungen von „Höhe des Produktwerts“
und „Größe des Produktwerts“ macht.

Der Jüngling versteht unter „Höhe des Produktwerts“ nichts als das Ver-
hältnis des Produkts zur Arbeitszeit. Liefert dieselbe Arbeitszeit viele Pro-
dukte, so ist der Produktwert niedrig, d.h. der Wert des einzelnen Teil-
produkts, wenn umgekehrt, umgekehrt. Lieferte I Arbeitstag 100 Ibs. Twist
und später 200 Ibs., so wäre im zweiten Fall der Wert des Twistes noch
einmal so klein als im ersten. Im ersten Fall sein Wert = !/igo Arbeitstag;
im zweiten der Wert des Ib. Twist = Y/agp Arbeitstag. Da der Arbeiter das-
selbe Quantum Produkt bekommt, sein Wert mag hoch oder niedrig sein, d.h.
es mag mehr oder weniger Arbeit enthalten, so verhalten sich Arbeitslohn
und Profit umgekehrt, und der Arbeitslohn nimmt je nach der Produktivität
der Arbeit mehr oder weniger vom Gesamtprodukt fort. Er drückt das in
folgenden verzwickten Sätzen aus:

68 Achtes Kapitel

»...wenn der Arbeitslohn, als notwendiger Unterhalt, ein bestimmtes reales Pro-
duktquantum ist, so muß derselbe, wenn der Produktwert hoch ist, einen großen Wert,
wenn erniedrig ist, einen geringen Wert ausmachen, also auch, da ein gleicher Produkt-
wert als zur Teilung kommend angenommen ist, wenn der Produktwert hoch ist, einen
großen Teil, wenn er niedrig ist, einen geringen Teil davon absorbieren, und endlich
also auch eine große resp. eine kleine Quote des Produktwerts zu Rente übriglassen.
Wenn aber die Regel gilt, daß der Wert des Produkts äqual der Quantität Arbeit ist, die
dasselbe gekostet hat, so entscheidet wieder über die Höhe des Produktwerts lediglich
die Produktivität der Arbeit oder das Verhältnis der Menge des Produkts zu der Quantität
der Arbeit, die zu seiner Produktion verwandt ist ... wenn dieselbe Quantität Arbeit
mehr Produkt hervorbringt, mit anderen Worten, wenn die Produktivität steigt, so
haftet auf demselben Quantum Produkt weniger Arbeit; und umgekehrt, wenn dieselbe
Quantität Arbeit weniger Produkt hervorbringt, mit andren Worten, wenn die Produk-
tivität sinkt, so haftet auf demselben Quantum Produkt mehr Arbeit. Nun bestimmt
aber die Quantität Arbeit den Wert des Produkts, und der verhältnismäßige Wert eines
bestimmten Quantums von Produkt die Höhe des Produktwerts“ ... Also muß „die Rente
überhaupt ... desto höher sein, je höher die Produktivität der Arbeit überhaupt steht“.
(p. 119, 120.)

Dies jedoch nur richtig, wenn das Produkt, zu dessen Produktion der
Arbeiter verwandt ist, zu der species! gehört, die in seine Konsumtion als
Lebensmittel eingeht - der Tradition oder der Notwendigkeit nach. Wenn
nicht, ist die Produktivität dieser Arbeit ganz gleichgültig für die relative
Höhe des Arbeitslohns und des Profits, wie für die Größe des Mehrwerts
überhaupt. Derselbe Wertteil des ganzen Produkts, die Zahl oder das Quan-
tum Produkt, worin sich dieser Wertteil ausdrückt, mag groß oder klein
sein, fällt dem Arbeiter als Arbeitslohn zu. An der Teilung des Weris des
Produkts wird in diesem Fall nichts durch irgendeinen Wechsel in der
Produktivität der Arbeit geändert.

### [B) Rodbertus’ zweite These]

„11.) Ist bei einem gegebenen Produktwert die Höhe der Rente überhaupt gegeben,
so steht die Höhe der Grundrente resp. des Kapitalgewinnes in umgekehrten Verhält-
nis sowohl zueinander als auch zu der Produktivität resp. der Rohproduktionsarbeit und
der Fabrikationsarbeit. Je höher oder niedriger die Grundrente, desto niedriger oder
höher der Kapitalgewinn und umgekehrt; je höher oder niedriger die Produktivität der
Rohproduktionsarbeit oder der Fabrikationsarbeit, desto niedriger oder höher die
Grundrente oder der Kapitalgewinn, und wechselweise also auch desto höher oder nied-
riger der Kapitalgewinn oder die Grundrente.“ (l.c.p. 116.)

1 Art

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 69

Erst hatten wir (lin der These] I) das Ricardosche [Gesetz], daß Arbeits-
lohn und Profit in umgekehrtem Verhältnis stehn.

Jetzt das zweite Ricardosche - anders gewickelt oder rather! „ver-
wickelt“ -, daß Profit und Rente in umgekehrtem Verhältnis stehn.

Es ist sehr klar, daß, wenn ein gegebener Mehrwert sich teilt zwischen Ka-
pitalist und Grundeigentümer, der Teil des einen desto größer, je kleiner
der des andren und vice versa?. Aber Herr Rodblertus] bringt hier noch
etwas of his own®, was näher zu untersuchen.

Herr Rodbertus betrachtet es zunächst als eine neue Entdeckung, daß
der Mehrwert überhaupt {„der als Rente überhaupt zur Teilung kommende
Wert des Arbeitsprodukts“}, der gesamte von den Kapitalisten erschacherte
Mehrwert, „aus dem Wert des Rohprodukts + dem Wert des Fabrikations-
produkts besteht“. (p. 120.)

Zunächst wiederholt uns Herr Rodbf[ertus] wieder seine „Entdeckung“
über das Fehlen des „Materialwerts“ in der | Agrikultur. Diesmal in
folgendem Wortstrom:

„Der Rententeil, welcher auf das Fabrikationsprodukt fällt und den Kapitalgewinn-
satz bestimmt, wird nicht bloß auf das zur Herstellung dieses Produkts wirklich ver-
wandte Kapital, sondern auch auf den ganzen Rohproduktwert, der als Materialwert
im Unternehmungsfonds des Fabrikanten mitfiguriert, als Gewinn repartiert; bei dem
Rententeil hingegen, welcher auf das Rohprodukt fällt und von dem der Gewinn für das
in der Rohproduktion verwandte Kapital nach dem in der Fabrikation gegebnen Gewinn-
satz“ (jawohl! gegebnen Gewinnsatz!) „berechnet wird, der Rest aber zu Grundrente
übrigbleibt, fehlt ein solcher Materialwert.“ (p. 121.)

Wir wiederholen: quod non!*

Angenommen, was Herr Rodblertus] nicht bewiesen hat und in seiner
Weise nicht beweisen kann, daß eine Grundrente existiert - also ein be-
stimmter Teil des Mehrwerts des Rohprodukts dem landlord zufällt.

Ferner angenommen: „die Höhe der Rente“ (die Rate des Mehrwerts)
„ist überhaupt von einem gegebenen Produktwert gegeben.“ (p.121.) Was
soviel heißt als z.B.: In Ware von [00 . ist z.B. 50 /. = !/, gleich unbezahl-
ter Arbeit; bildet also den Fonds, woraus alle Rubriken des Mehrwerts,
Rente, Profit etc. bezahlt werden. So ist sehr evident, daß der eine der
shareholders® in den 50 I. desto mehr bezieht, je weniger der andre bezieht
und vice versa, oder daß Profit und Grundrente in umgekehrtem Verhältnis
stehn. Es fragt sich nun, was bestimmt die Teilung zwischen den beiden?

1 vielmehr - 2 umgekehrt - ? eigenes - * dem ist nicht so! - ° Teilhaber

79 Achtes Kapitel

Jedenfalls bleibt richtig, daß die Revenue des manufacturer (sei er agri-
culturist oder Fabrikant) gleich dem Mehrwert ist, den er aus dem Verkauf
seines Fabrikationsprodukts zieht (den er den Arbeitern in seiner Produk-
tionssphäre abgemaust hat) und daß die Grundrente (wo sie nicht etwa wie
beim Wasserfall, der dem Industriellen verkauft wird, direkt aus dem
Fabrikationsprodukt stammt, was auch der Fall bei Rente für Häuserbauen
etc., denn Häuser sind doch wohl kein Rohprodukt) nur aus dem Surplus-
profit stammt (dem Teil des Mehrwerts, der nicht in die allgemeine Profit-
rate eingeht), der in den Rohprodukten steckt und vom farmer dem land-
lord bezahlt wird.

Es ist ganz richtig, daß, wenn der Wert des Rohprodukts steigt [oder
fällt], in den Zweigen der Industrie, die Rohmaterial anwenden, die Profit-
rate steigen oder fallen wird, umgekehrt mit dem Wert des Rohprodukts.
Verdoppelt sich der Wert der Baumwolle, so wird bei gegebnem Arbeits-
lohn und gegebner Rate des Mehrwerts die Profitrate sinken, wie ich das
früher an einem Beispiel gezeigt.! Aber dasselbe gilt in der Agrikultur. Ist
die Ernte unfruchtbar und soll auf gleicher Produktionsstufe weiterprodu-
ziert werden (wir nehmen hier an, daß die Waren zu ihrem Wert verkauft
werden), so würde ein größrer Teil des Gesamtprodukts oder seines Werts
der Erde wiedergegeben werden müssen, und nach Abzug des Arbeitslohns,
wenn er gleich bliebe, würde ein mindres Quantum Produkt den Mehrwert
des farmers bilden, also auch ein mindres Quantum Wert zwischen ihm und
Landlord zu verteilen sein. Obgleich das einzelne Produkt höhren Wert
hätte als früher, wäre nicht nur das Quotum Produkt, sondern die zurück-
bleibende Wertportion geringer. Etwas andres ist, wenn das Produkt infolge
der Nachfrage über seinen Wert steigt und so sehr steigt, daß ein geringres
Quantum Produkt einen höhren Preis hat als früher ein großes Quantum
Produkt. Dies jedoch ist gegen die Verabredung, daß die Produkte zu ihrem
Wert verkauft werden.

Nimm umgekehrt an, die Baumwollernte ist doppelt fruchtbar und der
Teil derselben, der direkt der Erde wiedergegeben wird, als Dünger z.B.
und Samen, kostet weniger als früher, In diesem Falle ist der Wertteil, der
nach Abzug des Arbeitslohns bleibt, größer für den Cottonbauer als
früher. Die Profitrate würde hier ebenso steigen wie in der Baumwoll-
industrie. Es ist zwar ganz richtig. In einer Elle Kaliko wäre jetzt der Wert-
teil, der das Rohprodukt bildet, kleiner als früher und der den Fabrikations-
wert bildet, größer als früher. Nimm an, die Elle Kaliko kostet 2 sh., wenn

1 Siehe 3, Teil dieses Bandes, S. 214.

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 71

der Wert der darin enthalinen Baumwolle = 1 sh. Fällt nun die Baum-
wolle (was nur möglich unter der Voraussetzung, daß ihr Wert gleich ihrem
Preis, weil die Kultur produktiver geworden) von 1 sh. auf 6 [d.], so der
Wert der Elle Kaliko = 18 .d. Er ist gefallen um }/, = 25 p.c. Aber wo der
Cottonbauer früher 100 lbs. zu I sh. verkaufte, soll er jetzt 200° zu 6.d.
verkaufen. Früher der Wert = 100 sh.; jetzt gleich 100? sh. Obgleich die
Baumwolle früher einen größern Wertteil des Produkts bildete - zugleich
auch die Rate des Mehrwerts in der Baumwollkultur selbst fiel - erhielt der
Cottonmann für seine 100 sh. Baumwolle, das Ib. zu 1 sh., nur 50 Ellen
Kaliko; er erhält jetzt für seine 100? sh., wo das Ib. zu 6. d. 66?/3° Ellen.

Vorausgesetzt, daß die Waren zu ihren Werten verkauft werden, ist es
falsch, daß die Revenue der Produzenten, die an der Produktion des Pro-
dukts partizipieren, notwendig von den Wertbestandteilen abhängt, ||477]
die ihre Produkte vom Gesamtwert des Produkts bilden.

Gesetzt, in allen Manufakturwaren, die Maschinerie eingeschlossen,
bestehe der Wert des Gesamtprodukts in einem Zweig aus 300 !., im andern
aus 900, im dritten aus 1800.

Wenn es wahr ist, daß die Proportion, worin sich der Wert des ganzen
Produkts zwischen Wert des Rohprodukts und Wert des Fabrikations-
produkts teilt, die Proportion bestimmt, worin sich der Mehrwert — die
Rente, wie Rodl[bertus] sagt - in Profit und Grundrente teilt, so muß
dies auch wahr sein für verschiedne Produkte verschiedner Produktions-
sphären, worin Rohstoff und Fabrikationsprodukt in verschiednen Ver-
hältnissen partizipieren.

Fallen vom Wert von 900 I. 300 I. auf Fabrikationsprodukt und 600 I.
auf Rohstoffprodukt, ist 1 l. = | Arbeitstag; ist ferner die Rate des Mehr-
werts gegeben, z.B. 2 Std. auf 10, wenn 12 Std. der normale Arbeitstag, so
sind in den 300 /. [Fabrikationsprodukt] enthalten 300 Arbeitstage, in den
600 I. [Rohstoffprodukt] noch einmal soviel, 2 x 300. Die Summe des Mehr-
werts in dem einen = 600 Stunden, in dem andren = 1200. Dies heißt
weiter nichts, als daß, wenn die Rate des Mehrwerts gegeben, die Größe
desselben von der Anzahl der Arbeiter oder der Anzahl der gleichzeitig be-
schäftigten Arbeiter abhängt. Da ferner vorausgesetzt (nicht bewiesen) ist,
daß von dem Mehrwert, der in den Wert der Agrikulturprodukte eingeht,
ein Teil dem landlord als Grundrente zufällt, so würde weiter folgen, daß in
der Tat die Größe der Grundrente wächst im selben Verhältnis wie der Wert
des Agrikulturprodukts comparativement® zum „Fabrikationsprodukt“.

* In der Handschrift: 400 - ® in der Handschrift: 200 - °® in der Handschrift: 1331/, -

2 im Vergleich

72 Achtes Kapitel

Im obigen Beispiel verhält sich das Agrikultur- zum Fabrikations-
produkt = 2:1 = 600:300. Gesetzt, es verhalte sich = 300:600. Da die
Grundrente hängt an dem in dem Agrikulturprodukt steckenden Mehr-
wert, so klar, daß, wenn dieser 1200 Std. im ersten Fall, dagegen nur 600 im
zweiten, die Grundrente, wenn sie einen bestimmten part! von diesem Mehr-
wert bildet, größer im ersten Fall als im zweiten sein muß. Oder, je größren
Wertteil das Agrikulturprodukt vom Wert des ganzen Produkts bildet, um
so größer der auf es fallende Anteil am Mehrwert des ganzen Produkts, da
in jedem Wertteil des Produkts eine bestimmte Portion Mehrwert steckt;
und je größer der auf das Agrikulturprodukt fallende Anteil am Mehrwert
des ganzen Produkts, um so größer die Grundrente, da ein bestimmter pro-
portioneller Teil vom Mehrwert des Agrikulturprodukts sich in Grundrente
darstellt.

Gesetzt, die Grundrente = Y/], des Agrikulturmehrwerts, so ist sie
= 120 [Stunden], wenn der Wert des Agrikulturprodukts von den 900
= 600 und nur = 60, wenn er = 300. Die Größe der Grundrente würde
hiernach in der Tat wechseln mit der Größe des Werts des Agrikultur-
produkts, also auch mit der relativen Größe des Werts des Agrikultur-
produkts im Verhältnis zum Manufakturprodukt. Aber die „Höhe“ der
Grundrente und des Profits - ihre Raten - hätten absolut nichts damit zu
schaffen. Im ersten Fall Wert des Produkts = 900, davon 300 Manufaktur-
produkt und 600 = Agrikulturprodukt. Davon 600 Std. Mehrwert für das
Manufakturprodukt und 1200 für das Agrikulturprodukt. Zusammen
1800 Std. Von diesen fallen auf die Grundrente 120, auf den Profit 1680.
Im zweiten Fall - Wert des Produkts = 900. 600 = Manufaktur, 300 =
Agrikultur. Also Mehrwert 1200 [Std.] für Manufaktur und 600 für Agri-
kultur. Zusammen 1800. Davon fallen auf die Grundrente 60 und auf den
Profit 1200 für Manufaktur -+ 540 für Agrikultur. Zusammen 1740. Im
zweiten Fall ist das Manufakturprodukt doppelt so groß wie das Agri-
kulturprodukt (dem Wert nach), im ersten Fall umgekehrt. Im zweiten?
Fall die Grundrente = 60, im ersten? = 120, Sie ist nur einfach gewachsen
im Verhältnis wie der Wert des Agrikulturprodukts. Wie diese Größe zu-
nahm, nahm ihre Größe zu. Beobachten wir den Gesamtmehrwert*, 1800,
so die Grundrente "/,; im ersten? Fall, im zweiten? !/,,.

Wenn hier mit der Größe des auf das Agrikulturprodukt fallenden Wert-
teils auch die Größe der Grundrente steigt und mit dieser ihrer Größe ihr

1 Teil - ? in der Handschrift: ersten - ® in der Handschrift: zweiten - ? in der Hand-
schrift: das Gesamtprodukt

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 73

proportioneller Anteil am Gesamtmehrwert - also auch die Rate, worin der
Mehrwert der Grundrente zufällt, steigt im Verhältnis zu der, worin der
Profit partizipiert - [so ist] dies nur der Fall, weil Rod[bertus] unterstellt, daß
die Grundrente in bestimmter Proportion am Mehrwert des Agrikultur-
produkts partizipiert. Dies muß in der Tat der Fall sein, wenn dies fact
gegeben oder vorausgesetzt ist. Das fact selbst folgt aber keineswegs aus dem
Kohl, den Rodbflertus] wieder über den „Materialwert“ macht, und den ich
oben 476 anfangs der Seite angeführt!.

Die Höhe der Grundrente wächst aber auch nicht im Verhältnis zu dem
[Mehrwert im] Produkt, woran sie partizipiert, denn dies [Verhältnis ist]
nach wie vor = Yin; ihre Größe wächst, weil dies Produkt wächst und weil
ihre Größe wächst, ohne daß ihre „Höhe“ gewachsen, wächst ihre „Höhe“,
verglichen mit dem Quantum des Profits oder dem Anteil des Profits an dem
1478| Wert dieses Gesamtprodukts. Weil vorausgesetzt ist, daß ein größrer
Teil des Werts des Gesamtprodukts Rente abwirft, ein größrer Teil des
Mehrwerts rentable® geworden ist, ist natürlich der in Rente verwandelte
Teil des Mehrwerts größer. Die Sache hat absolut nichts mit dem „Material-
wert“ zu tun. Daß aber eine

„größre Rente“ zugleich als eine „höhere“ sich darstellt, „weil der Flächenraum oder
die Morgenzahl, auf welche er berechnet wird, dieselbe geblieben ist, und also auf den
einzelnen Morgen eine größere Wertsumme kommt“ (p. 122),

ist albern. Es ist ein Messen der „Höhe“ der Rente an einem „Maßstab“,
wodurch die Schwierigkeit der Frage selbst vermieden wird.

Hätten wir das obige Beispiel anders gestellt, da wir noch nicht wissen,
was Rente ist, und bei dem Agrikulturprodukt dieselbe Profitrate gelassen
wie beim Manufakturprodukt, nur für Rente "/o zugeschlagen, so stellte
sich die Sache anders und klarer, was eigentlich nötig, da dieselbe Profitrate
unterstellt ist.

Manufaktur- Agrikultur-

produkt produkt
I 6001 300 1 1200 [Std.] Mehrwert für Manufaktur, 600 für Agri-
kultur und 60 für Rente. Zus. 1860 [Std.; von diesen]
1800 für Profit.
II 3002. 600 I, 600 [Std.] Mehrwert für Manufaktur, 1200 für Agri-
kultur und 120 für Rente. Zus. 1920 [Std.; von diesen]
1800 für Profit.

1 Siehe vorl. Band, S. 69 - * in Rente verwandelbar

74 Achtes Kapitel

Die Grundrente in case! II doppelt so groß wie in I, weil der Teil des
Produktwerts, auf dem sie als Laus sitzt, das Ägrikulturprodukt, gewachsen
ist im Verhältnis zum Industrieprodukt. Die Profitmasse bleibt in beiden
Fällen dieselbe, = 1800. Im ersten Fall }/,,, im zweiten 1/, von dem Ge-
samtmehrwert”.

Will Rodblertus] durchaus den „Materialwert“ der Industrie ausschließ-
lich vindizieren, so war es vor allem seine Pflicht, den Teil des konstanten
Kapitals, der aus Maschinerie etc. besteht, ausschließlich der Agrikultur
aufzubürden. Dieser Teil des Kapitals geht in die Agrikultur ein als ihr von
der Industrie geliefertes Produkt - als „Fabrikationsprodukt“, das Pro-
duktionsmittel für das „Rohprodukt“ bildet.

Was die Industrie angeht, so ist der Wertteil der Maschinerie, der aus
„Rohmaterial“ besteht, ihr schon - da es sich hier um Abrechnung zwischen
zwei Firmen handelt - debitiert unter der Rubrik „Rohstoff“ oder „Material-
wert“. Dies kann also nicht doppelt angeschrieben werden. Der andre
Wertteil der Maschinerie, die in der Manufaktur gebraucht wird, besteht aus
zugesetzter „Fabrikationsarbeit“ (vergangner und gegenwärtiger), und
diese löst sich auf in Salair und Profit (bezahlte Arbeit und unbezahlte
Arbeit). Der Teil des Kapitals also, der hier vorgeschossen (außer dem im
Rohmaterial der Maschinen enthaltnen), besteht nur aus Salair; vermehrt
also nicht nur die Größe des vorgeschoßnen Kapitals, sondern vermehrt
auch die Masse des Mehrwerts, die auf dies vorgeschoßne Kapital zu be-
rechnen, also den Profit.

(Das Unrichtige bei solcher Rechnung immer, daß z.B. das d&chet? der
Maschinerie oder der Werkzeuge, das in der Maschine selbst enthalten, in
ihrem Wert, obgleich in letzter Analyse reduzierbar auf Arbeit, sei es Arbeit,
die im Rohmaterial steckt, sei es die, die Rohmaterial in Maschine ver-
wandelte etc., diese vergangne Arbeit nie mehr weder in den Profit, noch in
das Salair eingeht, sondern, soweit die zur Reproduktion nötige Arbeits-
zeit nicht changiert, nur mehr als produzierte Produktionsbedingung wirkt,
die, welches immer ihr Gebrauchswert im Arbeitsprozeß, im Verwertungs-
prozeß nur als Wert des konstanten Kapitals figuriert. Es ist dies sehr
wichtig, schon von mir auseinandergesetzt bei der Untersuchung über den
Austausch von konstantem Kapital und Revenue.* Aber noch außerdem zu
entwickeln in dem Abschnitt von der Akkumulation des Kapitals.)

Was dagegen die Agrikultur angeht - d.h. die bloße Rohprodukten-

produktion oder sog. Urproduktion -, so kann in keiner Weise bei der

3 Fall-% in der Handschrift: Gesamtwert -® der Verschleiß - ? siehe 1. Teil dieses Ban-
des, S.214-222

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 75

Abrechnung der Firmen „Urproduktion" und „Fabrikation“ der insie eingehende
Wertteil des Kapitals, der Maschinerie, Werkzeuge etc. repräsentiert, dieser
Teil des capital constant, anders aufgefaßt werden denn als ein Posten, der
in das Agrikulturkapital eingeht, ohne den Mehrwert desselben zu ver-
größern. Wird die Agrikulturarbeit produktiver infolge der Anwendung
der Maschinerie etc., so wird sie es um so weniger, je höher der Preis dieser
Maschinerie etc. Es ist der Gebrauchswert der Maschinerie und nicht ihr
Wert, der die Produktivität der Agrikulturarbeit oder irgendeiner Arbeit
vermehrt. Sonst könnte auch gesagt werden, daß die Produktivität der
Fabrikationsarbeit vor allem bedingt ist durch das Dasein des Rohstoffs und
seine Eigenschaften. Aber es ist wieder der Gebrauchswert des Rohstoffs,
nicht sein Wert, der eine Produktionsbedingung für die Industrie. Der
Wert ist vielmehr a drawback!. Es gilt also | mutatis mutandis?, wört-
lich von der Maschinerie etc., was Herr Rod[bertus] vom „Materialwert“
in respect to the industrial capital says°:

„ZB. die Kostenarbeit des besondren Produkts, das Weizen oder Baumwolle
ist, kann nicht durch die Kostenarbeit mitbestimmt werden, die dem Pflug oder
dem gin* als Maschine zu berechnen ist“ (oder auch die Kostenarbeit, die einem
Abzugskanal oder einem Stallungsgebäude zu berechnen ist). „Dagegen figuriert doch
der Wert der Maschine oder der Maschinenwert mit in dem Kapitalvermögen,
auf das der Besitzer den auf das Rohprodukt fallenden Rentenanteil als Gewinn zu
berechnen hat.“ (cf. Rod[bertus] p.97.)1#]

In andren Worten: Der Wertteil in Weizen und Baumwolle, der den
Wert des abgenutzten Pflugs oder gins repräsentiert, ist nicht das Resultat
der Arbeit des Pflügens oder des Trennens der Baumwollfaser von ihrem
Samen, sondern ist das Resultat der Arbeit, die den Pflug und den gin
fabrizierte. Dieser Wertbestandteil geht in das Agrikulturprodukt ein, ohne
in ihr produziert zu sein. Er passiert nur durch ihre Hände, denn mit dem-
selben ersetzt sie nur neue Pflüge und gins, die sie beim Maschinenmacher
kauft.

Diese in der Agrikultur gebrauchte Maschinerie, Werkzeuge, Baulich-
keiten und andre Fabrikationsprodukte bestehn aus 2 Bestandteilen: 1. den
Rohstoffen dieser Fabrikationsprodukte; [2. der den Rohstoffen zugesetzten
Arbeit]. Diese Rohstoffe sind zwar das Produkt der Agrikultur, aber ein Teil
ihres Produkts, der nie weder in Arbeitslohn noch in Profit eingeht. Existierte
gar kein Kapitalist, so könnte der Bebauer nach wie vor diesen Teil seines

* eine Kehrseite - ? mit den nötigen Abänderungen -° in bezug auf das industrielle Kapi-
talsagt-* Entkörnungsmaschine -® der Agrikultur

76 Achtes Kapitel

Produkts sich nicht als Arbeitslohn ankreiden. Er müßte ihn in fact! gratis
dem Maschinenfabrikanten geben, damit dieser ihm daraus eine Maschine
macht, und außerdem müßte er die diesem Rohstoff zugesetzte Arbeit
zahlen (= Salair + Profit). In der Tat geschieht das auch. Der Maschinist
kauft den Rohstoff, aber im Kauf der Maschine hat der Agrikulturist diesen
Rohstoff zurückzukaufen. Es ist also dasselbe, als hätte er ihn gar nicht ver-
kauft, sondern dem Maschinisten geliehn, um ihm die Form der Maschine
zu geben. Der Wertteil der in der Agrikultur angewandten Maschinerie also,
der sich in Rohstoff auflöst, obgleich Produkt der Agrikulturarbeit, und
deren Wertteil gehört der Produktion, nicht dem Produzenten und figuriert
daher unter seinen Kosten wie der Samen. Der andre Teil dagegen, der die
Fabrikationsarbeit an der Maschinerie darstellt, ist „Fabrikationsprodukt“,
das als Produktionsmittel in die Agrikultur eingeht, ganz wie der Rohstoff
als Produktionsmittel in die Industrie? eingeht.

Wenn es also richtig ist, daß Firma „Rohproduktion“ der Firma „In-
dustrie“ den „Materialwert“ liefert, der als Item in das Kapitalvermögen
des Fabrikanten eingeht, so ist es nicht minder richtig, daß Firma „In-
dustrie“ der Firma „Rohproduktion“ den Maschinenwert liefert, der
ganz (den aus Rohmaterial bestehenden Teil included) in das Kapitalver-
mögen des farmers eingeht, ohne daß dieser „Wertbestandteil“ ihm Mehr-
wert liefert. Es ist dies ein Umstand, warum in der high agriculture*, wie die
Engländer es nennen, die Profitrate kleiner erscheint als in der rohen Agri-
kultur, obgleich die Rate des Mehrwerts größer ist.

Zugleich liefert dies Herrn Rod[bertus] einen schlagenden Beweis, wie
gleichgültig es für das Wesen einer Kapitalavance ist, ob der Wertteil des
Produkts, der sich in capital constant auslegt, in natura ersetzt und daher
bloß als Ware berechnet wird - als Geldwert - oder wirklich veräußert
worden ist und durch den Prozeß des Kaufs und Verkaufs durchgangen.
Würde der Rohproduktenmann z.B. das in seiner Maschine enthaltne
Eisen, Kupfer, Holz etc. dem Maschinenbauer gratis geben, so daß dieser
ihm beim Verkauf der Maschine daraus die zugesetzte Arbeit und das
dechet seiner eignen Maschine berechnet, so würde diese Maschine dem
Agrikulturisten grade soviel kosten, wie sie ihm jetzt kostet, und derselbe
Wertbestandteil würde als capital constant, als Avance in seiner Produktion
figurieren; ganz wie es dasselbe ist, ob ein Bauer seine ganze Ernte verkauft
und mit dem Wertteil derselben, der Samen (Rohmaterial) repräsentiert,

1 tatsächlich - 2 in der Handschrift: Agrikultur - ® eingeschlossen - * entwickelten Agri-
kultur

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 77

fremden Samen kauft - etwa um den so nützlichen change! in der Art des
Samens vorzunehmen und Degeneration durch Inzucht zu vermeiden -,
als wenn er diesen Wertbestandteil direkt von seinem Produkt abzieht und
dem Boden wiedergibt.

Aber Herr Rod[bertus] faßt den aus Maschinerie bestehenden Teil des
capital constant falsch auf, um seine Rechnung herauszubringen.

Ein zweiter Gesichtspunkt, der bei II des Herrn Rod[bertus] zu be-
trachten, ist dieser: Er spricht von den Fabrikations- und Agrikulturpro-
dukten, woraus die Revenue besteht, was etwas ganz andres ist, als wenn er
von den Fabrikations- und Agrikulturprodukten spräche, woraus das ge-
samte jährliche Produkt besteht. Wenn es nun bei dem letztren richtig wäre
zu sagen, daß nach Abzug des ganzen Teils des Agrikulturkapitals, das aus
Maschinerie etc. | besteht, ditto nach Abzug des Teils des Agrikultur-
produkts, das direkt der Agrikulturproduktion wiedergegeben wird, [die
Verteilung des] Mehrwerts zwischen farmer und manufacturer, also auch
die Verteilung des auf den farmer fallenden Mehrwerts zwischen ihm
selbst und landlord, der Größe nach bestimmt sein muß durch den Anteil,
den Fabrikation und Agrikultur am Gesamtwert der Produkte haben, so ist
es sehr die Frage, ob dies richtig, wenn von den Produkten die Rede, die
den gemeinschaftlichen Fonds der Revenue bilden. Die Revenue (der Teil,
der wieder in neues Kapital verwandelt wird, hier ausgeschlossen) besteht
aus Produkten, die in die individuelle Konsumtion eingehn, und es fragt sich
hier, wieviel die capitalists, farmers und landlords aus diesem pot heraus-
ziehn. Ist diese Quote bestimmt durch den Anteil, den Fabrikation und
Rohproduktion am Wert der Revenueprodukte haben? Oder durch die
Quoten, worin sich der Wert des gesamten Revenueprodukts in Agrikultur-
arbeit und Fabrikationsarbeit teilt?

Die Produktenmasse, woraus die Revenue besteht, schließt, wie ich
früher gezeigt”, alle Produkte aus, die als Arbeitswerkzeug (Maschinerie),
matiere instrumentale®, Halbfabrikate und Rohstoff des Halbfabrikats in die
Produktion eingehn und einen Teil des jährlichen Produkts der Arbeit
bilden. Sie schließt nicht nur das capital constant der Rohproduktion aus,
sondern auch das capital constant der Maschinisten und das ganze capital
constant der farmers und capiitalists, das zwar in den Arbeitsprozeß, aber
nicht in den Verwertungsprozeß eingeht. Sie schließt ferner nicht nur capi-
tal constant aus, sondern den Teil jener nicht konsumierbaren Produkte,
die die Revenue ihrer Produzenten darstellen und die zum Ersatz des auf-

1 Wechsel -? siehe 1. Teil dieses Bandes, S.214-222 - ° Hilfsstoff

78 Achtes Kapitel

genutzten capital constant in das Kapital der Produzenten der als Revenue
konsumierbaren Produkte eingehn.

Die Produktenmasse, worin die Revenue verausgabt wird, die also in fact
den Teil des Reichtums darstellt, der Revenue bildet, sowohl dem Ge-
brauchswert als dem Tauschwert nach - diese Produktenmasse kann, wie ich
früher gezeigt habe!, so aufgefaßt werden, daß sie nur aus neuzugesetzter
(während des Jahrs) Arbeit besteht, sich daher auch nur in Revenue auflöst,
also Salair und Profit (der sich wieder spaltet in Profit, Rente, Steuer etc.),
ohne daß irgendein Partikel davon weder Wert des in die Produktion ein-
gehenden Rohmaterials, noch Wert des in die Produktion eingehenden
dechets der Maschinerie, in einem Wort der Arbeitsmittel, enthält. Be-
trachten wir (die abgeleiteten Revenueformen ganz außer acht lassend, denn
sie zeigen nichts, als daß der Besitzer der Revenue seinen aliquoten Teil der
besagten Produktenmasse an einen andren abtritt, sei es für services etc.
oder Schuld etc.) also diese Revenue, und nehmen wir an, der Arbeitslohn
bilde !/, derselben, der Profit !/; und die Grundrente !/,, und das Produkt
sei dem Wert nach = 9% I., so wird jeder soviel Produkt aus der Masse
herausziehen können als = 301.

Da die Produktenmasse, die die Revenue bildet, nur aus neuzugesetzter
(während des Jahrs zugesetzter) Arbeit besteht, so scheint es sehr einfach,
daß, wenn die Agrikulturarbeit zu = 2/3 in die Produktenmasse eingeht, die
Manufakturarbeit zu '/,, manufacturers und agriculturists sich in diesem
Verhältnis den Wert teilen. !/; des Werts fiele auf die manufacturers, ?/3
auf die agriculturists, und die proportionelle Größe des in Manufaktur und
Agrikultur realisierten Mehrwerts (dieselbe Rate des Mehrwerts in beiden
vorausgesetzt) würde diesen Anteilen, die Manufaktur und Agrikultur am
Wert des Gesamtprodukts haben, entsprechen; die Grundrente aber wieder
wachsen im Verhältnis, wie die Masse des Profits des Pächters, da sie als
Laus dadrauf sitzt. Aber dennoch die Sache falsch. Nämlich ein Teil des
Werts, der aus Agrikulturarbeit besteht, bildet die Revenue des Teils der
Fabrikanten von capital fixe etc., das den in der Agrikultur abgenutzten
Teil desselben ersetzt. Das Verhältnis der Wertbestandteile in den Produkten,
die die Revenue bilden, zwischen Agrikulturarbeit und Manufakturarbeit,
zeigt also keineswegs das Verhältnis, worin sich der Wert dieser Produkten-
masse oder diese Produktenmasse selbst verteilt zwischen manufacturers
und farmers, auch nicht das Verhältnis, worin Manufaktur und Agrikultur
sich an der Gesamtproduktion beteiligen.

1 Sjehe 1. Teil dieses Bandes, S.206-214

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 79

Rodblertus] sagt ferner:

„Es ist aber wieder nur die Produktivität der Rohproduktionsarbeit resp. der
Fabrikationsarbeit, welche die verhältnismäßige Höhe des Rohproduktwerts resp. des
Fabrikationsproduktwerts oder die Anteile, die beide vom ganzen Produktwert ein-
nehmen, bestimmen. Der Rohproduktwert wird desto höher sein, je niedriger die
Produktivität der Rohproduktionsarbeit steht, und umgekehrt. Ebenso wird der Fabri-
kationsproduktwert desto höher sein, je niedriger die Produktivität der Fabrikation
steht, und umgekehrt. Es muß also auch bei einer gegebenen Höhe der Rente über-
haupt, da hoher Rohproduktwert hohe Grundrente und niedrigen Kapitalgewinn,
hoher Fabrikationswert hohen Kapitalgewinn und niedrige Grundrente bewirkt, die
Höhe der Grundrente und die des Kapitalgewinns nicht bloß im umgekehrten Verhältnis
zueinander, sondern auch zu der Produktivität ihrer resp. Arbeiten, derRohproduktions-

und der Fabrikationsarbeit stehen.“ (p. 123.)

Wenn die Produktivität zweier verschiedner Produktionssphären ver-
glichen wird, so kann das nur relativ geschehen. D.h., man geht von einem
beliebigen Punkt aus, wo sich zum Beispiel die Werte von Hanf und Lein-
wand, also die korrelativen Quanta der in ihnen enthaltenen Arbeitszeit
verhalten = 1:3. Ändert sich dies Verhältnis, so ist es richtig, zu sagen, daß
die Produktivität dieser verschiednen Arbeiten sich geändert hat. Aber es
ist falsch, zu sagen, daß, weil die zur Produktion einer Unze Gold |I481| er-
heischte Arbeitszeit = 3 und die einer Tonne Eisen ditto = 3 ist, die Gold-
produktion „unproduktiver“ sei als die des Eisens.

Das Wertverhältnis zweier Waren zeigt, daß die eine mehr Arbeitszeit
kostet als die andre; man kann deswegen nicht sagen, daß die eine „produk-
tiver“ sei als die andre. Dies nur richtig, wenn die Arbeitszeit auf beiden
Seiten zur Produktion derselben Gebrauchswerte verwandt würde.

Wenn also der Wert des Rohprodukts zu dem des Manufakturprodukts
= 3:1,so kann durchaus nicht gesagt werden, daß die Manufaktur 3 x pro-
duktiver wie die Agrikultur. Nur wenn sich das Verhältnis ändert, z.B.4:1
würde, oder 3:2, oder 2:1 etc., könnte gesagt werden, daß die relative

"Produktivität in beiden Zweigen gewechselt. Also beim Steigen oder
Fallen.

### [c) Rodbertus’ dritte These]

III. „Die Höhe des Kapitalgewinnes wird lediglich durch die Höhe des Produktwerts
überhaupt und des Rohproduktwerts und Fabrikationsproduktwerts insbesondre oder
durch das Produktivitätsverhältnis der Arbeit überhaupt und der Rohproduktions- und
Fabrikationsarbeit insbesondre bestimmt; die Höhe der Grundrente hängt außerdem
auch von der Größe des Produktwerts oder der Quantität Arbeit oder Produktivkraft ab,

80 Achtes Kapitel

die bei einem ;gegebenen Produktivitätsverhältnis zur Produktion verwandt wird“.
p. 116, 117.)

In andren Worten: Die Profitrate hängt allein von der Rate des Mehrwerts
ab, und diese ist allein bestimmt durch die Produktivität der Arbeit; dagegen
die Rate der Grundrente hängt auch ab von der Masse der angewandten
Arbeit (der Anzahl Arbeiter) bei gegebner Produktivität der Arbeit.

In dieser. Behauptung sind fast soviel Unrichtigkeiten als Worte.

Erstens ist die Profitrate keineswegs nur bestimmt durch die Rate des
Mehrwerts, doch darüber gleich. Aber vorher ist es falsch, daß die Rate des
Mehrwerts nur von der Produktivität der Arbeit abhängt. Bei gegebner Pro-
duktivität der Arbeit wechselt die Rate des Mehrwerts je nach der Länge der
Surplusarbeitszeit. Also hängt die Rate des Mehrwerts nicht nur von der
Produktivität der Arbeit ab, sondern auch von dem Quantum angewandter
Arbeit, weil das Quantum unbezahlter Arbeit wachsen kann (bei gleich-
bleibender Produktivität), ohne daß das Quantum bezahlter, also der in
Arbeitslohn ausgelegte Teil des Kapitals wächst. Mehrwert — absoluter
oder relativer (und nur letztern kennt Rod[bertus] nach Ricfardo]) - ist
unmöglich, wenn die Arbeit nicht wenigstens so produktiv, daß Surplus-
arbeitszeit für den Arbeiter übrigbleibt außer der zu seiner eignen Repro-
duktion erforderlichen. Aber dies einmal vorausgesetzt - bei gegebnem
Minimum der Produktivität - wechselt die Mehrwertsrate mit der Länge
der Surplusarbeitszeit.

Also erstens falsch, daß die Profitrate - weil die Mehrwertrate oder „Höhe
des Kapitalgewinns“ - nur durch die Produktivität der vom Kapital exploi-
tierten Arbeit bestimmt wird. Zweitens: Die Mehrwertrate, wechselnd bei
gegebner Produktivität der Arbeit mit der Länge des Arbeitstags und bei ge-
gebnem Normaltag mit der Produktivität der Arbeit, werde als gegeben
vorausgesetzt. Der Mehrwert selbst wird dann verschieden sein je nach der
Anzahl Arbeiter, von deren jedem Arbeitstag ein bestimmtes Quantum
Mehrwert abgepreßt wird; oder von der Größe des variablen Kapitals, des
in Arbeitslohn ausgelegten. Die Profitrate aber hängt ab von dem Verhältnis
dieses Mehrwerts: dem variablen Kapital + dem konstanten Kapital. Die
Größe des Mehrwerts, bei gegebner Rate des Mehrwerts, hängt allerdings ab
von der Größe des variablen Kapitals, aber die Höhe des Profits, die Rate
des Profits, hängt ab von dem Verhältnis dieses Mehrwerts zum vor-
geschoßnen Gesamtkapital. Hier wird die Profitrate allerdings also bestimmt
werden durch den Preis des Rohmaterials (s’il y en a! in dem Industrie-
zweig) und den Wert der Maschinerie von gewisser efficiency”.

1

wenn es solches gibt - ? Leistungsfähigkeit

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 8l

Es ist also grundfalsch, was Rod[bertus] sagt:

„In demselben Verhältnis, in welchem sich infolge der Vermehrung des Produkt-
weris die Summe des Kapitalgewinnes vermehrt, vermehrt sich also auch die Summe
des Kapitalwerts, auf die der Gewinn zu berechnen ist, und der bisherige Verhältnis-
satz zwischen Gewinn und Kapital wird durch jene Vermehrung des Kapitalgewinns
gar nicht alteriert.“ (p. 125.)

Richtig dies nur, wenn es die Tautologie: bei gegebner Profitrate (sehr
verschieden von Rate des Mehrwerts und Mehrwert selbst} ist die Größe
des angewandten Kapitals gleichgültig, eben weil die Profitrate als konstant
vorausgesetzt ist. Sonst aber kann die Profitrate wachsen, obgleich die
Produktivität der Arbeit konstant ist, oder sie kann fallen, obgleich die
Produktivität der Arbeit wächst und zwar wächst in every department!.

Nun wieder der schlechte Witz (p. 125, 126) mit der Grundrente, deren
bloße Vermehrung ihre Rate erhöht, weil sie in jedem Land auf eine „un-
veränderliche Morgenzahl“ (p. 126) berechnet wird. Wächst die Masse des
Profits (bei gegebner Profitrate), so wächst die Masse des Kapitals, wovon
er bezogen wird; wächst dagegen die Grundrente, so wechselt [nach Rod-
bertus] nur ein Faktor, die Rente selbst, während ihrMaßstab, „die Morgen-
zahl“ unverändert fixiert bleibt.

| „Die Grundrente kann daher aus einem in der nationalökonomischen Ent-
wicklung der Gesellschaft überall eintretenden Grunde, der Vermehrung der zur Pro-
duktion verwandten Arbeit, mit anderen Worten, der zunehmenden Bevölkerung steigen,
ohne daß dabei eine Steigerung des Rohproduktwerts zu erfolgen brauchte, da schon
der Bezug von Grundrente von mehr Rohprodukt solche Wirkung haben muß.“ (p. 127.)

P.128 macht Rod[bertus] die sonderbare Entdeckung, daß, wenn selbst
durch Sinken des Rohprodukts unter seinen normalen Wert die Grundrente
ganz wegfiele, es unmöglich ist,

„daß der Kapitalgewinn jemals 100 Prozent betragen könnte“ (nämlich wenn die Ware
zu ihrem Wert verkauft wird), „er muß, so hoch er sein mag, stets bedeutend weniger

betragen“. (p. 128.)
And why??

„Denn er“ (der Kapitalgewinn) „resultiert lediglich aus dem Teilungsverhältnis
des Produktwerts. Er kann daher immer nur einen Bruchteil dieser Einheit betragen.“

(p. 127, 128.)
Dies, Herr Rod[bertus], hängt ganz von der Art Ihrer Berechnung ab.

1 in jeder Sphäre - * Und warum?

82 Achtes Kapitel

Nimm an, das vorgeschoßne capital constant sei 100, der vorgeschoßne
Arbeitslohn = 50 und das Produkt der Arbeit über diese 50 hinaus gleich
150. Wir hätten dann die Rechnung:

capital capital Mehrwert Wert Produktions- Profit per Cent.
constant variable kosten
100 50 150 300 150 150 100

Damit dieser Kasus eintrete, nichts nötig, als daß der Arbeiter ?/, seines
Arbeitstags für seinen master arbeitet!, also vorausgesetzt ist, daß 1/4 seiner
Arbeitszeit zu seiner eignen Reproduktion hinreicht. Nimmt Herr Rod-
[bertus] allerdings den Gesamtproduktwert = 300 und betrachtet ihn
nicht nach seinem Überschuß über die Produktionskosten, sondern sagt:
Dies Produkt ist zu verteilen zwischen Kapitalist und Arbeiter, so kann in
fact der Teil des Kapitalisten nur einen Teil dieses Produkts betragen,
selbst wenn er ®°/iooo betrüge. Aber es ist eine falsche Rechnung, wenigstens
eine fast in jeder Beziehung nutzlose. Wenn einer 150 auslegt und 300
macht, so pflegt er nicht zu sagen, daß er 50 p.c. profitiert, weil er die 150
statt auf 150 auf 300 berechnet.

Nimm im obigen Beispiel an, der Arbeiter habe 12 Std. gearbeitet, 3 für
sich, 9 für den Kapitalisten. Laß ihn nun 15 arbeiten; also 3 für sich und
12 für den Kapitalisten; so müßten nach dem alten Produktionsverhältnis
25 capital constant in Auslage hinzukommen (in fact weniger, weil die Aus-
lage für die Maschinerie nicht in demselben Maße wüchse wie die Quantität

der Arbeit). Also:

capital capital Mehrwert Wert Produktions- Profit per Cent.
constant variable kosten
125 50 200 375 175 200 1142,

Dann kommt Rodlbertus] wieder mit dem Wachsen der „Grundrente ins
Unendliche“, weil er erstens die bloße Vermehrung ihrer Größe als Steige-
rung auffaßt, also auch von ihrer Steigerung spricht, wenn dieselbe Grund-
rentrate auf größre Masse Produkt gezahlt wird. Ferner, weil er auf „einen
Morgen“ rechnet als Maßstab. Zwei Dinge, die nichts miteinander gemein

haben.

2 in der Handschrift: Arbeit

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 83

Die folgenden Sachen ganz kurz zu notieren, da sie mit meinem Zweck
nichts zu tun haben.

Der „Bodenwert“ ist die „kapitalisierte Grundrente“. Es kommt daher
für diesen seinen Geldausdruck auf die Höhe des Zinsfußes an, der
herrscht. Zu 4 Prozent kapitalisiert, wäre er mit 25 zu multiplizieren (da
4 p.c. = "/,, vom 100), zu 5 p.c. mit 20 (da 5 p.c. = !/y, vom 100). Dies
wäre ein Unterschied von 20 p.c. im Bodenwert. (p.131.) Selbst infolge
von Sinken des Geldwerts würde Grundrente und daher Bodenwert nomi-
nell steigen, da nicht - wie beim Kapital mit dem Mehrausdruck (in Geld)
des Zinses oder Profits - ditto gleichmäßig das Kapital in seinem Geld-
ausdruck steigt. Die in Geld gestiegne Grundrente dagegen zu repartieren
„auf die gleichgebliebene Morgenzahl des Grundstücks“. (p. 132.)

Herr Rod[bertus] faßt seine Weisheit in Anwendung auf Europa wie
folgt zusammen:

l. „...bei den europäischen Nationen ist die Produktivität der Arbeit überhaupt -
der Rohproduktions- und der Fabrikationsarbeiten - gestiegen ... infolge davon sich die
Quote desNationalprodukts, die auf Arbeitslohn verwandt wird, verringert, diejenige, die
zu Rente übrigbleibt, vergrößert, ... also ist die Rente überhaupt gestiegen.“ (p. 138, 139.)

2. „...die Produktivität der Fabrikation hat in größrem Verhältnis zugenommen als
die der Rohproduktion ... deshalb ist heute von einem gleichen Quantum National-
produktwert die Rente, die auf Rohprodukt fällt, größer als die, welche auf das
Fabrikationsprodukt fällt, deshalb also ungeachtet der Steigerung der Rente überhaupt
doch nur die Grundrente gestiegen, der Kapitalgewinn hingegen gefallen.“ (p. 139.)

Hier also erklärt Herr Rod[bertus] ganz wie Ricardo die Steigerung der
Grundrente und das Fallen der Profitrate auseinander; das Fallen der einen
gleich dem Steigen der andren, und das Steigen der letztren aus der rela-
tiven Unproduktivität der Agrikultur erklärt. Ricardo sagt irgendwo! sogar
ausdrücklich, | daß es sich nicht um absolute, sondern „relative“ Un-
produktivität handelt. Hätte er aber auch das Gegenteil gesagt, so liegt es
nicht in dem Prinzip, das er aufstellt, da der Originalautor der Riclardo-
schen] Ansicht, Anderson, ausdrücklich die absolute Verbesserungsfähig-
keit jeden Bodens erklärt.

Wenn der „Mehrwert“ überhaupt gestiegen ist (Profit und Rente), so
kann nicht nur die Rate der ganzen Rente im Verhältnis zum capital con-
stant gefallen sein, sondern wird gefallen sein, weil die Produktivität ge-
stiegen ist. Obgleich die Zahl der angewandten Arbeiter gewachsen ist und
die Quote, zu der sie exploitiert werden, so ist das in Arbeitslohn über-

1 Vgl. vorl. Band, 5.334

84 Achtes Kapitel

haupt ausgelegte Kapital, obgleich absolut gestiegen, relativ gefallen, weil
das Kapital, das als Avance - Produkt der Vergangenheit - von diesen
Arbeitern in Bewegung gesetzt wird, in die Produktion als Voraussetzung
eingeht, einen stets wachsenden Teil des Gesamtkapitals bildet. Die Rate
von Profit + Grundrente zusammen ist daher gefallen, obgleich nicht nur
ihre Summe gestiegen (ihre absolute Größe), sondern ditto die Rate, worin
die Arbeit exploitiert ist, gestiegen ist. Dies kann Herr RodJbertus] nicht
sehn, weil bei ihm das capital constant eine Erfindung der Industrie ist,
von der. die Agrikultur! nichts weiß.

Was aber die relative Größe von Profit und Grundrente betrifft, so folgt
keineswegs daraus, daß die Agrikultur relativ unproduktiver als die Fabri-
kation, daß deswegen die Profitrate absolut gefallen sei. War ihr Verhältnis
zur Grundrente = 2:3 und ist es jetzt wie 1:3, so bildete es früher %/s der
Grundrente und jetzt nur noch 1/; oder früher [der Profit] ?/, des Gesamt-
mehrwerts?, jetzt nur noch ?/,, früher ®/z0, jetzt nur noch °/go; wäre also ge-
fallen um ®/g, oder 15 p.c. z.B.

Nimm an, der Wert des lb. Baumwolle war = 2 sh. Er sinkt auf I sh.
100 Arbeiter, die früher 100 Ibs. in einem Tag spannen, spinnen jetzt 300.

Die Auslage für 300 lbs. kostete früher 600 sh.; sie kostet jetzt nur noch
300 sh.; nimm ferner an, die Maschinerie in beiden Fällen = Yo = 60 sh.
Endlich kosten früher die 300 Ibs. [als] Auslage für 300 Arbeiter = 300 sh.,
jetzt nur noch für 100 [Arbeiter] = 100 sh. Da die Produktivität der Arbei-
ter sich „vermehrt“, und wir unterstellen müssen, daß sie hier im eignen
Produkt gezahlt werden, nimm an: Früher der Mehrwert = 20 p.c. des
Arbeitslohns, jetzt = 40.

So kosten also die
300 Ibs. im 1.Fall:

600 Rohmaterial, 60 Maschinerie, 300 Arbeitslohn, 60 Mehrwert, zu-
sammen = 1020 sh.

300 Ibs. im II. Fall:

300 Rohmaterial, 60 Maschinerie, 100 Arbeitslohn, 40 Mehrwert, zu-
sammen = 500 sh.

Die Produktionskosten im ersten Fall: 960, Profit 60, Profitrate 6'/i p.c.

im zweiten Fall: 460, Profit 40, [Profitrate] 8"%/g3 p.c.

Gesetzt,.die Rente war '/; vom Ib., so im ersten Fall = 200 sh. = IO/,
im zweiten = 100 sh. = 5 1.? Die Rente ist hier gefallen, weil das Roh-

1 In der Handschrift: Manufaktur - ? in der Handschrift: Gesamtprodukts - ® in der
Handschrift: 150 sh. = 74/g 1.

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 85

produkt um 50p.c. wohlfeiler geworden. Aber das ganzeProdukt istum mehr
als 50 p.c. wohlfeiler geworden. Die industriell zugesetzte Arbeit in I [ver-
hält sich zum Wert des Rohmaterials] = 360:600 = 6:10 = 1:1?/3; in
II = 140:300 = 1:2%/,. Die Industriearbeit in höhrem Verhältnis produk-
tiv geworden als die Agrikulturarbeit; dennoch im ersten Fall die Profitrate
niedriger und die Rente höher als im zweiten. In beiden Fällen beträgt die
Rente !/3! des Rohstoffs.

Nimm an, die Masse des Rohstoffs verdopple sich in II, so daß 600 Ibs.
gesponnen würden und das Verhältnis wäre:

Il. 600 lbs. = 600 [sh.] Rohmaterial, 120 [sh.] Maschinerie, 200 [sh.]
Arbeitslohn, 80 [sh.] Mehrwert. Zusammen 920 [sh.] Produktionskosten,
80 [sh.] Profit, Profitrate 81%/,, p.c.?

Die Profitrate gestiegen, verglichen mit I. Die Rente wäre gradsoviel wie
in I. Die 600 lbs. würden nur 1000 kosten, während sie früher 2040 kosteten.

1484| Aus der relativen Teuerkeit des Agrikulturprodukts folgt keines-
wegs, daß es eine [höhere] Rente abwirft. Nimmt man einmal an, daß eine
Rente als Percent sich an jeden Wertteil des Agrikulturprodukts an-
klammert - wie Rod[bertus] annimmt, denn sein angeblicher Beweis ist
albern -, so folgt allerdings, daß die Rente steigt mit der zunehmenden
Teuerkeit des agricultural produce.

»...infolge der angestiegenen Bevölkerung hat sich auch die Summe des National-
produktwerts außerordentlich vermehrt ... deshalb wird heute mehr Lohn, mehr Ge:
winn, mehr Grundrente in der Nation bezogen ... auch noch dieser mehrere Bezug von
Grundrente hat dieselbe erhöht, während eine solche Wirkung des mehreren Bezugs
beim Lohn und Gewinn nicht hat eintreten können.“ (p. 139.)

### [8. Der wahre Kern
des von Rodbertus entstellten Gesetzes]

Streifen wir Herrn Rod[bertus] allen Blödsinn ab (nicht zu sprechen
von solchen lückenhaften Auffassungen, wie ich sie oben weiter detailliert,
z.B., daß die Rate des Mehrwerts („Höhe der Rente’“) nur steigen kann,
wenn die Arbeit produktiver wird, also Übersehn des absoluten Mehrwerts
etc.); nämlich den Blödsinn, daß in der eigentlichen (kapitalistischen) Agri-
kultur kein „Materialwert“ in die Avancen eingeht;

2 In der Handschrift: Y/io - ? in der Handschrift: 7%/;3 p.c. - ® in der Handschrift: des
Produkts

86 Achtes Kapitel

den zweiten Blödsinn, daß er den in die Agrikultur und Manufaktur ein-
gehenden zweiten Teil des konstanten Kapitals, die Maschinerie etc., nicht
als einen „Wertbestandteil“ auffaßt, der ebensowenig wie der „Material-
wert“ aus der Arbeit der Produktionssphäre hervorgeht, worin sie als Ma-
schinerie eingeht, worauf also der in jeder Produktionssphäre gemachte
Gewinn mit berechnet wird, obgleich der Wert der Maschinerie keinen Deut
zu diesem Gewinn zufügt, sowenig wie der „Wert“ des Materials, obgleich
beide Produktionsmittel sind und als solche in den Arbeitsprozeß eingehn;

den dritten Blödsinn, daß er den ganzen „Wertbestandteil“ der in die
Agrikultur eingehenden „Maschinerie“ etc. nicht ihr als Avance belastet
und den Teil dieses Wertbestandteils, der nicht Rohmaterial ist, nicht als
Debet der Agrikultur gegen die Industrie auffaßt, wofür zur Zahlung ein
Teil Rohmaterial von der Agrikultur gratis der Industrie geliefert werden
muß, ein Teil also, der nicht unter die Avancen der Industrie, als Einheit
aufgefaßt, gehört;

den vierten Blödsinn, daß er glaubt, in alle Industriezweige gehe „Ma-
terialwert“ ein, außer der Maschinerie und ihrer matieres instrumentales!,
was in der ganzen transportierenden Industrie sowenig stattfindet wie in
der extraktiven Industrie;

den fünften Blödsinn, daß er nicht sieht, daß in vielen Manufaktur-
zweigen (und zwar je mehr sie finished produce? liefern für die Konsum-
tion), außer dem variablen Kapital zwar „Rohmaterial“ eingeht, aber der
andre Bestandteil des konstanten Kapitals fast ganz wegfällt oder minimal
ist, unverhältnismäßig kleiner als in der großen Industrie und Agrikultur;

den sechsten Blödsinn, daß er die Durchschnittspreise der Waren mit
ihren Werten verwechselt.

Alles dies abgestreift, was seine Erklärung der Grundrente aus falscher
Rechnung des farmers und seiner eignen falschen Rechnung ableiten läßt, so
daß die Grundrente verschwinden müßte im Maß, wie der farmer die Aus-
lagen, die er macht, auch wirklich berechnet, so bleibt als Kern bloß folgende
Behauptung:

Wenn die Rohprodukte zu ihren Werten verkauft werden, steht ihr Wert
über den Durchschnittspreisen der andren Waren oder über ihrem eignen
Durchschnitispreis, d.h. ist größer als die Produktionskosten + dem Durch-
schnittsprofit, läßt also einen Surplusprofit, der die Grundrente bildet. D.h.
weiter, das variable Kapital (gleiche Rate des Mehrwerts vorausgesetzt) ist
größer in der Rohproduktion als in dem Durchschnitt der Produktions-

1 Hilfsstoffe -? fertiges Produkt

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 87

sphären, die der Industrie angehören (was nicht verhindert, daß es! in
einem Teil der Industriezweige höher ist als in der Agrikultur) im Vergleich
zum konstanten Kapital. Oder noch allgemeiner: Die Agriikultur gehört zu
der Klasse der industriellen Produktionssphären, deren variiables Kapital in
höherm Verhältnis zum konstanten Kapital steht als im Durchschnitt der
Industriesphären. Ihr Mehrwert, berechnet auf ihre Produktionskosten, muß
daher höher stehn als in dem Durchschnitt der Industriesphären. Was
wieder heißt, ihre besondre Profitrate steht über der Durchschnittsprofitrate
oder der allgemeinen Profitrate. Was wieder heißt: Die besondre Profitrate
in jeder Sphäre der Produktion, wenn die Rate des Mehrwerts gleich ist und
der Mehrwert selbst gegeben ist, hängt vom Verhältnis des variablen Kapi-
tals zum konstanten Kapital in den besondren Sphären ab.

Dies wäre also nur in einem besondren Industriezweig das allgemein von
mir entwickelte Gesetz ausgesprochen.

1485| Es wäre dann:

l. nachzuweisen, daß die Agrikultur zu den besondren Produktions-
sphären gehört, deren Warenwerte über ihren Durchschnitispreisen stehn,
deren Profit also, wenn sie ihn sich selbst aneignen und nicht zur Ausglei-
chung der allgemeinen Profitrate hingeben, über dem Durchschnittsprofit
steht, also außer diesem noch einen Surplusprofit liefert. Dieser Punkt |
scheint sicher für den Durchschnitt der Agrikultur, weil in ihr relativ die
Handarbeit noch vorwiegt und es der bürgerlichen Produktionsweise eigen
ist, die Manufaktur rascher zu entwickeln als die Agrikultur. Es ist dies
übrigens ein historischer Unterschied, der verschwinden kann. Es liegt
darin zugleich, daß im ganzen die der Agrikultur von der Industrie geliefer-
ten Produktionsmittel im Wert sinken, während das der Industrie von der
Agrikultur gelieferte Rohmaterial im ganzen im Wert steigt, weshalb das
konstante Kapital in einem großen Teil der Manufaktur relativ an Wert
größer als [in] der Agrikultur. Von der extraktiven Industrie? gilt dies
großenteils wohl nicht.

2. Es ist nicht, wie Rodbertus tut, zu sagen: Wenn das Agrikulturprodukt
- dem allgemeinen Gesetz nach - im Durchschnitt zu seinem Wert ver-
kauft wird, muß es einen Surplusprofit liefern, alias Grundrente. Als wenn
dies Verkaufen zum Wert der Ware über ihrem Durchschnittspreis das all-
gemeine Gesetz der kapitalistischen Produktion wäre. Es ist umgekehrt
nachzuweisen, warum in der Rohproduktion - ausnahmsweise und im Unter-
schied zu der Klasse von Industrieprodukten, deren Wert ebenfalls über ihrem

! In der Handschrift: sie - ? in der Handschrift: Agrikultur

88 Achtes Kapitel

Durchschnittspreis steht - die Werte nicht zu den Durchschnittspreisen ge-
senkt werden und daher einen Surplusprofit, alias Grundrente liefern. Dies
erklärt sich einfach aus dem Grundeigentum. Die Ausgleichung findet nur
von Kapital gegen Kapital statt, weil nur Kapital auf Kapital die Macht hat,
die immanenten Gesetze des Kapitals zu exekutieren. Sofern sind die im
Recht, die die Grundrente aus dem Monopol herleiten, ganz wie das Mono-
pol des Kapitals allein den Kapitalisten befähigt, vom Arbeiter Surplusarbeit
abzupressen, befähigt das Monopol des Grundeigentums den Grundeigen-
tümer, dem Kapitalisten den Teil der Surplusarbeit abzupressen, der einen
konstanten Surplusprofit bilden würde. Die, die Grundrente aus Monopol
ableiten, irren darin, daß sie glauben, das Monopol befähige den Grund-
eigentümer, den Preis der Ware über ihren Wert zu treiben. Es besteht um-
gekehrt darin, den Wert der Ware über ihrem Durchschnittspreis zu halten;
nicht die Ware über, sondern zu ihrem Wert zu verkaufen.

So modifiziert, ist die Sache richtig. Sie erklärt die Existenz der Grund-
rente, während Ricardo nur die Existenz differenter Grundrenten erklärt und
das Grundeigentum in der Tat ohne ökonomischen Effekt läßt. Sie tut ferner
away! die bei Ricfardo] selbst übrigens nur willkürlich und für seine Dar-
stellung unnötige superstructure, daß die Agrikulturindustrie progressiv
unproduktiver wird; sie läßt sie vielmehr produktiver werden. Nur ist sie
auf der Bourgeoisgrundlage relativ unproduktiver oder langsamer die
Produktivkräfte der Arbeit entwickelnd als die Industrie. Ricardo] behält
recht, daß er ihren „Surplusmehrwert?“ nicht aus größrer Fruchtbarkeit,
sondern aus größrer Unfruchtbarkeit ableitet.

### [9. Differentialrente und absolute Rente
in ihrem gegenseitigen Verhältnis.
Der historische Charakter der Grundrente. Zu Smiths und
Ricardos Untersuchungsmethoden]

Was nun die Differenz der Grundrenten angeht, so erklärt sie sich bei
gleicher Kapitalanlage auf gleich großen Bodenflächen aus der Differenz in
der natürlichen Fruchtbarkeit, speziell zunächst für die Produkte, die das
Brot liefern, den Hauptnahrungsstoff, bei gleichen Bodenflächen von
gleicher Fruchtbarkeit aus ungleicher Kapitalanlage. Die erste natürliche

1 weg -® in der Handschrift: Mehrwert

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 89

Differenz liefert nicht nur Differenz in der Größe, sondern in der Höhe
oder Rate der Grundrente, verglichen mit dem ausgelegten Kapital; die
zweite industrielle Differenz liefert nur größre Grundrente proportionell zur
Größe des ausgelegten Kapitals. Es kann auch ein Unterschied des Ergeb-
nisses bei sukzessiven Kapitalanlagen auf demselben Boden stattfinden.
Das Dasein der differenten Surplusprofite oder differenten Grundrenten auf
Ländereien von verschiedner Fruchtbarkeit unterscheidet nicht die Agri-
kultur von der Industrie. Was sie unterscheidet, ist die Fixierung dieser
Surplusprofite, weil sie hier auf einer natürlichen Basis beruhn (die zwar
ausgeglichen werden kann plus ou moins!), während sie in der Industrie
- bei gleichem Durchschnittsprofit - immer nur verschwindend auftauchen
und immer nur auftreten, weil zu fruchtbarern Maschinen und Arbeits-
kombinationen gegriffen wird. Es ist immer das letztkommende, produktivste
Kapital in der Industrie, das einen Surplusprofit liefert durch Senken der
Durchschnittspreise. Es kann und muß sehr oft in der Agrikultur nicht das
absolute Fruchtbarerwerden der besten Äcker sein, sondern deren relatives
Fruchtbarerwerden, weil unproduktivres Land bebaut wird. In der Industrie
muß die höhere relative Fruchtbarkeit, der Surplusprofit (der verschwindet)
stets geschuldet sein absoluter Zunahme in der Fruchtbarkeit, Produktivi-
tät des neu angelegten Kapitals, verglichen mit dem alten. Kein Kapital
kann in der Industrie einen Surplusprofit abwerfen (wir sprechen hier nicht
von augenblicklicher Steigerung der Nachfrage), weil unproduktivere
Kapitalien neu in den Industriezweig eintreten.

1486| Es kann aber auch in der Agrikultur (was Ricardo zugibt) frucht-
barerer Boden - Boden, der entweder von Natur fruchtbarer ist oder unter
neu.entwickelten Fortschritten der’Technologie fruchtbarer wird als der alte
Boden unter den alten [Bedingungen] - in der Reihenfolge später auftreten,
selbst einen Teil des alten außer Bebauung werfen (wie in der Minen-
industrie und den Kolonialprodukten), oder ihn einer andren species Agri-
kultur, die ein andres Produkt liefert, anheimwerfen.

Daß sich die Differenzen der Grundrenten (Surplusprofite) mehr oder
minder fixieren, unterscheidet sie von der Industrie. Daß aber der Durch-
schnitt der Produktionsbedingungen den Marktpreis bestimmt und so den
Produktenpreis, der unter? diesem Durchschnitt steht, über seinen Preis
und selbst Wert erhöht, stammt durchaus nicht aus dem Boden, sondern
aus der Konkurrenz, der kapitalistischen Produktion, ist also kein Natur-
gesetz, sondern ein soziales.

1 mehr oder weniger - ? in der Handschrift: über

9% Achtes Kapitel

Es ist nach dieser Theorie weder nötig, daß eine Grundrente vom schlech-
testen Boden bezahlt wird, noch daß keine bezahlt wird. Es ist ebenso mög-
lich, daß, wo keine Grundrente, wo nur der gewöhnliche Profit, ja wo nicht
einmal dieser abgeworfen wird, eine Pacht bezahlt wird, der Grundeigen-
tümer also eine Grundrente bezieht, obgleich ökonomisch keine vorhanden ist.

Erstens. Es wird nur Grundrente gezahlt (Surplusprofit) von dem befren
(fruchtbarern) Boden. Hier existiert die Grundrente „als solche“ nicht. In
solchen Fällen erscheint auch der Surplusprofit selten fixiert als Grundrente,
sowenig wie der Surplusprofit in der Industrie (wie im Westen der Ver-
einigten Staaten von Nordamerika) |486]]37'.

1486| Dies der Fall, wo große Masse of disposable land relatively! nicht
angeeignet, einerseits, andrerseits die natürliche Fruchtbarkeit groß genug,
daß trotz der geringen Entwicklung der kapitalistischen Produktion — also
dem großen Verhältnis von capital variable zu capital constant -, die values?
der Agrikulturprodukte gleich (manchmal unter) ihren Durchschnittspreisen.
Stünden sie drüber, so würde die Konkurrenz sie dazu herabdrücken. Zu
sagen dagegen, wie Rod|bertus] z.B. tut, daß der Staat f.i. a dollar or so
per acre® zahlen läßt, einen geringen, fast nominal price, ist albern. Es
wäre, als wollte man anführen, daß der Staat auf die Betreibung jedes In-
dustriezweigs eine „Gewerbesteuer“ zahlen läßt?. In diesem Fall existiert
das Ric[ardosche] Gesetz. Die Grundrente existiert - aber meist auch nicht
fixiert, sondern fließend wie der Surplusprofit in der Industrie - nur für
relativ fruchtbarere Ländereien. Der keine Grundrente zahlende Boden
zahlt keine, nicht wegen seiner Unfruchtbarkeit, sondern vielmehr wegen
seiner Fruchtbarkeit. Die beßren Sorten zahlen, weil sie mehr als die Durch-
schnittsfruchtbarkeit besitzen, wegen ihrer relativ höhern Fruchtbarkeit.

Es wäre aber auch in Ländern, wo Grundeigentum existiert, derselbe Fall
aus umgekehrten Gründen möglich, nämlich daß der letztbebaute Boden
keine Grundrente zahlt. Wäre nämlich der Wert des Getreides z.B. so niedrig
(und diese Niedrigkeit hätte nichts damit zu tun, daß Grundrente gezahlt
wird), daß er für den letztbebauten Boden, infolge dessen relativ geringen®
Fruchtbarkeit, nur gleich dem Durchschnittspreis stünde -d.h.also, daß hier,
wenn dieselbe Arbeit ausgelegt würde wie auf dem Rente tragenden Boden -
die Anzahl der Quarters z.B. so klein wäre (auf das ausgelegte Kapital), daß
mit dem Durchschnittswert der Brotprodukte nur der Durchschnittspreis
des Weizens z.B. herauskäme.

I des verfügbaren Grund und Bodens verhältnismäßig - ? Werte - ® z.B. etwa einen
Dollar pro Acre - * nominellen Preis — ® vgl. vorl. Band, S.152 — ® in der Handschrift:
großen

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 9]

1487| Gesetzt £.i., der letzte Boden, der Rente trägt (und der Boden, der
die kleinste Rente trägt, stellt die reine Rente dar; die andren schon differen-
zierte Rente), produziere [mit] einer Kapitalauslage von 100 I. = 1201.
oder 360 qrs. of Weizen, das = !/3 I. In diesem Fall 3 grs. = 11. sei
= ] Wochenarbeit. 100 !. = 100 Wochenarbeit und 120 I. = 120 Wochen-
arbeit. I qr. = 1/; Woche = 2 Tage, und von diesen 2 Tagen oder 24 Stun-
den (if the normal working day = 12 hours!) !/, [Tag] oder 4*/, Stunden
unbezahlte Arbeit = dem im qr. enthaltnen Mehrwert. I gr. = Yz I.
= 6°/; sh. oder 6°, [sh.].

Verkauft sich also das Quarter zu seinem Wert und ist der Durch-
schnittsprofit = 10 p.c., so wäre der Durchschnittspreis der 360 qrs. = 1101.
oder der Durchschnittspreis des gr. = 6"/, sh. Der Wert stünde 10 !. über
dem Durchschnittspreis. Und da der Durchschnittsprofit = 10 p.c., wäre
die Rente = der Hälfte des Mehrwerts = 10 1. oder °/, sh. auf | gr. Höhre
Bodenarten, die für dieselbe Auslage von 120 Arbeitswochen? (wovon aber
nur 100 bezahlte Arbeit, sei es vergegenständlichte, sei es lebendige) mehr
Quarter abwürfen, würden zu dem Preis von 6%/, sh. per gr. eine höhre
Rente abwerfen. Das niedrigste bebaute® Land aber würfe eine Rente von
10 I. auf 100 I. Kapital oder von ?/, sh. auf das qr. Weizen ab.

Gesetzt, es werde ein neuer Boden bebaut, der mit 120 Arbeitswochen®
nur 330 qrs. abwürfe. Ist der Wert von 3 qrs. = 11., so der von 330 grs.
= 110 1. Aber ] qr. wäre jetzt = 2 Tagen, 22/1 Std., während er früher nur
= 2 Tagen war. I gr. früher = 6%), sh. oder I gr. = 6 sh. 8 d.; jetzt, da
ll. = 6 Tagen = 7 sh. 3 d. 11/1 f. Der gr. müßte jetzt um 7d. Yii f.
teurer verkauft werden, um zu seinem Wert verkauft zu werden, zu welchem
er ditto die Rente von 5/, sh. per qr. abwerfen würde. Der Wert des auf dem
beßren Boden gezeugten Weizens steht hier unter dem Wert des auf dem
schlechtsten Boden gezeugten; verkauft dieser schlechtste Boden zum Preis
des gr. des nächst beßren oder Renten tragenden, so verkauft er unter
seinem Wert, aber zu seinem Durchschnittspreis®, also zu dem Preis, wozu
er den gewöhnlichen Profit von 10 p.c. abwirft. Er kann also bebaut werden
und dem Kapitalisten den gewöhnlichen Durchschnittsprofit abwerfen.

In zwei Fällen würde der schlechteste Boden hier außer dem Profit eine
Rente abwerfen.

Entweder, wenn der Wert des gr. Weizen über 6°/, sh. stünde (sein
Preis könnte über 6°/, sh., d.h. über seinem Wert stehn infolge der Nach-

? wenn der normale Arbeitstag = 12 Stunden - ?in der Handschrift: Wochentagen -® in

der Handschrift: niedrig gebauteste - * in der Handschrift: Wochentagen - ° in der Hand-
schrift: aber zum Durchschnittspreis des beßren

92 Achtes Kapitel

frage, aber dies untersuchen wir nicht; die 6°%/, sh., der Preis des gr., der
eine Rente für den früher schlechtesten bebauten Boden von 10 I. abwarf,
war = dem Wert des auf diesem Boden, der eine nicht differenzierte Grund-
rente abwirft, gebauten Weizens); also [wenn] der früher schlechteste be-
baute! Boden und alle andren relativ, um dieselbe Rente abzuwerfen, un-
fruchtbarer wären, so daß ihr Wert höher über ihrem Durchschnittspreis
und dem Durchschnittspreis der andren Waren wäre. Daß also der neue
schlechteste Boden keine Grundrente abwirft, ist nicht die Folge seiner Un-
fruchtbarkeit, sondern der relativen Fruchtbarkeit der andren Ländereien.
Der schlechteste bebaute!, Rente tragende Boden repräsentiert die neue
Bodenart mit der neuen Kapitalanlage gegenüber der Rente überhaupt, die
nicht differenzierte Rente. Und die Rente ist bei ihr nicht höher wegen der
Fruchtbarkeit dieses Rente tragenden Bodens.

Gesetzt, es existierten noch 3 Klassen außer dem letzten Rente tragen-
den Boden. Klasse II (die über I, dem letzten Rente tragenden Boden)
trägt Rente von "/, mehr, weil dieser Boden !/, fruchtbarer als Klasse 1;
Klasse III wieder "/, mehr, weil /, fruchtbarer als Klasse II, so Klasse IV,
weil 1/, fruchtbarer als Klasse III. Da die Rente in Klasse I = I0/., ist sie
in Klasse II = [0 +, = 121, in Klasse III = 12 + '/, = 142], I. und in
IV = 14/, +, = 177/35 1.18)

Wäre die Fruchtbarkeit von IV kleiner, so die Rente von IIl-1 inklusiv
1488| größer und die von IV auch absolut größer (aber wäre das Verhältnis
dasselbe?). Man kann dies doppelt auffassen. Wäre I fruchtbarer, so die
Rente von II, III, IV verhältnismäßig kleiner. Andrerseits verhält sich I zu II,
II zu III und III zu IV wie die neu hinzugekommene keine Rente tragende
Bodenart zu I. Die neue Bodenart trägt keine Rente, weil der Wert des
Weizens von I nicht über dem Durchschnittspreis von dem neuen Boden
steht. Er stände drüber, wenn I unfruchtbarer wäre. Dann würde der neue
Boden ebenfalls Rente abwerfen. So verhält es sich aber mit I. Wäre II
fruchtbarer, so würde I keine oder eine kleinre Rente abwerfen, ditto so mit
II zu IIl und mit III zu IV. Schließlich also umgekehrt: Die absolute
Fruchtbarkeit von IV bestimmt die Rente von Ill. Wäre IV noch frucht-
barer, so würde III, II, I kleinre oder keine Rente abwerfen. Die Rente,
die l abwirft, die undifferenzierte Rente, ist also bestimmt durch die Frucht-
barkeit von IV, wie der Umstand, daß der neue Boden keine Rente abwirft,
durch die Fruchtbarkeit von I bestimmt ist. Hier also gilt das Gesetz von
Storch, daß die Rente des fruchtbarsten Bodens bestimmt die Rente des

2 In der Handschrift: schlechtbebauteste

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 93

letzten Bodens, der überhaupt Rente abwirft, also auch die Differenz des
Bodens, der die undifferenzierte Rente abwirft und dessen, der gar keine
abwirft.!!9)

Die Erscheinung also, daß hier die fünfte Klasse, der neu bebaute
Boden Y’ (im Unterschied von I), keine Rente abwirft, ist nicht seiner
eignen Unfruchtbarkeit, sondern seiner relativen Unfruchtbarkeit im Ver-
gleich zu I, also der relativen Fruchtbarkeit von I im Vergleich zu /’
geschuldet.

Der Wert der Renten tragenden Bodenarten I, II, IH, IV - 6sh. dd.
per Quarter (statt qr. kann der größren Wahrscheinlichkeit wegen bushel
gesetzt werden), ist gleich dem Durchschnittspreis von I’ und steht unter
seinem eignen Wert. Nun sind aber viele Mittelstufen möglich. Würfe Y’
auf eine Kapitalanlage von 100 /!. any quantity of qrs. between its real return
of 330 bushels! und dem return von I, = 360 bushel, ab, also 333, 340, 350
bis 360 - x bushel, so stünde der Wert des qrs. = 6 sh. 8d. über dem
Durchschnittspreis von Y’ (per bushel), und dieser letztbebaute Boden würde
eine Rente abwerfen. Daß er überhaupt den Durchschnittsprofit abwirft, ist
der relativen Unfruchtbarkeit von I, also von I- IV geschuldet. Daß er keine
Rente abwirft, ist der relativen Fruchtbarkeit von I und seiner eignen rela-
tiven Unfruchtbarkeit geschuldet. Der letztbebaute Boden I’ könnte eine
Rente abwerfen, wenn der Wert des qr. über 6 sh. 8.d. stünde, also ], II,
III, IV unfruchtbar wären, da der Wert des Weizens höher stünde. Er
könnte aber auch, wenn der Wert des bushel = 6 sh. 8 d., also die Frucht-
barkeit von I, II, III, IV dieselbe, gegeben wäre, eine Rente abwerfen, wenn
er selbst fruchtbarer wäre, mehr als 330 bushels lieferte, also der Wert von
6 sh. 8 d. per gr. über seinem Durchschnittspreis stünde, in andren Worten,
sein Durchschnittspreis jetzt unter 6 sh. 8 d., also unter dem Wert des auf
I, IH, II, IV bebauten Weizens stünde. Steht der Wert über dem Durch-
schnittspreis, so ist ein Surplusprofit über dem Durchschnittsprofit da,
also Möglichkeit der Rente.

Man sieht: In verschiednen Produktionssphären - zwischen Industrie
und Agrikultur z.B. - zeigt das Stehn des Wertes über dem Durchschnitts-
preis größre Unfruchtbarkeit der Produktionssphäre an, die den Surplus-
profit, den excess? des Werts über den Durchschnittspreis liefert. In der-
selben Sphäre dagegen ;größre Produktivität des Kapitals im Vergleich zu
andren Kapitalien in derselben Produktionssphäre. Im obigen Beispiel

2 irgendeine Menge Quarter zwischen ihrem realen Ertrag von 330 Bushel - ? Über-

schuß

94 Achtes Kapitel

liefert I überhaupt eine Grundrente, weil in der Agrikultur das Verhältnis
des variablen Kapitals zum konstanten größer ist als in der Industrie, d.h.
mehr neue Arbeit der vergegenständlichten zugesetzt werden muß - und
weil infolge des Grundeigentums dieser Überschuß des Werts über den
Durchschnittspreis nicht durch die Konkurrenz der Kapitalien ausgeglichen
wird. Aber I liefert überhaupt noch eine Grundrente, weil der Wert von
6 sh. 8d. per bushel nicht unter seinem Durchschnittspreis steht, weil er
nicht so unfruchtbar ist, daß sein eigner Wert nicht über 6 sh. dd. per
bushel steht, und es ist nicht sein eigner Wert, der seinen Preis bestimmt,
sondern der Wert des auf II, III, IV oder genau des auf Il gebauten Wei-
zens. Ob dieser Marktpreis nun bloß gleich seinem eignen Durchschnittspreis
oder über demselben steht, ob sein Wert über seinem Durchschnittspreis
steht, hängt von seiner eignen Produktivität ab.

Deswegen auch falsch die Rod[bertussche] Ansicht, daß jedes Kapital,
das in der Agrikultur den Durchschnittsprofit abwirft, Grundrente ab-
werfen muß. Diese falsche Konsequenz folgt aus seiner |]489| falschen
Grundlage. Er räsoniert so: Das Kapital in der Agrikultur z.B. wirft 10 I.
[ab]. Aber 10 I. werden hier, weil hier im Unterschied von der Industrie
Rohmaterial nicht eingeht, auf eine kleinre Summe berechnet. Sind also
mehr als 10 p.c. Der Witz ist aber der: Es ist nicht das Nichteingehen des
Rohmaterials (das vielmehr in der eigentlichen Agrikultur eingeht; es wäre
Wurst, wenn es nicht einginge, falls die Maschinerie etc. größer im Verhält-
nis), welches den Wert der Agrikulturprodukte über den Durchschnittspreis
(ihren eignen und den der andren Waren) erhöht, sondern es ist ein größres
Verhältnis des variablen Kapitals zum konstanten, als es, nicht in besondren
Produktionssphären der Industrie, sondern durchschnittlich in der Industrie
ist. Dieser allgemeine Unterschied bestimmt durch seine Größe die Größe
und die Existenz der Grundrente auf Nr. I, der absoluten, nicht differen-
zierten und daher der kleinsten Grundrente. Der Preis des Weizens auf T’,
des neu bebauten Bodens, der keine Grundrente abwirft, ist aber nicht
bestimmt durch den Wert seines eignen Produkts, sondern durch den Wert
von I, also den durchschnittlichen Marktpreis des Weizens, der von I, II,
III, IV geliefert wird.

Das Privilegium des Agrikulturprodukts (infolge des Grundeigentums),
daß es nicht sein Produkt zum Durchschnittspreis, sondern zu seinem Wert
verkauft, wenn dieser Wert über dem Durchschnittspreis steht, gilt durch-
aus nicht für die auf verschiednen Bodenarten gebauten Produkte gegen-
einander, für die zu verschiednen Werten produzierten Produkte innerhalb
derselben Produktionssphäre. Den Industrieprodukten gegenüber haben sie

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 95

nur den Anspruch, zu ihren Werten! verkauft zu werden. Den andren Pro-
dukten derselben Sphäre gegenüber sind sie durch den Marktpreis bestimmt,
und es hängt von der Fruchtbarkeit von I ab, ob der Wert - hier gleich dem
durchschnittlichen Marktpreis - hoch oder niedrig genug ist, also die
Fruchtbarkeit von I hoch oder niedrig genug, daß I’, wenn es zu diesem
Wert verkauft, wenig, viel oder gar [nicht] an der allgemeinen Differenz
zwischen dem Wert und dem Durchschnittspreis des Weizens partizipiert.
Aber Herr Rodl[bertus] - da er überhaupt Werte und Durchschnittspreise
nicht unterscheidet, da er es für das allgemeine Gesetz aller Waren hält,
nicht als Privilegium der Agrikulturprodukte versteht, daß sie zu ihren
Werten verkauft werden - muß natürlich glauben, daß auch das Produkt
des schlechtesten Bodens zu seinem individuellen Wert verkauft werden
muß. Dies Privilegium geht ihm aber verloren in Konkurrenz mit Produk-
ten derselben Art.

Nun wäre es möglich, daß der Durchschnittspreis von I’ über dem Wert?
von I, 6sh. 8d. per bushel stünde. Damit Boden I’ überhaupt bebaut
werde, kann angenommen werden (obgleich das nicht ganz richtig), daß
die Nachfrage steigen muß. Also der Preis des Weizens von | über seinen
Wert, über 6 sh. 8 d. steigen muß und zwar anhaltend. In diesem Fall wird
Boden I’ bebaut. Kann er zum Preis von 6 sh. 8 d. den Durchschnittsprofit
machen, obgleich sein Wert über 6 sh. 8 d. steht, und die Nachfrage befriedi-
gen, so wird der Preis auf 6sh. 8 d. reduziert werden, da die Nachfrage jetzt
der Zufuhr wieder entspricht, also I wieder zu 6 sh. 8d. verkaufen muß,
ditto II, III, IV; also auch I’. Betrüge dagegen der Durchschnittspreis in I’
7 sh. 8 d., so daß es nur zu diesem Preis (der tief unter seinem individuellen
Wert stünde) den gewöhnlichen Profit abwürfe, so müßte, wäre die Nach-
frage nicht anders zu befriedigen, der Wert des bushel sich auf 7 sh. 8d.
fixieren und der Nachfragepreis von [ würde über seinen Wert steigen. Der
von II, III, IV steht bereits über ihrem individuellen Wert. Er würde noch
mehr steigen. Wäre aber Getreideeinfuhr vorauszusehen, die unter keinen
Umständen erlauben würde eine solche Fixation, so könnte nichtsdesto-
weniger I’ bebaut werden, wenn sich kleine farmers fänden, die sich mit
weniger als dem Durchschnittsprofit befriedigten. Dies findet in der Agri-
kultur wie in der Industrie beständig statt. Und es könnte sowohl in diesem
Fall, als wenn I’ den Durchschnittsprofit liefert, Grundrente gezahlt wer-
den, die aber bloß ein Abzug vom Profit des farmers wäre. Wäre auch dies

1 In der Handschrift: Durchschnittspreisen - ? in der Handschrift: Wert von I, unter
dem Durchschnittspreis

96 Achtes Kapitel

nicht tubar, so kann der landlord den Grund und Boden an cottiers! ver-
pachten, denen es, wie dem hand-loom-weaver?, hauptsächlich darum zu
tun, ihren Arbeitslohn herauszuschlagen und das Surplus, groß oder klein,
in der Form der Rente dem landlord zahlen. Dies Surplus könnte selbst, wie
beim hand-loom-weaver, bloßer Abzug nicht von dem Arbeitsprodukt,
sondern vom Lohn der Arbeit sein. In allen diesen Fällen könnte Grundrente
gezahlt werden. In dem einen Fall wäre sie Abzug vom Profit des Kapita-
listen. In dem andren eignete sich der landlord die Surplusarbeit des
Arbeiters an, die sich sonst der Kapitalist aneignet. Und im letzten Fall
lebte er auf dem Salair des Arbeiters, wie es die Kapitalisten auch oft tun.
Kapitalistische Produktion im großen aber nur möglich, wo das letztbebaute
Land wenigstens den Durchschnittsprofit abwirft, also der Wert von I dem
I’ wenigstens den Durchschnittspreis liefert.

Man sieht, wie die Unterscheidung von Wert und Durchschnittspreis
überraschend die Frage löst und zeigt, daß Ricardo und seine Gegner recht
haben.!?%

IXT-490| Wäre I, der Boden, der die absolute Grundrente abwirft, der
einzig bebaute Boden, so würde dieser also den bushel Weizen zu seinem
Wert verkaufen, zu 6sh. 8d., oder 6%, sh. und ihn nicht zum Durch-
schnittspreis von 6"/, sh. oder 6 sh. 11/, d. herabsenken. Wüchse die Nach-
frage, bestünde aller Boden des Landes aus derselben Sorte, und verzehn-
fachte sich der bebaute Boden, so, da I 10 /. Rente per 100 I. abwirft, würde
die Rente auf 100 I. wachsen, obgleich nur eine einzige Bodenart existierte.
Aber sie würde nicht wachsen der Rate oder Höhe nach, weder gegen das
vorgeschoßne Kapital noch gegen das bebaute Land. Es wären 10x mehr
acres bebaut und I0x mehr Kapital vorgeschossen. Dies also bloße Ver-
mehrung des Rentals, der Masse der Rente, nicht ihrer Höhe. Die Profitrate
würde nicht sinken; denn der Wert und Preis der Agrikulturprodukte bliebe
derselbe. Ein 10x größres Kapital kann natürlich eine 10x größre Rente
geben als ein 10x kleinres. Würde dagegen auf derselben Bodenfläche 10 x
mehr Kapital angewandt, mit demselben Resultat, so wäre die Rate der
Rente, verglichen mit dem ausgelegten Kapital, dieselbe geblieben; sie wäre
gestiegen im Verhältnis zur Bodenfläche, würde aber auch nichts an der
Profitrate ändern.

Gesetzt aber nun, die Bebauung von I würde fruchtbarer, nicht weil der
Boden sich änderte, sondern weil mehr konstantes und weniger variables
Kapital ausgelegt würde, mehr Kapital in Maschinerie, Pferden, minerali-

3 Häusler - * Handweber

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 97

schem Dünger usw. und weniger in Arbeitslohn, so würde der Wert des
Weizens sich seinem Durchschnittspreis nähern und dem Durchschnitts-
preis der Industrieprodukte, weil der Überschuß des Verhältnisses von
variablem zu konstantem Kapital abgenommen hätte. In diesem Falle
würde die Rente fallen, die Profitrate unverändert bleiben. Fände ein
solcher Wechsel in der Produktionsweise statt, daß das Verhältnis von
variablem und konstantem Kapital sich ausgliche mit dem durchschnitt-
lichen der Industrie, so würde der Überschuß des Werts über den Durch-
schnittspreis des Weizens wegfallen und damit die Rente, der Surplus-
profit. I würde keine Rente mehr zahlen, und das Grundeigentum wäre
nominell geworden (soweit nicht etwa die veränderte Produktionsweise be-
gleitet wäre von zusätzlicher Einverleibung von Kapital in den Boden, so
daß der Eigentümer nach Ablauf der Pacht Zinsen von einem Kapital zöge,
das er nicht vorgeschossen, was auch ein Hauptmittel der Bereichrung der
Grundeigentümer und worum sich der Streit über das tenantry-right! in
Irland dreht). Existierten nun außer I noch II, III, IV, in welchen allen
diese Produktionsweise eingetreten, so würden sie dennoch Renten ab-
werfen infolge ihrer natürlichen größren Fruchtbarkeit als I und im Grad,
worin sie fruchtbarer. I hätte in diesem Falle aufgehört, Grundrente abzu-
werfen, und die Renten von II, III, IV wären demgemäß gefallen, weil das
allgemeine Verhältnis der Produktivität in der Agrikultur sich ausgeglichen
mit dem in der Industrie‘. Die Rente von II, III, IV entspräche dem
Riclardoschen] Gesetz; sie wäre bloß gleich und existierte auch nur als
Surplusprofit des fruchtbareren über den unfruchtbareren Boden, wie ähn-
liche Surplusprofite in der Industrie, nur daß ihnen hier die natürliche Basis
zum Fixieren fehlt.

Das Riclardosche] Gesetz herrschte ebensosehr, als wenn kein Grund-
eigentum existierte. Mit der Abschaffung des Grundeigentums und der Bei-
behaltung der kapitalistischen Produktion würde dieser aus der Differenz
der Fruchtbarkeit hervorgehende Surplusprofit bleiben. Eignete sich der
Staat das Grundeigentum an und bliebe die kapitalistische Produktion, so
würde Rente von II, III, IV an den Staat gezahlt, aber die Rente selbst
bliebe. Würde das Grundeigentum Volkseigentum, so hörte überhaupt die
Basis der kapitalistischen Produktion, die Grundlage, worauf die Verselb-
ständigung der Arbeitsbedingungen dem Arbeiter gegenüber beruht, auf.

Eine Frage, die später bei der Grundrente zu erörtern: Wie die Grund-
rente steigen kann, dem Wert und der Masse nach, bei der intensiveren

1 Pachtrecht - ? in der Handschrift: Agrikultur

98 Achtes Kapitel

Kultur, obgleich die Rate der Grundrente in bezug auf das vorgeschoßne Ka-
pital sinkt? Dies offenbar nur möglich, weil die Masse des vorgeschossenen
Kapitals steigt. Ist die Grundrente ?/, und wird sie !/1o, so ist 20x!/, = 4
und 50. x'/o = 5. Dies ist die ganze Wirkung. Würde die intensive Kultur
aber dasselbe Produktionsverhältnis annehmen wie im Durchschnitt der
Industrie, statt sich ihm nur zu nähern, so fiele die Rente weg für den un-
fruchtbarsten Boden und würde auf die bloße Landdifferenz für den frucht-
barsten reduziert. Die absolute Rente fiele weg.

Nimm nun [an], infolge steigender Nachfrage würde von I zu II fort-
gegangen. I zahlt die absolute Rente, II würde eine differenzierte zahlen, aber
der Preis des Weizens (Wert für I, Surpluswert für II) bliebe derselbe. Ditto
die Profitrate nicht affiziert. Und so würde es fortgehn bis IV. Also die
Rente steigt auch der Höhe nach, der Rate, wenn wir das in I], II, III, IV
ausgelegte Kapital zusammenrechneten. Aber die Durchschnittsprofitrate
von II, III, IV bliebe gleich der von I, die gleich der der Industrie, der
allgemeinen Profitrate ist. Wird also ||491] zu fruchtbarerem Boden auf-
gestiegen, so kann die Rente in amount andrate! wachsen, obgleich die Profit-
rate unverändert bleibt und der Preis des Weizens konstant bleibt. Es wäre
die wachsende Fruchtbarkeit des Kapitals in II, III, IV, nicht die ab-
nehmende von I, die das Steigen in Höhe und amount der Rente verursacht
hätte. Nur würde nicht, wie notwendig in der Industrie die wachsende Pro-
duktivität den Profit steigen und den Preis der Ware wie den Arbeitslohn
sinken machen.

Fände aber der umgekehrte Prozeß statt: von IV zu II], II, I, so würde
der Preis steigen bis zu 6 sh. 8 d., zu dem er auf I noch eine Rente von 101.
auf 100 I. abwirft. Nämlich die Rente des Weizens auf IV 177/55 1. auf 100 7.,
wovon aber 7°/,, Überschuß seines Preises über den Wert von I sind. I gab
es zu 100 /. (und mit Rente von 10 /. und zum Wert des busshels zu 6 sh. & d.)
360 bushel. II - 432 bushel. III - 518°/, bushel und IV - 622%/,, bushel.
Aber der Preis der bushel von IV zu 6 sh. 8 d. warf ihm eine Surplusrente
von 7”/g, per 100 ab. IV verkauft 3 bushel zu I /. oder 6222/,, bushel zu
207°/3, 1. Sein Wert aber nur 120 !. wie in I; was drüber, ist Überschuß
seines Preises über seinen Wert. IV würde den gr. zu seinem Wert ver-
kaufen oder rather? den bushel, wenn er ihn verkaufte, zu 3 sh. 10°/,; d.,
und bei diesem Preis hätte er 10 /. Rente auf 100. Wird nun von IV auf IIl,
III auf Il und II auf I übergegangen, so steigt der Preis des bushel (und
damit die Rente), bis er schließlich 6 sh. 8.d. bei I beträgt, wo dieser Preis

1 Masse und Rate - ? vielmehr

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 9)

jetzt dieselbe Grundrente abwirft, die er früher bei IV abwarf. Mit dem
Steigen des Preises würde die Profitrate fallen, teils soweit die Lebensmittel
und Rohmaterial gestiegen im Werte. Es könnte von IV auf III folgender-
maßen übergegangen werden. Infolge der Nachfrage steigt der Preis von IV
über seinen Wert, wirft also nicht nur Rente, sondern Surplusrente ab.
Infolgedessen wird III bebaut, der bei diesem Preis keine Rente abwerfen
soll bei dem gewöhnlichen Durchschnittsprofit. Wenn infolge der Steigerung
des Preises von IV nicht die Profitrate gefallen, sondern der Arbeitslohn, so
wird III den Durchschnittsprofit abwerfen. Infolge der Zufuhr von III soll
aber wieder der Arbeitslohn auf die normale Höhe steigen; [dann] fällt die
Profitrate in Ill etc.

Bei dieser niedersteigenden Bewegung fällt also die Profitrate unter den
gemachten Voraussetzungen, daß III keine Rente abwerfen kann bei dem
Preis von IV, und III auch nur mit der alten Profitrate bebauen kann, weil
der Arbeitslohn momentan unter sein Niveau gesunken.

Unter diesen Voraussetzungen das Ricfardosche] Gesetz wieder [mög-
lich]. Aber nicht nötig; selbst bei seiner Auffassung nicht. Nur möglich unter
certain! Konjunkturen. In der Wirklichkeit kreuzen sich die Bewegungen.

Hiermit dem Wesen nach die Renttheorie erledigt.

Bei Herrn Rod[bertus] liegt die Grundrente in der ewigen Natur, wenig-
stens der kapitalistischen Produktion, wegen seines „Materialwerts“. Bei
uns in einer historischen Differenz in den organischen Bestandteilen des
Kapitals, die teils ausgeglichen werden, ja mit der Entwicklung der Agri-
kultur ganz verschwinden kann. Allerdings bleibt dabei die Differenz, so-
weit sie bloß aus dem Unterschied in der natürlichen Fruchtbarkeit des
Landes hervorgeht, wenn auch die absolute Rente wegfiele. Aber - ganz
abgesehn von der möglichen Ausgleichung der natürlichen Unterschiede -
hängt diese Differentialrente mit der Regulierung des Marktpreises zu-
sammen, fällt also mit dem Preis weg und mit der kapitalistischen Produk-
tion. Es bliebe nur, daß die gesellschaftliche Arbeit Boden von verschiedner
Fruchtbarkeit bebaut, wobei trotz der Differenz der angewandten Arbeit
diese in allen Nummern produktiver werden kann. Keineswegs aber würde
die Arbeitsmasse, die der schlechtere Boden kostet, nun wie beim Bourgeois
bewirken, daß auch der beßre mit mehr Arbeit bezahlt werden muß. Viel-
mehr würde die auf IV ersparte Arbeit zur Verbesserung von III und die
von Ill ersparte Arbeit zur Verbesserung von II, endlich die an Il ersparte
Arbeit zur Verbesserung von I benutzt werden; also das ganze von den

1 bestimmten

100 Achtes Kapitel

Grundeigentümern gefreßne Kapital zur Ausgleichung der Bodenarbeit und
zur Verminderung der auf die Agrikultur überhaupt verwandten Arbeit
dienen.

1492| (Wenn A.Smith, wie oben gesehn!, erst richtig den Wert und das
Verhältnis von Profit, Salair etc. als Bestandteile dieses Werts auffaßt, dann
aber umgekehrt fortgeht und die Preise von Salair, Profit, Grundrente vor-
aussetzt und selbständig bestimmen will, um dann aus ihnen den Preis der
Ware zu komponieren, so dieser Umschlag den Sinn: Erst faßt er die Sache
ihrem innren Zusammenhang nach auf, dann in der umgekehrten Form, wie
sie in der Konkurrenz erscheint. Diese beiden Fassungen kreuzen sich bei
ihm naiv, ohne daß er des Widerspruchs gewahr wird. Riclardo] dagegen
abstrahiert mit Bewußtsein von der Form der Konkurrenz, von dem Schein
der Konkurrenz, um die Gesetze als solche aufzufassen. Einerseits ist ihm
vorzuwerfen, daß er nicht weit genug, nicht vollständig genug in der Ab-
straktion ist, also z.B., wenn er den Wert der Ware auffaßt, gleich auch
schon durch Rücksicht auf allerlei konkrete Verhältnisse sich bestimmen
läßt, anderseits daß er die Erscheinungsform nun unmittelbar, direkt als
Bewähr oder Darstellung der allgemeinen Gesetze auffaßt, keineswegs sie
entwickelt. In bezug auf das erste ist seine Abstraktion zu unvollständig, in
bezug auf das zweite ist sie formale Abstraktion, die an und für sich falsch
ist.}

### [10. Rentrate und Profitrate.
Verhältnis zwischen der Produktivität in der Landwirtschaft und in der
Industrie auf den verschiedenen Stufen der historischen Entwicklung]

Jetzt noch kurz zum Rest von Rod[bertus] zurück.

„Die aus einer Vermehrung des nationalen Produktwerts herrührende Vermehrung
von resp. Arbeitslohn, Kapitalgewinn und Grundrenie können weder den Arbeitslohn
noch den Kapitalgewinn der Nation erhöhen, da der mehrere Arbeitslohn sich nun auch
unter mehrere Arbeiter verteilt, und der mehrere Kapitalgewinn auf ein in demselben
Verhältnis vermehrtes Kapital fällt, dagegen die Grundrente allerdings erhöhen muß,
da diese immer auf die gleich groß gebliebenen Grundstücke fällt. So vermag sie die große
Steigerung des Bodenwerts, der nichts als die nach dem üblichen Zinsfuß kapitalisierte
Grundrente ist, zu Genüge zu erklären, ohne ihre Zuflucht zu einer steigenden Un-
produktivität der landwirtschaftlichen Arbeit zu nehmen, die der Idee derPerfektibilität
der menschlichen Gesellschaft wie allen landwirtschaftlichen und statistischen Tat-
sachen schnurstracks widerspricht.“ (p. 160, 161.)

3 Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.40-56 und S.66-69

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 101

D’abord! zu bemerken, daß Ricardo nirgendwo die „große Steigerung des
Bodenwerts“ zu erklären sucht. Dies ist für ihn gar kein Problem. Er sagt
ferner, selbst (siehe später bei Ricardo) von Ricardo ausdrücklich bemerkt,
daß bei gleichbleibendem Wert des Korns oder agricultural produce - bei
gegebner Rentrate - die Rente sich vermehren kann?. Diese Vermehrung ist
wieder kein Problem für ihn. Das Steigen des Rentals, wenn die Rentrate
dieselbe bleibt, ist kein Problem für ihn. Für ihn ist das Problem das Steigen
der Rentrate, d.h. der Rente im Verhältnis zum vorgeschoßnen agricultural
capital; daher auch das Steigen im Wert nicht der Masse des agrieultural
produce, sondern des Werts z.B. eines qr. Weizen, desselben Quantums
von agricultural produce, womit der Überschuß seines Werts über den
Durchschnittspreis und damit der Überschuß der Rente über die Profitrate
wächst. Herr Rodlbertus] beseitigt hier das RicJardosche] Problem (ab-
gesehn von seinem falschen „Materialwert“).

Allerdings kann auch die Rentrate steigen, relativ zum vorgeschoßnen
Kapital, d.h. der relative Wert des Agrikulturprodukts im Verhältnis zum
Industrieprodukt, obgleich die Agrikultur beständig fruchtbarer wird. Und
zwar kann dies aus 2 Gründen geschehn:

Erstens nimm das obige Beispiel, wo von 1 zu II, III, IV fortgegangen
wird, also zu beständig fruchtbarerem Boden (ohne daß jedoch dessen Zu-
fuhr groß genug ist, I außer Bebauung zu werfen oder die Differenz
zwischen Wert und Durchschnittspreis so zu erniedrigen, daß IV, III, II
proportionell niedrigre Renten, I gar keine Rente zahlt). Ist die Rente bei
110, bei Il 20, bei III 30, bei IV 40, und ist in allen 4 Arten 100 I. angelegt,
so betrug die Rente bei I "/io oder 10 p.c. auf das vorgeschoßne Kapital, bei
II ?/, oder 20 p.c., bei III ®/1, oder 30 p.c. und bei IV */, oder 40 p.c.
Zusammen 100 /. auf 400 vorgeschoßnes Kapital, was als Durchschnittsrate
der Rente gibt 1%), = 25 p.c. Das ganze in der Agrikultur angelegte Kapital
betrachtet, beträgt die Rente jetzt 25 p.c. Wäre bloß Boden I fortbebaut
worden (der unfruchtbarere Boden), so betrüge die Rente 40 auf 400, nach
wie vor IO p.c. und wäre nicht um 15 p.c. gestiegen. Aber im ersten Fall
wären (wenn 330 bushel auf Auslage von 100 /. in I) nur /320 bushel produ-
ziert worden zum Preis von 6sh. 8d. per bushel; im zweiten Fall sind
1518 bushel produziert zum selben Preis. In beiden Fällen ist dasselbe
Kapital vorgeschossen.

Die Steigerung in der Höhe der Rente hier aber nur scheinbar.!! Be-
rechnen wir nämlich die Auslage des Kapitals in bezug auf das Produkt, so

1 Zunächst - ? siche vorl. Band, 5.314

102 Achtes Kapitel

in I nötig 100, um 330 bushel zu produzieren, und 400, um /320 bushel zu
produzieren. Jetzt aber nur 100 -+ 90 -+ 80 + 70, nämlich 340 I., um
1320 bushel zu produzieren. % !. produzieren in Il soviel wie 100 in ], 80
in III soviel wie 90 in II und 70 in IV soviel wie 80 in III. Die Rate der
Grundrente gestiegen in I], III, IV, verglichen mit I.

Die ganze Gesellschaft betrachtet, [wären,] um dasselbe Produkt hervor-
zubringen, 340 Kapital angewandt statt 400, d.h. 85 p.c. [vom früheren]
Kapital.

1493| Die 1320 bushel nur anders verteilt, wie im ersten Fall. Der Päch-
ter muß auf 90 soviel abgeben, wie früher auf 100, auf 80 soviel wie früher
auf 90 und auf 70 soviel wie früher auf 80. Aber die Kapitalauslagen von
90, 80, 70 geben ihm grad soviel Produkt, wie die früher auf i00. Er gibt
mehr ab, nicht weil er größres Kapital anwenden muß, um dasselbe Produkt
zu liefern, sondern weil er weniger Kapital anwendet, nicht wei! sein Kapital
unfruchtbarer, sondern weil es fruchtbarer geworden, er aber nach wie vor
zu dem Preis von I verkauft, verkauft, als ob er nach wie vor dasselbe Kapital
brauchte, um dasselbe Quantum Produkt zu produzieren.

[Zweitens.] Außer dieser Steigerung der Renirate, zusammenfallend mit
der ungleichen Steigerung des Surplusprofits in einzelnenIndustriezweigen,
obgleich sie sich hier nicht fixiert - ist nur ein zweiter Fall möglich, wo die
Rentrate steigen kann, obgleich der Wert des Produkts derselbe bleibt, also
die Arbeit nicht unfruchtbarer wird. Dies, wenn entweder die Produktivität
in der Agrikultur dieselbe bleibt wie vorher, aber die Produktivität in der
Industrie steigt, und dies Steigen im Sinken der Profitrate sich ausspräche.
Also wenn das Verhältnis des variablen Kapitals zum konstanten abnehme.
Oder wenn die Produktivität auch in der Agrikultur steigt, aber nicht in
demselben Verhältnis wie in der Industrie, sondern in kleinerem. Steigt die
Produktivität in der Agrikultur = 1:2 und in der Industie = 1:4, so ist es
relativ dasselbe, als wäre sie in der Agrikultur = 1 geblieben und hätte sich
in der Industrie verdoppelt. In diesem Falle würde das variable Kapital
gegen das konstante zweimal rascher in der Industrie abnehmen als in der
Agrikultur.

In beiden Fällen fiele die Profitrate in der Industrie und, weil sie fiele,
würde die Rate der Grundrente steigen. In den andren Fällen fällt die Profit-
rate, nicht absolut (sie bleibt konstant vielmehr), aber sie fällt relativ zur
Grundrente, nicht weil sie selbst fällt, sondern weil die Grundrente steigt,
die Rate der Grundrente mit Bezug auf das vorgeschoßne Kapital.

Ricardo unterscheidet diese Fälle nicht. Mit Ausnahme dieser Fälle kann
die Rate der Grundrente nur steigen - (wenn also das allgemeine Verhältnis

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 103

von konstantem Kapital und variablem Kapital infolge der vermehrten Pro-
duktivität der Industrie wechselt und daher der Überschuß des Werts der
Agrikultur über ihren Durchschnittspreis steigt oder wenn die Profitrate,
obgleich konstant, relativ fällt wegen der Differentialrenten des auf frucht-
barern Boden angewandten Kapitals) - wenn die Profitrate fällt, ohne daß
die Industrie produktiver wird. Dies aber nur möglich, wenn der Arbeits-
lohn steigt oder das Rohmaterial - im Wert - infolge der großen Unpro-
duktivität der Agrikultur. In diesem Falle ist das Fallen der Profitrate und
das Steigen der Höhe der Grundrente Resultat derselben Ursache - des
Unproduktiverwerdens der Agrikultur, des in der Agrikultur angewandten
Kapitals. Dies Ricfardos] Vorstellung. Dies muß sich dann bei gleichbleiben-
dem Geldwert im Steigen der Preise der Rohprodukte zeigen. Ist das Steigen
relativ, wie oben betrachtet, so kann kein Wechsel im Geldpreis die Geld-
preise der Agrikulturprodukte absolut erhöhn gegen die Industrieprodukte.
Sänke das Geld um 50 p.c., so wäre I qr., das 3 !. wert war, 6 !. wert, aber
ein Ib. Twist, das I sh. wert war, wäre 2 sh. wert. Aus dem Geldwechsel
kann also nie das absolute Steigen der Geldpreise der Agrikulturprodukte,
verglichen mit den Industrieprodukten, erklärt werden.

Im ganzen ist anzunehmen, daß in der roheren, vorkapitalistischen Pro-
duktionsweise die Agrikultur produktiver ist als die Industrie, weil die Natur
als Maschine und Organismus hier mitarbeitet, während die Naturkräfte in
der Industrie fast noch ganz durch Menschenkraft ersetzt werden (wie in
der handwerksmäßigen Industrie etc.); in der Sturmperiode der kapita-
listischen Produktion entwickelt sich die Produktivität der Industrie rasch
gegen die Agrikultur, obgleich ihre Entwicklung voraussetzt, daß in der
Agrikultur schon bedeutende Variation zwischen capital constant und
capital variable stattgefunden hat, d.h. eine Masse Menschen vom Acker-
bau vertrieben sind. Später geht die Produktivität in beiden voran, obgleich
in ungleichem Schritt. Aber auf einem gewissen Höhepunkt der Industrie
muß die Disproportion abnehmen, d.h. die Produktivität der Agrikultur
sich relativ rascher vermehren als die der Industrie. Dazu gehört 1. Ersetzen
des bärenhäuterischen farmers durch den business-man!, den farming-
capitalist?, Verwandlung der Ackerbauer in reine Lohnarbeiter, Agrikultur
auf großer Stufenleiter, also mit konzentrierten Kapitalien; 2. namentlich
aber: die eigentlich wissenschaftliche Grundlage der großen Industrie, die
Mechanik, die im 18. Jahrhundert gewissermaßen vollendet war. Erst im
19., speziell in den späten Jahrzehnten, entwickeln sich die Wissenschaften,

1 Geschäftsmann - ? kapitalistischen Pächter

104 Achtes Kapitel

die direkt in höherm Grade spezifische Grundlagen für die Agrikultur als
für die Industrie 494] sind - Chemie, Geologie und Physiologie.

Es ist Unsinn, von der größren oder geringren Produktivität zweier ver-
schiednen Industriezweige zu sprechen durch bloße Vergleichung des Werts
ihrer Waren. War das Ib. Baumwolle 1800 = 2 sh. und der Twist = 4, und
ist der Wert der Wolle 1830 = 2 sh. oder 18 d. und der des T'wistes = 3 sh.
oder 1 sh. 8d., so könnte man das Verhältnis, worin die Produktivität in
beiden Zweigen gewachsen, vergleichen. Aber nur weil man den Satz von
1800 als Ausgangspunkt nimmt. Dagegen, weil das Ib. Baumwolle = 2 sh.
und das des T'wistes = 3, also die die Wolle produzierende Arbeit noch
einmal so groß wie die [neuzugefügte Arbeit] des Spinnens, wäre es Blöd-
sinn zu sagen, die eine sei zweimal so produktiv als die andre, so blödsinnig,
als es wäre zu sagen, daß, weil die Leinwand wohlfeiler ist zu machen als
das Gemälde des Malers auf der Leinwand ist, deswegen die Arbeit des
letztren minder produktiv als die des erstren.

Das richtige nur folgendes, wenn auch der kapitalistische Sinn von
produktiv enthalten - produktiv von Mehrwert [und] zugleich die relativen
Massen des Produkts [in Betracht gezogen werden]:

Wenn dem Durchschnitt nach, um 100 Arbeiter in der Baumwoll-
industrie zu beschäftigen, = 100/., den Produktionsbedingungen nach
500 I. in Rohstoff und Maschinerie etc. nötig {bei gegebnen Werten der
letztren}; anderseits, um 100 Arbeiter, = 100 /., in der Weizenkultur zu
beschäftigen, für 150 I. Rohstoff und Maschinerie nötig wären, dann bildete
das variable Kapital in I?/, von den 600 !. Gesamtkapital und "/, vom kon-
stanten; in Il von den 250 I. Gesamtkapital das variable Kapital ?/,, und von
dem konstanten Kapital ?/3. Jedes 100 Z., das also in ] ausgelegt ist, kann nur
162/, I. variables Kapital und muß 83"/3 konstantes Kapital enthalten; in II
dagegen 40 I. variables Kapital und 60 /. konstantes. In I bildet das variable
Kapital Y/, oder 16°, p.c. und in II 40 p.c. Wie erbärmlich die jetzigen
Preisgeschichten sind, ist klar. Sie können auch nur erbärmlich sein, bis die
Theorie ihnen zeigt, was sie zu untersuchen haben. Wäre die Rate des Mehr-
werts gegeben, z.B. = 20 p.c., so betrüge der Mehrwert in I = 31/5 I.
(also Profit 31/3 p.c.). In Il dagegen 8 1. (also Profit 8 p.c.). Die Arbeit in I
wäre nicht so produktiv wie in II, weil sie produktiver wäre (d.h. nicht so
produktiv of surplus value!, weil sie more productive of produce? ist). Es ist,
nebenbei bemerkt, klar, daß z.B. in der Baumwollindustrie das Verhältnis
von 1:1/, nur möglich, wenn vielleicht capital constant (dies hängt von den

1 an Mehrwert - ? produktiver an Produkt

Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente 105

Maschinen etc. ab) zum Betrag von 10000 /. ausgelegt, also Arbeitslohn zum
Betrag von 2000, also ein Gesamtkapital von 12000. Würden nur 6000 aus-
gelegt, wobei der Arbeitslohn = 1000, so wäre die Maschinerie unproduk-
tiver etc. Zu 100 könnte es gar nicht betrieben werden. Anderseits ist es
möglich, daß, wenn 23000 /. ausgelegt werden, solche Vergrößerung in der
efficiency! der Maschinerie stattfindet, sonstige Ökonomie etc., daß viel-
leicht nicht ganz 19166°/, 1.” auf capital constant kämen, sondern mehr Roh-
material und dieselbe Arbeitsmasse weniger Maschinerie etc. (Wert)
brauchen, in welcher letztren 1000 /. gespart sein sollen. Dann wächst also
wieder das Verhältnis des variablen Kapitals zum konstanten, aber nur, weil
das absolute Kapital gewachsen ist. Dies ist ein check? gegen das Fallen der
Profitrate. Zwei Kapitalien von 12000 werden dieselbe Quantität Ware pro-
duzieren wie das eine von 23000, aber erstens wären die Waren teurer, da
sie 1000 I. mehr Auslagen kosteten, und zweitens wäre die Profitrate kleiner,
weil in dem Kapital von 23000 das variable Kapital > als'/, des Gesamt-
kapitals, also größer als in der Summe der zwei von 12000. 1494|]

1494| (Wenn einerseits mit dem Fortschritt der Industrie die Maschinerie
effektiver wird und wohlfeiler, also dieser Teil des capital constant der Agri-
kultur abnimmt, wenn Maschinerie nur zu demselben Quantum als bisher
angewandt würde, aber dies Quantum wächst schneller als die Verwohl-
feilerung der Maschinerie, da dies Element noch schwach in der Agrikultur
entwickelt, anderseits fällt mit der größren Produktivität der Agrikultur der
Preis des Rohmaterials - sieh Baumwolle -, so daß nicht in demselben Ver-
hältnis, wie das Rohmaterial als Bestandteil des Arbeitsprozesses zunimmt,
es auch als Bestandteil des Verwertungsprozesses zunimmt.)!??!

Schon Peity sagt uns, daß die landlords seinerzeit die Verbesserung in
der Agrikultur fürchteten, weil dadurch der Preis der ÄAgrikulturprodukte
und die Grundrente (der Höhe nach) falle; ditto die Vermehrung des Bodens
und Bebauung bisher unbenutzten Bodens = Vermehrung des Bodens.

(In Holland diese Vermehrung des Bodens (Grund und Bodens) noch
direkter zu nehmen.) Er sagt:

„Wider das Austrocknen von Sümpfen, das Kultivieren von Wäldern, das Ein-
hegen von Gemeindeland, das Anpflanzen von Esparsette und Klee wird gemurrt von
den landlords, weil das die Wege seien zur Herabdrückung der Preise für Lebens-
mittel.“ (p.230 „Polit. Arith.“, Lond. 1699.)

1 Leistungsfähigkeit - * in der Handschrift: 16 000 - ? Hemmnis

106 Achtes Kapitel

(„Die Rente von ganz England, Wales und den lowlands! von Schottland beträgt
ungefähr 9 Millionen [l.] per Jahr.“) (l.c.p.231.) |494]|

[1494| Petty bekämpft diese Ansicht und D’Avenant entwickelt 1495|
weiter, wie die Höhe der Rente abnehmen, die Rentmasse oder das Rental
aber sich vermehren kann. Er sagt:

„Renten mögen fallen an manchen Orten und in manchen Grafschaften, und doch
[kann] der Grund und Boden der Nation“ (er meint den Bodenwert) „sich ständig ver-
bessern, z.B. wenn Parks gerodet und Wälder und Gemeindeländereien angeeignet und
eingehegt werden, wenn Sümpfe entwässert und wenn viele Teile“ (des Landes) „durch
Industrie und Bearbeitung verbessert werden, so muß das sicher den Boden entwerten,
der bereits vorher vollständig verbessert worden und keiner weitren Verbeßrung fähig ist.
So sinkt das Renteinkommen der Privaten, aber die allgemeine Rente des Königreichs
hebt sich durch solche Verbesserungen gleichzeitig.“ (p. 26, 27.) „1666-1688 fielen die
privaten Renten, aber das Steigen im allgemeinen Rental des Königreichs war im Ver-
hältnis größer während dieser Zeit als in den vorhergehenden Jahren, weil die Ver-
besserungen des Bodens größer und allgemeiner waren zwischen diesen beiden Zeit-
punkten als je zuvor.“ (p.28, D’Avenant, „Discourses on the Publick Revenues etc,

Part II, London 1698.)

Man sieht hier auch, wie der Engländer unter Höhe der Rente stets die
Rente in bezug auf das Kapital versteht, aber nie auf das Gesamtland des
kingdom? (oder den Acre überhaupt, wie Herr Rod[bertus]).

1 Niederungen - * Königreichs

## [NEUNTES KAPITEL]

## Bemerkungen über die Geschichte
der Entdeckung des sogenannten Ricardoschen
Gesetzes. [Ergänzende Bemerkungen über]

## Rodbertus (Abschweifung)

### [1. Entdeckung der Differentialrente durch Anderson.
Entstellung der Ansichten Andersons im Interesse der Grundeigentümer
durch seinen Plagiator Malthus]

Anderson war praktischer Pächter. Seine erste Schrift, worin beiläufig die
Natur der Rente erörtert wird, erschien 17772], zu einer Zeit, wo Sir James
Steuart für einen großen Teil des publicum’s noch der herrschende Öko-
nom, zugleich aber die allgemeine Aufmerksamkeit auf den „Wealth of
Nations“ gerichtet, der ein Jahr vorher erschienen war. Dagegen konnte die
aus Anlaß einer unmittelbar praktischen Streitfrage geschriebne Schrift des
schottischen farmers, die von der Rente nicht „ex professo“! handelte, son-
dern nur nebenbei ihre Natur erläuterte, keine Aufmerksamkeit erregen.
Anderson behandelte die Rente in dieser Schrift nur akzidentell, nicht ex
professo. Ebenso beiläufig läuft diese seine Theorie wieder unter in einem
oder zwei in der von ihm selbst herausgegebnen Sammlung seiner Essays,
die in 3 Bänden erschien unter dem Titel: „Essays. Relating to Agriculture
and rural Affairs“, 3 vol., Edinburgh 1775-1796. Ebenso in den 1799 bis
1802 herausgegebnen: „Recreations in Agriculture. Natural History, Arts
ete.“, London (sieh nach auf dem Britischen Museum!**'), Jauter Schriften,
die direkt für farmers und agriculturists bestimmt sind. Hätte Anderson eine
Ahnung von der Wichtigkeit seines Funds gehabt und ihn gesondert dem
Publikum als „Inquiry into the nature of rent“? vorgeführt, oder hätte er
nur im geringsten Grad das Talent besessen, den Handel mit eignen Ideen
zu treiben, den sein Landsmann McCulloch so erfolgreich mit fremden
trieb, so [stände es] anders. Die Reproduktionen seiner Theorie 1815 er-
schienen sofort als selbständige theoretische Untersuchungen über die Natur

? „ausdrücklich“ -? „Untersuchung über die Natur der Rente“

108 Neuntes Kapitel

der Rente, wie schon die Titel der resp. Schriften von West und Malthus
zeigen:

Malthus: „Inquiry into the Nature and Progress of Rent“. West: „Essay
on the Application of Capital to Land“.

Ferner benutzte Malthus die Andersonsche Rententheorie, um seinem
Bevölkerungsgesetz zum erstenmal eine zugleich nationalökonomische und
reale (naturhistorische) Grundlage zu geben, während der von frühren
Schriftstellern abgeborgte Blödsinn der geometrischen und arithmetischen
Progression eine rein chimärische Hypothese war. Mr.Malthus at once
„improved“ the occasiont. Ric[fardo] nun gar machte diese Doktrin von der
Rente, wie er selbst in der Vorrede sagt, zu einem der wichtigsten links? im
Gesamtsystem der politischen Ökonomie und gab ihr - von der praktischen
Seite ganz abgesehn - eine ganz neue theoretische Wichtigkeit.

Ricardo kannte offenbar Anderson nicht, da er in der Vorrede seiner
politischen Ökonomie West und Malthus als die Entdecker betrachtet. West,
nach der originellen Art, wie er das Gesetz darstellt, kann möglicherweise
ebenso unbekannt mit Anderson gewesen sein, als Tooke mit Steuart war.
Anders mit Herrn Malthus. Eine genaue Vergleichung seiner Schrift zeigt,
daß er den Anderson kennt und benutzt. Er war überhaupt Plagiarius von
1496| Profession. Man hat nur die erste Ausgabe seiner Schrift über popula-
tion mit der früher von mir zitierten Schrift des Reverend Townsend[®! zu
vergleichen, um sich zu überzeugen, daß er ihn nicht als freier Produzent
verarbeitet, sondern als sklavischer Plagiarius abschreibt und paraphrasiert,
obgleich er ihn nirgendwo nennt, seine Existenz verheimlicht.

Die Art, wie Malthus den Anderson benutzte, ist charakteristisch. Ander-
son hatte Exportprämien auf Kornausfuhr und Kornzölle gegen Kornein-
fuhr verteidigt, keineswegs aus Interesse für die landlords, sondern weil er
glaubte, daß diese Art Gesetzgebung „den Durchschnittspreis des Korns
ermäßige“ und eine gleichmäßige Entwicklung der Produktivkräfte der
Agrikultur sichre. Malthus nahm diese Nutzanwendung von Anderson an,
weil er - ein echtes member der Established Church of England? - ein pro-
fessioneller Sykophant der Grundaristokratie war, deren Renten, Sinekuren,
Verschwendung, Herzlosigkeit usw. er ökonomisch rechtfertigte. Malthus
vertritt das Interesse der industriellen Bourgeoisie nur, soweit es identisch
ist mit dem Interesse des Grundeigentums, der Aristokratie, d.h. gegen die
Masse des Volks, das Proletariat; aber wo die beiden Interessen sich spalten

! Herr Malthus „benutzte“ sofort die Gelegenheit - ? Glieder - ? Maler der Staats-
kirche von England

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 109

und feindlich gegenübertreten, stellt er sich auf Seite der Aristokratie gegen
die Bourgeoisie. Daher seine Verteidigung der „unproduktiven Arbeiter“,
der Überkonsumtion etc.

Dagegen hatte Anderson die Differenz von Boden, der Rente und keine
Rente oder von Böden, die ungleich große Renten zahlen, erklärt aus der
relativen Unfruchtbarkeit des Bodens, der keine Rente oder eine kleinere
Rente trägt, verglichen mit dem Boden, der Rente oder eine größre Rente
trägt. Aber er hatte ausdrücklich gesagt, daß diese Grade der relativen
Fruchtbarkeit in verschiednen Bodenarten, also auch die relative Unfrucht-
barkeit der schlechtern Bodenarten, verglichen mit den beßren, absolut
nichts zu tun hat mit der absoluten Fruchtbarkeit der Agrikultur. Er hatte
umgekehrt hervorgehoben, daß nicht nur die absolute Fruchtbarkeit aller
Bodenarten beständig vermehrt werden kann und im Fortschritt der Be-
völkerung vermehrt werden muß, sondern er war weiter gegangen und hatte
behauptet, daß die Ungleichheit in der Fruchtbarkeit der verschiednen
Bodenarten progressiv ausgeglichen werden kann. Er sagt, daß der jetzige
Grad der Entwicklung der Agrikultur in England keine Ahnung von der
möglichen Entwicklung derselben gebe. Er hatte deswegen gesagt, daß in
einem Lande die Getreidepreise hoch und die Rente niedrig, in einem
andren Lande die Getreidepreise niedrig und die Rente hoch sein kann;
und dies folgte aus seinem Prinzip, da in beiden Ländern die Differenz
zwischen dem fruchtbaren und unfruchtbaren Boden, in keinem derselben
die absolute Fruchtbarkeit, in jedem nur die Gradunterschiede in der
Fruchtbarkeit der vorhandnen Bodenarten, in keinem die Durchschnitts-
fruchtbarkeit dieser Bodenarten, die Höhe und das Dasein der Renten be-
stimmen. Er schloß daraus, daß absolute Fruchtbarkeit der Agrikultur
absolut nichts mit der Rente zu tun hat. Er erklärte sich später, wie wir
unten weiter sehn werden, daher als ein dezidierter Feind der Malthus-
schen Populationstheorie und ahnte nicht, daß seine eigne Renttheorie
dieser Monstrosität als Grundlage dienen solle. Anderson erklärte sich
das Steigen der Getreidepreise in England von 1750-1801, verglichen mit
1700-1750, keineswegs aus einer Bebauung von progressiv unfrucht-
bareren Bodenarten, sondern aus dem Einfluß der Gesetzgebung auf die
Agrikultur während dieser beiden Perioden.

Was tat nin Malthus?

Statt seiner (auch plagiierten) Chimäre von der geometrischen und arith-
metischen Progression, die er als „Phrase“ beibehielt, machte er Ändersons

? Siehe vorl. Band, S. 140 f,

110 Neuntes Kapitel

Theorie zur Bestätigung seiner Populationstheorie. Er behielt Andersons
Nutzanwendung der Theorie bei, soweit sie im Interesse der landlords
war - ein fact, das allein bewies, daß er den Zusammenhang dieser
Theorie mit dem System der bürgerlichen Ökonomie so wenig verstand
wie Anderson selbst; er drehte sie, ohne auf die Gegenbeweise des Ent-
deckers der Theorie einzugehn, gegen das Proletariat. Den theoretischen
und praktischen Fortschritt, der aus dieser Theorie zu machen war - theo-
retisch für die Bestimmung des Werts der Ware etc. und die Einsicht in die
Natur des Grundeigentums, praktisch gegen die Notwendigkeit von Privat-
grundeigentum auf Grundlage der bürgerlichen Produktion und näher gegen
alle Staatsmaßregeln, wie cornlaws!, die dies Grundeigentum vergrößerten -,
überließ er Ricardo. Die einzige Nutzanwendung, die er zog, war eine Ver-
teidigung des Schutzzolls, den die landlords 1815 beanspruchten, ein
sykophantischer Dienst für die Aristokratie und eine neue Rechtfertigung
des Elends der Produzenten des Reichtums, eine neue Apologie für die
Exploiteure der Arbeit. Nach dieser Seite hin sykophantischer Dienst für
die industriellen Kapitalisten.

Grundgemeinheit der Gesinnung charakterisiert den Malthus, eine Ge-
meinheit, die nur ein Pfaffe sich erlauben |]497| kann, der in dem mensch-
lichen Elend die Strafe für den Sündenfall erkennt und überhaupt „ein
irdisches Jammertal“ braucht, zugleich aber, mit Rücksicht auf die von ihm
bezognen Pfründen und mit Hilfe des Dogmas von der Gnadenwahl, durch-
aus vorteilhaft findet, den Aufenthalt im Jammertal den herrschenden
Klassen zu „versüßen“. Die „Gemeinheit“ dieser Gesinnung zeigt sich
auch wissenschaftlich. Erstens in seinem schamlos und handwerksmäßig be-
triebenen Plagiarismus. Zweitens in der rücksichtsvollen, nicht rücksichtslosen
Konsequenz, die er aus wissenschaftlichen Vordersätzen zieht.

### [2. Entwicklung der Produktivkräfte als Grundprinzip Ricardos
in der Einschätzung ökonomischer Erscheinungen.
Malthus’ Verteidigung der reaktionärsten Elemente

der herrschenden Klassen. Faktische Widerlegung
der Malthusschen Bevölkerungstheorie durch Darwin]

Ricardo betrachtet mit Recht, für seine Zeit, die kapitalistische Produk-
tionsweise als die vorteilhafteste für die Produktion überhaupt, als die

1 Korngesetze

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 1

vorteilhafteste zur Erzeugung -des Reichtums. Er will die Produktion der
Produktion halber, und dies ist recht. Wollte man behaupten, wie es sentimen-
tale Gegner Ricardos getan haben, daß die Produktion nicht als solche der
Zweck sei, so vergißt man, daß Produktion um der Produktion halber nichts
heißt, als Entwicklung der menschlichen Produktivkräfte, also Entwicklung
des Reichtums der menschlichen Natur als Selbstzweck. Stellt man, wie Sis-
mondi, das Wohl der einzelnen diesem Zweck gegenüber, so behauptet man,
daß die Entwicklung der Gattung aufgehalten werden muß, um das Wohl
der einzelnen zu sichern, daß also z.B. kein Krieg geführt werden dürfe,
worin einzelne jedenfalls kaputtgehn. (Sismondi hat nur recht gegen die
Ökonomen, die diesen Gegensatz vertuschen, leugnen.) Daß diese Entwick-
lung der Fähigkeiten der Gattung Mensch, obgleich sie sich zunächst auf
Kosten der Mehrzahl der Menschenindividuen und ganzer Menschen-
klassen macht, schließlich diesen Antagonismus durchbricht und zu-
sammenfällt mit der Entwicklung des einzelnen Individuums, daß also die
höhere Entwicklung der Individualität nur durch einen historischen Prozeß
erkauft wird, worin die Individuen geopfert werden, wird nicht verstanden,
abgesehn von der Unfruchtbarkeit solcher erbaulichen Betrachtungen, da
die Vorteile der Gattung im Menschenreich wie im Tier- und Pflanzenreich
sich stets durchsetzen auf Kosten der Vorteile von Individuen, weil diese
Gattungsvorteile zusammenfallen mit den Vorteilen besondrer Individuen,
die zugleich die Kraft dieser Bevorzugten bilden.

Die Rücksichtslosigkeit Ricardos war also nicht nur wissenschaftlich ehr-
lich, sondern wissenschaftlich geboten für seinen Standpunkt. Es ist ihm aber
deshalb auch ganz gleichgültig, ob die Fortentwicklung der Produktivkräfte
Grundeigentum totschlägt oder Arbeiter. Wenn dieser Fortschritt das
Kapital der industriellen Bourgeoisie entwertet, so ist es ihm ebenso will-
kommen. Wenn die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit das vor-
handne capital fixe um die Hälfte entwertet, was liegt dran, sagt Ricardo.
Die Produktivität der menschlichen Arbeit hat sich verdoppelt. Hier ist also
wissenschaftliche Ehrlichkeit. Wenn die Auffassung Ric[ardos] im ganzen im
Interesse der industriellen Bourgeoisie ist, so nur, weil und soweit deren
Interesse koinzidiert mit dem der Produktion oder der produktiven Ent-
wicklung der menschlichen Arbeit. Wo sie in Gegensatz dazu tritt, ist er
ebenso rücksichtslos gegen die Bourgeoisie, als er es sonst gegen das Prole-
tariat und die Äristokratie ist.

Aber Malthus! Ce miserable" zieht aus den wissenschaftlich gegebenen
(und von ihm stets gestohlenen) Vordersätzen nur solche Schlüsse, die der

1 Dieser Elende

112 Neuntes Kapitel

Aristokratie gegen die Bourgeoisie und beiden gegen das Proletariat „an-
genehm“ sind (nützen). Er will deshalb nicht die Produktion um der Produk-
tion willen, sondern nur soweit sie das Bestehende erhält oder ausbauscht,
dem Vorteil der herrschenden Klassen konveniert.

Gleich seine erste Schrift, eines der merkwürdigsten literarischen Bei-
spiele vom Erfolg des Plagiats auf Kosten der Originalwerke, hatte den
praktischen Zweck, die Perfektibilitätstendenzen der Französischen Revolu-
tion und ihrer Anhänger in England im Interesse der bestehenden englischen
Regierung und Grundaristokratie als Utopie „ökonomisch“ nachzuweisen.
D.h., es war ein panegyrisches Pamphlet für die bestehenden Zustände
gegen die historische Entwicklung, dazu eine Rechtfertigung des Kriegs
gegen das revolutionäre Frankreich.

Seine Schriften 1815 über Schutzzölle und Grundrente sollten teils die
frühere Apologie des Elends der Produzenten bestätigen, speziell aber das
reaktionäre Grundeigentum gegen das „aufgeklärte“, „liberale“ und „pro-
gressive“ Kapital verteidigen, ganz speziell einen beabsichtigten Rückschritt
der englischen Gesetzgebung im Interesse der Aristokratie gegen die indu-
strielle Bourgeoisie rechtfertigen.?®! Endlich seine „principles of
political economy“ gegen Ricardo hatten wesentlich den Zweck, die abso-
luten Forderungen des „industriellen Kapitals“ und der Gesetze, unter
denen sich seine Produktivität entwickelt, zu den den existierenden Inter-
essen der Grundaristokratie, der „Established Church“ (zu der Malthus
gehörte), der Regierungspensionäre und Steuerverzehrer „vorteilhaften“
und „wünschenswerten Grenzen“ zurückzuführen. Einen Menschen aber,
der die Wissenschaft einem nicht aus ihr selbst (wie irrtümlich sie immer
sein mag), sondern von außen, ihr fremden, äußerlichen Interessen entlehnten
Standpunkt zu akkommodieren sucht, nenne ich „gemein“.

Es ist nicht gemein von Ricardo, wenn er die Proletarier der Maschinerie
oder dem Lastvieh oder der Ware gleichsetzt, weil es die „Produktion“ (von
seinem Standpunkt aus) befördert, daß sie bloß Maschinerie oder Lastvieh
oder weil sie wirklich bloß Waren in der bürgerlichen Produktion seien. Es
ist dies stoisch, objektiv, wissenschaftlich. Soweit es ohne Sünde gegen seine
Wissenschaft geschehn kann, ist Rlicardo] immer Philanthrop, wie er es
auch in der Praxis war.

Der Pfaffe Malthus dagegen setzt der Produktion wegen die Arbeiter
zum Lasttier herab, verdammt sie selbst zum Hungertod und zum Zölibat.
Wo dieselben Forderungen der Produktion dem landlord seine „Rente“
schmälern oder dem „Zehnten“ der Established Church oder dem Interesse
der „Steuerverzehrer“ zu nahe treten oder auch den Teil der industriellen

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 113

Bourgeoisie, dessen Interesse den Fortschritt hemmt, dem Teil der Bour-
geoisie opfern, der den Fortschritt der Produktion vertritt - wo es also
irgendein Interesse der Aristokratie gegen die Bourgeoisie oder der konser-
vativen und stagnanten Bourgeoisie gegen die progressive! gilt -, in allen
diesen Fällen opfert „Pfaffe“ Malthus das Sonderinteresse nicht der Pro-
duktion, sondern sucht, soviel an ihm, die Forderungen der Produktion dem
Sonderinteresse bestehender herrschender Klassen oder Klassenfraktionen
zu opfern. Und zu diesem Zweck verfälscht er seine wissenschaftlichen
Schlußfolgerungen. Das ist seine wissenschaftliche Gemeinheit, seine Sünde
gegen die Wissenschaft, abgesehn von seinem schamlosen und handwerks-
mäßig betriebnen Plagiarismus. Die wissenschaftlichen Konsequenzen von
Malthus sind „rücksichtsvoll“ gegen die herrschenden Klassen in general?
und gegen die reaktionären Elemente dieser herrschenden Klassen in parti-
cular?; d.h. er verfälscht die Wissenschaft für diese Interessen. Sie sind da-
gegen rücksichtslos, soweit es die unterjochten Klassen betrifft. Er ist nicht
nur rücksichtslos. Er affektiert Rücksichtslosigkeit, gefällt sich zynisch darin
und übertreibt die Konsequenzen, soweit sie sich gegen die miserables*
richten, selbst über das Maß, das von seinem Standpunkt aus wissenschaft-
lich gerechtfertigt wäre.*

Der Haß der englischen Arbeiterklassen gegen Malthus - den „mounte-
bank-parson“®, wie ihn Cobbett roh nennt (Cobbett ist zwar der größte poli-
tische Schriftsteller Englands während dieses Jahrhunderts; es fehlte ihm
aber die Leipziger Professoralbildung!?”', und er war ein direkter Feind der
„learned languages“ ”) - ist also völlig gerechtfertigt; und das Volk ahnte
hier mit richtigem Instinkt, daß es keinen homme de science?, sondern einen
gekauften Advokaten seiner Gegner, einen schamlosen Sykophanten der
herrschenden Klassen gegenüber habe.

Der Erfinder einer Idee mag sie ehrlich übertreiben; der Plagiarius, der
sie übertreibt, macht stets „ein Geschäft“ aus dieser Übertreibung.

Malthus’ Schrift „On Population“ - die erste Ausgabe -, da sie kein neues
wissenschaftliches Wort enthält, ist bloß als eine zudringliche Kapuziner-

* 1499| Ricardo z.B. (sieh oben), wenn seine T'heorie ihn dahin bringt, daß das
Steigen des Arbeitslohns über sen Minimum den Wert der Waren nicht erhöht, sagt
dies gradeheraus. Malthus will den Arbeitslohn down? halten, damit der Bourgeois
profitiere. |499]|

1 In der Handschrift: oder der progressiven Bourgeoisie gegen die konservative und sta-
gnante - ? im allgemeinen - $ im besonderen - * im Elend Lebenden - ? niedrig -° „markt-
schreierischen Pfaffen“ -? des „gelehrten Stils“ -® Mann der Wissenschaft

114 Neuntes Kapitel

predigt, eine Abraham a Santa Clara-Version der Entwicklungen von
Townsend, Steuart, Wallace, Herbert usw. zu betrachten. Da sie in der Tat
nur durch die populäre Form imponieren will, dreht sich mit Recht dagegen
der populäre Haß.

Das einzige Verdienst des Malthus, den elenden Harmonielehrern der
bürgerlichen Ökonomie gegenüber, ist eben die pointierte Hervorhebung
der Disharmonien, die er zwar in keinem Fall entdeckt hat, die er aber in
jedem Fall mit pfäffisch wohlgefälligem Zynismus festhält, ausmalt und
bekannt macht.

1499| Charles Darwin „On the Origin of species by means of natural
selection, or the preservation of favoured races in the struggle for life“,

London 1860 (5th thousand) sagt in der Einleitung:

„Im nächsten Abschnitte soll der Kampf ums Dasein unter den organischen Wesen
der ganzen Welt abgehandelt werden, welcher unvermeidlich aus ihrem hoch geo-
metrischen Zunahmevermögen hervorgeht. Es ist dies die Lehre von Malthus, auf das
ganze Tier- und Pflanzenreich angewandt.“

Darwin, in seiner vortreffllichen Schrift, sah nicht, daß er Malthus’
Theorie umstieß, indem er die „geometrische“ Progression im Tier- und
Pflanzenreich entdeckte. Malthus’ "Theorie beruht grade darauf, daß er
Wallaces geometrische Progression des Menschen der chimärischen „arith-
metischen“ Progression der Tiere und Pflanzen gegenüberstellte. In Darwins
Werk, z.B. über das Erlöschen von Arten, findet sich auch im Detail (ab-
gesehn von seinem Grundprinzip) die naturhistorische Widerlegung der
Malthusschen Theorie. Soweit Malthus’ Theorie aber auf Andersons Rent-
theorie beruht, war sie von Anderson selbst widerlegt.!2°! [499]]

### [3. Roschers Verfälschung der Geschichte der Ansichten über die Grundrente.
Beispiele der wissenschaftlichen Unbefangenheit Ricardos.
Die Rente bei landwirtschaftlicher Produktion
und bei industrieller Produktion.
Doppelte Einwirkung der Konkurrenz]

1499| Andersons erste Schrift, worin er beiläufig die Renttheorie ent-
wickelt, war eine praktische Streitschrift, nicht über Rente, sondern über
Protektion. Sie erschien 1777, und ihr Titel besagt schon, erstens, daß sie
einen praktischen Zweck verfolgt, zweitens, daß sie sich auf einen unmittel-

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 115

baren Akt der Gesetzgebung bezieht, worin manufacturers und landlords
entgegengesetzte Interessen haben: „An Enguiry into the Nature of the
Corn Laws, with a view to the new Corn Bill proposed for Scotland“, Edin-
burgh 1777.

Das Gesetz von 1773 (in England; siehe darüber MeCullochs Katalog
nach) sollte 1777 in Schottland (so scheint es) eingeführt werden (sieh auf
dem Museum).

„Das Gesetz von 1773“, sagt Anderson, „ging von der eingestandenen Absicht aus,
den Kornpreis für unsre manufacturers zu erniedrigen, um durch Ermunterung der
Einfuhr aus dem Ausland unser eigenes Volk auf einen niedrigeren Preis zu setzen.“
(p.50 „A calm Investigation of the circumstances that have ledi to the present scarcily of
grain in Britain“, London 1810.)

Andersons Schrift war also eine Streitschrift für die Interessen der
agriculturists (Protektion) (und inkl. der landlords) gegen die Interessen
der manufacturers. Er publizierte sie „avowedly“! als solche Parteischrift.
Die Theorie von der Rente läuft hier nur unter und wird auch in seinen
spätren Schriften, die sich fortwährend mehr oder minder auf jenen
Interessenkampf beziehn, nur beiläufig ein- oder zweimal wiederholt, nie mit
dem Anspruch eines wissenschaftlichen Interesses oder auch nur selbständi-
gen Gegenstandes seiner Darstellung. Danach mag man die Richtigkeit
folgender Bemerkung von Wilhelm Thukydides Roscher'??! beurteilen, der
Andersons Schriften offenbar nicht kennt:

„Merkwürdig, wie eine Lehre, die 1777 fast unbeachtet blieb, 1815ff. gleich mit *
dem größten Interesse verteidigt und bekämpft wurde, weil sie den inzwischen so
schroff ausgebildeten Gegensatz des monied und landed interest? berührte.“ (p.297,
298 „Die Grundlagen der Nationalökonomie“, 3. Auflage, 1858.)

In diesem Satz sind ebensoviel Falschheiten wie Worte. Erstens stellte
Anderson seine Ansicht nicht als „Lehre“ auf, wie es West, Malthus und
Ricardo taten. Zweitens blieb sie nicht „fast“, sondern „ganz“ unbeachtet.
Drittens lief sie unter zuerst innerhalb einer Schrift, die sich professionell nur
um den Gegensatz - des 1777 bedeutend entwickelten Gegensatzes - von
manufacturers und landlords drehte, nur diesen praktischen Interessen-
kampf „berührte“, die allgemeine | Theorie der Nationalökonomie aber
„unberührt“ ließ. Viertens wurde diese "Theorie 1815 von einem ihrer Re-
produzenten, Malthus, ganz ebenso im Interesse der corn-laws gelehrt, wie
Anderson dies getan hatte. Dieselbe Lehre wurde von ihrem Entdecker und

1 „eingestandenermaßen“ - ? Interesses des Geldkapitals und des Grundeigentums

116 Neuntes Kapitel

[von] Malthus für, von Ricardo gegen das Grundeigentum gekehrt. Man
könnte also höchstens sagen, daß die einen, die sie aufstellten, das Interesse
des Grundeigentums verteidigten, die andern, die sie aufstellten, dasselbe
Interesse bekämpften, aber man könnte nicht sagen, daß diese T'heorie 1815
von den Verteidigern des Grundeigentums bekämpft ward (denn Malthus
verteidigte sie vor Ricardo), noch daß sie von den Angreifern des Grund-
eigentums verteidigt ward (denn Ricardo hatte nicht diese "Theorie gegen
Malthus zu „verteidigen“, da er selbst Malthus als einen ihrer Entdecker
und seinen eignen Vorläufer betrachtet. Er hatte nur ihre Malthussche
Nutzanwendung zu „bekämpfen“). Fünftens: Der von Wilhelm Thukydides
Roscher „berührte“ Gegensatz zwischen „monied“ and „landed interest“
hatte bis zu dieser Stunde absolut nichts weder mit der Andersonschen Rent-
theorie, noch mit ihrer Reproduktion, Verteidigung und Bekämpfung zu
tun. Unter „monied class“!, wie Wilhelm Thukydides ersehn konnte aus
John St.Mill (p. 109/110 „Essays on some unsettled questions of Political
Economy“, London 1844), versteht der Engländer 1. die Geldverleiher; 2.
sind diese Geldverleiher Leute, die überhaupt von Zinsen leben oder aber
Geldverleiher von Profession wie Bankiers, Wechselmäkler usw. Alle diese
Leute stehn als „monied class“, wie derselbe Mill bemerkt, im Gegensatz
zu oder wenigstens im Unterschied von der „producing class“? (worunter
Mill „industrielle Kapitalisten“ versteht, besides the workingmen?). Also
müßte Wilhelm Thukydides sehn, daß das Interesse der „producing class“,
also auch der manufacturers, der industrial capitalists, und das Interesse
der monied class zwei sehr verschiedne Dinge und diese Klassen verschiedne
Klassen sind. Ein Kampf zwischen den industrial capitalists, müßte Wil-
helm Thukydides weiter sehn, und den landlords war also durchaus kein
Kampf zwischen dem „monied interest“ und dem „landed interest“. Wenn
Wilhelm Thukydides die Geschichte der Korngesetzgebung von 1815
kannte und den Kampf drüber, so wußte er schon aus Cobbett, daß die
borough-mongers* (landed interest) und loan-mongers® (monied interest)
zusammengingen gegen das industrial interest‘. Aber Cobbett ist „roh“.
Aus der Geschichte von 1815-1847 müßte Wilhelm 'Thukydides weiter
wissen, daß das monied interest zum größten Teil und teilweise selbst das
commercial interest” (z.B. Liverpool) im Kampf um die Korngesetze unter
den Alliierten des landed interest gegen das manufacturing interest? sich

befand.

1 „Klasse der Geldkapitalisten“ -? „produzierenden Klasse" -° abgesehen von den Arbei-
tern - * Leute, die die Wahlstimmen eines Wahlfleckens kaufen und verkaufen - 5 Geld-
verleiher - 8 Interesse der Industrie - ? Interesse des Handels - ® Interesse der Manufaktur

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 117

1502| (Es hätte Herrn Roscher höchstens wundern können, daß dieselbe
„Lehre“ 1777 für und 1815 gegen das „landed interest“ diente und erst dann
Aufsehn machte.!?°)) [502|] j

1500| Wollte ich alle ähnlichen groben Geschichtsfälschungen, die Wil-
helm Thukydides in seinen literarhistorischen Notizen begeht, ebenso aus-
führlich beleuchten, so müßte ich ein Werk schreiben, so dick wie seine
„Grundlagen“, und ein solches Werk wäre in der Tat „not worth the paper
it was written upon“!. Wie schädlich aber die gelehrte Ignoranz eines Wil-
helm Thukydides wieder auf Forscher in andren Wissenschaften rückwirken
kann, sieht man bei Herrn A.Bastian, der in seiner Schrift „Der Mensch in
der Geschichte“, 1860, Band I, p.374, Note, den obigen Satz von Wilhelm
Thukydides als Beleg für eine „psychologische“ Behauptung aufführt. Von
Bastian, nebenbei, kann man nicht sagen: „materiam superabat opus“ ?. Viel-
mehr wird das „opus“ hier mit seinem eignen Rohmaterial nicht fertig.
Außerdem habe ich durch die wenigen Wissenschaften, die ich „kenne“, ge-
funden, daß Herr Bastian, der „alle“ Wissenschaften kennt, sich sehr oft auf
Autoritäten ä la Wilhelm Thukydides verläßt, was bei einem „Universal-
gelehrten“ überhaupt unvermeidlich ist.

1501] Man wirft mir hoffentlich keine „Lieblosigkeit“ gegen Wilhelm
Thukydides vor. Mit welcher „Lieblosigkeit“ behandelt dieser Schulfuchs
die Wissenschaft selbst! Ich habe jedenfalls dasselbe Recht, von seinen
„totalen Unwahrheiten“ zu sprechen, wie er selbstgenügsam herablassend
von den „halben Wahrheiten“ Ricardos sprechen darf. Zudem ist Wilhelm
Thukydides keineswegs „ehrlich“ mit seinem Katalogstudium. Wer nicht
„respectable“ ist, existiert für ihn auch historisch nicht; z.B. Rodbertus
existiert nicht für [ihn als] der "Theoretiker über die Grundrente, weil er
„Kommunist“ ist. Außerdem auch unter den „respectable writers“® ist
Wilhelm Thukydides ungenau. Z.B. Bailey existiert für McCulloch, sogar
als epochemachend. Er existiert nicht für Wilhelm Thukydides. Sollte die
Wissenschaft | der politischen Ökonomie in Deutschland befördert und
popularisiert werden, so müßten Leute wie Rod[bertus] ein Journal stiften,
das allen Forschern (nicht Pedanten, Schulfüchsen und Vulgarisateurs)
offenstünde und den Hauptzweck hätte, die Ignoranz der Fachgelehrten so-
wohl in der Wissenschaft selbst wie in ihrer Geschichte nachzuweisen. Dem Anderson lag alle Untersuchung über das Verhältnis seiner
Renttheorie zum System der politischen Ökonomie fern, was um so weniger

1 „das Papier nicht wert, worauf es geschrieben wurde“ - ? „Das Werk bewältigt die
Materie“ (Ovidius) - ? „angesehenen Schriftstellern“

118 Neuntes Kapitel

Verwundrung erregen kann, als sein erstes Buch ein Jahr nach A.Smiths
„Wealth of Nations“ erschien, also in einem Augenblick, wo überhaupt das
„System der politischen Ökonomie“ sich erst konsolidierte, denn Steuarts
System war auch nur wenige Jahre vorher erschienen. Aber was das Mate-
rial betrifft, was Anderson innerhalb des speziellen Gegenstandes, den er be-
trachtete, vor sich hatte, war es unbedingt weiter als das Ricardos. Wie Ri-
cardo in seiner Geldtheorie, der Reproduktion der Humeschen Theorie,
speziell nur die Ereignisse von 1797-1809 vor Augen hatte, so in der Rent-
theorie, der Reproduktion der Andersonschen Theorie, - nichts als die öko-
nomischen Phänomene der Erhöhung der Kornpreise von 1800-1815.

Mit Bezug auf die Charakteristik von Ricardo wichtig, schlagend die
folgenden Sätze:

„Ich finde es höchst bedauerlich, wenn Erwägungen zugunsten irgendeiner einzelnen
Klasse es gestatten, die Zunahme des Reichtums und der Bevölkerung des Landes zu
hemmen.“ (p.49, Ricardo „An Essay on the Influence of a low Price of Corn on the Profits
of Stock etc.“, London 1815, 2nd ed.) i

Beim freien import of corn „land. is abandoned“!. (l.c. p.46.) Also Grund-
eigentum ist geopfert der Entwicklung der Produktion.
Aber bei derselben freien Korneinfuhr:

„Daß etwas Kapital verlorenginge, kann nicht bestritten werden; aber ist der Besitz
oder die Erhaltung von Kapital der Zweck oder das Mitiel? Zweifelsohne das Mittel,
Was wir wünschen, ist ein Überfluß an Waren“ (Reichtum überhaupt) „und wenn be-
wiesen werden könnte, daß wir durch die Aufopferung eines Teils unseres Kapitals die
jährliche Produktion jener Dinge erweitern könnten, die zu unserem Genuß und unserem
Glück beitragen, dann dürfen wir wohl nicht murren über den Verlust eines Teils unseres
Kapitals.“ (p.60, „On Protection to Agriculture“, 4 ed., London 1822.)

„Our capital“* nennt Ricardo das Kapital, das nicht uns oder ihm gehört,
sondern von den Kapitalisten in Grund und Boden fixiert ist. Aber wir! ist
der Durchschnitt der Nation. Die Vermehrung „unseres“ Reichtums ist die
Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums, der als solcher Zweck ist,
gleichgültig mit Bezug auf die Partizipanten an diesem Reichtum!

„Für ein Individuum mit einem Kapital von 20 000 I., dessen Profite 2000 1. jähr-
lich betragen, wäre es ein durchaus gleichgültig Ding, ob sein Kapital hundert oder

1 Getreideimport „wird Boden aufgegeben“ -? „Unser Kapital“

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 119

tausend Arbeiter beschäftigt, ob die produzierten Waren sich zu 10 000 oder 20 000 I.
verkaufen, immer vorausgesetzt, daß seine Profite in allen Fällen nicht unter 2000 I.
fallen. Ist das reale Interesse einer Nation nicht dasselbe? Vorausgesetzt, ihr reales
Nettoeinkommen, ihre Renten und Profite bleiben dieselben, so ist es nicht von der
geringsten Wichtigkeit, ob die Nation aus 10 oder 12 Millionen Einwohnern besteht.“
(p.416, „Principles of Political Economy“, 3d ed.)

Hier ist das „Proletariat“ dem Reichtum aufgeopfert. Sofern es gleich-
gültig für die Existenz des Reichtums, ist der Reichtum gleichgültig für
seine Existenz. Bloße Masse - Menschenmasse - ist worth nothing!. Hier in
3 Beispielen die | wissenschaftliche impartiality? Riclardos] exempli-
fied®.

{Die Erde. (Natur) etc. ist das Element, worin das auf Agrikultur an-
gewandte Kapital angelegt wird. Die Grundrente ist hier daher = dem
Überschuß des Werts des in diesem Element geschaffnen Arbeitsprodukts
über seinen Durchschnittspreis. Geht dagegen ein Naturelement (oder
Stoff), das sich im Privateigentum eines Individuums befindet, in eine andre
Produktion ein, deren Grundlage (physische) es nicht bildet, so kann die
Grundrente, wenn sie bloß durch dies Eingehn des Elements stattfindet,
nicht in dem Überschuß des Werts dieses Produkts über den Durchschnitts-
preis, sondern nur in dem Überschuß der allgemeinen Durchschnittspreise
dieses Produkts über seinen eignen Durchschnittspreis bestehn. Z.B. ein
Wasserfall mag einem manufacturer die steam-engine? ersetzen und ihm
Konsum an Kohle sparen. Im Besitz dieses Wasserfalls würde er konstant
den Twist z.B. über dessen Durchschnittspreis verkaufen und einen Sur-
plusprofit machen. Dieser Surplusprofit fällt dem Grundeigentümer zu als
Rente, wenn er den Wasserfall besitzt, und Herr Hopkins in seinem Buch
über „Rente“ bemerkt, daß in Lancashire die Wasserfälle nicht nur Rente,
sondern je nach dem Grad ihrer natürlichen Fallkraft Diferentialzölle zah-
len.81 Hier ist die Rente nichts als der Überschuß des durchschnittlichen
Marktpreises des Produkts über seinen individuellen Durchschnittspreis.} |502]]

1502| {In der Konkurrenz ist doppelte Bewegung der Ausgleichung zu
unterscheiden. Die Kapitalien innerhalb derselben Produktionssphäre glei-
chen die Preise der innerhalb dieser Sphäre produzierten Waren zu dem-

3 nichts wert -? Unbefangenheit - ? belegt - * Dampfmaschine

120 Neuntes Kapitel

selben Marktpreis aus, wie sich immer der Wert dieser Waren zu diesem
Preis verhalte. Der durchschnittliche Marktpreis müßte gleich dem Wert der
Ware sein, wenn nicht die Ausgleichung zwischen den verschiednen Produk-
tionssphären [wäre]. Zwischen diesen verschiednen Sphären gleicht die
Konkurrenz die Werte zu den Durchschnittspreisen aus, soweit die Aktion
der Kapitalien aufeinander nicht durch ein drittes Element - das Grund-
eigentum etc. — gehemmt, gestört wird.}

### [4. Rodbertus’ Fehler und Verwirrung in der Frage
des Verhältnisses zwischen Wert und Mehrwert
bei Verteuerung der Produkte]

Es ist eine ganz falsche Ansicht Rodberti, daß, weil eine Ware teurer als
die andre, sie also mehr Arbeitszeit realisiert, sie deshalb auch mehr un-
bezahlte Arbeitszeit, Surplusarbeitszeit - bei gleicher Rate des Mehrwerts oder
gleicher Exploitation der Arbeiter in den verschiednen Sphären - enthalten
müsse. Wenn dieselbe Arbeit in unfruchtbarem Boden I qr. gibt, in frucht-
barem 3 (dasselbe bei guter oder schlechter Jahreszeit), wenn dieselbe Arbeit
in sehr goldhaltigem Erdreich I Unze Gold gibt, wo in minder goldhaltigem
oder erschöpftem nur ?/; Unze, wenn dieselbe Arbeitszeit, die ein Ib. Wolle
produziert, 3 lbs. Wolle verspinnt, so sind d’abord die Werte des | qr. und
der 3 qrs., der I Unze und der !/g Unze, des ! Ib. Wolle und der 3 Ibs.
Wollengarn (minus den Wert der in ihnen enthaltenen Wolle) gleich groß.
Sie enthalten gleich viel Arbeitszeit, ergo nach der Voraussetzung, gleich viel
Surplusarbeitszeit. Allerdings ist das in dem I gr. enthaltne Quantum Sur-
plusarbeit größer, aber dafür ist es auch nur | qr., während es im andren
Fall 3 qrs. sind oder I lb. Baumwolle, während es im andren Fall 3 Ibs.
Garn (minus den Wert des Materials) sind. Also die Massen gleich. Aber
auch die proportionelle Größe des Mehrwerts, die einzelne Ware mit der ein-
zelnen Ware verglichen, gleich. In dem I qr. oder dem I Ib. Wolle ist, nach
der Voraussetzung, ebensoviel Arbeit enthalten als in den 3 qrs. oder den
31bs. Garn. Das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital ist daher gradesoviel
größer als der Mehrwert. Indem Ib. Wolle ist 3 x soviel Arbeit enthalten als
in 1b. Garn. Ist der Mehrwert 3 x größer, so bezieht er sich aufein 3X größ-
res in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital. Das Verhältnis bleibt also dasselbe.

Rodl[bertus] berechnet hier ganz falsch oder vergleicht ganz falsch das
in Arbeitslohn ausgelegte Kapital mit der 503| größren oder geringren

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 121

Quantität Waren, worin sich dieser Arbeitslohn realisiert. Dies aber eine ganz
falsche Rechnung, wenn, wie er unterstellt, der Arbeitslohn gegeben ist oder
die Rate des Mehrwerts. Dasselbe Arbeitsguantum, z.B. 12 Stunden, mag
sich in x oder 3x Ware darstellen. In einem Falle enthalte I x Ware soviel
Arbeit und Surplusarbeit, wie 3 x in dem andren; aber in keinem Fall wäre
mehr als I Arbeitstag ausgelegt und in keinem Falle die Rate des Mehrwerts
z.B. mehr als '/,. In dem ersten Fall verhielte sich !/, des einen x zu x, wie
im zweiten '/, der 3x zu 3 x, und nennen wir jedes der 3 x: x’, x”, x”’, so
wäre in jedem x’, x”, x’’’ */, bezahlte und ?/, unbezahlte Arbeit. Ganz richtig
dagegen, daß, wenn unter der unproduktiven Bedingung ebensoviel Ware
produziert werden soll als unter der produktivren, mehr Arbeit, also auch
mehr Surplusarbeit in der Ware enthalten ist. Dann ist aber auch verhältnis-
mäßig ein größres Kapital ausgelegt. Um 3 x zu produzieren, müßte 3x
mehr Kapital ausgelegt werden (in Arbeitslohn) als um I x zu produzieren.
Nun ist es richtig, daß die Manufaktur nicht mehr Rohmaterial bearbei-
ten kann, als die Agrikultur liefert, also z.B. nicht mehr Ibs. Wolle verspin-
nen kann, als lbs. Wolle produziert sind. Verdreifacht sich also die Produk-
tivität der Wollspinnerei, so muß, wenn die Produktionsbedingungen der
Wolle dieselben blieben, 3X soviel Zeit als früher angewandt, 3x soviel
Kapital für die Arbeit der Wollproduktion verwandt werden, während nur
dieselbe Arbeitszeit in der Spinnerei nötig würde, um diese verdreifachte
Wolle zu spinnen. Aber die Rate bliebe dieselbe. Dieselbe Spinnarbeit hätte
denselben Wert wie früher und enthielte denselben Surpluswert. Die woll-
produzierende Arbeit hätte einen 3 x größren Surpluswert, aber daher hätte
sich auch die in ihr enthaltne Arbeit oder das in Arbeitslohn vorgeschoßne
Kapital verdreifacht. Also der 3X größre Surpluswert wäre berechnet auf
ein 3fach größres Kapital. Es könnte also aus diesem Grunde nicht gesagt
werden, daß die Rate des Mehrwerts in der Spinnerei niedriger stünde als
in der Wollproduktion. Es könnte nur gesagt werden, daß das in Arbeits-
lohn ausgelegte Kapital in der einen 3X so groß wie in der andren (da hier
angenommen, daß die Veränderungen im Spinnen und Produzieren von
Wolle aus keiner Veränderung in ihrem konstanten Kapital entfließen).
Manmufßhier unterscheiden. DieselbeArbeit-+ capital constant gibt weni-
ger Produkt in ungünstiger als günstiger season!, inunfruchtbarem als frucht-
barem Erdreich, in minder als in mehr metallhaltiger Mine. Das erstere?
Produkt also teurer, enthält mehr Arbeit und mehr Surplusarbeit auf
dieselbe Anzahl Produkte; aber im andren Fall die Anzahl dieser Produkte

1 Saison - ? in der Handschrift: letztre

122 Neuntes Kapitel

um so größer. Ferner: Das Verhältnis zwischen bezahlter und unbezahlter
Arbeit in jedem einzelnen Produkt der beiden Kategorien wird nicht da-
durch berührt, denn enthält das einzelne Produkt weniger unbezahlte Arbeit,
so enthält es, unter der Voraussetzung, weniger bezahlte Arbeit im selben
Verhältnis. Es ist hier nämlich kein change! in den Verhältnissen der organi-
schen Bestandteile des Kapitals - zwischen variablem und konstantem Ka-
pital - vorausgesetzt. Es ist vorausgesetzt, daß dieselbe Summe von variablem
und konstantem Kapital unter den verschiednen Bedingungen verschiedne
srößre oder kleinre Quanta Produkt liefert.

Herr Rodfbertus] scheint dies beständig zu verwechseln und aus der
bloßen Verteurung des Produkts als selbstverständlich zu schließen auf
größren Mehrwert. Was der Rate nach schon der Voraussetzung nach falsch
ist, der Summe nach aber nur richtig, wenn mehr Kapital vorgeschossen in
dem einen als in dem andren Fall, d.h. von dem mehr teuren Produkt soviel
produziert wird wie früher von dem wohlfeilren oder Vervielfachung des
mehr wohlfeilen? Produkts (wie oben bei der Spinnerei) eine entsprechende
Vervielfachung des mehr teuren? voraussetzt.

### [5. Ricardos Negierung der absoluten Rente -
eine Folge seiner Fehler in der Werttheorie]

1504| Daß die Rente, also auch der Bodenwert, steigen kann, obgleich
die Rentrate dieselbe bleibt oder gar abnimmt, daß also auch die Fruchtbar-
keit der Agrikultur zunimmt*, vergißt Ricardo manchmal, weiß es aber.
Jedenfalls weiß es Anderson und wußten es Petty und D’Avenant schon.
Dies nicht die Frage.

Ricardo abstrahiert von der Frage der absoluten Rente - die er der Theorie
wegen leugnet, weil er von der falschen Voraussetzung ausgeht, daß, wenn der
Wert der Waren durch die Arbeitszeit bestimmt ist, die Durchschnittspreise
der Waren = ihren Werten sein müssen (weshalb er auch die falsche prak-
tische Konklusion schließt, daß Konkurrenz fruchtbarer Bodenarten die min-
der fruchtbaren außer Bebauung werfen muß, auch wenn sie früher Rente
trugen). Wären Werte der Waren und Durchschnittspreise der Waren iden-
tisch, so ist die absolute Grundrente - d.h. Grundrente des schlechtesten

1 Wechsel-?in der Handschrift: teuren -® in der Handschrift: wohlfeilen -* in der Hand-
schrift: obgleich die Rentrate, also auch die Fruchtbarkeit der Industrie dieselbe bleibt oder
gar Zunimmt

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 123

bebauten Bodens oder des ursprünglich bebauten Bodens - beides gleich
unmöglich. Was ist Durchschnittspreis der Ware? Das in ihrer Produktion
ausgelegte Gesamtkapital (konstantes + variables) + die in dem Durch-
schnittsprofit, z.B. 10 p.c., enthaltne Arbeitszeit. Produzierte also ein Kapi-
tal in einem Element, bloß weil dies ein besondres Naturelement, z.B. Grund
und Boden ist, höhren Wert als der Durchschnittspreis, so stünde der Wert
dieser Ware über ihrem Wert und dieser Surpluswert widerspräche dem Be-
griff des Wertes, gleich einem bestimmten Quantum Arbeitszeit zu sein.
Ein Naturelement, etwas von der gesellschaftlichen Arbeitszeit Hetero-
genes, schüfe Wert. Das kann aber nicht der Fall sein. Das in Erde schlecht-
hin angelegte Kapital darf also keine Rente tragen. Der schlechteste Boden
ist der Boden schlechthin. Trägt der beßre Boden Rente, so beweist dies nur,
daß die Differenz der individuell notwendigen Arbeit von der sozial notwendi-
gen sich in der Agrikultur fixiert, weil sie eine Naturbasis hat, während sie
in der Industrie beständig verschwindet.

Es darf keine absolute Grundrente existieren, sondern nur die Differential-
Grundrente. Denn die absolute zugeben, hieße zugeben, daß dies selbe Quan-
tum Arbeit (vergegenständlichte, in capital constant ausgelegte und mit
Arbeitslohn erkaufte) verschiedne Werte schafft, je nach dem Element, worin
[die Arbeit verausgabt wird] oder dem Material, das sie bearbeitet. Gibt
man aber diese Verschiedenheit des Werts zu - obgleich sich dieselbe Arbeits-
zeit in jeder der Produktionssphären im Produkt materialisiert, so gibt man
zu, daß die Arbeitszeit nicht den Wert bestimmt, sondern etwas Heterogenes.
Diese Differenz der Wertgrößen höbe den Begriff des Werts auf, höbe auf,
daß seine Substanz gesellschaftliche Arbeitszeit, sein Unterschied also nur
quantitativ und dieser quantitative Unterschied nur gleich dem Unterschied
in den Quantis der angewandten gesellschaftlichen Arbeitszeit sein kann.

Die Erhaltung des Werts - nicht nur die Bestimmung der Wertgröße
durch die verschiedne Größe der Arbeitszeit, sondern der Substanz des
Werts durch die gesellschaftliche Arbeit - erheischt also die Leugnung der
absoluten Grundrente. Leugnung der absoluten Grundrente aber kann dop-
pelt ausgedrückt werden.

Erstens. Der schlechteste Boden darf keine Rente tragen. Bei den beßren
Bodenarten erklärt sich die Rente aus dem Marktpreis, der derselbe für
Produkte ist, die auf! günstigren, wie für Produkte, die auf ungünstigren
Bodenarten produziert sind. Aber der schlechteste Boden ist der Boden
schlechthin. Er ist nicht in sich differenziert. Er unterscheidet sich nur als

3 In der Handschrift: unter

124 Neuntes Kapitel

besondre Sphäre der Kapitalanlage von der industriellen Kapitalanlage.
Trüge er Rente, soentspränge sie daraus, daf dasselbe Quantum Arbeit sich in
verschiednen Werten darstellt, wenn in verschiednen Produktionssphären an-
gelegt, daß also nicht das Arbeitsquantum selbst den Wert bestimmt und
Produkte, worin gleiche Quanta Arbeit enthalten, nicht einander gleich seien.

1505| [Zweitens.] Oder auch der ursprünglich bebaute Boden darf keine
Grundrente tragen. Denn was ist der ursprünglich bebaute Boden? Es ist
weder beßrer noch schlechtrer Boden, der „ursprünglich“ bebaut wird. Es
ist Boden schlechthin. Nicht differenzierter Boden. Ursprünglich kann sich
die Kapitalanlage in der Agrikultur von der Anlage in der Industrie nur
durch die Sphären unterscheiden, worin diese Kapitalien angelest sind. Da
aber gleiche Quanta Arbeit sich in gleichen Werten darstellen, so ist absolut
kein Grund vorhanden, warum das in Boden angelegte Kapital außer dem
Profit noch eine Rente abwerfen soll, es sei denn, daß das in dieser Sphäre
angelegte selbige Quantum Arbeit einen höhren Wert produziere, so daß das
Surplus dieses Werts über den in der Manufaktur erzeugten Wert, einen
Surplusprofit, = Rente, produziere. Das hieße aber sagen, daß der Boden
als solcher Wert schafft, d.h. den Begriff des Werts selbst aufheben.

Der ursprünglich bebaute Boden darf also ursprünglich keine Rente tra-
gen, ohne die ganze Werttheorie über den Haufen zu werfen. Hiermit ver-
knüpft sich dann sehr leicht (obgleich nicht notwendig, wie Anderson zeigt)
die Vorstellung, daß die Menschen ursprünglich sich natürlich nicht das
schlechteste, sondern das beste Land zur Bebauung wählten. Daß also der
ursprünglich keine Rente tragende Boden sie später trägt, weil man ge-
zwungen wird, zu schlechteren Bodenarten herabzusteigen, und daß sich
so in dem descensus! zum Avernus, zum stets schlechtren Boden, im Fort-
gang der Zivilisation und der Population, die Rente erheben muß auf dem
ursprünglich bebauten fruchtbarsten Boden und dann gradatim? auf dem fol-
genden, während der schlechteste Boden, der stets den Boden schlechthin
vertritt - die besondre Sphäre der Kapitalanlage -, jedesmal nie Rente trägt.
Dies alles hat einen mehr oder minder logischen Zusammenhang.

Weiß man dagegen, daß Durchschnittspreise und Werte nicht identisch,
daß der Durchschnittspreis einer Ware =, > oder < als ihr Wert sein
kann, so fällt die Frage, das Problem selbst fort und damit auch die Hypo-
thesen zu seiner Lösung. Es bleibt nur die Frage, warum in der Agrikultur
der Wert der Ware oder jedenfalls ihr Preis nicht über ihrem Wert, sondern
über ihrem Durchschnittspreis steht? Die letztre Frage aber hat mit dem

 Herabsteigen - ® nach und nach

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes "125

Fundament der Theorie, der Wertbestimmung als solcher, nichts mehr ge-
mein.

Ricardo weiß allerdings, daß die „relativen Werte“ der Waren, je nach
dem verschiednen Verhältnis von capital fixe und in Arbeitslohn ausgelegtem
Kapital (dies ist aber gar kein Gegensatz; capital fixe und capital circulant
sind Gegensätze, und capital circulant umschließt nicht nur Arbeitslohn,
sondern Rohmaterial und matieres instrumentales!. Z.B. in der Minen-
industrie und Fischerei müßte dasselbe Verhältnis zwischen in Arbeitslohn
ausgelegtem und in capital fixe ausgelegtem Kapital bestehn wie in der
Schneiderei zwischen in Arbeitslohn ausgelegtem und in Rohmaterial aus-
gelegtem!}, das in ihre Produktion eingeht, modifiziert werden. Aber er weiß
zugleich, daß diese relativen Werte sich durch die Konkurrenz ausgleichen.
Er läßt sogar den Unterschied nur eintreten, damit derselbe Durchschnitts-
profit in diesen verschiednen Kapitalanlagen sich ergebe. D.h., diese rela-
tiven Werte, von denen er spricht, sind nur die Durchschnittspreise. Er
kömmt gar nicht zum Einfall, daß Wert und Durchschnittspreis verschieden
sind. Er kömmt nur zu ihrer Identität. Da diese Identität aber nicht existiert
bei verschiednem Verhältnis der organischen Bestandteile des Kapitals,
nimmt er sie als unerklärtes durch die Konkurrenz bewirktes fact an. Er
kömmt also auch nicht zur Frage: Warum gleichen sich die Werte der Agri-
kulturprodukte nicht zu Durchschnitts|]506| preisen aus? Er nimmt vielmehr
an, daß sie es tun und stellt von diesem Gesichtspunkt aus das Problem.

Es ist absolut nicht einzusehn, warum Burschen & la Wilhelm Thuky-
dides sich für RicJardos] Grundrententheorie ereifern. Von ihrem Stand-
punkt verlieren Ric[ardos] „halbe Wahrheiten“, wie Thukydides herab-
lassend sagt, ihren ganzen Wert.

Das Problem existiert für Ricardo nur, weil der Wert durch die Arbeits-
zeit bestimmt ist. Bei Jenen Burschen das nicht der Fall. Nach Roscher hat
die Natur als solche Wert. Sieh später.'®*! D.h., er weiß absolut nicht, was
Wert ist. Was hindert ihn also, den Landwert in die Produktionskosten ur-
sprünglich eingehn und die Rente formieren zu lassen, den Landwert, d.h.
die Rente, zur Erklärung der Rente, vorauszusetzen?

Die Phrase der „Produktionskosten“ bedeutet bei diesen Burschen nichts.
Wir sehn es bei Say. Der Wert der Ware ist bestimmt durch die Produktions-
kosten, Kapital, Boden, Arbeit. Aber diese sind durch Nachfrage und Zu-
fuhr bestimmt. D.h., es findet gar keine Bestimmung statt. Da die Erde
„produktive Dienste“ leistet, warum sollte der Preis dieser „Dienste“ nicht

1 Hilfsstoffe

126 Neuntes Kapitel

durch Nachfrage und Zufuhr bestimmt sein wie die Dienste, die Arbeit oder
Kapital leisten? Und da die „Erddienste“ im Besitz gewisser Verkäufer,
warum sollte ihr Artikel nicht einen prix courant! haben, also die Grund-
rente als Element des Preises existieren?

Man sieht, wie wenig Wilhelm Thukydides den geringsten Grund hatte,
so wohlmeinend für die Ricfardo]sche Theorie sich zu „erbosen“.

### [6. Ricardos These
von dem ständigen Steigen der Getreidepreise.
Tabelle der durchschnittlichen Getreidepreise
in den Jahren 1641-1859]

Aber von der absoluten Grundrente abgesehn, bleibt bei Ricardo] die
Frage:

Die Bevölkerung und damit die Nachfrage nach Agrikulturprodukten
wächst. Diese steigen damit im Preis, wie dies in ähnlichen Fällen in der In-
dustrie geschieht. Aber in der Industrie hört diese Preiserhöhung auf, sobald
die Nachfrage gewirkt und eine vermehrte Zufuhr der Waren geschaffen hat.
Das Produkt sinkt jetzt auf den alten oder vielmehr unter den alten Wert-
level?. Aber in der Agrikultur wird dieses Zuschußprodukt weder zu dem-
selben noch zu einem niedrigern Preis auf den Markt geworfen. Es kostet
mehr und bewirkt konstantes Steigen der Marktpreise und damit Erhöhen
der Rente. Wie dies erklären, wenn nicht dadurch, daß zu immer unfrucht-
bareren Bodenarten rekurriert wird, immer mehr Arbeit nötig wird, um
dasselbe Produkt zu schaffen, die Agrikultur progressiv steriler wird? Warum,
abgesehen vom Einfluß der Depreziation, stiegen die Agrikulturprodukte in
England von 1797-1815 mit der raschen Entwicklung der Bevölkerung? Es
beweist nichts, daß sie später wieder sanken. Es beweist nichts, daß die Zu-
fuhr von fremden Märkten abgeschnitten war. Grade umgekehrt. Dies
brachte erst die richtigen Bedingungen hervor, um das Gesetz der Grund-
rente rein zu zeigen. Denn grade die Abschneidung des Auslands zwang im
Inland, zu stets unfruchtbarerm Boden Zuflucht zu nehmen. Es ist dies nicht
aus absoluter Vermehrung der Rente zu erklären, denn nicht das Rental allein
stieg, sondern die Rentrate. Der Preis des gr. Weizen etc. stieg. Es ist nicht
aus der Depreziation zu erklären, denn diese würde wohl erklären, warum
bei großer Entwicklung der Produktivität in der Industrie die Industrie-

1 Marktpreis - ? Wertniveau

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 127

produkte fielen, also die Agrikulturprodukte relativ im Preis stiegen. Es
würde nicht erklären, warum außer diesem relativen Steigen die Preise der
Agrikulturprodukte fortwährend absolut stiegen. Ebensowenig ist es als
Folge des Fallens der Profitrate zu erklären. Diese würde nie einen Wechsel
in den Preisen, sondern nur einen Wechsel in der Verteilung des Werts oder
des Preises zwischen landlord, manufacturer und Arbeiter erklären.

Was die Depreziation angeht, so nimm an, | I. nun =2 1. Ein qr. Weizen,
der früher = 2 /!.nun =4. Fiel das Industrieprodukt auf !/}9, so früher wert
20 sh., jetzt 2 sh. Diese 2 sh. aber jetzt =4 sh. Die Depreziation könnte
allerdings mit der Sache zu tun haben, ferner die Mißernten.

1507| Aber von alledem abgesehn, kann angenommen werden, daß für
den damaligen Stand der Agrikultur (für Weizen) unfruchtbares Land be-
baut wurde. Dasselbe Land später fruchtbar, indem die Differentialrenten -
der Rate nach - sanken, wie, das beste Barometer, die Weizenpreise be-
weisen.

Die höchsten Preise 1800 und 1801 und 1811 und 1812; sind die ersten -
Jahre des Mißwachsens, die zweiten -— des Höhepunkts der Depreziation.
Ebenso 1817 und 1818 Jahre der Depreziation. Zieht man aber diese Jahre
ab, so bleibt wohl (später nachzusehn) der Durchschnittspreis.

Bei dem Vergleichen der Weizenpreise etc. in verschiednen Jahres-
perioden ist zugleich wichtig, die produzierten Massen zu soundso viel per
qr. zu vergleichen, indem grade so sich herausstellt, wiefern die additional!
Kornfabrikation Einfluß auf den price?,

I
Average wheat prices?
Yearly average price® Höchster Preis Niedrigster Preis
1641-1649 60 sh. 52/2 d. [75 sh. 6. d. (1645)] 142 sh. 8. d. (1646)]
1650-1659 45 sh. 8°/,od. 68 sh. I d. (1650) 23 sh. 1 d. (1651)
1660-1669 44sh.9d. 65 sh. 9 d. (1662) 32 sh. 0.d. (1666 u. 1667)
1670-1679 44 sh. 8/40 d. 61 sh. O.d. (1674) 33 sh. 0.d. (1676)
1680-1689 35 sh. yo d. 41 sh. 5 d. (1681) 22 sh. Ad. (1687)
1690-1699 50 sh. */yod. 63 sh. I d. (169%) 30 sh. 2 d. (1691)

Zählen wir von 1650-1699, so ist in diesen 50 Jahren der Durchschnitts-
preis (jährlich) 44 sh. 2!/,d.

1 zusätzliche -? Preis -3 Durchschnittliche Weizenpreise-* Jährlicher Durchschnittspreis

128 Neuntes Kapitel

Während des Zeitraums (9 Jahre) von 1641-1649 ist der highest yearly
average price! 75 sh. 6.d. für das Revolutionsjahr 1645, dann 71 sh. I d. für
1649, 65 sh. 5 d. für 1647 und der niedrigste Preis 42 sh. 8.d. für 1646.

I
Fi Die highest und niedrigsten Preise in jeder
Yearly average price decennial period?
1700-1700 35h. Yiod. 69sh.9d. (1709) 25sh. 4d. (1707)
1710-1719 43 sh. 67/j0.d. 69 sh. 4.d. (1710) 31sh. 1.d. (1719)
1720-1729 37 sh. 3°/y0d. 48 sh. 5 d. (1728) 30 sh. 10.d. (1723)
1730-1739 31 sh. 5°/y0d. 58 sh. 2.d. (1735) 23sh. 8d. (1732)
1740-1749 31 sh. 7/0 d. 45 sh. 1 d. (1740) 22 sh. 1d. (1743 u. 1744)

Durchschnittspreis (jährlich) für die 50 Jahre 1700 bis 1749: 35 sh. 92/,,d.

IM
Yansiyaraiageipriee Die ae Kal ee in jeder
1750-1759 36 sh. 4°/10.d. 53 sh. 4. d. (1757) 28 sh. 10.d. (1750)
1760-1769 40 sh. 4°/,0d. 53 sh. 9 d. (1768) 26 sh. 9.d. (1761)
1770-1779 45 sh. 3/40 d. 52 sh.8.d. (1774) 33 sh. 8d. (1779)
1780-1789 46 sh. Mind. 52sh.8d. (1783) 35sh. 8.d. (1780)
1790-1799 57 sh. 6°/10.d. 78 sh. 7. d. (1796) 43 sh. 0.d. (1792)

Jährlicher average* für die 50 Jahre 1750 bis 1799: 45 sh. 33];,.d.

IV
Yearly average price Die highest ee prices in
1800-1809 84 sh. od. 119 sh. 6d. (1801) 58h. 10.d. (1803)
113 sh. 10. d. (1800)
1810-1819 91 sh. A/,0d. 126sh. 6d. (1812) 65 sh. 7d. (1815)

109sh. 9d. (1813) 74sh. 4d. (1814)
106 sh. 5d.(1810) 74sh. 6.d. (1819)

1820-1829 58 sh. 9/jod. 68sh. 6d. (1825) 44sh. 7d. (1822)
1830-1839 56sh. 8fiod. 66h. 4d. (1831) 39sh. Ad. (1835)
1840-1849 55 sh. 11%/j0. d. 69 sh. 5d. (1847) 44sh. 6.d. (1849)
1850-1859 53 sh. od. 74 sh. 9d. (1855) 40sh. 4d. (1850)

1 höchste jährliche Durchschnittspreis - ® Zehnjahrperiode - 3 höchsten und niedrigsten
Preise -* Durchschnitt

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 129

Yearly average! für die 50 Jahre 1800 bis 1849: 69 sh. 6°/,, d.
Yearly average für die 60 Jahre 1800 bis 1859: 66 sh. 9)... d.
Also yearly averages:

1641-1649 60 sh. 5%), d.
1650-1699 44h. 21/, d.
1700-1799 35 sh. 9%,.d.
1750-179 45 sh. 37... d.
1800-1849 69 sh. 6/;nd.
1850-1859 53h. 4’/iod.

West selbst sagt:

„In einem verbesserten Stand der Agrikultur kann auf dem Boden zweiter und
dritter Qualität mit ebenso geringen Kosten Produkt gewonnen werden wie unter dem
alten System auf dem Boden erster Qualität.“ (Sir Edw. West, „Price of Corn and. Wages
of Labour“, London 1826, p.98.)

### [7. Hopkins über den Unterschied
zwischen der absoluten Rente und der Differentialrente
und zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit,
über die Entstehung der Grundrente aus dem Privateigentum]

Hopkins faßt richtig den Unterschied zwischen der absoluten und der
Differentialrente:

„Das Prinzip der Konkurrenz macht 2 Profitraten unmöglich in demselben Land;
aber das bestimmt die relativen Renten, aber nicht den allgemeinen Durchschnitt der
Rente.“ (p.30 Th.Hopklins], „On Rent of Land, and.its Influence on Subsistence and. Popu-
lation“, London 1828.)

1508a| Hopkins macht folgenden Unterschied zwischen produktiver und
unproduktiver Arbeit oder, wie er sagt, primärer und sekundärer:

„Wenn alle Arbeiter für den gleichen Zweck oder für ein gleiches Ziel beschäftigt
würden wie der Diamantschleifer und der Opernsänger, würde in kurzer Zeit kein
Reichtum da sein, diese zu unterhalten, weil dann nichts von dem produzierten Reichtum
Kapital werden würde. Wenn ein beträchtlicher Teil so beschäftigt würde, würden die
Löhne niedrig sein, weil nur ein relativ kleiner Teil von dem, was produziert wird,

1 Jahresdurchschnitt

130 Neuntes Kapitel

als Kapital gebraucht würde; aber wenn nur einige der Arbeiter so beschäftigt werden
und selbstverständlich fast alle Ackersleute, Schuhmacher, Weber usw. wären, dann
würde viel Kapital produziert werden, und die Löhne könnten verhältnismäßig kosh
sein.“ (l.c. p.84, 85.) „Mit dem Diamantenschleifer und dem Sänger müßten alle die
in eine Reihe gestellt werden, die für die Landlords oder Rentiers arbeiten und die
einen Teil von deren Einkommen als Lohn erhalten, faktisch alle, deren Arbeit sich
bloß auf die Produktion solcher Dinge beschränkt, die die Landlords und Rentiers er-
freuen, und alle, die als Ersatz für ihre Arbeit einen Teil der Rente des Landlords oder
des Einkommens der Rentiers erhalten. Das sind alles produktive Arbeiter, aber alle
ihre Arbeiten haben den Zweck, den Reichtum, der in der Gestalt von Renten und:
jährlichen Einkommen vorhanden ist (in eine andere Form zu verwandeln), der in
dieser anderen Form den Landlord und Rentier mehr befriedigen soll, und daher sind
sie sekundäre Produzenten. Alle anderen Arbeiter sind primäre Produzenten.“ (l.c. p.85.)

Diamant und Gesang, beide realisierte Arbeit, können, wie alle Waren,
in Geld und als Geld in Kapital verwandelt werden. Aber bei dieser Ver-
wandlung des Geldes in Kapital ist zweierlei zu unterscheiden. Alle Waren
können in Geld und als Geld in Kapital verwandelt werden, weil in ihrer
Form als Geld ihr Gebrauchswert und seine besondre Naturalform aus-
gelöscht ist. Sie sind vergegenständlichte Arbeit in der gesellschaftlichen
Form, worin selbe mit jeder realer Arbeit austauschbar, also in jede Form
realer Arbeit konvertierbar. Ob dagegen die Waren - die das Produkt von
Arbeit sind - als solche wieder [als] Elemente in das produktive Kapital
eingehn können, hängt davon ab, ob die Natur ihrer Gebrauchswerte ihnen
erlaubt, wieder in den Produktionsprozeß einzugehn - sei es als objektive
Arbeitsbedingungen (Werkzeug und Material), sei es als subjektive Arbeits-
bedingung (Lebensmittel der Arbeiter), (also Elemente des konstanten oder
variablen Kapitals).

„In Irland nach mäßiger Berechnung und dem Zensus von 1821 das ganze Netto-
produkt, das an den Landlord geht,an den Staat und die Zehnten-Eimpfänger, 20°/,Mil
lionen 1., die ganzen Löhne aber nur 14 114 000 1.” (Hopkins, 1.c. p.94.)

„Die Landlords“ in Italy „zahlen im allgemeinen yP und eben mehr als '/, des
Produkts als Rente an den Landlord bei mäßiger Fertigkeit in der Agrikultur und un-
genügender Ausstattung mit fixem Kapital. Der größre Teil der Bevölkerung besteht
aus sekundären Produzenten und Landlords, und im allgemeinen sind die primären
Produzenten eine arme und erniedrigte Klasse.“ (p. 101, 102.)

„Derselbe Fall in Frankreich unter Louis XIV. [XV. und XVI.]. Nach Young
140 905 304 1. in Rente, Zehnten und Steuern. Dabei Ackerbau miserabel. Die Popu-
lation Frankreichs damals 26 363 074. Wenn selbst 6 Millionen der arbeitenden Be-
völkerung, was zu hoch, hätte jede Familie zu liefern gehabt, jährlich direkt oder in-
direkt, einen Durchschnitt von etwa 23 ]. des Nettoreichtums an die Landlords, an die

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{No = ana, 44, (6%.
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A = AS, 28 N

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Eine Seite der „Theorien über den Mehrwert“ in der Handschrift von Marx mit einer
Tabelle der durchschnittlichen Weizenpreise für 1641-1749

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 133

Kirche und an den Staat.“ Nach Youngs Angaben, noch allerlei in Anschlag gebracht,
kommt auf die Arbeiterfamilie „jährlich 42 1. 10 sh. Produkt, 23 davon sind an andere
zu zahlen und 191. 10 sh. bleiben für ihren eigenen Unterhalt“. (l.c. p. 102-104.)

Abhängigkeit der Bevölkerung vom Kapital.

„Der Irrtum des Herrn Malthus und seiner Nachfolger ist in der Annahme be-
gründet, daß einer Reduzierung der arbeitenden Bevölkerung keine ihr entsprechende
Reduzierung des Kapitals folgen würde.“ (l.c. p. 118.) „Herr Malthus vergißt, daß die
Nachfrage begrenzt ist durch die Mittel, die da sind, um Löhne zu zahlen und“ daß
„diese Mittel nicht spontan entstehen, sondern immer vorher durch die Arbeit geschaffen

werden.“ (l.c. p. 122.)

Dies die richtige Ansicht von der Akkumulation des Kapitals. Aber die
means! können wachsen, i.e. das Quantum surplus produce? oder surplus
labour?, ohne daß die Masse Arbeit gleichmäßig wächst.

„Sonderbar diese starke Neigung, überschüssigen Reichtum als für die arbeitende
Klasse vorteilhaft hinzustellen, weil er ihr Arbeitsmöglichkeit gibt! Aber auch wenn
er dies tut, so offensichtlich |]509| nicht deswegen, weil er überschüssig ist, weil er
dieses Vermögen hat, sondern weil er Reichtum ist, der durch Arbeit geschaffen wurde,
während gleichzeitig eine zusätzliche Arbeitsmenge den arbeitenden Klassen als
schädlich dargestellt wird, obwohl diese Arbeit 3X soviel produziert als sie konsu-
miert.“ (l.c.p. 126.)

„Wenn durch den Gebrauch einer besseren Maschinerie das ganze primäre Produkt
von 200 auf 250 oder 300 erhöht werden könnte, während auf das Reineinkommen und
den Profit nur 140 entfallen, dann ist es klar, daß als Fonds für die Arbeitslöhne der
primären Produzenten 110 oder 160 statt 60 bleiben würden.“ (l.c. p. 128.)

„Die Lage der Arbeiter ist schlecht geworden, entweder weil ihre Produktivkraft
gelähmt oder weil ihnen genommen wird, was sie produziert haben.“ (l.c. p. 129.)

„Nein, sagt Herr Malthus, ‚die Schwere deiner Last hat nicht das geringste zu tun
mit deinem Elend; das kommt lediglich daher, daß zu viele Menschen sie tragen‘.“
(l.c.p. 134.)

„In dem allgemeinen Prinzip, daß die Produktionskosten den Tauschwert aller
Waren bestimmen, sind die Rohmaterialien nicht eingeschlossen; aber der Anspruch,
den ihre Eigentümer auf das Produkt haben, läßt die Rente in den Wert eingehen.“ (p. 11.
Th.Hopkins „Economical Enquiries relative to the Laws which regulate Rent, Profit, Wages,
and the Value of Money“, London 1822.)

„Rente oder ein Preis für die Benutzung entsteht ganz natürlich aus dem Eigentum
oder der Einführung eines Eigentumsrechts." (l.c. p. 13.)

„Alles kann eine Rente abwerfen, wenn es folgende Eigenschaften besitzt: Erstens
muß es ziemlich rar sein; zweitens muß es die Kraft haben, die Arbeit bei dem großen
Werk der Produktion zu unterstützen.“ (l.c. p. 14.) Man darf natürlich nicht den case?

2 Mittel - 2 Mehrprodukt - ® Mehrarbeit - ® Fall

134 Neuntes Kapitel

setzen, „wo Land im Vergleich zur Arbeit und dem darauf angewandten Kapital“ {abun-
dance or scarcity of land! sind natürlich relativ, beziehn sich auf die disposable quan-
tity of labour and capital?} „so reichlich vorhanden ist, daß keine Rente gefordert wer-
den könnte, weil es nicht rar ist“. (l.c. p.21.)

„In einigen Ländern kann der lord 50% ausquetschen, in andren nicht 10. In den
fruchtbaren Gegenden des Ostens kann der Mensch von !/, des Produkts seiner Arbeit,
die er auf den Boden verwendet hat, leben; aber in Teilen der Schweiz und Norwegens
könnte die Eintreibung von 10% das Land entvölkern... Wir sehen keine natürlichen
Grenzen der Rente, die eingetrieben werden kann, als die beschränkte Zahlungsfähig-
keit der Zahler“ (p.31) und „wenn schlechtere Böden vorhanden sind, die Konkurrenz
dieser schlechten Böden gegen die besseren.“ (p.33, 34.)

„In England [ist] viel Gemeindeland, dessen natürliche Fruchtbarkeit derjenigen
gleichkommt, die ein großer Teil des jetzt kultivierten Bodens besaß, che er in Anbau ge-
nommen wurde; und doch sind die Kosten, solches Gemeindeland. zu kultivieren, so groß,
daß es das darauf verwendete Geld nicht zu dem gewöhnlichen Satz zu verzinsen vermag
und nichts als Rente für die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens übrigläßt: und das trotz
aller Vorteile unmittelbarer Anwendung von Arbeit, die durch geschickt angewandtes
Kapital unterstützt und mit billig produzierten Manufakturwaren versorgt wird; außer-
dem gute Straßen in der Nachbarschaft etc. ... Die gegenwärtigen Grundeigentümer
können als die Eigentümer all der aufgehäuften Arbeit betrachtet werden, die seit Jahr-
hunderten verausgabt worden ist, um das Land, auf den gegenwärtigen Stand der Produk-
tivität zu bringen.“ (l.c. p.35.)

Es ist dies ein sehr wichtiger Umstand bei der Grundrente, namentlich,
wenn die Population plötzlich bedeutend wächst, wie von 1780-1815 infolge
der Fortschritte in der Industrie, und daher ein großer Teil bisher un-
bebauter Ländereien der Kultur plötzlich unterworfen wird. Das neu-
bebaute Land mag ebenso fruchtbar, ja fruchtbarer sein als das alte war,
bevor die Kultur von Jahrhunderten sich in ihm akkumulierte. Was aber von
dem neuen Land verlangt wird - wenn es nicht zu teurerem Preise verkaufen
soll - ist, daß seine Fruchtbarkeit gleich sein soll erstens der natürlichen
Fruchtbarkeit des bebauten | Bodens und zweitens seiner künstlich
durch Kultur produzierten, aber jetzt natürlich gewordnen Fruchtbarkeit.
Der neubebaute Boden müßte also viel fruchtbarer sein, als der alte vor
seiner Kultur war.

Aber man wird sagen:

Die Fruchtbarkeit des bebauten Bodens rührt erstens von seiner natür-
lichen Fruchtbarkeit her. Es hängt also von der natürlichen Beschaffenheit
des neubebauten Bodens ab, ob er diese aus der Natur entspringende und

1 Überfluß oder Mangel an Land - ? verfügbare Menge von Arbeit und Kapital

Über die Geschichte der Entdeckurig des sog. Ricardoschen Gesetzes 135

ihr geschuldete Fruchtbarkeit besitzt oder nicht. Sie kostet in beiden Fällen
nichts. Der andre Teil der Fruchtbarkeit des bebauten Bodens ist künst-
liches Produkt, der Kultur geschuldet, der Anlage von Kapital. Dieser Teil
der Produktivität kostete aber Produktionskosten, die im Zins des in die Erde
versenkten capital fixe bezahlt werden. Dieser Teil der Grundrente ist bloß
Zins des der Erde vermählten capital fixe. Er geht daher in die Produktions-
kosten des Produkts des altbebauten Bodens ein. Es ist also nur dasselbe
Kapital auf den neubebauten Boden zu werfen, und dieser wird auch diesen
zweiten Teil der Fruchtbarkeit erhalten; wie bei dem ersten werden die Zin-
sen des zur Hervorbringung dieser Fruchtbarkeit angewandten Kapitals in
den Preis des Produkts eingehn. Warum sollte also neuer Boden - ohne un-
gleich fruchtbarer zu sein - nicht ohne steigenden Preis des Produkts bebaut
werden können? Ist die natürliche Fruchtbarkeit dieselbe, so ist die Diffe-
renz nur durch die Kapitalanlage gebildet, und der Zins für dies Kapital
geht in beiden Fällen gleichmäßig in die Produktionskosten ein.

Dies Räsonnement jedoch falsch. Ein Teil der Kosten der Urbarmachung
etc. wird nicht weiter gezahlt, indem die dadurch erzeugte Fruchtbarkeit,
wie schon Ricardo bemerkt, zum Teil mit der natürlichen Qualität des Bodens
verwachsen ist (also Kosten der Ausrodung, Entwäßrung, Trockenlegung,
Planierung, chemische Ändrung des Bodens infolge fortgesetzter chemischer
Prozesse etc.). Der neubebaute Boden müßte also -— wenn er zu demselben
Preis soll verkaufen können wie der letztbebaute Boden - fruchtbar genug
sein, damit dieser Preis für ihn den Teil der Urbarmachungskosten decke,
der in seine eignen Produktionskosten eingeht, der aber aufgehört hat in die
Kosten des altbebauten Bodens einzugehn, sondern hier mit der natürlichen
Fruchtbarkeit des Bodens verwachsen ist.

„Ein günstig gelegener Wasserlauf liefert das Beispiel einer Rente, die für eine an-
geeignete Naturgabe der denkbar exklusivsten Art gezahlt wird. Das versteht man sehr
gut in den Manufakturdistrikten, wo ansehnliche Renten für kleine Wasserläufe ge-
zahlt werden, besonders wenn das Gefälle groß ist. Da die von solchen fließenden Ge-
wässern gewonnene Kraft gleich ist der, die starke Dampfmaschinen hervorbringen,
ist es ebenso vorteilhaft, sie zu benutzen, wenn auch eine hohe Rente dafür zu zahlen
ist, als große Summen für die Aufstellung und den Betrieb von Dampfmaschinen zu
verausgaben. Dazu sind von den Wasserläufen einige größer, einige kleiner. Die Nähe _
des Sitzes einer Manufaktur ist auch ein Vorteil, der eine höhere Rente schafft. In den
Grafschaften York und Lancaster ist die Differenz zwischen den Renten für die
kleinsten und größten fließenden Gewässer wahrscheinlich größer als die zwischen den
Renten für fünfzig der unfruchtbarsten und fünfzig der fruchtbarsten Acres, die zu-
sammen bebaut werden.“ (Hopkins, l.c. p.37, 38.)

136 Neuntes Kapitel

### [8. Urbarmachungskosten.
Perioden des Steigens der Getreidepreise
und Perioden ihres Fallens (1641-1859)]

Vergleichen wir oben die average prices! und ziehn wir ab, was erstens
der Depreziation geschuldet (1809-1813), zweitens. besonders schlechten
Jahreszeiten wie 1800 und 1801, so ein sehr wichtiges Element, wieviel neuer
Boden bebaut wurde at a given moment or during a given period?. Steigen
des Preises auf den bebauten Ländereien zeigt hier Wachsen der Bevölke-
rung und daher Überschuß des Preises, anderseits dasselbe Zunehmen der
Nachfrage bringt hervor die cultivation of fresh soil. Hat diese Masse
relativ sehr zugenommen, so beweist der steigende Preis und der höhere
Preis als in frührer Periode nichts, als daß ein großer Teil von Urbar-
machungskosten in die additional quantity of food created? eingeht. Wäre
der Preis nicht gestiegen, so hätte die creation? nicht stattgefunden. Wie
Wirkung derselben, Fall des Preises, kann erst später sich zeigen, da in den
Preis der recently® created food an element of cost of production or price

1 Durchschnittspreise; siehe vorl. Band, S. 127-129 -? in einem gegebenen Moment oder
während einer gegebenen Periode - ? Bebauung neuen Bodens - ? zusätzliche Menge der
hervorgebrachten Nahrungsmittel - ® Hervorbringung - ® der folgende, mit „recently“ be-
ginnende, von Marx englisch geschriebene Text bis „...are cultivated“ (S. 138) lautet in
deutscher Übersetzung: jüngst geschaffenen Nahrungsmittel ein Element der Produktions-
kosten oder des Preises eingeht, das in den früheren Kapitalanlagen in Boden oder in den
früheren Teilen des bebauten Bodens längst erloschen ist. Die Differenz würde noch größer
sein, wenn nicht, infolge der vermehrten Produktivität der Arbeit, die Kosten der Heran-
ziehung von Boden zum Anbau im Verhältnis zu den Anbaukosten früherer, vergangener
Zeiten bedeutend gefallen wären.

Die Umwandlung von neuem Grund und Boden, ob seine Fruchtbarkeit größer oder
gleich oder geringer ist als die des alten, in einen solchen Zustand (und dieser Zustand ist
durch den allgemeinen Grad der Anpassung an die Kultur gegeben, die auf dem schon in An-
bau befindlichen Boden herrscht), der ihn zur Anwendung von Kapital und Arbeit tauglich
macht - unter denselben Bedingungen, unter denen Kapital und Arbeit auf der Durchschnitts-
fläche des bebauten Bodens angewendet werden -, diese Anpassung muß bezahlt werden
durch die Kosten der Verwandlung von unbebautem Land in bebautes. Diese Differenz der
Kosten muß vom neubebauten Boden getragen werden. Wenn sie nicht in den Preis seines
Produkts eingeht, sind nur zwei Fälle denkbar, in denen ein solches Ergebnis erzielt werden
kann. Entweder wird das Produkt des neu bebauten Bodens nicht nach seinem wirklichen Wert
bezahlt. Sein Preis steht unter seinem Wert, was in der Tat bei dem größten Teil des Bodens
der Fall ist, der keine Rente trägt, weil sein Preis nicht durch dessen eigenen Wert, sondern
durch den Wert des Produkts fruchtbarerer Böden bestimmt wird. Oder das neu bebaute
Land muß so fruchtbar sein, daß, wenn sein Produkt zu seinem immanenten, eigenen Werte

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 137

enters, that has long become extinct in the older applications of capital to
land, or in the older portions of the soil cultivated. The difference would be
even greater if, consequent upon the increased productivity of labour, the
cost appropriating soil to cultivation, had not greatly fallen, as compated
to the costs of cultivation in former, bygone periods.

1511| The transformation of new land, whether more or equally or less
fertile than old land, into such a state (and this state is given by the general
rate of adaptation to culture prevailing on the existing land under cultivation)
as to enable it for application of capital and labour - under the same conditions
under which capital and labour is employed on the average quantity of culti-
vated soil - this adaptation must be paid for by the costs of converting waste
land into cultivated land. "This difference of cost must be borne by the newly
cultivated land. If it not enters into the price of its produce, there are only
two cases possible, under which such a result can be realized. Either the pro-
duce of the newly cultivated land is not sold at its real value. Its price stands
below its value, as is in fact the case with most of the land bearing no rent,

bezahlt würde, entsprechend der Menge der in ihm vergegenständlichten Arbeit, es einen
geringeren Preis erzielen würde als das Produkt des früher bebauten Bodens.

Wenn die Differenz zwischen seinem inhärenten Wert und dem Marktpreis, der durch den
Wert des bebauten Bodens bestimmt wird, eine solche ist, daß sie zum Beispiel 5 Prozent
beträgt und wenn andererseits der Zins, der in seine Produktionskosten seitens des Kapitals
eingeht, das angewandt wird, um ihn auf dasselbe Niveau der Produktionsfähigkeit zu brin-
gen, das den alten Böden eigen ist, ebenfalls 5 Prozent betrüge, dann würde der neu bebaute
Boden ein Produkt hervorbringen, das bei dem alten Marktpreis die üblichen Löhne, Profite
und Renten zahlen könnte. Wenn der Zins des angewandten Kapitals nur 4 Prozent betrüge,
während der Grad seiner Fruchtbarkeit die der älteren Böden 4 Prozent überträfe, würde der
Marktpreis nach dem Abzug der 4 Prozent Zinsen für das Kapital, das angewandt wurde, den
neuen Boden in einen „anbaufähigen“ Zustand bringen, einen Überschuß lassen, oder
das Produkt könnte unter dem Marktpreis, der durch den W.er t des Produkts des unfruchtbar-
sten Bodens bestimmt wird, verkauft werden. Daher würden die Renten im allgemeinen zu-
sammen mit dem Marktpreis des Produkts fallen.

Absolute Rente ist der Überschuß des Werts über den Durchschnittspreis des Rohprodukts.
Differentialrente ist der Überschuß des Marktpreises des Produkts begünstigter Böden über
den Wert ihres eigenen Produkts.

Wenn daher der Preis des Rohprodukts steigt oder konstant bleibt in Perioden, in denen
ein relativ großer Teil der zusätzlichen Nahrungsmittel, die die wachsende Bevölkerung be-
nötigt, auf Boden produziert wird, der aus einem Zustand des Unbebautseins in einen Zu-
stand des Bebautseins verwandelt wurde, so beweist diese Beständigkeit oder dieses Steigen
der Preise nicht, daß die Fruchtbarkeit des Bodens abgenommen hat, sondern nur, daß sie
nicht in einem solchen Maße gewachsen ist, um das neue Element der Produktionf[skosten]
auszugleichen, das, gebildet durch die Zinsen des Kapitals, angewendet wurde, um das un-
bebaute Land auf das Niveau der gewöhnlichen Produktionsbedingungen zu bringen, unter
denen die alten Böden bei einem gegebenen Stand der Entwicklung bebaut werden.

138 Neuntes Kapitel

. because its price is not constituted by its own value, but by the value of the
produce derived from more fertile soils. Or the newly cultivated land must
be so fertile, that, if it was sold at its immanent, own value, according to the
quantity of labour realized in it, it would be sold at a less price than the price
of produce grown on the formerly cultivated soil.

If the difference between its inherent value and the market price settled by
the value of the cultivated soil is such, that it amounted for instance to 5 p.c.
and if on the other hand the interest, entering into its costs of production on
the part of the capital employed to bring it up to the level of productive
ability, common to the old soils, amounted also to 5 p.c., then the newly
cultivated land would grow produce, able to pay at the old market price the
usual wages, profits and rents. If the interest of the capital employed
amounted to 4 p.c. only while its degree of fertility exceeded 4p.c., as
compared to the older soils, the market price, after the deduction of the
4 p.c. interest for the capital employed to bring the new land into a „cultiv-
able“ state would leave a surplus, or it might be sold at a lower pricethan the
market price settled by the value of the least! fruitful soil. Rents consequently
would generally be lowered, together with the market price ofthe produce.

Absolute rent is the excess of value over the average price of raw produce.
Differential rent is the excess of the market price of the produce grown on
favoured soils over the value of their own produce.

If, therefore, the price of raw produce rises or remains constant in periods
in which a relatively large part of the additional food, required by the in-
crease of population, is produced on soil which from a state of wasteness has
been converted into a state of cultivation, this constancy or rise of prices does
not prove that the fertility of the land has decreased, but only that it has not
increased to such a degree as to counteract the fresh element of production -
formed by the interest of capital applied with a view to bringing the un-
cultivated land to a level of the common conditions of production, under
which the old soils - in a given state of development - are cultivated.

Selbst der konstante oder steigende Preis - wenn die relative Quantität des
neubebauten Bodens verschieden in verschiednen Perioden - beweist also
nicht, daß der neue Boden unfruchtbar ist oder weniger Produkt liefert, son-
dern nur, daß ein Kostenelement in den Wert seiner Produkte eingeht,
which has become extinct in the older cultivated soils“, und dies neue
Kostenelement bleibt, obgleich unter den neuen Produktionsbedingungen
die Kosten der Urbarmachung sehr gefallen sind, verglichen mit den Kosten,

1 In der Handschrift: most -? das in den älteren bebauten Böden erloschen ist

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 139

die nötig waren, um den alten Boden to bring from its original, natural state
of fertility to its present state!, Es wäre also bei den verschiednen
Perioden die relative Proportion der enclosures!®?! zu konstatieren.

Im übrigen zeigt uns die obige Liste (p.507, 508):

Die decennial periods? betrachtet, steht die

Periode von 1641-1649 höher als irgendein decennial period bis 1860,
mit Ausnahme des decennial period von 1800-1809 und 1810-1819.

Die fünfzigjährigen periods betrachtet, steht die von 1650-1699 höher
als die von 1700-1749, und die von 1750-1799 steht höher als die von 1700
bis 1749 und niedriger als die von 1800-1849 (oder 1859).

Das Sinken der Preise ist regelmäßig in der Periode von 1810-1859,
während in der Periode von 1750-1799, obgleich der 50jährige Durch-
schnittspreis niedriger, eine aufsteigende Bewegung ebenso regelmäßig auf-
steigend wie die von 1810-1859 fallend.

In fact?, verglichen mit der period of 1641-1649, findet im ganzen fort-
während Sinken der decennial average prices? statt, bis dies Sinken in den
beiden letzten decennial periods der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
seinen Höhepunkt erreicht (niedrigsten Punkt).

Von der Mitte des 18. Jahrhunderts findet Aufsteigen statt, das seinen
Ausgang nimmt von einem Preis (36 sh. 4°/1o d. 1750-1759), niedriger als
der 50jährige Durchschnittspreis der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
und ungefähr entsprechend etwas höher als der Durchschnittspreis der
50jährigen Periode von 1700-1749 (35 sh. 9°/,, d.), der ersten Hälfte des
18. Jahrhunderts. Diese aufsteigende Bewegung dauert progressiv fort in
den 2 decennial periods 1800-1809 und 1810-1819. In der letztren erreicht
sie ihre acme®. Von da an findet wieder die fallende Bewegung regelmäßig
statt. Nehmen wir den Durchschnitt der aufsteigenden Periode von 1750
bis 1819, so ihr Durchschnittspreis (etwas mehr als 57 sh. per gr.) gleich
dem Ausgangspunkt der sinkenden Periode von 1820 an (nämlich etwas’
über 58 sh. für die decennial period von 1820-1829); ganz wie der Aus-
gangspunkt für die 2° Hälfte des 18. Jahrhunderts [gleich ist] dem Durch-
schnittspreis seiner ersten Hälfte.

Wie sehr einzelne Umstände, Mißernte, Depreziation des Geldes etc.,
die Durchschnittszahl affizieren können, zeigt jedes Rechenexempel. Z.B.
30+20+5+5+5=65. Durchschnitt = 13, obgleich hier die 3 letztren
Nürmmern immer nur =5. Dagegen 12 + 11+10+9+8[=50], Durch-

1

von seinem ursprünglichen, natürlichen Zustand derF'ruchtbarkeit in seinen gegenwärti-
gen Zustand zu bringen - 2 Zehnjahrperioden - ® In der Tat - * Durchschnittspreise in der
Zehnjahrperiode - ° ihren Höhepunkt

140 Neuntes Kapitel

schnitt = 10, obgleich, wenn man die exzeptionellen 30 und 20 in der ersten
Reihe wegstreicht, der Durchschnitt von any three years! in [der] zweiten
größer wäre.

Zieht man die Differentialkosten für das zur Urbarmachung sukzessiv
. angelegte Kapital ab, das for a certain period enters as an item into cost?,
so vielleicht die Preise von 1820-1859 niedriger als any früheren. Und dies
schwebt wohl z. I. den Lümmeln vor, die die Rente aus Zins für in die
Erde gesenktes fixes Kapital erklären.

### [9. Anderson contra Malthus, Andersons T'hese
von der steigenden Produktivität der Landwirtschaft
und ihrem Einfluß auf die Differentialrente]

Anderson sagt in:
„A calm Investigation of the circumstances that have led to the present
scarcity of grain in Britain“, Lond. 1801:

„Von 1700 zu 1750 beständiger Fall der Preise von 21. 18 sh. Id. zu 11. 12 sh.
6.d. per Quarter of wheat?; von 1750 bis 1800 beständiger rise? von I 1. 12 sh. 6.d. zu
5]. 10 sh. per Quarter wheat.“ (p.11.)

Er hatte also nicht wie West, Malthus, Ricardo einseitig das Phäno-
men einer steigenden Skala der Getreidepreise (von 1750-1813) vor sich,
sondern vielmehr die doppelte Erscheinung, ein ganzes Jahrhundert, wo-
von die erste Hälfte eine beständig fallende, die zweite eine beständig
steigende Skala der Getreidepreise zeigt. Er bemerkt ausdrücklich:

„Die Population so gut im Wachsen während der ersten als während der zweiten

Hälfte des 18. Jahrhunderts.“ (l.c. p. 12.)

Eristeindezidierter Feindder Bevölkerungstheoriel?*!und behauptet aus-
drücklich die steigende und perennierende Verbeßrungsfähigkeit der Erde.

„Die Erde kann durch chemische Einflüsse und Bearbeitung immer besser gemacht
werden.“ (l.c. p.38.)[?%)

1513| „Unter einem weisen System der Bewirtschaftung kann die Produktivität des
Bodens von Jahr zu Jahr zunehmen während eines Zeitraumes, für den keine Grenze
angegeben werden kann, bis sie schließlich eine Höhe erreichen mag, von der wir uns
vielleicht zur Zeit keine Vorstellung machen können.“ (p.35, 36.)

Tirgendwelchen drei Jahren - ? für einen bestimmten Zeitraum als ein Posten in die
Kosten eingeht -° Weizen - * beständiges Steigen

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 141

„Dies kann mit Sicherheit gesagt werden, daß die gegenwärtige Bevölkerung so
unbedeutend ist, verglichen mit der, die dies Eiland unterhalten kann, daß sie weit unter
jedem Grad ernstlicher Erwägung steht.“ (p.37.)

„Wo die Bevölkerung zunimmt, muß damit auch das Produkt des Landes wachsen,
wenn nicht irgendeinem moralischen Einfluß gestattet wird, die Ökonomie der Natur zu
stören.“ (p.41.)

Die „Bevölkerungstheorie“ ist „das gefährlichste Vorurteil“. (p.54.) Die „Produk-
tivität der Agrikultur“, sucht er historisch nachzuweisen, steigt mit wachsender und

fällt mit abnehmender Population. (p.55, 56, 60, 61 sqq.)

Das erste bei richtiger Auffassung der Rente war natürlich, daß sie nicht
aus dem Boden stammt, sondern aus dem Produkt der Agrikultur, also der
Arbeit, aus dem Preis des Arbeitsprodukts, z.B. des Weizens. Aus dem Wert
des Agrikulturprodukts, der auf dem Grund und Boden angewandten Arbeit,
nicht aus dem Grund und Boden, und dies hebt Anderson richtig hervor.

„Es ist nicht die Rente vom Boden, die den Preis seines Produkts bestimmt, sondern
es ist der Preis dieses Produkts, der die Grundrente bestimmt, obgleich der Preis dieses
Produkts oft am höchsten in den Ländern ist, wo die Grundrente am tiefsten steht.“

(Die Rente hat also nichts zu tun mit der absoluten Produktivität der
Agrikultur.}

„Dies scheint ein Paradoxon zu sein, das eine Erklärung verdient. In jedem Lande
gibt es verschiedeneBodenarten, die an Fruchtbarkeit erheblich voneinander abweichen.
Wir werden jetzt voraussetzen, daß sie in verschiedene Klassen geordnet sind, die wir
mit den Buchstaben A,B, C,D, E, F etc. bezeichnen werden. Die Klasse A umfaßt
die Böden mit größter Fruchtbarkeit, und die anderen Buchstaben drücken die ver-
schiedenen Bodenklassen aus, die graduell an Fruchtbarkeit abnehmen, je weiter sie
sich von der ersten entfernen. Da nun die Kosten der Bebauung des unfruchtbarsten
Bodens ebenso groß oder größer sind als die des fruchtbarsten, so folgt daraus notwendiger-
weise, daß, wenn eine gleiche Menge Korn, von welchem Feld sie auch stammen mag, den
gleichen Preis erzielt, der Profit aus dem Anbau des fruchtbarsten Bodens viel größer
sein muß als der von anderen Böden“

{nämlich der excess of price over the expenses or the price of the capital
advanced!}

„und da dieser“ {nämlich der Profit} „in dem Maße abnimmt, wie die Unfruchtbarkeit
größer wird, so muß es schließlich dahin kommen, daß die Kosten der Bebauung mancher
der niederen Bodenklassen dem Wert des ganzen Produkts gleichkommen.“ (p.45-48.)

Der letzte Boden zahlt keine Rente. (Dies ist zitiert nach McCulloch
„Ihe Literature of polit. econ.“, London 1845. Zitiert Me|Culloch] hier aus

1 Überschuß des Preises über die Auslagen oder den Preis des vorgeschossenen Kapitals

142 Neuntes Kapitel

„An Enquiry into the Nature of the Corn Laws“ oder aus „Recreations in
Agriculture, Natural History, Ärts etc.*, London 1799-1802? Dies auf dem
Museum nachzusehn.)

Was Anderson hier „value of the whole produce“! nennt, ist in seiner
Vorstellung offenbar nichts als der Marktpreis, zu dem das Produkt, wachse
es auf beßrem oder schlechtrem Boden, verkauft wird. Dieser „Preis“
(value?) läßt bei den fruchtbareren Bodenarten größren oder geringren
excess® über die expenses?. Bei dem letzten Produkt nicht. Für es fällt der
Durchschnittspreis - d.h. der durch die Produktionskosten + den Durch-
schnittsprofit [gebildete] Preis - zusammen mit dem Marktpreis des Pro-
dukts, gibt also keinen Surplusprofit, der allein die Rente konstituieren kann.
Bei Anderson Rente gleich dem Überschuß des Markpreises des Produkts
über seinen Durchschnittspreis. (Die Theorie des Werts beunruhigt Änder-
son noch gar nicht.) Fällt also infolge besondrer Unfruchtbarkeit des Bodens
der Durchschnittspreis des Produkts dieses Bodens mit dem Marktpreis des
Produkts zusammen, so fällt dieser Überschuß fort; d.h., es ist kein fonds
for the formation of rent? da. Anderson sagt nicht, daß der letztbebaute
Boden keine Rente tragen kann. Er sagt nur, daß, wenn es „happens“®,
daß die expenses (die Produktionskosten -+ der Durchschnittsprofit) so
groß sind, daß die Differenz zwischen dem Marktpreis des Produkts und
seinem Durchschnittspreis fortfällt, auch die Rente fortfällt, und daß dies
der Fall sein muß, wenn immer tiefer in der Skala gegangen wird. Daß ein
bestimmter, gleicher Marktpreis für gleiche Quanta Produkte, die unter ver-
schieden günstigen Produktionsbedingungen erzeugt sind, Voraussetzung
für diese Rentenbildung, sagt Alnderson] ausdrücklich. Der Surplusprofit
oder Überschuß des Profits auf den bessern Bodenarten über den auf den
schlechtern, sagt er, ist notwendig, „if an equal quantity of corn, the produce
of each field, can be sold af the same price.“? Also wenn ein allgemeiner
Marktpreis vorausgesetzt ist.

1514| Anderson nimmt keineswegs, wie es nach der vorigen Stelle schei-
nen könnte, an, daß die verschiednen degrees of fertility® bloßes Naturpro-
dukt sind. Vielmehr kömmt die
„unendliche Verschiedenheit der Böden“ zum Teil daher, daß diese „Böden von ihrem
ursprünglichen Zustand durch die Arten der Bebauung, der sie früher unterworfen
wurden, durch den Dünger usw. in einen ganz anderen umgewandelt werden“ etc. (p.5.

„An Inguiry into the Causes etc.“, Edinburgh 1779.)

1 „Wert des ganzen Produkts“ -? Wert -? Überschuß -* Kosten -5 Fonds für die Bildung
der Rente -® „dahin kommt“ — ? „wenn eine gleiche Menge Korn, von welchem Feld sie auch
kommen mag, den gleichen Preis erzielt“ - ® Grade der Fruchtbarkeit

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 143

Einerseits macht der Fortschritt der Produktivität of general labour!
leichter, Land urbar zu machen; anderseits vermehrt aber die Kultur die
Unterschiede in den soils?, indem Boden A, der kultiviert ist, und Boden B,
der nicht kultiviert ist, von derselben original fertility® gewesen sein mögen,
wenn wir von der fertility von A die Portion fertility abziehn, die diesem
Boden jetzt zwar natürlich, aber früher künstlich gegeben war. Die Kultur
selbst vermehrt also die diversity of natural fertility between cultivated and
waste lands“.

Daß der Boden, für dessen Produkt Durchschnittspreis und Marktpreis
zusammenfallen, keine Rente zahlen kann, sagt Anderson ausdrücklich:

„Wo zwei Felder vorhanden sind, deren Produkt ungefähr das oben angegebene ist,
nämlich das eine 12 Bushel, das die Kosten einbringt, das andere 20, wird keine un-
mittelbare Ausgabe für ihre Verbesserung erheischt; der Pächter würde zum Beispiel für
das letztere Feld sogar mehr Rente als 6 Bushel zahlen, während [er] keine für das andre
[zahlt]. Wenn 12 Bushel gerade genügen für die Kosten des Anbaus, dann kann gar
keine Rente für bebautes Land eingebracht werden, das nur 12 Bushel trägt.“ (p. 107 bis
109, vol. III, „Essays relating to agriculture and rural affairs“, Edinburgh-London 1775 bis
1796.)

Er fährt dann unmittelbar fort:

„Dennoch kann man nicht erwarten, daß, wenn das größere Produkt unmittelbar
durch seinen eigenen Kapitalaufwand und durch Anwendung von Fleiß hervorgerufen
wurde, er ungefähr den gleichen Anteil davon als Rente zahlen kann; aber nachdem das
Land eine gewisse Zeit in einem permanenten Zustand der Fruchtbarkeit von diesem Grade
geblieben ist, wird er bereit sein, eine Rente von der angegebenen Höhe zu zahlen, auch
wenn der Boden diese Fruchtbarkeit ursprünglich seinem eigenen Fleiß verdankt.“ (l.c.

p. 109, 110,)

Also das Produkt des besten cultivated Bodens sei per acre z.B. 20 bushel;
davon zahlen 12 bushel nach der Voraussetzung die expenses (advances® +
Durchschnittsprofit). Dann kann es 8 bushel als Rente zahlen. Nimm an,
das bushel sei =5 sh., dann 8 bushel oder I qr.=40 sh. oder 2. und
20 bushel = 5 I. (2!/, qrs.). Von diesen 5 I. = expenses 12 bushel oder 60 sh.
=31. Es zahlt dann Rente =2[/. oder 8 bushel. Von den 3 /. expenses
sind, wenn die Profitrate = 10 p.c., die Auslagen =54%/,, sh. und der
Profit = 5°/,1 sh. 54%: 5°/1 = 100: 10). Gesetzt, der farmer müsse nun
auf unbebautes Land, das ebenso fruchtbar als das 20 bushel tragende

1 der allgemeinen Arbeit - ? Böden - 3 ursprünglichen Fruchtbarkeit -* Verschiedenheit
der natürlichen Fruchtbarkeit zwischen bebautem und unbebautem Land -® vorgeschossenes
Kapital

144 Neuntes Kapitel

originell war, Verbeßrungen aller Art anbringen, to bring it into such a state
of cultivation as appropriate to the general state of agriculture!. Dies koste
ihm außer der Auslage von 54€/,i sh. oder, wenn wir den Profit mit in die
expenses rechnen, außer den 60 sh. noch Auslage von 36%/,1; so wären
10 p.c. darauf = 3”/;i, und erst in 10 Jahren, wenn der farmer beständig
20 bushel zu 5 sh. verkaufte, könnte er Rente zahlen, erst nach der Repro-
duktion seines Kapitals. Von da würde die künstlich erzeugte Fruchtbarkeit
des Bodens als originelle gerechnet und fiele dem landlord zu.

Obgleich der neubebaute Boden so fruchtbar wie der bestbebaute Boden
originell war, fallen doch für sein Produkt Marktpreis und Durchschnitts-
preis jetzt zusammen, weil ein Kostenitem eingeht, das extinct? ist in dem
besten Boden, bei dem künstlich hervorgebrachte und natürliche Frucht-
barkeit to a certain extent? zusammenfallen. Bei dem neu angebauten Boden
aber der künstlich, durch Kapitalanlage, hervorgebrachte Teil der Frucht-
barkeit noch durchaus distinct? von der natürlichen Fruchtbarkeit des Bo-
dens. Der neubebaute Boden, obgleich von derselben Originalfruchtbarkeit
wie der bestangebaute Boden, könnte also keine Rente zahlen. Nach 10 Jah-
ren jedoch könnte er nicht nur Rente zahlen, sondern ebensoviel Rente wie
die früher beste kultivierte Bodenart. Anderson begreift hier also beide
Phänomene:

1. daß die Differentialrente des landlords z.T. das Resultat der dem
Boden vom Pächter künstlich gegebnen fertility ist;

2. daß diese künstliche fertility nach einem gewissen lapse of time als ori-
ginal productivity des soil? selbst erscheint, indem der soil selbst verwandelt
worden und der Prozeß, wodurch diese Verwandlung bewerkstelligt, ver-
schwunden, nicht mehr sichtbar ist.

1515| Wenn ich heute eine cotton-mill® für 100 000 I. errichte, so be-
komme ich a more efficient mill” als mein Vorgänger, der sie vor 10 Jahren
errichtete. Die Differenz zwischen der Produktivität im Maschinenbau,
Bauen überhaupt etc. von heute und vor 10 Jahren zahle ich nicht; im
Gegenteil. Sie setzt mich in den Stand, weniger für eine mill von derselben
efficiency? zu zahlen oder nur dasselbe für eine mill von höhrer efficiency.
Anders in der Agrikultur. Der Unterschied zwischen den original fertilities
of soils is magnified by that part of the so-called natural fertility of the soil

3 um es auf einen solchen Stand der Bebauung zu bringen, der dem allgemeinen Stand
der Landwirtschaft entspricht -? erloschen -? bis zu einem gewissen Grad - * unterschieden -
5 Zeitablauf als ursprüngliche Produktivität des Bodens - ® Baumwollspinnerei - ? eine
leistungsfähigere Spinnerei - ® Leistungsfähigkeit

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 145

which, in fact, has been once produced by men, but has now become in-
corporated to the soil and is no longer to be distinguished from its original
fertility!. Um unbebauten Boden von gleicher Originalfruchtbarkeit zu die-
ser gesteigerten Fruchtbarkeit zu erheben, sind, infolge der Entwicklung der
Produktivkraft of general labour, nicht dieselben Kosten nötig, die nötig
waren, to bring the original fertility of the cultivated soil to its now appa-
rently original fertility, but still, more or less expense is required to bring
that equalization about?. Der Durchschnittspreis des neuen Produkts steht
so höher als der des alten, die Differenz zwischen Marktpreis und Durch-
schnittspreis ist so kleiner und kann ganz verschwinden. Gesetzt aber, im
obigen Fall sei der neubebaute Boden so fruchtbar, daß er nach der addi-
tional expense of 40 sh.? (Profit eingerechnet) statt 20 bushel 28 liefre. In
diesem Falle könnte der farmer 8 bushel or* 2 I. Rente zahlen. Aber warum?
Weil der neubebaute Boden 8 bushel mehr liefert als der alte, so daß er
trotz höhern Durchschnittspreises bei gleichem Marktpreis ebensoviel
excess of price? liefert. Seine Fruchtbarkeit, hätte sie® kein extra expense
gekostet, wäre doppelt so groß wie die des alten. Mit dem expense ist sie
grade so groß.

### [10. Haltlosigkeit der Rodbertusschen Kritik
an der Rententheorie Ricardos.
Rodbertus’ Unverständnis der Besonderheiten
der kapitalistischen Landwirtschaft]

Nun zu Rod|bertus] definitiv und zum letztenmal zurück.

„Sie“ (Rodlbertu]s’ Rententheorie) „erklärt... aus einer Teilung des Arbeitsprodukts,
die mit Notwendigkeit eintritt, wenn zwei Vorbedingungen, hinlängliche Produktivi-
tät der Arbeit und Grund- und Kapitaleigentum, gegeben sind, alle Erscheinungen des
Arbeitslohns und der Rente etc. Sie erklärt, daß allein die hinlängliche Produktivität
der Arbeit die wirtschaftliche Möglichkeit einer solchen Teilung konstituiert, indem diese
Produktivität dem Produktwert soviel realen Inhalt gibt, daß noch andre Personen, die

1 ursprünglichen Fruchtbarkeit der Böden wird vergrößert durch jenen Teil der so-
genannten natürlichen Fruchtbarkeit des Bodens, der tatsächlich einmal von Menschen her-
vorgebracht wurde, jetzt aber dem Boden einverleibt ist und nun nicht mehr von seiner ur-
sprünglichen Fruchtbarkeit unterschieden werden kann - ? die ursprüngliche Fruchtbarkeit
des bebauten Bodens auf die Höhe seiner jetzigen, scheinbar ursprünglichen Fruchtbarkeit
zu bringen; immerhin aber sind auch jetzt noch mehr oder weniger Kosten nötig, um dieses
gleiche Niveau zu erreichen - ? zusätzlichen Auslage von 40 sh. - * oder - 5 Überschuß des
Preises - ® in der Handschrift: er

146 Neuntes Kapitel

nicht arbeiten, davon mitleben können, und sie erklärt, daß allein das Grundeigentum
und Kapitaleigentum die rechtliche Wirklichkeit einer solchen Teilung konstituiert, in-
dem es die Arbeiter zwingt, sich ihr Produkt mit den nicht arbeitenden Grund- und
Kapitalbesitzern [sogar in dem Verhältnis] zu Zeilen, daß grade sie, die Arbeiter, nur
soviel davon bekommen, daß sie leben können.“ (Rodbertus, l.c. p. 156, 157.)

A.Smith stellt die Sache doppelt dar. Teilung des Arbeitsprodukts, wo
dies als gegeben betrachtet wird und in der Tat es sich um den Anteil am
Gebrauchswert handelt. Diese Auffassung hat Herr Rod[bertus] ditto. Sie
findet sich auch bei Ricardo und ist diesem um so mehr vorzuwerfen, weil er
nicht nur bei der allgemeinenPhrase bleibt, sondern Ernst mit der Bestimmung
des Werts durch die Arbeitszeit machen will. Diese Auffassung paßt plus ou
moins, mutatis mutandis! auf alle Produktionsweisen, worin die Arbeiter und
die Besitzer der objektiven Arbeitsbedingungen verschiedne Klassen bilden.

Die zweite Auffassung Smiths ist dagegen charakteristisch für die kapita-
listische Produktionsweise. Sie ist daher auch allein [eine] theoretisch frucht-
bare Formel. Hier faßt nämlich Smith Profit und Rente auf als entspringend
aus der Surplusarbeit, die der Arbeiter dem Arbeitsgegenstand zufügt außer
dem Teil der Arbeit, wodurch er nur sein eignes Salair reproduziert. Es ist
dies der einzig richtige Standpunkt, wo die Produktion einzig auf dem
Tauschwert beruht. Es liegt darin der Entwicklungsprozeß, während in der
ersten Auffassung die Arbeitszeit als konstant unterstellt ist.

Bei Ricardo kommt die Einseitigkeit mit daher, daß er überhaupt be-
weisen will, daß die verschiednen ökonomischen Kategorien oder Verhält-
nisse nicht widersprechen der Werttheorie, statt sie umgekehrt mitsamt ihren
scheinbaren Widersprüchen von dieser Grundlage aus zu entwickeln oder
die Entwicklung dieser Grundlage selbst darzustellen.

1516| „Sie* wissen, daß alle Nationalökonomen schon seit A.Smith den Wert des
Produkts in Arbeitslohn, Grundrente und Kapitalgewinn zerfallen lassen und daß also die
Idee, das Einkommen der verschiedenen Klassen und namentlich auch die Rententeile
auf eine Teilung des Produkts zu gründen, nicht neu ist.“ (Certainly not!®) „Allein sofort
geraten die Nationalökonomen auf Abwege. Alle - selbst nicht mit Ausnahme der
Ricardoschen Schule - begehen zuvörderst den Fehler, nicht das ganze Produkt, das
vollendete Gut, das ganze Nationalprodukt als die Einheit aufzufassen, an der Arbeiter,
Grundbesitzer und Kapitalisten partizipieren, sondern die Teilung des Rohprodukts als
eine besondre Teilung, an der drei Teilnehmer, und die Teilung des Fabrikationsprodukts
wieder als eine besondre Teilung aufzufassen, an der nur zwei’ Teilnehmer partizipieren.
So sehen diese Systeme schon das bloße Rohprodukt und das bloße Fabrikationsprodukt
jedes für sich als ein besondres Einkommensgut an.“ (p. 162.)

I mehr oder weniger, mit den nötigen Abänderungen - ? von Kirchmann - ® Sicher nicht!

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 147

Zunächst hat A.Smith in der Tat alle spätren Ökonomen, Ricardo ein-
gerechnet und Herrn Rodbertus eingerechnet, dadurch auf „Abwege“ ge-
bracht, daß er den „ganzen Wert des Produkts in Arbeitslohn, Grundrente
und Kapitalgewinn“ [S. 162] auflöst und damit das konstante Kapital ver-
gißt, das auch einen Teil des Werts bildet. Der Mangel dieser Unterschei-
dung machte jede wissenschaftliche Darstellung gradzu, wie meine Äus-
führungen beweisen, unmöglich!. Die Physiokraten waren weiter in dieser
Beziehung. Ihre „avances primitives und annuelles“? sind unterschieden als
ein leil des Werts des jährlichen Produkts oder des jährlichen Produkts
selbst, der sich für die Nation so wenig wie für den einzelnen wieder in
Salair, Profit oder Rente auflöst. Die agriculturists ersetzen bei ihnen den
Sterilen im Rohmaterial ihre avances (die Verwandlung dieses Rohmaterials
in Maschinen fällt ja selbst den steriles zu), während anderseits die agri-
culturists von ihrem Produkt sich einen Teil ihrer avances (Samen, Zucht-,
Mastvieh, Dünger etc.) selbst ersetzen, teils. Maschinerie etc. von den
steriles im Austausch für das Rohmaterial ersetzt erhalten.

Herr Rod[bertus] irrt zweitens, indem er Teilung des Werts und Teilung
des Produkts identifiziert. Das „Einkommengut“ hat direkt nichts zu schaffen
mit dieser Teilung des Werts des Produkts. Daß die Wertteile, die z.B. den
Produzenten des Twist zufallen, und die sich in bestimmten Goldquantis
darstellen, in Produkten aller Art, Agrikultur oder Manufaktur, realisieren,
wissen die Ökonomen ganz so gut wie Rodbfertus]. Es ist dies unterstellt,
weil sie Waren produzieren und nicht Produkte für die immediate con-
sumption? der Produzenten selbst. Da der zur Teilung kommende Wert,
d.h. der Bestandteil des Werts, der sich überhaupt in Revenue auflöst,
innerhalb jeder einzelnen Produktionssphäre, unabhängig von den andren
erzeugt ist - obgleich sie wegen der Teilung der Arbeit die andren vor-
aussetzt —, so macht Rod[bertus] Rückschritt und Konfusion, indem er,
statt diese Werterzeugung rein zu betrachten, sie von vornherein verwirrt
durch die Frage, welchen Anteil an dem vorhandnen Gesamtprodukt der
Nation diese Wertbestandteile ihren Besitzern sichern. Bei ihm wird Tei-
lung des Werts des Produkts sofort Teilung der Gebrauchswerte. Indem er
diese Konfusion den andren Ökonomen unterschiebt, wird sein Korrektiv
nötig, Fabrikations- und Rohprodukte en bloc zu betrachten - eine Betrach-
tungsweise, die nicht in die Erzeugung des Werts gehört, also falsch ist,
wenn sie dieselbe erklären soll.

1 Siehe 1, Teil dieses Bandes, S.69-121 -? „ursprünglichen und jährlichen Vorschüsse” -

® unmittelbare Konsumtion

148 Neuntes Kapitel

Am Wert des Fabrikationsprodukts, soweit er sich in Revenue auflöst und
soweit der Fabrikant nicht Grundrente zahlt, sei es für den Boden der Bau-
lichkeiten, sei es für Wasserfälle ete., nehmen nur Kapitalist und Lohn-
arbeiter teil. Am Wert des Agrikulturprodukts teilen sich meistens drei. Dies
gibt auch Herr Rod[bertus] zu. Die Art, wie er sich das Phänomen erklärt,
ändert nichts an diesem fact. Wenn aber die andren Ökonomen, speziell
Ricardo, von der Zweiteilung zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter ausgehn
und den Grundrentner erst später als eine spezielle superfetation? herein-
bringen, so entspricht dies ganz dem Standpunkt der kapitalistischen Pro-
duktion. Vergegenständlichte Arbeit und lebendige Arbeit sind die beiden
1517| Faktoren, auf deren Gegenübersetzung die kapitalistische Produktion
beruht. Kapitalist und Lohnarbeiter sind die einzigen Funktionäre und
Faktoren der Produktion, deren Beziehung und Gegenübertreten aus dem
Wesen der kapitalistischen Produktionsweise entspringt.

Die Umstände, unter denen der Kapitalist wieder einen Teil der von ihm
erbeuteten Surplusarbeit oder surplus value mit dritten, nicht arbeitenden
Personen zu teilen hat, kommen erst in zweiter Instanz. Es ist auch das fact
der Produktion, daß mit Ausnahme des als Arbeitslohn gezahlten Wertteils
des Produkts und nach Abzug des Wertteils, gleich des konstanten Kapitals,
der ganze Surpluswert direkt aus der Hand des Arbeiters in die des Kapitalisten
übergeht. Er ist dem Arbeiter gegenüber der unmittelbare Besitzer des ganzen
Surpluswerts, wie er ihn auch später mit Geld verleihendem capitalist,
Grundeigentümer etc, teile. Die Produktion, wie James Mill bemerktl®®),
könnte daher ungestört fortgehn, wenn der Grundrentner verschwände und
der Staat an seine Stelle träte. Er ist kein notwendiger Produktionsagent -
der Privatgrundeigentümer - für die kapitalistische Produktion, obgleich es
nötig für sie ist, daß das Grundeigentum jemandem, nur nicht dem Arbeiter,
also z.B. dem Staat, gehöre. Diese im Wesen der kapitalistischen Produk-
tionsweise - und im Unterschied zur feudalen, antiken usw. - gegründete
Reduktion der unmittelbar in der Produktion beteiligten Klassen, also auch
der unmittelbaren Teilnehmer an dem produzierten Wert und weiter an
dem Produkte, worin dieser Wert sich realisiert, auf Kapitalisten und Lohn-
arbeiter mit Ausschluß des Grundeigentümers (der erst post festum hinein-
kommt infolge nicht aus der kapitalistischen Produktionsweise. hervor-
gewachsner, sondern ihr überlieferter Eigentumsverhältnisse an Natur-
kräften), so weit entfernt, ein Fehler bei Ricardo usw. zu sein, macht sie zum
adäquaten theoretischen Ausdruck der kapitalistischen Produktionsweise,

1 Auswuchs

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 149

drückt ihre differentia specifica! aus. Herr Rod[bertus] ist noch zu sehr alt-
preußischer „Gutsbesitzer“, um dies zu verstehn. Auch wird es erst ver-
ständlich und drängt sich von selbst auf, sobald der Kapitalist sich der
Agrikultur bemächtigt und überall, wie meist in England, sich zum Leiter
der Agrikultur ganz wie der Industrie gemacht, den Grundeigentümer aber
von Jeder direkten Beteiligung an dem Produktionsprozeß ausgeschlossen hat.
Was Herr Rodfbertus] hier also für einen „Abweg“ hält, ist nur der von
ihm nicht begriffne richtige Weg, während er noch in Anschauungen be-
fangen ist, die der vorkapitalistischen Produktionsweise entsprungen sind.

„Auch er“ (Ricardo) „teilt nicht das fertige Produkt unter die Beteiligten, sondern
nimmt ebenso wie die übrigen Nationalökonomen das landwirtschaftliche Produkt wie
das Fabrikationsprodukt, jedes als ein besondres der Teilung unterliegendes Produkt

an.“ (l.c. p. 167.)

Nicht das Produkt, Herr Rodfbertus], sondern den Wert des Produkts,
und dies ganz richtig. Ihr „fertiges“ Produkt und dessen Teilung hat absolut
mit dieser Wertteilung nichts zu schaffen.

„Das Kapitaleigentum ist ihm“ (Ricardo) „gegeben und zwar noch früher als das
Grundeigentum... So beginnt er nicht mit den Gründen, sondern mit der Tatsache
der Teilung des Produkts, und seine ganze Theorie beschränkt sich auf die Ursachen,
welche das Teilungsverhältnis desselben bestimmen und modifizieren... Die Teilung
des Produkts nur in Lohn und Kapitalgewinn ist ihm die ursprüngliche und ursprünglich
auch die einzige.“ (l.c. p. 167.)

Dies verstehn Sie wieder nicht, Herr Rodfbertus]. Vom Standpunkt der
kapitalistischen Produktion erscheint das Kapitaleigentum in der Tat als das
„ursprüngliche“, weil als die Sorte Eigentum, worauf die kapitalistische
Produktion beruht und die in derselben als Faktor und Funktionär auftritt,
was von dem Grundeigentum nicht gilt. Das letztere erscheint als abgeleitet,
weilin der Tat das moderne Grundeigentum das feudale ist, aber verwandelt
durch die Aktion des Kapitals auf es, also in seiner Form als modernes
Grundeigentum abgeleitet, Resultat der kapitalistischen Produkton ist. Daß
Ric[ardo] die Sache, wie sie ist und erscheint, in der modernen Gesellschaft
auch als die historisch ursprüngliche betrachtet (während Sie, statt an der
modernen Form zu halten, die Gutsbesitzererinnerungen nicht loswerden
können), ist eine Delusion, die die bürgerlichen Ökonomen mit Bezug auf
alle bürgerlich ökonomischen Gesetze begehn, die ihnen als „Naturgesetze“
und darum auch als historisches „Prius“ erscheinen.

? ihren kennzeichnenden Unterschied

150 Neuntes Kapitel

1518| Daß RicJardo] aber, wo es sich nicht um den Wert des Produkts,
sondern um das Produkt selbst handelt, das ganze „fertige“ Produkt ver-
teilen läßt, konnte Herr Rod[bertus] gleich aus dem ersten Satz seiner Vor-
rede sehn:

„Die Produkte der Erde - alles, was von ihrer Oberfläche durch die vereinte Anwen-
dung von Arbeit, Maschinerie und Kapital gewonnen wird - werden unter drei Klassen
der Gesellschaft verteilt, nämlich die Eigentümer des Bodens, die Eigentümer des Ver-
mögens oder des Kapitals, das zu seiner Bebauung notwendig ist, und die Arbeiter,

durch deren Tätigkeit er bebaut wird.“ („Princ.of Pol. Ec.“ ‚Preface, 3ded. London 1821.)
Er fährt unmittelbar fort:

„Die Anteile am Gesamtprodukt der Erde, die unter den Namen Rente, Profit und
Lohn jeder dieser Klassen zufallen, werden jedoch in den verschiedenen Entwicklungs-
stufen der Gesellschaft sehr unterschiedlich sein.“ (l.c.)

Hier handelt es sich um die Verteilung des „whole produce“ *, nicht des
Fabrikationsprodukts oder des Rohprodukts. Diese Anteile am „whole pro-
duce“ sind aber ausschließlich bestimmt, wenn dies „whole produce“ als ge-
geben vorausgesetzt wird, durch dre Anteile, die innerhalb jeder Produktions-
sphäre jeder der shareholders® am „Wert“ seines eignen Produkts hat. Dieser
„Wert“ ist konvertibel und ausdrückbar in a certain aliquot part of the
„whole produce“?. Ric[ardo] irrt hier nur, daß A.Smith, indem er vergißt,
daß „the whole produce“ is nicht divided in rent, profit, and wages, sondern
that part of it „will be allotted“ in the shape of capital to one or some of
these 3 classes.*

„Sie könnten behaupten wollen, daß wie ursprünglich das Gesetz der Gleichheit
des Kapitalgewinns die Rohproduktpreise so hätte drücken müssen, daß die Grund-
rente hätte verschwinden müssen, um dann nur wieder infolge einer Preissteigerung
aus der Ertragsdifferenz des fruchtbareren und unfruchtbareren Bodens zu entstehen,
daß so auch heute die Vorteile eines Grundrentenbezugs neben dem üblichen Kapital-
gewinn Kapitalisten veranlassen würden, so lange Kapital auf neue Urbarmachungen
und Meliorationen zu verwenden, bis durch die dadurch bewirkte Überfüllung des
Marktes die Preise hinlänglich erniedrigt wären, um bei den unvorteilhaftesten Kapital-
anlagen den Grundrentenbezug verschwinden zu lassen. Mit andren Worten wäre das
die Behauptung, daß das Gesetz der Gleichheit der Kapitalgewinne das andre
Gesetz, daß der Wert der Produkte sich nach der Kostenarbeit richtet,
für das Rohprodukt aufhöbe, während gerade Ricardo im ersten Kapitel seines Werks
jenes benutzt, um dieses darzutun.“ (l.c. p. 174.)

1 „Gesamtprodukts“ - ? Teilhaber - in einem bestimmten aliquoten Teil des „Gesamt-
produkts“ -* „das Gesamtprodukt“ nicht in Rente, Profit und Arbeitslöhne zerfällt, sondern
daß ein Teil davon in der Form von Kapital einer oder mehreren dieser 3 Klassen „zufällt“

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschsn Gesetzes 151

In der Tat, Herr Rodfbertus]! Das Gesetz der „Gleichheit der Kapital-
gewinne“ hebt nicht das Gesetz auf, daß der „Wert“ der Produkte sich nach
der „Kostenarbeit“ richtet. Wohl aber hebt es die Voraussetzung Ricardos
auf, daß der Durchschnittspreis der Produkte gleich ihrem „Wert“ sei. Aber
wieder ist es nicht das „Rohprodukt“, dessen Wert zum Durchschnittspreis
gesenkt wird; sondern umgekehrt. Das „Rohprodukt“ zeichnet sich - infolge
des Grundeigentums - durch das Privilegium aus, daß sein Wert nicht zum
Durchschnittspreis gesenkt wird. Sänke sein Wert in der Tat herab, was
möglich wäre trotz ihres „Materialwerts“, zu einem level! mit dem Durch-
schnittspreis der Waren, so verschwände die Grundrente. Die Bodenarten,
die heute possibly? keine Grundrente zahlen tun es nicht, weil der Markt-
preis der Rohprodukte für sie gleich ihrem eignen Durchschnittspreis ist, und
weil sie desPrivilegiums - infolge der Konkurrenz der fruchtbarern Boden-
arten - verlustig gehn, ihr Produkt zu seinem „Wert“ zu verkaufen.

„Kann es wahr sein, daß, ehe überhaupt zum Ackerbau geschritten wird, schon
Kapitalisten existieren, die Gewinn beziehen und nach dem Gesetz der Gleichheit des-
selben ihre Kapitalien anlegen?“ (How very silly!®) „... Ich gestehe zu, daß, wenn heute
von zivilisierten Ländern aus nach einem ||519] neuen unbebauten Lande eine Expe-
dition unternommen wird, bei welcher die reicheren Teilnehmer mit den Vorräten und
Werkzeugen einer schon alten Kultur - mit Kapital - versehen sind und die ärmeren in
der Aussicht mitgehen, im Dienst der ersteren einen hohen Lohn zu gewinnen, daß
dann die Kapitalisten, das, was ihnen über den Lohn der Arbeiter hinaus verbleibt,
als ihren Gewinn betrachten werden, denn sie führen längst vorhandene Dinge und

Begriffe aus dem Mutterlande mit sich.“ (p. 174, 175.)

Hier haben Sie es, Herr Rod[bertus]. Ric[ardos] ganze Anschauung paßt
nur unter der Voraussetzung der kapitalistischen Produktionsweise als der
herrschenden. Wie er diese Voraussetzung ausdrückt, ob er dabei ein histori-
sches hysteron proteron begeht, ist für die Sache selbst gleichgültig. Die
Voraussetzung muß gemacht werden, also nicht, wie Sie es tun, Bauernwirt-
schaft eingeführt werden, die die kapiitalistische Buchhaltung nicht versteht
und daher Samen etc. nicht zum vorgeschoßnen Kapital rechnet! Es ist ein
„Widersinn“ nicht von Ricfardo], sondern von Rodibertus], wenn letztrer
„vor Anbau des Bodens“ Kapitalisten und Arbeiter existieren läßt. (l.c.
S.176.)

„Erst wenn ... in der Gesellschaft Kapital entstanden ist und Kapitalgewinn ge-
kannt und bezahlt wird, soll nach ... Ricardoscher Auffassung die Kultur des Bodens
beginnen.“ (p. 178.)

1 Niveau - ? möglicherweise - ® Wie überaus albemi

152 Neuntes Kapitel

Welcher Blödsinn! Erst wenn ein Kapitalist sich als farmer zwischen den
Ackerbauer und den Grundeigentümer gedrängt hat - sei es nun, daß der
alte tenant! sich zum capitalist-farmer herangeschwindelt hat, oder daß ein
Industrieller sein Kapital statt in Manufaktur in Agrikultur anlegt -, erst
dann beginnt beileibe nicht die „Kultur des Bodens“, wohl aber die „kapi-
talistische“ Bodenkultur, die der Form und [dem] Inhalt nach sehr von den
frühren Kulturformen verschieden ist.

„In jedem Lande ist der größte Teil des Bodens schon viel früher im Eigentum ge-
wesen, als er angebaut worden ist; namentlich schon längst, wenn in den Gewerben
ein Kapitalgewinnsatz gegeben ist.“ (p. 179.)

Damit Rod[bertusj hier die Anschauung Ric[ardos] begriffe, müßte er Eng-
länder statt pommerscher Gutsbesitzer sein und die Geschichte der enclo-
sure of commons and waste land? verstehn. Herr Rod[bertus] führt Amerika
an. Der Staat verkauft den Boden hier

„parzellenweise erst an die Anbauer, freilich auch für einen geringen Preis, der aber
doch jedenfalls schon eine Grundrente repräsentieren muß.“ (p. 179, 180.)

Beileibe nicht. Dieser Preis konstituiert so wenig eine Grundrente, wie
etwa eine allgemeine Gewerbesteuer eine Gewerberente konstituieren würde
oder überhaupt irgendeine Steuer eine „Rente“ konstituiert.

„Die sub b enthaltene Ursache der Steigerung“ {von Vermehrung der Bevölkerung
oder Vermehrung des angewandten Arbeitsguantums}, „behaupte ich aber, hat die
Grundrente vor dem Kapitalgewinn voraus. Dieser kann niemals deshalb steigen, weil
infolge der Vermehrung des Nationalprodukt[wert]s bei gleicher Produktivität, aber
vermehrter Produktivkraft (gestiegner Bevölkerung), mehr Kapitalgewinn in der Nation
abfällt, denn dieser mehrere Kapitalgewinn fällt immer auf ein in demselben Verhältnis

vermehrtes Kapital, der Gewinnsatz bleibt also gleich hoch.“ (p. 184, 185.)

Dies ist falsch. Das Quantum der unbezahlten Surplusarbeit steigt z.B.,
wenn 3, 4, 5 Stunden statt 2 Std. Surplusarbeitszeit gearbeitet wird. Mit
der Masse dieser unbezahlten Surplusarbeit wächst nicht die Masse des vor-
geschoßnen Kapitals, d’abord®, weil dieser weitre Überschuß von Surplus-
arbeit nicht bezahlt wird, also keine Kapitalauslage verursacht; zweitens,
weil die Kapitalauslage für das capital fixe nicht in demselben Verhältnis
steigt, wie hier seine Benutzung steigt. Es werden nicht mehr Spindeln ge-
braucht etc. Allerdings werden sie rascher abgenutzt, aber nicht in dem-

1 Lehnsmann - ? Einhegung der Gemeindeländereien und des unbebauten Bodens -

3 zunächst

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 153

selben Verhältnis, worin sie mehr benutzt werden. Also, bei gleicher Produk-
tivität wächst hier der Profit, weil nicht nur der Mehrwert, sondern die Rate
des Mehrwerts gewachsen ist. Bei der Agrikultur ist dies untulich wegen der
Naturbedingungen. Anderseits wechselt leicht die Produktivität mit der
Vergrößrung des ausgelegten Kapitals. Abgesehn von Teilung der Arbeit
und Maschinerie wird, obgleich ein absolut großes Kapital ausgelegt wird,
infolge der Ökonomie der Produktionsbedingungen ein relativ nicht so
großes ausgelegt. Es könnte also die Profitrate wachsen, selbst wenn der
Mehrwert (nicht nur seine Rate) derselbe bliebe.

1520| Positiv falsch und pommersch gutsbesitzlich ist, wenn Rod[bertus]
sagt:

„Möglich, daß im Lauf dieser 30 Jahre“ (von 1800-1830) „durch Parzellierungen
oder selbst durch Urbarmachung mehrere Besitztümer entstanden waren und die ver-
mehrte Grundrente sich also auch unter mehrere Besitzer teilte, aber sie verteilte sich
1830 nicht auf mehr Morgen als 1800; jene neuen abgezweigten oder neu kultivierten
Grundstücke waren mit ihrer ganzen Morgenzahl früher in den älteren Grundstücken
mitbegriffen gewesen, und die geringere Grundrente von 1800 war also damals so gut
auf sie mitrepartiert worden und hatte damals die Höhe der englischen Grundrente
überhaupt bestimmen helfen, als 1830 die größere.“ (p. 186.)

BesterPommer! Warum stets deine preußischen Verhältnisseabsprechend
nach England übertragen? Der Engländer rechnet nicht so, daß, wenn, wie
der Fall war (dies nachzusehn), 3-4 Mill. acres „inclosed“! wurden von
1800-1830, die Rente auf diese 4 Mill. acresl®”! auch von 1830 repartiert
worden, auch 1800. Sie waren vielmehr waste land or commons?, die keine
Rente trugen, auch niemand gehörten.

Wenn Rod[bertus], wie Carey (aber in verschiedner Art), dem Ric[ardo]
nachzuweisen sucht, daß der „fruchtbarste“ Boden meist nicht zuerst kulti-
viert wird, aus physikalischen und andren Gründen, so hat dies nichts mit
Ricfardo] zu tun. „Fruchtbarster“ Boden ist jedesmal der „fruchtbarste“
unter den gegebnen Produktionsbedingungen.

Ein sehr großer Teil der Einwürfe, die Rod[bertus] gegen Ric[ardo]
macht, geht daraus hervor, daß er „pommersche“ und „englische“ Produk-
tionsverhältnisse in naiver Weise identifiziert. Ric[ardo] unterstellt die kapi-
talistische Produktion, der auch, wo sie durchgeführt ist, wie in England,
die Scheidung von farming-capitalist und dem landlord entspricht. Rod-
[bertus] nimmt Verhältnisse herein, die an und für sich der kapitalistischen

3 „eingehegt“ - ? unbebautes Land oder Gemeindeländereien

154 Neuntes Kapitel

Produktionsweise fremd, und worauf diese nur überbaut worden ist. Was
Herr Rodlbertus] z.B. über die Lage der Wirtschaftszentren in Wirtschafts-
komplexen sagt, paßt absolut für Pommern, aber nicht für England, wo die
kapitalistische Produktionsweise, seit dem letzten Drittel des 16. Jahrhun-
derts mehr und mehr übermächtig, alle Bedingungen sich assimiliert und in
verschiednen Perioden die historischen Voraussetzungen, Dörfer, Baulich-
keiten und Menschen progressiv zum Teufel rasiert hat, um die „produk-
tivste“ Anlage des Kapitals zu erwirken.
Ebenso falsch ist, was Rod[bertus] über die „Kapitalanlage“ sagt.

„Riclardo] beschränkt die Bodenrente auf dasjenige, was dem Grundbesitzer für die
Benutzung der ursprünglichen, natürlichen und unzerstörbaren Bodenkräfte bezahlt wird.
Er will damit alles, was bei schon kultivierten Grundstücken dem Kapital zugut ge-
schrieben werden müßte, von der Grundrente abgezogen wissen. Allein es ist klar, daß
er aus dem Ertrage eines Grundstücks niemals mehr als die vollen landüblichen Zinsen
dem Kapital anrechnen darf. Denn er würde sonst in der nationalökonomischen Ent-
wicklung eines Landes zwei verschiedne Gewinnsätze annehmen müssen, einen land-
wirtschaftlichen, der größeren Gewinn als den in der Fabrikation herrschenden ab-
würfe, und diesen letzteren - eine Annahme indessen, die gerade sein System, das auf
Gleichheit des Gewinnsatzes basiert ist, umstoßen würde.“ (p.215, 216.)

Wieder die Vorstellung des pommerschen Gutsbesitzers, der Kapital
pumpt, um sein Grundeigentum zu verbessern, dem Anleiher also, aus
theoretischen und praktischen Gründen, nur die „landesüblichen Zinsen“
zahlen will. In England jedoch ist die Sache anders. Es ist der farmer, der
farming-capitalist, der Kapital auslegt, um den Boden zu verbessern. Von
diesem Kapital, ganz ebensogut wie von dem, das er in der Produktion
direkt auslegt, verlangt er nicht den landesüblichen Zins, sondern den
landesüblichen Profit. Er pumpt dem Gutsbesitzer kein Kapital, das dieser
„landesüblich“ verzinsen soll. Er pumpt vielleicht selbst Kapital oder wen-
det sein eignes Surpluskapital an, damit es ihm „landesüblich“ den indu-
striellen Profit abwerfe, wenigstens das Doppelte der landesüblichen
Zinsen.

Übrigens weiß Ricardo, was schon Anderson wußte, und sagt es into the
bargain! ausdrücklich, daß 521] die so durch das Kapital erzeugte Produk-
tivkraft des Bodens später zusammenfällt mit seiner „natürlichen“, also die
Rente schwellen macht. Rod[bertus] weiß nichts von diesen Verhältnissen,
schwatzt also ins Blaue.

1 obendrein

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 155

Ich habe das moderne Grundeigentum schon völlig richtig erklärt:

„Die Rente, im Sinne Ricardos, ist das Grundeigentum in seiner bürger-
lichen Gestalt: das heißt das feudale Eigentum, welches sich den Bedingun-
gen der bürgerlichen Produktion unterworfen hat.“ (p.156. „Misere de la
Phil.“, Paris 1847.)*

Ich bemerkte ebenfalls schon richtig:

„Ricardo, der die bürgerliche Produktion als notwendig zur Bestimmung
der Rente voraussetzt, wendet die Vorstellung der Bodenrente nichtsdesto-
weniger auf den Grundbesitz aller Zeiten und aller Länder an. Es ist das der
Irrtum aller Ökonomen, welche die Verhältnisse der bürgerlichen Produk-
tion als ewige hinstellen.“ (l.c. p. 160.)?

Ich habe ebenfalls richtig bemerkt, daß die „terres capitaux“® wie alle
andren Kapitalien vermehrt werden können:

„Die Bodenkapitalien können ebensogut vermehrt werden wie die ande-
ren Produktionsmittel. Man fügt, um mit Herrn Proudhon zu reden, nichts
der Materie hinzu, aber man vermehrt die Grundstücke, die als Produktions-
mittel dienen. Man braucht nur in bereits in Produktionsmittel verwandelte
Grundstücke weitere Kapitalanlage hineinzustecken, um das Bodenkapital
zu vermehren, ohne etwas an dem Bodenstoff, das heißt der Ausdehnung
des Bodens hinzuzufügen.“ (l.c. p. 165.) *

Richtig bleibt immer der Unterschied zwischen Manufaktur und Agri-
kultur, den ich damals hervorhob:

„Erstens kann man nicht, wie in der Manufakturindustrie, die Produk-
tionsinstrumente von gleicher Produktivität, das heißt die gleich fruchtbaren
Ländereien, nach Belieben vermehren. Dann geht man in dem Grade, wie die
Bevölkerung anwächst, dazu über, Land geringerer Qualität zu bearbeiten
oder in denselben Acker neues Kapital hineinzustecken, welches verhältnis-
mäßig weniger produktiv ist als das zuerst hineingesteckte.“ (l.c. p. 157.)?

Rodbertus sagt:

„Aber ich muß noch auf einen anderen Umstand aufmerksam machen, der freilich
weit allmählicher, aber auch noch weit allgemeiner aus schlechtern landwirtschaftlichen
Maschinen beßre machtl?®). Es ist dies die forigesetzte Bewirtschaftung eines Grund-
stücks selbst, lediglich nach einem vernünftigen System, ohne daß die geringste außer-
gewöhnliche Kapitalanlage hinzuträte.“ (p.222.)

Dies schon Anderson. Die Kultur verbessert den Boden.

1 Sjehe Band 4 unserer Ausgabe, 8.167 -? ebenda, S. 170- ? „Bodenkapitalien“ 4 siehe
Band 4 unserer Ausgabe, S.173 -® ebenda, S.168

156 Neuntes Kapitel

„Sie müßten beweisen, daß die mit Ackerbau beschäftigte Arbeiterbevölkerung im
Laufe der Zeit in größerem Verhältnisse zugenommen hätte als die Produktion von
Lebensmitteln oder auch nur als der übrige Teil der Bevölkerung eines Landes. Daraus
allein könnte unwiderleglich hervorgehen, daß mit der Zunahme der landwirtschaft-
lichen Produktion auch zunehmend mehr Arbeit darauf verwandt werden müßte. Aber
gerade darin widerspricht ihnen die Statistik.“ (p.274.) „Ja, Sie finden sogar [ziemlich]
allgemein die Regel vorherrschend, daß je dichter die Bevölkerung eines Landes ist, in
desto geringerem Verhältnis sich Menschen mit dem Ackerbau beschäftigen ... Die-
selbe Erscheinung zeigt sich bei der Zunahme der Bevölkerung desselben Landes: der
Teil, der sich nicht mit Ackerbau beschäftigt, wird fast überall in stärkerem Verhältnis
zunehmen.“ (p.275.)

Zum Teil aber, weil mehr Ackerbauland in Viehweide, Schafweide ver-
wandelt wird. Zum Teil, weil bei der größren Stufenleiter der Produktion -
großer Agrikultur - die Arbeit produktiver wird. Aber auch, und dies ist ein
Umstand, den Herr Rod[bertus] ganz übersieht, weil ein großer Teil der
nichtagrikolen Bevölkerung in der Agrikultur mitarbeitet, der capital constant
- das wächst mit dem Fortschritt der Kultur - liefert, wie mineralische
Dünger, ausländische Samen, Maschinerie jeder Art.

Nach Herrn Rodlbertus] (p.78) sieht

„heute“ (in Pommern) „der Landwirt das in seiner eignen Wirtschaft gebaute Futter
des Zugviehs nicht als Kapital an.“

 „Kapital an sich oder im nationalwirtschaftlichen Sinn ist Produkt, das weiter
zur Produktion benutzt wird ... Aber in bezug auf einen besondren Gewinn, den es
abwerfen soll, oder im Sinn der heutigen Unternehmer, muß es als „Auslage“ auftreten,
um Kapital zu sein.“ (p. 77.)

Nur erheischt dieser Begriff „Auslage“ nicht, wie Rod[bertus] meint,
daß es als Ware eingekauft ist. Wenn ein Teil des Produkts, statt als Ware
verkauft zu werden, wieder in die Produktion eingeht, geht er als Ware in sie
ein. Er ist vorher als „Geld“ geschätzt, und man weiß dies um so genauer,
da alle diese „Auslagen“ auch in der Agrikultur zugleich als „Waren“ auf
dem Markt vorhanden sind, Vieh, Futter, Dünger, Korn, das als Samen
dient, Samen jeder Art. Aber in „Pommern“ rechnet man wie es scheint,
dies nicht unter die „Auslagen“.

„Der Wert der besondren Resultate dieser verschiednen Arbeiten“ (Manufaktur
und Rohproduktion) „ist noch nicht das ihrem Besitzer zufallende Einkommen selbst,
sondern nur erst der Liquidationsmaßstab dafür. Dies respektive Einkommen selbst
ist Teil des gesellschaftlichen Einkommens, das lediglich durch die zusammenwirkende
Arbeit der Landwirtschaft und Fabrikation hergestellt wird, und dessen Teile also auch
nur durch diese Zusammenwirkung hergestellt werden.“ (p.36.)

Über die Geschichte der Entdeckung des sog. Ricardoschen Gesetzes 157

Was soll mir das? Die Realisierung dieses Werts kann nur seine Realisie-
rung in Gebrauchswert sein. Davon handelt es sich gar nicht. Außerdem
geht in den notwendigen Arbeitslohn schon ein, wieviel Wert sich in den zur
Erhaltung des Arbeiters notwendigen Lebensmitteln darstellt - von Agri-
kulturprodukt und Industrieprodukt.

Done with.!

1 Das wäre getan.

## [ZEHNTES KAPITEL]

## Ricardos und A.Smiths Theorie über
den Kostenpreis.”” (Widerlegung)

### [A. Ricardos Theorie über den Kostenpreis]

### [1. Zusammenbruch der Theorie der Physiokraten
und. die weitere Entwicklung der Ansichten über die Grundrente]

Mit Andersons Satz (z. T. auch bei A.Smith): „Es ist nicht die Rente
vom Boden, die den Preis seines Produkts bestimmt, sondern es ist der Preis
dieses Produkts, der die Grundrente bestimmt“, war die Lehre der Physio-
kraten über den Haufen geworfen. Der Preis des Agrikulturprodukts und
weder dies Produkt selbst noch das Land war damit die Quelle der Rente
geworden. Damit fiel die Ansicht, daß die Rente das offspring? der aus-
nahmsweisen Produktivität der Agrikultur, die wieder the offspring der be-
sondren fertility des soil? sein sollte. Denn, wenn dasselbe Quanium Arbeit
in einem besonders fruchtbaren Element sich ausübte und daher selbst aus-
nahmsweise fruchtbar war, so könnte dies sich nur darin aussprechen, daß
sie sich in einer verhältnismäßig großen Masse Produkte darstellte und daher
der Preis des einzelnen Produkts relativ niedrig war, nicht aber in dem um-
gekehrten Resultat, daß der Preis ihres Produkts höher als der andrer Pro-
dukte war, worin sich dasselbe Quantum Arbeit realisierte, und ihr Preis
daher außer Profit und Salair, im Unterschied von andren Waren, auch
noch eine Rente abwürfe. (A. Smith kehrt zum Teil in seiner Betrachtung der
Rente wieder zur physiokratischen Ansicht zurück, nachdem er sie zuvor
durch seine ursprüngliche Auffassung der Rente als Teil der Surplusarbeit
widerlegt oder wenigstens geleugnet hatte.)

Diese Beseitigung der physiokratischen Ansicht faßt Buchanan in den
Worten zusammen:

1 Siehe vorl. Band, S. 141 - 2 Resultat - ® Fruchtbarkeit des Bodens

„Die Vorstellung, daß die Landwirtschaft ein Produkt und daraus entspringend
eine Rente hervorbringt, weil Natur und menschliche Tätigkeit bei der Bebauung zu-
sammenwirken, ist bloße Einbildung. Nicht aus dem Produkt entspringt die Rente,
sondern aus dem Preis, zu dem das Produkt verkauft wird; und dieser Preis wird nicht
erzielt, weil die Natur die Produktion unterstützt, sondern weil es der Preis ist, der die
Konsumtion dem Angebot anpaßt.“ [49

Diese Ansicht der Physiokraten beseitigt - die aber ihre volle Berech-
tigung hatte in its deeper senset, weil sie die Rente als das einzige Surplus,
capitalist und labourers together? nur als die salaries? des landlords betrach-
ten —, blieben nur folgende Ansichten möglich:

1523| [Erstens:] Die Ansicht, daß Rente aus dem Monopolpreis der Agrii-
kulturprodukte herstammt*, der Monopolpreis daher, daß die Grundeigen-
tümer das Monopol des Grund und Bodens besitzen. In dieser Ansicht steht
der Preis des Agrikulturprodukts beständig über seinem Wert. Es findet eine
surcharge of price? statt, und das Gesetz der Warenwerte ist durchbrochen
durch das Monopol des Grundeigentums.

Die Rente stammt aus dem Monopolpreis der Agrikulturprodukte, weil die
Zufuhr beständig unter dem level® der Nachfrage oder die Nachfrage be-
ständig über dem level der Zufuhr steht. Aber warum erhebt sich denn die
Zufuhr nicht zu dem level der Nachfrage? Warum gleicht eine additional”
Zufuhr dies Verhältnis nicht aus und hebt damit, nach dieser Theorie, alle
Rente auf? Um dies zu erklären, nimmt Malthus einerseits seine Zuflucht
zu der Fiktion, daß die Agrikulturprodukte direkt Konsumenten sich schaf-
fen (worüber später bei seinem Krakeel mit Ricardo), anderseits zur An-
dersonschen Theorie, weil die additional supply® mehr Arbeit kostet, die
Agrikultur unfruchtbarer wird. Soweit diese Ansicht daher nicht auf einer
bloßen Fiktion beruht, fällt sie mit der Ricardoschen Theorie zusammen.
Auch hier steht der Preis über dem Wert, surcharge®.

Die Ricardosche Theorie: Es existiert keine absolute Grundrente, sondern
nur eine Differentialrente. Auch hier steht der Preis der Agrikulturprodukte,
die Rente tragen, über ihrem individuellen Wert, und soweit die Rente über-
haupt existiert, existiert sie durch den Überschuß des Preises von Agrikultur-
produkten über ihren Wert. Nur widerspricht hier dieser Überschuß des
Preises über den Wert nicht der allgemeinen Werttheorie (obgleich das fact
bleibt), weil innerhalb jeder Produktionssphäre der Wert der ihr gehörigen
Waren nicht bestimmt wird durch den individuellen Wert der Ware,

X in ihrem tieferen Sinne - ? Kapitalist und Arbeiter zusammen - ° Entlohnten - % vgl.
vorl. Band, 5.28 - 5 Preisaufschlag - € Niveau -? zusätzliche -® zusätzliche Zufuhr -° Auf-
schlag

sondern durch ihren Wert, den sie unter den allgemeinen Produktionsbedin-
gungen der Sphäre hat. Auch hier ist der Preis der Rente tragenden Produkte
Monopolpreis, aber Monopol, wie es in allen Sphären der Industrie vor-
kommt und sich nur in dieser fixiert und daher die vom Surplusprofit unter-
schiedne Form der Rente annimmt. Auch hier ist es der Überschuß der
demand" über die supply oder was dasselbe, daß die additional demand nicht
befriedigt werden kann durch eine additional supply zu den Preisen, die die
original supply hatte, bevor ihre Preise durch den Überschuß der Nach-
frage über die Zufuhr wuchsen. Auch hier entsteht die Rente (die Differential-
rente) durch Überschuß des Preises über den Wert, Steigen der Preise auf
dem beßren Boden über seinen Wert, wodurch die additional supply hervor-
gerufen wird.

Die Rente ist bloß der Zins des in Grund und Boden versenkten Kapitals?.
Diese Ansicht hat das mit der Ricardoschen gemein, daß sie die absolute
Grundrente leugnet. Die Diferentialrente muß sie zugeben, wenn Grund-
stücke, auf denen gleich viel Kapital angelegt ist, Renten von verschiedner
Größe abwerfen. In der Tat kommt sie daher auf die Ricardosche Ansicht
heraus, daß gewisser Boden keine Rente abwirft und daß, wo eigentliche
Rente abgeworfen wird, dies Differentialrente ist. Nur kann sie absolut nicht
erklären die Rente vom Boden, auf dem kein Kapital angelegt ist, von
Wasserfällen, Minen etc. Sie war in der Tat nichts als ein Versuch vom
kapitalistischen Standpunkt aus, die Rente gegen Ricardo zu retten - unter
dem Namen des Zinses.

Endlich: Ricardo nimmt an, daß auf dem Boden, der keine Rente trägt,
der Preis des Produkts gleich seinem Wert ist, weil er gleich dem Durch-
schnittspreis, i.e. Avance -+ Durchschnittsprofit. Er nimmt also falsch an,
daß Wert der Ware gleich Durchschnittspreis der Ware. Fällt diese falsche
Voraussetzung, so bleibt die absolute Rente möglich, weil der Wert der Agri-
kulturprodukte, wie der von einer ganzen großen Kategorie aller andren
Waren, über ihrem Durchschnittspreis steht, infolge des Grundeigentums
aber nicht, wie bei diesen andren Waren, zum Durchschnittspreis aus-
geglichen wird. Diese Ansicht nimmt also mit der Theorie des Monopols
an, daß das Grundeigentum als solches mit der Rente zu tun hat; sie nimmt
mit Ricardo die Differentialrente an, und sie nimmt endlich an, daß durch
die absolute Rente durchaus kein Bruch im Gesetz der Werte vor sich geht.

1 Nachfrage - ? ursprüngliche Zufuhr - ® vgl. vorl. Band, S.28, 134/135, 140

### [2. Ricardos Weribestimmung durch die Arbeitszeit.
Die historische Berechtigung und die Mängel
seiner Untersuchungsweise]

Ricardo geht aus von der Bestimmung of the relative values (oder ex-
changeable values) of commodities by „the guantity of labour“. (Wir können
am Schluß den verschiednen Sinn, worin Rlicardo] value? gebraucht, durch-
gehn. Darauf beruht die Kritik des Bailey, zugleich die Mangelhaftigkeit bei
Ricardo.) Der Charakter dieser „labour“? wird nicht weiter. untersucht.
Wenn zwei Waren Äquivalente sind - oder in bestimmter Proportion Äqui-
valente sind oder, was dasselbe, ungleich groß sind je nach der | Quanti-
tät „Arbeit“, die sie enthalten - so ist es aber auch klar, daß sie der Substanz
nach, soweit sie Tauschwerte sind, gleich sind. Ihre Substanz ist Arbeit.
Darum sind sie „Wert“. Ihre Größe ist verschieden, je nachdem sie mehr
oder weniger von dieser Substanz enthalten. Die Gestalt nun - die besondere
Bestimmung der Arbeit als Tauschwert schaffend oder in Tauschwerten
sich darstellend -, den Charakter dieser Arbeit untersucht Ric|ardo] nicht.
Er begreift daher nicht den Zusammenhang dieser Arbeit mit dem Geld oder,
daß sie sich als Geld darstellen muß. Er begreift daher durchaus nicht den
Zusammenhang zwischen der Bestimmung des Tauschwerts der Ware
durch Arbeitszeit und der Notwendigkeit der Waren zur Geldbildung fort-
zugehn. Daher seine falsche Geldtheorie. Es handelt sich bei ihm von vorn-
herein nur um die Wertgröße. D.h., daß die Größen der Warenwerte sich
verhalten wie die Arbeitsquantitäten, die zu ihrer Produktion erheischt sind.
Davon geht Riclardo] aus. Er bezeichnet A.Smith ausdrücklich als seinen
Ausgangspunkt {ch. 1, sectio ]).

Die Methode Riclardo]s besteht nun darin: Er geht aus von der Be-
stimmung der Wertgröße der Ware durch die Arbeitszeit und untersucht
dann, ob die übrigen ökonomischen Verhältnisse, Kategorien, dieser Be-
stimmung des Wertes widersprechen oder wie weit sie dieselbe modifizieren.
Man sieht auf den ersten Blick sowohl die historische Berechtigung dieser
Verfahrungsart, ihre wissenschaftliche Notwendigkeit in der Geschichte der
Ökonomie, aber zugleich auch ihre wissenschaftliche Unzulänglichkeit,
eine Unzulänglichkeit, die sich nicht nur in der Darstellungsart (formell)
zeigt, sondern zu irrigen Resultaten führt, weil sie notwendige Mittel-

1 der relativen Werte (oder Tauschwerte) der Waren durch „die Arbeitsmenge* -* Wert -
® „Arbeit“

glieder überspringt und in unmittelbarer Weise die Kongruenz der ökonomi-
schen Kategorien untereinander nachzuweisen sucht.

Historisch war diese Untersuchungsweise berechtigt und notwendig. Die
politische Ökonomie hatte in A.Smith sich zu einer gewissen Totalität ent-
wickelt, gewissermaßen das Terrain, das sie umfaßt, abgeschlossen, so daß
Say sie in einem Schulbuch flach systematisch zusammenfassen konnte. Es
kommen zwischen Smith und Ricardo nur noch Detailuntersuchungen vor
über produktive und unproduktive Arbeit, Geldwesen, Populationstheorie,
Grundeigentum und Steuern. Smith selbst bewegt sich mit großer Naivität
in einem fortwährenden Widerspruch. Auf der einen Seite verfolgt er den
innren Zusammenhang der ökonomischen Kategorien oder den verborgnen
Bau des bürgerlichen ökonomischen Systems. Auf der andren stellt er da-
neben den Zusammenhang, wie er scheinbar in den Erscheinungen der
Konkurrenz gegeben ist und sich also dem unwissenschaftlichen Beobach-
ter darstellt, ganz ebensogut wie dem in dem Prozeß der bürgerlichen Pro-
duktion praktisch Befangenen und Interessierten. Diese beiden Auffassungs-
weisen - wovon die eine in den innren Zusammenhang, sozusagen in die
Physiologie des bürgerlichen Systems eindringt, die andre nur beschreibt,
katalogisiert, erzählt und unter schematisierende Begriffsbestimmungen
bringt, was sich in dem Lebensprozeß äußerlich zeigt, so wie es sich zeigt
und erscheint - laufen bei Smith nicht nur unbefangen nebeneinander,
sondern durcheinander und widersprechen sich fortwährend. Bei ihm ist
dies gerechtfertigt (mit Ausnahme einzelner Detailuntersuchungen, [wie]
von dem Geld), da sein Geschäft in der Tat ein doppeltes war. Einerseits der
Versuch, in die innre Physiologie der bürgerlichen Gesellschaft einzudrin-
gen, anderseits aber zum Teil erst ihre äußerlich erscheinenden Lebens-
formen zu beschreiben, ihren äußerlich erscheinenden Zusammenhang dar-
zustellen und zum Teil noch für diese Erscheinungen Nomenklatur zu finden
und entsprechende Verstandesbegriffe, sie also zum Teil erst in der Sprache
und [im] Denkprozeß zu reproduzieren. Die eine Arbeit interessiert ihn so
sehr wie die andre, und da beide unabhängig voneinander vorgehn, kommt
hier eine ganz widersprechende Vorstellungsweise heraus, die eine, die den
innren Zusammenhang mehr oder minder richtig ausspricht, die andre, die
mit derselben Berechtigung und ohne irgendein innres Verhältnis - ohne
allen Zusammenhang mit der andren Auffassungsweise - den erscheinenden
Zusammenhang ausspricht. Die Nachfolger A.Smiths! nun, soweit sie nicht
die Reaktion älterer, überwundner Auffassungsweisen gegen ihn darstellen,

I In der Handschrift: Riclardols

können in ihren Detailuntersuchungen und Betrachtungen ungestört fort-
gehn und stets A.Smith als ihre Unterlage betrachten, sei es nun, daß sie
an den esoterischen oder exoterischen Teil seines Werks anknüpfen oder,
was fast immer der Fall, beides durcheinander werfen. Ricardo aber tritt
endlich dazwischen und ruft der Wissenschaft: Halt! zu. Die Grundlage,
der Ausgangspunkt der Physiologie des bürgerlichen Systems - des Be-
greifens seines innren organischen Zusammenhangs und Lebensprozesses -
ist die Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit. Davon geht Ricardo
aus und zwingt nun die Wissenschaft, ihren bisherigen Schlendrian zu ver-
lassen und sich Rechenschaft darüber abzulegen, wieweit die übrigen von
ihr entwickelten, dargestellten Kategorien - Produktions- und Verkehrs-
verhältnisse -, Formen dieser Grundlage, dem Ausgangspunkt entsprechen
oder widersprechen, wieweit überhaupt die bloß die Erscheinungsformen
des Prozesses wiedergebende, reproduzierende Wissenschaft (also auch .
diese Erscheinungen selbst) der Grundlage entsprechen, auf der der innre
Zusammenhang, die wirkliche Physiologie der bürgerlichen Gesellschaft
beruht oder die ihren Ausgangspunkt bildet, wie es sich überhaupt mit
diesem Widerspruch zwischen der scheinbaren und wirklichen Bewegung
des Systems verhält. Dies ist also die große ||525] historische Bedeutung
Ricardos für die Wissenschaft, weswegen der fade Say, dem er den Boden
unter den Füßen weggezogen hatte, seinemÄrger Luft machte in der Phrase,
que „sous pretexte de l’&tendre“ (la science), „on l’apoussee dans la vide“ }.!*
Mit diesem wissenschaftlichen Verdienst hängt eng zusammen, daß Ri-
cardo den ökonomischen Gegensatz der Klassen - wie ihn der innre Zu-
sammenhang zeigt - aufdeckt, ausspricht und daher in der Ökonomie der
geschichtliche Kampf und Entwicklungsprozeß in seiner Wurzel aufgefaßt
wird, entdeckt wird. Carey (sich später die Stelle) denunziert ihn daher als
Vater des Kommunismus.

„Ricardos System ist ein System der Zwietracht ... es läuft hinaus auf die Er-
zeugung der Feindschaft zwischen Klassen und Nationen ... Seine Schrift ist das wahre
Handbuch des Demagogen, der die Macht anstrebt vermittelst der Landteilung, des
Kriegs und der Plünderung.“ (p.74, 75. H.[C.] Carey, „The Past, the Present, and the
Future“, Philadelphia 1848.)

Ergibt sich so einerseits die wissenschaftliche Berechtigung und der
große geschichtliche Wert der Ricfardo]schen Untersuchungsweise, so liegt

1 daß „man sie“ (die Wissenschaft) „unter dem Vorwand, sie zu erweitern, ins Leere ge-
drängt habe“

auf der Hand andrerseits die wissenschaftliche Mangelhaftigkeit seines Ver-
fahrens, die sich durch das später Folgende im einzelnen zeigen wird.

Daher auch die außerordentlich sonderbare und notwendig verkehrte
Architektonik seines Werks. Das ganze Werk besteht (in der dritten Aus-
gabe) aus 32 Kapiteln. Davon handeln 14 Kapitel über Steuern, enthalten
also nur Anwendung der theoretischen Prinzipien!*?!. Das 20. Kapitel „Value
and Riches, their Distinctive Properties“ ist nichts als Untersuchung über
den Unterschied von Gebrauchswert und Tauschwert, also eine Ergänzung
zum ersten Kapitel „On Value“. Das 24.Kapitel „Doctrine of A.Smith
concerning the Rent of Land“, ebenso das 28. Kapitel „On the comparative
value of gold, corn and labour etc.“ und das 32. Kapitel „Mr.Malthus’s
Opinions on Rent“ sind bloße Ergänzungen und zum Teil Verteidigung
von Ricardos Grundrenttheorie, also bloßer Anhang zu Kapitel II und III,
die von der Rente handeln. Das 30. Kapitel „On the Influence of demand
and supply on Prices“ ist ein bloßer Anhang zum 4. Kapitel „On natural and
market price“. Einen zweiten Anhang zu diesem Kapitel bildet das 19. Ka-
pitel „On sudden changes in the channels of trade“. Das 31. Kapitel „On
Machinery“ ist bloßer Anhang zum 5. und 6. Kapitel „On Wages“ und „On
Profits“. Das 7.Kapitel „On Foreign Trade“ und das 25. „On Colonial
Trade“ sind bloße Anwendung - wie die Kapitel über Steuern - der früher
aufgestellten Prinzipien. Das 21.Kapitel „Effects of Accumulation on Pro-
fits and Interest“ ist ein Anhang zu den Kapiteln über die Grundrente,
Profite und Arbeitslohn. Das 26.Kapitel „On Gross and Net Revenue“ ist
ein Anhang zu den Kapiteln über Arbeitslohn, Profite und Rente. Endlich
das 27.Kapitel „On Currency and Banks“ steht ganz isoliert in dem Werk
und bloß weitere Ausführung, z.T. Modifikation der in seinen frühren
Schriften über das Geld aufgestellten Ansichten.

Die Ricardosche Theorie ist also ausschließlich enthalten in den ersten
6 Kapiteln des Werks. Wenn ich von dessen fehlerhafter Architektonik
spreche, so geschieht es mit Bezug auf diesen Teil. Der andre Teil besteht
aus Anwendungen, Erläuterungen und Zusätzen (den Abschnitt über das
Geld ausgenommen), die der Natur der Sache nach durcheinandergewürfelt
sind und keinen Anspruch auf Architektonik machen. Die fehlerhafte
Architektonik in dem theoretischen Teil (den 6ersten Kapiteln) ist aber nicht
zufällig, sondern gegeben durch die Untersuchungsweise Ricardos selbst und
die bestimmte Aufgabe, die er seiner Forschung gestellt hatte. Sie drückt
das wissenschaftlich Ungenügende dieser Untersuchungsweise selbst aus.

Ch. I handelt „On Value“. Es zerfällt wieder in 7 Sektionen. In der ersten
Sektion wird eigentlich untersucht: Widerspricht der Arbeitslohn der

Bestimmung der Warenwerte durch die in ihnen enthaltne Arbeitszeit? In
der dritten Sektion wird nachgewiesen, daß das Eingehn von dem, was ich
konstantes Kapital nenne, in den Wert der Ware der Wertbestimmung nicht
widerspricht und daß Steigen oder Fallen des Arbeitslohns ebensowenig die
Warenwerte affiziert. In der 4.Sektion wird untersucht, wieweit die An-
wendung von Maschinerie und andrem fixen und dauerhaften Kapital, so-
weit es in verschiednen Produktionssphären in verschiednem Verhältnis in
das Gesamtkapital eingeht, die Bestimmung der exchangeable values! durch
Arbeitszeit alteriert. In der 5.Sektion wird untersucht, wieweit Steigen
oder Fallen der wages? die Bestimmung der Werte durch Arbeitszeit modi-
fiziert, wenn in verschiednen Produktionssphären Kapitale von ungleicher
Dauerhaftigkeit und verschiedner Umschlagszeit angewandt werden. Man
sieht also, in diesem ersten Kapitel sind nicht nur Waren unterstellt - und
weiter ist nichts zu unterstellen, wenn der Wert als solcher betrachtet wird -,
sondern Arbeitslohn, Kapital, Profit, allgemeine Profitrate selbst, wie wir
sehen werden, die verschiednen Formen des Kapitals, wie sie aus dem
Zirkulationsprozeß hervorgehn und ebenso der Unterschied von „natural
and market price“®, welcher letztre sogar bei den folgenden Kapiteln, ch. II
und III: „On Rent“ und „On Rent of Mines“, eine entscheidende Rolle
spielt. Dies zweite Kapitel „On Rent“ | - das dritte „On Rent of Mines“
ist bloße Ergänzung dazu - wird dem Gang seiner Untersuchungsweise
gemäß richtig wieder mit der Frage eröffnet: Widerspricht das Grundeigen-
tum und die Grundrente der Bestimmung der Warenwerte durch die
Arbeitszeit?

„Es bleibt jedoch“, so eröffnet er das 2. Kapitel „On Rent“, „zu überlegen, ob die
Aneignung von Boden und die daraus folgende Entstehung von Rente im relativen
Wert der Waren irgendeine Veränderung verursachen wird, unabhängig von der zu
ihrer Produktion erforderlichen Quantität Arbeit.“ (p.53. „Princ. of Pol. Ec.“, 38 edit.,
Lond. 1821.)

Um nun diese Untersuchung zu führen, führt er nicht nur en passant
das Verhältnis von „market price“ and „real price“ (monetary expression
of value)* ein, sondern unterstellt die ganze kapitalistische Produktion und
seine ganze Auffassung von dem Verhältnis zwischen Arbeitslohn und
Profit. Das 4. Kapitel „On Natural and Market price“, das 5. „On Wages“
und das 6. „On Profits“ sind daher nicht nur unterstellt, sondern völlig
entwickelt in den beiden ersten Kapiteln „On Value“ und „On Rent“ und

1 Tauschwerte -? Löhne - ® „natürlichem und Marktpreis“ -* „Marktpreis“ und „wirk-

lichem Preis“ (Geldausdruck des Werts)

ch. Ill als Appendix zu II. In den spätren 3 Kapiteln werden nur hier und
da, soweit sie theoretisch Neues bringen, Lücken ausgefüllt, nähere Be-
stimmungen nachgeholt, die meist von Rechts wegen schon in lund Il ihren
Platz finden müßten.

Das ganze Ricardosche Werk ist also enthalten in seinen ersten zwei
Kapiteln. In diesen werden die entwickelten bürgerlichen Produktions-
verhältnisse, also auch die entwickelten Kategorien der politischen Ökono-
mie, konfrontiert mit ihrem Prinzip, der Wertbestimmung, und zur Rechen-
schaft gezogen, wieweit sie ihm direkt entsprechen oder wie es sich mit den
scheinbaren Abweichungen verhält, die sie in das Wertverhältnis der Waren
hereinbringen. Sie enthalten seine ganze Kritik der bisherigen politischen
Ökonomie, das kategorische Abbrechen mit dem durchgehenden Wider-
spruch A.Smiths in der esoterischen und exoterischen Betrachtungsweise,
und liefern durch diese Kritik zugleich einige ganz neue und überraschende
Resultate. Daher der hohe theoretische Genuß, den diese zwei ersten Kapi-
tel gewähren, da sie in gedrängter Kürze die Kritik des in die Breite aus-
gelaufenen und verlaufnen Alten geben und das ganze bürgerliche System
der Ökonomie als einem Grundgesetz unterworfen darstellen, aus der Zer-
streuung und der Mamnigfaltigkeit der Erscheinungen die Quintessenz
herauskonzentrierend. Aber diese theoretische Befriedigung, welche be-
cause of their originality!, Einheit der Grundanschauung, simpleness?, Kon-
zentriertheit, Tiefe, Neuheit und comprehensiveness®? diese zwei ersten
Kapital gewähren, verliert sich notwendig im Fortgang des Werks. Auch
hier werden wir stellenweis durch Originalität einzelner Entwicklungen ge-
fesselt. Aber das Ganze erregt Abspannung und Langeweile. Der Fortgang
ist keine Fortentwicklung mehr. Wo er nicht aus eintöniger, formeller An-
wendung derselben Prinzipien auf verschiednes, äußerlich hereingeholtes
Material besteht oder aus polemischer Geltendmachung dieser Prinzipien,
wird nur entweder wiederholt oder nachgeholt, höchstens, in den letzten
Teilen, hier und da eine frappante Schlußfolgerung gezogen.

In der Kritik Ricardos müssen wir nun unterscheiden, was er selbst nicht
unterschieden hat. [Erstens] seine Theorie des Mehrwerts, die natürlich bei
ihm existiert, obgleich er den Mehrwert nicht in seinem Unterschied von
seinen besondren Formen, Profit, Rente, Zins fixiert. Zweitens seine Theorie
des Profits. Wir werden mit der letztren beginnen, obgleich sie nicht in diesen
Abschnitt, sondern in den historischen Anhang zum Abschnitt III ge-
hört!3},

1 wegen ihrer Originalität - ? Einfachheit - ? gedrängten Kürze

### [3. Ricardos Konfusion in der Frage

des „absoluten“ und „relativen“ Werts.
Sein Unverständnis der Wertformen]

Zuvor noch einige Bemerkungen darüber, wie Riclardo] die Bestim-
mungen der „value“ durcheinanderwirft. Baileys Polemik gegen ihn beruht
darauf. Sie ist aber auch wichtig für uns.

Zuerst nennt Ricardo den Wert „valie in exchange“! und bestimmt ihn
mit A.Smith als „the power of purchasing other goods“. (p. 1, „Principles“.)
Dies ist der Tauschwert, wie er zunächst erscheint. Dann geht er aber zu
der wirklichen Bestimmung des Werts:

„Es ist die verhältnismäßige Menge der durch Arbeit erzeugten Waren, welche
ihren gegenwärtigen oder früheren relativen Wert bestimmt.“ (l.c. p.9.)

„Relative value“ heißt hier nichts als die durch die Arbeitszeit bestimmte
exchangeable value. Aber relative value kann auch einen andren Sinn
haben, sofern ich nämlich den Tauschwert einer Ware im Gebrauchswert
einer andren ausdrücke, z.B. den Tauschwert von Zucker im Gebrauchs-
wert Kaffee.

„Zwei Waren verändern ihren relativen Wert, und wir möchten wissen, bei welcher
von ihnen die Veränderung tatsächlich eingetreten ist.“ (p.9.)

Which variation?? Diese „relative value“ nennt Ricardo später auch
„comparative value“ *. (p.448 sq.) Wir wollen wissen, in welcher Ware „die
Variation“ stattgefunden hat? Das heißt, die Variation des „Werts“, der
oben relative value hieß. Z.B., IPfd. Zucker = 2Pfd. Kaffee. Später,
1 Pfd. Zucker = 4Pfd. Kaffee. Die „Variation“, die wir wissen wollen, ist,
ob die für den Zucker oder die für den Kaffee „nötige Arbeitszeit“ sich ver-
ändert, ob der Zucker 2mal mehr? Arbeitszeit als früher kostet oder der
Kaffee zweimal weniger® Arbeitszeit als früher, und welche dieser „varia-
tions“ in der zu ihrer resp. Produktion nötigen Arbeitszeit diese Variation
in ihrem Austauschverhältnis hervorgebracht hat. Diese „relative oder com-
parative value“ von Zucker und Kaffee - das Verhältnis, worin sie sich aus-
tauschen - ist also verschieden von der relative value im ersten Sinn. Im
ersten Sinn ist die relative value des Zuckers bestimmt durch die Masse
Zucker, die in einer bestimmten Arbeitszeit | produziert werden kann.

1 „Tauschwert“ -? „die Fähigkeit, andere Waren zu kaufen“ - ® Welche Veränderung? -
4 „komparativen Wert“ - ® in der Handschrift: weniger - ® in der Handschrift: mehr

Im zweiten Fall drückt die relative value von Zucker [und Kaffee] aus das
Verhältnis, worin sie gegeneinander ausgetauscht werden, und die Wechsel
in diesem Verhältnis können durch einen Wechsel der „relative value“ im
ersten Sinn im Kaffee oder im Zucker resultieren. Das Verhältnis, worin sie
sich gegeneinander austauschen, kann dasselbe bleiben, obgleich ihre „rela-
tive values“ im ersten Sinn gewechselt haben. I Ib. Zucker kann nach wie
vor = 2 Ibs. Kaffee sein, obgleich die Arbeitszeit zur Produktion des
Zuckers und des Kaffees um das Doppelte gestiegen oder um die Hälfte
abgenommen hat. Variations in ihrer comparative value, d.h. wenn der
Tauschwert von Zucker in Kaffee und vice versa ausgedrückt wird, werden
sich nur dann zeigen, wenn ihre variations in ihrer relative valize im ersten
Sinn, d.h. durch die Arbeitsquantität bestimmten values ungleich changiert
haben, also comparative changes stattgefunden haben. Absolute changes -
wenn sie das ursprüngliche Verhältnis nicht ändern, also gleich groß sind
und nach derselben Richtung vorgehn, werden keine Variation in den com-
parative values hervorbringen - auch nicht in den Geldpreisen dieser Waren,
da der Wert des Gelds, sollte er changieren, für beide gleichmäßig changiert.
Ob ich daher die Werte zweier Waren in ihren eignen wechselseitigen Ge-
brauchswerten ausdrücke oder in ihrem Geldpreis, beide Werte in dem Ge-
brauchswert einer dritten Ware darstelle, sind diese relative oder compara-
tive values oder Preise dieselben und die changes in denselben zu unter-
scheiden von ihren relative values im ersten Sinn, d.h. soweit sie nichts aus-
drücken als Wechsel der zu ihrer eignen Produktion erheischten, also in ihnen
selbst realisierten Arbeitszeit. Die letztre relative value erscheint also als
„absolute value“, verglichen mit den relative values im zweiten Sinn, im Sinn
der realen Darstellung des Tauschwerts einer Ware im Gebrauchswert der
andren oder im Geld. Daher kommt denn auch bei Ricardo für die „relative
value“ im ersten Sinn der Ausdruck „absolute value“ vor.

Wenn in dem obigen Beispiel I Ib. Zucker nach wie vor dieselbe Arbeits-
zeit kostet wie vorher, hat seine „relative value“ im ersten Sinn nicht varuert.
Kostet aber der Kaffee Z2mal weniger Arbeit so hat die value of Zucker in
Kaffee ausgedrückt variiert, weil die „relative value“, im ersten Sinn, des
Kaffees variiert hat. Die relative values von Zucker und Kaffee erscheinen
so verschieden von ihren „absolute values“, und dieser Unterschied zeigt
sich, weil auch die comparative value des Zuckers z.B. nicht variiert hat im
Vergleich mit Waren, deren absolute values dieselben geblieben.

„Die Untersuchung, auf die ich des Lesers Aufmerksamkeit lenken möchte, bezieht

sich auf die Wirkung der Veränderungen in dem relativen Wert der Waren und nicht in
ihrem absoluten Wert.“ (p.15.)

Diese „absolute“ value nennt Riclardo] auch sonst „real value“! oder
value schlechthin (p. 16 z.B.).

Sieh Baileys ganze Polemik gegen Ricardo in:

„A Critical Dissertation on ihe Nature, Measures, and Causes of Value;
chiefly in reference to the writings of Mr.Ricardo and his followers. By the
Author of Essays on the Formation and Publication of Opinions“, London 1825,
(Sieh auch von demselben: „A Letter to a Polit. Economist; occasioned by an
article in the Westminster Review etc.“, Lond. 1826.) dreht sich teils um diese
verschiednen Momente in der Begriffsbestimmung des Werts, die bei Ri-
cardo nicht entwickelt sind, sondern nur faktisch vorkommen und durch-
einander laufen, und worin Bailey nur „Widersprüche“ findet. Zweitens
list Bailey] gegen die „absolute value“ oder „real value“ im Unterschied
von der comparative value (oder relative value im zweiten Sinn).

„Anstatt“, sagt Bailey in der erst angeführten Schrift, „den Wert als ein Verhältnis
zwischen zwei Dingen anzusehen, betrachten sie“ (Ricardo and his followers?) „ihn als
ein positives Resultat, das durch eine bestimmte Menge von Arbeit produziert wird.“

(l.c. p.30.)

Sie betrachten „den Wert als etwas Immanentes und Absolutes“, (l.c. p.8.)

Der letzte Vorwurf geht aus Ricardos mangelhafter Darstellung hervor,
weiler den Wert der Form nach gar nicht untersucht - die bestimmte Form,
die die Arbeit als Substanz des Werts annimmt -, sondern nur die Wert-
größen, die Quantitäten dieser abstrakt-allgemeinen und in dieser Form ge-
sellschaftlichen Arbeit, die den Unterschied in den Wertgrößen der Waren
hervorbringen. Sonst hätte Bailey gesehn, daß die Relativität des Wert-
begriffs keineswegs dadurch aufgehoben wird, daß alle Waren, soweit sie
Tauschwerte sind, nur relative Ausdrücke der gesellschaftlichen Arbeitszeit
sind und ihre Relativität keineswegs nur in dem Verhältnis besteht, worin
sie sich gegeneinander austauschen, sondern in dem Verhältnis aller der-
selben zu dieser gesellschaftlichen Arbeit als ihrer Substanz.

Es ist, wie wir weiter sehn werden, dem Ricardo vielmehr umgekehrt
vorzuwerfen, daß er diese „real“ oder „absolute value“ sehr oft vergißt und
nur an den „relative“ oder „comparative values“ festhält.

1528| Also: :

3 ‚realen Wert“ - ? und seine Anhänger

### [4.] Ricardos Darstellung von Profit,
Profitrate, Durchschnittspreisen etc.

### [a) Ricardos Verwechslung des konstanten und variablen Kapitals
mit dem fixen und zirkulierenden Kapital.
Seine falsche Erklärung der Veränderung der relativen Werte]

In Sektion III des ersten Kapitels entwickelt Ricardo, daß - wenn ich
sage, der Wert der Ware ist durch die Arbeitszeit bestimmt - dies sich so-
wohl auf die Arbeit erstreckt, die im letzten Arbeitsprozeß unmittelbar auf
die Ware verwandt worden ist, als auf die Arbeitszeit, die im Rohmaterial
und den Arbeitsmitteln, die zur Produktion der Ware erheischt sind, ent-
halten ist. Also nicht nur auf die Arbeitszeit, die in der neuzugefügten, im
Arbeitslohn bezahlten, erkauften Arbeit enthalten ist, sondern auch Jauf]
die Arbeitszeit, die in dem Teil der Ware enthalten ist, den ich capital
constant nenne. Die Mangelhäftigkeit zeigt sich gleich in der Überschrift
dieser Sektion III von chapter 1]. Sie lautet:

„Nicht nur die auf Waren unmittelbar angewandte Arbeit beeinflußt den Waren-
wert, sondern auch die Arbeit, die auf Geräte, Werkzeuge und Gebäude verwendet
worden ist, welche die unmittelbar verausgabte Arbeit unterstützen.“ (p. 16.)

Hier ist das Rohmaterial weggelassen, und die auf das Rohmaterial ver-
wandte Arbeit ist doch ebenso verschieden von der „labour applied imme-
diately to commodities“* als die auf die Arbeitsmittel, „implements, tools,
and buildings“? verwandte Arbeit. Aber Ricardo hat schon die nächste
Sektion im Kopf. In dieser Sektion nimmt er an, daß die angewandten
Arbeitsmittel zu gleichen Wertbestandteilen in die Produktion der ver-
schiedenen Waren eingehn. In der nächsten Sektion wird der Unterschied
untersucht, der herauskommt durch das Eingehn des capital fixe in ver-
schiednen Proportionen [in die Waren]. Ricardo kommt daher nicht zum
Begriff des konstanten Kapitals, wovon ein Teil aus capital fixe und der
andre, Rohmaterial und mati£res instrumentales®, aus zirkulierendem Kapi-
tal besteht, ganz wie das zirkulierende Kapital nicht nur das variable Kapital
einschließt, sondern Rohmaterial etc. und alle in die Konsumtion überhaupt
eingehenden Lebensmittel?! (nicht nur in die Konsumtion der Arbeiter)
umfaßt.

1 „auf Waren unmittelbar angewandten Arbeit“ -? „Geräte, Werkzeuge und Gebäude“ -
® Hilfsstoffe

Das Verhältnis, worin konstantes Kapital in eine Ware eingeht, affiziert
nicht die Werte der Waren, nicht die relativen Arbeitsquanta, die in den
Waren enthalten sind, aber es affiziert direkt die verschiednen Quanta Mehr-
wert oder Surplusarbeit, die in Waren enthalten sind, die gleichviel Arbeits-
zeit enthalten. Es bringt daher - dies verschiedne Verhältnis - von den
Werten unterschiedne Durchschnittspreise hervor.

Bezüglich sect. IV und V des ch.1 ist zunächst zu bemerken, daß statt
des höchst wichtigen und die unmittelbare Produktion von Mehrwert affi-
zierenden Unterschieds in der Proportion, worin konstantes und variables
Kapital Bestandteile derselben Kapitalmasse in verschiednen Produktions-
sphären bilden, Ricardo sich ausschließlich beschäftigt mit den Unter-
schieden in der Form des Kapitals und der verschiednen Proportionen,
worin dasselbe Kapital diese verschiedne Form annimmt, [mit] Formunter-
schieden, wie sie aus dem Zirkulationsprozeß des Kapitals hervorgehn, also
fixes und zirkulierendes Kapital, mehr oder minder fixes Kapital (d.h.
fixes Kapital von verschiedner Dauerhaftigkeit) und ungleiche Umlaufs-
geschwindigkeit oder Umschläge des Kapitals. Und zwar ist die Manier, wie
Riclardo] die Untersuchung führt, diese: Er unterstellt eine allgemeine
Profitrate oder einen Durchschnittsprofit von gleicher Größe für verschiedne
Kapitalanlagen von gleicher Größe oder für verschiedne Produktions-
sphären, worin Kapitalien von gleicher Größe angewandt werden - oder,
was dasselbe, Profit im Verhältnis zur Größe der in den verschiednen Pro-
duktionssphären angewandten Kapitalien. Statt diese allgemeine Profitrate
vorauszusetzen, hätte Ric|ardo] vielmehr untersuchen müssen, inwieweit ihre
Existenz überhaupt der Bestimmung der Werte durch die Arbeitszeit ent-
spricht, und er hätte gefunden, daß, statt ihr zu entsprechen, sie ihr prima
facie* widerspricht, ihre Existenz also erst durch eine Masse Mittelglieder
zu entwickeln ist, eine Entwicklung sehr verschieden von einfacher Subsum-
tion unter das Gesetz der Werte. Er hätte damit überhaupt eine ganz andre
Einsicht in die Natur des Profits erhalten und ihn nicht direkt mit Mehr-
wert identifiziert.

Diese Voraussetzung einmal gemacht - fragt sich Ric[ardo] weiter, wie
wird Steigen oder Fallen von Arbeitslohn auf die „relative values“ wirken,
wenn capital fixe und circulant? in verschiedner Proportion eingehn? Oder
vielmehr, er bildet sich ein, die Frage so zu behandeln. In der Tat behandelt
er sie ganz anders. Er behandelt sie so: Er fragt sich, wie wird Steigen
oder Fallen des Arbeitslohns wirken bei Kapitalien, deren Umlaufszeit

? auf den ersten Blick - ? fixes und zirkulierendes Kapital

verschieden ist und worin die verschiednen Kapitalformen in verschiedner
Proportion enthalten sind, auf ihre respektiven Profite? Und da findet er
natürlich, daß je nachdem viel oder wenig capital fixe eingeht, etc., das
Steigen oder Fallen der Salaire sehr verschieden wirken muß auf Kapitalien
je nachdem ein größrer oder geringrer Teil derselben aus variablem Kapital
besteht, d.h. aus Kapital, das direkt in Arbeitslohn ausgelegt wird. Um also
die Profite in den verschiednen | Produktionssphären wieder auszu-
gleichen, alias die allgemeine Profitrate wieder herzustellen, müssen die
Preise der Waren - im Unterschied von ihren Werten - verschieden reguliert
werden. Also, schließt er weiter, wirken diese Unterschiede auf die „relative
values“ beim Steigen oder Fallen der Salaire. Er hätte umgekehrt sagen
müssen. Obgleich diese Unterschiede die values an sich nichts angehn,
bringen sie durch ihre verschiedne Affektion auf die Profite in den ver-
schiednen Sphären von den values selbst verschiedne Durchschnittspreise
oder —- wir wollen sagen -Kostenpreise hervor, die nicht direkt bestimmt sind
durch die Werte der Waren, sondern durch das in ihnen vorgeschoßne
Kapital plus dem Durchschnittsprofit. Er hätte also sagen müssen: Diese
durchschnittlichen Kostenpreise sind verschieden von den Werten der
Waren. Statt dessen schließt er, daß sie identisch sind und geht mit dieser
falschen Voraussetzung an die Betrachtung der Grundrente.

Auch irrt sich Ricardo, wenn er meint, er komme erst durch die 3 casest,
die er untersucht, auf die „variations“ in den „relative values“, unabhängig
von der in ihnen enthaltnen Arbeitszeit; also in fact? auf den Unterschied
zwischen den Kostenpreisen von den Werten der Waren. Er hat diesen
Unterschied bereits unterstellt, indem er eine allgemeine Profitrate voraussetzt
und daher voraussetzte, daß trotz der verschiednen Verhältnisse in den or-
ganischen Bestandteilen der Kapitalien diese einen ihrer Größe proportio-
nierten Profit abwerfen, während der Mehrwert, den sie abwerfen, absolut
bestimmt ist durch das Quantum unbezahlter Arbeitszeit, das sie absor-
bieren, und dies bei gegebnem Arbeitslohn durchaus abhängt von der Masse
des Teils des Kapitals, der in Salair ausgelegt ist, nicht aber von der abso-
luten Größe des Kapitals.

Was er in der Tat untersucht, ist dies: Von den Werten der Waren unter-
schiedne Kostenpreise vorausgesetzt - und mit der Annahme einer allgemeinen
Profitrate ist dieser Unterschied vorausgesetzt -, wie werden diese Kosten-
preise (die jetzt zur Abwechslung „relative value“ heißen) selbst wieder
wechselseitig modifiziert, verhältnismäßig modifiziert durch das Steigen

1 Fälle - ? tatsächlich

oder Fallen des Arbeitslohns und bei den verschiednen Verhältnissen der
organischen Bestandteile des Kapitals? Bei tiefrem Eingehn in die Sache
hätte Riclardo] gefunden, daß die bloße Existenz einer allgemeinen Profit-
rate - bei den Verschiedenheiten in den organischen Bestandteilen des
Kapitals, wie sie zunächst im unmittelbaren Produktionsprozeß als Unter-
schied von variablem und konstantem Kapital erscheinen, später durch die
aus dem Zirkulationsprozeß entspringenden Unterschiede noch weiter ver-
mehrt werden - von den Werten unterschiedne Kostenpreise bedingt, selbst
wenn vorausgesetzt wird, daß der Arbeitslohn konstant bleibt, also einen vom
Steigen oder Fallen des Arbeitslohns ganz unabhängigen Unterschied und
neue Formbestimmung. Er hätte auch gesehn, wie ungleich wichtiger und
entscheidender für die Gesamttheorie das Begreifen dieses Unterschieds ist
als seine Betrachtung über die durch Steigen oder Fallen des Arbeitslohns
verursachte Variation in den Kostenpreisen der Waren. Das Resultat, womit
er sich begnügt - und dies Begnügen entspricht der ganzen Art seiner
Untersuchung -, ist dies: Die variations in den Kostenpreisen (oder, wie er
sagt, „relative values“) der Waren - soweit sie bei einer Verschiedenheit in
der organischen Zusammensetzung der in verschiednen Sphären angelegten
Kapitalien bei changes!, Steigen oder Fallen des Arbeitslohns erfolgen -
einmal zugegeben und in Anschlag gebracht, bleibt das Gesetz richtig,
widerspricht das nicht dem Gesetz, daß die „relative values“ der Waren
durch Arbeitszeit bestimmt sind, denn alle andren mehr als vorübergehen-
den variations in den Kostenpreisen der Waren bleiben nur erklärbar aus
einem Wechsel in der zu ihrer respektiven Produktion notwendigen Arbeits-
zeit.
Als ein großes Verdienst ist es dagegen zu betrachten,daß Ricardo die
Unterschiede von fixem und zirkulierendem Kapital zusammenstellt mit der
verschiednen Umschlagszeit des Kapitals und alle diese Unterschiede her-
leitet aus der verschiednen Zirkulationszeit, also in fact aus der Zirkulations-
oder Reproduktionszeit des Kapitals.

Wir wollen zunächst diese Unterschiede selbst, soweit er sie zunächst in
sect. IV (ch. I) darstellt, betrachten und dann erst die Manier, worin er sie
wirken läßt oder Variation hervorbringen läßt in den „relative values“.

1. „Aufjeder Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung können jedoch die in den ver-
schiedenen Berufszweigen verwendeten Werkzeuge, Geräte, Gebäude und Maschinen
von unterschiedlicher Lebensdauer sein und für ihre Herstellung verschiedene Mengen von

Arbeit erfordern.“ (l.c. p.25.)

1 Veränderungen

Was die „different portions of labour to produce them“! betrifft, so kann
das - und dies scheint hier der einzige Gesichtspunkt Ricardos - einschlie-
ßen, daß die weniger dauerhaften teils zu ihrem repair“, teils zu ihrer Re-
produktion mehr Arbeit (sich wiederholende unmittelbare Arbeit) er-
heischen oder auch, daß Maschinerie etc. von demselben degree of durability?
mehr oder weniger teuer, das Produkt von mehr oder weniger Arbeit sein
kann. Dieser letzte Gesichtspunkt, sehr wichtig für das Verhältnis von
variablem und konstantem Kapital, hat mit Riclardos] Betrachtung nichts
zu tun und wird daher auch nirgends als selbständiger Gesichtspunkt von
ihm aufgenommen.

[1530| 2. „Ebenfalls können die Verhältnisse, worin das Kapital, das die Arbeit unter-
halten soll“ (das variable Kapital), „und das Kapital, das in Werkzeugen, Maschinerie
und Gebäuden ausgelegt ist“ (fixes Kapital), „verschieden kombiniert sein.“ Wir haben
also einen „Unterschied im Grad der Dauerhaftigkeit des fixen Kapitals und diesen
Wechsel in den Verhältnissen, worin beide Kapitalarten kombiniert sein können“. (p.25.)

Man sieht gleich, warum ihn der als Rohmaterial existierende Teil des
konstanten Kapitals nicht interessiert. Letztres gehört selbst zum zirku-
lierenden Kapital. Steigt der Arbeitslohn, so bewirkt das nicht Mehrausgabe
für den Teil des Kapitals, der in Maschinerie besteht und nicht ersetzt zu
werden braucht, sondern dableibt, wohl aber iri dem Teil, der aus Roh-
material besteht, da dieser beständig ergänzt, also auch beständig reprodu-
ziert werden muß.

„Die Nahrung und Kleidung, die der Arbeiter konsumiert, die Gebäude, worin er
arbeitet, die Werkzeuge, die bei seiner Arbeit mitwirken, sind alle vergänglicher Natur.
Es besteht aber ein gewaltiger Unterschied in der Zeit, während welcher diese ver-
schiednen Kapitale vorhalten... Je nachdem Kapital rasch vergänglich ist und oft re-
produziert werden muß oder je nachdem es langsam konsumiert wird, klassifiziert man
es unter das zirkulierende oder unter das fixe Kapital.“ (p.26.)

Hier ist also der Unterschied zwischen fixed und circulating capital re-
duziert auf den Unterschied in der Reproduktionszeit (die mit der Zirku-
lationszeit zusammenfällt).

3. „Es ist ferner zu bemerken, daß das zirkulierende Kapital in sehr ungleichen Zeit-
räumen zirkulieren oder seinem Anwender zurückfließen kann. Der von einem Pächter zur
Aussaat gekaufte Weizen* ist ein fixes Kapital, verglichen mit dem von einem Bäcker

* Hier sieht Herr Rod]bertus], daß in England der Samen „gekauft“ wird.

% „für ihre Herstellung verschiedenen Mengen von Arbeit“ - ? ihrer Instandhaltung -

3 Grad der Dauerhaftigkeit

zur Verwandlung in Brot gekauften Weizen. Der eine läßt ihn im Boden und kann erst
nach einem Jahr einen Rückfluß erhalten, der andre kann ihn zu Mehl vermahlen
lassen und als Brot an seine Kunden verkaufen, so daß er innerhalb einer Woche sein
Kapital wieder frei hat, um dieselbe Operation von neuem oder irgendeine andre damit

zu beginnen.“ (p.26, 27.)

Dieser Unterschied in den Zirkulationszeiten verschiedner zirkulierender
Kapitalien, woher rührt er? [Daher,] daß dasselbe Kapital in dem einen
Fall längre Zeit in der eigentlichen Produktionssphäre sich aufhält, ohne daß
gleichzeitig der Arbeitsprozeß fortdauerte. So mit Wein, der im Keller liegt,
um seine Reife zu erhalten, mit gewissen chemischen Prozessen bei Gerben,
Färben etc.

„Zwei Gewerbezweige können also die gleiche Menge Kapital. verwenden, aber es
kann sehr unterschiedlich bezüglich des fixen und des zirkulierenden Anteils aufgeteilt
sein.“ (p.27.)

4. „Andererseits wiederum können zwei Unternehmer den gleichen Betrag von
fixem als auch von zirkulierendem Kapital anwenden, jedoch kann die Lebensdauer
ihres fixen Kapitals“ (also auch ihre Reproduktionszeit) „sehr ungleich sein. Der eine
hat möglicherweise Dampfmaschinen im Werte von 10 000 /., während der andere
Schiffe von gleichem Wert besitzt.“ (p.27, 28.)

„Verschiedene Lebensdauer ihres Kapitals ... oder, was dasselbe ist, ... die Zeit, die
verstreichen muß, bis ein Posten auf den Markt gebracht werden kann.“ (p.30.)

5. „Es ist kaum nötig zu betonen, daß Waren, zu deren Produktion die gleiche Menge
Arbeit verwandt wurde, dennoch in ihrem Tauschwert abweichen werden, falls sie nicht
in der gleichen Zeit auf den Markt gebracht werden können.“ (p.34.)

l. Unterschied also in dem Verhältnis von fixem und zirkulierendem
Kapital. 2. Unterschied in dem Umschlag des zirkulierenden Kapitals in-
folge der Unterbrechung des Arbeitsprozesses, während der Produktions-
prozeß} fortdauert. 3. Unterschied in der durability des fixedcapital. 4. Unter-
schied in dem Verhältnis, worin eine Ware überhaupt (ohne Unterbrechung
der Arbeitszeit, ohne Unterschied zwischen Produktions- und Arbeits-
zeit!?! dem Arbeitsprozeß} unterworfen bleibt, bevor sie in den eigentlichen
Zirkulationsprozeß eintreten kann. Den letztren case macht Ricardo so aus:

„Angenommen, ich beschäftige zwanzig Leute für ein Jahr mit einem Aufwand von
1000 Z. für die Produktion einer Ware. Am Ende des Jahres beschäftige ich wiederum
zwanzig Leute für ein weiteres Jahr mit einem abermaligen Aufwand von 1000 I, um
dieselbe Ware zu vollenden oder zu verbessern. Nach Ablauf zweier Jahre bringe ich
die Ware auf den Markt. Wenn der Profit 10 Prozent sein soll, so muß meine Ware für
2310 I. verkauft werden, da ich 1000 !. Kapital während eines Jahres und 2100 I. Kapi-

tal während eines weiteren Jahres aufgewendet habe. Ein anderer wendet genau

dieselbe Menge Arbeit an, aber er wendet sie insgesamt im ersten Jahr an. Er beschäftigt
vierzig Mann mit einem Aufwand von 2000 I., und am Ende des ersten Jahres verkauft
er mit 10 Prozent Profit, d.h. für 2200 !. Hier haben wir also zwei Waren vor uns, für
die eine genau gleiche Menge Arbeit verwendet wurde, wovon eine für 2310 I. und die

andere für 2200 I. verkauft wird.“ (p.34.)

1531| Aber wie bringt nun diese difference - sei es im degree of durabi-
lity of fixed capital, or the time of revolution of circulating capital, or a
variety in the proportions in which the two sorts of capital may be combi-
ned! oder endlich the different time, in which commodities, upon which the
same quantity of labour is bestowed? - eine Variation hervor in den relative
values of these commodities®? Ricardo sagt d’abord*, weil:

„dieser Unterschied ... und die Vielfältigkeit der Größenverhältnisse etc. neben der zur
Produktion von Waren notwendigen größeren oder geringeren Menge Arbeit eine
weitere Ursache, für die Veränderungen in deren relativen Wert erzeugen, nämlich das

Steigen oder Fallen des Wertes Arbeit.“ (p.25, 26.)
Und wie wird dies nachgewiesen ?

„Ein Steigen des Arbeitslohnes wird dann unweigerlich unter so verschiedenen Be-
dingungen produzierte Waren auch ungleich treffen.“ (p.27),

nämlich, wo bei Anwendung von gleich großen Kapitalien in different
trades® das eine Kapital hauptsächlich aus fixem Kapital besteht und nur
zu geringem Teil aus Kapital „employed in the support of labour“ *, während
es sich bei dem andren Kapital grade umgekehrt verhält. Zunächst ist es
Blödsinn, von dem Affizieren der „commodities“” zu sprechen. Er meint
ihre values. Aber inwiefern werden diese durch diese Umstände affiziert?
Not at all. Was affiziert wird, ist der Profit in beiden Fällen. Der Mann, der
z.B. nur !/, des Kapitals in variablem Kapital auslegt, kann - bei gleichem
Arbeitslohn und gleicher Rate der Surplusarbeit - nur, wenn die Rate des
Mehrwerts = 20 p.c., auf 100 produzieren [einen Mehrwert von] 4; da-
gegen der andre, der %/, in variablem Kapital auslegte, würde an Mehrwert
produzieren 16. Dann in dem ersten Fall das in Arbeitslohn ausgelegte
Kapital = !%/, = 20, und !/, von 20 oder 20 p.c. = 4. Und im zweiten Fall
das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital = */, x 100 = 80. Und Y/, von 80 oder
[20] p.c. = 16. Im ersten Falle wäre der Profit = 4 und im zweiten = 16.

1 Lebensdauer des fixen Kapitals oder in der Umlaufszeit des zirkulierenden Kapitals oder
ein Wechsel in den Verhältnissen, in denen die beiden Kapitalarten kombiniert sein mögen -
2 die unterschiedliche Zeit, worin Waren, auf die die gleiche Menge von Arbeit verwendet
wurde - ® relativen Werten dieser Waren - * zunächst — ® verschiedenen Gewerbezweigen -
6 „angewendet zur Unterhaltung der Arbeit“ -? „Waren“ - ® Überhaupt nicht.

Der Durchschnittsprofit für beide wäre x = 4 oder n.- 10 p.c. Dies ist
eigentlich der case, von dem Ricardo spricht. Verkauften also - und dies
unterstellt Ricardo — beide zu Kostenpreisen, so würde jeder seine Ware zu
110 verkaufen. Setze nun, der Arbeitslohn stiege z.B. um 20 p.c. seines
frühren Betrags. Früher kostete ein Mann 1 1.; jetzt I 1. 4 sh. oder 24 sh.
Der erste hat nach wie vor 80 I. in konstantem Kapital auszulegen (da
Ric[ardo] von dem Material hier abstrahiert, können wir es auch) und für
die 20 Arbeiter, die er anwendet, außer den 20 I. noch 80 sh., d.h. 4 I. mehr
auszugeben. Also sein Kapital jetzt 104 /. Und es blieben ihm von den 1101,
da die Arbeiter statt eines größren einen geringren Mehrwert lieferten, nur
6 1. Profit. 6 I. auf 104 gibt 510/13 p.c. Dagegen der andere Mann, der 80 Ar-
beiter anwendet, hätte 320 sh. mehr zu zahlen also 16 I. mehr. Er hätte also
auszulegen 116 /!. Sollte er also zu 110 /. verkaufen, so würde er statt eines
Gewinns einen Verlust von 6 I. haben. Aber dieser case kommt nur herein,
weil der Durchschnittsprofit das Verhältnis zwischen der von ihm ausgeleg-
ten Arbeit und dem von ihm selbst produzierten Mehrwertbereitsmodifiziert
hat.

Statt also das wichtige Phänomen zu untersuchen, welche variations vor-
gehn müssen, damit der eine, der von 100 I. 80 in Arbeitslohn auslegt,
keinen Amal größren Profit macht als der andre, der von 100 !. nur 20 in
Arbeitslohn auslegt, untersucht Ricardo die Nebenfrage, wie es kommt, daß,
nachdem diese große Differenz ausgeglichen - also bei gegebner Profitrate
any alteration of that rate of profit! durch Steigen of wages f.i.? den, der
viele Arbeiter mit 100 !. anwendet, viel mehr alterieren würde als den, der
wenige Arbeiter mit 100 !. anwendet und daher - bei gleicher Profitrate -
die Warenpreise des einen steigen und die des andren fallen müssen, damit
die Profitrate ferner gleichbleibe oder die Kostenpreise.

Die erste Illustration, die Ricardo gibt, hat absolut nichts zu tun mit
„any rise in the value of labour“ °, obgleich er uns ursprünglich angekündigt
hat, daß aus diesem cause? die ganze Variation in „the relative values“?
entspringen soll. Diese Illustration ist folgende:

„Angenommen, von zwei Personen beschäftigt jede einhundert Leute ein Jahr lang
beim Bau von zwei Maschinen, und ein anderer beschäftigt dieselbe Zahl beim Anbau
von Getreide, dann wird am Jahresende jede der Maschinen denselben Wert wie das
Getreide haben, denn sie sind alle mit der gleichen Quantität Arbeit produziert worden.

1 jede Änderung dieser Profitrate - ? der Löhne z. B. - ? „irgendeiner Steigerung im Wert
der Arbeit“ -* Grund -° „den relativen Werten“


Angenommen, der Eigentümer der einen Maschine verwendet sie im folgenden Jahr mit
Hilfe von hundert Leuten zur Fabrikation von Tuch, und der Eigentüimer der zweiten
Maschine benutzt die seine auch, um mit Hilfe von hundert Mann Baumwollwaren zu
fabrizieren, während der Farmer wie vordem weiterhin hundert Mann beim Anbau
von Getreide beschäftigt. Während des zweiten Jahres werden alle dieselbe Menge
Arbeit beschäftigen“

{d.h. dasselbe Kapital in Arbeitslohn auslegen, aber keineswegs employ the
same quantity of labour!},

„aber die Waren und die Maschinen des Tuchfabrikanten werden zusammen
ebenso wie die des Fabrikanten von Baumwollwaren das Resultat der Arbeit eines
Jahres von zweihundert Leuten, oder genauer, der Arbeit von hundert Leuten während
zweier Jahre sein; hingegen ist das Getreide durch die Arbeit von hundert Leuten in
einem Jahre produziert worden. Wenn daher das Getreide einen Wert von 500 I.
hat, dann sollten eigentlich die Maschine und das Tuch des Tuchfabrikanten zu-
sammen einen Wert von 1000 !. und die Maschine und das Baumwollzeug des Fabrikan-
ten der Baumwollwaren ebenfalls den doppelten Wert des Getreides haben. Aber sie werden
mehr als den doppelten Wert des Getreides haben, weil der Profit des ersten Jahres aus dem
Kapital des Tuchfabrikanten und. des Baumwollindustriellen den Kapitalen der beiden zu-
geschlagen wurde, während der des Farmers verausgabt und verzehrt wurde. Die Waren
werden also nach der verschiedenen Lebensdauer ihres Kapitals bewertet, oder, was das-
selbe ist, nach der Zeit, die verstreichen muß, bis ein Posten auf den Markt gebracht wer-
den kann, jedoch nicht genau proportional zu der auf sie verwendeten Menge Arbeit. Es
wird sich nicht ein Verhältnis von zwei zu eins, sondern ein etwas höheres ergeben, als
Entschädigung für den größeren Zeitraum, der verstreichen muß, bevor die wertvollsten
Waren auf den Markt gebracht werden können. Angenommen, daß für die Arbeit jedes
Arbeiters jährlich 50 Z. bezahlt werden oder daß ein Kapital von 5000 I. verwendet
wird und daß der Profit 10 Prozent ausmacht, dann wird am Ende des ersten Jahres so-
wohl der Wert jeder der beiden Maschinen als auch der des Getreides 5500 I. sein. Im
zweiten Jahr werden die Fabrikanten und die Farmer wiederum jeder 5000 I. für den
Unterhalt der Arbeiter verwenden und werden daher ihre Waren abermals für 5500 I.
verkaufen. Doch müssen die Fabrikanten, um mit dem Landwirt gleichzustehen, für das
gleiche für Arbeit aufgewendete Kapital von 5000 /. nicht nur 5500 I. erhalten, sondern
eine weitere Summe von 550 I. als Profit auf die 5500 1., die sie in Maschinen investiert
haben, und ihre Waren müssen daher“ (weil nämlich gleiche jährliche Profitrate von
10 p.c. als Notwendigkeit und Gesetz vorausgesetzt ist) „für 60501. verkauft werden.“

{Also infolge des Durchschnittsprofits - der von Riclardo] voraus-
gesetzten allgemeinen Profitrate - entstehn von den Werten der Ware unter-
schiedne Durchschnittspreise oder Kostenpreise.}

1 die gleiche Menge Ärbeit anwenden

„Hier haben wir also Kapitalisten vor uns, die genau die gleiche Menge Arbeit jähr-
lich für die Produktion ihrer Waren verwenden, deren produzierte Waren jedoch wegen
der verschiedenen Quantitäten fixen Kapitals oder aufgehäufter Arbeit, die von jedem
von ihnen verwendet wurden, in ihrem Werte diferieren.“

{Not on account of that, but on account of both those ragamuffings
having the fixed idea that both of them must draw the same spoil from „the
support they have given to labour“; or that, whatever the respective values
of their commodities, those commodities must be sold at average prices,
giving each of them the same rate of profit."}

„Tuch und Baumwollwaren haben den gleichen Wert, weil sie das Produkt gleicher
Arbeitsquanten und gleicher Mengen fixen Kapitals sind; Getreide aber ist nicht von
gleichem Wert“ {soll heißen costprice?} „wie diese Waren, weil es, was das fixe Kapital
anbetrifft, unter anderen Bedingungen produziert wurde.“ (p.29-31.)

Diese höchst clumsy illustration? für eine höchst einfache Sache ist so ver-
wickelt gemacht, um nicht einfach zu sagen: Da gleich große Kapitalien,
welches immer das Verhältnis ihrer organischen Teile oder ihre Zirkula-
tionszeit sei, gleich große Profite abwerfen, was unmöglich, wenn die Waren
zu ihren Werten verkauft werden etc., existieren von diesen Werten ver-
schiedne Kostenpreise der Waren. Und zwar liegt dies im Begriff einer all-
gemeinen Profitrate.

Gehn wir das komplizierte Beispiel durch und reduzieren es auf seine
sehr wenig „komplizierten“ genuine dimensions?. Und fangen wir zu
diesem Behuf von hinten an und bemerken voraus, simultaneously for a
clearer understanding, that Ricardo „supposes“?, daß dem farmer und dem
Cottonkerl Rohmaterial nichts kostet, daß ferner der farmer kein Kapital
auslegt in Arbeitswerkzeugen, daß endlich kein Teil des vom Cottonhund
ausgelegten capital fixe als d&chet® in sein Produkt eingeht. Alle diese Vor-
aussetzungen sind zwar abgeschmackt, schaden aber an und für sich der
Illustration nichts.

Alles dies vorausgesetzt, ist das Beispiel RicJardos], von hinten ange-
fangen, dies: Der farmer legt 5000 I. in Arbeitslohn aus; die Cottonkanaille
5000 Z. in Arbeitslohn und 5500 in Maschinerie. Also der erste legt 5000 I.

1 Nicht deswegen, sondern weil diese beiden Lumpenkerle die fixe Idee haben, daß jeder
von ihnen die gleiche Beute herausschlagen müsse aus „der Unterstützung, die sie der
Arbeit zuteil werden ließen“, oder daß, was auch immer die respektiven Werte ihrer Waren
sein mögen, diese Waren zu Durchschnittspreisen verkauftwerden müssen, die jedem von ihnen
die gleiche Profitrate einbringen. - ? Kostenpreis - ® schwerfällige Illustration - * wirklichen
Dimensionen - 5 zugleich zu einem besseren Verständnis, daß Ricardo „annimmt“ - ® Ver-

schleiß

und der zweite 10500 [aus], der zweite also | noch einmal soviel wie der
erste. Sollen beide also 10 p.c. Profit machen, so muß der farmer seine
Ware zu 5500 und der Cottonkerl seine zu 6050 !. verkaufen (da angenom-
men, daß von den 5500 in Maschinerie kein part! als döchet Wertbestand-
teil des Produkts bildet). Es ist absolut nicht abzusehn, was Ricardo hiermit
sich klargemacht hat, als daß die Kostenpreise der Ware, soweit sie be-
stimmt sind durch den Wert der in der Ware enthaltnen avances? + dem-
selben Profit p.c. jährlich, verschieden sind von den Werten der Waren, und
daß dieser Unterschied entspringt daraus, daß die Waren zu solchen Preisen
verkauft werden, daß sie dieselbe Profitrate auf das vorgeschoßne Kapital
abwerfen; kurz, daß dieser Unterschied zwischen cost-prices und values
identisch ist mit einer allgemeinen Profitrate. Selbst der Unterschied von
capital fixe und capital circulant°, den er hier hineinbringt, ist in diesem
Beispiel reine Flause. Denn wenn z.B. die 5500 /., die der Cottonspinner
mehr anwendet, in Rohmaterialien bestünden, während der Pächter keinen
Samen etc. brauchte, so käme ganz dasselbe Resultat heraus. Das Beispiel
zeigt auch nicht, wie Ricardo sagt, that*

„deren produzierte Waren“ (the cotton-manufacturer and the farmer?) „jedoch wegen
der verschiedenen Quantitäten fixen Kapitals oder aufgehäufter Arbeit, die von jedem
von ihnen verwendet wurden, in ihrem Werte differieren.“ (p.31.)

Denn nach seiner Voraussetzung wendet der cotton-manufacturer für
5500 I. fixed capital an und der Farmer für 0; der eine wendet es an, der
andre wendet es nicht an. Sie wenden es also keineswegs „in different
quantities“® an, sowenig wie man sagen kann, daß einer, der Fleisch ver-
zehrt und einer, der keins verzehrt, Fleisch „in different quantities“ ver-
zehren. Dagegen ist richtig, daß sie, was sehr falsch durch ein „or“” er-
schlichen ist, „accumulated labour“, d.h. vergegenständlichte Arbeit, „in
different quantities“ anwenden, nämlich der eine für 10500 /, und der andre
nur für 5000. Daß sie aber „different quantities of accumulated labour“ ®
anwenden, heißt nichts als daß sie „different quantities of capital“? auslegen
in ihren respective trades!®, daß im Verhältnis zu diesem Größenunterschied
ihrer angewandten Kapitalien die Masse des Profits steht, weil dieselbe
Profitrate unterstellt ist, und daß endlich dieser Unterschied in der der
Größe der Kapitalien proportionierten Profitmasse sich in den respektiven

1 Teil-2 Vorschüsse - ®fixem Kapital und zirkulierendem Kapital -* daß -° der Baumwoll-
manufakturisten und der Pächter -$ „in verschiedenen Mengen“ -? „oder“ -® „verschiedene
Mengen aufgehäufter Arbeit“ -° „verschiedene Mengen von Kapital“ - 1° respektiven Ge-
werbezweige

cost-prices der Waren ausdrückt, darstellt. Aber woher die clumsiness!
in Riclardo]s Illustration?

„Hier haben wir also zwei Kapitalisten vor uns, die genau die gleiche Menge Arbeit
jährlich für die Produktion ihrer Waren verwenden, deren produzierte Waren jedoch

in ihrem Werte differieren.“ (p.30, 31.)

D.h., sie wenden nicht die same quantity of labour - immediated and
accumulated labour, taken together? - an, aber sie wenden dasselbe Quan-
tum variables, in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital, dieselbe Quantität leben-
diger Arbeit [an]. Und da Geld gegen accumulated labour, d.h. in der Form
von Maschine etc. existierender Waren sich nur nach dem Gesetz der Waren
austauscht, da der Mehrwert nur entsteht aus Aneignung ohne Zahlung
eines Teils der angewandten lebendigen Arbeit, so ist es klar (da nach der
Voraussetzung kein Teil der Maschinerie als dechet in die Ware eingeht),
daß beide nur denselben Profit machen können, wenn Profit und Mehrwert
identisch. Der cotton-manufacturer müßte seine Ware zu 5500 /. verkaufen
wie der farmer, obgleich er mehr als doppelt so großes Kapital auslegt. Und
ginge selbst die ganze Maschinerie in die Ware ein, so könnte er seine Ware
nur verkaufen zu 11000 Z., d.h. er würde keine 5 p.c. Profit machen,
während der farmer 10 macht. Aber mit diesen ungleichen Profiten hätten
farmer und manufacturer die Waren zu ihren Werten verkauft, voraus-
gesetzt, daß die I0 p.c., die der farmer macht, wirkliche, in seiner Ware ent-
haltne, unbezahlte Arbeit darstellen. Verkaufen sie ihre Waren also zu
gleichem Profit, so eins von beiden nötig: Entweder schlägt der manufac-
turer willkürlich 5 p.c. auf seine Waren, und dann sind die Waren des
manufacturer und farmers zusammengenommen über ihrem Wert verkauft.
Oder der wirkliche Mehrwert, den der farmer macht, ist etwa 15 p.c. Und
beide schlagen den Durchschnitt von I0 p.c. auf ihre Ware. In diesem Fall,
obgleich der cost-price der resp. Waren jedesmal über oder unter ihrem
Wert steht, ist die Summe der Waren zu ihrem Wert verkauft und die Aus-
gleichung der Profite selbst durch die Summe des in ihnen enthaltnen Mehr-
werts bestimmt. Hier, in dem obigen Satz Ricardos, wenn er richtig modifi-
ziert wird, liegt das Richtige, - daß das Verhältnis von variablem Kapital
und konstantem, bei gleicher Größe des ausgelegten Kapitals, Waren von
ungleich großen Werten und daher von verschiednem Profit erzeugen muß,
daß die Ausgleichung dieser Profite daher von den Werten der Waren ver-
schiedne Kostenpreise erzeugen muß.

1 Schwerfälligkeit - ? gleiche Menge von Arbeit - unmittelbare und aufgehäufte Arbeit
zusammengenommen

„Hier haben wir also Kapitalisten vor uns, die genau die gleiche Menge“ (imrne-
diate, living!) „Arbeit jährlich für die Produktion ihrer Waren verwenden, deren
produzierte Waren jedoch wegen der verschiedenen Quantitäten fixen Kapitals oder
aufgehäufter Arbeit, die von jedem von ihnen verwendet wurden, in ihrem Werte
differieren“ (1.e. have cost-prices different from their values?). [p.30, 31.]

Indes kommt diese Ahnung bei Riclardo] nicht zum Durchbruch. Sie
erklärt bloß das Hin- und Herwinden und die offenbare Falschheit der
Illustration, die nichts mit „different quantities of fixed capital employed“?
bisher zu tun hatte.

Gehn wir nun weiter zurück in der Analyse. Der manufacturer baut im
ersten Jahr eine Maschine mit 100 Mann, der farmer unterdessen produ-
ziert Korn ditto mit 100 Mann. Im zweiten Jahr nimmt der manufacturer
die Maschine und macht damit cotton, wofür er wieder 100 men anwendet.
Der farmer dagegen wendet wieder 100 Mann auf den Kornbau an. Gesetzt,
sagt Ricardo, der Wert des Korns sei jährlich 500 I. Unterstellen wir, die
unbezahlte Arbeit darin sei = 25 p.c. [der bezahlten], also auf 400 = 100.
So wäre die Maschine ditto am Ende des ersten Jahrs wert 500 I, wovon
400 I. = bezahlter Arbeit und 100 /. der Wert der unbezahlten Arbeit. Wir
wollen 534] annehmen, am Ende des zweiten Jahrs sei die ganze Maschine
aufgearbeitet, in den Wert der cottons eingegangen. In der Tat nimmt
Ricardo dies an, indem er am Ende des zweiten Jahrs nicht nur die value of
the cotton goods, but the „value of the cotton goods and the machine“?
vergleicht mit „the value of the corn“°.,

Well. Die value der cottons muß dann am Ende des zweiten Jahres gleich
sein 1000 Z., nämlich 500 der Wert der Maschine und 500 der Wert der
neuzugesetzten Arbeit. Die value des corn dagegen 500, nämlich der Wert
der 400 Arbeitslohn und 100 unbezahlte Arbeit. Bis hierher ist in diesem
case noch nichts enthalten, was dem Gesetz der Werte widerspricht. Der
cottonmanufacturer macht 25 p.c. Profit, ganz wie der corn-manufacturer;
aber die Ware des erstren = 1000 und die des zweiten = 500, weil in der
Ware des ersten die Arbeit von 200 Mann und in der des zweiten jedes Jahr
nur die von 100 steckt, und ferner die 100 Profit (Mehrwert), die der
cotton-manufacturer auf die Maschine im ersten Jahr gemacht hat - indem
er !/,® Arbeitszeit der sie bauenden Arbeiter in sie absorbierte, ohne sie zu

1 unmittelbarer, lebendiger - 2 d. h. haben Kostenpreise, die verschieden sind von
ihren Werten - ® „verschiedenen Mengen angewandten fixen Kapitals“ - * Wert der Baum-
wollwaren, sondern „den Wert der Baumwollwaren und der Maschine“ -° „dem Wert des
Getreides“ - ® in der Handschrift: */,

zahlen -, werden ihm erst im zweiten Jahr realisiert, da er jetzt erst in dem
Wert der cottons zugleich den Wert der Maschine realisiert. Aber jetzt
tritt der Witz ein. Der cotton-manufacturer verkauft zu mehr als 1000 1.,
also zu einem höhren Wert wie seine Ware enthält, während der farmer zu
500, also zum Wert des Korns nach der Voraussetzung verkauft. Hätten also
bloß diese beiden Personen auszutauschen, der manufacturer Korn vom
farmer und der farmer cotton vom manufacturer, so wäre es dasselbe, als ob
der farmer die Ware unter ihrem Wert verkaufte, weniger als 25 p.c. machte
und der manufacturer die cottons über ihrem Wert verkaufte. Lassen wir
die 2 Kapitalisten (clothman! und cotton-man?), die Riclardo] hier noch
zum Überfluß hereinbringt, fort, und modifizieren wir seinen Satz dahin,
daß nur von dem cotton-man die Rede. Für die Illustration, so weit sie bis
jetzt geht, der double emploi? ganz nutzlos. Also:

„Aber sie“ (the cottons) „werden mehr als den doppelten Wert des Getreides haben,
weil der Profit des ersten Jahres aus dem Kapital ... des Baumwollindustriellen seinem
Kapital zugeschlagen wurde, während der des Farmers verausgabt und verzehrt wurde.“

(Diese letztre bürgerlich beschönigende Phrase hier theoretisch ganz
sinnlos. Moralische Betrachtungen haben nichts mit der Sache zu tun.)

„Die Waren werden also nach der verschiedenen Lebensdauer ihres Kapitals bewertet,
oder, was dasselbe ist, nach der Zeit, die verstreichen muß, bis ein Posten auf den Markt
gebracht werden kann, jedoch nicht genau proportional zu der auf sie verwendeten Menge
Arbeit. Es wird sich nicht ein Verhältnis von zwei zu eins, sondern ein etwas höheres
ergeben, als Entschädigung für den größeren Zeitraum, der verstreichen muß, bevor die
wertvollsten Waren auf den Markt gebracht werden können.“ (p.30.)

Verkaufte der manufacturer die Ware zu ihrem Wert, so würde er sie zu
1000 I. verkaufen, doppelt so teuer als das Korn, weil doppelt soviel Arbeit
darin steckt, 500 /. accumulated labour in der Maschinerie (wovon er 100 I.
nicht bezahlt hat) und 500 in der Cottonarbeit, wovon er wieder 100 nicht
bezahlt hat. Aber er rechnet so: Das erste Jahr legte ich 400 aus, und durch
Exploitation der Arbeiter schuf [ich] damit eine Maschine, die 500 /. wert
ist. Ich machte also einen Profit von 25 p.c. Das zweite Jahr lege ich 900 I.
aus, nämlich 500 in besagter Maschine und 400 wieder in Arbeit. Soll ich
nun wieder 25 p.c. [machen], so muß ich die cottons zu 1125 verkaufen,
also 125 I. über ihrem Wert. Denn diese 125 /. repräsentieren keine in den
cottons enthaltne Arbeit, weder im ersten Jahr akkumulierte, noch im
zweiten zugesetzte. Die Gesamtsumme Arbeit, die in ihnen steckt, nur

1 Tuchmann - ? Baumwollmann - ® Doppelgebrauch

= 1000 I. Anderseits unterstelle, die beiden tauschen aus, oder die Hälfte
der Kapitalisten befinde sich in der Lage des cotton-manufacturer, die
andere Hälfte in der Lage des farmers. Wovon soll nun die erste Hälfte die
125 1. bezahlt erhalten. Aus welchem Fonds? Offenbar doch nur von der zweiten
Hälfte. Aber dann ist es klar, daß diese zweite Hälfte keinen Profit von 25 p.c.
macht. Die erste Hälfte würde also die zweite beschwindeln unter dem Vor-
wand einer allgemeinen Profitrate, während in fact! die Profitrate für den
manufacturer 25 und für den farmer unter 25 p.c. stünde. Die Sache muß
also anders zugehn.

Um die Illustration richtiger und anschaulicher zu machen, unterstelle,
der farmer wende im zweiten Jahr 900 I. an. So hat er bei 25 p.c. Profit ge-
macht im ersten Jahr 100 I. von den 400, die er auslegt, im zweiten 225, zu-
sammen 325 l. Dagegen der manufacturer im ersten Jahr 25 p.c. auf die
400 I., aber im zweiten nur 100 auf 900 (da die 500 in Maschinerie keinen
Mehrwert abwerfen, sondern nur die 400 in Arbeitslohn), [das heißt] nur
11Y/, p.c. Oder laß den farmer wieder 400 auslegen, so hat er im ersten Jahr
25 p.c. gemacht wie im zweiten, zusammen 25 p.c. oder 200 I. auf 800 I.
Auslage in 2 Jahren. Dagegen der manufacturer im ersten Jahr 25, im
zweiten 1 1Y/,, 200 Z. auf 1300 Auslage in 2 Jahren = 15°/i3. Der manufacturer
würde also bei Ausgleichung 20°/,, und ditto der farmer aufzuschlagen
haben!“®], Oder dies wäre der Durchschnittsprofit. Dieses würde geben für
die Ware des farmers unter 500 /. und für die Ware des manufacturer über
1000.

1535| Jedenfalls legt der manufacturer hier im ersten Jahr 400 I. aus,
im zweiten 900, während der farmer jedesmal nur 400 I. auslegt. Hätte der
manufacturer statt cottons ein Haus gebaut (wäre er Baumeister), so steck-
ten am Ende des ersten Jahres 500 !. in dem unfertigen Haus, und er müßte
400 1. in Arbeit mehr verausgaben, um es zu vollenden. Der farmer, dessen
Kapital im Jahr umschlug, kann von den 100 I. Profit einen Teil, z.B. 50,
wieder kapitalisieren, von neuem in Arbeit auslegen, was der manufacturer
im supposed case? nicht kann, Soll die Profitrate in beiden Fällen dieselbe
sein, so muß die Ware des einen über und des andren unter ihrem Wert
verkauft werden. Da die Konkurrenz die Werte zu Kostenpreisen auszu-
gleichen sucht, findet dies statt.

Aber es ist falsch, was Ricardo sagt, daß hier a variation in the relative
values? produziert wird „on account of the different degrees of durability of
capitals“ oder „on account of the time which must elapse before one set of

1 tatsächlich - ? angenommenen Fall - ® eine Variation in den relativen Werten

commodities can be brought to market“. Es ist vielmehr die Annahme einer
allgemeinen Profitrate, welche trotz der verschiednen values, die durch den
Zirkulationsprozeß bedingt sind, gleiche und von diesen nur durch die
Arbeitszeit bestimmten values verschiedne Kostenpreise hervorbringt.

Die Illustration Ricardos zerfällt in zwei Beispiele. In dem letztern kommt
die durability of capital? oder der Charakter des Kapitals als fixes gar nicht
herein. Es handelt sich nur um Kapitale von verschiedner Größe, die aber
dieselbe Masse Kapital in Arbeitslohn auslegen, dasselbe variable Kapital
auslegen und wo die Profite dieselben sein sollen, obgleich die Mehrwerte
und die Werte verschieden sein müssen.

In das erste Beispiel kommt die durability wieder nicht hinein. Es
handelt sich um längren Arbeitsprozeß - längren Aufenthalt der Ware in der
Produktionssphäre, bevor sie in Zirkulation treten kann, bis sie fertig ge-
macht ist. Hier wendet bei ihm auch der manufacturer im zweiten Jahr
größres Kapital an als der farmer, obgleich er in beiden Jahren dasselbe
variable Kapital anwendet. Der Farmer könnte aber infolge des kürzren
Weilens seiner Ware im Arbeitsprozeß, ihrer frühren Verwandlung in
Geld, größres variables Kapital im zweiten Jahr anwenden. Außerdem der
Teil des Profits, der als Revenue konsumiert wird, ist für den farmer am
Ende des ersten Jahrs konsumierbar, für den manufacturer erst am Ende
des zweiten. Er muß also Extrakapital verausgaben für seinen Lebensunter-
halt, sich diesen vorschießen. Es hängt hier übrigens ganz davon [ab], wie-
weit die in einem Jahr umschlagenden Kapitalien ihre Profite wieder kapi-
talisieren, also von der wirklichen Größe der erzeugten Profite, damit case Il
entschädigt werden kann, die Profite ausgeglichen werden können. Wo nichts
ist, ist nichts auszugleichen. Hier produzieren die Kapitalien wieder Werte,
also Mehrwerte, also Profite nicht im Verhältnis ihrer Größe. Soll dies der
Fall sein, so müssen von den values verschiedne cost-prices existieren.

Ricardo gibt eine dritte Illustration, die aber wieder mit dem ersten Bei-
spiel der ersten Illustration exakt zusammenfällt und kein neues Wort ent-
hält.

„Angenommen, ich beschäftige zwanzig Leute für’ ein Jahr mit einem Aufwand
von 1000 I. für die Produktion einer Ware. AmEnde des Jahres beschäftige ich wiederum
zwanzig Leute für ein weiteres Jahr mit einem abermaligen Aufwand von 1000 /., um
dieselbe Ware zu vollenden oder zu verbessern. Nach Ablauf zweier Jahre bringe ich
die Ware auf den Markt. Wenn der Profit [0 Prozent sein soll, so muß meine Ware für

1 „infolge der verschiedenen Lebensdauer ihres Kapitals“ oder „infolge der Zeit, die ver-
streichen muß, bis ein Posten auf den Markt gebracht werden kann“ — ? Lebensdauer des
Kapitals

2310/. verkauft werden, da ich 10007. Kapital während eines Jahres und 2100 1.
Kapital während eines weiteren Jahres aufgewendet habe. Ein anderer wendet genau
dieselbe Menge Arbeit an, aber er wendet sie insgesamt im ersten Jahr an.Er beschäftigt
vierzig Mann mit einem Aufwand von 2000 I., und am Ende des ersten Jahres verkauft
er mit 10 Prozent Profit, d.h. für 2200 I. Hier haben wir also zwei Waren vor uns, für
die eine genau gleiche Menge Arbeit verwendet wurde, wovon eine für 2310 1. und
die andere für 2200 . verkauft wird.

Dieser Fall scheint sich von dem zuletzt angeführten zu unterscheiden, tatsächlich

ist er jedoch derselbe.“ (p.34, 35.)

Is not only the same „in fact“, but „in appearance“ too!, nur daß in dem
einen Fall die commodity „Maschine“ heißt und hier „commodity“ schlecht-
hin. Im ersten Beispiel legte der manufacturer im ersten Jahr 400 und im
zweiten 900 aus, diesmal im ersten 1000 und im zweiten 2100, der farmer
im ersten Jahr 400 und im zweiten 400. Diesmal legt der zweite Mann im
ersten Jahr 2000 aus und im zweiten gar nichts. Das ist der ganze Unter-
schied. Das fabula docet? bezieht sich aber in beiden Fällen darauf, daß der
eine im zweiten Jahr das ganzeProdukt des ersten (Mehrwert eingeschlossen)
plus an additional sum? auslegt.

Die clumsiness dieser Beispiele zeigt, daß Ricardo mit einer Schwierigkeit
ringt, die ihm selbst nicht klar wird und die er noch weniger überwindet.
Die clumsiness besteht darin: Das erste Beispiel der ersten Illustration soll
die durability of the capital hineinbringen; es tut nothing of the sort#;
Ric[ardo] hatte sich das unmöglich gemacht, weil er keinen Teil des capital
fixe als dechet in die Ware eingehen läßt, also grade das Moment ausläßt,
worin die eigentümliche Zirkulationsweise des capital fixe erscheint. Was er
demonstriert ist bloß, daß infolge der längren Zeitdauer des Arbeits-
prozesses größres Kapital angewandt wird als da, wo der Arbeitsprozeß
kürzer dauert. Das dritte Beispiel soll etwas hiervon Unterschiednes illustrie-
ren, illustriert aber wirklich dasselbe. Das zweite Beispiel der ersten |}536]
Illustration aber sollte zeigen, welche Unterschiede infolge verschiedner
Proportionen von capital fixe hineinkommen. Statt dessen zeigt es nur den
Unterschied zweier Kapitale von ungleicher Größe, obgleich beide denselben
Kapitalteil in Arbeitslohn auslegen. Und dazu der manufacturer, der ohne
Baumwolle und Garn und der Pächter, der ohne Samen und Instrument
agiert! Die völlige Haltlosigkeit, ja Abgeschmacktheit dieser Illustration
geht notwendig aus der innern Unklarheit hervor.

1Es ist derselbe nicht nur „tatsächlich, sondern auch „dem Anschein nach“ - ? Die
Schlußfolgerung - ° einer zusätzlichen Summe - * nichts Derartiges

### [B) Ricardos Verwechslung der Kostenpreise mit dem Wert
und die hieraus entspringenden Widersprüche in seiner Werttheorie.
Sein Unverständnis des Prozesses der Ausgleichung der Profitrate
und. der Verwandlung der Werte in Kostenpreise]

Die Nutzanwendung aller dieser illustrations spricht er endlich aus:

„Die Wertdifferenz entspringt in beiden Fällen aus der Akkumulation des Profits
zu Kapital und ist daher nur eine gerechte Entschädigung“ (als ob es sich hier um justice!

handle) „für die Zeit, während, welcher der Profit einbehalten wurde.“ (p.35.)

Was heißt das andres, als in einer bestimmten Zirkulationszeit, z.B. einem
Jahr, muß ein Kapital 10 p.c. abwerfen, welches immer seine spezifische
Zirkulationszeit sei und ganz unabhängig von den verschiednen Mehrwerten,
die in different trades?, abgesehn von dem Zirkulationsprozeß, Kapitalien
von gleicher Größe produzieren müssen, je nach Verhältnis ihrer organischen
Bestandteile.

Was Ricardo schließen mußte, war das:

lErstens:] Kapitalien von gleicher Größe produzieren Waren von un-
gleichen Werten und werfen daher ungleiche Mehrwerte oder Profite ab, weil
der Wert durch die Arbeitszeit bestimmt ist und die Masse Arbeitszeit, die
ein Kapital realisiert, nicht von seiner absoluten Größe abhängt, sondern
von der Größe des variablen Kapitals, des in Arbeitslohn ausgelegten
Kapitals. Zweitens: Gesetzt selbst, daß gleich große Kapitalien gleiche Werte
produzieren (obgleich die Ungleichheit in der Produktionssphäre meist mit
der in der Zirkulationssphäre zusammenfällt), so ist je nach ihrem Zirkula-
tionsprozeß der Zeitraum verschieden, worin sie gleiche Quanta unbezahlter
Arbeit aneignen und in Geld verwandeln können. Dies gibt also eine zweite
Differenz in den Werten, Mehrwerten und Profiten, die Kapitalien von
gleicher Größe in different trades abwerfen müssen in einem bestimmten
Zeitraum.

Sollen daher die Profite gleich sein, als percentage auf Kapital während
eines Jahres z.B., so daß also Kapitalien von gleicher Größe in gleichen
Zeiträumen gleiche Profite abwerfen, so müssen die Preise der Waren von
ihren Werten verschieden sein. Diese Kostenpreise aller Waren zusammen,
ihre Summe wird gleich ihrem Wert sein. Ebenso wird der Gesamtprofit
gleich dem Gesamtmehrwert sein, den diese Kapitalien zusammen während
eines Jahres z.B. abwerfen. Der Durchschnittsprofit, also auch die Kosten-

1 Gerechtigkeit - ? verschiedenen Gewerbezweigen

preise, wäre bloß imaginär und haltlos, nähmen wir nicht die Wertbestim-
mung als Grundlage. Die Ausgleichung der Mehrwerte in different trades
ändert nichts an der absoluten Größe dieses Gesamtmehrwerts, sondern
ändert nur seine Verteilung in den different trades. Die Bestimmung dieses
Mehrwerts selbst aber geht nur aus der Bestimmung des Werts durch
Arbeitszeit hervor. Ohne diese ist der Durchschnittsprofit Durchschnitt
von nichts, bloße fancy!. Und er könnte dann ebensowohl 1000 wie 10 p.c.
sein.

Alle Hlustrationen Ricfardo|s dienen ihm nur dazu, die Voraussetzung
einer allgemeinen Profitrate einzuschmuggeln. Und dies geschieht im ersten
Kapitel „On value“, während angeblich erst im 5. Kapitel wages? und im
6. Profite entwickelt werden. Wie aus der bloßen Bestimmung des „Werts“
der Waren ihr Mehrwert, der Profit und nun gar eine allgemeine Profitrate
hervorgehn, bleibt Ricardo in Dunkel gehüllt. Das einzige, was er in obigen
Illustrationen in fact nachweist, ist, daß die Preise der Waren, soweit sie
durch allgemeine Profitrate bestimmt sind, durchaus verschieden sind von

den Werten der Waren. Und auf diesen Unterschied kömmt er, indem er die
Profitrate unterstellt als lay®, Man sieht, wenn man ihm zu große

ven le

L.r
alc UNIersiceht ais iaW ient, wenn mani DSITak-

tion vorwirft, wäre der umgekehrte Vorwurf der berechtigte; Mangel an
Abstraktionskraft, Unfähigkeit, bei den Werten der Waren die Profite zu
vergessen, ein aus der Konkurrenz ihm gegenübertretendes fact.

Weil Ricfardo] zugibt, statt die Differenz der Kostenpreise von den
Werten aus der Wertbestimmung selbst zu entwickeln, daß von der Arbeits-
zeit unabhängige Einflüsse die „Werte“ selbst bestimmen - hier wäre es für
ihn am Ort gewesen, den Begriff der „absolute“ or „real value“ or „value“ *
schlechthin festzuhalten - und ihr Gesetz stellenweis aufheben, fußten
hierauf seine Gegner wie Malthus, um seine ganze | Theorie der Werte
anzugreifen, indem Malthus mit Recht bemerkt, daß die Differenzen
zwischen den organischen Bestandteilen des Kapitals und die Umschlags-
zeiten der Kapitalien in verschiednen trades sich gleichmäßig mit dem
Fortschritt der Produktion entwickeln, so daß man zum A.Smithschen
Standpunkt käme, daß die Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit
nicht mehr passe für „zivilisierte“ Zeiten. (Sieh auch Toorrens.) Anderseits
haben [sich] seine Schüler, um diese Phänomene dem Grundprinzip adäquat
zu machen (sieh [James] Mill und den elenden Peter MeCulloch)!®! zu den
elendsten scholastischen Erfindungen geflüchtet.

“

1 Hirngespinst - ? Arbeitslöhne - ? Gesetz - 2 des „absoluten
„Werts“

oder „realen Werts“ oder

Ohne bei diesem aus seinen eignen Illustrationen folgenden Resultat zu ver-
weilen - daß, ganz abgesehn vom Steigen oder Fallen des Arbeitslohns, bei
Voraussetzung konstanten Arbeitslohns, die Kostenpreise der Waren von
ihren Werten verschieden sein müssen, wenn Kostenpreise bestimmt sind
durch dasselbe percentage of profit -, kommt Riclardo] in dieser Sektion
auf die Influenz, die Steigen oder Fallen des Arbeitslohns ausübt auf die
Kostenpreise, zu denen bereits die Werte ausgeglichen sind.

Der Witz an und für sich ist außerordentlich einfach.

Der farmer legt 5000 I. zu IO p.c. aus; seine Ware = 5500 !. Fällt der
Profit um 1 p.c., von 10 auf 9, weil der Arbeitslohn gestiegen, das Steigen
des Arbeitslohnes diese Reduktion bewirkt hat, so verkauft er nach wie vor
(da unterstellt ist, daß er sein ganzes Kapital in Arbeitslohn ausgelegt) zu
5500. Aber von diesen 5500 gehörten ihm nicht mehr 500, sondern nur
A544] 99. Das Kapital des manufacturer besteht aus 55001. für Maschinerie
und 5000 7. für labour. Die letztren 5000 stellen sich nach wie vor in 5500
dar, nur daß er jetzt nicht 5000 auslegt, sondern 5045°%/,99 und hierauf nur
Profit macht von 4544/49 wie der farmer. Dagegen auf das capital fixe von
5500 kann er nicht mehr 10 p.c. oder 550 rechnen, sondern nur 9 p.c. oder
495. Er wird also seine Ware verkaufen statt zu 6050 zu 5995 l., und so ist
infolge des Steigens des Arbeitslohns der Geldpreis der Ware des farmers
derselbe geblieben, der des manufacturer aber gefallen, so der Wert der
Ware des farmers compared" mit dem des manufacturer gestiegen. Der
ganze Witz kommt darauf hinaus, daß, wenn der manufacturer seine Ware
zum selben Wert verkaufte wie früher, er einen höhern als den Durch-
schnittsprofit machen würde, weil nur der in Arbeitslohn ausgelegte Teil
des Kapitals direkt von dem Steigen des Arbeitslohns berührt wird. Es sind
bei dieser Illustration bereits durch 10 p.c. Durchschnittsprofit regulierte
und von den Werten der Waren unterschiedne Kostenpreise unterstellt. Die
Frage ist, wie auf diese Steigen oder Fallen des Profits wirkt, je nach dem
verschiednen Verhältnis, was fixes und zirkulierendes Kapital in ihm bildet.
Mit der wesentlichen Frage, der Verwandlung der Werte in Kostenpreise, hat
diese Illustration (bei Ric[ardo] p.31, 32) nichts zu schaffen. Sie ist nett,
weil Ric[ardo] überhaupt hier zeigt, daß Erhöhung des Lohns, die bei
gleicher Komposition der Kapitalien nur Erniedrigung des Profits ohne
Affektion der Warenwerte - gegen die vulgäre Ansicht - hervorbringen
würde, bei ungleicher Komposition derselben nur Fall im Preis einiger
Waren, statt, wie die Vulgäransicht glaubt, Steigen im Preis aller Waren

1 verglichen

hervorbringt. Hier Fall der Warenpreise infolge eines Falls in der Profitrate
oder, was dasselbe, Steigen des Arbeitslohns. Ein großerTeil des Kosten-
preises der Ware im Fall des manufacturer bestimmt durch den Durch-
schnittsprofit, den er auf das capital fixe rechnet. Fällt oder steigt also diese
Profitrate infolge des Steigens oder Fallens des Arbeitslohns, so wird der
Preis dieser Waren entsprechend fallen (as to that part of the price resulting
from the profit calculated upon the fixed capital‘) oder steigen. Dasselbe gilt
für „eirculating capitals returnable at distant periods and vice versa“? (Mc-
Culloch [p.300]). Würden die Kapitalisten, die weniger variables Kapital
anwenden, fortfahren, ihr fiixes Kapital zu derselben Profitrate dem Preis
der Ware anzukreiden, so würde ihre Profitrate steigen und in dem Verhält-
nis steigen, worin sie mehr capital fixe anwenden, gegen die, deren Kapital
in größren Portionen von variablem Kapital besteht. Dies würde die Kon-
kurrenz ausgleichen.

„Ricardo“, sagt Peter Mac, „war der erste, der untersuchte, die Effekte der fluctua-
tions im Arbeitslohn auf den Wert der Waren, wenn die in ihrer Produktion engagierten
Kapitalien nicht von derselben Dauer sind.“ (p.298, 299.) „Ricardo hat nicht nur ge-
zeigt, daß) es unmöglich ist, für ein Steigen der Löhne den Preis aller Waren zu heben,
sondern daß in vielen Fällen ein Steigen der Löhne notwendig führt zu einem Fallen der
Preise und ein Fallen der Löhne zu einem Steigen der Preise.“ (p.299, McCulloch, „The
Principles of Political Economy“, Edinburgh 1825.)

Ricardo beweist seine Geschichte dadurch, daß er erstens durch eine
allgemeine Profitrate regulierte Kostenpreise unterstellt.

Zweitens: „Der Wert der Arbeit kann nicht ohne ein Sinken des Profits steigen.“
(.31.)

Also schon in ch.1. „On Value“ die Gesetze unterstellt, die in ch. V und
VI „On Wages“ und „Profits“ aus dem ch. „On Value“ deduziert werden
sollen. Nebenbei bemerkt | schließt RicJardo] ganz falsch, daß, weil
„there can be no rise in the value of labour without a fall of profits“, there
can be no rise of profits without a fall in the value of labour?. Das erste
Gesetz bezieht sich auf den Mehrwert. Aber da Profit gleich Proportion von
Mehrwert zum avancierten Gesamtkapital, kann bei gleicher value of labour
der Profit risen, wenn der Wert des konstanten Kapitals fällt. Ric[ardo] ver-
wechselt überhaupt Mehrwert und Profit. Daher falsche Gesetze über den
Profit und die Profitrate.

3 entsprechend dem Teil des Preises, der aus dem auf das fixe Kapital berechneten Profit
entspringt -? „Zirkulierende Kapitalien, die in längeren Perioden zurück fließenundumgekehrt“
—3 „der Wert der Arbeit nicht ohne ein Sinken des Profits steigen kann“, es kein Steigen
des Profits ohne ein Fallen im Wert der Arbeit geben kann

Das allgemeine fabula docet der letzten Illustration:

„Das Ausmaß der durch ein Steigen oder Fallen der Arbeit“ (oder, was dasselbe,
Steigen oder Fallen in der Profitrate) „verursachten Änderung im relativen Wert der
Waren hängt somit vom Anteil des fixen Kapitals am gesamten angewandtenKapital ab.
Alle Waren, die mit sehr wertvollen Maschinen oder in sehr wertvollen Gebäuden pro-
duziert werden oder die eine beträchtliche Zeit erfordern, bevor sie auf den Markt
gebracht werden können, werden in ihrem relativen Werte sinken, während alle jene,
die hauptsächlich mittels Arbeit produziert oder rasch auf den Markt gebracht werden,
an relativem Wert gewinnen werden.“ (p.32.)

Riclardo] kommt wieder zu dem, was ihn in der Untersuchung eigent-
lich allein beschäftigt. Diese variations in den cost-prices of commodities!
resulting from a rise or fall in wages? sind unbedeutend, verglichen mit
denen, die in denselben cost-prices aus den variations in the values of
commodities [Riclardo] is far from expressing this truth in these adequate
terms}, der quantity of labour employed in their production? resultieren.
Also kann man davon „abstrahieren“ im großen und ganzen, und das Ge-
setz der values bleibt danach auch praktisch richtig. (Er hätte hinzufügen
müssen, daß die cost-prices selbst ohne die values, as determined by the
time of labour* unerklärlich bleiben.) Dies ist der echte Gang seiner Unter-
suchung. In der Tat ist es klar, daß trotz der Verwandlung der Werte der
Waren in Kostpreise, letztre vorausgesetzt, ein change? in denselben {und
diese Kostpreise sind zu unterscheiden von den Marktpreisen; sie sind die
Durchschnittsmarktpreise der Waren in den different trades. Marktpreis
selbst schließt schon soweit einen Durchschnitt ein, als Waren derselben
Sphäre durch die Preise der Waren bestimmt sind, die unter den mittleren,
average® Produktionsbedingungen dieser Sphäre produziert sind. Keineswegs
unter den schlechtesten Bedingungen, wie Ric[ardo] annimmt bei der Rente,
denn die Durchschnittsnachfrage hängt an einem bestimmten Preis, selbst
beim Korn. Ein gewisses Quantum Zufuhr wird also nicht über diesem
Preise verkauft. Sonst fiele die Nachfrage. Die unter (below) den mittlern,
nicht in den mittlern Bedingungen Produzierenden müssen daher ihre
Ware oft nicht nur unter ihrem Wert, sondern unter ihrem Kostenpreis
verkaufen}, soweit er nicht aus einem permanenten Fall oder Steigen - a
permanent alteration in the rate of profit”, der nur im Laufe vieler Jahre

1 In der Handschrift: values - ? Veränderungen in den Kostenpreisen der Waren, die aus
einem Steigen oder Fallen der Löhne herrühren - ® Veränderungen in den Werten der Waren
{Ric[ardo] ist weit entfernt davon, diese Wahrheit in diesen adäquaten Worten auszudrücken},
der zu ihrer Produktion angewandten Arbeitsmenge - * durch die Arbeitszeit bestimmten
Werte -5 Wechsel - ® durchschnittlichen - ” eine permanente Änderung in der Profitrate

sich festsetzen kann - hervorgeht, einzig und allein einem change in ihren
values, der zu ihrer Produktion nötigen Arbeitszeit geschuldet sein kann.

„Der Leser sollte sich jedoch bewußt sein, daß diese Ursache der Veränderungen
der Waren“ (soll heißen cost-prices oder, wie er meint, relative values of commodities)
„verhältnismäßig geringfügig in ihren Wirkungen ist... Anders verhält es sich mit der
zweiten großen Ursache der Veränderung des Wertes der Waren, nämlich der Ver-
mehrung oder Verminderung der zu ihrer Produktion erforderlichen Menge Arbeit...
Eine Veränderung der ständigen Profitrate in größerem Ausmaße ist die Auswirkung
von Ursachen, die sich nur im Laufe mehrerer Jahre durchsetzen, wohingegen Ände-
rungen in den zur Produktion von Waren notwendigen Arbeitsquanta sich täglich er-
eignen. Jede Verbesserung der Maschinen, Werkzeuge und Baulichkeiten, sowie bei der
Gewinnung von Rohstoffen spart Arbeit und ermöglicht uns die Produktion jener Ware,
bei der die Verbesserung angewandt wird, mit mehr Leichtigkeit, was im Ergebnis ihren
Wert ändert. Bei der Einschätzung der Ursachen der Änderung des Wertes von Waren
wäre es falsch, die Wirkung, die durch ein Steigen oder Sinken von Arbeit verursacht
wird, gänzlich zu vernachlässigen, aber es wäre ebenfalls unrichtig, ihr allzu große Be-
deutung beizumessen.“ (p.32, 33.)

Er wird daher ganz davon absehn.

So außerordentlich konfus ist diese ganze sectio IV of ch. I „On Value“,
daß, obgleich Ricardo beim Eingang ankündigt, er wolle den Einfluß der
variations betrachten, die Steigen oder Fallen des Arbeitslohns infolge der
differenten Zusammensetzung des Kapitals hervorbringe auf values, er in
der Tat dies nur zwischendurch illustriert, er dagegen in fact den Hauptteil
der Sektion IV mit Illustrationen füllt, die nachweisen, daß ganz unabhängig
vom Steigen oder Fallen des Arbeitslohns - bei von ihm selbst konstant
vorausgesetztem Arbeitslohn - die Annahme |}539] einer allgemeinen Profit-
rate von den values der Waren verschiedne cost-prices hervorbringen muß
und zwar wieder unabhängig selbst von difference of fixed und circulating
capital. Dies vergißt er wieder am Schluß der Sektion.

Er kündigt die Untersuchung in sect. IV an mit den Worten:

„Dieser Unterschied in der Lebensdauer des fixen Kapitals und die Vielfältigkeit
der Größenverhältnisse, in welchen die beiden Formen des Kapitals kombiniert werden
können, erzeugen neben der zur Produktion von Waren notwendigen größeren oder
geringeren Menge Arbeit eine weitere Ursache für die Veränderungen in deren relativem

Wert, nämlich das Steigen oder Fallen des Wertes Arbeit.“ (p.25, 26.)

In fact zeigt er d’abord durch seine illustrations, daß die allgemeine
Profitrate erst der different combination der sorts of capital (nämlich
variablen und konstanten etc.) diesen Einfluß gibt, die prices der commo-

1 relative Werte der Waren

dities von ihren values zu differenzieren, daß sie also, nicht the value of
labour!, die konstant vorausgesetzt ist, the cause of those variations? ist.
Dann - in zweiter Instanz erst - unterstellt er von den values infolge der
allgemeinen Profitrate bereits differenzierte cost-prices und untersucht, wie
variations in the value of labour auf diese wirken. Nr. |, die Hauptsache,
untersucht er nicht, vergißt er ganz und schließt die section, wie er sie er-
öffnet hat:

„Es ist in jedem Abschnitt gezeigt worden, daß ohne eine Änderung des Arbeits-
quantums die Erhöhung des Wertes der Arbeit nur einen Fall im Tauschwerte jener
Waren verursacht, zu deren Produktion fixes Kapital verwendet wird. Je größer die
Menge des fixen Kapitals ist, desto größer wird der Fall sein.“ (p.35.)

Und in der folgenden sect. V (ch. I) geht er denn auch in dieser line?
fort, d.h. untersucht nur, wie die cost-prices der Waren durch a variation in
the value of labour, or wages variiert werden können, wenn nicht die Propor-
tion of fixed und circulating capitals verschieden ist für two equal capitals
in two different occupationst, sondern wenn there is „unegual durability of
fixed capital“ oder aber „unequal rapidity in the return of the capitals to
their owners“, Die richtige Ahnung, die noch in sectio IV liegt, über den
Unterschied zwischen cost-prices und values infolge der allgemeinen Profitrate
klingt hier nicht mehr durch. Es wird nur eine sekundäre Frage über die
Variation in den cost-prices selbst behandelt. Diese sectio hat daher in der
Tat kaum ein theoretisches Interesse außer durch die gelegentlich beige-
brachten, aus dem Zirkulationsprozeß entspringenden Formverschieden-
heiten der Kapitalien.

„In dem Maße, in dem fixes Kapital eine geringere Lebensdauer besitzt, wird es
dem Charakter des zirkulierenden Kapitals ähnlicher. Es wird in kürzerer Zeit ver-
braucht und wertmäßig reproduziert werden, um das Kapital des Fabrikanten zu er-

halten.“ (p.36.)

Also auch die less durability® und der Unterschied zwischen fixed und
circulating capital überhaupt auf den Unterschied in der Reproduktionszeit
zurückgeführt. Dies ist allerdings entscheidend wichtige Bestimmung.
Keineswegs die einzige. Das capital fixe geht ganz in den Arbeitsprozeß ein
und nur sukzessiv und stückweise in den Verwertungsprozeß. Dies ein
andrer Hauptunterschied in ihrer Zirkulationsform. Ferner: Das capital

1 der Wert der Arbeit - ? die Ursache dieser Veränderungen - ? Linie - * zwei gleiche
Kapitale in zwei verschiedenen Anwendungssphären - ° es gibt „ungleiche Lebensdauer des
fixen Kapitals“ oder aber „ungleiche Schnelligkeit, mit der es zu seinem Anwender zurück-
fließt“ - * geringere Lebensdauer

fixe geht - muß es - nur seinem Tauschwert nach in den Zirkulationsprozeß
ein, während sein Gebrauchswert im Arbeitsprozeß aufgeht und ihn nie
verläßt. Dies ein andrer wichtiger Unterschied in der Zirkulationsform.
Beide Unterschiede in der Zirkulationsform betreffen auch die Zirkulations-
zeit; sind aber nicht mit den degrees! und differences derselben identisch.
Weniger durables? Kapital erheischt mehr beständige Arbeit,

„um seinen ursprünglichen Stand der Leistungsfähiskeit zu erhalten; aber die so ver-
ausgabte Arbeit kann betrachtet werden als ob sie in Wirklichkeit für die produzierte
Ware verwendet worden ist, die dann einen dieser Arbeit entsprechenden Wert ent-
halten muß.“ (p.36, 37.) „Ist aber der Verschleiß der Maschine groß und entspricht die
für ihre Instandhaltung notwendige Arbeitsmenge derjenigen von fünfzig Mann im
Jahr, dann muß ich einen zusätzlichen Preis für meine Waren fordern, der gleich dem
von irgendeinem anderen Fabrikanten erzielten ist, der fünfzig Mann für die Produk-
tion anderer Waren beschäftigt, ohne überhaupt irgendwelche Maschinerie zu ver-
wenden. Jedoch wird ein Steigen des Arbeitslohnes nicht in gleicher Weise solche
Waren, die mit schnell verschleißender Maschinerie produziert werden und andere, die
mit langsam verschleißender Maschinerie hergestellt werden, berühren. Bei der Pro-
duktion der einen Ware wird fortlaufend eine große Quantität Arbeit auf sie übertragen“

{aber er sieht nicht mit seiner general rate of profits im Kopf, daß damit
auch relativ a great deal of surplus labour would be continually transferred
to the commodity°},

„während bei der anderen sehr wenig übertragen wird“.

{Hence very little surplus labour, hence much less value, if the commo-
dities exchanged according to their values.“}

„Daher vermindert jede Erhöhung der Löhne oder, was dasselbe ist, |]540| jeder
Fall des Profits den relativen Wert jener Waren, die mit einem Kapita] von langer
Lebensdauer produziert werden und erhöht entsprechend den relativen Wert der
anderen, die mit rasch verschleißendem Kapital produziert werden. Ein Sinken der
Löhne hätte die genau entgegengesetzte Wirkung.“ (p.37, 38.)

In anderen Worten: Der manufacturer, der fixed capital of less durabi-
lity® anwendet, wendet verhältnismäßig weniger fixes und mehr in Arbeits-
lohn ausgelegtes Kapital an als der, der capital of greater durability em-
ploys®. Der Fall fällt also mit dem vorigen zusammen, wie variation of
wages wirkt auf Kapitalien, von denen das eine mehr fixes Kapital relativ,
proportionell anwendet als das andre. There is nothing new.?

1 Graden -? dauerhaftes — ° ein großer Teil der Surplusarbeit fortlaufend auf die Ware
übertragen wird — * Daher sehr wenig Surplusarbeit, daher viel weniger Wert, wenn die
Waren zu ihren Werten ausgetauscht werden. - ° fixes Kapital von geringerer Lebens-
dauer -® Kapital von größerer Lebensdauer anwendet — ? Daran ist nichts Neues.

Was Ricfardo] sonst p.38-40 über machinery sagt, aufzuheben, bis wir
an ch.XXXI „On Machinery“ kommen!.

Es ist merkwürdig, wie Ric[ardo] am Schluß fast mit dem Wort an das
Richtige anstreift, um es fahrenzulassen und nach dem gleich anzuführen-
den Anstreifen wieder zu der ihn beherrschenden Idee von der Wirkung
einer alteration in the value of labour auf cost-prices zurückkömmt und mit
dieser Nebenbetrachtung definitiv die Untersuchung schließt.

Die anstreifende Stelle ist diese:

„Man sieht daher, daß in den frühen Entwicklungsstufen der Gesellschaft, bevor
viel Maschinerie oder langlebiges Kapital benutzt wurde, die durch gleiche Kapitale
produzierten Waren ungefähr den gleichen Wert besitzen, und daß sie untereinander
nur steigen oder fallen auf Grund von mehr oder weniger Arbeit, die zu ihrer Produk-
tion erforderlich ist,“

{dieser Nachsatz schlecht; er bezieht sich auch nicht auf die value, sondern
auf die commodities?, wobei er keinen Sinn hat, außer es handelt sich von
ihren prices; denn daß die values fall im Verhältnis zur Arbeitszeit, heißt,
daß values fall or rise as they fall or rise®};

„aber nach der Einführung dieser kostspieligen und langlebigen Werkzeuge sind die
unter Verwendung gleicher Kapitale produzierten Waren von sehr ungleichem Werte. Ob-
wohl sie immer noch im Verhältnis zueinander in dem Maße, in dem mehr oder weniger
Arbeit für ihre Produktion notwendig wird, einem Steigen oder Sinken unterworfen
sind, unterliegen sie auch einer anderen, wenn auch geringeren Veränderung durch das
Steigen oder Fallen von Löhnen und Profiten. Da die für 5000 !. verkauften Waren das
Produkt eines Kapitals sein können, das in seiner Höhe gleich einem anderen ist, mit
dem Waren produziert wurden, die für 10 000 /. verkauft werden, werden die bei ihrer
Erzeugung gemachten Profite dieselben sein. Diese Profite wären aber ungleich, wenn die
Preise der Waren sich nicht mit einem Steigen oder Fallen der Profitrate ändern würden.“
(p.40, 41.)

Hier sagt Ricfardo] in der Tat:

Gleich große Kapitalien produzieren Waren von gleichen Werten, wenn
das Verhältnis ihrer organischen Bestandteile dasselbe ist, wenn sie gleich
große Portionen in Arbeitslohn und Arbeitsbedingungen verausgaben. In
ihren Waren verkörpern sich dann dieselben Quanta Arbeit, also gleiche
Werte {abgesehn von der Differenz, die durch den Zirkulationsprozeß
hereinkäme}. Dagegen produzieren gleich große Kapitalien Waren of very
unequal value, wenn ihre organische Zusammensetzung verschieden,

1 Siehe vorl. Band, S.552-554 - 2 Waren - ? die Werte fallen oder steigen wie sie fallen
oder steigen [in der Handschrift: as they rise or fall] -? von sehr ungleichem Wert

namentlich wenn der als fixes Kapital existierende Teil sehr verschieden
sich verhält zu dem in Arbeitslohn ausgelegten Teil. Erstens geht nur ein
Teil des fixen Kapitals als Wertbestandteil in die Ware ein, wodurch also
schon die Wertgrößen sehr verschieden werden, je nachdem viel oder wenig
fixes Kapital bei der Produktion der Ware angewandt ist. Zweitens ist der in
Arbeitslohn ausgelegte Teil - per 100 auf gleich große Masse Kapital ge-
rechnet - viel kleiner, also auch die Gesamtarbeit, die in der Ware ver-
körpert ist, also auch die Surplusarbeit bei gegebnem Arbeitstag von
gleicher Länge, die den Mehrwert konstituiert. Sollen daher diese gleich
großen Kapitalien, deren Waren ungleiche Werte haben, in welchen un-
gleichen Werten ungleiche Mehrwerte und daher ungleiche Profite stecken,
gleiche Profite wegen ihrer gleichen Größe abwerfen, so müssen die prices
of the goods (as determined by the general rate of profit on a given outlay)!
sehr verschieden sein von den values of the goods?. Es folgt daher nicht, daß
die values ihre Natur geändert, sondern daß die prices von den values ver-
schieden sind. Es ist um so auffallender, daß Ric/ardo] nicht zu diesem
Schluß kam, weil er doch sieht, daß selbst die cost-prices, die durch general
rate of profits bestimmt sind, [sich ändern] - vorausgesetzt, eine Ändrung
in rate of profit (oder rate of wages) diese Kostpreise ändern muß, damit die
rate of profit | in den verschiednen trades dieselbe bleibe. Wieviel mehr
müßte also das establishment of a general rate of profit die unequal values®
ändern, da ja diese general'rate of profit überhaupt nichts ist als Ausgleichung
der different rates of surplus value in den verschiednen Waren, die von
equal capitals produziert sind.

Nachdem Riclardo] so den Unterschied zwischen cost und value, cost-
prices und values der Waren, wenn nicht entwickelt und begriffen, jeden-
falls selbst faktisch konstatiert hat, endet er mit dem Satz:

„Malthus scheint zu glauben, daß es ein Teil meiner Ansicht sei, daß Kosten und
Wert einer Sache das gleiche seien. Das ist so, wenn er unter Kosten ‚Produktionskosten‘,
einschließlich Profit, versteht.“ (p.46, Note.) (Also Auslagen plus durch die general rate
of profit bestirnmten Profit.)

Mit dieser falschen und von ihm selbst widerlegten Verwechslung von
cost-prices und values geht er dann an die Betrachtung der Rente.

Was Ricardo in sect. VI, ch.I sagt mit Bezug auf den Einfluß der varia-
tions in the value of labour upon the cost-price of gold*:

1 Preise der Waren (insofern sie bestimmt werden durch die allgemeine Profitrate auf eine
gegebene Auslage) -? Werten der Waren - ? die Herstellung einer allgemeinen Profitrate die
ungleichen Werte - * Veränderungen im Wert der Arbeit auf den Kostenpreis von Gold

„Kann man Gold nicht als eine Ware betrachten, die mit solchen Anteilen der
beiden Arten von Kapital produziert wird, die der durchschnittlichen Menge, wie sie
bei der Produktion der meisten Waren angewandt wird, am nächsten kommen? Können
diese Anteile nicht annähernd gleich weit von den beiden Extremen, - dem einen, bei
dem wenig fixes Kapital benutzt wird und dem anderen, bei dem wenig Arbeit be-
schäftigt wird, - entfernt sein, so daß sie ein gerechtes Mittel zwischen ihnen dar-

stellen?“ (l.c. p.44),

gilt vielmehr mit Bezug auf die Waren, in deren Zusammensetzung die ver-
schiednen organischen Bestandteile im average! Verhältnis eingehn, ditto
ihre Zirkulations- und Reproduktionszeit die average ist. Für diese fällt
cost-price und value zusammen, weil bei ihnen der Durchschnittsprofit mit
ihrem wirklichen Mehrwert zusammenfällt, aber auch nur bei diesen.

So mangelhaft sect. IV und V von ch.1 erscheinen in der Betrachtung
über die influence der variations in the value of labour on the „relative
values“? ale Nebensache (theoretisch) gegen die Verwandlung der values in
cost-prices® durch die average rate of profits?, so bedeutende Konsequenz
zieht Ricfardo] daraus und wirft einen der hauptfortgeschleppten Irrtümer
seit A.Smith über den Haufen, daß Erhöhung des Arbeitslohns, statt den
Profit fallen zu machen, raises the prices of commodities®. Zwar liegt dies
schon in dem bloßen Begriff der values und wird in keiner Weise modifiziert
durch ihre Verwandlung in cost-prices, da diese überhaupt nur die Ver-
teilung des vom Gesamtkapital gemachten Mehrwerts auf die verschiednen
trades oder different capitals in different spheres of production betrifft. Aber
es war wichtig, daß Ric[ardo] die Sache hervorhob und sogar das Gegenteil
zeigte. Er sagt daher mit Recht sect.VI, ch. I:

„Bevor ich diesen Gegenstand verlasse, mag die Feststellung angebracht sein, daß
Adam Smith und alle die ihm folgenden Autoren nach meiner Kenntnis ausnahmslos
behaupteten, ein Steigen des Preises der Arbeit habe eine gleichmäßige Erhöhung des
Preises aller Waren zur Folge.“

(Dies entsprechend der zweiten Erklärung der valuevon A. Smith, wonach
sie gleich der quantity of labour a commodity can purchase”.}

„Ich hoffe, es ist mir gelungen zu zeigen, daß es keine Gründe für eine derartige
Ansicht gibt, und daß nur jene Waren steigen werden, für die weniger fixes Kapital als
für das Medium, in welchem der Preis ausgedrückt wird, angewendet worden ist“ (hier
wird die relative value = der expression der value in money?) „und daß alle jene, für die

3 durchschnittlichen - ? den Einfluß der Veränderungen im Werte der Arbeit auf die
„relativen Werte“ - ® Werte in Kostenpreise - * Durchschnittsprofitrate - 5 die Warenpreise
erhöht — € Gewerbezweige oder verschiedenen Kapitalien in verschiedenen Produktions-
sphären - ? Menge Arbeit, die eine Ware kaufen kann - ® dem Ausdruck des Wertes in Geld

mehr verwendet wurde, sicherlich im Preise fallen werden, sobald die Löhne steigen.
Andererseits werden bei einem Fall der Löhne nur jene Waren sinken, auf die ein ge-
ringerer Anteil von fixem Kapital verwendet worden ist als auf das Medium, in dem
der Preis geschätzt wird, während alle dieienigen, auf die mehr verwendet wurde, tat-
sächlich im Preise steigen werden.“ (p.45.)

Dies für die Geldpreise scheint falsch. Wenn Gold steigt oder fällt in
value, from whatever causes!, so fällt es gleichmäßig in bezug auf alle
Waren, die in ihm geschätzt werden. Indem es so ein relativ unverändertes
Medium trotz seiner Veränderlichkeit darstellt, ist absolut nicht abzusehn,
wie irgendwelche relative Kombination in ihm zwischen capital fixe und
circulant, verglichen mit den Waren, einen Unterschied hervorbringen
kann. Äber hier die falsche Voraussetzung Ric[ardos], daß sich das Geld,
soweit es als Zirkulationsmittel dient, als Ware gegen Waren austauscht.
Die Waren sind in ihm geschätzt, bevor es sie zirkuliert. Gesetzt, statt Gold
sei wheat? das Medium. Würde z.B. infolge eines Steigens des Arbeitslohns
wheat als Ware, worin mehr als das average variable Kapital statt konstantes
eingeht, relativ steigen in seinem Produktionspreis, so würden alle Waren
in Weizen von höhrem „relativen Wert“ geschätzt. Die Waren, worin mehr
fixes Kapital einginge, würden sich in weniger Weizen ausdrücken als zuvor,
nicht weil ihr spezifischer Preis gegen den Weizen gefallen, sondern weil er
überhaupt gefallen, Eine Ware, die grade soviel Arbeit enthielte im Gegen-
satz zur accumulated labour als Weizen, würde ihr Steigen dadurch aus-
drücken, daß sie sich in mehr Weizen ausdrückte ||542]| als eine Ware, deren
Preis gegen den Weizen gefallen. Machen dieselben Ursachen, die den
Weizenpreis steigen machen, z.B. den Preis von Kleidern steigen, so
würden zwar die Kleider sich nicht in mehr Weizen ausdrücken als früher,
aber die, deren Preis gegen den Weizen gefallen, z.B. cottons, in weniger.
Cottons und Kleider würden den Unterschied ihrer Preise im Weizen als
ihrem Medium ausdrücken.

Aber was Ricardo meint, ist etwas andres. Er meint: Weizen wäre infolge
des Steigens des Arbeitslohns gestiegen gegen cottons, aber nicht gegen
Kleider. Kleider also würden sich gegen Weizen von dem alten Preis aus-
tauschen, cottons gegen Weizen von gestiegenem Preis. An und für sich die
Voraussetzung höchst abgeschmackt, daß variations im Preis des Arbeits-
lohns in England z.B., die Kostenpreise des Goldes in Kalifornien, wo
der Arbeitslohn nicht gestiegen ist, alterieren würden. Die Ausgleichung
der Werte durch Arbeitszeit und noch viel weniger der Kostenpreise durch

1m Wert, aus welchen Ursachen immer - ? Weizen

eine allgemeine Profitrate existiert nicht in dieser unmittelbaren Form
zwischen verschiednen Ländern. Aber nimm selbst den Weizen, ein ein-
heimisches Produkt. Das qr. Weizen sei von 40 auf 50 sh., d.h. um
25 p.c. gestiegen. Ist das Kleid ebenfalls um 25 p.c. gestiegen, so gilt es
nach wie vor I qr. Weizen. Ist das cotton um 25 p.c. gefallen, so gilt die-
selbe Menge cotton, die früher I qr. galt, nur noch 6 bushel Weizen. Und
dieser Ausdruck in Weizen stellt exakt das Verhältnis der Preise von cotton
und Kleidern dar, weil sie sich in demselben Maß messen, [in] I qr. Weizen.

Übrigens ist die Ansicht weiter abgeschmackt. Der Preis der Ware, die
als Maß der Werte und daher als Geld dient, existiert überhaupt nicht, weil
ich sonst, außer der Ware, die als Geld dient, noch eine zweite Ware haben
müßte, die als Geld dient - double measure of values!. Der relative Wert
des Gelds ist ausgedrückt in den unzähligen Preisen aller Waren; denn in
jedem dieser Preise, worin der Tauschwert der Ware in Geld, ist der Tausch-
wert des Gelds im Gebrauchswert der Ware ausgedrückt. Von einem
Steigen oder Fallen des Preises des Geldes kann daher keine Rede sein. Ich
kann sagen: Der Weizenpreis des Geldes oder sein Kleiderpreis ist derselbe
geblieben; sein Cottonpreis ist gestiegen, was dasselbe ist, daß der Geld-
preis des cotton gefallen. Aber ich kann nicht sagen, daß der Preis des
Geldes gestiegen oder gefallen ist. Aber Ricardo meint in der Tat, z.B. der
Cottonpreis des Gelds sei gestiegen oder der Geldpreis des cotton gefallen,
weil Geld gegen cotton gestiegen sei im relativen Wert, während es den-
selben Wert behalten habe gegen Kleider oder Weizen. Beide werden also
in einem ungleichen Maße gemessen.

Diese sectio VI „On an invariable measure of value“ handelt vom „Maß
der Werte“, aber ohne alles Bedeutende. Der Zusammenhang zwischen
Wert, seinem immanenten Maß durch die Arbeitszeit und der Notwendig-
keit eines äußren Maßes der Warenwerte nicht begriffen, nicht einmal als
Frage aufgeworfen.

Gleich der Eingang zeigt die oberflächliche Manier:

„Sobald sich Waren in ihrem relativen Wert verändern, ist das Vorhandensein von
Mitteln wünschenswert, mit denen man feststellen kann, welche von ihnen in ihrem
wirklichen Wert gefallen und welche gestiegen sind. Das kann nur erreicht werden, in-
dem man eine nach der anderen mit einem unveränderlichen Standardmaß des Wertes
vergleicht, das selbst keiner der Schwankungen unterworfen ist, denen andere Waren
ausgesetzt sind.“ (p. 41, 42.) Aber „es gibt keine Ware, die nicht den gleichen Verände-
rungen ausgesetztist ..., das bedeutet, es gibt keine Ware, deren Produktion nicht mehr
oder weniger Arbeit erfordern kann.“ (p.42.)

t fein] doppeltes Maß der Werte

Gäbe es aber eine solche Ware, so würden teils die Einflüsse des rise
or fall of wages! und der different combinations of fixed and circulating
capital, fixed capital of the same durability, the length of time before it can
be brought to market? etc., sie verhindern,

„ein vollkommenes Wertmaß zu sein, mit dem wir genau die Veränderungen aller
anderen Dinge feststellen könnten.“ (p.43.) „Es wäre ein vollendetes Maß} des Wertes
für alle unter genau den gleichen Bedingungen produzierten Dinge, keineswegs aber
für andere.“ (l.c.)

D.h., variierten diese „other things“?, so könnten wir (wenn der Wert
des Gelds nicht stiege oder fiele) sagen, daß die Variation aus Steigen oder
Fallen „in ihren Werten“ herkömmt, [aus] der zu ihrer Produktion erforder-
lichen Arbeitszeit. Bei den andren things könnten wir nicht wissen, ob die
„variations“ in ihren Geldpreisen aus den andren Gründen erfolgen etc.
Später auf dies keineswegs Gute zurückzukommen. (Bei einer spätren Revi-
sion der Geldtheorie.)

Ch.I, sectio VII. Außer der wichtigen Doktrin über „relative“ wages,
profits und rents, worauf später zurückzukommen, enthält diese Sektion
nichts als die Lehre, daß, wenn Geld im Wert fällt oder steigt, ein ent-
sprechendes Steigen oder Fallen in dem Arbeitslohn etc. nichts an den Ver-
hältnissen ändert, sondern nur an deren monetary expression*. Drückt sich
dieselbe Ware in doppelt soviel £ aus, so auch der Teil derselben, der sich
in profit, wages oder rent auflöst. Aber das Verhältnis dieser drei unter-
einander und die real values®, die sie repräsentieren, bleiben dieselben.
Ditto, wenn der Profit doppelt soviel £, so drücken sich aber auch 100 £
nun in 200 £ aus, also bleibt auch das Verhältnis zwischen Profit und Kapi-
tal, die Profitrate, unverändert. Die Wechsel des monetären Ausdrucks
treffen Profit und Kapital gleichzeitig, ditto profit, wages, rent. Auch von
der letzten gilt dies, sofern sie nicht auf den acre, sondern auf das in der
Agrikultur etc. vorgeschoßne Kapital berechnet wird. Kurz, in diesem Fall
ist die Variation nicht in den commodities etc.

„Ein Steigen der Löhne aus diesem Grunde wird zweifellos unausweichlich von
einem Steigen der Warenpreise begleitet sein. Man wird in solchen Fällen jedoch stets
finden, daß die Arbeit und alle Waren sich wechselseitig nicht verändert haben und
daß die Veränderung auf das Geld beschränkt blieb.“ (p.47.)

1 Steigen oder Fallens der Löhne -? verschiedenen Kombinationen von fixem und zirku-
lierendem Kapital, des fixen Kapitals von der gleichen Lebensdauer, die Länge der Zeit,
bevor.sie auf den Markt gebracht werden kann - ? „anderen Dinge“ -* Geldausdruck -°realen

Werte

### [5.] Durchschnitts- oder Kostenpreise und Marktpreise

### [a) Einleitende Bemerkungen: Individueller Wert und Marktwert ;
Marktwert und Marktpreis]

1543| Zur Entwicklung der Differentialrente stellt Ricardo in ch. II „On
Rent“ folgenden Satz auf:

„Der Tauschwert aller Waren, ob sie industriell erzeugt werden oder das Produkt des
Bergbaus oder des Bodens sind, wird nicht durch die geringere Quantität Arbeit be-
stimmt, die zu ihrer Produktion unter sehr günstigen Bedingungen ausreicht und in
deren Genuß ausschließlich diejenigen kommen, die besondere Produktionsleichtig-
keiten haben, sondern durch die größere Menge Arbeit, die notwendigerweise von
denen bei ihrer Produktion aufgewendet werden muß, die solche Erleichterungen nicht
besitzen, - von denjenigen, die sie dauernd unter den ungünstigsten Bedingungen pro-
duzieren; das bedeutet, unter den ungünstigsten Bedingungen, unter denen die Produktion
im Hinblick auf die verlangte Produktenmenge notwendigerweise weitergeführt werden

muß.“ (p.60, 61.)

Der letzte Satz nicht ganz richtig. Die „quantity of produce required“!
keine fixe Größe. [Richtig wäre zu sagen:] A certain quantity of produce
required within certain limits of price.? Steigt der letztre über diese limits,
so fällt die „quantity required“ mit der Nachfrage.

Der obige Satz kann allgemein so ausgedrückt werden: Der Wert der
Ware - die das Produkt einer besondren Produktionssphäre - ist bestimmt
durch die Arbeit, die erheischt ist, um die ganze Masse, die Totalsumme der
dieser Produktionssphäre entsprechenden Waren zu produzieren, nicht
durch die besondre Arbeitszeit, die für jeden einzelnen capitalist oder em-
ployer® innerhalb dieser Produktionssphäre erheischt ist. Die allgemeinen
Produktionsbedingungen und die allgemeine Produktivität der Arbeit in
dieser besondren Produktionssphäre, z.B. der cotton-manufacture®, sind die
durchschnittlichen Produktionsbedingungen und die durchschnittliche Pro-
duktivität in dieser Sphäre, der cotton-manufacture. Die Quantität Arbeit,
wodurch also z.B. eine Elle Cottonzeug bestimmt ist, ist nicht die Quantität
Arbeit, die in ihr steckt, die ihr manufacturer has had expended upon it?,
sondern die durchschnittliche Quantität, wozu sämtliche cotton-manufac-
turers auf dem Markt produce one yard of cotton-goods®. Die besondren

1 „verlangte Produktenmenge“ -? Eine bestimmte Menge des verlangten Produkts inner-
halb bestimmter Grenzen des Preises. - ® Anwender - * Baumwollmanufaktur - ® Manu-
fakturist für sie aufgewendet hat - ® eine Elle Baumwollzeug produzieren

Bedingungen nun, unter welchen die einzelnen capitalists in der cotton-
manufacture z.B. produzieren, zerfallen notwendig in 3 Klassen. Die einen
produzieren unter mittleren Bedingungen, d.h. die individuellen Produk-
tionsbedingungen, worunter sie produzieren, fallen zusammen mit den all-
gemeinen Produktionsbedingungen der Sphäre. Das Durchschnittsverhältnis
ist ihr wirkliches Verhältnis. Die Produktivität ihrer Arbeit hat die durch-
schnittliche Höhe. Der individuelle Wert ihrer Waren fällt zusammen mit
dem allgemeinen Wert dieser Waren. Wenn sie z.B. die Elle cotton zu 2 sh. -
dem Durchschnittswert - verkaufen, verkaufen sie dieselbe zu dem Wert,
den die von ihnen produzierten Ellen in natura darstellen. Eine andre
Klasse produziert unter beßren als den Durchschnittsbedingungen. Der
individuelle Wert ihrer Waren steht unter dem allgemeinen Wert derselben.
Verkaufen sie dieselbe zu diesem allgemeinen Wert, so verkaufen sie über
ihrem individuellen Wert. Endlich eine dritte Klasse produziert unter den
durchschnittlichen Produktionsbedingungen.

Nun ist die „quantity of produce required“! von dieser besondren Pro-
duktionssphäre keine fixe Größe. Geht der Wert der Waren über certain
limits? des Durchschnittswerts hinaus, so fällt die „quantity of produce
required“ oder diese quantity ist nur required at a given price - or at least
within certain limits of price®. Es ist also ebenso möglich, daß die letzte
Klasse unter dem individuellen Wert ihrer Waren verkaufen muß, wie die
bestgestellte Klasse stets über ihrem individuellen Wert verkauft. Es wird
namentlich von dem numerischen Verhältnis oder dem proportionellen
Größenverhältnis der Klassen! abhängen, welche den Durchschnittswert
definitiv settled*. Wenn die mittlere Klasse numerisch weit vorwiegt, wird
sie Ihn settlen. Ist diese Klasse numerisch schwach und die unter den Durch-
schnittsbedingungen arbeitende numerisch stark und überwiegend, so settles
sie die general value of the produce of that sphere®, obgleich dann noch
durchaus nicht gesagt und sogar sehr unwahrscheinlich ist, daß grade der
einzelne Kapitalist in der letzten Klasse, der hier wieder der ungünstigst ge-
stellte ist, den Ausschlag gibt. (See® Corbet!?”!.)

Mais laissons ga & part.’ Das allgemeine Resultat ist: Der allgemeine Wert,
den die Produkte dieser Klasse haben, ist derselbe für alle, wie er sich immer
zum individuellen Wert jeder einzelnen Ware verhalte. Dieser gemeinschaft-
liche Wert ist der Marktwert dieser Waren, der Wert, unter dem sie auf dem

1 „verlangte Produktenmenge* - ? bestimmte Grenzen - ? gefragt zu einem gegebenen
Preis - oder zumindest innerhalb bestimmter Preisgrenzen -* festgesetzt haben -° so setzt sie
den allgemeinen Wert des Produkts dieser Sphäre fest - ® Siehe - ? Aber lassen wir das bei-
seite,

Markt auftreten. In Geld ausgedrückt ist dieser Marktwert der Marktpreis,
wie Wert in Geld ausgedrückt überhaupt Preis ist. Der wirkliche Marktpreis
steht bald über, bald unter diesem Marktwert und entspricht ihm nur zu-
fällig. In einer gewissen Periode aber gleichen sich die Schwankungen aus,
und es kann gesagt werden, daß der Durchschnitt der wirklichen Marktpreise
der Marktpreis ist, der den Marktwert darstellt. Ob der wirkliche Markt-
preis der Größe nach, quantitativ, in einem gegebnen Augenblick diesem
Marktwert entspricht oder nicht, jedenfalls hat er die qualitative Bestim-
mung mit demselben gemein, daß alle auf dem Markt befindlichen Waren
derselben Produktionssphäre (Qualität natürlich gleich vorausgesetzt) den-
selben Preis haben oder faktisch den allgemeinen Wert der Waren dieser
Sphäre repräsentieren.

1544| Der von Ricardo oben zum Behuf der Renttheorie aufgestellte Satz
ist daher von seinen Schülern so ausgesprochen worden, daß nicht zwei ver-
schiedne Marktpreise gleichzeitig auf demselben Markt existieren können
oder, daß zur selben Zeit die auf dem Markt befindlichen Produkte derselben
Art denselben Preis haben oder - da wir hier von der Zufälligkeit dieses
Preises abstrahieren können - denselben Marktwert.

Die Konkurrenz teils der Kapitalisten untereinander, teils der Käufer der
Ware mit ihnen und unter sich, bewirkt hier also, daß der Wert jeder einzel-
nen Ware in einer besondren Produktionssphäre bestimmt ist durch die Ge-
samimasse der gesellschaftlichen Arbeitszeit, die die Gesamimasse der Waren
dieser besondren gesellschaftlichen Produktionssphäre erheischt, und nicht
durch die individuellen Werte der einzelnen Waren oder die Arbeitszeit, die
die einzelne Ware ihrem besondren Produzenten und Verkäufer gekostet hat.

Dadurch ergibt sich aber von selbst, daß unter allen Umständen die
Kapitalisten, die zur ersten Klasse gehören, deren Produktionsbedingungen
günstiger sind als die durchschnittlichen Produktionsbedingungen, einen
Surplusprofit machen, also ihr Profit über der allgemeinen Profitrate dieser
Sphäre steht. Es ist also nicht durch Ausgleichung der Profite innerhalb einer
besondren Produktionssphäre, daß die Konkurrenz den Marktwert oder
Marktpreis herstellt. (Für diese Untersuchung ist dieser Unterschied gleich-
gültig, da die Unterschiede in den Produktionsbedingungen - hence die
different rates of profits! für die einzelnen Kapitalisten - derselben Sphäre
bleiben, welches immer das Verhältnis des market price? zur market value®.)
Umgekehrt: Die Konkurrenz gleicht hier die verschiednen individuellenWerte
zu dem selbigen gleichen, unterschiedslosen Marktwert dadurch aus, daß sie

! daher die unterschiedlichen Profitraten - ? Marktpreises - ® Marktwert

die Differenz innerhalb der individuellen Profite, der Profite der einzelnen
Kapitalisten und ihre Abweichungen von der Durchschnittsprofitrate der
Sphäre zuläßt. Sie schafft sie sogar durch die Herstellung desselben Markt-
werts für Waren, die unter ungleich günstigren Produktionsbedingungen,
also mit ungleicher Produktivität der Arbeit hergestellt sind, also individuelle
ungleich große Quanta Arbeitszeit darstellen. Die unter den günstigren Be-
dingungen produzierte Ware enthält weniger Arbeitszeit als die unter un-
günstigren produzierte, verkauft sich aber zum selben Preis, hat denselben
Wert, als ob sie dieselbe Arbeitszeit, die sie nicht enthält, enthielte.

### [b) Ricardos Verwechslung des Prozesses
der Bildung des Marktwertes
mit dem der Bildung der Kostenpreise]

Ricardo nun braucht zu seiner Aufstellung der Renttheorie zwei Sätze,
die nicht nur nicht dieselbe, sondern die entgegengesetzte Wirkung der Kon-
kurrenz ausdrücken. Der erste ist, daß die Produkte derselben Sphäre sich
zu einem und demselben Marktwert verkaufen, daß die Konkurrenz also
verschiedne Profitraten, Abweichungen von der allgemeinen Profitrate, er-
zwingt. Die zweite ist, daß die Profitrate für jede Kapitalanlage dieselbe sein
muß oder daß die Konkurrenz eine allgemeine Profitrate schafft. Das erste
Gesetz gilt für die verschiednen selbständigen Kapitalien, die in derselben
Produktionssphäre angelegt sind. Das zweite gilt für die Kapitalien, soweit sie
in verschiednen Produktionssphären angelegt sind. Durch die erste Aktion
schafft die Konkurrenz den Marktwert, d.h. denselben Wert für Waren der-
selben Produktionssphäre, obgleich dieser identische Wert differente Profite
erzeugen muß, also denselben Wert trotz oder vielmehr durch differente Profit-
raten. Durch die zweite Aktion (die übrigens auch anders bewerkstelligt
wird; das ist die Konkurrenz der Kapitalisten in den verschiednen Sphären,
die das Kapital aus der einen in die andre wirft, während die andre Kon-
kurrenz, soweit sie sich nicht auf die Käufer bezieht, unter den Kapitalien
derselben Sphäre stattfindet) schafft die Konkurrenz den Kostenpreis, d.h.
dieselbe Profitrate in den verschiednen Produktionssphären, obgleich diese
identische Profitrate der Ungleichheit der Werte widerspricht, also nur durch
von den Werten unterschiedne prices erzwungen werden kann.

Da Riclardo] beides zu seiner Grundrenttheorie braucht, gleichen Wert
oder Preis mit ungleicher Profitrate und gleiche Profitrate mit ungleichen
Werten, so ist es höchst merkwürdig, daß er diese Doppelbestimmung nicht
herausfühlt und daß er sogar in dem Abschnitt, wo er ex professo über den

Marktpreis handelt, ch. IV „On Natural and Market Price“, gar nicht vom
Marktpreis oder Marktwert handelt, wie er ihn doch in der oben zitierten
Stelle zugrunde legt, um die Diferentialrente, die zu Renten sich kristallisie-
renden Surplusprofite 545] zu erklären. Vielmehr handelt er hier bloß von
der Reduktion der Preise in den verschiednen Produktionssphären zu Kosten-
preisen oder Durchschnittspreisen, also von den Marktwerten der verschied-
nen Produktionssphären in ihrem Verhältnis zueinander, nicht von der
Konstitution des Marktwerts in jeder besondren Sphäre, und ohne diese
Konstitution bestehn überhaupt keine Marktwerte.

Die Marktwerte jeder besondren Sphäre, also die Marktpreise jeder be-
sondren Sphäre (wenn der Marktpreis der dem „natural price“ entsprechende,
d.h. den Wert bloß in Geld darstellt) würden sehr verschiedne Profitraten
liefern, da gleich große Kapitalien in den verschiednen Sphären (ganz ab-
gesehn von den Unterschieden, die aus ihren verschiednen Zirkulations-
prozessen resultieren) in sehr ungleichen Proportionen konstantes und
variables Kapital anwenden, also sehr ungleiche Mehrwerte und daher Pro-
fite liefern. Die Ausgleichung der verschiednen Marktwerte, so daß dieselbe
Profitrate in den verschiednen Sphären hergestellt wird, gleich große Kapi-
talien gleiche Durchschnittsprofite liefern, ist also nur dadurch möglich,
daß die Marktwerte in Kostenpreise verwandelt werden, die von den wirk-
lichen Werten verschieden sind.*

Was die Konkurrenz in derselben Produktionssphäre bewirkt, ist Be-
stimmung des Werts der Ware in dieser Sphäre durch die durchschnittlich
in derselben erheischten Arbeitszeit, also Herstellung des Marktwerts. Was
die Konkurrenz zwischen den verschiednen Produktionssphären bewirkt, ist
Herstellung derselben allgemeinenProfitrate in den verschiednen Sphären durch
Ausgleichung der verschiednen Marktwerte zu Marktpreisen, die die
Kostenpreise darstellen, von den wirklichen Marktwerten verschieden. Die
Konkurrenz in diesem zweiten Fall strebt also keineswegs, die Preise der
Waren ihren Werten zu assimilieren, sondern umgekehrt ihre Werte auf
davon verschiedne Kostenpreise zu reduzieren, die Unterschiede ihrer
Werte von den Kostenpreisen aufzuheben.

Es ist nur diese letztere Bewegung, die Ricardo betrachtet in ch. IV, und
sonderbarerweise betrachtet er sie als Reduktion der Warenpreise - durch
die Konkurrenz - auf ihre Werte, Reduktion des market price (vom Wert

* Es ist möglich, daß die Rate des Mehrwerts (z.B. durch ungleiche Arbeitszeit-
länge) nicht in den verschiednen Produktionssphären ausgeglichen wird. Dies ist des-
halb nicht nötig, weil die Mehrwerte selbst ausgeglichen werden.

unterschiednen Preis) auf den natural price (den in Geld ausgedrückten
Wert). Dieser blunder! kömmt indes von dem schon in ch.I „On Value“
begangnen Fehler, cost-price und value zu identifizieren, was wieder daher
kam, daß er an einem Punkt, wo er nur noch „value“ zu entwickeln, also
nur noch „Ware“ vor sich hat, mit der allgemeinen Profitrate und allen aus
den entwickeltern kapitalistischen Produktionsverhältnissen entspringen-
den Voraussetzungen hineinplumpst.

Auch ist der Gang, den Ricfardo] daher in ch.IV verfolgt, ganz ober-
flächlich. Er geht aus von den „accidental and temporary variations of
price“? (p.80) der Waren infolge der wechselnden Verhältnisse von Nach-
frage und Zufuhr.

„Mit dem Steigen oder Fallen des Preises werden die Profite entweder über das
allgemeine Niveau gehoben oder darunter herabgedrückt und das Kapital wird ent-
weder ermuntert, sich der bestimmten Produktion zuzuwenden, in der die Änderung ein-
getreten ist, oder es wird aufgefordert, sich davon abzuwenden.“ (p.80.)

Hier ist schon das general level of profit? zwischen den verschiednen Pro-
duktionssphären, between „the particular employments“* vorausgesetzt.
Es war aber erst zu betrachten, wie sich das general level of price? in dem-
selben employment und das general level of profit zwischen den different
employments herstellt. Ric[fardo] hätte dann gesehen, daß die letztre Ope-
ration schon Kreuz- und Querzüge des Kapitals - oder eine durch die
Konkurrenz bestimmte partition of the whole social capital between its diffe-
rent spheres of employment® voraussetzt. Finmal vorausgesetzt, daß in den
verschiednen Sphären die Marktwerte oder durchschnittlichen Marktpreise
auf die Kostenpreise, die denselben durchschnittlichen rate of profit ab-
werfen, reduziert sind [dies ist aber nur der Fall in den Sphären, wo nicht
das Grundeigentum dazwischenkommt; wo es interferes’, kann die Kon-
kurrenz innerhalb derselben Sphäre die Preise zum Wert und den Wert zum
Marktpreis konstituieren, aber den letztren nicht zum Kostenpreis herab-
setzen}, werden konstantere Abweichungen des Marktpreises vom Kosten-
preise, Steigen über oder Fallen darunter in besondren Sphären, neue
Wanderungen und neue Verteilung des social® Kapitals verursachen. Die
erste Wanderung geschieht, um von den Werten verschiedne Kostenpreise
herzustellen, die zweite, um die wirklichen Marktpreise, sobald sie über die

1 Irrtum - ? „zufälligen und zeitweiligen Abweichungen des Preises“ - ® allgemeine
Niveau des Profits - * zwischen „der bestimmten Produktion“ - 5 allgemeine Preisniveau —
6 Verteilung des ganzen gesellschaftlichen Kapitals auf seine verschiedenen Produktionssphären
? dazwischenkommt - ® gesellschaftlichen

Kostenpreise steigen oder fallen, mit den Kostenpreisen auszugleichen. Die
eine ist Verwandlung der Werte in Kostenpreise. Die zweite Rotation der
wirklichen ||546]| zufälligen Marktpreise in den verschiednen Sphären um
den Kostenpreis, der nun als der natural price erscheint, obgleich er vom
Wert unterschieden und nur das Resultat of social action? ist. Es ist nun
diese letztre oberflächlichre Bewegung, die RicJardo] betrachtet und ge-
legentlich bewußtlos mit der andren konfundiert. Es ist natürlich „the same
principle“ 2, das beides bewirkt, nämlich the principle that?

„jedermann, dem es freisteht, sein Kapital dort anzulegen, wo es ihm gefällt ... selbst-
verständlich die vorteilhafteste Anlage aussuchen wird. Er wird natürlich mit einem
Profit von 10 Prozent unzufrieden sein, wenn er durch eine Übertragung seines Kapi-
tals einen Profit von 15 Prozent erzielen kann. Dieses unaufhörliche Streben aller Kapital-
besitzer, ein weniger profitables Unternehmen zugunsten eines vorteilhafteren aufzugeben,
erzeugt eine starke Tendenz, die Profitrate aller zu egalisieren oder die Profite jeweils in
ein solches Verhältnis zueinander zu bringen, daß sie nach Meinung der Beteiligten eine
Vergütung für einen Vorteil enthalten, den einer gegenüber dem anderen besitzt oder
zu besitzen scheint.“ (p.81.)

Diese tendency bewirkt, daß sich die Gesamtmasse der gesellschaftlichen
Arbeitszeit dem gesellschaftlichen Bedürfnis gemäß unter die verschiednen
Produktionssphären verteilt. Dadurch werden zugleich die Werte in den ver-
schiednen Sphären® in Kostenpreise verwandelt, anderseits die variations
der wirklichen Preise in den besondren Sphären von den Kostenpreisen
ausgeglichen.

Dies alles A.Smith. Ricardo sagt selbst:

„Kein Autor hat erschöpfender und vortrefflicher als Dr. Smith die Tendenz des
Kapitals gezeigt, Anlagen zu verlassen, in denen der Preis der produzierten Waren nicht
die gesamten Auslagen ihrer Produktion und des Transports zum Markt, einschließlich
des gewöhnlichen Profits“ (also die Kostenpreise) „deckt." (p.342, Note.)

Das Verdienst Ricardos, dessen blunder überhaupt daher kömmt, daß
er hier nicht kritisch gegen A.Smith, besteht darin, daß er diese migration
of capital from one sphere to the other? oder vielmehr die Operationsweise,
worin sie sich vollzieht, näher bestimmt. Dies aber nur, weil zu seiner Zeit
das Kreditwesen entwickelter war als zur Zeit Smiths. Ric[ardo] sagt:

„Es ist möglicherweise äußerst schwierig, die Schritte zu verfolgen, durch die eine
solche Veränderung herbeigeführt wird: sie wird wahrscheinlich nicht durch einen
völligen Wechsel der Anlagesphäre eines Fabrikanten verursacht, sondern lediglich durch

1 gesellschaftlicher Aktion - ? „das gleiche Prinzip“ - ® das Prinzip, daß -? in der Hand-
schrift; Preisen — ° Wanderung des Kapitals von einer Sphäre zur anderen

eine Verringerung seines Kapitals in einer bestimmten Anlagesphäre. Es gibt in allen reichen
Ländern eine Gruppe von Menschen, welche die sogenannten Klasse der Geldleute*
bilden; diese Leute üben kein Gewerbe aus, sondern leben von den Zinsen ihres Geldes,
das in Wechselgeschäften oder in Anleihen an den fleißigeren Teil der Gesellschaft an-
gelegt ist. Auch die Bankiers legen größere Kapitalien auf die gleiche Weise an. Das so
verwendete Kapital bildet ein zirkulierendes Kapital von großem Umfang, das in
größerem oder geringerem Maße von den verschiedenen Wirtschaftszweigen des Lan-
des in Anspruch genommen wird. Es gibt vielleicht keinen noch so reichen Fabrikanten,
der sein Unternehmen auf jene Ausdehnung beschränkt, die ihm seine Mittel gestatten:
er besitzt immer einen Teil dieses nicht festgelegten Kapitals, der sich entsprechend
der Entwicklung der Nachfrage nach seinen Waren vergrößert oder verringert. Sobald
die Nachfrage nach Seide steigt und nach Tuch sinkt, wandert der Tuchfabrikant mit
seinem Kapital nicht etwa in die Seidenindustrie, sondern er entläßt einige seiner
Arbeiter und stellt seine Nachfrage nach Anleihen bei Bankiers und Geldleuten ein.
Der Fall des Seidenfabrikanten liegt hingegen gerade umgekehrt. Er leiht mehr und
Kapital wird so von einem in den anderen Zweig übertragen, ohne daß für einen Fabrikanten
die Notwendigkeit entsteht, seine übliche Beschäftigung aufzugeben. Wenn wir die Märkte
einer großen Stadt betrachten und sehen, mit welcher Regelmäßigkeit sie unter den
Bedingungen wechselnder Nachfrage, die einer Geschmackslaune oder einer Verände-
rung der Bevölkerungszahl entspringt, mit einheimischen und ausländischen Erzeug-
nissen im erforderlichen Umfang beschickt werden, ohne daß sich häufig die Folgen
einer Überfüllung wegen zu reichlicher Belieferung oder ein stark überhöhter Preis
durch eine der Nachfrage nicht entsprechende Zufuhr einstellen, dann müssen wir zu-
geben, daß das Prinzip, nach dem Kapital jedem Industriezweig genau in dem von ihm
benötigten Umfang zugeführt wird, umfassender wirkt, als allgemein angenommen

wird.“ (p.81, 82.)

Es ist also der Kredit, worin das Kapital der ganzen Kapitalistenklasse
jeder Sphäre zur Disposition gestellt wird, nicht im Verhältnis zum Kapital-
eigentum der Kapitalisten dieser Sphäre, sondern zu ihren Produktions-
bedürfnissen - während in der Konkurrenz das einzelne Kapital selbständig
dem andren gegenüber erscheint -, welcher sowohl das Resultat als Be-
dingung der kapitalistischen Produktion ist, und dies gibt uns einen schönen
Übergang aus der Konkurrenz der Kapitalien in das Kapital als Kredit.

* Hier hätte Roscher wieder sehn können, was der Engländer unter „monied
class“! versteht. Hier die „monied class“ ganz entgegengesetzt dem „industrious part
of the community“,

1 „Klasse der Geldleute“ - ? „feißigeren Teil der Gesellschaft“ [vgl. vorl. Band, S. 114
bis 117]

### [c) Die beiden Bestimmungen des „natürlichen Preises“ bei Ricardo.
Veränderungen der Kostenpreise -
in Abhängigkeit von den Veränderungen in der Produktivität der Arbeit]

Im Eingang des Kapitels IV sagt Ricardo, daß er unter natural price die
value! der Waren, d.h. den durch ihre relative Arbeitszeit bestimmten price
und unter market price die accidental and temporary deviations? von diesem
natural price gleich value ||547] versteht. Im ganzen Fortgang des Kapitels -
und sogar in ausdrücklichen Worten - versteht er unter natural price etwas
ganz andres, nämlich den von der value verschiednen Kostenpreis. Statt also
darzustellen, wie die Konkurrenz values in cost-prices verwandelt, also
permanent deviations from the values? schafft, stellt er nach A.Smith dar,
wie die Konkurrenz die market prices in different trades* gegeneinander
auf cost-prices reduziert.

So heißt es bei Eröffnung des ch. IV:

„Wenn wir die Arbeit als Grundlage des Wertes der Waren und die zu ihrer Produk-
tion erforderlichen verhältnismäßigen Quantitäten Arbeit als Regel betrachten, nach der
sich die entsprechenden Quantitäten von Waren bemessen, die beim Tausch für-
einander hingegeben werden, so darf man uns doch nicht unterstellen, daß wir die zu-
fälligen und zeitweiligen Abweichungen des tatsächlichen oder Marktpreises der Waren von
diesem ihren ursprünglichen und natürlichen Preis in Abrede stellen.“ (p.80.)

Hier also natural price gleich value und market price nichts als die
deviation des actual price from value®.

Dagegen:

„Wir wollen unterstellen, daß alle Waren auf ihrem natürlichen Preis stehen, daß
daher die Profite in allen Zweigen auf Grund dessen die genau gleiche Rate aufweisen

oder sich doch nur insoweit unterscheiden, als es nach der Einschätzung der Beteiligten
einem wirklichen oder eingebildeten Vorteil entspricht, den sie besitzen oder der ihnen

fehlt.” (p.83.)

Hier also natural price gleich cost-price, d.h. gleich dem Preis, worin das
Verhältnis des Profits zu den advances®, die in der Ware stecken, dasselbe,
obgleich gleiche Werte von Waren, geliefert von Kapitalien in verschiede-
nen trades, schr ungleiche Mehrwerte, also ungleiche Profite enthalten. Der
Preis, soll er denselben Profit liefern, muß also verschieden sein von der

i den Wert-? Marktpreis die zufälligen und zeitweiligen Abweichungen - ®dauernde Ab-
weichung von den Werten - Marktpreise in verschiedenen Gewerbezweigen -° Abweichung
des tatsächlichen Preises vom Wert - ® Auslagen

value der Ware. Andrerseits liefern Kapitalien von gleicher Größe Waren
von sehr verschiednen Wertgrößen, je nachdem größrer oder kleinrer Teil des
capital fixe in die Ware eingeht. Doch darüber bei der Zirkulation der
Kapitalien.

Unter der Konkurrenzausgleichung versteht RicJardo] daher auch nur
die Rotation der actual prices oder actual market prices um die cost-prices
oder den natural: price as distinguished from value!, die Ausgleichung des
market price in different trades to general cost-prices?, also grade zu prices,
die von den real values in the different trades verschieden sind:

„Das jedem Kapitalisten eigentümliche Streben, sein Kapital von einem weniger
profitablen in einen mehr Profit abwerfenden Zweig zu übertragen, bewahrt daher den
Marktpreis der Waren davor, längere Zeit entweder erheblich über oder unter deren
natürlichem Preis zu verharren. Diese Konkurrenz gleicht die Tauschwerte der Waren
einander so an“ fauch die different real values}, „daß nach Zahlung der Löhne für die
zu ihrer Produktion notwendige Arbeit und aller übrigen Kosten, die zur Wieder-
herstellung des ursprünglichen Standes der Verwendbarkeit des angelegten Kapitals
erforderlich sind, der verbleibende Wert oder Überschuß in jedem Zweige im Verhältnis
zum Wert des angelegten Kapitals steht.“ (p.84.)

Das ist exactly der case?. Die Konkurrenz adjusts the prices in den
different trades? so, daß „the remaining value or overplus“®, der Profit, ent-
spricht der value of the capital employed®, aber nicht der real value der Ware,
nicht dem real overplus of value which it contains after the deduction of
expenses. To bring this adjustment about the price of one commodity must
be raised above, and the other be depressed below their respective real
values”. Es ist nicht der Wert der Waren, sondern ihr Kostpreis, d.h. die in
ihnen enthaltnen expenses + the general rate of profit®, um welche die
Konkurrenz die Marktpreise in den different trades zu rotieren zwingt.

Riclardo] fährt fort:

„Im 7.Kapitel des ‚Wealth of Nations‘ ist alles diese Frage Betreffende hervor-
ragend behandelt.“ (p.84.)

In fact.? Es ist das unkritische Glauben an die Smithsche Tradition, das
Ric[ardo] hier auf Abwege bringt.

1 Kostenpreise oder den natürlichen Preis als unterschieden vom Wert - * Marktpreises
in verschiedenen Gewerbezweigen zu allgemeinen Kostenpreisen — ® genau der Fall-?regu-
liert die Preise in den verschiedenen Gewerbezweigen - ° „der übrigbleibende Wert oder Über-
schuß“ - ® dem Wert des angelegten Kapitals - "realen Überschuß an Wert, den sie nach Abzug
der Auslagen enthält. Um dies zu regulieren, muß der Preis der einen Ware gesteigert werden
über und der der anderen Ware gesenkt werden unter ihren respektiven realen Wert -
8 Auslagen + die allgemeine Profitrate - ? In der Tat.

Ricfardo] schließt das Kapitel wie gewöhnlich, daß er die accidental
deviations der market prices von dem cost-price! will „leave entirely out
of consideration“? (p.85) in den folgenden Untersuchungen, übersieht aber,
daß er die constant deviations der market prices®, soweit sie den cost-prices
entsprechen, von den real values der Waren gar nicht beachtet und den
cost-price der value substituiert hat.

Ch.XXX „On the influence of demand and supply on prices“.

Was Riclardo] hier verteidigt, ist, daß der permanente Preis durch den
cost-price bestimmt ist, nicht durch supply or demand: Also der permanente
Preis durch den Wert der Waren nur soweit bestimmt ist, als dieser Wert
den cost-price bestimmt. Vorausgesetzt, daß die Preise der Waren so ad-
justiert sind, daß sie alle IO p.c. Profit abwerfen, wird jeder konstante
change? in denselben durch einen change in ihren values, der zu ihrer Pro-
duktion erheischten Arbeitszeit bestimmt sein. Wie diese value fortfährt,
den general rate of profit zu bestimmen, fahren ihre changes fort, die varia-
tions in den cost-prices zu bestimmen, obgleich damit natürlich nicht die
Differenz dieser cost-prices von den values aufgehoben wird. Was aufgehoben
wird, ist nur, daß die Differenz zwischen value und actual price nicht ||548]
größer sein soll als die durch die allgemeine Profitrate bewirkte Differenz zwi-
schen cost-prices und values. Mit changes in the values of commodities® ver-
ändern sich ihre cost-prices. A „new natural price“? (p.460) wird gebildet.
Z.B. kann der Arbeiter in derselben Zeit 20 Hüte produzieren, worin er
früher 10 Hüte produzierte, und bildete der Arbeitslohn !/, der expense®
des Hutes, so ist die expense, cost of production? für die 20 Hüte, soweit sie
aus Arbeitslohn besteht, um die Hälfte gefallen. Denn derselbe Arbeitslohn
wird jetzt gezahlt, um 20 Hüte zu produzieren, wie früher für 10. In jedem
Hut steckt also nur mehr !/, der expenses für Arbeitslohn. Verkaufte der
Hutmacher die Hüte zu demselben Preis, so verkaufte er sie über dem Kost-
preis. War der Profit 10%, so wäre er jetzt (gesetzt die Ausgabe, um ein
bestimmtes Quantum Hüte zu fabrizieren, war ursprünglich 50 für Roh-
stoff etc., 50 für Arbeit) 46%, p.c. Sie ist jetzt 50 für Rohstoff etc., 25 für
Arbeitslohn. Wird die Ware zu dem alten Preis verkauft, so der Profit =®/,;
oder 46?%/; p.c. Der neue natural price wird also infolge des Sinkens der
value so weit sinken, daß der Preis nur 10 p.c. Profit abwirft. Der Fall im
Wert oder in der zur Produktion der Ware nötigen Arbeitszeit zeigt sich

1 zufälligen Abweichungen der Marktpreise von dem Kostenpreis -? „ganz außer Betracht
lassen“ - ® konstanten Abweichungen der Marktpreise - Zufuhr oder Nachfrage -° Wechsel -
$ Änderungen in den Werten der Waren -? Ein „neuer natürlicher Preis“ - ® Auslage - ? Aus-
lage, Produktionskosten

darin, daß für dasselbe Quantum Ware weniger Arbeitszeit verwandt, also
auch weniger bezahlte Arbeitszeit, weniger Arbeitslohn und daß item! die
expense sinkt, der Arbeitslohn, der gezahlt ist (dem Quantum nach; dies
setzt kein Sinken in der Rate des Arbeitslohns voraus) proportionell für die
Produktion jeder einzelnen Ware. Dies wenn der change im Wert im Hut-
machen selbst vorgegangen. Wäre er vorgegangen in dem Material oder
Arbeitsinstrument, so würde sich das in diesen Sphären ebenfalls als Dimi-
nution of expense of wages for the production of a certain given quantity
of produce? ausdrücken, für den hat-manufacturer? aber so darstellen, daß
sein capital constant ihm weniger gekostet hätte. Die cost-prices oder „na-
tural prices“ (die gar nichts mit „nature“ zu tun haben) können doppelt
sinken infolge eines change - hier fall - in the value of commodities*:

lerstens] dadurch, daß der Arbeitslohn sinkt, der verausgabt ist in der
Produktion of a given quantity of commodities?, weil die Gesamtmasse des
auf diese quantity expended absolute amount of labour, paid labour und
unpaid labour°, gefallen ist;

zweitens: Wenn infolge der vermehrten oder verminderten Produktivität
der Arbeit (beides kann der Fall sein, das eine wenn das variable Kapital
fällt im Verhältnis zum konstanten, das andre, wenn der Arbeitslohn steigt
infolge der Verteurung der Lebensmittel) das Verhältnis des Mehrwerts
zum Wert der Ware oder zum Wert der in ihr enthaltnen Arbeit changiert
wird, also die Profitrate steigt oder fällt, der amount of labour” sich ver-
schieden verteilt.

Dies letztre könnte die Produktionspreise oder Kostenpreise nur so weit
variieren, als variations in the value of labour? auf sie einwirken. In dem
ersten Fall bleibt die value of labour dieselbe. Aber im letzten Fall ändern
sich nicht die values der Waren, sondern nur die Verteilung zwischen labour
und surplus labour”. Indes wäre doch in diesem Fall ein change in der
Produktivität, also in der value der einzelnen Waren vorhanden. Dasselbe
Kapital wird in dem einen Fall mehr, in dem andren weniger Waren hervor-
bringen als früher. Die Warenmasse, worin es sich darstellte, hätte denselben
Wert, aber die einzelne Ware einen verschiednen. Der Wert des Arbeitslohns
bestimmt zwar nicht den Wert der Waren, aber der Wert der Waren (die in
den Konsum des Arbeiters eingehn) bestimmt den Wert des Arbeitslohns.

1 ferner -? der Auslagen für Löhne, erheischt für die Produktion einer gegebenen Menge
von Produkten - 3 Hutmanufakturisten - * Fallens - in dem Wert der Waren - ® einer ge-
gebenen Menge von Waren - ® Menge verausgabte absolute Masse von Arbeit, bezahlter
Arbeit und unbezahlter Arbeit -? Masse der Arbeit -® Veränderungen im Wert der Arbeit -
® Arbeit und Mehrarbeit

Die Kostenpreise der Waren in den different trades! einmal gegeben,
steigen diese oder fallen relativ zueinander mit einem Wechsel im change
der values der Waren. Steigt die Produktivität der Arbeit, vermindert sich
die zur Produktion einer bestimmten Ware erheischte Arbeitszeit, fällt also
ihr Wert, sei es nun, daß dieser change of productivity? in der letzt an-
gewandten Arbeit oder in ihrem konstanten Kapital stattfindet, so muß
auch der cost-price dieser Ware entsprechend fallen. Der absolute amount?
der auf sie verwandten labour hat sich vermindert, also auch der amount der
in ihr enthaltnen paid labour, der amount des auf sie expendierten Arbeits-
lohns, wenn auch die Rate des Arbeitslohns dieselbe geblieben. Würde die
Ware zu ihrem alten Kostenpreis verkauft, so würde sie höhren Profit ab-
werfen als die general rate of profit, denn früher war dieser Profit gleich
10 p.c. auf die höhren Auslagen. Er wäre jetzt also mehr als IO p.c. auf die
verminderten Auslagen. Umgekehrt, wenn die Produktivität der Arbeit ab-
nimmt, [werden] die real values der Waren steigen. Die Profitrate gegeben -
oder, was dasselbe ist, die Kostenpreise gegeben - ist ihr relatives Steigen
oder Fallen abhängig von dem Steigen oder Fallen, der Variation der real
values der Waren. Infolge derselben treten new cost-prices® oder, wie Ri-
clardo] nach Smith sagt, „new natural prices“® an die Stellen der alten.

In dem letzt zitierten ch. XXX identifiziert Ric[ardo] auch dem Namen
nach den natural price, d.h. den Kostenpreis, mit der natural value’, d.h.
dem durch Arbeitszeit bestimmten Wert.

„Ihr Preis“ (of monopolised commodities®) „hat keine notwendige Beziehung zu
ihrem natürlichen Wert. Die Preise der Waren hingegen, die der Konkurrenz ausgesetzt
sind, ... werden letztlich ... von ihren ... Produktionskosten abhängen.“ (p.465.)

Hier also direkt cost-prices oder natural prices ||549] identifiziert mit
„natural value“, d.h. mit der „value“.

Aus dieser Konfusion erklärt sich, warum eine Masse spätrer Kerls post
Ricardum, wie Say selbst, „the cost of production“? als letztes Regulativ
der Preise annehmen konnte, ohne die geringste Ahnung von der Bestim-
mung des Werts durch die Arbeitszeit zu haben, ja die letztre direkt leug-
nen, während sie die andre geltend machen.

Dieser ganze blunder Ricfardos] und die daher folgende falsche Dar-
stellung der Grundrente etc., ebenso die falschen Gesetze über die Rate des
Profits etc. rühren daher, daß er Mehrwert nicht scheidet von Profit, wie er

1 verschiedenen Gewerbezweigen - ? Wechsel der Produktivität - ® Die absolute Masse -
4 bezahlten Arbeit - ® neue Kostenpreise - ® „neue natürliche Preise“ - ? dem natürlichen
Wert -® der der monopolisierten Waren -? „die Produktionskosten“

überhaupt gleich den übrigen Ökonomen roh und begrifflos mit den Form-
bestimmungen verfährt. Die Art, wie er von Smith sich einfangen ließ, wird
sich aus folgenden zeigen. |549]|

IXTI-636]| (Zum Frühern noch zu bemerken, daß Rlicardo] keinen an-
dern Unterschied zwischen valie und natural price kennt, als daß der
letztre die monetary expression! der value, also durch einen change im Wert
der precious metals? changieren kann, ohne daß die value changiert. Dieser
change betrifft aber nur die Schätzung, die expression der value in money”.
So sagt er z.B.:

„Er“ (der auswärtige Handel) „kann nur beeinflußt werden durch eine Änderung

des natürlichen Preises, nicht des natürlichen Wertes, zu dem Waren in jenen Ländern
produziert werden können, und das wird erreicht durch eine Veränderung der Ver-

teilung der Edelmetalle.“ (l.c. p.409.) [XTI-636||

### [B. Smiths Theorie über den Kostenpreis]

### [1. Smiths falsche Voraussetzung der Theorie der Kostenpreise.
Ricardos Inkonsequenz durch Beibehaltung
der Smithschen Identifizierung von Wert und Kostenpreis]

IIX1-549| Zunächst bei A.Smith zu bemerken, daß auch nach ihm

„es immer einige Waren gibt, deren Preis sich nur in zwei Teile aufspaltet, nämlich in
die Arbeitslöhne und die Kapitalprofite.“ ([„Recherches sur la nature et les causes de
la richesse des nations“, Paris 1802], 1.1, ch.VI, v. I., p. 103.)

Also diese Differenz mit Ricardo kann hier ganz unberücksichtigt bleiben.

Nachdem Smith erst entwickelt, daß die valeur &changeable* sich in
Arbeitsquantum auflöst, daß der in der valeur &changeable enthaltne Wert,
nach Abzug von Rohstoff etc., sich in den Teil Arbeit auflöst, der dem
Arbeiter bezahlt wird, und in den Teil, der ihm nicht bezahlt wird, welcher
letztre Teil sich in Profit und Rente (der Profit wieder möglicherweise
in Profit und Zins) auflöst, schlägt er plötzlich um, und statt die valeur

1 dem Geldausdruck -? Edelmetalle - den Ausdruck des Wertes in Geld -* der Tausch-

wert

€changeable in Salair, Profit und Rente aufzulösen, macht er vielmehr letztre
zu den Bildern der valeur &changeable, läßt sie als selbständige valeurs &chan-
geables die valeur &changeable des Produkts bilden, setzt die valeur &chan-
geable der Ware zusammen aus den selbständig und von ihr unabhängig
bestimmten valeurs der salaire, profit und rente!. Statt daß die valeur ihre
Quelle, werden sie die Quelle der valeur.

„Lohn, Profit und Rente sind die drei ursprünglichen Quellen allen Einkommens
ebenso wie allen Tauschwerts.“ (t.1, 1.1, ch.VI, p. 105.)

Nachdem er den innren Zusammenhang ausgesprochen, beherrscht ihn
plötzlich wieder die Anschauung der Erscheinung, der Zusammenhang der
Sache, wie er in der Konkurrenz erscheint, und in der Konkurrenz erscheint
alles immer verkehrt, stets auf den Kopf gestellt.

Es ist nun von diesem letztren verkehrten Ausgangspunkt aus, daß
Smith den Unterschied von „prix naturel des marchandises“? und ihrem
„brix de marche“? entwickelt. Ricfardo] akzeptiert dies von ihm, vergißt
aber, daß der „prix naturel“ des A.Smith nichts [anderes] ist, nach den
Prämissen Smiths, als der aus der Konkurrenz resultierende Kostenpreis,
und daß dieser Kostenpreis bei Smith selbst nur sofern identisch mit der
„value“ der Ware ist, als Smith seine tiefere Ansicht vergißt und bei der
falschen aus dem Schein der Oberfläche geschöpften stehnbleibt, daß die
&changeable value der commodities® gebildet wird durch die Komposition
der selbständig bestimmten values of wages, profit and rent’. Während
Ricardo diese Ansicht durchgehend bekämpft, akzeptiert er die auf dieselbe
gegründete Konfusion oder Identifizierung von valeur echangeable und cost-
price® oder natural price des A.Smith. Diese Konfusion bei Smith berechtigt,
weil seine ganze Untersuchung über den prix naturel ausgeht von seiner
zweiten falschen Ansicht von der value. Bei Ricfardo] aber gänzlich un-
berechtigt, weil er nirgendwo diese falsche Ansicht Smiths akzeptiert, son-
dern ex professo sie bekämpft als Inkonsequenz. Es gelang aber Smith, ihn
durch den prix naturel wieder einzufangen.

Nachdem Smith den Wert der Ware zusammengesetzt hat aus den von ihr
unabhängig und selbständig bestimmten Werten von Arbeitslohn, Profit und
Rente, fragt er sich nun, wie werden diese Elementarwerte bestimmt? Und
hier geht Smith von der Erscheinung aus, wie sie in der Konkurrenz vor-
liegt.

1 Werte des Arbeitslohns, des Profits und der Rente - ? „natürlichem Preis der Waren“ -
® „Marktpreis“ -* der Tauschwert der Waren -5 Werte von Arbeitslohn, Profit und Rente -
6 Tauschwert und Kostenpreis

Ch.VIIb.I „Du prix naturel des marchandises, et de leur prix de marche.“

„In jeder Gesellschaft oder Kanton gibt es eine mittlere oder Durchschnittstaxe für
Salaire - Profite - Rente.“ (l.c.t. 1, p. 110.) Diese „durchschnittliche Taxe kann man
die natürliche Taxe von Salair, Profit und Rente nennen für die Zeit und den Ort, in
welchen diese Taxe communement! herrscht.“ (p. 110, 111.) „Ist der Preis einer Ware
grade so groß als hinreicht, um Rente, Salair und Profite nach ihren natürlichen Taxen
zu zahlen, so ist die Ware zu ihrem natural price, ihrem natürlichen Preis verkauft.“

(p. 111.)

Dieser natürliche Preis ist dann der Kostenpreis der Ware, und der
Kostenpreis fällt mit dem Wert der Ware zusammen, da ja vorausgesetzt
ist, daß der Wert der letztren gebildet wird durch die Werte von Salair,
Profit und Rente.

„Die Ware wird ]|550]| genau dafür veräußert, was sie wert ist" (die Ware ist dann
zu ihrem Wert verkauft) „ou“ (oder) demjenigen, der sie auf den Markt bringt, wirk-
lich kostet“ (zu ihrem Wert oder zu ihrem Kostenpreis für die Person, die sie auf den
Markt bringt); „zwar schließt der Begriff Gestehungskosten einer Ware im allgemeinen
Sprachgebrauch nich? den Profit desjenigen mit ein, der sie wieder verkauft, doch falls
dieser sie zu einem Preis abgibt, der ihm nicht den in seiner Nachbarschaft üblichen Profit
einbringt, verliert er offensichtlich etwas bei diesem Geschäft. Durch eine andersartige
Anlage seines Kapitals könnte er jenen Profit aber erzielen.“ (p. 111.)

Hier haben wir die ganze Entstehungsgeschichte des prix naturel und
noch dazu in ganz entsprechender Sprache und Logik, da die valeur der
Ware gebildet wird durch die Preise von Salair, Profit und Rente, der wahre
Wert der letztren aber wieder gebildet wird, wenn sie auf ihrer natürlichen
Taxe stehn, so klar, daß die valeur der Ware identisch mit ihrem Kostenpreis
und der letztre mit dem prix naturel der Ware. Die Taxe des Profits, d.h.
die Profitrate, ditto des Salairs wird als gegeben vorausgesetzt. So sind sie für
Bildung des Kostenpreises. Sie sind ihm vorausgesetzt. Sie erscheinen also
auch dem einzelnen Kapitalisten gegeben. Wie und wo und warum geht ihn
nichts an. Smith stellt sich hier auf den Standpunkt des einzelnen Kapitali-
sten, des Agenten der kapitalistischen Produktion, der den Kostenpreis
seiner Ware festsetzt. So viel für Arbeitslohn etc., so viel beträgt die all-
gemeine Profitrate. Ergo: So erscheint diesem Kapitalisten die Operation,
wodurch der Kostenpreis der Ware festgesetzt wird oder, wie es ihm weiter
erscheint, der Wert der Ware, denn er weiß ebenfalls, daß der Marktpreis
bald über, bald unter diesem Kostenpreis steht, der ihm daher als der
ideale Preis der Ware, ihr absoluter Preis im Unterschied von ihren Preis-

1 insgemein

schwankungen, kurz als ihr Wert erscheint, soweit er überhaupt über der-
gleichen nachzudenken Zeit hat. Und indem Smith sich mitten in die Kon-
kurrenz versetzt, räsoniert und deräsoniert er auch so fort mit der eigen-
tümlichen Logik des in dieser Sphäre befangnen Kapitalisten. Er wirft ein:
Unter Kosten versteht man im gewöhnlichen Leben nicht den Profit, den der
Verkäufer macht (der notwendig einen Überschuß über seine expenses! bil-
det). Warum rechnest du also den Profit in den Kostenpreis? A. Smith ant-
wortet mit dem denktiefen Kapitalisten, dem diese Frage gestellt wird, so:

Profit überhaupt muß in den Kostenpreis eingehn, weil ich geprellt wäre,
wenn nur ein Profit von 9 statt 10 p.c. in den Kostenpreis einginge®®.

Diese Naivität, womit Smith einerseits aus der Seele des Agenten der
kapitalistischen Produktion spricht und die Sachen ganz so darstellt, laut
und voll, wie sie diesem erscheinen und wie sie von ihm gedacht werden
und ihn in der Praxis bestimmen und in der Tat sich dem Schein nach zu-
tragen, während er anderseits den tiefren Zusammenhang stellenweise auf-
deckt, gibt seinem Buch den großen Reiz.

Man sieht auch hier, warum Smith - trotz großer innrer Skrupel über
diesen Punkt - den Wert der Ware nur in Rente, Profit, Salair auflöst und
das capital constant wegläßt, obgleich er es natürlich bei jedem „einzelnen“
Kapitalisten zugibt. Denn sonst hieße: Der Wert der Ware besteht aus
Salair, Profit, Rente und dem Wertteil der Ware, der nicht aus Salair,
Profit, Rente besteht. Es wäre so notwendig, den Wert unabhängig von
Salair, Profit und Rente festzusetzen.

Wenn außer der Auslage in dem Durchschnittssalair etc. der Preis [der]
Ware den Durchschnittsprofit und - falls Rente in sie eingeht - die Durch-
schnittsrente liefert, ist sie zu ihrem natürlichen oder Kostenpreis verkauft,
und zwar ist dieser Kostenpreis gleich ihrem Wert, weil ihr Wert ja nichts
ist als die Addition der natürlichen Werte von Salair, Profit und Rente:

551] Im übrigen entwickelt nun Smith, nachdem er sich einmal in die
Konkurrenz gestellt, Profitrate etc. als gegeben vorausgesetzt hat, den naturel
prix oder Kostenpreis richtig, nämlich diesen Kostenpreis im Unterschied
vom Marktpreis.

„Der natürliche Preis bzw.der Gesamtwert von Rente, Arbeit und Profit, die bezahlt
werden mußten, um sie“ (die Ware) „dorthin zu bringen.“ (l.c. p. 112.)

Dieser Kostenpreis der Ware ist verschieden von dem prix actuel? oder

prix de marche? der Ware, (p.112.) Letztrer hängt von Nachfrage und Zu-
fuhr ab.

1 Auslagen - ? tatsächlichen Preis - ° Marktpreis

Die Produktionskosten der Ware oder der Kostenpreis der Ware ist eben
„der valeur entiere des rente, salaires et profits qu’il en coüte pour amener cette
marchandise au marche“*. Entsprechen sich Nachfrage und Zufuhr, so ist
der prix de march& gleich dem prix naturel.

„Wenn die auf den Markt gebrachte Menge gerade ausreicht, um die wirksame
Nachfrage und nicht mehr zu versorgen, so stimmt der Marktpreis ganz genau... mit
dem natürlichen Preis überein.“ (t. 1, l.c. 114.) „Demnach bildet der natürliche Preis
sozusagen den Zentralpreis, um den die Preise aller Waren ständig schwanken. Der
Zufall kann sie zuweilen ein gutes Stück darüber in der Schwebe halten und zuweilen
sogar etwas darunter herabdrücken.“ (t.1, l.c. p. 116.)

Daher schließt dann Smith, daß im ganzen der

„gesamte jährlich zur Belieferung des Marktes mit irgendeiner Ware aufgewendete
Fleiß“ entsprechen wird den Bedürfnissen der Gesellschaft oder der „wirksamen Nach-
frage“. (p. 117.)

Was Ric[ardo] als apportionnement? des capital general? für die different
trades auffaßt, erscheint hier noch in der naiveren Form der Industrie nötig,
um „eine bestimmte Ware“ zu produzieren. Die Ausgleichung der Preise
zwischen den Verkäufern derselben Ware zum Marktpreis und die Aus-
gleichung der Marktpreise der verschiednen Waren zum Kostenpreise läuft
hier noch ganz kunterbunt durcheinander.

Smith kommt hier nur ganz gelegentlich auf die influence der variation in
the real values of commodities? auf den prix naturel oder die Kostenpreise.

‘ Nämlich in der Agrikultur

„produziert die gleiche Menge Arbeit in verschiedenen Jahren ganz unterschiedliche
Warenmengen, während sie in anderen [Beschäftigungssphären] immer die gleiche oder
fast die gleiche Quantität hervorbringt. Dieselbe Arbeitskräftezahl wird in der Land-
wirtschaft in verschiedenen Jahren völlig voneinander abweichende Mengen an Korn,
Wein, Öl, Hopfen usw. erzeugen. Doch die gleiche Anzahl Spinner und Weber stellt
jedes Jahr denselben oder nahezu denselben Umfang an Leinen- und Wolltuch her...
Bei der anderen“ (der nicht agricultural) „Art von Gewerbefleiß, bei der das Produkt
gleicher Arbeitsquantitäten immer gleich oder nahezu gleich bleibt“ (d.h. solange die
Produktionsbedingungen dieselben bleiben), „kann die Erzeugung genauer mit der
wirksamen Nachfrage in Einklang gebracht werden.“ (p. 117, 118.)

Hier sieht Smith, daß bloßer change in der productivity? von „quantites
&gales de travail“ ®, also in den wirklichen Werten der Waren, die cost-prices

1 Gesamiwert von Rente, Lohn und Profit, die bezahlt werden mußten, um diese Ware auf
den Markt zu schaffen“ - * Verteilung - ® allgemeinen Kapitals - * den Einfluß der Variation
in den realen Werten der Waren - ° Wechsel in der Produktivität - ® „gleichen Arbeitsmengen“

changiert. Er verflacht dies wieder durch Reduktion auf das Verhältnis von
supply and demand!. Seinen eignen Entwicklungen nach ist die Sache, wie
er sie darstellt, falsch. Denn, wenn in der Agrikultur „des quantites &gales
du travail“ infolge der Jahreszeiten etc. verschiedne Massen [von] Produk-
ten liefern, so hat er selbst entwickelt, wie infolge der Maschinerie, Teilung
der Arbeit etc. „des quantites &gales du travail“ sehr verschiedne Massen
von Produkt in der Manufaktur etc. liefern. Es ist also nicht dieser Unter-
schied, der die Agrikultur differenziert von den übrigen Industriezweigen.
Es ist der Umstand, daß in dem einen Fall die „Produktivkraft in voraus-
bestimmter Grad“ angewandt wird, im andern von Naturzufällen abhängt.
Bleibt aber als Resultat, daß der Wert der Waren oder die quantity of labour?,
die je nach der Produktivität der Arbeit has to be expended on a given
commodity®, ihre Kostenpreise variiert.

Im folgenden Satz hat A. Smith auch schon [dargelegt], wie die migration
of capitals? von einem trade zum andren den Kostenpreis in den verschied-
nen trades herstellt. Doch dies bei ihm nicht klar wie bei Ricardo]. Denn
wenn der |]552| Preis der Ware unter ihren natural price? fällt, so nach seiner
Entwicklung, weil eins der Elemente dieses Preises unter die natural tax
oder Rate fällt. Es ist daher nicht durch Entziehen der Kapitalien allein oder
migration der Kapitalien, sondern indem labour, capital or land von einem
Zweig in den andren wandern. Hierin ist seine Ansicht konsequenter als die

Ric[ardo]s, aber falsch.

„Welcher Teil dieses“ (natürlichen) „Preises auch immer unterhalb seiner natürlichen
Rate bezahlt wird, diejenigen, deren Interesse beeinträchtigt wird, fühlen sofort den
Verlust und werden der Produktion der betreffenden Ware unmittelbar danach soviel
Boden oder soviel Arbeit oder soviel Kapital entziehen, daß die auf den Markt gebrachte
Menge bald nur noch ausreicht, um die wirksame Nachfrage zu decken. Ihr Marktpreis
wird daher schnell auf den natürlichen Preis ansteigen. Zumindest würde das überall
dort geschehen, wo vollkommene Freiheit herrscht.“ (l.c. p. 125.)

Dies wesentliche Differenz, wie Smith und RicJardo] die Ausgleichung
zum prix naturel auffassen. Die [Auffassung] Smiths beruht auf seiner fal-
schen Voraussetzung, daß die 3 Elemente selbständig den Wert der Ware
bestimmen, während die Ricjardo]s auf der richtigen Voraussetzung beruht,
daß es die Durchschnittsrate des Profits (wobei das Salair gegeben), die allein
die Kostenpreise herstellt.

1 Zufuhr und Nachfrage -? Arbeitsmenge - 3 auf eine gegebene Ware zu verwenden ist -
% Wanderung der Kapitalien - ® natürlichen Preis

### [2. Smiths Theorie von der „natürlichen Rate“
des Arbeitslohns, des Profits und der Rente]

„Der natürliche Preis verändert sich mit der natürlichen Rate seiner Bestandteile,

des Lohnes, des Profites und der Rente.“ (l.c. p. 127.)
Und nun sucht Smith in ch.VIIL, IX, X und XI von b.I den taux

naturel! dieser „parties constituantes“?, Salair, Rente und Profit und die
varlations dieses taux zu bestimmen.

Ch.VIII: „Des salaires du travail.“

Bei der Eröffnung des chapter über das Salair entwickelt Smith - den
Konkurrenz-Scheinstandpunkt verlassend - zunächst die wahre Natur des
Mehrwerts und Profit und Rente als bloße Formen desselben.

Bei dem Salair hat er einen Standpunkt, um den taux naturel zu be-
stimmen, nämlich den Wert des Arbeitsvermögens selbst, den notwendigen

Arbeitslohn.

„Ein Mensch muß immer von seiner Arbeit leben, und sein Lohn muß mindestens
zu seiner Erhaltung ausreichen. Er muß meistenteils sogar etwas größer sein, sonst
wäre es den Arbeitern nicht möglich, eine Familie zu gründen, wodurch ihr Geschlecht
nicht länger als eine Generation existieren könnte.“ (l.c. p. 136.)

Dies wird wieder bedeutungslos, weil er sich nie fragt, wie wird der
Wert der notwendigen Lebensmittel, i.e. der Ware überhaupt bestimmt?
Und hier muß Smith, da er von seiner Hauptauffassung abgegangen,
sagen: Der Preis des Arbeitslohns wird durch den Preis der Lebensmittel
und der Preis der Lebensmittel durch den Preis des Arbeitslohns bestimmt.
Vorausgesetzt einmal, daß der Wert des Arbeitslohns fixiert ist, beschreibt
er wieder die Schwankungen desselben, wie sie sich in der Konkurrenz
zeigen, und die Umstände, die diese Schwankungen hervorheben, exakt.
Dies gehört in den exoterischen Teil und geht uns hier nichts an.

(Namentlich [behandelt er] den accroissement, die Akkumulation des
Kapitals, sagt uns aber nicht, was diesen bestimmt, da dieser accroissement
nur rasch sein kann, entweder wenn die Rate des Arbeitslohns relativ
niedrig ist und die Produktivität der Arbeit groß ist (in diesem Fall Steigen
der Salaire immer nur Folge vorhergegangner permanenter Niedriskeit
derselben) oder wenn die Rate der Akkumulation niedrig, aber die Produk-
tivität der Arbeit groß ist. Im ersten Fall müßte er von seinem Standpunkt

3 die natürliche Rate -? „Bestandteile“

aus die Rate des Arbeitslohns aus der Rate des Profits, i.e. aus der Rate des
Arbeitslohns, deduzieren, im zweiten Fall aus dem gross amount of profit!,
was aber wieder Untersuchungen über den Wert der Ware ernötigen
würde.)

Er will den Wert der Ware aus dem Wert der Arbeit als einem constitu-
tional element? entwickeln. Und er entwickelt die Höhe des Arbeitslohns
anderseits daraus, daß

„die Arbeitslöhne ... nicht mit dem Preis der Nahrungsmittel schwanken“ (p. 149)
und daß „sich die Arbeitslöhne von Ort zu Ort mehr als der Preis von Nahrungsmitteln

ändern“. (l.c. p. 150.)

In der Tat enthält das Kapitel nichts zur Sache Gehöriges, außer der
Bestimmung des Minimums des Salairs, alias des Werts des Arbeitsver-
mögens. Hier knüpft Smith instinktmäßig wieder an seine tiefere An-
schauung an, verläßt diese dann wieder, so daß selbst obige Bestimmung
nichts [bedeutet]. Denn wodurch den Wert der notwendigen Lebensmittel -
also Waren überhaupt bestimmen? Zum Teil durch den natural price of
labour?. Und wodurch diesen bestimmen? Durch die value of necessaries,
or commodities in general“. Elende Zwickmühle. Im übrigen enthält das
chapter kein Wort über die Sache, über den natural price of labour ||553],
sondern nur Untersuchungen über das Steigen der wages? über das level®
der natural tax, nämlich im Verhältnis wie Kapital sich rasch akkumuliert,
die Akkumulation des Kapitals progressiv ist. Dann werden die ver-
schiednen Gesellschaftszustände untersucht, worin dies der Fall, und
‚schließlich, indem er der Bestimmung des Werts der Ware durch den
Arbeitslohn und des Arbeitslohns durch den Wert der necessaries ins Ge-
sicht schlägt durch Nachweis, daß dies in England [nicht] der Fall scheine.
Dazwischen - weil der Arbeitslohn durch die necessaries bestimmt, [die]
nicht nur zum Leben, sondern Jauch] zur Reproduktion der Bevölkerung
[notwendig] - kommt ein Stück Malthusscher Bevölkerungstheorie.

Nachdem A.Smith nämlich nachzuweisen gesucht, daß der Arbeits-
lohn im 18. Jahrhundert speziell in England gestiegen, wirft er die Frage auf,
ob dies zu betrachten „comme un avantage ou comme un inconv£nient pour
la societe“”. (l.c.p. 159.) Bei der Gelegenheit kehrt er dann wieder vorüber-
gehend zu seiner tiefren Anschauung zurück, wonach Profit und Rente bloß
Teile am Produkt des Arbeiters. Die Arbeiter, sagt er,

1 Bruttobetrag des Profits -2 konstitutierenden Element - °® natürlichen Preis der Arbeit -
* den Wert der zum Leben notwendigen Dinge oder der Waren im allgemeinen -° Löhne -
& Niveau -” „als ein Vorteil oder als ein Nachteil für die Gesellschaft“

„bilden erstens den bei weitem größten Teil der Gesellschaft. Also kann man jemals als
einen Nachteil für das Ganze betrachten, was das Los des größten Teils des Ganzen
verbessert? Eine Gesellschaft kann sicher nicht als glücklich und prosperierend be-
trachtet werden, wenn der bei weitem größte Teil ihrer Glieder arm und elend ist.
Außerdem verlangt die bloße Billigkeit, daß diejenigen, welche den ganzen Körper der
Nation nähren, kleiden und behausen, an dem Produkt ihrer eigenen Arbeit wenigstens
einen hinreichenden Anteil haben, um selbst erträglich genährt, bekleidet und behaust
zu sein.“ (p. 159, 160.)

Bei dieser Gelegenheit kommt er auf die Bevölkerungstheorie.

„Obwohl Armut zweifellos Eheschließungen hemmt, verhindert sie diese nicht
immer. Sie scheint sogar die Fortpflanzung zu begünstigen... Die unter Frauen von
Stand so häufige Unfruchtbarkeit trifft man in den niedrigeren Schichten sehr selten
an... Aber obgleich Armut die Fortpflanzung nicht verhindert, wirkt sie sich auf das
Großziehen der Kinder äußerst ungünstig aus. Die zarte Pflanze keimt zwar auf, aber
auf solch einem kärglichen Boden und in solch einem rauhen Klima, daß sie bald
welkt und stirbt... Jede Tiergattung vermehrt sich natürlicherweise im Verhältnis zu
ihren Existenzmitteln, keine kann sich jemals darüber hinaus vermehren. Aber in einer
zivilisierten Gesellschaft kann der Mangel an Unterhaltsmitteln nur den unteren Volks-
schichten Beschränkungen gegen die weitere Vermehrung der menschlichen Gattung
auferlegen... Auf diese Weise reguliert die Nachfrage nach Arbeitern, ebenso wie bei
jeder anderen Ware, notwendigerweise ihre Produktion, beschleunigt sie, wenn sie zu
langsam vorangeht, und hemmt sie, wenn sie sich zu schnell entwickelt...“ (l.c.

p. 160-163 passim.)

Der Zusammenhang des Minimums des salaire mit den verschiednen
Gesellschaftszuständen ist der:

„Der Gesellen und Knechten aller Art gezahlte Lohn muß den einen wie den
anderen in die Lage versetzen, seinen Stand zu erhalten, je nachdem, wie es die wach-
sende, sich vermindernde oder gleichbleibende Nachfrage der Gesellschaft verlangen
mag.“ (l.c. p. 164.) (La societe! c’est-A-dire - le capital.)

Er zeigt dann, daß der Sklave „teurer“ sei als der freie Arbeiter, weil
der letztre selbst über sein „dechet“? wacht, während es bei dem erstren [über-
wacht] ist „sous l’administration d’un maitre peu attentif ou d’un inspec-
teur negligent“®. (l.c.p. 164.) Der „Fonds“, um das „dechet“ zu reparer,
ist „ökonomisiert“ vom freien Arbeiter, während er bei dem Sklaven ver-
schwendet, unordentlich verwaltet wird.

„Der Fonds, der - wenn ich so sagen darf - zum Ersatz und zur Instandsetzung der
natürlichen Abnutzung des Sklaven bestimmt ist, wird gewöhnlich durch einen nach-

1 Die Gesellschaft! das heißt - das Kapital. -? seinen „Verschleiß“ - ? „durch einen nach-
lässigen Herrn oder unachtsamen Aufseher“ - ? ersetzen

lässigen Herrn oder unachtsamen Aufseher verwaltet. Der zur Erfüllung der gleichen
Funktion bei einem freien Mann bestimmte Fonds wird durch diesen selbst betreut.
In die Verwaltung des ersteren schleicht sich selbstverständlich die Unordnung ein, die
gewöhnlich in der Wirtschaft reicher Leute vorherrscht, während sich die Genügsam-
keit und sparsame Sorgfalt der Armen natürlicherweise auf die des letzteren überträgt.“

(p. 164.)
Dies gehört zur Bestimmung des Minimums des Salairs oder des naturel

prix du travail‘, daß er niedriger beim freien Lohnarbeiter als beim Sklaven.
Dies läuft bei Smith unter.

„Die von freien Menschen verrichtete Arbeit ist letzten Endes billiger als die von
Sklaven.“ (p.165.) „So wie die reichliche Entlohnung der Arbeit die Wirkung wach-
senden Reichtums darstellt, so ist sie selbst die Ursache einer wachsenden Bevölkerung.
Darüber klagen heißt, |/554] über die zwangsläufige Wirkung und Ursache der be-
deutendsten allgemeinen Prosperität jammern.“ (p. 165.)

Smith plädiert weiter für hohen Arbeitslohn.

Er „regt nicht nur die Fortpflanzung des einfachen Volkes an,“ sondern „steigert
auch dessen Fleiß. Die Arbeitslöhne sind der Ansporn des Fleißes, der sich, gleich jeder
menschlichen Eigenschaft, im Verhältnis zur empfangenen Ermutigung entfaltet. Ein
reichlicher Unterhalt steigert die körperliche Kraft des Arbeiters. Und die wohltuende
Hoffnung, seine Lage zu verbessern ..., regt ihn an, diese Kraft aufs äußersteanzustren-
gen. Wo hohe Löhne existieren, sind demzufolge die Arbeiter aktiver, fleißiger und
eifriger als dort, wo die Löhne sich auf einem niedrigen Niveau befinden.“ (l.c. p. 166.)

Aber hoher Lohn spornt die Arbeiter auch zur Überarbeitung und
[zum] precocious? Ruin ihres Arbeitsvermögens [an].

„Werden Arbeiter im Stücklohn reichlich bezahlt, sind sie sogar sehr leicht geneigt,
sich zu überarbeiten und ihre Gesundheit und ihre körperliche Verfassung in wenigen
Jahren zu ruinieren.“ (p.166, 167.) „Würden die Unternehmer stets dem Gebot der
Vernunft und Menschlichkeit gehorchen, müßten sie die Anstrengungen vieler ihrer
Arbeiter öfter mäßigen als anstacheln.“ (p. 168.)

Plädiert weiter dagegen, daß „eine etwas bessere als die gewöhnliche
Versorgung die Arbeiter zum Müßiggang veranlaßt“. (p. 169.)

Er untersucht dann, ob es wahr, daß der Arbeiter in guten Jahreszeiten
fauler als in schlechten, und wie es sich überhaupt mit dem Verhältnis
zwischen Arbeitslohn und prix des denrees® verhält. Hier kommt wieder
die Inkonsequenz.

„Der Geldpreis der Arbeit wird zwangsläufig durch zwei Faktoren bestimmt: durch
die Nachfrage nach Arbeit und den Preis der notwendigen und angenehmen Dinge des

1 natürlichen Preises der Arbeit - ? vorzeitigen - ® Preis der Lebensmittel

Lebens... Der Geldpreis der Arbeit wird durch das bestimmt, was zum Kauf dieser
Quantität“ (an notwendigen und angenehmen Dingen des Lebens) „erforderlich ist.“

. (ce. p.175.)

[Weiter untersucht er], warum - von wegen der Nachfrage nach Arbeit -
der Arbeitslohn in fruchtbaren Jahren steigen, in unfruchtbaren fallen
kann. (p. 176 sqq.)

Die Ursachen in guten und schlechten Jahreszeiten paralysieren sich.

„Die Knappheit eines teuren Jahres tendiert durch die Verringerung der Nachfrage
nach Arbeit dazu, deren Preis herabzumindern, während der hohe Preis der Lebens-
mittel die Tendenz in sich birgt, ihn zu erhöhen. Dagegen tendiert die Fülle eines billi-
gen Jahres durch die Steigerung der Nachfrage dazu, den Preis der Arbeit zu erhöhen,
während die Wohlfeilheit der Nahrungsmittel die Tendenz in sich birgt, ihn zu senken.
Bei den normalen Preisschwankungen der Lebensmittel scheinen sich diese beiden Ur-
sachen einander auszugleichen. Darin ist wahrscheinlich zum Teilder Grund zu suchen,
warum die Arbeitslöhne überall viel stabiler und beständiger sind als der Preis der
Lebensmittel.“ (p. 177.)

Schließlich, nach all diesem Zickzack, stellt er dem Arbeitslohn als
Quelle des Werts der Waren wieder gegenüber seine ursprüngliche tiefere
Anschauung, daß der Wert der Waren durch die Arbeitsquantität be-
stimmt ist; und erhält der Arbeiter in guten Jahren oder mit dem Wachstum
des Kapitals mehr Waren, so produziert er auch viel mehr Waren, oder die
einzelne Ware enthält eine geringre Quantität Arbeit. Er kann also größres
Quantum Ware mit geringrem Wert derselben erhalten und so, dies ist der
involvierte Schluß, kann der Profit wachsen trotzt steigendem absolutem

Arbeitslohn.

„Das Steigen der Arbeitslöhne erhöht notwendigerweise den Preis vieler Waren, da
jener Teil. des Preises, der sich in Lohn auflöst, zunimmt, und führt insofern zu einer Ver-.
ringerung ihres Verbrauches im In- und Ausland. Jedoch dieselbe Ursache, die den
Arbeitslohn erhöht, nämlich die Zunahme des Kapitals, tendiert zur Steigerung der
produktiven Fähigkeiten der Arbeit und setzt eine kleinere Arbeitsmenge instand, eine
größere Menge von Produkten zu erzeugen.“ [Dies geschieht durch] Teilung der
Arbeit, Anwendung der Maschinerie, Erfindungen etc. ... „Es gibt also viele Waren, die

“infolge dieser Verbesserungen mit viel weniger Arbeit als zuvor produziert werden, so
daß der erhöhte Preis der Arbeit durch die Verringerung ihrer Menge überkompensiert wird.“
(. 177, 178.)

Die Arbeit wird besser bezahlt, aber es ist weniger Arbeit in der einzelnen
Ware enthalten, also weniger zu bezahlen. So läßt er seine falsche Theorie,
wonach der Arbeitslohn den Wert der Ware als konstituierendes Element
des Werts bestimmt, aufheben oder vielmehr paralysiert, kompensiert

werden durch seine richtige Theorie, wonach der Wert der Ware durch die
Quantität der in ihr enthaltnen Arbeit bestimmt ist.

I555| Ch. IX: Des Profits des capitaux.

Hier soll also die natural tax des zweiten Elements bestimmt werden,
das den natural price oder Wert der Waren bestimmt und konstituiert. Was
Smith über die Ursache des Fallens der Profitrate sagt (p.179, 189, 190,
193, 196, 197 etc.), später zu betrachten!.

Hier ist Smith nun in großer Verlegenheit. Er sagt; daß schon die Be-
stimmung des „taux moyen“? des Salairs darauf hinauslaufe, daß es der
„taux habituel des salaires“ ? (p. 179), die faktisch gegebne Rate des Salairs
sei. „Mais ceci m&me ne peut guöre s’obtenir d l’egard.des profits de capitaux.“*
(p. 179.) Außer [vom] Glück und Unglück des entrepreneur „ce profit se
ressent ... de chaque variation qui survient dans le prix des marchandises“?
(p.180), während wir doch grade den naturel prix dieser marchandises
durch die natural tax of profit, als eins der konstituierenden Elemente des
„Werts“, bestimmen sollen. Dies ist schon schwer in one single trade for a
single capitalist®.

„Die Bestimmung des Durchschnittsprofits all der verschiedenen, in einem großen
Königreich betriebenen Gewerbezweige muß noch viel schwieriger sein.“ (p. 180.)

Aber von den „profits moyens des capitaux“” kann man sich eine Vor-
stellung machen „quelque idee d’apr&s l’inter&t de l’argent“®:

„Ich möchte es als Maxime zugrunde legen, daß überall, wo man mit Geld sehr viel
anfangen kann, für seine Verwendung gewöhnlich auch sehr viel hingegeben wird, und
überall dort, wo man damit wenig anfangen kann, wird gewöhnlich auch wenig dafür

hingegeben.“ (p. 180, 181.)

Smith sagt nicht, daß die Zinsrate die Profite bestimmt. Er sagt aus-
drücklich das Umgekehrte, Aber über die Zinsrate zu verschiednen Epochen
etc. besitzt man Annalen, die für die Profitrate fehlen. Die Zinsraten sind
also Symptome, wonach man den ungefähren Stand der Profitrate beur-
teilen kann. Aber die Aufgabe war nicht, den Stand gegebner, verschiedner
Profitraten zu vergleichen, sondern die natural tax der Profitrate zu be-
stimmen. Smith flüchtet in eine Nebenuntersuchung über den Stand des

1 Sjehe vorl. Band, 5.440 und 468 -? „Dürchschnitts“ -? „übliche Arbeitslohn“ -* „Doch
in bezug auf die Kapitalprofite ist selbst das kaum möglich.“ -°® Unternehmers „wird dieser
Profit ... durch jede Preisänderung der Waren beeinflußt“ - ® in einem einzelnen Gewerbe
für einen einzelnen Kapitalisten - ? „Durchschnittsprofiten der Kapitalien“ -® „nach der

Höhe des Geldzinses“

Zinsfußes zu verschiednen Zeiten, was das Problem, das er sich gestellt,
gar nicht berührt. Er betrachtet roh verschiedne Epochen in England, ver-
gleicht diese dann mit Schottland, Frankreich, Holland und findet, daß -

die amerikanischen Kolonien ausgenommen -

„die besonderen Verhältnisse neuer Kolonien ausgenommen, hohe Arbeitslöhne und
hohe Kapitalprofite selten jemals zusammenpassen.“ (p. 187.)

Hier sucht A.Smith schon annähernd, wie Ric[ardo], aber besser to a
certain point! die hohen Profite zu erklären:

„Neüe Kolonien müssen immer eine geraume Zeitlang im Verhältnis zur Ausdeh-
nung ihres Territoriums kapitalärmer und im Verhältnis zum Umfang ihres Kapitals
weniger bevölkert sein als die meisten anderen Länder. Sie besitzen mehr Grund und
Boden als Kapital zu dessen Bearbeitung. Worüber sie verfügen, wird deshalb nur zur
Bearbeitung des fruchtbarsten und am günstigsten gelegenen Bodens in der Nähe der Küste
und an den Ufern schiffbarer Flüsse verwendet. Und auch derartiger Grund und Boden
wird oft zu einem Preis verkauft, der sogar unter dem Wert seines natürlichen Produkts
liegt.“ (Kosten also nichts, in fact.) „Zum Kauf und zur Verbesserung dieser Lände-
reien verwendetes Kapital muß einen sehr großen Profit abwerfen und infolgedessen die
Zahlung eines sehr hohen Zinses gestatten. Die schnelle Kapitalanhäufung in einem
profitablen Unternehmen befähigt den Pflanzer, die Zahl seiner Arbeitskräfte schneller
zu erhöhen als in einer jungen Ansiedlung aufzutreiben sind, Diejenigen, die er finden
kann, werden deshalb sehr reichlich entlohnt. Ebenso wie die Kolonie sich weiterent-
wickelt, verringern sich allmählich die Kapitalprofite. Ist erst der fruchtbarste und am besten
gelegene Boden insgesamt in Besitz genommen worden, läßt sich durch die Bebauung der
nach Fruchtbarkeit und Lage schlechteren Ländereien nur noch ein kleinerer Profit erzielen,
und für das auf diese Weise beschäftigte Kapital können dann nur weniger Zinsen auf-
gebracht werden. In den meisten unserer Kolonien hat sich dementsprechend ... der
Zinsfuß bemerkenswert verringert.“ (p. 187-189.)

Dies, obgleich in andrer Weise räsoniert, ist eine der Basen der Ric[ardo]-
schen Erklärung vom Fall des Profits. Im ganzen erklärt hier Smith alles
aus der Konkurrenz der Kapitalien, mit deren accroissement? der Profit
fällt und mit deren Fall er anwächst?, wonach denn auch der Arbeitslohn
umgekehrt steigt oder fällt.

1556] „So wie die Verringerung des Kapitalvermögens der Gesellschaft oder der
zur Aufrechterhaltung des Gewerbes bestimmten Fonds die Arbeitslöhne senkt, so er-
höht sie auch die Kapitalprofite und deshalb den Geldzins. Durch die Senkung der

1 bis zu einem gewissen Punkt - 2 Anwachsen - ®in der Handschrift lautet dieser Satz:
Im ganzen erklärt hier Smith alles aus der Konkurrenz der Kapitalien, anwachsend mit
deren accroissement und fallend mit deren Fall

Arbeitslöhne können die Eigentümer des Kapitals, das der Gesellschaft verbleibt, ihre
Waren mit geringeren Kosten auf den Markt bringen als vorher; und da jetzt weniger

Kapital mit der Versorgung des Marktes beschäftigt wird, sind sie imstande, sie teurer
zu verkaufen.“ (p. 191, 192.)

[Smith] spricht dann über den möglichst hohen und möglichst niedrigen
taux.

„Die höchste Rate“ ist die, „die vom Preis der meisten Waren alles aufzehrt, was
der Grundrente zufallen sollte, und nur das übrigläßt, was zur Bezahlung der Arbeit,
welche die Waren hergestellt und auf den Markt gebracht hat, ausreicht - und zwar
entsprechend der niedrigsten Rate, zu der Arbeit irgendwo entlohnt werden kann, d.h.
entsprechend des bloßen Lebensunterhalts des Arbeiters.“ (p. 197, 198.)

„Die niedrigste gewöhnliche Profitrate muß immer etwas mehr ausmachen als das,
was zur Entschädigung der gelegentlichen Verluste hinreicht, denen jede Kapital-
verwendung ausgesetzt ist. Es ist dieser Überschuß allein, der den reinen oder Netto-

profit darstellt.“ (p.196.) °

Smith charakterisiert in fact! selbst, was er über die „natural tax of
profit" sagt:

„Den doppelten Zins betrachten die Kaufleute in Großbritannien als guten, an-
gemessenen, gerechten Profit. Unter diesen Begriffen verstehe ich nichts anderes als einen

gewöhnlichen und üblichen Profit.“ (p.198.)

Und in der Tat nennt Smith diesen „profit commun et d’usage“? zwar
weder modere® noch honnäte*, aber er gibt ihm den Namen „natural tax
of profit“, sagt uns aber platterdings nicht, was das ist oder wie es bestimmt
wird, obgleich wir vermittelst dieser „natural tax of profit“ den „natural
price“ der commodity? bestimmen sollen.

„In Ländern, deren Wohlstand schnell anwächst, kann die niedrige Profitrate die
hohen Arbeitslöhne im Preis vieler Waren aufwiegen und diese Länder in die Lage ver-
setzen, ihre Waren genauso billig zu verkaufen wie ihre weniger prosperierenden Nach-
barn, bei denen die Arbeitslöhne vielleicht niedriger sind.“ (p. 199.)

Niedrige Profite und hohe Salaire® stehn sich hier nicht als Wechsel-
wirkung gegenüber, sondern dieselbe Ursache - das quick growth or accu-
mulation of capital” bringt beide hervor. Beide gehn in den Preis ein,
konstituieren ihn. Ist daher das eine hoch, während das andre niedrig, so

bleibt der Preis derselbe etc.

1tatsächlich -2 „gewöhnlichen und üblichen Profit“ - ® mäßig - * angemessen -5 Ware —
6 in der Handschrift: Hohe Profite und niedrige Salaire - ? die rasche Zunahme oder Akkumu-
lation des Kapitals

Smith faßt hier den Profit rein als surcharge! auf, denn er sagt am

Schluß des Kapitels:

„In Wirklichkeit tendieren hohe Profite viel mehr als hohe Löhne dazu, den Preis
des Produkts zu steigern.“ (p.199.) Z.B., wenn die Salaire aller in den fabriques des
toiles? beschäftigten Arbeiter steigen um 2 deniers (pence) täglich - würde das das
„Stück Leinwand“ nur um so viel 2 d. heben, als Arbeiter beschäftigt wären „multi-
pliziert mit den dabei aufgewendeten Arbeitstagen. Dieser Teil des Warenpreises, der
sich in Lohn auflöst, steigt durch all die verschiedenen Fertigungsstufen nur in einem
arithmetischen Verhältnis zur Lohnzunahme. Falls aber die Profite all der verschiedenen
Beschäftiger der genannten Arbeiter um 5 Prozent anwachsen, erhöht sich jener Teil des
Warenpreises, der sich in Profit auflöst, durch all die verschiedenen Fertigungsstufen
in einem geometrischen Verhältnis zur Profitzunahme... Die Lohnsteigerung wirkt
auf die Erhöhung der Warenpreise in der gleichen Weise wie der einfache Zins auf
die Schuldenvermehrung. Die Profitsteigerung wirkt ähnlich wie der Zinseszins.“
(p.200, 201.)

Am Schluß dieses chapter sagt uns Smith auch, woher er die ganze
Anschauung hat, daß der Preis der Ware - oder ihr Wert - durch die Werte
von salaires und profits gebildet wird, nämlich von den amis du commerce°,
den praktischen Konkurrenzgläubigen,

„Unsere Kaufleute und Fabrikherren beschweren sich viel über die schlechten Aus-
wirkungen hoher Löhne, daß sie die Preise steigern und deshalb den in- und aus-
ländischen Absatz ihrer Waren schmälern. Über die schlechten Auswirkungen hoher
Profite äußern sie sich nicht. Im Hinblick |}557| auf die verwerflichen Folgen ihrer
eigenen Gewinne schweigen sie. Sie klagen nur über die anderer Leute.“ (p.201.)

Ch.X „Des salaires et des profits dans les divers emplois du travail et des
capitaux“. Dies betrifft nur das Detail, [ist] also das chapter von der Kon-
kurrenz und ist in seiner Art sehr gut. Ganz exoterisch.

{Produktive und unproduktive Arbeit:

„Folglich ist das Lotteriespiel bei den juristischen Berufen weit davon entfernt,
absolut gerecht zu sein. Sie werden ebenso wie viele andere freie und ehrenvolle Be-
rufsarten hinsichtlich der Geldeinkünfte offenbar unterbezahlt.“ (t. 11.1, ch.X, p.216,
217.)

Ebenso sagt er von den Soldaten:

„Ihr Sold liegt unter dem Lohn gewöhnlicher Arbeiter, während die Strapazen
ihres täglichen Dienstes viel größer sind.“ (£., 1.1, ch.X, p.223.)

Von den Matrosen der Marine:

1 Aufschlag - ? Leinwandfabriken - ® Freunden des Handels [ein Ausdruck Fouriers]

„Die Geschicklichkeit und Fertigkeit der Seeleute ist weit größer als die fast aller
anderen Handwerker, und ihr ganzes Leben ist ununterbrochen der Schauplatz von
Mühsal und Gefahr... Ihr Lohn ist nicht höher als der von gewöhnlichen Hafen-
arbeitern, der die Lohnrate bei Seeleuten reguliert.“ (t.], 1.I, ch.X, p.224.)

Ironisch:

„Es wäre zweifellos ungehörig, einen Hilfspfarrer oder Geistlichen mit einem Ge-
sellen irgendeines gewöhnlichen Handwerkes zu vergleichen. Man kann jedoch durch-
aus der Meinung sein, daß die Bezahlung eines Hilfspfarrers oder Geistlichen und der
L.ohn eines Gesellen denselben Charakter besitzen.“ (t. 1, 1.1, ch.X, p.271.)

Die „gens-de-lettres“" bezeichnet er ausdrücklich als underpaid? von
wegen ihrer zu großen Zahl und erinnert daran, daß vor der Erfindung der
imprimerie „etudiant et mendiant“? (t.L., ch.X, p.276, 277) identisch
waren, und scheint dies in a certain sense* auf die gens-de-lettres anzu-
wenden.}

Das Kapitel ist voll feiner Beobachtung und wichtiger Bemerkungen.

„In einer Gesellschaft oder einem Landstrich gleichen sich die durchschnittlichen
und üblichen Profitraten in den verschiedenen Kapitalanlagesphären viel mehr als die
Geldlöhne der verschiedenen Arten von Arbeit.“ (l.c. p.228.)

„Indem die Ausdehnung des Marktes größeren Kapitalen eine Anlagemöglichkeit
bietet, vermindert sie den scheinbaren Profit; aber weil hierdurch Lieferungen aus einer
größeren Entfernung erforderlich sind, erhöht sie die Gestehungskosten. Die Verringe-
rung des einen und die Erhöhung des anderen scheinen sich in den meisten Fällen
gegenseitig aufzuheben“ (in solchen Artikeln wie Brot, Fleisch etc.). (l.c. p.232.)

„In den kleinen Städten und Landgemeinden kann der Handel auf Grund der
Beschränktheit des Marktes nicht immer so ausgedehnt werden, wie sich das Kapital
ausdehnt. Deshalb mag an solchen Orten die Profitrate einer bestimmten Person zwar
sehr hoch sein, aber die Summe oder der Gesamtumfang ihres Profits und demzufolge
auch ihrer jährlichen Akkumulation können niemals sehr groß sein. Dagegen kann der
Handel in großen Städten in dem Maße ausgedehnt werden, wie das Kapital wächst,
und der einem sparsamen und vorwärtskommenden Manne gewährte Kredit steigt noch
vie] schneller als sein Kapital. Sein Hande! dehnt sich proportional zur Summe seines
Kapitals und seines Kredits aus.“ (l.c. p.233.)

Smith bemerkt sehr richtig über die falschen statistischen Darstellungen
des Arbeitslohn, z.B. im 16., 17. etc. Jahrhundert, daß die Löhne hier nur
Löhne z.B. für cottiers® waren, die in der Zeit, wo sie nicht auf ihren
cottages® beschäftigt oder für ihre maitres? (die ihnen Haus, „einen kleinen

1 Gelehrten“ * unterbezahlt - ® des Buchdrucks „Scholar und Bettler“ - * in einem ge-
wissen Sinne — ® Häusler - ® Katen - ? Herren

Gemüsegarten, so viel Gras, wie zur Fütterung einer Kuh ausreicht, und
vielleicht ein oder zwei Acres schlechten Ackerlandes“ gaben und wenn sie
sie beschäftigten!, sehr schwachen Lohn)

„ihre überschüssige Zeit jedermann für ein kleines Entgelt zur Verfügung stellten und
für einen geringeren Lohn als andere Arbeiter arbeiteten.“ (p.241.) „Die tägliche oder
wöchentliche Vergütung scheint jedoch von vielen Schriftstellern, welche die Arbeits-
und Lebensmittelpreise vergangener Zeiten gesammelt und sich darin gefallen haben,
beide als wundervoll niedrig darzustellen, als Gesamtlohn angesehen worden zu sein.“

(p.242.)
Er bemerkt überhaupt allgemein richtig:

„Diese Gleichheit in der Gesamtheit der Vor- und Nachteile der verschiedenen
Beschäftigungssphären von Arbeit und Kapital kann es nur dann geben, wenn die-
jenigen, die sie betreiben, sie als alleinige oder hauptsächliche Beschäftigung ausüben.“

(p.240.)

Übrigens dies von Steuart, namentlich mit Bezug auf die agricultural
wages?, sobald time precious? wird -, schon ganz gut entwickelt!®!,

1558| In bezug auf die Akkumulation des städtischen Kapitals während des
Mittelalters bemerkt Smith sehr richtig in diesem Kapitel, daß sie haupt-
sächlich geschuldet der Exploitation des country* (sowohl durch den
commerce® als die metiers®). (Die Wucherer kamen hinzu. Auch die haute

finance? schon; kurz, die Geldhändler.)

„Durch solche Anordnungen war jede Gruppe“ (innerhalb der zünftigen Städte)
„zwar verpflichtet, die von anderen benötigten Waren innerhalb der Stadt etwas teurer,
als sie es sonst getan hätte, zu kaufen, aber zur Entschädigung wurde sie instand ge-
setzt, ihre eigenen Waren im gleichen Grade teurer zu verkaufen. Wie man sagt, die
Angelegenheit war in dieser Beziehung genauso breit wie lang. Beim Handel zwischen
den verschiedenen Gruppen innerhalb der Stadt gab es durch diese Reglementierungen
keinen Verlierer. Aber beim Handel mit der Provinz waren sie alle große Gewinner. Allein
diese Art von Geschäften erhält und bereichert jede Stadt. Jede Stadt bezieht ihren
gesamten Lebensunterhalt und alle gewerblichen Rohstoffe vom Land. Sie bezahlt
beides hauptsächlich auf zwei Arten: erstens durch Rücksendung eines Teils der be-
und verarbeiteten Rohstoffe auf das Land, wodurch deren Preis um die Löhne der
Ärbeiter und. die Profite ihrer Meister oder unmittelbaren Beschäftiger steigt; zweitens
durch die Belieferung des Landes mit einem Teil der von der Stadt entweder aus an-
deren Ländern oder aus entfernten Teilen desselben Landes eingeführten Roh- und
Manufakturprodukte, wodurch der ursprüngliche Preis dieser Waren ebenfalls um die

1 In der Handschrift: er sie beschäftigte -? landwirtschaftlichen Löhne - ? Zeit kostbar -
5 Landes -* Handel -® Gewerbe - ° Hochfinanz

Löhne der Fuhr- oder Seeleute und die Profite der Händler, welche diese Arbeiter beschäf-
tigen, erhöht wird. Daraus, was der erste dieser beiden Geschäftszweige verdient, be-
steht der Gewinn, den die Stadt durch ihre Maniufakturen erzielt. Was von dem zweiten
verdient wird, stellt den Gewinn des Binnen- und. Außenhandels dar. Die Löhne der
Arbeiter und die Profite ihrer verschiedenen Beschäftiger machen die Gesamtsumme
aus, welche die beiden Zweige gewinnen. Führen also irgendwelche Reglementierungen
zur Erhöhung der Löhne und Profite über den Stand hinaus, der sonst vorhanden wäre, so
befähigen sie die Stadt, mit einem kleineren Quantum ihrer Arbeit das Produkt einer größe-
ren Ärbeitsmenge des Landes zu kaufen.“

{Hier also kehrt Smith zur richtigen Wertbestimmung [zurück]. Letztres
l.c.t.1,1.1,ch.X, p.259. Bestimmung des Werts durch die quantite du tra-
vail!. Dies als Beispiel bei seiner Entwicklung des Mehrwerts anzubringen.
Sind die Preise der Waren, die Stadt und Land austauschen, so, daß sie
quantites &gales du travail? repräsentieren, so sind sie gleich ihren Werten.
Profit und Salair auf beiden Seiten können also nicht diese Werte be-
stimmen, sondern die Teilung dieser Werte bestimmen Profit und Salair.
Daher findet Smith auch, daß die Stadt, die kleinre quantit& du travail
gegen größre des Landes austauscht, im Verhältnis zum Lande Surplus-
profit und Surplussalair zieht. Dies wäre nicht der Fall, wenn sie ihre Ware
nicht über den Wert derselben verkaufte dem Lande. In diesem Falle stiegen
„profits et salaires“ nicht „au dessus de ce qu'ils devraient &tre naturelle-
ment“®. Sind also Profit und Salair, ce qu’ils doivent &tre naturellement?, so
bestimmen sie nicht den Wert der Ware, sondern werden durch ihn be-
stimmt. Profit und Salair können dann nur durch Teilung des gegebnen,
ihnen vorausgesetzten Werts der Ware entspringen, aber dieser Wert kann
nicht durchgesetzt werden, resultieren aus ihm selbst vorausgesetzten
Profiten und Salairen.}

„Sie verschaffen den Kaufleuten und Handwerkern der Stadt einen Vorteil gegen-
über den Grundbesitzern, Farmern und Landarbeitern und vernichten das natürliche
Gleichgewicht, das sonst beim Handel, der zwischen Stadt und Land betrieben wird
vorhanden wäre. Das gesamte Jahresprodukt der Arbeit der Gesellschaft wird. jährlich auf
diese beiden Menschengruppen aufgeteilt. Mit Hilfe solcher“ (städtischen) „Regle-
mentierungen erhalten die Stadtbewohner davon einen größeren Teil als ihnen sonst zu-
fallen würde, und einen kleineren Anteil bekommt die Landbevölkerung. Der Preis,
den die Stadt tatsächlich für die jährlich von ihr eingeführten Nahrungsmittel und
Rohstoffe bezahlt, setzt sich aus der jährlich von ihr ausgeführten Menge an Manufak-
tur- und anderen Waren zusammen. Je teurer letztere verkauft werden, desto billiger

1 Menge der Arbeit - ? gleiche Mengen Arbeit - ? „über den Stand hinaus, der sonst vor-
handen wäre“ - * wie sie naturgemäß sein müßten

werden die ersteren gekauft. Der Gewerbefleiß der Stadt wird mehr und der Gewerbe-
fleiß des Landes weniger gewinnbringend." (p.258-260.)

Würden also nach Smiths Darstellung selbst die städtischen Waren und
ländlichen verkauft im Verhältnis der quantite de travail, die sie wechsel-
seitig enthalten, so würden sie zu ihren Werten verkauft, und der Profit und
Salair auf beiden Seiten könnten also nicht diese Werte bestimmen, sondern
wären durch dieselben bestimmt. Das Ausgleichen der Profite - verschieden
wegen dervverschiednen organischen Zusammensetzung der Kapitalien-geht
uns hier nichts an, da es, statt eine Differenz in die Profite hinzubringen, sie
equalisiert.

[559] „Da die Stadtbewohner an einem Ort versammelt sind, können sie sich leicht
zusammenschließen. Die unbedeutendsten in Städten betriebenen Gewerbe haben sich
dementsprechend an dem einen oder anderen Ort in Zünften organisiert.“ (p.261.)
„Die Bewohner des Landes leben verstreut an voneinander entfernten Orten und kön-
nen sich deshalb nicht leicht zusammenschließen. Sie haben sich niemals in Zünften
organisiert, und der Zunftgeist hat sich auch niemals bei ihnen durchgesetzt. Man hat
nie eine Lehrzeit für nötig gehalten, um jemand für die Landwirtschaft, das Haupt-
gewerbe auf dem Land, auszubilden.“ (p.262.)

Bei dieser Gelegenheit kommt Smith auf die Nachteile der „Teilung der
Arbeit“. Der Bauer treibt ein intelligenteres Geschäft als der der Teilung
der Arbeit unterworfene Manufakturarbeiter.

„Die Leitung von Arbeiten, die sich mit jedem Wetterwechsel und vielen anderen

Zufällen ändern, erfordert eine größere Sachkenntnis und Umsicht als die Leitung von
Arbeiten, die immer dieselben oder fast dieselben sind.“ (p.263.)

Die Teilung der Arbeit entwickelt die gesellschaftliche Produktivkraft der
Arbeit oder die Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit, aber auf Kosten
des allgemeinen Produktivvermögens des Arbeiters. Und jene Steigerung der
gesellschaftlichen Produktivkraft tritt ihm daher auch entgegen als gesteigerte
Produktivkraft, nicht seiner Arbeit, sondern der sie beherrschenden Macht,
des Kapitals. Wenn der städtische Arbeiter entwickelter als der ländliche,
ist das nur dem Umstand geschuldet, daß seine Arbeitsweise ihn in Gesell-
schaft leben läßt, während die des andren ihn direkt mit der Natur leben
läßt.

„Die Überlegenheit, welche die Gewerbetätigkeit der Städte überall in Europa
gegenüber der des Landes besitzt, ist nicht völlig den Zünften und ihren Gesetzen ge-
schuldet. Sie wird durch viele andere Reglementierungen gefördert. Die hohen Zölle auf
ausländische Manufakturprodukte und auf alle durch fremde Kaufleute importierten
Waren laufen auf das gleiche Ziel hinaus.“ (p.265.) Diese „Reglementierungen sichern
sie“ (die Städte) „gegen die Konkurrenz von Ausländern“. (l.c.)

Dies ist eine Operation nicht mehr der städtischen Bourgeoisie, sondern
der schon als corps de nation! oder doch als dritter Stand der Reichs-
versammlungen oder als Unterhaus auf nationalem Maßstab gesetzgeben-
den Bourgeoisie. Das Spezifische der städtischen Bourgeoisie - gegen das
Land gerichtet - sind die Akzisen und Abgaben an den Toren, überhaupt
dieindirekten Steuern, die städtischen Ursprungs (siehe Hüllmann), während
die direkten ländlichen Ursprungs. Es könnte scheinen, als ob die Akzisen
z.B. eine Steuer seien, die die Stadt sich selbst indirekt auflege. Der Land-
mann muß sie vorschießen, läßt sie aber im Preis des Produkts sich rem-
boursieren. Dies jedoch im Mittelalter nicht der Fall. Die Nachfrage für
seine Produkte - soweit er diese überhaupt in Ware und Geld verwandelte -
auf die Stadt meist gewaltsam auf den Stadtbann beschränkt, so daß er
nicht die Macht hatte, den Preis seines Produkts zum ganzen Betrag der
städtischen Steuer zu erhöhn.

„In Großbritannien scheint die Überlegenheit der städtischen gegenüber der länd-
lichen Gewerbetätigkeit früher größer gewesen zu sein als in der Gegenwart. Die Löhne
der landwirtschaftlichen Arbeit nähern sich denen der Manufakturarbeit, und die Profite
des in der Landwirtschaft angelegten Kapitals nähern sich denen des Handels- und
Manufakturkapitals, und zwar stärker, als sie es im vorigen“ (17.) „bzw. zu Beginn des
jetzigen“ (18.) „Jahrhunderts getan haben sollen. Diese Veränderung kann als not-
wendige, wenn auch sehr späte Folge der außerordentlichen Förderung betrachtet
werden, welche der städtische Gewerbefleiß erfahren hat. Das hier aufgehäufte Kapital
wird mit der Zeit so groß, das es mit dem alten Profit nicht mehr länger in jenem Ge-
werbezweig, der ihm eigen ist, angelegt werden kann. Dieses Gewerbe hat wie jedes an-
dere scine Grenzen, und der Kapitalzuwachs reduziert notwendigerweise den Profit,
weil er [die Konkurrenz] vertieft. Die Verminderung der Profite in der Stadt treibt Kapi-
tal auf das Land, wo es durch die Schaffung einer neuen Nachfrage nach landwirtschaft-
licher Arbeit zwangsläufig deren Löhne steigert. Es breitet sich dann, wenn ich so sagen
darf, über die Oberfläche des Grund und. Bodens aus, und durch seine Anlage in der Agri-
kultur wird es zum Teil dem Land zurückerstattet, auf dessen Kosten es ursprünglich in

großem Maße in den Städten akkumuliert worden ist.“ (p.266, 267.)

Im ch.XI, b.I sucht Smith nun die natural tax of rent des dritten Ele-
ments, das den Wert der Ware konstituiert, zu bestimmen. Wir versparen
das, nachdem wir vorher wieder zu Ricardo zurückgekehrt.

Soviel ist klar aus dem Vorhergehenden: Wenn A.Smith den natural
price oder cost-price der Ware identifiziert mit der value derselben, so ge-
schieht es, nachdem er vorher seine richtige Ansicht von value aufgegeben
und die, wie sie sich aus den Erscheinungen der Konkurrenz aufdrängt,

1 Hauptteil der Nation

emanierende damit vertauscht hat. In der Konkurrenz erscheint der cost-
price, nicht die value, als das Regelnde der market prices, sozusagen als der
immanente Preis - als Wert der Waren. Dieser Kostpreis selbst erscheint
aber in ihr wiedergegeben durch die gegebne Durchschnittsrate von Salair,
Profit und Rente. Diese sucht Smith daher selbständig, unabhängig vom
Wert der Ware und vielmehr als Element des natura] price, festzusetzen.
Ricfardo],'dessen Hauptgeschäfte die Widerlegung dieser Smithschen |
Aberration, nimmt aber ihr notwendiges, bei ihm aber konsequent unmög-
liches Resultat an - Identität of values and cost-prices.

## [ELFTES KAPITEL]

## Ricardos Renttheorie

### [1. Historische Bedingungen für die Entwicklung
der Rententheorie durch Anderson und Ricardo]

Die Hauptsache bei Rod[bertus] abgemacht. Hier nur noch einige
gleaningst.

Zunächst ist historisch zu bemerken:

Riclardo] hat zunächst vor sich die Periode, die er selbst ziemlich mit-
erlebt hat, von 1770-1815, wo die Preise des Weizens beständig stiegen,
Anderson das 18. Jahrhundert, an dessen Schluß er schrieb, wo von An-
fang des Jahrhunderts bis in die Mitte Fallen und von der Mitte bis zu
Ennde Steigen stattfand. Daher bei Anderson durchaus keine Verbindung des
von ihm entdeckten Gesetzes mit einer abnehmenden productivity of agri-
culture? oder normalen {bei Anderson? einer unnatürlichen} Verteurung
des Produkts. Bei Ricardo] wohl. Anderson glaubte, daß die Aufhebung der
Korngesetze (damals Exportprämien) das Steigen der Preise in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts verursacht habe. Ricfardo] wußte, daß die Ein-
führung von Korngesetzen (1815) das Fallen der Preise verhindern sollte,
und to a certain degree* verhindern mußte. Bei dem letztren also hervor-
zuheben, daß das sich selbst überlaßne Gesetz der Grundrente - innerhalb
eines bestimmten Territoriums - die Zuflucht zu unfruchtbarerm Boden, also
Verteurung der Agrikulturprodukte, Wachsen der Rente auf Kosten der
Industrie und der Masse der Bevölkerung herbeiführen müsse. Und
Ricfardo] hatte hier praktisch und historisch recht. Anderson umgekehrt,
daß Korngesetze (er ist auch für duty on imports°) die gleichmäßige Entwick-
lung der Agrikultur innerhalb eines bestimmten Territoriums fördern müssen,

1 Nachlesen - ? Produktivität der Landwirtschaft - ® in der Handschrift: Ricfardo] -
% bis zu einem gewissen Grade - ® Einfuhrzölle

daß die Garantie für diese gleichmäßige Entwicklung für dieselbe nötig sei,
daß also diese fortschreitende Entwicklung an sich selbst durch das von ihm
aufgefundne Gesetz der Grundrente, Vermehrung der Produktivität der
Agrikultur! und dadurch Fallen der average prices of agricultural produce?
herbeiführen müsse.

Beide aber gehn von der auf dem Kontinent so wunderlich scheinenden
Ansicht aus, daß 1. kein Grundeigentum als Fessel für die beliebige Kapital-
anlage auf Grund und Boden existiere; 2. daß vom beßren zum schlechtren
Boden fortgegangen wird (bei Ric[ardo] ist dies, die Unterbrechungen durch
Reaktion der Wissenschaft und Industrie abgerechnet, absolut; bei Ander-
son wird der letztre schlechtre Boden wieder in beßren verwandelt, relativ);
3. daß immer das Kapital vorhanden, gehörige Kapitalmasse, um auf Agri-
kultur angewandt zu werden.

Was nun I. und 2. angeht, so muß das den Kontinentalen sehr sonderbar
erscheinen, daß in dem Land, wo in ihrer Vorstellung das feudale Grund-
eigentum sich am stursten erhalten hat, die Ökonomen von der Vorstellung
ausgehn, daß kein Grundeigentum existiere, Anderson sowohl wie Ricardo.
Es erklärt sich dies:

erstens: Aus der Eigentümlichkeit des englischen „law of enclosures“?,
das durchaus keine Analogie hat mit den kontinentalen Gemeinheits-
teilungen;

zweitens: Nirgendwo in der Welt hat die kapitalistische Produktion seit
Henry VII. so rücksichtslos geschaltet mit den traditionellen Verhältnissen
des Ackerbaus und sich ihre Bedingungen so adäquat gemacht und unter-
worfen. England ist in dieser Hinsicht das revolutionärste Land der Welt.
Alle historisch überlieferten Verhältnisse, nicht nur die Lage der Dorf-
schaften, sondern die Dorfschaften selbst, nicht nur die Wohnplätze der
agricultural population, sondern diese Population selbst, nicht nur die ur-
sprünglichen Zentren der Bewirtschaftung, sondern diese Bewirtschaftung
selbst, sind rücksichtslos weggefegt worden, wo sie den Bedingungen der
kapitalistischen Produktion auf dem Land widersprachen oder nicht ent-
sprachen. Der Deutsche z.B. findet die wirtschaftlichen Verhältnisse be-
stimmt durch traditionelle Verhältnisse von Feldmarken, Lage der Wirt-
schaftszentren, bestimmte Konglomerationen der Bevölkerung. Der Eng-
länder findet die historischen Bedingungen der Agrikultur vom Kapital
progressiv geschaffen vor seit dem Ende des 15. Jahrhunderts. Der in dem

1 In der Handschrift: Industrie - * Durchschnittspreise der Agikaluipreiulie: -
3 „Gesetzes über Einhegung [des Gemeindelandes]*

United Kingdom [übliche] technische Ausdruck des „clearing of estates“!
findet sich auf keinem kontinentalen Land. Was heißt aber dies „clearing
of estates“? Daß ohne alle Rücksicht auf ansässige Bevölkerung, die weg-
gejagt wird, existierende Dorfschaften, die rasiert, Wirtschaftsgebäude, die
niedergerissen, Spezies des Ackerbaues, die auf einen coup umgewandelt,
z.B. aus Ackerbau in Viehweide verwandelt wird, alle Produktionsbedin-
gungen nicht akzeptiert werden, wie sie traditionell sind, sondern historisch
so gemacht werden, wie sie unter den Umständen für die vorteilhaftste An-
lage des Kapitals sein müssen. So far? existiert also kein Grundeigentum; es
läßt das Kapital - den farmer - frei wirtschaften, da es ihm bloß um das
Geldeinkommen zu tun ist. Ein pommerscher Gutsbesitzer, mit seinen an-
gestammten Feldflurmarken, Wirtschaftszentren und Landwirtschafts-
kollegium etc. im Kopf, mag daher die Hände über dem Kopf zusammen-
schlagen über die „unhistorische“ Ansicht, die Ricardo von der||]561| Ent-
wicklung der Ackerbauverhältnisse hat. Er zeigt damit nur, daß er pommer-
sche und englische Verhältnisse naiv verwechselt. Es kann aber nicht gesagt
werden, daß Riclardo], der hier von englischen Verhältnissen ausgeht,
ebenso borniert sei als der pommersche Gutsbesitzer, der innerhalb pom-
merscher Verhältnisse denkt. Die englischen Verhältnisse sind die einzigen,
worin sich das moderne Grundeigentum, d.h. das durch die kapitalistische
Produktion modifizierte Grundeigentum adäquat entwickelt hat. Die eng-
lische Anschauung ist hier - für die moderne, die kapitalistische Produk-
tionsweise — die klassische. Die pommersche dagegen beurteilt das ent-
wickelte Verhältnis nach einer historisch niedrigren, noch nicht adäquaten
Form.

Ja, die meisten der kontinentalen Beurteiler Ricfardos] gehn sogar von
Verhältnissen aus, wo überhaupt die kapitalistische Produktionsweise,
adäquat oder inadäquat, noch gar nicht existiert. Es ist dasselbe, als wollte
ein Zunftmeister die Gesetze des A.Smith, die die freie Konkurrenz vor-
aussetzen, mit Haut und Haar auf seine Zunftwirtschaft anwenden.

Die Voraussetzung des Fortgangs von beßrem zu schlechtrem Boden -
relativ für den jedesmaligen Stand der Entwicklung der Produktivkraft der
Arbeit, wie es bei Änd[erson] ist, nicht absolut wie bei Ric/ardo] - konnte
nur in einem Land wie England entspringen, wo innerhalb eines relativ schr
kleinen Territoriums das Kapital so rücksichtslos gewirtschaftet und alle
traditionellen Verhältnisse der Agrikultur sich erbarmungslos seit Jahrhun-
derten adäquat zu machen versucht hatte. Also nur, wo die kapitalistische

1 „Lichtens der Güter“ - * Insofern

Produktion in der Agrikultur, nicht wie auf dem Kontinent, von gestern
datiert und mit keiner alten Tradition kämpft.

Ein zweiter Umstand war bei den Engländern die aus ihren Kolonien ge-
schöpfte Anschauung. Wir haben gesehent, daß schon bei Smith sich - mit
direkter Verweisung auf die Kolonien - die Grundlage der ganzen Ricfar-
do]schen Anschauung findet. In diesen Kolonien - nun gar speziell in den
Kolonien, die bloß Handelsprodukte wie Tabak, Baumwolle, Zucker etc.,
keine ordinären Lebensmittel produzierten -, wo von vornherein die Kolo-
nisten nicht Subsistenz suchten, sondern ein Geschäft etablierten, entschied
natürlich, die Lage gegeben, die Fruchtbarkeit, und die Fruchtbarkeit ge-
geben, die Lage des Landes. Sie verfuhren nicht wie Germanen, die sich in
Deutschland niederließen, um dort ihren Wohnsitz aufzuschlagen, sondern
wie Leute, die durch die Motive der bürgerlichen Produktion bestimmt,
Waren produzieren wollten von Gesichtspunkten aus, die von vornherein
nicht durch das Produkt, sondern durch den Verkauf des Produkts be-
stimmt waren. Daß Ricfardo] und andre englische Schriftsteller diese aus
Kolonien - die von Menschen ausgingen, die selbst schon das Produkt der
kapitalistischen Produktionsweise waren - übertrugen auf den Gang der
Weltgeschichte, daß sie die kapitalistische Produktionsweise als prius für die
Agrikultur überhaupt voraussetzten, wie sie es für ihre Kolonisten war, er-
klärt sich daraus, daß sie in diesen Kolonien überhaupt nur in anschaulicher
Weise, ohne Kampf mit traditionellen Verhältnissen, also ungetrübt, dieselbe
Herrschaft der kapitalistischen Produktion in der Agrikultur wiederfanden,
die in ihrem eignen Lande auf allen Seiten ins Äuge schlägt. Wenn daher
ein deutscher Professor oder Gutsbesitzer - einem Land angehörig, das sich
durch seinen absoluten Mangel an Kolonien von allen andren Völkern unter-
scheidet - solche Anschauung „falsch“ findet, so ist das sehr begreiflich.

Endlich die Voraussetzung des beständigen Flusses des Kapitals aus
einem trade? in den andern, diese Grundvoraussetzung bei Ricardo, heißt
weiter nichts als die Voraussetzung der Herrschaft der entwickelten kapi-
talistischen Produktion. Wo diese noch nicht etabliert, existiert diese Vor-
aussetzung nicht. Ein pommerscher Gutsbesitzer wird es z.B. befremdend
finden, daß Ricfardo] und kein englischer Schriftsteller je die Möglichkeit
ahnt, daß der Agrikultur Kapital fehlen könne. Der Engländer beklagt sich
wohl über Mangel an Land im Verhältnis zum Kapital, aber jamais® über
Mangel an Kapital im Verhältnis zum Land. Aus dem erstren Umstand
suchen Wakefield, Chalmers, etc. das Fallen der Profitrate zu erklären. Der

1 Siehe vorl. Band, S,227 - ? Gewerbezweig - ? niemals

letztre existiert bei keinem englischen Schriftsteller, wo, wie Corbet als
selbstverstehende Tatsache bemerkt, capital is always redundant in all trade!.
Denkt man dagegen an deutsche Verhältnisse, an die Schwierigkeiten des
Grundeigentümers, Geld zu pumpen, - weil er meist selbst, nicht eine von
ihm ganz unabhängige Kapitalistenklasse, den Ackerbau treibt -, so begreift
man, wie sich Herr Rodbertus z.B. wundert über „die Ricardosche Fiktion,
als ob der Vorra? von Kapital sich nach dem Wunsche seiner Anlegung
richte“. (S.211.) Was der Engländer vermißt, ist „field of action“, An-
legungsstelle für den vorhandnen Vorrat von Kapital. Aber ein „Wunsch
nach Kapital“ für eine „Anlegung“ existiert in England nicht für die einzige
Klasse, die Kapital anzulegen hat - die Kapitalistenklasse.

1562| Diese „Kapitalwünsche“ sind pommersch.

Was englische Schriftsteller dem Ric[ardo] entgegenhielten, war nicht,
daß Kapital nicht in jedem beliebigen Vorrat für besondre Anlegung vor-
handen, sondern daß der Reflux des Kapitals aus der agriculture auf spezi-
fische technische etc. Hindernisse stoße.

Diese Art kritisch-kontinentaler Bemäklung an Ricardo zeigt also nur die
tiefere Stufe der Produktionsbedingungen, von denen jene „Weisen“ aus-
gehn.

### [2. Ricardos fehlerhafte Erklärung der Kostenpreise
und ihre Auswirkung auf seine Rententheorie]

Nun zur Sache.

Zunächst, um das Problem rein aufzufassen, müssen wir die Diferential-
rente, die allein bei Riclardo] existiert, ganz beiseite lassen. Unter Differen-
tialrente verstehe ich den Größenunterschied der Rente - die größre oder
kleinre Rente, die aus dem Unterschied der Fruchtbarkeit der Bodenarten her-
rührt. (Gleiche Fruchtbarkeit gegeben, kann die Differentialrente nur der
verschiednen Größe des angelegten Kapitals entspringen. Dieser Kasus
existiert für unser Problem nicht, berührt es nicht.) Diese Differentialrente
entspricht bloß den Surplusprofiten, die bei gegebnem Marktpreis oder
richtiger Marktwert in jedem Industriezweig, z.B. cotton-spinning®, der
Kapitalist macht, dessen Produktionsbedingungen besser sind als die Durch-
schnittsbedingungen dieses bestimmten trade, denn der Wert der Ware
einer bestimmten Produktionssphäre ist nicht bestimmt durch das Quantum
Arbeit, das die einzelne Ware kostet, sondern das die Ware kostet, die unter

1 Kapital immer in jedem Gewerbezweig im Überfluß vorhanden ist - ? Baumwollspinnerei

den durchschnittlichen Bedingungen der Sphäre produziert ist. Hier unter-
scheiden sich Manufaktur und Agrikultur nur dadurch, daß in der einen
die Surplusprofite in die Tasche des Kapitalisten selbst, in der andren in die
des Grundeigentümers fallen, ferner dadurch, daß sie in der ersten fließen,
keine Konsistenz gewinnen, bald von diesem Kapitalisten, bald von jenem
gemacht und beständig wieder aufgehoben werden, während sie sich in der
zweiten fixieren wegen ihrer dauernden (wenigstens für längre Zeit dauern-
den) Naturbasis in den Bodenverschiedenheiten.

Von dieser Differentialrente also abzusehn, aber zu bemerken, daß sie
ebenso möglich, wenn von beßrem zu schlechtrem, als wenn von schlecht-
rem zu beßrem Boden fortgegangen wird. In beiden Fällen nur voraus-
gesetzt, daß der neu bebaute Boden nötig ist, aber auch nur hinreicht, um
die additional demand! zu befriedigen. Würde der neubebaute beßre Boden
für mehr als diese additional demand zureichen, so würde ein Teil oder je
nach dem Umfang der additional demand der ganze schlechtre Boden außer
Bebauung geworfen, wenigstens aus der Bebauung des Produkts, welches die
Basis der Ackerbaurente bildet, also in England des Weizens, in Indien des
Reises. Die Differentialrente setzt also keine progressive Verschlechterung der
Agrikultur voraus, sondern kann ebensowohl aus progressiver Verbaßrung der-
selben entspringen. Selbst wo sie Herabsteigen zu schlechtren Bodenarten
voraussetzt, kann erstens dies Herabsteigen einer Verbeßrung in ihren Pro-
duktivkräften geschuldet sein, indem nur die höhre Produktivkraft zu dem
Preis, den die Nachfrage erlaubt, Bebauung des schlechtern Bodens möglich
macht. Zweitens kann der schlechtre Boden verbessert werden, dennoch
[werden] die Differenzen bleiben, obgleich [sie] mehr ausgeglichen werden,
so daß im Resultat nur relative, komparative Abnahme der Produktivität
stattfindet, während die absolute zunimmt. Dies sogar die Voraussetzung
Ändersons, des ersten author des Ricfardolschen Gesetzes.

Dann, in the second instance?, muß hier nur die eigentliche Agrikultur-
rente ins Auge gefaßt werden, d.h. die Rente des Bodens, der das haupt-
vegetative Lebensmittel liefert. Schon Smith hat auseinandergesetzt, daß
die Renten des andre Produkte liefernden Bodens, wie Viehzucht etc.,
durch jene Rente bestimmt werden, also schon abgeleitete, durch das Gesetz
der Rente bestimmte, nicht es bestimmende Renten sind, also für sich be-
trachtet kein Material für das Begreifen des Gesetzes der Rente in seinen
ursprünglichen reinen Bedingungen liefern. Nichts Primitives.

1 zusätzliche Nachfrage - ? in zweiter Linie

This settled!, reduziert sich die Frage darauf: Existiert eine absolute
Rente? D.h. eine Rente, die daraus entspringt, daß das Kapital in der Agri-
kultur statt in der Manufaktur angelegt ist, und die ganz unabhängig ist von
der Differentialrente oder den Surplusprofiten, die das auf beßrem Boden an-
gelegte Kapital liefert?

Es ist nun klar, daß Riclardo] diese Frage richtig verneint, nachdem er
einmal von der falschen Voraussetzung ausgegangen ist, daß Werte und
Durchschnitispreise der Waren identisch sind. Wäre dies der Fall, so Tautolo-
gie, daß - wenn | der konstante Preis der Agrikulturprodukte außer dem
Durchschnittsprofit noch extra Rente liefert, einen beständigen Überschuß
über diesen Durchschnittsprofit - der Preis der Agrikulturprodukte über
ihrem Kostenpreis steht, denn dieser Kostenpreis ist gleich den Avancen +
dem Durchschnittsprofit and nothing else?. Dadurch, daß die Preise der Agri-
kulturprodukte über ihren Kostenpreisen stünden, notwendig einen Surplus-
profit abwürfen, stünden sie also über ihrem Wert. Es bliebe nichts übrig, als
anzunehmen, daß sie beständig über ihrem Wert verkauft werden, was aber
ebensosehr voraussetzt, daß alle andern Produkte unter ihrem Wert ver-
kauft werden, oder daß der Wert überhaupt etwas ganz Verschiednes von
dem in der T'heorie notwendig Begriffnen ist. Dieselbe Quantität Arbeit (un-
mittelbare und akkumulierte) und nach Einrechnung aller Ausgleichungen,
die zwischen den verschiednen Kapitalien infolge ihrer aus dem Zirkula-
tionsprozeß entspringenden Verschiedenheiten stattfinden, würde in der
Agrikultur einen höhren Wert erzeugen als in der Manufaktur. Der Wert
der Ware wäre also nicht durch das in ihm enthaltne Arbeitsquantum be-
stimmt. Die ganze Grundlage der Ökonomie wäre damit über den Haufen
geworfen. Ergo, schließt Ric[ardo] richtig, no absolute rents®. Die Differen-
tialrente allein ist möglich; d.h., der Wert“ des auf dem schlechtesten Boden
erzeugten Agrikulturprodukts ist gleich dem Kostenpreis des Produkts; wie
[beil jeder andren Ware [ist dieser gleich ihrem] Wert. Das auf dem schlech-
testen Boden angelegte Kapital ist Kapital, das sich von dem in der Manu-
faktur angelegten nur durch die Art der Anlage als besondre Spezies der
Anlage unterscheidet. Hier also erscheint die Gemeingültigkeit des Gesetzes
der Werte. Die Differentialrente - und dies ist die einzige Rente auf beßrem
Boden - ist nichts als der Surplusprofit, den infolge des einen identischen
Marktwerts in jeder Produktionssphäre die unter beßren als den Durch-
schnittsbedingungen arbeitenden Kapitalien abwerfen, und die sich nur in

1 Dieses entschieden - ® und nichts weiter - ° keine absoluten Renten - * in der Hand-
schrift: Preis

der Agrikultur fixieren wegen ihrer Naturbasis, außerdem wegen des Re-
präsentanten dieser Naturbasis, des Grundeigentümers, statt in die Tasche
des Kapitalisten, in die des Grundeigentümers fließen.

Mit Riicjardos] Voraussetzung, daß Kostenpreis = Wert, fällt das ganze
Räsonnement. Es fällt weg das theoretische Interesse, das ihn zur Leugnung
der absoluten Grundrente zwingt. Unterscheidet sich der Wert der Ware
von ihrem Kostenpreis, zerfallen die Waren notwendig in 3 Kategorien,
wovon der Kostenpreis der einen = ihrem Wert, der Wert der andern unter
ihrem Kostenpreis steht und der Wert der dritten über ihrem Kostenpreis,
so würde der Umstand, daß Agrikulturproduktenpreis Grundrente ab-
wirft, nur beweisen, daß das Agrikulturprodukt zu der Klasse von Waren
gehört, deren Wert über ihrem Kostenpreis steht. Das einzige Problem, das
noch zu lösen bliebe, wäre: Warum, im Unterschied zu den andren Waren,
deren Wert ebenfalls über ihrem Kostenpreis steht, der Wert der Agrikultur-
produkte nicht zu ihrem Kostenpreis durch die Konkurrenz der Kapitalien
herabgesetzt wird? Die Antwort liegt schon in der Frage. Weil der Voraus-
setzung nach dies nur der Fall, soweit die Konkurrenz der Kapitalien diese
Ausgleichung bewirken kann, dies aber wiederum nur der Fall sein kann,
soweit alle Produktionsbedingungen entweder Schöpfungen des Kapitals
selbst sind oder ihm gleichmäßig — elementarisch zur Verfügung stehn. Dies
bei der Erde nicht der Fall, weil Grundeigentum existiert und die kapitalisti-
sche Produktion unter der Voraussetzung des nicht aus ihr entsprungenen,
sondern eines vor ihr vorhandnen Grundeigentums ihre carrigre eröffnet. Die
bloße Existenz des Grundeigentums beantwortet also die Frage. Alles, was
das Kapital tun kann, ist, die Agrikultur den Bedingungen der kapitalisti-
schen Produktion zu unterwerfen. Aber sie kann dem Grundeigentum nicht
den Halt auf den Teil des Agrikulturprodukts entziehn, den das Kapital
nur sich aneignen könnte, nicht aus seiner eignen Aktion, sondern unter der
Voraussetzung der Nichtexistenz des Grundeigentums. Dies vorausgesetzt,
muß es vielmehr dem Grundeigentümer den Überschuß des Werts über
den Kostenpreis lassen. Dieser Unterschied selbst aber entspringt nur aus
einem Unterschied in der Zusammensetzung der organischen Bestandteile
des Kapitals. Alle Waren, deren Wert dieser organischen Zusammensetzung
gemäß über dem Kostenpreis steht, zeigen dadurch, daß sie relativ unproduk-
tiver als die, deren Wert = dem Kostenpreis und noch mehr als die, deren
Wert unter dem Kostenpreis steht; denn sie erheischen größres Quan-
tum unmittelbarer Arbeit im Verhältnis zu der im konstanten Kapital ent-
haltnen vergangnen Arbeit, mehr Arbeit, um ein bestimmtes Kapital in
Aktivität zu setzen. Dieser Unterschied ein historischer, kann also verschwin-

den. Dieselbe Schlußfolge, die die Existenz der absoluten Grundrente als
möglich zeigt, zeigt ihre Wirklichkeit, ihre Existenz als bloß historisches fact,
das einem gewissen Entwicklungsgrad der Agrikultur eigen, auf einem höhren
verschwinden kann.

Ricardo erklärte die Differentialrente aus einer absoluten Abnahme der
Produktivität der Agrikultur, die sie gar nicht voraussetzt und die von Änder-
son nicht vorausgesetzt ist. Er leugnet dagegen die absolute Grundrente,
weil er | die organische Zusammensetzung des Kapitals in Industrie und
Agrikultur als gleich voraussetzt, leugnet also die bloß historisch vorhandne
niedrigere Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit in der Agrikultur, ver-
glichen mit der Manufaktur. Er fällt daher in doppelten historischen Fehler:
Die Produktivität der Arbeit in Agrikultur und Industrie absolut gleich-
zusetzen auf der einen Seite, also einen bloß historischen Unterschied in
ihrem gegebnen Entwicklungsgrad zu leugnen, anderseits eine absolute Ab-
nahme in der Produktivität der Agrikultur anzunehmen und zu ihrem Ent-
wicklungsgesetz zu machen. Das eine tut er, um den Kostenpreis auf dem
schlechtesten Boden dem Wert gleichzusetzen, das andre, um die Unter-
schiede der [Kosten]preise der beßren Bodenarten von ihrem Wert zu er-
klären. Der ganze blunder! rührt her aus der Verwechslung von Kostenpreis
und Wert.

Damit ist also die Riclardolsche Theorie beseitigt. Über das weitre oben
bei Rod[bertus].

### [3. Unzulänglichkeit der Ricardoschen Definition der Rente]

Ich habe bereits hingedeutet?, daß Ricardo] das chapter eröffnet damit,
es sei zu untersuchen, „whether the appropriation of land, and the consequent
creation of rent“? ([,On the principles...“, London 1821,] p.53) mit der
Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit interferen?. Und so später:

„Adam Smith ... kann nicht recht haben mit der Annahme, daß die ursprüngliche
Regel, nach der sich der Tauschwert der Waren bestimmt, - nämlich die verhältnismäßige
Quantität Arbeit, durch die sie produziert wurden, - durch die Äneignung von Boden und
die Zahlung einer Rente überhaupt geändert werden kann.“ (p.67.)

Dieser direkte und bewußte Zusammenhang, den die Renttheorie bei
Ricfardo] hat mit der Bestimmung of value?, ist ihr theoretisches Verdienst.

1 Irrtum — ? siehe vorl. Band, S.165 - °,ob die Aneignung von Boden und die daraus
folgende Entstehung von Rente“ - * in Widerspruch steht - ? des Werts

Im übrigen ist dies chapter II „On Rent“ rather! schlechter als die Ausfüh-
rung von West. Es ist viel queeres, petitio principii? und unfair dealing® mit
dem Problem drin.

Bei der eigentlichen Agrikulturrente, die Ric[ardo] hier mit Recht als die
rent xar’ 2£oyhv* behandelt, ist die Rente das, was gezahlt wird für die per-
mission’, Kapital anzulegen, kapitalistisch zu produzieren, im Element der
Erde. Die Erde ist hier das Produktionselement. Anders z.B. bei Rente für
Bauten, Wasserfälle etc. Die Naturkräfte, für die hier gezahlt wird, gehn als
Bedingung ein in die Produktion, sei es als Produktivkraft, sei es als sine qua
non®, aber sie sind nicht das Element dieser bestimmten Produktionssphäre
selbst. Wieder in Renten für Minen, Kohlenbergwerke etc. ist die Erde das
Reservoir der Gebrauchswerte, die ihren bowels? entrissen werden sollen.
Hier wird für die Erde gezahlt, nicht weil sie das Element ist, worin produ-
ziert werden soll, wie in der Agrikultur, noch weil sie als eine der Produk-
tionsbedingungen eingeht in die Produktion, wie für Wasserfall oder für
den Bauplatz, sondern weil sie die Gebrauchswerte als Reservoir enthält,
deren sich durch die Industrie bemächtigt werden soll.

Ricardos Erklärung:

„Die Rente ist jener Teil des Produkts der Erde, der dem Grundeigentümer für den
Gebrauch der ursprünglichen und unzerstörbaren Kräfte des Bodens gezahlt wird.“ (p.53),
ist schlecht. Erstens hat der Boden keine „indestructible powers“®, (Dar-
über am Schluß dieses Kapitels Note zu machen.) Zweitens hat er insofern
auch keine „original“ powers®, als der Boden überhaupt nichts „Originelles“
ist, sondern das Produkt eines naturhistorischen Prozesses. Aber passons
ca!°. Unter den „original“ powers des Bodens sind hier die zu verstehn, die
er, unabhängig von der Aktion der menschlichen Industrie hat, obgleich
anderseits durch die menschliche Industrie ihm gegebne powers ganz so zu
seinen original powers werden wie die, die der Naturprozeß ihm gab. Sonst
bleibt das richtig, daß die rent für den „use“! von Naturdingen gezahlt wird,
ganz abgesehn davon, ob dieser use sich auf die „original powers“ des soils!?
oder die Fallkraft eines Wasserfalls oder Boden zum Bauen oder die zu
usenden!®, im Wasser oder in den Eingeweiden der Erde enthaltnen Schätze
bezieht.

Im Unterschied von der eigentlichen Agrikulturrente spricht A. Smith
(sagt Riclardo]) von der Rente, paid!* für Holz von Urwaldungen, rent of

1 eher - ® Fragwürdiges, logische Fehler - ? unfaires Umgehen — * im eigentlichen Sinne -
5 Erlaubnis — ® unerläßliche Bedingung -? Eingeweiden -® „unzerstörbaren Kräfte“ -? „ur-
sprünglichen“ Kräfte - 10 sehen wir davon ab -'! „Gebrauch“ - 1? Bodens - 1? gebrau-
chenden - = gezahlt

coal mines and of stone quarries!. Die Art, wie Ric[ardo} dies beseitigt, ist
rather strange?.

Er beginnt damit, daß man mit der rent of land nicht verwechseln muß
the interest and profit of capital? (p.53), nämlich des

„Kapitals, das zur Verbesserung der Bodenqualität und für den Bau der für die Siche-
rung und Lagerung des Produkts notwendigen Gebäude aufgewendet wurde.“ (p.54.)

Davon sofort zu A.Smiths obigen Fällen. Mit Bezug auf den Urwald.

„Ist es aber nicht offensichtlich, daß derjenige, der das zahlte, was er“ (Smith)
„Rente nennt, es in Anbetracht der wertvollen Ware gezahlt hat, die sich auf dem Boden
befand, und daß er sich durch den Verkauf des Holzes in Wirklichkeit mit einem Profit
wieder bezahlt?" (p.54.)

Ebenso mit den stone-quarries* und coal-mines?.

„Die für die | Grube oder den Steinbruch geleistete Entschädigung wird ge-
zahlt für den Wert der Kohle oder der Steine, die ihnen entnommen werden können,
und haben keinerlei Beziehung zu den ursprünglichen und unzerstörbaren Kräften des
Bodens. Das ist für jede sich auf Rente und Profit erstreckende Untersuchung eine
Unterscheidung von großer Bedeutung, denn es hat sich ergeben, daß die Gesetze, wel-
che die Entwicklung der Rente bestimmen, sehr verschieden sind von jenen, die die
Entwicklung des Profits bestimmen und daß sie selten in gleicher Richtung wirken.“

(.54, 55.)

Dies ist sehr strange logic®. Es ist zu unterscheiden zwischen rent, die
dem owner des land? gezahlt wird für den use der „original and indestruc-
tible powers of the soil“® und dem interest and profit, der ihm gezahlt wird für
das Kapital, das er angelegt in ameliorations® des Bodens etc. Die „compen-
sation“, die dem Eigentümer natürlicher Wälder gezahlt wird, für das
Recht, Holz oder dem Besitzer der stone-quarries und coal-mines für das
Recht, Steine und Kohlen to „remove“, ist nicht rent, denn sie ist nicht
gezahlt für die „use of the original and indestructible powers of the soil“.
Very well!!? Aber Ricardo] macht in seinem Räsonnement, als wäre diese
„compensation“ dasselbe als der Profit und Zins, der für Kapitalanlage für
ameliorations von Grund und Boden gezahlt wird! Aber wie falsch! Hat der
Besitzer „Kapital“ angelegt in einem „Urwald“, damit er „Holz“ trage oder
der Besitzer von Steinbrüchenund Kohlenwerken „Kapital“ in denselben, da-
mit sie „Stein“ und „Kohle“ enthalten? Woher also seine „compensation“!

1 Rente von Kohlengruben und von Steinbrüchen - ? ziemlich seltsam - ® den Zins und
Profit vom Kapital - * Steinbrüchen - ® Kohlengruben - ® seltsame Logik - ” Bodeneigen-
tümer - ® Gebrauch der „ursprünglichen und unzerstörbaren Kräfte des Bodens“ - ” Verbesse-
rungen - \% „Entschädigung“ - "" zu „entnehmen“- "? Sehr schön!


Sie ist auf keinen Fall, wie RicJardo] erschleichen will, profit oder interest
of capitall. Also ist sie „rent“ und nothing else?, wenn auch nicht rent in
dem Sinn, wie Riclardo] rent definiert hat. Das zeigt aber nur, daß seine
Definition der Rente Formen ausschließt, wo die „compensation“ für
bloße Naturdinge gezahlt wird, in denen keine menschliche Arbeit ver-
wirklicht ist, und zwar dem Eigentümer dieser Naturdinge, und nur weil er
„Eigentümer“ ist, Grundeigentümer, bestehe dieser Grund aus Erde, Wal-
dung, Fischteich, Wasserfall, Boden zum Bauen etc. Aber, sagt Ric[ardo],
der Mann, der zahlt für das Recht, Holz zu fällen im Urwald, zahlt „in
consideration of the valuable commodity which was then standing on the land,
and actually repaid himself with a profit, by the sale of the timber“?. Halt!
Wenn Ricfardo] hier das Holz „valwable commodity“* nennt, das wood,
„standing on the land“® im Urwald, so heißt das nichts als, es ist, Suvaust®
nach, ein Gebrauchswert. Und dieser Gebrauchswert ist hier in dem Wort
„valuable“ ausgesprochen. Aber es ist keine „commodity“. Denn dazu müßte
es zugleich Tauschwert sein, d.h. the realization of a certain quantity of
labour expended upon it’. Commodity wird es erst dadurch, daß es vom
Urwald getrennt, gefällt, removed®, transportiert, aus wood in timber? ver-
wandelt wird. Oder wird es bloß dadurch eine commodity, daß es verkauft
wird? Dann wird die labourable!® Erde ebenfalls durch den bloßen Akt des
Verkaufs commodity?

Dann müßten wir also sagen: Rent ist der price paid to the owner of
natural forces or mere productions of nature for the right of using those forces,
or appropriating (by labour) those productions!!, Dies ist in der Tat die
Form, worin all rent ursprünglich erscheint. Aber dann bleibt eben die
Frage zu lösen, wie Dinge price'? haben, die keine value! haben, und wie dies
vereinbar mit der allgemeinen Theorie of values'*. Die Frage: Zu welchem
Zweck zahlt der Mann „a compensation“ for the right of removing wood
from the land upon which it stands”?, hat gar nichts mit der wirklichen
Frage gemein. Die Frage ist: aus welchem Fonds zahlt er? Ja, sagt Ricardo,
„by the sale of the timber“!*. Also aus dem Preise des timber. Und zwar war

1 Kapitalzins -2 nichts anderes - ? „in Anbetracht der wertvollen Ware, die sich auf dem
Boden befand, und macht sich durch den Verkauf des Holzes in Wirklichkeit mit einem Profit
wieder bezahlt"? wertvolle Ware“ -° Holz, „das sich auf dem Boden befand“ -® dem Vermögen -
7 die Vergegenständlichung einer bestimmten Menge aufes verwendeter Arbeit- °entnommen -
% Baumstamm in Nutzholz - 1° bestellbare -*! Preis, der dem Eigentümer von Naturkräften oder
bloßen Naturprodukten für das Recht gezahlt wird, diese Kräfte zu benutzen oder sich diese
Produkte (durch Arbeit) anzueignen - "? Preis - 1? keinen Wert - !* der Werte -1® „eine Ent-
schädigung“ für das Recht, Holz von dem Boden zu entnehmen, auf dem es steht -1 „durch

den Verkauf des Holzes“

dieser Preis ein solcher, that the man!, wie Ric[ardo] sagt, „actually repaid
himself with a profit.“ Jetzt wissen wir also, wo wir dran sind. Der Preis des
Holzes muß jedenfalls gleich sein der Summe Geldes, representing the
quantity of labour necessary to fell the timber, to remove it, to transport it,
to bring it to the market”. Ist nun der Profit, womit der Mann „repays“ him-
self, ein Aufschlag über diesen Wert, dem Holz just? durch die labour ex-
pended upon it imparted value of exchange*? Wenn Riclardo] das sagte,
fiele er in die rohste Vorstellung, unter seine eigne Doktrin zurück. Nein.
Der Profit ist, gesetzt, daß der Mann ein Kapitalist war, der Teil der von
ihm in der Produktion des „Holzes“ verwandten Arbeit, den er nicht bezahlt
hat, und der Mann hätte, wollen wir sagen, denselben Profit gemacht, hätte
er dieselbe mass of labour im cotton-spinning? in Bewegung gesetzt. (Ist der
Mann kein Kapitalist, so ist der Profit = dem Quantum seiner Arbeit, das
mehr als sein Salair ersetzt und das den Profit des Kapitalisten gebildet
hätte, hätte ein Kapitalist ihn angewandt, das jetzt aber seinen eignen Profit
bildet, weil er sein eigner Lohnarbeiter und sein eigner Kapitalist in der-
selben Person ist.) Hier kommt aber das ugly word®, daß dieser Holzmann
„actually repaid himself with a profit“. Dies gibt der ganzen Transaktion
. ein sehr ordinäres Ansehn und entspricht der rohen Vorstellungsweise, die
dieser Kapitalist, der Holz removes, selbst über die Quelle seines Profits
haben mag. Erst zahlt er dem Besitzer des Urwaldes für den Gebrauchswert
Holz, das aber keinen „Wert“ (value in exchange”) und, solang es „stands
upon the land“, sogar keinen Gebrauchswert hat. Er zahlt ihm vielleicht
5]. per Tonne. Und dann verkauft er dem Publikum dasselbe Holz (ab-
gerechnet seine andren Kosten) zu 6/. und zahlt sich so actually die 5 /. mit
einem Profit von 20 p.c. zurück. „Actually repaid himself with a profit.“
Hätte der Waldbesitzer nur „compensation“® von 21. (40 sh.) verlangt,
so hätte der Holzmann die Tonne zu 2 !. 8 sh. statt zu 6 verkauft. |]566] Da
er immer denselben Profitsatz surchargiert, wäre also hier der Preis des
Holzes hoch oder niedrig, weil Rente hoch oder niedrig. Letztre würde in
den Preis als konstitwerend eingehn, aber keineswegs Resultat des Preises
sein. Ob „rent“ -compensation -an den owner des Landes gezahlt wird für
den use der „power“ des Landes oder den „use“ der „natural productions“
des Landes, ändert absolut nichts an dem ökonomischen Verhältnis, ändert
nichts daran, daß geblecht wird für „a natural thing“ (power or produce of

1 daß der Mann - ? die die Menge Arbeit darstellt, notwendig, um die Bäume zu fällen, zu
entnehmen, zu transportieren, auf den Markt zu bringen - ® gerade - * darauf verwendete
Arbeit verliehenen Tauschwert - ® Menge Arbeit in der Baumwollspinnerei - $ häßliche
Wort - ? Tauschwert - ® „Entschädigung“

the earth) upon which no previous human labour has been spent!. Und so
würfe Ricardo] auf der 2.Seite seines chapter „On Rent“ - um einer
Schwierigkeit zu entgehn - seine ganze Theorie über den Haufen. Es
scheint, daß A.Smith hier viel weitsichtiger war.

Derselbe case? mit den stone-quarries und coal-mines®.

„Die für die Grube oder den Steinbruch geleistete Entschädigung wird gezahlt für
den Wert der Kohle oder der Steine, die ihnen entnommen werden können, und haben
keinerlei Beziehung zu den ursprünglichen und unzerstörbaren Kräften des Bodens.“
(p.54, 55.)

No! Aber eine sehr bedeutende connection withthe „originaland destruc-
tible productions of the soil“ *. Das Wort „valte“ ist hier ebenso ugly wieoben
das „repaid with a profit“.

Ricardo braucht nie das Wort value für utility® oder usefulness® oder
„value in use“”. Will er also sagen, die „compensation“ sei dem owner der
quarries und coal-mines gezahlt für die „value“, die coal und stone haben,
bevor sie are removed from the quarry and the mine - in their original
state8? Dann hebt er seine ganze Lehre von der value auf. Oder heißt hier
value, wie es sein muß, der mögliche Gebrauchswert und daher auch prospek-
live Tauschwert von coal und stone? Dann heißt es nichts, als daß ihrem
owner rent gezahlt wird für die Erlaubnis, die „original composition of the
soil“? für die Produktion von Kohlen und Steinen zu benutzen?®. Und es ist
absolut nicht einzusehn, wie dies nicht ebenso „rent“ heißen soll, als wenn
die Erlaubnis gegeben würde, um die „powers“ des Landes zur Produktion
von Weizen zu benutzen. Oder wir geraten wieder auf die bei dem Holz
auseinandergesetzte Aufhebung der ganzen Renttheorie. Nach der richti-
gen Theorie hat die Sache gar keine Schwierigkeit. Die auf die „Produk-
tion“ {nicht Reproduktion} von Holz, Kohle, Stein verwandte Arbeit (die
zwar nicht diese Naturprodukte schafft, aber sie trennt von ihrem elemen-
tarischen Zusammenhang mit der Erde und sie so als brauchbares Holz,
Kohle, Stein „produziert“) oder Kapital gehört offenbar zu den Produk-
tionssphären, wo der in Arbeitslohn ausgelegte Teil des Kapitals größer ist
als der in konstantem Kapital ausgelegte, die unmittelbare Arbeit größer als
die „vergangne“, deren Resultat als Produktionsmittel dient. Wird also hier

t ‚eine natürliche Sache“ (Kraft oder Produkt der Erde), auf die vorher keine mensch-
liche Arbeit verwendet wurde - ? Fall - ® Steinbrüchen und Kohlengruben - * Zusammen-
hang mit den „ursprünglichen und zerstörbaren Produkten des Grund und Bodens“ -5 Nütz-
lichkeit -® Brauchbarkeit -°? „Gebrauchswert“ -® aus dem Steinbruch und der Mine heraus-
geholt werden - in ihrem ursprünglichen Zustand - ? „ursprüngliche Zusammensetzung des
Bodens“ - 1° in der Handschrift: besitzen

die Ware zu ihrem Wert verkauft, so steht dieser Wert über ihrem Kosten-
preis, d.h. dem dechet! der Werkzeuge, dem Arbeitslohn und dem Durch-
schnittsprofit. Der Überschuß kann also als Rente aber dem owner of forest,
quarry oder coal-mine? gezahlt werden.

Aber warum diese clumsy maneuvres® Ric[ardo]s, der falsche Gebrauch
von value etc.? Warum dies clinging® zu der Erklärung von rent, daß sie ge-
zahlt ist für den use der „original and indestructible powers of the land“ °?
Die Antwort findet sich vielleicht später. Jedenfalls will er die eigentliche
Ackerbaurenteunterscheiden, spezifizieren und zugleich die Differentialrente
schon anbahnen, daß für diese Elementarpower bloß gezahlt werden kann,
soweit sie different degree of power® entwickelt.

1 Verschleiß -? Eigentümer des Waldes, des Steinbruchs oder der Kohlengrube - ® plum-

pen Manöver -* Anklammern -5 „ursprünglichen und unzerstörbaren Kräfte des Bodens“ -
6 verschiedene Grade von Kraft

## [ZWÖLFTES KAPITEL]

## Tabellen nebst Beleuchtung über die
Differentialrente

### [1. Veränderungen in der Masse und Rate der Rente]

Zu dem Obigen noch: Gesetzt, es würden fruchtbarere Kohlenminen
und Steinbrüche entdeckt oder besser gelegne, so daß sie mit derselben
Quantität Arbeit ein größres Produkt lieferten als die ältren, und zwar ein
so großes Produkt, daß die ganze Nachfrage gedeckt würde. Dann würde
der Preis - weil der Wert - von Kohle, Stein, Holz fallen, und infolge davon
müßten die alten Kohlenminen und Steinbrüche geschlossen werden. Sie
würden weder Profit noch Arbeitslohn noch Rente abwerfen. Nichtsdesto-
weniger würden die neuen Rente abwerfen wie vorhin die alten, obgleich
weniger (der Rate nach). Denn jede Vermehrung in der Produktivität der
Arbeit vermindert das [in] Arbeitslohn ausgelegte Kapital im Verhältnis
zu dem in capital constant, hier in den Werkzeugen ausgelegten. Ist das
richtig? Auch hier richtig, wo der change! in der productivity of labour?
entspringt nicht aus einem change in der Produktionsweise selbst, sondern
aus der natürlichen Fruchtbarkeit des Kohlenwerks oder des Steinbruchs
oder ihren situations’? Das einzige, was wir hier sagen können, daß dasselbe
Quantum Kapital hier mehr Tonnen Kohle oder Stein liefert, daß also in
der einzelnen Tonne weniger Arbeit enthalten ist, in allen zusammen aber
ebensoviel oder selbst mehr, wenn die neuen Minen oder Brüche außer der
alten demand, supplied by the old mines and quarries®, noch eine additional
demand? befriedigen und zwar eine additional demand, die größer ist als die
Differenz zwischen der fertility der old und new mines und quarries®. Aber
die organische Komposition des angewandten Kapitals würde dadurch nicht
geändert. Es wäre wahr, daß in dem Preis einer Tonne, einer einzelnen

1 die Veränderung - ? Produktivität der Arbeit - ® Lagen - * Nachfrage, die die alten
Gruben und Steinbrüche befriedigten - ? zusätzliche Nachfrage - ® Fruchtbarkeit der alten
und der neuen Gruben und Steinbrüche

Tonne, weniger Rente enthalten wäre, aber nur, weil überhaupt weniger
Arbeit in ihr enthalten ist, also auch weniger Arbeitslohn und weniger
Profit. Das Verhältnis der Rentrate zum Profit würde jedoch nicht dadurch
berührt. Wir können also | nur das sagen:

Bleibt die demand dieselbe, ist also nach wie vor dasselbe Quantum
Kohle und Stein zu produzieren, so wird weniger Kapital angewandt jetzt in
den neuen, fruchtbareren Minen und quarries als früher in den alten, um
dieselbe Warenmasse zu produzieren. Der Gesamtwert der letztren fällt
damit, also auch der total amount of rent und profit! und Arbeitslohn und
angewandtem capital constant. Aber die Verhältnisse von Rente und Profit
changieren so wenig als die von Profit und Arbeitslohn oder von Profit und
ausgelegtem Kapital, weil kein organischer change indem angewandten Kapi-
tal stattgefunden. Nur die Größe, nicht die Komposition des angewandten
Kapitals, also auch nicht die Produktionsweise, hat changiert.

Ist additional demand zu befriedigen, aber additional demand gleich der
Differenz der Fruchtbarkeit der neuen und alten mines und quarries, so
wird nach wie vor Kapital von derselben Größe angewandt. Der Wert der
einzelnen Tonne fällt. Aber die Gesamtmasse der Tonnen hat denselben
Wert wie früher. Auf die einzelne Tonne betrachtet, ist mit dem in ihr ent-
haltnen Wert auch die Größe der Wertteile vermindert, die sich in Profit
und Rente auflösen. Aber da das Kapital gleich groß geblieben und damit
der Gesamtwert seines Produkts, auch kein organischer change in seiner
Komposition stattgefunden hat, ist der absolute amount of rent and profit?
derselbe geblieben.

Ist die additional demand so groß, daß sie nicht gedeckt wird, bei gleicher
Kapitalanlage, durch die Differenz in der fertility der newundoldminesund
quarries, so muß also in den neuen Minen additional capital? angewandt
werden. In diesem Falle - falls mit dem growth? des gesamten angelegten
Kapitals nicht ein change eintritt in Verteilung der Arbeit, Anwendung der
Maschinerie, falls also kein change in der organischen Komposition des Kapi-
tals eintritt - wächst der amount of rent und profit, weil der Wert des Ge-
samtprodukts gewachsen, der Wert der Gesamttonnenzahl, obgleich der
Wert jeder einzelnen Tonne gefallen, also auch der Wertteil derselben, der
sich in rent und Profit auflöst.

In allen diesen Fällen findet kein Wechsel in der Rentrate statt, weil kein
change in der organic composition? des angewandten Kapitals (welches immer

1 die Gesamtmasse von Rente und Profit -? die absolute Masse von Rente und Profit - ° zu-
sätzliches Kapital - * Wachstum - ? organischen Zusammensetzung
P

sein Größenwechsel) stattfindet. Ginge dagegen der change aus einem solchen
change hervor, aus der Abnahme des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals
gegen das in Maschinerie etc. ausgelegte - so daß also die Produktions-
weise selbst changierte -, so fiele die Rentrate, weil die Differenz zwischen
dem Kostenpreis und dem Wert der Ware abgenommen hätte. In den oben
betrachteten 3 Fällen nimmt diese nicht ab. Denn fällt der Wert, so fällt
da ebenso der Kostenpreis der einzelnen Ware, indem weniger Arbeit has
been expended upon it, less paid + unpaid labour*.

Danach also, wenn die größre Produktivität der Arbeit - oder der ge-
ringere Wert einer certain measure of the commodities produced? — nur
aus einem change in der productivity der natural elements? hervorgeht, aus
dem Unterschied in dem natural degree of fertility of soils, mines, quarries*
etc., kann der amount of rent fallen, weil unter den veränderten Verhält-
nissen a less quantity of capital is employed°; er kann konstant bleiben bei
einer additional demand; er kann wachsen, wenn die additional demand
größer als die Differenz der Produktivität zwischen den alt angewandten
und neu angewandten natural agencies®. Die Rate der Rente könnte aber
nur wachsen mit einem change in the organic composition of the capital
employed”.

Es ist also nicht nötig, daß der amount of rent fällt, wenn der schlechtere
soil, quarry, coal-mine® etc. verlassen wird. Die Rate der Rente kann sogar
nie fallen, wenn dies Verlassen bloße Folge der mindren natürlichen Frucht-
barkeit ist.

Ric[ardo] verdreht das Richtige, daß in diesem Falle der amount of rent
unter bestimmtem state of demand? fallen kann - d.h. davon abhängt, ob
die Größe des angewandten Kapitals fällt oder dieselbe bleibt oder wächst -
mit dem Grundfalschen, daß die rate of rent fallen muß, was unter der
Voraussetzung unmöglich, da angenommen, daß kein change in the organic
composition of capital stattgefunden, also kein change, der das Verhältnis
zwischen Wert und cost-price berührt, das einzige Verhältnis, das die rate
of rent bestimmt.

1 auf sie verwendet worden ist, weniger bezahlte und unbezahlte Arbeit - ? bestimmten
Menge der produzierten Waren - ? Produktivität der natürlichen Elemente - ? natürlichen
Grad der Fruchtbarkeit von Böden, Gruben, Steinbrüchen - ® eine geringere Menge von
Kapital angewandt wird -° natürlichen Faktoren -? Wechsel in der organischen Zusarmmen-
setzung des angewandten Kapitals -® Boden, Steinbruch, Kohlengrube -°? Stand der Nach-
frage

### [2. Verschiedene Kombinationen
der Differential- und. der absoluten Rente.
Die Tabellen A,B,C,D, E.]

Wie verhält es sich aber in diesem Fall mit den diferential rents?

Gesetzt, es waren 3 Klassen coal-mines bearbeitet, 1, I], III, wovon I die
absolute Rente trug, Il eine doppelt so große Rente und III eine doppelt
so große Rente wie Il oder viermal so groß wie I. In diesem Fall trägt I die
absolute Rente R, II2R und III 4R. Wird nun Nr. IV eröffnet, fruchtbarer
als I, II und III und so umfangreich, daß ein Kapital so groß wie in I darin
angelegt werden kann. In diesem Fall - the former state of demand remaining
constant! - wird in IV dasselbe Kapital angelegt wie früher in I. I würde
damit geschlossen. Und ein Teil des in Il angelegten Kapitals müßte werden
withdrawn?, III und IV wird reichen hin, um I zu ersetzen und einen Teil
von Il, aber nicht to supply the whole demand, without part of II conti-
nuing to be worked®. Wir wollen der Illustration wegen voraussetzen, IV sei
fähig, mit demselben Kapital, wie es in I angelegt war, die ganze Zufuhr
von I und die halbe Zufuhr von II zu liefern. Würde also !/, des Kapitals
wie früher in Il angelegt, das alte Kapital in III und das neue in IV, so the
whole market would be supplied“.

1568| What then were the changes that had taken place, or how would the
changes accomplished affect the general rental, the rents of I, II, Illand IV?

The absolute rent, derived from IV, would, in amount and rate, be abso-
Iutely the same as that formerly derived from I; in fact the absolute rent, in
amount and rate, would also before have been the same on I, Il and III, al-
ways supposing that the same amount of capital was employed in those
different classes. The value of the produce of IV would be exactly identical
to that formerly employed on I, because it was the produce of a capital of
the same magnitude and of a capital of the same organic composition. Hence
the difference between value and cost-price must be the same; hence the
rate of rent. Besides, the amount must be the same, because - at a given
rate of rent — capitals of the same magnitude would have been employed.
But, since the value of the coal is not determinded by the value of the coal
derived from IV, it would bear a surplus rent, or an overplus over its
absolute rent; a rent derived, not from any difference between cost-price

1 wenn die frühere Nachfrage konstant bleibt - * zurückgezogen - ? um die ganze Nach-
frage zu befriedigen, ohne daß ein Teil von II weiterhin bearbeitet wird -* würde der ganze
Markt versorgt sein

and value, but of the difference between the market value and the individual
value of the produce No.IV.!

Wenn wir sagen, daß die absolute Rent oder die Differenz zwischen Wert
und Kostpreis dieselbe auf I, II, III, IV, vorausgesetzt, daß die Größe des
in ihnen angelegten Kapitals, also der amount of rent with a given rate of
rent” derselbe, so ist das so zu verstehn: Der Wert (individuelle) der Kohle
von 1 ist höher als der von Il und der von II ist höher als der von III, weil
in einer Tonne Kohle von I mehr Arbeit enthalten als in einer von II und in
einer Tonne von II mehr als in einer Tonne von Ill. Aber da die organic
composition des Kapitals in allen 3 Fällen dieselbe, berührt dieser change die
individuelle absolute rent nicht, die ], Il, Ill liefern. Denn ist der Wert der
Tonne von I größer, so auch ihr Kostenpreis; er ist nur größer im Verhält-
nis, als größres Kapital von derselben organischen Komposition zur Produk-
tion einer Tonne in Il als in II und einer Tonne in II als in III angewandt
ist. Also ist dieser Unterschied ihrer Werte exakt gleich dem Unterschied
ihrer Kostpreise, d.h. des relativen Kapitals expended to produce one ton
of coal on I, Il and III. Die Verschiedenheit der Wertgrößen auf den
3 Klassen affiziert also nicht die Differenz zwischen Wert und Kosipreis in
den verschiednen Klassen. Ist der Wert größer, so ist der Kostpreis größer in
demselben Verhältnis, denn der Wert ist nur größer im Verhältnis, wie mehr
Kapital oder labour expended*; also bleibt das Verhältnis zwischen Wert
und Kostpreis dasselbe, also absolute rent.

Sehn wir aber nun weiter, wie es sich mit der Differentialrente verhält.

Erstens ist in der ganzen Produktion von Kohle auf Il, III und IV jetzt
weniger Kapital angewandt. Denn das Kapital in IV ist so groß, wie das

1 Welches wären nun die eingetretenen Veränderungen oder wie würden die vollzogenen
Veränderungen das Gesamtrental, die Renten von I, II, III, IV beeinflussen?

Die aus IV entspringende absolute Rente würde in Masse und Rate absolut dieselbe sein
wie die früher aus I entspringende; tatsächlich wäre die absolute Rente in I, I] und III auch
früher in Masse und Rate dieselbe gewesen, immer vorausgesetzt, daß in diesen verschiedenen
Klassen dieselbe Menge Kapital angewandt wurde. Der Wert des Produkts von IV wäre genau
gleich dem des früher in I angewandten, weil es das Produkt eines Kapitals von der gleichen
Größe und eines Kapitals von der gleichen organischen Zusammensetzung wäre. Daher muß die
Differenz zwischen Wert und Kostenpreis dieselbe sein, daher die Rentrate, Außerdem muß
deren Masse dieselbe sein, da - bei gegebener Rate der Rente - Kapitalien von gleicher Größe
angewandt worden wären. Aber da der Wert der Kohle nicht durch den Wert der von IV
herkommenden Kohle bestimmt wird, würde diese eine Surplusrente oder einen Überschuß
über ihre absolute Rente abwerfen; eine Rente, die nicht aus einer Differenz zwischen Kosten-
preis und Wert entspränge, sondern aus der Differenz zwischen dem Marktwert und dem
individuellen Wert des Produkts von Nr. IV. -? die Masse der Rente bei gegebener Rentrate -
$ ausgelegt, um eine Tonne Kohle in I, II und III zu produzieren -* Arbeit verausgabt wird

Kapital in I war. Außerdem aber wird die Hälfte des in II angewandten
Kapitals withdrawnt!. Also sinkt der amount of rent auf I] unter allen Um-
ständen um die Hälfte. In der Kapitalanlage ist nur ein change vorgegangen
in II, denn in IV wird soviel Kapital angelegt als früher in I. Wir haben
ferner angenommen, daß in 1, II und III gleich große Kapitalien angelegt
waren, z.B. in jedem 100, zusammen 300; also jetzt in II, III und IV nur
noch 250 oder!/, Kapital has been withdrawn from the production of coal?.

Ferner aber ist der Marktwert der Kohle gefallen. Wir sahen, daß IR,
II2R und IIIl4Rabwerfen. Nehmen wir an, daß das Produkt von 100 auf I
= 120, wovon R = 10 und 10 = Profit, so der Marktwert von II 130 (10
Profit und 20 Rente), von III 150 (10 Profit und 40 Rente). War das Produkt
von I = 60 Tonnen (die Tonne = 21.), so von II = 65 Tonnen, von Ill
= 75 Tonnen und die Gesamtproduktion = 60 + 65 + 75 Tonnen
= 200 Tonnen. Da nun 100 in IV soviel produziert als das ganze Produkt
von I und das halbe von II, so 60 -+ 32/, Tonnen = 924/, Tonnen, die
nach dem alten Marktwert gekostet hätten 185 I., also eine Rente von 75 I.
geliefert hätten, da der Profit = 10; also, da die absolute Rente = 10 L.,
T'/aR.

Nach wie vor bringen II, III, IV dieselben 200, Tonnenzahl, hervor,
denn 324, + 75 + 92!/, = 200 Tonnen.

Wie verhält es sich jetzt aber mit dem Marktwert und den differential
rents?

Um dies zu beantworten, müssen wir sehn, was der Betrag der absolute
individual rent von Il ist. Wir nehmen an, daß die absolute Differenz
zwischen Kostpreis und Wert in dieser Produktionssphäre = 10!. = der
Rente, die die schlechteste Mine abwarf, obgleich dies nicht nötig ist,
außer wenn I durch seinen Wert den Marktwert absolut bestimmte. ||569]
Fand dies in der Tat statt, so stellte die Rente auf I (wenn die coal von I zu
seinem Wert verkauft wird) überhaupt den Überschuß des Werts in dieser
Produktionssphäre über seinen eignen cost-price und den general cost-price
of commodities® dar. II verkauft also seine Produkte zu ihrem Werte, wenn
es die Tonnenzahl zu 120 I. verkauft (die 65 Tonnen), also die einzelne
Tonne zu IY/is I. Daß es sie statt dessen zu 2 I. verkaufte, war bloß dem
Überschuß des durch I bestimmten Marktwerts über seinen individuellen
Wert geschuldet, nicht dem Überschuß seines Werts, sondern seines Markt-
werts über seinen Kostenpreis.

1 zurückgezogen - ? aus der Produktion der Kohle zurückgezogen worden ist - ? all-

gemeinen Kostenpreis der Waren

Ferner verkauft II nach der Voraussetzung statt 65 nur noch 321/,Ton-
nen, indem es statt ein Kapital von 100 nur noch ein Kapital von 50 in die
Mine steckt.

II verkauft also jetzt 32'/, Tonnen zu 60 I. 10 1. auf 50 1. ist 20 p.c. Von
den 60 I. sind 5 Profit und 5 Rente.

Wir haben also für II: Wert des Produkts, der Tonne = 1"}/31.; Zahl der
Tonnen = 321/,; Gesamtwert des Produkts = 60 I.; Rente = 5 I. Die Rente
ist von 20 auf 5 gefallen. Wäre noch derselbe amount of capital! angewandt,
so wäre sie nur auf 10 gefallen. Sie ist also in der Rate nur um die Hälfte
gefallen. D.h., sie ist gefallen um die ganze Differenz, die der von I be-
stimmte Marktwert über ihrem eignen Wert und daher über der Differenz
stand, die aus der Differenz zwischen ihrem eignen Wert und Kostenpreis
resultiert. Ihre Differentialrente war gleich 10; ihre Rente ist jetzt = 10,
= ihrer absoluten Rente. In II ist also mit der Reduktion des Marktwerts
auf den Wert (der Kohle von II) die Differentialrente fortgefallen, also die
durch diese Differentialrente angeschwollene, verdoppelte rate of rent. Sie
ist so von 20 auf I0 reduziert worden. Ferner aber von 10 auf 5, weil bei
dieser gegebnen Rentrate das in ll angelegte Kapital um die Hälfte gefallen ist.

Da der Marktwert nun durch den Wert von II bestimmt ist, durch
I"Y/ys I. per Tonne, ist der Marktwert der 75 Tonnen, die III produziert,
nun = 138%,5 I., davon Rente = 28%i3 I. Früher die Rente = 40 I. Sie ist
also gefallen um 117/j3 /. Ihre Differenz von der absoluten Rente betrug 30.
Sie beträgt jetzt nur noch 186); (denn 18%/,5 + 10 = 28/13). Sie war
früher = AR. Sie ist jetztnurnoch = 2R + 8%/i21. Da das in III angelegte
Kapital gleich groß geblieben, ist dieser Fall ausschließlich dem Fall in der
Rate der Differentialrente, also dem Fall im Überschuß des Marktwerts von
III über seinen individuellen Wert geschuldet. Früher war der ganze
amount der Rent in III gleich dem Überschuß des höhren Marktwerts über
den Produktionspreis, jetzt nur mehr = dem Überschuß des niedren
Marktwerts über den Kostenpreisl®; die Differenz nähert sich also der ab-
soluten Rent von III. III produziert mit 100 Kapital 75 Tonnen, deren
Wert = 120 1; also 1 Tonne = 1°/, I. Statt dessen verkaufte III bei dem
frühren Marktpreis zu 2 I., also ?/, I. zu teuer per Tonne. Dies machte auf
75 Tonnen ?2/,x75 = 30 1, und dies war in der Tat die Differentialrente
von Rente [III]; denn seine Rente war = 40 (10 absolute Rente und 30
Differentialrente). Jetzt verkauft es die Tonne nach dem neuen Marktwert
nur noch zu IY/ig!. Also wieviel über seinem Wert? ®/, = ®/,, und "Y/is

1 dieselbe Masse des Kapitals

= 5/45. Verkauft also die Tonne zu teuer um %/,,. #1 Dies macht auf
75 Tonnen = 18°/13, und dies ist exakt die Differentialrente, die also immer
gleich ist der Anzahl der Tonnen multipliziert mit dem Überschuß des
Marktwerts der Tonne über den [individuellen] Wert der Tonne. Was jetzt
noch herauszurechnen ist, ist der Fall der Rente um 11”/,3. Der Überschuß
des Marktwerts über den Wert von III ist gefallen von ?/, I. per Tonne
(als es sie zu 21. verkaufte) auf !9/,, per Tonne (zu 1/13 1.), also von ?/,
= 26/,, auf 16/5, [um] 1%/g5. Dies macht auf 75 Tonnen ”°%/,, = is =
117/43, und dies ist exactly der amount, um den die Rente in III gefallen ist.

1570] Die 92?/, Tonnen von IV kosten zu I"?/3 I. [pro Tonne] 17093 1.
Hier die Rente = 60'0/,, und die Differentialrente = 50"; 3.

Wären die 92?/, Tonnen zu ihrem Wert verkauft, so = 120 /., so würde
1 Tonne kosten = I"}/3, I. Statt dessen wird sie verkauft zu 1""/13. Aber
U = ag und W/,, = "8/1. Dies gibt Überschuß von 2%/,,i des Markt-
werts von IV über seinen Wert. Dies macht für 92'/, Tonnen exakt 50'%/13 1.,
die Differentialrente von IV.

Stellen wir nun die beiden cases zusammen unter A und B.

A
Klasse Kapital Absolute Tonnen Marktwert Individu- Gesamt- Differen-
5 Rente per Tonne Fa Wert wert EUR
I. 100 10 60 2 2 120 0
1. 100 10 65 2 1/js 130 10
I. 100 10 yP) 2 1/5; 150 30
Total 300 -30 200 400 40
Der Gesamttonnengehalt = 200. Gesamt absolute Rente = 30.
Total Differentialrente = 40. Gesamtrente = 70.
B
Klasse Kapital Absolute Tonnen | Marktwert Individu- Gesamt- Differen-
Rente per Tonne eller Wert wert tialrente
1. l. L 1. l. I.
II. 50 5 32, je 1a 60 0
IH. 100 10 75 1/is 1]; 138/15 18%is
IV. 100 10 92), 1a lg 170,5 5015
Total 250 25 200 369% /i5 69°/15

Gesamtkapital = 250. Absolute Rente = 25. Differentialrente = 6%) ;5.
Gesamtrente = 94°/,,. Der Gesamtwert der 200 Tonnen ist gefallen von
400 auf 369°/13.

Diese beiden Tabellen geben zu sehr wichtigen Betrachtungen Anlaß.

Zunächst sehn wir, daß die absolute Rente dem Betrag nach steigt oder
fällt im Verhältnis zu dem in der Agrikultur!®2] angelegten Kapital, den
Gesamtmassen Kapital, die auf I, II, III angelegt sind. Die Rate dieser
absoluten Rente - da sie ganz unabhängig ist von der Differenz in der Ver-
schiedenheit der Bodenarten, vielmehr aus der Differenz zwischen Wert
und Klosten-]Preis entspringt, diese Differenz selbst aber bestimmt durch
die organische Zusammensetzung des agricultural capital, durch die Pro-
duktionsweise und nicht den Boden - ist ganz unabhängig von der Größe
der angelegten Kapitalien. In II B nun fällt der Betrag der absoluten Rente
von [0 auf 5, weil das Kapital von 100 auf 50 gefallen, die Hälfte 571] des
Kapitals entzogen worden ist.

Ehe wir nun weitere Betrachtungen über die beiden Tabellen anstellen,
wollen wir noch andre Tabellen aufstellen. Wir sahn, in B ist der Marktwert
auf 1Y/i3 I. per Tonne gefallen. Mit diesem Wert aber werden I A und IIB
weder das erste vom Markt ganz verschwinden müssen, noch das letztre ge-
zwungen sein, nur die Hälfte des früheren Kapitals anzuwenden. Da bei I
von dem Gesamtwert der Ware, 120, die Rente = 10 oder = !/j, des Ge-
samtwerts ist, so [gilt dies] ditto auf den Wert der einzelnen Tonne, die 2 1.
wert ist. 2/13 l. ist aber = !/, I. oder 3!/3 sh. (3/3 sh. x 60 = 101.). Der Kosten-
preis der Tonne von 1 ist also [2 I. — 3Y/; sh. =] 1 1. 16°/, sh. Der [neue]
Marktwert ist IY/jg I. oder 11. 16"%/3 sh. 16/3 sh. ist aber = 16 sh. 8.d. oder
16°%/,, sh. Dagegen ist 16"%//3 sh. = 16°%/s, sh. oder 1%/,, sh. mehr. Dies wäre
die Rente per Tonne bei dem neuen Marktwert und gäbe für 60 Tonnen
eine Gesamtrente von 15%/,s sh. Also, ich lege nicht I p.c. Rente auf die
100 Kapital. Damit I A gar keine Rente abwürfe, müßte der Marktwert
fallen auf seinen Kostenpreis, also auf 1 !. 16°/sh. oder 1?/, 1. (oder 11%/,3 1.).
In diesem Falle wäre die Rente auf I A verschwunden. Es könnte aber mit
10 p.c. Profit nach wie vor exploitiert werden. Dies hörte erst auf bei
weitrem Fallen des Marktwerts unter [den Kostenpreis von] 1°/g I.

Was nun aber II B angeht, so ist in Tabelle B angenommen, daß die
Hälfte des Kapitals withdrawn wird. Da aber der Marktwert von 11/3 I.
noch eine Rente von 10 p.c. liefert, so liefert er sie ebensowohl für 100 wie
für 50. Ist also angenommen, daß die Hälfte des Kapitals withdrawn, so
nur, weil unter diesen Verhältnissen II B noch die absolute Rente von
10 p.c. liefert. Denn hätte [II] 3 fortgefahren, 65 Tonnen zu produzieren
statt 32%/,, so würde der Markt surchargiert und der Marktwert von IV, der
den Markt beherrscht, fiel so, daß die Kapitalanlage auf II B reduziert

werden müßte, um die absolute Rente abzuwerfen. Indes ist klar, daß, wenn

das ganze Kapital 100 zu 9 p.c. Rente abwirft, der Gesamtbetrag größer
ist, als wenn von 50 10 p.c. abgeworfen werden. Wenn also nur 50 Kapital
in Il für die Nachfrage nach dem Stand des Markts nötig, so müßte die
Rente auf 5 I. herabgedrückt werden. Sie würde aber in der Tat tiefer fallen,
wenn angenommen wird, daß die 32!/, Tonnen mehr konstant nicht ab-
gesetzt werden können, also aus dem Markt geworfen werden würden. Der
Marktwert würde sotief fallen, daß nichtnur die Rente auf IIB verschwände,
sondern auch der Profit affiziert würde. Dann würde Entziehung des Kapi-
tals erfolgen, um die Zufuhr zu vermindern, bis es den richtigen Punkt von
50 erreicht, und dann würde der Marktwert hergestellt sein auf 111/13 1., wo
er wieder die absolute Rente für II B abwürfe, aber nur für die Hälfte des
früher drin angelegten Kapitals. Auch in diesem Falle würde die Aktion von
IV und III ausgehn, die den Markt beherrschen.

Es ist aber keineswegs gesagt, daß, wenn der Markt für die Tonne zu
1/31. nur 200 Tonnen absorbiert, er nicht 321/, Tonnen mehr absorbiert,
wenn der Marktwert fällt, wenn also durch den Druck der 321/, Übertonnen
auf den Markt der Marktwert von 232?/, Tonnen herabgedrückt wird. Der
Kostenpreis in II B ist 1°/i3 Z. oder 11. 1314/,3 sh. Der Marktwert aber ist
1/2 l. oder I 1. 162/13 sh. Fiele der Marktwert so, daß I A keine Rente
mehr abwürfe, auf den Kostenpreis von I A, auf 1 /. 162/, sh. oder 1?/g I.
oder 11%/,5 I., so müßte die Nachfrage, damit II B sein ganzes Kapital an-
wende, schon bedeutend wachsen; denn I A könnte fortfahren, da es den
gewöhnlichen Profit abwirft, exploitiert zu werden. Der Markt hätte nicht
32%/,, sondern 92!/, Tonnen mehr, statt 200 2921/, Tonnen zu absorbieren,
also [fast] die Hälfte mehr. Dies schon sehr bedeutende Steigerung. Der
Marktwert müßte also, soll die Steigerung mäßig sein, so tief fallen, daß 1A
aus dem Markt gejagt würde. D.h. der Marktpreis müßte unter den Kosten-
preis von I A fallen, also unter 1"/,5 I., sage auf IP/ia I. oder I I. 15 sh. Er
stünde dann immer noch bedeutend über dem Kostenpreis von IIB.

Wir wollen also den Tabellen A und B noch drei Tabellen zufügen, C
und D und E. Und wir wollen inC annehmen, daß die Nachfrage wachse,
daß alle Klassen von A und B fortproduzieren können, aber zu dem Markt-
wert von B, wo IA noch Rente abwirft. Wir wollen inD annehmen, daß sie
groß genug sei, damit I A keine Rente mehr abwirft, aber noch den gewöhn-
lichen Profit. Und wir wollen in E annehmen, daß der Preis so sinkt, um es
aus dem Markt zu werfen, aber zugleich sein Sinken die Absorption
der 32Y/, Surplustonnen von II B herbeiführt.

Der case, wie er in A und B unterstellt ist, ist möglich. Es ist möglich,

daß I A bei der Reduktion der Rente von 10 /. auf kaum 16 sh. sein Land

dieser Exploitation entzieht und es für eine andre Exploitationssphäre ver-
mietet, wo es eine höhere Grundrente abwerfen kann. In diesem case aber
würde Il B durch den obigen geschilderten Prozeß gezwungen werden, !/s
of his capital to withdraw', wenn der Markt mit dem Eintreten des neuen
Marktwerts sich nicht erweiterte.

C
Klasse Kapital Absolute Tonnen Marktwert Individu- Gesamt- Rente Differen-
Rente per Tonne eller Wert wert tialrente
l. I. L. 1 1. 1. 1.
I 100 hs 60 1 2 110 5 Pa
1 100 10 65 ya Yis 120 0
II 100 10 75 1yis 17/; 1388/13 +18%,3
IV 100 10 92, ls ll, 1707975 50,3
Total 400 300, 292, 540 69/5
D
Klasse Kapital Absolute Marktwert Kosten- Tonnen- Gesamt- Differentiai-
Rente per Tonne preis zahl wert rente
1. 1. 1. 1. 1. 1.
I 100 0 1/6 1, 60 110 0 (—)
U 100 1; 19%, 1/3] 65 119/, — (latet?)
III 100 10 15/g [1”/isl 75 1371/, -H17,
IV 100 10 1], Mel 92", 169/12 495
Tot 400 294% 292, 536%, 6fie
E
Klasse Kapital Absolute Marktwert Kosten- Tonnen- Gesanit- Difterential-
Rente per Tonne preis zahl wert rente
I. I. I. 1. l. I.
u 10 3% 17a 118 65 113/, — (vacat)
II 100 10 1 N1”/isl 75 1311/, -H111/,
IV 100 10 13/, 1/srl 92%), 1617/, +417/g
Total 30 23% 2327, 4067, 532,5

1573| Wir werden nun die Tabellen A, B, C, D und E zusammenstellen,

aber so, wie es gleich hätte geschehn sollen. Kapital, Gesamtwert, Gesamt-

1 seines Kapitals zurückzuziehen - ? latent

1574] A
c GT GW MW Iw DW KP AR DR ARinT. DR imT. GR GR ir.
[Klasse] Kapital Tonnen- Gesant- Marktwert Individueller Wert Differentialwert Kostenpreis Absolute Differential- Absolute Differential- Rental Tonnen-
zahl wert ver Tonne per Toune per Tonne per Tonne Rente ente Rente in rente in Tonnen Rental
L L. L. [3 Tonnen r
1 100 60 120 21. 21. 0 1%gl = 11 16%/gsh 10 0 5 0 10 5
u 100 65 130 21. TYyg1. = 11. 16% sh. Ya = Ripsh. pl = IL 130/256 10 10 5 5 20 0
IH 100 75 150 21. 1%;L =1112sh. 1. =8sh. Yl=ll Wash 10 30 5 1 40 20
Total 300 200 400 30 40 15 20 70 3
B
u 50 32, 60 fol = 1 16%fgch Mifgl = LI hesh. 0 1. = IL 13U/gsh. 5 0 Dia N) 5 PAR
1 100 2 138°/,3 1ya& = 11 16®g sh. P%L= 1112 sh. 10/51. = Afach. Wis =1l. Wgsh. 10 1895 EA 10 28%, 155/15
IV 100 a 17, Wal = 11 fzch TIL 58/5, sh. A Mc nl Il 38a sh. 10 501, 55,8 27, ON Ey
Total 250 200 36% 25 ae 139g, 37), fiz 5

c

I 100 60 110%/,3 Mal = 11. 1612/j3 5h. 21. = 40 sh. al. = #hissh. De = 11.16°/, sh 2/51 = 15%/55h. 0 5a 0 1/5 = 15/issh. Ye
u 100 65 120 M/sl. = 11 16/2 sh. Mt = 1 16/3 sh 0 P/sl. = 11.134 sh 10 0 55,8 0 10 5a
Im 100 > 1389/45 M/,2= 111683 5h. PA5L=1112sh. +5. = +45 sh. W/sld.=1l W,sh. 10 18%/,5 55,5 10 28% 43 155/12
IV 100 ga), 17010 /,3 al = 11 16%/,3 sh. W/.L=1l 5%/,,sh +4, ats li 39% sh 10 501%/,5 5 ZT la 6 32
Total 0 I 540 301, 1 37, 100 54,
D
N 100 60 100 1,1. = 1216), sh. 21. = 40 sh. UL = —31/, sh. Pet. = 11. 16%, sh. 0 0 0 0 {) 0)
u 100 65 119), Pol = 1A 16fg5h. pa = 11 16%ig sh. —Angl = — gg sh. Whgl = 11 13%/gsh. , 0 5 0 ", 5
IH 100 75 137, PR: =L, Ye ni PL = 11 12sh, + gl. = +43 sh. si =11 #gsh. 10 171, Pa 1 27g 15
IV 100 92, 1697), 4,2. = 1216, YzLeiE 5a Hs fl Il 39yz sh. 10 PR 55/1 ZT fee 59,5 32,
Total 400 292, 536"/, 29, 67a 1519/12 3618, 9%, 521,
E
u 100 65 113%, BAL=1L15 sh. TUAgE = 1L168 [5 5h. — tal sh. Pal = 11 13U/gsh. 3), 0 2 0 3, 2a,
LIE 100 75 1317, Pal =1115 sh. BL = 11.12sh. 43 sh. Ws = 1 9 zsh. 10 1%, 55[, 6, a, 121,
IV 100 921, 16177, BAL=1115sh. Wal = IL 5%, sh. +9, 5h. Wat 1il 39, sb. 10 4, 55), 238 517% 29
Total 300 232, 4067/, 23, 53, 13%, 30/,4 76), 3,

produkt, Marktwert der Tonne, Individueller Wert, Differentialwert??.,

Kostenpreis, Absolute Rente, Absolute Rente in Tonnen, Differentialrente, *

Differentialrente in Tonnen, Gesamtrente. Und dann die Totals aller Klassen
in jeder Tabelle®®, i
1575| Erläuterung zu der Tabelle (S.574)*.

Es ist angenommen, daß Kapital von 100 (konstantes und variables Kapi-
tal) ausgelegt wird und daß die von demselben in Bewegung gesetzte Arbeit
eine Surplusarbeit (unbezahlte Arbeit) liefert, gleich !/, des vorgeschoßnen
Gesamtkapitals, oder einen Mehrwert gleich "%/,. Wenn also das vor-
geschoßne Kapital = 100 /., müßte der Wert des Gesamtprodukts = 1201.
sein. Ferner vorausgesetzt, daß der Durchschnittsprofit = 10 p.c., so sind
110.1. der Kostenpreis des Gesamtprodukts, im obigen Beispiel der Kohlen.
Die 100 I. Kapital verwandeln sich bei der gegebnen Rate des Mehrwerts
oder der Surplusarbeit in einen Wert von 120 I., ob die Exploitation in
fruchtbaren oder unfruchtbaren Minen stattfindet; mit einem Wort: Die
verschiedne Produktivität der Arbeit - sei die Verschiedenheit eine Folge
verschiedner Naturbedingungen der Arbeit oder verschiedner gesellschaft-
licher Bedingungen derselben oder verschiedner technologischer Bedingun-
gen - ändert nichts daran, daß der Wert der Waren gleich dem in ihnen
materialisierten Quantum Arbeit. j

Also, wenn es heißt, der Wert des von dem Kapital 100 geschaffnen Pro-
dukts = 120, so heißt das nichts, als in dem Prodirkt ist die in dem Kapital
100 materialisierte Arbeitszeit enthalten + */, unbezahlter, aber von dem
Kapitalisten approprierter Arbeitszeit. Der Gesamtwert des Produkts ist
= 1201., ob das Kapital von 100 in einer Klasse von Minen 60 Tonnen, in
einer andren 65 oder 75 oder 92!/, produziert. Aber es ist klar, daß der Wert
des einzelnen aliquoten Teils, sei er durch "Tonne wie hier, Quarter, Elle
etc. gemessen, durchaus verschieden ist nach der Produktivität. Um bei
unsrer Tabelle zu bleiben (dasselbe gilt für jede andre Warenmasse als
Resultat der kapitalistischen Produktion), so ist der Wert von I Tonne
= 21., wenn das Gesamtprodukt des Kapitals = 60 Tonnen, also60 Tonnen
120 I. wert sind oder eine Arbeitszeit darstellen = der, die in 120 I.
materialisiert ist. Ist das Gesamtprodukt = 65 Tonnen, so der Wert der
einzelnen Tonne = 11. 16%%/,3.sh. oder 114/18 1.; ist es 75 Tonnen, so der
Wert der einzelnen Tonne = Ps. oder = 11. 12 sh.; ist es endlich

= 921/, Tonnen, so der Wert der Tonne = 1YY/,, I. oder = 11. 5%/,, sh.

1 Siehe die beigefügte Einlage

Weil die Gesamtmasse der vom Kapital I00 produzierten Waren oder
Tonnen stets denselben Wert hat, = 120 I., da sie stets dasselbe Gesamt-
quantum Arbeit darstellt, das in 1201. enthalten ist, so ist eben deshalb der
Wert der einzelnen Tonne verschieden, je nachdem derselbe Wert sich in 60,
65, 75 oder 92!/, Tonnen darstellt, also mit der Verschiedenheit der Produk-
tivität der Arbeit. Diese Verschiedenheit der Produktivität der Arbeit be-
wirkt eben, daß dasselbe Quantum Arbeit sich bald in einer kleinren, bald in
einer größren Gesamtmasse von Waren darstellt, der einzelne aliquote Teil
dieser Gesamtmasse also bald mehr, bald weniger von dem expended abso-
lute amount of labour? in sich enthält, also demgemäß bald größren, bald
kleinren Wert hat. Dieser verschiedene Wert der einzelnen Tonnen, je
nachdem das Kapital von 100 I. in fruchtbarern oder unfruchtbarern Minen
angelegt, also je nach der verschiednen Produktivität der Arbeit, ist es, was
in der Tabelle als der individuelle Wert der einzelnen Tonne figuriert.

Es ist daher nichts falscher als die Vorstellung, daß, wenn der Wert der
einzelnen Ware bei steigender Produktivität der Arbeit falle, der Gesamtwert
des von einem bestimmten Kapital - z.B. 100 - produzierten Produkts?
wegen der vergrößerten Masse von Waren, worin er sich darstelle, steige.
Der Wert der einzelnen Ware fällt ja nur, weil sich der Gesamtwert - das
Gesamtquantum der expended labour - in einer größren Masse von Ge-
brauchswerten, Produkten darstellt, auf das einzelne Produkt daher ein
geringerer aliquoter Teil des Gesamtwerts oder der expended labour fällt,
und zwar nur fällt in dem Maße, worin ein geringres Quantum Arbeit von.
ihm absorbiert wird oder ein geringerer Anteil des Gesamtwerts ihm zu-
kömmt.

Ursprünglich faßten wir die einzelne Ware als Resultat und direktes Pro-
dukt eines bestimmten Quantums Arbeit. Jetzt, wo die Ware sich als Pro-
dukt der kapitalistischen Produktion darstellt, ändert sich die Sache formell
dahin: Die produzierte. Masse von Gebrauchswerten stellt ein Quantum
Arbeitszeit dar, = dem Quantum Arbeitszeit, enthalten in dem in ihrer
Produktion aufgezehrten Kapital (konstanten und variablen) -+ der von dem
Kapitalisten angeeigneten unbezahlten Arbeitszeit. Ist die im Kapital ent-
‚haltne Arbeitszeit in Geld ausgedrückt = 100 1., enthalten diese 100 I.
Kapital 40 I. in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital und beträgt die Surplus-
arbeitszeit 50 p.c. auf das variable Kapital, d.h. ist die Rate des Mehrwerts
= 50 p.c., so ist der Wert der Gesamtmasse der vom Kapital 100 produ-
zierten Waren = 120 I. Damit die Waren zirkulieren können, muß ihr

1 der verausgabten absoluten Menge Arbeit - ? in der Handschrift: Arbeit

Tauschwert, wie wir im ersten Teil dieser Schrift gesehn haben!?®!, vorher
in Preis verwandelt werden, d.h. in Geld ausgedrückt werden. Also, |
eh der Kapitalist die Waren auf den Markt wirft, muß er vorher - falls das
Gesamtprodukt nicht ein einziges unteilbares Ding, wie z.B. ein Haus ist,
worin das ganze Kapital sich darstellt, eine einzige Ware, deren Preis dann
unter der Voraussetzung = 120 I., = dem Gesamtwert, in Geld aus-
gedrückt, wäre - den Preis der einzelnen Ware berechnen. Preis hier =
monetary expression of value!.

Je nach der verschiednen Produktivität der Arbeit wird sich nun der
Gesamtwert von 120 I. auf mehr oder weniger Produkte verteilen, der Wert
des einzelnen Produkts also demgemäß - proportionell - gleich einem
größern oder kleinern aliquoten Teil von 120 I. sein. Die Operation sehr
einfach. Ist das Gesamtprodukt = 60 Tonnen Kohlen z.B., so 60 Tonnen
= 1201. und I Tonne = 12%/go l. = 2 1.; ist das Produkt 65 Tonnen, so der
Wert der einzelnen Tonne = 9/,,l. = 1isl. oder 11. 16/3 sh. (= 11.
16 sh. 117/13 d.); ist das Produkt = 75 Tonnen, so der Wert der einzelnen
Tonne = 12/,, = 11.12 sh.; wenn = 92/, Tonnen, so = „1. =.
5/3, sh. Der Wert (Preis) der einzelnen Ware also gleich dem Gesamtwert
des Produkts dividiert durch die Gesamtanzahl der Produkte, die nach [den]
ihnen als Gebrauchswert zukommenden Maßen gemessen sind, wie eben
Tonne, wie qr., wie Elle etc.

Ist so der Preis der einzelnen Ware gleich dem Gesamtwert der von
Kapital 100 produzierten Warenmasse dividiert durch die Gesamtzahl der
Waren, so ist der Gesamtwert = dem Preis der einzelnen Ware X mit der
Gesamtanzahl der einzelnen Waren oder gleich dem Preis eines bestimmten
Maßes der einzelnen Ware xmit der Gesamtzahl der Warenmasse, ge-
messen an diesem Maßstab. Ferner: Der Gesamtwert besteht aus dem
Wert des in der Produktion vorgeschoßnen Kapitals-+ dem Mehrwert, aus
der im vorgeschoßnen Kapital enthaltnen Arbeitszeit + der vom Kapital
angeeigneten Surplusarbeitszeit oder unbezahlten Arbeitszeit. Der einzelne
aliguote Teil der Warenmasse enthält also in demselben Verhältnis Mehr-
wert, worin er Wert enthält. Je nachdem 120 I. auf 60, 65, 75 oder 92%/,
Tonnen verteilt werden, werden die 20 I. Mehrwert auf sie verteilt. Ist die
Tonnenzahl = 60, also der Wert der einzelnen Tonne = "%/,, = 2 I. oder
40 sh., so ist !/, dieser 40 sh. oder 21. der Anteil des Mehrwerts, der auf die
einzelne Tonne fällt, = 6°/, sh.; das Verhältnis des Mehrwerts ist in der
einen Tonne, die 2 I. kostet, dasselbe wie in den 60, die 120 I. kosten. Der

1 Geldausdruck des Werts

Mehrwert [im Verhältnis] zum Wert bleibt im Preis der einzelnen Ware
derselbe wie im Gesamtwert der Warenmasse, Der Gesamtmehrwert in
jeder einzelnen Tonne ist im obigen Fall=°/, =?/, = /s von 20, ="/, von
40 wie oben. Der Mehrwert der einen Tonne x 60 ist daher auch gleich dem
Gesamtmehrwert, den das Kapital produziert hat. Ist der Wertteil, der auf
das einzelne Produkt fällt - der aliquote Teil des Gesamtwerts -, kleiner
wegen der größern Anzahl der Produkte, d.h. wegen der größrenProduktivi-
tät der Arbeit, so ist auch der Mehrwertteil, der auf es fällt, kleiner, der
aliquote Teil des gesamten Mehrwerts, der an ihm hängt. Dadurch wird aber
das Verhältnis des Mehrwerts, des neugeschaffnen Werts zum vorgeschoß-
nen und nur reproduzierten Wert nicht affiziert. Wir haben nun allerdings
gesehn!, daß, obgleich die Produktivität der Arbeit den Gesamtwert des
Produkts nicht affiziert, sie aber den Mehrwert vergrößern kann, wenn das
Produkt in die Konsumtion des Arbeiters eingeht, der normale Arbeitslohn
oder, was dasselbe, der Wert des Arbeitsvermögens durch den sinkenden
Preis der einzelnen Waren - oder, was dasselbe, eines gegebnen Quantums
von Waren - also vermindert wird. Insofern die größre Produktivität der
Arbeit den relativen Mehrwert schafft, vermehrt sie nicht den Gesamtwert
des Produkts, wohl aber den Teil dieses Gesamtwerts, der Mehrwert, i.e.
unbezahlte Arbeit vorstellt. Fällt also bei großer Produktivität der Arbeit
ein kleiner Wertteil auf das einzelne Produkt - weil die Gesamtmasse der
Waren, worin der Wert dargestellt ist, sich vergrößert hat -, sinkt also der
Preis des einzelnen Produkts, so wird dennoch, unter den eben erwähnten
Umständen, der Teil dieses Preises, der Mehrwert darstellt, gestiegen, also
das Verhältnis des Mehrwerts zum reproduzierten Wert gewachsen sein
{eigentlich hier immer noch mit Bezug auf das variable Kapital zuerst, wo
noch nicht von Profit die Rede, zu sprechen}. Dies aber nur der Fall, weil
im Gesamtwert des Produkts, in der Folge der vergrößerten Produktivität
der Arbeit, der Mehrwert gewachsen ist. Derselbe Grund, die gewachsne
Produktivität der Arbeit, der dasselbe Quantum Arbeit sich in größerer
Produktenmasse darstellen läßt, daher den Wert des aliquoten Teils dieser
Masse oder den Preis der einzelnen Ware senkt, vermindert den Wert des
Arbeitsvermögens, vermehrt daher die im Wert des Gesamtprodukts, hinc?
im Preis der einzelnen Ware enthaltne Surplusarbeit oder unbezahlte
Arbeit. Obgleich daher der Preis der einzelnen Ware sinkt, obgleich das
Gesamtguantum der in ihr enthaltnen Arbeit, daher ihr Wert abnimmt, nimmt
der proportionelle Bestandteil dieses Werts, der aus Mehrwert besteht”, zu,

1 Siehe 1. Teil dieses Bandes, S. 184-188 -? daher -° in der Handschrift: bestimmt

oder in dem geringren Gesamt!quantum Arbeit, das in der einzelnen
Ware steckt, steckt ein größres Quantum unbezahlter Arbeit als früher, wo die
Arbeit unproduktiver war, daher der Preis der einzelnen Ware höher war,
daher das Gesamtquantum Arbeit, das in der einzelnen Ware steckt, größer
war. Obgleich I Tonne in diesem Falle weniger Arbeit enthält, daher wohl-
feiler ist, enthält sie mehr Surplusarbeit und wirft daher mehr Mehrwert
ab.

Da in der Konkurrenz sich alles falsch darstellt, verkehrt, so bildet sich
der einzelne Kapitalist ein, I. daß er seinen Profit auf die einzelne Ware
durch ihre Preisschmälerung herabgesetzt, aber größren Profit wegen der
größren Masse mache (hier wird noch verwechselt die größere Profitmasse,
die aus der Vergrößerung des angewandten Kapitals selbst bei niedrigerer
Rate des Profits herauskommt); 2. daß er den Preis der einzelnen Ware fest-
setzt und durch Multiplikation den Gesamtwert des Produkts bestimmt,
während der ursprüngliche Prozeß die Division ist und die Multiplikation
nur in zweiter Hand, auf der Voraussetzung jener Division, richtig ist. Der
Vulgärökonom tut in der Tat nichts, als die queer notions! der in der Kon-
kurrenz befangnen Kapitalisten in eine scheinbar mehr theoretische Sprache
übersetzen und sucht die Richtigkeit dieser Vorstellungen zu konstruieren,

Nun zu unserer Tabelle zurück.

Der Gesamtwert des mit einem Kapital von 100 geschaffnen Produkts
oder Warenmasse = 1201.; die Warenmasse mag groß oder klein sein je nach
dem verschiednen Grad der Produktivität der Arbeit. Der Kostenpreis
dieses Gesamtprodukts, welches immer seine Größe, = 110 /., wenn, wie
angenommen, der Durchschnittsproft = 10 p.c. Der Überschuß des
Werts des Gesamtprodukts, welches immer seine Größe, = 10 1. = 1/1. des
Gesamtwerts oder = !/,, des vorgeschoßnen Kapitals. Dieser Überschuß
des Werts über den Kostenpreis des Gesamtprodukts - diese 10 /. - konsti-
tuieren die Rente. Sie ist offenbar ganz unabhängig von der verschiednen
Produktivität der Arbeit infolge der verschiednen degrees der natural
fertility® der Minen, Bodenarten, kurz, des natural element in which the
capital of 100 has been employed, for those different degrees in the pro-
ductivity of the labour employed, arising from the different degrees of
fertility in the natural agent, verhindern das Gesamtprodukt nicht, den
Wert von 120 Z., den Kostenpreis von 110 /., also einen Überschuß des

1 gonderbaren Vorstellungen - ? Grade der natürlichen Fruchtbarkeit - ? natürlichen
Elements, worin das Kapital von 100 !. angewandt wurde, denn diese verschiedenen Grade
der Produktivität der angewandten Arbeit, die aus den verschiedenen Graden der Fruchtbar-
keit des natürlichen Faktors hervorgehen

Werts über den Kostenpreis = 10 /. zu bieten. Alles, was die Konkurrenz
der Kapitalien bewirken kann, ist, daß der Kostenpreis der Waren, die ein
Kapitalist mit 100 I. in der Kohlenproduktion, dieser besondren Produk-
tionssphäre schafft, = 110 /. ist. Sie kann aber nicht bewirken, daß er das
Produkt zu 110 /. verkauft, obgleich es 120 I. wert ist - ein Zwang, der in der
übrigen Industrie ausgeübt wird. Denn der landlord tritt dazwischen und
legt Hand auf die 10 I. Diese Rente nenne ich daher die absolute Rente. Sie
bleibt daher in der Tabelle stets dieselbe, wie die fertility der coal-mines!
und daher die Produktivität der Arbeit changiere. Sie drückt sich aber nicht
in derselben Tonnenzahl aus unter verschiednen degrees der fertility der
mines? und daher der productivity of labour®. Denn je nach der verschiednen
Produktivität der Arbeit stellt das in 10. enthaltne Arbeitsquantum sich in
mehr oder weniger Gebrauchswerten, in mehr oder weniger Tonnen dar.
Ob diese absolute Rente, bei Verschiedenheit des degree of fertility, stets
ganz oder teilweise bezahlt wird, wird sich bei weiterer Analyse der Tabelle
zeigen.

Es befinden sich aber ferner auf dem Markt Kohlen, die das Produkt von
Minen verschiedner Produktivität sind, die ich, von dem geringsten Grad
der Fruchtbarkeit beginnend, mit I, II, III, IV bezeichnet habe. Also z.B.
die erste Klasse, wo das Produkt von 100 !. Kapital 60, die zweite Klasse,
wo es 65 Tonnen etc. ist. Gleich großes Kapital - 100 I., mit derselben orga-
nischen Zusammensetzung, innerhalb derselben Produktionssphäre - ist
hier also von ungleicher Produktivität, indem der Grad der Produktivität
der Arbeit verschieden ist nach dem Grad der Produktivität der Mine, der
Bodenart, kurz des natural agent*. Die Konkurrenz stellt aber einen Markt-
wert her für diese Produkte, die verschiednen individuellen Wert haben.
Dieser Marktwert selbst kann nie größer sein als der individuelle Wert des
Produkts der mindestfruchtbarsten Klasse. Wäre er höher, so bewiese das
nur, daß der Marktpreis über dem Marktwert steht. Der Marktwert aber
muß wirklichen Wert darstellen. Es ist nun möglich, daß, die Produkte der
einzelnen Klassen betrachtet, ihr Wert über oder unter dem Marktwert
steht. Steht er über dem Marktwert, so ist die Differenz zwischen dem
Marktwert und ihrem Kostenpreis kleiner als die Differenz zwischen ihrem
individuellen Wert und ihrem Kostenpreis. Da die absolute Rente aber =
der Differenz zwischen ihrem individuellen 578] Wert und ihrem Kosten-
preis ist, kann der Marktwert in diesem Fall den so gestellten Produkten

1 Ergiebigkeit der Kohlengruben - ? Graden der Ergiebigkeit der Gruben -? Produktivität
der Arbeit - * natürlichen Faktors

nicht die ganze absolute Rente abwerfen. Fiele er bis auf ihren Kosten-
preis, so würfe er ihnen gar keine Rente ab. Sie könnten keine Rente zahlen,
da die Rente nur Differenz zwischen Wert und Kostenpreis, für sie, indivi-
duell, infolge des Marktwerts, diese Differenz aber fortgefallen wäre. In
diesem Falle ist die Differenz zwischen ihrem individuellen Wert und dem
Marktwert eine negative. D.h. der Marktwert ist um eine negative Größe
von ihrem individuellen Wert verschieden. Den Unterschied zwischen
Marktwert und individuellem Wert überhaupt bezeichne ich als Differential-
wert. Für die Waren, die sich in dem bezeichneten Umstand befinden, habe
ich vor dem Differentialwert ein Minuszeichen gesetzt.

Steht dagegen der individuelle Wert der Produkte einer Minenklasse
(Bodenklasse) unter dem Marktwert, so steht also der Marktwert über ihrem
individuellen Wert. Der in ihrer Produktionssphäre herrschende Wert oder
Marktwert gibt also einen Überschuß über ihren individuellen Wert. Ist
z.B. der Marktwert der Tonne = 21., so ist der Differentialwert der Tonne,
deren individueller Wert = 11. 12 sh. ist, = 8 sh. Und da das Kapital von
100 1. 75 Tonnen produziert in der Klasse, wo der individuelle Wert der
Tonne = 11. 12 sh., so ist der gesamte Differentialwert für diese 75 Tonnen
= 8sh.x75 = 301. Dieser Überschuß des Marktwerts für das gesamte
Produkt dieser Klasse über den individuellen Wert ihres Produkts, der der
relativ größren Fruchtbarkeit des Bodens oder der Mine geschuldet ist,
bildet die Differentialrente, da nach wie vor der Kostenpreis für das Kapital
derselbe bleibt. Diese Differentialrente ist größer oder kleiner, je nach dem
größren oder kleinren Überschuß des Marktwerts über den individuellen
Wert, ein Überschuß, der selber wieder größer oder kleiner ist, je nach der
relativ größren oder kleinern Fruchtbarkeit der Minen- oder Bodenklasse, der
dies Produkt angehört, verglichen mit der unfruchtbarern Klasse, deren
Produkt bestimmend in den Marktwert eingreift.

Endlich ist noch zu bemerken, daß der individuelle Kostenpreis der Pro-
dukte der verschiednen Klassen verschieden ist. Z.B. für die Klasse, wo
100 I. Kapital 75 Tonnen liefern, wäre, da der Gesamtwert = 120 I. und
der Kostenpreis = 110 1. ist, der Kostenpreis der einzelnen Ware = 11.
91/, sh.; und wäre der Marktwert = dem individuellen Wert in dieser
Klasse, d.h. = 11. 12 sh., so würden die 75 Tonnen, zu 1201. verkauft, eine
Rente von 10 /. liefern, während 110 /. ihren Kostenpreis darstellten.

Aber der individuelle Kostenpreis der einzelnen Tonne ist natürlich ver-
schieden je nach der Anzahl Tonnen, worin das Kapital von 100 sich dar-
stellt oder je nach dem individuellen Wert des Einzelprodukts der ver-
schiednen Klassen. Z.B. produziert das Kapital 100 60 Tonnen, so der

Wert der Tonne = 21. und ihr Kostenpreis = II. 16°/, sh. 55 Tonnen
würden gleich sein 110 !. oder dem Kostenpreis des Gesamtprodukts. Pro-
duziert das Kapital von 100 dagegen 75 Tonnen, so der Wert der Tonne
= 11. 12 sh., ihr Kostenpreis = 11. %/,, und von dem gesamten Produkt
würden 68°/, Tonnen kosten 110 /. oder den Kostenpreis ersetzen. Im selben
Verhältnis wie der individuelle Wert ist der individuelle Kostenpreis, d.h. der
Kostenpreis der einzelnen Tonne verschieden in den verschiednen Klassen.

Es zeigt sich nun in allen 5 Tabellen, daß die absolute Rente stets = dem
Überschuß des Werts der Ware über ihren eignen Kostenpreis, die Diffe-
rentialrente dagegen = dem Überschuß des Marktwerts über ihren indivi-
duellen Wert, die Gesamtrente, s’il y en a! (außer der absoluten Rente), =
dem Überschuß des Marktwerts über den individuellen Wert + dem Über-
schuß des individuellen Werts über den Kostenpreis oder = dem Über-
schuß des Marktwerts über den individuellen Kostenpreis ist.

Da es sich hier nur darum handelt, als Illustration meiner T'heorie über
Werte und Kostenpreise das allgemeine Gesetz der Rente zu entwickeln,
während ich die detaillierte Darstellung der Grundrente erst dann geben
11579] würde, wenn ich zur Behandlung des Grundeigentums ex professo
käme, so habe ich alle Umstände entfernt, welche die Sache komplizieren:
also Einfluß der Lage der Minen oder Bodenarten; verschiedner degree? der
Fruchtbarkeit der auf derselben Mine oder derselben Bodenart angewandten
Dosen von Kapital; Verhältnis der ‚Renten zueinander, die verschiedne
Varietäten desselben Produktionszweiges geben, also z.B. der verschiednen
Zweige des Ackerbaus; Verhältnis der Renten zueinander, die verschiedne,
aber ineinander verwandelbare Produktionszweige geben, wie z.B. wenn
Land der Agrikultur entzogen wird, um es zum Häuserbau zu verwenden
etc. Alles dies gehört nicht hierher.

### [3. Analyse der Tabellen]

Nun zur Betrachtung der Tabellen. Sie zeigen, wie das allgemeine Gesetz
große Mannigfaltigkeit der Kombination erklärt, während Ricl[ardo], weil er
das allgemeine Gesetz der Rente verkannte, auch das Wesen der Differen-
tialrente nur einseitig auffaßte, und daher durch gewaltsame Abstraktion
die große Mannigfaltigkeit der Erscheinung auf one single case? zurück-

1 wenn es eine gibt - ? Grad -*? einen einzelnen Fall

führen will. Die Tabellen selbst sollen nicht die Totalität der Kombinationen
zeigen, sondern nur die wichtigsten, namentlich für unsren spezifischen

Zweck.

### [a)] ad Tabelle A [Das Verhältnis zwischen individuellem Wert
und Marktwert]

In Tabelle A ist der Marktwert der Tonne Kohle bestimmt durch den
individuellen Wert der Tonne in Klasse I, wo die Mine am unfruchtbarsten,
also die Produktivität der Arbeit die geringste, also die Masse der Produkte,
die Kapitalanlage von 100 1. liefert, die kleinste, daher der Preis des Einzel-
produkts (der durch seinen Wert bestimmte Preis) am höchsten.

Es ist vorausgesetzt, daß der Markt 200 Tonnen absorbiert, ni plus, ni
moinst.

Der Marktwert kann nicht über dem Wert der Tonne in I stehn, d.h. der
unter den ungünstigsten Produktionsbedingungen produzierten Ware. Daß
II und III die Tonne über ihrem individuellen Wert verkaufen, erklärt sich
daraus, daß ihre Produktionsbedingungen günstiger als die andrer innerhalb
derselben Sphäre (trade) produzierten Waren, verstößt also nicht gegen das
Gesetz des Werts. Stünde der Marktwert dagegen über dem Wert der
Tonne in I, so dies nur möglich, weil das Produkt von I ohne alle Rücksicht
auf Marktwert über seinem Wert verkauft würde. Ein Unterschied von
Marktwert und Wert kömmt überhaupt nur vor, nicht weil Produkte absolut
über ihrem Wert verkauft werden, sondern weil der Wert, den das Produkt
einer ganzen Sphäre hat, verschieden sein kann von dem Wert des einzelnen
Produkts, d.h., weil die zur Lieferung des Gesamtprodukts - hier der
200 Tonnen - notwendige Arbeitszeit verschieden sein kann von der Arbeits-
zeit, die einen Teil der Tonnen, hier die von II und III produziert, mit
einem Wort, weil das Gesamtprodukt, das geliefert worden ist, Produkt von
Arbeiten von verschiednen degrees of productivity? ist. Der Unterschied
von Marktwert und individuellem Wert eines Produkts kann sich daher nur
auf die verschiednen degrees of productivity beziehn, womit bestimmtes
Quantum Arbeit verschiedne Portionen des Gesamtprodukts hervorbringt.
Er kann sich nie darauf beziehn, daß der Wert unabhängig vom Arbeits-
quantum, das in dieser Sphäre überhaupt angewandt ist, bestimmt wird.
Stünde der Marktwert der Tonne über 2 I., so dies nur möglich, weil I, von
seinen Verhältnissen zu II und III abgesehn, sein Produkt überhaupt über

1 nicht mehr, nicht weniger - Graden der Produktivität

seinem Wert verkaufte. In diesem Falle stünde infolge des state of the
market, of demand and supply! der Marktpreis über dem Marktwert. Der
Marktwert, von dem es sich hier handelt - und dem der Marktpreis hier
gleich vorausgesetzt ist -, kann aber nicht über sich selbst siehn.

Der Marktwert ist hier gleich dem Wert von I, das überdem ®/;0° des
ganzen auf dem Markt befindlichen Produkts liefert, weil II und Ill nur
hinreichend Produkt liefern, um der ganzen demand zu genügen, die addi-
tional demand, außer der von I supplierten, zu befriedigen. II und III
haben also keinen Grund, unter 21. zu verkaufen, da das ganze Produkt zu
2 I. verkauft werden kann. Sie können nicht ||580] über 2 I. verkaufen, weil I
zu 2 1, die Tonne verkauft.

Dies Gesetz, daß der Marktwert nicht über dem individuellen Wert des
Produkts produziert werden kann, das unter den schlechtsten Produktions-
bedingungen produziert, aber einen Teil der notwendigen supply liefert, ver-
kehrt Ricfardo] dahin, daß der Marktwert nicht unter den Wert jenes Pro-
dukts fallen kann, also immer von ihm bestimmt werden muß. Wir werden
weiter sehn, wie falsch dies ist.

Weil in I Marktwert der Tonne und individueller Wert der Tonne
zusammenfallen, stellt die Rente, die es liefert, den absoluten Überschuß des
Werts über seinen Kostenpreis dar, die absolute Rente, = 10 I. Il liefert eine
Differentialrente von 10 /. und III von 30 1., weil der durch I bestimmte
Marktwert für II einen Überschuß von 10 I. und für III von 30 I. liefert
über ihren individuellen Wert hinaus und daher über die absolute Rente
von 10/., die den Überschuß des individuellen Werts über den Kostenpreis
darstellt. II liefert daher eine Gesamtrente von 20 und III von 40 I., weil
der Marktwert einen Überschuß von 20 resp. 40 über ihren Kostenpreis
darstellt.

Wir nehmen an, daß von I, der unfruchtbarsten, zu der mehr frucht-
baren Mine II und von dieser zu der noch fruchtbarern Mine III fort-
geschritten wird. II und III sind zwar fruchtbarer als.I, aber sie befriedigen
nur ”//0° der total demand und können daher, wie eben auseinandergesetzt,
ihr Produkt zu 2 I. verkaufen, obgleich dessen Wert resp. nur 1 I. 16'?/,3 sh.
und 11. 12 sh. ist. Es ist klar, daß, wenn das bestimmte Quantum geliefert
wird, das zur Nachfrage erheischt ist, und eine Gradation in der producti-
vity of labour* stattfindet, die verschiednen Portionen dieser Nachfrage be-
friedigt — je nachdem in der einen oder andren Richtung vorgeschritten

1 der Marktlage, des Standes von Nachfrage und Zufuhr -? in der Handschrift: 1/, -° in
der Handschrift: */, - * Produktivität der Arbeit

wird -, in beiden Fällen der Marktwert der fruchtbarern Klassen über ihren
individuellen Wert steigt; in dem einen Fall, weil sie den Marktwert durch
die unfruchtbare Klasse bestimmt finden und die additional supply, die sie
liefern, nicht groß genug ist, um irgendeinen Anlaß zu geben, den durch
Klasse I bestimmten Marktwert zu ändern, im andren Fall, weil der Markt-
wert, den sie ursprünglich bestimmt haben, der durch Klasse III oder II
bestimmt war, durch Klasse I bestimmt wird, die die additional supply
liefert, die der Markt erfordert, und sie nur zu einem höhren Wert - der
jetzt den Marktwert bestimmt - liefern kann.

### [5) Zusammenhang der Rententheorie Ricardos
mit der Konzeption der sinkenden Produktivität der Landwirtschaft.
Veränderungen der Rate der absoluten Rente in ihrem Verhälinis
zu den Veränderungen der Profitrate]

Riclardo] würde z.B. im vorliegenden Fall sagen: Es wird ausgegangen
von Klasse III. Die additional supply wird zunächst von II geliefert. End-
lich die letzte additional supply - die der Markt fordert - von I, und da I
die additional supply von 60 Tonnen nur zu 120 I. liefern kann, zu 2 I. per
Tonne, diese supply aber erheischt ist, steigt der Marktwert der Tonne,
der ursprünglich 1 /. 12 sh., später 11. 16"%/,3 sh. war, jetzt zu 2 I. Aber
ebenso richtig ist es umgekehrt, daß, wenn von I ausgegangen wird, das die
Nachfrage für 60 Tonnen zu 2 I. befriedigte, dann aber die additional supply

--von II geliefert wird, II zum Marktwert von 2 I. verkaufen wird, obgleich
die individual value* seines Produkts nur 1 I, 16"%/13 sh. ist; denn die er-
heischten 125 Tonnen können nach wie vor nur geliefert werden, wenn I
seine 60 Tonnen zum Wert von 2 I. per Tonne liefert. Ebenso, wenn neue
additional supply? von 75 Tonnen nötig ist, aber III nur 75 Tonnen liefert,
nur supplies the additional demand?, also nach wie vor die 60 Tonnen von
Izu2 I. geliefert werdenmüssen. Hätte Idieganze Nachfrage von 200 Tonnen
geliefert, so wären sie zu 400 I. verkauft worden. Und so werden sie jetzt
[verkauft], weil II und III nicht zu dem Preis verkaufen, wozu sie die
additional demand von 140 Tonnen befriedigen können, ||XII-581] sondern
zu dem Preis, wozu I, das nur ?//9* des Produkts liefert, ihn befriedigen
könnte. Die Masse des erheischten Produkts, = 200 Tonnen, wird hier zu

1 der individuelle Wert - 2 in der Handschrift: demand - 3 die zusätzliche Nachfrage
deckt - * in der Handschrift: !/,

21. per Tonne verkauft, weil ®/,," davon nur zu 2/. Wert per Tonne ge-
liefert werden können, ob nun von Ill durch Il zu I oder von I durch II zu
III die Lieferung der additional portions of the demand? geschah.

RicJardo] sagt: Wenn von III und Il ausgegangen wird, muß ihr Markt-
wert zum Wert von I (bei ihm Kostenpreis) steigen, weil die ®/‘, die I
liefert, für die demand nötig, es sich hier also um die erheischte Produkten-
masse handelt, nicht um den individuellen Wert besondrer Portionen der-
selben. Aber ebenso richtig, daß, wenn von I ausgegangen wird und II und
Il nur die additional supply liefern, die ?/,9* von I nach wie vor gleich not-
wendig bleiben; wenn es also den Marktwert in der descending line? be-
stimmte, es ihn aus denselben Gründen in der ascending line* bestimmt. Also
Tabelle A zeigt uns die Falschheit der RicJardoschen] Auffassung, daß die
Differentialrente das Übergehn von der fruchtbarern Mine oder Boden zum
minder fruchtbaren® bedingt, die abnehmende Produktivität der Arbeit.
Sie ist ganz ebenso vereinbar mit dem umgekehrten Gang und daher der
wachsenden Produktivität der Arbeit. Ob das eine oder das andre statt-
findet, hat mit dem Wesen und der Existenz der Differentialrente nichts
zu tun, sondern ist eine historische Frage. In der Wirklichkeit werden sich
die ascending und descending line kreuzen, die additional demand bald
suppliert werden durch Übergang zu mehr, bald zu minder fertile®
Bodenart, Mine, natural agent, always supposed’, daß die supply geliefert
durch den natural agent einer neuen differenten Klasse - sei sie mehr frucht-
bar oder minder - nur gleich der additional demand ist, also keinen Wechsel
im Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr, also auch einen Wechsel in Markt-
wert selbst nur dann hervorbringt, nicht wenn die Zufuhr zu billigren
Kosten, sondern wenn sie nur zu größeren suppliert werden kann.

Tabelle A enthüllt uns also von vornherein die Falschheit dieser Grund-
voraussetzung RicJardols, die, wie Anderson zeigt, selbst bei falscher Auf-
fassung der absoluten Rente nicht nötig war.

Wird von Ill zu Il und von Il zu I übergegangen - also in der descen- “
ding line, with a recourse to natural agents of a gradually decreasing ferti-
lity® -, so verkauft erst III, wo Kapital von 100 angelegt, seine Waren zu
ihrem Wert, zu 120 1. Dies gibt per Tonne I /. 12 sh., da es 75 Tonnen pro-
duziert. Wird eine additional supply? von 65 Tonnen nötig, so verkauft II,

das Kapital von 100 anlegt, ditto sein Produkt zum Wert von 120. Dies gibt

1 In der Handschrift: ?/; — ? zusätzlichen Teile der Nachfrage - ? absteigenden Linie -
aufsteigenden Linie - 3 in der Handschrift: unfruchtbaren - ® fruchtbarer - 7 natürlichen
Faktor, immer vorausgesetzt — ? absteigenden Linie, mit einer Rückkehr zu natürlichen Fak-
toren von einer allmählich abnehmenden Fruchtbarkeit -° in der Handschrift: demand

11. 16'%/,3 sh. per Tonne. Wird endlich an additional supply von 60 Tonnen
nötig, das nur von | geliefert werden kann, so verkauft dies sein Produkt
ditto zu seinem Wert von 1/20 I, was für die Tonne 2 I. gibt. Bei diesem
Prozeß würde III eine Differentialrente von 18%;3 I. liefern, sobald II auf
den Markt kömmt, während es früher nur die absolute Rente von 10 I.
lieferte. II würde eine Differentialrente von 10 /. liefern, sobald I ins Spiel
kommt, und die Differentialrente von III würde steigen zu 30 I.

Wenn Ricardo von Ill zu I herabsteigend bei I keine Rente mehr findet,
so dies, weil er bei III davon ausging, daß keine absolute Rente existiert.

Allerdings findet ein Unterschied statt bei der ascending und descending
line. Wenn von I zu III fortgeschritten wird, so daß II und III nur die
additional supply liefern, so bleibt der Marktwert gleich dem individuellen
Wert von I, = 2 I. Und wenn der Durchschnittsprofit, wie hier voraus-
gesetzt, = 10 p.c., so kann angenommen werden, daß in seine Berechnung
der Kohlenpreis (Weizenpreis, man kann überall statt Tonne Kohle Quarter
Weizen setzen etc.) eingegangen, da Kohle sowohl als Lebensmittel in den
Konsum der Arbeiter wie als matiere instrumentale* bedeutend in das
konstante Kapital eingeht. Man kann also ebenfalls annehmen, daß die Rate
des Mehrwerts höher, damit der Mehrwert selbst größer, also auch die
Profitrate höher als IO p.c. gewesen sein würde, wenn I produktiver oder
der Wert der Tonne Kohle unter 2 I. gestanden. Dies war aber der Fall,
wenn von Ill ausgegangen würde. Der [Markt-]wert der Tonne Kohle
dann nur = | I. 12 [sh.]; stieg, als 1582| II eintrat, auf I I. 16%%/,, sh.,
schließlich als I eintrat, auf 2 /. Es kann also angenommen werden, daß -
alle andern Umstände, Länge der Surplusarbeit, sonstige Produktions-
bedingungen etc. als konstant und unchanged? vorausgesetzt - die Profitrate
höher stand (die Mehrwertrate, weil ein Element des Arbeitslohns wohl-
feiler; schon der höhren Mehrwertrate wegen [der Masse des] Mehrwerts,
also auch Profit[rate] höher; aber außerdem - der Mehrwert so modifiziert -
die Profitrate höher, weil ein Kostenelement des konstanten Kapitals
niedriger) als bloß III bearbeitet wurde, niedriger bei II, endlich auf IOp.c.
als die lowest level? sank bei I. In diesem Falle wäre also vorauszusetzen,
daß z.B. (ohne Rücksicht auf die Data) die Profitrate = 12 p.c. war, als
bloß III bearbeitet wurde; daß sie auf Il p.c. sank, als II ins Spiel trat, und
definitiv auf IOp.c., als I eintrat. In diesem case* wäre die absolute Rente
bei III = 81. gewesen, weil der Kostenpreis = 1121.; sie wäre 9 I. geworden,
sobald II ins Spiel kam, weil der Kostenpreis nun = 111 /., und sie hätte

1 Hilfsstoff - ? unverändert -? niedrigste Stufe -* Fall

sich endlich auf 10/. gehoben, weil der Kostenpreis auf 110/. gefallen. Hier
hätte also ein change! in der Rate der absoluten Rente selbst stattgefunden
und zwar im umgekehrten Verhältnis zum change in der Rate des Profits. Die
Rate der Rente wäre progressiv gewachsen, weil die Rate des Profits pro-
gressiv gefallen. Die letztre aber gefallen wegen der zunehmenden Unpro-
duktivität der Minenarbeit, Agrikulturarbeit etc. und der ihr entsprechen-
den zunehmenden Verteurung der Lebensmittel und matieres instrumen-
tales.

### [c)] Betrachtungen über den Einfluß des change im Wert
von Lebensmitteln und Rohmaterial (also auch Wert der Maschinerie)
auf die organische Zusammensetzung des Kapitals.

Die Rentrate stieg hier, weil die Profitrate fiel. Fiel sie nun, weil ein change
in der organischen Konstitution des Kapitals vorgegangen? War die Durch-
schnittskonstitution des Kapitals CP V20, blieb diese Zusammensetzung?
Es ist vorausgesetzt, daß der normale Arbeitstag derselbe bleibt. Sonst kann
der Einfluß der Verteurung der Lebensmittel paralysiert werden. Es ist hier
zweierlei zu unterscheiden. Erstens Verteurung der Lebensmittel, daher
Vermindrung der Surplusarbeit und des Surpluswertes. Zweitens Ver-
teurung des capital constant, weil, wie in der Kohle die matitre instrumen-
tale, beim Weizen ein andres Element des capital constant, der Samen, im
Wert steigt oder auch, infolge der Verteurung des Weizens andres raw
produce (material)? im Kostpreise steigen kann. War endlich das Produkt
Eisen, Kupfer etc.,so stieg das Rohmaterial gewisser Industriezweige und das
Rohmaterial der Maschinerie (Gefäße eingeschlossen) aller Industriezweige.

Nach einer Seite hin ist vorausgesetzt, daß kein change in der orga-
nischen Konstitution des Kapitals vorging; d.h., es ging kein change in der
Produktionsweise vor, der die Masse der lebendigen Arbeit, die angewandt
werden muß, vermindert oder vermehrt hätte im Verhältnis zu der Masse
des angewandten konstanten Kapitals. Es wird nach wie vor dieselbe Arbeiter-
zahl erheischt (die limits of the normal working day remaining the same?),
um dieselbe Masse von Rohmaterial mit derselben Masse von Maschinerie
etc. zu verarbeiten oder, wo kein Rohmaterial existiert, dieselbe Masse
Maschinerie, Werkzeuge etc. in Bewegung zu setzen. Außer diesem ersten
Gesichtspunkt, der bei der organischen Zusammensetzung des Kapitals zu
betrachten, kommt aber noch ein zweiter, nämlich Wechsel im Wert der

1 Wechsel - 2 Rohprodukt ([Rohlmaterial) - ° die Grenzen des normalen Arbeitstags
bleiben die gleichen

Tabellen ehe Beleuchtung über die Differentialrente 275

Elemente des Kapitals, obgleich sie als Gebrauchswerte nach wie vor in
denselben Portionen angewandt werden. Hier wieder zu unterscheiden:

Erstens: Der Wertwechsel affiziiert beide Elemente - variables und kon-
stantes Element gleichmäßig. Dies dürfte in der Praxis niemals der Fall sein.
Steigerung gewisser Agrikulturprodukte, wie Weizen etc., verteuert den
Arbeitslohn (den notwendigen) und das Rohmaterial (z.B. den Samen).
Verteurung von Kohle steigert den notwendigen Arbeitslohn und die
matiere instrumentale der meisten Industrien. Indes, im ersten Fall findet
die Steigerung des Arbeitslohns für alle Industriezweige statt, die des Roh-
materials nur für einige. Bei der Kohle ist das Verhältnis, worin sie in den
Arbeitslohn eingeht, geringer als das, worin sie in die Produktion eingeht.
Bei dem general capital" also möchte kaum der Wertwechsel von Kohle und
Weizen beide Elemente des Kapitals gleichmäßig affizieren. Aber suppo-
nieren wir den Fall.

Der Wert des Produkts des Kapitals CP V?° sei = 120. Bei dem general
capital fällt Wert des Produkts und Kostenpreis desselben zusammen. Diese
Differenz ist eben ausgeglichen für das general capital. Die Wertsteigerung
eines Artikels, wie Kohle, der nach der Voraussetzung proportionell gleich-
mäßig in beide Bestandteile des Kapitals eingeht, bewirke für beide Ele-
mente eine Koststeigerung von !/o. So würde mit C#® nur noch soviel Ware
gekauft werden können wie früher [etwa] mit C’° und mit V?° nur noch so-
viel Arbeiter bezahlt werden können als früher [etwa] mit V2. Oder, um
die Produktion auf der alten Stufenleiter fortzusetzen, muß jetzt [etwa]
C?° und V?? ausgelegt werden. Der Wert des Produkts ist nach wie vor 120,
wovon aber Auslage = 112 (90 konstantes Kapital und 22 variables). Also
der Profit = 8, und das macht auf 112 = 1/,., = 7, p.c. Wert des Pro-
dukts von ausgelegtem Kapital, = 100, nun also = 107Y,.

In welchem Verhältnis gehn nun in dies neue Kapital C und V ein?
Früher verhielten sich V:C = 20:80 = 1:4; jetzt = 22:90 = 11:45.
= Pl Ya = “iso. D-h-, das variable Kapital hat um !/,s0 abge-||583]
nommen gegen das konstante. Um also anzunehmen, nach der Vorausset-
zung, daß die Verteurung der Kohle etc. proportionell gleichmäßig wirke
auf beide Teile des Kapitals, müssen wir setzen C# V*, Denn der Wert
des Produkts = 120; gehn ab als Auslage 88 -+ 22 = 110. Bleiben 10 Profit.
22:88 = 20:80. Das Verhältnis von C und V wäre dasselbe geblieben wie im
alten Kapital. Nach wie vor verhielten sich V:C = 1:4. Aber 10 Profit auf
110 = Yii = #/u [p.c.]. Soll daher die Produktion auf derselben Stufen-

1 Gesamtkapital

leiter fortgesetzt werden, so müssen 110 Kapital angelegt werden, wo
früher 100, und der Wert [des] Produkts nach wie vor = 120°, Für ein
Kapital von 100 aber ergäbe sich die Zusammensetzung: C3° V?0 mit einem
Wert des Produkts von 109'/.1.

[Zweitens:] Wäre im obigen Fall der Wert von C®° konstant geblieben
und hätte nur der von V variiert, also V?? statt 2°, so war früher das Ver-
hältnis = 20:80 oder 10:40, jetzt wie 22:80 oder = 11:40. Hätte nun
dieser change stattgefunden, so |[betrüge das Kapital] C" V?? [und der]
Wert des Produkts 120; also Auslage 102 und Profit 18, also 17®/,, p.c.
[Es verhalten sich aber] 22:18 = 21%%/,,:17°®/,.. Sind 22 V im Arbeits-
lohn ausgelegtes Kapital nötig, um konstantes Kapital zum Wert von 80
zu movent, so 21%/,,, um konstantes Kapital vom Wert von 78%/,, zu
moven. Nach diesem Verhältnis könnten von 100 Kapital nur 78%/,, auf
Ausgabe in Maschinerie und Rohmaterial fallen; es müßten 21®/,, auf
Arbeitslohn kommen, während früher 80 auf Rohmaterial etc. und nur 20
auf Arbeitslohn kamen. Der Wert des Produkts jetzt = 117°®/,,. Und die
Zusammensetzung des Kapitals: C’®*/,i V%/;. Es sind aber 21%/,,
+ 173/,, = 3%"/51. Die gesamte zugesetzte Arbeit war bei der frühern
Komposition = 40; sie ist jetzt = 39"4/,, oder *%/,|, weniger, weil das capital
constant nicht seinen Wert geändert, aber weniger capital constant zu be-
arbeiten ist, also von dem Kapital 100 etwas weniger Arbeit wie früher,
wenn auch teurer bezahlte Arbeit, in Bewegung gesetzt werden kann.

Ändert also ein change in einem Kostenelement, hier eine Verteurung,
Wertsteigen, bloß den Arbeitslohn (den notwendigen), so findet folgendes
statt: Erstens, die Rate des Mehrwerts sinkt; zweitens, für ein gegebnes
Kapital kann weniger capital constant, weniger Rohmaterial und Maschi-
nerie angewandt werden. Die absolute Masse dieses Teils des Kapitals
nimmt verhältnismäßig ab zum variablen Kapital, was unter sonst gleich-
bleibenden Umständen stets ein Steigen der Profitrate hervorbringen muß
(wenn der Wert des konstanten Kapitals derselbe bleibt). Seine Masse nimmt
ab, obgleich sein Wert derselbe bleibt. Aber die Rate des Mehrwerts und der
Mehrwert selbst nimmt ab, da bei der fallenden Rate nicht die Anzahl der
angewandten Arbeiter wächst. Die Rate des Mehrwerts - der Surplusarbeit -
fällt mehr als die Rate des Verhältnisses zwischen variablem und konstantem
Kapital. Es muß nämlich nach wie vor dieselbe Arbeiteranzahl angewandt
werden, um dieselbe Masse von capital constant in Bewegung zu setzen, also
dieselbe absolute Quantität Arbeit. Nur ist von dieser absoluten Quantität

1 bewegen

Arbeit mehr notwendige und weniger Surplusarbeit. Dieselbe Quantität
Arbeit muß also teurer bezahlt werden. Dasselbe Kapital - 100 z.B. - kann
also weniger in capital constant auslegen, da es mehr für capital variable
auslegen muß, um ein kleineres capital constant in Bewegung zu setzen.
Das Fallen der Rate des Mehrwerts hängt hier nicht zusammen mit einer
Vermehrung in der absoluten Quantität von Arbeit, die ein bestimmtes
Kapital anwendet, oder mit der Vermehrung der von ihm angewandten
Arbeiteranzahl. Der Mehrwert selbst kann hier also nicht steigen, obgleich
die Rate des Mehrwerts sinkt.

Bleibt also die organische Zusammensetzung des Kapitals dieselbe, so-
weit seine Bestandteile materiell als Gebrauchswerte betrachtet werden; ist
also der Wechsel dieser Zusammensetzung nicht geschuldet einem change in
der Produktionsweise innerhalb der Sphäre, worin das Kapital angelegt ist,
sondern nur einem Steigen im Wert des Arbeitsvermögens und daher einer
Erhöhung des notwendigen Arbeitslohns, = Abnahme der Surplusarbeit
oder der Rate des Mehrwerts, die in diesem Fall weder ganz noch teilweise
paralysiert sein kann durch Vermehrung der Arbeiteranzahl, die von einem
Kapital von gegebner Größe - 100 z.B. - angewandt wird, so ist das Fallen
der Profitrate einfach geschuldet dem Fallen des Mehrwerts selbst. Dieser
selben Ursache ist dann geschuldet der Wechsel in der organischen Zu-
sammensetzung des Kapitals, der - bei gleichbleibender Produktionsweise
und gleichbleibendem Verhältnis der angewandten Massen von unmittel-
barer Arbeit und accumulated labour! - nur herkömmt daher, daß der Wert
(der proportionelle Wert) der angewandten Massen sich geändert hat. Das-
selbe Kapital wendet | in demselben Verhältnis weniger unmittelbare
Arbeit an, als es weniger konstantes Kapital anwendet, aber es bezahlt diese
wenigere Arbeit teurer. Es kann daher nur weniger konstantes Kapital an-
wenden, weil die wenigere Arbeit, die dies wenigere konstante Kapital in
Bewegung setzt, einen größren Teil des Gesamtkapitals absorbiert. Um 78
konstantes Kapital in Bewegung zu setzen, muß es z.B. 22 in variablem
Kapital auslegen, während früher 20 V genügte, um 80 C in Bewegung zu
setzen.

Dies also der Fall, wenn die Verteurung des dem Grundeigentum unter-
worfnen Produkts bloß den Arbeitslohn affiziert. Das umgekehrte Resultat
fände statt bei Verwohlfeilerung dieses Produkts.

Nehmen wir aber nun den oben supponierten Fall an. Die Verteurung
des Agrikulturprodukts treffe capital constant und variable proportionell

1 aufgehäufter Arbeit

gleichmäßig. Hier also, der Voraussetzung nach, findet kein change in der
organischen Zusammensetzung des Kapitals statt. Erstens kein change in der
Produktionsweise. Dasselbe absolute Quantum immediate labour! setzt nach
wie vor dasselbe Quantum accumulated laborr in Bewegung. Die Massen-
verhältnisse bleiben dieselben. Zweitens kein change im Wertverhältnis der
accumulated und immediate labour. Steigt oder fällt der Wert der einen, so
der der andren im selben Verhältnis zu ihrer relativen Größe, bleibt also
unverändert. Aber früher: C30 V20, Wert des Produkts = 120. Jetzt C® v2,
Wert des Produkts = 120. Dies gibt 10 auf 110 oder 9!/,, Prozent, also für
c30 V20 Wert von 109)...

Früher hatten wir:

Konstantes Kapital Variables Mehrwert Profitrate Mehrwertrate

80 20 20 20 p.c. 100 p.c.
Jetzt haben wir:

Konstantes Kapital Variables Mehrwert Profitrate Mehrwertrate

80 20 Aii A/ip.c. 458/,1p.c.

C®® stellt hier weniger Rohmaterial etc. vor, V2° im selben Verhältnis
weniger absolute Arbeit. Das Rohmaterial etc. ist teurer geworden; die
Quantität des für 80 gekauften Rohmaterials etc. ist daher kleiner geworden,
erheischt also, da die Produktionsweise dieselbe geblieben, weniger immediate
labour. Aber dieses Weniger immediate labour kostet soviel wie früher das
Mehr immediate labour und hat sich gradeso verteuert, also im selben Ver-
hältnis abgenommen wie das Rohmaterial etc. Wäre also der Mehrwert der-
selbe geblieben, so sänke die Profitrate in dem Verhältnis, worin das Roh-
material etc. sich verteuert, das Wertverhältnis des capital variable zum
capital constant changiert hätte. Die Mehrwertrate ist aber nicht dieselbe
geblieben, sondern hat in demselben Verhältnis changiert, wie der Wert des
variablen Kapitals gewachsen ist.

Nehmen wir ein [anderes] Beispiel.

Der Wert des lb. Baumwolle ist von | sh. auf 2 sh. gestiegen. Mit 30 l.
(setzen wir hier Maschine etc. = 0} konnten früher gekauft werden 1600 Ibs.
Mit 80 I. können jetzt nur noch gekauft werden 800 Ibs. Um die 1600 Ibs.
zu verspinnen, früher 20 I. in Arbeitslohn nötig, = 20 Arbeitern meinet-
wegen. Um die 800 Ibs. zu verspinnen nur 10, da die Produktionsweise

1 unmittelbarer Arbeit

dieselbe geblieben. Die 10 hätten früher 10 I. gekostet, sie kosten jetzt 20 /.,
ganz wie die 800 Ibs. früher 40 I. gekostet hätten, jetzt 80 kosten. Gesetzt
nun, der Profit war früher 20 p.c. Dies setzte voraus:

Konstantes Variables Mehr- Mehr- Profit- Produkt Preis des
Kapital Kapital wert wertrate rate lb. Twist

T 801 = 1600 201.=20 201 100p.c. 20p.c. 1600 Ibs. 1sh.6d.

lbs. Baumwolle Arbeiter Twist
II 801. = 800 201.=10 101. 50p.. 10p.c. 800 Ibs. 2sh.9d.
lbs. Baumwolle Arbeiter Twist

Nämlich ist der Mehrwert, den 20 Arbeiter schaffen, = 20, so der, den
10 schaffen, = 10; um ihn zu produzieren, müssen aber nach wie vor 20 I.
gezahlt werden, während nach dem frühren Verhältnis nur 10 gezahlt
wurden. Der Wert des Produkts, des ||585] Ib. Twist, muß hier jedenfalls
steigen, weil es mehr Arbeit enthält, accumulated labour (in der Baum-
wolle, die in es eingeht) und immediate labour.

Wäre nur die Baumwolle gestiegen, der Arbeitslohn derselbe geblieben,
so hätten nach wie vor nur 10 Arbeiter 800 lbs. Baumwolle gesponnen. Aber
diese 10 Arbeiter hätten auch nur 10 !. gekostet. Also der Mehrwert von 10
nach wie vor = 100 p.c. Um 800 Ibs. Baumwolle zu verspinnen, 10 Arbeiter
nötig mit Kapitalauslage von 10. Also gesamte Kapitalauslage = 90. Es
komme nun stets in der Voraussetzung auf 80 lbs. Baumwolle I Arbeiter.
Daher auf 800 Ibs. 10 und auf 1600 Ibs. 20. Das ganze Kapital von 100 könnte
jetzt also verspinnen wieviel Ibs.? Für 88%/, I. könnte Baumwolle gekauft
und für 11”), I. in Arbeitslohn ausgelegt werden.

Das Verhältnis wäre:

Konstantes Variables Mehr- Mehr- Profit- Produkt Preis des
Kapital Kapital wert wertrate rate lb. Twist

III 888/, 1. = 11/l.= 11YpL 100 p.c. 11V/gp.c. 888%/y1bs. 25h. 6d.
8888/, Ibs. 111/, Arbeiter Twist

In diesem Fall, wo kein Wertwechsel im variablen Kapital vorgeht, die
Rate des Mehrwerts also dieselbe bleibt, [ergibt sich]:

In I verhält sich das variable Kapital zum konstanten = 20:80= 1:4.
In III verhält es sich wie 11/,:88%/,=1:8, ist also verhältnismäßig um
die Hälfte gefallen, weil der Wert des konstanten Kapitals sich verdoppelt
hat. Dieselbe Arbeiteranzahl verspinnt dieselbe Masse Baumwolle, aber es
können jetzt mit 100 I. nur noch 11?/, Arbeiter beschäftigt werden, wäh-
rend die 88°/, I. Rest nur 888°/, lbs. Baumwolle kaufen statt [wie] in I

1600 Ibs. Die Rate des Mehrwerts ist dieselbe geblieben. Infolge des change
in der value! des konstanten Kapitals jedoch kann nicht mehr dieselbe
Arbeiterzahl auf ein Kapital von 100 beschäftigt werden; das Verhältnis
zwischen variablem und konstantem Kapital hat gewechselt. Folglich sinkt
die Masse des Mehrwerts und damit der Profit, da derselbe Mehrwert nach
wie vor auf dieselbe Kapitalauslage berechnet wird. Im ersten Fall war das
variable Kapital */, des konstanten (20:80) und !/, des Gesamtkapitals
(=20). Jetzt nur noch '/, des konstanten Kapitals (11?/,: 88%/,) und Y/,
(11Y/,) von 100, vom Gesamtkapital. Aber 100 p.c. auf !%°/, oder 20 ist = 20,
und 100 p.c. auf "%%/, oder 11?/, ist nur 11%/,. Bei gleichbleibendem Ar-
beitslohn hier oder gleichbleibendem Wert des variablen Kapitals fällt seine
absolute Größe, weil der Wert des konstanten Kapitals gestiegen ist. Daher
fällt die Percentage des variablen Kapitals, damit der Mehrwert selbst, seine
absolute Größe und daher die Rate des Profits.

Ein change in the value des konstanten Kapitals bei gleichbleibendem Wert
des variablen Kapitals und gleichbleibender Produktionsweise, also gleichem
Verhältnisse der angewandten Massen von Arbeit, Rohmaterial und Maschi-
nerie, bringt dieselbe Variation in der Zusammensetzung des Kapitals her-
vor, als ob der Wert des konstanten Kapitals derselbe geblieben, aber als ob
größere Masse des im Wert nicht veränderten Kapitals (also auch größre
Wertsumme desselben) angewandt worden wäre, verhältnismäßig zu dem in
Arbeit ausgelegten Kapital. Die Folge ist notwendig Fallen des Profits. (Um-
gekehrt, wenn der Wert des konstanten Kapitals sinkt.)

Umgekehrt ein change in der value des variablen Kapitals (hier Steigen)
vergrößert das Verhältnis des variablen Kapitals zum konstanten, also auch
der Percentage des variablen Kapiitals oder den proportionellen Anteil, den es
vom Gesamtkapital bildet. Dennoch fällt hier die Profitrate, statt zu steigen.
Denn die Produktionsweise ist dieselbe geblieben. Es wird nach wie vor die-
selbe Masse lebendiger Arbeit angewandt, um dieselbe Masse Rohmaterial,
Maschinerie etc. in Produkt zu verwandeln. Hier wie im obigen Fall kann
mit demselben Kapital, 100, ||586] nur eine geringre Gesamtmasse of imme-
diate and accumulated labour in Bewegung gesetzt werden; aber das geringre
Quantum Arbeit kostet mehr. Der notwendige Arbeitslohn ist gestiegen.
Ein größrer Teil dieses geringren Quantums Arbeit ersetzt notwendige
Arbeit, ein geringerer also bildet Surplusarbeit. Die Rate des Mehrwerts ist
gefallen, während gleichzeitig die Anzahl der von demselben Kapital kom-
mandierten Arbeiter oder kommandierten Gesamtquantität von Arbeit sich

1 Wechsels im Wert

vermindert hat. Das variable Kapital ist gestiegen im Verhältnis zum kon-
stanten Kapital und daher auch zum Gesamtkapital, obgleich die im Ver-
hältnis zur Masse des konstanten Kapitals angewandte Arbeitsmasse ab-
genommen hat. Der Mehrwert fällt daher und mit ihm die Profitrate. Vor-
hin fiel die Profitrate, weil bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts das variable
Kapital im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital fiel,
oder der Mehrwert fiel, weil bei gleichbleibender Rate die Anzahl der Arbeiter
sich vermindert hatte, sein Multiplikator abgenommen hatte. Diesmal fällt
die Profitrate, weil das variable Kapital steigt im Verhältnis zum konstanten,
also auch zum Gesamtkapital; dieses Steigen des variablen Kapitals aber
begleitet ist von einem Fall in der Masse der angewandten Arbeit (von dem-
selben Kapital angewandten Arbeit); oder der Mehrwert fiel, weil abnehmende
Rate desselben verbunden ist mit abnehmender Anzahl der angewandten
Arbeit. Die bezahlte Arbeit hat sich vermehrt im Verhältnis zum konstanten
Kapital, aber das angewandte Gesamtquantum Arbeit hat abgenommen.

Diese Variationen im Wert wirken also immer auf den Mehrwert selbst,
dessen absolute amount! in beiden Fällen abnimmt, weil einer seiner beiden
Faktoren fällt oder beide fallen; das eine Mal nimmt er ab, weil die Anzahl
der Arbeiter abnimmt bei gleicher Rate des Mehrwerts, das andre Mal
nimmt er ab, weil die Rate abnimmt und die Anzahl der per cent des Kapi-
tals beschäftigten Arbeiter. j

Wir kommen schließlich zu case? II, wo der change in der value eines
Agrikulturprodukts proportionell gleichmäßig auf beide Teile des Kapitals
wirkt, dieser change of value also nicht begleitet ist von einem change in the
organic composition of capital°.

Das Ib. Twist steigt in diesem Fall (sieh S.584%) von I sh. 6d. auf
2sh.9 d.,da es das Produkt von mehr Arbeitszeit als früher. Es enthält zwar
ebensoviel immediate (wenn auch mehr bezahlte und weniger unbezahlte
Arbeit) labour als vorher, aber mehr accumulated labour. Der change in the
value of cotton? von I auf 2 sh. setzt in den Wert des Ib. Twist 2 sh. statt].

Das Beispiel II S.584 indes nicht richtig put. Wir hatten:

Konstantes Variables Mehr- Rate des Profit- Produkt Preis des
Kapital Kapital wert Mehrwerts Tate ib. Twist

I 801 = 1600 201.=20 201. 100 p.c. 20 p.c. 16001bs. 15h. 6d.
lbs. cotton Arbeiter Twist

1 Masse -? Fall-® Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals - * siehe

vorl. Band, S.279 -° Wechsel im Wert der Baumwolle -® aufgestellt

Die Arbeit von 20 Arbeitern drückt sich aus in 40 !. Davon hier die
Hälfte unbezahlte Arbeit, daher 20 Mehrwert. Nach diesem Verhältnis
werden 10 Arbeiter produzieren 20/. und davon 10 Arbeitslohn und
10 Mehrwert.

Stiege daher der Wert des Arbeitsvermögens im selben Verhältnis wie
der des Rohmaterials, d.h. verdoppelte er sich, so wäre er =20/1., für
10 Arbeiter, wie früher = 20 I. für 20 Arbeiter. In diesem Falle bliebe keine
Surplusarbeit übrig. Denn der Wert, den die 10 Arbeiter liefern in Geld,
= 20 I., wenn der, den die 20 liefern, in Geld =40 I. Dies unmöglich. In
solchem Falle wäre die Basis der kapitalistischen Produktion fortgefallen.

Da aber die Wertwechsel im konstanten und variablen Kapital gleich
sein sollen (proportionell), müssen wir den case anders setzen. Also setze,
der Wert der Baumwolle steige um Y/3; 80 I. kaufen jetzt 1200 Ibs. cotton,
während früher 1600. Früher I 1.= 20 Ibs. oder 1 b.=}/g .=1 sh. Jetzt
12=15 bs. oder 11b.=Y/,,l.=1/ssh. oder Ish. 4d. Früher kostete
1 Arbeiter 11., jetzt 1/3 .=11. 6%/,sh. oder 11. 6sh. 8d. und gibt für
15 Mann 20 1. (15 1. + 1°/, 1.). 1587| Da20 Mann Wert von 40 I, produzieren,
produzieren 15 Mann Wert von 30. Von diesem Wert jetzt 20 = ihrem
Lohn und 10 Mehrwert oder unbezahlte Arbeit.

Wir haben also:

Konstantes Variables Mehr- Mehr- Profit- Produkt Preis des

Kapital Kapital wert wertrate rate Ib. Twist
IV 807. = 1200 21. = 101. 50p.c. 10p.c. 1200 lbs. 1 sh. 10d.

lbs. Baumwolle 15 Mann Twist

In diesen I sh. 10d. I sh. 4d. für Baumwolle! und 6.d. für Arbeit.

Das Produkt verteuert, weil das cotton um "/3 teurer. Das Produkt ist
aber nicht um !/, teurer. Es war früher bei I= 18 d.; hätte es sich also um
3/, verteuert, so jetzt =18+6d.=24d., ist aber nur =22d, Früher
steckten in 1600 Ibs. Twist 40 I. Arbeit, also in 1 Ib. Yis l. oder 2°/,, sh.
oder t/, sh.= 6. d. Arbeit. Jetzt in 1200 Ibs. [Twist] 30 I. Arbeit, also ditto
in I 1b. Yal.="g sh. oder 6d. Obgleich sich die Arbeit in demselben
Maß verteuert hat wie das Rohmaterial, ist das Quantum immediate Arbeit,
das in | Ib. Twist steckt, dasselbe geblieben, obgleich von diesem Quantum
jetzt mehr bezahlte, weniger unbezahlte Arbeit ist. Dieser change in der
value der wages? ändert daher nichts im Wert des Ib. Twist, des Produkts.
Es figuriert hier nach wie vor nur 6 d. für Arbeit, während statt früher I sh.

1 [n der Handschrift: Twist - ? Wechsel im Wert der Löhne

jetzt 1 sh. 4 d. für cotton figuriert. Und so kann überhaupt, wenn die Ware
zu ihrem Wert verkauft wird, der change in der value der wages keinen
change im Preis des Produkts hervorbringen. Aber früher von den 6d.
3 Arbeitslohn, 3 Mehrwert. Jetzt von den 6d. 4 d. Arbeitslohn und 2 Mehr-
wert. In der Tat 3d. Arbeitslohn auf I lb. Twist macht für 1600 Ibs.
Twist 3x 1600 d.=20[. Und 4d. per Ib. macht für 1200 lbs. 4 x 1200
=201. Und 3d. auf 15d. (1 sh. cotton + 3d. Arbeitslohn) macht im
ersten Fall ?/, Profit = 20 p.c. Dagegen 2 auf 20.d. (16.d. cotton und 4d.
Arbeitslohn) macht !/io oder 10 p.c.

Wäre im obigen Beispiel der Preis des cotton derselbe geblieben [so
hätten wir]: | Mann verspinnt, da die Produktionsweise in allen Beispielen
dieselbe geblieben, 80 Ibs., und das Ib. wieder = 1 sh.

Jetzt zerfällt das Kapital so:

Konstantes Variables Mehr- Mehr- Profit- Produkt Preis des
Kapital Kapital wert wertrate rate lb. Twist
Bl 2lzl. 132/150 p.c. 13/3 p.c. 1466/; Ibs. 1°/,1 sh.
1466°/3 Ibs. (20 Mann)

cotton

Diese Rechnung unmöglich; denn wenn ein Mann 80 verspinnt, ver-
spinnen 20 1600 und nicht 1466°/,, da vorausgesetzt, daß die Produktions-
weise dieselbe geblieben. Die differente Zahlung des Mannes kann an diesem
fact nichts ändern. Das Beispiel muß also anders gestellt werden.

Konstantes Variables Mehr- Mehr- Profit- Produkt Preis des

Kapital Kapital wert wertrate rate lb. Twist
1 Bl= 251. 12%/g 1. 50 p.c. 121/, p.c. 1500 Ibs. 1 sh. 6d.

1500 Ibs. (18°/, Mann) Twist

Baumwolle

Von diesen 6.d. 4 Arbeitslohn und 2 Profit. 2 auf 16=1/,= 12/g p.c.

Bliebe nun endlich der Wert des variablen Kapitals wie früher, | Mann
=] I, während der Wert des konstanten Kapitals changierte, so daß 1 Ib.
Baumwolle! statt I sh. I sh. 4d. oder 16. d. kostete, dann:

Konstantes Variables Mehr- Mehr- Profit- Produkt Preis des
Kapital Kapital wert wertrate rate lb. Twist

TI184/,.= B/oll= 15°gpl. 100p.c. 15/9 p.c. 1263°/i8 lbs. 1 sh. 10d.
1263°/49 Ibs. 15%%/,; Mann) [Twist]

cotton

2 In der Handschrift: Twist

1588] Der Profit =3 d. Es ist dies auf 19 d. exakt 15/4 p.c.
Stellen wir nun alle 4 cases zusammen; beginnend von I, wo noch kein
change im Wert stattgefunden.

Konstantes Variahles Mehr- Mehr- Profit- Produkt Preis des Profit
Kapital Kapital wert wertrate rate lb. Twist

180 1. = 1600 201.=20 201. 100 p.c. 20p.c. 1600 lbs. Ish.6d. 3d.

Ibs. cotton Arbeiter Twist

11 751. = 1500 25 1, = 18%), 124,1. 50p.c. 121), 1500 lbs. 1Ish.6d. 2d.
lbs. cotton Arbeiter P.c. Twist

HI 84. 15 hl. 159/91. 100 p.c. 15%5/,, 1263%/ 1sh.10d. 3d.
1263°/ jo lbs. = 15/9 p.c. Ibs.
[cotton] Arbeiter Twist

IV 801. = 1200 201. = 101. 50p.c. I10p.c. 1200Ibs. 1sh.10d. 2d.
Ibs. [cotton] 15 Mann Twist

Der Preis des Produkts variiert in III und IV, weil der Wert des capital
constant variiert hat. Dagegen change of value in dem capital variable bringt
keinen Preiswechsel hervor, weil das absolute Quantum der immediate
labour dasselbe bleibt und nur verschieden verteilt ist in necessary labour!
und surplus labour.

Wie verhält sich nun der case in IV, wo der change in value das konstante
und variable Kapital proportionell gleichmäßig affiziert hat, beide um 1/3 ge-
stiegen sind?

Wäre nur der Arbeitslohn gestiegen (II), so fiel Profit von 20 p.c. auf
12!/,, also um 7V/, p.c. Wäre nur das capital constant gestiegen (III), so fiel
er von 20 auf 15'%//,, also um 4%/,, p.c. Da beide gleichmäßig steigen?,
fällt er von 20 auf 10, also um IQ p.c. Warum aber nicht auf 71/, + 4#/pp.c.
oder um 11?°/,,, was die Summe der Differenzen von II und III ist? Es ist
Rechenschaft abzulegen über diese 1?”/gg; danach hätte der Profit fallen
müssen (IV) statt auf 10 auf 8"1/,,. Die Profitmasse bestimmt durch den
amount der surplus value und diese, die Rate der surplus labour voraus-
gesetzt, von der Anzahl der Arbeiter. In 120 Arbeiter und die Hälfte ihrer
Arbeitszeit unpaid®. In II nur !/, der Gesamtarbeit unpaid labour, also
Sinken der Rate des Mehrwerts; außerdem werden 1!/, Arbeiter weniger
angewandt, also auch Abnahme der Anzahl oder der Gesamtarbeit. In III
ist die Rate des Mehrwerts wieder dieselbe wie in I, one half of the working
day unpaid*, aber die Anzahl der Arbeiter sinkt infolge der Erhöhung in

1 notwendige Arbeit -? in der Handschrift: fallen - ® unbezahlt - * die eine Hälfte des
Arbeitstags ist unbezahlt

der value des konstanten Kapitals von 20 auf 15"°/,, oder um 4%. In IV
nimmt die Arbeiteranzahl (nachdem auch die Rate des Mehrwerts wieder
so tief gefallen wie in II, nämlich =1/, des working day!) um 5 ab, nämlich
von 20 auf 15. Verglichen mit I nimmt die Arbeiterzahl in IV um 5 ab,
verglichen mit Il um 3%/, und verglichen mit III um ®/ig; aber sie nimmt
nicht, verglichen mit I um 11/,+ 4%/, ab, d.h. um 5%/,,. Sonst wäre die
Anzahl der beschäftigten Arbeiter in IV = 14%)...

Soviel ergibt sich: Variationen im Wert der Waren, die in das capital
constant oder variable eingehn - bei gleichbleibender Produktionsweise oder
Gleichbleiben der stofflichen Zusammensetzung des Kapitals (d.h.gleichbleiben-
dem Verhältnis zwischen der angewandten immediate und accumulated la-
bour) -, bringen keinen change in der organic composition of the capital
hervor, wenn sie proportionell gleichmäßig das variable und konstante Kapi-
tal affizieren wie in IV (wo z.B. Baumwolle sich verteuert gleichmäßig wie
der Weizen, der von den Arbeitern konsumiert wird). Die Profitrate sinkt
hier (bei steigendem Wert von konstantem Kapital und variablem Kapital)
erstens, weil die Rate des Mehrwerts fällt wegen der Erhöhung des Arbeits-
lohns, und zweitens, weil die Anzahl der Arbeiter abnimmt.

Die Variation im Wert - wenn sie nur das konstante Kapital oder nur
das variable affiziert - wirkt wie ein change in der organic composition des
Kapitals und produziert einen solchen change in dem Wertverhältnis der
Kapitalbestandteile, obgleich die Produktionsweise dieselbe bleibt. Wird
nur das variable Kapital affiziert, so steigt es im Verhältnis zum konstanten
Kapital |589] und zum Gesamtkapital, aber nicht nur die Rate des Mehr-
werts, sondern auch die Anzahl der beschäftigten Arbeiter nimmt ab. Es
wird daher auch weniger konstantes Kapital (dessen Wert unverändert) an-
gewandt (I]).

Affiziert der Wertwechsel nur das konstante Kapital, so sinkt das variable
Kapital im Verhältnis zum konstanten und Gesamtkapital. Obgleich die
Rate des Mehrwerts dieselbe bleibt, nimmt sein amount ab, weil die Anzahl
der beschäftigten Arbeiter [sinkt] (III).

Endlich wäre es möglich, daß der Wertwechsel capital constant und
capital variable beide affiziert, aber in ungleicher Proportion. Dieser Fall ist
nur unter die obigen zu subsumieren. Z.B. konstantes und variables Kapi-
tal würden so affiziert, daß das erste um 10 p.c. stiege im Wert, das zweite
um 5. So würde, soweit beide um 5 p.c. steigen, das eine um 5+5, das
andre um 5, case IV eintreten. Soweit aber das konstante Kapital überdem
noch um 5 p.c. variierte, case Ill.

1 Arbeitstags

Wir haben oben bloß Steigen im Wert vorausgesetzt. Bei dem Fallen die
umgekehrte Wirkung. Z.B. von IV ausgehend zu I, wäre der Fall betrach-
tet, wenn proportionell gleichmäßig auf beide Bestandteile wirkend. Für das
Wirken des bloßen Falls [eines Bestandteils] müßten Il und III modifiziert
werden. |589]|

1600] Ich bemerke noch zu oben über den Einfluß der variation of value
upon the organic composition of capital!: Bei Kapitalien in verschiednen
Produktionszweigen kann also bei sonst stofflich gleicher Zusammensetzung
der höhre Wert der angewandten Maschinerie oder des Materials Differenz
hervorbringen. Z.B. wenn cotton, silk, linen and wool? ganz dieselbe stoff-
liche Komposition hätten, würde der bloße Unterschied in der Kostbarkeit
des angewandten Materials solche Variation schaffen. |600]|

### [d) Veränderungen der Gesamtrente in Abhängigkeit von
der Veränderung des Marktwerts]

1589| Zur Tabelle A zurück, hat sich also ergeben, daß die Annahme -
der Profit von 10 p.c. sei durch Senkung entstanden (indem die Profitrate,
von III ausgehend, höher stand, in II niedriger als für III, aber immer noch
höher als I, wo 10 p.c.) - möglicherweise richtig ist,wenn nämlich die des-
cending line? die wirkliche war, daß diese Annahme aber keineswegs not-
wendig aus der Gradation der Renten, dem bloßen Dasein der Differential-
renten, folgt, [daß] diese bei der ascending line? vielmehr fortwährendes
Gleichbleiben der Profitrate voraussetzt.

Tabelle B. Hier, wie oben schon auseinandergesetzt, zwingt die Konkur-
renz von III und IV [den Bebauer von] II, die Hälfte seines Kapitals zu
withdraw®. Bei der descending line würde dies umgekehrt so erscheinen,
daß bloß an additional supply of 32%/, tons® erheischt, hence? nur ein Kapi-
tal von 50 in II anzulegen ist.

Das Interessanteste aber an der Tabelle ist dies: Früher waren 300 !.
Kapital angelegt, jetzt nur noch 250 1., also !/, weniger. Die Masse der
Produkte ist aber dieselbe geblieben - 200 Tonnen. Die Produktivität der
Arbeit also gestiegen und der Wert der einzelnen Ware gefallen. Ditto der

1 Veränderung des Werts auf die organische Zusammensetzung des Kapitals - ? Baum-
wolle, Seide, Leinen und Wolle - ® absteigende Linie - * aufsteigenden Linie - ° zurückzu-
ziehen - ® eine zusätzliche Zufuhr von 32'/, Tonnen -? daher

Gesamtwert der Waren von 400 I. auf 369%/43 I. Der Marktwert der Tonne
ist gefallen, verglichen mit A, von 2 1. auf 11. 16"?/,3 [sh.], indem der neue
Marktwert durch den individuellen Wert von II, statt wie früher durch den
höheren von I bestimmt ist. Trotz aller dieser Umstände - Abnahme des an-
gelegten Kapitals, Abnahme des Gesamtwerts des Produkts bei gleich-
bleibender Masse der Produktion, Fall im Marktwert, Exploitation frucht-
barerer Klassen - ist die Rente in B, verglichen mit A, absolut gestiegen um
24/3 1. (94/3 gegen 70). Betrachten wir, wieweit die einzelnen Klassen an
der Vergrößrung der Gesamtrente teilnehmen, so finden wir, daß in
Klasse II die absolute Rente der Rate nach dieselbe geblieben, denn 5 auf
50 1. = 10 p.c.; aber ihr amount ist auf die Hälfte gesunken, von 10 auf 5,
weil die Kapitalanlage in II B um die Hälfte gefallen, von 100 auf 50. Statt
eine Vergrößrung des Rentals bewirkt Klasse II B eine Vermindrung des-
selben um 5 I. Ferner ist die Differentialrente für II B ganz weggefallen,
weil der Marktwert jetzt gleich dem individuellen Wert von I]; dies gibt
zweiten Ausfall von 10 /. Also zusammen Abnahme der Rente für II. Klasse
=]51.

In II ist der Betrag der absoluten Rente derselbe; aber infolge des Sin-
kens des Marktwerts ist auch sein Differentialwert gefallen; hence die diffe-
rential rent!. Sie betrug 30. Sie beträgt nur noch 18%/,3. Dies ist ein Ausfall
von 11”/j3. Für II und III zusammen ist also die Rente gefallen um 267/13.
Es bleibt also Rechenschaft abzulegen für ein Steigen nicht von 24°/;3, wie
es auf den ersten Blick scheint, sondern von 50'%/,,. Ferner aber ist für B,
verglichen mit A, die absolute Rente von IA mit der Klasse I selbst weg-
gefallen. Dies also weiterer Ausfall von 10 /. So summa summarum für
60#%/,3 1. Rechenschaft abzulegen. Dies aber das Rental der neuen Klasse IV
B. Das Steigen des Rentals in B also nur aus der Rente von IVB zu erklären.
Die absolute Rente für IVB, wie die aller anderen Klassen = 10 /. Die
Differentialrente von 50"°/,, aber kommt 1590| daher, daß der Differential-
wert von IV = 10%°°/,gi sh. per Tonne beträgt und mit 92}/, zu multipli-
zieren ist, weil dies die Anzahl der Tonnen. Die Fruchtbarkeit von IH und.
III ist dieselbe geblieben; die unfruchtbarste Klasse ist ganz entfernt, und
dennoch steigt das Rental, weil die Differentialrente von IV allein infolge
seiner relativ großen Fruchtbarkeit größer ist, als die gesamte Differential-
rente von A war. Die Differentialrente hängt nicht von der absoluten Frucht-
barkeit der bebauten Klassen ab, denn !/, IL, III, IV [B sind] fruchtbarer -
wie I, I1, III[A], und dennoch ist die Differentialrente für ?/s IL, TIL IV, [3]

1 daher die Differentialrente

größer, als sie für I, II, III [A] war, weil der größte Teil des gelieferten
Produkts - 92!/, Tonnen - von einer Klasse geliefert wird, für die der
Differentialwert größer, als er überhaupt in 1, II, IIIA vorkam. Den Diffe-
rentialwert für eine Klasse gegeben, hängt der absolute amount! ihrer Diffe-
rentialrente natürlich von der Masse ihres Produkts ab. Aber diese Masse
selbst ist schon eingerechnet in die Berechnung und Bildung des Differen-
tialwerts. Weil IV mit 1001. 92!/, Tonnen, ni plus ni moins?, produziert,
beträgt sem Differentialwert in B, wo der Marktwert gleich 11. 16'2/,, sh.
per Tonne, 10 sh. etc. per Tonne.

Das ganze Rental in A beträgt 70 auf 300 Kapital, = 23!/, p.c. Dagegen
in B, wenn die ®/13 weggelassen werden, 94 auf 250, = 37°/, p.c.

Tabelle C. Hier ist angenommen, daß, nachdem Klasse IV hinzugekom-
men und die II. Klasse den Marktwert bestimmt, nicht wie in Tabelle B die
Nachfrage dieselbe bleibt, sondern die Nachfrage zunimmt mit dem sinken-
den Preis, so daß die ganze von IV neuzugeführte Masse von 921/, Tonnen
vom Markt absorbiert wird. Zu 2. per Tonne würden nur 200 T'onnen
absorbiert; zu 1/4, /. wächst die Nachfrage zu 292}/,. Es ist falsch, voraus-
zusetzen, daß die Schranke des Markts bei 1""/i3 /. per Tonne notwendig
dieselbe bleibt wie bei 2 /. per Tonne. Vielmehr dehnt sich der Markt to a
certain extent” aus mit dem fallenden Preis - selbst bei dem allgemeinen
Lebensmittel wie Weizen.

Dies ist der einzige Punkt, den wir zunächst bei Tabelle C hervorheben
wollen.

Tabelle D. Hier ist angenommen, daß die 292Y/, Tonnen nur vom Markt
absorbiert werden, wenn der Marktwert fällt auf I®/, [., welches der Kosten-
preis der Tonne für Klasse I ist, die also keine Rente trägt, sondern nur den
gewöhnlichen Profit von 10 p.c. abwirft. Dies ist der case, den Ricardo als
den Normalcase voraussetzt und bei dem also länger zu verweilen.

Es wird hier de prime abord* wie in den bisherigen Tabellen die ascen-
ding line angenommen; später wollen wir denselben Prozeß in der descen-
ding line betrachten.

Wenn II, III und IV nur eine additional supply? von 140 lieferten, d.h.
additional supply, die der Markt zu 2 I. per Tonne absorbiert, so würde I
fortfahren, den Marktwert zu bestimmen.

Dies jedoch nicht der Fall. Es befindet sich ein overplus von 92?/, Ton-
nen auf dem Markt, produziert von Klasse IV. Wäre diesüberhaupt Surplus-

1 die absolute Masse - ? nicht mehr, nicht weniger - ° bis zu einem gewissen Grad -
% yon vornherein - 3 zusätzliche Zufuhr

produktion, die absolut die Bedürfnisse des Markts überschritte, so würde I
ganz aus dem Markt geworfen und II müßte die Hälfte seines Kapitals with-
draw wie in B. II würde dann den Marktwert bestimmen wie in B. Allein es
ist angenommen, daß, wenn der Marktwert tiefer sinkt, der Markt die 92*/,
Tonnen absorbieren kann. Wie wird nun der Prozeß vor sich gehn? IV, III
und Y/, II beherrschen absolut den Markt. D.h., könnte der Markt absolut
nur 200 Tonnen absorbieren, so würden sie [aus dem Markt werfen.

Aber nehmen wir zunächst den faktischen Zustand. Es befinden sich
2921/, Tonnen auf dem Markt, während sich früher nur 200 darauf be-
fanden. II würde zu seinem individuellen Wert, zu I’Y/igl. verkaufen, um
sich Platz zu schaffen und I, dessen individueller Wert = 2 1., aus dem
Markt zu verdrängen. Da aber auch bei diesem Marktwert kein Raum für
die 292"/,1., pressen IV und III auf II, bis der Marktpreis herabsinkt auf
1%/, 1, bei welchem Preise die Klassen IV, III, II und I Raum für ihr
Produkt auf dem Markt finden, der zu diesem ||591] Marktpreis das ganze
Produkt absorbiert. Durch diese Senkung des Preises ist die Zufuhr mit der
Nachfrage ausgeglichen. Sobald die additional supply die Grenzen des
Markts - innerhalb des alten Marktwerts - überschreitet, sucht natürlich
jede der Klassen ihr ganzes Produkt mit Ausschluß des Produkts der andren
Klassen in den Markt zu drängen. Es kann dies nur durch Preissenkung ge-
schehn, und zwar durch Senkung des Preises bis zu einem Punkt, wo alle
Platz finden. Ist diese Senkung des Preises so groß, daß die Klassen I, Il etc.
unter den Produktionskosten!®”! verkaufen müssen, so müssen sie natürlich
[ihr Kapital aus der Produktion] withdraw. Findet sich aber, daß die Sen-
kung nicht so weit zu gehn hat, um das Produkt dem Markt adäquat zu
machen, so kann das Gesamtkapital zu diesem neuen Marktwert nun in
dieser Produktionssphäre fortarbeiten.

Es ist aber ferner klar, daß unter diesen Umständen nicht die schlech-
testen Böden I und II, sondern die besten III und IV den Marktwert be-
stimmen, also auch die Rente auf den besten Bodensorten die auf den schlech-
teren bestimmt, wie Storch dies richtig für diesen case begriffen hat.)

IV verkauft zu dem Preis, wobei es sein ganzes Produkt in den Markt
drängen kann und allen Gegendruck der andren Klassen aufhebt. Dieser
Preis ist I°/, I. Verkaufte es höher, so kontrahierten sich die limits des Markts,
und der Prozeß des wechselseitigen Ausschließens begönne von neuem.

Daß I den Marktwert bestimmt, nur unter der Voraussetzung, daß die
additional supply von II etc. nur die additional supply ist, die der Markt
unter den limits des Marktwerts I absorbiert. Ist sie größer, so ist I ganz
passiv und zwingt durch den Raum, den es einnimmt, bloß die Reaktion

von II], III, IV hervor, bis der Preis sich so kontrahiert hat, daß der Markt
weit genug für das ganze Produkt wird. Nun findet es sich, daß bei diesem
von 1V in fact! bestimmten Marktwert IV selbst außer der absoluten Rente
noch eine Differentialrente von 49°/i3 I. zahlt, III außer der absoluten Rente
noch eine Differentialrente von 17%/, 1., II dagegen keine Differentialrente
zahlt und auch nur einen Teil, $/, I. statt 10 /., der absoluten Rente, also
nicht den ganzen Betrag der absoluten Rente. Warum? Der neue Markt-
wert von 1°/, I. steht zwar über seinem Kostenpreis, aber unter seinem indi-
viduellen Wert. Wäre er gleich seinem individuellen Wert, so zahlte es die
absolute Rente von 10/., die gleich der Differenz zwischen individuellem
Wert und Kostenpreis. Da er aber unter demselben steht - die aktuelle
Rente, die er zahlt, = der Differenz zwischen dem Marktwert und dem
Kostenpreis, diese Differenz aber kleiner als die zwischen seinem individuel-
len Wert und seinem Kostenpreis -, so zahlt es nur einen Teil seiner absolu-
ten Rente, 9/, 1. statt 10,

{Die aktuelle Rente gleich der Differenz zwischen Marktwert und Kosten-
preis.}

Die absolute Rente= der Differenz zwischen individuellem Wert und
Kostenpreis.

Die Differentialrente = der Differenz zwischen Marktwert und individuel-
lem Wert.

Die aktuelle oder Gesamtrente = der absoluten Rente + der Differential-
rente, alias = dem Überschuß des Marktwerts über den individuellen Wert
-+- dem Überschuß des individuellen Werts über den Kostenpreis oder =
der Differenz zwischen Marktwert und Kostenpreis.

Ist also der Marktwert = dem individuellen Wert, so ist die Differential-
rente = (| und die Gesamtrente=der Differenz zwischen individuellem
Wert und Kostenpreis.

Ist der Marktwert > als der individuelle Wert, so die Differentialrente
=dem Überschuß des Marktwerts über den individuellen Wert, die Ge-
samtrente aber = dieser Differentialrente + der absoluten Rente.

Ist der Marktwert < als der individuelle Wert, aber größer als der
Kostenpreis, so die Differentialrente eine negative Größe, die Gesamtrente
also = der absoluten Rente + dieser negativen Differentialrente, d.h. des
Überschusses des individuellen Werts über den Marktwert.

Ist der Marktwert = dem Kostenpreis, so Rente überhaupt = 0.

Um diese Sache in Gleichungen zu setzen, nennen wir die absolute

1 tatsächlich

Rente AR, die Differentialrente DR, die Gesamtrente GR, den Marktwert
MW, den individuellen Wert IW und den Kostenpreis KP. Wir haben
dann folgende Gleichungen:
1592| 1.AR=IW-KP=+y.
2.DR=MW-W=x.
3.GR=AR+DR=MW-W+IW-KP=y+x

=MW-.KP.
I! MW > IW, so MW —- IW=+x. Hence?: DR positiv und GR
=ytx.
Und MW-KP=y+x. Oder MW-y-x=KP oder MW
=y+x+KP.
IE MW < IW, so MW-IW=-.x. Hence DR negativ und GR
=y-—x.

Und MW-KP=y-x. Oder MW+x=IW. Oder MW-x—y
=KP. Oder MW=y-x+KP.

E MW=IW so DR=0, x=0, because MW-IW=0. Hence
GR=AR+DR=AR+0=MW-IW+IW-KP=0+IW-KP
=I[W-KP; =MW-KP=+y.

#E MW=KP, GR oder MW-KP=0.

Unter den angenommenen circumstances? zahlt I keine Rente. Warum
nicht? Weil die absolute Rente = der Differenz zwischen dem individuellen
Wert und dem Kostenpreis. Die Differentialrente aber ist = der Differenz
zwischen dem Marktwert und dem individuellen Wert. Nun ist aber der
Marktwert hier = dem Kostenpreis von I. Der individuelle Wert von I
= 21. per Tonne, der Marktwert = 1®/, I. Die Differentialrente von 1 also
= 1°/,l. — 21, also = —!/, 1. Die absolute Rente von I aber =21. — 1®/,1.,
d.h. = der Differenz zwischen seinem individuellen Wert und seinem
Kostenpreis = +!/, 1. Da also die aktuelle Rente von I = der absoluten
Rente (!/g 1.) und der Differentialrente (—"/,1.), so ist [sie] = +, .— gl.
=(). Es zahlt also weder Differentialrente noch absolute Rente, sondern nur
den Kostenpreis. Der Wert seines Produkts =2 .; verkauft zu 1°/, 1., also
1/9 unter seinem Wert = 84/ p.c. unter seinem Wert. I kann nicht höher
verkaufen, weil nicht es den Markt bestimmt, sondern IV, III, II gegen es.
Es hat nur an additional supply zu dem Preis von 1P/, I. zu liefern.

Dies fact, warum I keine Rente zahlt, weil der Marktwert = seinem
Kostenpreis.

Dies fact aber ist die Konsequenz:

1 Wenn - ? Daher - 3 weil -* Umständen

Erstens von der relativen Unfruchtbarkeit von I. Was es zu liefern hat, sind
60 additional tons! zu 1°/, I. Gesetzt, statt nur 60 Tonnen für 100 zu liefern,
liefere 164 zu 100, I Tonne weniger als Klasse II. So brauchten nur 933); 1.
Kapital in I gesteckt zu werden, um 60 Tonnen zu liefern. Der individuelle
Wert von I Tonne auf I wäre dann 17/; I. oder 11. 17'/, sh., sein Kosten-
preis: 11. 14%/, sh. Und da der Marktwert = 1°/,1.=1 1. 16%/, sh., so die
Differenz zwischen Kostenpreis und Marktwert = 27/4 sh. Und dies würde
machen auf 60 Tonnen |]593| eine Rente von 6 1. 17Y/, sh.

Wenn also alle Umstände dieselben blieben und I um !/,, (da %/,,„=4)
fruchtbarer wäre, als es ist, würde es noch einen Teil der absoluten Rente
zahlen, weil Differenz zwischen dem Marktwert und seinem Kostenpreis
existierte, wenn auch eine kleinere Differenz als zwischen seinem indivi-
duellen Wert und seinem Kostenpreis. Hier würde der schlechteste Boden
also noch Rente tragen, wenn er fruchtbarer wäre, als er ist. Wäre I absolut
fruchtbarer, als es ist, so wären II, IIl, IV relativ unfruchtbarer, verglichen
mit ihm. Die Differenz zwischen seinem und ihren individuellen Werten wäre
kleiner. Daß es also keine Rente trägt, ist ebensosehr dem Umstand geschul-
det, daß es selbst nicht absolut fruchtbarer und daß II, III,IV nicht relativ
unfruchtbarer sind.

Zweitens aber: Die Fruchtbarkeit von I gegeben, 60 Tonnen für 100 1.
Wären II, III, IV, also speziell IV, das als neuer Mitbewerber in den Markt
tritt, nicht nur relativ gegen I, sondern absolut minder fruchtbar, so könnte I
eine Rente abwerfen, obgleich diese nur in einer Fraktion der absoluten
Rente bestünde. Denn da der Markt 292%/, Tonnen zu 1?/, I. absorbiert,
würde er eine geringre Anzahl Tonnen, z.B. 280 Tonnen zu einem höheren
Marktwert als 1°/, 1. absorbieren. Jeder Marktwert aber, der höher als 1°/, 1.,
d.h. als die Produktionskosten von I], wirft eine Rente für I ab, = dem
Marktwert — dem Kostenpreis von 1.

Es kann also ebenfalls gesagt werden, daß I wegen der absoluten Frucht-
barkeit von IV keine Rente abwirft, denn solange nur Il und III Mit-
bewerber auf dem Markt, warf es Rente ab, und es würde sie selbst trotz
dem Auftreten von IV, trotz der additional supply? fortfahren abzuwerfen -
wenn auch eine geringre Rente -, wenn IV für 100 I. Kapitalauslage 80 statt
92%), Tonnen produzierte.

Drittens: Wir haben angenommen, daß die absolute Rente für 1001.
Kapitalauslage = 101. ist, = 10 p.c. auf das Kapital oder */ii auf den
Kostenpreis, daß also der Wert von 100 I. Kapital in der Agrikultur = 1201.,
wobei 10 I. Profit.

i

2

zusätzliche Tonnen — ? zusätzlichen Zufuhr

Man muß nur nicht glauben, daß, wenn wir [sagen]: 100 I. Kapital ist
ausgelegt in der Agrikultur, und wenn ein Arbeitstag = 1 1., nun 100 Ar-
beitstage ausgelegt sind. Überhaupt, wenn ein Kapital von 100 I. = 100 Ar-
beitstagen, so ist niemals, in welchem Produktionszweig dies Kapital immer
ausgelegt sei, [der neugeschaffene Wert = 100 Arbeitstagen]. Gesetzt, 11.
Gold sei gleich | Arbeitstag von 12 Std., und dies sei der normale Arbeits-
tag, so fragt es sich erstens, welches ist die Rate, wozu die Arbeit exploitiert
wird? D.h., wieviel Stunden von den 12 arbeitet der Arbeiter für sich, für
die Reproduktion (als Äquivalent) seines Salairs, und wieviel arbeitet er für
den Kapitalisten gratis? [Wie groß ist die] Arbeitszeit also, die der Kapitalist
verkauft, ohne sie gezahlt zu haben, die daher die Quelle des Mehrwerts, der
Vergrößerung des Kapitals bildet? Ist diese Rate = 50 p.c., so arbeitet der
Arbeiter 8 Stunden für sich, 4 gratis für den Kapitalisten. Das Produkt
=12Stunden=1[. (da 12 Stunden Arbeitszeit enthalten nach der Vor-
aussetzung in 1 /. Gold). Von diesen 12 Stunden =1 1. ersetzen 8 dem
Kapitalisten das Salair, 4 bilden seinen Mehrwert. Auf ein Salair von 13/,sh.
also Mehrwert =6?/,sh. oder auf Kapitalauslage von I /.=10 sh., auf
100 I. also 50 I. Dann wäre der Wert der mit den 100 /. Kapital produzierten
Ware = 150 I. Der Gewinn des Kapitalisten besteht überhaupt im Verkauf
der in dem Produkt unbezahlten Arbeit. Aus dem Verkauf dessen, was nicht
bezahlt ist, entspringt der normale Gewinn.

1594| Die zweite Frage aber ist die: Welches ist die organische Kompo-
sition des Kapitals? Der Wertteil des Kapitals, der aus Maschinerie etc. und
Rohmaterial besteht, wird nur einfach im Produkt reproduziert, erscheint
wieder, bleibt unverändert. Diesen Bestandteil des Kapitals muß der Kapi-
talist zu seinem Wert zahlen. Er tritt also als gegebner, vorausgesetzter Wert
in das Produkt ein. Nur die von ihm angewandte Arbeit geht ganz in den
Wert des Produkts ein, wird ganz von ihm gekauft, obgleich sie nur zum Teil
von ihm bezahlt ist. Die obige Rate der Exploitation der Arbeit angenommen,
wird die Größe des Mehrwerts für Kapital von derselben Größe also ab-
hängen von seiner organischen Komposition. Ist das Kapital a = C?’ V?0,
so der Wert des Produkts = 110 und der Profit = 10 (obgleich 50 p.c. un-
bezahlte Arbeit drinstecken). Ist das Kapital b= C*? V®, so der Wert des
Produkts = 130, Profit =30, obgleich ditto nur 50 p.c. unbezahlte Arbeit
drinstecken. Ist das Kapital c = C® V*°, [so ist] der Wert des Produkts = 120
und der Profit =20 p.c., obgleich ditto 50 p.c. unbezahlte Arbeit drin-
stecken. Wir haben also für die 3 Kapitalien, = 300, zusammen Profit = 10
+30+20=60. Und dies macht im Durchschnitt für 100 = 20 p.c. Und

diesen Durchschnittsprofit macht jedes der Kapitalien, wenn es die von ihm

produzierte Ware zu 1201. verkauft. Das Kapital a: CV? verkauft 101.
über seinem Wert, das Kapital b: CP V®0 verkauft 10 I. unter seinem Wert
und das Kapital c: C$0 V* verkauft zu seinem Wert. Die Waren zusammen-
gerechnet, sind sie zu ihrem Wert verkauft: 120 -+ 120 -+ 120=360 I. In
der Tat der Wert von a+b+c=110-+ 130--120=360 I. Aber die
Preise der einzelnen Kategorien stehn teils über, teils unter, teils auf ihrem
Wert, damit jede derselben einen Profit von 20 p.c. abwirft. Die so modi-
fizierten Werte der Waren sind ihre Kostenpreise, die die Konkurrenz be-
ständig als Gravitationszentren der Marktpreise setzt.

Bei den 100 /., die nun in der Agrikultur angelegt sind, nehmen wir an,
ist die Konstitution CP V*% (was übrigens vielleicht noch zu niedrig für V),
so der Wert = 120. Dies stünde aber gleich dem Kostenpreis der Industrie.
Also nimm im obigen Fall an, daß der Durchschnittspreis für 100 Kapital
= 1101. sei. Wir sagen nun, wenn das Agrikulturprodukt zu seinem Wert
verkauft wird, steht sein Wert 10 /. über seinem Kostenpreis. Es wirft dann
eine Rente von IO p.c. ab, und dies nehmen wir als das Normale bei der
kapitalistischen Produktion an, daß das Agrikulturprodukt im Unterschied
von den andren Produkten, statt zu seinem Kostenpreis, zu seinem Wert ver-
kauft wird, infolge des Grundeigentums. Die Komposition des Gesamtkapitals
ist CS V20, wenn der Durchschnittsprofit = 10 p.c. Wir nehmen an, daß
die des Agrikulturkapitals = C$0 V#P ist, oder daß in seiner Zusammenset-
zung mehr in Arbeitslohn - immediate labour! - ausgelegt wird als in der
Gesamtsumme des in den übrigen Industriezweigen ausgelegten Kapitals.
Es bezeichnet dies eine relativ niedrigre Entwicklung der Produktivität der
Arbeit in dieser Branche. Allerdings |bei] einigen Arten der Agrikultur,
z.B. der Viehzucht, mag die Komposition sein C? V!P, also das Verhältnis
von V:C kleiner sein als im industriellen Gesamtkapital. Aber nicht diese
Branche bestimmt die Rente, sondern die eigentliche Agrikultur und zwar
der Teil in ihr, der das hauptsächliche Lebensmittel, wie Weizen etc., er-
zeugt. Die Rente in den andren Zweigen ist nicht durch die Komposition
des in [595] ihnen selbst angelegten Kapitals bestimmt, sondern durch die
Komposition des Kapitals, das in der Produktion des hauptsächlichen
Lebensmittels verwandt wird. Das bloße Dasein der kapitalistischen Pro-
duktion setzt die Pflanzennahrung statt der Tiernahrung als das größte
Element der Lebensmittel voraus. Das Verhältnis der Renten in den ver-
schiednen Branchen zueinander is a secondary question?, die uns hier nicht
interessiert, außer Betracht bleibt.

1 unmittelbare Arbeit -? ist eine sekundäre Frage

Damit also die absolute Rente = 10 p.c., ist vorausgesetzt, daß die all-
gemeine durchschnittliche Komposition des not agricultural capital = C°
V20, die des agricultural capital = C# V* sei.

Fragt sich nun, würde es auf den in D vorausgesetzten Fall, daß Klasse I
keine Rente zahlt, Einfluß haben, wenn das agricultural capital anders zu-
sammengesetzt sei, z.B. C5° V30 oder CV V30) Im ersten Fall wäre der Wert
des Produkts = 125 !., im zweiten Falle = 115 !. Im ersten Fall wäre die
Differenz, entspringend aus the different composition from the not agri-
cultural capital! = 15 I., im zweiten =5. D.h. der Unterschied von Wert
des Agrikulturprodukts und Kostenpreis im einen Fall 50 p.c. höher als in
der Voraussetzung, im zweiten 50 p.c. niedriger.

Wäre der erste der Fall, der Wert von 100 1.= 125 1., so in Tabelle A
der Wert der Tonne für I=2Y/,; I. Und dies wäre der Marktwert für A,
da Klasse I hier den Marktwert bestimmt. Der Kostenpreis dagegen für I A
wäre nach wie vor 1°/, I. Da also nach der Voraussetzung die 292!/, Tonnen
nur verkaufbar zu 1°/,I.,so würde dies keinen Unterschied machen, ebenso-
wenig wenn das agricultural capital = C?® V®° oder der Unterschied des
Werts des agricultural produce von seinem Kostenpreis nur =5[1., nur
halb so groß wie in der Annahme. Wenn also der Kostenpreis, also die
organische Durchschnittskomposition des not agricultural capital = C20 V20
als konstant vorausgesetzt ist, so würde es für diesen case [D] keinen Unter-
schied machen, ob es höher oder niedriger, obgleich der Unterschied für
Tabelle A bedeutend wäre, und es einen Unterschied von 50 p.c. in der
absolute rent machen würde.

Setzen wir aber nun umgekehrt voraus: Die Komposition des agri-
cultural capital sei nach wie vor CP V* und die des not agricultural capital
variiere. Statt C$0 V20 sei sie entweder CP V3 oder CP V!P, In dem ersten
Fall der Durchschnittsprofit = 15 oder 50 p.c. höher als in dem supposed
case”; in dem andren =5 I. oder 50 p.c. niedriger. In dem ersten Fall die
absolute Rente =5 !. Dies würde also wieder keinen Unterschied für ID
machen. Im zweiten Fall die absolute Rente = 151. Auch dies würde
keinen Unterschied für den case ID machen. Für diesen Fall also dies alles
gleichgültig, so wichtig es bliebe für Tabelle A, B, C und E, d.h. für die
absolute Bestimmung der absoluten und Differentialrente, jedesmal, sooft
die neue Klasse - sei die line ascending or descending®? - nur die necessary
additional demand“ zum alten Marktwert liefert.

1 der verschiedenen Zusammensetzung von der des nichtlandwirtschaftlichen Kapitals -
® angenommenen Fall - ? Linie aufsteigend oder absteigend - * notwendige zusätzliche Nach-
frage

Die folgende Frage ist nun die:

Ist dieser case D praktisch möglich? Und noch vorher, ist es, wie Ricardo
annimmt, der normale Kasus? Der normale case kann es nur sein:

Entweder, wenn das agricultural capital = C®’ V20, gleich der Durch-
schnittskomposition des not agricultural capital, so daß der Wert des agri-
cultural produce = dem Kostenpreis des not agricultural produce wäre. Dies
statistisch einstweilen falsch. Die Annahme dieser relativ größren Impro-
duktivität der Agrikultur jedenfalls sachgemäßer als Ricardos Annahme
einer progressiven absoluten Zunahme ihrer Unproduktivität.

1596| Ricardo nimmt in ch.I „On Value“ an, daß in Gold- und Silber-
minen die durchschnittliche Komposition des Kapitals bestehe (obgleich
er hier nur von capital fixe und capital circulant spricht; doch wollen wir
das „korrigieren“). Unter dieser Voraussetzung könnte bei diesen Minen
stets nur eine Differentialrente, nie eine absolute Rente existieren. Die Vor-
aussetzung selbst beruht aber wieder auf der andren Voraussetzung, daß
die von den fruchtbarern Minen gelieferte additional supply stets größer
ist als die bei dem alten Marktwert erheischte additional supply. Es ist aber
absolut nicht einzusehn, warum das Gegenteil nicht ebensosehr soll statt-
finden können. Die bloße Existenz der Differentialrente beweist schon, daß
eine additional supply möglich ist, ohne den gegebnen Marktwert! zu ändern.
Denn IV oder III oder II lieferten keine Differentialrenten, wenn sie nicht
zum Marktwert von I verkauften, wie dieser immer bestimmt sei, also zu
einem unabhängig von der absoluten Größe ihrer supply bestimmten
Marktwert.

Oder: der case D müßte stets der normale sein, wenn die in ihm suppo-
nierten [Verhältnisse] stets die normalen sind; d.h., wenn I durch die Kon-
kurrenz von IV, III und II, speziell von IV, stets gezwungen ist, sein Pro-
dukt um den ganzen Betrag der absoluten Rente zum Kostenpreis unter
seinem Wert zu verkaufen. Das bloße Dasein der Differentialrente in IV,
III, II beweist, daß sie zu einem Marktwert verkaufen, der über ihrem indi-
viduellen Wert steht. Nimmt Riclardo]| an, daß dies bei I nicht der Fall
sein kann, so nur, weil er die Unmöglichkeit der absoluten Rente voraussetzt,
und letztres, weil er die Identität von Wert und. Kostenpreis voraussetzt.

Nehmen wir den Fall C, wo die 292!/, Tonnen zum Marktwert von 11.
16"2/,3 sh. Absatz finden. Und gehn wir wie Ricardo von IV aus. Solang nur
92!/, Tonnen nötig, verkauft IV die Tonne zu 11. 5°%/,, sh., d.h. Ware, mit
100 1. Kapital produziert, zu ihrem Wert von 120 1., was die absolute Rente

1 In der Handschrift: Marktpreis

von 10 /. liefert. Warum soll IV seine Ware unter ihrem Wert zu ihrem
Kostenpreis verkaufen? Solange es allein da ist, können ihm II], II, I keine
Konkurrenz machen. Der bloße Kostenpreis von Ill steht über dem Wert,
der IV eine Rente von 10 !. abwirft, und in noch höherem Grade der
Kostenpreis von II und I. Also könnte III etc. keine Konkurrenz machen,
wenn es diese Tonnen selbst zum bloßen Kostenpreis verkaufte.

Nehmen wir an, daß bloß eine Klasse existiert - die beste oder schlech-
teste Landesart IV oder I oder Ill oder II, dies tut zur Theorie gar nichts -,
nehmen wir an, daß sie elementarisch existiert, d.h. relativ elementarisch im
Verhältnis zur Masse des gegebnen Kapitals und Arbeit, die überhaupt
disponible und in diesem Produktionszweig absorbierbar - so daß sie also
keine Schranken bildet, ein relativ unlimitiertes field of action! für die vor-
handne Masse Arbeit und Kapital ist -; nehmen wir also an, daß keine
Differentialrente existiert, weil keine Böden von verschiedner natural ferti-
lity® bebaut werden, also keine Differentialrente existiert (oder doch nur
verschwindend); nehmen wir ferner an, daß kein Grundeigentum existiert, so
ist es klar, daß keine absolute Rente, also überhaupt (da nach der Voraus-
setzung keine Differentialrente existiert) keine Rente existiert. Dies ist eine
Tautologie. Denn die Existenz der absoluten Grundrente setzt nicht nur
voraus, sondern ist das vorausgeseizte Grundeigentum, d.h., das durch die
Aktion der kapitalistischen Produktion bedingte und modifizierte Grund-
eigentum. Diese Tautologie entscheidet nichts über die Frage, da wir eben
die Bildung der absoluten Grundrente aus dem Widerstand erklären, den
das Grundeigentum in der Agrikultur der kapitalistischen Ausgleichung
der Werte der Waren zu Durchschnittspreisen entgegensetzt. Heben wir
diese Aktion des Grundeigentums auf - diesen Widerstand, den spezi-
fischen Widerstand, auf den die Konkurrenz der Kapitalien in diesem field
of action stößt - so heben wir natürlich die Voraussetzung auf, unter der
eine Grundrente existiert. Übrigens widerspricht sich die Voraussetzung:
einerseits entwickelte kapitalistische Produktion (wie Herr Wakefield sehr
gut in seiner Kolonialtheorie sieht!®®'), anderseits die Nichtexistenz des
Grundeigentums. Wo sollen in diesem Fall die Lohnarbeiter her-
kommen?

Etwas Annäherndes findet in Kolonien statt, selbst wenn legal Grund-
eigentum existiert, insofern die Regierung gratis gibt, wie es bei der Ko-
lonisserung von England aus ursprünglich geschah, und selbst wenn die
1597| Regierung Grundeigentum faktisch setzt, indem sie den Boden, wenn

I unbegrenztes Aktionsfeld - ? natürlicher Fruchtbarkeit

auch verschwindend wohlfeil, verkauft, wie in den United States I dollar
or something of the sort per acre!.

Hier ist zweierlei zu unterscheiden.

Erstens: Es handelt sich von eigentlichen Kolonien, wie in den Vereinig-
ten Staaten, Australien etc. Hier ist die Masse der ackerbauenden Kolo-
nisten, obgleich sie mehr oder minder großes Kapital vom Mutterland mit-
bringen, keine Kapitalistenklasse, und ebensowenig ist ihre Produktion die
kapitalistische. Es sind more or less self-working peasants?, denen zunächst
die Hauptsache ist, ihren eignen Unterhalt, ihre means of subsistence? zu
produzieren, deren Hauptprodukt also nicht Ware wird und nicht für den
trade* bestimmt ist. Den Überschuß ihrer Produkte über ihren eignen
Konsum verkaufen sie, tauschen sie aus gegen importierte Manufaktur-
waren etc. Der andre, kleinre Teil der Kolonisten an der See, schiffbaren
Flüssen etc. bildet Handelsstädte. Hier kann noch gar nicht von kapita-
listischer Produktion die Rede sein. Bildet sich selbst nach und nach die
letztre aus, so daß dem self-working and self-owning farmer? der Verkauf
seiner Produkte und der Gewinn, den er aus diesem Verkauf macht, ent-
scheidend wird, so findet aber auch, solange das Land in der elementarischen
Fülle dem Kapital und der Arbeit gegenüber noch existiert, also praktisch
illimited field of action® bleibt, fortwährend auch noch die erste Form der
Kolonisierung statt, und die Produktion wird daher nie nach dem Bedürfnis
des Markts - zu einem gegebnen Marktwert - geregelt sein. Alles was die
Kolonisten der ersten? Art über ihren unmittelbaren Konsum hinaus pro-
duzieren, werfen sie auf den Markt und verkaufen es zu jedem Preis, der
ihnen mehr als den Arbeitslohn abwirft. Sie sind und bleiben für lange
Zeit Mitbewerber der farmers, die schon mehr oder minder kapitalistisch
produzieren, und halten so den Marktpreis des Agrikulturprodukts be-
ständig unter seinem Wert. Der farmer, der daher Boden der schlechtesten
Art bebaut, wird sehr zufrieden sein, wenn er den Durchschnittsprofit
macht beim Verkauf seiner farm, wenn er das angelegte Kapital ersetzt
erhält, was in einer großen Masse Fällen nicht der Fall. Hier also kon-
kurrieren zweierlei wesentliche Umstände: Die kapitalistische Produktion in
der Agrikultur herrscht noch nicht; zweitens, obgleich legal, existiert das
Grundeigentum faktisch nur noch sporadisch, eigentlich nur noch der
Grundbesitz. Oder, obgleich das Grundeigentum legal existiert, ist es - in
Anbetracht deselementarischen Verhältnisses von Grund und Boden zu Arbeit

1 Vereinigten Staaten I Dollar oder ungefähr soviel pro Acre - * mehr oder weniger
selbstarbeitende Bauern - $ Existenzmittel - * Handel - 5 selbstarbeitenden und selbst-
besitzenden Pächter - ® unbegrenztes Aktionsfeld - ? in der Handschrift: zweiten

und Kapital - noch unfähig, dem Kapital Widerstand zu leisten, die Agri-
kultur in ein field of action zu verwandeln, das der Anlage des Kapitals spezi-
fischen Widerstand leistet im Unterschied von der not agricultural industry.

In der zweiten Sorte Kolonien - plantations! -, von vornherein Handels-
spekulationen, für den Weltmarkt produzierend, findet kapitalistische
Produktion statt, obgleich nur formell, da die Negersklaverei die freie Lohn-
arbeit, also die Grundlage der kapitalistischen Produktion ausschließt. Es
sind aber Kapitalisten, die das Geschäft mit Negersklaven treiben. Die
Produktionsweise, die sie einführen, ist nicht aus der Sklaverei entsprungen,
sondern wird auf sie gepfropft. In diesem Fall ist Kapitalist und Grund-
eigentümer eine Person. Und die elementarische Existenz des Bodens gegen-
über dem Kapital und Arbeit leistet der Kapitalanlage, also auch der Kon-
kurrenz der Kapitalien keinen Widerstand. Es entwickelt sich hier auch
keine von den landlords verschiedne Farmerklasse. Solange dies Verhältnis
dauert, steht nichts im Weg, daß der Kostenpreis den Marktwert regelt.

Alle diese Voraussetzungen haben nichts zu tun mit den Voraussetzun-
gen, unter denen eine absolute Grundrente existiert: d.h. entwickelte kapita-
listische Produktion auf der einen Seite, Grundeigentum, nicht nur legal
vorhanden, sondern faktisch den Widerstand leistend und das field of action
gegen das Kapital verteidigend und ihm nur unter gewissen Bedingungen
Raum gebend auf der andren.

Unter diesen Umständen, selbst wenn nur IV oder Ill oder Il oder I be-
baut wird, wird eine absolute Grundrente existieren. Das Kapital kann nur
neuen Raum in der allein existierenden Klasse erobern, indem es die Grund-
rente zahlt, d.h. das Agrikulturprodukt zu seinem Wert verkauft. Auch
kann erst unter diesen Umständen die Rede sein von einer Vergleichung
und Differenz zwischen dem in der Agrikultur (i.e. einem Naturelement als
solchem in der Urproduktion) angelegten Kapital und dem in der not agri-
cultural industry angelegten.

Die folgende Frage aber ist die:

Geht man von I aus, so klar, daß Il, III, IV, wenn sie nur die zu dem
alten Marktwert zulässige additional supply” liefern, zu dem Marktwert,
den I bestimmt, verkaufen, also außer der absoluten Rente, im Verhältnis
ihrer relativen Fruchtbarkeit eine Differentialrente liefern werden. Geht
man dagegen von IV aus, so scheinen einige Einwürfe möglich.

Nämlich wir sahen, II zieht die absolute Rente, wenn es zu seinem Wert
Pig I. verkauft oder zu 11. 162/13 sh.

1 Plantagen - ? in der Handschrift: demand

In Tabelle D steht der Kostenpreis von Ill, der nächstfolgenden Klasse
(in der descending linet), höher als der Wert von IV, der eine Rente von
10 I. abwirft. Von einer Konkurrenz oder underselling? - selbst wenn III
zum Kostenpreis verkaufte - kann hier also nicht die Rede sein. Befriedigt
IV aber nicht mehr die Nachfrage, werden mehr als 92?/, Tonnen erheischt,
so wird sein Preis steigen. Er müßte im obigen Fall schon um 3%/,., sh.? per
Tonne steigen, bevor III selbst zu seinem Kostenpreis als Mitbewerber auf-
treten könnte. Fragt sich, wird es so auftreten? Diesen case wollen wir gleich
anders stellen. Die Nachfrage brauchte nicht um 75 Tonnen zu steigen, da-
mit der Preis von IV auf I /. 12 sh., den individuellen Wert von III steige,
am wenigsten beim herrschenden Agrikulturprodukt, wo ein Ungenügen in
der Zufuhr ein viel größres Steigen des Preises hervorbringt, als dem arith-
metischen Ausfall der Zufuhr entspricht. Wäre IV aber auf 1 1. 12 sh. gestie-
gen, so würde III zu diesem Marktwert, der gleich seinem individuellen
Wert, die absolute Rente zahlen und IV eine Differentialrente. Findet über-
haupt an additional demand®* statt, so kann III zu seinem individuellen Wert
verkaufen, da es dann den Marktwert beherrscht, und es wäre durchaus
kein Grund vorhanden, warum der Grundeigentümer auf die Rente ver-
zichten sollte.

Aber gesetzt, der Marktpreis von IV steige nur zu 1 I. 9/, sh., dem
Kostenpreis von III. Oder um den case noch frappanter zu setzen: Der
Kostenpreis von III sei nur 1 /. 5 sh., also nur 1%/5, sh. höher als der Kosten-
preis von IV. Höher muß er sein, weil seine Fruchtbarkeit niedriger als die
von IV. Kann nun lil in Angriff genommen werden und so mit IV kon-
kurrieren, das über dem Kostenpreis von III, nämlich zu 11. 5°%/,, sh.
verkauft? Entweder findet additional demand statt oder nicht. Im ersten
Fall ist der Marktpreis von IV über seinen Wert gestiegen, über 11. 5°®/,, sh.
Und III würde dann unter allen Umständen über seinem Kostenpreis ver-
kaufen, wenn auch nicht zum vollen Betrag seiner absoluten Rente.

Oder es findet keine additional demand statt. Es sind hier wieder 2 Fälle
möglich. Die Konkurrenz von Il] könnte nur eintreten, wenn der Farmer
von III zugleich sein Grundeigentümer, ihm persönlich als Kapitalisten das
Grundeigentum kein Hindemis in den Weg legte, keinen Widerstand
leistete, weil er es in seiner Gewalt hat, nicht als Kapitalist, sondern als
Grundeigentümer. Seine Konkurrenz würde IV zwingen, unter dem bis-
herigen Preis von 1 I. 5°°/,, sh. zu verkaufen und sogar unter dem Preis von

1 absteigenden Linie -? Unterbietung -° in der Handschrift: 5°/; sh. -* eine zusätzliche

Nachfrage - ® in der Handschrift: 11. 162/3 sh.

11.5 sh. zu verkaufen. Damit wäre Ill aus dem Feld geschlagen. Und IV
hätte jedesmal die Fähigkeit, III aus dem Feld zu schlagen. Es brauchte
nur den Preis zu seinen eignen Produktionskosten zu senken, die niedriger
sind als die von Ill. Erweiterte sich aber der Markt infolge der Preis-
ermäßigung, die Ill bewirkt, wie dann? Entweder erweiterte sich der Markt
so, daß IV nach wie vor seine 921/, Tonnen trotz der neu hinzugekommenen
75 absetzen könnte oder nicht in diesem Maße, so daß ein Teil des Pro-
dukts von IV und III überschüssig bliebe. In diesem Falle würde IV so
lange herabsetzen, da es den Markt beherrscht, bis das Kapital in III auf
die Schranken reduziert, d.h. nur soviel Kapital in ihm angelegt wäre, als
grade hinreichend, um das ganze Produkt von IV zu absorbieren. Aber zu
115 sh. wäre das ganze Produkt verkaufbar, und da IIl einen Teil dieses
Produkts zu diesem Preis verkaufte, könnte IV nicht darüber verkaufen.
Dies wäre aber der einzig mögliche case, momentane Überproduktion,
nicht hervorgegangen aus einer additional demand, aber führend zu einer
Erweiterung des Markts. Und dieser case nur möglich, wenn in III Kapi-
talist und Grundeigentümer identisch - also wieder vorausgesetzt wird,
daß das Grundeigentum nicht als Macht dem Kapital gegenüber existiert,
weil der Kapitalist selbst Grundeigentümer und den Grundeigentümer
dem Kapitalisten opfert. Tritt aber das Grundeigentum als solches in III
dem Kapital gegenüber, so ist durchaus kein Grund vorhanden, daß der
Grundeigentümer seine acres zur Bebauung hergibt, ohne eine Rente davon
zu beziehn, daß er es also hergibt, bevor der Preis von IV wenigstens über
den Kostenpreis von III angestiegen. Ist dies Steigen nur | gering, so
wird in jedem Land kapitalistischer Produktion III als field of action dem
Kapital entzogen bleiben, es sei denn, daß es in keiner andren Form Rente
abwerfen kann. Es wird aber nie in Anbau genommen werden, bevor es eine
Rente abwirft, der Preis von IV über dem Kostenpreis von lli steht, IV also
außer seiner alten eine Differentialrente abwirft. Mit dem fernern Wachsen
der Nachfrage würde der Preis von III bis auf seinen Wert steigen, da der
Kostenpreis von Il über dem individuellen Wert von III steht. II würde be-
baut, sobald der Preis von III über I !. 13Y/3 sh. gestiegen, also irgendeine
Rente für II abwürfe.

Nun ist aber in D unterstellt, daß I keine Rente abwirft. Aber auch nur,
weil I vorausgesetzt ist als schon bebautes Land, das durch den change!,
den das Hereinkommen von IV im Marktwert hervorgebracht, gezwungen
ist, unter seinem Wert zu seinem Kostenpreis zu verkaufen. Fortfahren wird

1 Wechsel

es nur, so exploitiert zu werden, wenn der Eigentümer selbst der farmer,
also das Grundeigentum in diesem individuellen case dem Kapital gegenüber
verschwindet, oder wenn der farmer ein kleiner Kapitalist, der mit weniger
als 10 p.c. vorliebnimmt, oder ein Arbeiter, der etwas mehr oder nur seinen
Arbeitslohn herausschlagen will und seine Surplusarbeit, 10 oder 9 oder
letztren Fällen wird zwar fermage! gezahlt, aber, ökonomisch gesprochen,
keine Rente, und wir handeln nur von der letztern. In dem einen Fall der
farmer ein bloßer labourer?, in dem andren Mittelding zwischen labourer
und Kapitalist.

Nichts abgeschmackter als die Behauptung, der Grundeigentümer
könne seine acres nicht so gut entziehn dem Markt, wie der Kapitalist sein
Kapital aus einem Produktionszweig. Bester Beweis das viele fruchtbare
Land, das in den entwickeltsten Ländern Europas wie England unbebaut
ist, das Land, was aus der Agrikultur in Eisenbahnbau oder Hausbau an-
gelegt oder dafür reserviert wird oder zu Schießplätzen oder zur Jagd wie in
Hochschottland etc. von seinem landlord bestimmt wird. Bester Beweis der
vergebliche Kampf der englischen Arbeiter, Hand auf das waste? Land zu
legen.

Wohlbemerkt: In allen Fällen, wo die absolute Rente wie in II D unter
ihren Betrag sinkt, weil, wie hier, der Marktwert unter dem individuellen
Wert der Klasse steht oder wie in IIB ein Teil des Kapitals infolge der Kon-
kurrenz beßren Bodens must be withdrawn from the worse one? oder wie in
ID die Rente ganz wegfälli, ist vorausgesetzi:

l. daß, wo sie ganz wegfällt, der Grundeigentümer und Kapitalist die-
selbe Person, hier also individuell und exzeptionell der Widerstand des
Grundeigentums gegen das Kapital und die limitation of the field of action to
the latter by the former? verschwindet. Es ist derselbe case wie bei den Kolo-
nien, nur individuell, daß die Voraussetzung des Grundeigentums wegfällt;

2. daß die Konkurrenz der beßren Ländereien eine Überproduktion
schafft - oder auch die Konkurrenz der schlechtren Länder (in der descen-
ding line) - und den Markt gewaltsam erweitert, an additional demand
schafft durch gewaltsame Preissenkung. Dies ist aber grade absolut der Fall,
den Ric[ardo] nicht voraussetzt, denn er räsoniert stets unter der Voraus-
setzung, daß nur die necessary additional demand” suppliert wird;

3.daß Il und lin, C, D keine oder nicht den vollen Betrag der absolute

1 Pachtzins - 2 Arbeiter - ® unbebaute - * von dem schlechteren zurückgezogen werden
muß -5 die Beschränkung des Aktionsfeldes des letzteren durch den ersten - © absteigenden
Linie -? notwendige zusätzliche Nachfrage

rent zahlen, weil sie durch die Konkurrenz der beßren Ländereien ge-
zwungen sind, ihr Produkt unter ihrem Wert zu verkaufen. Ric[ardo] unter-
stellt umgekehrt, daß sie es zu ihrem Wert verkaufen und daß stets der
schlechtste Boden den Marktwert bestimmt, wenn grade in dem case ID, den
er als den normalen auffaßt, das Gegenteil stattfindet. Außerdem sein Räson-
nement stets unter der Voraussetzung der descending line of production. _

Ist die Durchschnittskomposition des not agricultural! capital = C30 V20,
Rate des Mehrwerts = 50 p.c., so - wenn die Komposition des agricultural
capital = CP V!0, d.h. höher als die des industrial capital, was falsch ||600]
historisch für die kapitalistische Produktion — keine absolute Grundrente;
wenn [sie] = C° V?0, was bisher noch nicht der Fall, keine absolute Rente;
wenn niedriger, z.B. C4 V0, absolute Grundrente.

Die Theorie vorausgesetzt, können nach dem Verhältnis der verschie-
denen Klassen, in ihrem Verhältnis zum Markt - i.e. dem Verhältnis, worin
die eine oder andre Klasse den Markt beherrscht, eintreten:

A. Die letzte Klasse zahlt absolute Rente. Sie bestimmt den Marktwert,
weil alle Klassen zu diesem Marktwert nur die necessary supply? liefern.

B. Die letzte Klasse bestimmt den Marktwert; zahlt absolute Rente, die
ganze Rate derselben, aber nicht den ganzen frühren Betrag, weil Kon-
kurrenz von Ill und IV sie zwingen, to withdraw part of the capital from
production?.

C. Die überschüssige supply, die die Klassen I, II, III, IV zum alten
Marktwert liefern, erzwingt Fallen desselben, dieses jedoch - geregelt durch
die höhren Klassen - erweitert den Markt. I zahlt nur einen Teil der abso-
lute rent, II nur die absolute rent.

D. Dieselbe Beherrschung des Marktwerts durch die beßren Klassen
oder der schlechtren durch oversupply* vernichtet die Rente ganz in I,
reduziert sie in II unter ihren absolute amount; endlich in

E. verdrängen die beßren Klassen durch Senken des Marktwerts unter
den Kostenpreis I vom Markt. II reguliert nun den Marktwert, weil zu
diesem neuen Marktwert nur die nötige supply geliefert von allen 3 Klassen.

Nun zu Ricardo zurück.

Es versteht sich von selbst, daß, wenn wir von der Komposition des
agricultural capital sprechen, der Bodenwert oder -preis nicht darin ein-
geht. Letzterer nichts als die kapitalisierte Grundrente.

1 In der Handschrift: not industrial - ? notwendige Zufuhr -° einen Teil des Kapitals der
Produktion zu entziehen - * übermäßige Zufuhr

## [DREIZEHNTES KAPITEL]

## Ricardos Renttheorie [Schluß]

### [1. Ricardos Voraussetzung der Nichtexistenz
des Grundeigentums. Übergang zu neuen Böden
in Abhängigkeit von ihrer Lage und Fruchtbarkeit]

Zurück zu Ric[ardo], ch. II „On Rent“:
Bringt erst die schon von Smith bekannte „Kolonialtheorie“*. Und es
gilt hier nur, den logischen Zusammenhang kurz zusammenzufassen.

„Bei der ersten Besiedlung eines Landes, in dem es eine Fülle reichen und fruchtbaren
Bodens gibt, von dem nur ein sehr geringer Teil für den Unterhalt der vorhandenen Be-
völkerung bebaut werden braucht oder mit dem der Bevölkerung zur Verfügung stehen-
den Kapital tatsächlich bebaut werden kann, wird es keine Rente geben. Denn niemand
wird für die Benutzung des Bodens etwas bezahlen, solange eine große Fläche noch nicht
angeeignet worden ist und daher“ (weil not appropriated”, was Ric[ardo] später ganz
vergißt) „jedem zur Verfügung steht, der sich entschließt, sie zu bebauen.“ (p.55.)

{Hier also Nicht-Grundeigentum vorausgesetzt. Obgleich diese Dar-
stellung des Prozesses annähernd richtig für die settlings of modern peoples?,
so erstens ungehörig für die entwickelte kapitalistische Produktion; ebenso
falsch, wenn dies als der historische Gang im old Europe vorgestellt wird.}

„Nach den allgemeinen Regeln von Angebot und Nachfrage kann für solchen Boden
keine Rente gezahlt werden, aus den schon dargelegten Gründen, aus denen nichts für
den Gebrauch von Luft und Wasser oder irgendwelcher Naturgaben gegeben wird, die
in unerschöpflicher Menge vorhanden sind... Für die Benutzung dieser |]601] natürlichen
Hilfsquellen wird keine Abgabe erhoben, da sie unerschöpflich sind und zu jedermanns
Verfügung stehen... Wenn der gesamte Boden die gleichen Eigenschaften besäße, wenn
er in der Menge nicht begrenzt und an Qualität gleich wäre, könnte für seine Benutzung

1 Siehe vorl. Band, S.226 und 238 - ? nicht angeeignet - ® Ansiedlung moderner
Völker

nichts gefordert werden“ (weil er überhaupt nicht in Privateigentum verwandelt werden
könnte), „sofern er nicht besondere Vorteile der Lage besäße“ (und at the disposal of a
proprietor! wäre, sollte er hinzufügen). „Nur weil die Menge des Bodens nicht un-
begrenzt und an Qualität nicht gleich ist, und weil mit der Zunahme der Bevölkerung
Boden geringerer Qualität oder in weniger günstiger Lage in Kultur genommen wird,
wird also für seine Benutzung überhaupt eine Rente gezahlt. Wenn im Laufe der Ent-
wicklung der Gesellschaft Boden der zweiten Fruchtbarkeitsklasse bebaut wird, entsteht

auf dem erstklassigen sofort eine Rente, deren Höhe von der Differenz der Qualität dieser
beiden Bodenklassen abhängt.“ (p.56, 57.)

Wir müssen grade hier verweilen. Der logische Zusammenhang ist der:

Wenn Land —- und dies unterstellt Riclardo] bei der „first settling of a
country“® (Kolonialtheorie Smiths) -, reiches und fruchtbares Land der
actual population? und Kapital gegenüber elementarisch existiert, praktisch
illimited®, wenn ferner die „abundant quantity“? dieses Landes „was not
yet appropriated“® und daher, weil „not yet appropriated“, „at the disposal of
whosoever might choose to cultivate it“’, in diesem Fall wird natürlich nichts
gezahlt für den use of land, no rent®. Wäre das Land - nicht nur relativ zum
Kapital und Population, sondern faktisch ein illimited element® (illimited
wie air und water!) - „unlimited in quantity“"", so könnte tatsächlich seine
Appropriation durch die einen Appropriation desselben durch die andern
nicht ausschließen. Es könnte kein private (auch kein „public“'? oder state!)
property in the soil!* existieren. In diesem Fall - wenn alles Land of the
same quality!°-könnte gar keine Rente dafür gezahlt werden. Höchstens dem
possessor of land", welches „possessed peculiar advantages of situation“!”.

Wird also unter den von Riclardo] vorausgesetzten Umständen - näm-
lich, daß Land „not appropriated“ ist und das uncultivated land daher ist „at
the disposal of whosoever might choose to cultivate it“ - Rente gezahlt, so
dies nur möglich, because „land is not unlimited in quantity and uniform in
quality“"®, d.h. weil verschiedne Bodenarten existieren und dieselbe Boden-
art „limited“!® ist. Wir sagen, unter RicJardo]s Voraussetzung kann dann nur
eine Differentialrente gezahlt werden. Äber statt dies so zu limitieren, he
jumps at once to the conclusion?®, daß-abgesehn von seiner Voraussetzung

1 Zur Verfügung eines Eigentümers - ? „ersten Besiedlung eines Landes“ -° vorhandenen
Bevölkerung - * unbegrenzt —® „reichliche Menge“ -$ „noch nicht angeeignet ist“ -? „jedem
zur Verfügung steht, der sich entschließt, ihn zu bebauen“ - ® die Benutzung des Bodens, keine
Rente — ® unbegrenztes Element - 1% Luft und Wasser - 1! „in unbegrenzter Menge“ -
12 „öffentliches“ - 1° staatliches - 1% Eigentum am Boden - 15 von der gleichen Qualität -
18 Eigentümer von Land - 17 „durch seine Lage besondere Vorteile gewährt“ — 18 weil „Bo-
den nicht in unbegrenzter Menge und von gleicher Qualität vorhanden ist“ - 1? „begrenzt" -
20 springt er sogleich zu der Schlußfolgerung

der Nichtexistenz des Grundeigentums - absolute rent is never paid for the
use of land!, sondern nur Differentialrente.

Der Witz also der: Existiert das Land elementarisch dem Kapital gegen-
über, so bewegt sich dies in der Agrikultur in derselben Weise wie in jedem
andren Industriezweig. Es existiert dann kein Grundeigentum, keine Rente.
Höchstens können, wenn ein Teil des Bodens fruchtbarer als der andre,
Surplusprofite existieren wie in der Industrie. Hier werden sie sich als
Differentialrente fixieren wegen der Naturbasis, die sie in den different
degrees of fertility of the soil? haben.

Ist das Land dagegen 1. limited, 2. appropriiert, findet das Kapital
Grundeigentum als Voraussetzung vor - und dies der Fall da, wo die kapita-
listische Produktion sich entwickelt; wo es die Voraussetzung nicht wie im
alten Europa vorfindet, schafft es sie selbst wie in den United States -, so
ist der Grund und Boden von vornherein nicht ein elementarisches field of
action für das Kapital. Hence® Grundrente, abgesehn von der Differential-
rente. Aber auch die Übergänge von einer Bodenart zur andren, sei es
ascendingf: I, II, III, IV oder descending®: IV, III, II, I, machensich dann
anders als der Fall unter der Ric[ardoschen] Voraussetzung. Denn wie auf I
stößt die Anwendung des Kapitals auf den Widerstand des Grundeigen-
tums in Il, III, IV und ebenso, wenn umgekehrt von IV zu Ill etc. über-
gegangen wird. Es genügt nicht, bei dem Übergang von IV auf Illetc., daß
der Preis von IV hoch genug steige, damit das Kapital mit Durchschnitts-
profit auf III angewandt werden könne. Er muß so hoch steigen, daß Rente
auf III bezahlt werden kann. Wird der Übergang von I zu Il etc. gemacht,
so versteht es sich schon ganz von selbst, daß der Preis, der eine Rente für I
zahlte, für II nicht nur diese Rente, sondern außerdem noch eine Differen-
tialrente zahlt. Durch seine Voraussetzung der Nichtexistenz des Grund-
eigentums hat Ricfardo] natürlich nicht die Tatsache des durch die Existenz
des Grundeigentums und mit ihr gegebnen Gesetzes beseitigt.

Nachdem Ricfardo] eben gezeigt, wie eine Differentialrente unter seiner
Voraussetzung entstehn könnte, fährt er fort:

„Wird Boden dritter Qualität in Kultur genommen, so entsteht auf dem zweiten
sofort Rente und sie wird wie vorher durch den Unterschied der jeweiligen produktiven
Kräfte bestimmt. Gleichzeitig wird auch die Rente der ersten Qualität steigen, denn sie
muß infolge des Unterschiedes im Produkt, das mit der gleichen Menge Kapital und _
Arbeit erzielt wird, immer höher als die Rente der zweiten Klasse sein. Mit jedem

1 absolute Rente niemals für die Benutzung von Grund und Boden gezahlt wird - ? ver-
schiedenen Graden der Fruchtbarkeit des Bodens - ® Daher -* aufsteigend - absteigend

Schritt in der Entwicklung der Bevölkerung, der ein Land veranlaßt, auf Boden schlechterer
Qualität zurückzugreifen,“

(womit aber durchaus nicht gesagt ist, that every step in the progress of
population will oblige a country to have recourse to land. of worse quality!),
„um ihm die Deckung seines Nahrungsmittelbedarfs ||602] zu ermöglichen, wird die
Rente auf dem gesamten fruchtbareren Boden steigen.“ (p.57.)

Dies all right?.

Ricardo geht nun zu Beispiel über. Aber dies Beispiel, von dem später
zu Bemerkenden abgesehn, setzt die descending line? voraus. Dies aber nur
Voraussetzung. Er sagte, um dies zu erschleichen:

„Bei der ersten Besiedlung eines Landes, in dem es eine Fülle reichen und frucht-
baren Bodens gibt, ... [der] noch nicht angeeignet worden ist.“ (p.55.)

Aber der case* würde derselbe, wenn there was®, relativ zu den Kolo-
nisten, „an abundance of poor and sterile soil - not yet appropriated“®. Es
ist nicht die richness oder fertility of the soil”, die vorausgesetzt ist, damit
keine Renten gezahlt werden, sondern daß er illimited® ist, unappropriated?
ist und uniform in quality! sei, whatever might be that quality in respect to
the degree of its fertility!!. Ricfardo] formuliert daher selbst im Fortgang
seine Voraussetzung so:

„Wenn der gesamte Boden die gleichen Eigenschaften besäße, wenn er in der Menge
nicht begrenzt und an Qualität gleich wäre, könnte für seine Benutzung nichts gefordert
werden.“ (p.56.)

Er sagt nicht und kann nicht sagen, if it „were rich and fertile“!?, weil
diese Bedingung absolut nichts mit dem Gesetz zu tun hätte. Wäre das
Land, instead of rich and fertile, poor and sterile!?, so müßte jeder Kolonist
a greater proportion of the whole land!* bebauen, und so würden sie sich
rascher nähern, selbst bei unappropriated land!®, mit dem Wachstum der
Bevölkerung dem Punkt, wo der praktische Überfluß an Land, seine fak-
tische Illimitiertheit, in proportion to population and capital"®, aufhörte.

Nun ist es zwar ganz sicher, daß Kolonisten sicher nicht das unfrucht-
barste, sondern das fruchtbarste Land aussuchen werden. Nämlich das

1 daß jeder Schritt in der Entwicklung der Bevölkerung ein Land veranlassen wird, auf
Boden schlechterer Qualität zurückzugreifen - ? ganz richtig - ® absteigende Linie - * Fall -
5 es dort gäbe -® „eine Fülle an armem und unfruchtbarem Boden, der noch nicht angeeignet
ist" -? der Reichtum oder die Fruchtbarkeit des Bodens -® unbegrenzt -° nicht angeeignet -
10 yon gleicher Qualität — 1! welches immer diese Qualität in bezug auf den Grad seiner
Fruchtbarkeit sein mag - "?wenn er „reich und fruchtbar wäre“ - "anstatt reich und frucht-
bar, arm und unfruchtbar - #einen größeren Anteil des gesamten Bodens - P nicht angeeig-
netem Boden - !® im Verhältnis zur Bevölkerung und zum Kapital

fruchtbarste für die ihnen zu Gebot stehenden Kulturmittel. Aber dies ist
nicht die einzige Schranke ihrer Auswahl. Was für sie zuerst entscheidet, ist
die situation', die situation an der See, großen Strömen etc. Das Land in
Westamerika etc. könnte beliebig fruchtbar sein. Die settlers? setzten sich
natürlich fest in New England, Pennsylvania, North Carolina, Virginia etc.,
kurz an der Ostküste des Atlantik. Suchten sie sich das fruchtbarste Land
aus, so suchten sie sich aber nur das fruchtbarste Land in diesem Rayon aus.
Dies verhinderte sie nicht, später fruchtbareres Land im Westen zu bebauen,
sobald Wachstum der Population, Kapitalbildung, Entwicklung von Kom-
munikationsmitteln, Städtebildung das fruchtbarere Land in diesem ferneren
Rayon ihnen zugänglich machten. Sie suchen nicht den fruchtbarsten Rayon,
sondern den bestgelegnen Rayon, und innerhalb dieses natürlich das - unter
sonst gleichen Bedingungen der Lage - fruchtbarste Land. Dies beweist aber
sicher nicht, daß vom fruchtbareren Rayon zum unfruchtbaren Rayon
übergegangen wird, sondern nur, daß im selben Rayon - gleiche Lage vor-
ausgesetzt — das fruchtbarere Land natürlich früher bebaut wird als das
unfruchtbare.

Ricardo aber, nachdem er die „abundance of rich andfertileland“ richtig
in land of the „same properties, unlimited in quantity, uniform in quality“*
verbessert hat, kommt zum Beispiel und jumps® von da in die erste falsche
Voraussetzung zurück.

„Der fruchtbarste und bestgelegene Boden wird zuerst bebaut.“ (l.c. p.60.)

Er fühlt das Schwache und Falsche und setzt daher zu dem „most fertile
land“® die neue Bedingung hinzu: „and most favorably situated“”, die fehlte
beim Ausgang. „The most fertile land within the most favourable situation“®
müßte es doch offenbar heißen, und der Blödsinn kann doch nicht so weit
gchn, daß der Rayon des Landes, der zufällig most favourably situated ist
für die newcomers”, um sie in contact mit dem Mutterland und the old
folks at home!” und der Außenwelt zu halten, „the most fertile region“ in
dem ganzen von den Kolonisten noch nicht explorierten und nicht explo-
rierbaren Land ist.

Die Annahme der descending line!!, der Übergang von dem mehr
fruchtbaren zu dem minder fruchtbaren Rayon ist also ganz erschlichen.

1 Lage - 2 Ansiedler - ? „Fülle an reichem und fruchtbarem Boden “ - * in Boden von
„gleichen Eigenschaften, in unbegrenzter Menge, von gleicher Qualität“ -° springt -° „frucht-
barsten Boden“ - ? „und der am günstigsten gelegene“ - ® „Der fruchtbarste Boden in der
günstigsten Lage“ - ? Neuankommenden - 1° den alten Freunden in der Heimat - "! ab-
steigenden Linie

Was gesagt werden kann, ist bloß das: In dem erst kultivierten, weil most
favorably situated rayon!, wird keine Rente gezahlt, bis innerhalb dieses
Rayons von dem fruchtbareren zu minder fruchtbarem Boden übergegan-
gen wird. Wird aber nun zu einem zweiten fruchtbarern Rayon als der erste
war übergegangen, so ist dieser der Voraussetzung nach worse situated?. Es
ist daher möglich, that the greater fertility of the soil is more than counter-
balanced by the greater disadvantage of the situation®, und in diesem Falle
wird das Land of*Rayon I fortfahren, Rente zu zahlen. Daaber die „situation“
ein mit der ökonomischen Entwicklung historisch wechselnder Umstand
ist und mit Anlage von Kommunikationsmitteln, Bildung neuer Städte etc.,
Wachstum der Bevölkerung sich fortwährend verbessern muß, so ist klar, daß
das in Rayon II produzierte Produkt by and by? zu einem Preis auf den
Markt gebracht wird, der die Rente im Rayon I wieder senken muß (für
dasselbe Produkt), und daß er nach und nach als the more fertile soil® sich
herausstellt, in demselben Maß wie das disadvantage of situation? ver-
schwindet.

1603| Es ist daher klar,

daß da, wo Ric[ardo] selbst die Bedingung für das Entstehen der Differen-
tialrente richtig und allgemein ausspricht: „all land ... of the same proper-
ties ... unlimited in quantity ... uniform in‘quality"®, der Umstand des Über-
gangs von fruchtbarerem zu unfruchtbarerem Land nicht eingeschlossen ist,

daß dies auch historisch für das settlement? der United States, das er
mit A.Smith im Aug hat, falsch ist, weswegen der in diesem Punkt be-
rechtigte Gegensatz Careys,

daß er selbst wieder die Sache umwirft durch den Beisatz der „situa-
tion“: „Ihe most fertile, and most favorably situated, land will be first
eultivated“!,

daß er seine willkürliche Voraussetzung beweist durch ein Beispiel, worin
das zu Beweisende unterstellt ist, nämlich der Übergang von dem besten zu
dem graduell schlechtern Boden,

daß er endlich {allerdings schon with an eye to the explanation of the
tendency in the general rate of profit to fall!}} dies voraussetzt, weil er sich

! am günstigsten gelegenen Rayon - ? schlechter gelegen - ® daß die größere Fruchtbarkeit
des Bodens mehr als aufgewogen wird durch die größeren Nachteile der Lage -* des-® nach
und nach - $ der fruchtbarere Boden - ? der Nachteil der Lage -® „jeder Boden ... von der
gleichen Eigenschaft ... in unbegrenzter Menge ... von gleicher Qualität“ -° die Besiedlung -
10 „Der fruchtbarste und am günstigsten gelegene Boden wird zuerst bebaut werden - I mit
Rücksicht auf die Erklärung der Tendenz der allgemeinen Profitrate, zu fallen

sonst die Differentialrente nicht erklären kann, obgleich diese ganz unab-
hängig von dem Umstand, ob von 1 zu II, III, IV oder von IV zu III, Il, I

übergegangen wird.

### [2. Ricardos Behauptung, daß die Differentialrente
unmöglich den Getreidepreis beeinflussen kann.
Die absolute Rente als Ursache der Erhöhung der Preise
für landwirtschaftliche Produkte]

In dem Beispiel sind 3 Sorten Land unterstellt, Nr.1, 2, 3, die mit
gleicher Kapitalanlage liefern [ein Nettoprodukt von] 100, 90, 80 qrs. of
corn. Nr. | wird zuerst bebaut „in a new country, where there is an abun-
dance of fertile land compared with the population, and where therefore it
is only necessary to cultivate No.1“!. (p.57.) In diesem Fall gehört das
„whole net produce“? dem „cultivator“ und „will be the profits of the stock
which he advances“?. (p.57.) Dies auch hier {wir sprechen nicht von plan-
tations?} öklich, daß dieses „net produce“ sofort als profit of stock? be-
trachtet wird, obgleich hier keine kapitalistische Produktion vorausgesetzt.
Doch mag der Kolonist als aus „the old country“® kommend, es selbst so
betrachten. Wächst Bevölkerung nun so weit, daß Nr.2 bebaut werden
muß, so trägt Nr. | eine Rente von 10 qrs. Es ist hier natürlich unterstellt,
daß die quantity of? Nr.2 und Nr.3 „unappropriated“® und, in proportion
to population and capital, praktisch „unlimited“! geblieben ist. Sonst
könnte die Sache anders zugehn. Also unter dieser Voraussetzung wird
Nr. Rente von 10 ars. tragen:

„Denn entweder muß es für landwirtschaftliches Kapital zwei Profitraten geben,
oder es müssen zehn Quarter, oder der Wert von zehn Quartern, für irgendeinen ande-
ren Zweck von dem auf Nr. | erzielten Produkt in Abzug gebracht werden. Gleichgültig,
ob der Grundeigentümer oder irgendein anderer Nr. | bebaut, diese zehn Quarter stellen
immer Rente dar; denn der Bebauer von Nr.2 wird mit seinem Kapital dasselbe Resul-
tat erzielen, ob er nun Nr. bebaut und 10 Quarter Rente zahlt, oder ob er weiterhin

Nr.2 bebaut und keine Rente zahlt.“ (p.58.)

1 ‚in einem neuen Land, in dem es eine Fülle an fruchtbarem Boden im Verhältnis zur
Bevölkerung gibt und es daher nur notwendig ist, Nr. | zubebauen“ -° „ganze Nettoprodukt“ -
® „wird den Profit für das von ihm vorgeschossene Kapital bilden“ - * Plantagen - ® Kapital-
profit - ® „dem alten Land“ - ? [Boden]menge von - $ „nicht angeeignet“ - ° im Verhältnis
zu Bevölkerung und Kapital - 1% „unbegrenzt“

In fact, there would be two rates of profit in agricultural capital!, d.h.
Nr. lieferte einen Surplusprofit (der sich als Rente konsolidieren kann in
diesem case) of 10 qrs. Daß aber innerhalb derselben Produktionssphäre on
capital of the same description, hence on agricultural capital? nicht zwei,
sondern viele very different rates of profits® nicht nur möglich, sondern un-
vermeidlich sind, sagt Rie[ardo] selbst gleich 2 Seiten später:

„Der fruchtbarste und bestgelegene Boden wird zuerst bebaut, und der Tausch-
wert seines Produktes wird in der gleichen Weise wie der Tauschwert aller anderen
Waren bestimmt, nämlich durch das gesamte Quantum Arbeit, das in verschiedenen
Formen von Anfang bis zu Ende notwendig ist, um es zu produzieren und auf den
Markt zu bringen. Sobald Boden von geringerer Qualität in Bebauung genommen wird,
wird der Tauschwert der Rohprodukte steigen, da mehr Arbeit zu ihrer Erzeugung er-
forderlich ist. Der Tauschwert aller Waren, ob sie industriell erzeugt werden oder das
Produkt des Bergbaus oder des Bodens sind, wird nicht durch die geringere Quantität
Arbeit bestimmt, die zu ihrer Produktion unter sehr günstigen Bedingungen ausreicht und
in deren Genuß ausschließlich diejenigen kommen, die besondere Produktionsleichtigkeiten
haben, sondern durch die größere Menge Arbeit, die notwendigerweise von denen bei ihrer
Produktion aufgewendet werden muß, die solche Erleichterungen nicht besitzen - von den-
jenigen, die sie dauernd unter den ungünstigsten Bedingungen produzieren; das bedeutet,
unter den ungünstigsten Bedingungen, unter denen die Produktion im Hinblick auf
die verlangte Produktenmenge“ {beim alten Preis} „notwendigerweise weitergeführt
werden muß.“ (p.60, 61.)

Also in jeder besondern Industrie nicht nur two, sondern many rates of
profit, that is to say, deviations of the general rate of profit?.

Auf die weitere Illustration des Beispiels (p.58, 59), wo es sich um den
Effekt verschiedner Dosen Kapital on the same land® handelt, hier nicht
einzugehn. Nur die 2 Sätze:

[1.] „Rente ist immer die Differenz zwischen dem Produkt, das man durch An-
wendung von zwei gleichen Mengen Kapital und Arbeit erhält.“ (p.59.)

D.h., es existiert nur die Differentialrente (nach der Voraussetzung, daß
kein Grundeigentum existiert). Denn:

[2.] „zwei Profitraten kann es nicht geben.“ (p.59.)

„Es stimmt, daß das gleiche Produkt auf dem besten Boden mit derselben Arbeit
wie früher erreicht wird, aber sein Wert wird sich infolge der verringerten Erträge er-
höhen, die jene erzielen, welche neue Arbeit und neues Kapital auf dem weniger frucht-

X In Wirklichkeit würde es zwei Profitraten vom landwirtschaftlichen Kapital geben -
2 auf Kapital derselben Art, daher auf landwirtschaftliches Kapital - ® sehr verschiedene
Profitraten — * zwei - ®viele Profitraten, sozusagen Abweichungen von der allgemeinen Profit-

rate - auf demselben Boden

baren Boden verwenden. Obwohl also die Vorteile von fruchtbarem über minderwerti-
gen Boden auf keinen Fall verlorengehen, sondern nur vom Bebauer oder dem Kon-
sumenten auf den Grundeigentümer übertragen werden, so wird doch - da auf den min-
derwertigeren Böden mehr Arbeit erforderlich ist, und wir nur von solchem Land unsere
zusätzliche Belieferung mit Rohprodukten ermöglichen können - der relative Wert jenes
Produktes ständig über seinem früheren Stand verharren und gegen mehr Hüte,
Kleider, Schuhe usw. ausgetauscht werden, zu deren Produktion kein solches zusätz-
liches Arbeitsquantum nötig ist. (p.62, 63.)

Der Grund für das Steigen des relativen Wertes von Rohprodukten ist also, daß mehr
Arbeit bei der Produktion des zuletzt gewonnenen Teiles aufgewendet wird, und nicht,
daß dem Grundeigentümer eine Rente gezahlt wird. Der Wert des Getreides wird. durch die
Quantität Arbeit bestimmt, die bei seiner Produktion auf Boden von jener Qualität oder
mit dem Teil des Kapitals, der keine Rente bringt, aufgewendet wird. Der Preis des
Getreides ist nicht hoch, weil eine Rente gezahlt wird, sondern eine Rente wird gezahlt, weil
der Preis des Getreides hoch ist. Es ist mit Recht festgestellt worden, daß auch dann keine
Verminderung des Getreidepreises eintreten würde, wenn die Grundeigentümer auf ihre ge-
samte Rente verzichten. Ein solcher Schritt würde es nur einigen Farmern ermöglichen,
wie Herren zu leben, er würde aber nicht das Quantum Arbeit vermindern, das not-
wendig ist, um auf dem am wenigstens ergiebigen bebauten Boden Rohprodukte zu
erzeugen.“ (p.63.)

Nach meiner frühren Entwicklung nicht weiter nötig, auszuführen die
Falschheit des Satzes, that „the value of corn is regulated by the quantity of
labour bestowed on its production on that quality of land, ... which pays no
rent“, Ich habe gezeigt, daß, ob die letzte Bodenart Rente zahlt, keine
zahlt, die ganze absolute Rente zahlt, Teil davon zahlt oder außer der abso-
luten Rente noch Differentialrente zahlt (bei der ascending line?), teils von
der line of direction? abhängt, whether it is ascendant or descendingf, unter
allen Umständen abhängt vom Verhältnis der composition of agricultural
capital as compared with the composition of not agricultural capital® und
daß, die absolute Rente infolge der Differenz dieser composition einmal
vorausgesetzt, die obigen cases® vom Stande des Marktes abhängen, daß
aber namentlich der Riclardosche] Fall nur unter zwei Umständen ein-
treten kann (obgleich auch dann noch fermage, although no rent can be
paid”), entweder wenn landed property does not exist, either in law or in

1 daß „der Wert des Getreides durch die Quantität Arbeit bestimmt wird, die bei seiner
Produktion auf Boden von jener Qualität, ... der keine Rente bringt, aufgewendet wird" -
2 aufsteigenden Linie - ? Linie der Richtung - * ob sie aufsteigend oder absteigend ist -° Zu-
sammensetzung des landwirtschaftlichen Kapitals verglichen mit der Zusammensetzung des
nichtlandwirtschaftlichen Kapitals - * Fälle - ” Pachtzins, wenn auch keine Rente gezahlt
werden kann

fact!, oder wenn das beste Land eine additional supply? liefert, die nur bei
Senkung des Marktwerts can find its place within the market®.

Aber außerdem noch mehreres falsch oder einseitig im obigen passage.
Raw produce* kann, außer der obigen Ursache, rise in comparative value?,
was hier nichts als Marktwert bedeutet, wenn es bisher unter seinem Wert,
vielleicht unter seinem Kostenpreis verkauft war, was in a certain state of
society, wo die Produktion des raw produce noch hauptsächlich auf Sub-
sistenz des cultivator gerichtet, stets der Fall (auch, wie im Mittelalter,
wenn das städtische Produkt sich Monopolpreis sichert); zweitens, wenn es
noch nicht, im Unterschied zu den andren Waren, die zu ihrem Kostenpreis
verkauft werden, zu seiner value verkauft wird.

Endlich richtig von der Differentialrente, daß es gleichgültig für den Preis
des corn, ob der landlord foregoes it” und der farmer pockets it®. Falsch für
die absolute Rente. Falsch, daß hier die landed property® nicht enhances the
price of the raw produce!®. Solches geschieht vielmehr, weil die Intervention
der landed property causes that the raw produce is sold at its value which ex-
ceeds its cost-price'!. Gesetzt, wie oben, das durchschnittlichenotagricultural
capital = C®° V20, der Mehrwert = 50 p.c., so Profitrate = 10 und Wert des
produce = 110. Dagegen dasagricultural | capital = CV®, Wert = 120.
Zu diesem Wert wird das raw produce verkauft. Existiert das Grundeigentum
gesetzlich nicht - oder faktisch nicht wegen der relative abundance of land"?
wie in Kolonien, so würde es verkauft zu 115. Nämlich von dem ersten Kapi-
talund dem zweiten der Gesamtprofit (für die 200) = 30, also Durchschnitts-
profit = 15. Das not agricultural produce würde = 115 verkauft werden statt
110; dasagricultural produce = 115 statt 120. Also würde das agricultural pro-
duce um !/ia fallen in seiner relative value!? zum nicht agricultural produce;
für beide Kapitalien aber - oder das Gesamtkapital - agricultural as well as
industrial!*- der Durchschnittsprofit steigen um 50 p.c., von 1Oauf 15. |605]] Ricardo sagt von seiner eignen Auffassung der Rente:

„Ich betrachte sie immer als Ergebnis eines teilweisen Monopols, das niemals wirk-
lich den Preis bestimmt“

. X Grundeigentum weder gesetzlich noch tatsächlich vorhanden ist - ? zusätzliche Zufuhr -
3 auf dem Markt untergebracht werden kann - * Rohprodukt - ® steigen im komparativen
Wert - ® in einem bestimmten Stadium der Gesellschaft - ? darauf verzichtet - 8 sie ein-
steckt -° das Grundeigentum -1° den Preis des Rohprodukts erhöht -"! des Grundeigentums
bewirkt, daß das Rohprodukt zu seinem Wert verkauft wird, der seinen Kostenpreis übersteigt -
12 des relativen Überflusses an Boden - 1? seinem relativen Wert - * das landwirtschaftliche
so gut wie das industrielle

(also nie wirkend als ein monopoly", also auch nie result? des monopoly.
Result des monopoly könnte bei ihm nur sein, daß der owner? der bessern
Bodenarten die Rente einsteckt, statt des Pächters),

„sondern eher dessen Wirkung ist. Würden die Grundeigentümer auf alle Rente ver-
zichten, so meine ich, daß die auf dem Boden produzierten Waren nicht wohlfeiler
würden, weil es immer einen Teil der gleichen auf dem Boden produzierten Waren
gibt, für den keine Rente gezahlt wird oder werden kann, weil das überschüssige Produkt
nur für die Zahlung des Kapitalprofits ausreicht.“ (Riclardo] „Princ.“ l.c. p.332, 333.)

Hier surplus produce = dem excess*über das vom Salair absorbierte Pro-
dukt. Rlicardo]s Behauptung nur richtig, nämlich den Fall vorausgesetzt,
daß certain land never pays rent?, wenn dies Land oder rather® sein Produkt
den Marktwert reguliert. Zahlt dagegen sein Produkt no rent, weil der Markt-
wert vom fruchtbareren Boden reguliert ist, so beweist dieses fact nichts.

In der Tat, würde die Differentialrente „relinquished by landlords“”, so
käme dies den Pächtern zugut. Dagegen das Aufgeben der absoluten Rente
würde den Preis der Agrikulturprodukte senken und den der Industrie-

produkte so weit erhöhn, als der Durchschnittsprofit durch diesen Prozeß
wüchse. „Das Steigen der Rente ist immer das Ergebnis des zunehmenden Reichtums
des Landes und der Schwierigkeit der Beschaffung von Nahrungsmitteln für seinegewachsene
Bevölkerung.“ (p.65, 66.)

Falsch das letztre.

„Der Reichtum wächst am schnellsten in jenen Ländern, in denen der verfügbare
Boden am fruchtbarsten und die Einfuhr am wenigsten beschränkt ist, wo die Produk-
tion ohne eine proportionale Zunahme des Arbeitsquantums durch Verbesserungen
der Bewirtschaftung vervielfacht werden kann und wo daher die Zunahme der Rente nur
eine langsame ist.“ (p.66, 67.)

Der absolute amount of rent? kann auch wachsen, wenn die Rentrate
dieselbe bleibt und bloß das in der agriculture angelegte Kapital mit dem
growth of population? wächst; er kann wachsen, wenn auf I keine Rente,
auf II nur Teil der absolute rent gezahlt wird, aber die Differentialrente
infolge ihrer relativen Fruchtbarkeit sehr gestiegen ist etc. (sieh die

Tabelle)"®,

3 Monopol - ? Resultat - ° Eigentümer - * Überschuß - ® ein bestimmter Boden niemals
Rente bezahlt - $ vielmehr - ? „von den Landlords verzichtet“ — ® die absolute Masse der
Rente - ? Wachsen der Bevölkerung - 1 siehe die Einlage zwischen den Seiten 260 und 261
des vorl. Bandes

### [3. Smiths und Ricardos Auffassung vom „natürlichen Preis“
des landwirtschaftlichen Produkts]

„Wäre ein hoher Preis des Getreides Ergebnis und nicht Ursache der Rente, so
würde der Preis von einer hohen oder niedrigen Rente entsprechend beeinflußt, und die
Rente wäre ein Bestandteil des Preises. Jedoch ist das mit dem größten Aufwand an Arbeit
produzierte Getreide der Regulator des Getreidepreises und die Rente wird und kann
nicht im geringsten als Bestandteil in ihn eingehen. ...Rohmaterial geht in die Zu-
sammensetzung der meisten Waren ein, aber der Wert dieses Rohmaterials wird ebenso
wie der des Getreides durch die Produktivität des Kapitalteiles bestimmt, der zuletzt
auf dem Boden verwendet wurde und keine Rente abwirft. Deshalb ist die Rente kein Be-
standteil des Preises der Waren.“ (p.67.)

Hier ist viel Konfusion infolge von Durcheinanderwerfen von „natural
price“ (denn von diesem Preis ist hier die Rede) und von value. Ric[ardo]
hat diese Konfusion von Smith adoptiert. Bei dem letztern ist sie relativ
richtig, weil und insoweit Smith seine eigne richtige Erklärung der value
aufgibt. Weder die Rente, noch der Profit, noch der Arbeitslohn bilden a
component part of the value of a commodity!. Umgekehrt. Die value of a
commodity being given the different parts into which that value may be
divided, belong either to the category of accumulated labour (constant ca-
pital) or wages or profit or rent.? Dagegen mit Bezug auf den natural price
oder Kostenpreis kann Smith sprechen von seinen component parts? als ge-
gebnen Voraussetzungen. Nur durch Verwechslung von natural price und
value überträgt er dies auf die value der commodity?.

Abgesehn von dem Preis des Rohmaterials und der Maschinerie (kurz
des konstanten Kapitals), der dem Kapitalisten in jeder besondren Pro-
duktionssphäre als von außen gegeben erscheint, mit einem bestimmten
Preis in seine Produktion eingeht, hat er bei Festsetzung des Preises seiner
Ware zweierlei zu tun: den Preis des Arbeitslohns zuzuschlagen, und dieser
erscheint ihm auch (within certain limits?) als gegeben. Bei dem natural
price der Ware handelt es sich nicht um den Marktpreis, sondern um
den Durchschnittsmarktpreis während einer längren Periode oder um das

1 einen Bestandteil des Werts einer Ware -* Der Wert einer Ware gegeben, gehören die ver-

schiedenen Teile, in die der Wert gespalten werden kann, entweder in die Kategorie der auf-
gehäuften Arbeit (konstantes Kapital) oder in die von Arbeitslohn, Profit oder Rente. — ? Be-
standteilen - * den Wert der Ware - ° innerhalb bestimmter Grenzen

Zentrum, um welches der Marktpreis gravitiert. Also ist hier der Preis des
Arbeitslohns im ganzen gegeben durch die value des Arbeitsvermögens. Die
Profitrate aber - die natural tax of profit - ist gegeben durch den Wert der
Totalität der Waren, die die Totalität der in der not agricultural industry
angewandten Kapitalien schafft. Es ist nämlich der Überschuß dieses Werts
über den Wert des konstanten Kapitals, der in der Ware enthalten ist + dem
Wert des Arbeitslohns. Der Gesamtmehrwert, den jenes Gesamtkapital
schafft, bildet den absolute amount of profit. Die Proportion dieses absolute
amount to the whole capital advanced determines the general rate of profit!.
Also erscheint auch diese general rate of profit nicht nur dem einzelnen
Kapitalisten, sondern dem Kapital in jeder besondren Produktionssphäre, als
äußerlich gegeben. Zu dem Preis der avances in raw material? etc., |
die im Produkt enthalten, und dem natural price of wages?, hat er also hinzu-
zuaddieren den general profit, say of 10 p.c., to form thus - as it must
appear to him - by way of addition of component parts, or by composition,
the natural price of a commodity*. Ob der natural price bezahlt wird, mehr
oder weniger, hängt vom jedesmaligen Stand des Marktpreises ab. In den
Kostenpreis, als unterschieden von der value, geht nur Salair und Profit ein,
die Rente nur, soweit sie in den price der avances von Rohmaterial, Ma-
schinerie etc. schon eingegangen ist. Also nicht als Rent für den Kapita-
listen, dem überhaupt der price of raw produce, machinery°, kurz, des kon-
stanten Kapitals als ein Ganzes erscheint, das vorausgesetzt ist.

Die Rente geht nicht als component part in den Kostenpreis ein. Wird
unter besondren circumstances® das Agrikulturprodukt zu seinem Kosten-
preis verkauft, so existiert keine Rente. Das Grundeigentum existiert ökono-
misch dann nicht für das Kapital, nämlich nicht, wenn das Produkt der
Bodenart, die zum Kostenpreis verkauft, den Marktwert des Produkts der-
selben Sphäre regelt. (Anders verhält es sich [bei] I, Tabelle DP°.)

Oder die (absolute) Rente existiert. In diesem Fall wird das Agrikultur-
produkt über seinem Kostenpreis verkauft. Es wird zu seinem Wert verkauft,
der über seinem Kostenpreis steht. In den Marktwert des Produkts geht aber
die Rente ein oder bildet vielmehr einen Teil derselben. Dem Pächter er-
scheint sie aber ebensoschr als gegeben wie der Profit dem Industriellen. Sie

1 dieser absoluten Masse zu dem vorgeschossenen Gesamtkapital bestimmt die allgemeine
Profitrate -? Auslagen in Rohmaterial — 3 natürlichen Preis der Löhne - * allgemeinen Profit,
sage von 10 Prozent, um so, wie es ihm scheint, auf dem Wege der Addition der Bestandteile
oder durch ihre Vereinigung den natürlichen Preis einer Ware zu bilden - ® Preis des Roh-
produkts, Maschincrie - € Uinständen

ist gegeben durch den Überschuß des Werts des Agrikulturprodukts über
seinen Kostenpreis. Der Pächter aber rechnet ganz wie der Kapitalist: First
die advances', zweitens der Arbeitslohn, drittens der Durchschnittsprofit,
endlich die Rente, die ihm ebenfalls als gegeben erscheint. Dies ist für ihn
der natural price of wheat £.1.2. Ob er ihm bezahlt wird, hängt wieder von
dem jedesmaligen state of the market? ab.

Wird der Unterschied von Kostenpreis und value sachgemäß festgehalten,
so kann Rente niemals in den Kostenpreis eingehn als constituent part*, und
von constituent parts kann nur beim Kostenpreis im Unterschied zur value
der commodity die Rede sein. (Die Differentialrente wie der Surplusprofit
geht nie in den cost-price ein, weil sie stets nur entweder excess of the
market cost-price®0 over individual cost-price, or excess of the market
value over individual value? ist.)

Riclardo] hat also der Sache nach recht, wenn er A.Smith gegenüber
behauptet, die Rente gehe nie in den Kostpreis ein. Aber er hat wieder un-
recht, weil er dies beweist nicht dadurch, daß er cost-price von value unter-
scheidet, sondern dadurch, daß er sie mit A. Smith identifiziert, denn weder
Rente, noch Profit, noch Arbeitslohn bilden constituent parts of value, al-
though value is dissolvable into wages and profits and rent®, und zwar in alle
3 Teile gleichberechtigt, wern sie alle 3 existieren. Das Räsonnement von
Ricfardo] ist dies: Die Rente bildet no constituent part of the natural price of
agricultural produce’, weil der Preis des Produkts des schlechtesten Bodens
= dem Kostenpreis dieses Produkts, = dem Wert dieses Produkts, [der] den
Marktwert des agricultural produce bestimmt. Also die Rente bildet keinen
part of the value®, weil sie keinen part of the natural price bildet und dieser
= value ist. Dies aber ist eben falsch. Der Preis des Produkts, das auf
dem schlechtesten Boden gebaut ist, ist = seinem Kostenpreis, entweder
weil dies Produkt unter seinem Wert verkauft wird, also nicht wie RicJardo]
sagt, weil es zu seinem Wert verkauft wird, oder weil das Agrikultur-
produkt zu der Sorte Waren gehört, zu der Klasse, bei denen ausnahmsweise
value und Kostpreis identisch sind. Dies der Fall, wenn der Mehrwert,
der in einer besondren Produktionssphäre mit gegebnem Kapital, z.B. 100,

1 Erstens die Auslagen - ? natürliche Preis des Weizens z.B. - ? Stand des Marktes -
% konstituierender Teil -5 Überschuß des Marktkostenpreises über den individuellen Kosten-
preis oder Überschuß des Marktwertes über den individuellen Wert [in der Handschrift:
excess of individual cost-price over the market cost-price, or excess of individual value over
the market value] - ® konstituierende Teile des Werts, obwohl sich der Wert in Arbeitslohn,
Profit und Rente auflösen läßt — ? keinen konstituierenden Teil des natürlichen Preises des

landwirtschaftlichen Produkts - ® Teil des Werts

gemacht wird, zufällig der Mehrwert, der auf denselben aliquoten Teil des
Gesamtkapitals (100 z.B.) fällt in der Durchschnittsrechnung. Dies also
die Konfusion Riclardo]s.

As to! A.Smith: Soweit er cost-price und value identifiziert, hat er, von
dieser falschen Voraussetzung aus, recht zu sagen, daß rent sowohl als
profit und wages „constituent parts of the natural price“? bilden. Es ist viel-
mehr eine Inkonsequenz von ihm, daß er später bei der Durchführung
wieder behauptet, rent gehe nicht in derselben Weise ein in den natural
price wie wages und profits. Diese Inkonsequenz begeht er, weil die Beob-
achtung und richtige Analyse ihn doch wieder dazu bringt, anzuerkennen,
daß in der Bestimmung des natural price of not agricultural produce und
market valueof agricultural produce? ein Unterschied existiert. Doch darüber
näher, wenn wir von Smiths Renttheorie sprechen.

### [4. Ricardo über Verbesserungen in der Landwirtschaft
und ihren Einfluß auf die Grundrente]

1607| „Wir haben gesehen, daß mit jeder zusätzlichen Kapitalmenge, deren Anlage
auf Boden mit geringerem Ertrag notwendig wird, die Rente steigt.“


(Aber nicht every portion of additional capital yields a less productive
return‘)

„Aus der gleichen Regel ergibt sich, daß beliebige Umstände innerhalb der Gesell.
schaft, die es überflüssig machen, die gleiche Menge Kapital für den Boden aufzuwenden

und die deshalb den zuletzt aufgewendeten Teil produktiver machen, die Rente sinken
lassen.“ (p.68.)

D.h. [Sinken der] absolute rent, nicht notwendig [der] differential rent.
(Sieh Tabelle 2.)

Solche Umstände können sein „reduction in the capital of a country“ ®,
gefolgt durch reduction der Bevölkerung. Aber auch höhere Entwicklung
der productive powers of agricultural labour*.

„Dieselben Folgen können jedoch hervorgerufen werden, wenn sich Reichtum und
Bevölkerung eines Landes vergrößern, diese Vergrößerung aber von derart bemerkens-

1 Was anbelangt -? Arbeitslohn „konstituierende Teile des natürlichen Preises“ - ®natür-
lichen Preises des nichtlandwirtschaftlichen Produkts und des Marktwerts des landwirt-
schaftlichen Produkts - * jede zusätzliche Kapitalmenge liefert einen geringeren Ertrag -
5 „Verminderung des Kapitals eines Landes“ - € Produktivkräfte der Agrikulturarbeit

werten Verbesserungen in der Landwirtschaft begleitet wird, daß sie gleicherweise die
Notwendigkeit verringern, entweder schlechteren Boden zu bebauen oder den gleichen
Betrag an Kapital für die Bebauung der fruchtbaren Bodenteile aufzuwenden.“

(p.68, 69.)

(Sonderbarerweise vergißt hier Ricfardo]: improvements as shall have
the effect of improving the quality of poorer lands and converting these into
richer ones, ein Gesichtspunkt, der bei Anderson vorherrscht.)

Sehr falsch Ric[ardo]s Satz:

„Bei gleicher Bevölkerung kann es keine Nachfrage für eine zusätzliche Menge Ge-

treide geben.“ (p.69.)

Ganz abgesehn davon, daß with a fall in the price of corn an additional
demand for other raw produce, green vegetables, meat etc. will springup?und
daß Schnaps etc. aus dem Korn gemacht werden kann, unterstellt Ricfardo]
hier, daß die ganze population consumes as much corn itlikes. This is false.

(„Unser enormer Zuwachs des Konsums in den Jahren 1848, 1849, 1850 zeigt, daß
wir früher unterernährt waren und daß die Preise durch die unzureichende Zufuhr

hoch gehalten wurden.“ (p.158, F.W.Newman, „Lectures on Pol. Ec.“, Lond. 1851.)
Derselbe Newman sagt:

„Das Argument Ricardos“, that rent cannot enhance price‘, „beruht auf der An-
nahme, daß die Macht, Rente zu fordern, in keinem Fall des realen Lebens die Zufuhr
vermindern kann. Aber warum nicht? Es gibt sehr weite Strecken, die man sofort in An-
bau genommen hätte, wenn dafür nicht Rente hätte gefordert werden können, die aber
künstlich unbebaut gelassen wurden, entweder weil die Grundeigentümer sie mit Vorteil
als Jagdgrund verpachten konnten oder die romantische Wildnis einer kleinen nomi-
nellen Rente vorziehen, die sie allein dafür erhalten würden, daß sie es erlauben, sie

zu bebauen.“ (p. 159.)}

Überhaupt ja falsch, daß, wenn er das land withdraws from the produc-
tion of corn, he may not get a rent by converting it into pasture or building
grounds or as in some countries of High Scotland, into artificial woods for

hunting purposes®.

3 Verbesserungen, die die Wirkung haben sollten, die Qualität der schlechteren Böden zu
verbessern und diese in reichere zu verwandeln - ? mit einem Fallen des Getreidepreises eine
zusätzliche Nachfrage nach anderen Rohprodukten, Gemüse, Fleisch etc. aufkommen wird -
3 Bevölkerung soviel Getreide konsumiert, wie es ihr beliebt. Das ist falsch. -* daß die Rente
den Preis nicht erhöhen kann -® den Boden der Produktion von Getreide entzieht, er keine
Rente erhalten kann durch seine Verwandlung in Weideland oder Baugrund oder, wie in
einigen Gegenden des schottischen Hochlands, in eigens für Jagdzwecke angelegte Wälder

Ricfardo} unterscheidet zweierlei improvements in agriculture!. Die
eine Sorte,

„die die produktiven Fähigkeiten des Bodens erhöhen ... wie ein zweckmäßigerer Frucht-
wechsel oder eine bessere Düngerauswahl. Diese Verbesserungen ermöglichen uns, un-
mittelbar das gleiche Produkt von einer kleineren Bodenfläche zu erhalten.“ (p.70.)

In diesem case muß nach Ric[ardo] die Rente fallen.

„Wenn z.B. die sukzessiven Kapitalteile 100, 90, 80, 70 hervorbringen, so wird
meine Rente, solange ich diese vier Kapitalteile aufwende, 60 sein, oder gleich der
Differenz zwischen

70 und 100 = 30 [ =

70 und %= 20 b

70 und 80=10 während das Produkt ist ns
60 320

Die Rente wird die gleiche bleiben, solange diese Kapitalteile verwendet werden,
obwohl das Produkt jedes einzelnen sich im gleichen Ausmaß vergrößert.“

(Hätte sie an unequal augmentation?, so könnte die Rente trotz der ge-
stiegnen Fruchtbarkeit steigen.)
„Falls das Produkt von 100, 90, 80, 70 auf 125, 115, 105, 95 steigt, so wird die

Rente immer noch 60 betragen oder gleich sein der Differenz zwischen

1608| 95 und 125 = 30 er
95 und 115 = 20 2

95 und 105 = 10 während sich das Produkt auf 440 erhöht hat he

60 5

Aber bei einer derartigen Produktionssteigerung liegt ohne Erhöhung der Nachfrage
kein Anlaß für die Verwendung von so viel Kapital auf dem Boden vor; ein Teil wird
abgezogen, der letzte Kapitalteil wird daher 105 statt 95 einbringen und die Rente wird
auf 30 fallen oder gleich der Differenz sein zwischen

105 ke I = n während das ProduktimmernochdenBedürf- | 115

105 und 115 = u nissen der Bevölkerung entspricht, nämlich 5 105
30 345 Quarter ausmacht 345 A

(p.71, 72.)

1 Verbesserungen in der Landwirtschaft - ? eine ungleichmäßige Steigerung

Abgesehn davon, daß die demand! steigen kann ohne Wachstum der Be-
völkerung bei fallendem Preis (Ricardo selbst nimmt an, daß sie um 5 grs.
gestiegen ist), so geht er ja beständig zu soils decreasing fertility? über, weil
die Bevölkerung jedes Jahr wächst, d.h. der Korn verzehrende, Brot essende
Teil der Bevölkerung, und dieser Teil wächst rascher wie die Bevölkerung
lim Durchschnitt], weil Brot für den größren Teil ein Hauptnahrungs-
mittel bildet. Es ist also nicht nötig, daß die demand nicht gewachsen sei mit
der productivity of capital, also daß die Rente falle. Und sie kann steigen,
wenn das improvement?® die difference in the degree of fertility® ungleich-
mäßig affiziert hat.

Sonst sicher (Tabelle B und E), daß die Zunahme der fertility nicht nur -
bei gleichbleibender demand - den schlechtesten Boden aus dem Markt
werfen kann, sondern selbst einen Teil des Kapitals auf dem beßren Boden
(Tabelle B) can force to withdraw from the production of corn®. In diesem
Falle fällt die Kornrente, wenn die augmentation of produce equal” auf den
verschiednen Bodenarten.

Ric[ardo] kommt nun zu der 2ten Seite von agricultural improve-
ments°.

„Es gibt aber Verbesserungen, die den relativen Wert des Produkts verringern,
ohne die Getreiderente zu vermindern, obwohl sie die Geldrente vom Boden verkleinern.
Solche Verbesserungen erhöhen nicht die produktiven Fähigkeiten des Bodens, sie er-
möglichen uns aber, sein Produkt mit weniger Arbeit zu erhalten. Sie sind mehr auf die
Bildung des für den Boden aufgewendeten Kapitals gerichtet als unmittelbar auf die Be-
bauung des Bodens. Darunter fallen Verbesserungen der landwirtschaftlichen Geräte, wie
:des Pfluges und der Dreschmaschine, wirtschaftlicher Einsatz der im Betrieb ver-
wendeten Pferde sowie verbesserte Kenntnisse der Tierheilkunde. Weniger Kapital, was
das gleiche wie weniger Arbeit ist, wird auf den Boden verwendet; jedoch kann nicht
weniger Boden bebaut werden, um das gleiche Produkt zu erzielen. Ob jedoch Verbesse-
rungen dieser Art die Getreiderente beeinflussen, hängt davon ab, ob die Differenz des
durch die verschiedenen Kapitalteile gewonnenen Produktes sich erhöht, gleichbleibt
oder sich vermindert.“

{Dies hätte Ric[ardo] auch bei der natural fertility of soils® festhalten
sollen. Ob der Übergang zu denselben die Differentialrente vermindert,
gleichläßt oder vermehrt, hängt davon ab, ob die Differenz des Produkts des

1 Nachfrage - ? Böden von abnehmender Fruchtbarkeit - ® Produktivität des Kapitals -
4 die Verbesserung - ® Differenz in dem Grade der Fruchtbarkeit - ® nötigen kann, sich vom
Getreideanbau zurückzuziehen - ” Vermehrung des Produkts gleichmäßig - ® agrikuliurellen
Verbesserungen - ° natürlichen Fruchtbarkeit des Bodens

Kapitals auf diese different more fertile soils! angewandt, be increased,
stationary, or diminished?.}

„Wenn vier Kapitalteile, 50, 60, 70, 80 auf den Boden verwendet werden, von denen
jeder das gleiche Ergebnis liefert, und irgendeine Verbesserung bei der Bildung dieses
Kapitals ermöglicht es mir, 5 von jedem abzuziehen, so daß sie 45, 55, 65 und 75 be-
tragen, so wird keine Veränderung der Getreiderente eintreten. Sind aber die Ver-
besserungen derart, daß sie es mir ermöglichen, die gesamte Finsparung bei dem am
wenigsten produktiv angelegten Kapitalteil vorzunehmen, so wird die Getreiderente
sofort sinken, da die Differenz zwischen dem produktivsten und dem am wenigsten
produktiven 609] Kapitalteil sich verringert; es ist aber diese Differenz, die die Rente
bildet.“ (p. 73, 74.)

Dies richtig für die Differentialrente, die allein bei Ricfardo] existiert.

Dagegen berührt Ricfardo] die wirkliche Frage gar nicht. Um diese zu
lösen, handelt es sich nicht drum, daß der Wert des einzelnen gr. sinkt; auch
nicht drum, ob dasselbe Quantum Land, das Quantum derselben Bodenarten
wie früher bebaut werden muß, sondern ob mit der Verwohlfeilerung des
konstanten Kapitals - das nach der Voraussetzung less labour? kostet -
Verminderung, Vermehrung oder Gleichbleiben des in agriculture employed*
Quantums von immediate labour? verbunden ist. Kurz, ob ein organischer
change® im Kapital vorgeht oder nicht.

Gesetzt, wir nehmen unser Beispiel der Tabelle A (S.574, Heft XD?
und setzen statt Tonnen gr. of wheat.

Hier vorausgesetzt, daß die Komposition des not agricultural capital
= (30 V?%0, die des agricultural capital = C V*0, die Rate des Mehrwerts in
beiden Fällen = 50 p.c. Hence the rent on the latter capital, or the excess
of its value over its cost-price® = 10 1. Also hätten wir:

Klasse Kapital gs. ofcorn Gesamtwert Marktwert Individueller Wert per qr.

per qr.
1. I. 1.
1 100 60 120 2 21. =40sh.
1 100 65 130 2 gl. = 1116/13 sh.
im 100 75 150 2 1/1. = 11.12 sh.
Total 300 200 400

1 verschieden fruchtbareren Böden - ? sich erhöht, gleichbleibt oder sich vermindert -
8 weniger Arbeit - * in der Landwirtschaft angewandten - ® unmittelbarer Arbeit -
6 Wechsel - "siehe die Einlage zwischen den Seiten 260 und 261 des vorl. Bandes - ® Daher ist
die Rente von dem letzteren Kapital oder der Überschuß seines Werts über seinen Kostenpreis

Difterentialwert Kostenpreis per qr. Absolufe Differen- Absolute Difieren-
per qr. Rente tialrente Rente tiairente
L I. yes. gs.
10 /;L=1116%/,5h. 10 0) 5 0
I al. = Piash. Pl. = IL 13Ugsh. 10 10 5 5
II; =85. Wil =11.9% zb. 10 30 5 15
30 40 5 20

Rental Rental
L ars.

110 5
II 20 10
III 40 20

70 35

Um nun das Problem rein zu untersuchen, zu unterstellen, daß die
Größe des in I, II, III angewandten Kapitals durch die Verwohlfeilerung des
konstanten Kapitals (100) gleichmäßig in allen 3 Klassen affiziert werde, denn
die ungleichmäßige Affektion betrifft bloß die Differentialrente, hat mit der
Sache nichts zu tun. Nimm also an, durch improvements! koste dieselbe
Masse Kapital, die früher 100 I., nur mehr 90, würde also reduziert um !/io
oder IOp.c. So fragt es sich, wie ist durch die improvements die Komposi-
tion des agricultural capital berührt?

Bleibt das Verhältnis des in Arbeitslohn angewandten Kapitals [zum
konstanten Kapital] dasselbe, so, wenn 100 = C V?9, so dann 90 = CH! V®#,
und in diesem Falle der Wert der 60 qrs. auf dem Boden I = 108 I. Wäre
aber die Verwohlfeilerung so, daß dasselbe capital constant, das früher 60
kostete, jetzt nur noch 54 kostete, das V (oder das in Arbeitslohn ausgelegte
Kapital) aber nur mehr 32?/, statt 36 (sei ebenfalls um !/,o gesunken). In
diesem Fall statt 100 ausgelegt 86°/,. Die Komposition dieses Kapitals wäre
CH V3%/,. Und auf die 100 gerechnet, wäre die Komposition C°*/, V?"!J,.
Unter diesen Umständen wäre der Wert der 60 qrs. auf I = 102%, I.
Nehmen wir endlich an, obgleich der Wert des konstanten Kapitalsabnehme,
bleibe das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital absolut dasselbe, wachse also
im Verhältnis zum konstanten Kapital, so das ausgelegte Kapital 90 =
C50 V40, die Zusammensetzung auf 100 = CP5°/, V/,,

Sehn wir nun, wie es sich in diesen 3 Fällen mit Korn- und Geldrente

verhält. Im Fall B bleibt Verhältnis von C und V dasselbe, obgleich der Wert

1 Verbesserungen


von beiden abnimmt. In C nimmt der ||610] Wert von C ab, aber verhältnis-
mäßig noch mehr von V. In D nimmt nur der Wert von Cab, nicht der von V.

Stellen wir zuerst die auf der vorigen Seite enthaltne ursprüngliche Tabelle
her [und vergleichen sie dann mit den neuen Tabellen B, C und D, die die
oben dargebrachten Fälle der Veränderungen im Wert der organischen Be-
standteile des landwirtschaftlichen Kapitals illustrieren].!

I|611] Man sieht aus der beistehenden Tabelle:

Ursprünglich in A das Verhältnis CP V*9; das angelegte Kapital in jeder
Klasse 100. Die Rente in Geld = 70 l., in Korn 35 qrs.

In B verwohlfeilert das capital constant, so daß nur 90 I. in jeder Klasse
angelegt, aber im selben Verhältnis verwohlfeilert das variable Kapital, so
daß das Verhältnis dasselbe bleibt. Hier sinkt die Geldrente, die Kornrente
bleibt dieselbe; absolute Rente!!! dieselbe. Geldrente nimmt ab, weil das
angelegte Kapital abnimmt. Kornrente bleibt dieselbe, weil für weniger
Geld mehr Korn im alten Verhältnis [entfällt].

InC Verwohlfeilerung des capital constant; noch mehr nimmt ab das V, so
daß das capital constant relativ verteuert. Die absolute Rente fällt. Kornrente
fällt und Geldrente fällt. Die Geldrente, weil überhaupt das Kapital bedeu-
tend abgenommen, und die Kornrente, weil die absolute Rente gefallen,
während die Differenzen dieselben geblieben, also alle gleichmäßig fallen

In D tritt aber ein ganz umgekehrter Fall ein. Nur das capital constant
fällt, das variable Kapital bleibt dasselbe. Dies war Ric[ardo]s Voraussetzung.
In diesem Fall fällt wegen des Fallens des Kapitals die Geldrente ganz un-
bedeutend, absolut nur um */s, steigt aber bedeutend gegen das ausgelegte
Kapital. Die Kornrente wächst dagegen absolut: Warum? Weil die absolute

Rente gestiegen von 10 auf 122/, p.c., weil V gewachsen gegen C.
Also:

Kapital Abso- Abso- Difie- Abso- Diffe- Rental Rental
lute lute rential- Iute rential-
Rente Rente rente Rente xente
D.C. I. I. qrs. qrs. 1. qrs.
A) cW vn 10 30 40 15 20 70 35
B) C54 v28 (Cooyao) 10 27 36 15 20 63 35

cc vs (CH. Ve") 8, 2 34, 13/5 20 Sf 33/10
D) C5% vA0 (055° var‘) 122/, 33 3623 18 20 69%), 38

* Danach folgen die nebenstehend auf der Einlage wiedergegebenen Tabellen. Einige
Spalten in den Tabellen C und D hat Marx nicht ausgefüllt. Die fehlenden Ziffern wurden
von der Redaktion eingesetzt.

[A] Kapital ars. [Gesamt- [Marktwert] individueller TPifierential- Kostenpreis [Absolute [Differen- (Absolute IDifferen- Rental Rental [Zusammensetzung des Kapitals und Rate wert] Wert] wert} Rentej tialrente] Rente] tialrente] der absoluten Rente}
GW MW mw DW AR DR AR DR
1. L. Iper] ar. iper] ar. Iper} ar. perl qr. 1. L ars. grs. L ars.
I 100 60 120 21. 21. 0 Pol. 10 0 5 0 10 5 CV für 100 [nicht-industrielles Kapital]
= 1116], <h.
1 10 65 130 21. Misl. sl. = 3'/s sh. sl. 10 10 5 5 20 10 CV? für [100] industrielles Kapital
= 11. 16%/,g sh. = 11. 13%/3 sh.
nI 100 7 150 21. sl. 2/;, L.=8sh. ist. 10 30 5 15 40 20 10 p.c. absolute Rente
=1112sh. = 1191), sh.
300 200 400 30 40 15 20 70 35
B Kapital ars. GW MW IwW DW Kostenpreis AR DR AR DR Rental Rental
A L [per] qr. Iperl ar. Iper] qr. Iper} ar. l l. qrs. ars. l. grs.
1% 60 108 Il. = 1116 5h. gl. {) 1Y/o2 =] 9 0 5 0 9 5 CHVS$ für 90
= 11.16 sh. =1113sh
19% 6 117 ML=ll16ch. 1 fggl. Pest 12 ficCh fest 9 9 5 5 18 10 COY& für 100
= 11 18fiash. = 11105 0h
IT % 25 135 Mul=lll6ch fast. Past. =17/s sh. #nzl. 9 27 5 15 36 20 10 p.c. absolute Rente
= 11,8%, sh. = 11.6, sh.
270 200 360 27 36 15 20 6 35
c Kapital as. GW MW IW Dw Kostenpreis AR DR AR DR Rental Rental
2 l Iper] ar. [perl ar. Iper] ar. per] ar. 1. I. grs. grs. 1. ars.
I 60 10% [17/01] [1/ooL] f) yes l. =] Tl v Po 0 Plz Pf CHVRli für 862;
= 11.14; 5h. = 11. 14/,5h. 12. 11775 sh.
11 ug: a Ze 11 57) It?" fioo 2. ost. DR /ze00 1. 117! jan 1. Pils ar) #1 5] N Yu) CRY für 100
= 11.14, sh.] -11.119/,5 5h.] = 2:1/,sh.] = 11. 9% gs5 sh.]
II 86% 75 1281), foot. N%ia5 8. Br/sool. 19/2 1. Til; 2512, #10 115] B3/;0 [19%/,9} Auf 100 = 118°/,. Also 8%/, p.c. die absolute
= 11.14, sh.] = 1. 7%/g5 sh.] = 6°%)/,, sh.] = 11.5%/igs sh.] Rente
29, 200 342 22, 34; 13/9 20 BP 33/9
{D] Kapital grs. GW MW Iw DW Kostenpreis AR DR AR DR Rental Rental
LT. L [per] ar. iper] qr. iper] gr. Iper} ar. l. l. gis. qrs. « grs.
1% 60 110 Bel. Pl. 0 gt. =} 1 0 6 0 1 6 cay® = %
[= 11. 16%; sh] [= 11. 16°, sh.} 11.13 sh. I % 6 119%, el. Tal. yisl = 25h fest. 1 N, 6 Bl 201; 11] CH Var — 100
[= 12. 16%, 5h.] = 11.1311ash.] = 11. 10%3 sh]
TI 90 23 137g el. Ist. Pl = Mash] Tja. n 27/z 6 [15] 381, [21] Auf 100 = 122%/,. 122/g p.c. absolute Rente
[= 11. 162/; sh] = 11. 9/3 sh.] = 11. 6%, sh.]
270 20 366%, 33 36); 18 20 6%, 38

Ricfardo] fährt fort:

„Was die Ungleichheit des Produktes von aufeinanderfolgenden Kapitalteilen ver-
mindert, die auf demselben oder neuen Boden angelegt werden, hat die Tendenz, die
Rente zu senken; und was immer diese Ungleichheit vermehrt, erzeugt notwendigerweise
eine entgegengesetzte Wirkung, hat die Tendenz, sie zu erhöhen.“ (p.74.)

Die inequality can beincreased, while capital is withdrawn and whilessteri-
lity decreases, or even while the less fertile land is thrown out ofthe market!.

{Landlord und Kapitalist. „Morning Star“ vom 15. Juli 1862 in einem
leader?, wessen Pflicht es sei (freiwillig oder gezwungen) die distressed
(infolge des cotton famine und civil war in America) workmen in the cotton
manufacture districts of Lancashire etc. zu support, sagt:

„Diese Leute haben ein gesetzliches Recht auf Unterhaltung aus dem Vermögen,
das sie zumeist mit ihrem Fleiß geschaffen haben... Man sagt, daß die Leute, die durch
das Baumwollgewerbe Reichtum erworben haben, besonders verpflichtet seien, mit
einer großmütigen Hilfe einzugreifen. Kein Zweifel, daß dem so ist... Die Handel-
treibenden und Manufakturisten haben dementsprechend gehandelt... Aber sind das
die einzigen Klassen, die aus der Baumwollmanufaktur Geld gezogen haben? Sicher-
lich nicht. Die Grundeigentümer von Lancashire und North Cheshire haben an dem
so geschaffenen Reichtum einen enormen Anteil gehabt. Und diese Eigentümer er-
freuten sich des besonderen Vorteils, daß sie an dem Reichtum teilnahmen, ohne einen
Handschlag zu tun oder einen Gedanken zu dem Gewerbe beizusteuern, das ihn
schuf ... Der Spinnereibesitzer hat durch sein Kapital, seine Erfahrung und seine un-
ermüdliche Umsicht zur [612] Schaffung dieses großen Gewerbes beigetragen, das jetzt
unter so gewaltigen Schlägen wankt. Der Spinnereiarbeiter gab seine Geschicklichkeit,
seine Zeit und seine körperliche Arbeit; aber was haben die Grundeigentümer von Lan-
cashire gegeben? Gar nichts, buchstäblich gar nichts, und doch haben sie ausgiebigere
Gewinne daraus gezogen als eine der beiden anderen Klassen... Sicher ist die Ver-
mehrung des Jahreseinkommens dieser großen Landlords, die aus dieser einen Ursache
stammt, eine ungeheure, wahrscheinlich macht sie nicht weniger als das Dreifache aus.“

Der Kapitalist ist der direkte Exploiteur der Arbeiter, der direkte, not
only appropriator, but creator of surplus labour“. Da dies aber nur (für den
industriellen Kapitalisten) durch und im Produktionsprozeß geschehn kann,
ist er selbst Funktionär dieser Produktion, ihr director. Der landlord da-
gegen besitzt im Grundeigentum (für die absolute Rente) und in der natür-
lichen Verschiedenheit der Bodenarten (Differentialrente) einen Titel, der

1 Ungleichheit kann wachsen, während Kapital zurückgezogen wird und die Unfrucht-
barkeit abnimmt oder selbst während weniger fruchtbarer Boden aus dem Markt geworfen
wird - ? Leitartikel - ® notleidenden (infolge der Baumwollnot und des Bürgerkriegs in
Amerika) Arbeiter in den Distrikten der Baumwollmanufaktur Lancashires etc. zu unter-
stützen - * nicht bloßer Aneigner, sondern Hervorbringer der Mehrarbeit

ihn befähigt, einen Teil dieser surplus labour! oder der surplus value?, zu
deren Direktion und Kreation er nichts beiträgt, in die Tasche zu stecken.
In Kollisionsfällen betrachtet ihn der Kapitalist daher als bloße superfeta-
tion?, ein Sybaritengewächs, Schmarotzerpflanze der kapitalistischen Pro-
duktion, die Blattlaus, die ihm im Pelz sitzt.}

Ch. III „On the Rent of Mines“.

Hier wieder:

„diese Rente“ (of mines) „ist ebenso wie die Bodenrente Ergebnis, niemals aber Ursache
des hohen Wertes ihrer Produkte.“ (p. 76.)

Mit Bezug auf die absolute Rente ist sie weder effeci* noch cause of the
„high value“, sondern effect of the excess of value over cost-price. That this
excess is paid for the produce of the mine, or the land, and thus absolute
rent becomes formed, is the effect, not of that excess, because it exists for a
whole class of trades, where it is not entered into the price of the produce
of those particular trades, but is the effect of landed property.

In regard to differential rent it may be said, that it is the effect of „high
value“; so far as by „high value“ is understood the excess of the market
value of the produce over its real or individual value, for the relatively more
fertile classes of land or mine.

That Ric[ardo] understands by the „exchangeable value“ regulating the
produce of the poorest land or mine, nothing but cost-price, by cost-price
nothing but the advances + the ordinary profit, and that he falsely identifies
this cost-price with real value, will be also seen from the following passage®:

„Das aus dem unergiebigsten, noch betriebenen Bergwerk gewonnene Metall muß
mindestens einen Tauschwert besitzen, der nicht nur ausreicht, um allen denen, die
darin arbeiten und das Produkt auf den Markt bringen, die von ihnen verbrauchte Klei-

1 Mehrarbeit -?des Mehrwerts - ? Auswuchs - * Folge - 5 Ursache des „hohen Werts“ -
6 Folge des Überschusses des Werts über den Kostenpreis. Daß dieser Überschuß für das
Produkt der Mine oder des Bodens bezahlt und so absolute Rente gebildet wird, ist die Folge
nicht dieses Überschusses, weil er für eine ganze Klasse von Gewerbezweigen existiert, wo er
jedoch nicht in den Preis des Produkts dieser einzelnen Gewerbezweige eingeht, sondern ist
die Folge des Grundeigentums.

In bezug auf die Differentialrente kann man sagen, daß sie die Folge des „hohen Werts“
ist, insofern man unter „hohem Wert“ den Überschuß des Marktwerts des Produkts über
seinen realen oder individuellen Wert versteht, der für die relativ ergiebigeren Bodenklassen
oder Mine besteht.

Daß Ricardo unter dem „Tauschwert“, der für das Produkt des unergiebigsten Bodens
oder Mine maßgebend ist, nichts anderes versteht als den Kostenpreis und unter dem Kosten-
preis nichts anderes als das vorgeschossene Kapital+ den gewöhnlichen Profit, und daß er
fälschlich diesen Kostenpreis mit dem realen Wert gleichsetzt, kann man auch aus folgender
Stelle ersehen:

dung, Nahrungsmittel und anderen lebensnotwendigen Güter zu verschaffen, sondern
auch, um demjenigen, der das für den Betrieb erforderliche Kapital vorschoß, den all-
gemein üblichen Profit abzuwerfen. Der Kapitalertrag des unergiebigsten Bergwerkes,
das keine Rente abwirft, wird die Rente aller anderen, ergiebigeren Minen bestimmen.
Es wird angenommen, daß dieses Bergwerk den gewöhnlichen Kapitalprofit abwirft. Alles,
was die anderen Bergwerke darüber hinaus einbringen, muß notwendigerweise den
Eigentümern als Rente bezahlt werden.“ (p. 76, 77.)

Hier also mit dürrem Wort: Rent = excess of the price (exchangeable
value hier dasselbe) of the agricultural produce over its cost-price, that is over
the value of capital advanced + the usual (average) profits of stockt. Ist
also der Wert des agricultural produce höher als its cost-price?, so kann es
Rente zahlen ohne alle Rücksicht auf Bodenverschiedenheit, so kann the
poorest land and the poorest mine pay the same absolute rent as the richest°.
Wäre sein Wert nicht höher als sein Kostpreis, so könnte Rente nur erfolgen
aus excess of the market value over the real value of the produce derived
from relatively more fertile soils* etc.

„Wenn gleiche Arbeitsquanten und gleiche Mengen fixen Kapitals immer gleiche Men-
gen Gold, aus jener Mine, die keine Rente abwirft, gewinnen könnten, so würde ... diese
Menge“ (Gold) „zwar mit der Nachfrage steigen, aber sein Wert wäre unveränderlich.“
(p.79.)

Was von Gold und Minen, gilt von Korn und Land. Also wenn dieselben
Bodenarten stets fortführen, exploitiert zu werden und für gleiche Auslage
von Arbeit das gleiche Produkt ||613] zu geben, so würde der Wert eines
Pfunds Gold oder eines qr. Weizen derselbe bleiben, obgleich ihre Quanti-
tät mit der Nachfrage sich vermehren würde. Also auch ihre Rente [würde]
wachsen (der amount, nicht die rate of rent) ohne irgendeinen change im
price of produce®. Es würde mehr Kapital angewandt, although with con-
stantly uniform productivity’. Dies eine der großen Ursachen des Steigens
in dem absolute amount der rent, quite apart from any rise in the price of
produce, and, therefore, without any proportional change in the rents paid

by produce of different soils and mines®;

1 Rente = Überschuß des Preises (Tauschwert hier dasselbe) des landwirtschaftlichen Pro-
dukts über seinen Kostenpreis, das ist über den Wert des vorgeschossenen Kapitals + den
üblichen (durchschnittlichen) Kapitalprofit - ? sein Kostenpreis - ® der unergiebigste Boden
und die unergiebigste Mine die gleiche absolute Rente zahlen wie die reichste - * dem Über-
schuß des Marktwerts über den realen Wert des Produkts, das von relativ fruchtbareren Böden
stammt — ® die Masse - ® Wechsel im Preis des Produkts - ? aber mit stets gleicher Produk-
tivität — ® der absoluten Masse der Rente, ganz abgesehen von einer Steigerung des Preises
des Produkts und daher ohne proportionelle Veränderung der Renten, die die Produkte ver-
schiedener Böden und Minen zahlen

### [5. Ricardos Kritik an Smiths Rententheorie und an einigen Thesen von Malthus]

Ch.XXIV „Doctrine of A.Smith concerning the rent of land.“

Dies Kapitel sehr wichtig für die Differenz zwischen Ric[ardo] und
A.Smith. Die tiefere Erörterung desselben schieben wir auf (für A. Smith),
sobald wir S[mith]s Lehre nach der Rlicardo]schen ex professo betrachten.

Ricfardo] beginnt damit, eine Stelle aus A. Smith zu zitieren, wonach er
richtig bestimme, wann der price des agricultural produce Rente abwerfe,
wann nicht. Aber dann glaubte er wieder, some parts of the produce of
land!, wie food?, müssen immer Rente abwerfen.

Bei der Gelegenheit sagt Ricardo, und dies ist wichtig für ihn:

„Ich glaube, daß bis jetzt in jedem Lande, vom zurückgebliebensten bis zum zivili-
siertesten, Boden solcher Qualität vorhanden ist, der kein Prodiukt liefern kann, dessen
Wert mehr als ausreichend ist, um das dafür aufgewendete Kapital zu ersetzen und den
für dieses Land gewöhnlichen und üblichen Profit abzuwerfen. Wir wissen alle, daß dies in
‚Amerika der Fall ist, und doch behauptet keiner, daß die Prinzipien, welche die Rente
bestimmen, dort verschieden von denen in Europa sind.“ (p.389, 390.)

Allerdings sind diese principles sehr bedeutend „different“. Wo kein
Grundeigentum existiert - faktisch oder legal - kann keine'absolute Grund-
rente existieren. Diese, nicht die Differentialrente, ist der adäquate Aus-
druck des Grundeigentums. Zu sagen, daß dieselben Prinzipien die Grund-
rente regulieren, wo Grundeigentum existiert und wo keines existiert, heißt,
daß die ökonomische Gestalt des Grundeigentums unabhängig davon ist, ob
Grundeigentum existiert, oder ob es nicht existiert.

Was soll das ferner heißen, that „there is land of such a quality that it
cannot yield a produce more than sufficiently valuable to replace the stock ...
with the ordinary profits“?. Wenn dieselbe Quantität Arbeit 4 qrs. produ-
ziert, ist das Produkt nicht mehr valuable*, als wenn es zwei produziert, ob-
gleich die value des einzelnen gr. in einem Fall doppelt so groß als im an-
dern. Ob es Rente abwirft oder nicht, hinge also absolut nicht von der
Größe dieser „value“ des produce als solche ab. Es kann nur Rente ab-
werfen, wenn sein Wert höher als sein Kostpreis, der durch den Kostpreis
aller andren Produkte reguliert ist, oder in andren Worten, durch das

1 manche Teile des Bodenprodukts - 2 Nahrungsmittel — ® daß „Boden solcher Qualität
vorhanden ist, der kein Produkt liefern kann, dessen Wert mehr als ausreichend ist, um das ...
Kapital zu ersetzen und den üblichen Profit abzuwerfen“ - * wert

Quotum unbezahlter Arbeit, das ein Kapital von 100 in jedem trade, on an
average! sich aneignet. Ob aber sein Wert höher als sein Kostpreis, hängt
durchaus nicht ab von seiner absoluten Größe, sondern von der Komposi-
tion des auf es angewandten Kapitals, verglichen mit der average composi-
tion des capital employed in not-agricultural industry?.

„Wenn es aber stimmen würde, daß England in der Bodenkultur so weit fortgeschrit-
ten ist, daß gegenwärtig kein Boden übriggeblieben ist, der keine Rente abwirft, so
würde es ebenso stimmen, daß früher solcher Boden vorhanden gewesen sein muß. Es
ist für diese Frage ohne Bedeutung, ob es ihn gibt oder nicht, denn es ist gleichgültig,
falls es in Großbritannien irgendwelches Kapital gibt, das auf Boden angelegt ist, der
nur den Kapitalersatz und den gewöhnlichen Profit abwirft, ob dieses Kapital auf altem
oder neuem Boden angelegt ist. Wenn ein Farmer einen Vertrag über eine Bodenpacht
auf 7 oder 14 Jahre abschließt, so mag er beabsichtigen, dabei ein Kapital von 10 000 I.
aufzuwenden, da er weiß, daß er bei dem gegenwärtigen Preis von Getreide und Roh-
produkten denjenigen Teil seines Kapitals, zu dessen Ausgabe er gezwungen ist, er-
setzen, seine Rente bezahlen und die allgemeine Profitrate erzielen kann. Er wird nicht
11.000 I, aufwenden, es sei denn, die letzten 1000 !. können so produktiv verwendet
werden, daß sie ihm den üblichen Kapitalprofit einbringen. Bei seiner Überlegung, ob er
sie verwenden soll oder nicht, zieht er nur in Betracht, ob der Preis der Rohprodukte aus-
reicht, um seine Ausgaben und den Profit zu ersetzen, da er weiß, daß er keine zusätzliche
Rente zu zahlen haben wird. Sogar bei Ablauf seiner Pachtfrist wird seine Rente nicht
erhöht werden, weil er, falls sein Grundeigentüümer wegen der Verwendung der zusätz-
lichen 1000 !. Kapital Rente fordert, dieses Kapital abziehen wird, da er durch ihre
Verwendung entsprechend der Annahme nur den gewöhnlichen und üblichen Profit
erzielt, den er auch bei einer anderen Verwendung des Kapitals erhalten kann. Er kann
sich daher nicht darauf einlassen, Rente dafür zu zahlen, es sei denn der Preis der Roh-
produkte steigt weiter, oder, was dasselbe ist, die übliche und allgemeine Profitrate fällt.“
(9.390, 391.)

Hier gibt Ric[ardo] zu, daß auch der schlechteste Boden Rente tragen
kann. Wie erklärt er das? Eine zweite Dose Kapital - angewandt auf dem
schlechtesten Boden - für additional supply, become necessary in conse-
quence of an ||614] additional demand®, wirft nur bei steigendem Getreide-
preis den cost-price ab. Also würde die erste Dose nun ein Surplus über
diesen cost-price = rent, abwerfen. Also das fact da, daß, bevor die zweite
Dose angewandt wird, die erste Dose auf dem schlechtesten Boden Rente ab-
wirft, weil der Marktwert über dem Kostpreis steht. Fragt sich also nur,
ob der Marktwert dazu über dem Wert des schlechtesten Produkts stehen

1 Gewerbezweig im Durchschnitt - ? durchschnittlichen Zusammensetzung des in dem
nichtlandwirtschaftlichen Gewerbe angelegten Kapitals - * zusätzliche Zufuhr, die notwendig
geworden infolge einer zusätzlichen Nachfrage

muß oder ob nicht vielmehr sein Wert über seinem Kostpreis steht und das
rise of price! es nur befähigt hat, zu seinem Wert verkauft zu werden.

Ferner: Warum muß der Preis so hoch stehn, daß er = dem Kostpreis,
advances -+ average profit?? Infolge der Konkurrenz der Kapitalien in den
different trades®, des transfer des Kapitals von einem trade zum andren.
Also durch Aktion von Kapital auf Kapital. Durch welche Aktion aber soll
das Kapital das Grundeigentum zwingen, den Wert des Produkts zum
Kostenpreis sinken zu lassen? Withdrawal of capital from agriculture? kann
diesen effect nicht haben, wenn nicht begleitet von fall of the demand for
agricultural produce. Es würde den umgekehrten effect haben, den Markt-
preis des agricultural produce über seinen Wert zu schrauben. Transfer of
new capital® zum Grund und Boden kann ihn ebensowenig haben. Denn die
Konkurrenz der Kapitalien unter sich befähigt grade den landlord, vom
einzelnen Kapitalisten zu verlangen, daß er sich begnügt mit „an average
profit“” und ihm das overplus der value over the price affording this profit?,
zahlt.

Aber es könnte gefragt werden: Wenn das Grundeigentum diese Macht
gibt, daß das Produkt über seinem Kostenpreis zu seinem Wert verkauft
wird, warum gibt es nicht ebensogut die Macht, daß es über seinem Wert,
also zu einem beliebigen Monopolpreis verkauft wird? In einer kleinen
Insel, wo kein auswärtiger Kornhandel existierte, könnte unbedingt das
Korn, food, wie jedes andre Produkt zum Monopolpreis verkauft werden,
d.h. zu einem Preise, nur limitiert durch den Stand der Nachfrage, i.e. der
zahlungsfähigen Nachfrage, und diese zahlungsfähige Nachfrage ist von sehr
verschiedner Größe und Extension, je nach der Höhe des Preises des zu-
geführten Produkts.

Solche Ausnahme abgerechnet - von der keine Rede in den europäischen
Ländern; selbst in England ein großer Teil fruchtbaren Bodens künstlich
der Agrikultur entzogen, überhaupt dem Markt, um den Wert des andren
Teils zu erhöhn - kann das Grundeigentum nur so weit die Aktion der
Kapitalien, ihre Konkurrenz, affizieren und paralysieren, als die Kon-
kurrenz der Kapitalien die Bestimmung der Werte der Waren modifiziert.
Die Verwandlung der Werte in Kostenpreise nur Folge und Resultat der
Entwicklung der kapitalistischen Produktion. Das Ursprüngliche ist (für
den Durchschnitt), daß die Waren zu ihren Werten verkauft werden. Die

3 Steigen des Preises - 2 den Auslagen + Durchschnittsprofit - ® verschiedenen Ge-
werbezweigen - * Zurückziehen des Kapitals aus der Landwirtschaft - ° Fallen der Nach-
frage nach landwirtschaftlichem Produkt - ® Übertragung von neuem Kapital - ? „einem
Durchschnittsprofit“ -8 den Überschuß des Werts über den Preis, der diesen Profit abwirft

Abweichung hiervon in der Agrikultur durch das Grundeigentum ver-
hindert.

Wenn ein farmer Land pachtet für 7 oder 14 Jahre, sagt Ric[ardol, be-
rechnet er, daß bei einer Kapitalanlage von 10000 /. z.B. der Getreidewert
(durchschnittliche Marktwert) ihm erlaubt, die avances zu ersetzen +
Durchschnittsprofit + derkontrahierten Rente. SoweiteralsoLand „pachtet“,
ist für ihn das Prius der durchschnittliche Marktwert = dem Wert des Pro-
dukts das Prius, Profit und Rente bloß Teile, worin sich dieser Wert auf-
löst, die ihn aber nicht bilden. Der gegebne Marktpreis ist das für den Kapita-
listen, was der vorausgesetzte Wert des Produkts für die Theorie und den
innren Zusammenhang der Produktion ist. Nun die Schlußfolgerung, die
Ric[ardo] daraus zieht. Setzt der farmer 1000 /. zu, so sieht er bloß zu, ob sie
ihm bei dem gegebnen Marktpreis den usual! Profit abwerfen. Also, scheint
Ric[ardo] zu denken, ist der Kostenpreis das Bestimmende, und geht in diesen
Kostenpreis als regulierendes Element zwar der Profit, aber nicht die Rente
ein.

Erstens geht auch der Profit nicht als constitutive element ein. Der
farmer, nach der Voraussetzung, setzt ja den market price als Prius und
überlegt, ob ihm, bei diesem gegebnen Marktpreis, die 1000 I. den gewöhn-
lichen Profit abwerfen. Dieser Profit ist also nicht die cause?, sondern effect
of that price?. Aber, denkt Ric[ardo] weiter, die Anlage der 1000 I. selbst
wird doch bestimmt durch die Berechnung, ob oder ob nicht der Preis den
Profit abwirft. Also ist der Profit bestimmend für die Anlage der 1000 Z.,
für den Produktionspreis.

Ferner: Fände der Kapitalist, daß die 10007. nicht den usual profit* ab-
werfen, so würde er sie nicht anlegen. Die Produktion der additional food’
fände nicht statt. Wäre sie nötig für additional demand®, so müßte die
Nachfrage so weit den Preis, i.e. den Marktpreis steigern, bis er den Profit
abwürfe, Also geht der Profit - im Unterschied von der Rente - als consti-
tutive element ein, nicht dadurch, daß er den Wert des Produkts schafft,
sondern daß das Produkt |/615| selbst nicht geschaffen wird, wenn sein Preis”?
nicht so hoch steigt, um außer den avances noch die usual rate of profit®
zu zahlen. Dagegen ist es nicht nötig in diesem Fall, daß er so weit steigt,
um Rente zu zahlen. Hence, there exists an essential difference between
rent and profit?, und in gewissem Sinn kann gesagt werden, daß der Profit a

1 üblichen —2 Ursache - ? Wirkung dieses Preises - * üblichen Profit -° zusätzlichen Nah-
rungsmittel - © zusätzliche Nachfrage — ” in der Handschrift: Wert - ® übliche Profitrate -
® Folglich besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen Rente und Profit

constitutive element of price! ist, während die Rente dies nicht ist. (Dies ist
offenbar auch ein Hintergedanke A.Smiths.)

Für diesen Fall die Sache richtig.

But why??

Weil in diesem Fall das Grundeigentum nicht als Grundeigentum dem
Kapital gegenübertreten kann, also grade die Kombination, unter der Rente,
absolute Rente gebildet wird, der Voraussetzung nach nicht stattfindet. Das
mit der zweiten Dose von 1000 !. produzierte additional corn?, produziert
bei gleichbleibendem Marktwert, also bei einer additional Nachfrage, die nur
stattfindet unter der Voraussetzung, daß der Preis derselbe bleibt, muß unter
seinem Wert zum Kostenpreis verkauft werden. Dies additional produce
der 1000 !. befindet sich also unter denselben circumstances?, als wenn neuer
schlechtrer Boden bebaut würde, der nicht den Marktwert bestimmt,
sondern seine additional supply? nur liefern kann unter der Bedingung, daß
er sie zum vorhandnen alten Marktwert liefert, also zu einem Preis, der
bestimmt ist unabhängig von dieser Neuproduktion. Unter diesen Umständen
hängt es ganz von der relativen Fruchtbarkeit dieses additional soil® ab, ob
er Rente liefert oder nicht liefert, eben weil er nicht den Marktwert be-
stimmt. Ganz ebenso mit den additional 1000 /. auf dem alten Boden. Und
eben daher schließt Ricardo umgekehrt, daß der additional Boden oder die
additional Dosis of capital den Marktwert bestimmt, weil der Preis ihres
Produkts bei gegebenem, von ihnen unabhängig bestimmtem Marktwert keine
Rente, sondern nur Profit abwirft, nicht ihren Wert, sondern nur den
Kostenpreis deckt! Quelle contradictio in adjecto!”?

Aber das Produkt wird doch produziert hier, ohne daß es Rente abwirft!
Certainly!® Auf dem Boden, den der farmer gemietet hat, existiert für ihn,
für den Kapitalisten, das Grundeigentum nicht als selbständiges, Wider-
stand leistendes Element während der Zeit, wo er, vermittelst des Pacht-
kontrakts, faktisch selbst der Grundeigentümer ist! Das Kapital bewegt sich
jetzt also widerstandslos in diesem Element, und dem Kapital genügt der
Kostpreis des Produkts. Auch nach Ablauf der Pacht wird der Pächter
natürlich die Rente danach regulieren, wieweit Kapitalanlage auf dem
Boden Produkt liefert, das zu seinem Wert verkauft werden kann, also Rente
abwirft. Kapitalanlage, die bei dem gegebnen Marktwert keinen Überschuß
über den Kostpreis abwirft, geht in die Rechnung so wenig ein, als bei
Boden, dessen relative Unfruchtbarkeit verursacht, daß der Marktpreis

1 ein konstituierendes Element des Preises - ? Aber warum? - ® zusätzliche Getreide -

* Umständen - ° zusätzliche Zufuhr - © zusätzlichen Bodens - ? Welcher Widerspruch in
sich selbst! - ® Allerdings!

nur seinen Kostenpreis zahlt, Rente vom Kapital gezahlt oder kontrahiert
würde.

In der Praxis trägt sich die Sache nicht ganz ricardoisch zu. Besitzt der
Pächter spare capital! oder erwirbt er dasselbe im Laufe einer lease? von
14 Jahren während der ersten Jahre, so verlangt er hier nicht den usual
profit?. Dies nur, wenn er additional capital pumpte. Denn was soll er mit
dem spare capital machen? Neues Land zupachten? Die agricultural pro-
duction erlaubt in viel höhrem Grad intensivere Kapitalanlage als exten-
sivere Bodenbebauung mit größrem Kapital. Oder auch, wenn kein pacht-
bares Land in der immediate vicinity* des alten liegt, würde der Pächter
durch 2 farms viel mehr seine superintendence spalten, als dies in der
Fahrikation durch 6 Fabriken unter demselben Kapiitalisten geschieht. Oder
soll er das Geld auf Zinsen beim Bankier in Staatspapieren, Eisenbahn-
aktien etc. anlegen? Dann verzichtet er von vornherein auf at least? die
Hälfte oder t/, des usual profit. Kann er es also als additional capital auf der
alten Farm anlegen, selbst unter der Rate des average profit®, also etwa zu
10 p.c., wenn sein Profit = 12, so gewinnt er immer noch 100 p.c., wenn
der Zinsfuß auf 5 p.c. steht. Es ist also immer noch vorteilhafte Spekulation
für ihn, die additional 1000 I. auf | der alten Farm anzulegen.

Es ist daher ganz falsch, wenn RicJardo] diese Anlage von additional
capital identifiziert mit der application of additional capital to new soils’. Im
ersten Fall braucht das Produkt auch nicht den usual profit abzuwerfen,
selbst in der kapitalistischen Produktion. Es muß nur soviel mehr abwerfen,
über den usual rate of interest? hinaus, daß it is worth while the trouble and
the risk of the farmer to prefer the industrial employment of his spare capital
to the „monied“ employment of that capital?.

Ganz abgeschmackt aber, wie gezeigt, wenn Ric[ardo] aus dieser Be-
trachtung schließt:

„Wenn der umfassende Verstand A.Smith’ auf diese Tatsache gelenkt worden wäre,
so hätte er nicht behauptet, daß die Rente einen der Bestandteile des Preises der Roh-
produkte bildet, denn der Preis wird überall von dem mit diesem letzten Teil des Kapi-
tals gewonnenen Ertrag bestimmt, wofür keinerlei Rente bezahlt wird.“ (p.391.)

Seine Illustration beweist grade umgekehrt, that the application to land of
this last portion of capital has been regulated by a market price, independent

I übriges Kapital - ® Pacht - ® üblichen Profit - * unmittelbaren Nachbarschaft - ? min-
destens - $ Durchschnittsprofits - ? Anwendung von zusätzlichem Kapital auf neuen Böden
—8 üblichen Zinsfuß - ° es die Mühe und das Risiko des Pächters lohnt, die industrielle
Anlage seines übrigen Kapitals der „Geld“anlage dieses Kapitals vorzuziehen

of that application, existing before it took place, and, therefore allowing
no rent, but only profit. Daß der Profit der einzige Regulator für die kapi-
talistische Produktion, ist ganz richtig. Und daher richtig, daß keine ab-
solute Rente existieren würde, wenn die Produktion einzig durch das Kapi-
tal reguliert würde. Sie entsteht grade da, wo die Bedingungen der Produk-
tion dem Grundeigentümer die Macht geben, der exclusive regulation of
production by capital? Schranken zu setzen.

Zweitens wirft Ricfardo] (p.391 sqq.) dem A.Smith vor, daß er bei coal-

mines das richtige Prinzip der Rente entwickelt; sagt sogar:

„Das gesamte Prinzip der Rente ist hier bewundernswert und scharfsinnig erklärt,
jedoch ist jedes Wort ebenso für den Boden wie für Bergwerke anwendbar. Dennoch
behauptet er, daß ‚es bei Liegenschaften auf der Erdoberfläche anders ist etc.‘ * (p.392.)

A.Smith fühlt, daß unter certain ciircumstances? der landlord die Macht
hat, dem Kapital effektiven Widerstand zu leisten, das Grundeigentum
geltend zu machen und daher absolute Rente zu verlangen, und daß er
unter andren Umständen diese Macht nicht hat; daß aber namentlich die
Produktion von food das Gesetz der Rente erteilt, während die Rente in
other applications of capital to land* durch die Ackerbaurente bestimmt ist.

„Das Verhältnis sowohl ihres Produktes als auch ihrer Rente°“ (sagt A. Smith)
„entspricht ihrer absoluten und nicht ihrer relativen Ergiebigkeit.“ (p.392.)

In seiner Entgegnung nähert sich Ricardo] möglichst dem wirklichen
Prinzip der Rente. Er sagt:

„Angenommen aber, es gibt keinen Boden, der keine Rente abwirft, dann wird die
Höhe der Rente auf dem schlechtesten Boden sich nach dem Überschuß des Produkten-
wertes über den Aufwand an Kapital und den üblichen Kapitalprofit richten. Das gleiche
Prinzip würde die Rente des Bodens von etwas besserer Qualität oder günstigerer Lage
bestimmen, und die Rente dieses Bodens wird daher infolge der größeren Vorteile, die
er besitzt, höher sein als die Rente des ihm gegenüber minderwertigen. Das gleiche
kann man von der dritten Qualität sagen, und so weiter, bis zur allerbesten. Ist es also
nicht ebenso sicher, daß es die relative Ergiebigkeit des Bodens ist, die den Teil des Pro-
duktes bestimmt, der als Grundrente abgeführt wird, wie es sicher ist, daß die relative
Ergiebigkeit der Bergwerke den Teil ihres Produkts bestimmt, der als Bergwerksrente
entrichtet wird?“ (p.392, 393.)

daß die Anwendung dieses letztaufgewandten Teils des Kapitals auf den Boden durch
einen Marktpreis bestimmt wird, der, unabhängig von dieser Anwendung, bereits bestand,
ehe sie in Kraft trat, und daher keine Rente, sondern nur Profit abwarf — 2 ausschließlichen
Regulierung der Produktion durch das Kapital — ? bestimmten Umständen - * anderen An-
wendungen von Kapital auf den Boden - ° d.h. der Grundstücke

Hier spricht Ricjardo] das richtige Prinzip der Rente aus. Wenn das
schlechteste Land Rente zahlt, wenn also Rente gezahlt wird, unabhängig
von der different natural fertility of the soils - absolute rent! - dann muß
diese Rente sein = „the excess of the value of the produce above the expen-
diture of capital and the ordinary profits of stock“, that is to say = the
excess of the value of the produce above its cost-price?. Daß solcher excess
nicht existieren kann, supponiert Ric[ardo], weil er falsch, im Gegensatz zu
seinem eignen Prinzip, das Smithsche Dogma |]617] akzeptiert, daß value =
cost-price of the produce®.

Im übrigen fällt er wieder in Irrtum.

Die Differentialrente wäre natürlich bestimmt durch die „relative ferti-
lity“*. Die absolute Rente hätte gar nichts zu tun mit der „natural fertility“.

Wohl aber hätte Smith recht, daß die aktuelle Rente, die das schlechteste
Land zahlt, von der absolute fertilityderandrensoils? und der relativefertility
des schlechtesten Bodens oder von der absolute® fertility des schlechtesten
Bodens und der relative” fertility der andren Bodenklassen abhängen könne.

Der actual amount of rent, die der schlechteste Boden zahlt, hängt
nämlich ab, nicht wie Ricjardo] meint, von dem excess of value of its own
produce over its cost-price®, sondern von dem excess of the market value
over its cost-price!®. Dies sind aber sehr verschiedne Dinge. Bestimmt es
selbst den market price, so ist die market value = its real value, hence, the
excess of its market value over its cost-price = the excess of its own
individual, its real value over its cost-price!!. Ist aber der Marktpreis un-
abhängig von ihm durch die andren Bodenarten bestimmt, so ist dies nicht
der Fall. Ricfardo] nimmt an die descending line!*. Er nimmt an, daß der
schlechteste Boden zuletzt bebaut wird und nur bebaut wird (im voraus-
gesetzten Falle), wenn die additional demand has necessitated an additional
supply at the value of the produce derived from the worst and last culti-
vated soil"?. In diesem Fall reguliert der Wert des schlechtesten Bodens den

1 Verschiedenheit der natürlichen Fruchtbarkeit des Bodens - absolute Rente - ? „dem
Überschuß des Produktenwertes über den Aufwand an Kapital und den gewöhnlichen
Kapitalprofit“, das heißt = dem Überschuß des Produktenwerts über seo Kostenpreis -
2 Berenpen des Produkts - * „relative Fruchtbarkeit“ — 5 Böden - ® in der Handschrift:
relative - ?in der Handschrift: absolute - ® die tatsächliche Masse der Rente - ? Überschuß
des Werts seines eigenen Produkts über seinen Kostenpreis 10 Überschuß des Marktwertes
über seinen Kostenpreis - }! der Marktwert = seinem realen Wert, demnach der Überschuß
seines Marktwertes über seinen Kostenpreis = dem Überschuß seines eigenen, individu-
ellen, seines realen Werts über seinen Kostenpreis - "? absteigende Linie - ?° zusätzliche
Nachfrage eine zusätzliche Zufuhr notwendig gemacht hat zum Wert des Produkts vom
schlechtesten und zuletzt bebauten Boden

Marktwert. In der ascending line? dies nur der Fall (selbst nach ihm), wenn
die additional supply? der beßren Sorten nur = der additional demand?
zum alten Marktwert. Ist die additional supply größer, so nimmt Ric[ardo]
immer an, daß der alte Boden außer Bebauung geworfen werden muß, wäh-
rend nur folgt, daß er eine niedrigre Rente als vorher (oder gar keine) ab-
werfen wird. Bei der descending line dasselbe. Ist die additional supply so,
daß sie nur zu dem alten Marktwert geliefert werden kann, so hängt es davon
ab, wie hoch oder niedrig dieser Marktwert über dem cost-price? des Pro-
dukts des neuen schlechteren Bodens steht - ob, bis zu welchem Grade, oder
ob nicht der schlechtre Boden Rente abwirft. In beiden Fällen seine Rente
bestimmt durch die absolute Fruchtbarkeit, nicht die relative. Von der ab-
soluten Fruchtbarkeit des neuen Bodens hängt es ab, wieweit die market
value des produce? der beßren Ländereien über seiner eignen real, individual
value® steht.

A.Smith macht hier richtigen Unterschied zwischen land und mines,
weil er bei letztren voraussetzt, daß nie zu schlechteren Arten, stets zu
beßren fortgegangen wird, und [sie] stets mehr als die nötige additional supply
liefern. Die Rente des schlechtesten Bodens hängt dann von seiner absolute
fertility ab.

„Nachdem A.Smith erklärt hat, daß es einige Bergwerke gibt, die nur von ihren
Eigentümern betrieben werden können, da sie nur so viel abwerfen, daß die Betriebskosten
einschließlich des üblichen Profits für das angelegte Kapital gedeckt werden, erwartet
man, daß er einräumt, daß es diese besonderen Bergwerke sind, die den Preis der Produkte
aller Bergwerke bestimmen. Wenn die alten Bergwerke nicht ausreichen, um die er-
forderlichen Kohlenmengen zu liefern, wird der Kohlenpreis steigen und wird so lange
fortfahren zu steigen, bis der Eigentümer eines neuen und minderwertigen Bergwerks
entdeckt, daß er durch den Betrieb seines Bergwerks den üblichen Kapitalprofit be-
ziehen kann.... Es ergibt sich also, daß es immer die am wenigsten ergiebige Grube ist, die
den Kohlenpreis bestimmt. A.Smith ist jedoch anderer Meinung. Er erklärt, daß ‚das
ergiebigste Bergwerk auch den Kohlenpreis aller anderen Gruben seiner Nachbarschaft
bestimmt. Sowohl der Eigentümer als auch der Werksunternehmer finden, daß durch
einiges Unterbieten ihrer Nachbarn der eine eine höhere Rente und der andere einen
höheren Profit erhalten kann. Ihre Nachbarn sehen sich bald gezwungen, zum selben
Preis zu verkaufen, obwohl sie sich das nicht so recht leisten können und obwohl das
immer ihre Rente und ihren Profit vermindert und manchmal aufzehrt. Einige Werke
werden gänzlich aufgegeben, andere können keine Rente aufbringen und daher nir vom
Eigentümer betrieben werden‘. Falls die Nachfrage nach Kohle zurückgehen ||617a| oder

1 aufsteigenden Linie - ? zusätzliche Zufuhr -° zusätzlichen Nachfrage - * in der Hand-
schrift: Wert -® der Marktwert des Produkts -® realen, individuellen Wert

durch neue Methoden die Menge vergrößert werden sollte, wird der Preis sinken und
einige Gruben werden aufgegeben. Auf alle Fälle aber muß der Preis ausreichen, um die
Ausgaben und den Profit jener Grube zu decken, die unbelastet von einer Rente betrieben
wird. Daher ist es die am wenigsten ergiebige Grube, die den Preis bestimmt. Tatsächlich
erklärt dies an anderer Stelle A.Smith selbst, denn er sagt: ‚Der niedrigste Preis, für den
Kohle auf längere Zeit verkauft werden kann, ist, wie bei allen anderen Waren, der
Preis, der gerade ausreicht, das Kapital einschließlich des gewöhnlichen Profits zu er-
setzen, das aufgewendet werden muß, um sie auf den Markt zu bringen. Bei einer
Kohlengrube, für die der Eigentümer keine Rente erhalten kann und die er entweder selbst
betreiben oder überhaupt stilliegen lassen muß, muß der Kohlenpreis im allgemeinen un-

gefähr diesem Preis entsprechen.“ (p.393 - 395.)

A.Smith irrt darin, daß er die besondre Kombination des Markts, unter
der die fruchtbarste Mine (oder Boden) den Markt beherrscht, zur all-
gemeinen Kombination stempelt. Den Fall aber vorausgesetzt, räsoniert er
richtig (im ganzen) und Ricardo falsch. Er unterstellt, daß infolge des state
of demand! und der relative superior fertility® die beste Mine ihr ganzes
Produkt nur in den Markt drängen kann, wenn sie die Konkurrenten unter-
kauft, ihr Produkt unter dem alten Marktwert steht. Dadurch fällt der Preis
auch für die schlechtren Minen. Der Marktpreis fällt. Dies Fallen er-
niedrigt die Rente in allen Fällen auf den schlechtren Minen und kann sie
ganz verschwinden machen. Denn die Rente = excess of market value over
cost-price of the produce, whether that market value be = the individual
value of the produce of a certain class, or mines, or not?. Der Profit, was
Smith nicht bemerkt, kann dadurch nur geschmälert werden, falls with-
drawal of capital and diminution of the amount of production becomes
necessary“. Sinkt der Marktpreis, reguliert wie er ist under the given circum-
stances, by the produce of the best mines, so low, as to afford no excess
above cost-price for the produce of the worst mine, dann kann sie nur ihr
Eigentümer selbst bebauen. Kein Kapitalist wird ihm bei diesem Markt-
preis Rente zahlen. Sein Grundeigentum gibt ihm in diesem Falle keine
Macht über Kapital, aber es hebt für ihn den Widerstand auf, den die

application of capital upon land® den andren Kapitalisten bietet. Für ihn

1 Standes der Nachfrage -? relativen höheren Ergiebigkeit -? dem Überschuß des Markt-
wertes über den Kostenpreis des Produkts, mag dieser Marktwert nun = sein dem indi-
viduellen Wert des Produkts einer bestimmten Klasse oder der Minen oder nicht -* es not-
wendig wird, Kapital zurückzuziehen und die Masse der Produktion einzuschränken - ® unter
den gegebenen Umständen, durch das Produkt der besten Minen so tief, daß er keinen
Überschuß über den Kostenpreis für das Produkt der schlechtesten Mine liefert - ® An-
wendung von Kapital auf den Boden

existiert das Grundeigentum nicht, weil er selbst der Grundeigentümer ist.
Er kann also sein Land auf die Mine anwenden, wie auf every other trade,
d.h. anwenden, wenn der Marktpreis des Produkts, den er [schon] be-
stimmt vorfindet, nicht [erst] bestimmt, ihm den average profit? abwirft,
seinen Kostpreis yields®.

Und daraus schließt Ricardo, daß Smith sich widerspräche! Daraus,
daß der alte Marktpreis bestimmt, wieweit neue Minen von ihren Eigen-
tiimern selbst eröffnet werden können, d.h. unter Umständen, wo das
Grundeigentum verschwindet, bebaut werden können, weil sie zum alten
Marktpreis ihrem Bebauer den Kosipreis abwerfen, schließt er, daß dieser
Kostpreis den Marktpreis bestimme! Aber wieder nimmt er seine Zuflucht
zur descending line? und läßt die minder fruchtbare Mine nur bebaut wer-
den, wenn der Marktpreis des Produkts über den Wert des Produkts der
beßren Minen steigt, während nur nötig ist, daß er über dem Kostpreis steht
oder selbst ihn zahlt für die schlechtren Minen, die von ihren proprietors®
selbst exploitiert werden. Übrigens, wenn er annimmt, daß „if by new
processes the quantity“ (of coal) „should be increased, the price would fall,
and some mines would be abandoned“®, so hängt das doch nur von dem
degree of the fall of price? ab und dem state of demand®. Kann bei diesem
Fall of prices’ der Markt das ganze Produkt absorbieren, so werden die
schlechten Minen immer noch Rente abwerfen, wenn der fall of market
price! stets läßt an excess of market value over the cost-price of the more
sterile mines!!, und von ihren Eigentümern bebaut werden, wenn die market
value only covers, is adequate to, this cost-price!?. In beiden Fällen aber
abgeschmackt zu sagen, daß der cost-price der schlechtesten Mine regulates
the market price!?. Allerdings regulates the cost-price of the worst mine the
proportion of the price of its produce to the regulating market price, and
decides therefore the question whether or not ||618] it can be worked'*. Der
Umstand, ob Land oder Mine von bestimmtem degree of fertility!® bei ge-
gebnem Marktpreis exploitiert werden kann, hat aber offenbar nichts damit
zu tun, ist nicht identisch damit, daß der cost-price des produce dieser

1 jeden anderen Gewerbezweig - ® Durchschnittsprofit - ® erzielt - ? absteigenden Linie -
5 Eigentümern - ® „wenn durch neue Methoden die Menge“ (der Kohlen) „vergrößert
werden sollte, wird der Preis sinken und einige Gruben werden aufgegeben“ - ? Grad des
Fallens des Preises -® Stand der Nachfrage -° der Preise -1° Fall des Marktpreises - 1! einen
Überschuß des Marktwertes über den Kostenpreis der unergiebigeren Minen - !? Markt-
wert nur diesen Kostenpreis deckt, ihm gleichkommt - 1? den Marktpreis reguliert —
2 bestimmt der Kostenpreis der schlechtesten Mine des Verhältnis zwischen dem Preis
ihres Produkts und dem regulierenden Marktpreis und entscheidet daher die Frage, ob
die Mine bearbeitet werden kann oder nicht - "° Grad der Ergiebigkeit

Minen den Marktpreis reguliert. Wäre ein additional supply! nötig oder zu-
lässig bei gesteigertem Marktwert, so würde das schlechteste Land den
Marktwert regulieren, dann aber auch die absolute Rente abwerfen. Dies ist
grade der Fall, von dem Smith das Gegenteil unterstellt.

Drittens wirft RicJardo] dem Smith vor, daß er glaubt (p.395 sq.), daß
cheapness of raw produce, z.B. Substitution von Kartoffeln für Getreide,
wodurch der Arbeitslohn fiele, und cost of production diminished® würde,
dem landlord a larger share as well as a larger quantity? zufallen würde.
Ric[ardo] dagegen:

„von diesem zusätzlichen Anteil wird nichts der Rente, sondern alles unweigerlich dem
Profit zugeschlagen, ... Solange daher Böden gleicher Qualität bebaut werden und
keine Veränderung ihrer relativen Fruchtbarkeit und Vorzüge eintritt, wird die Rente
immer im selben Verhältnis zum Bruttoertrag stehen.“ (p.396.)

Dies positively false. Rent would fall in share, and, therefore, relatively,
in quantity°. Kartoffel als Hauptlebensmittel eingeführt, würde den Wert
des Arbeitsvermögens depreziieren, die notwendige Arbeitszeit verkürzen,
die Surplus-Arbeitszeit und daher die Rate des Mehrwerts vergrößern,
hence? bei sonst gleichbleibenden Umständen die Komposition des Kapitals
ändern, den variablen Teil verkleinern gegen den konstanten, dem Wert
nach, obgleich die Masse der angewandten lebendigen Arbeit dieselbe bliebe.
Die Profitrate würde daher steigen. In diesem Fall Fall der absoluten Rente
und verhältnismäßig der Differentialrente. (Siehe Seite 610, Tabelle C.)®
Diese Ursache würde gleichmäßig auf das agricultural und not agricultural
capital wirken. Die allgemeine Profitrate würde steigen und daher die Rente

fallen.
Ch.XXVII. „On the comparative value of gold, corn, and labour, in rich

and poor countries.“

„Der sich durch sein ganzes Werk ziehende Irrtum Dr. Smith’ liegt in der An-
nahme, daß der Wert des Getreides konstant ist, daß, obwohl der Wert aller anderen
Dinge steigen kann, der des Getreides niemals dazu imstande ist. Nach ihm hat Ge-
treide stets den gleichen Wert, da es immer die gleiche Anzahl von Menschen ernähren
wird. Gleicherweise könnte man sagen, daß Tuch stets den gleichen Wert hat, weil
man immer dieselbe Zahl von Röcken daraus machen kann. Was kann Wert mit der
Fähigkeit, zu ernähren und zu kleiden, zu schaffen haben?“ (p.449, 450.)

1 zusätzliche Zufuhr -* Billigkeit des Rohprodukts - ® Produktionskosten vermindert -
4 andlord ein größerer Anteil wie auch eine größere Menge -° unbedingt falsch. Die Rente

würde anteilmäßig und daher relativ in der Menge sinken - ® in der Handschrift: steigen -
? daher -® siehe die Einlage zwischen den Seiten 324 und 325 des vorl. Bandes


»...Dr. Smith hat ... die Lehre, daß der natürliche Preis der Waren in letzter In-
stanz ihren Marktpreis bestimmt, so ausgezeichnet vertreten“. (p.451.)

»...Gold, ausgedrückt in Getreide, kann von sehr verschiedenem Wert in zwei
Ländern sein. Ich habe mich zu zeigen bemüht, daß er in reichen Ländern niedrig und
hoch in armen Ländern sein wird. A.Smith ist anderer Meinung, er glaubt, daß der
Wert von Gold, ausgedrückt in Getreide, in reichen Ländern am größten ist.“ (p.454.)

Ch.XXXII. „Mr. Malthus’s Opinions on Rent.“

„Die Rente ist eine Schöpfung von Wert ..., nicht aber eine Schöpfung von Reich-
tum.“ [92] (p.485.)

„Malthus meint offensichtlich dort, wo er vom hohen Preis.des Getreides spricht,
nicht den Preis pro Quarter oder Bushel, sondern vielmehr den Überschuß des Preises,
zu dem das Gesamtprodukt über seine Produktionskosten hinaus verkauft wird, wobei
immer in den Begriff ‚Produktionskosten‘ Profite ebenso wie Löhne eingeschlossen sind.
Einhundertfünfzig Quarter Getreide zu 3 I. [0 sh. pro Quarter werden dem Grund-
eigentümer eine höhere Rente abwerfen als 100 Quarter zu 4 /., vorausgesetzt, daß in
beiden Fällen die Produktionskosten gleich sind.“ (p.487.) „Um welche Art Boden es
immer sich handelt, eine hohe Rente muß von einem hohen Preis der Produkte ab-
hängen.Den hohen Preis aber vorausgesetzt, muß sich die Höhe der Rente entsprechend
der Fülle und nicht der Knappheit verhalten.“ (p. 492.)

„Da die Rente ein Ergebnis des hohen Getreidepreises ist, ist der Verlust der Rente
das Ergebnis eines niedrigen Preises. Ausländisches Getreide nimmt niemals die Kon-
kurrenz mit jenem inländischen Getreide auf, das eine Rente abwirft. Das Sinken des
Preises trifft unausweichlich den Grundeigentümer so lange, bis seine Rente vollständig
aufgesogen ist. Fällt der Preis noch darüber hinaus, so wird er nicht einmal mehr den
gewöhnlichen Kapitalprofit abwerfen. Kapital wird dann den Boden zugunsten einer
anderen Anlage verlassen, und das Getreide, das früher darauf geerntet wurde, wird
dann, und nicht früher, eingeführt. Durch den Verlust von Rente entsteht ein Verlust
an Wert, an in Geld geschätztem Wert, aber es tritt ein Zuwachs an Reichtum ein. Der
Umfang der Rohprodukte und der anderen Produkte zusammengenommen, wird größer
sein. Infolge der größeren Leichtigkeit ihrer Produktion werden sie zwar mengenmäßig
zugenommen, aber an Wert verloren haben.“ (p.519.)

## [VIERZEHNTES KAPITEL]

## A.Smiths Renttheorie

### [1. Widersprüche in der Problemstellung]

 Wir gehn hier nicht ein auf S[mith]s interessante Darstellung, wie
die Rente des hauptvegetativen Lebensmittels alle andren strictly agri-
cultural rents! (Viehzucht, Holz, Handelspflanzen) beherrscht, weil die
Produktionsweisen wechselseitig ineinander verwandelbar. Er nimmt den
Reis aus, wo er die principal vegetable means of subsistence?, weil die Reis-
marschen nicht convertible in Grasland, Weizenland etc. und vice versa.

Smith bestimmt die Rente richtig als „prix pay& pour l’usage de la terre“
([„Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nations...“,
Paris 1802], t. I, p.299), wo unter terre jede Naturkraft als solche zu ver-
stehn, also auch Wasser etc.

Gegen Rod[bertu]s’ sonderbare Vorstellung! zählt Smith gleich im
Eingang die Items des agricultural capitals auf:

„Das Kapital, das das Saatgut“ (Rohstoff) „verschafft, Arbeit bezahlt sowie Vieh
und andere landwirtschaftliche Geräte kauft bzw. unterhält.“ (l.c.)

3

Was ist nun dieser prix pay& pour l’usage de la terre?

„Was vom Produkt oder dessen Preis über diesen Anteil hinausgeht“ {qui paie le
capital avance* „und die üblichen Profite“}, „versucht der Grundeigentümer natürlich,
sich als Rente seines Bodens selbst anzueignen.“ (l.c. p.300.)

„Dieser Teil kann als natürliche Grundrente betrachtet werden.“ (p.300.)

Smith weist ab, die Rente mit dem Zins des im Boden angelegten Kapi-
tals zu verwechseln.

3 ausschließlich landwirtschaftlichen Renten - ? das hauptsächliche vegetabilische
Nahrungsmittel - ® „Preis, der für die Benutzung von Grund und Boden bezahlt wird“ -* der
das vorgeschossene Kapital bezahlt

„Der Grundeigentümer verlangt sogar für unkultivierten Boden Rente“ (p.300,

301),

und selbst diese zweite Form der Rente!, setzt er hinzu, hat das Eigentüm-
liche, daß der Zins von Ameliorationskapital der Zins von einem Kapital ist,
das nicht der proprietaire?, sondern der farmer angelegt hat.

„Er“ (le proprietaire) „verlangt zuweilen Rente für etwas, dessen Verbesserung
durch den Menschen völlig ausgeschlossen ist.“ (p.301.)

Bei Smith sehr betont, daß es die propriete® ist, der proprietaire, der als
proprietaire „exige la rente“*. Als solch bloßer Ausfluß der propriete ist die
Rente Monopolpreis, was vollständig richtig, da es nur durch die Inter-
vention der propriet£ ist, daß das Produkt mehr als den Kostenpreis zahlt,
sich zu seinem Wert verkauft.

„Die Grundrente, aufgefaßt als Preis, der für die Benutzung von Grund und Boden
gezahlt wird, ist natürlicherweise ein Monopolpreis.“ (p.302.)

Es ist in der Tat ein Preis, der nur durch das Monopol der propriete er-
zwungen wird und darin als Monopolpreis sich vom prix der industrial
products unterscheidet.

Der Kostenpreis vom Standpunkt des Kapitals aus - und das Kapital
beherrscht die Produktion - erheischt nur, daß das Produkt außer den
Avancen, den average profit? zahlt. In diesem Fall kann das Produkt, sei es
produit de la terre® oder andres, „&tre portde au marche“”.

„Beträgt der gewöhnliche Preis mehr als das, so geht der überschießende Teil natür-
licherweise in die Grundrente ein. Falls er nicht mehr beträgt, so kann die Ware, wenn-
gleich sie auf den Markt gebracht werden kann, dem Grundbesitz keine Rente abwerfen.
Ob der Preis höher oder nicht höher ist, hängt von der Nachfrage ab.“ (t. I, p.302, 303.)

Die Frage ist, warum geht die Rente anders in den Preis ein als Salair
und Profit? Smith hatte ursprünglich richtig die valeur® aufgelöst in salaires,
profits und rentes (abgesehn von dem konstanten Kapital). Aber er verfällt
sofort auf den umgekehrten Weg, valeur und prix naturel (durch die Kon-
kurrenz bestimmten Durchschnittspreis oder Kostenpreis der Waren) zu
identifizieren und letztren zu komponieren aus salaire, profit und rente.

„Diese drei Teile scheinen entweder unmittelbar oder in letzter Instanz den ge-
samten Preis auszumachen.“ (t. 1, 1.1, ch. VI, p. 101.)

1 d.h. die Rente vom verbesserten Boden - ? Grundeigentümer - ? das Grundeigentum -
% Grundeigentümer „die Rente verlangt“ — ° Durchschnittsprofit - ® Bodenprodukt - ? „auf
den Markt gebracht werden“ - ® den Wert

„Auch in den am weitesten fortgeschrittenen Gesellschaften gibt es immer einige
Waren, deren Preis sich nur in zwei Teile aufspaltet, nämlich in die Arbeitslöhne und
die Kapitalprofite, und eine noch kleinere Zahl, deren Preis ganz und gar aus Arbeits-
löhnen besteht. Beispielsweise zahlt ein Teil vom Preis der Seefische die Arbeit der
Fischer und der andere die Profite des im Fischfang angelegten Kapitals. Die Rente
macht nur sehr selten einen Teil | davon aus... In einigen Teilen von Schottland
machen arme Leute es sich zum Geschäft, die bunten Steinchen entlang der Küste zu
sammeln, die unter dem Namen schottische Kiesel bekannt sind. Der Preis, den ihnen
die Steinschneider dafür zahlen, besteht nur aus ihrem Arbeitslohn, da weder Bodenrente
noch Profit irgendeinen Teil davon ausmachen. Aber der Gesamtpreis einer Ware muß
letzten Endes doch in einen oder den anderen oder in alle diese drei Teile zerfallen.“ (t.1,

LT, ch.VI, p. 103, 104.)

In diesen Stellen ist das resoudre de la valeur en salaires! etc. und die
composition du prix par le salaire? etc. durcheinandergewürfelt (überhaupt
noch in diesem ch. VI, handelnd „des parties constituantes du prix des mar-
chandises“ 3). (Erst ch. VII handelt von prix naturel und prix de marche&.)

LI,ch.I, II, III handeln von „division du travail“ *, ch. [IV vom monnaie®.
In diesen wie in den folgenden wird beiläufig der Wert bestimmt. Ch.V
handelt vom prix reel und prix nominal des marchandises, von der Verwand-
lung von Wert in Preis; ch.VI „Des parties constituantes du prix des mar-
chandises“; ch. VII vom prix naturel und prix de marche. Dann ch. VIII von
salaires, ch. [X von profit des capitaux; ch.X von den salaires und profits dans
les divers emplois du travail et des capitaux®; endlich ch. XI von der rente de
la terre”.

Worauf wir aber hier zunächst aufmerksam machen wollen: Nach den
eben angeführten Sätzen gibt es Waren, deren Preis bloß aus Salair besteht,
wie andre, deren Preis bloß aus Salair und Profit besteht, und dritte endlich,
deren Preis aus Salair, Profit und Rente besteht. Daher

„muß der Gesamtpreis einer Ware ... doch in einen oder den anderen oder in alle diese
drei Teile zerfallen.“

Hiernach wäre also kein Grund vorhanden zu sagen, daß die Rente in
einer andren Weise in den prix eingeht als Profit und Salair®, sondern daß
Rente und Profit anders eingehn als Salair, da dies immer eingeht, jene nicht
immer. Woher also der Unterschied?

1 Auflösen des Werts in Arbeitslohn -? Zusammensetzung des Preises aus dem Arbeits-
lohn -° „von den Bestandteilen des Preises der Waren“ -* „Arbeitsteilung“ -5 Geld -$ Löhnen
und Profiten in den verschiedenen Arten der Anwendung von Arbeit und Kapital -? Grundrente -
® in der Handschrift: Rente

Ferner hätte Smith untersuchen müssen, ob es möglich, daß die wenigen
Waren, worin nur Salair eingeht, zu ihrem Wert verkauft werden, oder ob
jene pauvres genst, die die cailloux d’Ecosse? sammeln, nicht vielmehr die
Lohnarbeiter der lapidaires® sind, die ihnen für die Ware nur das gewöhn-
liche Salair zahlen, ihnen also für einen ganzen ihnen scheinbar gehörigen
Arbeitstag nur soviel zahlen, als der Arbeiter in den andren trades“ erhält,
wo ein Teil seines Arbeitstags den Profit bildet, nicht ihm, sondern dem Kapi-
talisten gehört. Smith hätte dies entweder bejahen müssen oder anderseits
behaupten, in diesem Fall erscheine nur der Profit nicht distinguiert vom
Salair. Er sagt selbst:

„Wenn diese drei verschiedenen Arten von Einkommen verschiednen Personen
zufallen, sind sie leicht zu unterscheiden; fallen sie aber derselben Person zu, so werden
sie, wenigstens in der alltäglichen Sprache, häufig durcheinandergeworfen.“ (t.1, LI,

ch.VI, p. 106.)

Indessen kommt die Sache in der Form bei ihm heraus:

Wendet ein unabhängiger Arbeiter (wie jene pauvres gens en F.cosse?)
bloß Arbeit an (ohne daß er dazu Kapital braucht), überhaupt nur seine
Arbeit und die Elemente, so löst sich der Preis bloß in Salair auf. Wendet er
auch ein kleines Kapital an, so macht er Salair und Profit in einer Person.
Wenn er endlich seine Arbeit, sein Kapital und sein Grundeigentum an-
wendet, so vereinigt er in sich die caracteres de proprietaire, de fermier et
d’ouvrier®.

{Der ganze Blödsinn Smiths kommt heraus in einer der Schlußphrasen

von ch. VI, LI:

„In einem zivilisierten Land gibt es nur wenige Waren, deren Tauschwert allein
von der Arbeit abstammt“ (hier travail und salaire identifiziert). „Da Rente und Profit
zu den allermeisten Waren sehr viel beisteuern, wird das Jahresprodukt der Arbeit eines
solchen Landes“ {hier also doch die marchandises gleich produit du travail, obgleich
toute la valeur de ce produit ne proc£de du travail seulement?} „immer ausreichen,
ein beträchtlich größeres Ärbeitsquantum zu kaufen oder zu kommandieren, als zur Hervor-
bringung und Herstellung dieses Produkts sowie zu seiner Beförderung zum Markt be-
schäftigt wurde.“ (l.c. p.108, 109.)

Das produit du travail nicht gleich der valeur de ce produit®. Vielmehr
(kann man verstehn) diese valeur surchargee par l’addition du profit et de la

1 armen Leute -? schottischen Kiesel - ? Steinschneider - * Gewerben -° armen Leute in

Schottland - ® Charaktere von Grundeigentümer, Pächter und Arbeiter — ? der ganze Wert
dieses Produktes nicht allein aus der Arbeit stammt -® dem Wert dieses Produkts

rente!. Daher kann das produit du travail mehr Arbeit kommandieren, kau-
fen, d.h. größren Wert in Arbeit zahlen, als Arbeit in ihm enthalten ist. Der
Satz wäre richtig, wenn er so hieße:

621] Smith sagt:

„In einem zivilisierten Land gibt
es nur wenige Waren, deren Tausch-
wert allein von der Arbeit abstammt.
Da Rente und Profit zu den aller-
meisten Waren sehr viel beisteuern,
wird das Jahresprodukt der Arbeit
eines solchen Landes immer aus-
reichen, ein beträchtlich größeres
Arbeitsquantum zu kaufen oder zu
kommandieren, als zur Hervorbrin-
gung und Herstellung dieses Produkts
sowie zu seiner Beförderung zum

Markt beschäftigt wurde.“

Sollte heißen nach ihm selbst:

„Comme dans un pays civilis6 il
n'y a que tr&s-peu de marchandises
dont zZoute la valeur &changeable se
resout en salaires seulement, et que,
dans la tres-majeure partie d’entr’el-
les, une forte portion de cette valeur
se resout en rente et profits, il en r&-
sulte que le produit annuel du travail
de ce pays suffira toujours pour ache-
ter et commander une quantitd de
travail. beaucoup plus grande que
celle qu’il a fallu payer“ (also auch
employer) „pour faire croitre ce pro-

duit, le pröparer et l’amener au
marche.“?

(Smith kommt hier wieder zu seiner zweiten Vorstellung vom Wert
zurück, von dem es im selben Kapitel heißt:

„Es ist zu beachten, daß der reale Wert all der verschiedenen Bestandteile des
Preises durch die Arbeitsmenge gemessen wird, die jeder einzelne davon kaufen oder
kommandieren kann. Arbeit“ (in diesem Sinn) „ist nicht nur das Maß für den Teil des
Preises, der sich in Arbeit auflöst“, soll heißen: in Arbeitslöhnen, „sondern auch für den-
jenigen, der sich in Rente und Profit auflöst.“ (t. 1, 1.1, ch.VI, p. 100.)

(In dem Abschnitt VI herrscht noch vor das resoudre de la valeur en
salaires, profits et rentes®. Erst im ch. VII über den prix naturel und prix
de marchö gewinnt die Vorstellung der composition du prix par ces elements
constitutifs* die Oberhand.)

1 dieser Wert erhöht ist durch Hinzufügung von Profit und Rente -? „Da es in einem zivili-
sierten Land nur sehr wenige Waren gibt, deren ganzer Tauschwertsich allein in Arbeitslohn auf-
löst, und da bei den meisten von ihnen ein großer Teil dieses Wertes sich in Rente und Profit
auflöst, so wird das jährliche Produkt der Arbeit dieses Landes immer hinreichend sein, um
eine weit größere Menge Arbeit zu kaufen und zu kommandieren, als bezahlt werden mußte“
(also auch aufgewendet) „um dies Produkt hervorzubringen, fertigzustellen und auf den
Markt zu bringen.“ - 3 Auflösen des Werts in Arbeitslohn, Profit und Rente - * Zusammen-
setzung des Preises aus den ihn konstituierenden Elementen

Also: Die valeur Echangeable des produit annuel du travail" besteht nicht
nur aus Salair der travail, die angewandt, um dies Produkt hervorzubringen,
sondern auch aus Profit und Rente. Kommandiert oder gekauft aber ist jene
Arbeit bloß mit dem Teil des Werts, der sich in salaire auflöst. Es ist also
möglich, eine viel größre Masse Arbeit in Bewegung zu setzen, wenn näm-
lich ein Teil von Profit und Rente zum Kommandieren oder Kaufen von
Arbeit verwandt wird, d.h. in Salair verwandelt wird. Es kömmt also darauf
hinaus: la valeur &changeable du produit annuel du travail se r&sout en
travail paye (salaires) et fravail non paye (profit et rente)?. Verwandelt man
also einen Teil des Teils der valeur, qui se resout en travail non paye°, in
Salair, so kann man acheter une plus grande quantit& de travail*, als wenn
man bloß den aus Salair bestehenden Teil dieser valeur zum Neukauf von
Arbeit bestimmt.)

Also zurück.

„Ein selbständiger Manufakturist, der genug Kapital besitzt, um Material zu kaufen
und seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, bis er seine Produkte auf den Markt bringen
kann, wird sowohl den Lohn eines bei einem Meister arbeitenden Gesellen als auch den
Profit, den dieser Meister durch den Verkauf der durch seinen Gesellen hergestellten
Produkte erzielt, selbst einstecken. Jedoch sein Gesamtverdienst wird gewöhnlich
Profit genannt, und auch in diesem Falle wird der Lohn mit dem Profit zusammen-
geworfen. Ein seinen eigenen Garten selbst bearbeitender Gärtner vereinigt in seiner
Person die drei unterschiedlichen Wesenszüge des Grundherrn, des Pächters und des Ar-
beiters. Sein Produkt verschafft ihm daher die Rente des ersteren, den Profit des zweiten
und den Lohn des dritten. Aber das Ganze wird im allgemeinen als Vergütung seiner
Arbeit betrachtet. Sowohl Rente als auch Profit werden in diesem Fall mit dem Lohn in
einen Topf geworfen.“ (t.1, 1.1, ch. VI, p. 108.)

Hier in der Tat Konfusion. Ist das toi? nicht „le fruit de son travail“ *?
Und ist es nicht umgekehrt die Übertragung der Verhältnisse der kapitalisti-
schen Produktion - worin mit der Trennung der Arbeit von ihren objek-
tiven Bedingungen, auch der ouyrier, capitaliiste und proprietaire” sich als
trois differents caract&res® gegenübertreten - auf diesen jardinier?, daß der
fruit de son travail or rather the value of that produce is regarded, part of it
as wages, in payment of his labour, part of it as profit, on account of the
capital employed, and part of it as rent, as the portion falling due to the land

1 Der Tauschwert des jährlichen Produkts der Arbeit -®der Tauschwert des jährlichen Pro-
dukts der Arbeit löst sich auf in bezahlte Arbeit (Arbeitslohn) und unbezahlte Arbeit (Profit
und Rente) -° des Werts, der sich in unbezahlte Arbeit auflöst -* eine größere Menge Arbeit
kaufen - ® Ganze - ® „Vergütung seiner Arbeit” - ? Arbeiter, Kapitalist und Grundeigen-
tümer - 8 drei verschiedene Charaktere -° Gärtner

or rather the proprietor of the land!? Innerhalb der kapitalistischen Produk-
tion ganz richtig für die Arbeitsverhältnisse, worin diese Elemente nicht ge-
trennt sind (faktisch nicht), sie als getrennt vorauszusetzen und so diesen
jardinier als seinen eignen ||622]| journalier? und als seinen eignen proprie-
taire? in una persona® zu betrachten. Es läuft aber hier offenbar bei Smith
schon die vulgäre Vorstellung unter, daß das salaire aus der Arbeit stammt,
der profit und rente - unabhängig von der Arbeit des ouvrier - aus dem
Kapital und dem Land als selbständigen Quellen, nicht für die Aneignung
fremder Arbeit, sondern des Reichtums selbst. In dieser tollen Weise laufen
bei Smith durcheinander die tiefsten Anschauungen mit den verrücktesten
Vorstellungen, wie sie sich das gemeine Bewußtsein aus den Erscheinungen
der Konkurrenz abstrahiert bildet.

Nachdem er erst die valceur auflöst in salaires, profits, rentes, setzt er
dann umgekehrt aus unabhängig von der valeur bestimmtem salaire, profit
und rent die valeur zusammen. Nachdem er so den von ihm selbst richtig
entwickelten Ursprung von profit und rent vergessen, kann er sagen:

„Lohn, Profit und Rente sind die drei ursprünglichen Quellen allen Einkommens
ebenso wie allen Tauschwerts.“ (t.1, 1. I, ch.VI, p. 105.)

Seiner eignen Entwicklung gemäß hätte er sagen müssen:

„La valeur d’une marchandise proctde exclusivement du travail (de la
quantit6 du travail) fix& dans cette marchandise. Cette valeur se r&sout en
salaire, profit et rente. Salaire, profit et rente sont les formes primitives,
dans lesquelles l’ouvrier, le capitaliste, et le proprietaire participent A la
valeur cr&ee par le travail de l’ouvrier. Dans ce sens ils sont les trois sources
primitives de tout revenu, quoigue aucune de ces soit-disant sources entre
dans la constitution de la valeur.“?

Aus den angeführten Stellen sieht man, wie Smith ch.VI über die
„parties constituantes du prix des marchandises“® dazu kömmt, den Preis zu
resoudre in salaire’, wenn nur Arbeit (immediate°) in die Produktion ein-

2 Arbeitsverdienst oder vielmehr der Wert dieses Produkts betrachtet wird als geteilt in
Lohn, als Bezahlung seiner Arbeit, in Profit, als Gewinn des angewandten Kapitals, und in
Rente, als den Teil, der auf den Boden oder vielmehr auf den Eigentümer des Bodens ent-
fallt -® Tagelöhner -? Grundeigentümer -* in einer Person -? „Der Wert einer Ware stammt
ausschließlich aus der Arbeit (der Menge Arbeit), die in dieser Ware fixiert ist. Dieser Wert
löstsich auf in Arbeitslohn, Profit und Rente. Arbeitslohn, Profitund Rente sind die ursprüng-
lichen Formen, in denen der Arbeiter, der Kapitalist und der Grundeigentümer an dem
durch die Arbeit des Arbeiters geschaffenen Wert teilnehmen. In diesem Sinne sind sie die
drei Urquellen alles Einkommens, obwohl keine dieser sogenannten Quellen in die Bildung
des Werts eingeht.“ - ® „Bestandteile des Preises der Waren“ -” aufzulösen in Arbeitslohn -
8 unmittelbare

geht, in salaires und profit, wenn statt des independent workmant ein jour-
nalier von einem Kapitalisten employed? wird (also Kapital), endlich sa-
laires, profits und rent, wenn die „terre“? in die production eingeht, außer
Kapital und Arbeit, wobei aber vorausgesetzt, daß die terre appropriee#, also
neben dem ouvrier und capitaliste auch der proprietaire auftritt (obgleich
er bemerkt, daß möglicherweise alle drei oder zwei von diesen Charakteren
in einer Person vereinigt sein können).

In ch. VII nun über prix naturel und prix de marche wird die Rente ganz
in derselben Weise (wenn die terre in die production eingeht) als partie con-
stituante des prix naturel? dargestellt wie Salair und Profit. Es wird dies be-
wiesen durch folgende Stellen:

(1.l, ch.VID)

„Wenn der Preis irgendeiner Ware weder größer noch kleiner als jener Betrag ist,
der ausreicht, um die Grundrente, den Arbeitslohn und den Profit des bei ihrer Hervor-
bringung, Herstellung und ihrem Transport zum Markt beschäftigten Kapitals zu
bezahlen, und zwar jeweils nach der natürlichen Rate, dann wird die Ware zu ihrem
sogenannten nafürlichen Preis verkauft. Sie wird genau dafür veräußert, was sie wert
ist.“ (p. 111, 1.) (Hier zugleich die Identität des prix naturel und der valeur der mar-
chandise konstatiert.) "

„Der Marktpreis jeder einzelnen Ware wird bestimmt durch das Verhältnis zwi-
schen der Menge, welche tatsächlich auf den Markt gebracht worden ist, und der Nach-
frage jener Leute, die den natürlichen Preis der Ware bzw. den Gesamtwert von Rente,
Arbeit und Profit, die bezahlt werden mußten, um sie dorthin zu bringen, entrichten
wollen.“ (I, p. 112.)

„Wenn die angebotene Menge irgendeiner Ware hinter der wirksamen Nachfrage
zurückbleibt, können all diejenigen, welche den Gesamtwert von Rente, Lohn und
Profit, die bezahlt werden mußten, um sie auf den Markt zu schaffen, entrichten wollen,
nicht mit dem von ihnen benötigten Quantum versorgt werden... Der Marktpreis
steigt mehr oder weniger über den natürlichen Preis, je nachdem ob die Größe des Man-
gels oder die Wohlhabenheit und Verschwendungssucht der Käufer die Heftigkeit der
Konkurrenz mehr oder weniger anstachelt.“ (1, p.113.)

„Falls die auf den Markt gebrachte Warenmenge die wirksame Nachfrage über-
steigt, kann nicht alles an diejenigen abgesetzt werden, welche willens sind, den Ge-
samtwert von Rente, Lohn und Profit zu entrichten, die zu bezahlen waren, um die
Produkte dorthin zu bringen... Der Marktpreis sinkt mehr oder weniger unter den
natürlichen Preis, je nachdem ob die Größe des Überangebots die Konkurrenz der Ver-
käufer mehr oder weniger verstärkt bzw. ob es mehr oder weniger bedeutsam für sie ist,
die Ware sofort loszuwerden.“ (I, p. 114.)

1 ‚nabhängigen Arbeitsmannes - ? angewendet -° der „Boden“ -* der Boden angeeignet
ist - 5 konstituierender Teil des natürlichen Preises

„Wenn die auf den Markt gebrachte Menge gerade ausreicht, um die wirksame
Nachfrage zu versorgen, so stimmt der Marktpreis ganz genau ... mit dem natürlichen
Preis überein ... Die Konkurrenz zwingt die verschiedenen Händler in ihrer Gesamt-
heit, diesen Preis zu akzeptieren. Aber sie zwingt sie nicht, sich mit einem geringeren

zufriedenzugeben.“ (1, p. 114, 115.)

1623| Smith läßt den propristaire withdraw his land or transfer it from
the production of one commodity (as wheat) to that of another (as pasture f.i.)
if, in consequence of the state of the market, his rent sinks below, or rises
above, its natural tax!.

„Wenn zu irgendeinem Zeitpunkt das Warenquantum“ (amen&e au march£?) „über
die effektive Nachfrage hinausgeht, müssen einige Preisbestandteile unter ihrer natür-
lichen Rate bezahlt werden. /st es die Rente, so werden die Grundbesitzer sofort ver-
anlaßt, einen Teil ihres Grund und Bodens dieser Beschäftigung zu entziehen.“ (1, p.115.)

„Falls dagegen die auf den Markt gebrachte Menge zu irgendeinem Zeitpunkt hinter
der effektiven Nachfrage zurückbleibt, müssen einige Preisbestandteile über ihre natür-
liche Rate klettern. Ist es die Rente, so werden selbstverständlich alle übrigen Grund-
eigentümer veranlaßt, mehr Grund und Boden als bisher zur Erzeugung dieser Ware
vorzubereiten.“ (I, p. 116.)

„Die zufälligen und zeitweiligen Erhöhungen oder Verminderungen des Markt-
preises irgendeiner Ware berühren hauptsächlich den Preisanteil, der sich in Lohn und
Profit aufspaltet. Der sich in Rente auflösende Teil wird hierdurch weniger beeinflußt.“
(I, p.118, 119.)

„Der Monopolpreis ist in jedem Fall der erzielbare Höchstpreis. Dagegen stellt der
natürliche oder der Preis der freien Konkurrenz den niedrigsten Preis dar, den man an-
nehmen kann - zwar nicht in allen Fällen, aber doch über längere Zeiträume hinweg.“
(T, p. 124.)

„Der Marktpreis irgendeiner einzelnen\Ware kann zwar lange über ihrem natürlichen
Preis liegenbleiben, aber nur selten lange darunter. Welcher Teil auch immer unterhalb
seiner natürlichen Rate bezahlt wird, diejenigen, deren Interesse beeinträchtigt wird,
fühlen sofort den Verlust und werden der Produktion der betreffenden Ware unmittelbar
danach soviel Boden oder soviel Arbeit oder soviel Kapital entziehen, daß die auf den
Markt gebrachte Menge bald nur noch ausreicht, um die wirksame Nachfrage zu decken,
Ihr Marktpreis wird daher schnell auf den natürlichen Preis ansteigen. Zumindest würde
das überall dort geschehen, wo vollkommene Freiheit herrscht.“ (I, p. 125.)

Nach dieser Darstellung im ch. VII sehr schwer einzusehn, wie Smith
lim] ch.XT, b.I „De la rente de la terre“ rechtfertigen kann, daß die Rente

1 Grundeigentümer seinen Boden brachlegen oder von der Produktion einer Ware (wie
Weizen) zu der einer anderen (wie z.B. Weidewirtschaft) übergehen, wenn infolge der Markt-
lage seine Rente unter ihre natürliche Rate sinkt oder darüber steigt - ? auf den Markt ge-
bracht

nicht immer in den Preis eingeht, wo une terre appropries! in die Produk-
tion eingeht; wie er die Art, wie die Rente in den Preis eingeht, unterschei-
den kann von der Art, wie Profit und Salair in ihn eingehn, nachdem er
lim] ch.VI und VII die Rente ganz in derselben Weise zur partie constitu-
ante des prix naturel® gemacht wie profits und salaires. Nun zurück zu
diesem ch.XI (b.D.

Wir haben gesehn, daß dort die Rente bestimmt als das Surplus, das
übrigbleibt vom Preis des Produkts, nachdem die avances® des capitalist
(farmer) + the average profit* gezahlt sind.

Smith schlägt in diesem ch. XI absolut um. Die Rente geht nicht mehr
in den prix naturel. Oder vielmehr A.Smith nimmt Zuflucht zu einem prix
ordinaire’, der von dem prix naturel normaliter verschieden ist, obgleich
wir in ch. VII hörten, daß der prix ordinaire nie für längere Zeit unter dem
prix naturel stehn und nie für längre Zeit fortfahren kann, irgendeinen kon-
stituterenden Teil des prix naturel unter seiner natural tax und nun gar,
gar nicht zu zahlen, wie es jetzt mit Bezug auf die Rente behauptet wird.
Smith sagt uns auch nicht, ob das Produkt unter seinem Wert verkauft wird,
wenn es keine Rente zahlt, oder ob es über seinem Wert verkauft wird, wenn
es sie zahlt.

Vorhin war der prix naturel der marchandise

„der Gesamtwert von Renie, Lohn und Profit, die bezahlt werden mußten, um sie auf. den
Markt zu schaffen“ (I, p. 112).

Jetzt hören wir:

„Nur jene Teile des Produkts des Bodens können üblicherweise auf den Markt ge-
bracht werden, deren gewöhnlicher Preis ausreicht, das Kapital, das aufgewendet werden
muß, um sie dorthin zu bringen, zu ersetzen und den gewöhnlichen Profit abzuwerfen.“
(p.302, 303.)

Also der prix ordinaire ist nicht der prix naturel, und der prix naturel
braucht nicht gezahlt zu werden, um diese Waren auf den Markt zu bringen.

1624| Vorhin hörten wir, daß, wenn der prix ordinaire (damals der prix
de march£) nicht hinreicht, die ganze Rente zu zahlen („la valeur entiere de
rente“ ® etc.), soviel Land entzogen wird, bis der prix de march£ steigt auf
den prix naturel und die ganze Rente zahlt. Jetzt dagegen:

„Beträgt der gewöhnliche Preis mehr als das“ (um remplacer le capital et payer les
profits ordinaires de ce capital”), „so geht der überschießende Teil natürlicherweise

1ein angeeigneter Boden -? zum konstituierenden Teil des natürlichen Preises -* Auslagen -
4 dem Durchschnittsprofit - 5 gewöhrlichen Preis - * „den Gesamtwert von Rente“ - ? das
Kapital zu ersetzen und den gewöhnlichen Profit dieses Kapitals zu bezahlen

Smiths Renttheorie 35]

in die Grundrente ein. Falls er nicht: mehr beträgt, so kann die Ware, wenngleich
sie auf den Markt gebracht werden kann, dem Grundbesitzer keine Rente abwerfen.
Ob der Preis höher oder nicht höher ist, hängt von der Nachfrage ab.“ (ch.XI, 1.1.)
(I, p.302, 303.)

Aus einem konstitwerenden Teil des prix naturel verwandelt sich die
Rente plötzlich in ein Surplus über den prix suffisant!, dessen Existenz oder
Nichtexistenz vom state of demand? abhängt. Der prix suffisant aber ist
der Preis, nötig, damit die Ware auf den Markt kömmt, also damit sie produ-
ziert wird, also der Produktionspreis der Ware. Denn der Preis, der nötig ist
für die supply? der Ware, nötig ist, damit sie überhaupt wird, als Ware auf
dem Markt erscheint, is of course? ihr Produktionspreis oder Kostenpreis.
Das [ist die conditio] sine qua non? ihres Daseins. Die Nachfrage ihrerseits
muß bei einigen Erdprodukten stets so beschaffen sein, daß ihr prix ordinaire
ein Surplus über den Produktionspreis zahlt, also eine Rente. Bei andren
kann oder kann sie nicht so beschaffen sein.

„Es gibt einige Teile des Bodenprodukts, nach denen die Nachfrage stets so stark
sein muß, daß sie einen höheren Preis ergibt als den, der ausreicht, um sie auf den
Markt zu bringen. Und es gibt andere, nach denen die Nachfrage so stark sein kann
oder auch nicht, daß sie diesen höheren Preis ergibt. Die ersteren müssen den Grund-
besitzern immer eine Rente abwerfen. Je nach den verschiedenen Umständen können
die letzteren dies zuweilen tun oder zuweilen auch nicht.“ (l.c. I, p.303.)

Also statt des prix naturel haben wir hier den prix suffisant. Der prix
ordinaire ist wieder verschieden von diesem prix suffisant. Der prixordinaire
steht über dem prix suffisant, wenn er die Rente einschließt. Er ist ihm gleich,
wenn er sie ausschließt. Es ist sogar charakteristisch für den prix suffisant,
daß er die Rente ausschließt. Der prix ordinaire steht unter dem prix suffisant,
wenn er beyond the replacement of capital nicht den average profit zahlt.
Der prix suffisant ist also in der Tat der Produktionspreis oder Kostenpreis,
wie ihn Ricardo sich aus A. Smith abstrahiert hat und wie er sich in der Tat
vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion darstellt, d.h. der Preis,
der außer den avances du capitaliste paye les profits ordinaires”; der Durch-
schnittspreis, wie ihn die Konkurrenz der Kapitalisten in den different
employments of capital erzeugt. Esist diese Abstraktion aus der Konkurrenz,
die den Smith dahin bringt, seinem prix naturel den prix suffisant entgegen-

1 hinreichenden Preis (in der Handschrift: prixordinaire)-? Stand der Nachfrage -? Zufuhr -
4 ist selbstverständlich - 3 unerläßliche Ursache - außer dem Ersatz des Kapitals -? Aus-
lagen des Kapitalisten die gewöhnlichen Profite zahlt -® verschiedenen Anwendungssphären
des Kapitals

zustellen, obgleich seine Darstellung des prix naturel umgekehrt nur den
Preis ordinaire für suffisant auf die Dauer erklärt, der die konstituierenden
Teile des prix naturel, Rente, Profit, Salair, zahlt. Da der Kapitalist die
Warenproduktion dirigiert, ist der prix suffisant [der], der für die kapitalisti-
sche Produktion, der vom Standpunkt des Kapitals aus suffisant ist, und
dieser für das Kapital sufficient price does not include rent, but does, in the
contrary, exclude it!.

Anderseits: Dieser sufficient price ist aber nicht sufficient bei einigen
Erdprodukten. Bei ihnen muß der ordinary price so hoch stehn, um ein Sur-
plus über den sufficient price, eine Rente für den Grundeigentümer abzu-
“ werfen. Bei andren hängt es von Umständen ab. Der Widerspruch, daß der
sufficient price nicht sufficient ist, der Preis, der hinreicht, das Produkt auf
den Markt zu bringen, nicht hinreicht, es auf den Markt zu bringen, geniert
Smithen nicht.

Wohl aber - ohne jedoch auch nur einen Augenblick zurückzusehn auf
ch.V, VI und VII- gesteht er sich (nicht als einen Widerspruch, sondern
als eine neue Entdeckung, auf die er plötzlich stößt), daß er mit dem suffhi-
cient price seine ganze Lehre vom natural price über den Haufen geworfen

hat.

„Demnach ist zu beachten“ (dies ist die außerordentlich naive Form, worin Smith
von einer Behauptung zu ihrem Gegenteil fortgeht), „daß die Rente in die Zusammen-
setzung des Warenpreises in einer vom Lohn und Profit verschiedenen Art ein-
geht. Hohe oder niedrige Löhne und Profite sind die Ursache von hohen oder niedrigen
Preisen |625], hohe oder niedrige Renten sind die Folgedavon. Weil hohe oder niedrige
Löhne und Profite gezahlt werden müssen, um den Markt mit einer bestimmten Ware zu
beliefern, ist deren Preis hoch oder niedrig. Aber weil ihr Preis hoch oder niedrig ist, weil
er beträchtlich, wenig oder überhaupt nicht über jenem Betrag liegt, der zur Zahlung dieser
Löhne und Profite ausreicht, deshalb wirft er eine hohe, niedrige oder gar keine Rente
ab.“ (p.303, 304.)

Zunächst der Schlußsatz. Also der prix suffisant, der Kostenpreis, qui
ne paye que salaires et profits?, schließt die Rente aus. Zahlt das Produkt viel
mehr als den prix suffisant, so zahlt es eine hohe Rente. Zahlt es etwas mehr,
so zahlt es eine schwache Rente. Zahlt es exakt nur den prix suffisant, so
zahlt es keine Rente. Fällt der wirkliche prix des produit mit seinem prix
suffisani zusammen, der Profit und Salair zahlt, so zahlt es keine Rente. Die
Rente ist stets ein Surplus über dem prix suffisant. Der prix suffisant schließt
seiner Natur nach die Rente aus. Dies ist Ricardos Theorie. Er akzeptiert die

1 hinreichende Preis schließt nicht die Rente ein, sondern schließt sie im Gegenteil aus -

2 der nur Arbeitslohn und Profit bezahlt

idee des prix suffisant, des Kostenpreises von A.Smith; vermeidet die In-
konsequenz des A.Smith, ihn vom prix naturel zu unterscheiden, und führt
Idiese Idee] konsequent durch. Smith, nachdem er alle diese Inkonsequen-
zen begangen, ist auch so inkonsequent, für einige Erdprodukte einen prix
zu verlangen, der plus fort! ist als ihr prix suffisant. Aber diese Inkonsequenz
selbst wieder Resultat einer richtigern „observation“.

Der Eingang des Passus aber ist wahrhaft überraschend durch seine
Naivetät. Im ch.VII setzte Smith auseinander, daß Rente, Profit, Salair
gleichmäßig eingehn in die composition des prix naturel, nachdem er vorher
die dissolution of value into rent, profits and wages? verkehrt hat in die com-
position of value by the natural price of rent, profits and wages?. Jetzt sagt er,
daß die rent anders eingeht into „the composition of the price of commodities“?
als profits und wages. Und zwar in welcher Weise anders eingeht into that
composition’? Nämlich dadurch, daß sie gar nicht in diese Komposition ein-
geht. Hier bekommen wir erst die wahre Erklärung des sufficient price. Der
Preis der Waren ist teuer oder wohlfeil, hoch oder niedrig, weil Arbeitslohn
und Profit - ihre natural taxes — hoch oder niedrig. Die Ware wird nicht ge-
liefert auf den Markt, wird nicht produziert, wenn nicht jene hohen oder
niedrigen Profite und Salaire gezahlt werden. Sie bilden den Produktions-
preis der Ware, ihren Kostenpreis; also in der Tat die konstituierenden Ele-
mente ihres Werts oder Preises. Dagegen die Rente geht nicht ein in den
Kostenpreis, den Produktionspreis. Sie ist kein konstituierendes Element der
exchangeable value® der Ware. Sie wird nur gezahlt, wenn der ordinary price
der Ware über ihrem sufficient Preis steht. Profit und Salair als konstituierende
Elemente des Preises sind Ursachen des Preises; Rente ist dagegen nur Wir-
kung, Folge desselben. Sie geht also nicht in seine Komposition als Element
ein wie Profit und Salair. Und dies nennt Smith, daß sie anders in diese
Komposition eingeht als Profit und Salair. Er scheint nicht im mindesten
zu fühlen, daß er seine Lehre vom natural price über den Haufen geworfen.
Denn was war der natural price? Das Zentrum, um das der Marktpreis gravi-
tiert: der sufficient price, unter den das Produkt nicht fallen kann, wenn es
pour un longtemps? auf den Markt gebracht, produziert werden soll.

Die Rente also jetzt das Surplus über dem natural price, früher konstituie-
rendes Element des natural price; jetzt Effekt, früher cause des price®.

1 höher - 2 Auflösung des Werts in Rente, Profit und Arbeitslohn - ® Zusammensetzung des
Werts aus dem natürlichen Preis von Rente, Profit und Arbeitslohn -* in „die Zusammen-

setzung des Preises der Waren“ -® in diese Zusammensetzung - ® des Tauschwerts - 7 längere
Zeit hindurch — ® Ursache des Preises

Es widerspricht dagegen nicht, wenn er behauptet, für gewisse Produkte
der Erde seien die circumstances! des Markts stets so, daß ihr ordinary price
über ihrem sufficient price stehn muß, mit andren Worten so, daß das Grund-
eigentum die Macht habe, den Preis heraufzuschrauben über den degree?, der
sufficient für den Kapitalisten wäre, träte ihm kein counteracting influence?
entgegen.

11626] Nachdem er so im ch. XI die ch.V, VI und VIf über den Haufen
geworfen, fährt er ruhig fort: Er werde sich nun ans Geschäft begeben. I.das
produit de la terre? betrachten, das immer eine Rente liefert; 2. die produits
de la terre, die sie manchmal liefern, manchmal nicht; endlich 3. die varia-
tions betrachten, die in verschiednen E.nntwicklungsperioden der Gesellschaft
im relativen Wert teils dieser zwei Arten Produkte untereinander, teils in
ihrem Verhältnis zu Manufakturwaren Platz greifen.

### [2. Smith’ These vom besonderen Charakter der Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten. Physiokratisches Element in seiner Rententheorie]

„Erste Sektion. Vom Produkt des Bodens, das stets Rente abwirft.“

Er beginnt mit der Populationstheorie. Das Nahrungsmittel erzeugt im-
mer Nachfrage für sich. Vermehren sich die Nahrungsmittel, so vermehren
sich auch die Menschen, die Konsumenten der Nahrungsmittel. Die Zufuhr
dieser Waren erzeugt also ihre Nachfrage.

„Da sich die Menschen wie alle anderen Lebewesen natürlicherweise im Verhältnis zu
ihren Unterhaltsmitteln vermehren, herrscht immer eine mehr oder weniger starke Nach-
frage nach Nahrungsmitteln, Diese können immer eine größere oder kleinere Quantität
Arbeit kaufen oder kommandieren, und es findet sich immer jemand, der bereit ist,
etwas zu tun, um sie zu erlangen.“ (l. I, ch.X1.) (I, p.305.)

„Der Boden bringt jedoch“ {why?°) „fast in jeder Lage eine größere Menge Nahrungs-
mittel hervor als die, welche ausreicht, all die Arbeit zu unterhalten, die erforderlich ist,
um sie auf den Markt zu bringen, und zwar in der großzügigsten Weise, in der diese
Arbeit überhaupt unterhalten wird. Auch ist der Überschuß immer mehr alsausreichend,
um das Kapital, das jene Arbeit beschäftigt, zu ersetzen und Profit abzuwerfen. Etwas
bleibt daher für eine Rente des Grundeigentümers stets übrig.“ (l. c. 1, p.305, 306.)

Dies klingt ganz physiokratisch und enthält weder den Beweis noch die

1 Umstände - ? Grad - keine Gegenwirkung - * Bodenprodukt - ® warum?

Erklärung, warum der „prix“ dieser marchandise particuliere! ein Surplus
über den „prix suffisant“ zahlt, i.e. eine Rente.

Als Beispiel geht er sofort über zur päturage und pätures incultes®. Dann
folgt der Satz über die Differentialrente:

„Die Grundrente verändert sich nicht nur unabhängig von der Größe des Produkts
in Abhängigkeit von der Fruchtbarkeit des Bodens, sondern auch unabhängig von die-
ser Fruchtbarkeit zusammen mit dessen Lage.“ (I, p.306.)

Bei dieser Gelegenheit erscheint Rente und Profit als bloßes Surplus des
Produkts, nachdem der Teil desselben abgezogen, der in natura den Arbeiter
nährt. (Eigentlich die physiokratische Ansicht, die in fact? darauf beruht,
daß in agresten Zuständen der Mensch fast ausschließlich vom Agrikultur-
produkt lebt und die Industrie selbst, die Manufaktur, als ländliche Neben-
arbeit erscheint, exerc& sur le produit local de la nature®.)

„Deshalb ist davon? eine größere Arbeitsmenge zu unterhalten, und der Überschuß,
aus dem der Farmer seinen Profit und der Grundbesitzer seine Rente zieht, wird zwangs-
läufig vermindert.“ (p.307.)

Daher auch Weizenbau größren Profit abwerfen müsse als päture®.

„Ein Getreidefeld von mäßiger Fruchtbarkeit bringt eine viel größere Menge mensch-
licher Nahrungsmittel hervor als die beste Weide gleicher Ausdehnung.“

{Hier handelt es sich also nicht um Preis, sondern um die absolute
Naturalmasse der nourriture pour l’homme’.}

„Zwar erfordert seine Bebauung weit mehr Arbeit, aber der Überschuß, der nach dem
Ersatz des Saatgutes und dem Unterhalt all dieser Arbeit verbleibt, ist ebenfalls viel
größer.“

{Obgleich der Weizen mehr Arbeit kostet, ist das Surplus von Nahrungs-
stoff, das ein Weizenfeld nach Bezahlung der Arbeit läßt, beträchtlicher als
bei einer Wiese für Viehzucht. Und es ist mehr wert, nicht weil der Weizen
mehr Arbeit kostet, sondern weil das Surplus in Weizen mehr Nahrungs-
stoff enthält.)

„Daher hätte“ (beim Weizen) „dieser größere Überschuß, wenn ein Pfund Fleisch
niemals für wertvoller als ein Pfund Brot gehalten worden wäre“ {weil man mehr Pfund
Weizen erhält als Fleisch von derselben Bodenfläche}, „überall einen größeren Wert
besessen“ {weil vorausgesetzt ist, daß ein Pfund Brot gleich ein Pfund Fleisch (im

Wert), und daß mehr Pfund Brot nach Fütterung der Arbeiter übrigbleiben als Pfund

1 „Preis“ dieser besonderen Ware -? zu Weideland.und unbebauten Weiden -° tatsächlich -
4 angewendet auf das lokale Produkt der Natur -® d.h. dem Produkt von dem Boden, der vom
Markt weiter entfernt liegt -® Weide -” Nahrungsmittel für den Menschen


Fleisch von derselben Bodenfläche} „und sowohl für den Profit des Farmers als auch
für die Rente des Grundeigentümers einen größeren Fonds gebildet.“ (p.308, 309.)

Nachdem Smith an die Stelle des prix naturel den prix suffisant gesetzt
und die Rente gleich Surplus über den prix suffisant erklärt, vergißt er, daß
es sich überhaupt um prix handelt, und leitet die Rente ab aus dem Verhält-
nis der nourriture', die die Agrikultur liefert, im Verhältnis der nourriture,
die der agricola® konsumieren muß.

In point of fact? - abgesehn von dieser physiokratischen Erklärungsweise -
setzt er voraus, daß der prix des Ackerbauprodukts, das die Hauptnahrung
liefert, außer dem Profit eine Rente zahlt. Von dieser Basis aus operiert er
weiter. Mit der Entwicklung der Kultur werden die natürlichen Weiden un-
genügend für Viehzucht, für die Nachfrage nach Metzgerfleisch. Kultivier-
tes Land muß zu diesem Zweck angewandt werden. | Der Preis des
Fleisches muß also dahin steigen, daß er nicht nur die Arbeit zahlt, die auf
die Viehzucht verwandt, sondern auch

„die Rente und. den Profit, die Grundbesitzer und Farmer aus diesem Boden hätten ziehen
können, wäre er als Ackerland. ausgenutzt worden. Das auf völlig unbebauten Mooren
aufgezogene Vieh wird je nach Gewicht und Qualität auf demselben Markt zum glei-
chen Preis verkauft wie das auf dem am besten kultivierten Boden gezüchtete. Die Be-
sitzer dieser Moore profitieren davon und steigern ihre Grundrente im Verhältnis zu
den Viehpreisen.“

(Hier läßt er richtig die Differentialrente aus dem Überschuß des Markt-
werts über den individuellen Wert hervorgehn. Der Marktwert steigt aber
in diesem Fall, nicht weil von besserem zu schlechterem, sondern von un-
fruchtbarerem zu mehr fruchtbarem Land übergegangen wird.)

„Auf diese Weise wird die Rente und der Profit unbebauten Weidelandes bei fort-
schreitenden Verbesserungen in gewissem Maße durch die Rente und den Profit des
bearbeiteten Bodens bestimmt, und diese wiederum durch die Rente und. den Profit bei
Getreide.“ (I, p.310, 311.)

„Wo es keinen ... örtlichen Vorteil gibt, muß die Rente und der Profit bei Getreide
oder den Produkten, welche sonst die üblichen pflanzlichen Nahrungsmittel des Volkes
bilden, die Rente und den Profit auf dem Boden, der zu deren Anbau geeignet ist,
natürlicherweise bestimmen.“ (p.315.)

„Die Verwendung von Kulturgräsern, Rüben, Möhren, Kohl und anderen Mitteln,
auf die man verfallen ist, um von einem gleichgroßen Landstück mehr Vieh als mit den
Naturgräsern füttern zu können, müßte, so sollte man erwarten, die Überlegenheit etwas
vermindern, die der Fleischpreis in einem fortgeschrittenen Land natürlicherweise
gegenüber dem Brotpreis besitzt.“ (l.c.) „Es scheint auch so gewesen zu sein“ usw. (l.c.)

1 Nahrungsmittel - * Ackerbauer - ? In Wirklichkeit

Nachdem Smith so auseinandergesetzt das Verhältnis zwischen Rente der
Viehzucht und: der Ackerbaurente, fährt er fort:

„In allen großen Ländern wird der bebaute Boden zumeist für die Erzeugung von
Nahrungsmitteln für den Menschen oder von Futter für das Vieh verwendet. Die Rente
und der Profit hiervon bestimmen die Rente und den Profit aller anderen bebauten
Ländereien. Wenn ein bestimmtes Produkt weniger Rente und Profit abwirft, wird
der Boden bald in Getreide- und Weideland verwandelt. Bringt es aber mehr ein, wird
sich bald ein gewisser Teil des Getreide- und Weidelandes diesem Produkt zuwenden.“
(I, p.318.)

Spricht dann von Weinbau, Garten, potager! etc.

„Die Rente und der Profit von jenen Produkten, die entweder größere ursprüngliche
Ausgaben zur Verbesserung des Bodens erfordern, um ihn dafür geeignet zu machen,
oder größere jährliche Anbaukosten verursachen, sind zwar oft höher als bei Getreide
und Futterpflanzen, aber solange sie lediglich solche außergewöhnlichen Ausgaben auf-
wiegen, werden sie in Wirklichkeit durch die Rente und den Profit jener gewöhnlichen

landwirtschaftlichen Produkte bestimmt.“ (I, p.323, 324.)

Kommt dann zum Zuckerbau in den Kolonien, Tabak.

„Auf diese Weise bestimmt die Rente des bebauten Bodens, dessen Produkt aus
Nahrungsmitteln für den Menschen besteht, die Rente des größten Teils der übrigen
bebauten Ländereien.“ (I, p.331.) „In Europa ist Getreide das Hauptprodukt, das un-
mittelbar der menschlichen Nahrung dient. Bestimmte Gegenden ausgenommen, regu-
liert also in Europa die Rente der Getreideländereien die des gesamten übrigen be-

bauten Bodens.“ (l.c. p.331, 332.)

Er kommt dann wieder zurück auf die physiokratische Theorie, so wie
er sie zurechtgemacht hat, daß nämlich die nourriture sich selbst Konsumen-
ten schafft. Träte statt der Weizenkultur eine andre ein, die mit derselben
Kultur auf der terre la plus commune? eine viel größre Masse Subsistenz-
mittel lieferte,

„muß die Rente des Grundeigentümers bzw. die Restmenge an Nahrungsmitteln, die ihm
verbleibt, nachdem die Arbeit bezahlt und das Kapital des Farmers zusammen mit
dem üblichen Profit ersetzt worden ist, viel größer sein. Wie hoch die Rate auch sein
mag, zu der die Arbeit in diesem Land im allgemeinen entlohnt wird, dieser größere
Überschuß dürfte immer eine größere Menge davon unterhalten und den Grundeigentümer
infolgedessen in die Lage versetzen, eine größere Menge davon zu kaufen oder zu kom-

mandieren.“ (I, p.332.)
Führt als Beispiel den Reis an.

1 Gemüsebau - * dem gewöhnlichsten Boden

„In Carolina ... sind die Pflanzer, wie in anderen britischen Kolonien, in der Regel
zugleich Farmer und Grundeigentümer, weshalb die Rente mit dem Profit zusammengewor-

fen wird...“ (1, p.333.)
1628| Reisfeld ist jedoch nicht

„geeignet weder für Getreide, Viehfutter oder Wein, noch für irgendein anderes pflanz-
liches Produkt, welches dem Menschen großen Nutzen stiftet, und Ländereien, die sich
für diese Zwecke eignen, sind für Reis ungeeignet.“ (I, p.334.) „Sogarin den Reisländern
kann deshalb die Rente von Reisfeldern nicht die Rente des übrigen bebauten Bodens,
der für dieses Produkt nie nutzbar gemacht werden kann, bestimmen.“ (I, p. 334.)

Zweites Beispiel (dagegen oben Riclardols a die Kartoffeln. Nach-
dem sie das Hauptnahrungsmittel, statt des bl&?

„würde dieselbe Menge an bebautem Boden viel mehr Menschen unterhalten. Da sich die
Arbeiter in der Regel dann mit Kartoffeln ernähren, würde ein größerer Überschuß
übrigbleiben, nachdem all das Kapital ersetzt und der Unterhalt all der zum Acker-
bau verwendeten Arbeit bestritten worden wäre. Dem Grundeigentümer würde wieder
der größte Teil dieses Überschusses gehören. Die Bevölkerung würde sich vermehren,
und die Renten würden bedeutend über ihr jetziges Niveau steigen.“ (1, p.335.)

Mit ein paar ferneren Glossen über le pain de farine, d’avoine? und die
pommes de terre? endet dann die premiere section des ch. XI.

Wir sehn: Diese erste Sektion, die vom Erdprodukt handelt, das immer
Rente zahlt, resümiert sich dahin: Die Rente des principal vögetal? voraus-
gesetzt, wird entwickelt, wie diese Rente die Rente der Viehzucht, Weinbau,
Garten etc. reguliert. Über die Natur der Rente selbst hier nichts [gesagt],
es sei denn der allgemeine Satz, daß, die Rente wieder vorausgesetzt, fertility®
und situation ihren degr&? bestimmen. Dies bezieht sich aber nur auf den
Unterschied in Renten, den Größenunterschied der Renten. Warum aber
zahlt dies Produkt immer Rente? Warum sein ordinary price stets höher als
sein sufficient price? Smith sieht hier vom Preis ab und fällt wieder in die
Physiokratie. Durchgeht aber, daß die demand® hier immer so groß, weil das
Produkt selbst die demandeurs?, seine eignen Konsumenten schafft. Selbst
dies vorausgesetzt, wäre nicht einzusehn, warum die demand die supply"®
übersteigen und den Preis daher über den sufficient price hinaustreiben
sollte? Aber hier erwacht heimlich wieder die Erinnerung an den natural
price, der Rente ebensowohl einschließt als Profit und Salair, und der gezahlt
wird, wenn supply und demand sich entsprechen.

1 Siehe vorl. Band, S.339 - ? Getreides - ? das Weizenbrot, Haferbrot - * Kartoffeln -
5 hauptsächlichen pflanzlichen Produktes - ® Fruchtbarkeit - ? Grad - ® Nachfrage - ° Nach-
fragenden - !" Zufuhr

„Wenn die auf den Markt gebrachte Menge gerade ausreicht, um die wirksame
Nachfrage zu versorgen, so stimmt der Marktpreis ganz genau ... mit dem natürlichen

Preis überein.“ (I, p. 114.)

Doch charakteristisch, daß Smith nirgendwo in dieser Sektion dies aus-
spricht. Er hatte eben in der Eröffnung des ch.X1 gesagt, daß die Rente
nicht als konstituierender Teil des prix eingeht. Der Widerspruch war zu

auffallend.

### [3. Smith’ Erklärung des Verhältnisses zwischen Angebot und. Nachfrage bei den verschiedenen Arten von Bodenprodukten. Seine Schlußfolgerungen für die Rententheorie]

„Zweite Sektion. Von dem Produkt des Bodens, das zuweilen Rente abwirft
und, zuweilen nicht.“

In dieser Sektion wird eigentlich erst die allgemeine Natur der Rente
erörtert.

„Nahrungsmittel für den Menschen scheinen [nicht] die einzigen Produkte des
Bodens zu sein, die dem Grundeigentümer immer und notwendigerweise etwas Rente
einbringen.“ (Warum „immer“ und „notwendigerweise“ ist nicht gezeigt worden.)
„Den verschiedenen Umständen entsprechend können das andere Erzeugnisarten
manchmal auch tun und manchmal nicht.“ (l.c. I, p.337.)

„Nach der Nahrung sind Kleidung und Wohnung die beiden Hauptbedürfnisse der
Menschen.“ (l.c. p.338.) Die Erde „in ihrem ursprünglichen, rohen Zustand“ liefert
Kleidungs- und Wohnungsmaterialien für mehr Personen „als sie mit Nahrungsmitteln
beliefern kann.“ Infolge dieses „ Überflusses an jenen Rohstoffen“ im Verhältnis zur
Personenzahl, die die Erde nähren kann, also im Verhältnis zur Population, haben diese
materiaux! wenig oder keinen „Preis“. Ein großer Teil dieser „matieres“? liegt un-
genützt und nutzlos umher, „und den Preis der Materialien, die verwendet werden,
betrachtet man lediglich als Ausgleich für die Arbeit und die Kosten, die notwendig sind,
um sie gebrauchsfähig zu machen“. Dieser prix aber liefert „keine Rente dem Grund-
eigentümer“, Im kultivierten Zustand der Erde dagegen ist die Zahl der Personen, „die
sie zu ernähren vermag“, d.h. die Population größer als die Masse jener Materialien,
die sie liefert, wenigstens „in der Weise, in der sie sie verlangen und zu bezahlen bereit
sind“. Es tritt relative „disette“? dieser matitres ein, „die deren Wert zwangsläufig er-
höht“. „Die Nachfrage ist oft höher als die Menge, die man bekommen kann.“ Es wird
mehr für sie gezahlt als „die Kosten, zu denen die Materialien auf den Markt gebracht,
werden. Deshalb kann ihr Preis dem Grundeigentümer stets etwas Rente einbringen.“

(1, p.338, 339.)

2 Rohstoffe - ? „Materialien“ -? „Knappheit“

!629| Hier also die Rente erklärt aus dem Überschuß der demand über
die supply, die zum prix suffisant geliefert werden kann.

Die ersten Kleidungsmatieres Felle und Häute „größerer Tiere“. Bei den Jäger- und
Hirtenvölkern, deren Hauptnahrung animalisch, „verschafft sich jeder, indem er sich mit
Nahrung versorgt, die Materialien für mehr Kleidung, als er tragen kann“. Ohne com-
merce etranger! würde der größte Teil als nutzlos weggeworfen. Der commerce &tran-
ger hebt durch seine demand diesen excess of matieres? auf einen Preis, „der jene Kosten
überschreitet, die ihr Versand. verursacht. Er bringt deshalb dem Grundeigentümer etwas
Rente ein...“ Die englische Wolle, durch den Markt in Flandern, vermehrte „etwas

die Rente des Grund und Bodens, der sie hervorbrachte“, (I, 339, 340.)

Der auswärtige Handel hebt hier den Preis eines agricultural Nebenpro-
dukts so weit, daß die Erde, die es produziert, some rent? abwerfen kann.

„Das Material zur Errichtung von Wohnungen läßt sich nicht immer über so weite
Strecken transportieren wie die Rohstoffe für die Bekleidung. Es wird nicht so leicht
Gegenstand des auswärtigen Handels. Wenn es in einem Land, von dem es produziert
wird, überreichlich vorhanden ist, so passiert es selbst beim gegenwärtigen Stand des
Welthandels oft, daß es ohne Wert für den Grundherrn ist.“ So Steinbruch mag Rente
abwerfen in der Nähe-von London, nicht in vielen endroits d’Ecosse et Wales. So mit
Bauholz. Bringt Rente „in einem bevölkerten und gut kultivierten Land“, verfault auf
dem Fleck „in vielen Gegenden Nordamerikas“. Der proprietaire would be glad to get
rid ofit?. „Wenn es dermaßen viel überschüssiges Material für den Wohnungsbau gibt,
so ist der Teil, der verwendet wird, lediglich die Arbeit und die Kosten wert, um es
dafür gebrauchsfähig zu machen. Es wirft dem Grundeigentümer keine Rente ab, Die-
ser erlaubt im allgemeinen jedem, der sich der Mühe unterzieht, ihn danach zu fragen,
etwas davon zu verbrauchen. Die Nachfrage der wohlhabenderen Nationen ermöglicht
ihm jedoch bisweilen, eine Rente dafür zu nehmen.“ (I, 340, 341.)

Die Länder bevölkern sich im Verhältnis nicht zur „Zahl [der Menschen], die ihr
Produkt kleiden und mit Wohnung versorgen kann, sondern zur Zahl, die es damit zu
ernähren vermag. Ist für die Ernährung gesorgt, so fällt es leicht, die notwendige Klei-
dung und den notwendigen Wohnraum zu finden. Aber wenn Kleidung und Wohn-
raum zur Verfügung stehen, kann es trotzdem oft schwierig sein, Nahrungsmittel auf-
zutreiben. Sogar in einigen Teilen des britischen Reiches läßt sich ein sogenanntes
Haus durch die Tagesarbeit eines Mannes aufbauen.“ Bei den peuples sauvages und
barbares® genügt /ioo des Jahresarbeit, ihnen das zu verschaffen, was sie an Kleidung
und Wohnung brauchen. Die andren °°/,oo der Jahresarbeit oft erheischt, um ihnen die
nötige Nahrung zu schaffen. „Aber wenn durch die Verbesserung und Bearbeitung des
Bodens die Arbeit einer Familie die Ernährung für zwei Familien erzeugen kann, dann

1 auswärtigen Handel - 2 Überschuß an Materialien - ® etwas Rente -* Gegenden von
Schottland und Wales -3 Grundeigentümer würde glücklich sein, könnte er es loswerden —
6 wilden und barbarischen Völkern

genügt die Arbeit einer Hälfte der Gesellschaft, um die Gesamtheit mit Nahrungs-
mitteln zu versorgen.“ Die andre Hälfte kann dann die andren besoins! und fantaisies?
der Menschen befriedigen. Die objets principaux? dieser besoins und fantaisies sind
le vetement, le logement, le mobilier de la maison et ce qu'on appelle le train ou l’equipage*.
Das Nahrungsbedürfnis beschränkt. Diese Bedürfnisse grenzenlos. Die Besitzer des
Überschusses von Nahrung „sind stets bereit, den Überschuß einzutauschen“. „Die
Armen, um Nahrungsmittel zu bekommen“, beschäftigen sich damit, diese „Phanta-
sien“ der Reichen zu befriedigen, und machen sich noch obendrein drin Konkurrenz.
Die Zahl der ouvriers vermehrt sich mit der quantite de la nourriture®, also im Verhält-
nis des Fortschritts der Agrikultur. Ihr „besogne“® erlaubt „die feingliedrigste Arbeits-
teilung“; die [Menge der] Rohstoffe, die sie bearbeiten, vermehrt sich daher noch viel
rascher als ihre Anzahl. „Daraus entspringt eine Nachfrage nach jeder Art von Material,
das durch den menschlichen Erfindergeist nutzbringend oder verschönernd für Ge-
bäude, Kleidung, Ausstattung oder Hausrat verwendet werden kann; daraus entspringt
auch die Nachfrage nach den im Erdinnern befindlichen Versteinerungen und Minera-
len, nach Edelmetallen und Edelsteinen.“

„Also zieht die Rente nicht nur ihren Ursprung von der nourriture, sondern liefert
ein andres Erdprodukt später Rente, so schuldet es diese Addition des Wertes der
Steigerung der Fähigkeiten der Arbeit, Nahrungsmittel durch die Verbesserung und Be-
arbeitung des Bodens zu produzieren.“ (1, 342-345.)

Was Smith hier sagt, ist die richtige Naturbasis der Physiokratie, daß
jede Schöpfung von Mehrwert (Rente eingeschlossen) Basis hat in der rela-
tiven Produktivität der Agrikultur. Die erste reale Form des Mehrwerts ist
surplus of agricultural produce (Nahrungsmittel), und die erste reale Form
der Surplusarbeit, daß einer hinreicht, die Nahrungsmittel für 2 zu produ-
zieren. Es hat dies sonst nichts zu tun mit der Entwicklung dieser spezifi-
schen Form der surplus value, der Rente, die die kapitalistische Produktion
voraussetzt.

Smith fährt fort:

Die andren Teile des Erdprodukts (außer den Nahrungsmitteln), die später Rente
liefern, liefern sie nicht immer. Die Nachfrage danach, selbst in den bestkultivierten
Ländern, nicht immer groß genug, „um einen höheren Preis hervorzurufen als denjenigen,
der zur Bezahlung der Arbeit und, zusammen mit dem normalen Profit, zum Ersatz des
Kapitals ausreicht, das beschäftigt werden muß, | um sie auf den Markt zu bringen. Ob
es sich so verhält oder nicht, hängt von verschiedenen Umständen ab.“ (1, p.345.)

Also hier wieder: Rente entspringt daraus, daß die Nachfrage größer ist
als die Zufuhr zum prix suffisant, der keine Rente, sondern nur Salair und.

1 Bedürfnisse - 2 Launen - ? wichtigsten Objekte -* die Kleidung, die Wohnung, die Haus-
einrichtung und was man die Ausstattung oder den Luxus nennt -° Menge der Nahrungsmittel -

6 „Geschäft“

Profit einschließt. Was heißt das andres, als daß die supply zum prix suffisant
so groß ist, daß die propriet€ keinen Widerstand der Ausgleichung der Kapi-
talien oder der Arbeit leisten kann? Daß also, selbst wenn die propriete legal
existiert, sie nicht faktisch existiert oder nicht faktisch als solche wirken
kann? Was falsch an S[mith] ist, daß er nicht sieht, daß, wenn die propriet&
zum Wert verkauft, sie über dem prix suffisant verkauft. Was gut an ihm ist
gegen Ric[ardo], daß er sieht, daß es von Umständen abhängt, ob oder ob
nicht die propriete sich ökonomisch geltend machen kann. Dieser Teil seiner
Entwicklung daher Schritt für Schritt zu begleiten. Er beginnt von der
Kohlenmine, geht dann zum Holz über, kehrt dann zurück zur Kohlen-
mine etc. Wir lassen ihn daher mit dem Holz beginnen.

Je nach dem Stand der Agrikultur wechselt der Holzpreis aus denselben Gründen
wie le prix du betail!. In der Kindheit der Agrikultur Waldung vorherrschend, die
nuisance? für den proprietaire, der das Holz gern dem gäbe, der es wegschnitte. Im
Fortschritt der Agrikultur clearance of forest? teils durch die Ausdehnung des Acker-
baus, teils durch Vermehrung der Viehherden, die die Baumwurzeln, jungen Bäum-
chen wegfressen, benagen. „Die Erzeugung von Vieh nimmt zwar nicht im gleichen
Maße zu wie von Getreide, welches ganz und'gar ein Ergebnis des menschlichen Fleißes ist,
doch unter der Sorge und dem Schutz des Menschen vermehrt es sich auch.“ Die
Seltenheit des Holzes, die so entsteht, steigert seinen Preis. Es kann daher so hohe
Rente abwerfen, daß Ackerland (oder zum Ackerbau brauchbares Land) in Waldung
verwandelt wird. So ist’s in Great Britain. Die Rente des Holzes kann nie auf die Dauer
steigen über die von terre en ble ou en prairies?. Aber sie kann sie erreichen. (I, p.347

bis 349.)

Also in fact? die Rente von Holzungen der Natur nach identisch mit der
Rente von prairies. Gehört also auch in diese Kategorie, obgleich das Holz
nicht zur nourriture® dient. Die ökonomische Kategorie richtet sich nicht
nach dem Gedrauchswert des Produkts, sondern danach, ob oder ob nicht es
verwandelbar in Ackerbauland und vice versa”.

Kohlenminen. Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit von Minen überhaupt,
bemerkt S{mith] richtig, hängt davon ab, ob man in verschiednen Minen
mit derselben Quantität Arbeit größre oder kleinere Quantität Mineral aus-
ziehn kann. Die Unfruchtbarkeit kann die günstige Lage paralysieren, so daß
solche Minen gar nicht exploitiert werden können. Änderseits kann un-
günstige Lage die Fruchtbarkeit paralysieren, so daß solche Mine trotz ihrer
natürlichen Fruchtbarkeit nicht exploitierbar. Namentlich dies der Fall,
wo ni bonnes routes ni navigation®. (1, p.346, 347.)

1 der Preis des Viehs - ? Last -® Lichten von Waldungen - * Getreideland oder Wie-
sen - ° tatsächlich - ® Nahrung - ? umgekehrt - ® weder gute Straßen noch Schiffahrt

Es gibt Minen, deren Produkt hinreicht, um nur den prix suffisant zu
decken. Sie zahlen daher Profit für den entrepreneur!, aber keine Grund-
rente. Der proprietaire muß sie daher selbst exploitieren. Er gewinnt so „les
profits ordinaires sur le capital qu’il emploie“?. Viele Kohlenminen der

‚ Art gibt es in Schottland. Diese könnten in keiner andren Weise exploitiert
werden.

„Der Grundeigentümer erlaubt keinem anderen, sie ohne die Abführung einer Rente zu
betreiben, aber niemand ist in der Lage, eine Rente zu bezahlen.“ (I, p.346.)

Hier hat Smith richtig bestimmt, wann keine Rente bezahlt wird, wo der
Boden approprie®. Es ist dies, wo proprietaire und entrepreneur in einer Per-
son vereinigt sind. Früher hatte er uns schon gesagt, daß dies in den Kolonien
der Fall. Ein Pächter kann den Boden hier nicht bebauen, weil er keine
Rente zahlen kann. Aber der Eigentümer kann ihn mit Profit bebauen, ob-
gleich er ihm keine Rente zahlt. Bei den Kolonien in Westamerika dies z.B.
der Fall, weil stets neuer Boden angeeignet werden kann. Der Boden als
solcher ist kein Element des Widerstands, und die Konkurrenz der selbst-
bebauenden proprietaires ist hier in fact Konkurrenz von Arbeitern oder
Kapitalisten. Bei den Kohlenminen oder Minen überhaupt im supposed
case? anders. Der Marktwert, bestimmt durch die Minen, die die supply?
zu diesem Wert liefern, wirft für die minder fruchtbaren oder schlechter
gelegnen Minen kleinre Rente ab oder keine Rente, aber wohl den Kosten-
preis. Diese Minen können hier nur durch Personen bebaut werden, für die
die resistance der propriete®, die durch dieselbe bewirkte Exklusion nicht
existiert, weil sie proprietaires und capitalistes in einer Person; [dies gilt]
nur in Fällen, wo faktisch die propriete als selbständiges Element gegen das
Kapital verschwindet. Der Fall unterscheidet sich von den colonies dadurch:
dort kann der proprietaire keinem die Exploitation von neuem Grund und
Boden verbieten. Hier kann er das. Er gibt nur sich selbst die Erlaubnis, die
Mine zu exploitieren. Dies befähigt ihn nicht, Rente zu ziehn, sondern be-
fähigt ihn, mit Ausschluß andrer Personen, sein Kapital mit Profit in der
Mine anzulegen.

Das, was Smith über die Reglung der Rente durch die fruchtbarste
Mine sagt, habe ich schon bei Gelegenheit Ric[ardo]s und seiner Polemik
erläutert.’ Hier nur der Satz hervorzuheben:

1 Unternehmer - ? „den gewöhnlichen Profit auf das angewandte Kapital“ - ® angeeignet -
@ angenommenen Fall -5 in der Handschrift: demand -® den Widerstand des Grundeigen-

tums — 7 siehe vorl. Band, S.334-339

„Der niedrigste Preis“ (früher der sufficient price), „zu dem Kohle für längere Zeit
verkauft werden kann, ist, wie bei allen anderen Waren, der Preis, der gerade ausreicht,
das Kapital einschließlich des üblichen Profits zu ersetzen, das aufgewendet werden muß,
um sie auf den Markt zu bringen.“ (I, p.350.)

Man sieht, wie der prix suffisant an die Stelle des prix naiurel getreten.
Ric[ardo] identifiziert sie und mit Recht.
11631! Smith behauptet,

daß die Rente von Kohlenminen viel geringer als bei Ackerbauprodukten: hier /,, dort
sei '/s une rente tr&s forte, !/,o la rente ordinaire?. Die Metallminen seien nicht so ab-
hängig von der Lage, da [ihre Produkte] leichter transportierbar, der Weltmarkt ihnen
mehr offenstehe. Ihr Wert hänge daher mehr von ihrer Fruchtbarkeit als von ihrer
Situation ab, während bei den Kohlenminen umgekehrt. Die Produkte der entferntesten
(voneinander) Metallminen machen sich Konkurrenz. „Der Preis der unedlen und
noch mehr der edlen Metalle in den ergiebigsten Minen der Erde wird daher zwangs-
läufig ihren Preis in jeder anderen Grube mehr oder weniger beeinflussen.“ (I, p.351,
352.)

„Weil der Preis jedes Metalls in jedem Bergwerk in gewissem Maße durch seinen
Preis in der ergiebigsten, tatsächlich ausgebeuteten Mine der Welt bestimmt wird, kann
er in denmeisten Gruben die Betriebskosten nur geringfügig überschreiten unddem Grund-
eigentiimer nur selten eine schr hohe Rente abwerfen. Die Rente scheint dementspre-
chend in der Mehrzahl der Bergwerke lediglich einen kleinen Teil vom Preis der
unedlen und einen noch kleineren vom Preis der edlen Metalle auszumachen. Arbeit und

Profit bilden bei beiden den größten Teil.“ (I, p.353, 354.)

Smith setzt hier richtig den case? auseinander von Tabelle C*.

Bei Gelegenheit der edlen Metalle wiederholt Smith wieder die Erklärung
des prix suffisant, den er an die Stelle des prix naturel setzt, wo er von der
Rente spricht. Wo er von der nicht agricultural Industrie spricht, hat er das
nicht nötig, da der prix suffisant und prix naturel hier nach seinerursprüng-
lichen Erklärung zusammenfallen, nämlich der prix, der die avances du
capital + the average profit? zahlt.

„Der niedrigste Preis, zu dem die Edelmetalle über einen längeren Zeitraum hin-
weg verkauft werden können, ... wird durch dieselben Grundsätze reguliert, die den
niedrigsten Normalpreis aller übrigen Waren festsetzen. Er wird bestimmt durch das
Kapital, das gewöhnlich angelegt werden muß, und durch die Nahrung, Kleidung und
Wohnung, die gewöhnlich verbraucht werden müssen, um sie von der Grube auf den
Markt zu bringen. Er muß wenigstens zum Ersatz dieses Kapitals zusammen mit dem

üblichen Profit ausreichen.“ (1, p.359.)

1 eine sehr hohe Rente - ? die gewöhnliche Rente -® Fall - * siehe die Einlage zwischen
den Seiten 324 und 325 des vorl. Bandes - ° das vorgeschossene Kapital + dem Durch-
schnittsprofit

Mit Bezug auf Edelsteine bemerkt er:

„Die Nachfrage nach Edelsteinen entspringt ganz und gar ihrer Schönheit. Sie sind
nicht nützlich, außer zu Schmucksachen. Der Vorzug ihrer Schönheit wird beträchtlich
durch ihre Knappheit oder durch die Schwierigkeit und die Kosten erhöht, womit sie im
Bergwerk gewonnen werden. Daher setzt sich ihr hoher Preis in den meisten Fällen fast
vollständig aus den Löhnen und dem Profit zusammen. Die Rente bildet nur einen
sehr kleinen und häufig gar keinen Bestandteil des Preises. Nur die allerergiebig-
sten Minen werfen eine bemerkenswerte Rente ab.“ (I, p. 361.)

Nur die Differentialrente hier möglich.

„Da sowohl die Edelmetall- als auch die Edelsteinpreise in der ganzen Welt
von der ergiebigsten Grube bestimmt werden, entspricht die Rente, die ein Berg-
werk seinem Eigentümer einbringen kann, nicht der absoluten, sondern der soge-
nannten relativen Ergiebigkeit bzw. seiner Überlegenheit über andere Gruben der
gleichen Art. Wenn neue Silberminen entdeckt würden, die denen von Potosi ebenso-
sehr überlegen wären, wie diese denen in Europa überlegen waren, dann könnte der
Wert des Silbers so stark absinken, daß sich sogar der Abbau in Potosi nicht mehr
lohnen würde.“ (I, p.362.)

Die Produkte der minder fruchtbaren Minen von edlen Metallen und
Edelsteinen tragen keine Rente, weilimmer die fruchtbarste Mine den Markt-
wert bestimmt und immer fruchtbarere neue Minen eröffnet werden, die
line stets ascending! ist. Sie werden also unter ihrem Wert verkauft, bloß zu
ihrem Kostenpreis.

„Ein Produkt, dessen Wert hauptsächlich seiner Knappheit zuzuschreiben ist, ent-
wertet sich zwangsläufig durch sein reichliches Vorhandensein.“ (I, p.363.)

Nun kommt Smith wieder zu dem relativ Falschen.

„Bei Grundstücken auf der Erdoberfläche ist es anders. Sowohl ihr Produktenwert
als auch der Wert ihrer Rente entspricht ihrer absoluten und nicht ihrer relativen Frucht-
barkeit. Der Boden, der eine bestimmte Menge an Nahrung, Kleidung und Wohnung
hervorbringt, kann immer eine bestimmte Zahl Menschen damit versorgen. Wie hoch
der Anteil des Grundeigentümers auch sein mag“ (die Frage ist ja eben whether he takes
any share of the produce, and in what proportion?), „er | wird ihm immer eine
entsprechende Verfügungsgewalt über die Arbeit jener Menschen und damit über die
Waren verschaffen, womit ihn diese Arbeit beliefern kann.“ (I, p.363, 364.)

„Der Wert der unfruchtbarsten Ländereien wird durch die Nachbarschaft von sehr
fruchtbaren nicht verringert. Im Gegenteil, er wird dadurch im allgemeinen sogar er-
höht. Die große Anzahl Menschen, die von den fruchtbaren Ländereien unterhalten
wird, bietet vielen Produkten des unfruchtbaren Bodens einen Markt, den dieser niemals
bei den Leuten gefunden hätte, die er von seinem eigenen Erzeugnis unterhalten kann.“

1 aufsteigend — ? ob er einen Antcil an diescm Produkt erhält und in welchem Verhältnis

(Aber doch nur, wenn er nicht dasselbe Produkt produces! wie die terres
fertiles? in ihrer neighbourhood®; nur wenn das Produkt der terres steriles®
nicht konkurriert mit dem der terres plus fertiles®. In diesem Falle Smith
recht und dies allerdings wichtig dafür, wie der total amount of rent from
different sorts of natural production may increase in consequence of the
fertility of the soils which yield food°.)

„Alles, was die Bodenfruchtbarkeit bei der Produktion von Nahrungsmitteln er-
höht, steigert nicht nur den Wert der Ländereien, denen die Verbesserung zuteil
wurde“ {kann diese valeur? vermindern, selbst vernichten}, „sondern trägt auch zur
Werterhöhung vieler anderer Böden bei, indem eine neue Nachfrage nach ihren Erzeug-
nissen geschaffen wird“ oder auch rather des demandes pour des nouveaux produits®.
(1, p.364.)

Was Smith in alledem nicht erklärt, ist die absolute Rente, deren Existenz
er für Boden, der food produziert, annimmt. Er bemerkt mit Recht, daß sie
nicht zu existieren braucht für andren Boden, Minen z.B., weil sie stets
relativ in so illimited quantity? vorhanden (im Verhältnis zur demand), daß
die propriet6 hier keine resistance dem Kapital leisten kann, ökonomisch
nicht existiert, wenn auch legal.

(Sieh p.641 über house rent.) |

641] Sieh p.632. Über house rent sagt A.Smith:

„Der Teil der gesamten Miete eines Hauses, der einen solchen angemessenen
Profit“ (to the builder!®) „übersteigt, ist natürlich der Grundrente zuzurechnen, und
dort, wo Grundeigentümer und Hauseigentümer verschiedene Personen sind, wird er
meist gänzlich dem ersteren bezahlt. Bei Landhäusern, in einiger Entfernung von
irgendeiner großen Stadt, wo es genügende Auswahl an Boden gibt, ist die Grundrente
fast bedeutungslos oder beträgt nicht mehr als die Fläche einbringt, auf der das Haus
steht, wenn sie landwirtschaftlich genutzt wird.“ (b.V, ch. II.)

Bei der ground rent of houses"! bildet für die Differentialrente die situa-
tion ebenso entscheidendes Moment, als die fertility (und situation) bei der
agricultural rent.

A.Smith, bei seiner Vorliebe mit den Physiokraten, für agriculture und

‚den landlord, teilt mit ihnen die Ansicht, daß sie besonders wünschenswerte
objects of taxation!?. Er sagt:

1 produziert - * fruchtbaren Böden - ? Nachbarschaft - * unfruchtbaren Böden -? frucht-
bareren Böden - ® die Gesamtmasse der Rente von verschiedenen Arten von Naturprodukten
infolge der Fruchtbarkeit des Bodens, der Nahrungsmittel hervorbringt, steigen kann -” diesen
Wert — ® vielmehr die Nachfrage nach neuen Produkten - ° unbeschränkter Menge - !° an
den Erbauer - Y Grundrente von Häusern - "? Objekte der Besteuerung

„Beide, die Grundrente sowohl als die gewöhnliche Bodenrente sind eine Art
Revenue, deren sich der Eigentümer vielfach ohne irgendwelche eigene Mühe und
Sorge erfreut. Wenngleich ihm ein Teil dieser Revenue zwecks Deckung der Staats-
ausgaben wieder abgenommen wird, so wird dadurch keine Art von Betätigung ent-
mutigt. Das jährliche Produkt des Bodens und der Arbeit der Gesellschaft, der wirk-
liche Reichtum und die Revenue der großen Masse des Volkes können nach Einführung
einer solchen Steuer die gleichen sein wie zuvor. Grundrenten und die gewöhnliche
Bodenrente sind deshalb wohl die Arten von Revenue, welche eine Sondersteuer am
leichtesten tragen können.“ (b.V, ch. II),

Wogegen Ricardo (p.230) sehr spießbürgerliche Bedenken vorbringt.

### [4. Smiths Analyse der Veränderungen der Preise für Bodenprodukte]

\ 632] „Dritte Sektion. Von den Veränderungen im Verhältnis zwischen den
jeweiligen Werten der Erzeugnisart, die stets Rente abwirft, und derjenigen, die
zuweilen Rente abwirft" etc. (b.1, vol.Il, ch. XI.)

„In einem von Natur aus fruchtbaren Land, dessen größter Teil jedoch völlig un-
bebaut ist, werden Vieh, Geflügel, Wildbret aller Art usw. nur eine sehr kleine Quanti-
tät Arbeit kaufen oder kommandieren, da sie mit einer sehr kleinen Quantität erlangt wer-

den können.“ (1, p.25.)

In welcher sonderbaren Weise S[mith] die mesure der valeur par la quan-
tit& du travail! vermischt mit dem prix du travail? oder der quantite du
travail qu’une marchandise peut commander?, geht sowohl aus dem obigen
Satz hervor, als namentlich aus dem folgenden, der uns auch zeigt, wie er
dazu kam, den ble* gelegentlich zur mesure de la valeur? zu erheben.

„Getreide ist bei jedem Zustand der Gesellschaft, auf jeder Stufe des Fortschritts
ein Erzeugnis des menschlichen Fleißes. Doch das durchschnittliche Produkt jeder Art
Fleiß, d.h. das durchschnittliche Angebot, wird der durchschnittlichen Konsumtion,
d.h. der durchschnittlichen Nachfrage, stets mehr oder weniger genau angepaßt.
Außerdem wird in jeder einzelnen Stufe des Fortschritts die Erzeugung von gleichgroßen
Getreidemengen auf demselben Acker und bei demselben Klima im Durchschnitt etwa
gleichgroße Quantitäten Arbeit erfordern oder, was auf dasselbe hinausläuft, den Preis
etwa gleichgroßer Quantitäten, denn die ständige Steigerung der produktiven Kräfte
der Arbeit bei einer sich verbessernden Bodenbewirtschaftung wird mehr oder weniger
aufgewogen durch den ständig steigenden Preis des Viehs, dem Hauptwerkzeug der
Agrikultur. Aus all diesen Gründen können wir sicher sein, daß gleiche Getreidemengen

t das Maß des Wertes durch die Menge Arbeit - ? Preis der Arbeit -? Menge der Arbeit,

die eine Ware kommandieren kann — * das Getreide - ® Wertmaß

bei jedem Zustand der Gesellschaft, auf jeder Stufe des Fortschritts gleiche Quantitäten
Arbeit viel genauer repräsentieren oder wertmäßig aufwiegen als gleiche Mengen irgend-
eines anderen Rohprodukts des Bodens. Getreide ist dementsprechend ... auf all den ver-
schiedenen Stufen der Entwicklung des Wohlstands und des Fortschritts ein genaueres
Maß des Wertes als jede beliebige andere Ware oder Warengattung ... Getreide, oder was
auch immer sonst das übliche und bevorzugte pflanzliche Nahrungsmittel des Volkes sein
mag, bildet überdies in jedem zivilisierten Land den Hauptteil des Unterhalts der Arbei-
ter... Der Geldpreis der Arbeit hängt also viel mehr vom durchschnittlichen Geldpreis
des Getreides, dem Unterhalt des Arbeiters, als von dem des Fleisches oder irgendeines
anderen Rohproduktes des Bodens ab. Der reale Wert von Gold und Silber, die tatsäch-
liche Quantität Arbeit, die sie kaufen oder kommandieren können, hängt viel stärker von
der Kornmenge ab, die sie kaufen oder zu kommandieren vermögen, als von der Menge

an Fleisch oder irgendeinem anderen Rohprodukt des Bodens.“ (II, p.26-28.)

Bei Vergleichung zwischen dem Wert von Gold und Silber entwickelt

Smith noch einmal seine Ansicht vom sufficient price und be|merkt
ausdrücklich, daß er die Rente ausschließt:

„Man kann eine Ware nicht nur entsprechend ihres absolut hohen oder niedrigen
Normalpreises als feuer oder billig bezeichnen, sondern auch danach, inwieweit dieser
Preis mehr oder weniger den niedrigsten übersteigt, zu dem es möglich ist, sie eine be-
trächtliche Zeit hindurch auf den Markt zu bringen. Dieser niedrigste Preis ersetzt zu-
sammen mit einem mäßigen Profit lediglich das Kapital, das angelegt werden mußte, um
die Ware dorthin zu schaffen. Es ist der Preis, welcher dem Grundeigentümer nichts ein-
bringt, von dem die Rente keinen Bestandteil bildet und der sich vollständig in Lohn und.
Profit auflöst.“ (II, p.81.)

„Der Preis von Diamanten und anderen Edelsteinen nähert sich vielleicht dem
niedrigsten Preis, zu dem es möglich ist, sie auf den Markt zu bringen, noch mehr als
selbst der Goldpreis.“ (II, p.83.)

Es gibt (vol. 11, p.89) 3 Klassen von Rohprodukten. Die eine, deren Ver-
mehrung fast oder ganz unabhängig von der menschlichen Industrie; die
zweite, die im Verhältnis zur Nachfrage vermehrt werden kann; die dritte,
auf deren Vermehrung die menschliche Industrie „n’a qu’une puissance
born&e ou incertaine“!.

ErsteKlasse: Fische, rare Vögel, verschiedne Arten gibier?, fast alle oiseaux
sauvages®, besonders die de passage* etc. Nachfrage nach diesem Zeug
wächst sehr mit Reichtum und Luxus.

„Da infolgedessen die Menge solcher Waren gleichgroß oder fast gleichgroß bleibt,
während sich die Konkurrenz um ihren Erwerb ständig erweitert, kann ihr Preis auf
jedes übersteigerte Ausmaß klettern.“ (II, p.91.)

1 ‚nur eine beschränkte oder unsichere Wirkung ausübt“ -? Wild -° wildes Geflügel -
4 Zugvögel

Zweite Klasse: „Sie besteht aus solchen nützlichen Pflanzen und Tieren, die in
nicht kultivierten Ländern von der Natur in einem dermaßen verschwenderischen
Überfluß hervorgebracht werden, daß sie nur geringen oder keinen Wert besitzen und
deshalb mit dem Fortschritt der Bodenbearbeitung einigen profitableren Produkten
Platz machen müssen. Während einer langen Periode fortschreitender Verbesserungen
vermindert sich ihre Menge beständig, aber zur gleichen Zeit erhöht sich die Nachfrage
nach ihnen kontinuierlich. Ihr realer Wert, die tatsächliche Quantität Arbeit, die sie zu
kaufen oder zu kommandieren vermögen, steigt daher allmählich, bis er schließlich
eine Höhe erreicht, daß sie zu einem ebenso profitablen Produkt werden wie jeder
andere Artikel auch, den menschlicher Fleiß auf dem fruchtbarsten und am besten
bebauten Boden hervorbringen kann. Ist ihr Preis erst einmal so hoch, kann er nichtgut
noch weiter steigen. Anderenfalls würde bald mehr Boden und mehr Arbeit beschäftigt
werden, um ihre Menge zu erhöhen.“ (II, p.94, 95.) So z.B. das betail.

„Von all den verschiedenen Artikeln, aus denen sich diese zweite Rohproduktenart
zusammensetzt, ist Vieh eventuell dasjenige, dessen Preis in einer fortschreitenden
Entwicklung zuerst auf diese Höhe steigt.“ (II, p.96, 97.) „Wie Vieh zu den ersten, die
diesen Preis einbringen“ {sc. which makes it worth while cultivating soil in order to
feed them?}, „so gehört Wildbret zu den letzten. Der Preis von Wildbret - wie außer-
ordentlich hoch er auch erscheinen mag - reicht in Großbritannien nicht annähernd
aus, um die Kosten eines Wildparks zu decken. Das weiß jeder, der etwas Erfahrung
in der Wildfütterung besitzt.“ (II, p.104.)

„Auf jedem Pachthof wird eine bestimmte Anzahl Geflägel von den Abfällen der
Scheune und Ställe unterhalten. Da es damit gefüttert wird, was sonst verlorenginge;
ist es nichts weiter als ein Mittel, um etwas vor dem Verderb zu schützen. Es kostet den
Farmer kaum etwas, so daß er es sehr billig verkaufen kann.“ Solange diese Zufuhr
genügt, Geflügel so wohlfeil wie Metzgerfleisch. Mit dem Reichtum steigt die Nach-
frage, damit der Preis der volaille® über den Preis des Metzgerfleischs, bis „die Be-
stellung von Land zum Zwecke der Geflügelzucht profitabel wird.“ So in Frankreich
etc. (II, p. 105, 106.)

Das Schwein, wie die volaille, „ursprünglich gehalten, um etwas vor dem Verderb
zu schützen“. Es lebt von Abfällen, Preis steigt schließlich, bis Erde eigens zu seiner
food bebaut werden muß. (II, p.108, 109.)

Milch, laiterie? (II, p. 110 sq.) (Butter, Käse ibidem.)

Das allmähliche Steigen des Preises dieser Rohprodukte beweist nach
Smith nur, daß sie nach und nach Produkte der menschlichen Industrie wer-
den, während sie früher fast nur Naturprodukte waren. Ihre Verwandlung
aus Naturprodukten in Industrieprodukte ist selbst das Resultat der Ent-
wicklung der Kultur, die den spontaneous productions? der Natur mehr und
mehr den Spielraum entzieht. Änderseits ist ein großer Teil jener Produkte

1 Vieh - ? nämlich es lohnend zu machen, den Boden zum Zwecke der Fütterung zu
bebauen — ® des Geflügels - * Molkerei - ® spontanen Produkten

unter dem minder entwickelten Produktionsverhältnis unter seinem Wert
verkauft worden. Es wird zu seinem Wert verkauft (hence the rise in pricest),
sobald es aus Nebenprodukt ein selbständiges Produkt irgendeiner Branche
der Agrikultur wird.

„Offensichtlich können die Böden keines Landes jemals vollständig bebaut und ver-
bessert werden, solange nicht der Preis aller Produkte, die menschlicher Fleiß darauf zu
erzeugen genötigt ist, soweit gestiegen ist, daß er die Kosten einer vollständigen Bebauung
und, Verbesserung deckt. Um das zu tun, muß der Preis jedes einzelnen Produkts erstens
ausreichen, um die Rente guten Getreidebodens abzuwerfen, da diese die Rente des
größten Teils des übrigen bebauten Bodens bestimmt; und zweitens muß er groß genug
sein, um die Arbeit und die Kosten des Farmers ebenso, wie sie auf gutem Getreide-
boden entschädigt werden, zu bezahlen, mit anderen Worten, er muß das hierbei an-
gelegte Kapital zusammen mit dem üblichen Profit ersetzen. Dieses Steigen des Preises
jedes einzelnen Produkts muß offenbar | stattfinden, bevor der hierfür zum Anbau
bestimmte Boden verbessert und bestellt worden ist... Diese verschiedenen Arten Roh-
produkte sind nicht nur eine größere Quantität Silber, sondern auch eine größere
Quantität Arbeit und Unterhaltsmittel wert als vorher. Da es eine größere Menge
Arbeit und Unterhaltsmittel kostet, um sie auf den Markt zu schaffen, repräsentieren sie
auch, wenn sie dorthin gebracht werden, eine größere Menge davon bzw. sind dieser gleich-
wertig.“ (11, p. 113-115.)

Hier sieht man wieder, wie Smith die valeur, as determinedbythe quant-
ity of labour it can buy?, nur brauchen kann, soweit er sie konfundiert mit
der value as determined by the quantity of labour required for their pro-
duction?.

Dritte Klasse: Dies soll das produit brut® sein,

„für dessen Vermehrung die Leistungsfähigkeit des menschlichen Fleißes entweder
begrenzt oder ungewiß ist“. (II, p. 115.)

Wolle und Häute sind limited par le nombre du gros et menu betail qu’on
entretient®. Aber die ersten accessoires® haben bereits großen Markt, wäh-
rend das Vieh selbst ihn noch nicht hat. Das Metzgerfleisch fast immer auf
den inländischen Markt beschränkt. La laine et les peaux crues”? selbst in
den commencements informes® haben meist schon ausländische Märkte. Sie
sind leicht transportierbar und liefern matieres? vieler Manufakturartikel. So
können industriell fortgeschrittnere Länder ihnen schon als Markt dienen,
wenn noch nicht die einheimische Industrie.

1 daher das Steigen der Preise -? den Wert, der bestimmt wird durch die Menge Arbeit, die
sie kaufen kann -® dem Wert, der bestimmt ist durch die Menge Arbeit, die ihre Produktion
erheischt hat -* Rohprodukt -® beschränkt durch die Menge von Groß- und Kleinvich, das
man hält - 6 Nebenprodukte - ? Die Wolle und rohen Häute - ® ungestalteten Anfängen -
® Materialien

„In schlecht kultivierten und daher nur dünn besiedelten Ländern nimmt der Preis
von Wolle und Häuten immer einen viel größeren Teil vom Preis des gesamten Tieres
ein als in Ländern, wo infolge der weiter fortgeschrittenen Entwicklung und Bevölke-
rungszahl eine größere Nachfrage nach Fleisch herrscht.“ Dasselbe gilt vom „suif“".
Im Fortschritt der Industrie und der Bevölkerung fällt die Preissteigerung des Viehs
mehr auf seinen corps? als auf seine laine et peau®. Denn mit der Vermehrung der
Industrie und der Bevölkerung des Lands dehnt sich der march£? für das Fleisch aus,
während der für das Zubehör schon früher über die Grenzen des Landes hinausging.
Steigt aber doch etwas auch für Wolle etc. mit der Entwicklung der einheimischen In-
dustrie. (II, p. 115-119.)

Fische. (II, p.129, 130.) Steigt die Nachfrage nach Fisch, so fordert seine supply°
mehr Arbeit. „In der Regel müssen die Fische in einer größeren Entfernung gefan-
gen werden, man braucht größere Boote und kostspieligere Werkzeuge aller Art.“
Der marche „kann selten versorgt werden, ohne mehr als die Menge an Arbeit aufzu-
wenden“ größer als die, „die vorher zu seiner Belieferung genügte“. „Folglich steigt
der reale Preis dieser Ware natürlicherweise in einer fortschreitenden Entwicklung.“

(II, p. 130.)

Hier also bestimmt Smith den prix reel durch die quantit& de travail
necessaire pour la production de la denree®.

Nach Smith muß im Lauf der Zivilisation der reel prix des vegetal” (bl&®
etc.) fallen.

„Da die Ausdehnung der Verbesserung und Bebauung des Bodens zwangsläufig die
Preise jeder Nahrungsmittelart tierischen Ursprungs mehr oder weniger steigert, und
zwar im Verhältnis zum Preis des Getreides, ermäßigt sie meines Erachtens ebenso not-
wendigerweise auch den Preis jedes pflanzlichen Nahrungsmittels. Sie steigert den Preis
der tierischen Nahrungsmittel, weil ein großer Teil des Bodens, der sie produziert, für
den Getreideanbau geeignet gemacht wurde und nun dem Grundbesitzer und dem
Farmer die Rente und den Profit von Getreideländereien abwerfen muß. Sie ermäßigt
den Preis der pflanzlichen Nahrungsmittel, weil sie deren reichliches Vorhandensein durch
die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit steigert. Außerdem führen landwirtschaftliche Ver-
besserungen zu vielen neuen Sorten pflanzlicher Nahrungsmittel, die weniger Boden
und nicht mehr Arbeit als Getreide erfordern und deshalb viel billiger auf den Markt
kommen. Das betrifft z.B. Kartoffeln und Mais ... Manches pflanzliche Nahrungsmittel
war ferner bei einem rohen Zustand der Agrikultur auf den Gemüsegarten beschränkt
und wurde nur mit dem Spaten angebaut. In einem fortgeschrittenen Stadium wird sein

allgemeiner Feldbau und die Bearbeitung mit dem Pflug eingeführt, so wie bei Rüben,
Möhren, Kohl usw.“ (II, p. 145, 146.) (1. I, ch.XI.)

1 „Talg“ - ® Körper - ® Wolle und Haut - * Markt - ° Zufuhr - $ Menge der Arbeit,
die notwendig ist für die Produktion der Ware - ? reale Preis der Pflanzennahrung -
® Getreide


Smith sieht, daß die Preise der Manifakturwaren allgemein gefallen sind
überall, wo

„der reale Preis der Rohstoffe entweder überhaupt nicht oder nicht sehr viel steigt“. (l.c.
II, 2.149)

Ändrerseits behauptet er, daß der prix reel du travail!, also das Salair,
gestiegen mit dem advancement? der Produktion. Also steigen auch nach
ihm Preise der Waren nicht notwendig, weil das Salair oder Preis der Arbeit
steigt, obgleich das Salair „une partie constituante du prix naturel“® [bildet]
and even? des „prix suffisant“ oder des „prix le plus bas auquel les marchan-
dises puissent &tre port&es au march&“°. Also wie erklärt er das? Durch
Fallen der Profite? No. Oder der Rente? Auch nicht. (Obgleich er das Fal-

len der allgemeinen Profitrate im Laufe der Zivilisation annimmt.) Er sagt:

„Infolge besserer Maschinen, |}635] einer größeren Geschicklichkeit sowie einer
zweckmäßigeren Teilung und Verteilung der Arbeit - alles natürliche Auswirkungen
des Fortschritts - wird eine viel kleinere Quantität Arbeit notwendig, um irgendein be-
stimmtes Werkstück herzustellen. Auch wenn der reale Preis der Arbeit wegen der blühen-
den Verhältnisse der Gesellschaft beträchtlich ansteigt, wird die große Verringerung der
Arbeitsmenge im allgemeinen die größtmögliche Steigerung ihres Preises mehr als
kompensieren.“ (II, p. 148.)

Also der Wert der Waren sinkt, weil die zu ihrer Produktion nötige
Quantität Arbeit fällt, und er sinkt, obgleich der prix reel du travail steigt.
Ist hier unter dem prix reel du travail der Wert [der Arbeit] verstanden, so
muß der Profit fallen, wenn der prix de la marchandise® fallen soll infolge
ihres Wertfalls. Ist dagegen die Summe von Lebensmitteln verstanden, die
der Arbeiter erhält, so der S[mith]sche Satz richtig, selbst wenn der Profit
steigt.

Wie sehr Smith überall, wo er in der Tat entwickelt, zur richtigen Defini-
tion der valeur greift, beweist auch seine Untersuchung am Schluß des
Kapitels, warum die draps de laine? teurer waren im 16. Jahrhundert etc.

„Es kostete eine größere Quantität Arbeit, um die Ware auf den Markt zu bringen.
Hatte man sie dorthin geschafft, mußte sie deshalb auch gegen den Preis einer größe-
ren Quantität verkauft oder ausgetauscht werden.“ (II, p. 156.)

Der Fehler hier nur in dem Wort prix.

1 Realpreis der Arbeit - ? Fortschritt - 3 „einen konstituierenden Teil des natürlichen
Preises“ - * und sogar -° „niedrigsten Preises, zu dem die Waren auf den Markt gebracht
werden können“ - ® Preis der Ware - ? wollenen Tuche

### [5. Smiths Ansichten über die Bewegung der Rente und seine Einschätzung der Interessen der verschiedenen gesellschaftlichen Klassen]

Conclusion dii chapitre." A.Smith schließt sein chapitre über die Rente
mit der observation?, daß

„jede Verbeßrung im Zustand der Gesellschaft direkt oder indirekt die Tendenz hat,
die reelle Grundrente steigen zu machen“. (II, p. 157, 158.) „Die Ausdehnung der Ver-
besserung und Bearbeitung des Bodens führt zu einer unmittelbaren Zunahme der
Rente. Der Anteil des Grundbesitzers am Produkt erhöht sich zwangsläufig mit dessen
Steigerung.“ (II, p.158.) Die hausse?, die „im realen Preis bestimmter Rohprodukte
des Bodens eintritt, die zunächst Ergebnis der verbreiteten Verbesserung und Be-
arbeitung des Bodens und später die Ursache für deren weitere Ausdehnung ist“, z.B.
die hausse imprix du betail*, hebt erstens la valeur reelle de lapart du proprietaire®, aber
auch la proportion de cette part, denn: „Das Einsammeln dieses Produkts erfordert
nach der Steigerung seines realen Preises nicht mehr Arbeit als zuvor. Deshalb reicht ein
kleinerer Teil davon aus, um das Kapital, das diese Arbeit beschäftigt, zusammen mit dem
üblichen Profit zu ersetzen. Demzufolge muß ein größerer Teil dem Grundbesitzer zu-

fallen.“ (II, p. 158, 159.)

Dies ist exakt die Weise, wie Ric[ardo] das Steigen der Proportion der
Rente erklärt bei Verteurung des bl& auf den fruchtbareren Ackern. Nur geht
diese Verteurung nicht aus ame&lioration hervor, leitet Ric[fardo] daher zum
entgegengesetzten Schluß wie S[mith].

Ferner, sagt S[mith], nütze dem propristaire jede Entwicklung der Pro-
duktivkraft der Arbeit in der Manufaktur.

„Was den Preis der letzteren reduziert, erhöht den der ersteren’.“ (II, p.159.)
Ferner vermehrt sich die Bevölkerung mit toute augmentation dans la richesse
reelle de la societe®, mit der Bevölkerung die Nachfrage nach agricultural produce,
damit das capital employed in agriculture? „und die Rente vergrößert sich mit dem
Produkt“. (l.c.) Umgekehrt wirken auf Fall der Rente und daher Abnahme des
reellen Reichtums des proprietaire alle circonstances opposees!?, die das accroissement*"
des allgemeinen Reichtums hemmen. (l. c. p. 160.)

Daraus schließt S[mith], daß sich das Interesse der landlords (proprie-

taires) immer im Einklang befinde mit dem „interet general de la societe“”.

1 Schluß des Kapitels.- ? Bemerkung - ? Steigerung — * Preis des Viehs - ° den Realwert
des Teils des Grundeigentümers - ° das Verhältnis dieses Teils - ? d.h. der landwirtschaft-
lichen Produkte — ® jeder Zunahme des wirklichen Reichtums der Gesellschaft - ® in der
Landwirtschaft angewandte Kapital - “® entgegengesetzten Umstände - !! Anwachsen -
12 ‚allgemeinen Interesse der Gesellschaft“

Dasselbe gelte von den Arbeitern. (II, p. 161, 162.) Doch ist Smith so ehr-

lich, den Unterschied zu machen:

„Die Klasse der Grundeigentümer zieht aus dem Gedeihen der Gesellschaft even-
tuell noch größere Vorteile als diese“ (des ouvriers!); „aber es gibt keine Klasse, die so
schrecklich unter einem Verfall der Gesellschaft leidet, wie die Arbeiterklasse.“ (l.c.p.
162.)

Das Interesse der capitalistes (manufacturiers und marchands?) dagegen
nicht identisch mit dem

„allgemeinen Interesse der Gesellschaft“. (l.c. p.163.) „Das Interesse der Kaufleute
irgendeines besonderen Handels- oder Manufakturzweiges unterscheidet sich jedoch in
gewisser Hinsicht immer von dem der Allgemeinheit, ja widerspricht diesem sogar.“
(II, p.164, 165.) „...eine Klasse, deren Interesse niemals genau mit dem der All-
gemeinheit tibereinstimmt. Sie ist in der Regel daran interessiert, die Öffentlichkeit zu
hintergehen, ja sogar zu unterdrücken, und hat beides auch bei vielen Gelegenheiten

getan.“ (II, p. 165.)[® ]

1 der Arbeiter - ? Kapitalisten (Manufakturisten und Kaufleute)

## [FÜNFZEHNTES KAPITEL]

Ricardos Theorie über den Mehrwert

[A. Ricardo über Profit und Rente]

### [1. Ricardos Verwechslung der Gesetze des Mehrwerts mit den Gesetzen des Profits]

636] Ricardo betrachtet nirgendwo den Mehrwert gesondert und ge-
trennt von seinen besondren Formen - Profit (Zins) und Rente, Daher sind
seine Betrachtungen über die organische Zusammensetzung des Kapitals,
die von so einschneidender Wichtigkeit ist, beschränkt auf die von A. Smith
(eigentlich den Physiokraten) überlieferten Unterschiede in der organischen
Zusammensetzung, wie sie aus dem Zirkulationsprozeß entspringen (capital
fixe und capital circulant), während er nirgendwo die Unterschiede der orga-
nischen Zusammensetzung innerhalb des eigentlichen Produktionsprozesses
berührt oder kennt. Daher seine Verwechslung von Wert und Kostenpreis,
die falsche Renttheorie, die falschen Gesetze über die Ursachen des Steigens
und Fallens der Profitrate usw.

Profit und Mehrwert sind nur identisch, sofern das vorgeschoßne Kapi-
tal identisch ist mit dem direkt in Arbeitslohn ausgelegten Kapital. (Die
Rente kommt hier nicht in Betracht, da der Mehrwert ganz zunächst vom
Kapitalisten angeeignet wird, [gleichgültig] welche Portionen davon er spä-
ter an copartners abzugeben habe. Auch ist ja die Rente bei Rlicardo] selbst
dargestellt als ein vom Profit abgesonderter, ausgeschiedner Teil.) In seinen
Betrachtungen über Profit und Salair abstrahiert Ricardo] nun auch von
dem konstanten Teil des Kapitals, der nicht in Arbeitslohn ausgelegt wird.
Er behandelt die Sache so, als würde das ganze Kapital direkt in Arbeitslohn
ausgelegt. Sofern betrachtet er also den Mehrwert und nicht den Profit und
kann daher von einer Theorie des Mehrwerts bei ihm gesprochen werden,

Andrerseits glaubt er aber, vom Profit als solchem zu sprechen, und drängen
sich in der Tat überall Gesichtspunkte unter, die von der Voraussetzung
des Profits und nicht des Mehrwerts ausgehn. Wo er die Gesetze des Mehr-
werts richtig darstellt, verfälscht er sie dadurch, daß er sie unmittelbar als
Gesetze des Profits ausspricht. Ändrerseits will er die Gesetze des Profits
unmittelbar, ohne die Mittelglieder, als Gesetze des Mehrwerts darstellen.

Wenn wir von seiner Theorie des Mehrwerts sprechen, so sprechen wir
also von seiner Theorie des Profits, soweit er diesen mit dem Mehrwert ver-
wechselt, also den Profit nur betrachtet mit Bezug auf das variable Kapital,
den in Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals. Was er vom Profit im
Unterschied vom Mehrwert sagt, werden wir später abhandeln.

So sehr liegt es in der Natur der Sache, daß der Mehrwert nur mit Bezug
auf das variable Kapital, das in Arbeitslohn direkt ausgelegte Kapital, be-
handelt werden kann - und ohne Erkenntnis des Mehrwerts ist keine Theorie
des Profits möglich -, daß Ricardo das ganze Kapital als variables Kapital
behandelt und von dem konstanten Kapital abstrahiert, obgleich es gelegent-
lich in der Form von advances! erwähnt wird.

11637} Ricfardo] spricht (ch. XXVI „On Gross and Net Revenue“) von:

„Gewerbezweigen, in denen Profit sich nach dem Kapital und nicht nach der Menge auf-
gewendeter Arbeit richtet.“ ([„On the principles...“, 3"d ed.] p. 418.)

Was heißt seine ganze Lehre vom average profit? (worauf seine Rent-
theorie beruht), als daß profits „are in proportion to the capital, and not in
proportion to the quantity of labour employed??“ Wären sie „in proportion
to the quantity of labour employed“*, so würden gleiche Kapitalien sehr
ungleiche Profite abwerfen, indem ihr Profit gleich dem in ihrem eignen
trade® erzeugten Mehrwert wäre, dieser aber abhängt nicht von der Größe
des Kapitals überhaupt, sondern der Größe des variablen Kapitals, gleich
the quantity of labour employed. Was soll es also heißen, einer besondren
Anwendung des Kapitals, besondren trades ausnahmsweise zuzuschreiben,
that in them profits are proportionate to the amount of capital instead of the
quantity of labour employed®? Die Rate des Mehrwerts gegeben, muß der
amount des Mehrwerts für ein bestimmtes Kapital stets abhängen nicht von
der absoluten Größe des Kapitals, sondern von der quantity of labour em-
ployed. Ändrerseits die average rate of profit gegeben, muß der amount of

1 Vorschüssen - ? Durchschnittsprofit - ? Profite „sich nach dem Kapital und nicht nach
der Menge aufgewendeter Arbeit richten” - * „im Verhältnis zur Menge der aufgewendeten
Arbeit“ -° Gewerbezweig -° daß in diesen die Profite in ein Verhältnis gesetzt sind zur Masse
des Kapitals statt zur Menge der angewandten Arbeit

profit stets abhängen von dem amount of capital employed! und nicht von
der quantity of labour employed. Ric[ardo] spricht ausdrücklich von trades,
wie der

„Zwischenhandel, der Überseehandel und die Zweige, die teureMaschinen benötigen.“
(l.c. p. 418.)

D.h., er spricht von trades, die verhältnismäßig viel konstantes und
wenig variables Kapital anwenden. Es sind dies zugleich trades, wo im Ver-
gleich mit andren der Zotal amount des vorgeschoßnen Kapitals groß ist oder
die bloß mit großen Kapitalien betrieben werden können. Die Rate des
Profits gegeben, hängt der amount of profits überhaupt von der Größe der
vorgeschoßnen Kapitalien ab. Dies zeichnet aber die trades, worin große
Kapitalien und viel konstantes Kapital angewandt wird (dies geht immer
zusammen), durchaus nicht aus vor den trades, worin kleine Kapitalien an-
gewandt werden, sondern ist nur eine Anwendung des Satzes, daß gleich
große Kapitalien gleich große Profite abwerfen, also größeres Kapital mehr
Profit abwirft als kleineres. Dies hat nichts zu tun mit der „quantity of
labour employed“?. Ob aber die Profitrate überhaupt groß oder klein ist,
hängt in der Tat ab von der total quantity of labour employed by the capital
ofthe whole class of capitalists, and from the proportional quantity of unpaid
labour employed; and, lastly, from the proportion between the capital em-
ployed in labour, and the capital merely reproduced as a condition of produc-
tion”.

Ric[ardo] selbst polemisiert gegen die Ansicht von A.Smith, daß eine
höhere Profitrate im foreign trade,

„daß die großen Profite, welche manchmal durch einzelne Kaufleute im auswärtigen
Handel gemacht werden, die allgemeine Profitrate im Lande anheben.“ (l.c.ch. VII
„On Foreign trade“, p.132.)

Er sagt:

„sie behaupten, daß die Gleichheit der Profite durch das allgemeine Steigen der Profite
zustande gebracht werden wird; und ich bin der Meinung, daß die Profite des bevor-
zugten Gewerbes schnell auf den allgemeinen Stand sinken werden.“ P. 132, 133.)

Wie weit seine Ansichten richtig, that exceptional profits* (wenn nicht
verursacht durch Steigen des Marktpreises über den Wert) trotz der Aus-

1 der Masse des angewandten Kapitals - ? „Menge der aufgewendeten Arbeit” - ® von der
Gesamtmenge der von dem Kapital der ganzen Kapitalistenklasse angewandten Arbeit, von
der verhältnismäßigen Menge unbezahlter aufgewendeter Arbeit und endlich von dem Verhält-
nis zwischen dem in Arbeit angewandten Kapital und dem als eine Bedingung der Produktion
bloß reproduzierten Kapital - * daß außerordentliche Profite

gleichung nicht die general rate of profit erhöhen, wieweit ferner seine An-
sicht richtig, daß der foreign trade und die Ausdehnung des Marktes die
Profitrate nicht erhöhen können, werden wir später sehn." Aber die Richtig-
keit seiner Ansicht zugegeben, überhaupt die „equality of profits“2, wie
kann er trades unterscheiden, „where profits are in proportion to the capital“?
und others where they are „in proportion to the quantity of labour em-
ployed“ *>
Im ch.XXVI „On Gross and Net Revenue“ sagt Ric[ardo]:

„Ich räume ein, daß auf Grund der Natur der Rente ein in der Landwirtschaft an-
gelegtes bestimmtes Kapital auf jedem, außer dem zuletzt bebauten Boden eine größere
Menge Arbeit in Bewegung setzt als ein gleiches in Manufaktur und Handel angelegtes.“
(l.c. p. 419.)

Der ganze Satz Blödsinn. Erstens wird ja auf dem land last cultivated
a greater quantity of labour employed® - nach Ricardo - als auf allen andren
Ländereien. Daher entspringt nach ihm die Rente aufdenandren Ländereien.
Wie soll daher auf allen andern Ländereien außer dem land last cultivated
ein gegebnes Kapital mehr Arbeit in Bewegung setzen als in manufactures
and trades? Daß das Produkt der beßren Ländereien einen höhren Markt-
wert hat als den individuellen Wert, der bedingt ist durch die quantity of
labour employed by the capital that cultivates them®, ist doch nicht iden-
tisch damit, daß this capital „puts in motion a greater quantity of labour
than an equal capital employed in manufactures and trade“?”? Wohl aber
wäre es richtig gewesen, hätte Ricfardo] gesagt, daß, abgesehn von dem
Unterschied in der Fruchtbarkeit der Ländereien, die Rente überhaupt
daher stammt, daß das Agrikulturkapital im Verhältnis zum konstanten Teil
des Kapitals eine größre Quantität von Arbeit in Bewegung setzt als das
Durchschnittskapital in der not agricultural industry.

1638| Daß Ursachen den Profit erhöhen oder erniedrigen, überhaupt in-
fluieren können, wenn der Mehrwert gegeben ist, übersieht Ricfardo]. Weil
er Mehrwert mit Profit identifiziert, will er nun konsequent nachweisen,
daß Steigen und Fallen der Profitrate nur durch die Umstände bedingt sind,
die die Rate des Mehrwerts steigen oder fallen machen. Er übersieht ferner -
abgesehn von den Umständen, die die Profitrate, obgleich nicht den amount

1 Siehe vorl. Band, S.438-440 und 470 - ? „Gleichheit der Profite“ -3 „in denen Profit
sich nach dem Kapital richtet“ -* andere wo sie stehen „im Verhältnis zur Menge der aufge-
wendeten Arbeit“ -® zuletzt in Anbau genommenen Boden eine größere Menge Arbeit auf-
gewendet - ® durch das Kapital angewandte Menge Arbeit, das diese in Anbau nimmt -
? dieses Kapital „eine größere Menge Arbeit in Bewegung setzt als ein gleiches in der Manu-
faktur und im Handel angelegtes Kapital“

of profit!, influieren bei gegebnem amount of surplus value? -, daß die
Profitrate abhängt vom amount des Mehrwerts, keineswegs von der Rate
des Mehrwerts. Der amount des Mehrwerts hängt von der organischen Kom-
position des Kapitals ab, wenn die Rate des Mehrwerts, der Surplusarbeit,
gegeben ist, d.h. von der Anzahl der Arbeiter, die ein Kapitalof given value?,
z.B. 100/., beschäftigt. Er hängt von der Rate des Mehrwerts ab, wenn die
organische Komposition des Kapitals gegeben ist. Er ist also bestimmt durch
die beiden Faktoren: Anzahl der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter und
Rate der Surplusarbeit. Vergrößert sich das Kapital, welches immer seine
organische Zusammensetzung, sie konstant bleibend vorausgesetzt trotz
der Vergrößrung, so vergrößert sich der amount of surplus value. Dies
ändert aber nichts daran, daß er für ein Kapital of given value, z.B. 100,
derselbe bleibt. Ist er hier 10, so ist er für 10007. 100, aber das Verhältnis
wird dadurch nicht alteriert.
Ricardo:

„Es kann nicht zwei verschiedene Profitraten im selben Produktionszweig geben, und
wenn daher der Wert des Produktes in einem unterschiedlichen Verhältnis zum Kapi-
tal steht, so wird die Rente und nicht der Profit verschieden sein.“ (ch. XII „Land Tax“,
p. 212, 213.)

Dies gilt nur von der normalen Profitrate „in the same employment“*,
Sonst im direkten Widerspruch mit dem früher zitierten Satz?:

„Der Tauschwert aller Waren, ob sie industriell erzeugt werden oder das Produkt
des Bergbaus oder des Bodens sind, wird nicht durch die geringere Quantität Arbeit
bestimmt, die zu ihrer Produktion unter sehr günstigen Bedingungen ausreicht und in
deren Genuß ausschließlich diejenigen kommen, die besondere Produktionsleichtig-
keiten haben, sondern durch die größere Menge Arbeit, die notwendigerweise von
denen bei ihrer Produktion aufgewendet werden muß, die solche Erleichterungen nicht
besitzen, - von denjenigen, die sie dauernd unter den ungünstigsten Bedingungen pro-
duzieren; das bedeutet, unter den ungünstigsten Bedingungen, unter denen die Produktion
im Hinblick auf die verlangte Produktenmenge notwendigerweise weitergeführt werden
muß.“ (ch.II „On Rent“, p.60, 61.)

In dem ch.XII „Land Tax“ sagt Ricfardo] gelegentlich gegen Say -
und daraus ersieht man, wie der Engländer immer scharf den ökonomi-
schen Unterschied vor Augen hat, während der Kontinentale ihn beständig
vergißt:

„Say unterstellt, daß ‚ein Grundeigentümer durch seinen Fleiß, durch Sparsamkeit
und Geschicklichkeit seine jährliche Revenue um 5000 Franken steigert‘. Ein Grund-

1 die Masse des Profits - ? Masse des Mehrwerts -? von gegebenem Wert -* „im selben
Produktionszweig“ - 5 siehe vorl, Band, S.201 und 311

eigentümer hat aber keine Möglichkeit, seinen Fleiß, Sparsamkeit und Geschicklichkeit
auf seinen Boden zu verwenden, solange er ihn nicht selbst bewirtschaftet. Dann aber
führt er die Verbesserung in seiner Eigenschaft als Kapitalist und Farmer ein, nicht
aber in seiner Eigenschaft als Grundeigentümer. Es ist nicht vorstellbar“ {also auch
mit dem „skill“ plus ou moinst Phrase}, „wie er das Produkt seiner Farm durch eine
besondere Geschicklichkeit seinerseits vermehren kann, ohne vorher das in ihr angelegte
Kapital zu vergrößern.“ (l. c. p. 209.)

In dem chapter XIII „Taxes on Gold“ (wichtig für Ric[ardo]s Geld-
theorie) macht Ric[ardo] einige Zusätze oder weitere Bestimmungen über
market price und natural price. Sie laufen darauf hinaus, daß die Ausglei-
chung beider rascher oder kürzer erfolgt, je nachdem der peculiar trade?
rasche oder langsame Steigerung oder Verminderung der supply? erlaubt,
was wieder dasselbe ist als rascher oder langsamer transfer or withdrawal*
des Kapitals to or from the trade in question®. Bei seinen Betrachtungen
über Grundrente ist dem Ricardo] von vielen Seiten der Vorwurf gemacht
worden (von Sismondi etc.), daß er die Schwierigkeiten des withdrawal of
capital® für den Pächter übersieht, der viel capital fixe anwendet usw. (Die
Geschichte in England von 1815-1830 beweist dies in hohem Grad.) So
richtig dieser Einwurf ist, so trifft er die T'heorie gar nicht, läßt sie ganz un-
berührt, denn es handelt sich hier immer nur um eine plus ou moins raschere
oder langsamere Ausführung des ökonomischen Gesetzes. Ganz anders ver-
hält es sich aber mit dem umgekehrten Einwurf, der application of new capital
to new soils®. Ricardo] nimmt an, daß diese ohne Intervention des Landlords
geschehn kann, daß das Kapital hier in einem Element operiert,
worin seine Bewegung auf keinen Widerstand stößt. Dies aber grundfalsch.
Um diese Voraussetzung zu beweisen, daß dies der Fall ist, wo die kapita-
listische Produktion und das Grundeigentum entwickelt ist, unterstellt
Ric[ardo] stets Fälle, wo das Grundeigentum entweder faktisch oder legal
nicht existiert und auch die kapitalistische Produktion, wenigstens auf dem
Land selbst, noch nicht entwickelt ist.

Was nun die eben angedeuteten Sätze betrifft, so sind sie folgende:

„In allen Fällen wird als Resultat einer Besteuerung oder von Produktions-
schwierigkeiten schließlich eine Erhöhung der Warenpreise eintreten; die Dauer des
zeitlichen Zwischenraums jedoch, der verstreicht, bis Marktpreis und natürlicher Preis
übereinstimmen, hängt ab von der Beschaffenheit der Ware und der Mühelosigkeit, mit
der ihre Menge verringert werden kann. Wenn sich die Menge der besteuerten Ware nicht

i der „Geschicklichkeit“ mehr oder weniger - ? besondere Gewerbezweig - ® Zufuhr -
4 Zuführung oder Zurückziehung - ® zu oder von dem betreffenden Gewerbezweig - ° Zu-
rückziehens von Kapital - ° Anwendung von neuem Kapital auf neue Böden

vermindern läßt, wenn z.B. das Kapital des Farmers oder des Hutmachers nicht für
andere Zweige abgezogen werden kann, hat die Verringerung ihrer Profite unter das
allgemeine Niveau auf Grund emer Steuer keine Bedeutung. Es wird ihnen niemals ge-
lingen, den Marktpreis von Getreide und Hüten bis auf deren gestiegenen natürlichen
Preis zu erhöhen, es sei denn, die Nachfrage nach ihren Waren steigt. Ihre Ankündigungen, ihre Unternehmen aufzugeben und ihr Kapital in begünstigtere Zweige zu
überführen, würden als unausführbare leere Drohungen betrachtet, und der Preis
kann daher nicht durch eine eingeschränkte Produktion erhöht werden. Jedoch können
Waren jeder Art mengenmäßig verringert und Kapital kann von wenig profitablen Zweigen
in günstigere überführt werden, allerdings mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. In dem
Maße, in dem sich die Zufuhr einer bestimmten Ware ohne Schwierigkeiten für den
Produzenten leichter einschränken läßt, wird ihr Preis nach der Vergrößerung der
Produktionsschwierigkeiten durch Besteuerung oder andere Maßnahmen schneller
steigen.“ (p. 214, 215.)

„Die Übereinstimmung der Marktpreise und der natürlichen Preise aller Waren
hängt immer von der Leichtigkeit ab, mit der die Zufuhr vermehrt oder eingeschränkt
werden kann. Im Falle von Gold, Gebäuden und Arbeit und vieler anderer Dinge kann
unter gewissen Umständen eine solche Wirkung nicht rasch hervorgerufen werden. Das
ist aber anders bei jenen Waren, die alljährlich konsumiert und reproduziert werden, wie
Hüte, Schuhe, Getreide und Tuch. Sie können, wenn erforderlich, eingeschränkt
werden, und die Zeit, die bis zu einer ihrer erhöhten Produktionsbelastung ent-
sprechenden Beschränkung des Angebots verstreicht, kann nicht erheblich sein.“

(l.c. p. 220, 221.)

### [2. Verschiedene Fälle der Veränderung der Profitrate]

In demselben ch. XIII „Taxes on Gold“ sagt Rlicardo]:

„Rente ist keine Neuschöpfung, sondern lediglich eine Übertragung von Reichtum.“
(l. c. p. 221.)

Is profit a creation of wealth, or is it not rather a transfer of the surplus
labour, from the workman to the capitalist? As to wages too, they are, in
fact, no creation of wealth. But they are no transfer. They are the appropria-
tion of part of the produce of the labour to those who produced it.!

In demselben Kapitel sagt Ricfardo]:

„Eine Steuer auf Rohprodukte der Erdoberfläche trifft ... den Konsumenten und wird
in keiner Weise die Rente berühren, solange sie nicht durch die Verringerung der Fonds

1 Ist Profit eine Neuschöpfung von Reichtum oder ist er nicht vielmehr eine Übertragung
von Mehrarbeit vom Arbeiter auf den Kapitalisten? Auch der Arbeitslohn ist in Wirklichkeit
keine Neutschöpfung von Reichtum. Aber er ist auch keine Übertragung. Er ist die Aneignung
eines Teils des Arbeitsprodukts durch jene, die es produziert haben.

für den Unterhalt der Arbeit die Löhne senkt, die Bevölkerung vermindert und die
Nachfrage nach Getreide zurückgehen läßt.“ (p. 221.)

Ob Rlicardo] recht damit hat, daß „a tax on raw produce from the sur-
face of the earth“! weder auf landlord noch Pächter, sondern auf den con-
sumer fällt, geht uns hier nichts an. Ich behaupte aber, daß, wenn er recht
hat, eine solche tax die Rente erhöhen kann, während er glaubt, daß sie sie
nicht affiziert, außer es sei denn, daß sie durch Verteuerung der Lebens-
mittel etc. das Kapital vermindert etc., die Population und die Nachfrage
nach Korn. Ric[ardo] bildet sich nämlich ein, daß eine Verteuerung des
raw produce die Profitrate nur soweit affiziert, als sie die Lebensmittel des
Arbeiters verteuert. Und hier ist richtig, daß eine Verteuerung des raw
produce nur insofern die Mehrwertsrate und daher den Mehrwert selbst, also
dadurch die Profitrate, affizieren kann. Aber den Mehrwert als gegeben
vorausgesetzt, würde eine Verteuerung des „raw produce from the surface
of the earth“? den Wert des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen
erhöhn, das Verhältnis des konstanten Kapitals zum variablen vergrößern, und
daher die Profitrate senken, also die Rente erhöhn. Ric[ardo] geht von der
Ansicht aus, | daß, soweit Erhöhung oder Verwohlfeilerung des Roh-
produkts nicht den Arbeitslohn affiziert, sie nicht den Profit affiziert; denn,
räsoniert er {eine Stelle, auf die wir später zurückkommen werden?, aus-
genommen), die Rate bleibt dieselbe, der Wert des vorgeschoßnen Kapitals
falle oder steige. Wächst das vorgeschoßne Kapital im Wert, so wächst also
das Produkt im Wert und ebenso der Teil des Produkts, der das Surplus-
produkt, gleich Profit, bildet. Umgekehrt bei einem Fallen im Wert des
vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist nur richtig, wenn, sei es infolge einer Ver-
teurung des Rohmaterials, Steuer etc., variables Kapital und konstantes
Kapital in gleichem Verhältnis ihren Wert variieren. In diesem Falle bleibt
die Rate dieselbe, weil [no]change in the organic composition of the capital
has taken place*. Und selbst dann muß unterstellt werden, was für temporary
changes? der Fall ist, daß der Arbeitslohn derselbe bleibt, das raw produce
mag steigen oder fallen (also derselbe bleibt, ob der Gebrauchswert des
Arbeitslohns steigt oder fällt bei gegebnem, gleichbleibendem Wert).

Es sind folgende Fälle möglich:

Erstens die beiden Hauptunterscheidungen:

A. Durch change in der Produktionsweise wechselt das Verhältnis zwischen
den Massen des capital constant und capital variable, die employiert werden.

1 „eine Steuer auf Rohprodukte der Erdoberfläche“ -? „Rohprodukts der Erdoberfläche“ -
3 siehe vorl. Band, S.433/434 - * [kein] Wechsel in der organischen Zusammensetzung des
Kapitals eingetreten ist -° vorübergehende Wechsel

Hier bleibt die Rate des Mehrwerts dieselbe, wenn der Arbeitslohn als kon-
stant (dem Wert nach) {i.e. der Arbeitszeit nach (die er repräsentiert)} vor-
ausgesetzt ist. Aber der Mehrwert selbst wird affiziert, wenn die Anzahl der
mit demselben Kapital angewandten Arbeiter - i.e. das variable Kapital -
changiert. Fällt durch den change in der Produktionsweise relativ das kon-
stante Kapital, so wächst der Mehrwert, also die Profitrate. Wenn umgekehrt,
umgekehrt.

Es ist hier stets vorausgesetzt, daß der Wert pro tanto, pro /00 z.B.,
des konstanten und variablen Kapitals derselbe bleibt.

Es ist hier nicht möglich, daß der change in der Produktionsweise gleich-
mäßig das konstante und variable Kapital affiziert; also z.B. capital constant
und capital variable - ohne Wertwechsel - gleichmäßig wachsen oder fallen
müssen. Denn die Notwendigkeit des Fallens und Steigens hängt hier stets
mit veränderter Produktivität der Arbeit zusammen. Es ist die Differenz,
nicht gleichmäßige Affektion, die ein change in der Produktionsweise be-
wirkt; was nichts damit zu tun hat, daß, die organic composition des Kapitals
vorausgesetzt, großes oder kleines Kapital angewandt werden muß.

B. Gleichbleibende Produktionsweise. Change im Verhältnis von konstantem
und. variablem Kapital bei gleichbleibenden relativen Massen derselben (so
daß jedes nach wie vor denselben aliquot part vom Gesamitkapital bildet)
durch Wertwechsel.der Waren, die in das konstante Kapital oder das variable
Kapital eingehn.

Hier möglich:

[1.] Der Wert des konstanten Kapitals bleibt derselbe, der des variablen
steigt oder fällt. Dies würde stets den Mehrwert und dadurch die Profitrate
affizieren.

[2.] Der Wert des variablen Kapitals bleibt derselbe, der des konstanten
steigt oder fällt. Dann würde die Profitrate im ersten Fall fallen, im zweiten
steigen.

13.] Fallen beide gleichzeitig, aber in ungleichem Verhältnis, so ist immer
das eine gegen das andre gestiegen oder gefallen.

[4.] Der Wert des konstanten und variablen Kapitals wird gleichmäßig
affiziert, sei es, daß beide steigen oder beide fallen. Steigen beide, so fällt
die Profitrate, aber nicht, weil das konstante Kapital steigt, sondern weil das
variable steigt und daher der Mehrwert fällt (indem nur sein Wert steigt, ob-
gleich es nach wie vor dieselbe Anzahl Arbeiter, vielleicht auch kleinere, in
Bewegung setzt). Fallen beide, so steigt die Profitrate, aber nicht, weil das
konstante Kapital fällt, sondern weil das variable fällt (im Wert), also der
Mehrwert wächst.

C. Change in der Produktionsweise und change im Wert der Elemente, die
das capital constant oder variable bilden. Hier kann ein change den andern
paralysieren, wenn z.B. die Masse des capital constant wächst, während sein
Wert fällt oder derselbe bleibt (also auch pro tanto, pro 100 fällt) oder seine
Masse fällt, aber sein Wert im selben Verhältnis steigt oder derselbe bleibt
(also pro tanto steigt?). In diesem Falle träte gar kein Wechsel in der organi-
schen Zusammensetzung ein. Die Profitrate bliebe unalteriert. Mit Aus-
nahme des Agrikulturkapitals kann es aber nie vorkommen, daß seine Masse
fällt gegen das variable Kapital, während sein Wert steigt.

Dies Paralysieren ist unmöglich für variable capital (bei gleichbleiben-
dem realen Arbeitslohn).

Diesen einen Fall ausgenommen, ist also nur möglich, daß Wert und
Masse des konstanten Kapitals relativ zugleich fallen oder steigen gegenüber
dem variablen Kapital, also sein Wert absolut steigt oder fällt gegen das
variable Kapital. Dieser case? bereits betrachtet. Daß sie gleichzeitig fallen
oder steigen, | aber in ungleichem Verhältnis, dies reduziert sich immer
darauf, nach der Voraussetzung, daß der Wert des konstanten Kapitals
steigt oder fällt, relativ zum variablen.

Dies schließt auch den andren Fall ein. Denn steigt seine Masse, so
nimmt die des variablen relativ ab und umgekehrt. Ebenso mit dem Wert.

1641|

### [3. Gegensätzliche Veränderungen im Wert des konstanten und variablen Kapitals und ihr Einfluß auf die Profitrate]
1642| Zu 640 C noch zu bemerken:

Es wäre möglich, daß der Arbeitslohn stiege, aber das capital constant
fiele in Wert, nicht in Masse. Entspräche sich das Steigen und Fallen nun so
an beiden Enden, so könnte die Profitrate unalteriert bleiben. Z.B. wenn
das konstante Kapital = 60 I., der Arbeitslohn = 40 und die Rate des Mehr-
werts =50 p.c., so das Produkt = 120. Und die Profitrate = 20 p.c. Fiele
nun das konstante Kapital, obgleich seine Masse dieselbe bliebe, zu 40 und
höbe sich das Salair zu 60 und fiele der Mehrwert von 50 p.c. auf 33"/3 p.c.,
so das Produkt = 120 und die Profitrate =20. Dies ist falsch.

Nach der Voraussetzung der Gesamtwert des angewandten Arbeits-
quantums =60 1. Stiege daher der Arbeitslohn auf 60, so Mehrwert und

1 In der Handschrift: fällt - ? Fall

daher Profitrate = 0. Stiege er nicht so hoch, so würde aber jedes Steigen
desselben ein Fallen des Mehrwerts verursachen. Stiege der Lohn auf 50,
so der Mehrwert = 10 /., wenn auf 45 I. = 15 etc. Unter allen Umständen
also fiele der Mehrwert und die Profitrate im selben Maße. Denn wir messen
hier das unverändert gebliebene Gesamtkapital. Bei dem Kapital von glei-
cher Größe (dem Gesamtkapital) muß unbedingt die Profitrate steigen und
fallen nicht mit der Rate des Mehrwerts, aber mit dem absolute amount of
surplus value!. Fiele aber im obigen Beispiel der Flachs so tief, daß die
Masse, die dieselbe Anzahl Arbeiter verspinnt, mit 40 I. gekauft werden
kann, so hätten wir:

capital constant capital variable Mehrwert Wertdes _Vorgeschossenes Profitrate
Produkts Kapital

40 50 10 100 90 In
Die Profitrate wäre noch gefallen unter 20 p.c.

Wäre dagegen:

capital constant capital variable Mehrwert Wertdes _Vorgeschossenes Profitrate
Produkts Kapital
30 50 10 90 80 121/gp.c.
Wäre:
capital constant capital variable Mehrwert Wert des Vorgeschossenes Profitrate
Produkts Kapital
20 50 10 80 70 142/y p.c.

Unter der Voraussetzung paralysiert das Fallen im Wert des konstanten
Kapitals immer nur teilweise das Steigen im Wert des variablen Kapitals.
Unter der Voraussetzung könnte es dasselbe nie ganz paralysieren, denn da-
mit die Profitrate = 20, müßten 10 ="/, des vorgeschoßnen Totalkapitals.
Dies aber in dem Fall, wo das capital variable = 50, nur möglich, wenn das
konstante Kapital = 0. Nimm dagegen an, das variable Kapital stiege nur
auf 45, in diesem Fall der Mehrwert = 15. Und setze, das konstante Kapital
falle auf 30, in diesem Falle:

capital constant capital variable Mehrwert Wertdes Vorgeschossenes Profitrate
Produkts Kapital
30 45 15 90 75 20 p.c.

1 der absoluten Masse des Mehrwerts

In diesem Falle paralysierten sich also die beiden Bewegungen völlig.
 Nimm ferner an:

capital constant capital variable Mehrwert Wert des Vorgeschossenes Profitrate
Produkts Kapital

20 45 15 80 65 Bllap-.c

“ Also könnte in diesem Falle, selbst bei dem Fallen des Mehrwerts, die
Profitrate steigen wegen des ungleich größern Falls in dem Wert des kon-
stanten Kapitals. Mit demselben Kapital 100 könnten mehr Arbeiter trotz
des gestiegnen Arbeitslohns und des Falls in der Rate des Mehrwerts an-
gewandt werden. Trotz des Falls der Rate des Mehrwerts würde der Mehr-
wert selbst, daher der Profit wachsen, weil die Anzahl der Arbeiter wüchse.

Das obige Verhältnis von C?° V# gibt uns nämlich bei einer Kapitalauslage
von 100 das folgende Verhältnis:

capital constant capital variable Mehrwert Wert des Vorgeschossenes Profitrate
Produkts Kapital

30'%/18 69° ]i5 231. 13 123/13 100 2Bap.c.

Das Verhältnis von Rate des Mehrwerts und Arbeiteranzahl wird hier
sehr wichtig. Ric[ardo] betrachtet es nie. |

641] Es ist klar, daß, was hier als Variation innerhalb der organischen
Komposition eines Kapitals betrachtet worden, ebenso als Unterschied der
organischen Komposition zwischen verschiedenen Kapitalien, Kapitalien in
different trades!, sich geltend machen kann.

Erstens: Statt der Variation in der organischen Komposition eines Kapi-
tals - Differenz in der organischen Komposition verschiedner Kapitalien.

Zweitens: Alteration der organischen Komposition durch Wertwechsel in
den zwei Teilen eines Kapitals, ebenso Differenz im Wert des angewandten
Rohmaterials und Maschinerie für verschiedne Kapitalien. Dies gilt nicht für
das capital variable, da gleicher Arbeitslohn in den different trades voraus-
gesetzt. Die Verschiedenheit in der value of different days of labour in diffe-
rent trades? hat nichts mit der Sache zu tun. Ist die Arbeit eines Gold-
schmieds teurer als die eines labourer®, so ist die Surpluszeit des Gold-
schmieds im selben Verhältnis teurer als die des peasant*. [8% ]

1 verschiedenen Gewerbezweigen -? Wert der verschiedenen Arbeitstage in verschiede-

nen Gewerbezweigen - ? Arbeiters - * Ungelernten

### [4. Ricardos Verwechslung von Kostenpreis und Wert in seiner Theorie vom Profit]

1641| In ch.XV „Taxes on Profits“ sagt Ric]ardo]:

„Steuern auf jene Waren, die man gemeinhin Luxusgüter nennt, treffen nur jene,
die sie verbrauchen. ... Steuern auf lebenswichtige Güter aber belasten die Konsu-
menten dieser Güter nicht nur entsprechend der vielleicht von ihnen konsumierten
Menge, sondern oftmals in einem bedeutend größeren Ausmaße.“ Z.B. a tax on corn.
„Sie verändert die Profitrate des Kapitals. Was immer den Arbeitslohn erhöht, senkt
den Kapitalprofit; daher hat jede Steuer auf eine vom Arbeiter konsumierte Ware eine
Tendenz, die Profitrate zu senken.“ (p.231.)

Taxes on consumers sind zugleich taxes on producers, soweit das Objekt
der tax nicht nur in die individuelle Konsumtion, sondern auch in die indu-
strielle Konsumtion eingeht oder nur in die letztre eingeht. Dies gilt aber
nicht nur für necessaries, consumed by workmen!. Es gilt von allen Materia-
lien, industrially consumed by the capitalist?. Jede solche tax vermindert
die Profitrate, weil sie den Wert des konstanten Kapitals im Verhältnis zum
variablen erhöht. Z.B. eine tax, die auf Flachs gelegt wäre oder auf Wolle.
642] Der Flachs steigt im Preis. Der Flachsspinner kann also mit einem
Kapital von 100 nicht mehr dieselbe Quantität in Flachs auslegen. Da die
Produktionsweise dieselbe geblieben, so braucht er dieselbe Quantität Arbei-
ter, um dasselbe Quantum Flachs zu spinnen. Aber der Flachs hat mehr
Wert verhältnismäßig als früher zu dem in Arbeitslohn ausgelegten Kapital.
Also fällt die Profitrate. Das Steigen des Preises des linen-yarn? nützt ihm
. dabei nichts. Die absolute Höhe dieses Preises überhaupt gleichgültig für
ihn. Es handelt sich nur um den Überschuß des Preises über den Preis der
advances*. Wollte er nun das Gesamtprodukt erhöhen, nicht nur um den
Preis des Flachses, sondern so, daß ihm dasselbe Quantum Garn denselben
Profit wie früher zahlt, so würde die Nachfrage, die schon fällt infolge des
Steigens des Rohmaterials des Garns, noch mehr fallen infolge der künst-
lichen Steigung durch Erhöhung des Profits. Trotzdem, daß die Profitrate
onan average? gegeben ist, geht dieses Zuschlagen in solchen Fällen nicht. 167]
1642|]

1643| Ch.XV „Taxes on Profits“ sagt Ricardo]:

% die lebenswichtigen Güter, die von den Arbeitern konsumiert werden - ? die vom
Kapitalisten industriell konsumiert werden — ® Leinengarns — * Vorschüsse - ® im Durch-
schnitt


„In einem früheren Teile dieses Werkes wurden die Wirkungen der Teilung des
Kapitals in fixes und zirkulierendes, oder besser in dauerhaftes und vergängliches Kapital
auf die Warenpreise erörtert. Es wurde gezeigt, daß zwei Fabrikanten genau den glei-
chen Betrag an Kapital aufwenden und daraus genau die gleichen Summen an Profit
beziehen können, daß sie aber ihre Waren für sehr verschiedene Geldbeträge verkaufen
werden, je nachdem das von ihnen verwendete Kapital rasch oder langsam verbraucht
und reproduziert wird. Der eine kann seine Ware für 4000 I., der andere für 10 000 /.
verkaufen, und beide können 10 000 !. Kapital verwenden und 20 Prozent oder 2000 !.
Profit erhalten. Das Kapital des einen kann sich z.B. zusammensetzen aus 2000 !. zirku-
lierendem Kapital, das reproduziert werden muß, und 8000 !. fixem, angelegt in Ge-
bäuden und Maschinerie; das Kapital des anderen kann aus 8000 !. zirkulierendem und
nur 2000 I. fixem Kapital - Maschinerie und Gebäude - bestehen. Wenn nun jeder der
beiden mit 10 Prozent oder 200 I. seines Einkommens besteuert wird, so muß der eine,
damit sein Geschäft ihm die allgemeine Profitrate abwirft, seine Waren von 10 000 7.
auf 10 200 I. erhöhen; der andere wird ebenso gezwungen sein, den Preis seiner Waren
von 4000 I. auf 42001. zu steigern. Vor Einführung der Steuer waren die von dem einen
dieser Fabrikanten verkauften Waren 2!/,mal soviel wert als die Waren desanderen, nach-
her werden sie 2,42 mal soviel wert sein. Die eine Warenart wird um zwei Prozent ge-
stiegen sein, die andere um fünf Prozent. Eine Einkommensteuer wird daher, sofern
das Geld weiterhin im Wert unverändert bleibt, die relativen Preise und Werte der
Waren verändern.“ (p. 234, 235.)

In diesem letzten „and“ - prices and value“! - liegt der Fehler. Dieser
change of prices? würde nur beweisen - ganz wie im Fall mit der differenten
Teilung des Kapitals in fixes und zirkulierendes -, daß damit die general rate
of profit hergestellt werde, die durch ihn bestimmten, regulierten Preise
oder Kostenpreise sehr verschieden von Werten der Waren. Und dieser
wichtigste Gesichtspunkt existiert für Rlicardo] nirgends.

In demselben chapter sagt er:

„Wenn ein Land nicht besteuert wird und das Geld an Wert verliert, so wird dessen
Überfluß auf jedem Warenmarkt“ {hier die lächerliche Vorstellung, daß ein Fallen im
Wert des Geldes begleitet sein müßte von dessen Überfluß auf jedem Warenmarkt}
1644| „ähnliche Wirkungen hervorrufen. Falls Fleisch um 20 Prozent steigt, werden
Brot, Bier, Schuhe, Arbeit und jedwede Ware ebenfalls um 20 Prozent steigen; das ist
erforderlich, damit jedem Zweig die gleiche Profitrate gesichert wird. Doch trifft das
nicht mehr zu, sobald eine dieser Waren besteuert wird; wenn sie in einem solchen
Falle dem Ausmaß der Verminderung des Geldwertes entsprechend alle steigen, er-
geben sich ungleiche Profite. Bei versteuerten Waren werden die Profite über das allgemeine
Niveau erhöht und Kapital wird von einem Zweig zum anderen solange übergeleitet, bis
wiederum ein gleicher Stand der Profite hergestellt ist, was aber nur nach einer Änderung
der relativen Preise der Fall sein kann.“ (p.237.)

1 „und“ - „Preise und Werte“ - ? Diese Änderung der Preise

Und so wird das equilibrium of profits' überhaupt dadurch hervor-
gebracht, daß die relative values?, die real values of commodities are altered,
and so adapted to each other that they corresponded, not to theirreal value,
but to the yielding of the average profit®.

### [5. Verhältnis von allgemeiner Profitrate und Rate der absoluten Rente. Einfluß der Lohnsenkung auf die Kostenpreise]

Inch.XVII: „Taxes onotherCommoditiesthan rawproduce“ sagt Ric[ardo]:

„Buchanan meint, Getreide und Rohprodukte besäßen einen Monopolpreis, weil
sie eine Rente abwerfen. Er nimmt an, daß alle Waren, die eine Rente abwerfen, einen
Monopolpreis haben müssen und schließt daraus, daß alle Steuern auf Rohprodukte
den Grundeigentümer und nicht den Konsumenten treffen.

‚Da der Preis des Getreides‘, sagt er, ‚das stets eine Rente abwirft, in keiner Weise
durch die Ausgaben für seine Produktion beeinflußt wird, so müssen jene Ausgaben aus der
Rente getragen werden, und daher ist das Resultat, sobald sie steigen oder fallen, nicht
ein höherer oder niedrigerer Preis, sondern eine höhere oder niedrigere Rente. Unter
diesem Gesichtspunkt sind alle Steuern auf landwirtschaftliches Dienstpersonal, Pferde
oder landwirtschaftliche Gerätschaften in Wirklichkeit Grundsteuern. Die Last fällt
auf den Farmer während der Dauer seines Pachtvertrages und auf den Grundeigen-
tümer, sobald die Pacht erneuert werden muß. In gleicher Weise verringern alle jene
Einrichtungen des Betriebes, die dem Farmer Ausgaben ersparen, wie Dresch- und
Erntemaschinen, alles, was ihm den Zugang zum Markt erleichtert, wie gute Straßen,
Kanäle und Brücken, den Marktpreis des Getreides nicht, obwohl sie seine ursprünglichen
Kosten vermindern. Was immer durch jene Verbesserungen eingespart wird, fällt daher
dem Grundeigentümer als Teil seiner Rente zu.

Sobald wir Buchanan das Fundament zugestehen,“ (sagt Ric[ardo]), „auf dem seine
Beweisführung aufgebaut ist, nämlich, daß der Getreidepreis stets eine Rente abwirft,
ergeben sich offensichtlich alle die von ihm behaupteten Schlußfolgerungen ganz selbst-

verständlich.“ (p.292, 293.)

This is by no means evident.* Das, worauf Buchanan sein Argument
gründet, ist nicht that all com yields a rent?, sondern that all corn which
yields a rent is sold at a monopoly price®, und daß monopoly price, im Sinne

1 der gleiche Stand der Profite -? relativen Werte -° realen Werte der Waren geändert und
untereinander so ausgeglichen werden, daß sie nicht nach ihren realen Werten, sondern nach
dem Durchschnittsprofit, den sie abwerfen müssen, einander entsprechen — ? Dies ist keines-
wegs offensichtlich. - ? daß alles Getreide eine Rente abwirft - © daß alles Getreide, das
eine Rente abwirft, zu einem Monopolpreis verkauft wird

wie A.Smith es erklärt und auch Ricardo meint, „the very highest price at
which the consumers are willing to purchase the commodity“ 116,

Dies ist nun eben falsch. Corn, which yields a rent? (abgesehn von der
Differentialrente) ist nicht sold at a monopoly price? im Sinne Buchanans,
Es ist nur insofern zu einem Monopolpreis verkauft, als es über seinem
Kostenpreis zu seinem Wert verkauft ist. Sein Preis ist bestimmt durch die
quantity of labour realized in it* nicht durch die expenses of its production?,
und die Rente ist der Überschuß der value® über den Kostenpreis, also
durch den letzteren bestimmt; desto größer, je kleiner der Kostenpreis im
Verhältnis zur value, und desto kleiner, je größer der Kostenpreis im Ver-
hältnis zur value. Alle improvements? senken den Wert des Korns, weil [sie]
das zu seiner Produktion erheischte Quantum Arbeit [vermindern]. Ob sie
nun die Rente fallen machen, hängt von verschiednen Umständen ab. Wird
das Korn wohlfeiler und verwohlfeilert sich damit der Arbeitslohn, so steigt
die Rate des Mehrwerts. Ferner fielen die expenses® des farmers in Samen,
Viehfutter etc. Damit würde die Profitrate in allen andren not agricultural
trades steigen und daher auch in der Agrikultur. In den not agricultural
trades würden die relativen Massen von immediate und accumulated labour?
dieselben bleiben; die Anzahl der Arbeiter dieselbe (im Verhältnis zum kon-
stanten Kapital), aber der Wert des capital variable sinken, also der Mehr-
wert ||645] steigen, also die Profitrate. Infolgedessen [stiegen sie] auch in dem
agricultural trade. Rente fällt hier, weil Profitrate steigt. Das Korn wird
wohlfeiler, aber sein Kostenpreis wächst. Die Differenz zwischen seinem Wert
und seinem Kostenpreis fällt daher.

Nach unsrer Voraussetzung war das Verhältnis für das Durchschnitts-
not agricultural capital =C# V%, die Rate des Mehrwerts =50 p.c.,
Mehrwert daher = 10 und die Profitrate = 10 p.c. Also der Wert des Pro-
dukts des durchschnittlichen Kapitals von 100 = 110.

Nimm nun an, infolge der Verwohlfeilerung der Getreidepreise fiele der
Arbeitslohn um !/,, so würde dieselbe Arbeiteranzahl, die auf ein capital
constant von 80 /., d.h. auf dieselbe Masse Rohmaterial und Maschinerie
beschäftigt wird, nur mehr kosten 15 /. Und dieselbe Masse Waren hätte
den Wert von C® V!5 + 15, da das Quantum Arbeit, was sie arbeiten, = 301.

‚nach der Voraussetzung. Also der Wert derselben Masse von Waren = 110
nach wie vor. Das ausgelegte Kapital betrüge aber nur mehr 95 und 15 auf

1 „der höchste Preis ist, zu dem die Konsumenten bereit sind, die Ware zu kaufen“ -
2 Getreide, das eine Rente abwirft - ® zu einem Monopolpreis verkauft —* in ihm vergegen-
ständlichte Arbeitsmenge - ° Kosten seiner Produktion — © des Werts - ? Verbesserungen -
8 Ausgaben - ? unmittelbarer und aufgehäufter Arbeit

95 = ]51%/,, p.c. Würde aber dieselbe Masse Kapital ausgelegt oder auf ein
Kapital von 100, wäre das Verhältnis: C%#*/,, V15%/. Der Profit aber
= 1515/]9. Und der Wert des Produkts = 115"5/,,1. Nach der Voraussetzung
aber war das agricultural capital = C#° V“ und sein Wert = 120. Rente = 10,
solange der Kostenpreis = 110. Sie wäre jetzt nur noch =4%/,,. Denn
1155/54 4/1, = 1201.

Wir sehn hier: Das Durchschnittskapital von100 /, produzierte Waren
zum Kostenpreis von 115"5/,,, statt früher von 110. Wäre dadurch der
Durchschnittspreis der Ware gestiegen?

Ihr Wert wäre derselbe geblieben, da dieselbe Masse Arbeit erheischt,
um dasselbe Quantum Rohmaterial und Maschinerie in Produkt zu ver-
wandeln. Aber dasselbe Kapital von 100 setzte mehr Arbeit in Bewegung
und verwandelte statt früher für 80, jetzt für 84%/|, capital constant in Pro-
dukt. Von derselben Masse Arbeit wäre aber mehr unbezahlte Arbeit. Daher
Wachsen des Profits und des Gesamtwerts der von 100. produzierten Waren-
masse. Der Wert der einzelnen Ware derselbe geblieben, aber mehr Ware
zu demselben Wert mit Kapital von 100 produziert. Wie aber verhielte es sich
mit dem Kostenpreis in den einzelnen trades?

Nimm an, das not agricultural capital bestehe aus folgenden Kapitalien:

Produkt Differenz
zwischen Wert
und Kostenpreis

1. c30 y20 Damit sie zu denselben = 110 (Wert = 110) 0
2. co ya Kostenpreisen verkauften = 110 (Wert = 120) —10
3. c35 yi5 = 110 (Wert = 107%) + 2%,
4. C#5 V5 = 110 (Wert = 102}/,) + Ale

so das Durchschnittskapital = C30 V20,

Für 2 die Differenz = — 10, für 3 und 4 =+ 10. Für das ganze Kapital
von 400 =0—-10+10=0. Werden die 400 Kapital zu 440 verkauft, so
werden die von ihm produzierten Waren zu ihrem Wert verkauft. Dies macht
aber 10 p.c. Aber [bei] 2 werden die Waren 10 !. unter ihrem Wert, 3 2!/,
über ihrem Wert und 4 7'/, über ihrem Wert verkauft. Nur | wird zu seinem
Wert verkauft, wenn es zu seinem Kostenpreis = 100 Kapital + 10 Profit,
verkauft wird.

1646| Wie aber hätte sich infolge des Sinkens des Arbeitslohns um !/i
das Verhältnis gestaltet?

Für Kapital 1: Statt CV? nun C##/i, V15%/i5, Profit 15"%/29, Wert des
Produkts 115% /,.

Für Kapital 2: Nur mehr 30 in Arbeitslohn ausgelegt, denn '/, von 40
= 10 und 40 — 10=30. Das Produkt = CP V*® und der Mehrwert =30.
(Denn der Wert der angewandten Arbeit = 60 1.) Auf Kapital von 90=33!/,
p.c. Für 100 das Verhältnis: C#%/, V33'/; und. der Wert = 133"/,. Profitrate
=331,.

Für Kapital 3: Nur mehr 11*/, in Arbeitslohn, denn !/, von 15 =3°/,
und 15—3%/,=11"/. Das Produkt wäre C$5 V!U/, und der Mehrwert
= 111/,. (Wert der angewandten Arbeit = 22Y/,.) Auf ein Kapital von 96!/..
Dies aber = 11%/,, p.c. Für 100 das Verhältnis: C3#/,, VIP®/77. Profit-
rate = 11%/,, und Produkt = 111P®/,,.

Für Kapital 4: Nur mehr 3°/, in Arbeitslohn ausgelegt, denn !/, von 5
= 1, und 5 — 1), = 3°/a. Das Produkt C® V?®/, und der Mehrwert =3?/,
(denn der Wert der Gesamtarbeit = 7"/,). Auf ein Kapital von 98°/,. Dies
—=3@},,p.c. Für 100 das Verhältnis: C%%,, V3® 29. Profitrate = 38,9.
Wert = 103%/,,.

Wir hätten also:

Profitrate Produkt Differenz von
und Wert”
un

1. Co VI 1515/%5 Damitsiezu = 116 (Wert = 11517) Ho
2. Ch Ve 331), denselben = 116 (Wert = 1331/,) —171/,

3. CV 158 Kostenpreisen = 116 (Wert = 111%/,,) +4%/or
4. Cm VE 308/,, verkauften = 116 (Wert = 1036%/,9) -+1218/.9

Total 400 64 (mit Überschlagung einer Bruchzahl)

Dies macht 16 p.c. Exakter, etwas mehr als 16"/, p.c.! Die Rechnung
stimmt nicht ganz, weil wir eine Bruchzahl für den Durchschnittsprofit be-
seitigt, nicht in Rechnung gebracht haben, wodurch die negative Differenz
bei Il etwas zu groß und [die positive] bei I, III, [IV etwas zu klein erscheint.
Man sieht aber, daß sonst die positiven und negativen Differenzen sich auf-
lösen würden. Man sieht aber, daß einerseits der Verkauf von Il unter seinen
Wert und von III und namentlich IV über seinen Wert bedeutend zuneh-
men würde. Allerdings wäre der Zuschlag oder Abschlag nicht so groß für
das einzelne Produkt, wie es hiernach schiene, da in allen 4 Kategorien mehr
Arbeit angewandt und daher mehr konstantes Kapital (Rohmaterial und

1 In der Handschrift: Exakter 16 I, 121/, sh., mit Überschlagung einiger Bruchteile noch
nicht = 2d,

Maschinerie) in Produkt verwandelt ist, der Auf- und Abschlag sich also
über eine größre Masse Waren verteilen würde. Indes bliebe er immer noch
bedeutend.

Und so zeigte sich, daß das Sinken des Arbeitslohns Steigen der Kosten-
preise für 1, III, IV, sehr bedeutend für IV, verursacht hätte. Es ist das-
selbe Gesetz, was Ricardo entwickelt hat bei der Differenz zwischen zirku-
lierendem! und fixem Kapital, aber keineswegs bewiesen hat oder beweisen
könnte, daß das vereinbar mit dem Gesetz des Wertes und daß der Wert
der Produkte für das Gesamtkapital derselbe bleibt. !®'

1647| Vielkomplizierterwirddie Rechnungunddie Ausgleichung, nähmen
wir noch Rücksicht auf die aus dem Zirkulationsprozeß entspringenden
Unterschiede der organischen Komposition des Kapitals. Denn bei unsrer
Rechnung nahmen wir an, daß das ganze vorgeschoßne konstante Kapital in
das Produkt eingeht, also nur den dechet? des fixen Kapitals enthält,
während des Jahres z.B. (da wir den Profit für das Jahr berechnen müssen).
Die Werte der Produktenmassen würden sich sonst sehr verschieden stellen,
während sie hier nur mit dem variablen Kapital changieren. Zweitens
größre Differenzen in der Masse des erzeugten Mehrwerts im Verhältnis zum
vorgeschoßnen Kapital bei gleicher Rate des Mehrwerts, aber verschiedner
Umlaufszeit. Von der Differenz des variablen Kapitals abgesehn, würden
sich die Massen der Mehrwerte verhalten wie die Massen der verschiednen
Werte, die von denselben Kapitalien erzeugt sind. Die Profitrate käme noch
viel tiefer zu stehn, da wo ein relativ großer Teil des konstanten Kapitals
aus fixem Kapital besteht, und viel höher, wo ein relativ großer Teil des
Kapitals aus zirkulierendem Kapital besteht, am höchsten da, wo das
variable Kapital relativ groß gegen das konstante Kapital, in dem zugleich
der fixe Bestandteil relativ klein. Wäre das Verhältnis von zirkulierendem®
und fixem Kapital im konstanten Kapital gleich in den verschiednen Kapi-
talien, so würde bloß der Unterschied von variablem Kapital und konstan-
tem entscheiden. Wäre das Verhältnis von variablem Kapital zu konstantem
gleich, so [entscheidet] nur der Unterschied von fixem und zirkulierendem
Kapital, nur die Differenz innerhalb des konstanten Kapitals selbst.

Die Profitrate des farmers würde, wie wir gesehn haben, unter allen
Umständen steigen, wenn infolge der Verwohlfeilerung des Korns die all-
gemeine Profitrate des not agricultural capital wüchse. Ob seine Profitrate
direkt stiege*, ist die Frage, und scheint von der Natur der improvements

1 In der Handschrift: konstantem - 2 Verschleiß -® in der Handschrift: konstantem -
®in der Handschrift; fiele

abzuhängen. Wären die improvements der Art, daß das in Arbeitslohn aus-
gelegte Kapital bedeutend fiele gegen das in Maschinerie etc. ausgelegte,
so brauchte seine Profitrate nicht direkt zu steigen. Wäre sie der Art, daß er
1/, Arbeiter weniger brauchte, so hätte er ursprünglich 40 I. in Arbeitslohn
auszulegen, jetzt nur 30. Also sein Kapital C#° V?0 oder auf 100: C9®/, V33Y/,,
Und da die Arbeit, die mit 40 bezahlt wird, = 20, so die mit 30 bezahlt
wird = 15. Und die mit 33?/, bezahlt wird, 16°/3. So näherte sich die orga-
nische Komposition der des not agricultural capital. Und würde im obigen
Fall bei gleichzeitigem */, im Fall des Arbeitslohns sogar unter sie fallen.!?0!
In diesem Fall wäre die Rente beseitigt (die absolute Rente).

Ricardo fährt fort nach der obigen Stelle über Buchanan:

„Ich hoffe jedoch, genügend erläutert zu haben, daß, solange ein Land nicht in allen
seinen Teilen bebaut ist, und das im höchstmöglichen Grade, es immer einen Teil des
auf dem Boden angelegten Kapitals gibt, der keine Rente abwirft, und“ (!) „daß es dieser
Teil des Kapitals ist, der den Getreidepreis bestimmt, und dessen Resultat wie in der
Industrie zwischen Profit und Lohn aufgeteilt wird. Da der Preis des Getreides also, der
keine Rente abwirft, durch seine Produktionskosten bestimmt wird, können diese
Kosten nicht von der Rente getragen werden. Die Folge des Ansteigens dieser Kosten
ist daher ein höherer Preis und nicht eine niedrigere Rente.“ (l.c. p.293.)

Da die absolute Rente gleich dem Überschuß des Wertes des agricultura]
Produkts über seinen Produktionspreis, so klar, daß alles, was die Gesamt-
quantität der zur production of corn etc. erheischten Arbeit vermindert, die
Rente vermindert, weil es den Wert, also den Überschuß des Wertes über
den Produktionspreis vermindert. Soweit der Produktionspreis aus be-
zahlten expenses besteht, ist sein Fall identisch und geht Hand in Hand mit
dem Wertfall. Soweit aber der Produktionspreis (oder die expenses) = the
capital advanced + dem average profit!, verhält sich die Sache grade um-
gekehrt. Der Marktwert des Produkts fällt, aber der Teil davon, der = dem
Produktionspreis, steigt, wenn die allgemeine Profitrate steigt infolge des
Fallens des Marktwerts des Korns. Die Rente fällt also, weil die expenses in
diesem Sinn - und so nimmt Ricfardo] sie sonst, wenn er of cost of pro-
duction? spricht - steigen. Verbesserungen in der Agrikultur, welche ein
Wachsen des capital constant gegen das capital variable verursachen, wür-
den die Rente bedeutend fallen machen, selbst wenn die Totalquantität der
angewandten Arbeit nur schwach fiele oder so schwach fiele, daß sie gar
keinen Einfluß auf den Arbeitslohn hätte (direkt auf den Mehrwert). Ver-

wandelt sich infolge dieser Verbesserungen das Kapital von C® V* in

1 dem vorgeschossenen Kapital+ dem Durchschnittsprofit - ? von den Produktionskosten

22 /, V33%/, (z.B. infolge steigenden Arbeitslohns, verursacht durch Emi-
gration, Krieg, Entdeckung neuer Märkte, Konkurrenz auswärtigen Korns,
prosperity in the not agricultural industry, so könnte der Pächter sich veran-
laßt sehn, Mittel zu suchen, mehr capital constant und weniger capital
variable anzuwenden; dieselben Umstände könnten nach der Verbesserung
fortfahren zu wirken und daher der Arbeitslohn nicht fallen trotz der Ver-
besserung), | so sänke der Wert des agricultural product von 120 auf
116°/,. Also um 31/3. Die Profitrate bliebe nach wie vor = 10 p.c. Die Rente
fiele von 10 auf 6°/,, und zwar hätte dieser Fall stattgefunden ohne irgend-
einen Fall im Arbeitslohn.

Die absolute Rente kann steigen dadurch, daß infolge neuer Fortschritte
in der Industrie die allgemeine Profitrate sinkt. Die Profitrate kann sinken
dadurch, daß die Rente steigt, weil der Wert des agricultural produce und
damit die Differenz zwischen seinem Wert und seinem Kostenpreis wächst.
(Zugleich die Profitrate fällt, weil der Arbeitslohn steigt.)

Die absolute Rente kann fallen, weil der Wert des agricultural produce
fällt und die allgemeine Profitrate steigt. Sie kann fallen, weil der Wert des
agricultural produce fällt, infolge einer Umwälzung in der organischen
composition of capital, ohne daß die Profitrate steigt. Sie kann ganz weg-
fallen, sobald der Wert des agricultural produce = dem Kostenpreis wird,
also das agricultural capital dieselbe Komposition hat wie das not agricul-
tural average capital".

Der Satz Ric[ardos] wäre nur richtig so ausgedrückt: Wenn der Wert des
agricultural produce = seinem Kostenpreis ist, so existiert keine absolute
Rente. Aber er ist falsch bei ihm, weil er sagt: Es existiert keine absolute
rent, weil Wert und Kostenpreis überhaupt identisch sind, wie in der
Industrie, so in der Agrikultur*. Die Agrikultur gehörte vielmehr einer
industriellen Ausnahmsklasse an, wenn in ihr Wert und Kostenpreis
identisch wären.

Ric[ardo], wenn er zugibt, daß selbst kein land existierte, das keine Rente
zahlt, glaubt viel damit zu tun, wenn er sich darauf stützt, daß wenigstens
Kapitaldosen, employed to land? existieren, die keine Rente zahlen. Das eine

* 1663| (Daß Ricardo mit Bewußtsein value und cost of production identifiziert
[zeigt folgender Passus]: „Malthus scheint zu glauben, daß es ein Teil meiner Ansicht
sei, daß Kosten und Wert einer Sache das gleiche seien. Das ist so, wenn er unter Kosten

‚Produktionskosten', einschließlich Profit, versteht.“ (l.c. p. 46.) |663]|

1 nichtlandwirtschaftliche Durchschnittskapital - ® angewandt auf Land

fact ist so gleichgültig für die T'heorie wie das andre. Die wirkliche Frage
ist: Regulieren die Produkte dieser Ländereien oder dieser Kapitalien den
Marktwert? Oder müssen sie ihre Produkte vielmehr nicht unter ihrem
Werte verkaufen, weil ihre additional supply! nur zu, nicht über diesem
ohne sie regulierten Marktwert verkaufbar sind? Bei Kapitaldosen die
Sache einfach, weil hier für die additional. doses für den farmer landed pro-
berty® nicht existiert und er als Kapitalist bloß auf den Kostenpreis zu sehn
hat, sogar, wenn er das additional capital besitzt, es selbst unter dem average
profit immer noch vorteilhafter auf seiner farm anlegt, als wenn er es aus-
leiht, also bloß Zins und keinen Profit bezieht. Was die Ländereien betrifft,
so bilden diese soils®, die keine Rente zahlen, Bestandteile von Güter-
komplexen, die Rente zahlen, und von denen sie nicht trennbar, mit denen
sie verpachtet werden, obgleich sie für sich isoliert an keinen capitalist-
farmer (wohl aber an cottier* und auch small capitalist°) verpachtet werden
können. Für diese Fetzen existiert wieder kein „landed property“ dem
farmer gegenüber. Oder der proprietor® muß sie selbst bebauen. Ein farmer
kann keine rent für sie zahlen, und für nichts verpachtet sie der landlord
nicht, es müßte dann ausnahmsweise sein, daß er in dieser Art sein Land
ohne Kosten urbar machen will.

Anders verhielt es sich, wenn in einem Lande die composition des agri-
cultural capital gleich der average composition des not agricultural capital
wäre, was hohe Entwicklung der Agrikultur oder niedrige Entwicklung der
Industrie voraussetzt. In diesem Falle der Wert des agricultural produce
= seinem Kostenpreis. Nur Differentialrente könnte dann gezahlt werden.
Die Ländereien, die keine Differentialrente liefern und nur agricultural rent
abwerfen könnten, können dann keine Rente zahlen. Denn wenn der Päch-
ter sie zu ihrem Wert verkauft, decken sie nur seinen Kostenpreis. Er zahlt
also keine Rente. Der proprietor muß sie dann selbst bebauen oder unter
dem Namen fermage? einen Teil des Profits oder selbst des Arbeitslohns
seines Pachtmanns einkassieren. Daß dieser Fall in einem Lande existierte,
verhinderte nicht das Gegenteil in einem andren Land. Wo die Industrie
aber niedrig entwickelt ist - also die kapitalistische Produktion -, existieren
keine farmer capitalists, die die kapitalistische Produktion, auf dem Land
voraussetzen. Es kommen hier dann ganz andre Verhältnisse in Betracht,
als die ökonomische Organisation ist, unter der das Grundeigentum nur als
Grundrente ökonomisch existiert. g

1 zusätzliche Zufuhr - ? Grundeigentum - * Böden -* Häusler - 5 klöine Kapitalisten -
$ Eigentümer- ? Pachtzins

Ricardo] sagt in demselben ch.XVII:

„Rohprodukte haben keinen Monopolpreis, da der Marktpreis von Gerste und
Weizen in gleichem Maße wie der Marktpreis von Tuch und Leinen durch die Produk-
tionskosten bestimmt wird. Der einzige Unterschied besteht darin, daß ein Teil des in
der Landwirtschaft angelegten Kapitals den Getreidepreis bestimmt, jener Teil näm-
lich, der keine Rente abwirft, wohingegen bei der Produktion von Manufakturwaren
jeder Teil des Kapitals mit gleichem Resultat verwendet wird; da kein Teil Rente abwirft,
ist jeder Teil in gleichem Maße bestimmend für den Preis.“ (l.c. p.290, 291.)

Diese Behauptung, that every portion of capital is employed with the
same results! und daß keiner rent bezahlt (die aber hier Surplusprofit
heißt) ist nicht nur falsch, sondern von Ricl[ardo] |]650] 7? selbst widerlegt,
wie wir früher sahen?

Wir kommen jetzt zur Darstellung von Rlicardo]s Mehrwerttheorie.

[B. Ricardo über Mehrwert]

### 1. Quantum Arbeit und Wert der Arbeit

Ricardo eröffnet gleich ch. I „On Value“ mit Sect. I, mit der Überschrift:

„Der Wert einer Ware oder die Quantität einer anderen Ware, gegen die sie aus-
getauscht wird, hängt ab von der verhältnismäßigen Menge an Arbeit, die zu ihrer Pro-
duktion notwendig ist, nicht aber von dem höheren oder geringeren Entgelt, das für
diese Arbeit gezahlt wird.“

In der Manier, die durch seine ganze Untersuchung durchgeht, er-
öffnet Rlicardo] hier sein Buch damit, daß die Bestimmung des Werts der
Waren durch Arbeitszeit dem Salair oder der verschiednen Kompensation
für diese Arbeitszeit oder dies Arbeitsgquantum nicht widerspricht. Er
wendet sich von vornherein gegen A.Smiths Verwechslung zwischen der
Bestimmung des Werts der Waren durch die proportional quantity of labour
required for their production and the value of labour? (oder der compen-
sation of labour‘).

Es ist klar, daß die proportionelle Quantität Arbeit, die in zwei Waren
A und B enthalten ist, absolut nicht davon berührt wird, ob die Arbeiter,

1 daß jeder Teil des Kapitals mit gleichem Resultat verwendet wird - ? siehe vorl. Band,
S.201, 311 und 379 - ? proportionelle Quantität der Arbeit, die zu ihrer Produktion erheischt
ist, und dem Wert der Arbeit - * Vergütung der Arbeit

die A und B produzieren, viel oder wenig vom Produkt ihrer Arbeit er-
halten. Der Wert von A und B ist bestimmt durch das Quantum Arbeit, das
ihre Produktion kostet, aber nicht durch die Kosten der Arbeit für die
owners! von A und B. Quantum Arbeit und Wert von Arbeit sind zwei ver-
schiedne Dinge. Das Quantum Arbeit, das in A und B resp. enthalten ist,
hat nichts damit zu tun, wieviel von den Besitzern von A und B bezahlte
oder auch selbst verrichtete Arbeit in A und B enthalten ist. A und B tauschen
sich aus nicht im Verhältnis der in ihnen enthaltnen bezahlten Arbeit,
sondern im Verhältnis der in ihnen enthaltnen Gesamtquantität von Arbeit,
bezahlter und unbezahlter.

„A.Smith, der die ursprüngliche Quelle des Tauschwertes so genau bestimmte, und
der demgemäß verpflichtet war zu behaupten, daß alle Dinge je nach der für sie ver-
wendeten größeren oder geringeren Menge Arbeit mehr oder weniger wertvoll sind,
hat selbst noch einen anderen Maßstab für den Wert aufgestellt und spricht davon, daß
Dinge mehr oder weniger wertvoll sind, je nachdem, ob sie sich gegen mehr oder weniger
dieses Normalmaßes austauschen ..... so, als ob dies zwei gleichwertige Begriffe wären und
als ob deswegen, weil jemandes Arbeit doppelt ergiebig geworden ist und er daher die
zweifache Quantität einer Ware erzeugen kann, er notwendigerweise das Doppelte der
früheren Menge dafür einzutauschen imstande ist“ (nämlich seine Arbeit). „Wenn dies
tatsächlich richtig wäre, wenn das Entgelt des Arbeiters immer dem entspräche, was er
produziert, würden die auf eine Ware verwendete Menge. Arbeit und die Quantität Arbeit,
die mit dieser Ware gekauft werden kann, gleich sein, und jede könnte die Veränderungen
anderer Dinge zuverlässig messen. Jedoch sie sind nicht gleich.“ (p.5.)

A.Smith behauptet nirgends, that „these were two equivalent expres-
sions“?, Er sagt umgekehrt: Weil in der kapitalistischen Produktion der
Lohn des Arbeiters nicht mehr gleich seinem Produkt ist, also das Quantum
Arbeit, das eine Ware kostet, und das Quantum Ware, das der Arbeiter mit
dieser Arbeit kaufen kann, zwei verschiedne Dinge sind, eben aus diesem
Grund hört die relative Quantität Arbeit, die in Waren enthalten ist, auf,
ihren Wert zu bestimmen, wird dieser vielmehr bestimmt durch die value
of labour”, durch das Quantum Arbeit, das ich mit einer bestimmten Masse
Waren kaufen, kommandieren kann. Darum wird die value of labour das
Maß der Werte, statt die relative quantity of labour*. Ric[ardo] antwortet
A.Smith richtig, daß die relative Quantität Arbeit, die in zwei Waren ent-
halten ist, durchaus nicht davon affiziert wird, wieviel von diesen Quantis
Arbeit den Arbeitern selbst zukömmt, wie diese Arbeit kompensiert wird;
daß also, wenn die relative quantity of labour das Maß der Warenwerte war

1 Eigentümer —? daß „dies zwei gleichwertige Begriffe wären“ -° den Wert der Arbeit -
% Quantität Arbeit

vor dem Hereinkommen des Arbeitslohns (eines vom Wert des Produkts
selbst verschiednen Lohns), durchaus kein Grund vorhanden ist, warum sie
es nicht nach dem Hereinkommen des Arbeitslohns bleiben soll. Er ant-
wortet richtig, daß A.Smith beide Ausdrücke gebrauchen kann, solange sie
äquivalent waren, daß dies aber kein Grund ist, den falschen Ausdruck statt
des richtigen zu brauchen, sobald sie aufgehört haben, äquivalent zu sein.

Aber Ric[ardo] hat damit keineswegs das Problem gelöst, das der innere
Grund von A. Smiths Widerspruch ist. Value of labour und quantity of
labour bleiben „equivalent expressions“, soweit es sich um vergegenständ-
lichte Arbeit handelt. | Sie hören auf, es zu sein, sobald vergegenständ-
lichte Arbeit und lebendige Arbeit ausgetauscht werden.

Zwei Waren tauschen sich aus im Verhältnis der in ihnen vergegenständ-
lichten Arbeit. Gleiche Quanta vergegenständlichter Arbeit tauschen sich
gegeneinander aus. Die Arbeitszeit ist ihre standard measurel, aber sie sind
eben deswegen „more or less valuable, in proportion as they will exchange
for more or less of this standard measure“ ?. Ist ein Arbeitstag in der Ware A
enthalten, so tauscht sie sich aus gegen jedes beliebige Quantum Ware,
worin ebenfalls ein Arbeitstag enthalten, und sie ist „more or less valuable“
im Verhältnis, wie sie sich gegen mehr oder minder viel vergegenständlichte
Arbeit in andern Waren austauscht, denn dies Austauschverhältnis drückt
aus, ist identisch mit dem relativen Quantum Arbeit, das in ihr selbst ent-
halten ist.

Nun aber ist die Lohnarbeit Ware. Sie ist sogar die Basis, worauf die
Produktion der Produkte als Waren stattfindet. Für sie findet nicht das
Gesetz der Werte statt. Also beherrscht es überhaupt nicht die kapitalistische
Produktion. Hier ist ein Widerspruch. Dies das eine Problem für A.Smith.
Das zweite, was wir später bei Malthus weiter ausgeführt finden, die Ver-
wertung einer Ware (als Kapital) steht nicht im Verhältnis, worin sie Arbeit
enthält, sondern worin sie fremde Arbeit kommandiiert, Herrschaft über
mehr fremde Arbeit gibt, als in ihr selbst enthalten ist. Dies in fact? ein
zweites geheimes Motiv, zu behaupten: Mit dem Eintritt der kapita-
listischen Produktion werde der Wert der Waren bestimmt, nicht durch die
Arbeit, die sie enthalten, sondern durch die lebendige Arbeit, die sie kom-
mandieren, also durch den Wert der Arbeit.

Ric[ardo] antwortet einfach, daß dem nun einmal so in der kapitalisti-
schen Produktion ist. Er löst nicht nur nicht das Problem. Er fühlt es nicht

I ihr Maßstab - ? „mehr oder weniger wertvoll, je nachdem, ob sie sich gegen mehr
oder weniger dieses Normalmaßes austauschen“ - ? tatsächlich

einmal bei A.Smith heraus. Der ganzen Anlage seiner Forschung ent-
sprechend genügt es ihm, nachzuweisen, daß der wechselnde Wert der
Arbeit - kurz der Arbeitslohn - die Wertbestimmung der von der Arbeit
selbst verschiednen Waren durch das relativ in ihnen enthaltne Arbeits-
quantum nicht aufhebt. „They are not equal“‘, nämlich „the quantity of
labour bestowed on a commodity, and the quantity of labour which that
commodity would purchase“. Mit der Konstatierung dieser Tatsache
begnügt er sich. Aber wodurch unterscheidet sich die Ware Arbeit von
andren Waren? Die eine ist lebendige Arbeit, die andre vergegenständlichte
Arbeit. Also nur zwei verschiedne Formen Arbeit. Warum gilt für die eine
ein Gesetz, das nicht für die andre, da der Unterschied nur formell?
Ric[ardo} antwortet nicht, wirft nicht einmal die Frage auf.
Es hilft nichts, wenn er sagt:

„Ist der Wert der Arbeit nicht ... schwankend, da er nicht nur, wie alle anderen
Dinge“ (soll heißen Waren), „durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage be-
einflußt wird, das sich mit jeder Veränderung der Struktur der Gesellschaft unweiger-
lich ändert, sondern auch durch den wechselnden Preis der Nahrungsmittel und anderer
lebensnotwendiger Dinge, für welche die Arbeitslöhne verausgabt werden?“ (p.7.)

Daß der price of labour? gleich dem andrer Waren mit demand und
supply* changiert, beweist nach Ric[ardo] selbst nichts, wo es sich um die
value of labour handelt, so wenig wie dieser Preiswechsel mit supply und
demand für die value of other commodities®. Daß aber die „wages of
labour“®, was nun ein andrer Ausdruck für value of labour, affiziert ist
durch „the varying price of food and other necessaries, on which the wages
of labour are expended“ ?, beweist ebensowenig, warum die value of labour
anders bestimmt ist (oder scheint) als die value andrer commodities. Denn
auch diese werden affiziert durch den varying price of other commodities
which enter into their production, against which they are exchanged®. Und
die expenditure of the wages of labour upon food and necessaries? heißt doch
nichts als der exchange der value of labour against food and necessaries!. Die
Frage ist eben, warum exchangieren labour und die Waren, wogegen sie sich

1 „Sie sind nicht gleich“ - „die auf eine Ware verwendete Menge Arbeit und die Quan-
tität Arbeit, die mit dieser Ware gekauft werden kann“ - ® Preis der Arbeit - * Nachfrage
und Zufuhr - 5 Wert anderer Waren -® „Arbeitslöhne“ -? „den wechselnden Preis der Nah-
rungsmittel und anderer lebensnotwendiger Dinge, für welche die Arbeitslöhne verausgabt
werden“ —® Wechsel im Preis anderer Waren, die in ihre Produktion eingehen, gegen die sie
ausgetauscht werden - ° Verausgabung der Arbeitslöhne für Nahrungsmittel und andere
lebensnotwendige Dinge - 1° Austausch des Wertes der Arbeit gegen Nahrungsmittel und
andere lebensnotwendige Dinge

austauscht, nicht nach dem Gesetz der Werte, nach den relativen Arbeits-
quantitäten?

Die Frage, so gestellt, an sich unlösbar - das Gesetz der Werte voraus-
gesetzt, und deswegen unlösbar, weil labour als solche der Ware, ein be-
stimmtes Quantum unmittelbarer Arbeit als solches einem bestimmten
Quantum vergegenständlichter Arbeit gegenübergestellt wird.

Diese Schwäche der Rlicardolschen Entwicklung hat, wie wir später
sehn werden, zur Auflösung der Rlicardo]schen Schule beigetragen und zu

abgeschmackten Hypothesen.
652] Wakefield sagt mit Recht:

„Wenn man Arbeit als eine Ware und Kapital, das Produkt von Arbeit, als eine
andere behandelt, dann würde sich, wenn die Werte jener beiden Waren durch gleiche
Arbeitsmengen bestimmt würden, eine gegebene Menge Arbeit unter allen Umständen
gegen eine solche Menge Kapital austauschen, die durch die gleiche Arbeitsmenge er-
zeugt worden wäre; vergangene Arbeit würde immer gegen die gleiche Menge eingetauscht
wie gegenwärtige. Aber der Wert der Arbeit im Verhältnis zu anderen Waren wird, wenig-
stens soweit der Lohn einen Anteil am Produkt ausmacht, nicht durch gleiche Arbeits-
mengen bestimmt, sondern durch das Verhältnis zwischen Zufuhr und Nachfrage.“
(E.G.Wakefield, Note zu p.230 zu t.| seiner Ausgabe von A.Smiths „Wealth of
Nations“, London 1836.)

Es ist dies auch eins der Steckenpferde von Bailey; später nachzusehn. .
Auch Say, der sich sehr darüber freut, daß hier auf einmal supply and de-
mand entscheiden sollen.

Zu 1. Noch zu bemerken: Ch.1. sect. 3 trägt folgende Überschrift:

„Nicht nur die auf Waren unmittelbar angewandte Arbeit beeinflußt den Warenwert,
sondern auch die Arbeit, die auf Geräte, Werkzeuge und Gebäude verwendet worden ist,
welche die unmittelbar verausgabte Arbeit unterstützen." [David Ricardo, „On the
principles...“, London 1821, p.16.]

Also der Wert einer Ware ist gleichmäßig bestimmt durch das Quantum
vergegenständlichter (vergangner) Arbeit, das zu ihrer Produktion erheischt
ist, wie durch das Quantum lebendiger (gegenwärtiger) Arbeit, das zu ihrer
Produktion erheischt ist. In andren Worten: Quanta Arbeit sind durchaus
nicht durch den formellen Unterschied affiziert, ob die Arbeit vergegen-
ständlicht oder lebendig, vergangen oder gegenwärtig (unmittelbar) ist.
Wenn dieser Unterschied bei der Wertbestimmung der Waren gleichgültig,
warum wird er von so entscheidender Wichtigkeit, wenn vergangne Arbeit

(Kapital) mit lebendiger Arbeit ausgetauscht wird? Warum soll er hier
das Gesetz des Werts aufheben, da der Unterschied als solcher, wie sich bei
der Ware zeigt, gleichgültig für die Wertbestimmung ist? Rficardo] beant-
wortet diese Frage nicht, wirft sie selbst nicht auf.

### 2. Wert des Arbeitsvermögens. Value of labour

Um den Mehrwert zu bestimmen, muß Rlicardo], wie die Physiokraten,
A.Smith etc. zunächst den Wert des Arbeitsvermögens bestimmen oder, wie
er nach A.Smith und seinen Vorgängern sagt, the value of labour.

Wie wird nun der Wert oder natural price der Arbeit bestimmt? Nach
Ric[ardo] nämlich ist der natural price nichts als die monetary expression of
value.

„Wie alle anderen Dinge, die gekauft und verkauft werden und deren Menge sich
vergrößern und verringern kann“ (d.h. gleich allen anderen Waren), „hat auch die
Arbeit ihren natürlichen und ihren Marktpreis. Der natürliche Preis der Arbeit ist jener,
der notwendig ist, um den Arbeitern, einen wie den anderen, zu ermöglichen, sich zu
erhalten und die Existenz ihres Standes ohne Vermehrung oder Verminderung weiter-
zuführen.“ (Sollte heißen, with that rate of increase, required by the average progress
of production?.) „Die Fähigkeit des Arbeiters, sich und seine Familie, die zur Aufrecht-
erhaltung der Arbeiterzahl notwendig ist, zu erhalten... hängt ab vom Preise der für
den Unterhalt des Arbeiters und seiner Familie erforderlichen Nahrungsmittel, lebenswich-
tigen Güter und Ännehmlichkeiten. Der natürliche Preis der Arbeit wird bei einer Er-
höhung des Preises der Nahrungsmittel und der lebenswichtigen Güter steigen, bei
einem Fall dieser Preise sinken.“ (p.86.)

„Man möge das nicht so auffassen, als ob der natürliche Preis der Arbeit, auch wenn
er in Nahrungsmitteln und lebensnotwendigen Gebrauchsgütern ausgedrückt wird, un-
bedingt feststehend und unveränderlich ist. Er schwankt zu verschiedenen Zeiten im
gleichen Land und ist sehr unterschiedlich in verschiedenen Ländern. Er hängt ent-
scheidend von den Sitten und Gebräuchen des Volkes ab.“ (p.91.)

Also die value of labour ist bestimmt durch die in einer gegebnen Gesell-
schaft traditionell notwendigen Lebensmittel für die Erhaltung und Fort-
pflanzung der Arbeiter.

Aber warum? Nach welchem Gesetz ist die value of labour so bestimmt?

Ric[ardo] hat in der Tat keine Antwort, als daß das Gesetz of supply and
demand den Durchschnittspreis der Arbeit auf die zu seinem Unterhalt not-
wendigen (in einer bestimmten Gesellschaft als physisch oder sozial not-

1 der Geldausdruck des Werts - ? mit jener Rate der Zunahme, die der durchschnittliche
Fortschritt der Produktion erfordert

wendigen) Lebensmittel ||653] reduziert. Er bestimmt hier den Wert, in
einer Grundlage des ganzen Systems, durch Nachfrage und Zufuhr, wie Say
schadenfroh bemerkt. (Sieh die Übersetzung von Constancio.)

Er hätte, statt von der Arbeit, von Arbeitsvermögen sprechen müssen.
Damit hätte sich aber auch das Kapital dargestellt als die dem Arbeiter als
verselbständigte Macht gegenübertretenden sachlichen Arbeitsbedingungen.
Und das Kapital hätte sich sofort als bestimmtes gesellschaftliches Verhältnis
dargestellt. So unterscheidet es sich für Ricardo nur als „accumulated
labour“ von „immediate labour“!. Und ist etwas bloß Sachliches, bloß
Element im Arbeitsprozeß, woraus das Verhältnis von Arbeiter und Kapital,
wages and profits, niimmermehr entwickelt werden kann.

„Kapital ist der zur Produktion verwendete Teil des Reichtums eines Landes, der
aus Nahrungsmitteln, Kleidung, Werkzeugen, Rohstoffen, Maschinerie usw. besteht,
Dingen, die nötig sind, damit die Arbeit Resultate erzielt.“ (p.89.) „Weniger Kapital,
was das gleiche ist wie weniger Arbeit.“ (p.73.) „Arbeit und Kapital, das ist angehäufte
Arbeit.“ (l.c. p.499.)

Der Sprung, den Ricardo hier macht, richtig herausgefühlt von Bailey:

„Ricardo, geistreich genug, vermeidet eine Schwierigkeit, die auf den ersten Blick
seiner Theorie entgegenzustehen scheint, daß der Wert von der in der Produktion ver-
wandten Arbeitsmenge abhängig ist. Hält man an diesem Prinzip streng fest, so folgt
daraus, daß der Wert der Arbeit abhängt von der zu ihrer Produktion aufgewandten
Arbeitsmenge - was offenbarer Unsinn ist. Durch eine geschickte Wendung macht des-
halb Ricardo den Wert der Arbeit abhängig von der Menge der Arbeit, die zur Produk-
tion des Lohnes erforderlich ist; oder, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, er
behauptet, daß der Wert der Arbeit nach der Arbeitsmenge zu schätzen sei, die zur
Produktion des Lohnes benötigt wird, worunter er die Arbeitsmenge versteht, die zur
Produktion des Geldes oder der Ware notwendig ist, die dem Arbeiter gegeben wer-
den. Geradesogut könnte man sagen, daß der Wert von Tuch nicht nach der zu seiner
Produktion verwandten Arbeitsmenge geschätzt werde, sondern nach der Arbeitsmenge,
die zur Produktion des Silbers verwandt wurde, gegen welches das Tuch eingetauscht
wird.“ (p.50, 51. „A Critical Dissertation on the Nature, Measures, and Causes of Value
etc.“, Lond. 1825.)

Dieser Einwurf ist wörtlich richtig. Ricardo unterscheidet zwischen
nominal und real wages. Nominal wages ist der Arbeitslohn in Geld aus-
gedrückt, money wages.

Nominal wages is „die Zahl der Pfunde, die dem Arbeiter jährlich bezahlt werden“,

aber real wages is „die Anzahl der Tagewerke, die zur Erlangung dieser Pfunde not-
wendig sind.“ (Ric[ardo] l.c. p. 152.)

4 „unmittelbarer Arbeit“


Da die wages = den necessaries! des labourer, und der Wert dieser
wages (der real wages) = dem Wert dieser necessaries, so ist offenbar auch
der Wert dieser necessaries = den real wages, = der Arbeit, die sie
kommandieren können. Wechselt der Wert der necessaries, so wechselt der
Wert der real wages. Nimm an, die necessaries des Arbeiters beständen
bloß in Korn, und sein notwendiges Quantum Lebensmittel sei | qr. Korn
pro Monat. So ist der Wert seines Arbeitslohns = dem Wert von I aqr.
Korn; steigt oder fällt der Wert des qr. Korn, so steigt oder fällt der Wert
der Monatsarbeit. Aber wie der Wert des qr. Korn steige oder falle (wieviel
oder wenig Arbeit in dem qr. Korn enthalten sei), er ist immer gleich dem
Wert eines Monats Arbeit.

Und hier haben wir den verborgnen Grund, warum A.Smith sagt, daß,
sobald das Kapital dazwischenkommt und folglich die Lohnarbeit, nicht
die quantity of labour bestowed upon the produce, but the quantity oflabour
it can command», seinen Wert reguliert. Der durch Arbeitszeit bestimmte
Wert des Korns (and of other necessaries”) wechselt; aber, solange der
natural price of labour bezahlt wird, bleibt das Quantum Arbeit, das das
qr. Korn kommandiert, dasselbe. Es hat also einen permanenten relativen
Wert, verglichen mit Korn. Darum auch bei Smith value of labour und value
of corn (for food*. Sieh D.Hume) !"®?), standard measures of value, because a
certain quantity of corn so long as the natural price of labour is paid, com-
mands a certain quantity of labour, whatever be the quantity of labour
bestowed upon one qr. of corn?. Dasselbe Quantum Arbeit kommandiert
stets denselben Gebrauchswert oder rather derselbe Gebrauchswert kom-
mandiert stets dasselbe Quantum Arbeit.

Dadurch bestimmt selbst Rlicardo] die value of labour, its natural price”.
Sagt Ric[ardo]: Das qr. Korn hat sehr verschiednen Wert, obgleich es stets
dasselbe | Quantum Arbeit kommandiert oder davon kommandiert
wird. Ja, sagt A.Smith: Wie immer der durch Arbeitszeit bestimmte Wert
des qr. Korn wechsle, der Arbeiter muß stets dasselbe Quantum Arbeit
zahlen (Opfer bringen), um es zu kaufen. Also wechselt der Wert des
Korns, aber der Wert der Arbeit wechselt nicht, denn I Monat Arbeit
= | qr. Korn. Auch der Wert des Korns wechselt nur, sofern wir die

1 zum Leben notwendigen Dingen - * Menge der auf ein Produkt verwandten Arbeit,
sondern die Menge Arbeit, die es kommandieren kann - ® und anderer zum Leben not-
wendiger Dinge - * für Nahrung - ® der Wertmaßstab, da eine bestimmte Menge Korn,
solange der natürliche Preis der Arbeit bezahlt wird, eine bestimmte Menge Arbeit komman-
diert, welches immer die Arbeitsmenge sein mag, die auf ein Quarter Korn verwandt wird -
6 vielmehr - ? den Wert der Arbeit, ihren natürlichen Preis

Arbeit betrachten, die zu seiner Produktion erheischt ist. Beobachten wir
dagegen das Quantum Arbeit, wogegen es sich austauscht, das es in Be-
wegung setzt, so wechselt sein Wert nicht. Und darum ist eben die quantity
of labour, against which a qr. of corn is exchanged, the standard measure of
value!. Die Werte der andren Waren aber verhalten sich zur labour, wie [sie]
sich zum Korn verhalten. Ein gegebnes Quantum Korn kommandiert a
given quantity of labour. A given quantity of every other commodity com-
mands a certain quantity of corn. Hence every other commodity - or rather
the value of every other commodity is expressed by the quantity of labour
it commands, since it is expressed by the quantity of corn it commands, and
the latter is expressed by the quantity of labour it commands?.

Aber wie ist das Wertverhältnis der andren Waren zum Korn (necessa-
ries) bestimmt? Durch die quantity of labour they command?. Und wie ist
die quantity of labour they command bestimmt? Durch die quantity of
corn that labour commands*. Hier fällt Smith notwendig in den cercle vi-
cieux. (Obgleich er by the by’, wo er wirklich entwickelt, nie diese measure
of value® anwendet.) Außerdem verwechselt er hier, was Ric[ardo] auch
oft tut, die Arbeit, die, wie er und Ric[ardo] sagt, „the foundation of the value
of commodities“? ist, während „the comparative quantity of labour which is
necessary to their production“® ist, „the rule which determines the respec-
tive quantities of goods which shall be given in exchange for each other“?
(Ricfardo], l.c.p.80), - verwechselt dieses immanente Maß des Werts mit
dem äußren Maß, dem Gelde, was schon die Wertbestimmung voraus-
setzt.

A.Smith fehlt, indem er daraus, daß ein bestimmtes Quantum Arbeit
exchangeable"? für ein bestimmtes Quantum Gebrauchswerte, schließt, daß
dies bestimmte Quantum Arbeit Maß des Werts ist, stets denselben Wert hat,
während dasselbe Quantum Gebrauchswert sehr verschiednen Tauschwert
darstellen kann. Aber RicJardo] fehlt doppelt, indem er erstens nicht das

1 Arbeitsmenge, wogegen ein Quarter Korn ausgetauscht wird, der Wertmaßstab —? eine
gegebene Menge Arbeit. Eine gegebene Menge jeder anderen Ware kommandiert eine ge-
wisse Menge Korn. Daher wird jede andere Ware oder vielmehr der Wert jeder anderen
Ware durch die Arbeitsmenge ausgedrückt, die sie kommandiert, da sie ausgedrückt wird
durch die Menge Korn, die sie kommandiert, und die letztere wird ausgedrückt durch die
Arbeitsmenge, die sie kommandiert - ? Arbeitsmenge, die sie kommandieren - * Menge von
Korn, die die Arbeit kommandiert -° nebenbei bemerkt -® dieses Wertmaß -? „die Grund-
lage des Wertes der Waren“ - ® „die verhältnismäßige Quantität Arbeit, die zu ihrer Produk-
tion erforderlich“ -® „die Regel, nach der sich die entsprechenden Quantitäten von Waren
bemessen, die beim Tausch füreinander hingegeben werden“ - !° austauschbar

Problem versteht, was den Irrtum Smiths veranlaßt; zweitens selbst, ohne
allen Bezug auf das Gesetz der Warenwerte und mit Flüchtung zum law of
supply and demand, den Wert der Arbeit bestimmt, nicht durch die Ar-
beitsquantität bestowed upon the force of labour, but upon the wages allotted
to the labourer?, also in fact sagt: Der Wert der Arbeit ist bestimmt durch
den Wert des Geldes, das dafür bezahlt wird! Und wodurch ist dieser be-
stimmt? Wodurch die Masse Geld, die gezahlt wird? Durch das Quantum
Gebrauchswerte, das eine bestimmte Quantität Arbeit kommandiert oder
von ihm kommandiert wird, wodurch er wörtlich in die von ihm bei A.Smith
gerügte Inkonsequenz verfällt.

Zugleich, wie wir gesehn, hindert ihn dies, den spezifischen Unterschied
von Ware und Kapital, von Austausch zwischen Ware und Ware und Kapi-
tal und Ware - dem Gesetz des Warenaustausches entsprechend - zu be-
greifen. ’

Das obige Beispiel war: I qr. Korn = 1 Monat Arbeit, nimm an =
30 Arbeitstagen. (Der Arbeitstag zu 12 Stunden.) In diesem Fall der Wert
von I qr. Korn < 30 Arbeitstage. If I qr. Korn das Produkt von 30 Arbeits-
tagen, wäre der Wert der Arbeit = ihrem Produkt. Also kein Mehrwert und
daher kein Profit. Kein Kapital. Also ist in der Tat der Wert von I qr. Korn
stets < als 30 Arbeitstage, wenn der Lohn für 30 Arbeitstage. Der Mehrwert
hängt davon ab, wieviel er kleiner ist. Z.B. I qr. Korn = 25 Arbeitstagen.
Dann der Mehrwert = 5 Arbeitstagen, — !/, der Gesamtarbeitszeit. Wenn
l qr. (8 bushels) = 25 Arbeitstagen, so sind 30 Arbeitstage = I gr. 1?/,
bushels. Der Wert der 30 Arbeitstage (i.e. das Salair) also stets kleiner als
der Wert des Produkts, worin 30 Arbeitstage enthalten sind. Der Wert des
Korns also bestimmt nicht durch die ||655] Arbeit, die es kommandiert,
wogegen es sich austauscht, sondern durch die Arbeit, die in ihm enthalten
ist. Dagegen der Wert der 30 Tage Arbeit stets bestimmt durch I qr. Korn,
welches dieser immer sei.

### 3. Mehrwert

Abgesehn von der Verwechslung zwischen labour und Arbeitsvermögen
bestimmt Rlicardo] richtig die average wages* oder die value of labour. Sie
ist nämlich bestimmt, sagt er, weder durch das Geld, noch durch die Lebens-

1 Gesetz von Zufuhr und Nachfrage - * angewandt auf die Arbeitskraft, sondern an-
gewandt auf die den Arbeitern zugemessenen Löhne — ® Wenn - * Durchschnittslöhne

mittel, die der Arbeiter erhält, sondern durch die Arbeitszeit, die es kostet,
sie zu produzieren; durch die Quantität Arbeit, die in den Lebensmitteln des
Arbeiters vergegenständlicht ist. Dies nennt er die real wages. (Siehe später.)

Diese Bestimmung ergibt sich übrigens bei ihm notwendig. Da die value
of labour bestimmt ist durch die value der notwendigen Lebensmittel, worin
diese value is to be expended!, und die value of necessaries, like that of all
other commodities, is determined by the guantity of labour bestowed upon
them®, so folgt von selbst, that the value of labour = the value of necessa-
ries, = the quantity of labour bestowed upon these necessaries?.

So richtig diese Formel (abgesehn von der direkten Gegenüberstellung
von labour und capital) nun ist, ist sie doch nicht genügend. Der einzelne
Arbeiter zum Ersatz seiner wages reproduziert - also die Kontinuität dieses
Prozesses erwogen -; produziert zwar nicht direkt die Produkte, von denen
er lebt {er mag Produkte produzieren, die gar nicht in seine Konsumtion
eingehn, und selbst, wenn er necessaries produziert, produziert er vermöge
der Teilung der Arbeit nur a single part of necessaries, f.i. corn und gives
it only one form® (z.B. die of corn, not of bread?)}, aber er produziert Ware
vom Wert seiner Lebensmittel, oder er produziert den Wert seiner Lebens-
mittel. D.h. also, wenn wir seinen täglichen Durchschnittskonsum be-
trachten: Die Arbeitszeit, die in den täglichen necessaries enthalten ist,
bildet einen Teil seines Arbeitstags. Er arbeitet einen Teil des Tages, um
den Wert seiner necessaries zu reproduzieren; die während dieses Teils des
Arbeitstags produzierte Ware hat denselben Wert oder ist gleich große
Arbeitszeit, wie die in seinen täglichen necessaries enthaltne. Es hängt vom
Wert dieser necessaries ab (also von der gesellschaftlichen Produktivität der
Arbeit, nicht von der Produktivität des einzelnen Zweigs, in dem er arbeitet),
ein wie großer Teil seines Arbeitstags der Reproduktion oder Produktion des
Werts, i.e. des Äquivalents für seine Lebensmittel, gewidmet ist.

Ricardo] setzt natürlich voraus, daß die in den täglichen necessaries ent-
haltne Arbeitszeit = der täglichen Arbeitszeit, die der Arbeiter arbeiten
muß, um den Wert dieser necessaries zu reproduzieren. Aber er bringt da-
durch eine Schwierigkeit herein und verwischt das klare Verständnis des
Verhältnisses, indem er nicht unmittelbar einen Teil des Arbeitstags des
Arbeiters als der Reproduktion des Werts seines eignen Arbeitsvermögens

1 Wert auszugeben ist -? der Wert der lebenswichtigen Güter, gleich dem aller anderen
Waren, bestimmt ist durch die auf diese aufgewendete Quantität Arbeit -° daß der Wert
der Arbeit = dem Wert der lebenswichtigen Güter, = der auf diese lebenswichtigen Güter auf-
gewendeten Quantität Arbeit - * einen einzelnen Teil der lebenswichtigen Güter, z.B. Korn,
und gibt ihm nur eine Form - ° von Korn, nicht von Brot

bestimmt darstellt. Es entspringt daraus doppelte Wirrnis. Der Ursprung
des Mehrwerts wird nicht klar, und daher wird RicJardo] von seinen Nach-
folgern vorgeworfen, daß er die Natur des Mehrwerts nicht begriffen, nicht
entwickelt [habe]. Daher zum Teil die scholastischen Versuche derselben,
ihn zu erklären. Indem aber so der Ursprung und die Natur des Mehrwerts
nicht klar gefaßt wird, wird die Surplusarbeit + der notwendigen Arbeit,
kurz der Gesamtarbeitstag als eine fixe Größe betrachtet, die Unterschiede
in der Größe des Mehrwerts übersehn und die Produktivität des Kapitals,
der Zwang zur Surplusarbeit, zur absoluten einerseits, dann sein innrer Trieb,
die notwendige Arbeitszeit zu verkürzen, verkannt, also die historische
Berechtigung des Kapitals nicht entwickelt. A.Smith dagegen hatte die
richtige Formel schon ausgesprochen. So wichtig es war, die value in labour},
ebensosehr die surplus value in surplus labour? aufzulösen und zwar in
expressen Worten.

Ric[ardo] geht von der vorliegenden Tatsache der kapitalistischen Pro-
duktion aus. Der Wert der Arbeit < als der Wert des Produkts, den sie
schafft. Der Wert des Produkts daher > als der Wert der Arbeit, die es pro-
duziert, oder der Wert der wages. Der Überschuß des Werts des Produkts
über den Wert der wages = Mehrwert. (Ric[ardo] sagt fälschlich Profiz,
identifiziert aber, wie vorhin bemerkt, hier Profit mit Mehrwert und spricht
in der Tat von dem letztern.) Bei ihm ist es Tatsache, daß der Wert des
Produkts > als der Wert der wages. Wie diese Tatsache entsteht, bleibt un-
klar. Der Gesamtarbeitstag ist größer als der Teil des Arbeitstags, der zur
Produktion der wages erheischt. Warum? tritt nicht hervor. Die Größe des
Gesamtarbeitstags wird daher fälschlich als fix vorausgesetzt, woraus direkt
falsche Konsequenzen folgen. Die Vergrößerung oder Verkleinerung des
Mehrwerts kann daher nur aus der wachsenden oder fallenden? Produktivi-
tät der gesellschaftlichen Arbeit erklärt werden, die die necessaries produ-
ziert. D.h., nur der relative Mehrwert wird begriffen.

1656| Es ist klar, daß, wenn der Arbeiter seinen ganzen Tag brauchte,
um seine eignen Lebensmittel (i. e. Ware gleich dem Werte seiner eignen
Lebensmittel) zu produzieren, kein Mehrwert möglich wäre, also keine
kapitalistische Produktion und keine Lohnarbeit. Damit diese existiere,
muß die Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit hinreichend entwickelt
sein, damit irgendein Überschuß des Gesamtarbeitstags über die zur Re-
produktion der wages notwendige Arbeitszeit, Surplusarbeit von irgend-
welcher Größe existiere. Aber es ist ebenso klar, daß, wenn bei gegebner

1 den Wert in Arbeit - 2 den Mehrwert in Mehrarbeit -? in der Handschrift: steigenden

Arbeitszeit (Größe des Arbeitstags) die Produktivität der Arbeit, andrerseits
bei gegebner Produktivität die Arbeitszeit, die Größe des Arbeitstags, sehr
verschieden sein kann. Es ist ferner klar, daß, wenn eine gewisse Entwick-
lung der Produktivität der Arbeit vorausgesetzt werden muß, damit Surplus-
arbeit existieren könne, die bloße Möglichkeit dieser Surplusarbeit (also das
Vorhandensein jenes notwendigen Minimums der Produktivität der Arbeit),
noch nicht ihre Wirklichkeit schafft. Dazu muß der Arbeiter erst gezwungen
werden, über jene Größe hinaus zu arbeiten, und diesen Zwang übt das
Kapital aus. Dies fehlt bei Ricfardo], daher auch der ganze Kampf um die
Bestimmung des normalen Arbeitstags.

Auf niedriger Stufe der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivität
der Arbeit, wo also die Surplusarbeit relativ klein, wird die Klasse der von
fremder Arbeit Lebenden überhaupt klein sein im Verhältnis zur Anzahl
der Arbeiter. Sie kann sehr bedeutend wachsen (proportionell) im Maße wie
die Produktivität, also der relative Surpluswert, sich entwickelt.

Es ist ferner understood!, daß der Wert der Arbeit in verschiednen
Epochen im selben Lande und zur selben Epoche in verschiednen Ländern
sehr wechselt. Die Heimat der kapitalistischen Produktion jedoch sind die
mittleren Zonen. Die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit mag sehr
unentwickelt sein, und doch grade in der Produktion der necessaries einer-
seits die Fruchtbarkeit der natürlichen Agenten (wie die des Grund und
Bodens), andrerseits die Bedürfnislosigkeit der Bewohner (infolge von
Klima etc.) - wie beides, in Indien z.B., zutrifft - kompensieren. In rohen
Zuständen mag das Minimum des Salairs wegen noch nicht entwickelter
sozialer Bedürfnisse sehr klein sein (quantitativ den Gebrauchswerten nach)
und doch viel Arbeit kosten. Aber wäre die zu seiner Erzeugung notwendige
Arbeit selbst nur mittlerer Größe, so wäre der erzeugte Mehrwert, obgleich
er in großem Verhältnis stände zum Salair (notwendigen Arbeitszeit), also
bei hoher Rate des Mehrwerts, in Gebrauchswerten ausgedrückt, ebenso
armselig (proportionell), wie es das Salair selbst ist.

Die notwendige Arbeitszeit sei = 10, die Surplusarbeit = 2, der Ge-
samtarbeitstag = 12 Stunden. Wäre die notwendige Arbeitszeit = 12, die
Surplusarbeit = 2?/, und der Gesamttag = 14?/, Stunden, so wären die pro-
duzierten Werte sehr verschieden. Im ersten Fall = 12 Stunden, im 2.
= 14°/, Std. Ebenso die absoluten Größen der Mehrwerte. In einem Fall
= 2 Std., im andern = 22/,. Dennoch wäre die Rate des Mehrwerts oder der
Surplusarbeit dieselbe, weil 2:10 = 22/,:12. Wäre im 2. Fall das ausgelegte

1 vorausgesetzt worden

variable Kapital größer, so aber auch der von ihm appropriierte Mehrwert
oder Surplusarbeit. Stiege im letztern Fall die Surplusarbeit statt um ?/,
um 3/, Std., so daß sie = 3 Std. und der Gesamtarbeitstag = 15 Std., so
wäre die Rate des Mehrwerts gestiegen, obgleich die notwendige Arbeitszeit
oder das Minimum des Salairs gewachsen, denn 2:10 =!/,;aber3:12 =!/,.
Beides könnte eintreten, wenn infolge der Verteuerung von Korn etc. das
Minimum des Salairs von 10 auf 12 Std. gewachsen wäre. Selbst in diesem
Falle könnte also die Mehrwertsrate nicht nur gleichbleiben, sondern
amount! und Rate des Mehrwerts wachsen.

Gesetzt aber, der notwendige Arbeitslohn sei nach wie vor = 10, die
Surplusarbeit = 2, alle andern Verhältnisse blieben gleich (also keine Be-
rücksichtigung hier auf verminderte Produktionskosten für das capital
constant). Arbeitet der Arbeiter nun 22/, Std. mehr, wovon er selbst
2 Std. sich aneignet, die ?/, aber Surplusarbeit. In diesem Falle werden
Salair und Mehrwert gleichmäßig wachsen, das erstere aber mehr als den
notwendigen Arbeitslohn oder die notwendige Arbeitszeit darstellen.

Wenn man eine gegebne Größe nimmt und sie in zwei Teile teilt, so ist
klar, daß der eine Teil nur zunehmen kann, soweit der andre abnimmt und
vice versa®. Aber bei wachsenden Größen (Fluxionen) ist dies keineswegs der
Fall. Und der Arbeitstag ist solche wachsende Größe (solange kein Normal-
arbeitstag erkämpft ist). Bei solchen Größen können beide Teile wachsen,
sei es gleichmäßig, sei es ungleichmäßig. Das Wachsen des einen ist nicht
bedingt durch das Abnehmen des andern und vice versa. Dies ist denn auch
der einzige Fall, wo Salair und Mehrwert beide wachsen können, auch mög-
licherweise gleichmäßig wachsen können dem Tauschwert nach. Dem Ge-
brauchswert nach versteht sich das von selbst; dieser kann zunehmen, |
obgleich Wert der labour z.B. abnimmt. Von 1797 bis 1815, wo der Korn-
preis in England bedeutend stieg und der nominelle Arbeitslohn, nahm die
Zahl der täglichen Arbeitsstunden in den Hauptindustrien, die auch in einer
rücksichtslosen Entwicklungsphase sich befanden, sehr zu, und ich glaube,
daß dies den Fall der Profitrate (weil der Rate des Mehrwerts) aufgehalten
hat. In diesem Fall wird aber unter allen Umständen der normale Arbeits-
tag verlängert und dementsprechend die normale Lebensperiode des
Arbeiters, also die normale Dauer seines Arbeitsvermögens abgekürzt. Dies
gilt, wenn solche Verlängerung konstant. Ist sie nurtemporär, umtemporäre
Verteuerung des Arbeitslohns zu kompensieren, so mag sie (mit Ausnahme
von Kindern und Weibern) keine andre Folge haben, als den Fall der Profit-

3 Masse - ? umgekehrt

rate in den Geschäften zu verhindern, wo Verlängerung der Arbeitszeit der
Natur der Sache nach möglich. (Am wenigsten dies in der Agrikultur.der Fall.)

Ricjardo] hat dies gar nicht berücksichtigt, da er weder den Ursprung
des Mehrwerts, noch den absoluten Mehrwert untersucht, daher den
Arbeitstag als eine gegebne Größe betrachtet. Für diesen Fall ist also sein
Gesetz falsch, daß Mehrwert und Salair (er sagt fälschlich Profit und Salair)
nur in umgekehrtem Verhältnis - dem Tauschwert nach betrachtet - steigen
oder fallen können.

Nehmen wir [zwei Fälle] an, einmal die notwendige Arbeitszeit bleibe
dieselbe, ditto die Mehrarbeit. Also 10 + 2; Arbeitstag = 12 Std., Mehr-
wert = 2 Stunden; die Rate des Mehrwerts = !/,.

[Im anderen Fall.] Notwendige Arbeitszeit bleibe dieselbe; Surplus-
arbeit wachse von 2 auf 4 Stunden. Also 10 + 4 = 14 Stunden Arbeits-
tag; Mehrwert = 4 Std.; Rate des Mehrwerts = 4:10 = pp = ?/s-

In beiden Fällen die notwendige Arbeitszeit dieselbe; aber der Mehrwert
in dem einen Fall doppelt so groß als in dem andren und der Arbeitstag im
zweiten Fall um !/, größer als im ersten. Ferner wären die produzierten
Werte, entsprechend den Arbeitsquantitäten, sehr verschieden, obgleich
der Arbeitslohn derselbe; im ersten Fall = 12 Std., im andren = I2 + %/,
= 14. Es ist also falsch, daß, denselben Arbeitslohn (dem Wert nach, not-
wendige Arbeitszeit) vorausgesetzt, der in 2 Waren enthaltne Mehrwert
sich verhält wie die in ihnen enthaltnen Arbeitsquantitäten. Dies nur
richtig, wenn der Normalarbeitstag derselbe.

Gesetzt ferner, infolge der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit
falle der notwendige Arbeitslohn (obgleich er in Gebrauchswerten expen-
ded constant! bliebe) von 10 auf 9 Stunden und ditto falle die Surplus-
arbeitszeit von 2 auf 1%/, (°/,). In diesem Falle 10:9 = 2: 1%/,. Also fiele die
Surplusarbeitszeit im selben Verhältnisse wie die notwendige. Die Rate
des Mehrwerts in beiden Fällen dieselbe, denn 2 = 1%/, und 1%, =,
1%/,:9 = 2:10. Das Quantum Gebrauchswerte, das mit dem Mehrwert ge-
kauft werden könnte, bliebe der Voraussetzung nach auch dasselbe. (Jedoch
gälte das nur von Gebrauchswerten, den necessaries.) Der Arbeitstag fiele
von 12 auf 10%/,. Die Masse der Werte, die im zweiten Fall produziert, ge-
ringer als im ersten. Und trotz dieser ungleichen Arbeitsquantitäten wäre
die Mehrwertsrate in beiden Fällen dieselbe.

Wir haben beim Mehrwert unterschieden: Mehrwert und Rate des Mehr-

werts. Für einen Arbeitstag betrachtet ist der Mehrwert = der absoluten

i ausgegeben konstant

Stundenzahl, die er darstellt, 2,3 etc. Die Rate = dem Verhältnis dieser
Stundenzahl zur Stundenzahl, woraus die notwendige Arbeit besteht.
Diese Unterscheidung schon sehr wichtig, weil sie die differente Länge des
Arbeitstags anzeigt. Der Mehrwert = 2, so ist er = }/,, wenn die not-
wendige Arbeitszeit = 10, und = !/,, wenn die notwendige Arbeitszeit
= 12, Im einen Fall der Arbeitstag = 12 Std., im andren = 14. Im ersten die
Mehrwertsrate größer, und dabei arbeitet der Arbeiter eine geringre Anzahl
Stunden des Tags. Im zweiten Fall die Mehrwertsrate kleiner, der Wert des
Arbeitsvermögens größer, und dabei arbeitet der Arbeiter während des
Tags eine größre Stundenanzahl. Hier sehn wir, wie bei gleichbleibendem
Mehrwert (aber ungleichem Arbeitstag) die Rate des Mehrwerts verschieden
sein kann. In dem frühren Fall 10:2 und 9: 1*/,, sahen wir, wie bei gleich-
bleibender Rate des Mehrwerts (aber ungleichem Arbeitstag), der Mehr-
wert selbst verschieden sein kann (in einem Fall 2, im andren 1?/,).

Ich habe früher (ch. 2) gezeigt, daß der Arbeitstag (seine Länge gegeben),
ditto die notwendige Arbeitszeit, also die Rate des Mehrwerts gegeben, die
Masse des Mehrwerts abhängt von der Anzahl gleichzeitig von demselben
Kapital beschäftigter Arbeiter.!?”®! Dies war ein tautologischer Satz. Denn
wenn I Arbeitstag mir 2 Surplusstunden gibt, so 12 Arbeitstage 24 Surplus-
[stunden] oder 2 Surplustage. Der Satz wird jedoch sehr wichtig bei der
Bestimmung des Profits, der gleich dem Verhältnis des Mehrwerts zum vor-
geschoßnen Kapital, also von der absoluten Größe des Mehrwerts abhängt.
Es wird dies wichtig, weil Kapitalien von gleicher Größe, aber verschiedner
organischer Komposition, ungleiche Anzahl Arbeiter anwenden, also un-
gleichen Mehrwert, also ungleichen Profit produzieren müssen. Bei fallender
Rate des Mehrwerts kann der Profit steigen und bei steigender Rate des
Mehrwerts der Profit fallen, oder der Profit kann derselbe bleiben, wenn
Steigen oder Fallen in der Rate des Mehrwerts kompensiert werden durch
umgekehrte Bewegung in der Anzahl der angewandten Arbeiter. Hier sehn
wir von vornherein, wie höchst falsch, die Gesetze | über Steigen und
Fallen des Mehrwerts zu identifizieren mit den Gesetzen über Steigen und
Fallen des Profits. Betrachtet man bloß das einfache Gesetz des Mehrwerts,
so scheint es tautologisch, daß bei gegebner Rate des Mehrwerts (und ge-
gebnem Arbeitstag) der absolute amount des Mehrwerts von der Masse des
angewandten Kapitals abhängt. Denn das Wachstum dieser Kapitalmasse
und das Wachstum der Anzahl der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter sind
nach der Voraussetzung identisch oder nur Ausdrücke desselben Faktums.
Kommt man aber zur Betrachtung des Profits, wo die Masse des angewand-
ten Totalkapitals und die Masse der angewandten Anzahl Arbeiter sehr

verschieden sind für Kapitalien von gleicher Größe, so begreift man die
Wichtigkeit des Gesetzes.

Ricardo geht aus von Waren von gegebnem Wert, d.h. von Waren, die
ein gegebnes Quantum Arbeit darstellen. Und für diesen Ausgangspunkt
scheint absoluter Mehrwert und relativer Mehrwert stets zusammenzu-
fallen. (Dies erklärt jedenfalls die Einseitigkeit seiner Verfahrungsweise und
fällt mit seiner ganzen Methode der Untersuchung zusammen, auszugehn
von dem Wert der Waren als bestimmt durch die in ihnen gegebne Arbeits-
zeit und nun zu untersuchen, wie weit dies durch Salair, Profit etc. affiziert
wird.) Indes ist dieser Schein falsch, da es sich hier nicht von der Ware
handelt, sondern von der kapitalistischen Produktion, von den Waren als
Produkten des Kapitals.

Ein Kapital wende bestimmte Masse Arbeiter an, z.B. 20, und der
Arbeitslohn = 201. Wir wollen der Vereinfachung wegen das capital fixe
= () setzen, i.e. aus der Rechnung weglassen. Gesetzt, diese 20 Arbeiter
verspinnen für 80 I. Baumwolle in Twist, wenn sie täglich 12 Std. arbeiten.
Kostet das Ib. Baumwolle 1 sh., so 20 Ibs. 1 1., und 80 I. = 1600 lbs. Wenn
20 Arbeiter in 12 Stunden 1600 Ibs. verspinnen, so in | Std. 400/,, Ibs.
= 1331/, 1bs. Ist also die notwendige Arbeitszeit = 10 Std., so die Surplus-.
arbeitszeit = 2 und diese = 266°/, Ibs. Twist. Der Wert der 1600 Ibs. wäre .
= 104 I. Denn wenn 10 Arbeitsstunden = 20 L., so I Arbeitsstunde = 2 1.
und 2 Arbeitsstunden = 4/., also 12 = 24 1. (80 I. [Rohmaterial] + 241.
= 1041.)

Gesetzt aber, die Arbeiter arbeiteten 4 Std. Surpluszeit, so ihr Produkt
= 8/. (ich meine den Surpluswert, den sie erzeugen, ihr Produkt in fact
= 281.72), Das Gesamtprodukt = 1217/5 1., Und diese 121!/5 1.
= 1866%/, lbs. Twist. Nach wie vor, da die Produktionsbedingungen die-
selben geblieben, würde I Ib. Twist denselben Wert haben; es würde gleich
viel Arbeitszeit enthalten. Auch wäre nach der Voraussetzung der notwendige
Arbeitslohn konstant geblieben (sein Wert, die in ihm enthaltne Arbeitszeit).

Ob diese 1866°/, Ibs. Twist unter den ersten Bedingungen oder den
zweiten produziert werden, d.h. mit 2 oder 4 Stunden Surplusarbeit, sie
hätten beidesmal denselben Wert. Nämlich für die 266°/; lbs. Baumwolle,
die mehr versponnen werden, 13'/3 I. Dies zu den 80 I. für die 1600 Ibs.,
macht 931/, I. und m beiden Fällen 4 Arbeitsstunden mehr der 20 Mann
= 81. Zusammen für die Arbeit 281., also 121'/; !. In beiden Fällen der
Arbeitslohn derselbe. Das Ib. Twist kostet in beiden Fällen 1°/iy sh. Da
der Wert des lb. Baumwolle = 1 sh., bliebe für die neu hinzugesetzte
Arbeit in I Ib. Twist in beiden Fällen ®/,o sh., = 3°/, d. (oder "?/, d.).

Dennoch wäre das Verhältnis von Wert und Mehrwert in jedem Ib.
Twist unter den vorausgesetzten Umständen sehr verschieden. Im ersten
Falle, da die notwendige Arbeit = 20 /., die Mehrarbeit = 4 1., oder die
erste = 10 Std., die zweite = 2 Std,, verhält sich die Surplusarbeit zur
notwendigen = 2:10 = ?/, = Y,. (Ebenso 4 1.:20 1. = %go = "/,.) In den
3°/, d. des Ib. Twist in diesem Fall steckt also }/, unbezahlte Arbeit
= 12), d. oder "lgsf. = 222/25 f. Dagegen im zweiten Fall die notwendige
Arbeit = 20 I. (10 Arbeitsstd.) die Surplusarbeit = 8 !. (4 Arbeitsstd.).
Die Surplusarbeit verhielte sich zur notwendigen = 8:20 = ®/yp = "nn
= 2/.. Also in den 3°/, d. des Ib. Twist steckten ?/, der ganzen unbezahlten
Arbeit, also 519/55, f. oder Id. If. und %/,, f. Der Surpluswert in dem Ib.
Twist, ||659] obgleich es in beiden Fällen denselben Wert hat, und in beiden
Fällen derselbe Arbeitslohn gezahlt wird, ist in dem einen Fall noch einmal
so groß als in dem andren. In der einzelnen Ware muß natürlich als aliquo-
tem Teil des Produkts dasselbe Verhältnis von Wert der Arbeit und Sur-
pluswert herrschen, wie im ganzen Produkt.

In dem einen Fall das vorgeschoßne Kapital = 93!/ I. für Baumwolle
und wieviel für Arbeitslohn? Der Arbeitslohn hier für 1600 Ibs. = 20 1.,
also für 266?/, Ibs. mehr = 3"/; 1. Also 23/5 I. Und die Gesamtauslage =
Kapital von 93V/,1. + 23'/;51. = 116%, 1. Das Produkt = 121'/, 1. (Die
Mehrauslage [an variablem] Kapital von 3!/; I. gäbe nur 13!/, sh. [= ?/, 1]
Mehrwert. 20 1.:41. = 3/5 1.: 2/1.)

Dagegen betrüge im andren Fall die Kapitalauslage nur 93"/3 I. + 201.
= 113V/, 1. und zu den 4 I. Mehrwert kämen 4 I. hinzu. Dieselben Massen
lbs. Twist sind in beiden Fällen produziert, und beide haben denselben
Wert, d.h., sie stellen gleiche Totalquanta Arbeit dar, aber diese gleichen
Totalquanta Arbeit sind von ungleich großen Kapitalien in Bewegung ge-
setzt, obgleich der Arbeitslohn derselbe; dagegen die Arbeitstage von un-
gleicher Größe und daher die Quanta unbezahlter Arbeit verschieden. Das
einzelne Ib. Twist betrachtet, ist der dafür gezahlte Arbeitslohn oder das in
ihm gezahlte Quantum Arbeit verschieden. Derselbe Arbeitslohn ist hier
verteilt auf größre Warenmenge, nicht weil die Arbeit produktiver in dem
einen Fall als in dem andren, sondern weil die Gesamtmasse unbezahlter
Surplusarbeit, die in dem einen Fall in Bewegung gesetzt, größer als in dem
andren. Mit demselben Quantum bezahlter Arbeit werden daher in dem
einen Fall mehr Ibs. Twist produziert als in dem andren, obgleich in beiden
Fällen die gleichen Quanta Twist produziert und gleiche Quanta Totalarbeit
(bezahlte und unbezahlte) darstellen. Hätte sich dagegen die Produktivität
der Arbeit vermehrt in dem zweiten Fall, so wäre unter allen Umständen

(wie sich immer das Verhältnis des Mehrwerts zum variablen Kapital ge-
staltet) der Wert des Ib. Twist gefallen.

In einem solchen Fall also wäre es falsch zu sagen, daß - weil der Wert
des Ib. Twist gegeben, = I sh. 3°/, d., ferner der Wert der zugesetzten
Arbeit gegeben, = 3°/, d., und der Arbeitslohn der Voraussetzung nach
derselbe, d.h. die notwendige Arbeitszeit -, daß deswegen der Mehrwert
derselbe sein und 2 Kapitalien unter sonst gleichen Umständen den Twist
mit gleichem Profit produziert hätten. Es wäre dies richtig, wenn es sich
um Ib. Twist handelte, aber es handelt sich hier um ein Kapital, das
1866°/, Ibs. Twist produziert hat. Und um zu wissen, wie groß sein Profit
an einem Ib. (d.h. eigentlich der Mehrwert), müssen wir wissen, wie groß
der Arbeitstag ist, oder wie großes Quantum unbezahlter Arbeit (bei ge-
gebner Produktivität) es in Bewegung setzt. Dies kann man aber der einzelnen
Ware nicht ansehn.

Bei Ric[ardo] findet sich also nur die Entwicklung von dem, was ich den
relativen Mehrwert genannt habe. Er geht davon aus (wie es auch bei Smith
und seinen Vorgängern scheint), daß die Größe des Arbeitstags gegeben ist.
(Höchstens bei Smith Differenzen in der Größe des Arbeitstags in ver-
schiednen Arbeitszweigen erwähnt, die sich aufheben oder kompensieren
durch relativ größre Intensivität der Arbeit, Schwierigkeit, Widerlichkeit
derselben usw.) Von dieser Voraussetzung aus entwickelt er im ganzen den
relativen Mehrwert richtig. Bevor wir davon die Hauptpunkte geben, noch
einige Belegstellen zu der Auffassung Ricardos.

„Die Arbeit von einer Million Menschen in den Manufakturen wird stets den
gleichen Wert, aber nicht immer den gleichen Reichtum produzieren.“ (l.c. p.320.)

D.h., das Produkt ihrer täglichen Arbeit wird stets das Produkt von
t Million Arbeitstagen sein, dieselbe Arbeitszeit enthalten, was falsch ist,
oder nur richtig ist, sobald derselbe normale Arbeitstag, mit Berücksichti-
gung der different difficulties etc. of different branches of labour, allgemein
hergestellt wäre.

Selbst dann indes ist der Satz falsch in der allgemeinen Form, worin er
hier ausgesprochen ist. Gesetzt, der normale Arbeitstag sei gleich 12 Std.
Das Jahresprodukt in Geld eines Mannes sei = 50[. und der Geldwert
bleibe unverändert. In diesem Falle das Produkt von |! Mill. Mann stets
50 Mill. 1. jährlich. Gesetzt, die notwendige Arbeit sei = 6 Std., so das für
diese | Mill. Mann ausgelegte Kapital jährlich = 25000000 /!. Der Mehr-

1 verschiedenen Schwierigkeiten etc. verschiedener Arbeitszweige

wert ditto = 25 Mill. !. Das Produkt wäre immer 50 Mill., ob die Arbeiter
25 oder 30 oder 40 Mill. erhalten. Nur im ersten Fall der Mehrwert
= 25 Mill., im 2. = 20 Mill. und im 3. = IOMill. Bestände das vor-
geschoßne Kapital nur aus variablem Kapital, d.h. nur aus dem Kapital,
das in dem Arbeitslohn dieser 1 Mill. Mann ausgelegt wird, so hätte Ric[ardo]
recht. Er hat daher auch nur in dem einen Fall recht, wo das Totalkapital
gleich dem variablen Kapital; eine Voraussetzung, die bei ihm, wie bei
A.Smith, | soweit er vom Kapital der ganzen Gesellschaft spricht,
durchgeht und die bei der kapitalistischen Produktion nicht in einem ein-
zelnen trade!, noch viel weniger für den trade der ganzen Gesellschaft
existiert.

Der Teil des konstanten Kapitals, der in den Arbeitsprozeß eingeht, ohne
in den Verwertungsprozeß einzugehn, geht nicht in das Produkt (Wert des
Produkts) ein und geht uns daher hier nichts an, wo es sich um den Wert des
jährlichen Produkts handelt, so wichtig die Berücksichtigung jenes Teils des
konstanten Kapitals für die Bestimmung der allgemeinen Profittrate ist.
Anders aber verhält es sich mit dem Teil des konstanten Kapitals, der in das
jährliche Produkt eingeht. Wir haben gesehn, daß ein Teil dieses Teils des
konstanten Kapitals oder was als konstantes Kapital in einer Produktions-
sphäre erscheint, als unmittelbares Produkt der Arbeit innerhalb einer
andren erscheint, während derselben Produktionsperiode von einem Jahr,
daß also ein großer Teil des jährlich ausgelegten Kapitals, der als konstantes
Kapital vom Standpunkt des einzelnen Kapitalisten oder der besondren
Produktionssphäre erscheint, sich in variables Kapital vom Standpunkt der
Gesellschaft oder der Kapitalistenklasse auflöst. Dieser Teil ist also in den
50 Mill. eingeschlossen, in dem Teil der 50 Mill., der variables Kapital
bildet oder in Arbeitslohn ausgelegt ist.

Anders verhält es sich aber mit dem Teil des konstanten Kapitals, der auf-
gezehrt wird, um das in der Manufaktur und Agrikultur aufgezehrte kon-
stante Kapital zu ersetzen, mit dem aufgezehrten Teil des in den Produk-
tionszweigen beschäftigten konstanten Kapitals, die konstantes Kapital,
Rohmaterial in seiner ersten Form, capital fixe und matieres instrumentales?
produzieren. Der Wert dieses Teils erscheint wieder, ist reproduziert im
Produkt. Und es hängt ganz von seiner vorhandnen Größe ab (vorausgesetzt,
daß die Produktivität der Arbeit nicht wechselt; wie sie aber immer
wechseln mag, hat er eine bestimmte Größe), in welchen Proportionen
lfer]in den Wert des ganzen Produkts eingeht. (Im Durchschnitt, einige

1 Gewerbezweig - ? Hilfsstoffe

Ausnahmen in der Agrikultur abgerechnet, wird allerdings auch die Masse
der Produkte, also der von der | Mill. Mann erzeugte Reichtum, wie ihn
Rlicardo] von valise unterscheidet, abhängen von der Größe dieses der Pro-
duktion vorausgesetzten konstanten Kapitals.) Dieser Wertteil des Produkts
existierte nicht ohne die neue Jahresarbeit der | Mill. Mann. Andrerseits
gäbe die Arbeit der | Mill. Mann nicht dieselbe Produktenmasse ohne dies
unabhängig von ihrer Jahresarbeit existierende konstante Kapital. Es geht
als Produktionsbedingung in den Arbeitsprozeß ein, aber es wird keine
Stunde mehr gearbeitet, um diesen Teil dem Wert nach zu reproduzieren.
Als Wert ist er daher nicht das Resultat der Jahresarbeit, obgleich sein Wert
sich nicht ohne diese Jahresarbeit reproduziert hätte.

Gesetzt, der Teil des konstanten Kapitals, der in das Produkt eingeht,
sei = 25 Mill., so wäre der Wert des Produkts der I Mill. Mann = 75 Mill.;
wäre er = 10, so nur = 60 Mill. etc. Und da im Lauf der kapitalistischen
Entwicklung das Verhältnis des konstanten Kapitals zum variablen wächst,
wird der Wert des Jahresprodukts der I Mill. eine Tendenz haben, be-
ständig zu wachsen, im Verhältnis wie die vergangne Arbeit wächst, die als
Faktor in ihrer jährlichen Produktion mitspielt. Man sieht schon daraus,
daß Ric[ardo] weder das Wesen der Akkumulation noch die Natur des
Profits verstehn konnte.

Mit dem Wachsen der Proportion des konstanten Kapitals zum variablen
wächst auch die Produktivität der Arbeit, die produzierten Produktivkräfte,
mit denen die gesellschaftliche Arbeit wirtschaftet. Infolge derselben zu-
nehmenden Produktivität der Arbeit wird zwar ein Teil des vorhandnen
konstanten Kapitals beständig entwertet, indem sein Wert sich nicht nach
der Arbeitszeit richtet, die es ursprünglich gekostet hat, sondern nach der
Arbeitszeit, mit der es reproduziert werden kann, und diese beständig ab-
nimmt mit der zunehmenden Produktivität der Arbeit. Obgleich sein Wert
daher nicht im Verhältnis seiner Masse wächst, wächst er dennoch, weil
seine Masse noch rascher wächst, als sein Wert fällt. Doch auf RicJardo]s
Ansichten von der Akkumulation kommen wir später zurück.

Soviel hier klar, daß, den Arbeitstag als gegeben vorausgesetzt, der Wert
des Produkts von Jahresarbeit der I Mill. sehr verschieden sein wird je nach
der Verschiedenheit der Masse von konstantem Kapital, das in das Produkt
eingeht, und daß er trotz der wachsenden Produktivität der Arbeit größer
sein wird, wo das konstante Kapital einen großen Teil des Gesamtkapitals
bildet, als in Gesellschaftszuständen, wo es einen relativ kleinen Teil des-
selben bildet. Mit dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaft-
lichen Arbeit, begleitet, wie er ist, vom Anwachsen des konstanten Kapitals,

wird daher auch ein relativ stets größrer Teil des jährlichen Produkts der
Arbeit dem Kapital als solchem zufallen und somit das Kapitaleigentum
(abgesehn von der Revenue) sich beständig vergrößern und die Proportion
des Wertteils, den der einzelne Arbeiter und selbst die Arbeiterklasse schafft,
immer mehr sinken |[661| gegen das ihnen als Kapital gegenübertretende
Produkt ihrer vergangnen Arbeit. Die Entfremdung und der Gegensatz
zwischen dem Arbeitsvermögen und den objektiven, im Kapital verselb-
ständigten Bedingungen der Arbeit wachsen damit beständig. (Abgesehn
vom variablen Kapital, dem Teil des Produkts der jährlichen Arbeit, der zur
Reproduktion der Arbeiterklasse erforderlich; diese ihre Subsistenzmittel
selbst aber ihr als Kapital gegenübertreten.)

Rlicardo]s Ansicht, daß der Arbeitstag gegeben, begrenzt, fixes Quantum
ist, auch sonst bei ihm ausgesprochen, z.B.

„sie" (the wages of labour and the profit of stock!) „haben zusammen stets den gleichen
Wert“ (l.c. 2.499 ch. XXXII „Mr. Malthus’s opinions on rent“),

das heißt in andern Worten nur: die Arbeitszeit (tägliche), deren Produkt
zwischen wages of labour und profits of stock geteilt wird, ist stets dieselbe,
ist konstant.

„Löhne und Profit werden zusammen den gleichen Wert haben.“ (l.c. p.491, Note.)

Ich brauche hier nicht zu wiederholen, daß für Profit hier immer zu
lesen surplus value.

„Lohn und Profit zusammengenommen werden stets den gleichen Wert besitzen.“
(p.490, 491.)

„Die Löhne muß man nach ihrem wirklichen Wert schätzen, d.h. nach der
Quantität von Arbeit und Kapital, die zu ihrer Produktion verwendet wurden, nicht aber
nach ihrem nominellen Wert in Röcken, Hüten, Geld oder Getreide.“ (l.c. ch.I „On
Value“, p.50.)

Der Wert der Lebensmittel, die der Arbeiter erhält (mit seinen wages
kauft), Korn, Kleidung etc., ist bestimmt durch die Gesamtarbeitszeit, die
deren Produktion erheischt, sowohl das Quantum unmittelbarer Arbeit als
das Quantum vergegenständlichter Arbeit necessary for their production?.
Aber Ric[ardo] verwickelt die Sache, indem er ihr nicht den reinen Aus-
druck gibt, nicht sagt „their real value, viz. that quantity of their working
day required to reproduce the value of their own necessaries, the equivalent

1 der Arbeitslohn und der Kapitalprofit - ? das für ihre Produktion notwendig ist

of the necessaries paid of them, or exchanged for their labour“. Die real
wages? ist zu bestimmen durch die average time?, die der Arbeiter täglich
arbeiten muß, um seine eigne wages zu produzieren oder zu reproduzieren.

„Der Arbeiter erhält nur dann einen wirklich hohen Preis für seine Arbeit, wenn

sein Lohn das Produkt einer großen Menge Arbeit kauft.“ (l.c. p.322.)

### 4. Relativer Mehrwert. [Relativer Arbeitslohn]

Dies ist in fact die einzige Form. des Mehrwerts, die Rlicardo] unter dem
Namen Profit entwickelt. [Er meint:]

Die Quantität der zu ihrer Produktion erheischten und in ihr enthaltnen
Arbeit bestimmt den Wert der Ware, der somit ein Gegebnes ist, bestimmte
Größe. Diese Größe wird geteilt zwischen Lohnarbeiter und Kapitalist.
(Ricardo, wie Smith, berücksichtigt hier das konstante Kapital nicht.) Es ist
klar, daß die Portion des einen nur wachsen oder fallen kann im Verhältnis,
wie die des andren fällt oder wächst. Da der Wert der Waren der Arbeit der
Arbeiter geschuldet ist, ist das, was unter allen Fällen die Voraussetzung
bildet, diese Arbeit selbst, die aber unmöglich, ohne daß der Arbeiter lebt
und sich erhält, also den notwendigen Arbeitslohn (Minimum des Salairs,
Salair = dem Wert des Arbeitsvermögens) erhält. Salaiir und Mehrwert
- diese beiden Kategorien, worin der Wert der Ware oder das Produkt selbst
sich verteilt - stehn also nicht nur in umgekehrtem Verhältnis zueinander,
sondern das Prius, das Bestimmende ist die Bewegung der Salaire. Ihr
Steigen oder Fallen bewirkt die umgekehrte Bewegung auf seiten des Profits
(Mehrwerts). Salair steigt oder fällt nicht, weil Profit (Mehrwert) fällt oder
steigt, sondern umgekehrt, weil Salair steigt oder fällt, fällt oder steigt der
Mehrwert (Profit). Das Mehrprodukt (sollte eigentlich heißen der Mehrwert),
das übrigbleibt, nachdem die Arbeiterklasse ihren Anteil von ihrer eignen
jährlichen Produktion erhalten, bildet die Substanz, von der die Kapitalisten-
klasse lebt.

Da der Wert der Waren bestimmt ist durch das Quantum der in ihnen
enthaltnen Arbeit, und da Salair und Mehrwert (Profit) nur Teile sind,

3 „ihr realer Wert, das heißt die Größe ihres Arbeitstages, die erforderlich ist zur Repro-
duktion des Werts ihrer eigenen lebenswichtigen Güter, des Äquivalents, das für die lebens-
wichtigen Güter gezahlt oder für ihre Arbeit ausgetauscht wird“ - ? Der Reallohn -? Durch-
schnittszeit

27”

Proportionen, worin zwei Klassen von Produzenten den Wert der Ware
unter sich verteilen, ist es klar, daß Steigen oder Fallen des Salairs zwar die
Rate des Mehrwerts (Profits) bestimmt, den Wert der Ware oder price (as
monetary expression of the value of acommodity)' aber unaffiziert läßt. Die
Proportion, wie ein Ganzes geteilt wird zwischen zwei shareholders?, macht
das Ganze selbst weder größer noch kleiner. Es ist also ein falsches Vor-
urteil, daß Steigen der Salaire die Warenpreise erhöht; selbes macht nur den
Profit (Mehrwert) fallen. Selbst die Ausnahmen, die Ric[ardo] anführt, wo
Steigen der Salaire die Tauschwerte einiger Waren fallen machen, die andrer
steigern soll, sind falsch, soweit es sich um Werte handelt, und nur richtig
für Kostenpreise.

1662| Da nun die Rate des Mehrwerts (Profits) bestimmt ist durch die
relative Höhe des Salairs, wie wird diese bestimmt? Von der Konkurrenz
abgesehn, durch den Preis der notwendigen Lebensmittel. Dieser hängt
wieder von der Produktivität der Arbeit ab, die am größten ist, je frucht-
barer der Boden (wobei Ric[ardo] kapitalistische Produktion unterstellt).
Jedes „improvement“? vermindert den Preis der Waren, Lebensmittel. Der
Arbeitslohn oder value of labour* steigt und fällt also in umgekehrtem Ver-
hältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, soweit letztre
necessaries produziert, die in die average consumtion? der Arbeiterklasse
eingehn. Die Rate des Mehrwerts (Profits) fällt oder steigt also in direktem
Verhältnis, wie sich die Produktivkraft der Arbeit entwickelt, weil diese Ent-
wicklung den Arbeitslohn senkt oder erhöht.

Die Rate des Profits (Mehrwerts) kann nicht fallen, ohne daß der Arbeits-
lohn steigt, und kann nicht steigen, ohne daß der Arbeitslohn fällt.

Der Wert des Arbeitslohns ist zu schätzen nicht nach der Quantität
Lebensmittel, die der Arbeiter erhält, sondern nach der Quantität Arbeit,
die diese Lebensmittel kosten (in fact der Proportion des Arbeitstags, die er
sich selbst aneignet), nach dem proportionellen Anteil, den der Arbeiter vom
Gesamtprodukt oder rather® vom Gesamtwert dieses Produkts erhält. Es ist
möglich, daß in Gebrauchswerten geschätzt (Quantität von Ware oder Geld)
sein Arbeitslohn steigt (bei steigender Produktivität) und doch dem Wert
nach fällt und umgekehrt. Es ist eines der großen Verdienste Rlicardols,
den relativen oder proportionate Arbeitslohn betrachtet und als Kategorie
fixiert zu haben. Bisher der Arbeitslohn immer nur einfach betrachtet, der
Arbeiter daher als Tier. Hier aber wird er in seinem sozialen Verhältnis

1 Preis (als Geldausdruck des Wertes einer Ware) - ? Teilhabern - ? „Verbesserung* -
% Wert der Arbeit -® durchschnittliche Konsumtion - ® vielmehr

betrachtet. Die Stellung der Klassen zueinander bedingt mehr durch die
proportionate wages als durch den absolute amount of wages.
Die oben aufgestellten Sätze nun durch Zitate aus Rficardo] zu belegen.

„Der Wert des Hirsches, das Produkt der Tagesarbeit des Jägers, entspricht genau
dem Wert der Fische, dem Produkt der Tagesarbeit des Fischers. Das Wertverhältnis
des Fisches und des Wildbrets wird völlig durch die in jedem der beiden enthaltene
Arbeitsmenge bestimmt, unabhängig von der produzierten Menge oder von einem hohen
oder niedrigen Stand der Löhne und des Profits. Wenn ... der Fischer ... zehn Leute be-
schäftigt, deren Arbeit jährlich 100 /. kostet und die in einem Tage durch ihre Arbeit
zwanzig Lachse fangen; wenn ... der Jäger ... auch zehn Mann beschäftigt, deren
Arbeit im Jahr 100 I. kostet, und die ihm in einem Tage zehn Hirsche verschaffen, -
dann wäre der natürliche Preis eines Hirsches zwei Lachse, gleichgültig ob der Anteil
vom Gesamtprodukt groß oder klein ist, der auf die Leute, die es produzieren, entfällt.
Der etwa als Lohn bezahlte Anteil ist von größter Bedeutung für die Frage des Profits,
denn es muß sofort einleuchten, daß die Profite genau in dem Verhältnis hoch oder nie-
drig sind, wie die Löhne niedrig oder hoch sind. Das aber kann den verhältnismäßigen
Wert von Fisch und Wildbret nicht im geringsten beeinflussen, da der Lohn zur gleichen
Zeit in beiden Berufen hoch oder niedrig ist.“ (ch. „On Value“, p.20, 21.)

Man sieht, daß Ric[ardo] den ganzen Wert der Ware herleitet aus dem
labour der men employed!. Es ist ihre eigne Arbeit oder das Produkt der-
selben oder der Wert dieses Produkts, das zwischen ihnen und dem Kapital
verteilt wird.

„Keine Veränderung der Arbeitslöhne kann irgendeine Veränderung im relativen
Wert dieser Waren hervorbringen; denn angenommen, sie steigen, so wird doch keine
größere Quantität Arbeit in einem dieser Berufe benötigt, sondern sie werden zu einem
höheren Preise bezahlt werden. ... Die Löhne können um zwanzig Prozent steigen und
die Profite demzufolge in größerem oder geringerem Ausmaß sinken, ohne damit auch
nur die geringste Änderung im relativen Wert dieser Waren hervorzurufen.“ (l.c. p.23.)

„Der Wert der Arbeit kann nicht ohne ein Sinken des Profits steigen. Wenn das
Getreide zwischen dem Farmer und dem Arbeiter geteilt wird, wird um so weniger für
den ersteren bleiben, je größer der Anteil des letzteren ist. Ebenso wird bei der Teilung
von Tuch oder Baumwollwaren zwischen dem Arbeiter und seinem Unternehmer für
den letzteren um so weniger bleiben, je größer der Anteil des ersteren ist.“ (l.c. p.31.)

1663| „A. Smith und alle die ihm folgenden Autoren behaupteten nach meiner
Kenntnis ausnahmslos, ein Steigen des Preises der Arbeit habe eine gleichmäßige Er-
höhung des Preises aller Waren zur Folge. Ich hoffe, es ist mir gelungen zu zeigen, daß
es keine Gründe für eine derartige Ansicht gibt.“ (l.c. p.45.)

„Eine Erhöhung der Löhne infolge einer besseren Bezahlung des Arbeiters oder
infolge von Schwierigkeiten der Beschaffung der lebenswichtigen Artikel, für welche

1 der Arbeit der beschäftigten Männer

die Löhne ausgegeben werden, bewirkt mit Ausnahme weniger Fälle keine Erhöhung
des Preises, sie hat jedoch eine bedeutende Wirkung auf die Senkung des Profits.“
Anders verhält es sich, wenn das rise of wages! herrührt von einer „Änderung des
Geldwertes“. „In dem einen“ [nämlich dem letzterwähnten Fall} „Fall wird kein
größerer Anteil der Jahresarbeit des Landes auf den Unterhalt der Arbeiter verwendet,
während in dem anderen ein größerer Teil darauf verwendet wird.“ (l.c. p.48.) |

11663] „Der natürliche Preis der Arbeit wird bei einer Erhöhung des Preises der
Nahrungsmittel und der lebenswichtigen Güter steigen, bei einem Fall dieser Preise
sinken.“ (l.c. p.86.)

„Der nach der Sättigung des Bedarfes der vorhandenen Bevölkerung verbleibende
Produktenüberschuß muß notwendigerweise der Leichtigkeit der Produktion, d.h. der
geringeren Zahl der in der Produktion Beschäftigten entsprechen.“ (p.93.)

„Weder der Farmer, der jenen Boden bebaut, der den Preis bestimmt, noch der
Fabrikant, der Waren erzeugt, geben einen Teil des Produktes zugunsten der Rente
auf, Der gesamte Wert ihrer Waren spaltet sich nur in zwei Teile: der eine bildet den
Kapitalprofit, der andere den Arbeitslohn.“ (l.c. p. 107.)

„Angenommen aber, der Preis von Seide, Samt, Möbeln und einer Reihe anderer
Waren, die nicht vom Arbeiter benötigt werden, steigt infolge des für sie verausgabten
größeren Arbeitsquantums, wird das nicht den Profit berühren? Sicherlich nicht; denn
nichts als eine Erhöhung des Lohnes kann den Profit beeinträchtigen. Seide und Samt
werden nicht vom Arbeiter konsumiert, und sie können daher den Lohn nicht in die
Höhe treiben.“ (l.c. p. 118.)

„Wenn die Arbeit von zehn Leuten auf Boden bestimmter Qualität 180 qrs.
Weizen ergibt und sein Wert 41. pro qr., oder 720 1. beträgt...“ (p.110.) „...muß in
jedem Falle dieselbe Summe von 720 I. zwischen Lohn und Profit geteilt werden...
Ob der Lohn oder Profit steigt oder fällt, beide müssen immer aus dem Betrag von
720 I. gedeckt werden. Einerseits kann der Profit niemals so hoch steigen, daß er so viel
von den 720 I. verschlingt, daß nicht genügend übrigbleibt, um die Arbeiter mit den un-
bedingt notwendigen Gütern zu versorgen, andererseits können die Löhne niemals so
hoch steigen, daß von diesem Betrage nichts für den Profit zurückbleibt.“ (l.c. p. 113.)

„Der Profit ist von hohen oder geringen Löhnen, die Löhne vom Preis der lebens-
wichtigen Güter und der Preis der lebenswichtigen Güter hauptsächlich vom Preis der
Lebensmittel abhängig, da alle anderen Artikel fast grenzenlos vermehrbar sind.“ (l.c.
p.119.)

„Obwohl ein größerer Wert produziert wird“ (bei Verschlechterung des Landes),
„so wird ein höherer Anteil von dem, was nach Zahlung der Rente von diesem Werte
übrigbleibt, von den Produzenten konsumiert“ {er identifiziert hier labourers und pro-
ducers}, „und das - und nur das - bestimmt den Profit.“ (l.c. p. 127.)

„Die notwendige Eigenschaft einer Verbesserung besteht darin, die früher für die
Produktion einer Ware notwendige Arbeit zu vermindern; diese Verminderung aber
kann ohne einen Fall ihres Preises oder relativen Wertes nicht vor sich gehen.“ (l.c. p.70.)

1 die Erhöhung der Löhne

„Man verringere die Produktionskosten von Hüten, und ihr Preis wird schließlich
auf ihren neuen natürlichen Preis zurückgehen, obwohl sich die Nachfrage verdop-
pelt, verdrei- oder vervierfacht haben mag. Man verringere die Unterhaltskosten der
Arbeiter, indem man den natürlichen Preis der Nahrungsmittel und der Kleidung, die
das Leben erhalten, senkt, und die Löhne werden schließlich sinken, trotzdern die Nach-
frage nach Arbeitern ||664] sehr erheblich gestiegen sein mag.“ (l.c. p.460.)

„In dem Maße, in dem weniger auf den Lohn entfällt, wird mehr auf den Profit
entfallen, und vice versa!.“ (l.c. p.500.)

„Es ist eines der Ziele dieses Werkes gewesen zu zeigen, daß mit jedem Rückgang
im tatsächlichen Wert der notwendigen Artikel die Arbeitslöhne sinken und der Kapital-
profit steigt - mit anderen Worten, daß von einem gegebenen jährlichen Wert ein ge-
ringerer Anteil an die arbeitende Klasse, und ein größerer Teil an jene gezahlt wird, deren
Fonds diese Klasse beschäftigen.“

{Es ist nur in dieser ganz in das gewöhnliche Leben eingegangnen
Phrase, daß Ricfardo], wenn nicht ahnt, doch ausspricht die nature of
capital. Es ist nicht accumulated labour employed by the labouring class,
by the labourers themselves, but it is „funds“, „accumulated labour“,
„employing this class“, employing present, immediate labour?.}

„Angenommen, der Wert der in einer bestimmten Manufaktur erzeugten Waren
sei 1000 I., die zwischen dem Unternehmer und seinen Arbeitern“ (hier wieder der Aus-
druck der Natur des Kapitals; der Kapitalist ist der master, die Arbeiter sind his
labourers?) „im Verhältnis von 800 I. für die Arbeiter und 200 I. für den Unternehmer
aufzuteilen sind. Falls der Wert dieser Waren auf 900 I. fällt und 100 I. an Arbeits-
löhnen erspart werden infolge des Sinkens lebenswichtiger Artikel, so wird das Netto-
einkommen des Unternehmers in keiner Weise beeinträchtigt.“ (p.511, 512.)

„Wenn die Schuhe und Kleider des Arbeiters durch Verbesserungen der Maschi-
nerie mit dem vierten Teile der jetzt zu ihrer Produktion notwendigen Arbeit erzeugt
werden können, so sinken sie wahrscheinlich um 75 Prozent; aber es ist von der Wahr-
heit weit entfernt anzunehmen, daß der Arbeiter dadurch in die Lage versetzt wird,
dauernd vier Röcke oder vier Paar Schuhe anstelle von einem Rock oder einem Paar
Schuhe zu verbrauchen. Sein Lohn wird sich in kurzer Zeit durch die Wirkung der Kon-
kurrenz und den Anreiz zur Bevölkerungsvermehrung dem neuen Werte der lebens-
wichtigen Artikel, für die er ausgegeben wird, anpassen. Wenn diese Verbesserungen
sich auf alle Gegenstände des Konsums des Arbeiters erstrecken, so finden wir ihn
wahrscheinlich nach wenigen Jahren im Besitz einer nur geringen, wenn überhaupt
einer Vergrößerung seiner Annehmlichkeiten, obwohl der Tauschwert jener Waren eine
recht bedeutende Verminderung erfährt im Vergleich mit einer beliebigen anderen Ware,
und obwohl sie das Erzeugnis einer erheblich geringeren Menge Arbeit sind.“ (l.c.p.8.)

1 umgekehrt — * aufgehäufte Arbeit, die von der Arbeiterklasse, von den Arbeitern selbst
angewandt wird, sondern es ist der „Fonds“, „aufgehäufte Arbeit“, die „diese Klasse be-
schäftigen”, die die gegenwärtige, unmittelbare Arbeit anwenden - ? seine Arbeiter

„Wenn die Löhne steigen, so geschicht dies immer auf Kosten des Profits und wenn
sie sinken, steigt stets der Profit.“ (l.c. p.491, Note.)

„Es war mein Bestreben, durch dieses ganze Werk zu zeigen, daß die Profitrate
niemals anders als durch eine Senkung der Löhne erhöht werden kann und daß eine
dauernde Senkung der Löhne nur durch ein Sinken der lebenswichtigen Güter, für
welche die Löhne verausgabt werden, eintritt. Wenn daher durch die Ausdehnung des
auswärtigen Handels oder durch Verbesserungen der Maschinerie die Nahrungsmittel und
die anderen lebensnotwendigen Güter des Arbeiters zu einem niedrigeren Preis auf
den Markt gebracht werden können, wird der Profit steigen. Wenn wir, anstatt unser
eigenes Getreide anzubauen oder die Kleidung und die anderen lebenswichtigen Güter
des Arbeiters selbst zu erzeugen, einen neuen Markt entdecken, durch den wir uns mit
diesen Waren wohlfeiler versorgen können, so werden die Löhne fallen und der Profit
wird steigen. Wenn aber die durch die Ausdehnung des auswärtigen Handels oder
durch Verbesserungen der Maschinerie zu einem niedrigeren Satze bezogenen Waren
ausschließlich von den Reichen konsumierte Waren sind, wird keine Veränderung der
Profitrate eintreten. Die Lohnrate wird nicht berührt, obwohl Wein, Samt, Seide und
andere teuere Waren um 50 Prozent fallen, und die Profite bleiben folglich unverändert.

Obwohl also der auswärtige Handel sehr vorteilhaft für ein Land ist, da er die
Menge und Vielfalt der Dinge vermehrt, für welche die Revenue verwendet werden
kann, durch den Überfluß und die Wohlfeilheit der Waren Anreiz zum Sparen“ (und
why not incentives to spending?!) „und zur Akkumulation von Kapital hefert, besitzt er
keine Tendenz zur Erhöhung des Kapitalprofits, es sei denn, die eingeführten Waren sind.
solche, für die der Arbeitslohn ausgegeben wird.

Die Bemerkungen, die ich bezüglich des auswärtigen Handels gemacht habe, treffen
in gleicher Weise für den Binnenhandel zu. Niemals wird die Profitrate erhöht“

{eben hat er das Gegenteil gesagt; er meint offenbar, never unless by the
improvements mentioned the value of labour is diminished?}

„durch eine bessere Verteilung der Arbeit, durch Erfindung von Maschinen, durch
Straßen- und Kanalbauten oder irgendwelche andere Mittel, welche die bei der Erzeugung
oder dem Transport von Waren aufgewendete Arbeit verkürzen. Das sind Faktoren, die
den Preis beeinflussen und immer sehr zum Vorteil der Konsumenten wirken, da sie
ihnen ermöglichen, mit der gleichen Arbeit im Austausch eine größere Quantität der
Waren zu erhalten, auf die sich die Verbesserung auswirkte. Auf den Profit haben sie
jedoch keinerlei Einfluß. Andererseits erhöht jede | Verminderung des Arbeits-
lohnes den Profit, sie beeinflußt aber den Preis der Waren nicht. Das eine ist für alle
Klassen vorteilhaft, denn alle Klassen sind Konsumenten;“

(aber wie advantageous to the labouring class®, da Ricardo] unterstellt,
daß diese Waren, wenn sie in den Konsum des Arbeitslohns eingehn, ihn

% und warum nicht Anreiz zum Ausgeben? -? niemals, außer wenn durch die erwähnten
Verbesserungen der Wert der Arbeit vermindert wird - ®vorteilhaft für die arbeitende Klasse

verringern, und wenn sie ihn durch ihre Verwohlfeilerung nicht verringern,
auch nicht in ihn eingehn?);

„das andere ist nur für die Produzenten vorteilhaft; sie gewinnen mehr, aber alles be-
hält seinen früheren Preis.“

(Wie ist dies wieder möglich, da Ric[ardo] unterstellt, daß die diminu-
tion in the wages of labour, which raises profits!, grade stattfindet, weil der
Preis der necessaries gefallen ist, also keineswegs „every thing remains at
its former price“ ?.)

„Im ersteren Fall erhalten sie gleich viel wie früher, doch ist jedes Ding“ (wieder
falsch; nämlich sollte heißen every thing necessaries excluded?), „wofür ihre Gewinne
ausgegeben werden, im Tauschwert gesunken.“ (p.137, 138.)

Man sieht, daß dieser Passus höchst inkorrekt abgefaßt. Aber abgesehn
von diesem Formellen, das alles nur richtig, wenn statt rate of profit „rate
of surplus value“* gelesen wird, wie in dieser ganzen Untersuchung über den
relativen Mehrwert. Selbst bei Luxuswaren können jene improvements die
allgemeine Profitrate erhöhn, da die Profitrate in diesen Sphären, wie die
jeder andren, in die Ausgleichung aller besondren Profitraten zur average
Profitrate eingeht. Fällt in solchen Fällen durch die erwähnten Einflüsse
der Wert des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen oder ver-
mindert sich die Länge der Umschlagszeit (also change? im Zirkulations-
prozeß), so steigt die Profitrate. Ferner der Einfluß des foreign trade® ganz
einseitig aufgefaßt. Das Wesentliche für die kapitalistische Produktion ist
die Entwicklung des Produkts zur Ware, die wesentlich mit der Ausdehnung
des Markts, Schöpfung des Weltmarkts, also foreign trade, verbunden.

Dies apart, stellt Rlicardo] also den richtigen Satz auf, daß alle improve-
ments, sei es durch Teilung der Arbeit, Verbesserung der Maschinerie,
Vervollkommnung der Transportmittel, auswärtigen Handel, kurz, alle
Mittel, die in.der Manufaktur oder dem Transport der Waren nötige Ar-
beitszeit abzukürzen, den Mehrwert (hence” Profit) erhöhn, also die Kapi-
talistenklasse bereichern, weil und insofern diese „improvements“ depre-
ciate the value of labour‘.

Wir haben in diesem Abschnitt noch schließlich ein paar Stellen zu
zitieren, worin Ric[ardo] die nature of proportionate wages? entwickelt.

1 Verminderung der Arbeitslöhne, die den Profit erhöht — ? „alles seinen früheren Preis
behält“ — 3 alles außer den lebenswichtigen Artikeln - * Profitrate „Mehrwertrate“ — 5 Ver-
änderung - ® auswärtigen Handels - ? daher - ® „Verbesserungen“ den Wert der Arbeit
herabsetzen - ° Natur des proportionellen Lohnes

„Wenn ich einen Arbeiter für eine Woche mieten muß, und ich zahle ihm an Stelle
von zehn Schillingen acht, ohne daß eine Veränderung des Geldwertes eingetreten ist,
so kann der Arbeiter wahrscheinlich mit seinen acht Schillingen mehr Nahrungsmittel
und lebenswichtige Konsumgüter erhalten als vordem für zehn. Aber dies entspringt
nicht, wie A.Smith und in jüngster Zeit Malthus behaupten, einer Erhöhung des realen
Wertes seines Lohnes, sondern geht auf einen Fall im Werte jener Dinge zurück, für die
er seinen Lohn ausgibt - zwei völlig verschiedene Angelegenheiten. Man hält mir je-
doch vor, daß ich eine neue und ungebräuchliche Ausdrucksweise anwende, die mit
den wahren Prinzipien der Wissenschaft nicht vereinbar sei, wenn ich dies einen Fall
im realen Wert des Lohnes nenne.“ (l.c. p.11, 12.)

„Nicht auf Grund der absoluten Menge von Produkten, die jede Klasse erhält, kön-
nen wir die Rate des Profits, der Rente sowie der Löhne richtig beurteilen, sondern auf
Grund der Quantität Arbeit, die zur Erzeugung jener Menge erforderlich war. Durch
Verbesserungen der Maschinerie und der Agrarwirtschaft kann sich das Gesamtprodukt
verdoppeln; wenn aber Löhne, Rente und Profit sich ebenfalls auf das Doppelte er-
höhen, so werden alle drei zueinander im gleichen Verhältnis wie vorher stehen, und man
kann bei keinem von einer relativen Veränderung sprechen. Wenn jedoch die Löhne an

"dieser Erhöhung nicht voll teilnehmen und, anstelle einer Verdoppelung, lediglich um
die Hälfte steigen ... dann ist es, glaube ich, richtig zu sagen, daß Löhne gefallen, der
Profit aber gestiegen ist. Wenn wir nämlich ein unveränderliches Maß für die Messung
des Wertes dieser Produktion hätten, so würden wir finden, daß der Arbeiterklasse ...
weniger und der Kapitalistenklasse mehr Wert als vorher zugefallen ist.“ (l.c. p.49.)

„Es braucht dies nicht im geringsten ein wirklicher Fall zu sein, denn er“ (der
Lohn) „kann ihm eine größere Mengebilliger Waren als sein früherer Lohn verschaffen.“

(l.c. p.51.)

Quincey pointierteinige der entwickelten Ric[ardo]schen Sätze im Gegen-
satz zu den anderen Ökonomen.

Beiden Ökonomen vor Ricardo „bekam man, wenn man fragte, was den Wert aller
Waren bestimmt, die Antwort, dieser Wert werde hauptsächlich durch den Lohn be-
stimmt. Wenn man nun fragte: was bestimmt den Lohn? wurde man darauf hingewie-
sen, daß der Lohn sich nach dem Wert der Waren richtet, auf die er ausgegeben wird;
und die Antwort war also im Grunde die, daß der Lohn durch den Wert der Waren be-
stimmt ist.“ (p.560 „Dialogues of Three Templars on Polit. Econ., chiefly in relation to
the principles of Mr. Ricardo“, ||666] „London Magazine“, vol. IX, 1824.)

In denselben „Dialogues“ heißt es über das Gesetz der measure of value
by the quantity of labor und by the value of labor*:

„Die beiden Formeln sind so weit entfernt davon, nur zwei verschiedene Ausdrücke
desselben Gesetzes zu sein, daß der beste Weg, in negativer Weise Herrn Ricardos
Gesetz (nämlich der Wert von A verhält sich zu dem von B wie die Mengen der sie

3 Messung des Wertes durch die Menge der Arbeit und durch den Wert der Arbeit

produzierenden Arbeit) auszudrücken, der sein würde, zu sagen, der Wert von A ver-
hält sich nicht zu dem von B wie die Werte der sie produzierenden Arbeit.“ [p.348.]

(Wäre die organische Komposition des Kapitals dieselbe in A und B, so
könnte in der Tat gesagt werden, daß sie sich verhalten wie die values of the
producing labour!. Denn die accumulated labour in beiden verhielte sich,
wie die immediate labour in beiden sich verhielte. Die Quantitäten bezahlter
Arbeit aber verhielten sich in beiden wie die Totalquantitäten in ihnen
verwandter immediate labour. Nimm an, die Zusammensetzung sei C30 V20
und die Rate des Mehrwerts =50 p.c. Wäre das eine Kapital =500 und
das andre == 300, so wäre das Produkt in dem einen Fall = 550 und in
dem andren =330. Sie verhielten sich dann aber auch =5 x 20 = 100
(Arbeitslohn) zu 3x20=60; =100:60, =10:6, =5:3. 550 : 330
=55 33 oder wie P/:%/i 6x 11=55 und 3x 11=33); also =5:3.
Aber selbst dann wüßte man nur ihr Verhältnis, nicht ihre wirklichen
Werte, da sehr verschiedne Wertsätze dem Verhältnis von 5 :3 entsprechen.)

„Wenn der Preis 10 sh., dann können Lohn und Profit zusammengenommen nicht
mehr als zehn Schilling ausmachen. Aber sind es nicht im Gegenteil Lohn und Profit
zusammen, die den Preis bestimmen? Nein, das ist die alte überholte Doktrin.“ (p.204
Th. de Quincey, „The Logic of Polit. Econ.“, Edinburgh [and London] 1844.)

„Die neue Ökonomie hat gezeigt, daß jeder Preis bestimmt ist durch die verhältnis-
mäßige Menge der produzierenden Arbeit und durch sie allein. Ist er selbst einmal
festgesetzt, dann, ipso facto?, bestimmt der Preis den Fonds, aus dem sowohl der Lohn
wie auch der Profit ihre besonderen Anteile ziehen.“ (l.c. p.204.) „Jeder Wechsel, der das
bestehende Verhältnis zwischen Lohn und Profit stören kann, muß vom Lohn ausgehen.“
(l.c.p.205.)

Ricard[o] hat das Neue an der Doktrin der Grundrente, daß er sie in der Frage vor-
bringt, ob sie das law of actual value actually by side? setzt. (l.c. p. 158.)

% Werte der sie produzierenden Arbeit - ? eigenmächtig - ? Gesetz des wirklichen Wer-
tes tatsächlich beiseite

## [SECHZEHNTES KAPITEL]

## Ricardos Profittheorie

### [II. Einzelne Fälle der Unterscheidung von Mehrwert und Profit bei Ricardo]

Es ist schon ausführlich nachgewiesen worden, daß die Gesetze des
Mehrwerts - oder vielmehr der Rate des Mehrwerts - (der Arbeitstag als ge-
geben vorausgesetzt) nicht so unmittelbar und einfach zusammenfallen mit
den, oder anwendbar sind auf die Gesetze des Profits, wie Ric/ardo] dies tut,
daß er fälschlich Mehrwert und Profit identifiziert, daß diese nur identisch,
soweit das gesamte Kapital aus variablem Kapital besteht oder unmittelbar
in Arbeitslohn ausgelegt wird, daß daher, was Rficardo] unter dem Namen
„Profit“ behandelt, überhaupt nur der Mehrwert ist. Nur in diesem Fall löst
sich auch das Gesamtprodukt einfach auf in Arbeitslohn und Mehrwert.
Ric[ardo] teilt offenbar Smiths Ansicht, daß der Gesamtwert des jährlichen
Produkts sich in Revenuen auflöst. Daher auch seine Verwechslung von
Wert und Kostenpreis.

Es braucht hier nicht wiederholt zu werden, daß die Profitrate nicht von
denselben Gesetzen unmittelbar beherrscht wie die Rate des Mehrwerts.

Erstens haben wir gesehn, daß die Profitrate steigen oder fallen kann in-
folge des Fallens oder Steigens der Rente, unabhängig von any change in
the value of labourt.

Zweitens: Die absolute amount of profit? = der absolute amount of surplus
value?. Die letztre aber nicht nur bestimmt durch die Rate des Mehr-
werts, sondern ebensosehr durch die Anzahl der angewandten Arbeiter.
Derselbe amount of profit daher möglich bei fallender Rate des Mehr-
werts und steigender Arbeiteranzahl und umgekehrt etc.

% irgendeinem Wechsel im Wert der Arbeit -? absolute Masse des Profits -° absoluten
Masse des Mehrwerts

Drittens: Die Profitrate hängt ab bei gegebner Rate des Mehrwerts von der
organic composition of capital.

Viertens: Die Profitrate hängt ab bei gegebnem Mehrwert (womit pro 100
auch die organic composition of capital als gegeben vorausgesetzt ist) von
dem Wertverhältnis der differenten Teile des Kapitals, die verschieden affi-
ziert werden können, teils durch economy of power! etc. in der Anwendung
der Produktionsbedingungen, teils durch variations of value?, die einen Teil
des Kapitals berühren können, während sie die andern unberührt lassen.

Endlich wären noch in Rechnung zu bringen die aus dem Zirkulations-
prozeß} entspringenden Unterschiede in der composition des Kapitals.

1667| Einige bei Ricfardo] selbst unterlaufenden Reflexionen hätten ihn
auf den Unterschied von Mehrwert und Profit bringen müssen. Dadurch,
daß er ihn nicht macht, scheint er, wie schon bei der Analyse des ch. I „On
Value“ angedeutet, stellenweise in die Vulgäransicht zu fallen, daß der
Profit bloßer Zuschlag über den Wert der Ware hinaus, so wenn er von Be-
stimmung des Profits von Kapital spricht, worin das fixe Kapital vorherrscht
etc.? Daher großer Blödsinn bei seinen Nachfolgern. Die Vulgäransicht
muß hereinkommen, wenn der Satz - der praktisch richtig ist, daß im
Durchschnitt Kapitalien von gleicher Größe gleiche Profite liefern oder daß
der Profit von der Größe des angewandten Kapitals abhängt - nicht durch
eine Reihe Zwischenglieder vermittelt ist mit den allgemeinen Gesetzen
über Werte etc., kurz, wenn Profit und Mehrwert identifiziert werden,
was nur richtig für das Gesamtkapital. Es fehlt daher auch bei Ricardo]
aller Weg und Steg für die Bestimmung einer allgemeinen Profitrate.

Ric[ardo] sieht ein, daß die Profitrate nicht affiziert wird durch solche
varlations of the value of commodities?, die aufalle Teile des Kapitals gleich-
mäßig wirken, wie z.B. variation in the value of money°. Er hätte also daher
schließen müssen, daß sie affiziert wird durch solche variations in the value
of commodities, die nicht gleichmäßig auf alle Teile des Kapitals wirken; daß
also variations der Profitrate möglich sind bei gleichbleibender value of
labour und selbst in entgegengesetzter Richtung mit den variations in the
value of labour. Vor allem aber hätte er festhalten müssen, daß er hier das
surplus produce oder, was bei ihm dasselbe, surplus value oder, was wieder
dasselbe, surplus labour, sobald er es sub specie® des Profits betrachtet, nicht
in Proportion zum variablen Kapital allein, sondern in Proportion zum gan-
zen vorgeschoßnen Kapital berechnet.

1 Kraftersparnis - ? Variationen des Werts -° vgl. vorl. Band, S. 178/179 - * Variationen
des Werts der Waren - ° Variation im Wert des Geldes - ® unter dem Gesichtspunkt

Er sagt mit Bezug auf einen change! in der value of money:

„Die Veränderung im Geldwert, wie groß sie auch immer sein mag, ergibt noch
keinen Unterschied in der Profitrate; denn angenommen, die Waren des Fabrikanten
steigen von 1000 /. auf 2000 I. oder um 100 Prozent, so wird seine Profitrate die gleiche
sein, wenn sein Kapital, auf das die Veränderungen des Geldes die gleiche Wirkung
wie auf den Produktenwert haben, wenn seine Maschinerie, die Gebäude und sein
Warenvorrat ebenfalls um 100 Prozent steigen... Wenn er mit einem Kapital von
bestimmten Wert durch Arbeitsersparnis die Produktenmenge verdoppeln kann, und
sie auf die Hälfte ihres früheren Preises sinkt, so wird sie im gleichen Verhältnis wie
früher zu dem Kapital stehen, das sie hervorbrachte, und die Profitrate daher immer noch
die gleiche sein. Wenn der Geldwert zur gleichen Zeit, da der Fabrikant unter Ver-
wendung desselben Kapitals die Produktenmenge verdoppelt, durch irgendeinen Zu-
fall um die Hälfte sinkt, so wird das Produkt für den doppelten Geldwert als vorher ver-
kauft werden. Das für seine Erzeugung aufgewendete Kapital wird aber ebenfalls das
Doppelte seines früheren Geldwertes besitzen, darum wird auch in diesem Fall der
Wert des Produkts zum Wert des Kapitals im gleichen Verhältnis wie vordem stehen.“ (l.c
p.51, 52.)

Versteht Ricfardo] hier unter produce das surplus produce, so die Sache

richtig. Denn die Profitrate = an So wenn das sur-
apital

plus produce = 10 und das Kapital = 100, die Profitrate =" ="/1o
= [0 p.c. Versteht er aber das Gesamtprodukt, so ist die Sache nicht exakt
ausgedrückt. Er meint dann offenbar unter der Proportion der value of the
produce to the value of capital? nichts andres als den Überschuß des Werts
der Ware über den Wert des vorgeschoßnen Kapitals. Unterallen Umständen
sieht man, daß er hier den Profit nicht mit dem Mehrwert identifiziert und
surplus value

value of labour oder

die Profitrate nicht mit der Rate des Mehrwerts, =

surplus value
variiables Kapital .
Ric[ardo] sagt (ch. XXX):

„Aber es wurde unterstellt, daß die Rohprodukte, aus denen die Waren hergestellt
werden, im Preis gesunken sind, und aus diesem Grund werden die Waren sinken. Zu-
gegeben, sie werden sinken, aber ihr Sinken wird nicht von einem Rückgang des Geld-
einkommens des Produzenten begleitet sein. Wenn er seine Ware für weniger Geld
verkauft, so nur deswegen, weil eines der Materialien, aus denen sie hergestellt wurde,
im Wert gesunken ist. Wenn der Tuchmacher sein Tuch für 900 I. anstatt für 1000 7.

1 Wechsel — 2 des Wertes des Produkts zum Wert des Kapitals

verkauft, so wird sein Einkommen nicht geringer sein, falls die Wolle, aus der es pro-
duziert wurde, 100 !. an Wert verloren hat.“ (l.c. p.518.)

(Der Punkt, den Rlicardo] hier eigentlich behandelt, die Wirkung in
einem praktischen case!, geht uns hier nichts an. Plötzliche Depreziation
der Wollewürde allerdings dasmoney income der clothiers? affizieren (schäd-
lich), die einen großen stock in trade? fertigen Zeugs auf Lager hätten, ge-
macht zu einer Zeit, wo die Wolle teurer, und zu verkaufen, nachdem sie
11668] deprezuert.)

Wenn, wie Ric[ardo] hier voraussetzt, die clothiers dieselbe Masse Ar-
beit nach wie vor in Bewegung setzen {sie könnten viel mehr in Bewegung
setzen, weil ein Teil des freigesetzten Kapitals, der früher bloß in Roh-
material expended‘, jetzt in Rohmaterial + labour expended werden kann},
ist es klar, daß ihr „money income“, absolut betrachtet, „will not be less“,
aber ihre Profitrate wird größer sein als früher; denn dieselben, sage 10 p.c.
wie früher, also 100 /., wären jetzt statt auf 1000 auf 900 I. zu berechnen. Im
ersten Fall die Profitrate = 10 p.c. Im zweiten =Y/,= I1!/, p.c. Da nun
gar Rlicardo] unterstellt, daß das raw produce of which commodities are
made®, überhaupt fiele, so stiege die general rate of profit” und nicht nur die
rate of profit in einem trade®. Es ist um so sonderbarer, daß Ric[ardo] dies
nicht einsieht, da er den umgekehrten case einsieht.

Nämlich in dem Abschnitt, ch.VI „On Profits“, behandelt Ric[ardo]
den case, daß infolge einer Verteuerung der necessaries?, infolge von Be-
bauung von schlechtrem Land und folglich Steigen der Differentialrente,
erstens der Arbeitslohn steigt, zweitens alles raw produce? von der surface
of the earth". (Eine keineswegs nötige Unterstellung. Baumwolle kann sehr
gut fallen, Seide, sogar Wolle und Leinen, obgleich Korn im Preis steigt.)

Er sagt erstens, daß der Mehrwert (er sagt Profit) des Pächters fallen
wird, weil der Wert des Produkts der 10 Mann, die er anwendet, nach wie
vor =7201,, und er von diesem funds"? von 720 mehr in wages!? abgeben

muß. Und er fährt fort:

„Allein die Profitrate wird noch mehr sinken, da das Kapital des Farmers ... zum
großen Teil aus Agrarprodukten besteht, wie Getreide, Heu, ungedroschenem Weizen
und Gerste, seinen Pferden und Kühen, die alle im Preise als Folge der allgemeinen
Preiserhöhung der Produkte gestiegen sind. Sein absoluter Profit wird von 480 1. auf

1 Fall- 2 Geldeinkommen der Tuchmacher -® Vorrat - * ausgegeben wurde - 3 „nicht
geringer sein wird“ - ® Rohprodukt, aus dem Waren hergestellt sind - ? allgemeine Profit-
rate - ® Gewerbezweig - ? lebenswichtigen Artikel - 19 Rohprodukt - !! Oberfläche der
Erde —12 Fonds - 1? Löhnen

445 1, 15 sh. fallen. Wenn sich jedoch aus der eben erwähnten Ursache sein Kapital von
3000 I. auf 3200 I. erhöht, so wird seine Profitrate bei einem Getreidepreis von 5 I. 2 sh.
10 d. unter 14 Prozent liegen. Wenn ein Fabrikant gleichfalls 3000 I. in seinem Unter-
nehmen angelegt hat, so muß er infolge des Steigens der Löhne sein Kapital erhöhen,
um imstande zu sein, sein Unternehmen weiter zu führen. Falls seine Waren vorher
für 720 1. verkauft wurden, so werden sie weiterhin zum gleichen Preis abgesetzt, aber
die Arbeitslöhne, die vorher 240 I. ausmachten, werden bei einem Getreidepreis von
51.2sh. IOd. auf 2741. 5 sh. steigen. Im ersteren Fall erhält er die Differenz von
480 I. als Profit auf sein Kapital von 3000 /., im zweiten erzielt er einen Profit von nur
445 I. 15 sh. auf ein erhöhtes Kapital, der dadurch mit der veränderten Profitrate des
Farmers übereinstimmt.“ (l.c. p.116, 117.)

Hier also unterscheidet Ricfardo] zwischen absolute profits (gleich sur-
plus value) und rate of profits und zeigt auch, daß infolge des Wertwechsels
im vorgeschoßnen Kapital die Profitrate mehr fällt, als die absolute profits
(surplus value) fällt infolge des rise in the value of labourt. Die rate of profits
wäre hier ebenso gefallen, wenn die value of labour dieselbe geblieben, weil
derselbe absolute Profit auf ein größres Kapital zu berechnen wäre. Der um-
gekehrte Fall von einem Steigen der Profitrate (verschieden vom Steigen
des surplus value oder des absolute profit) fände also in dem erst aus ihm
zitierten Fall statt, wo der Wert des raw produce fällt. Es zeigt sich also,
daß Steigen und Fallen der Profitrate noch durch andre Umstände bestimmt
wird als Steigen und Fallen des absolute profits und Steigen und Fallen
von dessen Rate, berechnet nach dem in Arbeitslohn ausgelegten Kapital.

Ric[ardo] fährt an der letztzitierten Stelle fort:

„Schmuckstücke, Eisen-, Silber- und Kupferwaren werden nicht steigen, weil
keines der von der Erdoberfläche gewonnenen Rohprodukte in sie eingeht.“ (l.c. p. 117.)

Die Preise dieser Waren werden nicht steigen, aber die Profitrate in die-
sen trades würde über die der andern steigen. Denn in den letzten kommt
ein kleinerer Mehrwert (wegen Steigen des Arbeitslohns) auf ein vor-
geschoßnes Kapital, das aus doppelten Gründen gewachsen ist im Wert; ein-
mal, weil die Auslage für Arbeitslohn gestiegen, zweitens, weil die Auslage
für Rohmaterial gestiegen. Im zweiten Fall kommt ein |669] kleinerer
Mehrwert auf ein vorgeschoßnes Kapital, das nur gewachsen in seinem
variablen Teil wegen des Steigens des Arbeitslohns.

In diesen Stellen wirft Ricfardo] seine ganze Profittheorie, die auf der
falschen Identifikation zwischen Rate des Mehrwerts und Profitrate beruht,
selbst über den Haufen.

1 Steigens im Wert der Arbeit

„So werden also in jedem Falle die agrikolen wie die industriellen Profite durch

eine Preissteigerung der Rohprodukte herabgesetzt, falls diese von einer Erhöhung der
Löhne begleitet wird.“ (l.c. p. 113; 114.)

Aus dem von Rlicardo] selbst Gesagten geht hervor, daß, selbst wenn
nicht accompanied by a rise of wages, die rate of profits would be lowered
by an enhancement of that part of the advanced capital, consisting of raw
producet.

„Angenommen aber, der Preis von Seide, Samt, Möbeln und einer Reihe anderer
Waren, die nicht vom Arbeiter benötigt werden, steigt infolge des für sie verausgabten
größeren Arbeitsquantums, wird das nicht den Profit berühren? Sicherlich nicht; denn
nichts als eine Erhöhung des Lohnes kann den Profit beeinträchtigen. Seide und Samt wer-
den nicht vom Arbeiter konsumiert, und sie können daher den Lohn nicht in die Höhe

treiben.“ (l.c. p.118.)

Certainly; the rate of profits in those peculiar trades would fall, although
the value of labour - wages - remained the same?. Das Rohmaterial für die
Seidenfabrikanten, Klavierfabrikanten, Möbelfabrikanten etc. würde ver-
teuert, also würde die Proportion desselben Mehrwerts zum ausgelegten
Kapital und hence the rate of profit? fallen. Und die allgemeine Profitrate
besteht aus dem average* der besondren Profitraten in allen branches of
business®. Oder jene Fabrikanten würden, um den Durchschnittsprofit nach
wie vor zu machen, den Preis ihrer Waren erhöhen. Solche nominelle Steige-
rung der Preise affiziert nicht direkt die Profitrate, aber die expenditure of
profit®,

RicJardo] kommt noch einmal zurück auf den oben behandelten Fall, wo
der Mehrwert (absolute profit) fällt, weil der Preis der necessaries (und
damit die Grundrente) steigt.

„Ich muß nochmals betonen, daß die Profitrate viel rascher sinken würde, als ich
bei meiner Berechnung unterstellt habe: denn bei einem Wert des Produktes, wie ich ihn
unter den angenommenen Bedingungen angegeben habe, wird sich der Wert des
Kapitals des Farmers erheblich erhöhen, da es notwendigerweise aus vielen in ihrem Preise
gestiegenen Waren besteht. Ehe Getreide von 4, auf 121. steigen kann, wird sich der
Tauschwert seines Kapitals wahrscheinlich verdoppeln, und es wird anstatt 3000 I.
6000 I. wert sein. Wenn also sein Profit 180 I. oder 6 Prozent auf sein ursprüngliches
Kapital beträgt, ist die Rate des Profits in Wirklichkeit zu dieser Zeit nicht höher als

3 begleitet ist von einer Erhöhung der Löhne, die Profitrate gesenkt würde durch eine
Erhöhung jenes Teils des vorgeschossenen Kapitals, der aus Rohprodukt besteht - ? Es ist
gewiß; die Profitrate in jenen besonderen Gewerbezweigen würde fallen, obwohl der Wert der
Arbeit - die Löhne - dieselben blieben -*? daher die Profitrate -* Durchschnitt -° Geschäfts-

zweigen - ° Verausgabung des Profits

3 Prozent, da 6000 I. zu 3 Prozent 180 !. einbringen, und unter diesen Bedingungen ein
neuer Farmer sich nur mit 6000 1. in seiner Tasche in der Landwirtschaft betätigen könnte.
Viele Gewerbezeige werden aus derselben Quelle mehr oder weniger Vorteile schöpfen.
Der Brauer, der Destillateur, der Tuch- oder Leinenfabrikant werden zum Teil durch
die Wertsteigerung ihrer Vorräte an Rohmaterial und Fertigwaren für die Verminderung
ihres Profits entschädigt werden; jedoch der Fabrikant von Eisenwaren, von Schmuck
und von vielen anderen Waren würde gleich denen, deren Kapital vollständig aus Geld
besteht, dem gesamten Fall der Profitrate ausgesetzt sein, ohne irgendeinen Ausgleich

zu erhalten.“ (l.c. p. 123, 124.)

Das Wichtigste ist hier nur das, was RicJardo] übersieht, nämlich, daß er
seine Identifikation von Profit und Mehrwert über den Haufen wirft, und daß,
unabhängig von der value of labour", die Profitrate affiziert werden kann
durch eine variation in the value of the constant capital?. Im übrigen seine
Illustration nur teilweis richtig. Der Gewinn, den farmer, clothier? etc. vom
Steigen des Preises ihres vorhandnen und auf dem Markt befindlichen stock
of commodities* machen würden, hörte natürlich auf, sobald sie diese Waren
losgeschlagen. Die Werterhöhung ihres Kapitals wäre ebenfalls kein Ge-
winn mehr für sie, sobald dies Kapital konsumiert ist und reproduziert wer-
den müßte. Sie befinden sich dann alle in der Lage des von Rlicardo] selbst
zitierten neuen Pächters, der ein Kapital von 6000 I. avancieren müßte, um
einen Profit von 3 p.c. zu machen. Dagegen ||XI1I-670] würden jeweller,
manufacturer of hardware, money dealer? etc., obgleich sie im Anfang keine
Kompensation für den Verlust, eine höhere Profitrate als 3 p.c. realisieren,
da nur ihr in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital, nicht ihr konstantes Kapital
an Wert gewachsen.

Wichtig hier noch bei dieser von Ricfardo] erwähnten Kompensation
des fallenden Profits durch Steigen des Werts des Kapitals, daß es sich für
den Kapitalisten - und überhaupt bei Teilung des Produkts der jährlichen
Arbeit - nicht nur um die Verteilung des Produkts zwischen den verschiede-
nen shareholders® der Revenue handelt, sondern auch um Teilung dieses
Produkts in Kapital und Revenue.

1 dem Wert der Arbeit - ? Veränderung im Wert des konstanten Kapitals - ® Tuchfabri-
kant -* Warenvorrats -5 Juwelier, Fabrikant von Eisenwaren, Geldkapitalist -® Teilhabern

[2.] Bildung der allgemeinen Profitrate (average profits)
(oder „general rate of profits“) („usual profits“)

### [a) Die gegebene Durchschnittsprofitrate als Ausgangspunkt der Ricardoschen Profittheorie]

Ric[ardo] ist hier keineswegs theoretisch klar.

„Ich habe bereits bemerkt, daß der Marktpreis einer Ware ihren natürlichen oder
notwendigen Preis übersteigen kann, da sie vielleicht in geringerem Umfang produziert
wird, als die neue Nachfrage nach ihr erheischt. Das ist jedoch nur eine zeitweilige Er-
scheinung. Der hohe Profit auf das in der Produktion dieser Ware angelegte Kapital
wird selbstverständlich Kapital in diesen Zweig ziehen, und sobald der erforderliche
Fonds vorhanden und die Warenmenge entsprechend erhöht ist, wird der Preis fallen
und der Profit dieses Zweiges wird sich dem allgemeinen Niveau angleichen. Ein Sinken der
allgemeinen Profitrate ist keineswegs unvereinbar mit einem auf bestimmte Zweige be-
schränkten Steigen des Profits. Durch die Ungleichheit der Profite wird das Kapi-
tal von einer Anlage zur anderen übergeleitet. Während also der Profit im
allgemeinen fallen und sich allmählich auf einen niedrigeren Niveau stabilisieren kann
infolge der Erhöhung des Lohnes und der wachsenden Schwierigkeiten, eine sich ver-
größernde Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern zu versorgen, kann der Profit des
Farmers für einen Zeitraum von kurzer Dauer über dem früheren Stand liegen. Einer
außerordentlichen Belebung kann sich eine Zeitlang auch ein bestimmter Zweig des
auswärtigen oder kolonialen Handels erfreuen.“ (l.c. p.118, 119.)

„Man muß sich erinnern, daß Preise auf dem Markt andauernd schwanken, und .
zwar in erster Linie wegen des relativen Verhältnisses zwischen Nachfrage und An-
gebot. Obwohl Tuch zu 40 sh. pro Yard angeboten wird und den normalen Kapital-
profit abwerfen könnte, kann es doch durch einen allgemeinen Modewechsel auf 60 oder
80 sh. ansteigen... Die Tuchfabrikanten werden zeitweise ungewöhnliche Profite
machen, aber Kapital wird natürlich in diesen Zweig einströmen, bis Angebot und
Nachfrage wieder auf ihrem richtigen Stand sind, worauf der Preis des Tuches wieder
auf 40 sh., seinen natürlichen und notwendigen Preis, sinken wird. In gleicher Weise
kann Getreide bei jeder erhöhten Nachfrage so hoch steigen, daß es dem Farmer mehr
als den allgemeinen Profit einbringt. Falls reichlich fruchtbarer Boden vorhanden ist,
wird der Preis des Getreides wieder auf seinen früheren Stand sinken, nachdem die zu
seiner Produktion erforderliche Menge Kapital angelegt wurde, und der Profit wird
derselbe wie früher sein. Ist jedoch nicht genügend fruchtbarer Boden vorhanden und
wird zur Erzeugung dieser zusätzlichen Quantität mehr als die übliche Menge Kapital
und Arbeit benötigt, so wird das Getreide nicht auf seinen früheren Stand sinken. Sein
natürlicher Preis wird in die Höhe getrieben und, anstatt erhöhte Profite einzustreichen,
wird sich der Farmer gezwungen sehen, mit der reduzierten Rate zufrieden zu sein,
welche die unausbleibliche Folge der durch das Steigen der lebenswichtigen Güter ver-
ursachten Erhöhung der Löhne ist.“ (l.c. p. 119, 120.)


Ist der Arbeitstag gegeben (oder finden nur solche differences in the
working days in different trades! statt as are compensated by the peculiar-
ities of different labour?) so, da der Arbeitslohn on an average? derselbe, ist
die allgemeine Rate des Mehrwerts gegeben, i.e. of surplus labour. Dies liegt
Ric[ardo] im Kopf. Und er verwechselt diese general rate of surplus value?
mit der general rate of profits. Ich habe gezeigt, daß bei derselben general
rate of surplus value die Profitraten in different trades durchaus verschieden
sein müssen, würden die Waren zu ihren resp. Werten verkauft. Die all-
gemeine Profitrate entsteht dadurch, daß der gesamte produzierte Mehrwert
auf das Gesamtkapital der Gesellschaft (Klasse der Kapitalisten) berechnet
wird; jedes Kapital in jedem besondren trade daher dargestellt wird als ali-
quoter Teil eines Gesamtkapitals von derselben ||671] organischen Komposi-
tion, sowohl was die Zusammensetzung in konstantes und variables Kapital
als in zirkulierendes und fixes angeht. Als solcher aliquote Teil zieht es im
Verhältnis seiner Größe seine Dividende aus dem von der Summe des Kapi-
tals erzeugten surplus value. Der so verteilte Mehrwert, Portion Mehrwert,
die auf ein Kapitalstück von gegebner Größe, z.B. 100, fällt, während eines
gegebnen Zeitraums, z.B. I Jahr, bildet den average profit oder general rate
of profit, wie sie in die Produktionskosten of every trade® eingeht. Ist die
Portion [pro 100] = 15, so ist der usual profit = 15 p.c. und der Kosten-
preis = 115. Er kann geringer sein, wenn z.B. nur ein Teil des vorgeschoß-
nen Kapitals in den Verwertungspozeß als dechet eingeht. Aber er ist immer
= dem konsumierten Kapital + 15, dem average profit auf das vorgeschoßne
Kapital. Ginge in einem Fall 100 ein in das Produkt, in dem andren nur 50,
so wäre in dem einen Fall der Kostenpreis = 100 + 15 = 115 und in dem
andren =50-+ 15 = 65; beide Kapitalien hätten in diesem Fall ihre Waren
zu demselben Kostenpreis verkauft, d.h. zu einem Preis, der beiden dieselbe
rate of profit abwürfe. Es ist klar, daß die Darstellung, Verwirklichung, Her-
stellung der allgemeinen Profitrate die Verwandlung der Werte in von ihnen
verschiedne Kostenpreise ernötigt. Ricardo] unterstellt umgekehrt die Iden-
tität von Werten und Kostenpreisen, weil er Profitrate und Rate des Mehr-
werts verwechselt. Er hat daher nicht die leiseste Ahnung von dem general
change’, der in den prices der Waren vorgeht, infolge der Herstellung einer
general rate of profit, bevor von einer general rate of profit die Rede sein
kann. Er nimmt diese rate of profits als ein Prius an, das daher sogar in die

1 Verschiedenheiten in den Arbeitstagen in verschiedenen Gewerbezweigen - ? die kom-
pensiert werden durch die Eigenheiten verschiedener Arbeit -? im Durchschnitt -* d.h. der
Mehrarbeit -° allgemeine Mehrwertsrate - ® jedes Gewerbezweiges - 7 allgemeinen Wechsel

Bestimmung des Wertes bei ihm eingeht. (Sieh ch. I „On Value“ .) Die general
rate of profit vorausgesetzt, betrachtet er bloß die ausnahmsweisen Modifika-
tionen in den Preisen, die die Erhaltung dieser general rate ernötigt, den
Fortbestand dieser general rate of profit. Er hat keine Ahnung davon, daß
vorher eine Verwandlung der values in cost-prices vorgehn muß, um die
general rate of profits zu schaffen, daß er also auf der Basis einer general rate
of profits nicht mehr unmittelbar mit den values of commodities operiert.

Auch in dem vorstehenden Passus nur die A.Smithsche Vorstellung,
aber selbst diese einseitig, weil Ricardo] am Hintergedanken seiner general
rate of surplus value festhält. Die Profitrate steigt bei ihm nur in besondren
trades über das level!, weil der market price über den natural price steigt,
infolge der Verhältnisse von supply und demand?, der Unterproduktion
oder Überproduktion in besondren trades. Die Konkurrenz, Zufuhr von
neuem Kapital zu einem trade, oder Entziehung von altem Kapital aus
einem andern trade, gleicht dann market price und natural price miteinander
aus und reduziert den Profit des besondren trade auf das general level?. Hier
ist das real level of profits* als konstant und gegeben vorausgesetzt, und es
handelt sich nur darum, [ihn] in besondren trades, die sich infolge von
supply and demand über das level erheben oder unter es sinken, darauf zu

. reduzieren. Es ist sogar bei Rlicardo] dabei immer unterstellt, daß die Wa-
ren, deren Preise mehr als den average profit liefern, über, und die weniger
liefern, unter ihrem Wert stehn. Wird durch die Konkurrenz ihr Marktwert
ihrem Wert adäquiert, so ist das level hergestellt.

Das level selbst kann nach Ric[ardo] nur steigen oder fallen, wenn der
Arbeitslohn fällt oder steigt (relativ permanent), d.h. die Rate des relativen
Mehrwerts, was ohne Alteration der Preise geschieht. (Obgleich Rlicardo]
selbst eine sehr bedeutende Alteration der Preise in different trades, je nach
ihrer Zusammensetzung aus zirkulierendem und fixem Kapital, hier zu-
gibt.)

Aber selbst wenn eine general rate of profits hergestellt ist und daher
Kostenpreise, kann die rate of profits in bes. trades steigen, weil hier längre
Zeit gearbeitet wird, die rate of absolute surplus value steigt. Daß die Kon-
kurrenz der Arbeiter dies nicht ausgleichen kann, beweist das Einmischen des
Staats. Ohne daß hier der market price über den natural price steigt,wird
hier die Rate des Profits in diesen bes. trades steigen. Die Konkurrenz der
Kapitalien kann und wird auf die Dauer allerdings bewirken, daß dieser

1 Niveau - ® Zufuhr und Nachfrage - ? allgemeine Niveau - * wirkliche Niveau des

Profits

Surplusprofit nicht ganz den Kapitalisten in diesen besondren trades zu-
fällt. Sie werden ihre Waren unter ihre „natural prices“ senken müssen,
oder die andren trades werden ihre Preise etwas erhöhn (jedenfalls, wenn
nicht faktisch erhöhn, was durch Sinken des Werts dieser Waren paralysiert
sein kann, doch |I672| nicht so tief senken, als es die Entwicklung der Pro-
duktivkraft der Arbeit in ihren eignen trades erheischte). Das general level
wird steigen, und die Kostenpreise werden sich ändern.

Ferner: kommt ein neuer trade auf, worin unverhältnismäßig viel leben-
dige Arbeit im Verhältnis zur akkumulierten angewandt wird, wo also die
Komposition des Kapitals tief unter der average composition? steht, die den
average profit bestimmt, so können die Verhältnisse von supply und demand
bei einem neuen trade erlauben, ihn über seinem Kostenpreis, mehr seinem
wirklichen Wert annähernd zu verkaufen. Gleicht die Konkurrenz dies aus,
so nur möglich durch Hebung des general level, weil das Kapital überhaupt
mehr größres Quantum unbezahlter Surplusarbeit realisiert, in Bewegung
setzt. Die Verhältnisse von supply und demand bewirken in dem ersten
Fall nicht, wie Ricardo meint, daß die Ware über ihrem Wert verkauft wird,
sondern nur, daß sie annähernd zu ihrem Wert über ihrem Kostenpreis ver-
kauft wird. Die Ausgleichung kann also nicht bewirken, daß sie zu dem
alten level reduziert wird, sondern daß ein neues level hergestellt wird.

### [b) Ricardos falsche Auffassung vom Einfluß des Kolonialhandels wie überhaupt des Außenhandels auf die Profitrate]

Ebenso colonial trade? z.B., wo infolge von Sklaverei und Fruchtbarkeit
der Natur value of labour? niedriger steht als in dem alten country* (oder
auch wegen faktischer oder legaler Nichtentwicklung des Grundeigentums).
Sind die Kapitalien des Mutterlandes beliebig transferable to this new
trade®, so werden sie zwar den spezifischen surplus profit in diesem trade
senken, aber das general level of profit heben (wie A.Smith ganz richtig
bemerkt).

Ric[ardo] hilft sich hier immer mit der Phrase: Äber in den alten trades
ist doch das Quantum der angewandten Arbeit dasselbe geblieben, ditto der
Arbeitslohn. Aber die general rate of profit ist bestimmt durch das Verhält-
nis der unbezahlten Arbeit zur bezahlten und zum vorgeschoßnen Kapital
nicht in diesem oder jenem trade, sondern in allen trades, wozu das Kapital

1 durchschnittlichen Zusammensetzung - ? Kolonialhandel -°® Wert der Arbeit -* Land -
5 auf diesen neuen Zweig übertragbar

freely may be transferred!. Das Verhältnis mag in ?/,o dasselbe bleiben;
ändert es sich in !/19, so muß die general rate of profit in den !P/, changieren.
So oft die Masse der unbezahlten Arbeit, die vom Kapital von gegebner
Größe in Bewegung gesetzt wird, wächst, kann die Konkurrenz doch nur
das herstellen, daß Kapitalien von gleicher Größe gleiche Dividenden be-
ziehn, gleiche Anteile an dieser vermehrten Surplusarbeit, aber nicht, daß
trotz der gewachsnen Surplusarbeit, im Verhältnis zum vorgeschoßnen
Gesamtkapital, die Dividende jedes einzelnen Kapitals dieselbe bleibt, auf
den alten Anteil an Surplusarbeit reduziert wird. Nimmt Ricfardo] dies an,
so hat er durchaus keinen Grund, A.Smiths Ansicht zu bestreiten, daß bloß
die wachsende Konkurrenz der Kapitalien infolge ihrer Akkumulation die
Profitrate erniedrigt. Denn er nimmt hier selbst an, daß die Profitrate er-
niedrigt wird durch die bloße Konkurrenz, obgleich die rate of surplus
value wächst. Allerdings hängt dies zusammen mit seiner zweiten falschen
Voraussetzung, daß die rate of profits (Erniedrigung oder Erhöhung des
Arbeitslohns abgerechnet) nie steigen oder fallen kann, außer durch tempo-
räre Abweichungen des market price vom natural price. Und was ist der
natural price? Der Preis = advances? + average profit. Dies kommt also
wieder auf die Voraussetzung heraus, daß der average profit nie anders fallen
oder steigen kann als der relative surplus value.
Es ist daher falsch, wenn Ricardo] im Gegensatz zu Smith sagt:

„Nach meiner Meinung kann irgendein Wechsel von einem auswärtigen Handel zu
einern anderen oder vom Binnen- zum Außenhandel die Profitrate nicht ändern.“ (l.c.

p.413.)

Es ist ebenso falsch, wenn er meint, die rate of profits affiziere die Kosten-
preise nicht, weil sie die values nicht affiziert.

Es ist falsch, wenn Ricfardo] glaubt, daß in consequence of a Ferse
foreign trade das general level? muß stets herbeigeführt werden durch Re-
duktion auf den alten level und nicht durch seine Erhöhung.

„Sie behaupten, daß die Gleichheit der Profite durch das allgemeine Steigen der
Profite zustande gebracht werden wird, und ich bin der Meinung, daß die Profite des
bevorzugten Gewerbes schnell auf den allgemeinen Stand sinken werden.“ (l.c.p. 132,

133.)

Durch seine ganz falsche Auffassung der Profitrate mißversteht Ricardo
völlig den Einfluß des foreign trade?, wenn er nicht direkt die food der

1 frei übertragen werden kann - ? Auslagen - ® infolge eines begünstigten auswärtigen
Handels das allgemeine Niveau - ® auswärtigen Handels

labourers! erniedrigt. Er sieht nicht, von welcher enormen Wichtigkeit für
England z.B. das Beschaffen ||673] wohlfeileren Rohmaterials für die Indu-
strie, und daß in diesem Fall, wie ich früher gezeigt?, obgleich die Preise sin-
ken, die Profitrate steigt, während im umgekehrten Fall bei steigenden Preisen
die Profitrate fallen kann, selbst wenn in beiden Fällen der Arbeitslohn der-
selbe bleibt.

„Nicht infolge der Ausdehnung des Marktes erhöht sich daher die Profitrate.“
(l.c. p. 136.)

Die rate of profit hängt nicht vom Preis der einzelnen Ware ab, sondern
von der Masse Surplusarbeit, die mit einem gegebnen Kapital realisiert
werden kann. Ric[fardo] verkennt auch sonst die Wichtigkeit des market, weil
er das Wesen des Geldes nicht versteht.

(Zu dem obigen noch zu merken: Ricardo begeht alle diese blunders®,
weil er seine Identität von Rate des Mehrwerts und Profitrate durch gewalt-
same Abstraktionen durchsetzen will. Der Vulgus daher geschlossen, daß
die theoretischen Wahrheiten Abstraktionen sind, die den wirklichen Ver-
hältnissen widersprechen. Statt umgekehrt zu sehn, daß RicJardo] nicht weit

genug in der richtigen Abstraktion geht und daher zu der falschen getrieben
wird. 76)

[3.1] Gesetz vom Fall der Profitrate

### [a) Falsche Voraussetzungen in der Ricardoschen Auffassung vom Fall der Profitrate]

Dies ist einer der wichtigsten Punkte im Rficardolschen System.

Profitrate hat Tendenz zu fallen. Woher? A.Smith sagt: infolge der
wachsenden Akkumulation und der sie begleitenden wachsenden Konkur-
renz der Kapitalien. Rlicardo] erwidert: Die Konkurrenz kann die Profite
ausgleichen (wir haben oben gesehn, daß er hier nicht konsequent) in den
different trades*; sie kann aber die allgemeine Rate des Profits nicht senken.
Dies wäre nur möglich, wenn infolge der Akkumulation des Kapitals die
Kapitalien sich soviel schneller vermehrten als die Population, daß die Nach-

1 Nahrungsmittel der Arbeiter - * siehe 3. Teil dieses Bandes, S.214-222 -® Fehler -

4 verschiedenen Gewerbezweigen

frage nach Arbeit beständig größer als ihr supply, daher der Arbeitslohn be-
ständig nominell, reell und dem Gebrauchswert nach - im Wert und Ge-
brauchswert - beständig stiege. Dies nicht der Fall. RicJardo] ist kein Opti-
mist, der dergleichen Fabeleien glaubt.

Da ihm nun Profitrate und Rate des Mehrwerts identisch - des relativen
Mehrwerts, indem er den Arbeitstag als gleichbleibend voraussetzt -, so
kann ein permanenter Fall des Profits oder die Tendenz des Profits zum
Fallen nur erklärt werden aus denselben Gründen, die einen permanenten Fall
oder Tendenz zum Fall in der Rate des Mehrwerts, i.e. des Teils des Tages,
den der Arbeiter nicht für sich, sondern für den Kapitalisten arbeitet, be-
dingen werden. Welches aber sind diese Bedingungen? Den Arbeitstag als
gegeben vorausgesetzt, kann der Teil desselben, den der Arbeiter gratis für
den Kapitalisten arbeitet, nur fallen, abnehmen, wenn der Teil, den er für
sich arbeitet, wächst. Und dies nur möglich (vorausgesetzt, daß der value
of labour gezahlt wird), wenn der Wert der necessaries, der Lebensmittel,
worin sein Arbeitslohn sich auslegt, zunimmt. Nun nimmt aber der Wert
der Manufakturwaren, infolge der Entwicklung der Produktivkräfte der
Arbeit, beständig ab. Die Sache also nur dadurch zu erklären, daß der
Hauptbestandteil der Lebensmittel - food - beständig im Wert steigt. Dies
daher, daß die Agrikultur beständig unfruchtbarer wird. Dieselbe Voraus-
setzung, die nach Rlicardo]s Erklärung der Grundrente ihre Existenz und
ihr Wachstum erklärt. Das fortwährende Fallen des Profits ist daher mit
fortwährendem Steigen in der Rate der Grundrente verknüpft. Ich habe
bereits gezeigt, daß Rlicardo]s Auffassung der Grundrente falsch ist. Damit
fällt also die eine Grundlage seiner Erklärung für den fall in the rate of
profits. Aber zweitens beruht sie auf der falschen Voraussetzung, daß rate of
surplus value und rate of profit identisch. Daß also ein Fall in der rate of
profit identisch ist mit einem Fall in der rate of surplus value, der in der Tat
nur in der Rlicardolschen Weise erklärlich wäre. Damit ist seine Theorie
beseitigt. Die Profitrate fällt - obgleich die rate of surplus value identisch
bleibt oder steigt -, weil das variable Kapital abnimmt mit der Entwicklung
der Produktivkräfte der Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital. Sie
fällt also, nicht weil die Arbeit unproduktiver, sondern weil sie produktiver
wird. Nicht weil der Arbeiter weniger, sondern mehr exploitiert wird, sei
es nun, daß die absolute surplus time! wächst oder sobald der Staat dies
hemmt, die kapitalistische Produktion damit identisch ist, daß der relative
value of labour fällt und daher die relative surplus time wächst.

1 Mehrzeit

Rlicardols Theorie beruht also auf zwei falschen Voraussetzungen:

1. der falschen Voraussetzung, daß Existenz und Wachsen der Grund-
rente abnehmende Fruchtbarkeit der Agrikultur bedingen;

2. der falschen Voraussetzung, daß Rate des Profits = der Rate des rela-
tiven Mehrwerts nur steigen oder fallen kann im umgekehrten Verhältnis,
wie der Arbeitslohn fällt oder steigt.

1674| Ich werde nun zunächst die Sätze zusammenstellen, worin Rli-
cardo] die eben entwickelte Ansicht auseinandersetzt.

### [B) Die Vorstellung Ricardos, daß die wachsende Rente die Profitrate nach und nach verschlingt]

Vorher noch einige Bemerkungen über die Art, wie, die Ricfardo]sche
Vorstellung der Grundrente vorausgesetzt, er sich denkt, daß die Rente die
Profitrate nach und nach verschlingt.

Wir wollen die Tabelle S.574* benutzen, aber mit der nötigen Modi-
fikation.

In jenen Tabellen unterstellt, daß das angewandte Kapital = C®V*0, der
Mehrwert =50 p.c., der Wert des Produkts also, welches immer die Pro-
duktivität der Arbeit, = 120 I. Davon waren 10 .=Profit, 10 I. = absolute
Rent. Nimm an, die 401. seien für 20 Mann (Wochenarbeit z.B.) (oder
nimm des Profitsatzes wegen lieber Jahresarbeit; doch ist das hier ganz
gleichgültig). Nach Tabelle A, wo Boden I den Marktwert bestimmt, die
Anzahl der Tonnen = 60, also 60 Tonnen = 120 I., 1t=12%/,,1.=2 1. Der
Arbeitslohn 40 I., also =20 t oder qrs. Getreide. Dies also der notwendige
Arbeitslohn für die von dem Kapital 100 beschäftigte Arbeiteranzahl. Wäre
es nun nötig, zu einer schlechteren Bodenart herabzusteigen, wo das Kapital
von 110 (60 konstantes Kapital und die davon in Bewegung gesetzten
20 Arbeiter) nötig wäre, um 48t zu produzieren. (Nämlich 60 konstantes
Kapital und 50 variables Kapital.) In diesem Falle Mehrwert = 10/. Und
der Preis der Tonne = 2!/, I. Gingen wir zu einer noch schlechtern Boden-
art, wo 1201.=40t, so der Preis der Tonne =1%/,=3 1. Hier fiele aller
Mehrwert auf der schlechtesten Bodenart weg. Was die 20 Mann produ-
zieren, immer = dem Wert von 601. (3 1.=1 Arbeitstag von beliebiger
Größe). Wächst also der Arbeitslohn von 40 auf 60, so verschwindet aller

Mehrwert. Es iststets unterstellt, daß | qr. dasnotwendige Salair forone man?.

1 Siehe die Einlage zwischen den Seiten 260 und 261 des vorl. Bandes - ? für einen
Mann

Gesetzt, in diesen beiden Fällen solle nur das Kapital von 100 ausgelegt
werden. Oder, was dasselbe ist, welches Kapital auch immer ausgelegt
werde, welches ist das Verhältnis für 100? Statt nämlich zu rechnen, das aus-
gelegte Kapital ist 110, 120, wenn nach wie vor dieselbe Arbeiteranzahl und
dasselbe konstante Kapital angewandt werden, berechnen wir, wieviel bei
demselben organischen Verhältnis (nicht dem Wert nach, sondern der Masse
angewandter Arbeit und der Masse konstanten Kapitals) auf 100 konstantes
Kapital und Arbeitermasse angewandt werden können. (Damit die Ver-
gleichung der 100 mit den andren Klassen bleibt.) Es verhält sich 110 zu
60 = 100:548/,, und 110 zu 50= 100: 45/;,. 20 Mann setzten in Bewegung
60 capital constant; also wieviel [Mann] 54#/,,?

Die Sache ist die. 601. ist der auf die beschäftigte Arbeiteranzahl
(meinetwegen 20) erhaltne Wert. Es kömmt dabei auf die beschäftigte Zahl
20 qrs. oder Tonnen = 40 I., wenn die Tonne oder gr. =2 I. Steigt der Wert
der Tonne auf 3 1., so verschwindet der Mehrwert. Steigt er auf 2!/s, so
verschwindet "/, des Mehrwerts, das die absolute Rente bildete.

Im ersten Fall ist bei ausgelegtem Kapital von 120 I. (60c und 60v) das
Produkt = 120 1.=40 (40 x 3). Im zweiten Fall ist bei ausgelegtem Kapi-
tal von 110 (60c und 50v) das Produkt = 120= 48 t (48 x 21/).

Im ersten Fall ist bei ausgelegtem Kapital von 100 !. (50c und 50v) das
Produkt = 100 I, = 33!/; t (3 x 33'/; = 100). Und zwar, da nur der Boden
sich verschlechtert hat, keine Änderung im Kapital vorgeht, wird das kon-
stante Kapital von 50 verhältnismäßig von ebensoviel [Arbeit] in Bewegung
gesetzt wie früher das von 60. Wenn das letztre also von 20 Mann (die 407.
erhalten, solange der Wert It=2.), so jetzt von 16°%/; Mann, die 50 I. er-
halten, seit der Wert der Tonne gestiegen auf 3 I. Es erhält nach wie vor
1 Mann I toder I gr. =3 I., denn 16°/, x 3= 50. Wenn der von 16°/; Mann
geschaffne Wert =50, so der von 20 Mann = 60 /. Es bleibt also nach wie
vor die Voraussetzung, daß die Tagesarbeit der 20 Mann = 601.

Nehmen wir nun den zweiten Fall. Bei ausgelegtem Kapital von 100 das
Produkt = 10/1 1.= 43”! t (2% x 437/11 = 109/11). Das konstante Kapi-
tal =54%/,1 und das variable = 45°/;i. Wieviel Mann repräsentieren die
455/11 1.2 182/,i Mann. | Und zwar, wenn der Wert der Tagesarbeit
von 20 Mann = 60 I., so der von 18°, Mann = 54°/,, und daher der Wert
des Produkts = 10% 1.

Man sieht, in beiden Fällen setzt dasselbe Kapital weniger Menschen
in Bewegung, die aber mehr kosten. Sie arbeiten dieselbe Zeit, aber geringre
oder gar keine Surpluszeit, da sie mit derselben Arbeit weniger Produkt
produzieren (und dieses Produkt aus ihren necessaries besteht), sie also

[gewachsen ist], obgleich sienach wie vor dieselbe Zeit arbeiten, [da] die von
ihnen zur Herstellung von I Tonne oder I gr. verwandte Arbeitszeit ge-
wachsen ist.

Ricfardo] in seinen Berechnungen unterstellt immer, daß mehr Arbeit
vom Kapital in Bewegung gesetzt und daher größres Kapital, also 120, 110
statt früher 100 ausgelegt werden muß. Dieses nur richtig, sofern dasselbe
Quantum produziert werden soll, also 60 t in den oben angegebnen Fällen,
statt daß in case! I 40 t produziert werden mit einer Auslage von 120 I. und
48 im zweiten Fall mit Auslage von 110. Mit Auslage von 100 werden daher
im ersten Fall produziert 331/;, Tonnen und im zweiten Fall 43”/;,t. Ri-
clardo] bringt dadurch den richtigen Gesichtspunkt weg, der nicht darin
besteht, daß mehr Arbeiter angewandt werden müssen, um dasselbe Pro-
dukt zu erzeugen, sondern daß von einem gegebnen Arbeiterquantum ein
geringres Produkt erzeugt, wovon wieder ein größrer Teil den Arbeitslohn
bildet.

Wir wollen nun die beiden Tabellen zusammenstellen, erst die Tabelle A
von Seite 574 und die aus den bisher gemachten Angaben folgende neue

Tabelle.

En GW MW IW DW KP AR DR AR
2 8 8 IGe- [Markt findivi- [Diffe- [Kosten- [Abso- [Diffe- [Abso-
S 5 8 samt- wertpro dueller rential- preis] pro lute rential- Iute
& a 58 wert] Tome] WertIpro wert]pro Tonne Rente] rente] Rente]
Tonne Tonne
I. I. I. I. I. l. I. Tonnen
I 100 60 120 2 zZ 0 2, 10 0 5
1 10 65 30 2.7 Me Ya Me 10 105
II 10 5 150 2 177, 2, 1/5 10 30 5
300 200 400 i 30 40 15
„m DR Rental Rental Komposition Mehr- Anzahl Arbeits- Arbeits- Profit-
2 [Difle- des Kapitals werts- der lohn lohn rate
S rential- rate Arbeiter
4 rente]
Tonnen 1. Tonnen D.C. I. Tonnen p.c.

0 10 5 cs ya 50 20 40 20 10
I 5 20 10 co ya 50 20 40 20 10
5 40 20 ca ya 50 20 40 20 10

1 Fall

Würde diese Tabelle nun umgekehrt dargestellt nach Ric[ardos] des-
cending line!, also von III begonnen und zugleich angenommen, daß der
zuerst bebaute fruchtbarere Boden keine Rente zahlt, so hätten wir zuerst
das Kapital von 100 in III, produziert Wert von 120, nämlich 60 capital
constant und 60 neuzugesetzte Arbeit. Es wäre ferner nach Ric[ardo] anzu-
nehmen, daß die Profitrate höher stand, als sie in A angegeben ist, indem
mit dem Fall der Tonne Kohle (qr. Weizen) die 20 Mann bekommen
20 Tonnen = 40 I, solange die Tonne =2 I. Da sie aber jetzt = 1°/,, l. oder
11. 12 sh., so bekommen die 20 Mann nur noch 32 I. (=20 Tonnen). Das
vorgelegte Kapital für dieselbe Masse Arbeiter betrüge 60c und 32v=921.,
deren Wert = 120, danach wie vor der Wert der von den 20 Mann verrichte-
ten Arbeit = 60 I. Nach diesem Verhältnis müßte ein Kapital von 100 Wert
schaffen von 1301%/,,, denn 92:120= 100:130'%/,; (oder 23:30 = 100:
1300/33). Und zwar wäre dies Kapital von 100 zusammengesetzt wie folgt:
65°/,5c und 348/,,v. Also das Kapital wäre C#®/s; VP#®/a3; Wert des Pro-
dukts = 13093. Die Anzahl der Arbeiter wäre 21'7/g3. Die Rate des
Mehrwerts wäre 87V/, p.c.

[Klasse] Kapital Tomnen- GW MW Iw DW
zahl [Gesamt- EMarktwert Hindividueller [Differential-
, el al Tonne] ve pro Tonne] per pro Tonne]
im 100 Bf 13010 19/5 17% 0
Rente Profit Profitrate Komposition Mehrwertsrate Anzahl der :
1. l. P.C. des Kapitals D.C. Arbeiter
0 301/23 301%/g, Ci VW 87"), 27a;

In Tonnen ausgedrückt der Arbeitslohn =21"7/ggt und der Profit
= 19).

1676| Nehmen wir nun an, immer in der Ric[ardoschen] Voraussetzung,
daß infolge der steigenden Bevölkerung der Marktpreis so hoch steigt, daß
Klasse II, wo der Wert der Tonne = 1/3 I., bebaut werden muß.

Es geht hier durchaus nicht, wie Ricardo] will, daß die 21"7/53 Arbeiter
stets denselben Wert produzieren werden, nämlich 65°/g3 I. (Arbeitslohn
und Mehrwert zusammengerechnet.) Denn die Anzahl Arbeiter, die III be-
schäftigen, also exploitieren kann, vermindert sich nach seiner eignen Vor-
aussetzung, also auch die Gesamtsumme des Mehrwerts.

I absteigender Linie

Dabei bleibt die Komposition des agricultural capital stets dieselbe. Um
C0 in Bewegung zu setzen, sind stets 20 Arbeiter nötig (bei gegebnem
Arbeitstag), wie sie immer bezahlt werden mögen.

Da diese 20 Arbeiter 20 Tonnen erhalten und die Tonne = I"/;s 1,
kosten 20 Arbeiter 20 (1 +1) .=20 1.+ 16, 1. = 36a 1.

Also der Wert, den diese 20 Arbeiter produzieren, welches immer die
Produktivität ihrer Arbeit, = 60, also das vorgeschoßne Kapital = 96'?/i3
und der Wert = 120, also Profit = 23/13 I. Der Profit des Kapitals 100 wird
daher sein 2317/,, und die Kapitalkomposition: C#Y"%/,, V38/,i. Beschäftigt
Isind] 20%%/,; Arbeiter.

Der Gesamtwert = 123'7/,,, und da der individuelle Wert der Tonne in
Klasse III = 1?/, 1, so beträgt das Produkt wieviel Tonnen? 77®gi t. Die
Rate des Mehrwerts ist 62"/, p.c.

Nun verkauft aber III die Tonne zu 1/13 I. Dies macht einen Differen-
tialwert pro Tonne von 4/13 sh. oder 16/,, I. und macht auf 77°/gi Tonnen
=7Pl x Well

Statt das Produkt zu 123'7/,, zu verkaufen, verkauft III zu 123'°/,,
+19 /, = zu 142], 1. Die 19/g1 I. konstituieren die Rente.

Wir hätten also für III:

[Klasse] Kapital Tonnen [WGW] IGMW] MW IwW
Wirklicher Gesamt- [Marktwert [Individueller

j Dee Re 20 Tonne] u pro Tonne]

III 100 TE lgi 12317/g1 142%/, 1/is 1/5

DW Rente Rentein Profitrate Komposition Mehrwerts- Anzahl
[Difierentialwext des Kapitals rate der Arbeiter pro Tonne] 1. Tonnen p.c. D.C.

fs Mr Ten BU CME VETE 20

+ 42/125h.

Der Arbeitslohn in Tonnen = 20%/,; t. Und der Profit = 121 /ge t.

Gehn wir nun zu Klasse II über, so existiert hier keine Rente. Markt-
wert und individueller Wert sind sich gleich. Die Tonnenzahl, die II produ-
ziert, ist = 67%/,, Tonnen.

Für II haben wir also:

[Klasse] Kapital Tonnen GW MW Iw
iGesamt- [Marktwert [Individueller
wert] pro Tonnel Wert pro Tonnel
I. 1. I: I.

II 100 674/63 12317/g1 Miz Ya

DW Rente Profitrate Komposition Mebhr- Anzahl
(Differential- des Kapitals weris- der
wert] pro Tonne £ rate Arbeiter
1. 1. D.c. p.c. ö

0 0 23177, Hay 621, 20,5

Arbeitslohn in Tonnen = 20%/,; und Profit = 123/95 t-
1677| 2. Wir haben also für den zweiten case, wo Klasse II eintritt und
Rente entsteht:
[Klasse] Kapital Tonnen WGW GMW MW Iw DW
[Wirklicher [Gesamt- [Markt- I[Indivi- [Differential- Gesamtwert] marktwert] wert pro dueller wert pro Tonne] Tonne] Wert pro Tonne]
1. I, 1. 1.
IH 100° 77gi 1231775, 1428], MH 1% Host. =]
+ 493 sh.
u 100 675 12317751 12317/,, My Ya 0
Komposition Anzahl Mehr- Profit- Arbeits- Profit Rente Rente
des Kapitals der werts- rate lobn in in in
Arbeiter rate
P.Cc. P-C. Tonnen Tonnen 2. Tonnen
U /aV98n 200,3 621); 23 20/5 12 Elan Me 1098
Ca VB 200/53 62%), 23 20/5 12 Fin O 0

Gehn wir nun über zu dem 3. case und unterstellen mit Ric[ardo], daß
schlechtre Mine I bebaut werden muß und kann, weil Marktwert gestiegen
zu 21. Da auf capital constant von 60 erheischt sind 20 Arbeiter und diese
jetzt 40 I. kosten, so haben wir eine Komposition des Kapitals wie in der
Tabelle A, S.574, = C®V*0, und der Wert, den die 20 Arbeiter produzieren,
immer = 60, also Gesamtwert = 120 des von dem Kapital I00 produzierten
Produkts, welches immer seine Produktivität. Profitrate hier =20, Mehr-
wert =50 p.c. In Tonnen der Profit = 10 t. Wir müssen nun sehn, wie III
und II changieren infolge dieses Wechsels des Marktwerts und des Herein-
kommens von I, das die Profitrate bestimmt.

III, obgleich er den fruchtbarsten Boden bearbeitet, kann mit 1007. nur
20 Arbeiter anwenden, die ihm 40 I. kosten, da auf ein capital constant von
60 1. 20 Arbeiter erheischt sind. Die Anzahl der mit Kapital von 100 an-
gewandten Arbeiter sinkt daher auf 20. Und der wirkliche Gesamtwert sei-
nes Produkts ist jetzt = 120. Da aber der individuelle Wert der von III
produzierten Tonne = 1°/,, !., so produziert er wieviel Tonnen? 75 Tonnen,
da 120 dividiert durch *#/,, (1°/1, 1.) = 75. Die von ihm produzierte Tonnen-
zahl nimmt ab, weil er mit demselben Kapital weniger Arbeit anwenden
kann, nicht mehr (wie Ric[ardo] immer falsch darstellt, da er stets bloß im

Auge hat, wieviel Arbeit nötig, um dasselbe Produkt zu erzeugen; nicht, was
das einzige Wichtige, wieviel lebendige Arbeit bei der neuen Komposition des
Kapitals angewandt werden kann). Diese 75 Tonnen verkauft er aber zu 150
(statt zu 120, was ihr Wert), und so steigt die Rente auf 30 I. in III.

Was II angeht, so ist hier der Wert des Produkts ditto = 120 etc. Da
aber der individuelle Wert der Tonne = IY/s, produziert er 65t (da 120
dividiert durch 2*/ 3 (1/13) = 65). Kurz, wir erhalten hier die Tabelle A von
S.574. Da wir aber hier neue Rubriken zu unsrem Zwecke brauchen, setzen
wir die Tabelle neu her, jetzt, wo I eintritt und der Mehrwert zu 2. ge-
stiegen ist:

### 3. [Dritter Fall:]

[Klasse] Kapital Tonnen WGW GMW MW IW Ww
[Wirklicher [Gesamt- [Marktwert [Individu- [Differential- Gesamtwert] marktwert] pro Tonne] eller Wert wert pro Tonne] pro Tonnel 1. 1. 1. 1. 1. III 100 7 120 150 2 13/, Bsl. =]8 sh.
HI 100 65 120 130 2 1a Ps. =]3}/issh-
I 100 60 120 120 2 2 0
Komposition Anzahl Mehr- Profit- Arbeits-- Profit Rente Rente
des Kapitals der werts- rate lohn in in in
Arbeiter rate
Pc. pc. Tonnen Tonnen 1. Tonnen
co ya 20 50 20 20 10 30 15
cs0 yao 20 50 20 20 10 10 5
cw ya 20 50 20 20 10 0 0

40 20

1678| Kurz, dieser case III stimmt mit Tabelle A S.574 (abgesehn von
der absoluten Rente, die hier als Teil des Profits erscheint) und ist nur um-
gekehrt.

Gehn wir nun über zu den neu supponierten cases!.

Zunächst die Klasse, die noch einen Profit liefert, sie heiße Ib. Sie liefert
mit Kapital von 100 nur noch 43°/,i Tonnen.

Der Wert der Tonne gestiegen zu 21/3 l. Die Komposition des Kapitals
= (54), V45/,,. Wert des Produkts = 10% /i1 1. 45°/i1 I. bezahlen 18%,1
Mann. Und da der Wert der Tagesarbeit von 20 Mann = 60 /., so der von
18°/,, Mann = 548/,1. Daher der Wert des Produkts = 109"/,,. Die Profit-
rate= 1 l.=3”hit. Die Rate des Mehrwerts =20 p.c.

1 Siehe vorl. Band, $.442-444

Da die organische Komposition des Kapitals in III, II, I dieselbe wie
in Ib und sie denselben Arbeitslohn zahlen müssen, können sie ebenfalls nur
18°/,, Mann mit 100 I. anwenden, die einen Gesamtwert von 54°/,i produ-
zieren, also wie in Ib Mehrwert von 20 p.c. und Profitrate von 9/1 p.c.
Der Gesamtwert des Produkts hier wie in Ib = 10/1 1.

Da aber der individuelle Wert der Tonne in III = 1?/, I., so produziert
es (oder ist 109'/,1 1.=) 109'/11 I. dividiert durch 1°/, oder 2%; = 68/1 t.
Nun beträgt ferner die Differenz zwischen dem individuellen Wert der
Tonne und dem Marktwert 21), .— 1°/, I. Also 21. I0sh.—11. 12 sh.
=18sh. Und dieses macht auf 68%, t= 18 (68 + ?/11) sh. = 1227°/,1 sh.
=611. Push. Statt zu 109/11. verkauft III zu 1701. 9/1 sh. Und
dieser Überschuß = der Rente von III. Diese Rente in Tonnen ausgedrückt
ist = 24°/,, Tonnen.

Da der individuelle Wert der Tonne in II = 1/3 1., so produziert es
109!/,, dividiert durch 11/3, und dies ist = 59/,, t. Nun beträgt in II
Differenz des Marktwerts der Tonne und ihres individuellen Werts 21/, 1.
— ]Y/g 1. Dies ist = 17/gg I. Und dies macht auf 59/,i t 38/41 I. Und dies
die Rente. Der Gesamtmarktwert = 147®/,1 I. Die Rente in Tonnen aus-
gedrückt = 15°/ii Tonnen.

Endlich, da der individuelle Wert der Tonne in I=21, so 109/11.
=54%/,1t. Die Differenz zwischen individuellem Wert und Marktwert
=2%/,1.—-21.=10sh. Und dies macht auf 54%/,,t=(59+°/1) 10 sh.
= 590 sh. + %,i sh.=27 1.+55/,i sh. Also Gesamtmarktwert = 136 I.
7®/ii sh. Und der Wert der Rente in Tonnen ausgedrückt ist = 101%/,, Ton-
nen.

Stellen wir nun die Sache zusammen, wie sie sich für case 4 ergibt, so
haben wir:

1679| 4. [Vierter Fall:]

[Klasse] Kapital Tonnen WGW GMW MW IW Dw
[Wirklicher [Gesamt- [Markt- [Individu- [Difierential- Gesamt- marktwert] wert pro eller Wert wert pro Tonne] wert] Tonne] pro Tonne]
I. I, 1. 1. 1.
III 100° 68%, 10911 170/ul.=] 2 17/, P/ol. =] 18 sh.

170 1. 91/11 sh.
u 10059 Na 14a Ze 0 Mas fast. =]

1471. 14/1 sh.] 132/12 sh.

I 10 54% 10 Miu) Me 2 gl. =] 10h.
136 1. 7%), sh.

Ib 10 43” 109 Wall Me We 0

1091. 19/41 sh.]

Komposition Arbeiter- Mehr- Profit- Arbeits- Profit Rente Rente
des Kapitals zahl wert[js- rate lobn [in] [in] Ein]
ratel
D.C. D.C. Tonnen Tonnen 1. Tonnen

Cl Ya 18/20 Aii 18/1 3 [6l!/iil. =] 24/1
61 1. 7 sh.
On Vaii 18%, 20 A 1827, BUN B/ul. =] 15
s 381.128/,i sh.
Oel 25° 18/20 Ai 18/1 3 P7%/il. =] 10191
. 27 1.5°/,1 sh.
Oh Ya 18%/,, 20 A 18/1 3 0 0

Setzen wir endlich den letzten case, worin nach Ricardo der ganze Profit
wegfällt, kein Mehrwert bleibt.

Hier steigt der Wert des Produkts auf 3 I., so daß bei Anwendung von
20 Mann ihr Lohn = 60 /., gleich dem von ihnen produzierten Wert. Kom-
position des Kapitals =C5° V®%, Es sind dann angewandt /6?/, Mann.
Wenn der von 20 Mann produzierte Wert =60, so der von 16%/, Mann
produzierte Wert = 50 I. Der Arbeitslohn verschlingt also den ganzen Wert.
Der Mann erhält nach wie vor I Tonne. Wert des Produkts = 100 und da-
mit produzierte Tonnenzahl = 33"/3 t, wovon ?/, nur den Wert des konstan-
ten Kapitals und die andre Hälfte nur den Wert des variablen Kapitals pro-
duziert.

Da in Ill der individuelle Wert der Tonne = 1?/, oder *%/,, I., so produ-
ziert es wieviel Tonnen? 100 dividiert durch *®/,,, also 62%/,t, deren Wert
= 100. Es ist aber Differenz zwischen individuellem Wert und Marktwert
=31.—-1/,1.= 1/5 1. oder 1%/, 1. Dies macht auf 62"/,t=87%/, I. Also
Gesamtmarktwert des Produkts = 187%/, I. Und die Rente ist in Tonnen
= 2 /,t.

In II ist der individuelle Wert der Tonne = 14/13 I. Also der Differen-
tialwert =3 1. — 1/3 1. = 1®ig I. Da der individuelle Wert der Tonne hier
= 1/3 I. oder */is I., so produziert das Kapital von 100 = (100 dividiert
durch **/,=) 54'/,t. Auf diese Toonnenzahl macht jene Differenz = 62 1.
10 sh. Und der Marktwert des Produkts = 162 I. 10 sh. In Tonnen aus-
gedrückt die Rente = 20°/, t.

In I der individuelle Wert der Tonne =2I. Also Differentialwert
=3—2=1 1. Da der individuelle Wert der Tonne hier =2 I., so mit Kapi-
tal von 100 1.50 Tonnen [produziert]. Dies macht 50 1. Differenz. Marktwert
des Produkts = 150 I. und Rente in Tonnen= 16°); t.

Wir kommen jetzt zu Ib, das bisher keine Rente trug. Hier der indivi-
duelle Wert = 2V/, I. Also Differentialwert =3— 21/, .=!/g 1. oder 10 sh.

Und da der individuelle Wert der Tonne hier = 2"/, oder /z I., produziert
100 I. 40t. Auf diese der differentielle Wert =20 I., so daß der Gesamt-
marktwert = 120 /. Und in Tonnen die Rente = 6°); t.

Jetzt also wollen wir case 5 zusammenstellen, wo der Profit nach Ric[ardo]
verschwindet.

1680| 5. [Fünfter Fall:]

[Klasse] Kapital Tonnen WGW GMW MW Iw DW
[Wirklicher [Gesamt- [Markt- [Individu- [Diffe- Gesamtwert] marktwert] wertpro eller Wert rential- Tonne] pro Tonne] wert pro Tonne]
1. I. 1. 1. I. I.
III 100 621), 100 1871/, 3 1?/, 12%
II 100 BLU 100 1621), 3 2/s Wis
I 100 50 100 150 3 l
Ib 100 40 100 120 3 21), 1,
la 100 334, 100 100 3 3 0
Komposition Arbeiter- Mehr- Profit- Arbeits- Rente Rente
des Kapitals zahl wertsrate rate lohn in in
pc P.c. Tonnen l, Tonnen
cv 162, 0 0 16, 87%), 291),
c30 y50 16?/; 0 0 162), 62, 205),
c50 y50 16°), 0 0 162), 50 16%;
cv 162, 0 0 16), 20 ER
C50 y50 16°), 0 0 16°/, 0 0

Ich werde nun auf der andern Seite die 5 cases tabellarisch zusammen-
stellen.

### [e) Verwandlung eines Teiles des Profits und eines Teiles des Kapitals in Rente. Veränderung der Größe der Rente in Abhängigkeit von der Menge der in der Landwirtschaft angewandten Arbeit]

1683] Betrachten wir zunächst auf vorstehender Seite Tabelle E, so ist
hier in der letzten Klasse Ia die Sache sehr klar. Der Arbeitslohn verschlingt
hier das ganze Produkt und den ganzen Wert der Arbeit. Es existiert kein
Mehrwert und daher weder Profit noch Rente. Der Wert des Produkts ist =
dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, so daß die Arbeiter, die hier im
Besitz ihres eignen Kapitals sind, beständig ihren Arbeitslohn und die
Bedingungen ihrer Arbeit reproduzieren können, aber nicht mehr. In
dieser letzten Klasse kann nicht gesagt werden, daß die Rente den Profit


verschlingt. Es existiert keine Rente und kein Profit, weil kein Mehrwert.
Der Arbeitslohn verschlingt den Mehrwert, daher den Profit.

In den 4 andren Klassen ist die Sache prima facie" keineswegs klar. Wenn
kein Mehrwert existiert, wie soll Rente existieren? Zudem hat sich die Pro-
duktivität der Arbeit in den Bodenarten Ib, I, II und III keineswegs ge-
ändert. Die Nichtexistenz des Mehrwerts muß also bloßer Schein sein.

Ferner zeigt sich ein andres, nicht minder prima facie unerklärliches
Phänomen. Die Tonnen- oder Kornrente beträgt für III 29/, Tonnen
oder qrs., während in Tabelle A, wo nur noch der Boden IIl bebaut, keine
Rente existierte, außerdem 21'7/,;, Mann employed? waren, während jetzt
nur 16%/, Mann, der Profit (der den ganzen Mehrwert absorbierte) nur
19!/as Tonnen betrug.

Derselbe Widerspruch zeigt sich in Il, wo die Rente in Tabelle E =
20°/, Tonnen oder qrs., während in Tabelle B der Profit, der den ganzen
Mehrwert absorbierte (während 20*%/,, statt jetzt 16%/;, Mann angewandt
wurden), nur 123/34 t oder qrs. betrug.

Ebenso in I, wo die Rente in Tabelle E = 16°/3t oder qrs., während in
Tabelle C der Profit von I, der den ganzen Mehrwert absorbierte, nur
= 10 Tonnen (während 20 Mann employed, statt 16?/3 jetzt).

Endlich in Ib, wo die Rente in Tabelle E = 6?/, t oder qrs., während der
Profit von Ib in Tabelle D, wo der Profit den ganzen Mehrwert absorbierte,
nur =3°/;,t oder qrs. (während 18%/,, men employed?, statt 16?/, jetzt).

Nun ist aber klar, daß das Steigen des Marktwerts über den individuel-
len Wert der Produkte von III, II, I, Ib zwar die Verteilung des Produkts
alterieren und statt einer Klasse von shareholders* der andren zuschieben,
keineswegs aber das Produkt, worin sich der Mehrwert über den Arbeits-
lohn darstellt, selbst vermehren kann. Da die Produktivität der Bodenarten
dieselbe geblieben, ferner die des Kapitals, wie sollen III- Ib fruchtbarer in
Tonnen oder gqrs. werden dadurch, daß die unfruchtbarere Bodenart oder
Mine Ia auf den Markt tritt?

Das Rätsel löst sich wie folgt.

Wenn 20 Mann Tagesarbeit = 60 !., so produzieren 162/, Mann 50 I.
Und da in der Bodenklasse III, die in 1%/, oder ®/5 I. enthaltne Arbeitszeit
sich in I t oder I qr. darstellt, stellen sich 50 !. dar in 31'/, Tonnen oder
qrs. Es gehn davon ab 16?/, Tonnen oder qrs. für Arbeitslohn, bleiben also
als Mehrwert 14°/, Tonnen.

Ferner, weil der Marktwert der Tonne von 1?/, oder ®/, I. gestiegen ist

1 auf den ersten Blick - * angewandt -° Mann angewandt wurden -* Teilhabern

11681 [682] Gang der Rente nach Ricardo rektifiziert

A.-Beste Klasse III allein bebaut. Nicht-Existenz der Rente. Bloß das fruchtbarste Land oder Mine bebaut.

[Klasse] Kapital Tonnen Wirklicher Gesamt- Marktwert Individueller Differentialwert Komposition Arbeiter- Mehr- Profit Profit Arbeitslohn Geldrente Rente
Gesamtwert marktwert pro Tonne Wert pro Tonne pro Tonne des Kapitals zahl wertsrate in in in
l. L. I. l. 1. L Pp-C. L Tonnen Tonnen I. Tonnen
it 100 130 Ye 13019, 1% 1% 0 ct 3 2 Bl EP 2 re Pr} 0 0
B. Zweite Klasse II tritt ein. Entstehung der Rente auf Boden (Mine) II.
[Klasse] Kapital Tonnen Wirklicher Gesant- Marktwert Individueller Difierentialwert Komposition Arbeiter- Mehr- Profit Profit Arbeitslohn Geldrente Rente
Gesamtwert marktwert pro Tonne Wert pro Tonne pro Tonne des Kapitals zahl wertsrate in in in
l 1. l. L. 1. I. p-e L Tonnen Tonnen L Tonnen
IH 100 7Ply 1231775, 14287, re 1%; Ws =1 413 sh. CH 38%/zi 200/e5 621), 2317/,, 18/5 200g: 194/,, 102%,
u 100 le 1 1237, fa Bil v CO A Te 20 0 0
Total 200 144%), 2472),, 266°/3 ANYT/gs Plz 2550, Asa 194er 10°0/g5
C. Dritte Klasse III tritt ein. Entstehung der Rente auf Boden (Mine) II.
{Klasse] Kapital Tonnen Wirklicher Gesamt- Marktwert Individueller Differentialwert Komposition Arbeiter- Mebr- Profit Profit Arbeitslohn Geldrente Rente
Gesamtwert marktwert pro Tonne Wert pro Tonne pro Tonne des Kapitals zahl wertsrate in in in
l. I l [A . 1. PC. 1. Tonnen Tonnen L. Tonnen
1 100 2 120 150 2 UA P/sl. =18 sh. 60c-+ 40v 20 50 20 10 20 30 15
11 100 65 120 130 2 17, Pal: =]3/s5h. 60c-+ 40V 20 50 20 10 20 10 5
1 100 60 120 120 2 2 0 60c-+ 40v 20 50 20 10 20 0 0
Total 300 200 360 400 60 60 30 60 4 20
D. Vierte Klasse Ib tritt ein. Entstehung der Rente auf Boden (Mine) I.
Klasse] Kapital Tonnen Wirklicher Gesamt- Marktwert Individueller Differentialwert Komposition Arbeiter- Mehr- Profit Profit Arbeitslohn Geldrente Rente
Gesamtwert marktwert pro Tonne Wertpro Tonne pro Tonne des Kapitals zahl wertsrate in in in
1. I. 1. I. a P.c. I. Tonnen Tonnen 1. Tonnen
m 100 6 10 1170/11. =]1701. W/ush. 2, 1% Pol =I18Ch. 54fuchH5%/uv 18% 20 Pu AR 18%. [61/l=]61L 7%/yish. 24
1 100 5 109 1147/18. =] 147 1. 14/i1sh. 2%, an al. =] 13!izch. 5/c+ 4 18% 20 A 3 18% Bl. =] 381. 12%/115h. 155/11

l 100 54 109 [1364/11 11361. Pfizsh. 2, Wal -1105. 54/ucH Böfv 18% 20 Hr 3a 18/1 127/11. =] 271. 55fsh. 101%,

Ih 100 ZU, 109%: NO =]109L. Aush. 2%, 2, 0 5Pluct hm 18 20 Au 37 18%, v 0
Total 400 25 Bl 5637/11 1. =1563 1. 12%/,1 sh. 728%, 3 Tr 7, [127/11 =]1271. 55/156. 50% 1
E. Fünfte Klasse la tritt ein. Wegfall von Mehrwert und Profit generally!.

EKlassel Kapital Tonnen Wirklicher Gesamt- Marktwert Individueller Differentialwert Komposition Arbeiter- Mehr- Profit Profit Arbeitsiohn Geldrente Rente
Gesamtwert marktwert pro Tonne Wert pro Tonne pro Tonne des Kapitals zah! wertsrate in in in
1. = I. L L. 1. I. p-.c. 1. Tonnen Tonnen l Tonnen
II 100 62, 100 1871 3 17, 1% 50c-+ 50v 18), 0 0 0 16), 87, 29,

1 100 54, 100 162%, 3 y hs 50c-+ 50v ie, 0 0 0 1627, 62, 20%),

I 100 50 100 150 3 1 50c+ 50v 162; 0 0 0 162/; 50 162/,
Ib 100 40 100 120 3 24, Y 50c+ 50v 16°), 0 0 0 16%), 20 6,
la 100 331, 100 100 3 3 50c-+50v 16°/; 0 0 0 16%, 0 0

Total 500 240 500 720 3, 0 v 31, 220 73H,

1 insgesamt (hier im Sinne von:) in allen Klassen

auf 3 1., genügen vom Produkt, den 62!/, Tonnen oder grs., 16°/,; Tonnen
oder qrs., um den Wert des konstanten Kapitals zu ersetzen. Solange da-
gegen die Tonne oder gr., die auf III produziert ist, selbst den Marktwert
bestimmte, dieser daher gleich ihrem individuellen Wert war, waren er-
heischt 317/,t oder qrs., um ein konstantes Kapital von 50 !. zu ersetzen,
Von den 31?/;t oder qrs., diesem aliquoten Teil des Produkts, der nötig
war, bei dem Wert der Tonne von 1?/, I. das Kapital zu ersetzen, sind jetzt
nur noch 16°), nötig. Es bleiben also disponibel und fallen der Rente |]684]
anheim 31Y/, — 16%/,t oder qrs. Also 147/18 t oder qrs.

Rechnen wir nun zusammen, den von 16%/, Arbeitern mit konstantem
Kapital von 50 !. auf III erzeugten Mehrwert in Tonnen oder qrs. von
147/,g t oder qrs. und den Teil des Produkts von 147/19 t oder qrs., der jetzt,
statt das capital constant zu ersetzen, in der Form eines surplus produce
erscheint, so beträgt das gesamte surplus produce 281/45 t oder qrs. = 2%,
= 291/, qrs. oder Tonnen. Und dies ist exactly! die Tonnen- oder Korn-
rente von Ill in Tabelle E. Ganz ebenso löst sich der scheinbare Wider-
spruch in der Größe der Tonnen- oder Kornrente der Klassen II, I, Ibin
Tabelle E.

Es zeigt sich also, daß die Differentialrente, die auf den beßren Boden-
arten entsteht, infolge der Differenz zwischen Marktwert und dem indivi-
duellen Wert der auf ihnen erzeugten Produkte, in ihrer realen Gestalt als
Produktenrente, Surplusprodukt, Tonnen- oder Kornrente im obigen Beispiel,
aus zwei Elementen zusammengesetzt und zwei Verwandlungen geschuldet
ist. [Erstens:] Das Surplusprodukt, worin sich die Surplusarbeit der Arbei-
ter, der Surpluswert darstellt, wird aus der Form des Profits in die Form der
Rente verwandelt und fällt daher dem landlord statt dem Kapitalisten an-
heim. Zweitens, ein Teil des Produkts, der früher, solange das Produkt der
beßren Bodenart oder Mine zu seinem eignen Wert verkauft wird, nötig
war, um den Wert des konstanten Kapitals zu ersetzen, wird jetzt, wo jeder
aliquote Teil des Produkts einen höhren Marktwert besitzt, frei und er-
scheint ebenfalls in der Form von surplus produce, fällt daher dem landlord
statt dem Kapitalisten anheim.

Verwandlung des surplus produce in Rente statt in Profit und Verwand-
lung eines früher zum Ersatz des konstanten Kapitalswerts bestimmten ali-
quoten Teils des Produkts in surplus produce, daher in Rente -, diese beiden
Prozesse konstituieren die Produktenrente, soweit sie Differentialrente. Der
letztre Umstand, daß ein Teil des Produkts statt in Kapital in Rente

3 genau

verwandelt wird, ist von Ric[ardo] und allen seinen Nachfolgern übersehn
worden. Sie sehn nur die Verwandlung des surplus produce in Rente, aber
nicht die Verwandlung eines früher dem Kapital (nicht dem Profit) anheim-
fallenden Teiles des Produkts in surplus produce.

Der Nominalwert des so konstituierten surplus produce oder der Differen-
tialrente ist bestimmt (unter der Voraussetzung) durch den Wert des auf
dem schlechtesten Boden oder Mine produzierten Produkts. Aber dieser
Marktwert veranlaßt nur die andre Verteilung dieses Produkts, macht es
nicht.

Dieselben zwei Elemente sind bei allem Surplusprofit [vorhanden], also
wenn z.B. infolge neuer Maschinerie etc. wohlfeiler produziertes Produkt zu
höhrem Marktwert als seinem eignen Wert verkauft wird. Ein Teil der
Surplusarbeit der Arbeiter erscheint als Surplusprodukt (Surplusprofit),
statt als Profit. Und ein Teil der Produktenmasse, die, würde das Fabrikat
zu seinem eignen niedrigern Wert verkauft, nötig wäre, um dem Kapitali-
sten den Wert seines konstanten Kapitals zu ersetzen, wird jetzt frei, hat
nichts zu ersetzen, wird Surplusprodukt und schwellt daher den Profit. [Wenn wir übrigens vom Gesetz des Falls der Profitrate im Lauf
der Entwicklung der kapitalistischen Produktion sprechen, so ist hier unter
Profit verstanden die Gesamtsumme des Mehrwerts, dessen sich zunächst
das industrielle Kapital bemächtigt, wie es sie später noch zu teilen habe
mit dem geldverleihenden Kapitalisten (Zins) und dem Landlord (Rente).

Mehrwert

vorgeschoßnes Kapital '
Sinn kann fallen, obgleich z.B. der industrielle Profit steigt im Verhältnis
zum Zins oder umgekehrt, oder obgleich die Rente steigt im Verhältnis zum
industriellen Profit oder umgekehrt. Wenn der Profit =P, der industrielle
Profit =P’, der Zins =Z und die Rente =R, so ist P=P’+Z-+R. Und
es ist klar, daß, welches immer die absolute Größe von P sei, P’, Zund R
gegeneinander wachsen oder fallen können, unabhängig von der Größe von
P oder vom Steigen und Fallen von P. Das wechselseitige Steigen von P’,
Z, R ist bloß verschiedne Verteilung von P unter verschiednen Personen.
Die weitre Betrachtung dieser Umstände, die diese Verteilung von P er-
geben, die aber mit dem Steigen oder Fallen vonP selbst nicht identisch ist,
gehört nicht hierher, sondern in die Betrachtung der Konkurrenz der Kapi-
talien. Wenn aber R steigen kann zu einer Höhe, die P selbst nicht hätte,
würde es nur in P’ und Z geteilt, so ist das, wie auseinandergesetzt, Schein

Also hier ist Profitrate = Die Profitrate in diesem

und kommt daher, daß ein Teil des Produkts, bei steigendem Wert des-
selben, statt in konstantes Kapital rückverwandelt zu werden, frei wird und
in Rente verwandelt wird.} |688]]

11684| Es ist bei dieser ganzen Darstellung unterstellt, daß das verteuerte
(dem Marktwert nach) Produkt nicht naturaliter in die Komposition des
konstanten Kapitals, sondern nur in den Arbeitslohn eingeht, nur in das
variable Kapital. Wenn das erste der Fall wäre, so sagt Ric[ardo], daß da-
durch die Profitrate noch mehr fallen und die Rente steigen würde. Dies ist
zu untersuchen.

Wir haben bisher angenommen, daß der Wert des Produkts den Wert des
konstanten Kapitals ersetzen muß, also die 50 !. im oben angegebnen Fall.
Also wenn I t oder ar. 3 I. kostet, natürlich nicht soviel t oder qrs. erfordert
sind zu diesem Wertersatz, als wenn die t oder qrs. nur 1/45 !. etc. kostet.
Nehmen wir aber jetzt an, die Kohle oder das Korn oder welches sonst das
Produkt der Erde, das vom agricultural capital erzeugte Produkt, gehe selbst
naturaliter in die Bildung des konstanten Kapitals ein. Z.B. zur Hälfte. In
diesem Fall ist es klar, daß, welches immer der Preis der Kohle oder des
Korns sei ||685] ein konstantes Kapital von bestimmter Größe, d.h., das
von einer bestimmten Masse Arbeiter in Bewegung gesetzt wird - da die
Zusammensetzung des agricultural capital in den Massenverhältnissen von
akkumulierter und lebendiger Arbeit der Voraussetzung nach unverändert
geblieben ist -, zu seinem Ersatz stets einen in natura bestimmten aliquoten
Teil des Gesamtprodukts braucht.

Wenn z.B. das konstante Kapital zu einer Hälfte aus andrer Ware, zu
andrer Hälfte aus Kohlen oder Korn besteht, so besteht das konstante
Kapital 50 aus 25 I. andrer Ware und 25 I. (oder 155/, qrs. oder Tonnen)
[Kohle oder Korn], solange der Wert der Tonne =®/, I. oder 1?/, I. war. Und
wie sich immer der Marktwert der t oder des gr. ändre, 16?/; Mann bedür-
fen eines konstanten Kapitals von 25 I. + 15°/, qrs. oder Tonnen, da die
Natur des konstanten Kapitals dieselbe bleibt, ditto das Verhältnis der zu
seiner Inwerksetzung erheischten Arbeiteranzahl.

Steigt nun wie in Tabelle E der Wert der t oder qr. zu 3 /., so wären für
die 162/, Mann erheischt konstantes Kapital =25 1.+3 (15 +°/,) 1.= 25 1.
+45 1.+°%/,1.=71°/, 1. Und da die 16°; Mann kosten 50 /., so wäre er-
heischt für sie Auslage in Gesamtkapital von 717/, .+50 1.= 1217/g I.

Den Wertverhältnissen nach, bei gleicher organischer Zusammensetzung,

hätte sich das agricultural capital geändert.
Es wäre C’'”/, V5% (für 16%, Arbeiter). Für 100 wäre die Komposition

58 /,, VER/z,. Etwas über 132/, Arbeiter. (Nämlich ohne die Bruchzahl
1/ in). Da 16% Arbeiter in Bewegung setzen 15°/, qrs. oder Tonnen kon-
stantes Kapital, so 137°/,1, Arbeiter 12%%/,, t oder qrs., = 38%/13 I. Und der
Rest des konstanten Kapitals, = 20%°/,, I., bestünde aus andren Waren.
Unter allen Umständen wären immer 12°®/,,t oder qrs. von dem Produkt
abzuziehn, um den Teil des konstanten Kapitals, in den sie in natura ein-
gehn, zu ersetzen. Da der Wert, den 20 Arbeiter produzieren, = 60 I., so
der, den 137°/ 1, produzieren, = 411/,,. Der Arbeitslohn aber betrüge ditto
in Tabelle E 41'/,. So kein Mehrwert.

Die Gesamttonnenzahl wäre [51/,317°', davon sind] 123?/,, t, die wieder
reproduziert werden; ferner 137°/;1, für die Arbeiter. Für den andren Rest
des konstanten Kapitals zu 3 I. die Tonne 6%/,1,. Also zusammen 331/z.
Bliebe für die Rente 17°” /3,.

Um die Sache abzukürzen, nehmen wir den Ric[ardo] günstigsten, ex-
tremsten Fall an, d.h., daß das konstante Kapital ganz wie das variable bloß
aus dem agricultural produce besteht, dessen Wert steigt zu 3 !. per qr.oder
Tonne, infolge davon, daß Klasse la den Markt beherrscht.

Die technologische Komposition des Kapitals bleibt dieselbe, d.h. das
Verhältnis zwischen der durch das variable Kapital repräsentierten leben-
digen Arbeit oder Arbeiterzahl (da der Normaltag als konstant vorausgesetzt,
und der Masse von Arbeitsmitteln, die erheischt werden und die jetzt, nach
unsrer Voraussetzung, aus Tonnen Kohle oder qrs. Korn bestehn für eine
gegebne Arbeiteranzahl, bleibt konstant.

Da bei der ursprünglichen Zusammensetzung des Kapitals CV? hei
dem Preis der Tonne von 2 I. V* 20 Arbeiter repräsentierte oder 20 qrs.
oder Tonnen, repräsentierte C#° 30 Tonnen; und da diese 20 Arbeiter auf
III 75 Tonnen produzierten, produzieren 13!/3 Arbeiter (und V* = 131/,t
oder Arbeiter, wenn die Tonne=3 1.) 50 Tonnen und setzen ein capital
constant in ||686] Bewegung von %%/,, =20 Tonnen oder qrs.

Ferner, da 20 Arbeiter einen Wert von 60 I. produzieren, produzieren
133 40 1.

Da der Kapitalist für die 20 t 60 I. zahlen muß und für die 131/, Arbeiter
40, letztre aber bloß 401. Wert produzieren, istder Wert des Produkts = 1001.;
Auslage = 100 I. Mehrwert und Profit =.

Da aber die Produktivität von III dieselbe geblieben, produzieren wie
gesagt 13'/, Mann 50 Tonnen oder qrs. Die Naturalauslage in Tonnen oder
ars. beträgt aber nur 20 für das konstante Kapital und 13!/3 für den Arbeits-
lohn, also 33!/; Tonnen. Die 50 Tonnen lassen also ein surplus produce von

16°/,, und dies bildet die Rente.

Aber was stellen die 16%), dar?

Da der Wert des Produkts = 100 und das Produkt selbst = 50 Tonnen,
so wäre der Wert der hier erzeugten Tonne in fact! =2 1. =1%/,,. Und so-
lange das Produkt in natura größer ist, als was zur Naturalersetzung des
Kapitals nötig, muß der individuelle Wert der Tonne selbst auf diesem
Maßstab kleiner bleiben als ihr Marktwert.

Der farmer muß 60 I. zahlen, um die 20 t zu ersetzen, und berechnet sich
die 20 t zu 3 1., da dies der Marktwert der Tonne und die Tonne zu diesem
Preis verkauft. Ebenso muß er 40 I. zahlen für die 13t/, Arbeiter oder Ton-
nen oder qrs., die er den Arbeitern zahlt. Diese erhalten damit aber nur
13Y5t.

In der Tat aber, die Klasse III betrachtet, kosten die 20 Tonnen nur
40 I. und die 13?/; nur 26°/,. Die 131/, Arbeiter produzieren aber Wert von
40 1., also Mehrwert von 13'/; I. Dies macht, die Tonne zu 21., = 6*/, oder
Glzt.

Und da die 20 Tonnen nur 40 I. kosten auf III, so bleibt Überschuß von
201.=10t.

Die 16%), Tonnen Rente also = 6%, t für Mehrwert, der in Rente ver-
wandelt, und IOt Kapital, das in Rente verwandelt ist. Dadurch aber, daß
der Marktwert der Tonne zu 3 I. gestiegen, kosten dem Pächter die 20t
60 1. und die 13!/,; 401, während die 16%, Tonnen als Überschuß des
Marktwerts über den Wert seines Produkts, als Rente erscheinen = 50 I.

In der Klasse II liefern 131/, Mann wieviel Tonnen? 20 Mann liefern
hier 65, also 13'/, 431/; Tonnen. Der Wert des Produkts wie oben = 100.
Von den 43!/; Tonnen sind aber zum Ersatz des Kapitals nötig 33”/z.
Bleibt als Surplusprodukt oder Rente 431/, — 331/,= 10 t.

Diese Rente von I0t erklärt sich aber wie folgt: Der Wert des Produkts
auf II=100, das Produkt 431/; [Tonnen], also der Wert der Tonne
= 3, = 2%/131. Also kosten die 131/3 Arbeiter 30'%/,,, und es bleiben für
Mehrwert 9°/3. Ferner kosten die 20 t konstantes Kapital 46/13, und es
bleibt von den 60, die dafür gezahlt werden, 1311/,,. Mit dem Mehrwert
zusammen 23}/13 l., was bis auf den letzten Farthing stimmt.

Erst in der Klasse Ta, wo in der Tat in natura 33!/, t oder qrs., also das
Gesamtprodukt, nötig, um konstantes Kapital und Arbeitslohn zu ersetzen,
ist in fact weder Mehrwert, noch surplus produce, noch Profit, noch Rente
enthalten. Solange das nicht der Fall ist, solange das Produkt größer als
Inötig], um in natura das Kapital zu ersetzen, findet Verwandlung von Profit

1 tatsächlich

(surplus value) und Kapital in Rente statt. Letztres, soweit ein Teil des
Produkts, der entweder das Kapital ersetzen müßte bei niedrigem Wert,
frei wird oder ein Teil des Produkts, der in Kapital und Mehrwert verwan-
delt worden wäre, der Rente zufällt.

Zugleich aber sieht man, daß Verteuerung des capital constant, wenn
Folge der Verteuerung des agricultural produce, die Rente außerordentlich
herabsetzt, z.B. die Rente von III und II [in Tabelle £] von 50 Tonnen
= 150 1., bei dem Marktwert von 3 I., auf 26°/,t, also fast die Hälfte. Dies
Fallen notwendig, | da hier die mit demselben Kapital 100 angewandte
Arbeiterzahl doppelt verringert wird, einmal, weil der Arbeitslohn steigt,
also der Wert des variablen Kapitals, zweitens, weil die Produktionsmittel,
das konstante Kapital im Wert steigt. An und für sich erheischt das Steigen
des Arbeitslohns, daß von 100 weniger in Arbeit, also verhältnismäßig (bei
gleichbleibendem Wert der Waren, die in das konstante Kapital eingehn)
weniger in konstantem Kapital ausgelegt werden kann, 100 /. also together
weniger akkumulierte und weniger lebendige Arbeit repräsentieren. Die
Wertsteigerung der Waren, die in das konstante Kapital eingehn, verursacht
aberaußerdem, dadastechnologische Verhältniszwischenakkumulierter und
lebendiger Arbeit dasselbe bleibt, daß für dasselbe Geld weniger akkumu-
lierte, also aus diesem Grund weniger lebendige Arbeit angewandt werden
kann. Da aber, bei gleicher Produktivität des Bodens und gegebner techno-
logischer Zusammensetzung des Kapitals, das Gesamtprodukt von dem
Quantum der angewandten Arbeit abhängt, diese abnimmt, muß auch die
Rente abnehmen.

Dies zeigt sich erst, sobald der Profit fortgefallen. Solange dieser noch
existiert, kann die Rente zunehmen, trotz der absoluten Abnahme des Pro-
dukts auf allen Klassen, wie dies die Tabelle S.681? zeigt. Es ist überhaupt
klar, daß, sobald allein Rente existiert, die Abnahme des Produkts, hence?
des surplus produce, auf die Rente selbst fallen muß. Rascher würde dies
von vomherein eintreten, wenn sich der Wert des capital constant mit dem
des variablen Kapitals verteuerte.

Aber abgesehn hiervon zeigt die Tabelle S.681, daß das Wachsen der
Differentialrente bei abnehmender Fruchtbarkeit der Agrikultur auch auf
den beßren Bodenklassen fortwährend begleitet ist von abnehmender Masse
des Gesamtprodukts im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital von be-
stimmter Größe, von 100 z.B. Davon hat Rlicardo] keine Ahnung. Die
Profitrate nimmt ab, weil dasselbe Kapital, z.B. 100, beständig weniger

1 zusammen - ? siehe die Einlage zwischen den Seiten 452 und 453 - 3 daher

Arbeit in Bewegung setzt und diese Arbeit teurer zahlt, also immer weniger
Surplus akkumuliert. Das wirkliche Produkt aber, bei gegebner Produktivi-
tät, hängt, wie der Mehrwert, von der Anzahl der von dem Kapital beschäf-
tigten Arbeiter ab. Dies übersieht Ric[ardo]. Ditto die Art und Weise, wie
die Rente gebildet wird, nicht nur durch Verwandlung von surplus value in
Rente, sondern von Kapital in surplus value. Natürlich ist diese Verwandlung
von Kapital in surplus value nur scheinbar. Wäre der Mehrwert bestimmt
durch den Wert des Produkts auf III etc., so stellte jeder Partikel surplus
produce, surplus value oder Surplusarbeit dar. Ric[ardo] hat ferner immer
nur im Auge, daß, um dieselbe Masse Produkt zu erzeugen, mehr Arbeit
angewandt werden muß, aber nicht, was für die Bestimmung sowohl der
Profitrate als der Masse des erzeugten Produkts das Entscheidende, daß
mit demselben Kapital ein beständig fallendes Quantum lebendiger Arbeit
angewandt wird, wovon ein stets größrer Teil necessary labour! und ein
stets kleinrer surplus labour.

Allthis considered, muß gesagt werden, daß, selbst die Rente als bloße
Differentialrente gefaßt, Ricfardo] nicht den geringsten Fortschritt gegen
seine Vorgänger gemacht hat. Sein bedeutendes Verdienst in dieser Sache
das von Quincey angegebne, also die wissenschaftliche Formulierung der
Frage. In der Lösung akzeptiert Rlicardo] das Überlieferte.

Nämlich:

„Ricfardo] hat das Neue in der Doktrin der Grundrente, daß er sie in die Frage

auflöst, ob sie das law of value actually? beiseite setzt.“ (p.158 Th. de Qluincey], „The
Logie of Polit. Ec.“, [Edinburgh and] Lond. 1844.)

Quincey sagt ferner in derselben Schrift p. 163:
„Rente ist jener Teil des Produkts des Bodens (oder eines anderen Faktors der Pro-
duktion), der dem Landlord für die Benutzung seiner verschiedenen Kräfte gezahlt wird,

die gemessen werden durch den Vergleich mit den ähnlichen Faktoren, die auf dem-
selben Markt operieren.“

Ferner: p. 176:

Die Einwürfe gegen Ric[ardo], Eigentümer von Nr. I werden es nicht umsonst weg-
geben. Aber in der Periode {dieser mythologischen Periode}, wo nur Nr.I in Kultur
gesetzt, „kann keine besondere von der Klasse der Grundeigentümer unterschiedene Klasse
von Besitzern und Pächtern ||688]| gebildet worden sein“.

Also nach Quincey dies Gesetz des „Grundeigentums“, solange kein
Grundeigentum im modernen Sinn existiert.
Jetzt zu den Belegstellen aus Ricardo].

notwendige Arbeit - ? Alles dies in Betracht gezogen - ® Wertgesetz tatsächlich

### [d) Historische Illustration des Steigens der Profitrate bei gleichzeitigem Steigen der Preise für landwirtschaftliche Produkte. Möglichkeit des Wachsens der Produktivität der Arbeit in der Landwirtschaft]

(Vorher über die Diferentialrente noch diese Bemerkung: In der Wirk-
lichkeit wechseln die ascending und descending line! miteinander ab, durch-
kreuzen und verschlingen sich.

Es ist aber keineswegs gesagt, daß, wenn in einzelnen kurzen Perioden
(wie von 1797-1813) die descending line stark vorherrscht, deswegen die
Profitrate fallen muß (soweit letztre nämlich bestimmt ist durch die Rate
des Mehrwerts). Ich glaube vielmehr, daß in jener Periode die Profitrate
in England ausnahmsweise gestiegen ist, trotz der stark gestiegnen Weizen-
preise und generally® des agricultural produce. Es ist mir kein englischer
Statistiker bekannt, der die Ansicht von dem Steigen der Profitrate während
jener Periode nicht teilte. Einzelne Ökonomen, wie Chalmers, Blake usw.
haben eigne Theorien auf jene Tatsache gestützt. Vorher muß ich noch
bemerken, daß es ein törichter Versuch ist, das Steigen der Weizenpreise
während jener Periode aus der Entwertung des Geldes erklären zu wollen.
Niemand, der die Geschichte der Warenpreise während jener Zeit studiert
hat, kann diese Ansicht teilen. Außerdem beginnt das Steigen der Preise
lange vorher und erreicht hohes Maß, bevor irgendeine Depreziation des
Geldes eintritt. Sobald letztre eintritt, ist sie einfach in Abzug zu bringen.
Fragt man nun, warum die Profitrate stieg, trotz des Steigens der Korn-
preise, so ist dies aus folgenden Umständen zu erklären: Verlängerung des
Arbeitstags, die unmittelbare Folge der neu eingeführten Maschinerie; Ver-
wohlfeilerung der in die Konsumtion der Arbeiter eingehenden Fabrik- und
Kolonialwaren; Herabsetzung des Arbeitslohns (obgleich der nominelle
Arbeitslohn stieg) unter seine traditionelle Durchschnittshöhe {dies fact ist
für jene Periode anerkannt; J.P.Stirling in „The Philosophy of Trade etc.“,
Edinburgh 1846, der im ganzen Ricardos Grundrenttheorie annimmt, sucht
jedoch nachzuweisen, daß die unmittelbare Folge einer permanenten (d.h.
nicht von den Jahreszeiten zufällig bestimmten) Kornverteuerung stets
Herabsetzung des average? Arbeitslohns ist!?} endlich, da infolge der An-
leihn und Staatsverwendungen die Nachfrage nach Kapitalien noch rascher
wuchs als ihre Zufuhr, Steigerung des nominellen Preises der Waren. wo-
durch den Grundrenten und other fixed income men? von den Fabrikanten

1 aufsteigende und absteigende Linie - ? allgemein — ® durchschnittlichen - * anderen
Leuten mit festem Einkommen

ein Teil des in der Form der Rente etc. gezahlten Teils des Produkts wieder
abgenommen wird. Eine solche Operation kommt hier, wo wir die Grund-
verhältnisse betrachten, also nur 3 Klassen vor uns haben, landlords, capi-
talists und workmen, nicht m Betracht. Dagegen spielt sie bedeutende

Rolle - unter entsprechenden Umständen - in der Praxis, wie Blake nach-
gewiesen.!’®)) ]688||

11689] {Mr. Hallett von Brighton hat bei der Exhibition (1862)!”% ausgestellt „pedi-
gree nursery wheat“ *. „Mr. Hallett hebt hervor, daß Getreideähren ebenso wie Rasse-
pferde sorgfältig gezüchtet werden müssen, anstatt daß man sie, wie es gewöhnlich ge-
tan wird, ohne Rücksicht auf die Theorie der natürlichen Auswahl, wie Kraut und
Rüben anbaut. Als Illustration dafür, was gute Aufzucht selbst beim Weizen vermag,
werden einige bemerkenswerte Beispiele gebracht. 1857 pflanzte Mr. Hallett eine Ähre
der ersten Qualität von rotem Weizen an, die genau 4°/, Zoll lang war und 47 Körner
enthielt. Von dem Produkt dieser kleinen Auswahl wählte er 1858 wieder die schönste
Ähre, 6"/ Zoll und mit 79 Körnern, aus. Und dieses wurde 1859 mit der besten Nach-
kommenschaft wiederholt, diesmal war sie 7°/; Zoll lang und enthielt 91 Körner. Das
nächste Jahr, 1860, war eine schlechte Zeit für landwirtschaftliche Aufzucht, und der
Weizen weigerte sich, größer und besser zu werden; aber das Jahr danach, 1861, wurde
die beste Ähre 8°/, Zoll lang mit nicht weniger als 123 Körnern an einem einzigen
Halm. So war der Weizen in fünf Jahren fast zu seiner doppelten Größe und zu einer
dreifachen Ergiebigkeit an Körnern gewachsen. Diese Resultate wurden erreicht durch
ein System, das Herr Hallett als das ‚natürliche System‘ des Weizenanbaus bezeichnet;
das heißt durch die Pflanzung einzelner Körner in einem solchen Abstand - etwa
9 Zoll voneinander in jeder Richtung -, daß jedes genügend Platz zur vollen Entfaltung
erhält... Er behauptet, daß der Kornertrag Englands durch den Anbau von ‚Stamm-
baumweizen‘ nach dem ‚natürlichen System‘ verdoppelt werden könnte. Er stellt fest,
daß er von einzelnen Körnern, die er zur gehörigen Zeit jedes auf einen Quadratfuß
Boden gepflanzt hatte, im Durchschnitt Pflanzen mit 23 Ähren und etwa 36 Körnern
in jeder Ähre erzielt habe. Das Produkt eines Acres betrug danach, genau gerechnet,
1 001 880 Weizenähren, während nach der gewöhnlichen Weise mit einem Aufwand
von zwanzigmal mehr Samen die Ernte nur 934 120 Ähren lieferte, also 67 700 Ähren
weniger ..."}

### [e) Ricardo über das Fallen der Profitrate und seine Rententheorie]

„Mit der Entwicklung der Gesellschaft hat der natürliche Preis der Arbeit immer eine
steigende Tendenz, da eine der hauptsächlichsten Waren, durch die der natürliche Preis der

1 „Stammbaum-Saatweizen“

Arbeit bestimmt wird, wegen der größeren Schwierigkeit ihrer Produktion die Tendenz hat,
teurer zu werden. Da jedoch die Verbesserungen der Landwirtschaft und das Auffinden
neuer Märkte, von denen Nahrungsmittel eingeführt werden können, imstande sind,
der Tendenz zur Steigerung der Preise der lebenswichtigen Güter zeitweilig entgegen-
zuwirken und sogar ein Sinken ihrer natürlichen Preise hervorzurufen, werden dieselben
Ursachen die entsprechenden Wirkungen auf den natürlichen Preis der Arbeit aus-
üben.

Der natürliche Preis aller Waren, ausgenommen Rohprodukte und Arbeit hat mit
der fortschreitenden Entwicklung des Reichtums und der Bevölkerung eine fallende
Tendenz; denn obwohl sie einerseits durch das Steigen des natürlichen Preises des
Rohmaterials, aus dem sie hergestellt werden, an wirklichem Wert zunehmen, so wird
dies doch mehr als ausgeglichen durch die Verbesserungen der Maschinerie, durch die
verbesserte Teilung und Verteilung der Arbeit und durch die bessere technische und
wissenschaftliche Ausbildung der Produzenten.“ (|Ricardo, „On the principles of political
economy, and taxation“] p.86, 87.)

„Mit der Vermehrung der Bevölkerung werden diese lebensnotwendigen Güter
dauernd im Preise steigen, da zu ihrer Produktion mehr Arbeit erforderlich wird. ...
Der Geldlohn der Arbeit wird, anstatt zu fallen, steigen, jedoch nicht genügend, um
dem Arbeiter den Einkauf ebenso vieler Annehmlichkeiten und notwendiger Güter zu
ermöglichen, wie er vor dem Preisanstieg jener Waren kaufen konnte. ... Obwohl der
Arbeiter also tatsächlich schlechter bezahlt wird, wird diese Erhöhung seines Lohnes doch
notwendigerweise den Profit des Fabrikanten verringern, da dessen Waren zu keinem höhe-
ren Preis verkauft werden, die Kosten ihrer Produktion aber gestiegen sind. ...

Die gleiche Ursache, welche die Rente erhöht - die zunehmende Schwierigkeit, eine
zusätzliche Menge Nahrungsmittel mit der relativ gleichen Menge Arbeit herzustellen -
scheint demnach auch den Lohn steigen zu lassen; wenn daher der Wert des Geldes un-
verändert bleibt, werden sowohl die Rente als auch der Lohn mit dem Fortschritt des
Reichtums und der Bevölkerung eine steigende Tendenz haben (l.c. p.96, 97.)

Zwischen dem Steigen der Rente und dem des Lohnes besteht jedoch folgender
wesentlicher Unterschied. Die Erhöhung des Geldwertes der Rente wird von einem
 größeren Anteil am Produkt begleitet; nicht nur die Geldrente des Grundeigen-
tümers ist größer. ... Das Los des Arbeiters wird weniger glücklich sein. Es stimmt zwar,
daß er einen höheren Geldlohn erhält, aber sein Lohn in Getreide ist geringer und nicht
nur sein Besitz an Getreide, sondern auch seine allgemeine Lage wird dadurch ver-
schlechtert, da es für ihn schwieriger wird, die Marktrate des Lohnes über seiner natür-
‚lichen Rate zu halten.“ (l.c. p.97, 98.)

„Vorausgesetzt, daß Getreide und Manufakturwaren stets zu unveränderten Preisen
verkauft werden, so sind die Profite hoch oder niedrig, je nachdem die Löhne niedrig
oder hoch sind. Angenommen aber, Getreide steigt im Preis, weil mehr Arbeit zu seiner
Produktion erforderlich ist, so wird diese Ursache nicht den Preis jener Manufaktur-
waren erhöhen, zu deren Produktion keine zusätzliche Menge Arbeit benötigt wird. ...
Wenn jedoch, wie es vollkommen sicher ist, die Löhne mit dem Getreidepreise steigen,
so werden ihre Profite notwendigerweise sinken.“ (l.c. p. 108.)

Aber es könnte gefragt werden, „ob nicht wenigstens der Farmer dieselbe Profitrate
erhält, obwohl er einen zusätzlichen Betrag an Löhnen auszahlt? Sicherlich nicht; denn
er wird nicht nur ebenso wie der Fabrikant jedem von ihm beschäftigten Arbeiter eine
Lohnerhöhung zu zahlen haben, sondern er wird auch gezwungen sein, entweder eine
Rente zu zahlen oder zusätzliche Arbeiter zu beschäftigen, um das gleiche Produkt zu er-
zielen. Die Erhöhung des Preises der Rohprodukte wird aber nur dieser Rente, bzw.
dieser zusätzlichen Zahl von Arbeitern entsprechen, ihn aber nicht für die Lohn-
erhöhung schadlos halten.“ (l.c. p. 108.)

„Wir haben gezeigt, daß in früheren Gesellschaftsstufen der Anteil des Grundeigen-
tümers wie auch der des Arbeiters am Werte des Produktes der Erde nur sehr gering ist
und daß er entsprechend der Vermehrung des Reichtums und der Schwierigkeit der
Nahrungsmittelbeschaffung steigt.“ (l.c. p. 109.)

Dies ist sonderbare bürgerliche Phantasie von den „early stages of
society“!. In diesen early stages ist der labourer entweder Sklave oder self
sustaining peasant? etc. Im ersten Falle gehört er mit dem Land dem land-
lord, im zweiten ist er sein eigner landlord. In beiden Fällen steht kein Kapi-
talist zwischen landlord und labourer. Was nur das letzte Resultat der kapi-
talistischen Produktion - die Unterwerfung der Agrikultur unter dieselbe,
und daher die Verwandlung der slaves oder peasants in wages-labourers und
das Zwischentreten des Kapitalisten zwischen landlord und labourer -, er-
scheint Ricardo als ein den „early stages of society“ angehöriges Phänomen.

„Die natürliche Tendenz des Profits ist also zu fallen, denn mit der fortschreitenden
Entwicklung der Gesellschaft und des Reichtums kann die zusätzlich benötigte Menge
Lebensmittel nur durch das Opfer von immer mehr Arbeit gewonnen werden. Diese
Tendenz oder sozusagen Gravitation des Profits wird zum Glück häufig durch Ver-
besserungen der mit der Produktion von lebenswichtigen Gütern verbundenen Maschi-
nen sowie durch Entdeckungen der Agrarwissenschaft gehemmt, die uns ermöglichen,
einen Teil der früher erforderlichen Menge Arbeit freizusetzen und daher den Preis
der wichtigsten lebensnotwendigen Güter zu senken.“ (l.c. p. 120, 121.)

Ric[ardo] sagt im folgenden Satz mit dürren Worten, daß er unter rate
of profit die rate of surplus value versteht:

„Obwohl ein größerer Wert produziert wird, so wird ein höherer Anteil von dem,

was nach Zahlung der Rente von diesem Werte übrigbleibt, von den Produzenten konsu-
miert, und das - und nur das - bestimmt den Profit.“ (l.c. p. 127.)

D.h., abgesehn von der Rente ist die Profitrate gleich dem Überschuß
des Wertes der Ware über den Wert der während ihrer Produktion bezahlten
Arbeit oder des Teils ihres Werts, den die producers aufessen. Ric[ardo]

1 „früheren Gesellschaftsstufen“ - ? sich selbst erhaltender Bauer

nennt die Arbeiter allein producers. Er nimmt an, daß der produced value
von ihnen produziert ist. Er erklärt hier also den Mehrwert als den Teil des
von ihnen selbst produzierten Wertes, den sie für den Kapitalisten produ-
zieren.*

Identifiziert er aber rate of surplus value mit rate of profit - und nimmt
er, wie er tut, zugleich an, daß der Arbeitstag von gegebner Größe -, so
kann die tendency zum Fall in der rate of profit nur aus den Ursachen er-
klärt werden, die die rate of surplus value fallen machen. Letztres aber - bei
gegebner Größe des Arbeitstags - nur möglich, wenn die rate of wages
permanently’ steigt. Dies nur möglich, wenn die value der necessaries per-
manently” steigt. Dies aber nur, wenn sich die Agrikultur fortwährend
deterioriert, d.h., wenn Rlicardo]s Theorie der Grundrente angenommen
wird. Da Ric[ardo] rate of surplus value und rate of profit | identifiziert,
da die rate of surplus value aber nur in bezug auf das variable, in Arbeitslohn
ausgelegte Kapital zu berechnen ist, nimmt Ric[ardo], wie A. Smith, an, daß
sich der Wert des ganzen Produkts - nach Abzug der Rente - zwischen work-
men und capitalists in wages und profit teilt. D.h., er macht die falsche
Unterstellung, daß das ganze vorgeschoßne Kapital nur aus variablem
Kapital besteht. So fährt er z.B. nach der oben zitierten Stelle fort:

„Sobald aber schlechte Böden in Bebauung genommen werden oder mehr Kapital
und Arbeit mit einem geringeren Ertrage auf dem alten Boden aufgewendet wird, muß
die Wirkung eine dauernde sein. Ein größerer Anteil von dem verbleibenden Produkt,
der nach Zahlung der Rente zwischem dem Eigentümer des Kapitals und dem Arbeiter
aufzuteilen ist, wird dern letzteren zufallen.“ (l.c. p. 127, 128.)

Die Stelle fährt fort:

„Jeder Arbeiter kann, und wird wahrscheinlich auch, eine absolut geringere Menge
haben; da aber mehr Arbeiter im Verhältnis zu dem gesamten Produkt, das dem Farmer
verbleibt, beschäftigt werden, wird der Wert eines größeren Teiles des Gesamtprodukts

* 691} Über die Entstehung des surplus value:

„In der Form von Geld ... erzeugt dieses Kapital keinen Profit; in der Form von
Material, Maschinen und Nahrungsmitteln, für die es eingetauscht werden kann, bringt
es eine Revenute hervor.“ (l.c. p.267.) „Das Kapital des Geldkapitalisten kann ||692] nie-
mals produktiv gemacht werden, es ist in Wirklichkeit kein Kapital. Falls er seine Papiere
verkauft und das dafür erhaltene Geld produktiv anlegt, so kann er das nur tun, indem
er das Kapital des Käufers seiner Papiere aus einer produktiven Verwendung abzieht.“

(l.c. p.289, Note.) 1692|

1 Lohnrate ständig -? der Wert der lebenswichtigen Güter ständig

durch den Lohn in Anspruch genommen und daher der Wert eines kleineren Teiles
auf den Profit entfallen.“ (l.c. p. 128.)

Und kurz vorher:

„Die vom Produkt des Bodens nach Bezahlung des Arbeiters und des Grund-
eigentümers übrigbleibende Menge gehört notwendigerweise dem Farmer und stellt

den Profit seines Kapitals dar.“ (l.c. p.110.)
Am Schluß des Abschnitts (ch.VI) „On Profits“ sagt Rlicardo], daß

seine Entwicklung über den fall of profits wahr bleibt, selbst wenn - was
falsch - vorausgesetzt würde, daß die Preise der Waren steigen mit einem
Steigen! in den money wages des labourers?.

„Wir haben uns in dem Kapitel über den Lohn zu zeigen bemüht, daß der Geldpreis
der Waren nicht durch ein Steigen des Lohnes nach oben getrieben wird... Wäre dem aber
anders, würden die Warenpreise dauernd durch hohe Löhne nach oben getrieben, so
wäre die Behauptung nicht weniger richtig, daß hohe Löhne unausweichlich den Unter-
nehmer durch den Entzug eines Teiles seines wirklichen Profits treffen. Angenommen,
der Hutmacher, der Strumpfwirker und der Schuhmacher zahlen jeder für die Her-
stellung einer bestimmten Quantität ihrer Waren 10 I. mehr Lohn und der Preis der
Hüte, Strümpfe und Schuhe steigt um einen für die Rückzahlung der 101. an den
Fabrikanten ausreichenden Betrag, dann ist ihre Lage nicht besser, als wenn keine solche
Erhöhung eingetreten wäre. Falls der Strumpfwirker seine Strümpfe statt für 100 I. für
110 1. verkauft, beläuft sich sein Profit auf genau den gleichen Geldbetrag wie früher.
Da er jedoch im Austausch für die gleiche Summe ein Zehntel weniger Hüte, Schuhe
sowie alle anderen Waren bekommt und mit seiner früheren Summe an Rücklagen“ (d.h.
mit demselben Kapital) „zu den erhöhten Löhnen weniger Arbeiter beschäftigen und weni-
ger Rohmaterial zu erhöhten Preisen kaufen kann, wird er sich in keiner günstigeren
Situation befinden, als wenn der Betrag seines Profits in Geld tatsächlich zurückgegan-
gen und alles auf seinem früheren Preise geblieben wäre.“ (l.c. p. 129.)

Ric[ardo], der sonst bei der Ausführung immer nur hervorhob, daß bei
schlechterem Boden mehr Arbeiter bezahlt werden müssen, um dasselbe
Quantum Produkt zu produzieren, hebt endlich hier das für die Profitrate
Entscheidende hervor, daß mit demselben amount of capital fewer labourers
are employed at increased wages”. Sonst seine Sache nicht ganz richtig. Steigt
der Preis von hats? etc. um I0 p.c., so dasselbe für den Kapitalisten; aber
der landlord hätte mehr wieder abzugeben von seiner Rente. Seine Rente
stieg z.B. von 10 zu 20 I. Aber mit den 20 !. erhält er weniger hats etc.
proportionell als mit den 10.

Ricardo sagt ganz richtig:

1 [n der Handschrift: Preis - 2 Geldlöhnen der Arbeiter - Kapitalbetrag zu erhöhten
Löhnen weniger Arbeiter beschäftigt werden - * Hüten

„Mit fortschreitender Entwicklung der Gesellschaft geht das Nettoprodukt des
Bodens im Verhältnis zu seinem Bruttoprodukt immer zurück.“ (l.c. p. 198.)

Dies meint er so, daß die Rente steigt in an improving state of society!.
Der wirkliche Grund ist, weil in an improving state of society das variable
Kapital proportionell zum konstanten Kapital fällt. Daß mit dem Progreß der Produktion das konstante Kapital wächst
im Verhältnis zum variablen, gibt Ric[ardo] selbst zu, aber nur in der Form,
daß das fixed capital wächst im Verhältnis zum circulating.

„Eine größere Not wird durch einen Umschwung im Handel in reichen und mäch-
tigen Ländern fühlbar werden, in denen viel Kapital in Maschinen investiert ist, als in
armen Ländern, wo eine verhältnismäßig viel kleinere Summe von fixem Kapital und eine
viel größere Summe zirkulierendes Kapital. vorhanden ist und wo daher mehr Arbeit durch
Menschenhände geleistet wird. Es ist weniger schwierig, zirkulierendes als fixes Kapital
aus einer Anlage, an der es beteiligt war, herauszuziehen. Oft ist es unmöglich, die
Maschinerie, die vielleicht für eine bestimmte Fabrikation aufgestellt wurde, für eine
andere zu verwenden. Die Kleidung, die Nahrungsmittel und die Wohnung des Arbei-
ters in einer Beschäftigung können jedoch zum Unterhalt des Arbeiters in einer ande-
ren verwendet werden“

(hier also unter zirkulierendem Kapital nur variables, in Arbeitslohn aus-
gelegtes Kapital),

„oder aber derselbe Arbeiter kann die gleiche Nahrung, Kleidung und Wohnung er-
halten, während seine Beschäftigung wechselt. Das ist aber ein Übel, das eine reiche
Nation in Kauf nehmen muß, und sich darüber zu beklagen, wäre nicht vernünftiger
als das Jammern eines reichen Kaufmanns, daß sein Schiffden Gefahren des Meeres aus-
gesetzt ist, während die Hütte seines armen Nachbarn vor allen derartigen Gefahren

bewahrt bleibt.“ (l.c. p.311.)

Eine Ursache des Steigens der Rente, ganz unabhängig von dem rise in
the price of agricultural produce?, führt Riclardo} selbst an:

„Wieviel Kapital sich auch immer mit dem Boden untrennbar verbindet, es muß
bei Erlöschen der Pacht notwendigerweise dem Grundeigentümer und nicht dem Pächter
gehören. Welche Entschädigung der Grundeigentümer auch bei der Wiederverpach-
tung des Landes für dieses Kapital erhalten mag, sie wird als Rente erscheinen. Jedoch
wird keine Rente bezahlt werden, wenn mit einem bestimmten Kapital mehr Getreide
aus dem Ausland bezogen werden kann als von diesem Boden bei uns zu ernten möglich

ist.“ (l.c. p.315, Note.)
Über denselben Gegenstand sagt Ricfardo]:

„In einem früheren Teil dieses Werkes habe ich auf den Unterschied hingewiesen,
der zwischen der eigentlichen Rente und der Vergütung besteht, die dem Grundeigen-

1 mit fortschreitender Entwicklung der Gesellschaft - ? Steigen im Preis der landwirt-

schaftlichen Produkte

tümer unter dieser Bezeichnung für die Vorteile bezahlt wird, welche die Verausgabung
seines Kapitals dem Pächter verschafft hat. Ich habe aber vielleicht nicht genügend den
Unterschied betont, der sich aus der verschiedenen Art und Weise, in der dieses Kapi-
tal verwendet werden kann, ergibt. Da ein Teil dieses Kapitals, sobald es einmal für die
Verbesserung einer Farm verauslagt wurde, unlöslich mit dem Boden verbunden ist
und die Tendenz hat, dessen produktive Fähigkeit zu erhöhen, entspricht die dem
Grundeigentümer für seine Benutzung gezahlte Vergütung genau dem Charakter der Rente
und ist allen Gesetzen der Rente unterworfen. Gleichgültig, ob die Verbesserung auf
Kosten des Eigentümers oder des Pächters vorgenommen wurde, sie wird zunächst
nicht erfolgen, wenn nicht eine große Wahrscheinlichkeit dafür vorhanden ist, daß der
Gewinn daraus mindestens gleich dem Profit sein wird, der durch die Anlage eines
anderen, gleich großen Kapitals erzielt werden kann. Sobald sie aber einmal vorgenom-
men ist, wird der erzielte Gewinn danach stets völlig den Charakter der Rente besitzen
und allen Veränderungen der Rente ausgesetzt sein. Einige dieser Ausgaben gereichen
dem Boden nur für begrenzte Zeit zum Vorteil und vermehren seine produktiven
Fähigkeiten nicht auf die Dauer. Sofern sie für Gebäude und sonstige vergängliche
Verbesserungen verwendet wurden, so erfordern sie ständige Erneuerung und bringen
dem Eigentümer daher keine dauernde Erhöhung seiner tatsächlichen Rente ein.“

(l.c. p.306, Note.)

Ricfardo] sagt:

„In allen Ländern und zu allen Zeiten hängt der Profit von dem Quantum Arbeit
ab, das zur Beschaffung der für die Arbeiter notwendigen Güter auf dem Boden oder
mit dem Kapital erforderlich ist, das keine Rente abwirft.“ (l.c. p. 128.)

Danach regulierte der Profit des Pächters auf dem Land - dem schlech-
testen Land, das nach Ricardo keine Rente zahlt - the general rate of profit.
Das Räsonnement ist dies: Das Produkt des schlechtesten Bodens wird zu
seinem Wert verkauft und zahlt keine Rente. Wir sehn also hier genau, wie-
viel Surpluswert, nach Abzug des Wertteils des Produkts, der bloß Äquiva-
lent für den Arbeiter, dem Kapitalisten übrigbleibt. Und dieser Surpluswert
ist der Profit. Es beruht dies auf der Voraussetzung, daß Kostenpreis und
Wert identisch sind, daß dies Produkt, weil zum Kostenpreis, zum Wert
verkauft wird.

Historisch und theoretisch die Sache falsch. Ich habe gezeigt!, daß, wo
kapitalistische Produktion und Grundeigentum existiert, das Land oder die
Mine schlechtester Klasse keine Rente zahlen kann, weil es unter seinem
Wert verkauft wird, wenn es zum Marktwert (der nicht von ihm reguliert
ist) des Korns verkauft wird. Weil der Marktwert eben nur seinen Kosten-
preis deckt. Aber wodurch ist dieser Kostenpreis reguliert? Durch die Profit-
rate des not agricultural capital, in deren Bestimmung natürlich auch der

1 Siehe vorl. Band, S.291


Kornpreis eingeht, so weit letztrer auch entfernt ist, sie allein zu bestimmen.
Rlicardos] Behauptung nur richtig, wenn values und cost-prices identisch
11693] wären. Auch historisch - wo die kapitalistische Produktion später in
der Agrikultur als in der Manufaktur erscheint - wird der agricultural profit
durch den industrial bestimmt, und nicht umgekehrt. Richtig nur, daß auf
diesem Land, das Profit, aber keine Rente zahlt, das sein Produkt zum
Kostenpreis verkauft, die average rate of profits* erscheint, sich handgreif-
lich darstellt, keineswegs aber, daß die average profits hierdurch reguliert
werden, was etwas sehr Verschiedenes wäre.

Die Profitrate kann fallen, ohne daß Zinsrate und Rentrate steigt.

„Aus den über den Kapitalprofit gegebenen Erläuterungen geht hervor, daß keine
Kapitalakkumulation den Profit* auf die Dauer senken wird, sofern nicht eine dauernde
Ursache für eine Erhöhung des Lohnes vorhanden ist. ... Wenn sich die notwendigen
Konsumartikel des Arbeiters dauernd mit gleicher Leichtigkeit vermehren hießen, so
könnte eine dauernde Veränderung der Profit- oder Lohnrate“ (sollte heißen in the rate of
surplus value and the value of labour”) „nicht eintreten, gleichgültig, in welchem Aus-
maß Kapital akkumuliert wird. Aber Adam Smith schreibt das Sinken des Profits aus-
schließlich der Kapitalakkumulation und der sich daraus ergebenden Konkurrenz zu,
ohne jemals die steigende Schwierigkeit der Beschaffung von Nahrungsmitteln für die
zusätzliche Zahl von Arbeitern zu berücksichtigen, die das Zusatzkapital beschäftigen

wird.“ (l.c. p.338, 339.)

Das Ganze wäre nur richtig, wenn Profit = surplus value.

Also A.Smith sagt, daß mit der Akkumulation des Kapitals rate of profit
falle wegen der wachsenden Konkurrenz der Kapitalisten; Ric[ardo] sagt,
wegen der wachsenden deterioration of agriculture® (Verteuerung der ne-
cessaries). Wir haben seine Ansicht widerlegt, die nur richtig wäre, wenn
rate of surplus value und rate of profit identisch, also rate of profit nicht
fallen könnte, außer wenn rate of wages steigt (gleichbleibenden Arbeitstag
vorausgesetzt). Smiths Ansicht beruht darauf, daß er die value (in seiner
falschen und von ihm selbst widerlegten Ansicht) zusammensetzt aus
wages, profits und rents. Die Akkumulation der Kapitalien zwingt nach ihm,
die arbitrary profits®, für die gar kein immanentes Maß existiert, herab-
zusetzen durch Herabsetzung der Preise der Waren, auf die [sie] nach
dieser Fassung bloß nomineller Aufschlag sind.

* Unter profits versteht Ric[ardo] hier, was der Kapitalist vom Mehrwert nimmt;
keineswegs den Mehrwert, und so falsch, daß der Mehrwert, so richtig, daß Profit
durch Akkumulation fallen kann.

1 Durchschnittsrate-? in der Mehrwertsrate und dem Wert der Arbeit-3 Verschlechterung
der Landwirtschaft - * willkürlichen Profite

Ric[ardo] hat natürlich theoretisch recht gegen S[mith], daß die Akku-
mulation der Kapitalien die Wertbestimmung der Waren nicht ändert;
aber Ric[ardo] hat sehr unrecht, indem er den A.Smith dadurch zu
widerlegen sucht, daß keine Überproduktion in einem Lande möglich sei.
Ric[ardo} leugnet die plethora of capital!, die nach ihm stehendes Axiom
in der englischen Ökonomie geworden.

Erstens übersieht er, daß in der Wirklichkeit, wo nicht nur Kapitalist
und workman, sondern capitalist, workman, landlord, moneyed interest,
fired incomes? vom Staat etc. sich gegenüberstehn, der Fall der Waren-
preise, der beide, industriellen Kapitalisten und workmen, trifft, den andren
Klassen zugut kommt.

Zweitens, daß die kapitalistische Produktion keineswegs auf einer will-
kürlichen Stufe produziert, sondern je mehr sie sich entwickelt, um so
mehr gezwungen ist, auf einer Stufenleiter zu produzieren, die mit der
immediate demand? nichts zu tun hat, sondern von einer beständigen Er-
weiterung des Weltmarkts abhängt. Er flüchtet zu der abgeschmackten
Sayschen Voraussetzung, als ob der Kapitalist nicht für den Profit, den
Mehrwert, sondern für den Konsum, den Gebrauchswert - seinen eignen
Konsum - direkt produziere. Er übersieht, daß die Ware in Geld ver-
wandelt werden muß. Die demand der Arbeiter genügt nicht, da der
Profit ja grade dadurch herkommt, daß die demand der Arbeiter kleiner als
der Wert ihres Produkts, und um so größer ist, je relativ kleiner diese de-
mand. Die demand der capitalists untereinander genügt ebensowenig. Die
Überproduktion bringt keinen permanenten Fall des Profits hervor, aber sie
ist permanent periodisch. Es folgt ihr Unterproduktion usw. Die Über-
produktion geht grade daraus hervor, daß die Masse des Volks nie mehr als
die average quantity of necessaries* konsumieren kann, ihre Konsumtion
also nicht entsprechend wächst mit der Produktivität der Arbeit. Doch
dieser ganze Abschnitt gehört in die Konkurrenz der Kapitalien. Alles, was
Ric[ardo] darüber sagt, ist keinen Schuß Pulver wert. (Es ist dies ch. XXI
„Effects of Accumulation on Profits and Interest“.)

„Es gibt nur einen Fall, und auch dieser wird nur zeitweilig auftreten, in dem die
Akkumulation von Kapital bei niedrigem Nahrungsmittelpreis von einem Fall des
Profits begleitet sein kann, und zwar dann, wenn die zum Unterhalt der Arbeit be-
stimmten Fonds sich sehr viel rascher als die Bevölkerung vermehren; dann werden die

Löhne hoch und die Profite niedrig sein.“ (l.c. p.343.)

1 den Überfluß an Kapital - 2 Kapitalist, Arbeitsmann, Grundeigentümer, Geldkapitalist,
[Empfänger von] festen Einkommen - ® unmittelbaren Nachfrage -* durchschnittliche Menge
der lebenswichtigen Güter

Gegen Say bemerkt Ric[ardo] ironisch mit Bezug auf das Verhältnis
von profits und interests!:

„Say räumt ein, daß der Zinsfuß von der Profitrate abhängt. Es folgt daraus jedoch
nicht, daß die Profitrate vom Zinsfuß abhängt. Das eine ist Ursache, dasandereWirkung,

und es ist ausgeschlossen, daß irgendwelche Umstände sie die Plätze wechseln lassen.“

(l.c. p.353.)

Indes, dieselben Ursachen, die den Profit fallen, können interest steigen
machen und umgekehrt."

„Say erkennt an, daß die Produktionskosten die Grundlage des Preises sind, und
dennoch behauptet er in verschiedenen Teilen seines Buches, daß der Preis durch das
Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot bestimmt wird.“ (l.c. p.411.)

Daraus hätte eben Ric[ardo] sehn sollen, daß !|694] die cost of production
sehr verschieden ist von quantity of labour employed for the production
of a commodity*. Statt dessen fährt er fort:

„Der wirkliche und letzte Regulator des relativen Wertes zweier beliebiger Waren
sind ihre Produktionskosten.“ (l.c.)

„Und stimmt A.Smith dieser Auffassung nicht zu“ (daß die Preise weder durch
Löhne noch durch Profite bestimmt werden}, „wenn er sagt, daß ‚die Warenpreise oder
der Wert von Gold und Silber, verglichen mit anderen Waren, von dem Verhältnis
zwischen dem Quantum Arbeit abhängt, das notwendig ist, eine bestimmte Menge Gold
und Silber auf den Markt zu bringen, und jenem, das erforderlich ist, um eme bestimmte
Menge irgendeiner anderen Art Ware dorthin zu schaffen‘? Diese Menge wird nicht
verändert, ob der Profit hoch oder niedrig oder der Lohn niedrig oder hoch ist. Wie
können dann die Preise durch hohe Profite erhöht werden?“ (l.c. p.413, 414.)

A.Smith versteht in der angeführten Stelle unter prices nichts als the
monetary expression of the values of commodities®?. Daß diese und das Gold
und Silber, wogegen sie sich austauschen, durch die relative quantities of
labour bestimmt sind required for producing those two sorts of commodi-
ties® (commodities on the one side, gold und silver on the other°}, wider-
spricht dem durchaus nicht, daß die wirklichen Preise der Waren, i.e. ihre
cost-prices, „can be raised by high profits“®. Allerdings nicht, wie Smith
meint, alle auf einmal. Aber durch high profits wird ein Teil der Waren-
masse über seinen Wert mehr erhöht, als wenn die average profits low”,
während ein andrer minder unter seinen Wert gesenkt wird.

1 In der Handschrift: rates -? dem Quantum Arbeit, das bei der Produktion einer Ware
angewendet wird -3 den Geldausdruck des Wertes der Waren - * die für die Produktion jener
beiden Warensorten erheischt werden - ° Waren auf der einen Seite, Gold und Silber auf der
anderen -® „durch hohe Profite erhöht werden können“ -? Durchschnittsprofite niedrig

## [SIEBZEHNTES KAPITEL]

## Ric[ardo]s Akkumulationstheorie
Kritik derselben (Entwicklung der Krisen aus der
Grundform des Kapitals)

### [I. Smith’ und Ricardos Fehler, das konstante Kapital nicht in Betracht zu ziehen. Reproduktion der verschiedenen Teile des konstanten Kapitals]

Wir stellen zunächst Rficardo]s durch das ganze Werk sehr zerstreuten
Sätze zusammen.

„...alle Produkte eines Landes werden konsumiert; aber es macht den größten
Unterschied, den man denken kann, ob sie konsumiert werden durch solche, die einen
andren Wert reproduzieren, oder durch solche, die ihn nicht reproduzieren. Wenn wir sagen,
daß Revenue erspart und zum Kapital geschlagen wird, so meinen wir, daß der Teil der
Revenue, von dem es heißt, er sei zum Kapital geschlagen, durch produktive statt durch
unproduktive Arbeiter verzehrt wird.“ (Hier derselbe Unterschied wie bei A.Smith.)
„Es gibt keinen größern Irrtum, als zu unterstellen, daß Kapital durch Nichtkonsum ver-
mehrt wird. Stiege der Preis der Arbeit so hoch, daß trotz des Zuwachses von Kapital
nicht mehr Arbeit angewandt werden könnte, so würde ich sagen, daß solcher Zuwachs
von Kapital immer noch unproduktiv konsumiert wird.“ (p. 163, Note.)

Hier also nur, ob consumed durch Arbeiter oder nicht. Wie A. Smith etc,
Es handelt sich aber zugleich um die industrial consumption der Waren, die
konstantes Kapital bilden, als Arbeitswerkzeuge oder Arbeitsmaterial kon-
sumiert werden oder auch so konsumiert werden, daß sie durch diese Kon-
sumtion in Arbeitswerkzeuge und Arbeitsmaterial verwandelt werden. Von
vornherein falsch, d.h. einseitig die Auffassung, als ob accumulation of
capital gleich conversion of revenue into wages! wäre, gleich accumulation
of variable capital. Die ganze Frage von der Akkumulation wird damit falsch

behandelt.

1 Verwandlung von Revenye in Löhne

Vor allem ist es nötig, klar zu sein über die Reproduktion des konstanten
Kapitals. Wir betrachten hier die jährliche Reproduktion oder das Jahr als
Zeitmaß des Reproduktionsprozesses.

Ein großer Teil des konstanten Kapitals - das capital fixe - geht in den
jährlichen Arbeitsprozeß ein, ohne in den jährlichen Verwertungsprozeß
einzugehn. Es wird nicht konsumiert. Es braucht also nicht reproduziert zu
werden. Es wird dadurch erhalten - und mit seinem Gebrauchswert auch
sein Tauschwert -, daß es überhaupt in den Produktionsprozeß eingeht und
in Kontakt mit der lebendigen Arbeit bleibt. Je größer dieser Teil des
Kapitals in einem Lande dies Jahr ist, um so größer ist verhältnismäßig die
bloß formelle Reproduktion (Erhaltung) desselben das nächste Jahr, vor-
ausgesetzt, daß der Produktionsprozeß auch nur auf derselben Stufenleiter
erneuert, fortgesetzt, in Fluß erhalten wird. Die Reparaturen und der-
gleichen, die nötig sind, um das fixe Kapital zu erhalten, rechnen wir zu
seinen ursprünglichen Arbeitskosten. Es hat dies mit der Erhaltung im
obenerwähnten Sinn nichts gemein.

Ein zweiter Teil des konstanten Kapitals wird in der Produktion der
Waren jährlich konsumiert und muß daher auch reproduziert werden. Dazu
gehört der ganze Teil des fixen Kapitals, der jährlich in den Verwertungs-
prozeß eingeht, und der ganze Teil desselben, der aus zirkulierendem
Kapital besteht, Rohmaterial und mati£res instrumentales!.

Was nun diesen zweiten Teil des konstanten Kapitals betrifft, so ist zu
unterscheiden:

' 1695| Ein großer Teil von dem, was als konstantes Kapital - als Arbeits-
mittel und Arbeitsmaterial - in einer Produktionssphäre erscheint, ist das
gleichzeitige Produkt in einer parallelen Produktionssphäre. Z.B. das Garn
gehört zum konstanten Kapital des Webers; es ist das Produkt des Spinners,
das vielleicht den Tag vorher noch im Werden war. Wenn wir hier von
gleichzeitig sprechen, so meinen wir während desselben Jahres produziert.
Dieselben Waren, in verschiednen Phasen, durchlaufen während desselben
Jahres verschiedne Produktionssphären. Aus der einen gehn sie als Produkt
hervor, in die andre gehn sie als konstantes Kapital bildende Ware ein. Und
als konstantes Kapital werden alle während des Jahrs konsumiert; sei es nun,
daß wie beim capital fixe nur ihr Wert eingeht in die Ware oder daß auch
ihr Gebrauchswert in dieselbe eingeht, wie beim zirkulierenden Kapital.
Während die in der einen Produktionssphäre produzierte Ware in die andre
Produktionssphäre eingeht, um hier als konstantes Kapital konsumiert zu

1 Hilfsstoffe

werden - neben dieser Reihenfolge von Produktionssphären, worin dieselbe
Ware eintritt, werden gleichzeitig nebeneinander ihre verschiednen Elemente
oder die verschiednen Phasen derselben produziert. Sie wird während des-
selben Jahrs fortwährend in der einen Sphäre als konstantes Kapital konsu-
miert und in der andern parallelen als Ware produziert. Dieselben Waren,
die als konstantes Kapital während des Jahrs so konsumiert werden, werden
derart auch beständig während desselben Jahrs produziert. Die Maschine
nutzt sich in der Sphäre A ab. Sie wird gleichzeitig in der Sphäre B produ-
ziert. Das konstante Kapital, das in den Produktionssphären, die die Lebens-
mittel produzieren, während des Jahrs konsumiert wird, wird gleichzeitig
in andern Produktionssphären produziert, so daß es während des Jahrs oder
am Ende des Jahrs neu ersetzt ist in natura. Beide, sowohl die Lebensmittel
wie dieser Teil des konstanten Kapitals, sind Produkte der neuen, während
des Jahrs tätigen Arbeit.

Ich habe früher gezeigt!, wie der Wertteil des Produkts der Produktions-
sphären, worin die Lebensmittel produziert werden, der Wertteil, der das
konstante Kapital dieser Produktionssphären ersetzt, die Revenue für die
Produzenten dieses konstanten Kapitals bildet.

Nun aber existiert ferner ein Teil des konstanten Kapitals, der jährlich
konsumiert wird, ohne als Bestandteil in die Produktionssphären einzugehn,
die Lebensmittel (konsumable Waren) produzieren. Er kann also auch nicht
aus diesen Sphären ersetzt werden. Wir meinen den Teil des konstanten
Kapitals - der Arbeitswerkzeuge, [des] Rohmaterials und matitres instru-
mentales -, der in der Bildung, Produktion des konstanten Kapitals, der
Maschinerie, Rohmaterialien und matieres instrumentales selbst industriell
konsumiert wird. Dieser Teil, wie wir gesehn haben?, wird in natura ersetzt,
entweder direkt aus dem Produkt dieser Produktionssphären selbst (wie
bei Samen, Vieh, Kohle zum Teil) oder durch Austausch eines Teils der
Produkte der verschiednen Produktionssphären, die konstantes Kapital
bilden. Es findet hier Austausch von Kapital gegen Kapital statt.

Durch die Existenz und die Konsumtion dieses Teils des konstanten
Kapitals wird nicht nur die Masse der Produkte vermehrt, sondern auch der
Wert des jährlichen Produkts. Der Wertteil des jährlichen Produkts, der
gleich dem Wert dieses Teils des konsumierten konstanten Kapitals, kauft
zurück in natura oder zieht zurück aus dem jährlichen Produkt den Teil
desselben, der das konsumierte konstante Kapital in natura ersetzen muß.

1 Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.96- 109 und 206-214 - ? siehe 1. Teil dieses Bandes,
S. 109-121, 158-168 und 214-222

Z.B. der Wertteil der Aussaat, den der Samen? bildet, bestimmt den Wert-
teil der Ernte? (und damit das Quantum Korn), der als konstantes Kapital
der Erde, der Produktion zurückgegeben werden muß. Ohne die während
des Jahrs neuzugefügte Arbeit würde dieser Teil nicht reproduziert; aber
er istin der Tat produziert durch die vorjährige oder vergangne Arbeit und -
soweit sich die Produktivität der Arbeit nicht ändert - ist der Wert, den er
dem jährlichen Produkt zusetzt, das Resultat nicht der diesjährigen, sondern
der vorjährigen Arbeit. Je größer das proportionell angewandte konstante
Kapital in einem Land ist, um so größer wird auch dieser Teil des konstan-
ten Kapitals sein, der in der Produktion des konstanten Kapitals konsumiert
wird und der sich nicht nur in einer größren Produktenmasse ausdrückt,
sondern auch den Wert dieser Produktenmasse erhöht. Dieser Wert ist also
nicht nur das Resultat der gegenwärtigen Jahresarbeit, sondern ebensosehr
das Resultat vorjähriger, vergangner Arbeit, obgleich er ohne die immediate
annual labour? ebensowenig wieder erscheinen würde wie das Produkt,
worin er eingeht. Wächst dieser Teil, so wächst nicht nur die jährliche
Produktenmasse, sondern der Wert derselben, selbst wenn die annual
labour dieselbe bliebe. Dies Wachsen ist eine Form der Akkumulation des
Kapitals, die es wesentlich ist zu verstehn. Und nichts kann diesem Ver-
ständnis ferner liegen als Rficardo]s Satz:

„Die Arbeit von einer Million Menschen in den Manufakturen wird stets den glei-
chen Wert, aber nicht immer den gleichen Reichtum produzieren.“ (l.c. p.320.)

Diese Million of men - der Arbeitstag als gegeben vorausgesetzt - wird
nach der Produktivität der Arbeit nicht nur sehr verschiedne Warenmasse
produzieren, sondern der Wert dieser Masse wird sehr verschieden sein, je
nachdem sie mit viel oder wenig konstantem Kapital produziert, ihr also
viel oder wenig aus vorjähriger, vergangner Arbeit herstammender Wert zu-
gesetzt ist.

### [2. Wert des konstanten Kapitals und Wert des Produkts]

“Wir nehmen hier überall zunächst an, wo wir von der Reproduktion des
konstanten Kapitals sprechen - der Vereinfachung halber -, daß die Pro-
duktivität der Arbeit und folglich die Produktionsweise dieselben bleiben.
Was als konstantes Kapital zu ersetzen ist - bei gegebner Produktionsleiter -
ist ein bestimmtes Quantum in natura. Bleibt die Produktivität dieselbe, so

1 In der Handschrift: der den Samen - * in der Handschrift: Aussaat - ? unmittelbare
Jahresarbeit

bleibt auch der | Wert dieses Quantums konstant. Treten Wechsel in
der Produktivität der Arbeit ein, wodurch dasselbe Quantum teurer oder
wohlfeiler, mit mehr oder weniger Arbeit neu reproduziert werden kann,
so treten ebenso Wechsel im Wert des konstanten Kapitals ein, die das
surplus produce nach Abzug des konstanten Kapitals affizieren.

Z.B., es seien 20 qrs. [Weizen] ä 31. = 601. zur Aussaat erheischt.
Wird das qr. mit "/, Arbeit weniger reproduziert, so kostet ein qr. nur noch
2 1. Von dem Produkt sind nach wie vor 20 qrs. für Aussaat abzuziehn; aber
der Wertteil, den sie vom ganzen Produkt ausmachen, nur noch 40 I. Zum
Ersatz desselben capital constant dann geringrer Wertteil und geringrer
Naturalteil des Gesamtprodukts nötig, obgleich 20 qrs. nach wie vor als
Samen der Erde zurückgegeben werden müssen. 8%

Wäre das jährlich konsumierte konstante Kapital bei einer Nation
10 Mill., bei der andren nur | Mill. und die jährliche Arbeit von I Mill.
Menschen = 100 Mill. !., so wäre der Wert des Produkts bei der ersten
Nation = 110 und bei der andern nur = 101 Millionen. Dabei wäre es
nicht nur möglich, sondern sicher, daß die einzelne Ware bei Nation I
wohlfeiler wäre als bei Nation II, weil letztre eine viel geringre Waren-
masse mit derselben Arbeit produzieren würde, viel geringer als die Diffe-
renz von 10 und I. Ein größrer Wertteil des Produkts geht zwar bei Nation I,
verglichen mit II, ab, um das Kapital zu ersetzen, und also auch größrer
Teil vom Gesamtprodukt. Aber das Gesamtprodukt ist auch viel größer.

Bei Fabrikwaren ist es bekannt, daß | Mill. [Arbeiter] in England nicht
nur ein viel größres Produkt, sondern Produkt von viel größrem Wert pro-
duziert als in Rußland z.B., obgleich die einzelne Ware viel wohlfeiler. Bei
der Agrikultur jedoch scheint nicht dasselbe Verhältnis zwischen kapita-
listisch entwickelten und relativ unentwickelten Nationen zu bestehn. Das
Produkt der zurückgebliebnen Nation wohlfeiler als das der kapitalistisch
entwickelten. Dem Geldpreis nach. Und dennoch scheint das Produkt der
entwickelten Nation das Produkt von viel weniger Arbeit (während des
Jahres) als das der zurückgebliebnen. In England z.B. weniger als */; mit
Agrikultur beschäftigt, in Rußland *,; dort 5/1, hier 12/,,. Diese Zahlen
sind nicht & la lettre' zu nehmen. In England z.B. sind Masse Menschen in
der not agricultural industry, im Maschinenbau, Handel, Transportwesen
etc. mit der Produktion und Herbeischaffung von Elementen der agricul-
tural production beschäftigt, die in Rußland nicht damit beschäftigt sind.
Man kann also das Verhältnis der in der Agrikultur beschäftigten Personen

1 buchstäblich

nicht direkt bestimmen nach der immediately upon agriculture employed
individuals!. In Ländern kapitalistischer Produktion nehmen mittelbar viele
an dieser agricultural Produktion teil, die in unentwickelteren Ländern
unmittelbar unter sie subsumiert sind. Die Differenz scheint aber größer als
sie ist. Für die gesamte Zivilisation des Landes diese Differenz aber sehr
wichtig, selbst soweit sie bloß darin besteht, daß ein großer Teil der an der
Agrikultur beteiligten Produzenten nicht direkt an ihr teilnehmen und dem
Idiotismus des Landlebens entrissen sind, zur industriellen Bevölkerung
gehören.

Dies also d’abord & part?. Ferner davon abgesehn, daß die meisten agri-
cultural peoples? gezwungen sind, ihr Produkt unter seinem Wert zu ver-
kaufen, während in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion das
agricultural produce auf seinen Wert steigt. Jedenfalls geht in den Wert des
Produkts des English agriculturist ein Wertteil von konstantem Kapital ein,
der in den Wert des Produkts des Russian agriculturist nicht eingeht. Ge-
setzt, dieser Wertteil sei gleich der Tagesarbeit von 10 Mann. Und gesetzt,
ein englischer Arbeiter setze dies konstante Kapital in Bewegung. Ich
spreche von dem Teil des konstanten Kapitals des agricultural produce, der
nicht durch neue Arbeit ersetzt wird, wie z.B. dies bei den Ackerbaugeräten
der Fall. Sind 5 russische Arbeiter erheischt, um dasselbe Produkt zu pro-
duzieren, was | Engländer vermittelst des konstanten Kapitals produziert,
und wäre das konstante Kapital, das der Russe verwendet, gleich 1, so wäre
das englische Produkt = 10 + I = II Arbeitstagen und das des Russen
=5+1= 6. Ist der russische Boden soviel fruchtbarer als der englische,
daß er ohne Anwendung des konstanten Kapitals oder mit einem 10x
kleinren konstanten Kapital soviel Korn produziert, wie der Engländer mit
lOmal größrem, so verhalten sich die Werte derselben Quanta englischen
und russischen Korns wie 11:6. Würde der qr. russischen Korns zu 2 I. ver-
kauft, so der englische zu 3°), !., denn 2:3?/; = 6:11. Der Geldpreis und
der Wert des englischen Korns wäre also viel höher als der des russischen,
aber dennoch würde das englische mit weniger Arbeit produziert, da die
vergangne Arbeit, die sowohl in der Masse als dem Wert des Produkts wieder
erscheint, keinen Zusatz von neuer Arbeit kostet. Dies wäre immer der Fall,
wenn der Engländer weniger immediate labour anwendet als der Russe,
aber das größre konstante Kapital, das er anwendet - und das ihm nichts
kostet, obgleich es gekostet hat und bezahlt werden muß -, nicht in dem

2 [Zahl] der unmittelbar in der Landwirtschaft beschäftigten Personen - ? zunächst
abzusehen - ? Agrikulturvölker

Grade die Produktivität der Arbeit erhöhte, daß dadurch die natürliche
Fruchtbarkeit des russischen Bodens kompensiert würde. Die Geldpreise
des agricultural produce können also höher stehn in Ländern kapitalistischer
Produktion als in |}697| unentwickeltern, obgleich es in der Tat weniger
Arbeit kostet. Es enthält mehr immediate + past labour!, aber diese past
‚ labour kostet nichts. Das Produkt wäre wohlfeiler, wenn nicht die Differenz
der natürlichen Fruchtbarkeit dazwischenkäme. Damit wären auch die
höheren Geldpreise des Arbeitslohns erklärt.

Wir haben bisher bloß von der Reproduktion des vorhandnen Kapitals
gesprochen. Der Arbeiter ersetzt sein Salair mit einem surplus produce
oder surplus value, das den Profit (Rente eingeschlossen) des Kapitalisten
bildet. Er ersetzt den Teil des jährlichen Produkts, der ihm von neuem als
Salair dient. Der Kapitalist hat seinen Profit während des Jahrs aufgegessen,
aber der Arbeiter hat einen Produktteil geschaffen, der von neuem als Profit
aufgegessen werden kann. Der Teil des konstanten Kapitals, der konsumiert
ist in der Produktion der Lebensmittel, wird ersetzt durch während des
Jahrs durch neue Arbeit produziertes konstantes Kapital. Die Produzenten
dieses neuen Teils des konstanten Kapitals realisieren ihre Revenue (Profit
und Salair) in dem Teil der Lebensmittel, der gleich dem Wertteil des in
ihrer Produktion konsumierten konstanten Kapitals. Endlich, das konstante
Kapital, das konsumiert wird in der Produktion des konstanten Kapitals,
in der Produktion von Maschinerie, Rohmaterial und matiere instrumen-
tale, wird in natura oder durch Kapitalaustausch ersetzt aus dem Gesamt-
produkt der verschiednen Produktionssphären, die das konstante Kapital
produzieren.

### [3. Notwendige Bedingungen für die Akkumulation des Kapitals. Amortisation des fixen Kapitals und ihre Rolle im Prozeß der Akkumulation]

Wie verhält es sich aber nun mit der Vermehrung des Kapitals, seiner
Akkumulation als unterschieden von der Reproduktion, der Verwandlung
von Revenue in Kapital?

Um die Frage zu vereinfachen vorausgesetzt, daß die Produktivität der
Arbeit dieselbe bleibt, keine changes? in der Produktionsweise vorgehn, also
dasselbe Quantum Arbeit erheischt bleibt, um dasselbe Quantum Ware zu

1 unmittelbare + vergangene Arbeit - ? Wechsel

produzieren, daß also die Vermehrung des Kapitals dieselbe Arbeit kostet
wie die vorjährige Produktion von Kapital von demselben amount.

Ein Teil des Mehrwerts muß in Kapital verwandelt werden, statt als
Revenue aufgegessen zu werden. Er muß teils in konstantes, teils in variables
Kapital verwandelt werden. Und die Proportion, worin er sich in diese zwei
verschiednen Teile des Kapitals teilt, hängt von der vorausgesetzten organi-
schen Konstitution des Kapitals ab, da die Produktionsweise unverändert
bleibt und auch der proportionelle Wert beider Teile. Je höher die Produk-
tion entwickelt ist, um so größer wird der Teil des Mehrwerts, der in kon-
stantes Kapital verwandelt wird, sein, verglichen mit dem Teil des Mehr-
werts, der in variables Kapital verwandelt wird.

Zunächst ist also ein Teil des Mehrwerts (und des ihm in Lebensmitteln
entsprechenden surplus produce) in variables Kapital zu verwandeln; d.h.,
neue Arbeit ist damit zu kaufen. Dies nur möglich, wenn die Zahl der
Arbeiter wächst oder wenn die Arbeitszeit, während der sie arbeiten, ver-
längert wird. Das letztre, wenn z.B. ein Teil der Arbeiterbevölkerung nur
halb oder ?/; beschäftigt war oder für kürzre oder längre Perioden auch
durch absolute Verlängerung des Arbeitstags, die dann aber bezahlt werden
muß. Dies jedoch nicht als konstantes Mittel der Akkumulation anzusehn.
Die Arbeiterbevölkerung kann zunehmen, wenn vorhin unproduktive
Arbeiter in produktive verwandelt werden oder Teile der Bevölkerung, die
früher nicht arbeiteten, wie Weiber und Kinder, Paupers, in den Produk-
tionsprozeß gezogen werden. Letztren Punkt lassen wir hier weg. Endlich
durch absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung mit dem Wachstum
der allgemeinen Bevölkerung. Soll die Akkumulation ein stetiger, fort-
laufender Prozeß sein, so dies absolute Wachstum der Bevölkerung (ob-
gleich sie relativ gegen das angewandte Kapital abnimmt) Bedingung. Ver-
mehrung der Bevölkerung erscheint als Grundlage der Akkumulation als
eines stetigen Prozesses. Dies setzt aber voraus ein average? Salair, das be-
ständiges Wachstum der Arbeiterbevölkerung, nicht nur Reproduktion der-
selben, erlaubt. Für plötzliche Fälle sorgt die kapitalistische Produktion
schon dadurch, daß sie einen Teil der Arbeiterbevölkerung überarbeitet
und den andren als Reservearmee halb oder [ganz] verpaupert in petto hält.

Allein wie verhält es sich mit dem andren Teil des Mehrwerts, der in
konstantes Kapital zu verwandeln ist? Um die Frage zu vereinfachen,
abstrahieren wir vom auswärtigen Handel und betrachten eine abgeschloßne
Nation. Nehmen wir ein Beispiel. Der Mehrwert, den ein Leinweber

1 Größe - ? durchschnittliches

erzeugt hat, sei = 10000 Z., wovon er one half! in Kapital verwandeln will,
also 5000 Z. Davon sei nach der organischen Zusammensetzung der mecha-
nischen Weberei */, in Arbeitslohn auszulegen. Wir abstrahieren hier vom
Umschlag des Kapitals, wonach ihm vielleicht eine Summe für 5 Wochen
genügt, nach der er verkauft und so aus der Zirkulation das Kapital für
Salair zurückerhält. Wir nehmen an, er müsse 1000 /. für Arbeitslohn (für
20 Mann) in Reserve halten beim banker? und nach und nach während des
Jahrs verausgaben in wages®. Dann sind 4000 I. in konstantes Kapital zu
verwandeln. Er muß erstens Garn kaufen, soviel als 20 Mann verweben?
können während des Jahrs. (Wir abstrahieren immer vom Umschlag des
zirkulierenden Teils des Kapitals.) Ferner die Webstühle seiner Fabrik
vermehren, ditto vielleicht neue Dampfmaschine zusetzen oder die alte
vergrößern etc. Aber um sie zu kaufen, muß er Garn vorfinden auf dem
Markt, Webstühle etc. Er muß seine 4000 I. in Garn, Webstühle, Kohlen
usw. verwandeln, !}698| d.h. letztre kaufen. Um sie zu kaufen, müssen sie
aber da sein. Da wir vorausgesetzt, daß die Reproduktion des alten Kapi-
tals unter den alten Bedingungen stattgefunden hat, so hat der Garn-
spinner sein ganzes Kapital verausgabt, um das das Jahr zuvor von den
Webern erheischte Quantum Garn zu liefern. Wie soll er also die additional
demand by an additional supply of yarn® befriedigen?

Ebenso verhält es sich mit dem Maschinenfabrikanten, der die Web-
stühle etc. liefert. Er hat bloß neue Webstühle genug produziert, um den
Konsum, der on an average® in der Weberei vorgeht, zu decken. Aber der
akkumulationslustige Weber bestellt für 3000 I. Garn und für 1000 I. Web-
stühle, Kohlen (da es sich mit dem Kohlenfabrikanten ebenso verhält) etc.
Oder in fact?” er gibt dem Spinner 3000 Z., dem Maschinenbauer und
Kohlenmann etc. 1000 /., damit diese ihm dies Geld in Garn, Webstühle
und Kohle verwandeln. Er müßte also warten, bis dieser Prozeß vorbei, ehe
er mit seiner Akkumulation - seiner Produktion von neuer Leinwand - be-
ginnen könnte. Dies Unterbrechung 1.

Aber nun befindet sich der Spinner mit den 3000 !. in derselben Lage,’
wie der Weber mit den 4000, nur daß er seinen Profit gleich abzieht. Er
kann eine additional number of spinners® finden, aber er braucht Flachs,
Spindeln, Kohlen etc. Ebenso der Kohlenmann neue Maschinerie oder
Werkzeuge, außer den neuen Arbeitern. Und der Maschinenfabrikant, der

1 eine Hälfte - 2 Bankier - ® Löhnen - * in der Handschrift: verspinnen - 5 vergrößerte
Nachfrage durch ein zusätzliches Angebot von Garn - ® im Durchschnitt - 7 tatsächlich -
8 zusätzliche Anzahl Spinner

die neuen Webstühle, Spindeln etc. hefern soll, außer den additional
labourers!, Eisen etc. Am schlimmsten aber ist’s mit dem Flachsbauer, der
erst nächstes Jahr die additional quantity of flax? liefern kann etc.

Damit der Weber also ohne Weitläufigkeiten und Unterbrechungen
jedes Jahr einen Teil seines Profits in konstantes Kapital verwandeln kann -
und die Akkumulation ein stetiger Prozeß sei -, ist es nötig, daß er an
additional quantity of yarn?, Webstühlen etc. auf dem Markt vorfindet. Er,
der Spinner, der Kohlenmann etc. brauchen bloß mehr Arbeiter anzuwen-
den, wenn sie Flachs, Spindeln, Maschinen auf dem Markt vorfinden.

Ein Teil des konstanten Kapitals, der jährlich als abgenutzt berechnet
wird und als dechet* eingeht in den Wert des Produkts, wird in der Tat
nicht abgenutzt. Nimm z.B. Maschine, die 12 Jahre daure und 12000 1.
koste, so der average dechet°, jedes Jahr zu berechnen, = 1000 I. Am Ende
der 12 Jahre ist dann, da jährlich in das Produkt 1000 I. eingehen, der Wert
von 12000 I. reproduziert, und eine neue Maschine derselben Art kann
zu diesem Preis gekauft werden. Die Reparaturen und Flickereien, die
während der 12 Jahre nötig sind, rechnen wir zu den Produktionskosten
der Maschine und haben mit unsrer Frage nichts zu tun. In der Tat aber
ist die Wirklichkeit von jener Durchschnittsrechnung verschieden. Die
Maschine ist vielleicht im zweiten Jahr besser im Gang als im ersten. Und
dennoch ist sie nach 12 Jahren nicht mehr nutzbar. Es geht wie mit einer
Bestie, die 10 Jahre on an average® zu leben hat, deshalb aber doch nicht
um 1/io in jedem Jahr abstirbt, obgleich sie nach Ende der 10 Jahre durch
ein neues Individuum ersetzt sein muß. Natürlich, im Lauf desselben Jahrs
tritt eine bestimmte Zahl Maschinerie etc. stets in dies Stadium, wo sie dann
wirklich durch neue Maschinen ersetzt werden müssen. Jedes Jahr ist also
bestimmtes Quantum der alten Maschinerie etc. wirklich, in natura, durch
neue zu ersetzen. Und dem entspricht die yearly average production of
machinery’? etc. Der Wert, um sie zu zahlen, ist aus den Waren, je nach
ihrer Reproduktionszeit (der Maschinen), ready? liegend. Aber das fact
bleibt, daß ein großer Wertteil des jährlichen Produkts, des Werts, der
jährlich für dasselbe gezahlt wird, zwar nötig ist, um nach 12 Jahren z.B.
die alte Maschinerie zu ersetzen, aber durchaus nicht wirklich erheischt
wird, um Y/; jährlich in natura zu ersetzen, was, in fact, selbst untubar
wäre. Dieser Fonds mag zum Teil vernutzt werden, um Arbeitslohn oder

1 zusätzlichen Arbeitern -? zusätzliche Menge Flachs —? eine zusätzliche Menge an Garn -
4 Verschleiß -® durchschnittliche Verschleiß -® im DDreachnitt -? jährliche Durchschnitts-
produktion an Maschinerie - ® bereit

Rohmaterial damit zu kaufen, bevor die Ware verkauft oder bezahlt ist,
die beständig in Zirkulation geworfen wird, aber nicht sofort aus der Zirku-
lation zurückkehrt. Dies kann jedoch nicht während des ganzen Jahrs der
Fall sein, da die im Jahr umgeschlagnen Waren vollständig ihren Wert
realisieren, also sowohl den in ihnen enthaltnen Arbeitslohn, Rohmaterial,
aufgenutzte Maschinerie und surplus value zahlen, realisieren müssen.
Wo also viel konstantes Kapital, also auch viel capital fixe angewandt wird,
existiert in diesem Wertteil des Produkts, der den dechet des fixen Kapitals .
ersetzt, ein Akkumulationsfonds, der von seiten dessen, der ihn anwendet,
zur Anlage von neuem capital fixe (oder auch zirkulierendem Kapital)
benutzt werden kann, ohne daß für diesen Teil der Akkumulation irgendein
Abzug von der surplus value stattfindet. (Sieh MacCulloch.)!®! Dieser
Akkumulationsfonds befindet sich nicht auf Produktionsstufen und bei
Nationen, wo kein großes capital fixe existiert. Dies ist ein wichtiger Punkt.
Es ist ein Fonds zur beständigen Anbringung von Verbeßrungen, Aus-
dehnungen etc.

### [4. Wechselseitige Abhängigkeit der Produktionszweige im Prozeß der Akkumulation. Unmittelbare Verwandlung eines Teils des Mehrwerts in konstantes Kapital. in der Landwirtschaft und im Maschinenbau]

Aber worauf wir hier kommen wollen, ist folgendes. Wäre das in dem
Maschinenbau angewandte Gesamtkapital auch nur groß genug, um den
jährlichen dechet der Maschinerie zu ersetzen, so würde es viel mehr
Maschinerie produzieren als jährlich bedurft wird, da der d&chet zum Teil
nur idealiter existiert und realiter erst nach einer gewissen Reihe von Jahren
in natura zu ersetzen ist. Das so angewandte Kapital liefert also jährlich eine
Masse Maschinerie, die für neue Kapitalanlagen vorhanden ist und diese
neuen Kapitalanlagen antizipiert. Z.B. während dieses Jahrs beginnt der
Maschinenbauer seine Fabrik. Er liefere für 12000 !. Maschinerie während
des Jahrs. So hätte er während der I1 folgenden Jahre bei bloßer Reproduk-
tion der von ihm produzierten Maschinerie nur für 1000 !. zu produzieren,
und selbst diese jährliche Produktion würde nicht jährlich konsumiert.
Noch weniger, wenn er sein ganzes Kapital anwendet. Damit dies im Gange
bleibe und sich bloß fortwährend ||699] jährlich reproduziere, ist neue fort-

währende Erweiterung der Fabrikation, die diese Maschinen braucht, nötig.
(Noch mehr, wenn er selbst akkumuliert.)

Hier ist also, selbst wenn in dieser Produktionssphäre das in ihr investierte
Kapital nur reproduziert wird, beständige Akkumulation in den übrigen Pro-
duktionssphären nötig. Diese beständige Akkumulation findet dadurch aber
auch beständig eines ihrer Elemente auf dem Markt vorrätig. Hier in einer
Produktionssphäre ein beständiger Warenvorrat für Akkumulation, neue
additionelle industrielle Konsumtion für andre Sphären, selbst wenn in
dieser Sphäre bloß das vorhandne Kapital reproduziert wird.

Mit den 5000 !. Profit oder Mehrwert, die in Kapital verwandelt werden,
z.B. vom Weber, sind 2 Fälle möglich, immer vorausgesetzt, daß er auf dem
Markt die Arbeit vorfindet, die er mit 1000 von diesen 5000 !. kaufen muß,
um das Kapital von 5000 !. den Bedingungen seiner Produktionssphäre
gemäß in Kapital zu verwandeln. Dieser Teil [des kapitalisierten Mehr-
werts] verwandelt sich in variables Kapital und wird in wages! ausgelegt.
Um diese Arbeit aber anzuwenden, bedarf er Garn, additional machinery?
{außer bei Verlängerung des Arbeitstags; in diesem Fall wird nur die
Maschinerie schneller abgenutzt, ihre Reproduktionszeit verkürzt, aber
zugleich mehr surplus value produziert; und wenn der Wert der Maschinerie
in kürzerer Zeit auf die produzierten Waren verteilt werden muß, so werden
aber ungleich mehr Waren produziert, so daß trotz dieser schnellren Ab-
nutzung ein kleinrer Teil Maschinenwert in den Wert oder Preis der
einzelnen Ware eingeht. Unmittelbar neues Kapital ist in diesem Fall für
die Maschinerie selbst nicht auszulegen. Der Wert der Maschinerie nur
etwas schneller zu ersetzen. Aber die matieres instrumentales erheischen in
diesem Fall the advance of additional capital?} und additional matieres
instrumentales. Entweder findet der Weber diese seine Produktionsbedin-
gungen auf dem Markt vor. Dann unterscheidet sich der Ankauf dieser
Waren von dem andrer Waren nur dadurch, daß er Waren für die industrielle
Konsumtion kauft, statt für die individuelle Konsumtion. Oder er findet sie
nicht auf dem Markt vor, dann muß er sie bestellen (wie z.B. bei Maschinen,
die neuer Konstruktion), ganz wie wenn er Artikel für die Privatkonsumtion
bestellen muß, die er nicht auf dem Markt vorfindet. Mußte das Roh-
material (Flachs) erst auf Kommando produziert werden, [etwa wie Indigo,
Jute etc. von den indischen Ryots auf Ordre und Vorschuß englischer Kauf-
leute}, so wäre die Akkumulation des Leinwebers für dies Jahr in seinem
eignen Geschäft unmöglich. Andrerseits unterstelle, der Spinner verwandle

2 Lohn - ? zusätzlicher Maschinerie - ® die Auslage zusätzlichen Kapitals

die 5000 Z. in Kapital und der Weber akkumuliere nicht, so wird das Ge-
spinst, obgleich alle seine Produktionsbedingungen auf dem Markt vorrätig
waren, unverkaufbar sein, und die 5000 I. sind in fact in Garn, aber nicht in
Kapital verwandelt.

(Der Kredit, von dem wir hier nicht weiter zu sprechen haben, vermittelt,
daß das akkumulierte Kapital nicht grade in der Sphäre angewandt wird, wo
es erzeugt ist, sondern da, wo es am meisten Chance hat, verwertet zu
werden. Indes wird jeder Kapitalist-vorziehn, seine Akkumulation mög-
lichst in seinem eignen trade! anzulegen. Legt er sie in andern an, so wird
er moneyed capitalist* und bezieht statt Profit nur Zins, er müßte sich denn
auf Spekulation werfen. Wir sprechen hier aber von der average accumula-
tion? und nur beispielsweise als in besonderem trade angelegt.)

Hätte anderseits der Flachsbauer seine Produktion erweitert, d.h. akku-
muliert, und Spinner und Weber und Maschinenbauer etc. nicht, so hätte
er überflüssigen Flachs auf dem Lager und würde wahrscheinlich das nächste
Jahr weniger produzieren.

{Wir sehn hier von der individuellen Konsumtion einstweilen ganz ab
und betrachten bloß den Zusammenhang der Produzenten untereinander.
Existiert dieser, so bilden sie erstens wechselseitig Markt für die Kapitalien,
die sie sich wechselseitig zu remplacieren haben; für einen Teil der Lebens-
mittel bilden die neu beschäftigten oder besser beschäftigten Arbeiter
Markt; und da der Mehrwert im folgenden Jahr wächst, können die Kapi-
talisten wachsenden Teil der Revenue verzehren, bilden also auch to a cer-
tain extent* Markt füreinander. Damit kann immer noch großer Teil des
Produkts des Jahrs unverkäuflich bleiben.}

Die Frage ist jetzt so zu formulieren: Allgemeine Akkumulation voraus-
gesetzt, d.h. vorausgesetzt, daß in allen trades das Kapital mehr oder minder
akkumuliert, was in fact Bedingung der kapitalistischen Produktion und
was ebensosehr der Trieb des Kapitalisten als Kapitalisten, wie es der Trieb
des Schatzbildners, Geld aufzuhäufen (aber auch notwendig ist, damit die
kapitalistische Produktion vorangehe) - was sind die Bedingungen dieser
allgemeinen Akkumulation, worin löst sie sich auf? Oder, da uns der Lein-
weber den Kapitalisten überhaupt repräsentieren kann, welches sind die
Bedingungen, damit er ungestört die 5000 !. Mehrwert in Kapital rückver-
wandeln kann und den Akkumulationsprozeß jahraus, jahrein stetig fort-
setzen kann? Die 5000 I. akkumulieren heißt nichts, als dies Geld, diese

1 Gewerbezweig -? Geldkapitalist - ® durchschnittlichen Akkumulation - ? bis zu einem
gewissen Grad


Wertsumme in Kapital verwandeln. Die Bedingungen für die Akkumulation
des Kapitals also ganz dieselben, wie für seine ursprüngliche Produktion oder
Reproduktion überhaupt.

Diese Bedingungen aber waren, daß mit einem Teil des Geldes Arbeit
gekauft wurde, mit dem andern Waren (Rohmaterial und Maschinerie etc.),
die von dieser Arbeit industriell konsumiert werden konnten. {Manche
Waren können nur industriell konsumiert werden, wie Maschinerie, Roh-
material, Halbfabrikate etc. Andre, wie Häuser, Pferde, Weizen, Korn (aus
denen Branntwein oder Stärke etc. gemacht wird) etc., können industriell
und individuell konsumiert werden.} Um diese Waren kaufen zu können,
müssen sie sich auf dem | Markt als Waren befinden - auf dem Zwischen-
stadium zwischen der vollendeten Produktion und der noch nicht be-
gonnenen Konsumtion, in der Hand der Verkäufer, im Stadium der Zirku-
lation - oder upon notice! beschaffbar sein (herstellbar, wie beim Bau neuer
Fabriken etc.). Sie waren das- dies wurde vorausgesetzt bei der Produktion
und Reproduktion des Kapitals, wegen der in der kapitalistischen Produk-
tion durchgeführten Teilung der Arbeit auf gesellschaftlicher Stufenleiter
(distribution of labour and capital between the different trades?), wegen der
gleichzeitig auf der ganzen Oberfläche vorgehenden parallelen Produktion,
Reproduktion. Dies war die Bedingung des Markts, der Produktion und der
Reproduktion des Kapitals. Je größer das Kapital, je entwickelter die
Produktivität der Arbeit, überhaupt die Stufenleiter der kapitalistischen
Produktion, um so größer auch die Masse der Waren, die sich in dem Übergang
aus der Produktion in die Konsumtion (individuelle und industrielle), in Zir-
kulation, auf dem Markt befinden, und um so größer die Sicherheit für jedes
besondre Kapital, seine Reproduktionsbedingungen fertig auf dem Markt
vorzufinden. Dies um so mehr der Fall, da dem Wesen der kapitalistischen
Produktion gemäß jedes besondre Kapital I. auf einer Stufenleiter arbeitet,
die bedingt ist nicht durch individuelle Nachfrage (Bestellung etc., Privat-
bedarf), sondern durch das Streben, möglichst viel Arbeit und daher Sur-
plusarbeit zu realisieren und die größtmöglichste Masse Waren mit ge-
gebnem Kapital zu liefern; 2. jedes einzelne Kapital den größtmöglichsten
Platz auf dem Markt einzunehmen und seine Mitbewerber zu verdrängen
sucht, auszuschließen. Konkurrenz der Kapitalien.

{Je mehr sich die Kommunikationsmittel entwickeln, um so mehr kann

der Vorrat auf dem Markt abnehmen.}

1 auf Bestellung - ? Verteilung von Arbeit und Kapital unter den verschiedenen Ge-
werbezweigen

„Wo Produktion und Konsumtion verhältnismäßig groß sind, wird natürlicher-
weise zu einem gegebenen Moment ein verhältnismäßig großer Überschuß auf dem
Markt in dem Zwischenstadium auf dem Weg vom Produzenten zum Konsumenten
sein, außer wenn die Schnelligkeit, mit der die Dinge verkauft werden, so zunimmt,
daß sie den sonst eintretenden Folgen vermehrter Produktion entgegenwirkt.“ (p.6, 7
„An Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand and the Necessity of
Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.“, Lond. 1821.)

Die Akkumulation von neuem Kapital kann also nur unter denselben
Bedingungen vor sich gehn wie die Reproduktion des schon vorhandnen
Kapitals.

{Wir gehn hier gar nicht ein auf den Fall, daß mehr Kapital akkumuliert
ist, als in der Produktion unterzubringen, z.B. in der Form von Geld, [das]
brach bei Bankiers liegt. Daher das Ausleihen ins Ausland etc., kurz die
Investierungsspekulation. Ebensowenig betrachten wir den Fall, wo es un-
möglich, die Masse der produzierten Waren zu verkaufen, Krisen etc. Dies
gehört in den Abschnitt der Konkurrenz. Wir haben hier nur die Formen
des Kapitals in den verschiednen Phasen seines Prozesses zu untersuchen,
wobei immer unterstellt, daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden.}

Der Weber kann die 5000 !. Mehrwert rückverwandeln in Kapital, wenn
er außer Arbeit für die 1000 !. Garn etc. auf dem Markt ready" vorfindet
oder auf Bestellung haben kann; dazu muß also ein surplus produce produ-
ziert sein von den Waren, die in sein konstantes Kapital eingehn, nament-
lich von denen, die längre Produktionszeit zu ihrer Herstellung bedürfen
und nicht rasch oder gar nicht innerhalb des Jahrs vermehrt werden
können, wie das Rohmaterial, der Flachs z.B.

{Es kommt hier - was aber nur eine Form der Vermittlung ist, daher nicht
hierher, sondern in die Betrachtung der Konkurrenz der Kapitalien gehört -
das Kaufmannskapital ins Spiel, das in Warenhäusern Vorräte für wachsende
Konsumtion, individuelle oder industrielle, ready? hält.}

Wie die Produktion und Reproduktion des vorhandnen Kapitals in einer
Sphäre voraussetzt parallele Produktion und Reproduktion in andren
Sphären, so die Akkumulation oder Bildung of additional capital in one
trade®, gleichzeitige oder parallele Bildung of additional production in the
other trades*. Es muß also gleichzeitig die Stufenleiter der Produktion in
allen Sphären, die konstantes Kapital liefern, wachsen (entsprechend dem
durch die Nachfrage bestimmten average Anteil, den jede besondre Sphäre
am allgemeinen Wachstum der Produktion nimmt), und alle Sphären

1 fertig - ? bereit -° von zusätzlichem Kapital in einem Gewerbezweig - * von zusätz-
licher Produktion in den anderen Gewerbezweigen

liefern konstantes Kapital, die nicht das für die individuelle Konsumtion
finished produce! bereiten. Das Wichtigste bleibt dabei die Vermehrung
der Maschinerie (Werkzeuge), Rohmaterial, matieres instrumentales, da alle
andern Industrien, mögen sie Halb- oder Ganzfabrikate liefern, in die sie
eingehn, wenn diese Bedingungen da sind, nur mehr Arbeit in Bewegung
zu setzen haben.

Es scheint also in allen Sphären beständige Surplusproduktion nötig,
damit Akkumulation [möglich] sei.

Dies noch etwas näher zu bestimmen.

Dann die zweite wesentliche Frage:

Der Mehrwert, hier Teil des Profits (Rente eingeschlossen; will der Land-
lord akkumulieren, Rente in Kapital verwandeln, so ist es immer der in-
dustrielle Kapitalist, der den Mehrwert in die Hände bekommt, selbst wenn
der Arbeiter einen Teil seiner Revenue in Kapital verwandelt), der in Kapital
rückverwandelt wird, besteht bloß aus neuzugesetzier Arbeit während |
des letzten Jahrs. Es fragt sich, ob dieses neue Kapital ganz in Arbeitslohn
verausgabt wird, nur gegen neue Arbeit ausgetauscht wird?

Was dafür spricht: Aller Wert entspringt ursprünglich aus der Arbeit.
Alles konstante Kapital ist ursprünglich so gut Produkt der Arbeit als das
variable Kapital. Und hier scheinen wir wieder der unmittelbaren Ent-
stehung des Kapitals aus Arbeit beizuwohnen.

Was dagegen spricht: Soll die additionelle Kapitalbildung unter schlech-
teren Produktionsbedingungen vor sich gehn als die Reproduktion des alten
Kapitals? Auf eine tiefere Stufe der Produktionsweise zurückgegangen wer-
den? Dies müßte aber der Fall sein, wenn der neue Wert bloß in immediate
labour? verausgabt, die also auch ohne capital fixe etc. dies selbst erst zu
produzieren hätte, ganz wie ursprünglich die Arbeit ihr konstantes Kapital
erst selbst zu erzeugen hat. Dies ist reiner nonsense. Dies aber Ric[ardols
etc. Voraussetzung. Darauf näher einzugehn.

Die erste Frage ist die:

Kann ein Teil des Mehrwerts in Kapital verwandelt werden dadurch,
daß der Kapitalist, statt denselben oder vielmehr das surplus produce,
worin er sich darstellt, zu verkaufen, ihn vielmehr direkt als Kapital ver-
wendet? Die Bejahung dieser Frage schlösse schon ein, daß die ganze Summe
des in Kapital zu verwandelnden Mehrwerts nicht in variables Kapital ver-
wandelt oder nicht in Arbeitslohn ausgelegt wird.

Bei dem Teil des agricultural produce, der aus Korn oder Vieh besteht,

1 fertige Produkt - * unmittelbarer Arbeit

ist dies von vornherein klar. Ein Teil des Korns, der zu dem Teil der Ernte
gehört, der das surplus produce oder die surplus value für den farmer dar-
stellt (ebenso Teil des Viehs), statt verkauft zu werden, kann sofort wieder als
Produktionsbedingung dienen, als Samen oder Lastvieh. Ebenso verhält es
sich mit dem Teil der auf dem Land selbst produzierten Düngungsmittel,
die zugleich als Waren im commerce zirkulieren, d.h. verkauft werden
können. Diesen Teil des ihm als surplus value, als Profit [zu]fallenden sur-
plus produce kann der farmer sofort wieder in Produktionsbedingung inner-
halb seiner eignen Produktionssphäre, daher unmittelbar in Kapital ver-
wandeln. Dieser Teil wird nicht in wages verausgabt, nicht in variables
Kapital verwandelt. Er wird der individuellen Konsumtion entzogen, ohne
produktiv im Sinne Smiths und RicJardo]s konsumiert zu werden. Er wird
industriell konsumiert, aber als Rohstoff, nicht als Lebensmittel, weder von
produktiven noch unproduktiven Arbeitern. Das Korn aber dient nicht nur
als Lebensmittel für produktive Arbeiter etc., sondern auch als matiere
instrumentale für Vieh, als Rohmaterial für Branntwein, Stärke etc. Das
Vieh seinerseits (Mast- oder Lastvieh) dient nicht nur als Lebensmittel,
sondern liefert Rohstoffe für eine Masse Industrien durch Fell, Haut, Fett,
Knochen, Horn etc. und bewegende Kraft teils für die Agrikultur selbst,
teils für die Transportindustrie.

Bei allen Industrien, wo die Reproduktionszeit sich über ein Jahr er-
streckt, wie bei großem Teil des Viehs, Holzes usw., die aber zugleich fort-
während reproduziert werden müssen, d.h. Anwendung bestimmten
Quantums von Arbeit erfordern, fallen Akkumulation und Reproduktion
soweit zusammen, als die neuzugefügte Arbeit, die nicht nur bezahlte, son-
dern auch unbezahlte Arbeit darstellt, aufgehäuft werden muß in natura,
bis das Produkt verkauffähig ist. (Es ist hier nicht die Rede vom Aufhäufen
des nach der allgemeinen Profitrate jährlich zugefügten Profits - dies keine
wirkliche Akkumulation, sondern nur Weise der Berechnung -, sondern von
dem Aufhäufen der Gesamtarbeit, die sich während mehrer Jahre wieder-
holt, wo also nicht nur bezahlte, sondern auch unbezahlte Arbeit aufgehäuft
wird in natura und sofort wieder in Kapital verwandelt wird. Die Auf-
häufung des Profits in solchen Fällen dagegen unabhängig von dem Quan-
tum der neuzugefügten Arbeit.)

Ebenso verhält es sich mit den Handelspflanzen (ob sie ein Rohmaterial
oder matieres instrumentales liefern). Ihr Samen, der Teil derselben, der
wieder als Dünger verwandt werden kann etc., stellt einen Teil des Gesamt-
produkts vor. Wäre er unverkäuflich, so würde das nichts daran ändern, daß,
sobald er wieder als Produktionsbedingung eingeht, er einen Teil des

Gesamtwerts bildet und als ||702] solcher konstantes Kapital für die neue
Produktion bildet.

Hiermit schon eine Hauptsache erledigt - Rohmaterial und Lebensmittel
(food), soweit sie eigentliches agricultural produce sind. Hier fällt also Akku-
mulation direkt mit Reproduktion auf größrer Stufenleiter zusammen, so
daß ein Teil des surplus produce direkt in seiner eignen Produktionssphäre,
ohne ;gegen Arbeitslohn oder andre Waren ausgetauscht zu werden, wieder als
Produktionsmittel dient.

Die zweite Hauptsache ist die Maschinerie. Nicht die Maschine, die
Waren produziert, sondern die maschinenproduzierende Maschine, das
capital constant der maschinenproduzierenden Maschinerie. Diese gegeben,
ist nichts als Arbeit nötig, um das Rohmaterial der extraktiven Industrie,
Eisen etc., für Gefäße und Maschinen zu liefern. Und mit letztren sind die
Maschinen zur Bearbeitung des Rohmaterials selbst geliefert. Die Schwierig-
keit, worum es sich hier handelt, ist, nicht in einen cercle vicieux der Vor-
aussetzungen zu geraten. Nämlich, um mehr Maschinerie zu produzieren,
mehr Material nötig (Eisen etc., Kohlen etc.), und um dieses zu produzieren,
ist mehr Maschinerie nötig. Ob wir annehmen, daß maschinenbauende
Industrielle und maschinenfabrizierende (mit den maschinenbauenden
Maschinen) dieselbe Klasse oder nicht, ändert nichts an der Sache. Soviel
klar. Ein Teil des surplus produce stellt sich in maschinenbauenden Ma-
schinen dar (wenigstens hängt es vom Maschinenfabrikanten ab, es darin
darzustellen). Diese brauchen nicht verkauft zu werden, sondern können
in natura wieder in die Neuproduktion als konstantes Kapital eingehn. Hier
also zweite Kategorie des surplus produce, das direkt (oder durch Tausch
in derselben Produktionssphäre vermittelt) als konstantes Kapital in die
Neuproduktion (Akkumulation) eingeht, ohne durchgegangen zu sein durch
den Prozeß einer frühern Verwandlung in variables Kapital.

Die Frage, ob ein Teil der surplus value direkt in konstantes Kapital ver-
wandelt werden kann, löst sich zunächst in die Frage auf, ob ein Teil des
surplus produce - worin sich die surplus value darstellt - direkt wieder als
Produktionsbedingung in seine eigne Produktionssphäre eingehn kann,
ohne vorher veräußert zu werden.

Allgemeines Gesetz das:

Wo ein Teil des Produkts, also auch des surplus produce (d.h. des Ge-
brauchswerts, worin sich die surplus value darstellt) direkt, ohne Vermitt-
lung, als Produktionsbedingung wieder in die Produktionssphäre eingehn
kann, aus der es hervorgegangen ist-als Arbeitsmittel oder Arbeitsmaterial -,
kann und muß die Akkumulation innerhalb dieser Produktionssphäre sich

so darstellen, daß ein Teil des surplus produce, statt verkauft zu werden,
direkt (oder durch Austausch mit andern Spezialisten in derselben Pro-
duktionssphäre, die ähnlich akkumulieren) als Bedingung der Reproduktion
wieder einverleibt wird, so daß Akkumulation und Reproduktion auf
größrer Stufenleiter hier direkt zusammenfallen. Sie müssen überall zu-
sammenfallen, aber nicht in dieser direkten Weise.

Dies trifft auch zu bei einem Teil der matieres instrumentales. Z.B. das
Kohlenprodukt des Jahrs. Ein Teil des surplus produce kann benutzt
werden, um selbst wieder Kohlen zu produzieren, kann also von seinen Pro-
duzenten direkt, ohne irgendeine Vermittlung, als konstantes Kapital für
Produktion auf größrer Stufenleiter vernutzt werden.

Es gibt in den Industriebezirken Maschinenbauer, die ganze Fabriken
bauen für die Fabrikanten. Gesetzt, 1/,, sei surplus produce oder unbezahlte
Arbeit. Ob dies !/,, des surplus produce in Fabrikgebäuden sich darstellt,
die für Dritte gebaut und an sie verkauft sind oder in einem Fabrikgebäude,
das der Produzent für sich bauen läßt, an sich selbst verkauft, ändert offen-
bar nichts an der Sache. Es handelt sich hier nur um die Art des Gebrauchs-
werts, worin die Surplusarbeit sich darstellt, ob sie wieder als Produktions-
bedingung in die Produktionssphäre || 703] des Kapitalisteneingehn kann, dem
das surplus produce gehört. Hier wieder ein Beispiel von der Wichtigkeit
der Bestimmung des Gebrauchswerts für die ökonomischen Formbestimmungen.

Hier haben wir also schon einen bedeutenden Teil des surplus produce,
hinc* der surplus value, der direkt in konstantes Kapital verwandelt werden
kann und muß, um akkumuliert zu werden als Kapital und ohne den über-
haupt keine Akkumulation des Kapitals stattfinden kann.

Wir haben zweitens gesehn, daß, wo die kapitalistische Produktion ent-
wickelt ist, also die Produktivität der Arbeit, also das konstante Kapital,
also namentlich auch der Teil des konstanten Kapitals, der aus fixem Kapi-
tal besteht, die bloße Reproduktion des fixen Kapitals in allen Sphären, und
parallel auch die Reproduktion des vorhandnen Kapitals, das fixes Kapital
produziert, einen Akkumulationsfonds bildet, d.h. Maschinerie, konstantes
Kapital für Produktion auf erweiterter Stufenleiter liefert.

Drittens: Bleibt die Frage: Kann ein Teil des surplus produce durch (ver-
mittelten) Austausch zwischen dem Produzenten z.B. der Maschinerie,
Arbeitswerkzeuge etc. und dem von Rohmaterial, Eisen, Kohle, Metallen,
Holz usw., also durch Austausch verschiedner Bestandteile des konstanten
Kapitals in Kapital (konstantes Kapital) rückverwandelt werden? Kauft z.B.

1 daher

der Fabrikant von Eisen, Kohle, Holz etc. Maschinerie oder Werkzeuge
vom Maschinenbauer und der Maschinenbauer Metall, Holz, Kohle etc.
von dem Urproduzenten, so ersetzen sie durch Austausch der wechsel-
seitigen Bestandteile ihres capital constant dasselbe oder bilden neues. Die
Frage hier, wieweit dies mit dem surplus produce der Fall?

### [5. Verwandlung des kapitalisierten Mehrwerts in konstantes und variables Kapital]

Wir hatten früher gesehn!, daß bei der einfachen Reproduktion des
vorausgesetzten Kapitals der in der Reproduktion des konstanten Kapitals
abgenutzte Teil des konstanten Kapitals ersetzt wird entweder direkt in
natura oder durch Austausch zwischen den Produzenten des konstanten
Kapitals, ein Austausch von Kapital gegen Kapital, und nicht aber von
Revenue gegen Revenue, noch von Revenue gegen Kapital. Ferner das
konstante Kapital, das abgenutzt wird oder industriell konsumiert wird in
der Produktion von konsumablen Artikeln - Artikeln, die in die individuelle
Konsumtion eingehn -, wird ersetzt durch neue Produkte derselben Art, die
das Resultat neuzugefügter Arbeit sind, also sich in Revenue (Salair und
Profit) auflösen. Danach stellte der Teil der Produktenmasse in den Sphären,
die konsumable Artikel produzieren, der gleich dem Wertteil derselben, der
ihr konstantes Kapital ersetzt, die Revenue der Produzenten des konstanten
Kapitals vor, während umgekehrt der Teil der Produktenmasse in den
Sphären, die konstantes Kapital produzieren, der neuzugesetzte Arbeit dar-
stellt und daher die Revenue der Produzenten dieses konstanten Kapitals
bildet, das konstante Kapital (Errsatzkapital) für die Produzenten der Lebens-
mittel darstellt. Es unterstellt dies also, daß die Produzenten des konstanten
Kapitals ihr surplus produce (d.h. hier den Überschuß ihres Produkts über
den Teil desselben, der gleich ihrem konstanten Kapital) gegen Lebens-
mittel austauschen, individuell seinen Wert konsumieren. Indes ist dies
surplus produce

1. = Salair (oder dem reproduzierten fund? für das Salair), und dieser
Teil muß (von seiten des Kapitalisten) der Ausgabe in wages, also für die
individuelle Konsumtion bestimmt bleiben (und das Minimum des Salairs
vorausgesetzt, kann auch der Arbeiter die so erhaltnen wages nur in Lebens-
mitteln realisieren);

? Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.109-121, 158-168 und 214-222 -? Fonds

2. = dem Profit des Kapitalisten (Rente eingeschlossen). Dieser Teil
kann, wenn er groß genug ist, zum Teil individuell konsumiert werden, zum
Teil industriell. Und in diesem letztren Fall findet Austausch ihrer Produkte
zwischen den Produzenten von konstantem Kapital statt, der aber nicht
mehr Austausch des Produktenteils ist, der ihr wechselseitig zu ersetzendes
capital constant vorstellt, sondern Teil des surplus produce, Revenue (neu-
zugesetzte Arbeit), die direkt in konstantes Kapital verwandelt, wodurch
dann die Masse des konstanten Kapitals vermehrt und die Stufenleiter, auf
der reproduziert wird, erweitert wird.

Also auch in diesem Fall wird ein Teil des vorhandnen surplus produce,
der während des Jahrs neuzugefügten Arbeit, direkt in konstantes Kapital
verwandelt, ohne vorher in variables Kapital verwandelt worden zu sein.
Also auch hier zeigt sich wieder, daß die industrielle Konsumtion des sur-
plus produce - oder die Akkumulation - keineswegs damit identisch ist,
daß das ganze surplus produce in wages an produktive Arbeiter verausgabt
wird.

Man kann sich denken: Der Maschinenfabrikant verkauft seine Ware
(Teil) an den Produzenten z.B. von Gewebe. Dieser zahlt ihm Geld. Mit
diesem Geld kauft er Eisen, Kohle etc. statt Lebensmittel. Indes, den allge-
meinen Prozeß betrachtet, ist klar, daß die Produzenten von Lebensmitteln
keine Ersatz-Maschinerie oder Ersatz-Rohmaterial kaufen können, wenn die
Produzenten des Ersatzes [an] konstantem Kapital ihnen nicht ihre Lebens-
mittel abkaufen, wenn diese Zirkulation also nicht wesentlich Austausch
zwischen Lebensmitteln und konstantem Kapital ist. Durch das Ausein-
anderfallen der Akte des Kaufens und Verkaufens können natürlich sehr
wesentliche Störungen und Verwicklungen in diese Ausgleichungs-
prozesse kommen.

1704| Kann ein Land nicht selbst die Masse Maschinerie liefern, die ihm
Akkumulation des Kapitals erlaubt, so kauft es sie im Ausland. Ditto, wenn
es selbst nicht die nötige Masse Lebensmittel (für wages) und Rohmaterial
liefern kann. Hier, sobald der internationale Handel dazwischenkommt,
wird es sonnenklar, daß ein Teil des surplus produce des Landes - soweit es
zur Akkumulation bestimmt ist - sich nicht in Arbeitslohn, sondern direkt
in konstantes Kapital verwandelt. Aber dann bleibt die Vorstellung, daß
drüben im Ausland das so ausgelegte Geld ganz in Arbeitslohn verausgabt
wird. Wir haben gesehn, daß, selbst vom auswärtigen Handel abstrahiert,
dies nicht der Fall ist und nicht der Fall sein kann.

In welchem Verhältnis das surplus produce sich zwischen variablem
und konstantem Kapital teilt, hängt von der Durchschnittskomposition des

Kapitals ab, und je entwickelter die kapitalistische Produktion, um so kleiner
wird relativ der direkt in Arbeitslohn ausgelegte Teil sein. Die Vorstellung,
daß das surplus produce, weil es bloßes Produkt der während des Jahrs neu-
zugefügten Arbeit, nun auch bloß in variables Kapital verwandelt, nur in
Arbeitslohn ausgelegt wird, entspricht überhaupt der falschen Vorstellung,
daß, weil das Produkt bloß Resultat oder Materiatur der Arbeit, sein Wert
sich bloß in Revenue - Salair, Profit und Rente - auflöst, diese falsche Vor-
stellung Smiths und Ricardos.

Ein großer Teil des konstanten Kapitals, nämlich das fixe Kapital, kann
aus solchem bestehn, das direkt im Produktionsprozeß zur Erzeugung von
Lebensmitteln, Rohstoffen etc. eingeht oder entweder zur Abkürzung des
Zirkulationsprozesses dient, wie Eisenbahnen, Straßen, Schiffbarmachung,
Telegraphen etc., oder zum Aufbewahren und [zurl Vorratsbildung von
Waren, wie Docks, Lagerhäuser etc., oder aber erst nach langer Repro-
duktionszeit die Fruchtbarkeit vergrößert, wie Nivellierungsarbeiten, Ab-
zugskanäle etc. Je nachdem ein größrer oder kleinrer Teil des surplus pro-
duce auf eine dieser Arten capital fixe verwandt wird, werden die unmittel-
baren nächsten Folgen für die Reproduktion von Lebensmitteln etc. sehr
verschieden sein.

### [6. Problem der Krisen (Einleitende Bemerkungen). Zerstörung von Kapital durch Krisen]

Die Surplusproduktion des konstanten Kapitals vorausgesetzt - d.h.
größre Produktion als zum Ersatz des alten Kapitals, also auch zur Pro-
duktion der alten Quantität Lebensmittel nötig -, hat die Surplusproduk-
tion oder Akkumulation in den Sphären, die Maschinerie, Rohstoffe etc.
verarbeiten, keine weitre Schwierigkeit. Ist die nötige Surplusarbeit vor-
handen, so finden sie dann auf dem Markt alle Mittel zu neuer Kapital-
bildung, zur Verwandlung ihres Surplusgelds in neues Kapital vor.

Aber der ganze Prozeß der Akkumulation löst sich zunächst in Surplus-
produktion auf, die einerseits dem natürlichen Wachstum der Bevölkerung
entspricht, anderseits eine immanente Basis zu den Erscheinungen bildet,
die sich in den Krisen zeigen. Das Maß dieser Surplusproduktion ist das
Kapital selbst, die vorhandne Stufenleiter der Produktionsbedingungen und
der maßlose Bereicherungs-, Kapitalisationstrieb der Kapitalisten, keines-
wegs die Konsumtion, die von vornherein gebrochen ist, da der größte Teil

der Bevölkerung, die Arbeiterbevölkerung, nur innerhalb sehr enger
Grenzen ihre Konsumtion erweitern kann, anderseits im selben Maße, wie
der Kapitalismus sich entwickelt, die Nachfrage nach Arbeit relativ ab-
nimmt, obgleich sie absolut wächst. Es kömmt hinzu, daß die Ausgleichun-
gen alle zufällige und die Proportion in der Anwendung der Kapitalien in
den besondren Sphären zwar durch einen beständigen Prozeß sich aus-
gleicht, die Beständigkeit dieses Prozesses selbst aber ebensosehr die be-
ständige Disproportion voraussetzt, die er beständig, oft gewaltsam auszu-
gleichen hat.

Wir haben hier bloß die Formen zu betrachten, die das Kapital in seinen
verschiednen Fortentwicklungen durchmacht. Es sind also die reellen Ver-
hältnisse nicht entwickelt, innerhalb deren der wirkliche Produktionsprozeß
vorgeht. Es wird immer unterstellt, daß die Ware zu ihrem Wert verkauft
wird. Die Konkurrenz der Kapitalien wird nicht betrachtet, ebensowenig
das Kreditwesen, ebensowenig die wirkliche Konstitution der Gesellschaft,
die keineswegs bloß aus den Klassen der Arbeiter und industriellen Kapi-
talisten besteht, wo also Konsumenten und Produzenten nicht identisch, die
erstere Kategorie (deren Revenuen zum Teil sekundäre, vom Profit und
Salair abgeleitete, keine primitiven sind) der Konsumenten viel weiter ist
als die zweite, und daher die Art, wie sie ihre Revenue spendet, und der
Umfang der letztren sehr große Modifikationen im ökonomischen Haushalt
und speziell im Zirkulations- und Reproduktionsprozesse des Kapitals
hervorbringt. Indes, wie wir schon bei Betrachtung des Gelds! fanden,
sowohl soweit es überhaupt von der Naturalform der Ware verschiedne
Form, als in seiner Form als Zahlungsmittel, daß es die Möglichkeit von
Krisen einschließt, so ergibt sich das noch mehr bei der Betrachtung der
allgemeinen Natur des Kapitals, ohne daß noch die weiteren realen Ver-
hältnisse entwickelt, die alle Voraussetzungen des wirklichen Produktions-
prozesses bilden.

705] Die von Ricfardo] adoptierte (eigentlich [James] Mill gehörige)
Ansicht des faden Say (worauf wir bei Besprechung dieses Jammer-
menschen zurückkommen), daß keine Überproduktion möglich oder wenig-
stens no general glut of the market!, beruht auf dem Satz, daß Produkte
gegen Produkte ausgetauscht werden!®®! oder, wie Mill es hatte, auf dem
„metaphysischen Gleichgewicht der Verkäufer und Käufer“ %], [was] weiter
entwickelt [wurde zu] der nur durch die Produktion selbst bestimmten
Nachfrage oder auch der Identität von demand und offer?. Derselbe Satz

I keine allgemeine Überfüllung des Marktes - * Nachfrage und Angebot

auch in der namentlich von Ricfardo] beliebten Form, daß any amount of
capital! in jedem Land kann be employed productively?.

„Say“, sagt Riclardol, ch. XXI „Effects of Accumulation on profits and interest“,
„hat... in durchaus zufriedenstellender Weise gezeigt, daß es keine Kapitalsumme gibt,
die nicht in einem Lande verwendet werden kann, da die Nachfrage nur durch die
Produktion beschränkt wird. Niemand produziert, außer mit der Absicht zu konsumieren
oder zu verkaufen, und er verkauft niemals, außer um eine andere Ware zu kaufen, die ihm
entweder nützlich sein kann oder zur künftigen Produktion beizutragen vermag. Durch
Produzieren wird er also notwendigerweise entweder Konsument seiner eigenen Ware
oder Käufer und Konsument der Waren jemandes anderen. Man kann nicht annehmen,
daß er für längere Zeit über die Waren falsch unterrichtet sein wird, die er mit größtem
Vorteil produzieren kann, um das ins Auge gefaßte Ziel zu erreichen, nämlich den Be-
sitz anderer Waren. Es ist daher nicht wahrscheinlich, daß er dauernd“ (es handelt sich
hier überhaupt nicht um das ewige Leben) „eine Ware produzieren wird, für die es

keine Nachfrage gibt.“ (p.339, 340.)

Ricardo, der überall konsequent zu sein bestrebt, findet, daß seine
Autorität Say ihm hier einen Possen spielt. Er bemerkt in einer Note zu der
oben zitierten Stelle:

„Steht das Folgende völlig im Einklang mit Say’s Prinzip? ‚In je größerem Maße
verfügbare Kapitalien im Verhältnis zum Umfang ihrer Anlagemöglichkeit überschüssig
sind, desto mehr wird die Zinsrate für Kapitalausleihungen sinken.‘ (Say, vol. II,
p- 108.) Wenn Kapital beliebigen Umfangs in einem Land angelegt werden kann, wie
kann man sagen, daß es im Vergleich mit den dafür vorhandenen Anlagemöglichkeiten
überschüssig sei.“ (l.c. p.340, Note.)

Da Ricl[ardo] sich auf Say beruft, werden wir später Says Sätze bei
diesem Humbug selbst kritikieren.

Hier vorläufig nur: Bei der Reproduktion, ganz wie bei der accumulation
of capital, handelt es sich nicht nur darum, dieselbe Masse Gebrauchswerte,
aus denen das Kapital besteht, auf ihrer alten Stufenleiter oder auf einer er-
weiterten (bei der Akkumulation) zu ersetzen, sondern den Wert des vor-
geschoßnen Kapitals mit der gewöhnlichen Profitrate (Mehrwert) zu er-
setzen. Sind also durch irgendeinen Umstand oder Kombination von Um-
ständen die Marktpreise der Waren (aller oder der meisten, was ganz
gleichgültig ist) tief unter ihre K.ostenpreise gefallen, so wird einerseits die
Reproduktion des Kapitals möglichst kontrahiert. Noch mehr aber stockt
die Akkumulation. In der Form von Geld (Gold oder Noten) aufgehäufte

surplus value würde nur mit Verlust in Kapital verwandelt. Sie liegt daher

1 jede Menge Kapital - ? produktiv angewandt werden

brach als Schatz in den Banken oder auch in der Form von Kreditgeld, was
gar nichts an der Sache selbst ändert. Dieselbe Stockung könnte aus um-
gekehrten Ursachen eintreten, wenn die realen Voraussetzungen der Re-
produktion fehlten (wie bei Getreideteurung oder weil nicht genug konstan-
tes Kapital in natura aufgehäuft worden). Es tritt eine Stockung in der
Reproduktion ein, darum in dem Fluß der Zirkulation. Kauf und Verkauf
setzen sich gegeneinander fest, und unbeschäftigtes Kapital erscheint in der
Form von brachliegendem Geld. Dasselbe Phänomen (und dies geht meist
den Krisen vorher) kann eintreten, wenn die Produktion des Surplus-
kapitals sehr rasch vorgeht und seine Rückverwandlung in produktives
Kapital die Nachfrage nach allen Elementen desselben so steigert, daß die
wirkliche Produktion nicht Schritt halten kann, daher die Preise aller Waren,
die in die Bildung des Kapitals eingehn, steigen. In diesem Fall sinkt der
Zinsfuß sehr, so sehr der Profit steigen mag, und dies Sinken des Zinsfußes
führt dann zu gewagtesten spekulativen Unternehmungen. Die Stockung
der Reproduktion führt zur Abnahme des variablen Kapitals, [zum] Fallen
des Arbeitslohns und Fallen der angewandten Masse Arbeit. Diese ihrer-
seits reagiert von neuem auf die Preise und führt neuen Fall derselben
herbei.

Es ist nie zu vergessen, daß es sich bei der kapitalistischen Produktion
nicht direkt um Gebrauchswert, sondern um Tauschwert handelt und
speziell um Vermehrung des Surpluswerts. Dies ist das treibende Motiv
der kapitalistischen Produktion, und es ist eine schöne Auffassung, die, um
die Widersprüche der kapitalistischen Produktion wegzuräsonieren, von der
Basis derselben abstrahiert und sie zu einer Produktion macht, die auf
unmittelbare Konsumtion der Produzenten gerichtet ist.

Ferner: Da der Zirkulationsprozeß des Kapitals kein Tagesleben führt,
sich vielmehr über längere Epochen erstreckt, bevor die Rückkehr des
Kapitals zu sich stattfindet, da diese Epoche aber zusammenfällt mit der
Epoche, worin sich die Marktpreise | zu den Kostenpreisen ausgleichen,
da während dieser Epoche große Umwälzungen und changes im Markt vor-
gehn, da große changes in der Produktivität der Arbeit, daher auch im
realen Wert der Waren vorgehn, so ist sehr klar, daß vom Ausgangspunkt —
dem vorausgesetzten Kapital - bis zu seiner Rückkehr nach einer dieser
Epochen große Katastrophen stattfinden und Elemente der Krise sich an-
häufen und entwickeln müssen, die mit der armseligen Phrase, daß Pro-
dukte gegen Produkte sich austauschen, in keiner Weise beseitigt werden.
Das Vergleichen des Werts in einer Epoche mit dem Wert derselben Waren
in einer spätren Epoche, was Herr Bailey”! für eine scholastische

Einbildung hält, bildet vielmehr das Grundprinzip des Zirkulationsprozesses
des Kapitals.

Wenn von Zerstörung von Kapital durch Krisen die Rede ist, so ist
zweierlei zu unterscheiden.

Insofern der Reproduktionsprozeß stockt, der Arbeitsprozeß beschränkt
wird oder stellenweise ganz stillgesetzt, wird wirkliches Kapital vernichtet.
Die Maschinerie, die nicht gebraucht wird, ist nicht Kapital. Die Arbeit,
die nicht exploitiert wird, ist soviel [wie] verlorne Produktion. Rohmaterial,
das unbenutzt daliegt, ist kein Kapital. Gebäulichkeiten, die entweder
unbenutzt bleiben (ebenso wie neugebaute Maschinerie) oder unvollendet
bleiben, Waren, die verfaulen im Warenlager, alles dies ist Zerstörung von
Kapital. Alles das beschränkt sich auf Stockung des Reproduktionsprozesses
und darauf, daß die vorhandnen Produktionsbedingungen nicht wirklich als
Produktionsbedingungen wirken, in Wirksamkeit gesetzt werden. Ihr Ge-
brauchswert und ihr Tauschwert geht dabei zum Teufel.

Zweitens aber meint Zerstörung des Kapitals durch Krisen Depreziation
von Wertmassen, die sie hindert, später wieder ihren Reproduktionsprozeß
als Kapital auf derselben Stufenleiter zu erneuern. Es ist der ruinierende
Fall der Warenpreise. Damit werden keine Gebrauchswerte zerstört. Was
der eine verliert, gewinnt der andre. Als Kapitalien wirkende Wertmassen
werden verhindert, in derselben Hand sich als Kapital zu erneuern. Die alten
Kapitalisten machen bankrutt. War der Wert ihrer Waren, aus deren Ver-
kauf sie ihr Kapital reproduzieren, = 12 000 !., wovon etwa 2000 I. Profit,
und sinken sie zu 6000 /., so kann dieser Kapitalist weder seine kontrahier-
ten Obligationen zahlen, noch, wenn er selbst keine hätte, mit den 6000 I,
das Geschäft auf demselben Maßstab wieder beginnen, da die Warenpreise
wieder auf ihre Kostenpreise steigen. Es ist so Kapital für 6000 I. vernichtet,
obgleich der Käufer dieser Waren, da er sie zu der Hälfte ihres Kosten-
preises erstanden, bei wieder auflebendem Geschäft sehr gut vorangehn und
selbst profitiert haben kann. Ein großer Teil des nominellen Kapitals der
Gesellschaft, i.e. des Tauschwerts des existierenden Kapitals, ist ein für alle-
mal vernichtet, obgleich grade diese Vernichtung, da sie den Gebrauchs-
wert nicht trifft, die neue Reproduktion sehr fördern mag. Es ist dies zu-
gleich Epoche, wo das monied interest! auf Kosten des industrial interest?
sich bereichert. Was nun den Fäll von bloß fiktivem Kapital, Staatspapieren,
Aktien etc. betrifft - so - soweit er es nicht zum Bankrutt des Staats und der
Aktiengesellschaft treibt, soweit dadurch nicht überhaupt die Reproduktion

1 die Geldleute - ? der Industrieleute

gehemmt wird, insofern dadurch der Kredit industrieller Kapitalisten, die
solche Papiere halten, erschüttert wird -, ist es bloß Übertragung des Reich-
tums von einer Hand in die andre und wird im ganzen günstig auf die Re-
produktion wirken, sofern die Parvenüs, in deren Hand diese Aktien oder
Papiere wohlfeil fallen, meist unternehmender sind als die alten Besitzer.

### [7. Abgeschmackte Leugnung der Überproduktion von Waren bei gleichzeitiger Anerkennung des Überflusses an Kapital]

Ric[ardo] ist immer, soweit er selbst weiß, konsequent. Bei ihm ist also
der Satz, daß keine Überproduktion (von Waren) möglich, identisch mit dem
Satz, daß keine plethora! oder superabundance of capital? möglich.*

„Es kann also nicht sein, daß in einem Land eine Summe Kapital akkumuliert wor-
den ist, die nicht produktiv angelegt werden kann, solange nicht die Löhne infolge der
Erhöhung der notwendigen Konsumartikel so hoch steigen und daher so wenig für den
Kapitalprofit übrigbleibt, daß der Anreiz zur Akkumulation aufhört.“ (l.c. p.340).
„Daraus ergibt sich..., daß es keine Grenze der Nachfrage gibt und keine Schranke für
die Verwendung von Kapital, solange es einen Profit abwirft, und daß es keinen anderen
hinreichenden Grund für einen Fall des Profits als eine Erhöhung der Löhne gibt,
gleichgültig, wie reichlich auch immer Kapital vorhanden sein mag. Man kann weiter
hinzufügen, daß die allein wirksame und dauernde Ursache für die Erhöhung der
Löhne in der wachsenden Schwierigkeit besteht, Nahrungsmittel und lebenswichtige
Konsumartikel | für die steigende Zahl der Arbeiter zu beschaffen.“ (l.c.p.347, 348.)

Was würde Ric[ardo] dann gesagt haben zu der Stupidität seiner Nach-
folger, die die Überproduktion in einer Form (als general glut of commodities
in the market?) leugnen und sie in der andren Form als surproduction of
capital, plethora of capital, superabundance of capital* nicht nur zugeben,
sondern zu einem wesentlichen Punkt ihrer Doktrinen machen?

Kein einziger zurechnungsfähiger Ökonom der nachricardoschen
Periode leugnet die plethora of capital. Alle erklären vielmehr die Krisen
daraus (soweit nicht aus Kreditgeschichten). Also alle geben die Über-

* Man muß hier unterscheiden. Wenn Smith den Fall der Profitrate aus superabun-
dance of capital, accumulation of capital erklärt, so handelt es sich um permanente
Wirkung und dies falsch. Dagegen transitorisch superabundance of capital, Über-
produktion, Krise ist was andres. Permanente Krisen gibt es nicht.

1 Überfluß - 2 Überfülle von Kapital - ® allgemeine Überfülle von Waren auf dem
Markte - * Überproduktion von Kapital, Überfluß an Kapital, Überfülle von Kapital

produktion in einer Form zu, leugnen sie aber in der andren. Es bleibt also
nur die Frage, wie sich die beiden Formen der Überproduktion zueinander
verhalten, die Form, worin sie geleugnet wird, zu der Form, worin sie ver-
sichert wird?

Ric[ardo] selbst kannte eigentlich von Krisen nichts, von allgemeinen,
aus dem Produktionsprozeß selbst hervorgehenden Weltmarktskrisen. Die
Krisen von 1800 -1815 konnte er erklären aus Getreideteurung infolge des
Mißwachses von Ernten, aus Depreziation des Papiergelds, aus Deprezia-
tion der Kolonialwaren etc., weil infolge der Kontinentalsperre der Markt
gewaltsam, aus politischen, nicht ökonomischen Gründen, kontrahiert war.
Die Krisen nach 1815 konnte er sich ebenfalls erklären, teils aus einem Miß-
jahr, von Getreidenot, teils aus dem Fall der Kornpreise, weil die Ursachen
aufgehört hatten zu wirken, die nach seiner eignen Theorie während des
Kriegs und der Absperrung Englands vom Kontinent die Getreidepreise
in die Höhe treiben mußten, teils aus dem Übergang vom Krieg zum Frie-
den und den daher entspringenden „sudden changes in the channels of
trade“!. (Siehe in seinen „Principles“, ch. XIX: „On sudden Changes in the
Channels of Trade“.)

Die spätren historischen Phänomeng, speziell die fast regelmäßige Perio-
dizität der Weltmarktkrisen erlaubte den Nachfolgern Ricardos nicht mehr,
die Tatsachen zu leugnen oder sie als zufällige facts zu interpretieren. Statt
dessen erfanden sie - abgesehn von denen, die alles aus dem Kredit er-
klären, um dann zu erklären, sie selbst werden die superabundance of capi-
tal voraussetzen müssen - den schönen Unterschied zwischen plethora of
capital und overproduction. Gegen die letztere hielten sie die Phrasen und
guten Gründe von Ric[ardo] und Smith bei, während sie aus der ersteren
ihnen sonst unerklärliche Phänomene zu deduzieren suchen. Einzelne Kri-
sen erklärt Wilson z.B. aus der plethora von fixem Kapital, andre aus der
plethora von zirkulierendem Kapital. Die plethora des Kapitals selbst wird
von den besten Ökonomen (wie Fullarton) behauptet und ist schon so
stehendes Vorurteil geworden, daß die Phrase sich selbst in dem Kompen-
dium des gelehrten Herrn Roscher!®®! als selbstverständlich wiederfindet.

Es fragt sich also, was ist plethora of capital, und wodurch unterscheidet
sich dieses Ding von overproduction?

(Allerdings erheischt die Gerechtigkeit, zu bemerken, daß andre Ökono-
men, wie Ure, Corbet etc. die overproduction für den regulären Zustand der
großen Industrie erklären, soweit das Inland in Betracht kommt. Also nur

T „plötzlichen Veränderungen der Handelswege“

zu Krisen führt under certain circumstances!

Markt kontrahiert.)

Nach denselben Ökonomen ist Kapital = Geld oder Waren. Überpro-
duktion vom Kapital also = Überproduktion von Geld oder Waren. Und
doch sollen beide Phänomene nichts miteinander gemein haben. Sogar nicht
einmal Überproduktion von Geld, da dies bei ihnen Ware ist, so daß sich das
ganze Phänomen in Überproduktion von Waren auflöst, die sie unter einer
Benennung zugeben und unter der andren leugnen. Wird ferner gesagt, es
sei fixes Kapital überproduziert oder zirkulierendes, so liegt das zugrunde,
daß die Waren nicht mehr in dieser einfachen Bestimmung, sondern in ihrer
Bestimmung als Kapital hier in Betracht kommen. Damit ist aber andrer-
seits wieder zugegeben, daß bei der kapitalistischen | Produktion und
ihren Phänomenen - f.i. overproduction - es sich nicht nur um das einfache
Verhältnis handelt, worin das Produkt als Ware erscheint, bestimmt ist, son-
dern um gesellschaftliche Bestimmungen desselben,.wodurch es mehr und
noch etwas andres als Ware ist.

Überhaupt: Soweit in der Phrase plethora of capital statt Überproduktion
von Waren nicht bloß eine ausflüchtige Redensart liegt oder die gewissenlose
Gedankenlosigkeit, die dasselbe Phänomen als vorhanden und notwendig
zugibt, sobald es a heißt, es aber leugnet, sobald es b genannt wird, in der
Tat also nur Skrupel und Bedenken über die Namengebung des Phänomens,
nicht über das Phänomen selbst hat oder auch dieser Schwierigkeit, das
Phänomen zu erklären, dadurch ausweichen will, daß man es in einer Form
(Namen) leugnet, worin es ihren Vorurteilen widerspricht, und nur in einer
Form zugibt, wobei nichts gedacht wird - von diesen Seiten abgesehn, liegt
in dem Übergang von der Phrase „Überproduktion von Waren“ zu der Phrase
„plethora of capital“ in der Tat ein Fortschritt. Worin besteht der? Darin,
daß die Produzenten sich nicht als bloße Warenbesitzer, sondern als Kapi-
talisten gegenüberstehn.

‚ wo sich auch der auswärtige

### [8. Leugnung der allgemeinen Überproduktion durch Ricardo. Möglichkeit der Krise ergibt sich aus den inneren Gegensätzen der Ware und des Geldes]

Noch einige Sätze des Ricardo:

„Man wird ... verleitet anzunehmen, daß Adam Smith glaubt, wir stehen unter
irgendeinem Zwang“ (das ist in der Tat der Fall), „einen Überschuß an Getreide, Woll-

1 unter gewissen Umständen


und Eisenwaren zir erzeugen und daß das Kapital, welches sie produzierte, nicht anders
angelegt werden kann. Es ist aber immer eine Sache des Beliebens, wie ein Kapital an-
gelegt werden soll, und es kann daher niemals für einen längeren Zeitraumein Überschuß
an irgendeiner Ware existieren. Wenn es ihn gäbe, so würde sie unter ihren natürlichen
Preis sinken und Kapital würde in eine andere profitablere Anlage überführt.“ (p.341,
342, Note.)

„Produkte werden stets gekauft durch Produkte oder durch Dienste; Geld ist nur das
Medium, wodurch der Austausch bewirkt wird.“

(D.h., Geld ist bloßes Zirkulationsmittel, und der Tauschwert selbst
ist bloß verschwindende Form des Austauschs von products gegen product -
was falsch ist.)

„Es kann zuviel von einer bestimmten Ware produziert werden, von der dann ein
solches Überangebot auf dem Markt vorhanden sein mag, daß das aufgewendete Kapi-
tal nicht zurückerstattet wird. Das kann jedoch nicht in bezug auf alle Waren der Fall
sein.“ (l.c. p.341, 342.) „Ob diese erhöhte Produktion und die daraus entstehende Nach-
Jrage den Profit senken werden oder nicht, hängt ausschließlich von der Erhöhung der
Löhne ab, und die Erhöhung der Löhne, ausgenommen für kurze Zeit, von der Leich-
tigkeit der Produktion der Nahrungsmittel und notwendigen Konsumartikel des Ar-
beiters.“ (l.c. p.343.) „Wenn Kaufleute ihr Kapital im auswärtigen Handel oder im
Zwischenhandel anlegen, so geschieht dies immer aus freien Stücken und niemals aus
Zwang. Es geschieht, weil in diesen Zweigen ihr Profit um einiges größer als im Binnen-

handel sein wird.“ (p. 344.)

Was die Krisen angeht, so haben mit Recht alle Schriftsteller, die die
wirkliche Bewegung der Preise darstellen, oder alle Praktiker, die in gegeb-
nen Momenten der Krise schreiben, die angeblich theoretische Salbaderei
ignoriert und sich damit begnügt, daß das in der abstrakten "Theorie - näm-
lich daß keine gluts of market! etc. möglich - wahr, in der Praxis aber
falsch sei. Die regelmäßige Wiederholung der Krisen hat in der Tat das
Saysche etc. Gekohl zu einer Phraseologie herabgesetzt, die nur noch
in times of prosperity is used, but is thrown to the winds in times of
erisis?.

1709| In den Weltmarktkrisen bringen es die Widersprüche und Gegen-
sätze der bürgerlichen Produktion zum Eklat. Statt nun zu untersuchen,
worin die widerstreitenden Elemente bestehn, die in der Katastrophe ekla-
tieren, begnügen sich die Apologeten damit, die Katastrophe selbst zu leug-
nen und ihrer gesetzmäßigen Periodizität gegenüber darauf zu beharren,

1 Überfüllungen des Marktes-? Zeiten der Prosperität verwandt, aber in Zeiten der Krisen
preisgegeben wird

daß die Produktion, wenn sie sich nach den Schulbüchern richtete, es nie
zur Krise bringen würde. Die Apologetik besteht dann in der Fälschung der
einfachsten ökonomischen Verhältnisse und speziell darin, dem Gegensatz
gegenüber die Einheit festzuhalten.

Wenn z.B. Kauf und Verkauf - oder die Bewegung der Metamorphose
der Ware - die Einheit zweier Prozesse oder vielmehr den Verlauf eines
Prozesses durch zwei entgegengesetzte Phasen darstellt, also wesentlich die
Einheit beider Phasen ist, so ist sie ebenso wesentlich die Trennung der-
selben und ihre Verselbständigung gegeneinander. Da sie nun doch zu-
sammengehören, so kann die Verselbständigung der zusammengehörigen
Momente nur gewaltsam erscheinen, als zerstörender Prozeß. Es ist grade die
Krise, worin ihre Einheit sich betätigt, die Einheit der Unterschiedenen.
Die Selbständigkeit, die die zueinander gehörigen und sich ergänzenden
Momente gegeneinander annehmen, wird gewaltsam vernichtet. Die
Krise manifestiert also die Einheit der gegeneinander verselbständigten
Momente. Es fände keine Krise statt ohne diese innere Einheit der schein-
bar gegeneinander Gleichgültigen. Aber nein, sagt der apologetische
Ökonomist. Weil die Einheit stattfindet, kann keine Krise stattfinden. Was
wieder nichts heißt, als daß die Einheit Entgegengesetzter den Gegensatz
ausschließt.

Um nachzuweisen, daß die kapitalistische Produktion nicht zu all-
gemeinen Krisen führen kann, werden alle Bedingungen und Formbestim-
mungen, alle Prinzipien und differentiae specificae, kurz, die kapitalistische
Produktion selbst geleugnet, und wird in der Tat nachgewiesen, daß, wenn
die kapitalistische Produktionsweise, statt eine spezifisch entwickelte, eigen-
tümliche Form der gesellschaftlichen Produktion zu sein, eine hinter ihren
rohsten Anfängen liegende Produktionsweise wäre, die ihr eigentümlichen
Gegensätze, Widersprüche und daher auch deren Eklat in den Krisen nicht
existieren würden.

„Produkte“, heißt es bei Ricfardo] nach Say, „werden stets gekauft durch Pro-
dukte oder durch Dienste; Geld ist nur das Medium, wodurch der Austausch bewirkt
wird.“

Hier wird also erstens Ware, in der der Gegensatz von Tauschwert und
Gebrauchswert existiert, in bloßes Produkt (Gebrauchswert) und daher der
Austausch von Waren in bloßen Tauschhandel von Produkten, bloßen Ge-

brauchswerten, verwandelt. Es wird nicht nur hinter die kapitalistische

1 spezifischen Unterschiede

Produktion, sondern sogar hinter die bloße Warenproduktion zurückgegan-
gen, und das verwickeltste Phänomen der kapitalistischen Produktion - die
Weltmarktkrise - dadurch weggeleugnet, daß die erste Bedingung der kapi-
talistischen Produktion, nämlich daß das Produkt Ware sein, sich daher als
Geld darstellen und den Prozeß der Metamorphose durchmachen muß, weg-
geleugnet wird. Statt von Lohnarbeit zu sprechen, wird von „services“ ge-
sprochen, ein Wort, worin die spezifische Bestimmtheit der Lohnarbeit und
ihres Gebrauchs - nämlich den Wert der Waren, wogegen sie ausgetauscht
wird, zu vergrößern, Surpluswert zu erzeugen - wieder weggelassen wird
und dadurch das spezifische Verhältnis, wodurch sich Geld und Ware in
Kapital verwandeln. „Service“ ist die Arbeit bloß als Gebrauchswert gefaßt
(eine Nebensache in der kapitalistischen Produktion), ganz wie in dem
Wort „Produkt“ das Wesen der Ware und der in ihr liegende Widerspruch
unterdrückt wird. Geld wird dann auch konsequent als bloßer Vermittler des
Produktenaustauschs gefaßt, nicht als eine wesentliche und notwendige
Existenzform der Ware, die sich als Tauschwert - allgemeine gesellschaft-
liche Arbeit - darstellen muß. Indem durch die Verwandlung der Ware in
bloßen Gebrauchswert (Produkt) das Wesen des ||710] Tauschwerts weg-
gestrichen wird, kann ebenso leicht das Geld als eine wesentliche und im
Prozeß der Metamorphose gegen die ursprüngliche Form der Ware selb-
ständige Gestalt derselben geleugnet werden oder muß vielmehr geleugnet
werden.

Hier werden also die Krisen dadurch wegräsoniert, daß die ersten Vor-
aussetzungen der kapitalistischen Produktion, das Dasein des Produkts als
Ware, die Verdopplung der Ware in Ware und Geld, die daraus hervor-
gehenden Momente der Trennung im Warenaustausch, endlich die Be-
ziehung zwischen Geld oder Ware zur Lohnarbeit vergessen oder geleugnet
werden.

Nicht besser sind übrigens die Ökonomen (wie J.St.Mill z.B.), die die
Krisen aus diesen einfachen, in der Metamorphose der Waren enthaltnen
Möglichkeiten der Krise - wie der Trennung von Kauf und Verkauf - er-
klären wollen. Diese Bestimmungen, die die Möglichkeit der Krise erklären,
erklären noch lange nicht ihre Wirklichkeit, noch nicht, warum die Phasen
des Prozesses in solchen Konflikt treten, daß nur durch eine Krise, durch
einen gewaltsamen Prozeß, ihre innre Einheit sich geltend machen kann.
Diese Trennung erscheint in der Krise; es ist die Elementarform derselben.
Die Krise aus dieser ihrer Elementarform erklären, heißt die Existenz der
Krise dadurch erklären, daß man ihr Dasein in seiner abstraktesten Form
ausspricht, also die Krise durch die Krise erklären.

„Kein Mann“, sagt Ricfardol!, „produziert, außer in der Absicht zu konsumieren
oder zu verkaufen, und er verkauft niemals, außer mit der Absicht, irgendeine andre
Ware zu kaufen, die unmittelbar nützlich für ihn sein mag oder zu künftiger Produktion
beitragen mag. Indem er produziert, wird er also notwendig entweder der Konsument
seiner eignen Güter“ (goods) „oder der Käufer und Konsument der Waren irgendeiner
andren Person. Man kann nicht unterstellen, daß er für längre Zeit nicht unterrichtet
sein wird über die Waren, die er am vorteilhaftesten produzieren kann, um den von ihm
verfolgten Zweck zu erreichen, nämlich den Besitz anderer Güter, und daher ist es nicht
wahrscheimlich, daß er fortwährend“ (continually) „eine Ware produzieren wird, für die

keine Nachfrage vorhanden ist.“ [l.c. p.339/340.]

Es ist dies kindisches Geschwätz eines Say, aber nicht Ric[ardo]s würdig.
Zunächst produziert kein Kapitalist, um sein Produkt zu konsumieren. Und
wenn wir von der kapitalistischen Produktion sprechen, heißt es mit Recht:
„Kein Mann produziert in der Absicht, sein Produkt zu konsumieren“, selbst
wenn er Teile seines Produkts wieder zur industriellen Konsumtion ver-
wendet. Aber hier handelt es sich um die Privatkonsumtion. Vorhin wurde
vergessen, daß das Produkt Ware ist. Jetzt wird sogar die gesellschaftliche
Teilung der Arbeit vergessen. In Zuständen, wo Männer für sich selbst pro-
duzieren, gibt es in der Tat keine Krisen, aber auch keine kapitalistische
Produktion. Wir haben auch nie gehört, daß die Alten mit ihrer Sklaven-
produktion jemals Krisen kannten, obgleich einzelne Produzenten, auch
unter den Alten, bankrutt machten. Der erste Teil der Alternative ist Un-
sinn. Ebenso der zweite. Ein Mann, der produziert hat, hat nicht die Wahl,
ob er verkaufen will oder nicht. Er muß verkaufen. In den Krisen tritt nun
grade der Umstand ein, daß er nicht verkaufen kann oder nur unter dem
Kostenpreis oder gar mit positivem Verlust verkaufen muß. Was nützt es
ihm und uns also, daß er produziert hat, um zu verkaufen? Es handelt sich
grade darum zu wissen, was diese seine gute Absicht durchkreuzt.

Ferner:

„Es verkauft niemand, außer mit der Absicht, irgendeine andre Ware zu kaufen, die
unmittelbar nützlich für ihn sein mag oder zu künftiger Produktion beitragen mag.“

Welche gemütliche Verkündung der bürgerlichen Verhältnisse! Ricfardo]
vergißt sogar, daß jemand verkaufen kann, um zu zahlen, und daß diese
Zwangsverkäufe eine sehr bedeutende Rolle in den Krisen spielen. Die
nächste Absicht des Kapitalisten beim Verkaufen ist, seine Ware oder viel-
mehr sein Warenkapital wieder in Geldkapital. zu verwandeln und seinen
Gewinn damit zu realisieren. Der Konsum - die Revenue - ist dabei durch-

3 Siehe vorl. Band, 5.494

aus nicht Leitpunkt für diesen Prozeß, was sie allerdings für den ist, der bloß
Waren verkauft, um sie in Lebensmittel zu verwandeln. Dies ist aber nicht
die kapitalistische Produktion, bei der die Revenue als Resultat, nicht als
bestimmender Zweck erscheint. Es verkauft jedermann zunächst, um zu
verkaufen, d.h. um Ware in Geld zu verwandeln.

711| Während der Krise mag der Mann sehr zufrieden sein, wenn er
verkauft hat, ohne ans Kaufen zunächst zu denken. Allerdings, soll der rea-
lisierte Wert nun wieder als Kapital wirken, so muß er den Prozeß der Re-
produktion durchmachen, also wieder gegen Arbeit und Waren sich aus-
tauschen. Aber die Krise ist grade der Moment der Störung und Unter-
brechung des Reproduktionsprozesses. Und diese Störung kann nicht da-
durch erklärt werden, daß sie in Zeiten, wo keine Krise herrscht, nicht statt-
findet. Es unterliegt keinem Zweifel, daß niemand „will continually produce
a commodity for which there is no demand“! (p.339, 340), aber von so ab-
geschmackter Hypothese spricht auch niemand. Auch hat sie überhaupt
nichts mit der Sache zu tun. „The possession of other goods“? ist zunächst
nicht der Zweck der kapitalistischen Produktion, sondern die Appropriation
of value, of money, of abstract wealth?.

Bei Ricfardo] liegt hier auch der früher von mir beleuchtete James Mill-
sche Satz!®! von dem „metaphysischen Gleichgewicht der Käufe und Ver-
käufe“ zugrunde - ein Gleichgewicht, das nur die Einheit, aber nicht die
Trennung in den Prozessen des Kaufs und Verkaufs sieht. Daher auch
Ricfardo}s Behauptung (nach James Mill):

„Es kann zuviel von einer bestimmten Ware produziert werden, von der dann ein
solches Überangebot auf dem Markt vorhanden sein mag, daß das aufgewendete
Kapital nicht zurückerstattet wird. Das kann jedoch nicht in bezug auf alle Waren der
Fall sen.“ (p.341, 342.)

Das Geld ist nicht nur „the medium by which the exchange is effected“*
(p.341), sondern zugleich the medium by which the exchange of produce
with produce becomes dissolved into two acts, independent of each other,
and distant from each other, in time and space?. Diese falsche Auffassung
des Geldes beruht aber bei Ric[ardo] darauf, daß er überhaupt nur die
quantitative Bestimmung des Tauschwerts im Auge hat, nämlich daß er =
bestimmtem Quantum Arbeitszeit, dagegen die qualitative Bestimmung

1 ‚fortwährend eine Ware produzieren wird, für die keine Nachfrage vorhanden ist“ -
® „Der Besitz anderer Waren“ -® von Wert, von Geld, von abstraktem Reichtum - * „das
Medium, wodurch der Austausch bewirkt wird“ - ° das Medium, wodurch der Austausch
von Produkt gegen Produkt in zwei voneinander unabhängige, zeitlich und räumlich ge-
trennte Akte zerfällt

vergißt, daß die individuelle Arbeit nur durch ihre Entäußerung (alienation)
als abstrakt allgemeine gesellschaftliche Arbeit sich darstellen muß.*

Daß nur besondre, nicht alle Arten Waren „a glut in the market“! bilden
können, die Überproduktion daher immer nur partiell sein kann, ist ein
armseliger Ausweg. Zunächst, wenn bloß die Natur der Ware betrachtet
wird, steht dem nichts entgegen, daß alle Waren im Überfluß auf dem
Markt vorhanden sind und daher alle unter ihren Preis fallen. Es handelt
sich hier eben nur um das Moment der Krise. Nämlich alle Waren, außer
dem Geld, [können im Überfluß da sein]. Die Notwendigkeit existiert für
die Ware, sich als Geld darzustellen, heißt nur: die Notwendigkeit existiert
für alle Waren. Und so gut die Schwierigkeit für eine einzelne Ware existiert,
diese Metamorphose durchzumachen, kann sie für alle existieren. Die all-
gemeine Natur der Metamorphose der Waren - die das Auseinanderfallen
von Kauf und Verkauf ebenso einschließt wie ihre Einheit, statt die Möglich-
keit eines general glut? auszuschließen - ist vielmehr die Möglichkeit eines
general glut.

Weiter liegt nun allerdings im Hintergrund des Rlicardolschen und
ähnlichen Räsonnements nicht nur das Verhältnis von Kauf und Verkauf,
sondern von Nachfrage und Zufuhr, das wir erst zu entwickeln haben bei
Betrachtung der Konkurrenz der Kapitalien. Wie Mill sagt, ist Kauf Ver-
kauf etc., so ist Nachfrage Zufuhr und Zufuhr Nachfrage, aber ebenso fallen
sie auseinander und können sich gegeneinander verselbständigen. Die Zu-
fuhr von allen Waren kann im gegebnen Augenblick größer sein als die
Nachfrage von allen Waren, indem die Nachfrage nach der allgemeinen Ware,
dem Geld, dem Tauschwert, größer ist als die Nachfrage nach allen besond-
ren Waren oder indem das Moment, die Ware als Geld darzustellen, ihren
Tauschwert zu realisieren, überwiegt über das Moment, die Ware in Ge-
brauchswert rückzuverwandeln.

Wird das Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr weiter und konkreter
gefaßt, so kömmt das von Produktion und Konsumtion hinein. Es müßte hier
wieder die an sich seiende und sich eben in der Krise gewaltsam durch-
setzende Einheit dieser beiden Momente festgehalten werden gegen die

* |718] (Daß Ricardo das Geld bloß als Zirkulationsmittel [betrachtet], ist dasselbe,
daß er den Tauschwert bloß als verschwindende Form, überhaupt als etwas bloß For-
melles an der bürgerlichen oder kapitalistischen Produktion [ansieht], weshalb ihm diese
auch nicht gilt als spezifisch bestimmte Produktionsweise, sondern als die Produktions-
weise schlechthin.) ]

1 „Überangebot auf dem Markt“ -? allgemeinen Überangebotes

ebenso existierende und die bürgerliche Produktion sogar charakterisierende
Trennung und Gegensatz derselben.

Was den Gegensatz partieller und universeller Überproduktion angeht,
soweit es sich nämlich bloß darum handelt, die erstere zu behaupten, um der
letztren zu entfliehn, so ist darüber folgendes zu bemerken:

Erstens: Geht den Krisen meist eine allgemeine inflation of prices! vor-
her in allen der kapitalistischen Produktion angehörigen Artikeln. Sie neh-
men daher alle an dem nachfolgenden crash? teil und sind alle zu den Prei-
sen, die sie vor dem crash hatten, overburdening the market?. Der Markt
kann eine Warenmasse absorbieren zu fallenden, unter ihren Kostenpreisen
gefallnen Preisen, die er zu ihren früheren Marktpreisen nicht absorbieren
könnte. Die Übermasse der Waren ist immer relativ; d.h. Übermasse bei
gewissen Preisen. Die Preise, zu denen die Waren dann absorbiert werden,
ruinierend für den Produzenten oder Kaufmann.

1712| Zweitens:

Damit eine Krise (also auch die Überproduktion) allgemein sei, genügt
es, daß sie die leitenden Handelsartikel ergreife.

### [9. Ricardos falsche Ansicht von dem Verhältnis zwischen Produktion und. Konsumtion unter den Bedingungen des Kapitalismus]

Wir wollen näher hören, wie Ric[ardo] a general glut of the market*®
wegzuräsonieren sucht:

„Es kann zuviel von einer bestimmten Ware produziert werden, von der dann ein
solches Überangebot auf dem Markt vorhanden sein mag, daß das aufgewendete Kapi-
tal nicht zurückerstattet wird. Das kann jedoch nicht in bezug auf alle Waren der Fall
sein. Die Nachfrage nach Getreide ist beschränkt durch die Münder, die es essen sollen,
die nach Schuhen und Röcken durch die Personen, die sie tragen sollen. Obwohl aber
eine Gemeinschaft oder ein Teil einer Gemeinschaft so viel Getreide, Hüte und Schuhe
haben kann, wie sie zu konsumieren imstande und willens ist, karin man nicht dasselbe
von jeder anderen Ware sagen, die auf natürlichem oder künstlichem Wege produziert wird.
Einige würden mehr Wein konsumieren, wenn sie die Möglichkeit hätten, sich ihn zu
beschaffen. Andere, die genug Wein haben, werden wünschen, sich mehr Möbel anzu-
schaffen oder deren Qualität zu bessern. Wieder andere hingegen möchten ihr Grund-
stück verschönern oder ihre Häuser vergrößern. Der Wunsch, alles oder einiges davon zu

1 Preissteigerung - Krach -® Überlastung des Marktes - * ein allgemeines Überangebot

auf dem Markt

tun, findet sich in jedermanns Herzen. Nichts als die Mittel dazu sindnotwendig, undnichts

anderes kann die Mittel aufbringen als eine Erhöhung der Produktion.“ (l.c. p.341, 342.)

Kann es ein kindischeres Räsonnement geben? Es lautet so. Von einer
besondren Ware mag mehr produziert werden, als davon konsumiert wer-
den kann. Aber das kann nicht von allen Waren zugleich gelten. Weil die
Bedürfnisse, die durch Waren befriedigt werden, keine Grenzen haben und
alle diese Bedürfnisse zugleich nicht befriedigt sind. Im Gegenteil. Die Be-
friedigung eines Bedürfnisses macht ein andres sozusagen latent. Es ist also
nichts erheischt als die Mittel, um diese Bedürfnisse zu befriedigen, und
diese Mittel können nur verschafft werden durch eine Vermehrung der Pro-
duktion. Also ist keine allgemeine Überproduktion möglich.

Wozu all das? In Momenten der Überproduktion ist ein großer Teil der
Nation (speziell die Arbeiterklasse) weniger als je mit Getreide, Schuhen
etc. versehen, von Wein und furniture? gar nicht zu sprechen. Wenn Über-
produktion erst eintreten könnte, nachdem alle Mitglieder der Nation auch
nur die nötigsten Bedürfnisse befriedigt hätten, hätte in der bisherigen Ge-
schichte der bürgerlichen Gesellschaft nicht nur nie eine allgemeine, son-
dern selbst nie partielle Überproduktion eintreten können. Wenn z.B. the
market is glutted by shoes or calicoes or wines or colonial produce?, heißt
das, daß nicht vielleicht */, der Nation ihr Bedürfnis nach Schuhen, calicoes
etc. übersättigt haben? Was hat die Überproduktion überhaupt mit den
absoluten Bedürfnissen zu tun? Sie hat es nur mit den zahlungsfähigen Be-
dürfnissen zu tun. Es handelt sich nicht um absolute Überproduktion -
Überproduktion an und für sich im Verhältnis zu der absoluten Bedürftig-
keit oder dem Wunsch nach dem Besitz der Waren. In diesem Sinn existiert
weder partielle noch allgemeine Überproduktion. Und bilden sie gar keinen
Gegensatz zueinander.

Aber, wird Ricfardo] sagen, when there is a lot of people, who want shoes
and calicoes, why do they not procure themselves the means of obtaining
them by producing something wherewith to buy shoes and calicoes?? Wäre
es nicht noch einfacher zu sagen: Warum produzieren sie sich nicht Schuhe
und calicoes? Und was noch sonderbarer bei der Überproduktion ist, die
eigentlichen Produzenten der very commodities which glut the market? -
die Arbeiter - stand in want of them?. Hier kann nicht gesagt werden, daß

1 Möbeln - ? der Markt mit Schuhen oder Kaliko oder Weinen oder Kolonialprodukten
überfüllt ist -? wenn es eine Menge Menschen gibt, die Schuhe und Kaliko brauchen, war-
um erwerben sie nicht die Mittel, sie zu erlangen, indem sie etwas produzieren, wofür sie
Schuhe und Kaliko kaufen können - ® selben Waren, die den Markt überfüllen - ® leiden
Mangel daran

sie die Dinge produzieren sollten, um sie obtain?, denn sie haben sie produ-
ziert und haben sie doch nicht. Es kann auch nicht gesagt werden, daß die
bestimmte Ware gluts the market?, weil kein Bedürfnis für sie vorhanden ist.
Wenn also selbst die partielle Überproduktion nicht daher zu erklären, daß
die Waren, which glut the market, das Bedürfnis danach übersättigen, so
kann die universelle Überproduktion nicht dadurch wegerklärt werden, daß
für viele der Waren, die auf dem Markt sind, Bedürfnisse, unbefriedigte Be-
dürfnisse existieren.

Bleiben wir beim Beispiel des Kalikowebers®. Solange die Reproduktion
ununterbrochen fortging - also auch die Phase dieser Reproduktion, worin
das als Ware, verkäufliche Ware existierende Produkt, das Kaliko zu seinem
Wert sich in Geld rückverwandelte -, so lange konsumierten auch, wollen wir
sagen, die Arbeiter, die das Kaliko produzieren, einen Teil davon, und mit
der Erweiterung der Reproduktion - das ist der Akkumulation - verzehr-
ten sie progressiv davon, oder es wurden auch mehr Arbeiter bei der Produk-
tion des Kalikos beschäftigt, die zugleich zum Teil seine Konsumenten.

### [10. Verwandlung der Möglichkeit der Krise zur Wirklichkeit. Die Krise als Erscheinung aller Widersprüche der bürgerlichen Ökonomie]

Eh wir nun einen Schritt weitergehn, dies:

[Durch] das Auseinanderfallen des Produktionsprozesses (unmittel-
baren) und Zirkulationsprozesses ist wieder und weiter entwickelt die Mög-
lichkeit der Krise, die sich bei der bloßen Metamorphose der Ware zeigte.!8°
Sobald sie nicht flüssig ineinander übergehn, |]713]| sondern sich gegenein-
ander verselbständigen, ist die Krise da.

BeiderMetamorphose der Ware stelltsich die Möglichkeit der Krise sodar.

Erstens die Ware, die real als Gebrauchswert, ideell, im Preise, als
Tauschwert existiert, muß in Geld verwandelt werden. W-G. Ist diese
Schwierigkeit gelöst, der Verkauf, so hat der Kauf, G-W, keine Schwierig-
keit mehr, da Geld gegen alles unmittelbar austauschbar. Der Gebrauchs-
wert der Ware, die Nützlichkeit der in ihr enthaltnen Arbeit, muß voraus-
gesetzt werden, sonst ist sie überhaupt nicht Ware. Es ist ferner voraus-
gesetzt, daß der individuelle Wert der Ware = ihrem gesellschaftlichen
Wert, d.h., daß die in ihr materialisierte Arbeitszeit = der zur Hervor-
bringung dieser Ware gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit. Die Möglich-

% zu erlangen - ? den Markt überfüllt - ? siehe vorl. Band, S.478-480

keit der Krise, soweit sie in der einfachen Form der Metamorphose sich
zeigt, geht also nur daraus hervor, daß die Formunterschiede - die Phasen -,
die sie in ihrer Bewegung durchläuft, erstens notwendig sich ergänzende
Formen und Phasen sind, zweitens trotz dieser innren notwendigen Zu-
sammengehörigkeit gleichgültig gegeneinander existierende, in Zeit und
Raum auseinanderfallende, voneinander trennbare und getrennte, unab-
hängige Teile des Prozesses und Formen. Sie liegt also allein in der Tren-
nung von Verkauf und Kauf. Es ist nur in der Form der Ware, daß die
Ware hier die Schwierigkeit durchzumachen hat. Sobald sie die Form des
Geldes besitzt, ist sie darüber weg. Weiter aber löst sich auch dies auf in das
Auseinanderfallen von Verkauf und Kauf. Wenn die Ware nicht in der
Form des Gelds aus der Zirkulation sich zurückziehn oder ihre Rück-
verwandlung in Ware aufschieben könnte - wie beim unmittelbaren Tausch-
handel -, wenn Kauf und Verkauf zusammenfielen, fiele die Möglichkeit der
Krise unter den gemachten Voraussetzungen weg. Denn es ist vorausgesetzt,
daß die Ware Gebrauchswert ist für andre Warenbesitzer. In der Form des
unmittelbaren Tauschhandels die Ware nur damit nicht austauschbar, wenn
sie kein Gebrauchswert oder auch wenn keine andren Gebrauchswerte auf
der andren Seite, um gegen sie auszutauschen. Älso nur unter den beiden
Bedingungen: Wenn entweder von der einen Seite Nutzloses produziert
wäre oder auf der andren Seite nichts Nützliches, um es als Äquivalent
gegen den ersten Gebrauchswert auszutauschen. In beiden Fällen fände
aber überhaupt kein Austausch statt. Soweit aber Austausch stattfände, fielen
seine Momente nicht auseinander. Der Käufer wäre Verkäufer, der Ver-
käufer Käufer. Das kritische Moment, was aus der Form des Äustauschs - so-
weit er Zirkulation ist — hervorgeht, fiele also weg, und wenn wir sagen, daß
die einfache Form der Metamorphose die Möglichkeit der Krise einschließt,
so sagen wir nur, daß in dieser Form selbst die Möglichkeit der Zerreißung
und des Auseinanderfallens wesentlich sich ergänzender Momente liegt.
Aber dies betrifft auch den Inhalt. Beim unmittelbaren Tauschhandel ist
das Gros der Produktion von seiten des Produzenten auf Befriedigung seines
Selbstbedürfnisses oder bei etwas weitrer Entwicklung der Teilung der
Arbeit, auf Befriedigung ihm bekannter Bedürfnisse seiner Co-Produzenten
gerichtet. Was als Ware auszutauschen ist, ist Überfluß, und es bleibt un-
wesentlich, ob dieser Überfluß ausgetauscht wird oder nicht. Bei der Waren-
produktion ist das Verwandeln des Produkts in Geld, der Verkauf, conditio

sine qua [non]!. Die unmittelbare Produktion für das eigne Bedürfnis fällt

1 eine unerläßliche Bedingung

fort. Mit dem Nichtverkauf ist hier Krise da. Die Schwierigkeit, die Ware -
das besondre Produkt individueller Arbeit - in Geld, ihr Gegenteil, abstrakt
allgemeine, gesellschaftliche Arbeit zu verwandeln, liegt darin, daß Geld
nicht als besondres Produkt individueller Arbeit erscheint, daß der, der ver-
kauft hat, also die Ware in der Form des Gelds besitzt, nicht gezwungen ist,
sofort wieder zu kaufen, das Geld wieder in besondres Produkt individueller
Arbeit zu verwandeln. Im Tauschhandel ist dieser Gegensatz nicht. Es kann
darin keiner Verkäufer sein, ohne Käufer zu sein, und Käufer sein, ohne
Verkäufer zu sein. Die Schwierigkeit des Verkäufers - unter der Voraus-
setzung, daß seine Ware Gebrauchswert hat - stammt bloß von der Leich-
tigkeit des Käufers, die Rückverwandlung des Gelds in Ware aufzuschieben.
Die Schwierigkeit, die Ware in Geld zu verwandeln, zu verkaufen, stammt
bloß daher, daß die Ware in Geld, das Geld aber nicht unmittelbar in Ware
verwandelt werden muß, also Verkauf und Kauf auseinanderfallen können.
Wir haben gesagt, daß diese Form die Möglichkeit der Krise einschließt, d.h.
die Möglichkeit, daß Momente, die zueinander gehören, die untrennbar
sind, sich zertrennen und daher gewaltsam vereint werden, ihre Zusammen-
gehörigkeit durch die Gewalt, die ihrer wechselseitigen Selbständigkeit
1714| angetan wird, durchgesetzt wird. Und weiter ist Krise nichts als die
gewaltsame Geltendmachung der Einheit von Phasen des Produktions-
prozesses, die sich gegeneinander verselbständigt haben.

Allgemeine, abstrakte Möglichkeit der Krise - heißt nichts als die ab-
strakteste Form der Krise, ohne Inhalt, ohne inhaltsvolles Motiv derselben.
Verkauf und Kauf können auseinanderfallen. Sie sind also Krise potentia,
und ihr Zusammenfallen bleibt immer kritisches Moment für die Ware. Sie
können aber flüssig ineinander übergehen. Bleibt also, daß abstrakteste
Form der Krise (und daher formelle Möglichkeit der Krise) die Metamor-
phose der Ware selbst ist, worin nur als entwickelte Bewegung der in der
Einheit der Ware eingeschloßne Widerspruch von Tauschwert und Ge-
brauchswert, weiter von Geld und Ware enthalten ist. Wodurch aber diese
Möglichkeit der Krise zur Krise wird, ist nicht in dieser Form selbst ent-
halten; es ist nur darin enthalten, daß die Form für eine Krise da ist.

Und dies ist bei der Betrachtung der bürgerlichen Ökonomie das Wich-
tige. Die Weltmarktkrisen müssen als die reale Zusammenfassung und ge-
waltsame Ausgleichung aller Widersprüche der bürgerlichen Ökonomie ge-
faßt werden. Die einzelnen Momente, die sich also in diesen Krisen zu-
sammenfassen, müssen also in jeder Sphäre der bürgerlichen Ökonomie
hervortreten und entwickelt werden, und je weiter wir in ihr vordringen,
müssen einerseits neue Bestimmungen dieses Widerstreits entwickelt,

anderseits die abstrakteren Formen desselben als wiederkehrend und ent-
halten in den konkreteren nachgewiesen werden.

Man kann also sagen: Die Krise in ihrer ersten Form ist die Metamor-
phose der Ware selbst, das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf.

Die Krise in ihrer zweiten Form ist die Funktion des Geldes als Zah-
lungsmittel, wo das Geld in 2 verschiednen zeitlich getrennten Momenten,
in zwei verschiednen Funktionen figuriert. Diese beiden Formen sind noch
ganz abstrakt, obgleich die zweite konkreter als die erste.

Zunächst also bei Betrachtung des Reproduktionsprozesses des Kapitals
(der mit seiner Zirkulation zusammenfällt) ist nachzuweisen, daß jene obi-
gen Formen sich einfach wiederholen oder vielmehr hier erst einen Inhalt
bekommen, eine Grundlage, auf der sie sich manifestieren können.

Betrachten wir die Bewegung, die das Kapital durchmacht, von dem
Augenblick, wo es als Ware den Produktionsprozeß verläßt, um wieder als
Ware aus ihm hervorzugehn. Abstrahieren wir hier von allen weitren inhalt-
lichen Bestimmungen, so hat das gesamte Warenkapital und jede einzelne
Ware, woraus es besteht, den Prozeß W-G-W durchzumachen, die Meta-
morphose der Ware. Die allgemeine Möglichkeit der Krise, die in dieser
Form enthalten ist - das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf - ist also
in der Bewegung des Kapitals enthalten, soweit es auch Ware ist und nichts
als Ware ist. Aus dem Zusammenhang der Metamorphosen der Waren mit-
einander ergibt sich überdem, daß die eine Ware sich in Geld verwandelt,
weil sich die andre aus der Form des Gelds in Ware rückverwandelt. Also
das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf erscheint hier weiter so, daß
der Verwandlung des einen Kapitals aus der Form Ware in die Form Geld
die Rückverwandlung des andren Kapitals aus der Form Geld in die Form
Ware entsprechen muß, die erste Metamorphose des einen Kapitals der
zweiten desandren, das Verlassen des Produktionsprozesses des einen Kapi-
tals, der Rückkehr in den Produktionsprozeß des andren. Diese Ineinander-
verwachsung und Verschlingung der Reproduktions- oder Zirkulations-
prozesse verschiedner Kapitalien ist einerseits durch die Teilung der Arbeit
notwendig, anderseits zufällig, und so erweitert sich schon die Inhalts-
bestimmung der Krise.

Zweitens aber, was die aus der Form des Gelds als Zahlungsmittel ent-
springende Möglichkeit der Krise betrifft, so zeigt sich beim Kapital schon
viel realere Grundlage für die Verwirklichung dieser Möglichkeit. Z.B.,
der Weber hat zu zahlen das ganze capital constant, dessen Elemente von
Spinner, Flachsbauer, Maschinenfabrikant, Eisen- und Holzfabrikant,
Kohlenproduzent usw. geliefert wurden. Soweit die letzten, die konstantes

Kapital produzieren, das nur in die Produktion des konstanten Kapitals ein-
geht, ohne in die schließliche Ware, das Gewebe einzugehn, so ersetzen sie
sich durch Austausch von Kapital ihre Produktionsbedingungen. Der |
Weber nun verkaufe für 1000 I. das Gewebe an den Katfmann, aber auf
einen Wechsel, so daß das Geld als Zahlungsmittel figuriert. Der Weber!
seinerseits verkaufe den Wechsel an den Bankier, bei dem er meinetwegen
eine Schuld damit zahlt oder der ihm auch den Wechsel diskontiert. Der
Flachsbauer hat dem Spinner auf einen Wechsel verkauft, der Spinner dem
Weber, ditto der Maschinenfabrikant dem Weber, ditto der Eisen- und
Holzfabrikant dem Maschinenfabrikant, ditto der Kohlenproduzent dem
Spinner, Weber, Maschinenfabrikant, Eisen- und Holzproduzent. Außer-
dem haben Eisen-, Kohlen-, Holz-, Flachsmann sich einander mit Wechsel
bezahlt. Zahlt nun der Kaufmann nicht, so kann der Weber? seinen Wechsel
dem Bankier nicht zahlen.

Der Flachsbauer hat auf den Spinner gezogen, Maschinenfabrikant auf
Weber und Spinner. Spinner kann nicht zahlen, weil Weber nicht zahlen
[kann], beide zahlen dem Maschinenfabrikanten nicht, dieser dem Eisen-,
Holz-, Kohlenmann nicht. Und alle diese wieder, die den Wert ihrer Ware
nicht realisieren, können den Teil nicht ersetzen, der das capital constant er-
setzt. So entsteht allgemeine Krise. Es ist dies durchaus nichts als die beim
Geld als Zahlungsmittel entwickelte Möglichkeit der Krise, aber wir sehn
hier, in der kapitalistischen Produktion, schon einen Zusammenhang der
wechselseitigen Schuldforderungen und Obligationen, der Käufe und Ver-
käufe, wo die Möglichkeit sich zur Wirklichkeit entwickeln kann.

Unter allen Umständen: Wenn Kauf und Verkauf sich nicht gegenein-
ander festsetzen und daher nicht gewaltsam ausgeglichen werden müssen -
anderseits, wenn das Geld als Zahlungsmittel so funktioniert, daß die For-
derungen sich aufheben, also nicht der in Geld als Zahlungsmittel an sich
vorhandne Widerspruch sich verwirklicht -, diese beiden abstrakten Formen
der Krise also nicht realiter als solche erscheinen, existiert keine Krise. Es
kann keine Krise existieren, ohne daß Kauf und Verkauf sich voneinander
trennen und in Widerspruch treten oder daß die im Geld als Zahlungsmittel
enthaltnen Widersprüche erscheinen, ohne daß also die Krise zugleich in
der einfachen Form - dem Widerspruch von Kauf und Verkauf, dem Wider-
spruch des Gelds als Zahlungsmittel - hervortritt. Aber dies sind auch
bloße Formen - allgemeine Möglichkeiten der Krisen, daher auch Formen,

1 In der Handschrift: Kaufmann -? in der Handschrift: Zahlt nun der Weber dem Kauf-

mann nicht, so kann dieser

abstrakte Formen der wirklichen Krise. In ihnen erscheint das Dasein der
Krise als in ihren einfachsten Formen und insofern in ihrem einfachsten
Inhalt, als diese Form selbst ihr einfachster Inhalt ist. Aber es ist noch kein
begründeter Inhalt. Die einfache Geldzirkulation und selbst die Zirkulation
des Gelds als Zahlungsmittel - und beide kommen lange vor der kapitalisti-
schen Produktion vor, ohne daß Krisen vorkämen - sind möglich und wirk-
lich ohne Krisen. Warum also diese Formen ihre kritische Seite heraus-
kehren, warum der in ihnen potentia enthaltne Widerspruch actu als solcher
erscheint, ist aus diesen Formen allein nicht zu erklären.

Daher sieht man die enorme Fadaise der Ökonomen, die, nachdem sie
das Phänomen der Überproduktion und der Krisen nicht mehr wegräsonie-
ren konnten, sich damit beruhigen, daß in jenen Formen die Möglichkeit
gegeben, daß Krisen eintreten, es also zufällig ist, daß sie nicht eintreten
und damit ihr Eintreten selbst als bloßer Zufall erscheint.

Die in der Warenzirkulation, weiter in der Geldzirkulation entwickelten
Widersprüche — damit Möglichkeiten der Krise - reproduzieren sich von
selbst im Kapital, indem in der Tat nur auf Grundlage des Kapitals ent-
wickelte Warenzirkulation und Geldzirkulation stattfindet.

Es handelt sich aber nun [darum], die weitere Entwicklung der potentia
Krisis - die reale Krisis kann nur aus der realen Bewegung der kapitalisti-
schen Produktion, Konkurrenz und Kredit, dargestellt werden - zu ver-
folgen, soweit sie aus den Formbestimmungen des Kapitals hervorgeht, die
ihm als Kapital eigentümlich und nicht in seinem bloßen Dasein als Ware
und Geld eingeschlossen sind.

I716| Der bloße Produktionsprozeß (unmittelbare) des Kapitals kann an
sich hier nichts Neues zufügen. Damit er überhaupt existiert, sind seine Be-
dingungen unterstellt. Daher in dem ersten Abschnitt über das Kapital -
den unmittelbaren Produktionsprozeß - kein neues Element der Krise hinzu-
kömmt. An sich ist es in ihm enthalten, weil der Produktionsprozeß Aneig-
nung und daher Produktion von Mehrwert. Aber in dem Produktionsprozeß
selbst kann dies nicht erscheinen, weil in ihm nicht die Rede von der Reali-
sierung des nicht nur reproduzierten Werts, sondern Mehrwerts.

Hervortreten kann die Sache erst im Zirkulationsprozeß, der an und für
sich zugleich Reproduktionsprozeß.

Es ist hier ferner zu bemerken, daß wir den Zirkulationsprozeß oder
Reproduktionsprozeß darstellen müssen, bevor wir das fertige Kapital -
Kapital und Profit - dargestellt haben, da wir darzustellen haben, nicht nur
wie das Kapital produziert, sondern wie das Kapital produziert wird.
Die wirkliche Bewegung aber geht aus von dem vorhandnen Kapital - die

wirkliche Bewegung heißt die auf Grundlage der entwickelten, von sich selbst
beginnenden, sich selbst voraussetzenden kapitalistischen Produktion. Der
Reproduktionsprozeß und die in ihm weiter entwickelten Anlagen der Kri-
sen werden daher unter dieser Rubrik selbst nur unvollständig dargestellt
und bedürfen ihrer Ergänzung in dem Kapitel „Kapital und Profit“. 0

Der Gesamt-Zirkulationsprozeß oder der Gesamt-Reproduktionsprozeß
des Kapitals ist die Einheit seiner Produktionsphase und seinerZirkulations-
phase, ein Prozeß, der durch die beiden Prozesse als seine Phasen verläuft.
Darin liegt eine weiter entwickelte Möglichkeit oder abstrakte Form der
Krise. Die Ökonomen, die die Krise wegleugnen, halten daher nur an der
Einheit dieser beiden Phasen fest. Wären sie nur getrennt, ohne eins zu sein,
so wäre grade keine gewaltsame Herstellung ihrer Einheit möglich, keine
Krise. Wären sie nur eins, ohne getrennt zu sein, so wäre keine gewaltsame
Trennung möglich, was wieder die Krise ist. Sie ist die gewaltsame Herstel-
lung der Einheit zwischen verselbständigten und die gewaltsame Verselbstän-
digung von Momenten, die wesentlich eins sind. |716]]

### [11. Über die Formen der Krise]

I770a| Zu p.716.

Also:

l. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen in dem Prozeß der Meta-
morphose des Kapitals selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als
Zirkulationsmittel fungiert - Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. So-
weit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten
wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Mo-
mente fallen auseinander. Hat der Wert changiert in dem Intervalle, ist die
Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment,
wo das Geld als Maß der Werte und daher der gegenseitigen Obligationen
funktionierte, kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt
werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden,
die rückgängig von dieser einen abhängen. Kann die Ware auch nur in einem
bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht chan-
gierte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in be-
stimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muß. Da dieselbe
Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen
und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in
einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.

Dieses sind die formellen Möglichkeiten der Krise. Die erstere möglich
ohne die letztere - d.h. Krisen ohne Kredit, ohne daß das Geld als Zah-
lungsmittel funktioniert. Aber die zweite nicht möglich, ohne die erstre, d.h.,
daß Kauf und Verkauf auseinanderfallen. Aber im letzteren Fall die Krise
nicht nur, weil Ware unverkäuflich, sondern weil sie nicht in bestimmten
Zeitraum verkäuflich, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her
nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern der Nichtrealisierung
einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten
Ware in dieser bestimmten Frist beruhn. Dies die eigentliche Form der Geld-
krisen.

Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinanderfallen, so ent-
wickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel entwickelt
ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald
die erste eintritt. In der Untersuchung, warum die allgemeine Möglichkeit der
Krise zur Wirklichkeit wird, der Untersuchung der Bedingungen der Krise
ist es also gänzlich überflüssig, sich um die Form der Krisen, die aus der
Entwicklung des Geldes als Zahlungsmittel entspringen, zu bekümmern.
Grade deswegen lieben es die Ökonomen, diese selbstverständliche Form als
Ursache der Krisen vorzuschützen. (Soweit die Entwicklung des Geldes als
Zahlungsmittel mit der Entwicklung des Kredits zusammenhängt und des
overcredit", sind allerdings die Ursachen des letztren zu entwickeln, was hier
noch nicht am Platze.)

2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervor-
gehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen,
können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals
im allgemeinen, wo den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt
werden.

3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose
des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf
und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. Denn es ist nichts als
die allgereinste Form der Krise, also die Krise selbst in ihrem allgemeinsten
Ausdruck. Man kann aber nicht sagen, daß die abstrakte Form der Krise die
Ursache der Krise sei. Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wis-
sen, warum ihre abstrakte Form, die Form ihrer Möglichkeit, aus der Mög-
lichkeit zur Wirklichkeit wird.

4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von
Preisschwankungen (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen

1 Überkredits

oder nicht) - als verschieden von Wertschwankungen - müssen aus den all-
gemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.
|770a|]

1716| (Krise kann hervorgehn: 1. bei der Rückverwandlung in produktives
Kapital; 2. durch Wertveränderungen in den Elementen des produktiven
Kapitals, namentlich des Rohstoffs, z.B. wenn die Masse der Baumwollernte
vermindert. Ihr Wert steigt damit. Wir haben es hier noch nicht mit Preisen,
sondern Werten zu tun.) |716]]

\770a| Erstes Moment. Rückverwandlung von Geld in Kapital. Eine be-
stimmte Stufe der Produktion oder Reproduktion vorausgesetzt. Das capital
fixe kann hier als gegeben, gleichbleibend, nicht in den Verwertungsprozeß
eingegangen, betrachtet werden. Da die Reproduktion des Rohstoffs nicht
allein von der darauf verwandten Arbeit abhängt, sondern von ihrer an
Naturbedingungen geknüpften Produktivität, so kann die Masse selbst,
IXTV-77la| die Masse des Produkts derselben Arbeitsquantität fallen. (Mit
bad seasons)‘. Der Wert des Rohmaterials steigt also, seine Masse fällt oder das
Verhältnis, worin sich das Geld in die verschiednen Bestandteile des Kapitals
rückverwandeln müßte, um dis Produktion auf der alten Stuflenleiter] fort-
zusetzen, ist derangiert. Es muß mehr in Rohstoff verausgabt werden, bleibt
weniger für Arbeit und kann nicht dieselbe Masse Arbeit wie bisher absorbiert
werden. Erstens physisch nicht, weil Ausfall im Rohstoff. Zweitens, weil größ-
rer Wertteil des Produkts in Rohstoff verwandelt werden muß, also geringrer
in variables Kapital verwandelt werden kann. Die Reproduktion kann nicht
auf derselben Stufenleiter wiederholi werden. Ein Teil des capital fixe steht
still, ein Teil Arbeiter aufs Pflaster geworfen. Die Profitrate fällt, weil der
Wert des konstanten Kapitals gegen das variable gestiegen und weniger
variables Kapital angewandt wird. Die fixen Abgaben - Zins, Rente - die
antizipiert auf gleichbleibende Rate des Profits und Exploitation der Arbeit,
bleiben dieselben, können zum Teil nicht bezahlt werden. Daher Krise.
Arbeitskrise und Kapitalskrise. Es ist dies also Störung des Reproduktions-
prozesses durch Werterhöhung des einen aus dem Wert des Produkts zu
ersetzenden Teils des konstanten Kapitals. Es findet ferner, obgleich die
Profitrate abnimmt, Verteuerung des Produkts statt. Geht dieses Produkt als
Produktionsmittel in andre Produktionssphären ein, so bewirkt seine Ver-
teuerung hier dasselbe derangement? in der Reproduktion. Geht es als
Lebensmittel in die allgemeine Konsumtion, so entweder zugleich in die der
Arbeiter oder nicht. Wenn das erstre, so fällt es in den Wirkungen zusammen

1 schlechten Jahreszeiten - ? dieselbe Störung

mit derangement im variablen Kapital, wovon später die Rede. Soweit es
aber überhaupt in die allgemeine Konsumtion eingeht, kann damit (wenn nicht
die Konsumtion davon fällt) die Nachfrage nach andren Produkten ver-
mindert, daher ihre Rückverwandlung in Geld zu ihrem Wert entsprechen-
den Umfang verhindert werden und so die andre Seite ihrer Reproduktion,
nicht die Rückverwandlung von Geld in produktives Kapital, sondern die
Rückverwandlung von Ware in Geld gestört werden. Jedenfalls nimmt die
Masse des Profits und die Masse des Arbeitslohns in diesem Zweig ab und
damit ein Teil der notwendigen returns! für den Verkauf von Waren andrer
Produktionszweige.

Diese inadeguacy? des Rohmaterials kann aber auch eintreten ohne Ein-
fluß der seasons oder der naturwüchsigen Produktivität der Arbeit, die das
Rohmaterial liefert. Ist nämlich ein ungebührlicher Teil des Surpluswerts, des
Surpluskapitals in Maschinerie etc. in diesem Zweig ausgelegt, so, obgleich
das Material hinreichend wäre für die alte Produktionsleiter, unzureichend
für die neue. Dies geht also hervor aus disproportionate Verwandlung des sur-
plus capital in seine verschiednen Elemente. Es ist ein case? von Surplus-
produktion von fixem Kapital und bringt ganz dieselben Phänomene hervor
wie im ersten Fall. Sieh. letzte Seite.) |XTV-771all

IXIV-861al [...]*

Oder sie® beruhen auf Überproduktion von fixem Kapital und daher ver-
hältnismäßige Unterproduktion von zirkulierendem.

Da das fixe Kapital, wie das zirkulierende, aus Waren besteht, so nichts
lächerlicher, als daß dieselben Ökonomen die Überproduktion von Waren
leugnen, die die Überproduktion von firem Kapital zugeben.

1 Einnahmen -? Unzulänglichkeit -° Fall -* im Manuskript ist von dieser Seite 861 a die
linke obere Ecke abgerissen. Infolgedessen sind von den ersten neun Zeilen des Textes nur
die rechten Enden von sechs Zeilen erhalten geblieben, die nicht die Möglichkeit geben, den
Text vollständig wieder herzustellen, aber erlauben zu mutmaßen, daß Marx hier von Krisen
spricht, die „aus [der] Wertrevolution des variablen Kapitals“ entstehen. Die „Verteuerung
der notwendigen Lebensmittel durch“ eine schlechte Ernte zum Beispiel hervorgerufen, führt
zur Steigerung der Kosten für die Arbeiter, die „vom variablen Kapital in Bewegung gesetzt
werden.“ „Zugleich [führt] diese Steigerung“ dazu, daß die Nachfrage nach „allen anderen
Waren fällt, aller der Waren, die nicht in den Konsum“ der Arbeiter eingehen. Darum ist
unmöglich „ihre Verkäuflichkeit zu ihrem Wert; die erste Phase ihrer Reproduktion“, die
Verwandlung der Ware in Geld wird gestört. Folglich führt die Verteuerung der Lebens-
mittel zur „Krise in andren Zweigen“ der Produktion.

In den beiden letzten Zeilen des beschädigten Teils der Seite ist der Gedanke enthalten,
der diese ganze Überlegung zusammenfaßt, daß Krisen im Ergebnis der Verteuerung von
Rohstoffen entstehen können, „sei es, daß diese Rohstoffe als Material in das konstante
[Kapital] oder als Lebensmittel“ in den Konsum der Arbeiter eingehen - ° die Krisen

5. Krisen, die aus Störungen der ersten Phase der Reproduktion hervorgehn;
also gestörte Verwandlung der Waren in Geld oder Störung des Verkaufs.
Bei den Krisen der ersten Art geht die Krise aus Störungen im Rücklauf der
Elemente des produktiven Kapitals hervor. |XIV-861a]|

### [12. Widersprüche zwischen der Produktion und Konsumtion unter den Bedingungen des Kapitalismus. Umwandlung der Überproduktion leitender Konsumtionsartikel in die allgemeine Überproduktion]

IIXTII-716| Bevor wir nun auf die neuen Formen der Krise eingehn !,
knüpfen wir wieder an Ric[ardo] und das obige Beispiel an. |

11716] Solange der Weber reproduziert undakkumuliert, kaufen auch seine
Arbeiter einen Teil seines Produkts, legen einen Teil ihres Arbeitslohns in
Kaliko aus. Weil er produziert, haben sie die meanst, Teil seines Produkts
zu kaufen, geben ihm also teilweise die means, es zu verkaufen. Kaufen -
als demand? auftreten - kann der Arbeiter nur Waren, die in die individuelle
Konsumtion eingehn, da er nicht selbst seine Arbeit verwertet, also auch
nicht selbst die Bedingungen ihrer Verwirklichung - Arbeitsmittel und
Arbeitsmaterial - besitzt. Dies schließt also schon den größten Teil der
Produzenten (die Arbeiter selbst, wo die Produktion kapitalistisch entwickelt)
als Konsumenten aus, als Käufer. Sie kaufen kein Rohmaterial und keine
Arbeitsmittel, sie kaufen nur Lebensmittel (unmittelbar in die individual
consumtion eingehende Waren). Daher nichts lächerlicher als von Identität
von Produzenten und Konsumenten zu sprechen, da für eine außerordent-
lich große Masse von trades® - für alle, die nicht unmittelbare Konsum-
tionsartikel liefern - die Masse der bei der Produktion Beteiligten absolut
von dem Kauf ihrer eignen Produkte ausgeschlossen sind. Sie sind nie un-
mittelbar Konsumenten oder Käufer dieses großen Teils ihrer eignen Pro-
dukte, obgleich sie Teil des Werts derselben zahlen in den Konsumtions-
artikeln, die sie kaufen. Es zeigt sich hier auch die Zweideutigkeit des Wortes
Konsument und die Falschheit, dasselbe mit dem Wort Käufer zu identi-
fizieren. Industriell sind es grade die Arbeiter, die Maschinerie und Roh-
material konsumieren, vernutzen im Arbeitsprozeß. Aber sie vernutzen sie
nicht für sich. Sind daher auch nicht Käufer derselben. Für sie sind sie keine

1 Mittel - ? Nachfrage - ? Gewerbezweigen

Gebrauchswerte, keine Waren, sondern objektive Bedingungen eines Pro-
zesses, von dem sie selbst die subjektiven Bedingungen sind.

1717| Aber es kann gesagt werden, daß ihr employer! sie repräsentiert
im Ankauf von Arbeitsmitteln und Arbeitsmaterial. Aber er repräsentiert sie
unter andren Bedingungen, als sie sich selbst repräsentieren würden. Auf
dem Markt nämlich. Er muß eine Masse Waren verkaufen, die Mehrwert,
unbezahlte Arbeit darstellt. Sie hätten nur eine Masse Waren zu verkaufen,
die den in der Produktion - im Wert der Arbeitsmittel, des Arbeitsmaterials
und des Arbeitslohns - vorgeschoßnen Wert reproduzierte. Er bedarf daher
eines weitren Markts, als sie bedürfen würden. Dann aber hängt es von ihm
und nicht von ihnen ab, ob er die Marktbedingungen günstig genug hält, die
Reproduktion zu beginnen. :

Sie sind also Produzenten, ohne Konsumenten zu sein - selbst wenn der
Reproduktionsprozeß nicht gestört wird - für alle Artikel, die nicht indivi-
duell, sondern industriell konsumiert werden müssen.

Also nichts abgeschmackter, um die Krisen wegzuleugnen, als die Be-
hauptung, daß Konsumenten (Käufer) und Produzenten (Verkäufer) in der
kapitalistischen Produktion identisch. Sie fallen ganz auseinander. Nur so-
weit der Reproduktionsprozeß vorgeht, kann diese Identität für einen aus
3000 Produzenten, d.h. für den Kapitalisten behauptet werden. Es ist
ebenso umgekehrt falsch, daß die Konsumenten Produzenten. Der land-
lord (die Grundrente) produziert nicht, und doch konsumiert er. Ebenso
verhält es sich mit dem ganzen monied interest?.

Die apologetischen Phrasen, um die Krise wegzuleugnen, sofern wichtig,
als sie immer das Gegenteil von dem beweisen, was sie beweisen wollen. Sie -
um die Krise wegzuleugnen - behaupten Einheit, wo Gegensatz existiert
und Widerspruch. Also soweit wichtig, als gesagt werden kann: Sie beweisen,
daß, wenn in der Tat die von ihnen wegphantasierten Widersprüche nicht
existierten, auch keine Krise existieren würde. In der Tat aber existiert die
Krise, weil jene Widersprüche existieren. Jeder Grund, den sie gegen die
Krise angeben, ist ein wegphantasierter Widerspruch, also ein realer Wider-
spruch, also ein Grund der Krise. Das Wegphantasierenwollen der Wider-
sprüche ist zugleich das Aussprechen wirklich vorhandner Widersprüche,
die dem frommen Wunsch nach nicht existieren sollen.

Was die Arbeiter in der Tat produzieren, ist Mehrwert. Solange sie ihn
produzieren, haben sie zu konsumieren. Sobald das aufhört, hört ihre Kon-
sumtion, weil ihre Produktion, auf. Keineswegs aber haben sie zu konsu-

1 Anwender - ? Geldkapital

mieren, weil sie ein Äquivalent für ihre Konsumtion produzieren. Vielmehr,
sobald sie bloß solches Äquivalent produzieren, hört ihre Konsumtion auf,
haben sie kein Äquivalent zu konsumieren. Entweder wird ihre Arbeit still-
gesetzt oder verkürzt oder unter allen Umständen ihr Arbeitslohn herab-
gesetzt. In letztrem Fall - wenn die Produktionsstufe dieselbe bleibt - kon-
sumieren sie kein Äquivalent für ihre Produktion. Aber diese means! fehlen
ihnen dann nicht, weil sie nicht genug produzieren, sondern weil sie zu
wenig von ihrem Produkt angeeignet erhalten.

Wird also das Verhältnis auf das von Konsumenten und Produzenten
einfach reduziert, so wird vergessen, daß die produzierenden Lohnarbeiter
und der produzierende Kapitalist zwei Produzenten ganz verschiedner Art
sind, abgesehn von den Konsumenten, die überhaupt nicht produzieren.
Es wird wieder der Gegensatz weggeleugnet dadurch, daß von einem wirk-
lich in der Produktion vorhandnen Gegensatz abstrahiert wird. Das bloße
Verhältnis von Lohnarbeiter und Kapitalist schließt ein:

l. daß der größte Teil der Produzenten (die Arbeiter) Nichtkonsumen-
ten (Nichtkäufer) eines sehr großen Teils ihres Produkts sind, nämlich der
Arbeitsmittel und des Arbeitsmaterials;

2. daß der größte Teil der Produzenten, die Arbeiter, nur ein Äquivalent
für ihr Produkt konsumieren können, solang sie mehr als dies Äquivalent -
die surplus value? oder das surplus produce? - produzieren. Sie müssen stets
Überproduzenten sein, über ihr Bedürfnis hinaus produzieren, um inner-
halb der |I718] Schranken ihres Bedürfnisses Konsumenten oder Käufer
sein zu können.!??

Bei dieser Klasse der Produzenten tritt also die Einheit zwischen Produk-
tion und Konsumtion jedenfalls als falsch prima facie* hervor.

Wenn Ric[ardo] sagt, die einzige Grenze der demand ist die Produktion
selbst, und diese ist durch das Kapital beschränkt?, so heißt das in der Tat,
wenn die falschen Voraussetzungen abgeschält werden, weiter nichts, als die
kapitalistische Produktion findet ihr Maß nur am Kapital, wobei unter Ka-
pital aber zugleich das dem Kapital als eine seiner Produktionsbedingungen
inkorporierte (von ihm gekaufte) Arbeitsvermögen mit einbegriffen ist. Es
fragt sich eben, ob das Kapital als solches auch die Grenze für die Konsum-
tion ist. Jedenfalls ist sie es negativ, d.h. es kann nicht mehr konsumiert
werden als produziert wird. Aber die Frage, ob sie es positiv, ob soviel kon-
sumiert werden kann und muß - auf Grundlage der kapitalistischen Produk-

1 Mittel -2 den Mehrwert - 3 Mehrprodukt -* auf den ersten Blick - ° siehe vorl. Band,
5.494 und 497

tion - als produziert wird. Der Satz RicJardo]s richtig analysiert, sagt gerade
das Gegenteil von dem, was er sagen soll - nämlich, daß die Produktion
nicht mit Rücksicht auf bestehende Schranken der Konsumtion geschieht,
sondern nur durch das Kapital selbst beschränkt ist. Und dies ist allerdings
charakteristisch für diese Produktionsweise.

Also nach der Voraussetzung ist der Markt z.B. glutted! mit cottons
(Baumwollgeweben), so daß sie zum Teil unverkäuflich, ganz unverkäuflich
oder tief unter ihrem Preise nur verkäuflich. (Wir wollen zunächst Wert
sagen, da wir es bei der Betrachtung der Zirkulation oder des Reproduk-
tionsprozesses noch mit dem Wert, noch nicht mit dem Kostenpreis und
noch weniger mit dem Marktpreis zu tun haben.)

Es versteht sich übrigens bei der ganzen Betrachtung von selbst: Es soll
nicht geleugnet werden, daß in einzelnen Sphären überproduziert und darum
in andren zu wenig produziert [werden] kann; partielle Krisen also aus dis-
proportionate production (die proportionate production ist aber immer nur
das Resultat der disproportionate production auf Grundlage der Konkurrenz)
entspringen können und eine allgemeine Form dieser disproportionate pro-
duction mag Überproduktion von fixem oder andrerseits Überproduktion
von zirkulierendem Kapital sein.* Wie es Bedingung für die Waren, daß sie
zu ihrem Wert verkauft werden, daß nur die gesellschaftlich notwendige
Arbeitszeit in ihnen enthalten, so für eine ganze Produktionssphäre des
Kapitals, daß von der Gesamtarbeitszeit der Gesellschaft nur der notwendige
Teil auf diese besondre Sphäre verwandt sei, nur die Arbeitszeit, die zur Be-
friedigung des gesellschaftlichen Bedürfnisses (demand) erheischt. Wenn
mehr, so mag zwar jede einzelne Ware nur die notwendige Arbeitszeit ent-
halten; die Summe enthält mehr als die gesellschaftlich notwendige Arbeits-
zeit, ganz wie die einzelne Ware zwar Gebrauchswert hat, die Summe aber,
unter den gegebnen Voraussetzungen, einen Teil ihres Gebrauchswerts ver-
liert.

Indes sprechen wir hier nicht von der Krise, soweit sie aus disproportio-
nate production, d.h. disproportion zwischen der Verteilung der gesell-
schaftlichen Arbeit unter die einzelnen Produktionssphären beruht. Davon
kann nur die Rede sein, soweit von der Konkurrenz der Kapitalien die Rede

* |720] (Als die Spinnmaschinen erfunden waren, fand Überproduktion von Garn
im Verhältnis zu den Webereien statt. Dies Mißverhältnis aufgehoben, sobald mecha-
nic looms? in der Weberei eingeführt.) |720!

* überfüllt - 2 mechanische Webstühle

ist. Da ist schon gesagt worden!, daß Steigen oder Sinken des Marktwerts
infolge dieser disproportion transfer und withdrawal of capital from one
trade to the other, migration of capital of one trade to the other? zur Folge
hat. Indes, in dieser Ausgleichung selbst ist schon vorhanden, daß sie das
Gegenteil der Ausgleichung voraussetzt und also Krise einschließen kann,
die Krise selbst eine Form der Ausgleichung sein kann. Diese Art Krise
gibt aber Ric[ardo] etc. zu.

Wir haben beim Produktionsprozeß gesehn!”!, daß das ganze Streben
der kapitalistischen Produktion, möglichst viel Surplusarbeit zu akkaparie-
ren, also möglichst viel unmittelbare Arbeitszeit mit gegebnem Kapital zu
materialisieren, sei es nun durch Verlängrung der Arbeitszeit, sei es durch
Abkürzung der notwendigen Arbeitszeit, durch Entwicklung der Produktiv-
kräfte der Arbeit, Anwendung von Kooperation, Teilung der Arbeit, Ma-
schinerie etc., kurz, Produzieren auf großer Stufenleiter, also massenhaftes
Produzieren. In dem Wesen der kapitalistischen Produktion liegt also Pro-
duktion ohne Rücksicht auf die Schranke des Markts.

Bei der Reproduktion wird zunächst vorausgesetzt, daß die Produktions-
weise dieselbe bleibt, und dies bleibt sie eine Zeitlang bei Erweiterung der
Produktion. Die Masse der produzierten Waren hier vermehrt, weil mehr
Kapital angewandt, nicht weil es produktiver angewandt. Aber die bloße
quantitative Vermehrung des ||719] Kapitals schließt zugleich ein, daß die
Produktivkraft desselben vermehrt wird. Wenn seine quantitative Ver-
mehrung Folge der Entwicklung der Produktivkraft, so entwickelt sich diese
wieder umgekehrt auf der Voraussetzung einer weitern, erweiterten kapitali-
stischen Grundlage. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Reproduktion
auf weitrer Basis, die Akkumulation, wenn sie ursprünglich nur als quanti-
tative Erweiterung der Produktion - mit mehr Kapital unter denselben
Produktionsbedingungen -, stellt sich daher auf gewissem Punkt immer
auch qualitativ dar als größre Fruchtbarkeit der Bedingungen, worunter die
Reproduktion vorgeht. Daher Vermehrung der Produktenmasse nicht nur
im einfachen Verhältnis, wie das Kapital in der erweiterten Reproduktion -
der Akkumulation - angewachsen ist.

Also zu unsrem Kaliko-Beispiel zurück.

Die Stockung im Markt, which is glutted with calicoes?, stört die Re-
produktion des Webers. Diese Störung trifft zunächst seine Arbeiter. Diese
sind also in mindrem Verhältnis oder gar nicht mehr Konsumenten seiner

3 Siehe vorl. Band, S. 204-208 - ? dieses Mißverhältnisses Übertragung und Zurück-
ziehung von Kapital aus einem Gewerbezweig in den anderen, Wanderung von Kapital
eines Gewerbezweiges in einen anderen - ? der überfüllt ist mit Kaliko

Ware - der cottons! - und andrer Waren, die in ihren Konsum eingingen.
Sie haben allerdings Bedürfnis nach cottons, können sie aber nicht kaufen,
weil sie nicht die means? haben, und sie haben nicht die means, weil sie nicht
fortproduzieren können, und sie können nicht fortproduzieren, weil zuviel
produziert worden, too many cottons glut the market?. Es kann ihnen weder
der Rat Ric[ardo]s* helfen „to increase their production“®, noch „to pro-
duce something else“ ®. Sie stellen jetzt Teil der momentanen Überpopula-
tion vor, Sarolursredulton of labourers’”, in diesem case cotton producers?,
weil surplus production of cottons upon the market?.

Aber außer den Arbeitern, die direkt von dem in der Cottonweberei an-
gelegten Kapital beschäftigt sind, werden eine Masse andrer Produzenten
durch diese Stockung in der Reproduktion des cotton getroffen. Spinners,
cotton-dealers (or cotton cultivators), mechanics (producers of spindles and
looms etc.), iron-, coal producers!® etc. Alle diese wären ditto in ihrer Re-
produktion gestört, da die Reproduktion der cottons Bedingung für ihre
eigne Reproduktion. Dies fände statt, selbst wenn sie in ihren eignen Sphären
nicht überproduziert hätten, d.h. nicht über das Maß hinaus, das die flott-
gehende Cottonindustrie bedingte und rechtfertigte. Alle diese Industrien
haben nun das gemein, daß sie ihre Revenue (Salair und Profit, soweit
letztrer als Revenue verzehrt, nicht akkumuliert wird) nicht in ihrem eignen
Produkt, sondern in dem Produkt der Sphären konsumieren, die Konsum-
tionsartikel produzieren, u.a. auch calicoes. So fällt der Konsum und die
Nachfrage nach calicoes, eben weil sich deren zu viel auf dem Markt be-
finden. Aber auch die aller andren Waren, in denen als Konsumtionsartikel
die Revenue dieser mittelbaren Produzenten des cotton verausgabt wird.
Ihre means, calico und andre Konsumtionsartikel zu kaufen, beschränken,
kontrahieren sich, weil zu viel calicoes auf dem Markt sind. Estrifft diesauch
die andren Waren (Konsumtionsartikel). Sie sind jetzt plötzlich relativ über-
produziert, weil die Mittel, sie zu kaufen und damit die Nachfrage nach
ihnen sich kontrahiert hat. Selbst wenn in diesen Sphären nicht überprodu-
ziert wurde, ist jetzt in ihnen überproduziert.

Sind esnun nicht nur calicoes, sondern linens, silks, und woollens!*, worin
Überproduktion stattgefunden, so begreift man, wie die Überproduktion

1 Baumwollwaren -2 Mittel -3 allzu viele Baumwollwaren den Markt überfüllen - ? siehe
vorl. Band, S. 494, 503 und 506/507 -°® „ihre Produktion zu erweitern“ - ® „etwas anderes
zu produzieren“ -? der Arbeiter - 8 FallBaumwollproduzenten -® Überproduktion von Baum-
wollwaren auf dem Markt - !° Spinner, Baumwollhändler (oder Baumwollpflanzer), Mechani-
ker (Produzenten von Spindeln und Webstühlen etc.), Eisen-, Kohlenproduzenten -" Lei-
nen, Seide und Wollwaren

in diesen wenigen, aber leitenden Artikeln eine mehr oder minder all-
gemeine (relative) Überproduktion auf dem ganzen Markt hervorruft. Auf
der einen Seite Übermasse aller Reproduktionsbedingungen und Übermasse
aller Sorten unverkaufter Waren auf dem Markt. Auf der andren Seite
bankrotte Kapitalisten und von allem entblößte, darbende Arbeitermassen.

Dies Argument, however, cuts two ways!. Wenn es leicht begreifbar, wie
die Überproduktion in einigen leitenden Konsumtionsartikeln eine mehr
oder weniger allgemeine Überproduktion nach sich ziehn muß - das Phäno-
men derselben -, so ist damit noch keineswegs begriffen, wie die Überpro-
duktion in diesen Artikeln stattfinden kann. Denn das Phänomen der all-
gemeinen Überproduktion ist hergeleitet aus der Abhängigkeit der in diesen
Industrien nicht nur unmittelbar beschäftigten Arbeiter, sondern aller In-
dustriezweige, die die Vorstufen ihres Produkts, ihr capital constant in ver-
schiednen Phasen produzieren. Für letztre ist die Überproduktion Wirkung.
Aber woher kommt sie in den ersten? Denn die letztren go on?, solange die
erstren.on? gehn, und mit diesem On-gehn scheint ein allgemeines Wachsen
der Revenue, also auch ihres eignen Konsums gesichert. !?* ]

### [13. Zurückbleiben des Marktes hinter der steigenden Produktion. Ricardos Auffassung von der unbeschränkten Nachfrage und der unbeschränkten Kapitalanwendung]

720] Wollte man antworten, daß die stets sich erweiternde Produktion
(die sich aus doppelten Gründen jährlich erweitert; erstens, weil das in der
Produktion angelegte Kapital beständig wächst; zweitens, weil es beständig
produktiver angewandt wird; während der Reproduktion und Akkumula-
tion häufen sich beständig kleine Verbesserungen an, die schließlich die
ganze Stufenleiter der Produktion verändert haben. Es findet eine Auf-
häufung der Verbesserungen statt, eine sich aufhäufende Entwicklung der
Produktivkräfte} eines stets erweiterten Markts bedarf und daß die Produk-
tion sich rascher erweitert als der Markt, so hat man das Phänomen, das zu
erklären ist, nur anders ausgesprochen, statt in seiner abstrakten, in seiner
realen Gestalt. Der Markt erweitert sich langsamer als die Produktion, oder
im Zyklus, den das Kapital während seiner Reproduktion durchläuft - ein
Zyklus, in dem es sich nicht einfach reproduziert, sondern auf erweiterter
Stufenleiter, nicht einen Zirkel beschreibt, sondern eine Spirale -, tritt ein

1 zielt jedoch nach zwei Seiten -? produzieren weiter -® weiter

Augenblick ein, wo der Markt zu eng für die Produktion erscheint. Dies ist
am Schluß des Zyklus. D.h. aber bloß: Der Markt ist glutted!. Die Über-
produktion ist manifest. Hätte die Erweiterung des Markts Schritt gehalten
mit der Erweiterung der Produktion, there would be no glut of markets, no
overproduction?.

Indessen, mit dem bloßen Zugeständnis, daß der Markt mit der Produk-
tion sich erweitern muß, wäre anderseits auch schon wieder die Möglichkeit
einer Überproduktion zugegeben, indem der Markt äußerlich geographisch
umschrieben ist, der inländische Markt als beschränkt erscheint gegen einen
Markt, der inländisch und ausländisch ist, der letzte wieder gegen den
Weltmarkt, der aber in jedem Augenblick wieder beschränkt ist, an sich
der Erweiterung fähig. Ist daher zugegeben, daß der Markt sich erweitern
muß, soll keine Überproduktion stattfinden, so ist auch zugegeben, daß
Überproduktion stattfinden kann, denn es ist dann möglich, da Markt und
Produktion zwei gegeneinander gleichgültige [Momente sind], daß die Er-
weiterung des einen der Erweiterung der andren nicht entspricht, daß die
Schranken des Markts sich nicht rasch genug für die Produktion ausdehnen
oder daß neue Märkte - neue Ausdehnungen des Markts - von der Produk-
tion rasch überholt werden können, so daß der erweiterte Markt nun ebenso-
sehr als eine Schranke erscheint wie früher der engere.

Ric[ardo] leugnet daher konsequent die Notwendigkeit einer Erweiterung
des Markts mit Erweiterung der Produktion und Wachstum des Kapitals.
Alles Kapital, das in einem Lande vorhanden ist, kann auch vorteilhaft in
diesem Lande verwandt werden. Er polemisiert daher gegen A.Smith, der
einerseits seine (RicJardo]s) Ansicht aufgestellt und mit seinem gewöhnlichen
vernünftigen Instinkt ihr auch widersprochen hat. Smith kennt noch nicht
das Phänomen der Überproduktion, Krisen aus Überproduktion. Was er
kannte, sind bloße Kredit- und Geldkrisen, die mit dem Kredit- und Bank-
system sich von selbst einfinden. In der Tat sieht er in der Akkumulation
des Kapitals unbedingte Vermehrung des allgemeinen Volksreichtums und
Woblstands. Andrerseits faßt er die bloße Entwicklung des innren Markts
zum auswärtigen, Kolonial- und Weltmarkt, auf als Beweis einer sozusagen
relativen (an sich seienden) Überproduktion auf dem innren Markt. Es ist
wert, Rlicardo]s Polemik gegen ihn hierher zu setzen:

„Wenn Kaufleute ihr Kapital im auswärtigen Handel oder im Zwischenhandel an-

legen, so geschieht dies immer aus freien Stücken und niemals aus Zwang. Es geschieht,
weil in diesen Zweigen ihr Profit um einiges größer als im Binnenhandelsein wird. Adam

1 überfüllt -? so gäbe es keine Überfüllung des Marktes, keine Überproduktion

Smith hat richtig festgestellt, ‚daß das Verlangen nach Nahrungsmitteln bei jedem
Menschen durch das beschränkte Fassungsvermögen des menschlichen Magens be-
grenzt ist‘“

[A.Smith irrt sich hier sehr, da er die Luxusartikel der Agrikultur aus- schließt), „‚das Verlangen nach Annehmlichkeiten und Verschönerung der Gebäude, nach Klei- dung, Equipagen und Wohnmöbeln aber ohne Ende und bestimmte Grenze zu sein scheint‘. Die Natur hat also“ (fährt Ricfardo] fort) „notwendigerweise die Höhe des
Kapitals begrenzt, das zu irgendeimer Zeit mit Profit inder Landwirtschaft angelegt werden
kann,“

{Darum gibt es wohl Völker, die agricultural produce ausführen? Als
könne man nicht der nature zum Trotz alles mögliche Kapital in agriculture
versenken, um in England z.B. Melonen, Feigen, Trauben etc., Blumen etc.
zu produzieren und Geflügel und Wild etc. Und als ob die Rohstoffe der
Industrie nicht durch agricultural capital produziert würden? (Sieh z.B. das
Kapital, das die Römer allein in künstliche Fischzucht steckten.)},

„sie hat aber“ (als ob die Natur überhaupt etwas mit der Sache zu tun habe) „der Höhe
des Kapitals, das bei der Beschaffung ‚der Annehmlichkeiten und Verschönerungen‘
des Lebens angelegt werden kann, keine Grenzen gezogen. Die Beschaffung dieser Ge-
nüsse in größter Reichhaltigkeit ist das erstrebte Ziel, und nur weil der auswärtige Handel
oder der Zwischenhandel es besser erreicht, befaßt man sich damit eher als mit der
Herstellung der verlangten Manufakturwaren oder eines Ersatzes für sie im Inland.
Wenn uns jedoch besondere Umstände an der Anlage von Kapital im auswärtigen
Handel oder im Zwischenhandel hindern, so werden wir es im Inland anlegen, wenn-
gleich mit geringerem Vorteil. Solange keine Grenze für das Verlangen nach ‚Annehm-
lichkeiten, Verschönerung der Gebäude, Kleidung, Equipagen und [721] Wohn-
möbeln‘ besteht, kann es keine Schranke für das Kapital geben, das in ihrer Produktion
angelegt werden kann, ausgenommen jene, welche unsere Fähigkeit begrenzt, die Ar-
beiter, die sie produzieren sollen, zu erhalten.

Adam Smith spricht jedoch vom Zwischenhandel, als ob er nicht aus freien Stücken,
sondern aus Notwendigkeit betrieben würde, als ob das darin tätige Kapital unbeschäf-
tigt bliebe, wenn es nicht so angelegt würde, als ob zuviel Kapital im Binnenhandel vor-
handen sein könnte, falls es nicht auf eine bestimmte Höhe beschränkt bleibt. Er sagt:
‚Sobald das Kapital irgendeines Landes in einem solchen Maße erhöht wird, daß es
nicht in vollem Umfang zur Belieferung der Konsumtion und zum Unterhalt der produk-
tiven Arbeit dieses bestimmten Landes verwendet werden kann‘“ {diese Stelle des Zitats
druckt RicJardo] selbst gesperrt}, „‚so wendet sich der überschießende Teil von selbst
natürlicherweise dem Zwischenhandel zu und wird dazu verwendet, dieselben Dienste
anderen Ländern zu erweisen‘. ... Ließe sich aber dieser Teil der produktiven Arbeit
Großbritanniens nicht für die Herstellung einer anderen Gattung von Waren

verwenden, mit denen etwas, das im Inland stärker gefragt ist, gekauft wird? Und falls
das nicht ginge, könnten wir diese produktive Arbeit, wenngleich mit weniger Vorteil,
nicht verwenden, um diese Waren, zumindest aber einen Ersatz für sie, im Inland zu
erzeugen? Wenn wir Samt wünschen, könnten wir nicht versuchen, Samt herzustellen,
und falls wir keinen Erfolg hätten, könnten wir nicht mehr Tuch oder etwas anderes,
das für uns begehrenswert ist, erzeugen?

Wir erzeugen Waren und kaufen mit ihnen andere im Ausland, weil wir eine größere
Menge erhalten“ {der qualitative Unterschied existiert nicht!}, „als wir im Inland her-
stellen können. Wenn man uns diesen Handel wegnimmt, werden wir sofort wiederum
für uns selbst fabrizieren. Die Meinung von Adam Smith jedoch weicht von allen seinen
allgemeinen Lehren über dieses Thema ab. ‚Wenn‘“ {zitiert Ricardo] nun aus Smith}
„ein anderes Land uns mit einer Ware billiger beliefern kann als wir selbst sie her-
stellen können, so ist es günstiger, sie von ihm mit Hilfe eines Teiles der Produktion
unseres eigenen Gewerbefleißes zu kaufen, den wir auf eine Art anwenden, bei der wir
einen Vorteil besitzen. Die allgemeine gewerbliche Tätigkeit des Landes, die immer im
Verhältnis zum angewendeten Kapital steht'“ in sehr verschiedener Proportion {{Ri-
c[ardo] sperrt den letztangeführten Satz wieder),} „‚wird dadurch nicht eingeschränkt,
sondern es bleibt ihr nur überlassen, den Weg zu finden, auf dem sie mit dem größten
Vorteil betrieben werden kann.‘

Wiederum: ‚Diejenigen, die über mehr Nahrungsmittel verfügen als sie selbst kon-
sumieren können, sind stets bereit, den Überschuß oder, was dasselbe ist, dessen Preis
gegen Annehmlichkeiten anderer Art einzutauschen. Was nach Befriedigung der be-
grenzten Bedürfnisse verbleibt, wird zur Befriedigung jener Wünsche verwendet, die
nicht zufriedengestellt werden können und die absolut grenzenlos zu sein scheinen. Um
Nahrungsmittel zu erhalten, bemühen sich die Armen, jene Launen der Reichen zu be-
friedigen, und, um sie noch sicherer zu bekommen, überbieten sie sich gegenseitig in
der Billigkeit und Qualität ihrer Arbeit. Die Zahl der Arbeiter steigt mit der größeren
Menge an Nahrungsmitteln oder mit der zunehmenden Verbesserung und Bebauung
des Bodens, und da die Art ihrer Tätigkeit die feinste Arbeitsteilung zuläßt, erhöht sich
die Menge, die sie aufarbeiten können, in einem weit größeren Maße als ihre Zahl.
Darauf entspringt eine Nachfrage nach jeder Art von Material, das durch den mensch-
lichen Erfindergeist nützlich oder zur Verschönerung verwendet werden kann, für Ge-
bäude, Kleidung, Equipagen oder Wohnmöbeln und nach den imErdinnern befindlichen
Versteinerungen und Mineralen, nach Edelmetallen und Edelsteinen.‘

Aus diesen Eingeständnissen ergibt sich, daß es keine Grenze der Nachfrage gibt und
keine Schranke für die Verwendung von Kapital, solange es einen Profit abwirft, und daß es
keinen anderen hinreichenden Grund für einen Fall des Profits als eine Erhöhung der
Löhne gibt, gleichgültig, wie reichlich auch immer Kapital vorhanden sein mag. Man
kann weiter hinzufügen, daß die allein wirksame und dauernde Ursache für die Er-
höhung der Löhne in der wachsenden Schwierigkeit besteht, Nahrungsmittel und
lebenswichtige Konsumartikel für die steigende Zahl der Arbeiter zu beschaffen.“ (l.c.
p.344-348.)

### [14. Der Widerspruch zwischen der unaufhaltsamen Entwicklung der Produktivkräfte und der Beschränktheit des Konsums als Basis der Überproduktion. Der apologetische Charakter der Theorie von der Unmöglichkeit der allgemeinen Überproduktion]

Das Wort overproduction führt an sich in Irrtum. Solange die dringend-
sten Bedürfnisse eines großen Teils der Gesellschaft nicht befriedigt sind
oder nur seine unmittelbarsten Bedürfnisse, kann natürlich von einer Über-
produktion von Produkten-iin dem Sinn, daß die Masse der Produkte über-
flüssig wäre im Verhältnis zu den Bedürfnissen für sie- absolut nicht die
Rede sein. Es muß umgekehrt gesagt werden, daß auf Grundlage der kapi-
talistischen Produktion in diesem Sinn beständig unterproduziert wird. Die
Schranke der Produktion ist der Profit der Kapitalisten, keineswegs das Be-
dürfnis der Produzenten. Aber Überproduktion von Produkten und Über-
produktion von Waren sind zwei ganz verschiedne Dinge. Wenn Ric[ardo]
meint, daß die Form der Ware gleichgültig für das Produkt sei, weiter, daß
die Warenzirkulation nur formell verschieden vom Tauschhandel, der
Tauschwert hier nur verschwindende Form des Stoffwechsels, das Geld
daher bloß formelles Zirkulationsmittel sei - so kömmt das in der Tat auf
seine Voraussetzung hinaus, daß die bürgerliche Produktionsweise die ab-
solute, daher auch Produktionsweise ohne nähere spezifische Bestimmung
sei, das Bestimmte an ihr mithin nur formell sei. Es darf also auch nicht von
ihm zugegeben werden, daß die bürgerliche Produktionsweise Schranke für
die freie Entwicklung der Produktivkräfte einschließe, eine Schranke, die in
den Krisen und unter anderm in der Überproduktion - dem Grundphäno-
men der Krisen - zutage tritt.

1722| Ricardo sah aus den von ihm zitierten, gebilligten und daher nach-
gesagten Sätzen Smiths, daß die maßlosen „desires“! nach allerhand Ge-
brauchswerten stets befriedigt werden auf Grundlage eines Zustandes, worin
die Masse der Produzenten auf „food“? und „necessaries“®, auf das Not-
wendige mehr oder minder beschränkt bleibt, daß diese größte Masse der
Produzenten also von dem Konsum des Reichtums - soweit er über den
Kreis der necessaries hinausgeht - mehr oder weniger ausgeschlossen bleibt.

Allerdings ist letztres und in noch höhrem Grade bei der antiken, auf
Sklaverei gerichteten Produktion der Fall. Aber die Alten dachten auch nicht

1 Wünsche“ -® „Nahrungsmittel“ -3 „lebenswichtige Güter“

daran, das surplus produce in Kapital zu verwandeln. Wenigstens nur in
geringem Grade. (Das ausgedehnte Vorkommen der eigentlichen Schatz-
bildung bei ihnen zeigt, wieviel surplus produce ganz brach lag.) Einen großen
Teil des surplus produce verwandelten sie in unproduktive Ausgaben für
Kunstwerke, religiöse Werke, travaux publics!. Noch weniger war ihre Pro-
duktion auf Entfesselung und Entfaltung der materiellen Produktivkräfte -
Teilung der Arbeit, Maschinerie, Anwendung von Naturkräften und Wissen-
schaft auf die Privatproduktion - gerichtet. Sie kamen in der Tat im großen
und ganzen nie über Handwerksarbeit heraus. Der Reichtum, den sie für
Privatkonsumtion schafften, war daher relativ klein und erscheint nur groß,
weil in wenigen Händen aufgehäuft, die übrigens nichts damit zu machen
wußten. Gab es darum keine Überproduktion, so gab es Überkonsumtion der
Reichen bei den Alten, die in den letzten Zeiten Roms und Griechenlands
in verrückte Verschwendung ausschlägt. Die wenigen Handelsvölker in ihrer
Mitte lebten z. T. auf Kosten aller dieser essentiellement* armen Nationen.
Es ist die unbedingte Entwicklung der Produktivkräfte und daher die Mas-
senproduktion auf Grundlage der in den Kreis der necessaries eingeschloß-
nen Produzentenmasse einerseits, der Schranke durch den Profit der Kapi-
talisten anderseits, die die Grundlage der modernen Überproduktion.

Alle Schwierigkeiten, die Ric[ardo] etc. gegen Überproduktion etc. auf-
werfen, beruhn darauf, daß sie die bürgerliche Produktion als eine Produk-
tionsweise betrachten, worin entweder kein Unterschied von Kauf und Ver-
kauf existiert - unmittelbarer Tauschhandel - oder als gesellschaftliche Pro-
duktion, so daß die Gesellschaft, wie nacheinemPlan, ihre Produktionsmittel
und Produktivkräfte verteilt in dem Grad und Maß wie nötig zur Befriedi-
gung ihrer verschiednen Bedürfnisse, so daß auf jede Produktionssphäre das
zur Befriedigung des Bedürfnisses, dem sie entspricht, erheischte Quotum
des gesellschaftlichen Kapitals falle. Diese Fiktion entspringt überhaupt
aus der Unfähigkeit, die spezifische Form der bürgerlichen Produktion
aufzufassen und letztre wiederum aus dem Versenktsein in die bürgerliche
Produktion als die Produktion schlechthin. Ganz wie ein Kerl, der an eine
bestimmte Religion glaubt, in ihr die Religion schlechthin sieht und außer-
halb derselben nur falsche Religionen.

Umgekehrt wäre vielmehr zu fragen: Wie, auf Grundlage der kapitalisti-
schen Produktion, wo jeder für sich arbeitet und die besondre Arbeit zu-
gleich als ihr Gegenteil, abstrakt allgemeine Arbeit, und in dieser Form ge-
sellschaftliche Arbeit sich darstellen muß, die notwendige Ausgleichung

3 öffentliche Arbeiten - ? im wesentlichen

und Zusammengehörigkeit der verschiednen Produktionssphären, das Maß
und die Proportion zwischen denselben, anders als durch beständige Auf-
hebung einer beständigen Disharmonie möglich sein soll? Dies ist noch
zugegeben, wenn von den Ausgleichungen der Konkurrenz gesprochen
wird, denn diese Ausgleichungen setzen stets voraus, daß etwas auszu-
gleichen ist, also die Harmonie stets nur ein Resultat der Bewegung der
Aufhebung der existierenden Disharmonie ist.

Deswegen gibt Ricfardo] auch das glut! für einzelne Waren zu. Das
Unmögliche soll nur in a simultaneous, general glut of the market? bestehn.
Die Möglichkeit? der Überproduktion wird daher nicht für irgendeine be-
sondre Produktionssphäre geleugnet. Die Unmöglichkeit der allgemeinen
Überproduktion? soll in der Gleichzeitigkeit dieser Erscheinungen für alle
Produktionssphären und daher general glut of the market bestehn (ein Aus-
druck, der immer cum grano salis® zu nehmen ist, da in Momenten all-
gemeiner Überproduktion die Überproduktion in einigen Sphären stets
nur Resultat, Folge der Überproduktion in den leitenden Handelsartikeln
ist; [sie ist] stets nur relativ, Überproduktion, weil Überproduktion in
andren Sphären existiert).

Die Apologetik dreht dies grade ins Umgekehrte um. Überproduktion in
den leitenden Handelsartikeln, in denen allein die aktive Überproduktion
sich zeigt - es sind dies überhaupt Artikel, die nur massenhaft und fabrik-
mäßig (auch in der Agrikultur) produziert werden können, weil Über-
produktion existiert in den Artikeln, worin relative oder passive Über-
produktion sich zeigt. Es existiert danach bloß Überproduktion, weil die
Überproduktion nicht universell ist. Die Relativität der Überproduktion -
daß die wirkliche Überproduktion in einigen Sphären die in andern herbei-
führt - wird so ausgesprochen: Es gibt keine universelle Überproduktion,
weil, wenn die Überproduktion universell wäre, alle Produktionssphären
dasselbe Verhältnis gegeneinander behielten; also universelle Überproduk-
tion gleich proportionate production, was die Überproduktion ausschließt.
Und dies soll gegen die universelle Überproduktion |]723} sprechen. Weil
nämlich eine universelle Überproduktion in dem absoluten Sinn keine Über-
produktion wäre, sondern nur mehr als gewöhnliche Entwicklung der Pro-
duktivkraft in allen Produktionssphären, soll die wirkliche Überproduktion,
die eben nicht diese nicht seiende, sich selbst aufhebende Überproduktion
ist, nicht existieren. Obgleich sie nur existiert, weil sie dies nicht ist.

1 die Überfüllung - ? einer gleichzeitigen, allgemeinen Überfüllung des Marktes -3 in
der Handschrift: Unmöglichkeit - * in der Handschrift statt dieser Passage: Sie - ? nicht
ganz wörtlich

Sieht man dieser elenden Sophistik genauer zu, so kömmt sie darauf hin-
aus: Z.B. es findet Überproduktion statt in Eisen, Baumwollstoffen, linens,
silks, woollens? etc., so kann z.B. nicht gesagt werden, daß zu wenig Kohlen
produziert worden sind und daher jene Überproduktion stattfindet; denn
jene Überproduktion von Eisen etc, schließt ganz so eine Überproduktion
von Kohle ein, wie etwa Überproduktion von Gewebe die von Garn.
{Möglich wäre Überproduktion von Garn gegen Gewebe, Eisen gegen
Maschinerie etc. Dies wäre immer relative Überproduktion von konstantem
Kapital.} Es kann also nicht von der Unterproduktion? der Artikel die Rede
sein, deren Überproduktion eingeschlossen ist, weil sie als Element, Roh-
stoff, matiere instrumentale? oder Produktionsmittel eingehn in die Artikel
(die „particular commodity of which too much may be produced, of which
there may be such a glut in the market, as not to repay the capital expended
on it“?), deren positive Überproduktion eben das fact to be explained® ist.
Sondern es ist von andren Artikeln die Rede, welche Produktionssphären
direkt angehören, die weder subsumiert unter die leitenden Handelsartikel,
die overproduced sind nach der Voraussetzung, noch solchen Sphären, in
denen, weil sie die vermittelnde Produktion für diese Sphären bilden, die
Produktion wenigstens so weit gegangen sein muß, wie in den Schluß-
phasen des Produkts - obgleich nichts dem im Wege steht, daß sie selbst
weitergegangen und innerhalb der Überproduktion daher eine Überpro-
duktion stattgefunden hat. Z.B., obgleich so viel Kohle produziert worden
sein muß, um alle die Industrien in Gang zu haben, worin Kohle als not-
wendige Produktionsbedingung eingeht, also die Überproduktion der Kohle
eingeschlossen ist in die Überproduktion von Eisen, Garn etc. (obgleich die
Kohle nur proportionate produziert war zur Produktion von Eisen und
Garn), so ist es auch möglich, daß mehr Kohle produziert wurde, als selbst
die Überproduktion in Eisen, Garn etc. erheischte. Dies ist nicht nur mög-
lich, sondern sehr wahrscheinlich. Denn die Produktion von Kohle und Garn
und jeder andren Produktionssphäre, die nur Bedingung oder Vorphase des
in einer andern Sphäre zu vollendenden Produkts liefert, richtet sich nicht
nach der unmittelbaren Nachfrage, nach der unmittelbaren Produktion oder
Reproduktion, sondern nach dem Grad, Maß, Verhältnis (Proportion), worin
diese go on extending®. Und daß in dieser Berechnung das Zielüberschossen

1 Leinen, Seide, Wollwaren - ® in der Handschrift: Überproduktion - 3 Hilfsstoff -
% „bestimmten Ware, von der zuviel produziert, von der dann ein solches Überangebot auf
dem Markt vorhanden sein mag, daß das aufgewendete Kapital nicht zurückerstattet wird“
(siehe vorl. Band, S.500, 504 und 506) -® die zu erklärende Tatsache - ® fortfahren, sich

auszudehnen


werden kann, ist self-evident!. Also in den andren Artikeln, wie z.B. Piano-
fortes, Edelsteinen etc., ist nicht genug produziert worden, unterproduziert
worden. {Es gibt allerdings auch Überproduktionen, wo die Überproduk-
tion in den nicht leitenden Artikeln nicht Folge ist, sondern wo umgekehrt
“ die Unterproduktion Ursache der Überproduktion ist, wie z.B. wenn
Getreidemißwachs oder Baumwollmißwachs etc.}

Die Abgeschmacktheit dieser Phrase tritt recht hervor, wenn sie, wie
Say!” und andre nach ihm getan haben, international angestrichen wird.
Also z.B. England hat nicht überproduziert, sondern Italien hat unterprodu-
ziert. Hätte Italien 1. Kapital genug, um das englische Kapital zu ersetzen,
was nach Italien in der Form von Waren exportiert worden ist; 2. dies sein
Kapital so angelegt, daß es die eigentümlichen Artikel produzierte, die das
englische Kapital bedarf, teils um sich selbst, teils die aus ihm fließende
Revenue zu ersetzen, so fände keine Überproduktion statt. Also existierte
nicht das Faktum der wirklichen - mit Relation auf die wirkliche Produktion
in Italien - existierenden Überproduktion in England, sondern nur das
Faktum der imaginären Unterproduktion in Italien, imaginär, weil sie ein
1724| Kapital in Italien voraussetzt und eine Entwicklung der Produktiv-
kraft, die dort nicht existiert, und weil sie zweitens die gleiche utopische
Voraussetzung macht, daß dies nicht in Italien existierende Kapital grade
so verwandt worden ist, wie es nötig wäre, damit English supply and Italien
demand?, englische und italienische Produktion sich ergänzten, d.h. in
andren Worten nichts [anderes als]: Es fände keine Überproduktion statt,
wenn Nachfrage und Zufuhr sich entsprächen, wenn das Kapital so ver-
hältnismäßig in allen Produktionssphären verteilt wäre, daß die Produktion
des einen Artikels die Konsumtion des andern, also seine eigne Konsumtion
einschlösse. Es gäbe keine Überproduktion, wenn es keine Überproduktion
gäbe. Da aber die kapitalistische Produktion sich nur in gewissen Sphären,
unter gegebnen Bedingungen, Zügel schießen lassen kann, so wäre über-
haupt keine kapitalistische Produktion möglich, wenn sie in allen Sphären
gleichzeitig und gleichmäßig sich entwickeln müßte. Weil Überproduktion in
diesen Sphären absolut stattfindet, findet sie relativ auch in den Sphären
statt, wo nicht überproduziert worden ist.

Also heißt diese Erklärung der Überproduktion auf der einen Seite
durch die Unterproduktion auf der andren nichts Jandres als]: Wenn pro-
portionelle Produktion stattfände, fände keine Überproduktion statt. Ditto,
wenn Nachfrage und Zufuhr sich entsprächen. Ditto, wenn alle Sphären

1 gelbstverständlich - ? englisches Angebot und italienische Nachfrage

gleiche Möglichkeiten der kapitalistischen Produktion und ihrer Erweite-
rung - Teilung der Arbeit, Maschinerie, Ausfuhr in entfernte Märkte etc.,
massenhafte Produktion - einschlössen, wenn alle Länder, die miteinander
handeln, gleiche Fähigkeit der Produktion (und zwar verschiedner und sich
ergänzender Produktion) besäßen. Also findet Überproduktion statt, weil
alle diese frommen Wünsche nicht stattfinden. Oder noch abstrakter: Es
fände keine Überproduktion auf der einen Seite statt, wenn Überproduk-
tion auf allen Seiten gleichmäßig stattfände. Das Kapital ist aber nicht groß
genug, um so universell überzuproduzieren, und daher findet partielle!
Überproduktion statt.

Näher betrachtet die Phantasie:

Es wird zugegeben, daß in jedem besondren trade überproduziert werden
kann. Der einzige Umstand, der Überproduktion in allen gleichzeitig ver-
hindern könnte, ist der Angabe nach, daß Ware gegen Ware sich aus-
tauscht - i.e. recourse to the supposed? Bedingungen of barter?. Aber diese
Ausflucht ist grade dadurch abgeschnitten, daß der trade nicht barter ist,
und daher der Verkäufer einer Ware nicht notwendig at the same time the
buyer of another*. Diese ganze Ausflucht beruht also darauf, von dem Geld
zu abstrahieren und davon zu abstrahieren, daß es sich nicht von Produkten-
austausch handelt, sondern von Warenzirkulation, für die das Auseinander-
fallen von Kauf und Verkauf wesentlich.

{Die Zirkulation des Kapitals schließt in sich Möglichkeiten der Störun-
gen ein. Es handelt sich z.B. bei der Rückverwandlung des Geldes in seine
Produktionsbedingungen nicht nur darum, das Geld wieder in dieselben
(der Art nach) Gebrauchswerte zu verwandeln, sondern zur Wiederholung
des Reproduktionsprozesses essentiell’, daß diese Gebrauchswerte wieder
zu ihrem alten Wert (drunter ist natürlich noch besser) zu haben sind. Der
sehr bedeutende Teil dieser Reproduktionselemente, der aus Rohstoffen
besteht, kann aber aus doppelten Gründen steigen: Erstens wenn die Pro-
duktionsinstrumente in raschrer Proportion vermehrt werden als Rohstoffe
for the given time® beschafft werden können. Zweitens infolge des variablen
Charakters der seasons’. Die Witterung spielt daher (das Wetter), wie
Tooke richtig bemerkt!”®, so große Rolle in der modernen Industrie. (Das-
selbe gilt mit Bezug auf den Arbeitslohn für die Lebensmittel.) Die Rück-
verwandlung von Geld in Ware kann also auf Schwierigkeiten stoßen und
Möglichkeiten der Krise schaffen, ganz so gut wie die Verwandlung der

2 In der Handschrift: universelle -? d.h. Zuflucht zu den vorausgesetzten -° des Tausch-
handels - zur gleichen Zeit der Käufer einer anderen - ® wesentlich - ® für den gegebenen
Zeitraum - ? Jahreszeiten

Ware in Geld. Soweit die einfache Zirkulation, nicht die Zirkulation des
Kapitals, betrachtet wird, finden diese Schwierigkeiten nicht statt.} (Es
gibt noch eine Masse Momente, Bedingungen, Möglichkeiten der Krise, die
erst bei der Betrachtung der konkretern Verhältnisse, namentlich der Kon-
kurrenz der Kapitalien und des Kredits betrachtet werden können.)

1725] Die Überproduktion von Waren wird geleugnet, dagegen zugegeben
die Überproduktion von Kapital. Das Kapital besteht nun selbst aus Waren
oder, soweit es aus Geld besteht, muß es in Waren d’une manitre ou d’une
autre! rückverwandelt werden, um als Kapital funktionieren zu können.
Was heißt also Überproduktion von Kapital? Überproduktion der Wert-
massen, die bestimmt sind, Mehrwert zu erzeugen (oder dem stofflichen
Inhalt nach betrachtet, Überproduktion von Waren, die zur Reproduktion
bestimmt werden) - also Reproduktion auf zu großer Stufenleiter, was das-
selbe ist wie Überproduktion schlechthin.

Näher bestimmt, heißt dies weiter nichts als daß zuviel produziert wird
zum Zweck der Bereicherung oder ein zu großer Teil des Produkts bestimmt
ist, nicht als Revenue verzehrt zu werden, sondern mehr Geld zu machen (ak-
kumuliert zu werden), nicht die Privatbedürfnisse ihres Besitzers zu be-
friedigen, sondern ihm den abstrakten gesellschaftlichen Reichtum, Geld
und mehr Macht über fremde Arbeit, Kapital zu schaffen - oder diese
Macht zu vergrößern. Dies wird auf der einen Seite gesagt. (Ricfardo] leugnet
es.2) Und auf der andren, womit wird die Überproduktion der Waren er-
klärt? Daß die Produktion ist not diversified enough?, daß bestimmte
Gegenstände des Konsums nicht massenhaft genug produziert worden sind.
Daß es sich hier nicht um den industriellen Konsum handeln kann, klar,
denn der Fabrikant, der in Leinwand überproduziert, steigert dadurch not-
wendig seine Nachfrage nach Garn, Maschinerie, Arbeit etc. Es handelt sich
also um den Privatkonsum. Es ist zuviel Leinwand produziert worden, aber
vielleicht zu wenig Apfelsinen. Vorhin wurde das Geld geleugnet, um die
Scheidung zwischen Kauf und Verkauf [als nicht existierend] darzustellen.
Hier wird das Kapital geleugnet, um die Kapitalisten in Leute zu ver-
wandeln, die die einfache Operation W-G-W vollziehn und für den indi-
viduellen Konsum, nicht als Kapitalisten, mit dem Zweck der Bereicherung
produzieren, mit dem Zweck, den Mehrwert zum Teil in Kapital zurück-
zuverwandeln. Aber die Phrase, daß zuviel Kapital da ist, heißt ja nichts als
daß zu wenig als Revenue verzehrt wird und verzehrt werden kann unter den

% auf die eine oder andere Weise - ? vgl. vorl. Band, S. 497/498 - ® nicht verschieden-
artig genug .

gegebnen Bedingungen. (Sismondi.)!”! Warum stellt denn der Leinwand-
produzent an den Kornproduzent die Forderung, daß dieser mehr Lein-
wand oder dieser an jenen, daß er mehr Korn konsumiere? Warum realisiert
der Leinwandproduzent! selbst nicht einen größren Teil seiner Revenue
(Mehrwerts) in Leinwand und der farmer in Korn? Bei jedem einzelnen
wird zugegeben werden, daß ihr Bedürfnis des Kapitalisierens (abgesehn
von der Schranke des Bedürfnisses) diesem im Weg steht. Bei allen zu-
sammengenommen nicht.

(Wir abstrahieren hier ganz von dem Element der Krisen, das daraus
entspringt, daß die Waren wohlfeiler reproduziert werden, als sie produziert
wurden. Hence? Entwertung der auf dem Markt befindlichen Waren.)

Alle Widersprüche der bürgerlichen Produktion kommen in den all-
gemeinen Weltmarktkrisen kollektiv zum Eklat, in den besondren Krisen
(dem Inhalt und der Ausdehnung nach besonderen) nur zerstreut, isoliert,
einseitig.

Die Überproduktion speziell hat das allgemeine Produktionsgesetz des
Kapitals zur Bedingung, zu produzieren im Maß der Produktivkräfte (d.h.
der Möglichkeit, mit gegebner Masse Kapital größtmöglichste Masse Arbeit
auszubeuten) ohne Rücksicht auf die vorhandnen Schranken des Markts
oder der zahlungsfähigen Bedürfnisse, und dies durch beständige Erweite-
rung der Reproduktion und Akkumulation, daher beständige Rückver-
wandlung von Revenue in Kapital auszuführen, während ||726] andrerseits
die Masse der Produzenten auf das average? Maß von Bedürfnissen be-
schränkt bleibt und der Anlage der kapitalistischen Produktion nach be-
schränkt bleiben muß.

### [13. Ricardos Ansichten über die verschiedenen Arten der Akkumulation des Kapitals und über die ökonomischen Folgen der Akkumulation]

Ricardo sagt in ch. VIII „On Taxes“:

„Sofern die jährliche Produktion eines Landes seine jährliche Konsumtion über-
steigt, so sagt man von ihm, daß es sein Kapital vermehrt. Wenn seine jährliche Kon-
sumtion durch seine jährliche Produktion nicht wenigstens erseizt wird, so sagt man,
es vermindert sein Kapital. Kapital kann daher durch eine erhöhte Produktion oder
durch eine verringerte unproduktive Konsumtion vermehrt werden.“ (p. 162, 163.)

1 In der Handschrift: Leinwandhändler - ?2 Daher - ? durchschnittliche

Unter „unproductive consumption“ versteht Ric[ardo] hier, wie er in
der Note zum angeführten Satz (Note p. 163) sagt, Konsumtion durch un-
produktive Arbeiter, „by those who do not reproduce another value“.
Unter Vermehrung der jährlichen Produktion also verstanden Vermehrung
der jährlichen industriellen Konsumtion. Diese kann vermehrt werden
durch direkten increase? derselben, bei gleichbleibender oder selbst
wachsender nichtindustrieller Konsumtion oder durch Verminderung der
nichtindustriellen Konsumtion.

„Wenn wir sagen“, heißt es in derselben Note, „daß Revenue erspart und zum Kapital
geschlagen wird, so meinen wir, daß der Teil der Revenue, von dem es heißt, er sei zum
Kapital geschlagen, durch produktive statt durch unproduktive Arbeiter verzehrt wird.“

Ich habe gezeigt?, daß die Verwandlung von Revenue in Kapital keines-
wegs gleichbedeutend mit Verwandlung von Revenue in variables Kapital
oder mit Auslegen derselben in Arbeitslohn. Dies jedoch ist Rlicardo]s
Meinung. In derselben Note sagt Ric[ardo]:

„Stiege der Preis der Arbeit so hoch, daß trotz des Zuwachses von Kapital nicht
mehr Arbeit angewandt werden könnte, so würde ich sagen, daß solcher Zuwachs von
Kapital unproduktiv konsumiert wird.“

Es ist also nicht der Konsum der Revenue durch produktive Arbeiter,
der diesen Konsum „produktiv“ macht, sondern der Konsum durch Arbei-
ter, die einen Mehrwert produzieren. Das Kapital vermehrt sich hiernach
nur, wenn es mehr Arbeit kommandiert.

Ch.VII „On Foreign Trade“.

„Es gibt zwei Wege, auf denen Kapital akkumuliert werden kann: es kann gespart
werden infolge erhöhter Revenue oder infolge verringerter Konsumtion. Wenn mein Profit
sich von 1000 I. auf 1200 I. erhöht, während meine Ausgaben weiterhin die gleichen bleiben,
so werde ich jährlich 200 I. mehr als früher akkumulieren. Wenn ich 200 I. bei meinen
Ausgaben einspare, während mein Profit weiter der gleiche bleibt, so wird dieselbe Wirkung
erzielt; 200 /. werden jährlich meinem Kapital zugeschlagen.“ (p. 135.)

„Wenn die Waren, für welche die Revenue verausgabt wird, durch die Einführung
von Maschinen im allgemeinen um 20 Prozent im Werte fallen, so wird es mir ermög-
licht, ebenso wirkungsvoll zu sparen, als ob meine Revenue sich um 20 Prozent erhöht
hätte. In dem einen Fall bleibt jedoch die Profitrate unverändert, im anderen erhöht
sie sich um 20 Prozent. - Wenn ich durch die Einfuhr wohlfeiler ausländischer Waren
20 Prozent meiner Ausgaben einsparen kann, so wird das Ergebnis das gleiche sein, als
wenn Maschinerie die Kosten ihrer Produktion gesenkt hätte, jedoch wird der Profit
sich nicht erhöhen.“ (p. 136.)

1 „durch solche, die nicht einen anderen Wert reproduzieren“ -? Vergrößerung - ?siehe

vorl. Band, S.471-492

(D.h. not be raised, ifthe cheaper goods entered neither into the variable
nor the constant capital*.)

Also bei gleichbleibender Verausgabung von Revenue Akkumulation in-
folge eines Steigens der Profitrate {aber die Akkumulation hängt nicht allein
von der Höhe, sondern von der Masse des Profits ab}; bei gleichbleibender
Profitrate Akkumulation infolge verminderter expenditure?, von der Rli-
cardo] aber hier annimmt, daß sie statthat infolge der Verwohlfeilerung
(sei es durch Maschinerie oder foreign trades®) der „commodities on which
revenue was expended“*.

Ch.XX „Value and Riches, their distinctive Properties“.

„Der Reichtum“ (darunter versteht Ric[ardo] Gebrauchswerte) „eines Landes kann
auf zweierlei Art vermehrt werden. Er kann dadurch erhöht werden, daß ein größerer
Teil der Revenue für den Unterhalt produktiver Arbeit verwendet wird, was nicht nur die
Menge, sondern auch den Wert der Warenmasse vermehren wird. Oder aber er kann
ohne Beschäftigung eines zusätzlichen Quantums Arbeit dadurch vergrößert werden, daß
die gleiche Menge produktiver verwendet wird, was die Fülle, jedoch nicht den Wert der
Waren erhöhen wird.

Im ersten Falle wird ein Land nicht nur reich werden, sondern der Wert seines
Reichtums wird sich erhöhen. Es wird durch Sparsamkeit reich werden, dadurch, daß es
seine Ausgaben für Luxus- und Genußartikel einschränkt und diese Einsparungen für
die Reproduktion verwendet.

727! Im zweiten Fall werden weder mit Notwendigkeit verminderte Ausgaben für
Luxus- und Genußartikel noch ein erhöhtes Quantum beschäftigter produktiver Arbeit vor-
handen sein, sondern mit derselben Arbeit wird mehr produziert; der Reichtum wird
steigen, jedoch nicht der Wert. Von diesen zwei Arten der Erhöhung des Reichtums
muß der letzteren der Vorzug gegeben werden, da sie das gleiche Ergebnis ohne den
Entzug oder die Verringerung von Annehmlichkeiten hervorbringt, welche die erste
Art unausbleiblich begleiten werden. Kapital ist jener Teil des Reichtums eines Landes,
der im Hinblick auf zukünftige Produktion verwendet wird und der auf dieselbe Weise wie
der Reichtum vermehrt werden kann. Ein zusätzliches Kapital wird für die Erzeugung zu-
künftigen Reichtums gleich wirksam sein, ob es nun aus Verbesserungen der Technik und
Maschinerie oder aus der Verwendung von mehr Revenue für die Reproduktion herrührt;
denn der Reichtum hängt immer von der Menge der produzierten Güter ab, ohne
Rücksicht auf die Leichtigkeit, mit der die für die Produktion verwendeten Instrumente
vielleicht beschafft worden sind. Eine bestimmte Menge Kleidung und Nahrungs-
mittel wird dieselbe Zahl von Leuten erhalten und beschäftigen und wird daher
dieselbe Menge Arbeit verlangen, ob sie nun durch die Arbeit von 100 oder 200 Leuten

3 nicht erhöht werden, wenn die billigeren Waren weder in das variable noch in das
konstante Kapital eingingen - ? Ausgabe - ° auswärtigen Handel - * „Waren, für welche
die Revenue verausgabt wird“

produziert worden sind. Sie wird aber doppelt soviel wert sein, wenn 200 Leute bei
ihrer Produktion beschäftigt waren.“ (p.327, 328.)

Die erste Aufstellung Rlicardos] war:

Akkumulation wächst bei gleichbleibender expenditure, wenn die Profit-
rate steigt,

oder bei gleichbleibender Profitrate, wenn die expenditure (der value
nach) abnimmt, weil die Waren, in denen die Revenue verzehrt wird, sich
verwohlfeilern.

Er stellt jetzt einen andern Gegensatz auf.

Akkumulation wächst, das Kapital wird akkumuliert der Masse und dem
Wert nach, wenn größrer Teil der Revenue der individuellen Konsumtion
entzogen und der industriellen Konsumtion zugewandt, mehr produktive
Arbeit mit dem Teil der so gesparten Revenue in Bewegung gesetzt wird.
In diesem Fall Akkumulation from parsimony.

Oder expenditure bleibt dieselbe, es wird auch nicht mehr produktive
Arbeit angewandt; aber dieselbe Arbeit produziert mehr, ihre Produktiv-
kraft wird gesteigert. Die Elemente, aus denen das produktive Kapital be-
steht, Rohstoffe, Maschinerie etc. {vorhin waren es die Waren upon which
revenue is expended’; jetzt sind es die Waren, employed as instruments’in
production®}, werden mit derselben Arbeit massenhafter, besser, wohlfeiler
daher produziert. Die Akkumulation hängt in diesem Fall weder davon [ab],
daß die Profitrate steigt, noch daß ein großer Teil der Revenue, infolge von
parsimony, in Kapital verwandelt wird, noch daß ein kleinrer Teil der
Revenue unproduktiv verausgabt wird, infolge der Verwohlfeilerung der
Waren, worin Revenue ausgelegt wird. Sie hängt hier davon ab, daß die
Arbeit produktiver wird in den Produktionssphären, die die Elemente des
Kapitals selbst erzeugen, also die Waren sich verwohlfeilern, die als Roh-
stoff, Instrument etc. in den Produktionsprozeß eingehn.

Ist die Produktivkraft der Arbeit vermehrt worden durch Mehrproduk-
tion von capital fixe, verhältnismäßig zum variablen Kapital, so wird nicht
nur die Masse, sondern auch der Wert der Reproduktion steigen, indem ein
Teil des Werts des capital fixe in die jährliche Reproduktion eingeht. Dies
kann gleichzeitig mit dem Wachstum der Bevölkerung und der Vermehrung
der angewandten Arbeiterzahl stattfinden, obgleich sie relativ, im Verhält-
nis zu dem capital constant, das sie in Bewegung setzt, beständig abnimmt.
Es findet so Wachstum nicht nur of wealth*, sondern of value statt, und es

1 infolge Sparsamkeit - ? für welche die Revenue verausgabt wird - ? die als Instrumente
der Produktion verwendet werden - * des Reichtums

wird größre Masse lebendiger Arbeit in Bewegung gesetzt, obgleich die
Arbeit produktiver geworden und die Masse der Arbeit im Verhältnis zur
Masse der produzierten Waren abgenommen hat. Endlich kann auch bei
gleichbleibender Produktivität der Arbeit variables und konstantes Kapital
gleichmäßig wachsen mit der natürlichen jährlichen Zunahme der Be-
völkerung. Auch dann akkumuliert sich das Kapital der Masse und dem
Wert nach. Diese letztren Punkte läßt Rlicardol alle außer acht.

In demselben Kapitel sagt Ricardo]:

„Die Arbeit von einer Million Menschen in den Manufakturen wird stets den
gleichen Wert, aber nicht immer den gleichen Reichtum produzieren.“

(Dies sehr falsch. Der Wert des Produkts der million of men hängt nicht
nur von ihrer Arbeit ab, sondern von dem Wert des Kapitals, womit sie
arbeiten; wird also sehr verschieden sein, je nach der Masse der produzier-
ten Produktivkräfte, womit sie arbeiten.

„Durch die Erfindung von Maschinen, durch Erhöhung der Geschicklichkeit,
durch bessere Arbeitsteilung oder durch Entdeckung neuer Märkte, wo vorteilhaftere
Tauschakte vollzogen werden können, kann eine Million Menschen bei einem be-
stimmten Entwicklungsstand der Gesellschaft die doppelte oder dreifache Menge an
Reichtum, an ‚lebenswichtigen Artikeln, Annehmlichkeiten und Vergnügungen‘ im
Vergleich mit einem anderen produzieren. Sie werden aber deswegen dem Werte nichts
hinzufügen“

(allerdings indem ihre vergangne | Arbeit in viel größrem Maßstab in
. die neue Reproduktion eingeht),

„denn jede Sache steigt oder fällt im Werte je nach der Leichtigkeit oder Schwierigkeit
ihrer Produktion oder, mit anderen Worten, je nach dem für ihre Produktion auf-
gewendeten Quantum Arbeit.“ |

(Jede einzelne Ware mag verwohlfeilert werden, aber die Gesamtsumme
der vermehrten Warenmasse [wird} im Wert steigen.)

„Angenommen, die Arbeit einer gewissen Zahl von Menschen produziert mit
einem bestimmten Kapital 1000 Paar Strümpfe und durch Verbesserungen der Ma-
schinerie kann dieselbe Zahl von Menschen 2000 Paar produzieren oder aber weitere
1000 Paar und zusätzlich 500 Hüte herstellen, so wird der Wert der 2000 Paar Strümpfe
[oder der 1000 Paar Strümpfe] und der 500 Hüte weder größer noch geringer als jener
der 1000 Paar Strümpfe vor Einführung der Maschinerie sein, denn sie sind das
Produkt der gleichen Quantität Arbeit.“

(Notabene, wenn die machinery newly introduced! nichts kostet.)

„Der Wert der allgemeinen Warenmasse wird aber nichtsdestoweniger kleiner sein;
denn obwohl der Wert der als Ergebnis der Verbesserung produzierten größeren Menge

1 neu eingeführte Maschinerie

genau der gleiche sein wird wie der der geringeren Menge, die ohne Verbesserung pro-
duziert worden wäre, so wird doch auch eine Wirkung auf jene noch nicht konsumierten
Waren hervorgebracht, die vor der Verbesserung produziert worden sind. Der Wert dieser
Waren wird verringert, insofern sie nämlich Stück für Stück auf das Niveau der mit
allen Vorteilen der Verbesserung produzierten Waren sinken, und die Gesellschaft
wird trotz der vergrößerten Warenmenge, trotz ihres vermehrten Reichtums und ihrer
vermehrten Mittel zum Genuß eine geringere Summe an Wert besitzen. Durch die be-
ständige Erhöhung der Leichtigkeit der Produktion wird der Wert verschiedener bereits
früher produzierter Waren fortgesetzt vermindert, obwohl wir. auf diesem Wege nicht nur

den nationalen Reichtum, sondern auch die Kraft zu zukünftiger Produktion erhöhen.“
(p.320-322.)

Ricfardo] spricht hier von der Depreziation, die eme progressive Ent-
wicklung der Produktivkraft ausübt, herbeiführt für die unter ungünstigern
Bedingungen produzierten Waren, seien sie nun noch auf dem Markt be-
findlich oder aber als Kapital im Produktionsprozeß wirksam. Es folgt daher
aber keineswegs, daß „the value of the general mass of commodities will be
diminished“1, obgleich der Wert eines Teils dieser Masse vermindert wird.
Diese Folge nur I., wenn der Wert der infolge der improvements? neu hin-
zugefügten Maschinerie und Waren kleiner als die in derselben Art früher
vorhandner Waren hervorgebrachte Entwertung; 2., wenn außer acht ge-
lassen wird, daß mit der Entwicklung der Produktivkräfte auch die Sphären
of production beständig vermehrt, also auch Kapitalanlagen eröffnet wer-
den, die früher gar nicht existierten. Die Produktion wird nicht nur ver-
wohlfeilert im Fortgang der Entwicklung, sondern auch vermannigfacht.

Ch.IX „Taxes on raw produce“.

„Bezüglich des dritten Einwandes gegen Steuern auf Rohprodukte, nämlich, daß
der steigende Lohn und der sinkende Profit eine Abschreckung für die Akkumulation
bildet und in der gleichen Weise wie die natürliche Unfruchtbarkeit des Bodens wirkt,
habe ich mich in einem anderen Teil dieses Werkes zu zeigen bemüht, daß Ersparnisse
ebenso wirkungsvoll bei den Ausgaben wie bei der Produktion gemacht werden können -
ebenso wie durch einen Rückgang des Wertes der Waren, auch durch eine Erhöhung der
Profitrate. Durch eine Vermehrung meines Profits von 1000 /. auf 1200 I., während die
Preise unverändert bleiben, ist meine Fähigkeit gewachsen, mein Kapital durch Er-
sparnisse zu vermehren, sie ist jedoch nicht in dem Maße gewachsen, als sie es getan
hätte, wenn mein Profit unverändert geblieben wäre, aber die Waren im Preise so gesunken
wären, daß ich mir mit 800 I. ebensoviel hätte kaufen können wie vorher mit 1000 1.“
(p.183, 184.)

Der ganze Wert des Produkts (oder vielmehr des Teils des Produkts,

der zwischen Kapitalist und Arbeiter verteilt wird) kann depreziiert

* „der Wert der allgemeinen Warenmasse sich verringern wird“ -? Verbesserungen

werden, ohne daß das net incomet fällt, seiner Wertmasse nach. (Der Pro-
portion nach kann es noch steigen.) Dies in:

Ch.XXXII „Mr. Malthus’s Opinions on Rent“.

„Die gesamte Beweisführung Malthus’ ist auf ein unsicheres Fundament gebaut.
Sie unterstellt, daß infolge der Verringerung des Bruttoeinkommens des Landes das
Nettoeinkommen ebenfalls im gleichen Verhältnis geringer werden muß. Es ist eines
der Ziele dieses Werkes gewesen zu zeigen, daß mit jedem Rückgang im tatsächlichen
Wert der notwendigen Artikel die Arbeitslöhne sinken und der Kapitalprofit steigt -
mit anderen Worten, daß von einem gegebenen jährlichen Wert ein geringerer Anteil
an die arbeitende Klasse, und ein größerer Teil an jene gezahlt wird, deren Fonds diese
Klasse beschäftigen. Angenommen, der Wert der in einer bestimmten Manufaktur er-
zeugten Waren sei 1000 /., die zwischen dem Unternehmer und seinen Arbeitern im
Verhältnis von 800 I. für die Arbeiter und 200 !. für den Unternehmer aufzuteilen sind.
 Falls der Wert dieser Waren auf 900 I. fällt und 100 I. an Arbeitslöhnen erspart
werden, so wird das Nettoeinkommen des Unternehmers in keiner Weise beeinträch-
tigt und er kann nach dem Preisrückgang mit ebensoviel Leichtigkeit den gleichen Be-
trag an Steuern zahlen wie vorher.“ (p.511, 512.)

Ch.V „On Wages“.

„Trotz der Tendenz der Löhne, sich ihrer natürlichen Rate anzugleichen, kann
ihre Marktrate in einer sich entwickelnden Gesellschaft für unbestimmte Zeit dauernd
darüber liegen. Denn der Anstoß, der von einer Vermehrung des Kapitals für eine neue
Nachfrage nach Arbeit ausgeht, braucht sich erst dann auszuwirken, wenn eine noch-
malige Kapitalvermehrung in gleicher Weise wirkt. Wenn so die Erhöhung des Kapitals
allmählich und stetig erfolgt, kann die Nachfrage nach Arbeit einen ständigen Anreiz
zur Vermehrung der Bevölkerung bieten.“ (p.88.)

Vom kapitalistischen Standpunkt aus erscheint alles umgekehrt, Die
Masse der Arbeiterbevölkerung und der Grad der Produktivität der Arbeit
bestimmen, wie die Reproduktion des Kapitals, so die der Bevölkerung.
Hier erscheint es umgekehrt, daß das Kapital die Bevölkerung bestimmt.

Ch. IX. „Taxes on Raw Produce“.

„Die Akkumulation von Kapital erzeugt natürlich eine verschärfte Konkurrenz
zwischen denjenigen, die Arbeiter beschäftigen, und ruft eine entsprechende Erhöhung

des Preises der Arbeit hervor.“ (p.178.)

Dies hängt davon ab, in welchem Verhältnis mit der accumulation of
capital seine verschiednen Bestandteile wachsen. Kapital kann akkumu-
lieren und die Nachfrage nach Arbeit absolut oder relativ abnehmen,

1 Nettoeinkommen

Da nach Ric[ardo]s Renttheorie mit der Akkumulation des Kapitals
und dem Wachstum der Bevölkerung Profitrate Tendenz zum Sinken hat,
weil die necessaries' im Wert steigen oder die Agrikultur unfruchtbarer
wird, hat die Akkumulation Tendenz, die Akkumulation zu hemmen, und
das Gesetz von der Abnahme der Profitrate - weil im Verhältnis, wie sich die
Industrie entwickelt, die Agrikultur unproduktiver wird — schwebt als
Fatum über der bürgerlichen Produktion. A.Smith dagegen sieht die Ab-
nahme der Profitrate mit Vergnügen. Holland sein Vorbild. Sie zwingt, mit
Ausnahme der größten Kapiitalisten, die meisten Kapitalisten, statt vom
Zins zu leben, ihr Kapital industriell anzuwenden; ist so Stachel der Pro-
duktion. Bei Rlicardo]s Schülern nimmt das Grauen vor der unheilvollen
Tendenz tragikomische Formen an.

Wir wollen hier die Stellen Rlicardols zusammenstellen, die sich auf
diesen Gegenstand beziehn.

Ch.V „On Wages“.

„Die Vermehrung des Kapitals oder der Mittel für die Beschäftigung der Arbeiter
geht in den verschiedenen Entwicklungsstufen der Gesellschaft mehr oder weniger
rasch vor sich und muß in jedem Falle von den produktiven Fähigkeiten der Arbeit ab-
hängen. Die produktiven Fähigkeiten der Arbeit sind im allgemeinen am größten, wenn
es reichlich fruchtbaren Boden gibt: in solchen Zeiten geht die Vermehrung so rasch
vor sich, daß Arbeiter nicht mit derselben Schnelligkeit wie Kapital beschafft werden
können.“ (p.92.) „Man hat berechnet, daß sich die Bevölkerung unter günstigen Be-
dingungen in fünfundzwanzig Jahren verdoppeln kann. Das Kapital eines Landes kann

sich jedoch unter denselben günstigen Bedingungen möglicherweise in kürzerer Zeit
“ verdoppeln. In diesem Falle werden die Löhne während des gesamten Zeitraumes eine
steigende Tendenz haben, da die Nachfrage nach Arbeit noch rascher anwachsen wird
als das Angebot. In neuen Ansiedlungen, wo die Kunstfertigkeiten und Kenntnisse aus
in deren Verfeinerung sehr fortgeschrittenen Ländern eingeführt werden, ist es wahr-
scheinlich, daß das Kapital dahin tendiert, sich rascher als die Menschen zu vermehren,
und wenn der Mangel an Arbeitern nicht durch besser bevölkerte Länder ausgeglichen
wird, so wird diese Tendenz den Preis der Arbeit sehr erheblich steigern. So wie diese
Länder sich bevölkern und Boden geringerer Güte in Bebauung genommen wird,
schwächt sich die Tendenz zur Kapitalerhöhung ab, da der nach der Sättigung des Be-
darfes der vorhandenen Bevölkerung verbleibende Produktenüberschuß notwendigerweise
der Leichtigkeit der Produktion, d.h. der geringeren Zahl der in der Produktion Beschäftigten
entsprechen muß. Obwohl es demnach wahrscheinlich ist, daß unter den günstigsten Be-
dingungen die Möglichkeiten der Produktion größer sind als die Zahl der Bevölkerung,
so kann dies doch nicht lange anhalten. Da der Boden in seiner Ausdehnung begrenzt
und in seiner Güte unterschiedlich ist, geht mit jedem zusätzlich darauf angelegten

1 Jebenswichtigen Güter

Kapital die Rate der Produktion zurück, während die durch die Bevölkerung gegebenen
Möglichkeiten stets die gleichen bleiben.“ (p.92, 93.)

(Letztres eine Pfaffenerfindung. The power of population decreases mit
der power of production.!)

Hier erstens zu notieren, daß Rlicardo] zugibt, that „the accumulation
of capital ... must in all cases depend on the productive powers of labour“ ?,
so daß die labour, nicht das Kapital das Prius ist.

Ferner sollte man nach Rlicardo] meinen, daß in old settled°, industriell
entwickelten countries? mehr Leute sich mit der Agrikultur beschäftigen als
in Kolonien, während die Sache sich umgekehrt verhält. Im Verhältnis zum
selben Produkt wendet [730] England z.B. weniger agricultural labourers an
than any other country, new or old?. Allerdings ist ein größrer Teil der
nicht agricultural population® indirekt in der agricultural production be-
teiligt. Aber selbst das durchaus nicht in dem Verhältnis, worin in den
minder entwickelten Ländern die direct agricultural population größer ist.
Gesetzt, selbst in England sei das Getreide teurer, die Produktionskosten
größer. Es wird mehr Kapital angewandt. Es geht mehr vergangne, wenn
weniger lebendige Arbeit in die agricultural production ein. Aber die Repro-
duktion dieses Kapitals kostet infolge der schon vorhandnen Produktions-
basis weniger Arbeit, obgleich sein Wert sich im Produkt ersetzt.

Ch.VI „On Profits“.

Vorher noch einige Bemerkungen. Der Mehrwert hängt, wie wir sahen,
nicht nur von der Rate des Mehrwerts, sondern von der Anzahl der gleich-
zeitig beschäftigten Arbeiter, also von der Größe des variablen Kapitals ab.

Die Akkumulation ihrerseits ist nicht bestimmt - direkt - durch die Rate
des Mehrwerts, sondern durch das Verhältnis des Mehrwerts zum total
amount of the capital advanced’,d.h.durch die Profitrate, und weniger noch
durch die Profitrate als durch den gross amount of profit®, der, wie wir sahen,
für das Gesamtkapital der Gesellschaft identisch ist mit dem gross amount
of surplus value°, für die besondern Kapiitalien aber in the different trades
may variate very much from the amount ofsurplus value produced bythem"®.
Betrachtet man die Akkumulation des Kapitals en bloc, so ist der Profit

1 Die durch die Bevölkerung gegebenen Möglichkeiten nehmen ab mit den Möglichkeiten
der Produktion. - ? daß „die Vermehrung des Kapitals ... in jedem Fall von den produktiven
Fähigkeiten der Arbeiter abhängen muß“ — 3 altbesiedelten -* Ländern - ° landwirtschaft-
liche Arbeiter an als irgendein anderes Land, sei es ein neues oder altes - ® landwirtschaft-
lichen Bevölkerung - 7 zur Gesamtmasse des vorgeschossenen Kapitals - ® Bruttobetrag des
Profits - ° Bruttobetrag des Mehrwerts - 1° den verschiedenen Gewerbezweigen erheblich
von der durch sie produzierten Masse des Mehrwerts abweichen kann

Mehrwert

al oder vielmehr der Mehrwert

= Mehrwert und die Profitrate =

berechnet auf je 100 Kapital.

Ist die Profitrate (per cent) gegeben, so hängt der gross amount of profit
von der Größe des vorgeschoßnen Kapitals ab, also auch die Akkumulation,
soweit sie durch den Profit bestimmt ist.

Ist die Summe des Kapitals gegeben, so hängt der gross amount of profit
von der Höhe der Profitrate ab.

Kleines Kapital mit hoher Profitrate kann daher größren! gross profit®
abwerfen als größres Kapital mit niedriger Profitrate.

Nimm an:
1
Kapital Profitrate gross profit
p.c.
100 10 10
100x2 = 200 10/,oder 5 10
100%3 = 300 10), oder 5 15
100 X 11), = 150 5 7,
2
100 10 10
2 x 100 = 200 12.4 8
2a
21, x 100 = 250 4 10
3 x100 = 300 4 12
3
500 10 50
5000 1 50
3000 1 30
10000 1 100

Sind Multiplikator des Kapitals und Divisor der Profitrate gleich, d.h.,
nimmt die Größe des Kapitals in demselben Verhältnis zu, worin die Profit-
rate fällt, so bleibt die Summe des gross profit unverändert. 100 zu 10 p.c.
geben 10, und 2x 100 zu 1/, oder 5 p.c. geben ebenfalls 10. Dies heißt also

1 In der Handschrift: kleinern - ? Bruttoprofit

in andren Worten: Fällt die Profitrate im selben Verhältnis, worin das
Kapital akkumuliert (wächst), so bleibt der gross profit unverändert.

Fällt die Profitrate rascher als das Kapital wächst, so nimmt die Summe
des gross profit ab. 500 zu 10 p.c. geben gross profit of 50. Aber die 6fache
Summe, 6x 500 oder 3000, zu 19/4 p.c. oder ] p.c. geben nur 30.

Endlich, wächst das Kapital schneller als die Profitrate abnimmt, so steigt
der gross profit, obgleich die Profitrate fällt. So 100 zu 10 p.c. Profit gibt
gross profit von 10. Aber 300 (3x 100) zu 4 p.c. (wo also die Profitrate um
21/, gefallen) gibt gross profit von 12.

Nun zu Ricardos Sätzen.

Ch.VI „On Profits“.

„Die natürliche Tendenz des Profits ist also zu fallen, denn mit der fortschreitenden
Entwicklung der Gesellschaft und des Reichtums kann die zusätzlich benötigte Menge
Lebensmittel nur durch das Opfer von immer mehr Arbeit gewonnen werden. Diese
"Tendenz oder sozusagen Gravitation des Profits wird zum Glück häufig durch Verbesse-
rungen der mit der Produktion von lebenswichtigen Gütern verbundenen Maschinen
sowie durch Entdeckungen der Agrarwissenschaft gehemmt, die uns ermöglichen, einen
Teil der früher erforderlichen Menge Arbeit freizusetzen und | daher den Preis der
wichtigsten lebensnotwendigen Güter zu senken. Die Erhöhung der Preise für existenz-
notwendige Konsumgüter und Löhne ist jedoch begrenzt; denn sobald die Löhne ...
720 I., d.h. die Gesamteinnahme des Farmers, erreichen, muß die Akkumulation auf-
hören, weil dann kein Kapital irgendeinen Profit abwerfen kann, keine weitere Arbeit nach-
gefragt wird und die Bevölkerung damit ihren höchsten Stand erreicht hat. Allerdings wird
schon viel früher die außerordentlich niedrige Profitrate jede Akkumulation zum Stillstand
gebracht haben, und fast das gesamte Produkt des Landes wird nach Bezahlung der
Arbeiter Eigentum der Grundeigentümer und der Empfänger von Zehenten und
Steuern sein.“ (p. 120, 121.)

Dies die bürgerliche „Götterdämmerung“ in der Rlicardolschen Vor-
stellung, der Jüngste Tag.

„Lange bevor dieser Stand der Preise zu einer Dauererscheinung geworden ist, be-
steht kein Anreiz zur Akkumulation, da niemand akkumuliert, es sei denn mit der Absicht,
seine Akkumulation produktiv anzulegen, und ... folglich kann ein solcher Stand der
Preise niemals eintreten. Farmer und Fabrikant können ebensowenig ohne Profit wie der
Arbeiter ohne Lohn leben. Ihr Anreiz zur Akkumulation wird mit jeder Verringerung des
Profits abgeschwächt und wird dann ganz verschwinden, wenn ihr Profit so gering ist, daß
er ihnen keine angemessene Entschädigung für ihre Mühe und das Risiko gewährt, das
sie notwendigerweise bei der produktiven Anlage ihres Kapitals auf. sich nehmen müssen.“
(p.123.)

„Ich muß nochmals betonen, daß die Profitrate viel rascher sinken würde ... denn
bei einem Wert des Produktes, wie ich ihn unter den angenommenen Bedingungen

angegeben habe, wird sich der Wert des Kapitals des Farmers erheblich erhöhen, da es
notwendigerweise aus vielen in ihrem Preis gestiegenen Waren besteht. Ehe Getreide
von 41. auf 121, steigen kann, wird sich der Tauschwert seines Kapitals wahrscheinlich
verdoppeln, und es wird anstatt 3000 Z. 6000 /. wert sein. Wenn also sein Profit 180 I.
oder 6 Prozent auf sein ursprüngliches Kapital beträgt, ist die Rate des Profits in Wirk-
lichkeit zu dieser Zeit nicht höher als 3 Prozent, da 6000 I. zu 3 Prozent 180 I. einbringen
und unter diesen Bedingungen ein neuer Farmer sich nur mit 6000 I. in seiner Tasche
in der Landwirtschaft betätigen könnte.“ (p.124.)

„Wir sollten gleichfalls erwarten, daß - wenn sich auch die Profitrate des Kapitals
infolge der zusätzlichen Anlage von Kapital auf dem Boden und des Steigens der Löhne
verringert - doch die Gesamtsumme der Profite wächst. Angenommen nun, daß bei
wiederholten Kapitalzugängen von 100 000 /. die Profitrate von 20 auf 19, auf 18, auf
17 Prozent fiele, sich also eine ständig fallende Rate ergäbe; man sollte erwarten, daß
die Profitsumme, die jene einander folgenden Kapitalbesitzer erhalten, immer stiege,
daß sie größer sein würde, wenn das Kapital 200 000 I. als wenn es 100 000 !. beträgt
und noch größer, wenn es 300 000 !. ausmacht, und so weiter, trotz verminderter Rate
mit jeder Steigerung des Kapitals wachsend. Diese Progression stimmt jedoch nur für eine
gewisse Zeit. So ist 19 Prozent von 200 000 I. mehr als 20 Prozent von 100 000 /.,
18 Prozent von 300 000 I. ist wieder mehr als 19 Prozent von 200 000 /. Aber nachdem
das Kapital zu einer großen Summe angewachsen ist und die Profite gefallen sind, ver-
mindert die weitere Akkumulation die Gesamtsumme des Profits. Angenommen also, die
Akkumulation würde 1000 000 !. und der Profit 7 Prozent betragen, so wird die Ge-
samtsumme des Profits 70 000 !. ausmachen. Wenn jetzt zu der Million eine Vermehrung
von 100 000 /. Kapital hinzukäme und der Profit auf 6 Prozent fiele, dann werden die
Kapitalbesitzer 66 000 !. erhalten, eine Verminderung von 4000 I., obwohl die Ge-
samtsumme des Kapitals von 1000 000 Z. auf 1100 000 I. angestiegen wäre.

Solange das Kapital überhaupt noch einen Profit abwirft, kann jedoch keine Akku-
mulation von Kapital stattfinden, ohne daß sie nicht nur eine Vergrößerung des Produkts,
sondern auch einen Zuwachs an Wert hervorruft. Durch die Verwendung von 100 000 I.
zusätzlichen Kapitals wird kein Teil des alten Kapitals weniger produktiv. Das Produkt
des Bodens und der Arbeit des Landes muß sich vergrößern und sein Wert muß steigen,
nicht nur durch den Wert dessen, was der früheren Produktionsmenge zugesetzt wird,
sondern auch durch den neuen Wert, der durch die erhöhte Schwierigkeit der Produk-
tion seines letzten Teiles dem gesamten Produkt verliehen wird. Sobald aber die Akku-
mulation von Kapital sehr groß wird, wird das Produkt, ungeachtet dieses erhöhten
Wertes, so verteilt, daß ein geringerer Wert als vorher auf den Profit entfällt, während
der auf Rente und Lohn entfallende steigt.“ (p. 124-126.)

„Obwohl ein größerer Wert produziert wird, so wird ein höherer Anteil von dem,
was nach Zahlung der Rente von diesem Werte übrigbleibt, von den Produzenten kon-
sumiert, und das - und nur das - bestimmt den Profit. Solange der Boden reichliche
Erträge hergibt, können die Löhne zeitweilig steigen und die Produzenten mehr als
ihren gewöhnlichen Anteil konsumieren; aber der Anreiz, der dadurch für die Bevölke-
rungsvermehrung gegeben wird, wird die Arbeiter raschestens auf ihren üblichen Konsum

herabdrücken. Sobald aber schlechte Böden in Bebauung genommen werden oder mehr
Kapital und Arbeit mit einem geringeren Ertrage auf dem alten Boden aufgewendet
wird, muß die Wirkung eine dauernde sein.“ (p. 127.)

1732| „Die Wirkungen der Akkumulation werden also unterschiedlich in verschie-
denen Ländern sein und hauptsächlich von der Fruchtbarkeit des Bodens abhängen. Wie
ausgedehnt ein Land auch sein mag, in dem der Boden von schlechter Qualität und die
Lebensmitteleinfuhr verboten ist, es wird doch die bescheidenste Kapitalansammlung
von erheblichen Reduktionen der Profitrate und einem raschen Steigen der Rente be-
gleitet sein; auf der anderen Seite kann ein kleines aber fruchtbares Land, besonders
wenn es die Einfuhr von Lebensmitteln ungehindert zuläßt, einen großen Kapitalbetrag
ohne größeren Rückgang der Profitrate und ohne erhebliches Steigen der Grundrente
aufhäufen.“ (p.128, 129.)

Auch infolge von Steuern (ch.XII „Land-Tax“) [kommt es vor], „daß kein atis-
reichender Überschuß verbleibt, um die Bemühungen derjenigen anzuspornen, die
normalerweise das Kapital des Staates mit ihren Ersparnissen vermehren.“ (p.206.)

„Es gibt nur einen Fall“ {[ch. XXI „Effects of accumulation on profits and interest“)
„und auch dieser wird nur zeitweilig auftreten, in dem die Akkumulation von Kapital
bei niedrigem Nahrungsmittelpreis von einem Fall des Profits begleitet sein kann, und
zwar dann, wenn die zum Unterhalt der Arbeit bestimmten Fonds sich sehr viel rascher als
die Bevölkerung vermehren; dann werden die Löhne hoch und die Profite niedrig sein.
Wenn jedermann dem Gebrauch von Luxusartikeln entsagt und nur nach Kapital-
akkumulation strebt, kann ein Quantum notwendiger Artikel produziert werden, für
das es unmittelbar keine Konsumtion gibt. Für solcherart in ihrer Zahl beschränkte
Waren kann zweifelios ein allgemeines Überangebot bestehen, und es kann infolgedessen
sein, daß weder eine Nachfrage für ein zusätzliches Quantum solcher Waren noch
Profit bei der Anlage von mehr Kapital vorhanden sind. Sobald man aufhört zu konsu-
mieren, wird man aufhören zu produzieren.“ (p.343.)

Soweit Rlicardo] über Akkumulation und das Gesetz vom Fall der
Profitrate.


## [ACHTZEHNTES KAPITEL]

## Ric[ardo]s Miscellanea. Schluß Ric[ardo]s (John Barton)

### [A.] Gross und Net Einkommen

Nettoeinkommen, im Gegensatz zum Bruttoeinkommen (welches gleich
dem gesamten Produkt oder dem Wert des gesamten Produkts), ist die Form,
worin die Physiokraten ursprünglich den Mehrwert fassen. Als einzige Form
desselben betrachten sie die Grundrente, da der industrielle Profit von ihnen
bloß als Art Arbeitslohn aufgefaßt wird; übereinstimmen sollten mit ihnen
die Späteren, die den Profit verwischen in wages of superintendence of
labour!.

Net revenue ist daher in der Tat der Überschuß des Produkts (oder seines
Werts) über den Teil desselben, der das vorgeschoßne Kapital ersetzt, so-
wohl konstantes als variables Kapital. Es besteht also einfach aus Profit und
Rente, welche letztre selbst wieder ein ausgeschiedner und nur von den
Kapitalisten verschiednen Klasse zufallender Teil des Profits ist.

Der direkte Zweck der kapitalistischen Produktion ist nicht die Produk-
tion der Ware, sondern des Mehrwerts oder des Profits (in seiner entwickel-
ten Form), nicht das Produkt, sondern das surplus produce. Die Arbeit
selbst ist von diesem Standpunkt aus nur produktiv, soweit sie Profit oder
surplus produce für das Kapital schafft. Soweit der Arbeiter das nicht schafft,
ist seine Arbeit unproduktiv. Die Masse der angewandten produktiven
Arbeit hat für das Kapital also nur soweit Interesse, als durch sie - oder im
Verhältnis zu ihr - die Masse der Surplusarbeit wächst. Nur soweit ist das,
was wir notwendige Arbeitszeit nannten, notwendig. Soweit sie nicht dieses

Resultat hat, ist sie überflüssig und to suppress?.

1 Arbeitslohn für die Oberaufsicht über die Arbeit - ? zu unterdrücken

Es ist der beständige Zweck der kapitalistischen Produktion, mit dem
Minimum von vorgeschoßnem Kapital ein Maximum von Surpluswert oder
surplus produce zu erzeugen, und soweit dies Resultat nicht durch Über-
arbeitung der Arbeiter erreicht wird, ist es eine Tendenz des Kapitals, wo-
durch es mit dem möglichst geringen Aufwand - economy of power and
expense! - ein gegebnes Produkt zu schaffen sucht, also die ökonomische
Tendenz des Kapitals, die die Menschheit lehrt, hauszuhalten mit ihren
Kräften und den produktiven Zweck mit dem geringsten Aufwand von
Mitteln zu erreichen.

Die Arbeiter selbst erscheinen in dieser Auffassung als das, was sie in der
kapitalistischen Produktion sind - bloße Produktionsmittel, nicht als Selbst-
zweck und nicht als Zweck der Produktion.

Das net income? ist nicht bestimmt durch den Wert des Gesamtprodukts,
sondern durch den Überschuß des Werts des Gesamtprodukts über den
Wert des vorgeschoßnen Kapitals oder durch die Größe des surproduce? im
Verhältnis zum Gesamtprodukt. Wächst dieser Überschuß, obgleich der
Wert |]733| oder auch mit dem Wert die Gesamtquantität des Produkts ab-
nimmt, so ist der Zweck der kapitalistischen Produktion erreicht.

Ricfardo] hat diese Tendenzen konsequent und rücksichtslos ausge-
sprochen. Daher viel Heulerei gegen ihn von seiten philanthropischer
Spießbürger.

Ric[ardo] begeht bei Betrachtung des net income wieder den Fehler, das
Gesamtprodukt in Revenue, wages, profits und rent? aufzulösen und von
dem zu ersetzenden konstanten Kapital zu abstrahieren. Doch davon wollen
wir hier absehn.

Ch.XXX1I „Mr. Malthus’s Opinions on rent“.

„Es ist wichtig, klar zwischen Bruttorevenue und Nettorevenue zu unterscheiden,
denn aus der Nettorevenue einer Gesellschaft müssen alle Steuern bezahlt werden. An-
genommen, alle Waren innerhalb eines Landes, das gesamte Getreide, alle Rohprodukte,
Manufakturwaren usw., die im Laufe eines Jahres auf den Markt gebracht werden
können, haben eimen Wert von 20 Millionen. Zur Erlangung dieses: Wertes ist die
Arbeit einer bestimmten Zahl von Leuten erforderlich, und die absolut notwendigen
Konsumgüter dieser Arbeiter erfordern eine Ausgabe von 10 Millionen. Ich würde
sagen, die Bruttorevenue einer solchen Gesellschaft beträgt 20 Millionen und ihre
Nettorevenue 10 Millionen. Es folgt aus dieser Annahme nicht, daß die Arbeiter für
ihre Arbeit nur 10 Millionen erhalten. Sie können 12, 14 oder 15 Millionen bekommen,

und sie würden in diesem Falle 2, 4 oder 5 Millionen des Nettoeinkommens besitzen,

1 Ökonomie an Kraft und Kosten -? Nettoeinkommen -? Mehrprodukts - * Arbeitslohn,
Profit und Rente

Der Rest wird zwischen den Grundeigentümern und den Kapiialisten aufgeteilt, aber
das gesamte Nettoeinkommen wird 10 Millionen nicht übersteigen. Angenommen, diese
Gesellschaft zahlt 2 Millionen an Steuern, so wird ihr Nettoeinkommen auf 8 Millionen
reduziert.“ (p.512, 513.)

[Und im ch.XXVI sagt Ricardo:]

„Worin besteht der Vorteil, der sich für ein Land aus der Beschäftigung einer gro-
ßen Menge produktiver Arbeit ergibt, wenn, gleichgültig, ob es eine solche oder eine
kleinere Menge beschäftigt, seine Nettorente und sein Profit zusammen dasselbe blei- .
ben. Das gesamte Produkt des Bodens und der Arbeit jedes Landes zerfällt in drei Teile.
Davon entfällt einer auf die Löhne, der andere auf den Profit und der dritte auf die Rente.“

(Dies falsch, da hier der Teil vergessen which is devoted to replace the
capital (wages excluded) employed in production!)

„Nur von den letzteren beiden Teilen können Abzüge für Steuern oder Ersparnisse
gemacht werden, während der erste, sofern er mäßig ist, immer die notwendigen Produk-
tionsausgaben bildet.“

(Ricfardo] bemerkt selbst zu diesem Satz in Note p.416:

„Dies ist vielleicht etwas zu stark betont, da im allgemeinen dem Arbeiter unter der
Bezeichnung Lohn etwas mehr zugewiesen wird als die absolut notwendigen Produk-
tionsausgaben. In diesem Falle erhält der Arbeiter einen Teil des Nettoproduktes des
Landes, den er entweder sparen oder ausgeben kann oder der ihn in Stand setzt, zur
Landesverteidigung beizutragen.“)

„Für ein Individuum mit einem Kapital von 20 000 /., dessen Profite 2000 I. jähr-
lich betragen, wäre es ein durchaus gleichgültig Ding, ob sein Kapital hundert oder
tausend Arbeiter beschäftigt, ob die produzierten Waren sich zu 10 000 I. oder 20 000 I.
verkaufen, immer vorausgesetzt, daß seine Profite in allen Fällen nicht unter 2000 I.
fallen. Ist das reale Interesse einer Nation nicht dasselbe? Vorausgesetzt, ihr reales Netto-
einkommen, ihre Renten und Profite bleiben dieselben, so ist es nicht von der geringsten
Wichtigkeit, ob die Nation aus zehn oder 12 Millionen Einwohnern besteht. Ihre Fähig-
keit, Flotten und Armeen und alle Arten unproduktiver Arbeit zu unterhalten, muß im
Einklang mit ihrer Netto- und nicht mit ihrer Bruttorevenue stehen. Wenn fünf Mil-
lionen Menschen soviel Nahrung und Kleidung produzieren können, wie für zehn
Millionen notwendig sind, so bilden Nahrung und Kleidung für fünf Millionen die
Netto-Revenue. Wird es dem Lande irgendwie zum Vorteil gereichen, wenn sieben
Millionen Menschen für die Produktion dieser Netto-Revenue erforderlich sind, d.h.
daß sieben Millionen beschäftigt werden, um für 12 Millionen Kleidung und Nahrung
zu produzieren? Die Nahrung und Kleidung für fünf Millionen wird immer noch
die Netto-Revenue darstellen. Die Beschäftigung einer größeren Anzahl Menschen

1 der dazu dient, das in der Produktion beschäftigte Kapital (ausgenommen den Lohn)
zu ersetzen

ermöglicht uns weder, unsere Armee und Flotte um einen Mann zu vermehren, noch
eine Guinea mehr Steuern abzuführen.“ (p.416, 417.)

Es sind hierzu, zu weiterer Einsicht in die Meinung Rlicardols, noch
folgende Stellen hinzuzunehmen:

„Ein Vorteil ergibt sich jedoch immer aus einem verhältnismäßig niedrigen Ge-
treidepreis, daß nämlich die Aufteilung der jeweiligen Produktion höchstwahrschein-
lich den Fonds zum Unterhalt der Arbeit vermehrt, insofern als mehr in Form von
Profit der produktiven Klasse und weniger unter der Bezeichnung Rente der unproduk-
tiven Klasse zufallen wird.“ (p.317.)

Productive class hier nur die industrial capitalists.

„Die Rente ist eine Schöpfung von Wert, ... nicht aber eine Schöpfung von Reich-
tum. Wenn der Preis des Getreides infolge der Schwierigkeit bei der Produktion irgend-
eines Teiles davon von 4 auf 5 I. pro qr. steigt, so wird eine Million qr. 5 000 000 I.
anstatt 4 000 000 I. wert sein. ... die Gesellschaft wird insgesamt einen größeren Wert
ihr eigen nennen, und die Rente ist in diesem Sinne eine Schöpfung von Wert. Aber
dieser Wert ist insofern nominell, als er dem Reichtum, d.h. den notwendigen Konsum-
artikeln, Annehmlichkeiten und Genüssen der Gesellschaft nichts hinzufügt. Wir wer-
den genau dieselbe Menge und nicht mehr an Waren und dieselbe Million Quarter
Getreide wie früher haben. Aber das Ergebnis dessen, daß es nunmehr mit 5 !. pro
Quarter anstatt mit 4 I. bewertet wird, ist die Übertragung eines Teiles des Wertes des
Getreides und der Waren von ihren früheren Besitzern auf die Grundeigentümer. Die
Rente ist also eine Schöpfung von Wert, nicht aber eine Schöpfung von Reichtum. Sie
Jügt den Ressourcen eines Landes nichts hinzu." (p.485, 486.)

1734| Gesetzt, durch Einfuhr! fremden Korns falle der Getreidepreis
so, daß die Rente um 1 Million abnimmt. RicJardo] sagt, die money
incomes? der Kapitalisten werden dadurch wachsen, und fährt dann fort:

„Man mag jedoch sagen daß das Einkommen des Kapitalisten nicht erhöht und die
von der Rente des Grundeigentümers abgezogene Million als zusätzlicher Lohn an die
Arbeiter gezahlt wird. Sei es so, ... die Lage der Gesellschaft wird sich verbessert
haben, und es wird ihr möglich sein, dieselben Lasten in Geld mit größerer Leichtigkeit
als früher zu tragen. Das wird nur etwas noch Wünschenswerteres beweisen, nämlich,
daß es die Lage einer anderen, und zwar der bei weitem bedeutendsten Klasse der Gesell-
schaft ist, die bei der neuen Verteilung hauptsächlich gewinnt. Alles das, was sie mehr
als 9 Millionen erhalten, bildet einen Teil des Nettoeinkommens des Landes und kann
nicht ausgegeben werden, ohne daß es seine Revenue, seine Zufriedenheit oder seine
Macht vermehrt. Man verteile also das Nettoeinkommen nach Belieben, man gebe
etwas mehr der einen, ein bißchen weniger der anderen Klasse, aber man wird es da-
durch nicht verringern. Eine größere Zahl von Waren wird dennoch mit der gleichen

2 In der Handschrift: Ausfuhr - ? Geldeinkommen

Arbeit produziert, obwohl der Betrag desBruttogeldwertes dieser Waren zurückgegeben
wird. Das Netto-Geldeinkommen des Landes aber, jener Fonds, aus dem die Steuern
bezahlt und die Annehmlichkeiten beschafft werden, wird viel mehr als früher imstande
sein, die jeweilige Bevölkerung zu unterhalten, ihr Annehmlichkeiten und Luxus zu
‚gewähren und irgendeine beliebige Steuersumme aufzubringen.“ (p.515, 516.)

### [B.] Maschinerie [Ricardo und Barton über den Einfluß der Maschinen auf die Lage der Arbeiterklasse]

### [1. Ricardos Ansichten]

fa) Ricardo über die Verdrängung von Arbeitern durch die Maschinen]

Ch.I (sectioV) „On Value“.

„Nehmen wir ... eine Maschine an, die in einem bestimmten Gewerbe verwendet
werden kann, um die Arbeit von hundert Leuten während eines Jahres zu verrichten,
und die nur eine einjährige Lebensdauer besitzt. Nehmen wir weiterhin an, die Ma-
schine kostet 50007. und der Jahreslohn für hundert Leute beträgt auch 5000 /., dann
ist es offensichtlich, daß es für den Fabrikanten völlig gleichgültig ist, ob er die Ma-
schine kauft oder die Leute beschäftigt. Unterstellen wir aber, die Arbeit steigt und der
Jahreslohn beträgt demzufolge 5500 !. für hundert Mann, so ist es klar, daß der Fabri-
kant nicht länger zögern wird und seinen Interessen entsprechend die Maschine kaufen
wird, damit seine Arbeit für 5000 I. verrichtet wird. Aber wird die Maschine nicht im
Preis steigen, wird sie nicht infolge des Steigens der Arbeit ebenfalls 5500 I. wert sein?
Sie würde im Preis steigen, wenn bei ihrer Produktion kein Kapital verwendet worden
wäre und ihrem Erbauer kein Profit zu zahlen wäre. Wenn beispielsweise die Maschine
das Produkt der Arbeit von hundert Leuten ist, die daran jeder zu einem Lohn von 50 !.
ein Jahr lang arbeiten, und ihr Preis daher 5000 !. wäre, so wird sie, falls der Lohn auf
55 I, ansteigt, 5500 I. kosten. Dieser Fall kann jedoch nicht eintreten. Entweder werden
weniger als hundert Leute beschäftigt oder aber die Maschine kann nicht für 5000 I.
verkauft werden, denn aus diesen 5000 I. muß der Profit für das Kapital, das die Leute
beschäftigt, bezahlt werden. Nehmen wir also an, es werden lediglich fünfundachtzig
Leute mit einem Aufwand von 507. für jeden, bzw. 4250 I. im Jahr beschäftigt, und die
750 I., die der Verkauf der Maschine über die vorgeschossenen Löhne hinaus erbringt,
stellen den Profit für das Kapital des Maschinenbauers dar. Wenn die Löhne um
10 Prozent steigen, so wird er zur Anwendung eines zusätzlichen Kapitals von 425 1.
genötigt sein und läßt daher 4675 I. statt 4250 I. arbeiten, wobei er auf dieses Kapital
nur einen Profit von 325 I. erhält, falls er seine Maschine weiterhin für 5000 !. verkauft.

Aber derselbe Fall tritt bei allen Fabrikanten und Kapitalisten ein: das Steigen des
Lohnes trifft sie alle. Falls daher der Maschinenbauer den Preis der Maschine als Folge
einer Lohnsteigerung erhöht, so wird sich eine ungewöhnliche Menge Kapital der Er-
zeugung dieser Maschinen zuwenden, bis ihr Preis nur noch die gewöhnliche Profit-
rate abwirft. Wir sehen also, daß Maschinen infolge einer Erhöhung der Löhne nicht
im Preise steigen.

Jedoch wird der Fabrikant, der bei einer allgemeinen Steigerung der Löhne zu einer
Maschine seine Zuflucht nehmen kann, welche die Produktionskösten seiner Ware nicht
erhöht, sich besonderer Vorteile erfreuen, wenn er den gleichen Preis weiterhin für
seine Waren fordern kann; wie wir bereits gesehen haben, wird er aber genötigt sein,
den Preis seiner Waren zu senken, oder es strömt solange Kapital in seinen Gewerbe-
zweig, bis sein Profit auf das allgemeine Niveau gesunken ist. Darin liegen also die Vor-
teile der Maschinerie für die Allgemeinheit: diese stummen Agenten sind immer das Produkt
von viel weniger Arbeit als jene, die sie verdrängen, selbst dann, wenn sie gleichen Geldwert
haben.“ (p.38-40.)

Dieser Punkt ganz richtig. Zugleich Antwort auf die, die glauben, daß
die durch Maschinen displaced* Arbeiter in der Maschinenfabrikation selbst
Beschäftigung finden, eine Ansicht, übrigens angehörig einer Epoche, wo
das mechanic atelier“ noch ganz auf der Teilung der Arbeit beruhteund selbst
noch nicht Maschinen zur Produktion von Maschinen angewandt wurden.

Gesetzt, der jährliche Arbeitslohn eines man? = 50 I., so der von 100 =
5000 I. Werden diese 100 Mann durch eine Maschine ersetzt, die ebenfalls
5000 I. kostet, so muß diese Maschine das Produkt der Arbeit von weniger
als 100 Mann sein. Denn sie enthält außer bezahlter Arbeit unbezahlte
Arbeit, die eben den Profit des Maschinenfabrikanten bildet. Wäre sie das
Produkt von 100 Mann, so enthielte sie nur bezahlte Arbeit. Wäre die
Profitrate IO p.c., so bildeten von den 5000 !. ungefähr 4545 das vorge-
schoßne Kapital und ungefähr 455 den Profit. Bei 50 I. repräsentierten 4545
nur 90°/;, Mann.

1735| Aber das Kapital von 4545 stellt keineswegs nur variables Kapital
(direkt in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital) vor. Es repräsentiert auch den
dechet* des vom Maschinenfabrikanten angewandten capital fixe und Roh-
material. Die 5000 /. kostende Maschine, die 100 Mann ersetzt, deren
Arbeitslohn = 5000 !., repräsentiert also das Produkt von viel weniger als
90 Mann. Auch kann die Maschine nur mit Nutzen angewandt werden,
wenn sie das Produkt {wenigstens der Teil von ihr, der jährlich mit Zinsen
in das Produkt eingeht, i.e. in seinen Wert} von viel weniger men (jährlich),
als sie ersetzt.

1 freigesetzten - ? die mechanische Werkstatt -® Mannes - * Verschleiß

Jede Erhöhung des Arbeitslohns vergrößert das variable Kapital, das
vorgeschossen werden muß, obgleich der Wert des Produkts (da die Arbeiter-
zahl, die das variable Kapital in Bewegung setzt, dieselbe bleibt) - soweit
dieser Wert = dem variablen Kapital -+ der Surplusarbeit - derselbe
bleibt; der vom variablen Kapital produzierte Wert derselbe bleibt.

### [b) Ricardo über den Einfluß von Vervollkommntungen in der Produktion auf den Wert der Waren. Seine falsche Auffassung vom freiwerdenden Lohnfonds für entlassene Arbeiter]

Ch.XX „Value and riches, their different Properties“.

Die natural agents add! nichts zum value of commodities?, umgekehrt
[verringern]? Sie add* eben dadurch zur surplus value, die allein den Kapi-
talisten interessiert.

„Say spricht im Gegensatz zur Auffassung von Adam Smith im vierten Kapitel
von dem Wert, der den Waren durch natürliche Faktoren, wie Sonne, Luft, Luftdruck
usw. verliehen wird, die manchmal die menschliche Arbeit ersetzen und manchmal mit
ihr bei der Produktion zusammenwirken. Aber diese natürlichen Faktoren, obwohl sie
beträchtlich zum Gebrauchswert beitragen, fügen niemals einer Ware Tauschwert zu,
wovon Say spricht. Sobald wir mittels Maschinen oder durch Kenntnisse der Natur-
wissenschaften die Naturkräfte zur Verrichtung von Arbeit zwingen, die früher von
Menschen geleistet wurde, wird der Tauschwert dieser Arbeit entsprechend sinken.“

(.335, 336.)

Die Maschine kostet [Arbeit]. Die natural agents als solche kosten nichts.
Sie können also dem Produkt keinen Wert zusetzen und vermindern viel-
mehr den Wert desselben, soweit sie Kapital oder Arbeit, immediate or
accumulated labour?, ersetzen. Soweit natural philosophy®, ohne aid of
machinery’ oder nur mit derselben Maschine wie früher (vielleicht noch
wohlfeiler wie beim Dampfkessel, vielen chemischen Prozessen etc.),
Menschenarbeit durch natural agents ersetzen lehrt, kostet sie dem Kapi-
talisten (auch der Gesellschaft) nichts und verwohlfeilert die Waren absolut.

Rlicardo] fährt nach dem oben zitierten Satz fort:

„Wenn zehn Leute eine Getreidemühle drehen und man entdeckt, daß mit Hilfe
von Wind oder Wasser die Arbeit dieser zehn Leute eingespart werden kann, so wird
das Mehl, das zum Teil Produkt der von der Mühle geleisteten Arbeit ist, unmittelbar
entsprechend dem eingesparten Quantum Arbeit im Werte sinken, und die Gesell-
schaft wird um die Waren reicher sein, welche die Arbeit dieser zehn Leute zu produzieren

* natürlichen Faktoren fügen hinzu -? Wert der Waren -°Papier beschädigt -* tragen bei -
5 unmittelbare oder aufgehäufte Arbeit - ® Naturwissenschaft - 7 Hilfe von Maschinerie

imstande ist, da ja die für ihren Unterhalt bestimmten Mittel in keiner Weise geschmälert
wurden.“ (p.336.)

Die Gesellschaft würde zunächst reicher sein durch den gefallnen Preis
des Mehls. Sie würde entweder mehr Mehl verzehren oder spend the money
formerly destined for the flour upon some other commodity, either existing,
or called into life, because a new fund for consumption had become freet.

Von diesem Teil der revenue, formerly spent in flour and now, conse-
quent upon the diminished price of flour, become free for any other applica-
tion, it may be said that it was „destined“? - durch die ganze Ökonomie der
Gesellschaft - for a certain thing, and that it is now freed from that „desti-
ny“®. Es ist dasselbe, als wäre neues Kapital akkumuliert worden. Und in
dieser Weise macht die Anwendung von Maschinerie und natural agents
Kapital frei und macht früher „latente Bedürfnisse“ der Befriedigung fähig.

Dagegen ist es falsch zu sprechen von „the funds destined. for the main-
tenance“ of the ten men thrown out of employment by the new discovery?.
Der erste fund nämlich, der durch die discovery gespart oder kreiert wird,
ist der Teil der Revenue, den die Gesellschaft früher für Mehl zahlte, und
den sie nun spart infolge des gesunknen Preises des Mehls..Der zweite
fund aber, der gespart wird, ist der, den der Müller früher zahlte für die ten
men now displaced®. Dieser „fund“ ist in der Tat, wie Rlicardo] bemerkt,
durch die discovery und das deplacement der 10 men in no way impaired®.
Dieser fund hat aber durchaus keinen natural connexus’ mit den 10 men. Sie
können paupers werden, verhungern etc. Sicher ist nur, daß 10 men der
new generations, die an die Stelle dieser 0 men einrücken sollten, um die
Mühle zu drehn, nun in einem andren employment absorbiert werden
müssen, und daß so die relative Bevölkerung sich vermehrt hat (unabhängig
von dem average increase of population?), indem jetzt die Mühle getrieben
wird und die 10 Mann, die sie sonst hätten treiben müssen, are employed in
producing some other commodity"°. Die Erfindung der Maschinerie und
employment of natural agents!" setzt so Kapital und Menschen (Arbeiter)

1 das Geld, das früher für das Mehl bestimmt war, für eine andere Ware verausgaben, die
entweder schon vorhanden ist oder hergestellt wird, weil ein neuer Konsumtionsfonds frei-
geworden ist - ? Revenue, der früher für Mehl verausgabt wurde und der jetzt infolge des
gesunkenen Mehlpreises frei wird für eine andere Anwendung, kann man sagen, daß er „be-
stimmi“ war —° für ein bestimmtes Ding, und daß er jetzt von dieser „Bestimmung“ befreit
ist -* „dem für den Unterhalt bestimmten Fonds“ der zehn Leute, die durch die neue Ent-
deckung freigesetzt werden -° zehn Mann, die jetzt freigesetzt sind -° Entdeckung und die
Freisetzung der 10 Mann in keiner Weise verringert — ? natürlichen Konnex - 3 10 Mann der
neuen Generation -° der durchschnittlichen Vermehrung der Bevölkerung - 1° angewandt
werden, eine andere Ware zu produzieren -!! Anwendung von natürlichen Faktoren

frei und schafft mit freigesetztem Kapital freigesetzte Hände (free hands,
wie Steuartl”®] sagt), sei es | nun, daß neue Sphären der Produktion ge-
schaffen oder alte erweitert und auf größrer Stufenleiter getrieben werden.

Der Müller mit seinem freigesetzten Kapital wird neue Mühlen bauen
oder sein Kapital verpumpen, wenn er es nicht selbst als Kapital veraus-
gaben kann.

Unter allen Umständen aber ist kein fund da, „destined“ for the ten men
displaced!. Wir kommen auf diese abgeschmackte Voraussetzung zurück?:
Daß nämlich, wenn die Einführung von Maschinerie (oder natural agents)
nicht (wie teilweise in der agriculture, wenn Pferde an die Stelle von Men-
schen treten oder Viehzucht an die Stelle von Kornbau) die Masse der
Lebensmittel vermindert, die in Arbeitslohn ausgelegt werden können, der
so freigesetzte fund notwendig als variables Kapital verausgabt werden muß
(als ob keine Ausfuhr von Lebensmitteln möglich sei oder die Lebensmittel
nicht an unproduktive Arbeiter? verausgabt werden könnten oder der
Arbeitslohn in gewissen Sphären nicht steigen könnte etc.) und gar an die
displaced labourers* verausgabt werden müsse. Die Maschinerie schafft
stets eine relative Surpluspopulation, eine Reservearmee von Arbeitern
was die Macht des Kapitals schr vermehrt.

In der Note zu p.335 bemerkt Rlicardo] noch gegen Say;

„Adam Smith, der Reichtum als die Fülle von notwendigen Artikeln, Annehmlich-
keiten und Genüssen des menschlichen Leben definierte, hätte wohl eingeräumt, daß
Maschinen und natürliche Faktoren sehr beträchtlich zum Reichtum eines Landes bei-
tragen können, würde er nicht zugegeben haben, daß sie dem Wert dieses Reichtums etwas
hinzufügen.“

Die natural agents add, indeed nothing to value”, soweit sie nicht cir-
cumstances® vorfinden, worin sie Gelegenheit zur creation of rent” geben.
Äber die Maschinen fügen stets zum vorhandnen Wert ihren eignen Wert
hinzu, und soweit ihr Vorhandensein 1. die weitre Verwandlung von zirku-
lierendem Kapital in fixes Kapital erleichtert, erlaubt, sie auf stets wachsen-
der Stufenleiter zu bewerkstelligen, vermehren sie nicht nur die riches$,
sondern den Wert, der durch die vergangne Arbeit dem Produkt der jähr-
lichen Arbeit zugefügt wird; 2. in dem sie das absolute Wachstum der Be-
völkerung ermöglichen und mit ihr die Masse der jährlichen Arbeit, ver-
mehren sie in dieser zweiten Art den Wert des jährlichen Produkts. |736)|

1 „bestimmt“ für die zehn freigesetzten Männer - ? siehe vorl. Band, S. 618-626 -® in
der Handschrift: nicht von unproduktiven Arbeitern - * freigesetzten Arbeiter - natürliche
Faktoren fügen tatsächlich nichts dem Werte hinzu -® Verhältnisse -? Schöpfung von Rente -
8 den Reichtum

### [e) Ricardos Ehrlichkeit; Revision seiner Ansichten über die Anwendung von Maschinen. Beibehalten falscher Voraussetzungen in seiner neuen Fragestellung]

1736| Ch.XXXI „On Machinery“.

Dieser Abschnitt, den Ric[ardo] seiner third edition! zusetzte, zeugt von
seiner bonne foi, die ihn so wesentlich von den Vulgärökonomen unter-
scheidet.

„Ich bin um so mehr verpflichtet, meine Meinung zu dieser Frage darzulegen“
{viz® „den Einfluß der Maschinerie auf die Interessen der verschiedenen Gesellschafts-
klassen“}, „da diese durch weitere Überlegungen einen beträchtlichen Wandel er-
fahren hat. Obwohl mir nicht bewußt ist, daß ich jemals etwas über Maschinerie ver-
öffentlicht habe, was ich zurückziehen müßte, so habe ich doch auf andere Weise Auf-
fassungen“ (als Parlamentler?)[ „unterstützt, die ich nunmehr für irrig halte. Ich
fühle mich deshalb innerlich verpflichtet, meine derzeitigen Ansichten zusammen mit
deren Begründung zur Prüfung vorzulegen." (p.466.)

„Seitdem ich meine Aufmerksamkeit erstmalig Fragen der Politischen Ökonomie
zugewandt habe, war ich stets der Auffassung, daß eine Anwendung von Maschinerie
in einem beliebigen Produktionszweig, soweit sie arbeitssparend wirkt, das allgemeine
Wohl fördert und nur von jenen Nachteilen begleitet wird, die sichinden meisten Fällen
bei der Überführung von Kapital und Arbeit von einem Zweig zum anderen einstellen.“

(Dies inconvenience® groß genug für den Arbeiter, wenn es, wie in der
modernen Produktion, perpetuell ist.)

„Es schien mir, daß die Grundeigentümer, vorausgesetzt sie erhalten dieselbe Geld-
rente, durch die Herabsetzung der Preise einiger der Waren begünstigt werden, für die
diese Renten ausgegeben werden, und eine solche Herabsetzung des Preises kann in-
folge der Verwendung von Maschinerie nicht ausbleiben. Ich meinte, daß der Kapitalist
schließlich auf genau die gleiche Weise begünstigt wird. Derjenige allerdings, der die
Maschine entdeckte oder sie zuerst verwendete, wird sich eines zusätzlichen Vorteils
dadurch erfreuen, daß er eine Zeitlang hohe Profite erzielt. In dem Maße aber, indem
die Maschine in den allgemeinen Gebrauch eingeht, wird der Preis der produzierten
Ware infolge der Konkurrenz auf ihre Produktionskosten sinken. Der Kapitalist wird
dann denselben Profit in Geld wie früher erhalten und nur als Konsument an dem all-
gemeinen Vorteil || 737) teilhaben, indem er imstande ist, mit derselben Geldrevenue
über eine zusätzliche Menge von Annehmlichkeiten und Genüssen zu verfügen. Ich
dachte, daß sich auch für die Klasse der Arbeiter gleicherweise durch die Verwendung von
Maschinen Vorteile ergeben, da sie die Möglichkeit haben, mehr Waren mit den glei-
chen Geldlöhnen zu kaufen, und ich glaubte, daß keine Kürzung der Löhne eintreten

1 dritten Ausgabe - 2 Ehrlichkeit -° nämlich - * Dieser Nachteil

wird, weil der Kapitalist die Fähigkeit besitzt, ebenso nach Arbeitern nachzufragen und
dasselbe Quantum Arbeit zu beschäftigen wie früher, obwohl er unter dem Zwang stehen
kann, es für die Produktion einer neuen oder jedenfalls verschiedenen Ware zu ver-
wenden. Wenn sich durch verbesserte Maschinerie die Zahl der Strümpfe bei Verwen-
dung des gleichen Quantums Arbeit vervierfacht und die Nachfrage nach Strümpfen sich
nur verdoppelt, so werden einige Arbeiter notwendigerweise aus der Strumpfwirkerei
entlassen. Da aber das Kapital, das sie beschäftigt hat, weiter existiert und es im Interesse
seiner Besitzer lag, es produktiv anzulegen, so schien mir, daß es für die Produktion
irgendeiner anderen, für die Gesellschaft nützlichen Ware verwendet wird, für welche
die Nachfrage nicht ausbleiben kann. ... Da mir also schien, daß die gleiche Nachfrage
nach Arbeit wie früher vorhanden ist und daß die Löhne nicht niedriger sein würden, so
meinte ich, die Arbeiterklasse würde gleich den anderen Klassen an dem Vorteil teil-
haben, der sich aus der allgemeinen Wohlfeilheit von Waren ergibt, die aus der Ver-
wendung von Maschinen entspringt. Das waren meine Auffassungen und sie bleiben
unverändert, soweit sie den Grundeigentümer und den Kapitalisten betreffen. Ich bin
überzeugt, daß die Ersetzung der menschlichen Arbeit durch Maschinen oft den Interessen
der Klasse der Arbeiter sehr schadet.“ (p.466- 468.)

Zunächst geht Rlicardo] von der falschen Voraussetzung aus, daß
Maschinerie immer in Produktionssphären eingeführt wird, wo schon die
kapitalistische Produktionsweise existiert. Aber der mechanische Webstuhl
ersetzt ursprünglich den Handweber, die Jenny den Handspinner, die Mäh-,
Dresch-, Säemaschine vielleicht den self-labouring peasant! usw. Hier wird
nicht nur der Arbeiter deplaciert, sondern auch sein Produktionsinstrument
hört auf, Kapital (im Rlicardo]schen Sinne) zu sein. Diese ganze oder völlige
Entwertung des alten Kapitals tritt auch ein, sobald Maschinerie bisherige
auf bloßer Teilung der Arbeit beruhende Manufaktur revolutioniert. Hier
närrisch zu sagen, daß das „alte Kapital“ fortfährt, the same demand on la-
bour? wie früher zu afford®.

The „capital“ which was employed by the hand-loom-weaver, hand-
spinner etc. has ceased being „in being“.

Aber unterstelle zur Vereinfachung der Untersuchung, daß die Maschi-
nerie bloß eingeführt werde {von Anwendung der Maschinerie in new
trades? hier natürlich nicht die Rede} in Sphären, wo bereits kapitalistische
Produktion (Manufaktur) oder auch in dem auf Maschinerie schon be-
ruhenden Atelier selbst, so daß sein automatischer Charakter erhöht oder
verbesserte Maschinerie eingeführt werde, die entweder erlaubt, einen Teil
der bisher angewandten Arbeiter zu entlassen oder dieselbe Arbeitermasse wie

1 gelbstarbeitenden Bauern - ? dieselbe Nachfrage nach Arbeit - ? bieten - * Das „Kapi-
tal“, das von dem Handweber, Handspinner etc. angewandt wurde, hat aufgehört „zu sein“ -
5 in neuen Gewerbezweigen

früher anzuwenden, so daß sie aber ein größres Produkt liefert. Letztres, of
course!, der günstigste Fall.

Es ist zur Verminderung der Konfusion zweierlei zu unterscheiden:
l. die funds? des Kapitalisten, der Maschinerie anwendet und Arbeiter ent-
läßt; 2. die funds der Gesellschaft, der Konsumenten der Waren dieses
Kapitalisten.

ad I. Was den Kapitalisten angeht, der die Maschinerie einführt, so ist
es falsch‘und abgeschmackt zu sagen, daß er dieselbe Masse Kapital wie
zuvor in Arbeitslohn auslegen könne. (Auch wenn er pumpt, bleibt es nicht
für ihn, aber-für die Gesellschaft, gleich falsch.) Einen Teil seines Kapitals
verwandelt er in Maschinerie und andres capital fixe, einen andren Teil in
matieres instrumentales®, deren er früher nicht bedurfte, und einen größern
Teil in Rohmaterial, wenn wir voraussetzen, daß er mit verminderter Ar-
beiteranzahl mehrWaren produziert, also auch mehr Rohmaterial braucht.
Das Verhältnis des variablen Kapitals, d.h. des in Arbeitslohn ausgelegten
Kapitals, zum konstanten Kapital hat sich in seinem Geschäftszweig ver-
mindert. Und dies verminderte Verhältnis wird bleiben (ja die Abnahme des
variablen Kapitals relativ zum konstanten wird noch zunehmen infolge der
mit der Akkumulation sich entwickelnden Produktivkraft der Arbeit), selbst
wenn sich sein Geschäft auf der neuen Produktionsleiter so ausdehnt, daß er
die ganze Zahl der entlassenen Arbeiter wieder beschäftigen kann, ja noch
mehr beschäftigen kann als früher. {Die Nachfrage nach Arbeit wird in
seinem Geschäft mit Akkumulation seines Kapitals wachsen, aber in viel
geringerm Grade, als sein Kapital akkumuliert, und sein Kapital wirdabsolut
nie mehr dieselbe Quelle für Nachfrage nach Arbeit bilden wie früher. Das
nächste Resultat aber ist, daß ein Teil der Arbeiter auf die Straße geworfen
wird.}

Aber, wird es heißen, indirekt wird die Nachfrage nach Arbeitern die-
selbe bleiben. Denn die Nachfrage nach Arbeitern für Maschinenbau wird
wachsen. Aber Rlicardo] hat selbst schon gezeigt“, daß die Maschinerie nie
so viel Arbeit kostet, wie die Arbeit, die durch sie ersetzt wird, beträgt. Es
ist möglich, daß die Arbeitsstunden in den mechanischen Ateliers for some
time? verlängert | werden und nicht ein Mann zunächst mehr drin be-
schäftigt werden kann. Der Rohstoff - Baumwolle z.B. - kann aus Amerika
und China kommen, und es ist sehr gleichgültig für die aus Arbeit geworf-
nen Engländer, ob die Nachfrage nach niggers® oder coolies’ wächst. Aber

1 selbstverständlich -? Fonds —® Hilfsstoffe - # siehe vorl. Band, 5.559-566 -° für einige
Zeit -® Negern -° Kulis

selbst gesetzt, der Rohstoff werde im Inland geliefert, so werden mehr Weiber
und Kinder im Ackerbau beschäftigt werden, mehr Pferde etc., vielleicht
mehr von diesem Produkt, weniger von einem andren produziert werden.
Aber keine Nachfrage für die entlaßnen Arbeiter, da auch hier, in der Agri-
kultur, derselbe Prozeß, der eine beständige relative Surpluspopulation
erzeugt, vor sich geht.

Es ist prima facie! nicht wahrscheinlich, daß die Einführung der Ma-
schinerie Kapital auf seiten des Fabrikanten bei der ersten Anlage freisetzt.
Sie gibt bloß seinem Kapital eine andre Anlage, deren nächstes Resultat
nach der Voraussetzung selbst die Entlassung von Arbeitern und die Ver-
wandlung eines Teils des variablen Kapitals in konstantes Kapital ist.

ad 2. Auf seiten des Publikums wird zunächst Revenue freigesetzt infolge
der Verwohlfeilerung der durch die Maschine produzierten Ware; Kapital
unmittelbar - nur soweit der fabrizierte Artikel als Produktionselement in
das capital constant eingeht. [Geht es in den average? Konsum der Arbeiter
ein, so würde es nach Rlicardo] selbst eine Herabsetzung der real wages? 100
auch in den andren Industriezweigen nach sich ziehn.} Ein Teil der frei-
gesetzten Revenue wird in demselben Artikel verzehrt werden, sei es, daß
seine Verwohlfeilerung ihn neuen Klassen von Konsumenten zugänglich
macht (in diesem Fall ist übrigens nicht freigesetzte Revenue expended on
the article®), sei es, daß die alten Konsumenten mehr von dem wohlfeiler
gewordnen Artikel verzehren, z.B. 4Paar Baumwollstrümpfe statt eines
Paars. Ein andrer Teil der so freigesetzten Revenue mag zur Ausdehnung
des trade, worin die Maschinerie eingeführt, dienen oder auch zur Bildung
eines neuen trade, worin a different commodity is produced® oder zur Aus-
dehnung eines früher bestehenden trade. Welches auch die Bestimmung sei,
die so freigesetzte und in Kapital rückverwandelte Revenue wird zunächst
kaum hinreichen, den Teil des Bevölkerungszuwachses, der jedes Jahr neu
einströmt in jeden trade, und dem nun der alte trade zunächst versperrt ist,
zu absorbieren. Es ist aber auch möglich, daß ein Teil der frei gewordnen
Revenue gegen auswärtige Produkte ausgetauscht oder von unproduktiven
Arbeitern konsumiert wird. Es findet aber durchaus kein notwendiger Kon-
nex zwischen der frei gewordnen Revenue und den von Revenue frei gewordnen
Arbeitern statt.

Die? abgeschmackte Grundvorstellung jedoch, die bei Rficardo] unter-
liegt, ist diese:

1 auf den ersten Blick - *durchschnittlichen - ® Reallöhne-* auf den Artikel verausgabt -
5 Gewerbezweigs -$ eine andere Ware produziert wird -? in der Handschrift: 3. Die

Das Kapital des Fabrikanten, der Maschinerie einführt, ist nicht set free!.
Es erhält nur eine andre Bestimmung, und zwar eine Bestimmung, worin
es sich nicht wie zuvor in Arbeitslohn für die discharged workingmen? ver-
wandelt. Es wird zum Teil aus variablem in konstantes Kapital verwandelt.
Würde selbst ein Teil davon freigesetzt,so würde es von Sphären absorbiert,
in denen die discharged labourers nicht arbeiten können und die höchstens
Asyle für ihre remplagants? bilden.

Die freigesetzte Revenue aber - soweit ihre Freisetzung nicht paralysiert
wird durch größren Konsum des verwohlfeilerten Artikels oder soweit sie
nicht gegen auswärtige Lebensmittel ausgetauscht wird - gibt durch Er-
weiterung alter oder Öffnung neuer trades nur den nötigen vent (if it does
so!)* für den Teil desjährlich zuströmenden Bevölkerungszuwachses, der den
alten trade, worin die Maschinerie eingeführt, zunächst verschlossen findet.

Das Abgeschmackte aber, was bei Rlicardo] heimlich zu Grund liegt, das:

Die von den entlaßnen Arbeitern früher konsumierten Lebensmittel exi-
stieren doch fort und befinden sich doch nach wie vor auf dem Markt.
Andrerseits befinden sich ihre Arme ebenfalls auf dem Markt. Auf der einen
Seite also Lebens- (und daher Zahlungs-) mittel für Arbeiter, $uv&uei? vari-
ables Kapital, auf der andren unbeschäftigte Arbeiter. Alsoistderfundda, um
sie in Bewegung zu setzen. Und folglich werden sie Beschäftigung finden.

Ist es möglich, daß selbst ein Ökonom wie Rlicardo] solchen haarsträu-
benden nonsense schwatzt?

Danach könnte in der bürgerlichen Gesellschaft nie ein arbsitsfähiger
und williger Mensch hungern, wenn die Lebensmittel auf dem Markt, in
der Gesellschaft vorhanden sind, um ihn for any occupation whatever® zu
zahlen. Diese Lebensmittel stehn jenen Arbeitern zunächst durchaus nicht
als Kapital gegenüber.

Gesetzt, 100.000 Arbeiter seien durch Maschinerie plötzlich auf die
Straße geworfen. So unterliegt zunächst gar keinem Zweifel, ||739] daß die
auf dem Markt befindlichen agricultural products, die im Durchschnitt für
das ganze Jahr ausreichen und früher von diesen Arbeitern konsumiert wur-
den, sich nach wie vor auf dem Markt befinden. Fände sich keine Nachfrage
für sie - und wären sie zugleich nicht exportierbar - was die Folge? Da die
Zufuhr relativ gegen die Nachfrage gewachsen wäre, würden sie im Preise
fallen, und infolge dieses Preisfalls würde ihr Konsum steigen, wenn auch
die 100 000 Arbeiter verhungern. Der Preis braucht nicht einmal zu fallen.

1 freigesetzt - * freigesetzten Arbeiter - ® Ersatzleute - ? Ventil (wenn es das tut!) -
5 dem Vermögen nach - ® für irgendeine Beschäftigung, für welche auch immer

Es wird vielleicht weniger von den Lebensmitteln eingeführt oder mehr von
ihnen ausgeführt.

Rficardo] stellt sich das Abenteuerliche vor, daß, wenn z.B. 10 Mann
aus der Arbeit entlassen werden, der ganze bürgerliche Gesellschafts-
mechanismus so nicely! eingerichtet ist, daß die Lebensmittel derselben -
nun frei geworden - absolut d’une facgon ou d’une autre? von den identischen
10 Mann konsumiert werden müssen oder sonst nicht an den Mann ge-
bracht werden können, als ob nicht eine Masse Halbbeschäftigter oder gar
nicht Beschäftigter beständig am Boden dieser Gesellschaft herumkröchen.
Und als wenn das in den Lebensmitteln existierende Kapital eine fixe
Größe wäre.

Fiele der Marktpreis des Korns infolge der abnehmenden Nachfrage, so
wäre das in Korn vorhandne Kapital vermindert (das Geldkapital) und würde
sich gegen einen kleinen Teil der money revenue? der Gesellschaft aus-
tauschen, soweit es nicht exportierbar. Und nun gar in Fabrikaten! Wäh-
rend der vielen Jahre, in denen die hand-loom-weavers were gradually
starving“®, vermehrte sich Produktion und Export der englischen Baumwoll-
gewebe enorm. Gleichzeitig (1838-1841) stiegen die Preise of provisions?.
Und die Weber hatten weder einen ganzen Lappen, sich zu kleiden, noch
provisions enough to keep soul and life together®. Die beständige künstliche
Produktion einer Surpluspopulation, die nur in den Zeiten der fieberhaften
prosperity absorbiert wird, ist eine der notwendigen Produktionsbedingun-
gen für die moderne Industrie. Es steht dem auch gar nichts im Weg, daß
gleichzeitig ein Teil des Geldkapitals brach und ohne Beschäftigung liegt,
daß gleichzeitig die Lebensmittel im Preise fallen wegen relativer Sur-
produktion, und daß gleichzeitig durch Maschinerie displaced workingmen
are being starved”.

Allerdings muß in the long run® - was aber mehr den remplagants der
displaced. men? zugut kommt als ihnen selbst - die frei gewordne Arbeit zu-
sarnmen mit dem frei gewordnen Teil von Revenue oder Kapital find its vent
in a new trade!® oder Ausdehnung der alten. Es bilden sich beständig neue:
Abzweigungen mehr oder minder unproduktiver Arbeitszweige, in denen
direkt Revenue gespendet wird. Dann die Bildung von capital fixe (Eisen-
bahnen etc.) und die durch sie eröffnete labour of superintendencet!, Luxus-

1 fein - ? auf die eine oder andere Weise -° Geldrevenue - * Handweber nach und nach
vor Hunger umkamen -° der Nahrungsmittel -® Nahrungsmittel genug, um Leib und Seele
zusammenzuhalten - ? entlassene Arbeiter vor Hunger umkommen - $ auf die Dauer -
® Ersatzleuten der entlassenen Männer -"" ihren Ausweg finden in einem neuen Gewerbezweig -

41 Arbeit der Oberaufsicht

fabrikation etc., auswärtiger Handel, der die Gegenstände, worin die Reve-
nue gespendet wird, mehr und mehr differenziert.

Von seinem abgeschmackten Standpunkt aus nimmt R[icardo] daher an,
daß die Einführung der Maschinerie nur dann den Arbeitern schädlich,
wenn sie das gross produce (und daher die gross revenue) vermindert, ein
Fall, der allerdings in der großen Agrikultur, Einführung von Pferden, die
statt der Arbeiter Korn verzehren, Verwandlung von Kornbau in Schaf-
zucht etc. möglich; aber höchst absurd ist [die Ausdehnung dieses Falls]
auf die eigentliche Industrie, die den Markt für ihr gross produce keines-
wegs auf den innern Markt beschränkt. (Übrigens, wenn ein Teil der
Arbeiter verhungert, mag ein andrer Teil sich besser nähren, besser kleiden,
ebenso die unproduktiven Arbeiter und die Mittelstufen zwischen Arbeiter
und Kapitalist.)

Es ist an und für sich falsch, daß die Vermehrung (oder Quantität) der in
die Revenue eingehenden Artikel an und für sich fund für die Arbeiter ist
oder Kapital für sie bildet. Ein Teil dieser Artikel wird von unproduktiven
Arbeitern oder Nichtarbeitern verzehrt, ein andrer Teil kann aus der
Form, worin er als Arbeitslohn dient - aus seiner groben Form - durch aus-
wärtigen Handel in eine Form verwandelt werden, worin er in die Revenue
der Reichen eingeht oder als Produktionselement des konstanten Kapitals
dient. Ein Teil endlich wird von den entlaßnen Arbeitern selbst im working-
house!, im Gefängnis, als Almosen oder als gestohlnes Gut verzehrt oder als
Lohn für die Prostitution ihrer Töchter.

In dem folgenden will ich kurz die Sätze zusammenstellen, worin Rli-
cardo] den Unsinn entwickelt. Den Anstoß dazu, wie er selbst sagt, erhielt
er aus der Schrift Bartons, auf die daher nach Anführung jener Zitate ein-
zugehn.

II740| Es versteht sich von selbst, daß, um eine bestimmte Zahl Arbeiter
jährlich anzuwenden, eine bestimmte Masse food und necessaries? jährlich
produziert werden muß. In der großen Agrikultur, Viehzucht etc. [ist es]
möglich, daß das net income® vermehrt wird (Profit und Rente), während
das gross income* vermindert wird, die Masse der dem Unterhalt der
Arbeiter bestimmten necessaries. Aber das ist hier nicht die Frage. Die
Masse der in die Konsumtion eingehenden Artikel kann vermehrt werden
oder - um uns des Ric[ardo]schen Ausdrucks zu bedienen - der in die
gross revenue eingehenden Artikel, ohne daß deswegen der Teil dieser

1 Arbeitshaus - ?® Nahrungsmittel und lebenswichtige Güter - ® Nettoeinkommen -
% Bruttoeinkommen


Masse, der in variiables Kapital verwandelt wird, sich vermehrt. Er kann
sich sogar vermindern. Es wird dann mehr als Revenue aufgegessen von den
Kapitalisten, landlords, ihren retainers!, den unproduktiven Klassen, Staat,
den Zwischenklassen (Handelsleuten) etc.

Was bei Rlicardo] (und Barton) im Hintergrund steckt: Er ging ur-
sprünglich von der Voraussetzung aus, daß jede Akkumulation des Kapi-
tals = Vermehrung des variablen Kapitals, die Nachfrage nach Arbeit
daher direkt zunimmt - im selben Verhältnis, wie das Kapital sich akku-
muliert. Dies aber falsch, da mit der Akkumulation des Kapitals eine Ver-
änderung in seiner organischen Zusammensetzung eintritt und der kon-
stante Teil desselben in rascherer Progression wächst als der variable. Dies
verhindert aber nicht, daß die Revenue beständig wächst, dem Wert und der
Quantität nach. Aber deswegen wird nichtin demselben Verhältnis ein großer
Teil des Gesamtprodukts in Arbeitslohn ausgelegt. Die nicht von der Arbeit
direkt lebenden Klassen und Unterklassen vermehren sich, leben besser als
früher, und ebenso vermehrt sich die Zahl der unproduktiven Arbeiter.

Von der Revenue des Kapitalisten, der einen Teil seines variablen Kapi-
tals in Maschinerie verwandelt (und daher auch in allen Produktionssphä-
ren, wo der Rohstoff ein Element des Verwertungsprozesses bildet, im Ver-
hältnis zur angewandten Arbeit mehr in Rohstoff), wollen wir absehn, da sie
zunächst mit der Frage nichts zu tun. Sein wirklich in den Produktions-
prozeß aufgegangnes Kapital sowohl wie seine Revenue existiert zunächst
in der Form der Produkte oder vielmehr der Waren, die er selbst produziert,
z.B. in Garn, wenn er Spinner ist. Einen Teil dieser Waren (oder des Geldes,
wofür er sie verkauft) verwandelt er in Maschinerie, matieres instrumen-
tales® und Rohstoff (after the introduction of machinery°), statt ihn wie
früher als Arbeitslohn an die Arbeiter auszuzahlen, also indirekt in Lebens-
mittel für Arbeiter zu verwandeln. Mit einigen Ausnahmen in der Agri-
kultur wird er mehr von dieser Ware produzieren als früher, obgleich seine
entlaßnen Arbeiter aufgehört haben, Konsumenten, also demanders? für seine
eignen Artikel zu sein, was sie früher waren. Es existieren nun mehr von
diesen Waren auf dem Markt, obgleich sie aufgehört haben, für die Arbeiter
thrown on the street?, zu existieren oder in demselben Umfang zu existieren
als früher. Was also zunächst sein eignes Produkt betrifft, selbst wenn es in
die Konsumtion der Arbeiter eingeht, so steht dessen Vergrößerung in
keinem Widerspruch damit, daß ein Teil davon aufgehört, als Kapital für

t Dienstleuten — ? Hilfsstoffe - ® nach der Einführung der Maschinerie - * Käufer -
5 die auf die Strafje geworfen wurden

die Arbeiter zu existieren. Ein größrer Teil davon (von dem Gesamtprodukt)
muß dagegen jetzt den Teil des konstanten Kapitals ersetzen, der sich in
Maschinerie, matieres instrumentales und Rohmaterial auflöst, oder er muß
gegen mehr von diesen Ingredienzien der Reproduktion ausgetauscht wer-
den als früher. Wenn Vermehrung der Waren durch Maschinerie und Ver-
minderung einer früher existierenden Nachfrage für die durch diese Ma-
schinerie produzierte Ware (nämlich der Nachfrage der entlaßnen Arbeiter)
im Widerspruch stände, könnte überhaupt keine Maschinerie in most cases!
eingeführt werden. Die Masse der produzierten Waren und die Portion
dieser Waren, die sich in Arbeitslohn rückverwandelt, hat also zunächst
durchaus kein bestimmtes Verhältnis oder notwendigen Zusammenhang,
wenn wir das Kapital selbst betrachten, wovon ein Teil in Maschinerie statt
in Lohnarbeit rückverwandelt wird.

Was die Gesellschaft sonst betrifft, so findet bei ihr Ersetzung oder viel-
mehr Ausdehnung der Grenzen ihrer Revenue statt, zunächst in dem Artii-
kel, der durch Maschinerie verwohlfeilert ist. Diese Revenue kann nach wie
vor be spent? als Revenue, und sobald ein größrer Teil davon sich in Kapital
verwandelt, ist auch schon der Zuwachs von Bevölkerung da, außer der
künstlich erzeugten Surpluspopulation, um den Teil der Revenue, der sich
in variables Kapital verwandelt, zu absorbieren.

Bleibt also prima facie nur das: Die Produktion in allen andren Artikeln,
namentlich auch in den Sphären, die in die Konsumtion der Arbeiter ein-
gehende Artikel erzeugen, ist - trotz dem discharging der 100 men etc. -
auf derselben Stufenleiter als vorher; ganz sicher im Moment ihrer Ent-
lassung. Soweit die entlaßnen Arbeiter also Nachfrage für diese Artikel
bildeten, hat die Nachfrage abgenommen, obgleich die Zufuhr dieselbe ge-
blieben ist. Wird dieser Ausfall also nicht gedeckt, so findet ein Sinken des
Preises statt (oder statt des sinkenden Preises kann mehr auf dem Markt als
Rest bleiben für das kommende Jahr). Wäre der Artikel nicht zugleich
Exportartikel und dauerte der Ausfall der Nachfrage fort, so würde die
Reproduktion abnehmen, keineswegs aber notwendig das in | dieser
Sphäre angewandte Kapital. Es würde vielleicht mehr Fleisch oder mehr
Handelspflanzen produziert oder Luxus-comestibles®, weniger Weizen oder
mehr Hafer für Pferde etc. oder weniger fustian jackets* und mehr Bour-
geoisröcke etc. Es wäre aber durchaus nicht nötig, daß irgendeine dieser
Folgen einträte, wenn z.B. infolge der Verwohlfeilerung des cottons? die
beschäftigten Arbeiter mehr für Nahrung zu spenden hätten etc. Es kann

1 in den meisten Fällen -? verausgabt werden -° Delikateßwaren -* Manchesterjacken -
5 der Baumwollwaren

dieselbe Masse Waren - auch von denen, die in die Konsumtion der Arbeiter
eingehn - produziert werden und mehr davon, obgleich weniger Kapital, ein
geringrer Teil des Gesamtprodukts in variables Kapital verwandelt, in
Arbeitslohn verausgabt wird.

Es ist auch nicht, daß für die Produzenten dieser Artikel ein Teil ihres
Kapitals frei geworden. Im schlimmsten Fall hat die Nachfrage für ihre
Ware abgenommen, und daher findet Reproduktion ihres Kapitals mit Hin-
dernissen statt, mit gesunknen Preisen ihrer Ware. Daher würde ihre eigne
Revenue momentan abnehmen, wie bei jedem Fall der Warenpreise. Es
kann aber nicht gesagt werden, daß irgendein Teil ihrer Waren als Kapital
den entlaßnen Arbeitern gegenüberstand und nun gleichzeitig mit diesen
„frei geworden“ ist. Was diesen als Kapital gegenüberstand, war ein Teil
der nun mit Maschinerie produzierten Ware, welcher Teil als Geld ihnen
zufloß und von ihnen gegen andre Waren (Lebensmittel) ausgetauscht
wurde, zu denen sie sich nicht als Kapital verhielten, sondern die ihrem
Geld als Waren gegenüberstanden. Dies ist also ein ganz verschiednes Ver-
hältnis. Der farmer etc., dessen Ware sie mit ihrem Arbeitslohn kauften,
stand ihnen nicht als Kapitalist gegenüber und wandte sie nicht als Arbeiter
an. Sie haben nur aufgehört, Käufer für ihn zu sein, was möglicherweise - if
not counterbalanced by other circumstances! - eine augenblickliche Depre-
ziation seines Kapitals herbeiführen kann, aber kein Kapital für die entlaß-
nen Arbeiter frei macht. Das Kapital, was sie anwendete, „is still in being“?,
aber nicht mehr in einer Form, worin es sich in Arbeitslohn (oder nur in-
direkt in geringrem Maße) auflöst.

Sonst müßte jeder, der durch irgendein Pech aufhört, Geld zu haben,
ein Kapital for his own employment® freisetzen.

### [d) Ricardo über Folgen der Einführung von Maschinen für die Arbeiterklasse]

Unter gross revenue versteht Ric[ardo] den Teil des Produkts, der Salair
und surplus value (profits und rent) ersetzt, unter net revenue das surplus
produce =der surplus value. Er vergißt hier, wie in seiner ganzen Ökonomie,
daß ein Teil des gross produce den Wert der Maschinerie und des Roh-
materials, kurz des konstanten Kapitals ersetzen muß.

Rlicardols nachfolgende Entwicklung hat Interesse teils wegen einiger
unterlaufender Bemerkungen, teils, weil sie, mutatis mutandis*, praktisch

1 wenn es nicht durch andere Umstände ausgeglichen wird -? „ist noch vorhanden“ -
3 für seine eigene Beschäftigung — * mit den nötigen Abänderungen

wichtig für great agriculture!, namentlich Schafzucht, also hier wieder die
Schranke der kapitalistischen Produktion hervortritt. Nicht nur ist ihr be-
stimmender Zweck nicht Produktion für die Produzenten (workmen?), son-
dern ihr ausschließlicher Zweck ist die net revenue (profit und rent), selbst
wenn auf Kosten der Masse der Produktion - auf Kosten der produzierten
Warenmasse - erreicht. “

„Mein Fehler entstand aus der Annahme, daß immer dann, wenn sich das National-
einkommen der Gesellschaft vergrößert, sich auch ihr Bruttoeinkommen erhöht. Ich habe
nunmehr genügend Grund, um überzeugt zu sein, daß jener Fonds wachsen kann, aus
dem Grundeigentümer und, Kapitalisten ihre Revenue beziehen, während der andere, von
dem die arbeitende Klasse hauptsächlich abhängig ist, sich verkleinern kann. Falls ich recht
habs, ergibt sich daraus, daß die gleiche Ursache, die die Nettorevenue des Landes an-
wachsen läßt, gleichzeitig einen Überfluß an Bevölkerung erzeugt und die Lage des
Arbeiters verschlechtern kann.“ (p.469.)

Zunächst hier zu bemerken, daß Ricardo] hier zugibt, daß Ursachen,
die den Reichtum der Kapitalisten und landlords befördern, „may ...
render the population redundant“?, so daß die redundancy* der Population
oder overpopulation hier dargestellt ist als das Resultat des Bereicherungs-
prozesses selbst und der ihn bedingenden Entwicklung der Produktivkraft.

Was den fund angeht, woraus die capitalists und landlords ihre Revenue
ziehn, anderseits die funds, woraus die Arbeiter sie ziehn, so ist zunächst
das Gesamtprodukt dieser gemeinsame fund. Ein großer Teil der Produkte,
die in die Konsumtion der Kapitalisten und landlords eingehn, geht nicht
in die Konsumtion der Arbeiter ein. Anderseits aber gehn fast [alle] - in
fact plus ou moins? alle Produkte, die in die Konsumtion der Arbeiter ein-
gehn - auch in die der landlords und capitalists, ihre retainers®, hangers-on’,
Hunde und Katzen eingerechnet, ein. Es ist sich nicht vorzustellen, als ob
da zwei natura geschiedne fixe funds existierten. Das Wichtige ist, welche
aliquote parts jede der Partien aus diesem gemeinschaftlichen fund zieht.
Der Zweck der kapitalistischen Produktion, mit einer gegebnen Masse von
wealth® das surplus produce oder die surplus value möglichst groß zu ma-
chen. Dieser Zweck wird erreicht dadurch, daß das konstante Kapital ver-
hältnismäßig schneller wächst als das variable oder daß mit dem möglichst
geringen variablen Kapital das möglichst größte | konstante Kapital in
Bewegung gesetzt wird. In viel allgemeinrem Sinne also, als Ricardo] es
hier faßt, bewirkt dieselbe cause? Vermehrung des fund, woraus capitalists

..' große Agrikultur - ? Arbeiter - ® „Überfluß an Bevölkerung erzeugen ... können“ -
4 Überfülle -3 in der Tat mehr oder weniger - 8 Dienstleute - ? Schmarotzer -® Reichtum -

® Ursache

und landlords ihre Revenue ziehn durch Verminderung des fund, woraus
die Arbeiter die ihrige ziehn.

Es folgt daraus nicht, daß der fund, woraus die Arbeiter ihre Revenue
ziehn, absolut vermindert wird, sondern nur relativ im Verhältnis zum Ge-
samtergebnis ihrer Produktion. Und das ist das einzige Wichtige zur Be-
stimmung des aliquoten Teils, den sie von dem von ihnen selbst geschaff-
nen Reichtum sich aneignen.

„Nehmen wir an, ein Kapitalist verwendet ein Kapital im Werte von 20000 /. und
betreibt damit das Unternehmen eines Farmers und eines Fabrikanten lebenswichtiger
Artikel zu gleicher Zeit. Wir wollen weiter annehmen, daß 7000 !, seines Kapitals als
fixes Kapital angelegt sind, d.h. in Gebäuden, Gerätschaften usw. und daß die rest-
lichen 13 000 I. als zirkulierendes Kapital zum Unterhalt der Arbeit verwendet werden.
Nehmen wir ferner an, daß sich der Profit auf I0 Prozent beläuft und daß demgemäß das
Kapital des Kapitalisten jedes Jahr auf den ursprünglichen Stand seiner Leistungsfähig-
keit gebracht wird und einen Profit von 2000 I. abwirft.

Der Kapitalist beginnt jedes Jahr seine Tätigkeit mit einem Vorrat von Nahrurigs-
mitteln und notwendigen Konsumartikeln im Werte von 13 000 I., die er vollständig
im Laufe des Jahres seinen eigenen Arbeitern für diesen Geldbetrag verkauft, und
während dieses Zeitraumes zahlt er ihnen die gleiche Geldsumme als Lohn. Am Ende
des Jahres haben sie seinem Besitz wieder Nahrungsmittel und notwendige Artikel im
Wert von 15 000 I. zugeführt, von denen er 2000 /. selbst konsumiert oder darüber ver-
fügt, wie es seinem Vergnügen und seiner Laune am besten entspricht.“

{Hier ist die Natur der surplus value sehr handgreiflich ausgesprochen.
Die Stelle p.469, 470.}

„Soweit es diese Produkte betrifft, beläuft sich das Bruttoprodukt auf 15 000 I. und
das Nettoprodukt auf 2000 !. Angenommen nun, der Kapitalist beschäftigte im fol-
genden Jahr die Hälfte seiner Leute mit der Konstruktion einer Maschine und die
andere Hälfte wie gewöhnlich mit der Produktion von Nahrungsmitteln und lebens-
wichtigen Konsumartikeln. Während dieses Jahres bezahlt er wie gewöhnlich die
Summe von 13 0001. als Lohn und verkauft in gleicher Höhe Nahrungsmittel und
notwendige Konsumartikel an seine Arbeiter. Was würde aber im folgenden Jahr
eintreten?

Während die Maschine angefertigt wurde, ist nur die Hälfte der üblichen Menge
Nahrungsmittel und lebenswichtigen Artikel gewonnen worden, und sie werden auch
nur die Hälfte des Wertes der früher produzierten Menge besitzen. Die Maschine wird
7500 /. und die Nahrungsmittel und lebenswichtigen Artikel 7500 /. wert sein, und das
Kapital des Kapitalisten wird daher ebenso groß wie vorher sein, da er neben diesen
beiden Werten sein fixes Kapital in Höhe von 7000/., was zusammen 20 000 1.
Kapital ergibt, und 2000 I. Profit besitzt. Nach dem Abzug der letztgenannten Summe
für seine eigenen Ausgaben hat er ein zirkulierendes Kapital, nicht größer als 5500 I,

mit dem er seine künftige Tätigkeit durchführen muß. Seine Mittel für die Beschäfti-
gung von Arbeitern sind deshalb entsprechend von 13 000 /. auf 5500 I. zurückgegan-
gen und infolgedessen wird alle die Arbeit überflüssig, die sa mit Hilfe von 7500 I.
beschäftigt worden ist.“

{Dies wäre aber auch der Fall, wenn nun vermittelst der 7500 I. kosten-
den Maschine eine ganz ebenso große Quantität von Produkten produziert
würde wie früher mit einem variablen Kapital von 13 000 I. Gesetzt, der
dechet! der Maschine sei ="/jo in einem Jahr, = 750 I., so wäre jetzt der
Wert des Produkts - früher 15 000 !. - = 8250 I. (Abgesehn vom dechet des
ursprünglichen fixen Kapitals von 7000 /., von dessen Ersatz Ricardo]
überhaupt nicht spricht.) Von diesen 8250 /. wären 2000 I. Profit, wie früher
von den 15 000. Soweit der farmer selbst food und necessaries als Revenue
verzehrt, hätte er gewonnen. Insofern er dadurch befähigt wäre, den Lohn
der von ihm angewandten Arbeiter herabzusetzen, hätte er auch gewonnen,
und ein Teil seines variablen Kapitals würde frei. Es ist dieser Teil, der to
a certain degree? neue Arbeit anwenden könnte, aber nur, weil der reale
Lohn der beibehaltnen Arbeiter gefallen wäre. Ein geringer Teil der Ent-
laßnen könnte so - auf Kosten der Beibehaltnen - wieder beschäftigt wer-
den. Der Umstand aber, daß das Produkt gradeso groß wäre wie früher,
würde den entlaßnen Arbeitern nichts nützen. Bliebe der Arbeitslohn der-
selbe, so würde auch kein Teil des variablen Kapitals [frei]. Der Wert des
Produkts - 8250 I. - ist nicht dadurch gestiegen, daß er soviel necessaries
und food darstellt wie früher 15 000 /. Der farmer müßte verkaufen für
8250 I., teils um den dechet der Maschinerie, teils um sein variables Kapital
zu ersetzen. Sofern diese Verwohlfeilerung von food und necessaries nicht
Sinken des Arbeitslohns allgemein herbeiführte oder Sinken von ingre-
dients entering into the reproduction of the constant capital?, wäre nur die
Revenue der Gesellschaft, soweit it is expended on food and necessaries?,
erweitert. Ein Teil der unproduktiven und produktiven Arbeiter etc. würde
besser leben. Voilä tout.® (Könnte auch sparen, aber dies immer action in the
future®.) Die entlaßnen Arbeiter lägen nach wie vor auf dem Pflaster, ob-
gleich die physische Möglichkeit, sie zu unterhalten, ganz so gut existierte
wie früher. Auch wäre dasselbe Kapital wie früher in der Reproduktion an-
gewandt. Äber ein Teil des Produkts (dessen Wert gesunken), der früher als
Kapital existierte, existiert jetzt als Revenue.}

1 Verschleiß - 2 bis zu einem gewissen Grad -? Bestandteilen, die in die Reproduktion
des konstanten Kapitals eingehen - * sie auf Nahrungsmittel und lebenswichtige Güter ver-
ausgaht wird -° Das ist alles. -° Aktion für die Zukunft

„Die reduzierte Quantität Arbeit, die der Kapitalist beschäftigen kann, muß aller-
dings mit Hilfe der Maschine, nach Abzügen für deren Reparaturen, einen Wert von
7500 I. produzieren, sie muß das zirkulierende Kapital zusammen mit einem Profit von
2000 I. auf das Gesamtkapital ersetzen. Wenn das aber geschieht, | wenn sich das
Nettoeinkommen nicht verringert, welche Bedeutung hat es für den Kapitalisten, ob
das Bruttoeinkommen einen Wert von 3000, 10 000 oder 15 000 I. hat?“

(Dies ist absolut richtig. Das gross income ist dem Kapital absolut gleich-
gültig. Das einzige, was es interessiert, ist das net Income.)

„Obwohl in diesem Falle das Nettoprodukt an Wert nicht geringer sein wird und
obgleich seine Fähigkeit, Waren zu kaufen, sehr viel größer sein kann, wird das Brutto-
produkt im Wert von 15 000 !. auf 7500 I. gesunken sein. Da die Fähigkeit, eine Be-
völkerung zu unterhalten und Ärbeit zu beschäftigen stets vom Bruttoprodukt und nicht
vom Nettoprodukt einer Nation abhängt,“

{Daher A. Smiths Vorliebe für das gross produce, die Ricardo] be-
kämpft. Sieh ch.XXVI „On Gross and Net Revenue“, das Rlicardo] eröffnet
mit den Worten:

„Adam Smith übertreibt ständig die Vorteile, die ein Land viel eher von einem
hohen Brutto- als von einem hohen Nettoeinkommen hat.“ (p.415.)}

„so wird notwendigerweise eine Verringerung der Nachfrage nach Arbeit eintreten, Bevöl-
kerung wird überzählig und die Lage der arbeitenden Klassen elend und armselig sein.“

(Also labour becomes redundant!, weil die demand for labour diminishes,
and that demand diminishes in consequence of the development in the pro-
ductive powers of labour?. Letztrer Satz bei Rlicardo] 9.471.)

„Da aber die Möglichkeit des Sparens bei der Revenue, um das Kapital zu vermehren,
von der Fähigkeit der Nettorevenue abhängen muß, die Bedürfnisse des Kapitalisten zu
befriedigen, so kann es nicht ausbleiben, daß er durch die Herabsetzung des Preises der
Waren infolge der Einführung von Maschinen bei gleichen Bedürfnissen“ {but his wants
enlarge?) „größere Sparmöglichkeiten besitzt, bessere Bedingungen, Revenue in Kapital zu
verwandeln.“

{Danach wird erst ein Teil des Kapitals - nicht seinem Wert nach, son-
dern den Gebrauchswerten nach, seinen stofflichen Elementen nach, woraus
es besteht - in Revenue verwandelt, transferred to revenue‘, um später
wieder einen Teil der Revenue to transfer into capital?. Z.B. ein Teil des

1 Arbeit wird im Überfluß vorhanden sein -* Nachfrage nach Arbeit abnimmt, und diese
Nachfrage nimmt ab, weil die Produktivkraft der Arbeit entwickelt wird - ? aber seine Be-
dürfnisse wachsen - * zur Revenue übertragen - ° in Kapital zu übertragen

Produkts, solange die 13 000 I. in variablem Kapital ausgelegt werden zum
Belauf von 7500 I., ging in die Konsumtion der Arbeiter ein, die der farmer
anwandte, und dieser Teil des Produkts bildete Teil seines Kapitals. In-
folge der Einführung der Maschinerie wird z.B. nach unsrer Unterstellung
ebensoviel Produkt wie früher produziert, aber sein Wert nur mehr 8250 I.
statt früher 15 000. Und dieses wohlfeiler gewordne Produkt geht zu größ-
rem Teil ein, sei es in die Revenue des farmers, sei es in die Revenue der
Käufer von food und necessaries. Sie verzehren jetzt einen Teil des Pro-
dukts als Revenue, der früher zwar auch von den labourers (den entlaßnen)
des farmers als Revenue verzehrt wurde, aber von ihm als Kapital industriell
verzehrt wurde. Infolge dieses Wachsens der Revenue - dadurch entstan-:
den, daß ein Teil des Produkts als Revenue verzehrt wird, der früher als
Kapital verzehrt wurde - Neubildung von Kapital und Rückverwandlung
desselben in Kapital.)

„Mit jeder Kapitalerhöhung wird er aber mehr Arbeiter beschäftigen“

{dies jedenfalls nicht im Verhältnis zum increase des Kapitals, to the whole
extent of that increase. Perhaps he would buy more horses, or Guano, or
new implements!}

„und ein Teil der Leute, die zunächst ihre Arbeit verloren haben, werden später wieder be-
schäftigt werden. Und falls die durch die Verwendung der Maschine erhöhte Produktion so
groß wird, daß sie als Nettoprodukt eine ebenso große Menge von Nahrungsmitteln und
notwendigen Konsumgütern herstellt, wie sie vorher als Bruttoprodukt vorhanden war, so
ist dieselbe Fähigkeit zur Beschäftigung der gesamten Bevölkerung vorhanden, und es gibt
daher nicht unbedingt“ {but possibly and probably!?} „eine überschüssige Bevölkerung.“
(p.469- 472.)

In den letzten Zeilen sagt also Rlicardo] das oben von mir Bemerkte.
Damit Revenue auf diesem Weg in Kapital verwandelt wird, wird vorher
Kapital in Revenue verwandelt. Oder wie Rlicardo] es ausdrückt: Erst wird
das net produce auf Kosten des gross produce vergrößert, um dann wieder
einen Teil vom net produce in gross produce zurückzuverwandeln. Produce
is produce. Net und gross (obgleich der Gegensatz auch einschließen kann,
daß der Überschuß über die Auslagen, also das net produce, wächst, obgleich
die Gesamtmasse des Produkts, also gross produce abnimmt) ändert nichts
daran. Das Produkt wird das eine oder das andre nach der bestimmten
Form, die es im Produktionsprozeß einnimmt.

1 zu dem gesamten Betrag dieser Erhöhung. Vielleicht würde er mehr Pferde oder Guano
oder neue Geräte kaufen - ? aber möglicher- und wahrscheinlicherweisel

„Damit möchte ich nur beweisen, daß die Erfindung und die Verwendung von
Maschinen von einer Verringerung des Bruttoprodukts begleitet sein kann und daß,
sobald dies der Fall ist, sie für die arbeitende Klasse schädlich sein wird, weil einige
aus ihren Reihen ihre Beschäftigung verlieren werden und Bevölkerung im Vergleich
zu den für ihre Beschäftigung bestimmten Fonds überzählig wird.“ (p.472.)

Aber the same may and in most instances |]744| will be the case, even if
the gross produce remains the same or enlarges; only that part of it, for-
merly acting as variable capital, is now being consumed as revenuet.

Auf Rlicardo]s folgendes (p.472-474) abgeschmacktes Beispiel von dem
clothier“, der seine Produktion vermindert infolge von Einführung von
Maschinerie, überflüssig hier einzugehn.

„Wenn diese Ansichten richtig sind, so folgt daraus:

1. Daß die Erfindung und nutzbringende Verwendung von Maschinen stets zu einer
Vergrößerung des Nettoprodukts des Landes führt, obwohl sie, abgesehen von einem un-
bedeutenden zeitlichen Zwischenraum, den Wert dieses Nettoprodukts nicht erhöhen

braucht und wird.“ (p.474.)

It will always increase that value whenever it diminishes the value of
labour.3

„2. Daß eine Vergrößerung des Nettoprodukts eines Landes mit einem Rückgang
des Bruttoprodukts vereinbar ist, und daß die Beweggründe für die Verwendung von
Maschinen stets genügend stark sind, um deren Verwendung zu sichern, wenn sie das
Nettoprodukt erhöhen, obwohl sie sowohl den Umfang der Bruttoproduktion als auch
dessen Wert verringern können und häufig dies sogar müssen.“ (p.474.)

„3. Daß die bei der arbeitenden Klasse herrschende Meinung, daß die Verwendung
von Maschinen häufig ihren Interessen zuwiderläuft, sich nicht auf Vorurteil und Irr-
tum stützt, sondern mit den richtigen Prinzipien der politischen Ökonomie vereinbar
ist.“ (p.474.)

„4. Falls die infolge der Verwendung von Maschinen verbesserten Produktions-
mittel das Nettoprodukt eines Landes in einem so großen Maße vermehren sollten, daß
das Bruttoprodukt nicht geringer wird (ich habe stets die Menge der Waren, nicht den
Wert im Auge), wird sich die Lage aller Klassen verbessern. Der Grundeigentümer und
der Kapitalist werden nicht durch eine Erhöhung der Rente und des Profits begünstigt,
sondern durch die Vorteile, die sich aus der Verausgabung der gleichen Rente und des-
selben Profits für im Wert beträchtlich gesunkene Waren ergeben,“

t dasselbe kann und wird in den meisten Fällen eintreten, auch wenn das Bruttoprodukt
dasselbe bleibt oder größer wird; nur der Teil, der vorher als variables Kapital fungierte,
wird nun als Revenue konsumiert - ? Tuchmacher - ? Sie wird diesen Wert immer erhöhen,
wenn sie den Wert der Arbeit vermindert.

(dieser Satz widerspricht der ganzen Doktrin Rlicardols, wonach die Ver-
wohlfeilerung der necessariest, also of wages raises profits?, während Ma-
schinerie, die erlaubte mehr vom selben Land mit weniger Arbeit zu ziehn,
must lower rent°),

„während die Lage der arbeitenden Klassen auch wesentlich verbessert wird; erstens
nämlich durch die gesteigerte Nachfrage nach Hauspersonal“

(dies schöne Resultat der Maschinerie, daß ein großer Teil der arbeitenden
weiblichen und männlichen Klasse in Bediente verwandelt wird);

„zweitens durch den Anreiz zu Ersparnissen von der Revenue, den ein so reichliches
Nettoprodukt hervorruft und drittens durch den niedrigen Preis aller Konsumartikel,
für die ihr Lohn verwendet wird“ {and in consequence of which their wages will be

reduced *}. (p.474, 475.)

Die ganze apologetische Bourgeoisdarstellung der Maschinerie leugnet
nicht,

l. daß die Maschinerie, bald hier, bald dort, aber beständig, makes a
part of the population redundant?, wirft einen Teil der Arbeiterbevölke-
rung aufs Pflaster. Bringt Surpluspopulation (daher Herabsetzen des Ar-
beitslohns in einigen Sphären, bald hier, bald dort) hervor, nicht weil die
Bevölkerung rascher wächst als die Lebensmittel, sondern weil das rasche
Wachsen der Lebensmittel infolge der Maschinerie erlaubt, mehr Maschi-
nerie einzuführen und daher die unmittelbare Nachfrage nach Arbeit zu ver-
mindern. Nicht weil der gesellschaftliche fund abnimmt, sondern weil durch
sein Wachsen relativ der Teil desselben abnimmt, which is spent in wages®,.

2. Noch weniger leugnet diese Apologetik die Knechtschaft der Ma-
schinenarbeiter selbst und die Misere der durch sie verdrängten und unter-
gehenden Hand- oder handwerksmäßigen Arbeiter.

Was sie - und partly” richtig - assures$, ist, [erstens] daß infolge der Ma-
schinerie (überhaupt der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit) die
net revenue (profit und rent) so wachsen, daß der Bourgeois mehr menial
servants” als früher braucht; wenn er früher von seinem Produkt mehr in
productive labour auslegen mußte, er jetzt mehr auslegen kann in unproduk-
tive labour, also Bediente und andre von der unproduktiven Klasse lebenden
Arbeiter zunehmen. Diese progressive Verwandlung eines Teils der Arbeiter
in Bediente ist eine schöne Aussicht. Ebenso wie es tröstlich für sie ist, daß

1Jebenswichtigen Güter - ? des Arbeitslohns den Profit erhöht - ?die Rente senken muß -
4 und infolgedessen wird ihr Lohn reduziert werden - ° einen Teil der Bevölkerung über-
flüssig macht - ® der in Löhnen verausgabt wird - ” zum Teil - ® versichert - ® Hauspersonal

infolge des Wachsens des net produce mehr Sphären für unproduktive
labour sich öffnen, die von ihrem Produkt zehren und deren Interesse plus
ou moins! mit dem der direkt exploitierenden Klassen in ihrer Exploitation
konkurriert.

Zweitens, daß infolge des Sporns, der der Akkumulation gegeben wird,
auf der neuen Basis - wo weniger lebendige Arbeit nötig im Verhältnis zu
der vergangnen - auch die ausgeschloßnen, pauperisierten Arbeiter oder
wenigstens der Teil des Bevölkerungszuwachses, |[745] der sie remplaciert,
entweder durch Erweiterung des Geschäfts in den Maschinengeschäften
selbst absorbiert wird oder in indirekten trades?, die durch sie nötig ge-
worden und eröffnet sind, oder in new fields of employment opened by the
new capital, and satisfying new wants®. Dies ist die zweite schöne Aussicht,
daß die labouring class alle „temporary inconveniences“ - throwing out of
labour, displacement of labour and capital* - zu tragen hat, aber deswegen
doch der Lohnarbeit kein Ende gemacht, diese vielmehr auf stets wachsender
Stufenleiter reproduziert wird, absolut wachsend, wenn auch relativ abnehmend
im Verhältnis zum wachsenden Gesamtkapital, das sie anwendet.

Drittens: Daß die Konsumtion sich verfeinert infolge der Maschinerie.
Die Verwohlfeilerung der unmittelbaren Lebensbedürfnisse erlaubt, den
Kreis der Luxusproduktion zu erweitern. Und so haben die Arbeiter die _
dritte schöne Aussicht, daß, to win their necessaries, the same amount of
them, the same number of labourers will enable the higher classes to extend,
refine, and varify the circle of their enjoyments, and thus to widen the
economical, social, and political gulf separating them from their betters.
Fine prospects, these, and very desirable results, for the labourer, of the
development of the productive powers of his labour‘.

Rlicardo] zeigt dann noch, daß es Interesse der arbeitenden Klassen,

„daß soviel wie möglich von der Revenue von den Ausgaben für Luxuswaren ab-
gezogen wird, um für den Unterhalt von Dienstpersonal verwendet zu werden.“

(p.476.) Weil, ob ich Möbel [kaufe] oder menial servants halte, ich bekenne dadurch

—

1 mehr oder weniger - ? Gewerbezweigen - ® neuen Gebieten der Beschäftigung, die
durch das neue Kapital eröffnet werden und neuen Bedürfnissen genügen — * arbeitende
Klasse alle „vorübergehenden Nachteile“ - Arbeitsentlassung, anderweitige Verwendung
von Arbeit und Kapital - 5 um ihre lebenswichtigen Güter zu erhalten, dieselbe Masse der-
selben, dieselbe Zahl Arbeiter die höheren Klassen in den Stand setzen wird, den Kreis ihrer
Genüsse auszudehnen, sie zu verfeinern und mannigfaltiger zu gestalten und so den ökono-
mischen, sozialen und politischen Abgrund zu vertiefen, der die Arbeiter von denen, die
über ihnen stehen, trennt. Schöne Aussichten in der Tat und beneidenswerte Resultate für
den Arbeiter, die aus der Entwicklung der Produktivkraft seiner Arbeit hervorgehen

Nachfrage für Waren zu einem bestimmten Betrag und setze in einem Fall ungefähr
soviel productive labour in Bewegung als im andern; aber im letzten Fall I add „der
früheren Nachfrage nach Arbeit, und diese Vermehrung tritt lediglich ein, weil ich diese
Art der Verausgabung meiner Revenue gewählt habe.“ (p.475, 476.)

Dasselbe beim Halten of large fleets and armiest.

„Ob sie“ (the revenue) „nun auf diese oder jene Weise ausgegeben werden, dasselbe
Quantum Arbeit wird in der Produktion beschäftigt, denn die Nahrung und Kleidung des
Soldaten und des Seemanns erfordern denselben Aufwand an Arbeit für ihre Produk-
tion wie die luxuriöseren Waren. Aber im Falle eines Krieges wird die zusätzliche Nach-
frage nach Leuten wie Soldaten und Seeleuten vorhanden sein, und infolgedessen ist ein
Krieg, der aus der Revenue und nicht aus dem Kapital des Landes finanziert wird, der
Bevölkerungsvermehrung günstig.“ (p.477.)

„Es gibt einen anderen, bemerkenswerten Fall einer Möglichkeit der Erhöhung des
Umfangs der Netto- und sogar der Bruttorevenue eines Landes bei Verringerung der
Nachfrage nach Arbeit, der dann eintritt, wenn die Arbeit des Menschen durch die
von Pferden ersetzt wird. Wenn ich hundert Leute auf meiner Farm beschäftige, und
ich stelle fest, daß die für fünfzig dieser Leute verwendeten Nahrungsmittel für die
Haltung von Pferden aufgewendet werden können, die mir einen höheren Ertrag an
Rohprodukten liefern, nachdem ich den Zins für das Kapital, das der Kauf der Pferde
beanspruchen wird, in Rechnung gestellt habe, so wird es für mich von Vorteil sein,
die Menschen durch die Pferde zu ersetzen, und ich werde das dementprechend tun.
Doch das liegt nicht im Interesse der Arbeiter, und sofern das von mir bezogene Ein-
kommen sich nicht derart erhöht, daß es mich instand setzt, die Leute ebenso wie die
Pferde zu beschäftigen, so ist es offensichtlich, daß Bevölkerung überzählig wird und die
Lage des Arbeiters sich allgemein verschlechtert. Es ist offensichtlich, daß er keines-
falls in der Landwirtschaft“ (why not? if the field of agriculture was enlarged??) „be-
schäftigt werden kann. Wenn aber das Bodenprodukt durch die Ersetzung von Menschen
durch Pferde größer wird, so kann er in der Manufaktur oder als Hausdiener verwendet
werden.“ (p.477, 478.)

Es sind zwei Tendenzen, die sich beständig durchkreuzen; möglichst
wenig Arbeit anwenden, um dieselbe oder größre Quantität Waren, um das-
selbe oder größre net produce, surplus value, net revenue zu produzieren;
zweitens möglichst große Anzahl Arbeiter (obgleich möglichst wenig im
Verhältnis zum Quantum der von ihnen produzierten Waren) anwenden,
weil mit der Masse der angewandten Arbeit - auf einer gegebnen Stufe der
Produktivkraft - die Masse der surplus value und des surplus produce
wächst. Die eine Tendenz schmeißt die Arbeiter aufs Pflaster und macht

1 großer Flotten und Armeen -? warum nicht? wenn das Gebiet der Landwirtschaft er-
weitert wird?

population redundant!, die andre absorbiert sie wieder und erweitert die
wages-slavery® absolut, so daß der Arbeiter stets schwankt in seinem Los
und doch nie davon loskommt. Daher der Arbeiter die Entwicklung der
Produktivkräfte seiner eignen Arbeit als ihm feindlich, und mit Recht, be-
trachtet; anderseits der Kapitalist ihn als ein beständig aus der Produktion
zu entfernendes Element behandelt. Dies sind die Widersprüche, worin
sich Rficardo] in diesem Kapitel herumarbeitet. Was er vergißt hervor-
zuheben, | die beständige Vermehrung der zwischen workmen auf der
einen Seite, Kapitalist und landlord auf der andren Seite, in der Mitte
stehenden und sich in stets größrem Umfang, großenteils von der Revenue
direkt fed® Mittelklassen, die als eine Last auf der working* Unterlage lasten
und die soziale Sicherheit und Macht der upper ten thousand? vermehren.
Die Bourgeois stellen die Verewigung der wages-slavery durch Anwendung
der Maschinerie als „Apologie“ derselben auf.

„Ich habe vorhin auch festgestellt, daß die Erhöhung des Nettoeinkommens, gemessen
in Waren, die immer als Folge verbesserter Maschinerie eintritt, zu neuen Ersparnissen und
zur Akkumulation führen wird. Man muß sich erinnern, daß dies jährliche Ersparnisse
sind, die bald einen bedeutend größeren Fonds als die Brutto-Revenue bilden müssen,
welche ursprünglich durch die Erfindung der Maschine verlorenging. Dann wird die Nach-
frage nach Arbeit ebenso groß wie vordem sein, und die Lage der Bevölkerung wird
noch weiter durch die höheren Ersparnisse verbessert werden, die ihr durch die höhere
Netto-Revenue ermöglicht werden.“ (p.480.)

Erst wird gross revenue verloren und net revenue gewonnen. Dann ein
Teil der increased net revenue® wieder in Kapital und daher gross revenue
verwandelt. So muß der Arbeiter beständig die Macht des Kapitals ver-
mehren, um, nach very serious disturbances’, die Erlaubnis zu erhalten,
denselben Prozeß auf größrer Stufenleiter zu wiederholen.

„Mit jeder Vermehrung von Kapital und Bevölkerung werden die Nahrungsmittel
auf Grund der erhöhten Produktionsschwierigkeiten allgemein steigen.“ (p.478, 479.)

Es geht dann unmittelbar fort:

„Die Folge eines Steigens der Nahrungsmittel wird eine Erhöhung der Löhne sein,
und jede Lohnerhöhung wird eine Tendenz haben, das gesparte Kapital in höherem
Maße als früher zur Verwendung von Maschinen zu drängen. Maschinerie und Arbeit
sind in ständiger Konkurrenz, und die erstere kann häufig so lange nicht verwendet wer-
den, solange die Arbeit nicht steigt.” (p.479.)

1 Bevölkerung überzählig - ? Lohnsklaverei — $ ernährenden - * arbeitenden - ° oberen
Zehntausend - ® höheren Nettorevenue - ? sehr schweren Störungen

Die Maschine so ein Mittel gegen das rise of labourt.

„Um das Prinzip zu erläutern, habe ich unterstellt, daß Verbesserungen der Maschi-
nerie plötzlich erfunden und in großem Umfang benutzt werden. Die Wahrheit ist
jedoch, daß diese Erfindungen allmählich erfolgen und sich eher so auswirken, daß sie
die Verwendung des gesparten und akkumulierten Kapitals bestimmen, als daß sie Kapital
aus seinen gegenwärtigen Änlagen abziehen.“ (p.478.)

The truth is, that it is not so much the displaced labour as rather the
new supply of labour - the part of the growing population which was to
replace it -, which, by the new accumulations, gets for itself new fields of
employment opened.?

„In Amerika und in vielen anderen Ländern, in denen menschliche Nahrung leicht
beschafft werden kann, existiert keine auch nur annähernd so starke Versuchung,
Maschinen zu verwenden“ (sie werden nirgends so massenhaft; und so auch zu sagen
für den Hausbedarf, angewandt als in Amerika) „wie in England, wo Nahrungsmittel
teuer sind und ihre Produktion viel Arbeit kostet.“

{Wie wenig die Anwendung der Maschinerie von dem price of food?
abhängt - wohl aber kann sie abhängen von dem relativen want of labour“,
wie in Amerika, wo die relativ kleine Bevölkerung über ungeheure Land-
striche verbreitet - zeigt grade Amerika, das relativ viel mehr Maschinerie
anwendet als England, where there is always a redundant population?. So
lesen wir „Standard“, 19.Sept. [18]62, in einem Artikel über die Exhibi-

tion);

„Der Mensch ist ein maschinenmachendes Tier ... Wenn wir den Amerikaner als
einen Repräsentanten des Menschen betrachten, dann ist die Definition ... vollkommen.
Es ist einer der Hauptpunkte im System eines Amerikaners, nichts mit den Händen zu
tun, was er mit einer Maschine machen kann. Vom Bewegen einer Wiege bis zur Ver-
fertigung eines Sarges, vom Melken einer Kuh bis zum Roden eines Waldes, vom An-
nähen eines Knopfes bis zum Abstimmen über einen Präsidenten hat er eine Maschine
für fast alles. Er hat eine Maschine erfunden, um sich die Mühe des Kauens der
Nahrung zu ersparen ... Der außerordentliche Mangel an Arbeitskräften und daher ihr
hoher Wert“ {despite the low value of food®}, „ebenso wie eine angeborene Erfindungs-
gabe haben diesen Erfindungsgeist angestachelt ... Die in Amerika produzierten Ma-
schinen sind, allgemein gesprochen, niedriger im Wert als die in England hergestellten...

! Steigen der Arbeit - ? In \Weklichkeit ist es nicht so schr die freigesetzte Arbeit als
vielmehr das neue Angebot an Arbeit - der Teil der wachsenden Bevölkerung, der bestimmt
war, sie zu ersetzen -, der durch die neuen Akkumulationen neue Gebiete der Beschäftigung
eröffnet werden. -? Preis der Nahrungsmittel - * Mangel an Arbeitskraft - ° wo es immer eine
überzählige Bevölkerung gibt - ® trotz des niedrigen Wertes der Nahrungsmittel

Sie sind im ganzen eher Notbehelf, um Arbeit zu ersparen, als Erfindungen, um bisher
Unmögliches möglich zu machen.“ [Und die Dampfschiffe?} ... „auf der Ausstellung
in der Abteilung der Vereinigten Staaten ist die Baumwollentkörnungsmaschine von Emery
ausgestellt. Viele Jahre nach der Einführung der Baumwolle in Amerika war der An-
bau sehr gering, weil nicht nur die Nachfrage ziemlich beschränkt war, sondern auch
die Schwierigkeit, die Baumwolle durch manuelle Arbeit zu reinigen, ihn nichts weniger
als lohnenswert machte. Als jedoch Eli Whitney die Baumwollentkörnungsmaschine
1747| erfand, erweiterte sich sofort die Anbatrfläche, und diese Erweiterung geht bis jetzt
fast in einer arithmetischen Progression vor sich. Es ist tatsächlich nicht zuviel gesagt,
daß Whitney das Baumwollgewerbe geschaffen hat. Seine Baumwollentkörnungs-
maschine blieb mit mehr oder weniger erheblichen und nützlichen Veränderungen bis
jetzt in Gebrauch, und bis zur Erfindung der jetzigen Verbesserung und Ergänzung
war Whitneys ursprüngliche Baumwollentkörnungsmaschine zumindest ebensogut wie
die meisten ihrer scheinbaren Konkurrentinnen. Durch die jetzige Maschine, die den
Namen der Herren Emery aus Albany, Staat New York, trägt, wird ohne Zweifel die
Whitneysche Baumwollentkörnungsmaschine, auf der sie basiert, gänzlich verdrängt
werden. Sie ist ebenso einfach, aber leistungsfähiger. Sie reinigt nicht nur die Baum-
wolle besser, sondern liefert sie auch in breiten Lagen wie Watte, die, wenn sie die
Maschine verlassen, sogleich von der Baumwollpresse in Ballen gepreßt werden kön-
nen ... Im Amerikanischen Hof findet man nicht viel anderes als Maschinen: Die Melk-
maschine ...., einen Treibriemenversteller..., eine Rauh- und Spinnmaschine für Hanf, die
mit einer Operation direkt vom Ballen haspelt ... Eine Maschine zur Herstellung von
Papierbeuteln, die diese aus den Papierlagen schneidet, sie klebt, faltet und in einer
Minute 300 Stück fertigstellt ... Hawes Wäschewringer, der durch zwei Kautschuk-
walzen aus der Wäsche das Wasser preßt und sie damit fast trocken macht, erspart Zeit
und beschädigt das Gewebe nicht ... Buchbindermaschinen..., Schuhmachermaschinen.
Es ist gut bekannt, daß in diesem Lande schon seit langer Zeit das Oberleder durch
solche Maschinen bearbeitet wurde, aber hier sind Maschinen zum Festmachen der
Sohle, andere zum Ausschneiden der Sohle nach Mustern und wieder andere zum Zu-
richten der Absätze ... Eine Steinbrechmaschine, sehr stark und sinnreich erdacht, die
zweifelsohne in umfassender Weise in Gebrauch kommen wird, um Straßenschotter
herzustellen und Erze zu brechen ... Ein System von Marinesignalen von Herrn W.H.
Ward aus Auburn, New York ... Ernte- und Mähmaschinen sind eine amerikanische
Erfindung, die sich in England einer wachsenden Beliebtheit erfreut. M’Cormick’s
„die beste ... Hansbrows mit der kalifornischen Preismedaille ausgezeichnete Kraft-
pumpe ist ihrer Einfachheit und Leistungsfähigkeit nach die beste in der Ausstellung.
Sie gibt mit derselben Kraft mehr Wasser als irgendeine andere Pumpe in der Welt ...
Nähmaschinen... .“}

„Die gleiche Ursache, welche die Arbeit erhöht steigert nicht den Wert von Ma-
schinen, und daher wird mit jeder Vermehrung des Kapitals ein größerer Teil davon, in
Maschinen angelegt. Die Nachfrage nach Arbeit wird sich weiter erhöhen’ bei einer Ver-
mehrung des Kapitals, jedoch nicht proportional, zu dessen Vermehrung; das Verhältnis
wird notwendigerweise kleiner werden.“ ([Ricardo], l.c. p.479.)

In dem letzten Satz spricht Rlicardo] das richtige Gesetz des Wachstums
des Kapitals aus, obgleich seine considerants! sehr einseitig. Er macht Note
dazu, woraus hervorgeht, daß er hier dem Barton nachfolgt, auf dessen
Schrift wir daher noch kurz eingehn wollen.

Vorher noch eine Bemerkung, Ric[ardo] sagt vorhin, wo er davon spricht,
ob die Revenue in menial servants oder luxuries is expended°:

„In beiden Fällen ist die Netto-Revenue ebenso wie die Brutto-Revenue die gleiche,
jedoch wird die erstere in verschiedene Waren umgesetzt.“ (p.476.)

Und so kann auch das gross produce dem Wert nach dasselbe sein, aber
„be realized“®, sehr fühlbar für die workmen, „in different commodities“*,
je nachdem es mehr variables oder konstantes Kapital zu ersetzen hat.

### [2. Bartons Ansichten]

### [a) Barton über die relativ abnehmende Nachfrage nach Arbeit im Prozeß der Akkumulation des Kapitals. Seine einseitige Auffassung der Wirkung der organischen Zusammensetzung des Kapitals in diesem Prozeß]

Die Schrift von Barton heißt:

John Barton, „Observations on the circumstances which influence the condi-
tion of the Labouring Classes of Society“, London 1817.

Wir wollen zunächst die wenigen theoretischen Sätze zusammenstellen,
die sich in Barton finden.

„Die Nachfrage nach Arbeit hängt von der Vermehrung des zirkulierenden und nicht
des fixen Kapitals ab. Wenn es stimmte, daß das Verhältnis zwischen diesen beiden Arten
des Kapitals zu allen Zeiten und in allen Ländern dasselbe ist, dann folgt allerdings daraus,
daß die Anzahl der beschäftigten Arbeiter sich nach dem Reichtum des Staates richtet. Aber
eine solche Behauptung hat nicht den Anschein von Wahrscheinlichkeit. In dem Maße,
wie die Naturwissenschaften gepflegt werden und die Zivilisation sich ausbreitet,
wächst das fixe Kapital im Verhältnis zum zirkulierenden immer mehr und. mehr an. Die
Summe des bei der Produktion eines Stückes britischen Musselins verwendeten fixen
Kapitals ist wenigstens hundertmal, wahrscheinlich aber tausendmal größer als jene,
die bei der Produktion eines ähnlichen Stückes indischen Musselins verwendet wird,
und der Anteil des verwendeten zirkulierenden Kapitals ist hundert- oder tausendmal
geringer. Es ist leicht zu verstehen, daß unter gewissen Umständen die Gesamtheit
der jährlichen Ersparnisse eines fleißigen Volkes dem fixen Kapital zugeschlagen werden

1 Erwägungen - ? für Hauspersonal oder Luxusartikel verausgabt wird - ? „umgesetzt
sein“ -* Arbeiter, „in verschiedenen Waren“


kann, und in diesem Falle werden sie sich nicht in einer erhöhten Nachfrage nach Arbeit
auswirken.“ (l.c. p. 16, 17.)

(RicJardo] bemerkt zu dieser Stelle, Note, p.480:

„Es ist nicht leicht zu verstehen, glaube ich, daß unter irgendwelchen Umständen
einer Vermehrung des Kapitals nicht eine erhöhte Nachfrage nach Arbeit folgt. Das
Äußerste, was man behaupten kann, ist, daß die Nachfrage verhältnismäßig abnehmen
wird. Barton hat in seiner oben erwähnten Veröffentlichung eine richtige Ansicht über
einige der Auswirkungen eines steigenden Umfangs des fixen Kapitals auf die Lage der
arbeitenden Klassen entwickelt. Sein Aufsatz enthält viel wertvolles Material.“)

Zu dem obigen Satz von Blarton] muß der folgende hinzugenommen
werden:

„Fixes Kapital, wenn es einmal gebildet ist, hört auf, die Nachfrage nach Arbeit zu
beeinflussen“ (nicht richtig, da es Reproduktion, wenn auch in Zwischenräumen und
nach und nach nur nötig macht); „aber während seiner Bildung gibt es ebensoviel
Händen Beschäftigung, als ein gleicher Betrag von zirkulierendem Kapital oder von
Revenue beschäftigen würde.“ (p.56.)

Und:

„Die Nachfrage nach Arbeit hängt absolut ab von der Gesamtmasse von Revenue
und zirkulierendem Kapital.“ (p.34, 35.)

Barton hat unstreitig ein sehr großes Verdienst.

A.Smith glaubt, daß die demand for labour! wächst direkt im Verhältnis
wie Kapital sich akkumuliert. Malthus leitet die Überbevölkerung daher,
daß das Kapital nicht so rasch akkumuliert (reproduziert wird auf wachsen-
der Stufenleiter) wie die Bevölkerung. Barton hob zuerst hervor, daß die
verschiednen organischen Bestandteile des Kapitals nicht gleichmäßig mit
der Akkumulation und der Entwicklung der Produktivkräfte wachsen, viel-
mehr im Prozeß dieses Wachstums der Teil des Kapitals, der sich in
Arbeitslohn auflöst, proportional abnimmt gegen den Teil (er nennt ihn
das fixe Kapital), der im Verhältnis zu seiner Größe nur unbedeutend die
demand for labour alteriert. Er stellt daher den wichtigen Satz zuerst auf:
„that the number of labourers employed is“ rot „in proportion to the wealth
of the state“?, daß dies mehr in einem industriell unentwickelten als in
einem industriell entwickelten Land ist.

Ricfardo] in der dritten Ausgabe seiner „Principles“, ch.XXXI „On
Machinery“ - nachdem er in seinen frühern Ausgaben in diesem Punkt
noch ganz in den Fußtapfen Smiths - nimmt BJarton]s Korrektur auf und

1 Nachfrage nach Arbeit - * „daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter“ nicht „im Verhält-
nis steht zum Reichtum des Staates“

zwar in der einseitigen Fassung, worin Blarton] sie gibt. Der einzige Punkt,
worin er weitergeht -und dieser ist wichtig-ist, daßer nicht nur, wie Blarton],
aufstellt, daß die Nachfrage nach Arbeit nicht proportionell wächst mit der
Entwicklung der Maschinerie, sondern daß die Maschine selbst „makes
population redundant!“, also Surpluspopulation erzeugt. Nur schränkt er
diesen Effekt fälschlich auf den nur in der Agrikultur vorkommenden von
ihm auch auf die Industrie übertragnen Fall ein, wo das net produce auf
Kosten des gross produce vermehrt wird. In nuce? war aber hiermit die
ganze abgeschmackte Populationstheorie über den Haufen geworfen,
namentlich auch die Phrase der Vulgärökonomen, daß die Arbeiter sich be-
streben müssen to keep their multiplication below the standard of the accu-
mulation of capital?. Umgekehrt folgt aus B[artons] und Rlicardo]s Dar-
stellung, daß ein solches keeping down ofthelabouring population, diminish-
ing the supply of labour, and, consequently, raising its price, would only
accelerate the application of machinery, the conversion of circulating into
fixed capital, and, hence, make the population artificially „redundant“; that
redundancy existing, generally, not in regard to the quantity of subsistence,
but the means of employment, the actual demand for labour“.

1749| Der Fehler oder Mangel von Barton besteht darin, daß er die or-
ganische Differenzierung oder Komposition nur in der Form auffaßt, worin
sie im Zirkulationsprozeß erscheint - als fixes und zirkulierendes Kapital -
ein Unterschied, schon von den Physiokraten entdeckt, von A.Smith weiter
entwickelt und nach ihm Vorurteil der Ökonomen geworden: sofern Vor-
urteil, daß sie nur diese Differenz - die ihnen überliefert war - in der organi-
schen Komposition des Kapitals sehen. Dieser aus dem Zirkulationsprozeß
entspringende Unterschied hat bedeutenden Einfluß auf die Reproduktion
des Reichtums überhaupt, also auch auf den Teil desselben, der labouring
funds? bildet. Aber das ist hier nicht das Entscheidende. Als fixes Kapital
unterscheiden sich Maschinerie, Gebäulichkeiten, Zuchtvieh etc. vom zir-
kulierenden Kapital direkt nicht durch irgendeine Beziehung zum Arbeits-
lohn, sondern nur durch die Weise ihrer Zirkulation und Reproduktion.

Das direkte Verhältnis der verschiednen Bestandteile des Kapitals zur
lebendigen Arbeit hängt nicht mit den Phänomenen des Zirkulations-

1 „Bevölkerung überzählig macht“ - * Im Kern - ? ihre Vermehrung unter dem Maß der
Akkumulation von Kapital zu halten - * Niedrighalten der arbeitenden Bevölkerung, die das
Angebot von Arbeit vermindert und dadurch ihren Preis erhöht, würde die Anwendung von
Maschinerie, die Verwandlung von zirkulierendem in fixes Kapital nur beschleunigen und
dadurch die Bevölkerung künstlich „überzählig“ machen; der Bevölkerungsüberschuß be-
steht in der Regel nicht in Hinsicht auf die Subsistenzmittel, sondern auf die Beschäftigungs-
mittel, die wirkliche Nachfrage nach Arbeit - 3 Arbeitsfonds

582 Achtzehntes Kapitel

Prozesses zusammen, entspringt nicht daraus, sondern aus dem unmittel-
baren Produktionsprozeß, und ist das Verhältnis von konstantem und variab-
lem Kapital, deren Unterschied nur auf ihrem Verhältnis zur lebendigen
Arbeit begründet ist.

So sagt Blarton] z.B.: Die demand for labour hänge nicht vom fixen
Kapital ab, sondern nur vom zirkulierenden Kapital. Aber ein Teil des zir-
kulierenden Kapitals, Rohmaterial und matieres instrumentales!, werden
ebensowenig wie Maschinerie etc. gegen lebendige Arbeit ausgetauscht. In
allen Industriezweigen, worin das Rohmaterial als Element des Verwer-
tungsprozesses eingeht, bildet es - soweit wir bloß den Teil des fixen Kapi-
tals betrachten, der in die Ware eingeht - den bedeutendsten Teil der Portion
Kapital, die nicht in Arbeitslohn ausgelegt wird. Ein andrer Teil des zirku-
lierenden Kapitals, nämlich des Warenkapitals, besteht aus Konsumtions-
artikeln, die in die Revenue der nicht produktiven Klasse eingehn (i.e. der
Arbeiterklasse). Das Wachstum dieser beiden Teile des zirkulierenden Kapi-
tals hat also nicht mehr Einfluß auf die Nachfrage nach Arbeit wie das des
fixen Kapitals. Es kommt hinzu, daß der Teil des zirkulierenden Kapitals,
der sich auflöst in matieres brutes? und matieres instrumentales, im selben
und noch größren Verhältnis zunimmt, wie der Teil desselben, der als
Maschinerie etc. fixiert wird.

Ramsay hat auf der Unterscheidung von Barton fortgebaut. Er verbessert
ihn, bleibt aber in seiner Vorstellungsweise stehn. Er reduziertin der Tat den
Unterschied auf konstantes und variables Kapital, nennt aber nach wie vor
das konstante Kapital fixes Kapital, obgleich er die Rohstoffe etc. dazurech-
net, und das variable Kapital zirkulierendes Kapital, obgleich er alles zirku-
lierende Kapital davon ausschließt, das nicht direkt in Arbeitslohn ausgelegt
wird. Darüber später, wenn wir zu Rams[ay] kommen. Es zeigt dies aber die
Notwendigkeit des innren Fortgangs.

Ist der Unterschied von konstantem Kapital und variablem Kapital ein-
mal gefaßt, der rein aus dem unmittelbaren Produktionsprozeß, aus dem
Verhältnis der verschiednen Bestandteile des Kapitals zur lebendigen Arbeit
hervorgeht, so zeigt sich auch, daß er an und für sich nichts zu tun mit der
absoluten Masse der produzierten Konsumtionsartikel, obgleich viel mit
der Art, worin sie realisiert werden. "This way, however, of realizing the
gross revenue in different commodities being not, as Rficardo] has it, and
Blarton] intimates it, the cause, but the effect of the immanent laws of capi-
talistic production, leading to a diminishing proportion, if compared with
the total amount of produce, of that part of it which forms the funds for the

1 Hilfsstoffe - * Rohmaterialien

Ricardos Miscellanea. Schluß Ricardos (John Barton) 583

reproduction of the labouring class. Besteht ein großer Teil des Kapitals
aus Maschinerie, Rohstoffen, matieres instrumentales etc., so wird von der
Gesamtheit der Arbeiterklasse ein geringer Teil mit Reproduktion der
Lebensmittel beschäftigt sein, | die in die Konsumtion der Arbeiter
eingehn. Aber diese relative diminution? in der Reproduktion des variablen
Kapitals ist nicht der Grund der relativen decrease in the demand for
labour?, sondern umgekehrt seine Wirkung. Ebenso: Ein größrer* Teil der
mit der Produktion der in die Revenue überhaupt eingehenden Konsum-
tionsartikel beschäftigten Arbeiter wird Konsumtionsartikel produzieren,
die in den Konsum, die expenditure of revenue der capitalists, landlords
and their retainers (state, church etc.)? eingehn, als der für die Revenue der
Arbeiter bestimmten Artikel. Aber dies ist wieder Wirkung, nicht Ursache.
Mit einer Änderung des sozialen Verhältnisses von Arbeitern und Kapitali-
sten, einer Revolutionierung der die kapitalistische Produktion beherrschen-
den Verhältnisse würde sich dies sofort ändern. T'he revenue would be
„realized in different commodities“, to use an expression of RicJardo].®

Es ist nichts hierzu Nötigendes in den sozusagen physischen Bedingun-
gen der Produktion da. The workmen, if domineering, if allowed to produce
for themselves, would only soon, and without any great exertion, bring up
the capital (to use a phrase.of the econlomic] vulgarians) up to the standard
of their wants.’ Dies ist der sehr große Unterschied: Ob die vorhandnen
Produktionsmittel ihnen als Kapital gegenüberstehn, und daher nur soweit
von ihnen angewandt werden können als nötig, um den surplus value and
the surplus produce for their employers® zu vermehren, ob diese Produk-
tionsmittel sie beschäftigen, oder ob sie, als Subjekte, die Produktionsmittel -
im Akkusativ - anwenden, um Reichtum für sich selbst zu erzeugen. Natür-
lich ist dabei vorausgesetzt, daß die kapiitalistische Produktion bereits die
Produktivkräfte der Arbeit überhaupt zu der nötigen Höhe entwickelt hat,
worauf diese Revolution eintreten kann.

1 Diese Art jedoch, die Bruttorevenue in verschiedenen Waren umzusetzen, ist nicht, wie
Rlicardo] annimmt und Blarton] andeutet, die Ursache, sondern die Wirkung der immanenten
Gesetze der kapitalistischen Produktion, die dahin führen, daß, wenn man ihn mit der Ge-
samtsumme der Produkte vergleicht, jener Teil abnimmt, der den Fonds für die Reproduk-
tion der arbeitenden Klasse bildet. - "Verringerung - 3 Abnahme in der Nachfrage nach Ar-
beit-* in der Handschrift: großer -° Verausgabung der Revenue der Kapitalisten, Landlords
und ihrer Diener (Staat, Kirche usw.) - Die Revenue würde „in verschiedenen Waren
umgesetzt”, um einen Ausdruck von Ricardo zu gebrauchen. -? Wenn die Arbeiter herrschen, -
wenn sie für sich selbst produzieren dürfen, werden sie sehr bald und ohne viel Mühe das
Kapital (um eine Phraseder Vulgärökonomen zu gebrauchen) auf die Höhe ihrer Bedürfnisse
bringen. - ® Mehrwert oder das Mehrprodukt für ihre Anwender

584 Achtzehntes Kapitel

{Nimm das Beispiel von 1862 (Herbst jetzt). Die Not der Lancashire
labourers out of employment*. Andrerseits on the London money-market
„the difficulty of finding employment for money“ ?, wodurch Bildung von
Schwindelgesellschaften fast nötig geworden, da es schwer, 2 p.c. für Geld
zu erhalten. Nach Rficardo]s Theorie - da auf der einen Seite das Kapital
in London, andrerseits unbeschäftigte Arbeitskräfte in Manchester - „some
other employment ought to have been opened“ ®.}

### [b) Barton über die Bewegung des Arbeitslohns und das Wachstum der Bevölkerung]

Blarton] setzt weiter auseinander, daß Akkumulation des Kapitals nur
langsam die demand for labour“ steigen macht, wenn nicht die Bevölkerung
vorher so sehr gewachsen ist, daß die rate of wages? niedrig.

„Das Verhältnis, welches der Arbeitslohn zu einer gegebenen Zeit zum Gesamtprodukt
der Arbeit einnimmt, bestimmt die Anwendung von Kapital in der einen“ (fixed) „oder
der anderen“ (circulating) „Form.“ (p. 17.)

„Fällt der Arbeitslohn, während der Preis der Waren stationär bleibt, oder steigt
der Warenpreis, während der Arbeitslohn derselbe bleibt, so wächst der Profit des An-
wenders, und er wird veranlaßt, mehr Arbeiter zu beschäftigen. Steigen dagegen Löhne
im Verhältnis zu Waren, so hält der Manufakturist so wenig Arbeiter als möglich und
sucht alles durch Maschinerie zu machen.“ (p. 17, 18.)

„Wir haben ausreichende Beweise dafür, daß die Bevölkerung viel langsamer bei
einem graduellen Steigen des Lohnes während der ersten Hälfte des letzten Jahr-
hunderts zunahm als während der zweiten Hälfte desselben, wo der Realpreis der Arbeit
rasch fiel.“ (p.25.)

„Ein Steigen des Arbeitslohns vermehrt von selbst niemals die Arbeiterbevölkerung;
ein Fallen des Lohnes kann sie sehr schnell wachsen machen. Z.B. der Engländer sinke
in seinen Forderungen zum Irländer [herab]. So wird der Fabrikant mehr anwenden im
Verhältnis zu den verminderten Frhaltungskosten.“ (l.c. p.26.)

„Es ist weit mehr die Schwierigkeit, Beschäftigung zu finden, als die ungenügende Höhe
des Lohnes, die vom Heiraten abhält.“ (p.27.)

„Man darf zugeben, daß jede Vermehrung des Reichtums die Tendenz hat, eine
neue Nachfrage nach Arbeit zu schaffen, aber da die Arbeit von allen Waren die größte
Zeitlänge zu ihrer Produktion erheischt“

{aus demselben Grunde kann sich die rate of wages lange unter dem aver-

age® halten, weil von allen Waren labour am schwersten to withdraw from
the market and thus to bring down to the level of the actual demand”}

3 arbeitslosen Arbeiter von Lancashire -? auf dem Londoner Geldmarkt „die Schwierig-
keit, Anwendung für Geld zu finden“ - ® „müßte irgendeine andere Beschäftigung für sie
eröffnet werden“ - * Nachfrage nach Arbeit - ® Lohnrate - € Durchschnitt - ” vom Markt
zurückzuziehen und daher auf das Niveau der wirklichen Nachfrage herabzusetzen ist

Ricardos Miscellanea. Schluß Ricardos (John Barton) 585

„wird sie von allen Waren ||751] am meisten durch ein Wachsen der Nachfrage im
Preise gesteigert, und da jedes Steigen des Arbeitslohns zehnmal so große Verringerung
des Profits erzeugt, so klar, daß die Vermehrung des Kapitals nur langsam wirken kann
auf Vermehrung der effektiven Nachfrage nach Arbeit, wenn ihr nicht eine solche Ver-
mehrung der Bevölkerung vorhergeht, die die Rate des Arbeitslohns tief hält.“ (p.28.)

Blarton] stellt hier verschiedne Sätze auf:

Erstens: Es ist nicht das Steigen des Arbeitslohns, das an sich die Ar-
beiterbevölkerung vermehrt, wohl aber kann ein Fallen des Arbeitslohns sie
sehr leicht und rasch steigen machen. Beweis: Erste Hälfte des 18. Jahr-
hunderts graduelles Steigen des Arbeitslohns, langsame Bewegung der Po-
pulation, dagegen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts großes Sinken
des realen Arbeitslohns, rascher Progreß der labouring population!. Ursache:
Es ist nicht die insufficient rate of wages?, der die mariages? verhindert, son-
dern die difficulty of finding employment{#.

Zweitens: Die facility? aber, of finding employment*, steht im umgekehr-
ten Verhältnis zur Rate des Arbeitslohns. Denn im umgekehrten Verhältnis
zur Höhe oder Niedrigkeit des Arbeitslohns wird das Kapital in fixes oder
zirkulierendes verwandelt, d.h. in solches, das Arbeit employs” oder in sol-
ches, das does not employ it®. Ist der Lohn niedrig, so die Nachfrage nach
Arbeit groß, weil es dann profitlich für den employer?, viel Arbeit anzu-
wenden, und er mit demselben zirkulierenden Kapital mehr anwenden kann.
Ist der Lohn hoch, so hält der manufacturer so wenig hands als möglich und
sucht alles durch Maschinerie zu machen.

Drittens: Die Akkumulation des Kapitals für sich allein erhöht nur lang-
sam die Nachfrage nach Arbeit, weil jedes Steigen dieser Nachfrage die
Arbeit, if rare!®, rasch steigen und den Profit in 10x höherem Grad, als sie
steigt, fallen macht. Rasch kann die Akkumulation nur auf Nachfrage
von Arbeit wirken, wenn vor der Akkumulation eine große Vermehrung der
Arbeiterbevölkerung vorhergegangen, der Arbeitslohn daher auf sehr nied-
riger Rate steht und selbst ein Steigen desselben ihn niedrig läßt, weil die
Nachfrage mehr unbeschäftigte Hände absorbiert, als um vollbeschäftigte
konkurriert.

Dies alles ist, cum grano salis"*, richtig für die völlig entwickelte kapita-
listische Produktion. Aber es erklärt ihre Entwicklung selbst nicht.

Und daher widerspricht auch der historische Beweis von Blarton] dem,
was er beweisen soll.

1 Arbeiterbevölkerung - ? ungenügende Höhe des Lohnes - ? Heiraten - 4 Schwierigkeit,
Beschäftigung zu finden -° Leichtigkeit -® Beschäftigung zu finden -” anwendet -® sie nicht
anwendet -° Anwender -1° wenn sie selten -*! nicht ganz wörtlich genommen

586 Achtzehntes Kapitel

In des 18. Jahrhunderts erster Hälfte Arbeitslohn graduell steigend, Be-
völkerung langsam wachsend und keine Maschinerie, auch, relativ zu der
folgenden Hälfte, wenig sonstiges capital fixe.

In des 18. Jahrhunderts zweiter Hälfte dagegen Arbeitslohn beständig
fallend, Bevölkerung erstaunlich wachsend - und Maschinerie. Aber es war
eben die Maschinerie, die einesteils die vorhandne Bevölkerung überzählig
machte und so den Arbeitslohn senkte, andrerseits, infolge der raschen Ent-
wicklung des Weltmarkts, sie wieder absorbierte, sie wieder redundant!
machte und wieder absorbierte, während sie anderseits die Akkumulation
des Kapitals außerordentlich beschleunigte und, der Masse nach, das vari-
able Kapital vermehrte, obgleich es relativ, sowohl gegen den Gesamtwert
des Produkts als gegen die Arbeitermasse, die es beschäftigte, fiel. In der
ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dagegen noch nicht große Industrie,
sondern auf Teilung der Arbeit gegründete Manufaktur. Der Hauptbestand-
teil des Kapitals blieb das in variables, in Arbeitslohn ausgelegte. Die Pro-
duktivkraft der Arbeit entwickelte sich aber langsam, verglichen mit der
zweiten Hälfte. Mit der Akkumulation des Kapitals stieg fast proportionell
die Nachfrage nach Arbeit, also der Arbeitslohn. England war noch essen-
tiell agricultural nation?, und es fuhr fort (entwickelte sich selbst noch),
eine sehr ausgedehnte von der Ackerbaubevölkerung betriebne home-manu-
facture® (für Spinnen und Weben) [zu betreiben]. Ein bloß pullulierendes
Proletariat konnte noch nicht entstehn, so wenig als es schon industrielle
Millionäre gab. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts herrschte relativ
das variable, in der zweiten das fixe Kapital vor; aber für letztres ist große
Masse von Menschenmaterial nötig. Seiner Einführung im großen must be
preceded by an increase of population. Der ganze Sachverlauf aber wider-
spricht der Darstellung des Blarton], soweit als es sich zeigt, daß hier über-
haupt ein change® der Produktionsweise vorging; die Gesetze, die der großen
Industrie entsprechen, sind nicht identisch mit denen, die der Manufaktur
1752| entsprechen. Letztre bildet nur eine Entwicklungsphase zu der erstren.

Interessant aber hier einige der historischen Anführungen B[arton]s,
teils wegen der Bewegung des Arbeitslohns, teils wegen der der Getreide-
preise, verglichen die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts in England mit der
zweiten.

„Die folgende Tabelle zeigt“ („die wages® stiegen von der Mitte des 17. bis Mitte
des 18. Jahrhunderts, denn der Kornpreis fiel während dieser Zeit nicht weniger als

1 überzählig - ? wesentlich landwirtschaftliche Nation -* Heimmanufaktur - * muß eine
Vermehrung der Bevölkerung vorausgehen -3 Wechsel -® Löhne

Ricardos Miscellanea. Schluß Ricardos (John Barton) 587

35%“) „das Verhältnis der Löhne der Landarbeiter zu den Kornpreisen während der
letzten 70 Jahre.

Periode Wochenlohn Weizenpreis Arbeitslohn in
pro Quarter Pinten Weizen
1742-1752 6sh.0d. 30sh.0d. 102
1761-1770 76 2 6 90
1780-1790 80 5 2 80
1795-1799 90 0 8 65
1800-1808 10 6 8 60“
(p. 25, 26.)

„Aus. einer Tafel der Zahl der Bills für die Einhegung von Land, die in jeder Ses-
sion seit der Revolution angenommen wurden, gegeben im Bericht der Lords über die
Armengesetze“ (1816?), „sieht man, daß in den 66 Jahren von 1688-1754 123 Bills,
in den 69! Jahren von 1754 bis 1813 dagegen 3315. Der Fortschritt der Bodenkultur
ungefähr 25x rascher während der letztren Periode als während der früheren. Aber in
den ersten 66 Jahren wurde beständig mehr und mehr Korn für den Export angebaut,
während in dem größten Teil der letzten 69? Jahre alles konsumiert, was früher ex-
portiert, aber zugleich importiert eine zunehmende und zuletzt eine sehr große
Menge für unsre eigne Konsumtion ... Das Wachstum der Bevölkerung in der ersten
Periode verglichen mit der letztren also noch langsamer, als der Fortschritt der Boden-
kultur anzuzeigen scheint.“ (p. 11, 12.)

„1688 die Population in England und Wales nach Gregory King, der sie nach der
Zahl der Häuser schätzte, 5'/, Millionen. 1780 nach Malthus die Population 7 700 000.
Also gewachsen in 92 Jahren [um] 2 200 000; in den folgenden 30 Jahren wuchs sie
[um] mehr als 2 700 000. Aber von dem ersten Wachstum wahrscheinlich, daß der
größre Teil stattfand von 1750-1780.“ (p. 13.)

Blarton] berechnet nach guten Quellen, daß

„1750 die Zahl der Einwohner 5 946 000, was einen Zuwachs ausmacht seit der
Revolution [1688] von 446 000 oder 7200 per annum“. (p. 14.)

„Nach der niedrigsten Schätzung ging dann der Fortschritt der Bevölkerung 10x
rascher vor sich in den letzten Jahren als vor einem Jahrhundert. Aber unmöglich zu
glauben, daß die Akkumulation des Kapitals zehnmal größer.“ (p. 14.)

Die Frage ist nicht, wieviel Quantum Lebensmittel jährlich produziert
wird, sondern wie großer Teil lebendiger Arbeit in die Produktion des fixen
und zirkulierenden Kapitals jährlich eingeht. Danach bestimmt sich die
Größe des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten.

1 So bei Barton; in Wirklichkeit sind von 1754 bis 1813 nur 59 Jahre vergangen

588 Achtzehntes Kapitel

Blarton] erklärt sich die remarkable increase! der Population in den letz-
ten 60-50 years fast in ganz Europa aus der increased productiveness der
American mines?, indem dieser Überfluß an precious metals? die Waren-
preise in höhrem Grad erhöht als den Arbeitslohn, in fact? also den letztern

gesenkt habe. So Profitrate gestiegen. (p.29-35.) [XIII-752|]

1 auffallende Zunahme -? wachsenden Produktivität der amerikanischen Minen - ?Edel-
metallen - * tatsächlich

1101

## Beilagen

591

## II. Frühe Formulierung der These
über die konstante Übereinstimmung
von Angebot und Zufuhr in der Landwirtschaft.
Rodbertus und die Praktiker
unter den Ökonomen des 18. Jahrhunderts]

IXTI-580bl| Smiths „gelegentliche“ Theorie, that corn produces its own
demand! etc.?, von Malthus später mit Wichtigkeit in ‘seiner Renttheorie
wiederholt und zum Teil Basis seiner Populationstheorie, sehr bündig aus-
gesprochen in folgendem:

„Getreide ist rar oder nicht rar im Verhältnis zu seiner Konsumtion. Wenn mehr
Mäuler da sind, wird mehr Getreide da sein, weil mehr Hände da sein werden, den
Boden zu bebauen; und wenn mehr Getreide da ist, werden mehr Mäuler da sein, da
Überfluß die Volkszahl vermehren wird." (p.125 [John Arbuthnot] „An Inquiry into
the Connection between the present Price of Provisions, and the Size of Farms, etc.

By a Farmer“, Lond. 1773.)
Daher

„kann die Bodenkultur niemals zu weit getrieben werden“. (p.62.)

Rodberti Phantasie, daß der Samen etc. nicht als Item des Kapitals [in die
Rechnung des Pächters] eingeht?, [wird widerlegt] durch die Hunderte von
Schriften, die teilweise von farmers selbst im 18. Jahrhundert (namentlich
seit den 60er Jahren) erschienen. Dagegen wäre es umgekehrt richtig zu
sagen, daß beim farmer die Rente als Item eingeht. Er zählt sie unter die
Produktionskosten (und sie gehört zu seinen Produktionskosten).

„Wenn der Getreidepreis fast so hoch ist, wie er sein sollte, was nur durch das Ver-
hältnis bestimmt werden kann, in dem der Bodenwert zum Geldwert steht.“ (l.c. p. 132.)

Wie von dem Moment, wo das Kapital sich der Agrikultur bemächtigt*,
in der Vorstellung des farming-capitalist selbst rent nur Abgabe von Profit
wird und die ganze surplus value® als essentially profit$ gefaßt wird:

1 daß Getreide seine eigene Nachfrage produziert — ? siehe vorl. Band, S.354 ff. -
3 siehe vorl. Band, S. 39-49 - * in der Handschrift: beschäftigt - 5 Mehrwert — $ wesentlich
als Profit

592 Beilagen

„Die alte Methode, den Profit des Pächters nach den drei Renten zu berechnen“
(Metairiesystem). In der Kindheit der Agrikultur gab es eine gewissenhafte und gleich-
mäßige Teilung des Eigentums, wie sie jetzt noch in weniger aufgeklärten Teilen der
Welt praktiziert wird ... der eine stellt Boden und Kapital, der andere Sachkenntnis
und Arbeit zur Verfügung; aber auf einem gut bearbeiteten und guten Boden bereitet
die Rente heute die geringste Sorge; sie ist die Summe, die ein Mann als Kapital und
in der jährlichen Verausgabung seiner Arbeit anlegen kann, auf die er die Zinsen Geldes

oder sein Einkommen zu berechnen hat.“ (p.34.) |XTI-580b]]

593

### [2. Nathaniel Forster über die Feindschaft

zwischen den Grundeigentümern
und den Gewerbetreibenden]

|XIII-670a] „Die Grundeigentümer und die Gewerbetreibenden stehen einander stets
feindselig gegenüber und mißgönnen einander die Gewinne.“ (p.22, note. [Nathaniel
Forster] „An Enguiry into the Causes of the Present High Price of Provisions etc.“, Lond.
1767.) |X111-670a]]

594

### [3. Hopkins’ Ansicht über das Verhältnis

zwischen Rente und Profit]

IXTII-669b] Bei Hopkins (die Stelle nachzusehen!') naiv rent of land
als die ursprüngliche Form des surplus value und Profit als davon ab-
geleitet.

Die Stelle lautet:

„Solange die ... Produzenten sowohl Landwirte als auch Manufakturisten waren,
erhielt der Grundeigentümer als Grundrente einen Wert von 10 !. Nimm an, diese Rente
werde !/, in Rohprodukten und zur anderen !/, in Manufakturwaren bezahlt; nach der
Trennung der Produzenten in die zwei Klassen der Landwirte und Manufakturisten“
könnte dies fortgesetzt werden. „In der Praxis schien es jedoch zweckmäßiger zu sein,
daß die Bebauer des Bodens die Rente zahlen und damit ihr Produkt belasten, wenn sie
es gegen das Produkt der Arbeit der Manufakturisten austauschen, so daß die Zahlung
zu gleichen Teilen beiden Klassen zufällt und Arbeitslohn und Profit in jeder Sphäre
gleichbleiben.“ (p.26, Th.Hopkins, „Enquiries relative to the Laws which regulate Rent,
Profit etc.“, Lond. 1822.) |XIII-669b||

595

### [4. Carey, Malthus und James Deacon Hume
über Verbesserungen in der Landwirtschaft]

|X1-490a| „Man wird bemerkt haben, daß wir immer den Eigentümer und den
Pächter als ein und. dieselbe Person betrachten ... Dies ist der Fall in den Vereinigten
Staaten.“ (p.97, H.C.Carey, „The Past, the Present, and the Future“, Philadelphia 1848.)

„Der Mensch geht immer von einem schlechten Boden zu einem besseren über, um
dann, auf seinem Wege zurückgehend, wieder zu dem ursprünglich schlechten zu
kommen und den Mergel oder den Kalk nach oben zu pflügen und so fort in ununter-
brochener Folge ... und bei jedem Schritt in dieser Richtung macht er eine bessere
Maschine.“ (p.128, 129.) „Kapital kann mit mehr Vorteil in der Landwirtschaft als in
Maschinen investiert werden, weil die letzteren nur von gleicher Kraft sind, dagegen die
andere von einer größeren Kraft.“ (l.c.) „Der Gewinn von einer Dampfmaschine“ (die
wool in cloth? verwandelt etc.) „ist der Arbeitslohn, abzüglich des Verlustes aus der
Abnutzung der Maschine. Die Arbeit, angewandt auf die Bearbeitung der Erde, pro-
duziert Löhne zuzüglich des Gewinns durch Verbesserung der Maschine.“ (l.c.) Daher
„wird ein Stück Land, das 100. im Jahr abwirft“, teurer „verkauft“ als a steam-
engine?, die ebensoviel im Jahr produziert. (p. 130.) „Der Käufer des ersteren weiß, daß
es ihm Löhne und Zinsen zahlen wird und dazu noch seinen Wert durch Gebrauch
vermehrt. Der Käufer des anderen weiß, daß es ihm Löhne und Zinsen geben wird,
seinen Wert durch Gebrauch aber vermindert. Der eine kauft eine Maschine, die durch
Gebrauch sich verbessert ...,der andere eine solche,die durch Gebrauch sich abnutzt...
Die eine ist eine Maschine, auf die neues Kapital und Arbeit mit stets steigendem Er-

trag verwendet werden können, während bei der anderen keine solche Anlage gemacht
werden kann.“ (p.131.)

Selbst die Verbesserungen in der Agrikultur, die verminderte Produk-
tionskosten und schließlich Fallen der Preise herbeiführen, zunächst aber -
solange die Preise noch nicht gefallen -temporaryrise of agricultural profit*,
verfehlen fast niemals,

1 Gemeint ist der Boden - ? Wolle in Tuch - ? eine Dampfmaschine - * zeitweiliges
Steigen des landwirtschaftlichen Profits

38*

596 Beilagen

„schließlich die Rente zu vergrößern. Das vermehrte Kapital, das angewandt wurde wegen
der Gelegenheit, große zeitweilige Profite zu machen, kann, wenn die gültigen Pacht-
verträge abgelaufen sind, selten oder nie ganz dem Boden entzogen werden; und bei der
Erneuerung dieser Verträge empfindet der Landlord den Vorteil davon durch die Ver-
mehrung seiner Rente.“ (Malthus, „Inguiry into the Nature and Progress of Rent etc.“,
London 1815 [p.26].)

„Wenn bis zum Vorherrschen der jüngsten hohen Preise Ackerland im allgemeinen
nur eine kleine Rente trug, hauptsächlich wegen der anerkannten Notwendigkeit häufiger
Brache,so mußten die Renten wieder reduziert werden, um eine Rückkehr zu demselben
System zu ermöglichen,“ (p.72, J.D.Hume, „Thougths on the Corn-Laws etc.“, Lon-
don 1815.) | XI-49%0a||

597

### [5. Hodgskin und Anderson über das Wachsen
der Produktivität der landwirtschaftlichen Arbeit]

IXIII-670a| „Eine abnehmende Bodenfläche ist ausreichend für die Versorgung
der Menschen mit Nahrungsmitteln in dem Maße, wie die Bevölkerung sich vermehrt.“
(p.69, „The Natural and Artificial Right of Property contrasted etc.“, by Hodgskin
(anonym), Lond. 1832.)

{Ditto Anderson vorher!}. |XTTI-670all

1 Siehe vorl. Band, 8.140/141

598

### [6. Abnahme] der Profitrate

IIXTII-670a]| Der Profit des größren, mit mehr capital constant (Maschi-
nerie, Rohmaterial) arbeitenden Kapitals ist kleiner, auf das Gesamtkapital
verteilt, worin die angewandte lebendige Arbeit in geringrem Verhältnis
steht zum Gesamtkapital, als der kleinre Profit auf die lebendige Arbeit, die
in größrem Verhältnis steht zum kleinren Gesamtkapital. Die Abnahme des
variablen Kapitals und die relative Zunahme des konstanten, obgleich beide
Teile wachsen, ist nur andrer Ausdruck für die vermehrte Produktivität der

Arbeit. |XIII-670all

## Anhang und Register

601

### Fremdsprachige Zitate

Die fremdsprachigen Zitate, die im Text in deutscher Übersetzung gebracht wurden,
werden hier nach der Marxschen Handschrift wiedergegeben. Das betrifft auch solche
Zitate, die Marx nicht vollständig ins Deutsche übersetzt hat. Unterstreichungen werden
wie im Haupttext durch Kursivschrift, Doppelunterstreichungen durch gesperrte Kursiv-
schrift hervorgehoben. Offensichtliche Schreibfehler werden stillschweigend korrigiert.
Wesentliche Abweichungen gegenüber dem Original sind in Fußnoten vermerkt.

## Achtes Kapitel

17 “In Flanders’”’ (belgischen) “dung and hay are in these parts imported from Holland"
(für den Flachsbau etc. Dagegen führen sie aus Flachs, linseed etc.) ‘Der refuse in
Dutch towns is a matter of trade, and is regularly sold at high prices to Belgium, At about
20 miles from Antwerp, up the Schelde, the reservoirs may be seen for the manure that
is brought from Holland. The trade is managed by a company of capitalists, on Dutch
boats”” etc. (Banfield!®),)

18 «Le proprietaire fournit le domaine, les bätimens, et ordinairement tout ou partie du
betail et des instrumens n&cessaires ä l’exploitation; le colon, de son cöte, apporte son
travail, et rien ou presque rien de plus; les produits de la terre se partagent par moitie.»
(Mathieu de Dombasle, «Annales agricoles» etc. Paris 1828, Ate livraison, p. 301.) «Les colons
partiaires sont generalement des hommes plonges dans la mistre> (p. 302). „Wenn der
mätayer un accroissement de produit brut de 1500 frs. erhielt, au moyen d’une avance
de 1000 frs.“ (also 500 frs. Bruttogewinn), „muß er zur Hälfte teilen mit dem pro-
prietaire, zieht also 750, verliert also 250 frs. von seinen avancen.“ (p. 304.) «Dans l’an-
cien systeme de culture, la depense ou les frais de production sont pris presque entiere-
ment sur les produits eux-m&mes en nature, par la consommation des bestiaux, du cultiva-
teur et de sa famille; il ne se fait presque aucune d&pense en &cus. Nur dieser Umstand
a pu donner lieu de croire que le proprietaire et le colon pouvaient partager entre eux
tout le produit des r&coltes qui n’est pas consomme& dans l’exploitation; aber dieser Pro-
zeß nur applicable diesem genre d’agriculture, d.h. der agriculture miserable; aber sobald
man eine Verbesserung der Agrikultur anbringen will, merkt man, daß dies nur möglich °
durch quelques avances dont il faut r&server le montant sur le produit brut, pour l’appli-
quer & la production de l’anne&e suivante, en sorte que tout partage du produit brut, entre
le proprietaire et le colon, forme un obstacle insurmontable ä toute ame&lioration.»

(l.c.p.307.)

105 „Wider das Austrocknen von Sümpfen, improving von woods, inclosing von commons,
sowing of St.Foyne and Clovergrass, wird gemurrt von den landlords, as the way to

depress the price of victuals.“ ([Petiy] ““Polit. Arith.”, Lond. 1699, p.230.)

602 Anhang und Register

106 „Renten mögen fallen in some places, and some counties, und doch der Grund und
Boden der Nation“ (er meint den Bodenwert) “improve all the while 2.B. wenn parks
are disparked und Wälder und commons are taken in, and enclosed; when Fen-Lands
are drained, und wenn viele Teile“ (des Landes) „durch Industrie und manuring! ver-
bessert werden, it must certainly depretiate that ground which has been improved to the
full before und keiner weitren Verbeßrung fähig ist. So sinkt das Renteinkommen der
Privaten, aber die general rent des kingdom hebt sich durch solche improvements gleich-
zeitig“ (p.26, 27). „1666-1688 fielen die private rents, aber das Rise in the kingdomes
general rental was in proportion größer während dieser Zeit als in den vorhergehenden
Jahren, weil the improvements upon land were greater and more universal, between
those two periods, than at any time before“ (p.28, D’Avenant, “Discourses on the Pu-
blick Revenues etc.”’, Part I], London 1698).

## Neuntes Kapitel

115 „Das Gesetz von 1773”, ..., „ging von der avowed intention aus, den Kornpreis für
unsere manufacturers zu erniedrigen, um durch encouragement of Foreign importation
unser eigenes Volk at a cheaper rate zu setzen.“ (p.50, [Anderson] “A calm Investigation
of the circumstances that have led to the present scarcity of grain in Britain”, London
1801.)

118 “I shall greatly regret that considerations for any particular class, are allowed to check the
progress of the wealth and population of the country." (p.49, Ricardo, “An Essay on the
Influence of a low Price of Corn on the Profits of Stock etc.””, London 1815. 2nd ed.)

118 “That some capital would be lost cannot be disputed, but is the possession or preservalion
of capital the end, or the means? The means, undoubtedly. What we want is an abun-
dance of commodities,” ... “and if it could be proved that by the sacrifice of a part of our
capital we should augment the annual produce” (die jährliche Produktion) “of those objects
which contribute to our enjoyment and happiness, we ought not to repine at the loss of
a part of our capital." (p.60, “On Protection to Agriculture”, 4th ed., London 1822.)

118 “To an individual with a capital of 20000 l., whose profits were 2000 I. per annum, it
would be a matter quite indifferent whether his capital would employ a hundred or a
thousand men, whether the commodity produced, sold for 10000 /., or for 20000 I.,
provided, in all cases, his profits were not diminished below 2000 I, Is not the real in-
terest of the nation similar? Provided its net real income, its rent and profits be the same,

it is of no importance whether the nation consists of 10 or of 12 millions of inhabitants.’”
(p.416, “Principles of Political Economy’, 34. ed.)

129 “In an improved state of agriculture produce may be raised on the second or third quality
of land at as little cost as is could under the old system upon the first quality.” (Sir
Edw. West, “Price of Corn and Wages of Labour", Lond. 1826, p.98.)

129 „Das principle of competition macht 2 rates of profit unmöglich in demselben Land; aber
das bestimmt die relative rents, aber nicht den general average of rent.“ (p.30, Th. Hop-
klins], “On Rent of Land, and its Influence on Subsistence and Population“, London 1828.)

2 In der Handschrift: manufacturing

Fremdsprachige Zitate 603

129 “If all labourers were employed for the same end, or object, as the diamond cutter and
the opera singer, in a short time there would be no wealth to subsist them, because none
of the wealth produced would then become capital. If a considerable proportion were so
employed, wages would be low; because, but a comparatively small part of what was
produced would be used as capital; but if only a few of the labourers were so employed,
and, of course, nearly all were ploughmen, shoemakers, weavers etc., then much capital
would be produced, and wages could be proportionally high.” (l.c.p.84, 85.) “With the
diamond cutter and the singer, must be classed all those who labour for the landlords,
or annuitants, and who receive a part of their income as wages: all, in fact, whose labours
terminate merely in producing those things which gratify landlords and annuitants, and
who receive in return for their labours, a part of the rent of the landlord, or of the income
of the annuitant. These are all productive labourers, but all their labours are for the
purpose of converting the wealth which exists, in the shape of rents and annuities, into
some other form, that shall, in that other form, more gratify the landlord and annuitant,
and therefore they are secondary producers. All other labourers are primary producers.””

(l.c.p.85.)

130 „In Irland nach mäßiger Berechnung und dem Zensus von 1821 das whole net produce,
das an den landlord geht, government and tithe-owners 20%/, Millionen /., diewhole wages

aber nur 14 114 000 1.“ (Hopkins, 1.c.p.94.)

130 „Die cultivators“ in Italy „zahlen im allgemeinen t/, und eben mehr als */, des produce
als Rent an den landlord bei moderate skill in agriculture und a scanty supply of fixed
capital. Der größte Teil der population besteht aus secondary producers und landlords
und generally the primary producers are a poor and degraded class.“ (p. 101, 102.)

130 „Derselbe case in Frankreich unter Louis XIV. [XV. und XV1.]. Nach Young 140905 304 1.
in rent, tithes und taxes. Dabei Ackerbau miserabel. Die Population Frankreichs da-
mals 26363 074. Wenn selbst 6 millions of labouring population, was zu large, hätte
jede family zu liefern gehabt, jährlich, direkt oder indirekt, an average von about 23 I. of
net wealth to the landlords, the church, and the government. Nach Youngs Angaben,
noch allerlei in Anschlag gebracht, kommt auf die Arbeiterfamilie jährlich 42 I. 10 sh.
Produkt, 23 davon paid away to others, und 19 I. 10 sh. remained to subsist itself.“
(l.c.p. 102-104.)

133 “The error of Mr.Malthus and his followers is to be found in the assumption, that a
reduction of the labouring population would not be followed by a correspondent reduction
of capital!” (l.c.p.118.) „Herr Malthus vergißt, daß die demand limited by the means
of paying wages und“ daß „diese means do not arise spontaneously, but are always
previouisly created by labour.“ (l.c.p.122.)

133 “Sonderbar diese strong inclination to represent net wealth as beneficial to the labouring
class, because it gives employment! though it is evidently |]509] not on account of being net,
that it has that power, but because it is wealth, - that which has been brought into existence
by labour: while simultaneously, an additional quantity of labour is represented as
injurious to the labouring classes, though that labour produces 3x as much as it consumes’”

(l.c.p. 126).

133 “If by the use of superior machinery, the whole primary produce could be raised from
200 to 250 or 300, while net wealth and pro fit took only 140, klar, that there would remain
as a fund for the wages of the primary pro ducers 110 or 160 instead of 60.” (l.c.p. 128.)

604 Anhang und Register

133 “The condition of labourers is rendered bad either by crippling their productive power,
or by taking from them what they have produced.” (l.c.p. 129.)

133 “No says Mr. Malthus, ‘the weight of your burthen has nothing whatever to do with your
distress; that arises solely there being too many persons carrying it’." (l.c.p. 134.)

133 “In the general principle, that cost of production regulates the exchangeable value of all
commodities, original materials are not included; but the claim which the owners of these
have upon produce, causes rent to enter into value.'’ (p.11. Th.Hopkins, ‘“Economical
Enquiries relative to the Laws which regulate Rent, Profit, Wages, and the Value of Money”,
London 1822.)

133 “Rent, or a charge for use, arises naturally out of ownership, or the establishment of a
right of property.” (l.c.p.13.)

133 “Anything may yield a rent if it is possessed of the following qualities: - First, it must
exist in a degree of scarcity; secondly, it must have the power to aid labour in the great
work of production.” (l.c.p. 14.)

133 ... “where land so plentiful, compared with the labour and stock to be employed upon it,”
... “that no charge for rent could be made, because it was not scarce.” (l.c.p.21.)

134 „In einigen Ländern kann der Lord 50% ausquetschen, in andren nicht 10. In den
fruchtbaren Gegenden des Ostens man can subsist upon ?/, des produce of his labour
employed upon the land; but in parts of Switzerland and Norway, an exation of 10%
might depopulate the country ... we see no natural bounds to the rent that may be
exacted, but in the limited abilities of the payers“ (p.31) ... “when inferior soils exist,
the competition of those inferior soils against the superior." (p.33, 34.)

134 “In England viel common land, the natural fertility of which is equal to what a large
part of the land now cultivated was, prior to its being taken into cultivation; and yet the
expense of bringing such common lands into cultivation is so great, as io cause them not to
yield the ordinary interest for the money expended in improving them, leaving nothing as rent
for the natural fertility of the soil: and this with all the advantages of an immediate appli-
cation of labour, aided by stock skilfully applied, and furnished with manufactures
cheaply produced; außerdem good roads in der Nachbarschaft etc. ... The present land
proprietors may be considered the owners of all the accumulated labour which has for ages
been expended, in bringing the country to its present productive state.” (.c.p.35.)

135 “A stream, favourably situated, furnishes an instance of a rent being paid for an appro-
priated gift of nature, of as exclusive a kind as any that can be named. This is well under-
stood in manufacturing districts, where considerable rents are paid for small streams of
water, particularly if the fall is considerable. The power obtained from such streams
being equal to that afforded by large steam-engines, it is as advantageous to use them,
though subject to the payment of a heavy rent, as it is to expend large sums in the erection
and working of steam-engines. Of streams, too, there are some larger, some smaller.
Contiguity to the seat of manufacture is also an advantage which commands a higher
rent. In the counties of York and Lancaster there is probably a much greater difference
between the rents paid for the smallest and the largest streams of water, than there is
between the rents paid for 50 of the least and 50 of the most fertile acres that are in
common cultivation.’’ (Hopkins, ].c.p.37, 38.)

Fremdsprachige Zitate 605

140 „Unter einem judicious system of management, kann die Produktivität des Bodens be
made to augment, from ycar to year, for a succession of time to which no limit can be
assigned, till at last it may be made to attain a degree of productiveness, of which we
cannot, perhaps, at this time conceive an idea.” ([Anderson, "A calm Investigation ..."”,]

p.35, 36.)

141 „Dies kann mit Sicherheit gesagt werden, daß die present population so unbedeutend
ist, verglichen mit der, die dies Eiland unterhalten kann, daß sie weit below any degree
of serious consideration.“ (p.37.)

141 ‘“Wherever population increases the produce of the country must be augmented along
with it, unless some moral influence is permitied to derange the economy of nature.”

(P.41.)

141 “It is not the rent of the land that determines the price of its produce, but it is the price
of that produce which determines the rent of the land, although the price of that produce
is often highest in those countries where the rent of land is lowest.” ...””This seems to be
a paradox that deserves to be explained. In every country there is a variety of soils,
differing considerably from one another in point of fertility. These we shall at present
suppose arranged into different classes, which we shall denote by the letters A, B, C, D,
E, F etc., the class A comprehending the soils of the greatest fertility, and the other
letters expressing different classes of soils, gradually decreasing in fertility as you recede
from the first. Now, as the expense of cultivating the least fertile soil is as great or greater
than that of the most fertile field, it necessarily follows, that if an equal quantity of corn,
the produce of each field, can be sold at the same price, the profit on cultivating the most
fertile soil must be much greater than that of cultivating the others”; ... “and as this
continues to decrease”” ... “as the sterility increases, it must at length happen that the
expense of cultivating some of the inferior classes will equal the value of the whole pro-
duce.'’ ([Anderson, “An enquiry into the nature of corn laws ...”, Edinburgh 1777,]
p-45-48.)

142 ... “infinite diversity of soils’’ zum Teil daher, daß diese “‘soils may be so much altered
from their original state by the modes of culture they have been formerly subjected to, by
the manures"” etc. (p.5, [Anderson] “An Inguiry into the Causes ete.”', Edinburgh 1779.)

143 “Where there are two fields, the produce of which is nearly as above stated, nämlich das
eine 12 bushels remunerating the expense, das andere 20, without requiring any imme-
diate outlay for their improvement, the farmer would pay even more rent than 6 bushels
f.1. for the latter, während keine für das andre. Wenn 12 bushels just sufficient for the
expense of cultivating, no rent whatever can be afforded for cultivated land that yields
only 12 bushels.”' (p.107-109, vol. III, [Anderson] “Essays relating to agriculture and
rural affairs’’. Edinburgh - London 1775-1796.)

143 “Yet it cannot be expected that, if the superior produce has been immediately occasioned
by his own outlay of capital, and exertions of industry, he can pay nearly the same propor-
tion of it as rent: but after the land has been for some time in a permanent state of fertility
to that degree, though it even originally derived that fertility from his own industry, he
willbe content to pay such a proportion of rent as is here stated." (l.c.p.109, 110.)

150 “The produce of the earth - all that is derived from its surface by the united application
of labour, machinery, and capital, is divided among three classes of the community;
namely, the proprietor of the land, the owner of the stock or capital necessary for its cul-

606 Anhang und Register

tivation, and the Jabourers by whose industry it is cultivated.'’ ([Ricardo] “Prince. of Pol.
Ec.”, Preface, 34 ed. London 1821.)

150 “But in different stages of society, the proportions of the whole produce of the earth which
will be alloited to each of these classes, under the names of rent, profit and wages, will be
essentially different.” (l.c.)

155 «La rente, dans le sens de Ricardo, est la propriet£ fonciöre & l’&tat bourgeois: c’est-ä-dire
la propriete f&odale qui a subi les conditions de la production bourgeoise.» ([Marx,]

p.156, «Misere de la Phil», Paris 1847.)

155 «Ricardo, apr&s avoir suppos& la production bourgeoise comme necessaire pour deter-
miner la rente, l’applique neanmoins & la propriete foncitre de toutes les &poques et de
tous les pays. Ce sont lä les errements de tous les &conomistes, qui repr&sentent les
rapports de la production bourgeoise comme des categories &ternelles.» (l.c.p. 160.)

155 «Les terres capitaux peuvent ötre augmentees tout aussi bien que tous les autres instru-
ments de production. On n’y ajoute rien ä la matiere, pour parler le langage de M.Proud-
hon, mais on multiplie les terres qui servent d’instrument de production. Rien qu’ä appliguer
ä des terres dejä transform&es en moyen de production de secondes mises de capital, on
augmente la terre capital sans rien ajouter ä la terre matitre, c’est-ä-dire A l’&tendue de la
terre.) (l.c.p.165.)

155 «En premier lieu, on ne peut pas, comme dans l’industrie manufacturitre, multiplier d
volonte les instruments de production du me&me degre de productiviie, c’est-A-dire les terrains
du m&me degr& de f&condite. Puis, A mesure que la population s’accroit, on en vient A
exploiter des terrains d’une qualit£ inferieure, ou & faire sur le m&me terrain de nouvelles
mises de capital proportionellement moins productives que les premitres.» (l.c.p. 157.)

## Zehntes Kapitel

158 “It is not the rent of the land that determines the price of its produce, but it is the price
of that produce which determines the rent of the land’’ [Anderson, “An enquiry into the
nature of corn laws...”, Edinburgh 1777, p.45.]

159 “The notion of agriculture yielding a produce, and a rent in consequence, because
nature concurs with human industry in the process of cultivation, is a mere fancy. It is
not from the produce, but from the price at which the produce is sold, that the rent is
derived; and this price is got not because nature assists in the production, but because it
is the price which suits the consumption to the supply.” [Buchanan in Smith, “ An
inquiry into the nature and causes of the wealth of nation", vol. II, Edinburgh 1814,
p.55, note.]

163 ““Mr.Ricardo’s system is one of discords ... its whole tends to the production of hostility
among classes and nations ... His book is the true manual of the demagogue, who seeks
power by means of agrarianism, war, and plunder.”’ (p.74, 75 H.[C.] Carey, “The Past,
the Present, and the Future”, Philadelphia 1848.)

165 ‘“It remains” ... “"however to be considered, whether the appropriation of land, and the
consequent creation of rent, will occasion any variation in the relative value of commodi-

ties, independently of the quantity of labour necessary to production.” (p.53, [Ricardo]
“Princ. of Pol. Ec.”, 3d edit., Lond. 1821.)

Fremdsprachige Zitate 607

167 “It is the comparative quantity of commodities which labour will produce,that produces!

their present or past relative value.” (l.c.p.9.)

167 “Two commodities vary in relative value, and we wish to know in which the variation has
taken place.’” (p.9.)

168 “The inquiry to which I wish to draw the reader’s attention, relates to the effect of the
variations in Ihe relative value of commodities, and not in their absolute value.” (p.15.)

169 “Instead of regarding’ ... “value as a relation between two objects, they’’ (Ricardo and
his followers) “consider it as a positive result produced by a definite quantity of labour.”
([Bailey, “A critical dissertation...”’,] p.30.)

169 ... “value, as something intrinsic and absolute.” (l.c.p.8.)

170 “Not only the labour applied immediately to commodities affects their value, but the la-
bour also which is bestowed on the implements, tools, and buildings, with which such
labour is assisted.’’ ([Ricardo, “On the principles of political economy ..., London

1821,] p.16.)

173 “In every state of society, the tools, implements, buildings, and machinery employed in
different trades may be of various degrees of durability, and may require different portions
of labour to produce them.” (l.c.p.25.)

174 “The proportions, too, in which the capital that is to support labour”” (das variable Kapi-
tal) “and the capital that is invested in tools, machinery, and buildings”’ (fixes Kapital)
“‘nay be variously combined.’ Wir haben also einen “difference in the degree of durability
of fixed capital, and this variety in the proportions in which the two sorts of capital may
be combined”. (p.25.)

174 ‘The food and clothing consumed by the labourer, the buildings in which he works, the
implements with which his labour is assisted, are all of a perishable nature. There is how-
ever a vast difference in the time for which these different capitals willendure... Accord-
ing as capital is rapidly perishable, and requires to be frequently reproduced, or is of
slow consumption, it is classed under the heads of circulating, or of fixed capital.’’ (p. 26.)

174 “It is also to be observed that the circulating capital may circulate, or be returned to its
employer, in very unequal times. The wheat bought by a farmer to sow is comparatively a
fixed capital to the wheat purchased by a baker to make into loaves. One leaves it in the
ground, and can obtain no return for a year; the other can get it ground into flour, sell it
as bread to his customers, and have his capital free to renew the same, or commence any
other employment in a week.” (p.26, 27.)

175 “Two trades then may employ the same amount of capital; but it may be very differently
divided with respect to the portion which is fixed, and that which is circulating.” (p. 27.)

175 "Again two manufacturers may employ the same amount of fixed, and the same amount
of circulating capital; but the durability of their fixed capitals” (...)""may be very unequal.
One may have steam-engines of the value of 10 000 !., the other, ships of the same value.”

(p.27, 28.)

175 “Different degrees of durability of ... capitals, or, which is the same thing ... of the time
which must elapse before one set of commodities can be brought to market.’’ (p.30.)

3 Bei Ricardo: determines

608 Anhang und Register

175 “It is hardly necessary to say, that commodities which have the same quantity of labour
bestowed upon their production, will differ in exchangeable value, if they cannot be brought
to market in the same time." (p.34.)

175 ‘“Suppose I employ twenty men at an expense of 1000 /. for a year in the production of a
commodity, and atthe end of the year I employ twenty men again for another year, at a
further expense of 1000 2. in finishing or perfecting the same commodity, and that I bring
it to market at the end of two years, if profits be 10 p.c., my commodity must sell for
2310 1.; for Ihave employed 1000 /. capital for one year, and 2100 /. capital for one year
more. Another man employs precisely the same quantity of labour, but heemploysitallin
the first year; he employs forty men at an expense of 2000 /., and at the end of the
first year he sells it with 10 p.c. profit, or for 2200 !. Here then are two commodities
having precisely the same quantity of labour bestowed on them, one of which sells for 2310 I. -
the other for 2200 1.” (p. 34.)

176 ... "thisdifference ... and variety in the proportions etc. introduce another cause, besides the
greater or less quantity of labour necessary to produce commodities, for the variations in
their relative value - this cause is the rise or fall in the value of labour." (p.25, 26.)

176 “A rise in the wages of labour cannot fail to affect unequally, commodities produced
under such different circumstances.’’ (p.27.)

177 ‘“‘Suppose two men employ one hundred men each for a year in the construction of two
machines, and another man employs the same number of men in cultivating corn, each
of the machines at the end of the year will be of the same value as the corn, for they will
each be produced by the same quantity of labour. Suppose one of the owners of one of
the machines to employ it, with the assistance of one hundred men, thefollowing year in
making cloth, and the owner of the other machine to employ his also, with the assistance
likewise of one hundred men, in making cotton goods, while the farmer continues to
employ one hundred men as before in the cultivation of corn. During the second year
they will allhave employed the same quantity of labour” ..., “but the goods and machine
together |[532|of the clothier, and also of the cotton manufacturer, will be the result of the
labour of two hundred men, employed for a year; or, rather, of the labour of one hundred
men for two years; whereas the corn will be produced by the labour of one hundred men
for one year, consequently if the corn be of the value of 500/. the machine and cloth of the
clothier together, ought to be of the value of 1000 /. and the machine and cotton goods
of the cotton manufacturer, ought to be also of twice the value of the corn. But they will be
of more than twice the value of the corn, for the profit on the clothier’s and cotton manu-
facturer’s capital for the first year has been added to their capitals, while that of the farmer
has been expended and enjoyed. On account then of the different degrees of durability of
their capitals, or, which is the same thing, on account of the time which must elapse before one
set of commodities can be brought to market, they will be valuable, not exactly in proportion
to the quantity of labour bestowed on them, - they will not be as two to one, but something
more, to compensate for the greater length of time which must elapse before the most valuable
can be brought to market. Suppose that for the labour of each workman 50 I. per annum
were paid, or that 5000 /. capital were employed and profits were 10 per cent., the value of
each of the machines as well as of the corn, at the end of the first year, would be 5500 I.
The second year the manufacturers and farmers will again employ 5000 !. each in the
support of labour, and will therefore again sell their goods for 5500 I.; but the men using
the machines, to be on a par with the farmer, must not only obtain 5500 /., for the equal

Fremdsprachige Zitate 609

capitals of 5000 !. employed on labour, but they must obtain a further sum of 550 I.; for
the profit on 5500 I. which they have invested in machinery, and consequently” (...) “their
goods must sell for 6050 1." ... “Here then are capitalists employing precisely the same
gitantity of labour annually on the production of their commodities, and yet the goods they
produce differ in value on account of the different quantities of fixed capital, or accumulated
labour, employed by each respectively."” ... “The cloth and cotton goods are of the same
value, because they are the produce of equal quantities of labour, and equal quantities of
fixed capital; but corn is not of the same value” ... “as these commodities, because it is
produced, as far as regards fixed capital, under different circumstances.’ (p.29-31).

180 ... “the goods they” (the cottonmanufacturer and the farmer) “produce differ in value
on account of the different quantities of fixed capital, or accumulated labour, employed by
each respectively.'' (p.31.)

181 “Here then are two capitalists employing precisely the same quantity of labour annually
in the production of their commodities, and yet the goods they produce differ in value.’

(p.30, 31.)

182 ‘Here then are capitalists employing precisely the same quantity of” (immediate, living)
“]abour annually on the production of their commodities, and yet the goods they produce
differ in value” (i.e. have cost-prices different from their values) ‘on account of the
different quantities of... accumulated labour, employed by each respectively.'’ [p.30, 31.]

183 “But they” (the cottons) “will be of more than twice the value of the corn, for the profit ...
on the coffon manufacturer’s capital for the first year has been added to his capital, while
that of the farmer has been expended and enjoyed.’’ (...) “On account then of the different
degrees of durability of their capitals, or, which is the same thing, on account of the time
which must elapse before one set of commodities can be brought tomarket, theywill be valuable,
not exactly in proportion to the quantity of labour bestowed on them, - they will not be
as two to one, but something more, fo compensate for the greater length of time which must
elapse before the most valuable can be brought to market.” (p.30.)

185 “Suppose I employ twenty men at an expense of 1000 1. for a year in the production of
a commodity, and at the end of the year I employ twenty men again for another year,
at a further expense of 1000 /. in finishing or perfecting the same commodity, and that I
bring it to market at the end of two years, if profits be 10 p.c., my commodity must sell
for 2310 1.; for I have employed 1000 !. capital for one year, and 2100 !. capital for one
year more. Another man employs precisely the same quantity of labour, but he employs it
all in the first year; he employs forty men at an expense of 2000 !., and at the end of the
first year he sells it with 10 p.c. profit, or for 2200 I. Here then are two commodities
having precisely the same quantity of labour bestowed on them, one of which sells for
2310 !. - the other for 2200 I. This case appears to differ from the last, but is, in fact, the
same.’ (p.34, 35.) ö

187 ““ The difference in value arises in both cases from the profits being accumulated as capital,
and is only a just compensation” (...) “for the time that the profits were withheld.” (p.35.)

190 „Ricardo hat nicht nur gezeigt, daß es unmöglich ist für einen rise of wages den Preis
aller Waren zu heben, sondern daß in vielen Fällen ein rise of wages notwendig führt zu
einem fall of prices und ein fall of wages zu einem rise of prices.“ (p. 299, MeCulloch, “The
Principles of Political Economy"', London 1825.)

610 Anhang und Register

190 “There can be no rise in the value of labour without a fall of profits.” ([Ricardo, “On the
principles of political economy, and taxation”, third edition, London 1821,] p.31.)

191 “The degree of alteration in the relative value of goods, on account of a rise or fall of
labour” (...), “would depend on the proportion which the fixed capital bore to the whole
capital employed. All commodities which are produced by very valuable machinery, or
in very valuable buildings, or which require a great length of time before they can be
brought to market, would fall in relative value, while all those which were chiefly pro-
duced by labour, or which would be speedily brought to market would rise in relative

value.’’ (p.32.)

192 “ The reader, however, should remark, that this cause of the variation of commodities’’
(...) “is comparatively slight in its effects ... Not so with the other great cause of the
variation in the value of commodities, namely, the increase or diminution in the quantity
of labour necessary to produce them ... An alteration in the permanent rate of profits, to
any great amount, is the effect of causes which do not operate but in the course of years;
whereas alterations in the quantity of labour necessary to produce commodities, are of
daily occurrence. Every improvement in machinery, in tools, in buildings, in raising the
raw material, saveslabour, and enables ustoproducethe commodityto whichiheimprove-
ment is applied with more facility, and consequently its value alters. In estimating,
then, the causes of the variations in the value of commodities, although it would be wrong
wholly to omit the consideration of the effect produced by a rise or fall of labour, it
would be equally incorrect to attach much importance to it.’’ (p.32, 33.)

192 “This difference in the degree of durability of fixed capital, and this variety in the propor-
tion in which the two sorts of capital may be combined, introduce another cause, besides
the greater or less quantity of labour necessary to produce commodities, for the variations
in their relative value - this cause is the rise or fall in the value of labour.” (p.25, 26.)

193 ... “it being shown in this section that without any variation in the quantity of labour,
the rise of its value merely will occasion.a fall in the exchangeable value of those goods, in
the production of which fixed capital is employed; the larger the amount of fixed capital,
the greater will be the fall.” (p.35.)

193 “In proportion as fixed capital is less durable, it approaches to the nature of circulating
capital. It will be consumed and its value reproduced in a shorter time, in order to preserve
the capital of the manufacturer.” (p.36.)

194 ... “to keep it in its original state of efficiency; but the labour so bestowed may be consid-
ered as really expended on the commodity manufactured, which must bear ä value in
Pproportion to such labour." (p.36, 37.) “If the wear and tear of the machine were great,
if the quantity oflabour requisite to keep in an efficient state were that of fifty men annual-
ly, Ishouldrequire an additionalprice for my goods, equal tothat which wouldbe obtained
by any other manufacturer who employed fifty men in the production of other goods, and
who used no machinery at all. But a rise in the wages of labour would not equally affect
commodities produced with machinery quickly consumed, and commodities produced
with machinery slowly consumed. In the production of the one, a great deal of labour
would be continually transferred to the commodity produced’’ ... “in the other very little
would be so transferred.” ... “Every rise of wages, therefore, or, which is the same thing,
|\540| every fall of profits, would lower therelative value of those commodities which were
produced with a capital of a durable nature, and would proportionally elevate whose

Fremdsprachige Zitate 6

which were produced with capital more perishable. A fall of wages would have precisely
the contrary effect.” (p.37, 38.)

195 “It will be seen, then, that in the early stages of society, before much machinery or
durable capital is used, the commodities produced by equal capitals will be nearly or
equal value, and will rise or fall only relatively to each other on account of more or less
labour being required for their production” ... “but after the introduction of these
expensive and durable instruments, the commodities produced by the employment of equal
capitals willbe of very unequal value; and although they will still be liable to rise or fall
relatively to each other, as more or less labour becomes necessary to their production,
they will be subject to another, though a minor variation, also, from the rise or fall of
wages and profits. Since goods which sell for 50007. may be theproduce of a capital equal
in amount to that from which are produced other goods which sell for 10000 /., the
profits on iheir manufacture will be the same; but those profits would be unequal, if the prices
of the goods did not vary with a rise or fall in the rate of profits.”” (p.40, 41.)

196 “Mr. Malthus appears to think that it is a part of my doctrine, that the cost and value of a
thing should be the same; - it is, if he means by cost, ‘cost of production’ including profits.”

(p.46, Note.)

197 ‘May not gold be considered as a commodity produced with such proportions of the two
kinds of capital as approach nearest to the average quantity employed in the production
of most commodities? May not these proportions be so nearly equally distant from the
two extremes, the one where little fixed capital is used, the other where little labour is
employed, as to form a just mean between them?” (l.c.p.44.)

197 “Before I quit this subject, it may be proper to observe, that Adam Smith, and all the
writers who have followed him, have, without one exception that I know of, main-
tained that a rise in the price of labour would be uniformly followed by a rise in the price
of all commodities.” ... “I hope I have succeeded in showing, that there are no grounds
for such an opinion, and that only those commodities would rise which had less fixed
capital employed upon them than the medium in which price was estimated” (...), “and that
all those which had more, would precisely! fallin price when wages rose.On the contrary,
if wages fall, those commodities only would fall, which had a less proportion of fixed
capital employed on them, than the medium in which price was estimated; allthose which
had more, would positively rise in price.'’ (p.45.)

199 “When commodities varied in relative value, it world be desirable to have the means of
ascertaining which of them fell and which rose in real value, and this could be effected
only by comparing them one after another with some invariable standard measure, which
should itself be subject to none of the fluctuations to which other commodities are

exposed. (p.4l, 42.)

199 ... “there is no commodity which is not itself exposed to the same variations ... that is,
there is none which is not subject to require more or less labour for its production.”

(p.42.)

200 .„.. “to be a perfect measure of value,-by which we could accurately ascertain the varia-
tions in all other things.” (p.43.) “It would be a perfect measure of value for all things
produced under the same circumstances precisely as itself, but for no others.” (l.c.)

? Bei Ricardo: positively
39*

612 Anhang und Register

200 “A rise of wages from this cause will, indeed, be invariably accompanied by a rise in the
price of commodities; but in such cases, it will be found that labour and all commodities
have not varied in regard to each other, and that the variation has been confined to
money." (p.47.)

201 “The exchangeable value of all commodities, whether they be manufactured, or the pro-
duce of the mines, or the produce of land, is always regulated, not by the less quantity of
labour that will suffice for their production under circumstances highly favorable, and
exclusively enjoyed by those who have peculiar facilities of production; but by the greater
quantity of labour necessarily bestowed on their production by those who have no such
facilities; by those who continue to produce them under the most unfavorable circum-
stances; meaning — by the most unfavorable circumstances, the most unfavorable under
which the quantity of produce required, renders it necessary to carry on the production.”

(p.60, 61.)

206 “With the rise or fall of price, profits are elevated above, or depressed below their general
level, and capital is either encouraged to enter into, or is warned to depart from the
barticular employment in which the variation has taken place." (p.80.)

207 ... “every man free to employ his capital where he pleases ... will naturally seck for it
that employment which is most advantageous; he will naturally be dissatisfied with a
profit of 10 per cent, if by removing his capital he can obtain a profit of 15 per cent. This
restless desire on the part of all the employers of stock, to quit a less profitable for a more ad-
vantageous business, has a strong tendency to equalise the rate of profits of all, or to fix them
in such proportions, as may in the estimation of the parties, compensate for any advantage
which one may have, or may appear to have over the other.” (p.81.)

207 “No writer has more satisfactorily and ably shewn than Dr. Smith, the tendency of
capital to move from employments in which the goods produced do not repay by their
price the whole expenses, including the ordinary profits” (...), "of producing and bringing
them to market." (p.342, note.)

207 “It is perhaps very difficult to trace the steps by which this change is efected: it is prob-
ably effected, by a manufacturer not absolutely changing his employment, but only lessening
the quantity of capital he has in that employment. In all rich countries, there is anumber of
men forming what is called the monied class; these men are engaged in no trade, but live
on the interest of their money, which is employed in discounting bills, or in loans to the
more industrious part of the community. The bankers too employ a large capital on the
same objects. The capital so employed forms a circulating capital of a large amount, and
is employcd, in larger or smaller proportions, by all the different trades of a country.
There is perhaps no manufacturer, however rich, who limits his business to the extent
that? his own funds alone will allow: he has always some portion of this floating capital,
increasing or diminishing according to the activity of the demand for his commodities.
When the demand for silks increases, and that for cloth diminishes, the clothier does not
remove with his capital to the silk trade, but he dismisses some of his workmen, he
discontinues his demand for the loan from bankers and monied men; while the case of
the silk manufacturer is the reverse: he borrows more, and thus capital is transferred from
one employment to another, without the necessity of a manufacturer discontinuing his usual
occupation. When we look to the markets of a large town, and observe how regularly they

2 In der Handschrift: of

Fremdsprachige Zitate 613

are supplied both with home and foreign commodities, in the quantity in which they are
required, under all the circumstances of varying demand, arising from the caprice of
taste, or a change in the amount of population, without often producing either the effects
of a glut from a too abundant supply, or an enormously high price from the supply being
unequal to the demand, we must confess that the principle which apportions capital to
each trade in the precise amount that it is required, is more active than is generally

supposed.'’ (p.81, 82.)

209 ‘‘In making labour the foundation of the value of commodities, and the comparative
quantity of labour which is necessary to their production, the rule which determines the
respective quantities of goods which shall be given in exchange for each other, we must
not be supposed to deny the accidental and temporary deviations of the actual or market
price of commodities from this, their primary and natural price.’ (p.80.)

209 “Let us suppose that all commodities are at their natural price, and conseguently that the
profits of capital in all employments are exactly at the same rate, or differ only so much as,
in the estimation of the parties, is equivalent to any real or fancied advantage which they
possess or forego.”' (p.83.)

210 “It is then the desire, which every capitalist has, of diverting his funds from a less to a
more profitable employment, that prevents the market price of commodities from! con-
tinuing for any length of time either much above, or much below their natural? price. It is
this competition which so adjusts the changeable value” ... “of commodities, that after
paying the wages for the labour necessary to their production, and all other expenses
required to put the capital employed in its original state of efficiency, the remaining value
or overplus will in each trade [be] in proportion to the value of the capital employed.””

(p.84.)

210 “In the 7th chap. of the Wealth of Nations, all that concerns this question is most ably
treated.'' (p.84.)

213 “Their price”’ (of monopolised commodities) “has no necessary connexion with their
natural value: but the prices of commodities, which are subject to competition, ... will
ultimately depend ... on ... cost of their production.’ (p.465.)

214 “It” (foreign trade) “can only be regulated by altering the natural price, not the natural
value, at which commodities can be produced in those countries, and that is effected by
altering the distribution of the precious metals.”” (l.c.p.409.)

214... @l y a toujours quelques marchandises ... dont le prix se resout en deux parties
seulement; les salaires du travail et les profits des fonds» ([Smith, «Recherches sur la
nature et les causes de la richesse des nations», Paris 1802,11. 1, ch.VI, v. I., p. 103.)

215 «Salaire, profit et rente sont les trois sources primitives de tout revenu, aussi bien que de
toute valeur echangeable.» (t.1, 1.1, ch.VI, p.105.)

216 «La marchandise est |}550| alors vendue precisement ce qu’elle vaut» (...) “ow (...) «ce qu’elle
coüte r&ellement A la personne qui la porte au march) (...) «car quoique, dans le langage
ordinaire, quand on parle de ce qu’une marchandise coüte en premiere main, on n'y
comprenne pas le profit de la personne qui fait metier de la vendre, cependant si celle-ci
la vendait A un prix qui ne lui rendit pas son profit au aux ordinaire du canton, il est &vident

2 In der Handschrift: of -? in der Handschrift: market

614 Anhang und Register

qu’elle perdrait ä ce metier, puisqu’elle aurait pu faire ce profit en employant son capital
d’une autre maniere.» (p.111.) "

217 «Le prix naturel ou la valeur entiere des rente, profit et salaire qu'il faut payer pour
qu’elle» (la marchandise) «vienne au march&.» (l.c.p. 112.)

218 «Quand la quantit& amen&e au march& suffit tout juste pour remplir la demande effective,
etrien de plus, le prix de marche se trouve naturellement &tre pr&cisement ... le möme
que leprixnaturel.»(t. 1,l.c.p. 114.) «Le prix nazurelestdonc pour ainsidirele point central
vers lequel gravitent continuellement les prix de toutes les marchandises. Differentes
circonstances accidentelles peuvent quelquefois les tenir un certain tems &lev&s au dessus,
et quelquefois les forcer ä descendre un peu au dessous de ce prix.» (t. 1, 1.c.p. 116.)

218... «somme totale d’industrie employ&e annuellement ä l’effet de faire venir au march&
une marchandise» entsprechen wird den Bedürfnissen der Gesellschaft oder der *demande
effective». (p.117.)

218... «la m&me quantite d’industrie produira, en differentes anndes, des quantites fort
differentes de marchandises, pendant que, dans d’autres emplois, elle produira la m&me
ou tr&s-approchant la m&me quantit&. Le m&me nombre d’ouvriers employes A la culture
produira, en differentes ann&es, des quantit&s fort differentes de bl&, de vin, d’huile, de
houblon, etc. Mais le m&me nombre de fileurs et de tisserands produira chaque anne
la m&me ou tr&s-approchant la mäme quantit& de toile ou de drap ... Dans l’autre» (der
nicht agricultural) «esp&ce d’industrie, le produit de guantites egales de travail &tant tou-
jours le möme ou tr&s-approchant le m&me» (d.h. solange die Produktionsbedingungen
dieselben bleiben), «il peut s’assortir plus exactement ä la demande effective.» (p.117, 118.)

219 «Quelle que soit la partie de ce prix» (naturel) «qui soit pay&e au-dessous du taux naturel,
les personnes qui y ont inter&t sentiront bientöt le dommage qu’elles &prouvent, et
aussitöt elles refireront, ou lant de terre, ou tant de travail, ou tant de capitaux de ce genre
d’emploi, que la quantit& de cette marchandise qui sera amen&e au march& ne sera bientöt
plus que suffisante pour repondre & la demande effective. Ainsi son prix de marche remon-
tera bientöt au prix naturel, au moins sera-ce le cas partout oü r&gne une enti£re liberte.»

(l.c.p.125.)

220 «Le prix naturel varie lui-m&me avec le taix naturel de ses parties constituantes, le salaire,
le profit et la rente.» (l.c.p. 127.)

220 «Il faut de toute necessit@ qu’un homme vive de son travail, et que son salaire suffise au
meins & sa subsistance; il faut m&me quelque chose de plus dans la plupart des circon-
stances, autrement il lui serait impossible d’&lever une famille, et alors la race de ces
ouvriers ne pourrait pas durer au-delä de la premiere generation.» (l.c.p.136.)

221 «les salaires du travail ... ne suivent pas les fluctuations du prix des denrees» (p. 149)
und daf} «les salaires varient plus que le prix des denr&es d’un lieu A l’autrev. (l.c.p. 150.)

222 «Quoique, sans aucun doute, la pauvret& decourage la mariage, cependant elle ne l’em-
p£che pas toujours; elle parait m&me £tre favorable & la generation ... La sterilite, qui est
si frequente chez les femmes du grand monde, est extremement rare parmi celles d'une
condition inferieure ... Mais si la pauvret€ n’empö&che pas d’engendrer des enfans, elle
est un tres-grand obstacle & ce qu’on puisse les &lever. Le tendre rejeton est produit, mais
c’est dans un sol si froid, et dans un climat si rigoureux que bientöt il se dessäche et
perit, ... Naturellement toutes les esp&ces animales multiplient & proportion de leurs
moyens de subsistance, et aucune esp£ce ne peut jamais multiplier au-delä. Mais dans les

Fremdsprachige Zitate 615

societes civilisees, ce n’est que parmi les classes inferieures du peuple que la disette de
subsistance peut mettre des bornes & la propagation ulterieure de l’espece humaine ..
Cest ... la demande d’hommes qui regle necessairement la production des hommes, comme fait
la demande & l’&gard de toute autre marchandise; elle häte la production quand celle-ci
marche trop lentement, et l’arr&te quand elle va trop vite ...» (l.c.p. 160-163 passim.)

222 «Les salaires qu'on paie ä des gens de journee et domestiques de toute esp£ce, doivent
&tre tels que ceux-ci puissent, l’un dans l’autre, continuer d maintenir leur population, sui-
vant que peut le requerir l’&tat croissant ou d&croissant, ou bien stationnaire de la de-
mande qu’en fait la societe.» (l.c.p. 164.)

222 «Le fonds destin& ä remplacer et ä r&parer, pour ainsi dire, le dechet r&sultant du tems et
du service dans la personne de l’esclave, est ordinairement sous l’administration d’un
maitre peu attentif ou d’un inspecteur negligent. Celui qui est destind au möme emploi,
Al’ögard du serviteur libre, est &conomise par les mains m&mes du serviteur libre, Dans
administration du premier s’introduisent naturellement les desordres qui rögnent en
general dans les affaires du riche; la frugalit€ severe et l’attention parcimonieuse du
pauvre s’&tablissent aussi naturellement dans l’administration du second.» (p. 164.)

223 «L’ouvrage fait par de mains libres, revient ä la fin ä meilleur compte que celui qui est
fait par des esclaves.» (p. 165.) «Ainsi, si la r&ecompense liberale du travail est l’effet de
l’accroissement de la richesse nationale, elle devient aussi la cause de l’accroissement de
la population. Se plaindre de la liberalite de cette recompense, ||554] c’est se plaindre de
ce quiestä la fois l’effet et la cause de la plus grande prosp£rite publique.» (p. 165.)

223 Er «encourage non seulement la population», sondern “augmente aussi l’industrie du
commun du peuple. Ce sont les salaires du travail qui sont l’encouragement del’industrie,
et celle-ci, comme toute autre qualit€ de l'homme, se perfectionne ä proportion de l’en-
couragement qu’elle recoit. Une subsistance abondante augmente la force corporelle
de l’ouvrier; et la douce esperance d’am£liorer sa condition ... l’excite A tirer de ses forces
tout le parti possible. Aussi verrons-nous toujours les ouvriers plus actifs, plus diligens,
plus expeditifs la ou les salaires sont hauts, que lä ot ils sont bas.» (l.c.p. 166.)

223 «Les ouvriers qui sont largement payes & la piece, sont tr&s-sujets A se forcer d’ouvrage, et
& ruiner leur sant& et leur temperament en peu d’ann&es.> (166, 167.) «Si les maitres
&coutaient toujours ce que leur dictent & la fois la raison et l’'humanite, ils auraient lieu
souvent de moderer plutöt que d’exciter l’application au travail, dans une grande partie

de leurs ouvriers.» (p. 168.)
223 ... “plus d’aisance puisse rendre les ouvriers paresseux?. (p.169.)

223 «Le prix pecuiniaire du travail est necessairement regl& par deux circonstances, la demande
de travail et le prix des choses propres aux besoins et aisances de la vie ... c'est ce qu'il
faut d’argent pour acheter cette quantit€ determin&es de choses? (propres aux besoins et
aux aisances de la vie), «qui rögle le prix p£cuniaire du travail.» (l.c.p. 175.)

224 «La disette d’une ann&e de cherte, en diminuant la demande de travail, tend & en faire
baisser le prix, comme la chert& des vivres tend ä le hausser. Au contraire, l’abondance
d’une ann&e de bon marche, en augmentant cette demande, tend & &lever le prix du
travail, comme le bon march& des vivres tend A le faire baisser. Dans les variations ordi-
naires du prix des vivres, ces deux causes opposees semblent se contrebalancer l’une
l’autre; ce qui probablement est en partie la raison pourquoi les salaires du travail sont
partout beaucoup plus fixes et plus constans que le prix des vivres.» (p. 177.)

616 Anhang und Register

224 «L'augmentation qui survient dans les salatres du travail, augmente n&cessairement le
prix de beaucoup de marchandises en haussant cette partie du prix qui se resout en salaires,
et elle tend d’autant & diminuer la consommation tant interieure qu'exterieure de ces
marchandises. Cependant la m&me cause qui fait hausser les salaires du travail, l’accro-
issement des capitaux, tend & augmenter ses facult&s productives, et tend & mettre une
plus petite quantit& de travail en &tat de produire une plus grande quantit& d’ouvrage.
e.. I ya done une infinite de marchandises qui, en consequence de tous ces moyens de
perfectionner l’industrie, viennent & &tre produites avec un travail tellement inferieur &
celui qu’elles coütaient auparavant, que l’augmentation dans le prix de ce travail se trouve
plus que compensee par la diminution dans la guantite de travail.» (p.177, 178.)

225 «Il serait encore plus difficile de determiner le profit moyen de tous les differens commer-
ces &tablis dans un grand royaume.» (p.180.)

225 «On peut &tablir pour maxime que partout ol on pourra faire beaucoup de profits par le
moyen de l’argent, on donnera commun&ment beaucoup pour avoir la faculte de s’en ser-
vir, et qu’on donnera en general moins quand iln’y aura que peu de profits & faire par
son moyen.» (p.180, 181.)

226 ... «de forts salaires et de hauts profits sont naturellement des choses qui vont rarement en-
semble, si ce n’est dans le cas particulier d'une colonie nouvelle.» (p.187.)

226 «Une colonie nouvelle doit necessairement, pendant quelque tems, plus que la majeure
partie des autres pays, avoir la masse de ses capitaux au dessous de la proportion que peut
comporter l’&tendue de son territoire, et avoir sa population au dessous de la proportion
que peut comporter l’&tendue de son capital. Les colons ont plus de terres qu’ils n’ont
de capitaux & consacrer & la culture; ainsi, ce qu’ils ont de capitaux, ils l’appliquent
seulement & la culture des terres les plus fertiles et les plus favorablement situdes, celles qui
sont pr&s des cötes de la mer ou le long des rivieres navigables. Ces terres aussi s’achetent
tres-souvent au dessous m&me de la valeur de leur produit naturel.» (...) «Le capital
employ& A l’achat et & l’amelioration des ces terres doit rendre un tr&s-gros profit, et par
cons&quent fournir de quoi payer un tr&s-gros int&r&t. Son accumulation rapide dans un
emploi profitable met le planteur dans le cas d’augmenter le nombre des bras qu’il
occupe, beaucoup plus vite qu’un €tablissement recent ne lui permet d’en trouver; aussi
ceux qu’il peut se procurer sont-ils tres-liberalement payes. A mesure que la colonie
augmente, les profits des capitaux baissent. Quand les terres les plus fertiles et les mieux
situdes se trouvent toutes occupees, la culture de celles qui sont inferieures, tant pour le sol
que pour la situation, offre de moindres profits a faire, et par cons&quent un inter&t plus
faible pour le capital qu’on y aura employe. C’est pour cela que le taux de l’interet ... a
considerablement baisse. dans la plupart de nos colonies, pendant le cours de ce si£cle.»

(p.187-189.)

226 «Une diminution survenue dans la masse des capitaux d’une societ£, ou dans le fonds
destine & alimenter l’industrie, en amenant la baisse des salaires, am&ne pareillement une
hausse dans les profits, et par cons&quent dans le taux del’inter£t. Les salaires du travail
&tant baiss6s, les proprietaires de ce qui reste de capitaux dans la societe, peuvent &tablir
leurs marchandises a meilleur compte qu’auparavant; et comme il y a moins de capitaux
employes & fournir le march& qu’iln’y en avait auparavant, ils peuvent vendre plus cher.»
(p.191, 192.)

227 Die „höchste Taxe“ ist die, «qui, dans la plus grande partie des marchandises, emporte
la totalit€ de ce qui devrait aller & la rente de la terre, et laisse seulement ce qui est

Fremdsprachige Zitate 617

necessaire pour salarier le travail de pr&parer la marchandise et de la conduire au march&,
au taux le plus bas auquel le travail puisse jamais &tre pay6, c'est-A-dire, la simple sub-
sistance de l’ouvrier.» (p.197, 198.)

227 «Le taux le plus bas des profits ordinaires des capitaux doit toujours &tre quelque chose
au-delä de ce qu’il faut pour compenser les pertes accidentelles auxquelles est expose
chaque emploi de capital. II n’y a que ce surplus qui constitue vraiment le profit ou le

benefice net.? (p.196.)

227 «Dans la Grande-Bretagne, on porte au double de l’inter&t ce que les commergans appel-
lent un profit honnete, modere, raisonnable; toutes expressions qui, A mon avis, ne signi-
fient autre chose qu’un profit commun et d’usage.) (p.1%.)

227 «Dans les pays qui vont en s’enrichissant avec rapidite, le faible taux des profits peut
compenser le haut prix des salaires du travail dans le prix de beaucoup de marchandises,
et mettre ces pays A port&e de vendre A aussi bon march& que leurs voisins, qui s’enrichi-
ront moins vite, et chez lesquels les salaires seront plus bas.» (p.199.)

228 «Dans le fait, de hauts profits tendent, beaucoup plus que de hauts salaires, ä faire monter
le prix de l’ouvrage.» (p.199.) Z.B., wenn die Salaire aller in den fabriques des
toiles beschäftigten Arbeiter steigen um 2 deniers (pence) täglich - würde das das «piece
de toile® nur um so viel 2. d. heben, als Arbeiter beschäftigt wären «en multipliant le
nombre des ouvriers par le nombre des journ&es pendant lesquelles ils auraient &te ainsi
employ6s. Dans chacun des differens degres de main-d’@uvre que subirait la marchan-
dise, cette partie de son prix, qui se r&sout en salaires, hausserait seulement dans la pro-
portion arithmetique de cette hausse des salaires. Mais si les profits de tous les differens
maitres qui mettent ces ouvriers äl’ouvrage venaient A monter de5 pour cent, cette partie
du prix de la marchandise qui se r&sout en profits, s’eleverait dans chacun des differens
degres de la main-d’&uvre, en raison progressive de cette hausse du taux des profits ... La
hausse des salaires op£re en haussant le prix d’une marchandise, comme op£re l’interet
simple dans l’accumulation d’une dette. La hausse des profits op&re comme l’interet
compos£.» (p.200, 201.)

228 «Nos marchands et nos maitres manufacturiers se plaignent beaucoup des mauvais effets
des hauts salaires, en ce que ces hauts salaires rencherissent leurs marchandises, et par-lä
en diminuent le debit, tant dans l’interieur que chez l’&tranger: ils ne parlent pas des
mauvais effets ces hauts profits; ils gardent le silence |]557| sur les consöquences fächeuses
de leurs propres gains; ils ne se plaignent que de celles du gain des autres.» (p. 201.)

228 «La loterie du droit est donc bien loin d’&tre une loterie parfaitement &gale, et cet &tat,
comme la plupart des autres professions liberales et honorables, est evidemment tres-mal
recompense, sous le rapport du gain p&cuniaire. (t. I, 1.1, ch.X, p.216, 217.)

228 «Leur paye est au dessous du salaire des simples man«uvres, et quand ils sont en activite,
de service leurs fatigues sont beaucoup plus grandes que celles de ces derniers.» (t.L, 1.1,
ch.X, p.223.)

229 «Quoique leur metier exige bien plus de savoir et de dexterit& que presque tout autre
metier d’artisan, et quoique toute la vie d’un matelot soit une scene continuelle de
travaux et de dangers ....]aurs salaires ne sont pas plus forts que ceux que gagne un
simple man«uvre dans le port qui regle le taux de ces salaires.» (t. 1,1. 1, ch.X, p.224.)

229 «Sans doute il ne serait pas convenable de comparer un cur ou un chapelain, & un artisan
ä la journee. On peut bien pourtant, sans choquer la decence, considerer l’honoraire

618 Anhang und Register

d’un cur@ ou d’un chapelain comme &tant de la m&me nature ques les salaires de cet arti-

san.» (t.1, 1.1, ch.X, p.271.)

229 «Dans une mäme societ& ou canton, le taux moyen des profits ordinaires dans les differens
emplois des capitaux se trouvera bien plus proche du m&me niveau, que celui des salaires
p&cuniaires des diverses esp£ces de travail.? (l.c.p.228.)

229 «C’est l’etendue du marche qui, offrant de l’emploi & de plus gros capitaux, diminue le
profit apparent; mais aussi c'est elle qui, obligeant de se fournir ä de plus grandes
distances, augmente le premier coüt. Cette diminution d’une part, et cette augmentation
de l’autre, semblent, en beaucoup de cas, se contre-balancer & peu pr&s.» (l.c.p.232.)

229 «Dans les petites villes et les villages, au moyen du peu d’etendue du marche, le commerce
ne peut pas s’agrandir & mesure que grossit le capital: aussi dans ces endroits-lä, quoique
le taux des profits d’une personne en particulier puisse &tre tr&s-haut, cependant la masse
ou la somme totale de ces profits ne peut jamais &tre tres-forte, ni par cons&quent le
montant de son accumulation annuelle. Au contraire, dans de grandes villes, on peut
&tendre son commerce ä mesure que le capital augmente, et le credit d'un homme qui est
&conome et qui fait bien ses affaires, augmente encore bien plus vite que son capital. A
proportion de l’augmentation de l’un et de l’autre, il agrandit la sphöre des ses opera-

tions.» (l.c.p.233.)

229 ... “petit jardin potager, autant d’herbe qu’il en faut pour nourrir une vache, et peut-£tre
un acre ou deux de mauvaise terre labourable» ... [p.241.]

230 ... «le superflu de leur tems ä quiconque les voulait employer, et-qu'ils travaillaient pour
de moindres salaires que les autres ouvriers.? (p.241.) «Cependant plusieurs ecrivains qui
ont recueilli les prix du travail et des denrees dans les tems anciens, et qui se sont plü &
les repr&senter tous deux prodigieusement bas, ont regard& cette retribution accidentelle
comme forment tout le salaire de ces ouvriers.) (p. 242.)

230 «cette Egalit& dans la somme totales des avantages et d&savantages des divers emplois de
travail et de capitaux ne peut avoir lieu que dans les emplois qui sont la seule ou la
principale occupation de ceux qui les exercent.» (p. 240.)

230 «Chaque classe» (innerhalb der zünftigen Städte) «il est vrai, au moyen de ses r&glemens,
se trouvait oblig&e, pour les marchandises qu’il lui fallait prendre dans la ville, chez les
marchands et artisans des autres classes, de les acheter quelque chose de plus cher qu'elle
n’aurait [fait] sans cela; mais en revanche elle se trouvait aussiä m&me de vendre les siennes
plus cher, dans la m&me proportion, de manitre que jusque-lä cela devait, comme on dit,
aller l!’un pour l’autre; et dans les affaires que les classes differentes faisaient entr’elles
dans la ville, aucune d’elles ne perdait ä ces r&glemens. Mais dans les affaires quelles
faisaient avec la campagne, toutes egalement trouvaient de gros benefices; et c'est dans ce
dernier genre d’affaires que consiste tout le trafic qui soutient et qui enrichit les villes.
Chaque ville tire de la campagne toute sa subsistance et tous les mat£riaux de son in-
dustrie. Elle paie ces deux objets principalement de deux manitres; la premiere, en
renvoyant & la campagne une partie de ces materiaux travailles et manufactures, dans
lequel cas le prix en est augment& du montant des salaires des ouvriers, et du montant des
profits de leurs maitres ou de ceux qui les emploient immediatement; la seconde, en envoyant
Ala campagne le produit tant brut que manufactur6, soitgges autres pays, soit des endroits
les plus @loignes du m&me pays, qui s’importe dans la ville, dans lequel cas aussi le prix
originaire de ces marchandises s’accroit des salaires des voituriers ou matelots, et du profit
des marchands qui les emploient. Ce qui est gagn& dans la premitre de ces deux branches de

Fremdsprachige Zitate 619

231

commerce, compose tout le ben£fice que la ville retire de ses manufactures. Ce qui est gagne
dans la seconde, compose tout le benefice que lui rapportent son commerce interieur ei son
commerce &tranger. La totalit@ de ce qui est gagn& dans l’une et dans l’autre branche,
consiste en salaires d’ouvriers et profits de ceux qui les emploient. Ainsi, sous reglemens
qui tendent a faire monter ces salaires ei ces profits au dessus de ce qu’ils devraient &tre
naturellement, tendent & meitre la ville en etat d’acheter, avec une moindre guantite de son
travail, le produit d’une plus grande quantite du travail de la campagne.» [p.258, 259.]

«ls donnent aux marchands et artisans de la ville un avantage sur les proprietaires,
fermiers et ouvriers de la campagne, et ils rompent cette &galit& naturelle, qui sans cela
aurait lieu dans le commerce qui s’etablit entre e’une et l’autre. La totalite du produit
annuel du travail de la societe se divise annuellement entre ces deux differentes sections du
peuple, L’effet de ces» (städtischen) reglemens est de donner aux habitans des villes
une part plus forte que celle qui leur &choirait sans cela dans le produit, et d’en donner
une moindre aux habitans des campagnes. Le prix que paient les villes pour les denr&es et
matitres qui y sont annuellement import£es, ce sont tous les objets de manufactures et
autres marchandises qui en sont annuellement exportees. Plus ces dernieres sont vendues
cher, plus les autres sont achetees bon marche. L’industrie des villes en devient plus
avantageuse, et celle des campagnes vient A l’&tre moins.> (p. 258-260.)

232 «Les habitans d’une ville &tant rassembles dans un me&me lies, peuvent aisement communi-

quer et se concerter ensemble. En consequence les metiers les plus minces qui se soient
&tablis dans les villes, ont &t& Eriges en corporation, dans un lieu ou dans un autre...>
(p.261.) «Les habitans de la campagne, qui vivent disperses et &loign&s l’un et l'autre, ne
peuvent pas facilement se concerter entr’eux. Non-seulement ils n’ont jamais &t& r&unis
en corps de metier, mais m&me l’esprit de corporation n’a jamais regn& parmi eux. On
n’a jamais pens& qu’un apprentissage füt n&cessaire pour l’agriculture, qui est la grande
industrie de la campagne.» (p.262.)

232 «Il faut bien plus de jugement et de prudence pour diriger des operations qui doivent

varier A chaque changement de saison, ainsi que dans une infinit& d’autres circonstances,
que pour des travaux qui sont toujours les m&mes ou A peu pres les m&mes.» (p. 263.)

232 «Ce n’est pas seulement aux corporations et ä leurs reglemens qu’il faut attribuer la

sup£riorit que l’industrie des villes a usurp&e dans toute l’Europe sur celle des cam-
pagnes, il y a encore d’autres r&glemens qui la maintiennent: les foris droits dont sont
charges tous ouvrages de manufacture &trangere et toutes marchandises importees par les
marchands &trangers, tendent tous au m&me but.? (p.265.) Diese reglemens les) (die
villes) «garantissent de la concurrence des &trangers». (265.)

233 +1] parait qu’anciennement dans la Grande-Bretagne, l’industrie des villes avait sur celle

des campagnes plus de sup£riorit& qu’ä pr&sent: aujourd "hui les salaires du travail de la
campagne se rapprochent davantage de ceux du travail des manufactures, et les profits
des capitaux employes & la culture!, de ceux des capitaux employ&s au commerce et aux
manufactures, qu’ils ne s’en rapprochaient, A ce qu’il semble, dans le dernier» (17th)
tsiöcle ou dans le commencement de celui-cir (181), «Ce changement peut &tre regard&
comme la consequence n&cessaire, quoique tres-tardive, de l’encouragement force donne
Al’industrie des villes. Le capital qui s’y accumule, devient, avec le tems, si considerable,
qu’il ne peut plus y &tre employ& avec le m&me profit ä cette esp&ce d’industrie qui est

1 In der Handschrift: manufacture

620 Anhang und Register

particuliäre aux villes: cette industrie a ses limites comme toute autre, et !’accroissement
des capitaux, en augmentant [la concurrence], doit necessairement r&duire les profits. La
baisse des profits dans la ville force les capitaux a refluer dans les campagnes oti ils vont creer
de nouvelles demandes de travail de culture, et font hausser par cons&quent les salaires
de ce dernier travail; alors ces capitaux se repandent, pour ainsi dire, sur la surface de la
Terre, et par l’emploi qu’on en fait en culture, ils sont en partie rendus d la campagne, aux
depens de laquelle, en grande partie, ils s’etaient originairement accumules dans les villes.»

(p.266, 267.)
## Elftes Kapitel

243 “ Adam Smith ... cannot be correct in supposing that the original rule which regulated
the exchangeable value of commodities, namely, the comparative quantity of labour by
which they were produced, can be at all altered by the appropriation of land and the
payment of rent.” ([Ricardo, “On the principles of political economy. ..’', London 1821,]
p.67.)

244 “Rent is that portion of the produce of the earth which is paid to the landlord for the
use of the original and indestructible powers of the soil.’ (p.53.)

245 ... “capitalemployed in ameliorating the quantity of the land, and in erecting such bwild-
ings as were necessary to secure and preserve the produce.” (p.54.)

245 “Is it not, however, evident, that the person who paid what he’’ (Smith) “calls rent, paid
it in consideration of the valuable commodity which was then standing on the land, and
that he actually repaid himself with a profit, by the sale of the timber?' (p.54.)

245 “The compensation for the ||565] mine or quarry, is paid for the value of the coal or stone
which can be removed from them, and has no connection with the original and indestruct-
ible powers of the land. This is a distinction of great importance, in an enquiry concern-
ing rent and profits; for it is found, that the laws which regulate the progress of rent,
are widely different from those which regulate the progress of profits, and seldom operate

in the same direction.” (p.54, 55.)

248 ‘The compensation given for the mine or quarry, is paid for the value of the coal or stone
which can be removed from them, and has no connection with the original and indestruct-

ible powers of the soil." (p.54, 55.)

## Dreizehntes Kapitel

304 “On the first settling of a country, in which there is an abundance of rich and fertile land,
a very small proportion of which is required to be cultivated for the support of the actual
population, or indeed can be cultivated with the capital which the population can com-
mand, there will be no rent; for no one would pay for the use of land, when there was an
abundant quantity not yel appropriated, and, therefore” (...), “at the disposal of whosoever
might choose to cultivate it.'’ (p.55.)

304 ‘On the common principles of supply and demand, no rent could be paid for such land,
for the reason stated why nothing is given for the use of air and water, or for any other
of the gifts of nature which exist in boundless quantity ... no charge is made for the use of
these ||601] natural aids, because they are inexhaustible, and at every man’s disposal ...

Fremdsprachige Zitate 621

If allland had the same properties, if it were unlimited in quantity, and uniform in quality,
no charge could be made for its use’ (...), “unless where it possessed peculiar advantages
of situation” (...). “It is only, then, because land is not unlimited in gquantity and uniform
in quality, and because in the progress of population, land of an inferior quality, or less
advantageously situated, is called into cultivation, that rent is ever paid for the use of it.
When in the progress of society, land of the second degree of fertility is taken into culti-
vation, rent immediately commences on that of the first quality, and the amount of that
rent will depend on the difference in the quality of these two portions of land." (p.56, 57.)

306 ‘“When land of the third quality is taken into cultivation, rent immediately commences
on the second, and it is regulated as before, by the difference in their productive powers.
At the same time, the rent of the first quality will rise, for that must always be above the
rent of the second, by the difference between the produce which they yield with a given
quantity of capital and labour. With every step in the progress of population, which shall
oblige a country to have recourse to land of a worse quality” (...) “to enable it to raise its
supply []602| of food, rent, on all the more fertile land, will rise.’ (p.57.)

307 '"On the first settling of a country, in which there is an abundance of rich and fertile soil -
not yet appropriated.' (p.55.)

307 "If all land had the same properties, if it were unlimited in quantity, and uniform in quality,
no charge could be made for its use.” (p.56.)

308 ‘The most fertile, and most favorably situated, land will be first cultivated.”' (p.60.)

310 “for either there must be two rates of profit on agricultural capital, or ten quarters, or the
value of ten quarters must be withdrawn from the produce of No. 1, for some other pur-
pose. Whether the proprietor of the land, or any other person, cultivated No. 1, these ten
quarters would equally constitute rent; for the cultivator of No.2 would get the same
result with his capital, whether he cultivated No.1, paying 10 quarters for rent, or contin-
ued to cultivate No.2, paying no rent." (p.58.)

311 “The most fertile, and most favorably situated, land will be first cultivated, and the
exchangeable value of its produce will be adjusted in the same manner as the exchangeable
value of all other commodities, by the total quantity of labour necessary in various forms,
from Airst to last, to produce it, and bring it to market. When land of an inferior quality
is taken into cultivation, the exchangeable value of raw produce will rise, because more
labour is required to produce it. The exchangeable value of all commodities, whether
they be manufactured, or the produce of the mines, or the produce of land, is always
regulated, not by the less quantity of labour that will suffice for their production under
circumstances highly favorable, and exclusively enjoyed by those who have peculiar facilities
of production; but by the greater guantity of labour necessarily bestowed on their production
by those who have no such facilities; by those who continue to produce them under the
most unfavorable circumstances; meaning - by the most unfavorable circumstances, the
most unfavorable under which the guantity of produce required” ..., “renders it necessary
to carry on the production.’ (p.60, 61.)

311 “Rent is always the difference between the produce obtained by the employment of two
11604| equal quantities of capital and labour.”” (p.59.)

311 “there cannot be two rates of profit.”' (p.59.)

311 “Itis true, that on the best land, the same produce would still be obtained with the same
labour as before, but its value would be enhanced in consequence of the diminished re-

622 Anhang und Register

turns obtained by those who employed fresh labour and stock on the less fertile land.
Notwithstanding, then, that the advantages of fertile over inferior lands are in no case
lost, but only transferred from the cultivator, or consumer, to the landlord, yet, since
more labour is required on the inferior lands, and since it is from such land only that we
are enabled to furnish ourselves with the additional supply of raw produce, the comparative
value of that produce will continue permanenily above its former level, and make it ex-
change for more hats, cloth, shoes, etc. in the production of which no such additional
quantity of labour is required.” (p.62, 63.)

“The reason then, why raw produce rises in comparative value, is because more labour
is employed in the production of the last portion obtained, and not because a rent is paid
to the landlord. The value of corn is regulated by the quantity of labour bestowed on its
production on that quality of land, or with that portion of capital, which pays no rent.
Corn is not high because a rent is paid, but a rent is paid because corn is high; and it has been
Justly observed, that no reduction would take place in the price of corn, although landlords
should forego the whole of their rent. Such a measure would only enable some farmers to
live like gentlemen, but would not diminish the quantity of labour necessary to raise raw
produce on the least productive land in cultivation.” (p.63.)

313 ‘I always consider it asthe result of a partial monopoly, never reallyregulating price” (...),
“but rather as the effect of it. If all rent were relinguished by landlords, I am [of] opinion,
that the commodities produced on the land would be no cheaper, because there is al-
ways a portion ofthesame commodities produced on land, for which no rent is or can be
paid, as the surplus produce is only sufficient to pay the profits of stock.” (Ricfardo],
“Prince.” 1.c.p.332, 333.)

314 “The rise of rent is always the effect of the increasing wealth of the country, and of the
difficulty of providing food for its augmented population.” (p.65, 66.)

314 “Wealth increases most rapidly in those countries where the disposable land! is most
fertile, where importation is least restricted, and where through agricultural improve-
ments, productions can be multiplied without any increase in the proportional quantity
of labour, and where consequently the progress of rent is slow.’’ (p.66, 67.)

315 “If the highprice of corn were the effect, and not the cause of rent, price would be pro-
portionally influenced as rents were high or low, and rent would be a component part of
price. But that corn which is produced by the greatest quantity of labour is the regulator
of the price of corn; and rent does not and cannot enter in the least degree as a component
part of its price ... Raw material enters into the composition of most commodities, but the
value of that raw material, as well as corn, is regulated by.the productiveness of the portion
of capital last employed on the land, and paying no rent; and therefore rent is not a component
part of the price of commodities.” (p.67.)

318 “We have seen, that with every portion of additional capital which it becomes necessary
to employ on the land with a less productive return, rent would rise.” (...) “It follows
from the same principles, that any circumstances in the society which should make it
unnecessary to employ the same amount of capital on the land, and which should there-
fore make the portion last employed more productive, would lower rent." (p.68.)

318 “The same effects may however be produced, when the wealth and population of a
country are increased, if that increase is accompanied by such marked improvements in

1 In der Handschrift: capital

Fremdsprachige Zitate 623

agriculture, as shall have the same effect of diminishing the necessity of cultivating the
poorer lands, or of expending the same amount of capital on the cultivation of the more
fertile portions.’” (p.68, 69.)

319 "With the same population, and no more, there can be no demand for any additional
quantity of corn.”’ (p.69.)

319 “Our enormous increase of consumption in 1848, 49, 50, shows that we were previously
underfed, and that prices were forced up by the deficiency of supply.” (p. 158, F.W. New-
man, “Lectures on Pol. Ec.”, Lond. 1851.)

319 “The Ricardo argument", that rent cannot enhance price, “turns on the assumption that
the power of demanding rent can in no case of real life diminish supply. But why not?
There are very considerable tracts which would immediately have been cultivated if no
rent could have been demanded for them, but which were artificially kept vacant, either
because landlords could let them advantageously as shooting ground, or prefer the ro-
mantic wilderness to a petty and nominal rent which alone they could get by allowing
them to be cultivated.’’ (p. 159.)

320 ... “increased the productive powers of the land ... such as the more skilful rotation of crops,
or the better choice of manure. These improvements absolutely enable us to obtain the
same produce from a smaller quantity of land.” ([Ricardo, “On the principles of political
economy, and taxation’’, London 1821,] p.70.)

320 "If, for example, the successive portions of capital yielded 100, 90, 80, 70; whilst Iem-
ployed these four portions, my rent would be 60, or the difference between

70 and 100 = 30 100
70 and 90 = 20 9
70 and 80 = 10 % whilstthe produce would be [340] 7

60 340
and while I employed these portions, the rent would remain the same, although the produce
of each should have an equal augmentation.” (...) “If, instead of 100, 90, 80, 70, the
produce should be increased to 125, 115, 105, and 95, the rent would still be 60, or the

difference between

[|608] 95 and 125 = 30 125
95 and 115 = 20 115

95 and 105 = 10 % \hilstthe produce would be increased to 440 er

7) 440

But with such an increase of produce, without an increase of demand, there could be no
motive for employing so much capital on the land; one portion would be withdrawn,
and consequently the last portion of capital would yield 105 instead of 95, and rent would
fall to 30, or the difference between

105 and 125 = 20 125

105 and 115 = 10 | yhilst the produce will be still adequate to the 115
_— | wants of the population, for it would be 345 qrs. 16_
(p.71, 72.) 30 345"

624 Anhang und Register

321 “Butthere are improvements which may lower therelative value of produce without lower-
ing the corn rent, though they will lower the money rent of land. Such improvements do
not increase the productive powers of the land; but they enable us to obtain its produce
with less labour. "They are rather directed to the formation of the capital applied to Ihe land,
than to the cultivation of Ihe land itself. Improvements in agricultural implements, such as
the plough and the thrashing machine, economy in the use of horses employed in hus-
bandiy, and a better knowledge of the veterinary art, are of this nature. Less capital,
which is the same thing as less labour, will be employed on the land; but to obtain the same
produce, less land cannot be cultivated. Whether improvements of this kind, however,
affect corn rent, must depend on the question, whether the difference between the produce
obtained by the employment of different portions of capital be increased, stationary, or

diminished.’” [p.73.}

322 “If four portions of capital, 50, 60, 70, 80, be employed on the land, giving each the same
results, and any improvement in the formation of such capital should enable me to with-
draw 5 from each, so that they should be 45, 55, 65 and 75, no alteration would take place
in the corn rent; but if the improvements would be such as to enable me to make the
whole saving on that portion of capital, which is least productively employed, corn rent
would immediately fall, because the difference between the capital most productive, and
the capital I\609! least productive, would be diminished; and it is this difference which
constitutes rent.‘ (p.73, 74.)

325 “Whatever diminishes the inequality in Ihe produce obtained from successive portions of
capital employed on the same or on new land, tends to lower rent; and whatever increases
that inequality, necessarily produces an opposite effect, and tends to raise it.’ (p. 74.)

32

un

“These people have a legal right to maintenance ouf of the property they have mosily
created by their industry ... It is said that the men who have made fortunes by the cotton
industry arethose upon whom it is especially incumbent to come forward with a gener-
ous relief. No doubt it is so ... the mercantile and manufacturing sections have
done so ... But are these the only class which has made money by the cotton manu-
facture? Assuredly not. The landed proprietors of Lancashire and North Cheshire have
enormously participated in the wealth thus produced. And it is the peculiar advantage
of these proprietors to have participated in the wealth without lending a hand or a
thought to the industry that created it ... The mill-owner has given his capital, his skill,
and his unwinking vigilance to the ||612] creation of this great industry, now staggering
under so heavy a blow; the mill-hand has given his skill, his time, and his bodily labour;
but what have the landed proprietors of Lancashire given? Nothing at all - literally
nothing; and yet they have made from it more substantial gains than either of the other
classes ... it is certain that the increase of the yearly income of these Great landlords,
attributable to this single cause, in something enormous, probably not less than three-

fold.’ [The Morning Star", 15. Juli 1862.]

326 “this rent'' (of mines), “as well as the rent of land, is the effect, and never the cause of the
high value of their produce." ([Ricardo, “On the Principles of political economy...”,
London 1821,] p.76.)

326 “The metal produced from the poorest mine that is worked, must at least have an ex-

changeable value, not only sufficient to procure all the clothes, food, and other necessaries

consumed by those employed in working it, and bringing the produce to market, but
also to afford the common and ordinary profits to him who advances the stock necessary

Fremdsprachige Zitate 625

to carry on the undertaking. The return for capital from the poorest mine paying no
rent, would regulate the rent of allthe other more productive mines. This mine is supposed
to yield the usual profits of stock. All that ihe other mines produce more than this, will
necessarily be paid to the owners for rent." (p.76, 77.)

327 “If equal quantities of labour, with equal quantities of fixed capital, could at all times obtain,
from that mine which paid no rent, equal quantities of gold ... the quantity”’ (of gold)
“would enlarge with the demand, but its value would be invariable.’’ (p.79.)

328 “] believe that as yet in every country, from the rudest to the most refined, there is land
of such a quality that it cannot yield a produce more than sufficiently valuable to replace the
stock employed upon it, together with the profits ordinary and usual in that country. In
America we all know that is the case, and yet no one maintains that the principles
which regulate rent, are different in that country and in Europe.” (p.389, 390.)

329 “But if it were true that England had so far advanced in cultivation, that at this time
there were no lands remaining which did not afford a rent, it would be equally true, that
there formerly must have been such lands; and that whether there be or not, is of no
importance to this question, for it is the same thing if there be any capital employed in
Great Britain on land which yields only the return of stock with its ordinary profits,
whether it be employed on old or on new land. If a farmer agrees for land on a lease of
7 or 14 years, he may propose to employ on it a capital of 10.000 I, knowing that at the
existing price of grain and raw produce, he can replace that part of his stock which he is
obliged to expend, pay his rent, and obtain the general rate of profit. He willnot employ
11.000 Z., unless that last 1000 I. can be employed so productively as to afford him the
usual profits of stock. In his calculation, whether he shall employ it or not, he considers only
whether the price of raw produce is sufficient to replace his expenses and profits, for he knows,
that he shall have no additional rent to pay. Even at the expiration of his lease his rent will
not be raised; for if his landlord should require rent, because this additional 1000 !. was
employed, he would withdraw it; since, by employing it, he gets, by the supposition, only
the ordinary and usual profits which he may obtain by any other employment of stock;
and, therefore, he cannot afford to pay rent for it, unless the price of raw produce should
further rise, or, which is the same thing, unless the usual and general rate of profits should
fall” (9.390, 391.)

333 “If the comprehensive mind of A.Smith had been directed to this fact, he would not
have maintained that rent forms one of the component parts of the price of raw produce; for
price is everywhere regulated by the return [obtained] of this last portion of capital, for
which no rent whatever is paid.” (p.39.)

334 “The whole principle of rent is here admirably and perspicuously explained, but every
word is as applicable to land as it is to mines; yet he affirms that ‘it is otherwise in estates
above ground etc.’ '’ (p.392.)

334 “The proportion, both of their produce and of their rent, is in proportion’’ (sagt A.Smith)
“to their absolute, and not to their relative fertility.’’ (p.392.)

334 “But, suppose that there were no land which did not afford a rent; then, the amount of rent
on the worst land would be in proportion to the excess of thevalue ofthe produce above the
expenditure of capital and the ordinary profits of stock: the same principle would govern the
rent of land of a somewhat better quality, or more favourably situated, and, therefore,
the rent ofthis land would exceed the rent of that inferior to it, by the superior advantages

626 Anhang und Register

336

339 ...

339

340

which it possessed; the same might be said of that of the third quality, and so on to the
very best. Is it not, then, as certain, that it is the relative fertility of the land, which deter-
mines the portion of the produce, which shall be paid for the rent of land, as it isthat the
relative fertility of mines, determines the portion of their produce, which shall be paid

for the rent of mines?”’ (p.392, 393.)

“After A.Smith has declared that there are some mines which can only be worked by the
owners, as they will afford only sufficient to defray the expense of working, together
with the ordinary profits of the capital employed, we should expect that he would admit
that it was these particular mines which regulated the price of the produce from all mines. If
the old mines are insufficient to supply the quantity of coal required, the price of coal
will rise, and will continue rising till the owner of a new and inferior mine finds that he
can obtain the usual profits of stock by working the mine ... It appears, then, that it is
always the least fertile mine which regulates the price for coal. A. Smith, however, is of a
different opinion: he observes that the most fertile coal mine, too, regulates the price
of coals at all the other mines in its neighbourhood. Both the proprietor and the under-
taker of the work find, the one, that he can get a greater rent, the other, that he can get a
greater profit, by somewhat underselling all their neighbours. Their neighbours are soon
obliged to sell a? the same price, though they cannot so well afford it, and though it always
diminishes, and sometimes takes away altogether, both their rent and their profit. Some
works are abandoned altogether; others can afford no rent, and can be wrought only by the
proprietor'. If the demand for coal should |)617a] be diminished, or ifby new processesthe
quantity should be increased, the price would fall, and some mines would be abandoned;
but in every case, the price must be sufficient to pay the expenses and profit of that mine
which is worked without being charged with rent. It is, therefore, the least fertile mine which
regulates price. Indeed, it is so stated in another place by A.Smith himself, for he says:
‘The lowest price at which coals can be sold for any considerable time is like that of all
other commodities, the price which is barely sufficient to replace, together with its
ordinary profits, them stock which must be employed in bringing the to market. Ata coal
mine for which the landlord can get no rent, but which he must either work himself, or let it
alone all together, the price of coals must generally be nearly about this price.’ (p.393 395.)

“no part of that additional proportion would go to rent, but the whole in invariably to
profits ... while lands of the same quality were cultivated, and there was no alteration in
their relative fertility or advantages, rent would always bear the same proportion to the
gross produce.” (p.396.)

“Dr.Smith’s error, throughout his whole work, lies in supposing that the value of corn
is constant; that though the value of all other things may, the value of corn never can be
raised. Corn, according to him, is always of the same value because it will always feedithe
same number of people. In the same manner, it might be said, that cloth is always of the
same value, because it will always make the same number of coats. What can value have
to do with the power of feeding and clothing?”’ (p.449, 450.)

“...Dr.Smith ... has so ably supported the doctrine of the natural price of commodities
ultimately regulating their market price." (p.451.)

340 ““...estimated in corn, gold may be of very different value in two countries. Ihaveendeav-

oured to show that it will be low in rich countries, and high in poor countries; A.Smith
is of a different opinion: he thinks that the value of gold, estimated in corn, is highest in
rich countries.’’ (p.454.)

Fremdsprachige Zitate 627

340 “Rent is a creation of value ... but not a creation of wealth.”’ (p.485.)

340 "In speaking of the high price of corn, Mr. Malthus evidently does not mean the price
per quarter or per bushel, but rather the excess of price for which the whole produce will
sell, above the cost of its production, including always in the term “cost of its production’,
profits as wellas wages. One hundred and fifty qrs. of corn at 3 /. 10 sh. per qr., would
yield a larger rent to the landlord than 100 qr. at 4 /., provided the cost of production
were in both cases the same.’” (p.487.) "Whatever the nature of the land may be, high
rent must depend on the high price of the produce; but, given the high price, rent must
be high in proportion to abundance and not to scarcity." (p.492.)

340 "As rent is the effect of the high price of corn, the loss of rent is the effect of a low price.
Foreign corn never enters into competition with such home corn as affords a rent; the fall
of price invariably affects the landlord till the whole of his rent is absorbed; - if it fall still
more, the price will not even afford the common profits of stock; capital willthen quit the
land for some other employment, and the corn, which was before grown upon it, will
then, and not till then, be imported. From the loss of rent, there will be a loss of value,
of estimated money value, but, there will be a gain of wealth. T'he amount of the raw
produce and other productions together will be increased; from the greater facility with
which they are produced, they will, though augmented in quantity, be diminished in
value.” (p.519.)

## Vierzehntes Kapitel

34

«le capital qui fournit la semence» (Rohstoff) tpaie le travail, achete et entretient les bestiaux
et autres instrumens de labourage.» ([Smith, «Recherches sur la nature et les causes de la
richesse des nations.» t. I, Paris 1802,] p.299.)

341 «Tout ce qui reste du produit ou de son prix au-del& de cette portion? {qui paie le capital
avanc& «et en outre les profits ordinairess}, «quel que puisse &tre ce reste, le proprietaire
täche de se le reserver comme rente de sa terre.» (l.c.p.300.)

34] «Ce surplus peut toujours ätre regard& comme la rente naturelle de la terre.» (p.300.)

342 «Le proprietaire exige une rente möme pour la terre non amelior&e.» (p.300, 301.)

342 «Il» (le proprietaire) «exige quelquefois une rente pour ce qui est tout-A-fait incapable
d’&tre amelior& par la main des hommes.» (p.301.)

342 «La rente de la terre, consider&e comme le prix pay& pour l’usage de la terre, est donc
naturellement un prix de monopole.» (p.302.)

342 «Si le prix ordinaire est plus que suffisant, le surplus en ira naturellement & la rente de la
terre. S’il n’est juste que suffisant, la marchandise pourra bien &tre port&e au marche,
mais elle ne peut fournir A payer une rente au proprietaire. Le prix sera-t-il ou ne sera-t-il
pas plus que suffisant? C’est ce qui depend de la demande.» (t. I, p.302, 303.)

342 tCes trois parties semblent constituer imm&diatement ou en definitif la totalit€ du prix.»

@.L 1.1, ch.VI, p.101.)

343 «Ne&anmoins dans les societ&s les plus avanc&es, il ya toujours quelques marchandises mais
en petit nombre, dont le prix se resouten deux parties seulement; les salaires du travail
et les profits des fonds, et d’autres en beaucoup plus petit nombre encore, dont le prix
consiste uniquement en salaires de travail. Dans le prix du poisson de mer, par exernple,
une partie paie le travail des pöcheurs, et l’autre les profits du capital plac& dans la

40*

628 Anhang und Register

pächeric. Il est rare que la rente fasse partie de ||620] ce prix ... Dans quelques endroits
de l’E.cosse, il y a de pauvres gens qui font mätier de chercher le long des bords de la mer
ces petites pierres tachet&es, connues vulgairement sous le nom de cailloux d’Ecosse. Le
prix que leur pais le /apidaire est en entier le salaire de leur travail; il n’y entre ni rente
ni profit. Mais la totalite du prix de chaque marchandise doit toujours, en dernitre analyse,
se resoudre en quelgu’une de ces parties ou en toutes trois.» (t. 1, 1.1, ch. VI, p. 103, 104.)

343 ...«latotalitedu prix de chaque marchandise doit toujours ... se resoudre en quelgu'une de
ces parties ou en toutes trois.)

344 «Quand ces trois differentes sortes de revenus appartiennent & differentes personnes, il
est ais& de les distinguer; mais quand ils appartiennent A la m&me personne, on les con-
fond quelquefois l’un avec l’autre, au moins dans le langage ordinaire.» (t. 1, 1.1, ch. VI,

p- 106.)

344 «Comme dans un pays civilise il n’y a que tr&s-peu de marchandises dont toute la valeur
echangeable proctde du travail seulement,» (hier travail und salaire identifiziert) «et que,
dans la tres-majeure partie d’entr’elles, la rente et le profit contribuent pour de fortes
portions, il en r&sulte que le produit annuel du travail de ce pays» {hier also doch die
marchandises gleich produit du travail, obgleich toute la valeur de ce produit ne proc&de
du travail seulement} «suffhira toujours pour acheter et commander une quantite de travail.
beaucoup plus grande que celle qu'il a fallu employer pour faire croitre ce produit, le preparer

et l’amener au march£e.» (l.c.p.108, 109.)

345 «Comme dans un pays civilise iln’y a que trös-peu de marchandises dont toute la valeur
echangeable proc&de du travail seulement, et que, dans la tres-majeure partie d’entr’elles,
la rente et le profit y contribuent pour de fortes portions, il en r&sulte que le produit
annuel du travail de ce pays suffira toujours pour achöter et commander une quantite de
travail beaucoup plus grande que celle qu’il a fallu employer pour faire croftre ce produit,
le preparer et Ü’amener au marche.x

345 «ll faut observer que la valeur r&elle de toutes les differentes parties constituantes du prix
se mesure par la guantite de travail que chacune d’elles peut acheter ou commander. Le
travail» (in diesem Sinn) «mesure la valeur, non-seulement de cette partie du prix qui se
r&sout en travail» (soll heißen: en salaires), «mais encore de celle qui se resout en rente, et

de celle qui se resout en profit.2 (t. 1, 1.1, ch. VI, p.100.)

346 «Un ouvrier ind&pendant qui a un petit capital suffisant pour acheter des matieres et pour
subsister jusqu’ä ce qu'il puisse porter son ouvrage au march£, gagnera & la fois, et les
salaires du journalier qui travaille sous un maftre, et le profit que ferait Je maitre sur
l’ouvrage de celui-ci. Cependant la totalit€ de ce que gagne cet ouvrier se nomme profit, et
les salaires sont encore ici confondus dans le profit. Un jardinier qui cultive de ses mains
son propre jardin, r&unit A la fois dans sa personne les trois differens caracteres de pro-
prietaire, de fermier et d’owvrier. Ainsi le produit de son jardin doit lui payer la rente du
premier, le profit du second et le salaire du troisieme. N&anmoins le tout est regarde
commun&ment comme le fruit de son travail. Ici la rente et le profit se confondent dans

le salaire.» (t.L, 1.1, ch. VI, p. 105.)

347 «Salaire, profit et rente sont les trois sources primitives de tout revenu, aussi bien que de
toute valeur Echangeable.» (t.1, 1.1, ch.VI, p.105.)

348 «Lorsque le prix d’une marchandise n’est ni plus ni moins que ce quil faut pour payer
suivant leurs taux naturels, etlarente de la terre etles salairesdu travail, et les profits du

Fremdsprachige Zitate 629

capital employe A la produire, la pr&parer et la conduire au marchg, alors cette marchan-
dise est vendue ce qu’on peut appeler son prix naturel. La marchandise est alors vendue
precisement ce qu’elle vaut.» (1, p.111.)

348 «Le prix de marche de chaque marchandise particuliere est determin& par la proportion
entre la quantit& de cette marchandise existante actuellement au marche, et les demandes
de ceux qui sont dispos6s ä en payer le prix naturel ou la valeur entiere des rente, profit et
salaire qu'il faut payer pour qu’elle vienne au march£.» (p. 112.)

348 «Quand la quantit€ d’une marchandise quelcongue, amen&e au march&, so trouve au
dessous de la demande effective, tous ceux qui sont disposes & payer la valeur entire des
rente, salaires et profits qu’il en coüte pour amener cette marchandise au marchö, ne peu-
vent se fournir de la quantite qu’il leur faut ... le prix de marche s’&levera plus ou moins
au dessus du prix naturel, suivant que la grandeur du deficit, ou suivant que la richesse ou
la fantaisie des concurrens viendra & animer plus ou moins la chaleur de cette concur-
rence. (p. 113.)

348 «Quand la quantit& amen&e au march& exc&de la demande effective, elle ne peut &tretoute
vendue & ceux qui consetent A payer la valeur entiere des rentes, salaires et profits qu’il en
a coit€ pour l’y amener ... Le prix de marche tombera alors plus ou moins au dessous du
prix naturel, selon que la quantit& de l’exc&dent augmentera plus ou moins la concurrence
des vendeurs, ou suivant qu’il leur importera plus ou moins de se defaire sur-le-champ

de la marchandise.» (I, p.114.)

349 «Quand la quantit& amen&e au marche suffit tout juste pour remplir la demande effective,
le prix de marche se trouve naturellement &tre precisement ... le m&me que le prix naturel
... La concurrence des differens vendeurs les oblige ä accepter ce prix, mais celle ne les
oblige pas ä accepter moins.» (I, p. 114, 115.)

349 «Si cette quantit@® (amende au march£) exc&de pendant quelque tems la demande effec-
tive, il faut que quel-qu’une des parties constituantes de son prix soit payee au dessous de
son prix naturel. Si c’ est la rente, l’inter&t des propri£taires les portera sur-le-champ
A retirer une partie de leur terre de cet emploi.» (I, p.115.)

349 «Si au contraire la quantit€ amen&e au march£ restait, pendant quelque tems, au dessous
de la demande effective, quelquesuns des parties constituantes de son prix hausseraient
necessairement au dessus de leur taux nature. Si c'est la rente, l’inter&t de tous les
autres proprietaires les portera naturellement & disposer une plus grande quantit& de terre
A la production de cette marchandise.» (I, p.116.)

349 «Les fluctuations accidentelles et momentan&es qui surviennent dans le prix de marche
d’une denree, tombent principalement sur ces parties de son prix, qui se resolvent en
salaires et en profits. La partie qui se rsout en rente en est moins affect&e.» (p. 118, 119.)

349 «Le prix de monopole est, A tous les momens, le plus haut qu’il soit possible de retirer. Le
prix naturel ou le prix rsultant de la libre concurrence est au contraire le plus bas qu’on
puisse accepter, non pas & la verit€ ä tous les momens, mais pour un tems un peu con-

siderable de suite.» (I, p. 124.)

349 «Quoique le prix de marche d’une marchandise particulire puisse continuer long-tems
A rester au dessus du prix naturel, il est difficile qu’il puisse continuer long-tems & rester
au dessous. Quelle que soit la partie de ce prix qui soit payde au dessous du taux naturel, les
personnes qui y ont inter&t sentiront bientöt le dommage qu’elles &proubent, et aussitöt

630 Anhang und Register

elles retireront, ou tant de terre, ou tant de travail, ou tant de capitaux de ce genre d’emploi,
que la quantit& de cette marchandise qui sera amen&e au march& ne sera bientöt plus que
suffisante pour repondre & la demande effective. Ainsi son prix de marche remontera bien-
töt au prix nalurel, au moins sera-ce le cas partout oli regne une entitre liberte.» (1,

p.125.)

350 ... la valeur entitre des rente, profit et salaire qu'il faut payer pour qu’elle vienne au marche.»

(I, p.112.)

350 «On ne peut porter ordinairement au marche que ces parties seulement du produit de la
terre dont le prix ordinaire est suffisant pour remplacer le capital qu’il faut employer pour
les y porter, et les profits ordinaires de ce capital.» (p.302, 303.)

350 4Si le prix ordinaire est plus que suffisant» (um remplacer le capital et payer les profits
ordinaires de ce capital), «le surplus en ira naturellement & la rente de la terre. S’il n’est
juste que suffisant, la marchandise pourra bien &tre poride au marche, mais elle ne peut
fournir A payer une rente au proprietaire. Le prix sera-t-il ou ne sera-t-il pas plus que

suffisant? C’est ce qui depend de la demande.» (ch.XT, 1.1.) (I, p.302, 303.)

«]l y a quelques parties du produit de la terre dont la demande doit toujours &tre telle,
qu’elles rapporteront un prix plus fort que ce qui est sufhisant pour les faire venir au
march£, etily en a d’autres dont il se peut que la demande soit telle, qu’elles rapportent
ce prix plus fort que le prix suffisant, et dont il se peut aussi qu’elle soit tele, qu’elles ne le
rapportent pas. Les premitres doivent toujours fournir de quo: payer une rente au pro-
prietaire; les derniers peuvent quelquefois fournir de quoi en payer une et quelquefois ne
le pas fournir, suivant la difference des circonstances.) (l.c., I, p.303.)

35

352 «]l faut done observer (...)tque la rente entre dans la composition du prix des marchan-
dises, d’une autre manidre que n'yentrent les salaires et les profits... Le
taux haut ou bas des salaires ou des profits est la cause du haut ou bas prix des |\ marchan-
dises:le taux haut ou bas de la rente estl’effet duprix; leprix d'une marchandise
particuliere est haut ou bas, parce qu'il faut, pour la faire venir au marche, payer des salaires
et des profits hauts ou bas; mais c’est parce guie son prix est haut ou bas, c’est parce qu’ilest ou
beaucoup plus, ou gu£re plus, ou point du tout plus que ce qui est suffisant pour payer ces sa-
laires et ces profits, que cette marchandise fournit de quoi payer une forte rente ou une
faible rente, ou ne fournit pas de quoi en payer une. (I, p.303, 304.)

354 «Premiere section. Du produit qui fournit toujours de quoi payer une rente,» [l.c.p.305.]

354 «Les hommes, comme toutes les autres esptces animales, se multipliant naturellement en
proportion des moyens de leur subsistance, il y a foujours plus ou moins demande de nourriture.
Toujours la nourriture pourra acheter ou commander une quantit& plus ou moins grande
de travail, et toujours il se trouvera quelqu’un dispose & faire quelque chose pour la

gagner. (1.1, ch.XL.) (I, p.305.)

354 «Or {why?}, dla terre, dans presque toutes les situations possibles, produit plus de nourriture
que ce qu’il faut pour faire subsister tout le travail qui concourt A mettre cette nourriture
au march&, et m&me le faire subsister de la mani£re la plus liberale qui ait jamais eu lieu
pour ce genre de travail. Le surplus de cette nourriture est aussi toujours plus que sufh-
sant pour remplacer avec profit le capital qui fait mouvoir ce travail. Ainsi, il reste toujours
quelque chose pour donner une rente au proprittaire.> (l.c. 1, p.305, 306.)

355 «La rente varie selon la fertilite de la terre, quel que soit son produit, et selon sa situation,
quelle que soit sa fertilite.» (p.306.)

Fremdsprachige Zitate 631

355 «Il faut donc que ce dernier produit fasse subsister une plus grande quantite de travail;
et par cons&quent que le surplus, dont le profit du fermier et la rente du proprietaire sont
fires tous les deux, en soit d’autant diminu&.» (I, p.307.)

355 «Une piece de ble, d’une fertilit€ mediocre, produit une beaucoup plus grande quantite de
nourriture pour Ü’'homme, que la meilleure prairie d’une pareille &tendue.» {...} «Quoique
sa culture exige plus de travail, cependant le surplus qui reste apr&s le remplacement de la
semence et la subsistance de tout ce travail, est encore beaucoup plus consid£rable.» {...}
«Ainsi, en supposant qu’une livre de viande de boucherie ne valüt jamais plus qu’une
livre de pain, cet excedent» (...) «plus fort» {...} “serait partout d’une plus grande valeur»
{...} «et formerait un fonds plus abondant, tant pour le profit du fermier; que pour la
rente du proprietaire.) (p.308, 309.)

356 ... «les profits et la rente que cette terre mise en labour aurait pu rapporter au fermier et au
proprietaire. Quand les bestiaux sont venus au m&me march£, ceux qui ont &t€ nourris au
milieu des friches les plus incultes, sont, ä proportion du poids et de la qualite, vendus au
möme prix que ceux qui ont &t€ &leves sur la terre la mieux cultivee. Les proprietaires
de ces friches en profitent, et ils haussent la rente de leurs terres en proportion du prix du
betail qu'elles nourrissent (...) «... C’est ainsi que, dans le progr&s de l’am&lioration des
terres, les rentes ef profits des pätures incultes viennent A se r&gler en quelque sorte sur les
rentes et profits de celles qui sont cultivees, et celles-ci, d leur tour, sur les rentes et profits

des terres d ble.» (I, p.310, 311.)

356 «Partout ot iln’y a pas d’avantage local ..., la rente et le profit que donne le ble ou tout
autre vegetal qui sert ä la nourriture generale du peuple, doivent naturellement regler
la rente et le profit que donnera une terre propre A cette production, et qui sera mise en
nature de pre.» (p.315.)

«L’usage des prairies artificielles, des turneps, carotes, choux, etc. et fous les autres
expediens dont on s’est avise pour qu’une m&me quantite de terre pült nourrir un plus grand
nombre de bestiautx que ne faisait la päture naturelle, ont dü contribuer, & ce qu’il semble, ä
diminuer un peu cette superiorit€ que le prix de la viande a naturellement sur celui du
pain, dans un pays bien cultiv&.» (l.c.) «Aussi paraissent-ils avoir produit cet effet etc.» (l.c.)

357 «Dans tous les grands pays, la majeure partie des terres cultiv&es est employ£e A produire,
ou de la nourriture pour les hommes, ou de la nourriture pour les bestiaux. La rente et le
profit de ces terres röglent les rentes et profits de toutes les autres terres cultiv&es. Si
quelque produit particulier fournissait moins, la terre en serait bientöt remise en bl& ou
en nature de pr&; ets’il y en avait quelqu’un qui fournit plus, on consacrerait bientöt A
ce genre de produit quelque partie des terres qui sont en bl& ou en nature de pres.»

(1, p.318.)

357 «Les rentes et profits de ces productions qui exigent ou de plus fortes avances primitives
pour y approprier la terre, ou une plus grande d&pense pour leur culture annuelle,
quoique souvent fort sup£rieurs aux rentes et profits des bles et de l’herbe des pres,
cependant, dans tous les cas oü ils ne font que compenser les avances ou depenses extra-
ordinaires, sont en effet rögl&s par les rentes et profits de ces deux esp£&ces ordinaires de

recoltes.» (I, p.323, 324.)

357 «C’est ainsi que la rente des terres cultivees pour produire la nourriture des hommes, r&gle
la rente de la plupart des autres terres cultiv&es.» (I, p.331.) «En Europe, c’est le bl& qui
est la principale production de laterre servant immediatement A la nourriture de l’homme.

632 Anhang und Register

Ainsi, except€ quelques circonstances particulieres, la rente des terres ä bl& regle en Eu-
rope celle de toutes les autres terres cultiv&es.» (l.c.p.331, 332.)

357 ... “alors la rente du proprietaire ou l’excedent de nourriture qui lui resterait apr&s le paie-
ment du travail et le remboursement du capital et des profits ordinaires du fermier,
serait n&cessairement beaucoup plus considerable. Quel que püt &tre, dans ce pays-lä,
le taux de la subsistance ordinaire du travail, ce plus grand excedent de nourriture en ferait
toujours subsister davantage, et par consequent mettrait le proprietaire en &tat d’en acheter
ou d’en commander une plus grande quantit£.» (I, p.332.)

358 «En Caroline ... les planteurs sont generalement, comme dans les autres colonies anglaises,
fermiers et proprietaires d la fois, et oli par cons&quent la rente se confond dans le profit»

(I, p.333.)

358 «propre au bl&, ni au päturage, ni ä la vigne, ni dans le fait A aucune autre production
vegetale bien utile aux hommes; et toutes les terres propres & ces diverses cultures ne le
sont nullement A celle du riz.» (p.334) «Ainsi, m&me dans les pays A riz, la rente des terres
qui le produisent, ne peut pas regler la rente des autres terres cultivees qu’il est impos-
sible de mettre dans cette nature de rapport.» (I, p.334.)

358... «l en resulterait que la m&me quantite de terres cultivees ferait subsister une bien plus
grande quantited de monde, et que ceux qui travailleraient &tant generalement nourris de
pommes de terre, il se trouverait un exc&dent bien plus consid£rable, apr&s le remplacement
du capital et la subsistance de tout le travail employ£ & la culture. I] appartiendrait aussi
au proprietaire une plus grande portion dans cet exc&dent. La population augmenterait,
et les rentes s’eleveraient beaucoup au dessus de ce qu’elles sont aujourd’hui.» (I, p.335.)

359 «Quand la quantit amen&e au march& suffit tout juste pour remplir la demande effective,
le prix de march£ se trouve naturellement ätre pr&cisement ... le m&me que le prix naturel.»

(1, 2.114.)

359 «Seconde section. Du produit qui fournit quelquefois de quoi payer une rente, et quelquefois ne
le fournit pas» [l.c.p.337.]

359 «La nourriture de l’'homme parait ätre le seul des produits de la terre qui fournisse tou-
jours, et necessairement de quoi payer une rente quelcongue au proprietaire» (Warum
«toujours? und (n&cessairement? ist nicht gezeigt worden.) «Les autres genres de produits
peuvent quelquefois en rapporter une, et quelquefois ne le peuvent pas, selon les circon-
stances.) (l.c., I, p.337.)

359 «Les deux plus grands besoins de l’homme, apres la nourriture, sont le vetement et le
. logement.» (l.c.p.338.)

359 ... «dans son &tat primitif et inculter ... «qu’elle n’en peut nourrir ... «surabondance de
ces materiaux) ... «et le prix de celles dont on fait usage est regarde comme equivalent
seulement au travail et d la depense de les mettre en dat de servir ... «qu’elle serait dans le
cas de nourrir...» ... “tels que ces personnes voudraient les avoir et consentiraient A les
payen ... tdisette) ... «ce qui augmente necessairement leur valeur? «Il y a souvent de-
mande pour plus qu’on n’en peut avoir.x ... «la depense de les transporter au march&; ainsi
leur prix peut toujours fournir quelque chose pour faire une rente au proprietaire de la

terre). (I, p.338, 339.)

360 ... “des plus gros animaux? ... «chaque homme, en pourvoyant a sa nourrilure, se pourvoit
en m&me tems de matieres de vetement pour plus qu’il n’en pourra porter) ... “au-dela de

Fremdsprachige Zitate 633

ce que coüte la depense de les envoyer vendre. Ce prix fournit donc quelque rente au pro-
prietaire de la terre? ... «un peu la rente du pays qui la produisait». (I, p.339, 340.)

\

360 «Les matieres de logement ne peuvent pas toujours se transporter ä une aussi grande
distance que celles de vätement, et ne deviennent pas non plus aussi promptement un
objet de commerce &tranger. Lorsqu’elles sont surabondantes dans le pays qui les produit,
il arrive frequemment, möme dans l’tat actuel du commerce du monde, qu’elles ne sont
d’aucune valeur pour le proprietaire de la terre.» ... «dans un pays bien peupl& et bien
cultive...»... «dans plusieurs endroits de l’Amerique septentrionale) ... «Quand il ya une
telle surabondance dans les matieres de logement, la partie dont on fait usage n’a d’autre
valeur que le travail et la depense qu’on a mis A la rendre propre au service. Elle ne rap-
porte aucune rente au proprietaire, qui en general en abandonne l’usage & quiconque
prend seulement la peine de le lui demander. Cependant il peut quelquefois ätre dans le cas
d’en retirer une rente, s’il y a demande de la part de nations plus riches.» (I, p.340, 341.)

360 ... «Zahl que leur produit peut vötir et loger, mais en raison de celui que ce produit peut
nourrir. Quand la nourriture ne manque pas, il est aise de trouver les choses n&cessaires
pour se v&tir et se loger; mais on peut avoir celles-ci sous sa main, et &prouver souvent de
grandes difficultes A se procurer la nourriture. Dans quelques endroits, m&me du royaume
d’Angleterre, le travail d’un seul homme dans une seule journ&e, peut bätir ce qu’on y
appelle une maison.) ... «Mais quand, au moyen de la culture et de l’amelioration de la
terrel, le travail d’une seule famille peut fournir & la nourriture de deux, alors letravail d’une
moitie de la societ& suffit pour nourrir le tout.) ... «cherchent toujours & en Echanger le
surplus. Les pauvres, pour obtenir de la nourriture) ... “besogne) ... “une extreme subdivi-
sion de travail» ... «De lä nait la demande de toute esp&ce de maitieres que puisse mettre
en euvrel’invention des hommes, soit pour l’utilite, soit pour la decoration des bätimens,
de la parure, de l’&quipage ou du mobilier: de la la demande, de fossiles et de mineraux
renfermes dans les entrailles de la terre: de lä la demande, de fossiles et de mineraux
renfermes dans les entrailles de la terre: de lä la demande de me&taux pr&cieux et de pierres
precieuses.) „Also zieht die Rente nicht nur ihren Ursprung von der nourriture, sondern
liefert ein andres Erdprodukt später Rente, so schuldet es diese addition de valeur d
l’accroissement de puissance qu’a acquis le travail pour produire de la nourriture, au moyen
de la culture et de l’amelioration de la terre.“ (I, p.342-345.)

361 ... «pour que le prix qu’elles rendent soit au-deld de ce qu'exigent le paiement du travail
fait pour les amener au marche et le remplacement du capital. employe |\630| pour le meme
objet avec ses profits ordinaires. La demande sera ou ne sera pas assez forte pour cela, d’apres
differentes circonstances.» (1, p.345.)

362 «Quoique ces animaux ne multiplient pas dans la m&me proportion que le bl&, qui est
entierement le fruit de l’industrie humaine, cependant la propagation de leur espe£ce est
favorisee par les soins et la protection de l’"hormme.» [p.347.]

363 «Le proprietaire n’en permettrait pas l’exploitation d d’autres sans exiger une rente, el per-
sonne ne Irouverait moyen de lui en payer une.» (1, p.346.)

364 «Le prix le plus bas» (früher der sufficient price) «auquel le charbon de terre puisse se
vendre, pendant un certain tems, est comme celui de toutes les autres marchandises, le
prix qui est simplement suffisant pour remplacer, avec ses profits ordinaires, le capital em-
ploye a faire venir au march£.» (I, p.350.)

1 In der Handschrift: rente

634 Anhang und Register

364 «Ainsi le prix des metaux m&me grossiers, et plus encore celui des metaux precieux, aux
mines les plus fecondes qui existent, influe necessairement sur le prix de ces m&taux A toute

autre mine du monde.» (I, p.351, 352.)

364 «Ainsi le prix de chaque metal A chaque mine &tant regl& en quelque sorte par le prix
qu’a ce metal & la mine la plus f&conde qui soit pour le moment exploitee dans le Monde,
il en resulte qu’ä Ia plus grande partie des mines, ce prix ne doit guöre faire plus que payer
la depense de l’exploitation, et qu’il peut rarement fournir une bien forte rente au pro-
prietaire. Aussi & la plupart des mines, la rente ne compose-t-elle qu’une petite part dans
le prix du metal, et une bien plus petite encore s’il s’agit de m&taux precieux. Le travail
et le profit forment la majeure partie de ce prix.» (I, p.353, 354.)

364 «Le plus bas prix auquel on puisse, pendant un certain tems, vendre les m&taux precieux
... se rögle sur les m&mes principes qui determinent le plus bas prix ordinaire de toute
autre marchandise. Ce qui le determine, c'est le capital qu'il faut communement em-
ployer pour les faire venir de la mine au marche, c’est-ä-dire, la quantit& de nourriture,
v&tement et logement qu’il faut communement consommer pour cela. Il faut que le prix
soit tout au moins suffisant pour remplacer ce capital avec les profits ordinaires.» (I,

p-359.)

365 «L.a demande de pierres precieuses vient entierement de leur beaute. Elles ne servent A rien
qu’& l’ornement, et le merite de leur beaut& est extrömement rehausse par leur rarete ou
par la difficulte et la depense de les extraire de lamine. En cons&quence, c’est de salaires et de
profits qu’est composee le plus souvent la presque totalit& de leur haut prix. La rente n’y
entre que pour une tres-faible partie, tr&s-souvent elle n'y entre pour rien, etiln’ya que
les mines les plus f&condes qui puissent suffire A en payer une un peu considerable.>

(1, p.361.)

365 «Le prix des m&taux pr&cieux et des pierres pr&cieuses &tant r&gl& pour le monde entier,
par le prix qu'ils ont ä la mine la plus f&conde, il s’ensuit que la rente que peut rapporter
au proprietaire une mine des uns ou des autres, est en proportion, non de la fecondit&
absolue de la mine, mais de ce qu’on peut appeler sa fEcondite relative, c’est-A-dire, de sa
sup£riorit& sur les autres mines du m&me genre. Si on d&couvrait de nouvelles mines qui
fussent aussi sup£rieures A celles du Potosi, que celles-ci se sont trouv&es &tre sup6rieures
aux mines de l’Europe, la valeur de l’argent pourrait par-lä se degrader au point que les
mines, m&me du Potosi, ne vaudraient pas la peine de les exploiter.» (I, p.362.)

365 «L’abondance degrade n&cessairement la valeur d’un produit, qui ne tire sa principale
valeur que de sa raret£.» (I, p.363.)

365 «Il en est autrement des biens qui existent ä la surface de la terre. La valeur, tant de leur
produit que de leur rente, est en proportion de leur fertilit€ absolue et non de leur fertilite
relative. La terre qui produit une certaine quantit& de nourriture ou de materiaux de
vötement et de logement, peut toujours nourrir, v&tir et loger un certain nombre de per-
sonnes; et quelle que soit la proportion dans laquelle le proprietaire prendra part dans ce
produit» (die Frage ist ja eben whether he takes any share of the produce, and in what
proportion), “cette part ||632] mettra toujours A son commandement une quantite
proportionnee du travail de ces personnes, et des commodites que ce travail peut lui

procurer.» (I, p.363, 364.)

365 «La valeur des terres les plus steriles n’&prouve aucune diminution par le voisinage des
terres plus fertiles. Au contraire, elle y gagne en general une augmentation. Le grand

Fremdsprachige Zitate 635

nombre de personnes que les terres fertiles font subsister, procurent d maintes parties dur
produit des terres steriles un marche qu’elles n’auraient jamais trouv& parmi les personnes
que leur propre produit eüt pu faire subsister.» (...) Tout ce qui tend A rendre la terre
plus fertile en subsistances, augmente non-seulement la valeur des terres sur lesquelles se
fait l’amelioration? {...} “mais encore contribue ä augmenter pareillement la valeur de
plusieurs autres terres, en faisant naitre de nouvelles demandes de leur produit.» ...

(1, 2.364.)

366 “Whatever part of the whole rent of a house is over and above what is sufficient for afford-
ing this reasonable profit”’ (to the builder), “'naturally goes to the ground rent; and
where the owner of the ground, and the owner of the building, are two different persons,
it is in most cases completely paid to the former. In country houses, at a distance from
any great town, where there is plentiful choice of ground, the ground rent is scarcely any
thing, or no more than what the space upon which the house stands, would pay employed
in agriculture.'” (b. V, ch. 11.)89

367 ‘Both ground rents, and the ordinary rent of land are a species of revenue, which the
owner in many cases enjoys, without any care or attention of his own. Though a part
of this revenue should’ be taken from him, in order to defray the expenses of the State,
no discouragement will thereby be given to any sort of industry. The annual produce of
the land and labour of the society, the real wealth and revenue of the great body of the
people, might bethe same after such a tax as before. Ground rents, and the ordinary rent
of land are, therefore, perhaps, the species of revenue, which can best bear to have a
peculiar tax imposed upon them.” (b.V, ch. I1.)[*]

367 «Troisieme section. Des varialions dans la proportion entre les valeurs respectives de l’espece
de produit qui fournit toujours une rente, el l’expece de produit qui quelguefois en rapportes
etc. [l.c., t. I], p.1.]

367 «Dans un pays naturellement fertile, mais dont la tr&s-majeure partie est tout-A-fait
inculte, comme le betail, la volaille, le gibier de toute esp&ce, peuvent s’acquerir au moyen
d’une tres-pelite quantit£ de travail, il s’ensuit qu’ils ne peuvent en acheter ou [en] commander
qu’une tres-pelite quantite.» (Il, p.25.)

367 «Quel que soit l’etat de la societe, quel que soit son degr& de civilisation, le ble est
toujours une production de l’industrie de l’homme: or, le produit moyen de toute esp&ce
d’industrie s’assortit toujours avec plus ou moins de pr£cision ä la consommation mo-
yenne, la quantit€ moyenne de l’approvisionnement A la quantit€ moyenne de la demande;
d’ailleurs dans les differens degres d’amelioration d’un pays, il faudra toujours, l'une portant
l’autre, des quantites de travail d peu pres egales, ou, ce qui revient au m&me, le prix de
quantiies d peu pres dgales, pour faire croitre des quantit&s ögales de ble dans un m&me sol
et un m&me climat; l’augmentation continuelle qui a lieu dans les forces productives du
travail, A mesure que la culture va en se perfectionnant, &tant plus ou moins contre-
balanc&e par l’accroissement continuel du prix des bestiaux, qui sont les principaux instru-
mens de l’agriculture. Nous devons donc, d’apr&s ceci, &tre bien certains qu’en tout eiat
possible de la socieie, dans tout degr& de civilisation, des quantites &gales de ble seront une
representation ou un &quivalent plus juste de quantites egales de travail, que ne le seraient
des quantit&s &gales de toute autre partie du produit brut de la terre, En cons&quence le
ble ... est, dans tous les differens degr&s de richesse et d’amelioration de la societe, une
mesure de valeur plus exacte que toute autre marchandise ou que toute autre classe de

636 Anhang und Register

marchandises ... En outre, le le ou tout autre v&getal faisant la nourriture ordinaire et
favorite du peuple, constitue, dans tout pays civilise, la principale partie de la subsistance
de l’ouvrier .. Ainsile prix du travail en argent depend beaucoup plus du prix moyen du
ble, qui est la subsistance de l’ouvrier, que de celui de la viande ou de toute autre partie
du produit brut de la terre; par cons&quent, la valeur r&elle de l’or et de l’argent, la
quantite r&elle de travail qu’ils peuvent acheter ou commander, depend beaucoup plus
de la quantite de bl& qu’ils peuvent acheter ou representer, que de celle de viande ou de
toute autre esp&ce de produit brut dont ils pourraient disposer.» (I, p.26-28.)

368 «On peut dire d’une marchandise, qu'elle est chöre ou & bon marche, non-seulement en
raison de ce que son prix habituel fait une grosse ou une petite somme, mais aussi en
raison de ce que ce prix habituel se trouve plus ou moins au dessus du prix le plus bas,
auquel il soit possible de la mettre au march@ pendant un certain tems de suite. Ce prix
le plus bas est celui qui remplace purement, avec un profit modique, le capital qu’il faut emplo-
yer pour meitre cetie marchandise au marche. Ce prix est celui qui ne fournit rien pour le
proprietaire de la terre, celui dont la rente ne fait pas une partie constituante, et qui se
resout lout entier en salaires ei en profits.» (II, p.81.)

368 «Le prix des diamans et les autres pierres precieuses est peut-&tre encore plus pres que
le prix de l’or, du prix le plus bas auquel il soit possible de les mettre au march&.» (II,

p.83.)

368 «La quantit& de ces marchandises restant la m&me ou ä peu pr&s la m&me, tandis que la
concurrence des acheteurs va toujours croissant, leur prix peut monter & tous les degres
possibles d’exces.» (II, p.91.)

369 «Elle consiste dans ces plantes et ces animaux utiles que la nature produit dans les pays
incultes, avec tant de profusion, qu’ils n'ont que peu ou point de valeur, et qui, A mesure
que la culture s’&tend, sont forc&s par elle de ceder le terrain & quelque produit plus
profitable. Pendant une longue periode dans le cours des progr&s de l’amelioration, la
quantit& des produits de cette classe va toujours en diminuant, tandis qu’en möme tems
la demande qu’on en fait va toujours en augmentant. Ainsi leur valeur reelle, la quantit&
reelle de travail qu’ils peuvent acheter ou commander, s’eleve par degres jusqu’& ce
qu’enfin elle monte assez haut pour en faire un produit aussi avantageux que toute autre
production venue & l’aide de l’industrie humaine, sur les terres les plus fertiles et les
mieux cultivees. Quand elle est montee jusque-Jä, elle ne peut plus gu£re aller plus haut;
autrement, pour augmenter la quantit& du produit, on y consacrerait bientöt plus de
terre et plus d’industrie. (II, p.94, 95.)

369 «De tous les differens articles qui composent cette seconde classe de produit brut, le betail
est peut-tre celui dont le prix s’eleve le premier & cette hauteur, dans le cours des pro»
gres de l’amelioration.» (Il, p.96, 97.) «Si le betail est une des premitres parties qui
atteigne ce prix? {sc. which makes it worth while cultivating soil in order to feed them),
«le gibier est peut-&tre une des dernieres. Quelqu’exorbitant que puisse paraitre le prix
de la venaison en Ängleterre, il s’en faut encore qu’il puisse compenser la depense d'un
parc de b£tes fauves, comme le savent tr&s-bien tous ceux qui se sont occup&s de la
conservation de ce genre de gibier. (II, p. 104.)

369 «Dans toutes les fermes, les rebuts de la grange et de l’&table peuvent entretenir un cer-
tain nombre de volailles. Comme elles sont nourries de ce qui serait perdu sans cela, on
Ies a seulement pour faire profit de tout; et comme elles ne coütent presque rien au fer-

Fremdsprachige Zitate 637

mier, il peut trouver encore son compte & les vendre pour tr&s-peu de chose.» ... «il y ait
profit & cultiver la terre expr&s pour en nourrir.» (II, p.105, 106.)

369 ... “on a, dans l’origine, pour faire profit de tout.» (II, p.108, 109.)

370 «Il est &vident que les terres d’un pays ne peuvent jamais parvenir A un &tat d’am&liora-

tion et de culture complete avant que le prix de chaque produit que l’industrie humaine
se propose d’y faire croitre, ne soit d’abord monte assez haut pour payer la depense d’une
amelioration et d’une culture complete. Pour que les choses en soient IA, il faut que le prix de
chaque produit particulier suffise A payer d’abord la rente d’une bonne terre & bl&, qui
est celle qui rögle la rente de la plupart des autres terres cultivees, et A payer en second lieu
le travail et la depense du fermier, aussi bien qu’ils se paient commun&ment sur une bonne
terre A bl&, ou bien, en autres termes, A lui rendre avec les profits ordinaires, le capital qu’il
y emploie, Cette hausse dans le prix de chaque produit particulier doit &videmment |\634]
preceder l’amelioration et la culture de la terre destinee & faire naltre ce produit ... Diese
differentes sortes de produit brut sont venues d valoir, non une plus grande somme d’ar-
gent, mais une plus grande quantite de travail et de subsistances qu’auparavant. Comme
il en coüte une plus grande dose de travail ei de subsistances pour les faire venir au march£,
par cela m&me elles en representent ou en valent une plus grande quantite quand elles y sont

venues.) (II, p.113-115.)

370 ... “sur la multiplication duquel l’industrie humaine n’a qu’un pouvoir limit ou incer-

371

371

371

tain. (II, p.115.)

«Dans les pays mal cultives, et qui par consequent ne sont que tr&s-faiblement peuples, le
prix de la laine et de la peau est toujours beaucoup plus grand, relativement & celui de la
böte entiere, que dans les pays qui, €tant plus avanc&s en richesse et en population, ont
une plus grande demande de viande de boucherie.» (II, p. 117.)

«Il faut alors, en general, aller chercher le poisson A de plus grandes distances; il faut
employer de plus grands bätimens et mettre en @uyre des machines plus dispendieuses
en tout genre.) ... ... (ne pourre guere &tre alors approvisionne & moins d'un travail)...
... «travail qu’il fallait pour l’approvisionner dans le premier &tat.» «Ainsi le prix reel de
cette denr&e doit augmenter naturellement dans les progr&s que fait l’amelioration...»

(II, p.130.)

«Si l’extension de l’amelioration et de la culture &löve necessairement le prix de chaque
espece de nourriture animale, relativement au prix de ble, d'un autre cöt£ elle fait aussi
necessairement baisser celui de toute esp£ce, je crois, de nourriture vegetale. Elle eleve le
prix de la nourriture animale, parce qu’une grande partie de la terre qui produit cette
nourriture, &tant rendue propre & le production du ble, doit rapporter au proprietaire et
au fermier la rente et le profit d’une terre A ble. Elle fait baisser le prix de la nourriture
vegdtale, parce qu’en ajoutant d la fertilite de la terre, elle accroit l’abondance de cette
sorte de nourriture. Les am&liorations dans la culture introduisent aussi plusieurs esp&ces
de nourriture v&getale, qui, exigeant moins de terre que le ble, et pas plus de travail,
viennent au march& & beaucoup meilleur compte que le ble. Telles sont les pommes de
terre et le mais... D’ailleurs, il y a beaucoup d’especes d’alimens du genre vegetal, qui
dans l’&tat grossier de l’agriculture, sont confines dans le jardin potager, et ne croissent,
qu’ä l’aide de la böche, mais qui, lorsqu'elle s’est perfectionnee, viennent ä se semer en
plein champ, et & croitre ä l’aide de la charrue; tels sont les turneps, les carottes, les

choux, etc.» (II, p. 145, 146.) (l.L, ch.XI.)

638 Anhang und Register

372 ... de prix reel des matieres premieres ne hausse point ou ne hausse pas extrömement).

(l.c., IL, p.149.)

372 «De meilleures machines, une | plus grande dexterite et une division et distribution
de travail mieux entendues, toutes choses qui sont les effets naturels de l’ayancement du
pays, sont cause que, pour exetuer une piece quelcongue, il ne faut qu’une bien moindre
quantite de travail; et quoique, par suite de l’etat florissant de la societ£, le prix reel du
travail doive s’elever considerablement, cependant la grande diminution dans la gtiantite
du travail que chague chose exige, fait bien plus en general que compenser quelque hausse
que ce soit qui puisse survenir dans le prix de ce travail.» (II, p. 148.)

372 «Il en coätait une bien plus grande quantite de travail pour mettre la marchandise au marche;
ainsi, quand elle y &tait venue, il fallait bien qu’elle achetät ou qu’elle obtint en &change
le prix d’une plus grande quantite de travail.» (II, p.156.)

373 «L’extension de l’amelioration des terres et de la culture y tend d’une maniere directe.
La part du propritaire dans le produit augmente necessairement & mesure que le produit
augmente.» (11, p. 158.) ... «survient dans le prix r&el de ces sortes de produits bruts, dont
le rencherissement est d'’abord l’effet de l’am&lioration et de la culture, et devient ensuite
la cause de leurs progr&s ulterieurs) ... «Ce produit, apr&s avoir hauss& dans son prix
r&el, n’exige pas plus de travail, pour Etre recueilli, qu'il n’en exigeait auparavant. Par cons6-
quent il faudra une moindre portion au'auparavant de ce produit, pour suffhire & remplacer
le capital qui fait moiivoir ce travail, ensemble les profits ordinaires de ce capital. La portion
restante du produit, qui est la part du propri£taire, sera donc plus grande, relativement
au tout, qu’elle ne l’&tait auparavant.) (11, p.158, 159.)

373 «Tout ce qui reduit le prix r&el de ce premier genre de produit, €leve le prix reel du se-
cond.» (11, p. 159.) ... «et la rente grossit avec le produit.? ... (l.c.p. 160.)

374 «La classe des proprietaires peut gagner peut-&tre plus que celle-ci? (des ouvriers) (A la
prosperit€ de la societ€; mais aucune ne souffre aussi cruellement de son declin, que la
classe des ouvriers.» (l.c.p. 162.)

374 ... «inter&t general de la societe.» (l.c.p. 163.) «Inter&t particulier de ceux qui exercent une
branche particuliere de commerce ou de manufacture, est toujours, A quelques &gards,
different et mäme contraire A celui du public.» (II, p.164, 165.) ... «une classe de gens dont
l’interät ne saurait [!636| jamais ätre exactement le m&me que l’interet de la societ£, qui ont
en general inter&t A tromper le public et m&me & le surcharger, et qui en cons&quence ont
deja fet l’un et l’autre en beaucoup d’occasions.» (11, p. 165.)

## Fünfzehntes Kapitel

376 ... "trades where profits are in proportion to the capital, and not in proportion to the
quantity of labour employed.” ([Ricardo, “On the principles of political economy...”,
London 1821,] p.418.)

377 ... “carrying trade, the distant foreign trade, and trades where expensive machinery is

required’. (l.c.p.418.)
377 ... “that the great profits which are sometimes made by particular merchants in foreign

trade, will elevate the general rate of profits in the country”. (l.c.ch. VII "On Foreign
trade", p.132.)

Fremdsprachige Zitate 639

377 “They contend, that the equality of profits will be brought about by the general rise of
profits; and I am of opinion, that the profits of the favoured trade will speedily subsidet
to the general level.’ (p.132, 133.)

378 “I admit, that from the nature of rent, a given capital employed in agriculture, on any but
the land last cultivated, puts in motion a greater quantity of labour than an equal capital
employed in manufactures and trade." (l.c.p.419.)

379 “There cannot be two rates of profit in the same employment, and therefore when the value
of the produce is in different proportions to capital, it is the rent which will differ, and not

the profit.”” (ch.XII, “Land Tax”, p.212, 213.)

379 ‘The exchangeable value of all commodities, whether they be manufactured, or the
produce of the mines, or the produce of land, is always regulated, not by the less quan-
tity of labour that will suffice for their production under circumstances highly favorable,
and exclusively enjoyed by those who have peculiar facilities of production; but by the
greater quantity of labour necessarily bestowed on their production by those who have no
such facilities; by those who continue to produce them under the most unfavorable
circumstances; meaning — by the most unfavorable circumstances, the most unfavorable
under which the quantity of produce required, renders it necessary to carry on the produc-

tion.’ (ch.II, “On Rent", p.60, 61.)

379 “M.Say supposes, ‘A landlord by his assiduity, economy and skill, to increase his annual
revenue by 5000 francs’; but a landlord has no means of employing his assiduity, economy
and skill on his land, unless he farms it himself; and then it is in quality of capitalist and
farmer that he makes the improvement, and not in quality of landlord. It is not conceiv-
able” ..., “that he could so augment the produce of his farm by any peculiar skill on his
part, without first increasing the quantity of capital employed upon it.” (l.c.p.209.)

380 “The rise in the price of commodities, in consequence of taxation or of difficulty of pro-
duction, will in all cases ultimately ensue; but the duration of the interval, before the
market price will conform to the natural price, must depend. on the nature of the commodity,
and on the facility with which it can be reduced in gquantity. If the quantity of the commo-
dity taxed could not be diminished, if the capital of the farmer or [of] the hatter for in-
stance, could not be withdrawn to other employments, it would be of no consequence
that their profits were reduced below the general level by means of a tax; unless the
demand for their commodities should increase, they would never be able to elevate the
market price of corn and of hats up to their increased natural price. Their threats to leave
their employments, and remove their capitals to more favoured trades, would be treated
as an idle menace which could not be carried into effect; and consequently the price would
not be raised by diminished production. Commodities, however, of all descriptions can be
reduced in quantity, and capital can be removed from trades which are less profitable to those
which are more so, but with different degrees of rapidity. In proportion as the supply of a
particular commodity can be more easily reduced, without inconvenience to the producer,
the price of it will more quickly rise after the difficulty of its production has been increased
by taxation, or by any other means.” (p.214, 215.)

381 "The agreement of the market and natural price of all commodities, depends at alltimes
on the facility with which the supply can be increased or diminished. In the case of gold,

2 In der Handschrift: submit

640 Anhang und Register

houses, and labour, as well as many other things, this effect cannot, under some circum-
stances, be speedily produced. But it is different with those commodities which are con-
sumed and reproduced from year to year, such as hats, shoes, corn, and cloth; they may
be reduced, if necessary, and the interval cannot be long before the supply is contracted
in proportion to the increased charge of producing them.” (l.c.p.220, 221.)

381 “Rent being not a creation, but merely a transfer of wealth.” (l.c.p.221.)

381 “A tax on raw produce from the surface of the earth, will ... fall on the consumer, and will
in no way affect rent; unless by diminishing the funds for the maintenance of labour, it
lowers wages, reduces the population, and diminishes the demand for corn.” (p.221.)

387 “Taxes on those commodities, which are generally denominated luxuries, fall on those
only who make use of them ... But taxes on necessaries do not affect the consumers of
necessaries, in proportion to the quantity that may be consumed by them, but often in a
much higher proportion.”’ Z. B. a tax on corn. “It alters the rate of profits of stock.
Whatever raises the wages of labour, lowers the profits of stock; therefore every tax
on any commodity consumed by the labourer, has a tendency to lower the rate of

profits.'' (p.231.)

388 ‘In a former part of this work, we discussed the effects of the division of capital into
fixed and circulating, or rather into durable and perishable capital, on the prices of commo-
dities. We showed that two manufacturers might employ precisely the same amount of
capital, and might derive from it precisely the same amount of profits, but that they
would sell their commodities for every different sums of money, according as the capitals
they.employed were rapidly, or slowly, consumed and reproduced. T'hhe one might sell
his goods for 4000 L., the other for 10000 L., and they might both employ 10000 I.
of capital, and obtain 20 p.c. profit, or 2000 I. The capital of one might consist, f.i., of
2000 I. circulating capital, to be reproduced, and 8000 /. fixed, in buildings and machi-
nery; the capital of the other, on the contrary, might consist of 8000 I. of circulating, and
of only 2000 fixed capital in machinery and buildings. Now, if each of these persons were
to be taxed ten per cent, on his income, or 200 /. the one, to make his business yield him
the general rate of profit, must raise his goods from 10.000 Z. to 10200 !.; the other would
also be obliged to raise the price of his goods from 4000 I. to 4200 I. Before the tax, the
goods sold by one of these manufacturers were 2%/, times more valuable than the goods
of the other; after the tax they will be 2,42 times more valuable: the one kind will have
risen two per cent.; the other five per cent.: consequently a tax upon income, whilst mo-
ney continued unaltered in value, would alter the relative prices and value of commodi-

ties.’’ (p.234, 235.)

388 “If a country were not taxed, and money should fall in value, its abundance in every mar-
ket” hier die lächerliche Vorstellung, daß a fall in the value of money ought to be accom-
panied: by its abundance in every market ||644] “would produce similar effects in each.
If meat rose 20 per cent., bread, beer, shoes, labour, and every commodity, would also
rise 20 per cent.; it is necessary they should do so, to secure to each trade the same rate of
profits. But this is no longer true when any of these commodities is taxed; if, in that case,
they should allrise in proportion to the fall in the value of money, profits would be rendered
unequal; in the case of the commodities taxed, profits would be raised above the general
level, and capital would be removed from one employment to another, till an equilibrium of
profits was restored, which could only be, after the relative prices were altered." (p. 237.)

‚Fremdsprachige Zitate 641

389 ‘‘Mr.Buchanan considers corn and raw produce as at a monopoly price, because they
yield a rent: all commodities which yield a rent, he supposes must be at a monopoly
price; and thence he infers, that all taxes on raw produce would fall on the landlord, and
not on the consumer.

“The price of corn,’ he says, ‘which always affords a rent, being in no respect influenced
by the expenses of its production, those expenses must be paid out of the rent; and when they
rise of all,therefore,the consequence is not ahigher or lower price, but a higher or lower
rent. In this view, all taxes on farm servants, horses, or the implements of agriculture,
are in reality land-taxes; the burden falling on the farmer during the currency of his
lease, and on the landlord, when the lease comes to be renewed. In like manner all those
improved implements of husbandry which save expense to the farmer, such as machines
for threshing and reaping, whatever gives him easier access to the market, such as good
roads; canals and bridges, though they lessen the original cost of corn, do not lessen its
market price. Whatever is saved by those improvements, therefore, belongs to the land-
lord as part of his rent.’

It is evident”’ (sagt Ric.) “that if we yield to Mr. Buchanan the basis on which his
argument is built, namely, that the price of corn always yields a rent, allthe consequences

which he contends for would follow of course." (p.292, 293.)

394 ‘I hope I have made it sufficiently clear, that until a country is cultivated in every part,
and up to the highest degree, there is always a portion of capital employed on the land
which yields no rent, and’ (1) “that it is this portion of capital, the result of which, as in
manufactures, is divided between profits and wages that regulates the price of corn. The
price of corn, then, which does not afford a rent, being influenced by the expenses of its
production, those expenses cannot be paid out of rent. The consequence therefore of
those expenses increasing, is a higher price, and not a lower rent.” (l.c.p.293.)

395 ‘Mr. Malthus appears to think that it is a part of my doctrine, that the cost and value of
a thing should be the same; - it is, if he means by cost, ‘cost of production’ including pro-

fits.” (l.c.p.46.)

397 “Raw produce is not at a monopoly price, because the market price of barley and wheat is
as much regulated by their cost of production, as the market price of cloth and linen. The
only difference is this, that one portion of the capital employed in agriculture regulates the
price of corn, namely, that portion which pays no rent; whereas, in the production of
manufactured commodities, every portion of capital is employed with the same results; and as
no portion pays rent, every portion is equally a regulator of price.’ (l.c.p.290, 291.)

397 ‘The value of a commodity, or the quantity of any other commodity for which it will
exchange, depends on the relative quantity of labour which is necessary for its production,
and not on the greater or less compensation which is paid for that labour.” [l.c.p.1.]

398 ‘“A.Smith, who so accurately defined the original source of exchangeable value, and who
was bound in consistence to maintain, that allthings became more or less valuable in pro-
portion as more or less labour was bestowed on their production, has himself erected
another standard measure of value, and speaks of things being more or less valuable, in
proportion as they will exchange for more or less of this standard measure ;., as if these were
two equivalent expressions, and as if because a man’s labour had become doubly efficient,
and he could therefore produce twice the quantity of acommodity, he would necessarily
receive twice the former quantity in exchange for it"’ (nämlich seine labour). “If this in-

642 Anhang und Register

deed were true, if the reward of the labourer were always in proportion to what he produced,
the quantity of labour [bestowed on a commodity, and the guantity of labour] which that
commodity would purchase, would be egual, and either might accurately measure the varia-
tions of other things; but they are not equal.” (p.5.)

400 “Is not the value of labour ... variable; being not only affected, as all other things” (soll
heißen commodities) “are, by the proportion between the supply and demand, which uni-
formly varies with every change in the condition of the community, but also by the
varying price of food and other necessaries, on which the wages of labour are expended?”

(p.7.)

401 ““Treating labour as a commodity, and capital, the produce of labour, as another, then, if
the value of these two commodities were regulated by equal quantities of labour, agiven amount
of labour would, under all circumstances, exchange for that quantity of capital which had
been produced by the same amount of labour; antecedent labour would always exchange
for the same amount of present labour. But the value of labour in relation to other commo-
dities, in so far, at least, as wages depend upon share, is determined, not by egual quanti-
ties of labour, but by the proportion between supply and demand.” (E.G. Wakefield,
Note zu p.230 zu t. I seiner Ausgabe von A.Smiths “Wealth of Nations’’, London 1836.)

401 ‘Not only the labour applied immediately to commodities affects their value, but the
labour also which is bestowed on the implements, tools, and buildings, with which such
labour is assisted.’’ [Ricardo, “On the principles of political economy, ...”’, London 1821,
p-16.]

402 “Labour, like all other things which are purchased and sold, and which may be increased
or diminished” (...), “has its natural and its market price. The natural price of labour
is that price which is necessary to enable the labourers, one with another, to subsist and
to perpetuate their race, without either increase or diminution.” (...) “The power of the
labourer to support himself, and the family which may be necessary to keep up the num-
ber of labourers ... depends on the price of the food, necessaries, and conveniences required
for the support of the labourer and his family. With a rise in the price of food and necessa-
ries, the natural price of labour will rise; with the fall in their price, the natural price of

labour will fall.’” (p.86.)

402 “It is not to be understood that the natural price of labour, estimated even in food and
necessaries, is absolutely fixed and constant. It varies at different times in the same
country, and very materially differs in different countries. It essentially depends on the
habits and customs of the people.’ (p.91.)

403 “Capital is that part of the wealth of a country which is employed in production, and
consists of food, clothing, tools, raw materials, machinery, etc. necessary to give effect to
labour.” (p.89.) “Less capital, which is the same thing as less labour." (p.73.)“ Labour and
capital that is, accumulated labour.” (l.c.p.499.)

403 ““Mr.Ricardo, ingeniously enough, avoids a difficulty, which, on a first view, threatens
to encumber his doctrine, that value depends on the quantity of labour employed in pro-
duction, If this principle is rigidly adhered to, it follows, that the value of labour depends
on the quantily of labour employed in producing it - which is evidently absurd. By a dex-
terous turn, therefore, Mr. Ricardo makes the value of labour depend on the quantity of
labour required to-produce wages, or, to give him the benefit of his own language, he
maintains, that the value of labour is to be estimated by the quantity of labour required to

Fremdsprachige Zitate 643

produce wages, by which means, the quantity of labour required to produce the money
or commodities given to the labourer. This is similar to saying, that the value of cloth is
to be estimated, not by the quantity of labour bestowed upon its production, but by the
quantity of labour bestowed on the production of the silver, for which the cloth is ex-
changed.’’ (p.50, 51 [Bailey] “A Critical Dissertation on the Nature, Measures, and Causes
of Value etc.”’ Lond. 1825.)

403 ... “the number of pounds that may be annually paid to the labourer” ... .. "the number
of day's work, necessary to obtain those pounds.” (RicJardo] l.c.p. 152.)

415 “The labour of a million of men in manufactures, will always produce the same value but
will not always produce the same riches.” (l.c.p.320.)

418 ... “they"’ (the wages of labour and the profit of stock) “are together always of the same
value” (l.c. p. 499 ch. XXXII “Mr. Mlalthus’]s opinions on rent”).

418 “Wages and profits together will be of the same value.” (l.c.p.491, note.)
418 ““Wages and profits taken together will continue always of the same value." (p.490, 491.)

418“ Wages are to be estimated by their real value, viz. by the quantity of labour and capital
employed in producing them, and not by their nominal value either in coats, hats, money, or

corn.”” (l.c. ch. I, “On Value”, p.50.)

419 ‘The labourer is only paid a really high price for his labour, when his wages will purchase
the produce of a great deal of labour.” (l.c.p. 322.)

421 “The value of the deer, the produce of the hunter’s day’s labour, would be exactly equal
to the value of the fish, the produce of the fisherman’s day's labour. The comparative
value ofthe fish andthe game, would be entirely regulated by the quantity of labour reali-
zed in each, whatever might be the quantity of production, or however high or low general
wages or profits might be. If ... the fisherman ... employed ten men, whose annual labour
cost 100 !. and who in one day obtained by their labour twenty salmon: If ... the hunter
also employed ten men, whose annizal labour cost 100 I. and who in one day procured him
ten deer; then the natural price of a deer would be two salmon, whether the proportion
of the whole produce bestowed on the men who obtained were large or small. The proportion
which might be paid for wages, is of the utmost importance in the question of profits;
for it must at once be seen, that profits would be high or low, exactly in proportion as
wages were low or high; but it could not in the least affect the relative value of fish and
game, as wages would be high or low at the same time in both occupations.'” (ch. 1,

“On Value” p.20, 21.)

421 “No alteration in the wages of labour could produce any alteration in the relative value
of these commodities; for suppose them to rise, no greater quantily of labour would be
required in any of these occupations, but it would be paid for at a higher price ... Wages
might rise twenty per cent., and profits consequently fall in a greater or less proportion,
without occasioning the least alteration in the relative value of these commodities.””

(l.c.p.23.)

421 “There can be no rise in the value of labour without a fall of profits. If the corn to be
divided between the farmer and the labourer, the larger the proportion that is given to the
latter, the less will remain for the former. So if cloth or cotton goods be divided between
the workman and his employer, the larger the proportion given to the former, the less
remains for the latter.” (l.c.p.31.)

gi

644 Anhang und Register

421 “A.Smith, and all the writers who have followed him, have, without one exception
that 1 know of, maintained that a rise in the price of labour would be uniformly followed
by arise in the price of all commodities. 1 hope ] have succeeded in showing, that there are
no grounds for such an opinion.” (l.c.p.45.)

421 “A rise of wages, from the circumstance of the labourer being more liberally rewarded,
or from a difficulty of procuring the necessaries on which wages are expended, does not,
except in some instances, produce the effect of raising price, but has a great effect in
lowering profits.’’ ... “ an alteration in the value of money” ... “In the one” ... “case,
no greater proportion of the annual labour of the country is devoted to the support of la-
bourers; in the other case, a larger portion is so devoted." (l.c.p.48.)

422 “With arrise in the price of food and necessaries, the natural price of labour will rise; with
a fall in their price, the natural price of labour will fall.” (l.c.p.86.)

422 “The surplus produce remaining, after satisfyingthe wants of the existing population, must
necessarily be in proportion to the facility of production, viz. to the smaller number of
persons employed in production.’ (p.93.)

422 ‘““Neither the farmer who cultivates that quantity of land, which regulates price, nor the
manufacturer, who manufatures goods, sacrifice any portion of the produce for rent. The
whole value of their commodities is divided into two portions only: one constitutes the pro-
fits of stock, the other the wages of labour.” (l.c.p. 107.)

422 ‘“Suppose the price of silks, velvets, furniture, and any other commodities, not required
by the labourer, to rise in consequence of more labour being expended on them, would
not that affect profits? Certainly not: for nothing can affect profits but a rise in wages; silks
and velvets are not consumed by the labourer, and therefore cannot raise wages.’”

(l.c.p.118.)

422 “Ifthe labour of ten men will, on land of.a certain quality, obtain 180 qrs. of wheat, and
its value be 4 !. per gr., or 720 1. ...” (p.110.) “... in all cases, the same sum of 720 I.
must be divided between wages and profits... Whether wages or profits rise or fall, it is
this sum of 720 I. from which they must both be provided. On the one hand, profits can
never rise so high astoabsorb so much of this 720 /.that enough willnot belleftto furnish
the labourers with absolute necessaries; on the other hand, wages can never rise so high
as to leave no portion of this sum for profits.” (l.c.p. 113.)

422 “Profits depend on high or loiw wages, wages on the price of necessaries, and the price of
necessaries chiefly on the price of food, because all other requisites may be increased al-
most without limit.” (l.c.p. 119.)

422 ‘“Although a greater value is produced’ (bei Verschlechterung des Landes), “a greater
proportion of what remains of that value, after paying rent, is consumed by the producers"’

er identifiziert hier labourers and producers, “and it is this, and this alone, which regu-
lates profits.” (l.c.p. 127.)

422 “It is the essential quality of an improvement to diminish the quantity of labour before re-
quired to produce a commodity; and this diminution cannot take place without a fall of
its price or relative value.” (].c.p.70.)

423 ‘““Diminish the cost of production of hats, and their price will ultimately fall to their new
natural price, although the demand should be doubled, trebled, or quadrupled. Diminish
the cost of subsistence of men, by diminishing the natural price of the food and clothing,

Fremdsprachige Zitate 645

by which life is sustained, and wages will ultimately fall, notwithstanding that the demand
for labourers may |\664| very greatly increase.” (l.c.p.460.)

423 “In proportion as less is appropriated for wages, more will be appropriated for profits, and
vice versa.'' (].c.p.500.)

423 “It has been one of the objects of this work to shew, that with every fall in the real value
of necessaries, the wages of labour would fall, and that the profits of stock would rise -
in other words, that of any given annttal value a less portion would be paid to the labouring
class, and a larger portion to those whose funds employed this class.’ [l.c.p.511, 512.1

423 “Suppose the value of the commodities produced in a particular manufacture to be 1000 /.,
and to be divided between the master and his labourers” (...), “in the proportion of 800 I.
to labourers, and 200 !. to the master; if the value of these commodities should fall to
900 I., and 100 I. be saved from the wages of labour, in consequence of the fall of necessa-
ries, the net income of the masters would be in no degree impaired.” (p.511, 512.)

423 ‘“If the shoes and clothing of the labourer, could, by improvements in machinery, be
produced by one fourth of the labour now necessary to their production, they would
probably fall 75 per cent.; but so far is it from being true, that the labourer would
thereby be enabled permanently to consumer four coats, or four pair of shoes, instead
of one, that it is probable his wages would in no long time be adjusted by the effects of
competition, and the stimulus to population, to the new value of the necessaries on which
they were expended. If these improvements extended to all the objects of the labourer’s
consumption, we should find him probably at the end of a very few years, in possession
of only a small, if any, addition to his enjoyments, although the exchangeable value of those
commodities, compared with any other commodity had sustained a very considerable
reduction; and though they were the produce of a very considerably diminished quantity

of labour.” (l.c.p.8.)

424 “When wages rise, it is always at the expense of profits, and when they fall, profits always
rise,’ (l.c.p.491, note.)

424 ‘It has been my endeavour to show throughout this work, that the rate of profits can
never be increased but by a fall in wages, and that there can be no permanent fall of
wages but in consequence of a fall of the necessaries on which wages are expended. If,
therefore, by the extension of.foreign trade, or by improvements in machinery, the food and
necessaries of the labourer can be brought to market, at a reduced price, profits will rise.
If, instead of growing our own corn, or manufacturing the clothing and other necessaries
of the labourer, we discover a new market from which we can supply ourselves with
these commoditiesata cheaper price, wages will fall and profits rise; but if the commodi-
ties obtained at a cheaper rate, by the extension of foreign commerce, or by the improve-
ment of machinery, be exclusively the commodities consumed by the rich, no alteration
will take place in the rate of profits. The rate of wages would not be affected, although
wine, velvets, silks, and other expensive commodities should fall 50 per cent., and conse-
quently profits would continue unaltered.

Foreign trade, then, though highly beneficial to a country, as it increases the amount
and variety of the objects on which revenue may be expended, and affords, by the abun-
dance and cheapness of commodities, incentives to saving” (...), “and to the accumula-
tion of capital, has no tendency to raise the profits of stock, unless the commodities imported
be of that description on which the wages of labour are expended.

646 Anhang und Register

426

426

426

426 ...

426

The remarks which have been made respecting foreign trade, apply equally to home
trade. The rate of profits is never increased” ... “by a better distribution of labour, by the
invention of machinery, by the establishment of roads and canals, or by any means of
abridging lahour in the manufacture or in the conveyance of goods. These are causes which
operate on price, and never fail to be highly beneficial to consumers; since they enable
them, with the same labour, to obtain in exchange a greater quantity ofthe commodity
to which the improvement is applied; but they have no effect whatever on profit. On the
other hand, every |!665| diminution in the wages of labour raises profits, but produces
no effect on the price of commodities. One is advantageous to all classes, for all classes
are consumers” (...); “the other is beneficial only to producers; they gain more, but
every thing remains at its former price” (... “every thing remains at its former price.””).
“In the first case they get the same as before; but every thing” (...), “on which their
gains are expended, is diminished in exchangeable value.’’ (p.137, 138.)

“If I have to hire a labourer for a week, and instead of ten shillings I pay him eight, no
variation having taken place in the value of money, the labourer can probably obtain
more food and necessaries, with his eight shillings, than he before obtaines for ten: but
this is owing, not to a rise in the real value of his wages, as stated by A.Smith, and more
recently by Mr.Malthus, but to a fall in the value of the things on which his wages are
expended, things perfectly distinct; and yet for calling this a fall in the real value of
wages, I am told that I adopt new and unusual language, not reconcileable with the true
principles of the science.” (l.c.p.11, 12.)

“Itis not by the absolute quantity of produce obtained by either class, that we can correctly
judge of the rate of profit, rent, and wages, but by the quantity of labour required to
obtain that produce. By improvements in machinery and agriculture, the whole produce
may be doubled; but if wages, rent, and profit be also doubled, these three will bear the
same proportions to one another as before, and neither could be said to have relatively
varied. But if wages partook not of the whole of this increase; if they, instead of being
doubled, were only increased one-half ... it would, I apprehend, be correct for me to say,
that wages had fallen while profits had risen; for if we had an invariable standard by which
to measure the value of this produce, we should find that a less value had fallen to the
class of labourers ..., and a greater to the class of capitalists, than had been given be-

fore.” (l.c.p.49.)

“It will not the less be a real fall, because they”’ (the wages) “might furnish him with a
greater quantity of cheap commodities than his former wages.” (l.c.p.51.)

“when it was asked what determined that value of all commodities: it was answered
that this value was chiefly determined by wages. When again it was asked - what deter-
mined wages? is was recollected that wages must be adjusted to the value of the commo-
dities upon which they were spent; and the answer was in effect that wages were deter-
mined by the value of commodities.”” (p.560, [T’h. deQuincey] ‘“Dialogues of Three Temp-
lars on Polit. Econ. chiefly in relation to the principles of Mr.Ricardo" ||666] “London
Magazine”, vol.IX, 1824.)

“So far are the two formulae from presenting merely two different expressions of the
same law, that the very best way of expressing negatively Mr. Ricardo’s law (viz. A is to
B in value as the quantities of the producing labor) would be to say, A is not to B in value
as the values of the producing labor.”’ fl.c.p.348.]

Fremdsprachige Zitate 647

427 “Wenn der Preis 10 sh., dann wages und profits, taken as a whole, cannot exceed ten
shillings. But do not the wages and profits as a whole, themselves, on the contrary,
predetermine the price? No; that [is] the old superannuated doctrine.’’ (p.204, Th. de
Quincey, ‘The Logic of Pol. Econ.”’, Edinburgh [and London] 1844.)

427 "Die neue Ökonomie hat gezeigt, that all price is governed by proportional quantity of
the producing labour, and by that only. Being itself once settled, then, ipso facto, price
settles the fund out of which both wages and profits must draw their separate dividends."”
(l.c.p.204.) “’Any change that can disturb the existing relations between wages and pro-
fits, must originate in wages.” (l.c.p.205.)

## Sechzehntes Kapitel

430 ‘“The variation in the value of money, however great, makes no difference in the rate of
profits; for suppose the goods ofthe manufacturer to rise from 1000 7. t0 2000 I., or 100 p.c.,
if his capital, on which the variations of money have as much effect as on the value of
produce, if his machinery, buildings, and stock in trade rise also 100 per cent,, his rate
of profits will be the same ... If, with a capital of a given value, he can, by economy in
labour, double the quantity of produce, and it fall to half its former price, it will bear the .
same proportion lo the capital that produced it which it did before, and conseguenily profts
will still be at the same rate. If, at the same time that he doubles the quantity of produce
by the employment of the same capital, the value of money is by any accident lowered one
half, the produce will sell for twice the money [value] that it did before; but the capital
employed to produce it will also be of twice its former money value; and therefore in this
case too, the value of the produce will bear the same proportion to the value of the capital as
it did before’ ([Ricardo, ““On the principles of political economy ..."’, London 1821,]
p.51, 52.)

430 “The raw produce of which commodities are made, is supposed to have fallen in price,
and, therefore, commodities will fall on that account. True, they will fall, but their fall
will not be attended with any diminution in the money income of the producer. If he
sell his commodity for less money, it is only because one of the materials from which it is
made has fallen in value. I£ the clothier sell his cloth for 900 I. instead of 1000 I., his in-
come will not be less, if the wool from which it is made, has declined 100 I. in value.’
(l.c.p.518.)

431 “But the rate of profits will fall still more, because the capital ofthefarmer.... consists in a
great measure of raw produce, such as his corn and hay-ricks, his unthreshed wheat and
barley, his horses and cows, which would all rise in price in consequence of the rise of
produce. His absolute profits would fall from 480 I. to 445 1. 15 sh.; but if from the cause
which I have just stated, his capital should rise from 3000 I. to 3200 I., the rate of his
profits would, when corn wasat 51.2 sh. 10.d. be under 14 per cent. It amanufacturer had
also employed 3000 !. in his business, he would be obliged in consequence of the rise
of wages, to increase his capital, in order to be enabled to carry on the same business. If
his commodities sold before for 720 I. they would continue to sell at the same price; but
the wages of labour, which were before 240 1., would rise when corn was at51. 2sh. 10d.,
to 2741. 5 sh. In the first case he would have a balance of 480 [. as profit on 3000 I., in the
second he would have a profit only of 445 I. 15 sh., on an increased capital, and therefore
his profits would conform to the altered rate of those of the farmer.” (l.c.p. 116, 117.)

648 Anhang und Register

432 “Articles of jewellery, of iron, of plate, and of copper, would not rise, because none of the
raw produce from the surface of the earth enters into their composition.” (l.c.p. 117.)

433 "In every case, agricultural, as well as manufacturing profits are lowered by a rise in the
price of raw produce, if it be accompanied by a rise of wages." (l.c.p.113, 114.)

433 ““Suppose the price of silks, velvets, furniture, and any other commodities, not required
by the labourer, to rise in consequence of more labour being expended on them, would not
that affect profits? Certainly not: for nothing can affect profits but a rise in wages; silks and
velvets are not consumed by the labourer, and therefore cannot raise wages.”’(l.c.p. 118.)

433 “I must again observe, that the rate of profits would fall much more rapidly than I have
estimated in my calculation: for the value of the produce being that I have stated it under
the circumstances supposed, the value of the farmer’s stock would be greatly increased
[rom its necessarily consisting of many of the commodities which had risen in value. Before
corn could rise frorn 4 I. to 12 1., his capital would probably be doubled in exchangeable
value, and be worth 6000 I. instead of 3000 I. If then his profit were 180 I., or 6 per cent.
on his original capital, profits would not at that time be really at a higher rate than 3 per
cent.; for 6000 I. at 3 per cent. gives 180 !.; and on those terms only could a new farmer
with 6000 I. money in his pocket enter into the farming business. Many trades would derive
some advantage, more or less, from the same source. The brewer, the distiller, the cloth-
ier, the linen manufacturer, would be partly compensated for the diminution of their
profits, by the rise in the value of their stock of rawand finished materials; but amanufacturer
of hardware, of jewellery, and [of] many other commodities, as well as those whose capi-
tals uniformly consisted of money, would be subject to the whole fall in the rate of profits,
without any compensation whatever.” (l.c.p. 123, 124.)

435 “I have already remarked, that the market price of a commodity may exceed its natural or
necessary price, as it may be produced in less abundance than the new demand for it
requires. This, however, is but a femporary effect. The high profits on capital employed
in producing that commodity, will naturally attract capitalto that trade; and as soon as
the requisite funds are supplied, and the quantity of the commodity is duly increased,
its price will fall, and the profits of the trade will conform to the general level. A fall in the
general rate of profits is by no means incompatible with a partial rise of profits in particular
employments. It is through the inequaliiy of profits, that capital is moved
from one employment to another. Whilst then general profits are falling, and gra-
dually settling at a lower level in consequence of the rise of wages, and the increasing
difficulty of supplying the increasing population with necessaries, the profits of the
farmer may, for an interval of some little duration, be above the former level. An extra-
ordinary stimulus may be also given for a certain time, to a particular branch of foreign

and colonial trade.’ (l.c.p.118, 119.)

435 ‘It should be recollected that prices always vary in the marked, and in the first instance,
through the comparative state of demand and supply. Although cloth could be furnished
at40sh. per yard, and give the usual profits of stock, it may rise of 60 or 80 sh. from a general
change of fashion... The makers of cloth will for a time have unusual profits, but capital
will naturally flow to that manufacture, tillthe supply and demand are again at their fair
level, when the price of cloth will again sink to 40 sh., its natural or necessary price. In the
same manner, with every increased demand for corn, it may rise so high as to afford more
than the general profits to the farmer. Ifthere be plenty of fertile land, the price of corn
will again fall to its former standard, after the requisite quantity of capital has been

Fremdsprachige Zitate 649

employed in producing it, and profits will be as before; but if there be not plenty of fertile
land, if, to produce this additional quantity, more then the usual quantity of capital and
labour be required, corn will not fall to its former level. Its natural price will be raised,
and the farmer, instead of obtaining permanently larger profits, will find himself obliged
to be satisfied with the diminished rate which is the inevitable consequence of the rise of
wages, produced by the rise of necessaries.” (l.c.p. 119, 120.)

439 “Any change from one foreign trade to another, or from home to foreign trade, cannot, in
my opinion, affect the rate of profits.”” (l.c.p.413.)

439 ‘They contend, that the equality of profits will be brought about by the general rise of

profits; and I am of opinion, that the profits of the favoured trade will speedily subside
to the general level.” (l.c.p.132, 133.)

440 “It is not, therefore, in consequence of the extension of the market that the rate of profit

is raised.” (l.c.p. 136.)

459 ‘Rent is that portion of the produce from the soil (or from any agency of production)
which is paid to the landlord for the use of its differential powers, as measured by compar-
ison with those of similar agencies operating on the same market.” (l.c. [Thomas de

Quincey, “The logic of political economy'', Edinburgh and London 1844] p. 163.)

459 ... “no separate class of occupants and tenants distinct from the class of owners | can

have been formed." (l.c.p. 176.)

461 “Mr. Hallett insists that ears of corn, like race-horses, must be carefully reared, instead
of, as is done ordinarily, grown in higgledy-piggledy fashion, with no regard to the
theory of natural selection. In illustration of what good education may do, even with
wheat, some remarkable examples are given. In 1857, Mr.H[allett] planted an ear ofthe
first quality of the red wheat, exactly 4°/g inches long, and containing 47 grains. From the
produce of the small crops ensuing, he again selected, in 1858, the finest ear, 61/5 inches
long, and with 79 grains; and this was repeated, in 1859, with the again best offspring,
this time 79/, inches long, and containing 9] grains. The next year, 1860, was a bad season
for agricultural education, and the wheat refused to grow any bigger and better; but the
year after, 1861, the best ear came to be 8°/, linches long, with no less than 123 grains
on the single stalk. Thus the wheat had increased, in five years, to very nearly double its
size, and to a threefold amount of productiveness in number of grains. These results
were obtained by what Mr.Hfallett] calls the ‘natural system’ of cultivating wheat; that
is, the planting of single grains at such a distance - about 9 inches from each other -
every way - as to.afford each sufficient space for full development ... He asserts that the
corn produce of England may be doubled by adopting ‘pedigree wheat’ and the ‘natural
system’ of cultivation. He states that from single grains, planted at the proper time, one
only of each square foot of ground; he obtained plants consisting of 23 ears in the
average, with about 36 grains in each ear. The produce of an acre at thisrate was,
accurately counted, 1001880 ears of wheat; while, when sown in the ordinary fashion,
with an expenditure of more than 20 times the amount of seed, the crop amounted
to only 934 120 ears of corn, or 67 760 ears less...'’ [Quelle nicht festgestellt.]

461 “With the progress of society the natural price of labour has always a tendency to rise,
because one of the principal commodities by which its natural price is regulated, has a tendency
to become dearer, from the greater difficulty of producing it. As, however, the improvements
in agriculture, the discovery of new markets, whence provisions may be imported, may

650 Anhang und Register

for a time counteract the tendency to a rise in the price of necessaries, and may even
occasion their natural price to fall, so will the same causes produce the correspondent
effects on the natural price of labour.

The natural price of all commodities, excepting raw produce and labour, has a
tendency to fall, in the progress of wealth and population; for though, on one hand, they
are enhanced in real value, from the rise in the natural price of the raw material of which
they are made, this is more than counterbalanced by the improvements in machinery, by
the better division and distribution of labour, and by the increasing skill, both in science
and art, of the producers.'’ ([Ricardo, “On the principles of political economy, and taxa-

tion, London 1821] p.86, 87.)

462 “As population increases, these necessaries will be constantly rising in price, because
more labour will be necessary to produce them ... Instead, therefore, of the money wages
of labour falling, they would rise; but they would not rise sufficiently to enable the
labourer to purchase as many comforts and necessaries as he did before the rise in the
price of those commodities ... Notwithstanding, then, that the labourer would be really
worse paid, yet this increase in his wages would necessarily diminish the profits of the manit-
Jacturer; for his goods would sell at no higher price, and yet the expense of producing
them would be increased...

It appears, then, that the same cause which raises rent the increasing difficuliy of provid-
ing an additional quantity of food with the same proportional quantity of labour, will also
raise wages; and therefore if money be of an unvarying value, boih rent and wages will
have a tendency to rise with the progress of wealth and population. (l.c.p.96, 97)

But there is this essential difference between the rise of rent and the rise of wages.
The rise in the money value of rent is accompanied by an ![690] increased share of the
produce; not only is the landlord’s money rent greater, but his corn rent also ... The fact
of the labourer will be less happy; he will receive more money wages, it is true, but his
corn wages will be reduced; and not only his command of corn, but his general condition
will be deteriorated, by his finding it more difficult to maintain the market rate of wages
above their natural rate.” (l.c.p.97, 98.)

462 ““Suppose corn and manufactured goods always to sell at the same price, profits would be
high or low in proportion as wages were low or high. But suppose corn to rise in price
because more labour is necessary to produce it; that cause will not raise the price of
manufactured goods in the production of which no additional quantity of labour is
required ... if, as is absolutely certain, wages should rise with the rise of corn, then their
profits would necessarily fall.’ (l.c.p. 108.)

463 ... “whether the farmer at least would not have the same rate of profits, although he
should pay an additional sum for wages? Certainly not: for he will not only have to pay,
in common with the manufacturer, an increase of wages to each labourer he employs, but
he will be obliged either to pay rent, or to employ an additional number of labourers to obtain
the same produce; and the rise in the price of the raw produce will be proportioned only

to that rent, or that additional number, and will not compensate him for the rise of
wages.' (l.c.p. 108.)

463 ‘We have shown that in early stages of society, both the landlord’s and the labourer’s
share of the valite of the produce of the earth, would be but small; and that it would
increase in proportion to the progress of wealth, and the difficulty of procuring food."

(l.c.p. 109.)

Fremdsprachige Zitate 651

463 “The natural tendency of profits then is to fall; for, in the progress of society and wealth,
the additional quantity of food required is obtained by the sacrifice of more and more
labour. This tendency, this gravitation as it were of profits, is happily checked at repeated
intervals by the improvements of machinery, connected with the production of necessa-
ries, as well as by discoveries in the science of a agriculture which enable us to relinquish
a portion of labour before required, and therefore to lower the price of the prime neces-
sary of the labourer.”” (l.c.p.120, 121.)

463 “Although a greater value is produced, a greater proportion of what remains of that value,
after paying rent, is consumed by the producers, and it is this, and this alone, which
regulates profits.” (l.c.p.127.)

464 “In the form of money ... capital is productive of no profit; in the form of materials,
machinery, and food, for which it might be exchanged, it would be productive of revenue"”
(l.c.p.267.) “The capital of the stockholder can [692] never be made productive - it is,
in fact, no capital. If he were to sell his stock, and employ the capital he obtained for it,
productively, he could only do so by detaching the capital of the buyer of his stock from a
productive employment.” (l.c.p.289, note.)

464 ‘When poor lands are taken into cultivation, or when more capital and labour are ex-
pended on the old land, with a less return of produce, the effect must be permanent. A
greater proportion of that part of the produce which remains to be divided, after paying
rent, between the owners of stock and the labourers, will be apportioned to the latter.”
(l.c.p. 127, 128.)

464 “Each man may, and probably will, have a less absolute quantity; but as more labourers
are employed in proportion to the whole produce retained by the farmer, the value of a
greater proportion of the whole produce will be absorbed by wages, and consequently the
value of a smaller proportion will be devoted to profits.”” (l.c.p.128.)

465 ‘The remaining quantity of the produce of the land, after the landlord and labourer are
paid, necessarily belongs to the farmer, and constitutes the profits of his stock." (l.c.p. 110.)

465 “In the Chapter on Wages, we have endeavoured to show that the money price of commo-
dities would not be raised by a rise of wages ... But if it were otherwise, if the prices of
commodities were permanently raised by high wages, the proposition would not be less
true, which asserts that high wages invariably affect the employers of labour, by depriving
them of a portion of their real profits. Supposing the hatter, the hosier, and the shoemaker
each paid 10 /. more wages in the manufacture of a particular quantity of their commodi-
ties, and that the price of hats, stockings, and shoes, rose by a sum sufficient to repay the
manufacturer the 10 /.; their situation would be no better than if no such rise took place. If
the hosier sold his stockings for 110 /, instead of 100 /., his profits would be precisely the
same money amount as before; but as he would obtain in exchange for this equal sum,
one tenth less of hats, shoes, and every other commodity; and as he could with his former
amount of savings” (...) “"employ fewer labourers at the increased wages, and purchase fewer
raw materials at the increased prices, he would be in no better situation than if his money

profits had been really diminished in amount, and every thing had remained at its former
price.” (l.c.p.129.)

466 “In an improving state of society, the net produce of land is always diminishing in pro-
portion to its gross produce.” (l.c.p. 198.)

466 “In rich and powerful countries, where large capitals are invested in machinery, more
distress will be experienced from a revulsion in trade, than in poorer countries where

652 Anhang und Register

ihere is proportionally a much smaller amount of fixed, and a much larger amount of circulat-
ing! capital, and where consequently more work is done by the labour of men. It is not so
diffhicult to withdraw a circulating as a fixed capital, from any employment in which it
may be engaged. It is often impossible to divert the machinery which may have been
erected for one manufacture, to the purposes of another; but the clothing, the food, and
the lodging of the labourer in one employment may be devoted to the support of the
labourer in another” (...); “or the same labourer may receive the same food, clothing and
lodging, whilst his employment is changed. This, however, is an evil to which a rich
nation must submit; and it would not be more reasonable to complain of it,than it would
be in arich merchant to lament that his chip was exposed to the dangers of the sea, while
his poor neighbour’s cottage was safe from all such hazard.” (l.c.p.311.)

466 "Whatever capital becomes fixed on the land, must necessarily be the landlord’s, and not
the tenants, at the expiration of the lease. Whatever compensation the landlord may
receive for this capital, on re-letting his land, will appear in the form of rent; but no rent
will be paid, if, with a given capital, more corn can be obtained from abroad, than can be
grown on this land at home.” (l.c.p.315, note.)

466 “In a former part of this work, I have noticed the difference between rent, properly so
called, and the remuneration paid to the landlord under that name, for the advantages
which the expenditure of his capital has procured to this tenant; but I did not perhaps
sufficiently distinguish the difference which would arise from the different modes in
which this capital might be applied. As a part of this capital, when once expended in the
improvement of a farm, is inseparably amalgamated with the land, and tends to increase
its productive powers, the remuneration paid to the landlord for its use is strictly of the
nature of rent, and is subject to all the laws of rent. Whether the improvement be made at
the expense of the landlord or the tenant, it will not be undertaken in the first instance,
unless there is a strong probability that the return will at least be equal to the profit that
can be made by the disposition of any other equal capital; but when once made, the re-
turn obtained will ever after be wholly of the nature of rent, and will be subject to all the
variations of rent. Some of these expenses, however, only give advantages to the land for
alimited period, and do not add permanently to its productive powers: being bestowed
on buildings, and other perishable improvements, they require to be constantly renewed,
and therefore do not obtain for the landlord any permanent addition to his real rent.”

(l.c.p.306, note.)

467 “In all countries, and at all times, profits depend on the quantity of labour requisite to
provide necessaries for the labourers, on that land or with that capital which yields no
rent.’ (l.c.p. 128.)

468 ''From the account which has been given of the profits of stock, it will appear, that no
accumulation of capital will permanenily lower profits, unless there be some permanent cause
for the rise of wages ... If the necessaries of the workman could be constantly increased
with the same facility, there could be no permanent alteration in the rate of profit or
wages”” (sollte heißen in the rate of surplus value and the value of labour), “to whatever
amount capital might be accumulated. Adam Smith, however, uniformly ascribes the fall
of profits to Ihe accumulation of capital, and to the competition which willresult from it, with-
out ever adverting to the increasing difficulty of providing food for the additional
number of labourers which the additional capital will employ." (l.c.p.338, 339.)

1 In der Handschrift: circulated

Fremdsprachige Zitate 653

469 “There is only one case, and that will be temporary, in which the accumulation of capital
with a low price of food may be attended with a fall of profits; and that is, when the funds
for the maintenance of labour increase much more rapidiy than population; - wages will

then be high, and profits low.” (l.c.p.343.)

470 ‘‘M.Say allows, that the rate of interest depends on the rate of profits; but it does not
therefore follow, that the rate of profits depends on the rate of interest. One is the cause,
the other the effect, and it is impossible for any circumstances to make them change
place.” (l.c.p.353, note.)

470 “M.Say acknowledges that the cost of production is the foundation of price, and yet in
various parts of his book he maintains that price is regulated by the proportion which
demand bears to supply." (l.c.p.411.)

470 “The real and ultimate regulator of the relative value of any two commodities, is the cost
of their production.” (l.c.)

470 “And does not A.Smith agree in this opinion”’ that prices are regulated neither by wages
nor profits, “when he says, that ‘the prices of commodities, or the value of gold and silver
as compared with commodities, depends upon the proportion between the gumtity of
labourer which is necessary in order to bring a certain quantity of gold and silver to mar-
ket, and that which is necessary to bring thither a certain quantity of any other sort of
goods?’ That quantity will not be affected, whether profits be high or low, or wages low
or high. How then can prices be raised by high profits?”’ (l.c.p.413, 414.)

## Siebzehntes Kapitel

ATI... “all the productions of a country are consumed; but it maked the greatest difference
imaginable whether they are consumed by those who reproduce, or by those who do not rrepro-
dutce another value. When we say that revenzte is saved, and added to capital, what we mean
is, that the portion of revenue, so said to be added to capital, is consimed by productive
instead of unproductive labourers.” (...) “There can be no greater error than in supposing
that capital is increased by nonconsumption. If the price of labour should rise so high, that
notwithstanding the increase of capital,no more could be employed, I should say that such
increase of capital would be still unproductively consumed.” (p.163, note.)

474 “The labour of a million of men in manufactures, will always produce thesame value, but
will not always produce the same riches.” (l.c.p.320.)

485 “There will, indeed, where production and consumption are comparatively great, na-
turally be, at any given moment, a comparatively great surplus in the intermediate state, in
the market, on its way from having been produced to the hands of the consumer; unless
indeed the quickness with which the things are sold off should have increased so as to
counteract what would else have been the consequence of the increased production."
(.6,7 “An Inguiry into those Principles, respecting the Nature of Demand and the Necessity
of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.” , Lond. 1821.)

494 “M.Say”’ (...) "has... most satisfactorily shown, that there is no amount of capital which
may not be employed in a country, because demand is only limited by production. No man
produces, but with a view to consitme or sell, and he never sells, but with an intention to
purchase some other commodity, which may be immediately useful to him, or which may

654 Anhang und Register

contribute to future production. By producing, then, he necessarily becomes either the
consumer of his own goods, or the purchaser and consumer of the goods of some other
person. It is not to be supposed that he should, for any length of time, be ill-informed of
the commodities which he can most advantageously produce, to attain the object which
he has in view, namely, the possession of other goods; and, therefore, it is not probable that
he will contintally” (...) “produce a commodity for which there is no demand.” ([Ricar-

do, ‘“On the principles...”, London 1821,] p.339, 340.)

494 “Is the following quite consistent with M.Say’s principle? "The more disposable capitals
are abundant in proportion to the extent of employment for them, the more will the rate
of interest on loans of capital fall.’ - (Say, vol. II, p.108.) If capital to any extent can be
employed by a country, how can it be said to be abundant, compared with the extent of
employment for it?” (l.c.p.340, note.)

497 “There cannot, then, be accumulated in a country any amount of capital which cannot
be employed productively, until wages rise so high in consequence of the rise of necessa-
ries, and so little consequently remains for the profits of stock, that the motive for accu-
mulation ceases.” (l.c.p.340.) ‘It follows, then ... that there is no limit to demand - no
limit to the employment of capital while it yields any profit, and that however abundant
capital may become, there is no other adequate reason for a fall of profit but a rise of
wages, and further it may be added, that the only adequate and permanent cause for the
rise of wages is the increasing difficulty of providing food and necessaries ||707] for the
increasing number of workmen.” (l.c.p.347, 348.)

499 “One would be led to think... that Adam Smith concluded we were under some neces-
sity"” (...) “of producing a surplus of corn, woollen goods, and hardware, and that the
capital which produced them could not be otherwise employed. It is, however, always
a matter of choice in what way a capital shall be employed, and therefore there can never,
‚for any length of time, be a surplus of any commodity; for if there were, it would fall below
its natural price, and capital would be removed to some more profitable employment.””

(p.341, 342, note.)

500 “Productions are always bought by productions, or by services; money is only the medium by
which the exchange is effected.”” (...) “Too much of a particular commodity may be produ-
ced, of which there may be such a glut in the market, as not to repay the capital expended
upon it; but this cannot be the case with all commodities.” (l.c.p.341, 342.)

500 ‘“Whether these increased productions, and the consequent demand which they occasion, shall
or shall not lower profits, depends solely on the rise of wages; and the rise of wages, ex-

cepting, for a limited period, on the facility of producing the food and necessaries of the
labourer.” (l.c.p.343.)

500 “When merchants engage their capitals in foreign trade, or in the carrying trade, it is
always from choice, and never from necessity: it is because in that trade their profits be
somewhat greater than in the home trade.’” (p.344.)

504 “Too much of a particular commodity may be produced, of which there may be such a
glut in the market, as not to repay the capital expended on it; but this cannot be the case
with respect to all commodities.” (p.341, 342.)

506 ‘“Too much of a particular commodity may be produced, of which there may be such a

glut in the market, as not to repay the capital expended on it; but this cannot be the case
with respect to all commodities; the demand for corn is limited by the mouths which are

Fremdsprachige Zitate 655

to eat it, for shoes and coats by the persons who are to wear them; but though a communi-
ty, or a part of a community, may have as much corn, and as many hats and shoes, as it
is able or may wish to consume, the same cannot be said of every commodity produced by
nature or by art, Some would consume more wine, if they had the ability to procure it.
Others having enough of wine, would wish to increase the quantity or improve the
quality of their furniture. Others might wish to ornament their grounds, or to enlarge
their houses. The wish to do all or some of these is implanted in every man’s breast;
nothing is required but the means, and nothing can afford the means, but an increase of

production.” (l.c.p.341, 342.)

525 ‘“When merchants engage their capitals in foreign trade, or in the carrying trade, it is
always from choice, and never from necessity: it is because in that trade their profits be
somewhat greater than in the home trade. Adam Smith has justly observed ‘that the
desire of food is limited in every man by the narrow capacity of the human stomach””
t...}, “but the desire of the conveniences and ornaments of building, dress, equipage, and
household furniture, seems to have no limit or certain boundary.’ Nature then” (...)
“has necessarily limited the amount of capital which can at any time be profitably engaged
in agriculture” (...}, “but she has placed no limits” (...) “to the amount of capital that may
be employed in procuring ‘the conveniences and ornaments’ of life. To procure these
gratifications in the greatest abundance is the object in view, and it is only because foreign
trade, or the carrying trade, will accomplish it better, that men engage in them in pre-
ference to manufacturing the commodities required, or a substitute for them, at home,
I£, however, from peculiar circumstances, we were precluded from engaging capital in
foreign trade, or in the carrying trade, we should, though with less advantage, employ it
at home; and while there is no limit to the desire of ‘conveniences, ornaments of building,
dress, equipage, and [721] household furniture,” there can be no limit to the capital that
may be employed in procuring them, except that which bounds our power to maintain the
workmen who are to produce them.

Adam Smith, however, speaks of the carrying trade as one, not of choice, but of
necessity; as ifthe capital engaged in it would be inert if not so employed, as if the capital
in the home trade could overflow, if not confined to a limited amount. He says, ‘when the
capital stock of any country is increased to such a degree, that it cannot be all employed
in supplying ihe consumption, and supporting the productive labour of that particular
country’ {diese Stelle des Zitats druckt Ricfardo] selbst gesperrt}, “the surplus part of it
naturally disgorges itself into the carrying trade, and is employed in performing the same
offices to other countries’ ... But could not this portion of the productive labour of
Great Britain be employed in preparing some other sort of goods, with which something
more in demand at home might be purchased? And if it could not, might we not employ
this productive labour, though with less advantage, in making those goods in demand at
home, or at least some substitute for them? If we wanted velvets, might we not attempt
to make velvets; and if we could not succeed, might we not make more cloth, or some
other object desirable to us?

We manufacture commodities, and with them buy goods abroad, because we can
obtain a greater quantity’'{...} “than we could make at home. Deprice us of this trade,
and we immediately manufacture again for ourselves. But this opinion of Adam Smith
is at variance with all his general doctrines on this subject. *If’’{...} “a foreign country
can supply us with acommodity cheaper than we ourselves can make it, better buy it of
them with some part of the produce of our own industry, employed in a way in which we

656 Anhang und Register

have some advantage. The general industry of the country being always in proportion to Ihe
capital which employs it’ {...} (Ricfardo] sperrt den letztangeführten Satz wieder) “will
not thereby be diminished, but only left to find out the way in which it can be employed
with the greatest advantage."

Again. “Those, therefore, who have the command of more food than they themselves
can consume, are always willing to exchange the surplus, or, that is the same thing, the
price of it, for gratifications of another kind. What is over and above satisfying the limited
desire, is given for the amusement of those desires which cannot be satisfied, but seem to be
altogether endless. The poor, in order to obtain food, exert themselves to gratify those
fancies of the rich; and to obtain it more certainly, they vie with one another in the
cheapness and perfection of their work. The number of workmen increases with the
increasing quantity of food, or with the growing improvement and cultivation of the
lands; and as the nature of their business admits of the utmost subdivisions of labours,
the quantity of materials which they can work up increases in a much greater proportion
than their numbers. Hence arises a demand for every sort of material which human in-
vention can employ, either usefully or ornamentally, in building, dress, equipage, or
household furniture; for the fossils and minerals contained in the bowels of the earth,
the precious metals, and the precious stones.'

It follows then from these admissions, that there is no limit to demand - no limit to the
employment of capital while it yields any profit, and that however abundant capital may
become, there is no other adequate reason for a fall of profit but a rise of wages, and
further it may be added, that the only adequate and permanent cause for the rise of
wages is the increasing difficulty of providing food and necessaries for the increasing

number of workmen.” (l.c.p.344 -348.)

535 ‘When the annual productions of a country more than replace its annual consumption,
it is said to increase its capital; when its annual consumption is not at least replaced by
its annual production, it is said to diminish its capital. Capital may therefore be increased
by an increased production, or by a diminished unproductive consumption.’’ (p.162,
163.)

536 ‘“When we say’ (...) “that revenue is saved, and added to capital, what we mean is, that
the portion of revenue, so said to be added to capital, is consumed by productive instead
of unproductive labourers.’” [l.c.p. 163, note.]

536 “If the price of labour should rise so high, that notwithstanding the increase of capital,
no more could be employed, I should say that such increase of capital would be still un-
productively consumed.” [l.c.p. 163, note.]

536 “There are two ways in which capital may be accumulated: it may be saved either in conse-
quence of increased revenue, or of diminished consumption. lf{my profits are raised from 1000 1.
to 1200 I. while my expenditure continues the same, I accumulate annually 200 !. more than
1 did before. If I save 200 I. out of my expenditure, while my profits continue the same, the
same effect will be produced; 200 !. per annum will be added to my capital.” (p. 135.)

536 ‘If, by the introduction of machinery, the generality of the commodities on which revenue
was expended fell 20 per cent. in value, I should be enabled to save as effectually as if my
revenue had been raised 20 per cent.; but in one case the rate of profits is stationary, in the
other it is raised 20 per cent. - If, by the introduction of cheap foreign goods, I can save
20 per cent. from my expenditure, the effect will be precisely the same as if machinery
had lowered the expense of their production, but profits would not be rised.” (p. 136.)

Fremdsprachige Zitate 657

537 ‘The wealth’ (...) “of a country may be increased in two ways: it may be increased by
employing a greater portion of revenue in the maintenance of productive labour, - which will
not only add to the guantity, but to the value of the mass of commodities; or it may be
increased, without employing any additional quantity of labour, by making the same quan-
tity more productive, - which will add to the abundance, but not to the value of commo-
dities.

In the first case, a country would not only become rich, but the value of its riches
would increase. It would become rich by parsimony; by diminishing its expenditure on
objects of luxury and enjoyment; and employing those savings in reproduction.

1727| In the second case, there will not necessarily be either any diminished expend-
iture on luxuries and enjoyments, or any increased quantity of productive labour employed,
but with the same labour more would be produced; wealth would increase, but not value.
Of these two modes of increasing wealth, the last must be preferred, since it produces the
same effect without the privation and diminution of enjoyments, which can never fail to
accompany the first mode. Capital is that part of the wealth of a country which is employed
with a view lo future production, and may be increased in Ihe same manner as wealth. An
additional capital will be equally efficacious in the production of future wealth, whether it
be obtained from improvements in skill and machinery, or from using more revenue repro-
ductively; for wealth always depends on the quantity of commodities produced, without
any regard to the facility with which the instruments employed in production may have
been procured. A certain quantity of clothes and’ provisions will maintain and employ the
same number of men, and will therefore procure the same quantity of work to be done,
whether they be produced by the labour of 100 or 200 men; but they will be of twice the
value if 200 have been employed on their production.” (p.327, 328.)

539 “The labour of a million of men in manufactures, will always produce the same value,
but will not always produce the same riches.” (...) “By the invention of machinery, by
improvements in skill, by a better division of labour, or by the discovery of new markets,
where more advantageous exchanges may be made, a million of men may produce double,
or treble the amount of riches, of “necessaries, conveniences, and amusements,’ in one
state of society, thatthey could produce in another, but they will not on that account add
any thing to value’ (...); “for every thing rises or falls in value, in proportion to the faci-
lity or difhiculty of producing it, or, in other words, in proportion to the quantity oflabour
employed on its production.” (...) ‘*Suppose with a given capital, the labour of a certain
number of men produced 1000 pair of stockings, and that by inventions in machinery,
the same number of men can produce 2000 pair, or that they can continue to produce
1000 pair, and can besides produce 500 hats; then the value of the 2000 pair of stockings,
[or of the 1000 pair of stockings,] and 500 hats, will be neither more nor less than that of
the 1000 pair of stockings before the introduction of machinery; for they will be the
produce of the same quantity of labour.” (...) “But the value of the general mass of com-
modities will nevertheless be diminished; for, although the value of the increased quantity
produced, in consequence of the improvement, will be the same exactly as the value
would have been of the less quantity that would have been produced, had no improve-
ment taken place, an effect is also produced on the portion of goods still unconsumed, which
were manufactured previously to the improvement; the value of those goods will be redu-
ced, inasmuch as they must fall to the level, quantity for quantity, of the goods produced
under all the advantages of the improvement: and the society will, notwithstanding the
increased quantity of commodities, notwithstanding its augmented riches, and its aug-

658 Anhang und Register

mented means of enjoyment, have a less amount of value. By constantly increasing the
facility of production, we constanily diminish the valite of some of the commodities before
produced, though by the same means we not only add to the national riches, but also to
the power of future production.’ (p.320-322.)

540 “With respect to the third objection against taxes on raw produce, namely, that the rais-
ing wages, and lowering profits, is a discouragement to accumulation, and acts in the
same way as a natural poverty of soil; I have endeavoured to shew in another part of this
work that savings mat be as effectually made from expenditure as from production; from a
reduction in the value of commodities, as from a rise in the rate of profits. By increasing my
profits from 1000 to 1200 !., whilst prices continue the same, my power of increasing my
capital by savings is increased, but it is not increased so much as it would be if my profits
continued as before, whilst commodities were so lowered in price, that 800 !. would pro-

ducet me as much as 1000 I. purchased before.” (p.183, 184.)

541 “The whole argument, however, of Mr.Malthus, is built on an infirm basis: it supposes,
because the gross income of the country is diminished, that, therefore, the net income
must also be diminished, in the same proportion. It has been one of the objects of his work
to shew, that with every fall in the real value of necessaries, the wages of labour would
fall, and that the profits of stock would rise - in other words, that of any given annual
value a less portion would be paid to the labouring class, and a larger portion to those
whose funds employed this class. Suppose the value of the commodities produced in a
particular manufacture to be 1000 2., and to be divided between the master and his
labourers, in the proportion of 800 1. to labourers, and 200 I. to the master; |[729| if the
value of these commodities should fall to 900 Z., and 100 I. be saved from the wages of
labour, the net income of the masters would be in no degree impaired, and, therefore,
[he] could with just as much facility pay the same amount of taxes, after, as before the
reduction of price." (p.511, 512.)

541 ““Notwithstanding the tendency of wages to conform to their natural rate, their market
rate may, in an improving society, for an indefinite period, be constantly above it; for no
sooner may the impulse, which an increased capital gives to a new demand for labour be
obeyed, than another increase of capital may produce the same effect; and thus, if the
increase of capital be gradual and constant, the demand for labour may give a continued
stimulus to an increase of people.” (p.88.)

541 “An accumulation of capital naturally produces an increased competition among the
employers of labour, and a consequent rise in its price.’’ (p. 178.)

542 “In different stages of society, the accumulation of capital, or of the means of employing
labour, is more or less rapid, and must in all cases depend on the productive powers of
labour. The productive powers of labour are generally greatest when there is an abun-
dance of fertile land: at such periods accumulation is often so rapid, that labourers cannot
be supplied with the same rapidity as capital.’ (p.92.) “It has been calculated, that under
favourable circumstances population may be doubled in twenty-five years; but under the
same favourable circumstances, the whole capital of a country might possibly be doubled
in a shorter period. In that case, wages during the whole period would have a tendency to
rise, because the demand for labour would increase still faster than the supply. In new
settlements, where the arts and knowledge of countries far advances in refinement are

1 Bei Ricardo : procure

Fremdsprachige Zitate 659

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introduced, it is probable that capital has a tendency to increase faster than mankind:
and if the deficiency of labourers were not supplied by more populous countries, this
tendency would very much raise the price of labour. In proportion as these countries
become populous, and land of a worse quality is taken into cultivation, the tendency to
an increase of capital diminishes; for the surplus produce remaining, after satisfying the
wants of Ihe existing population, must necessarily be in proportion to the facility of production,
viz. to the smaller number of persons employed in production. Although, then, it is probable,
that under the most favourable circumstances, the power of production is still greater
than that of population, it will not long continue so; for the land being limited in quan-
tity, and differing in quality, with every increased portion of capital employed on it,
there will be a decreased rate of production, whilst the power of population continues al-
ways the same." (p.92, 93.)

“The natural tendency of profits then is to fall; for, in the progress of society and wealth,
the additional quantity of food required is obtained by the sacrifice of more and more
labour. This tendency, this gravitation as it were of profits, is happily checked at repeated
intervals by the improvements in machinery, connected with the production of necessa-
ries, as well as by discoveries in the science of agriculture which enable us to relinquish
a portion of labour before required, and |[731| therefore to lower the price of the prime
necessary of the labourer. The rise in the price of necessaries and in the wages of labour
is however limited; for as soon as wages should be equal ... to 720 I., the whole receipts
of the farmer, there must be an end of accumulation; for no capital can then yield any profit
whatever, and no additional labour can be demanded, and consequently population will
have reached its highest point. Long indeed before this period, the very low rate of profits
will have arrested all accumulation, and almost the whole produce of the country, after
paying the labourers, will be the property of the owners of land and the receivers of tithes

and taxes.’’ (p.120, 121.)

“Long before this state of prices was become permanent, there would be no motive for
accumulation; for no one accumulates but with a view to make his accumulation productive,
and consequently such a state of prices never could take place. The farmer and manufac-
lurer can no more live without profit, than the labourer without wages. Their motive for accu-
mulation will diminish with every diminution of profit, and will cease altogether when their
profits are so low as not to afford them an adequate compensation for their trouble, and the
risk which they must necessarily encounter in employing their capital productively.'’ (p. 123.)

“T must again observe, that the rate of profits would fall much more rapidly ... for the
value of the produce being what I have stated it under the circumstances supposed, the
value of the farmer’s stock would be greatly increased from its necessarily consisting of
many of the commodities which had risen in value. Before corn could rise from 4 I. to

"121, his capital would probably be doubled in exchangeable value, and be worth 6000 I.

instead of 3000 I. If then his profit were 180 I., or 6 per cent. on his original capital,
profits would not at that time be really at a higher rate than 3 per cent.; for 6000 I. at
3 per cent. gives 180 /.; and on those terms only could a new farmer with 6000 I. money in
his pocket enter into the farming business.” (p. 124.)

546 “We should also expect that, however, the rate of the profits of stock might diminish in

42*

consequence of the accumulation of capital on the land, and the rise of wages, yet that the
asgregate amount of profits would increase. Thus supposing that, with repeated accumula-
tions of 100 000 Z., the rate of profit should fall from 20 to 19, to 18, to 17 per cent., a

660 Anhang und Register

constantly diminishing rate, we should expect that the whole amount of profits received
by those successive owners of capital would be always progressive; that it would be grea-
ter when the capital was 200 000 /., than when 100 000 Z., still greater when 300 000 /.;
and so on, increasing though ai a diminishing rate, with every increase of capital. This pro-
gression however is only true.for a certain time: thus 19 per cent. on 200 000 I. is more than
20 on 100 000 2.; again 18 per cent. on 300 000 /. is more than 19 per cent. on 200 000 /.;
but after capital has accumulated to a large amount, and profits have fallen, the further
accitmulation diminishes the aggregate of profits. Tihus suppose the accumulation should be
1.000 000 [., and the profits 7 per cent. the whole amount of profits will be 70 000 I.; now
if an addition of 100 000 !. capital be made to the million, and profits should fall to 6 per
cent., 66 000 I. or a diminution of 4000 I. will be received by the owners of stock, although
the whole amount of stock will be increased from 1 000 000 7. to 1 100 000 7.

There can, however, be no accimulation of capital, so long as stock yields any profit at
all, without its yielding not only an increase of produce, but anincrease of value. By employing
100 000 I. additional capital, no part of the former capital will be rendered less produc-
tive. The produce of the land and labour of the country must increase, and its value will
be raised, not only by the value of the addition which is made to the former quantity of
Productions, but by the new value which is given to the whole produce of the land, by
the increased diffhiculty of producing that last portion of it. When the accumulation of
capital, however, becomes very great, notwithstanding this increased value, it will be
so distributed that a less value than before will be appropriated to profits, while that which
is devoted to rent and wages will be increased.’’ (p. 124-126.)

546 “ Although a greater value is produced, a greater proportion of what remains of that value,
after paying rent, is consumed by the producers, and it is this, and this alone, which
regulates profits. Whilst the land yields abundantly, wages may temporarily rise, and the
producers may consume more than their accustomed proportion; but the stimulus which
willthus be given to population, will speedily reduce the labourers of their ustal consump-
tion. But when poor lands are taken into cultivation, or when more capital and labour
are expended on the old land, with a less return of produce, theeffect must be permanent."

(p.127.)

547 “The effects then of accumulation will be different in different countries, and will depend
chiefly on the fertility of the land. However extensive a country may be where the land
is of a poor quality, and where the importation of food is prohibited, the most moderate
accumulations of capital will be attended with great reductions in the rate of profit, and
a rapid rise in rent; and on the contrary a small but fertile country, particularly if it
freely permits the importation of food, may accumulate a large stock of capital without
any great diminution in the rate of profits, or any great increase in the rent of land.”

(p.128, 129.)

547... “sufficient surplus produce may not be left to stimulate the exertions of those who
usually augment by their savings the capital of the State.’’ (p.206.)

547 ‘There is only one case’ {ch.XXI "Effects of accumulation on profits and interest”’} “and
that will be temporary, in which the accumulation of capital with a low price of food may
be attended with a fall of profits; and that is, when the funds for the maintenance of labour
increase much more rapidly than population; - wages will then be high, and prohts low. If
every man were to forego the use of luxuries, and be intent only on accumulation, a quan-
tity of necessaries might be produced, for which there could not be any immediate con-

Fremdsprachige Zitate 661

sumption. Of commodities so limited. in number, there might undoubtedly be a universal glut,
and consequently there might neither be demand for an additional quantity of such
commodities, nor profits on the employment of more capital. If men ceased to consume,
they would cease to produce.” (p.343.)

## Achtzehntes Kapitel

549 “It is of importance to distinguish clearly between gross revenue and net revenue, for it
is from the net revenue of a society that all taxes must be paid. Suppose that all the
commboldities in the country, allthe corn, raw produce, manufactured goods, etc. which
could be brought to market in the course of the year, were of the value of 20 millions,
and that in order to obtain this value, the labour of a certain number of men was neces-
sary, and that the absolute necessaries of these labourers required an expenditure of
10 millions. I should say that the gross revenue of such society was 20 millions, and its net
revenue 10 millions. It does not follow from this supposition, that the labourers should
receive only 10 millions for their labour; they might receive 12, 14, or 15 millions, and in
that case they would have 2, 4, or 5 millions of the net income. The rest would be divided
between landlords and capitalists; but the whole net income would not exceed 10 millions.
Suppose such a society paid 2 millions in taxes, its net income would be reduced to

8 millions.”’ (p.512, 513.)

550 “What would be the advantage resulting to a country from a great quantity of productive
labour, if, whether it employed that quantity or a smaller, its net rent and profits together
would be the same. The whole produce of the land and. labour of every country is divided
into three portions: of these, one portion is devoted to wages, another to profits, and.the other
to rent.” (...) “It is from the two last portions only, that any deductions can be made for
taxes, or for savings; the former, if moderate, constituting always the necessary expenses of
production.” (... ““Perhaps this is expressed too strongly, as more is generally allotted to
the labourer under the name of wages, than the absolutely necessary expenses of pro-
duction. In that case a part of the net produce of the country is received by the labourer,
and may be saved or expended by him; or it may [be] enable him to contribute to the
defence of the country.””)

“To an individual with a capital of 20000 I., whose profits were 2000 !. per annum, it
would be a matter quite indifferent whether his capital would employ a hundred or a
thousand men, whether the commodity produced, sold for 10000 !. or for 20000 Z,,
provided, in all cases, his profits were not diminished below 2000 I. Is not the real interest
of the nation similar? Provided its net real income, its rent and profits be the same, it is of no
importance whether the nation consists of ten or of 12 millions of inhabitants. Its power of
supporting fleets and armies, and all species of unproductive labour, must be in propor-
tion to its net, and not in proportion to its gross income. If five millions of men could
produce as much food and clothing as was necessary for ten millions, food and clothing
for five millions would be the net revenue. Would it be of any advantage to the country,
that to produce this same net revenue, seven millions of men should be required, that
is to say, that seven millions should be employed to produce food and clothing sufficient
for 12 millions? T'he food and clothing of five millions would be still the net revenue. "The
employing a greater number of men would enable us neither to add a man to our ariny
and navy, nor to contribute one guinea more in taxes.’’ (p.416, 417.)

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“There is this advantage always resulting from a relatively low price of corn, - that the
division of the actual production is more likely to increase the fund for the maintenance
of labour, inasmuch as more will be allotted, under the name of profit, to the productive
class, and less under the name rent, to the unproductive class.” (p.317.)

“rent isa creation of value ... but not a creation of wealth. If the price of corn, from the
difficulty of producing any portion of it, should rise from 4 I. to 5 I. per qr., a million of
qrs. will be of the value of 5000000 7. instead of 4000000 I, ... the society altogether
will be possessed of greater value, and in that sense rent is a creation of value. But this
value in so far nominal, that it adds nothing to the wealth, that is to say, the necessaries,
conveniences, and enjoyments of the society. We should have precisely the same quanti-
ty, and no more of commodities, and the same million quarters of corn as before; but the
effect of its being rated at 5 !. per quarter, instead of 4 !., would be to transfer a portion of
the value of the corn and commodities from their former possessors to the landlords. Rent
then is a creation of value, but not a creation of wealth; it adds nothing to the resources

of a country.” (p.485, 486.)

“But it may be said, that the capitalist’s income will not be increased; that the million
deducted from the landlord’s rent, will be paid in additional wages to labourers! Be it so;
... the situation of the society will be improved, and they will be able to bear the same
money burthens with greater facility than before; it will only prove what is still more
desirable, that the situation of another class, and by far the most important class in society,
is the one which is chiefly benefited by the new distribution. All that they receive more
than 9millions, forms part of the net income of the country, and it cannot beexpended with-
out adding to its revenue, its happiness, or its power. Distribute then the net income as
you please. Give a little more to one class, and a little less to another, yet you do not
thereby diminish it; a greater amount of commodities will be still produced with the same
labour, although the amount of the gross money value of such commodities will be dimin-
ished; but the net money income of the country, that fund from which taxes are paid
and enjoyments procured, would be much more adequate, than before, to maintain the
actual population, to afford it enjoyments and luxuries, and to support any given amount

of taxation."” (p.515, 516.)

“Suppose ... amachine which could in any particular trade be employed to do the work
of one hundred men for a year, and that it would last only for one year. Suppose too, the
machine to cost 5000 !. and the wages annually paid to one hundred men to be 5000 I.,
it is evident that it would be a matter of indifference to the manufacturer whether he
bought the machine or employed the men. But suppose labour to rise, and consequently
the wages of one hundred men for a year to amount to 5500 Z,, it is obvious that the manu-
facturer would now no longer hesitate, it would be for his interest to buy the machine
and get his work done for 5000 I. But will not the machine rise in price, will not that also
be worth 5500 !. in consequence of the rise of labour? It would rise in price if there were
no stock employed on its construction, and no profits to be paid to themaker ofit. Iffor example,
the machine were the produce of the labour of one hundred men, working one year upon
it with wages of 50 I. each, and its price were consequently 5000 /.; should those wages
rise to 55 /., its price would be 5500 /., but this cannot be the case; less than one hundred
men are employed or it could not be sold for 5000 /., for out of the 5000 !. must be paid
the profits of stock which employed the men. Suppose then that only eightyfive men
were employed at an expense of 50 I. each, or 4250 I. per annum, and that the 7501.

Fremdsprachige Zitate 663

which the sale of the machine would produce over and above the wages advances to the
men, constituted the profits of the engineer’s stock. When wages rose 10 per cent. he
would be obliged to employ an additional capital of 425 I. and would therefore employ
4675 I. instead of 42501., on which capital he would only get a profit of 325 1. ifhecon-
tinued to sell this machine for 5000 !.; but this is precisely the case of all manufacturers
and capitalists; the rise of wages affects them all. If therefore the maker of the machine
should raise the price of it in consequence of a rise of wages, an unusual quantity of
capital would be employed in the construction of such machines, till their price afforded
only the common rate of profits. We see then that machines would not rise in price, in
consequence of a rise of wages.

The manufacturer, however, who in a general rise of wages, can have recourse to a
machine which shall not increase the charge of production on his commodity, would
enjoy peculiar advantages if he could continue to charge the same price for his goods;
but he, as we have already seen, would be obliged to lower the price of his commodities,
or capital would flow to his trade till his profits had sunk to the general level. Thus then
is the public benefited by machinery; these mute agents are always the produce of much less
labour than that which they displace, even when they are of thesamemoney value." (p.38-40.)

554 “In contradiction to the opinion of Adam Smith, M. Say, in the fourth chapter, speaks of
the value which is given to commodities by natural agents, such as the sun, the air, the
pressure of the atmosphere, etc., which are sometimes substituted for the labour of man,
and sometimes concur with him in producing. But these natural agents, though they add
greatly to value in use, never add exchangeable value, of which M.Say is speaking, to a
commodity: as soon as by the aid of machinery, or by the knowledge of natural philosophy,
you oblige natural agents to do the work which was before done by man, the exchangeable

value of such work falls accordingly.'' (p.335, 336.)

554 “Iften men turned a corn mill, and it be discovered that by the assistance of wind, or of
water, the labour of these ten men may be spared, the flour which is the produce partly
ofthe work performed by the mill, would immediately fall in value, in proportion to the
quantity of labour saved; and the society would be richer by the commodities which the
labour of the ten men could produce, thefunds destined’for their maintenance being in no degree
impaired.'’ (p.336.)

556 “though Adam Smith, who defined riches to consist in the abundance of necessaries,
convenience and enjoyments of human life, would have allowed that machines and
natural agents might very greatly add to the riches of a country, he would not haveallowed
that they add any thing to the valite of those riches.’’ (ibidem p.335, note.)

557 "Itis more incumbent on me to declare my opinions on this question” {viz. “the influence
of machinery on the interest of the different classes of society’), “because they have on
further reflection, undergone a considerable change; and although I am not aware that I
have ever published any thing respecting machinery which it is necessary for me to
retract, yet I have in other ways” (...) “given my support to doctrines which I now think
erroneous; it, therefore, becomes a duty in me to submit my present views to examination,
with my reasons for entertaining them." (p.466.)

557 “Ever since I first turned my attention to questions of political economy, I have been of
opinion, that such an application of machinery to any branch of production, as should
have the effect of saving labour, was a general good, accompanied only with that portion
of inconvenience which in most cases attends the removal of capital and labour from one

664 Anhang und Register

employment to another.” (...) “It appeared to me, that provided the landlords had the
same money rents, they would be benefited by the reduction in the prices of some of the
commodities on which those rents were expended, and which reduction of price could
not fail to be the consequence ofthe employment of machinery. The capitalist, thought,
was eventually benefited precisely in the same manner. He, indeed, who made the
discovery of the machine, or who first applied it, would enjoy an additional advantage by
making great profits for a time; but, in proportion as the machine came into general use,
the price of the commodity produced, would, from the effects of competition, sink to its
cost of production, when the capitalist would get the same money profits as before, and
he would only participate in the general advantage, | as a consumer, by being ena-
bled, with the same money revenue, to command an additional quantity for comforts and
enjoyments. The class of labourers also, I thought, was equally benefited by the use of
machinery as they would have the means of buying more commodities with the same
money wages, and I thought that no reduction of wages would take place, because the capita-
list would have the power of demanding and employing the same quantity of labour as before,
although he might be under the necessity of employing it in the production of a new, or
at any rate of a different commodity. If, by improved machinery, with the employment of
the same quantity of labour, the quantity of stockings could be quadrupled, and the
demand for stockings were only doubled, some labourers would necessarily be discharged
from the stocking trade; but as the capital which employed them was still in being, and as
it was the interest of those who had it to employ it productively, it appeared to me that it
would be employed on the production of some other commodities, useful to the society,
for which there could not fail to be a demand ... As, then, it appeared to me that there
would be the same demand for labour as before, and that wages would not be lower, I
thought that the labouring class would, equally with the other classes, participate in the
advantage, from the general cheapness of commodities arising from the use of machinery.

These were my opinions, and they continue unaltered, as far as regards the landlord
and the capitalist; but I am convinced, that the substitution of machinery for human
labour, is often very injurious to the class of labourers.”’ (p.466 - 468.)

567 ‘My mistake arose from the supposition, that whenever the net income of a society increa-
sed, its gross income would also increase; | now, however, see reason to be satisfied that
the one fund, from which landlords and capitalists derive their revenue, may increase, while
the other, that upon which the labouring class mainly depend, may diminish, and therefore
it follows, it I am right, that the same cause which may increase the net revenue of the
country, may atthe same time render the population redundant, and deteriorate the condi-

tion of the labourer.’’ (p.469.)

568 "A capitalist we will suppose employs a capital of the value of 200001. and that he
carries on the joint business of a farmer, and a manufacturer of necessaries. We will
further suppose, that 7000 !. of this capital is invested in fixed capital, viz. in buildings,
implements, etc., and that the remaining 13 000 !. is employed as circulating capital in
the support of labour. Let us suppose, too, that profits are 0 p.c., and consequentiy
that the capitalist’s capital is every year put into its original state of efficiency, and yields
a profit of 2000 1.

Each year the capitalist begins his operations, by having food and necessaries in his
possession of the value of 13 000 /., all of which he sells in the course of the year to his
own workmen for that sum of money, and, during the same period, he pays them the
like amount of money for wages; at the end of the year they replace in his possession food

Fremdsprachige Zitate 665

and necessaries of the value of 15 000 L., 2000 !. of which he consumes himself, or
disposes of as may best suit his pleasure and gratification.” {...} “As far as these products
are concerned, the gross produce for that year is 15 000 I., and the net produce 2000 I.
Suppose now, that the following year the capitalist employs half his men in constructing
a machine, and the other half in producing food and necessaries as usual. During that
year he would pay the sum of 13 000 I. in wages as usual, and would sell food and neces-
sariesto the same amount to his workmen; but what would be the case the following year?

While the machine was being made, only one-half of the usual quantity of food and
necessaries would be obtained, and they would be only one-half the value of the quantity
which was produced before. The machine would be worth 7500 I. and the food and
necessaries 7500 /., and, therefore, the capital of the capitalist would be as great as
before; for he would have besided these two values, his fixed capital worth 7000 /.,
making in the whole 20 0007. capital, and 2000 !. profit. After deducting this latter sum
for his own expenses, he would have a no greater circulating capital than 5500 !. with
which to carry on his subsequent operations; and, therefore, his means of employing
labour, would be reduced in the proportion of 13 000. to 5500 !., and, consequently,
all the labour which was before employed by 7500 I., would become redundant.'’ (p.469-471.)

570 ‘“The reduced quantity of labour which the capitalist can employ, must, indeed, with
the assistance of the machine, and after deductions for its repairs, produce a value equal
to 7500 1., it must replace the circulating capital with a profit of 2000 !. on the whole
capital; but if this be done, [|743] if the net income be not diminished, of what impor-
tance is it to the capitalist, whether the gross income be of the value of 3000 I., of
10.000 I., or of 15 000 1.2" (...) “In this case, then, although the net produce will not
be diminished in value, although its power of purchasing commodities may be greatly
increased, the gross produce will have fallen from a value of 15 000/. to a value of
7500 1., and as the power of supporting a population, and employing labour, depends always
on the gross produce of a nation, and not on its net produce."

{... “Adam Smith constantly magniftes the advantages which a country derives from
a large gross rather than a large net income.”’ (p.415.)} “there will necessarily be a diminu-
tion in the demand for labour, population will become redundant, and the situation of the
labouring classes will be that of distress and poverty.” {... p.471.} “As, however, the
power of saving from revenue to add to capital, must depend on the efficiency of the net
revenue, to satisfy the wants of the capitalist, it could not fail to follow-from the reduction in
the price of commodities consequent on the introduction of machinery, that with the same
wants” {but his wants enlarge} “‘he would have increased means of saving, - increased
facility of transfering revenue into capital.” {...} “But with every increase of capital he
would employ more labourers”” {...}; "and, therefore, a portion of the people thrown out
of work in the first instance, would be subsequenily employed; and if the increased production,
in conseguence of the employment of the machine, was so great as to afford, in the shape of
net produce, as great a quantity of food and necessaries as existed before in the form of gross
produce, there would be the same ability to employ the whole population, and, therefore,
there would not necessarily be any redundancy of people.” (p.469 -472.)

572 “All I wish to prove, is, that the discovery and use of machinery may be attended with a
diminution of gross produce; and whenever that is the case, it will be injurious to the
labouring class, as some of their number will be thrown out of employment, and popula-
tion will become redundant, compared with the funds which are to employ it.’' (p.472.)

666 Anhang und Register

572. “If these views be correct, it follows, Ist. That the discovery, and useful application of
machinery, always leads 10 the increase of the net produce of the country, although it may
not, and will not, after an inconsiderable interval, increase the value of that net produce."

(p.474.)

572 “2dly. That the increase of the net produce of a country is compatible with a diminution
of the gross produce, and that the motives for employing machinery are always sufficient
to insure its employment, if it will increase the net produce, although it may, and fre-
quently, must, diminish both the quantity of the gross produce, and its value.” (p.474.)

“3dly. That the opinion entertained by the labouring class, that the employment of
machinery is frequently detrimental to their interests, is not founded on prejudice and
error, but is conformable to the correct principles of political economy.'' (p.474.)

“4thly. That if the improved means of production, in consequence of the use of
machinery, should increase the net produce of a country in a degree so great as not to
diminish the gross produce, (I mean always quantity of commodities and not value,)
then the situation of all classes will be improved. The landlord and capitalist will benefit,
not by an increase of rent and profit, but by the advantages resulting from the expenditure
of the same rent, and profits, on commodities, very considerably reduced in value’ (...),
“while the situation of the labouring classes will also be considerably improved; Ist,
from the increased demand for menial servants” (...); ‘“2dly, from the stimulus to savings
from revenue, which such an abundant net produce will afford; and 3dly, from the low
price of all articles of consumption on which their wages will be expended’” ... (p.474,

475.)

574 ... “that as much of the revenue as possible should be diverted from expenditure on
luxuries, to be expended on menial servants.'’ (p.476.)

575 ...“to the former demand for labourers, and this addition would take place only because
I chose this mode of expending any revenue.” (p.475, 476.)

575 ‘"Whether it’’ (the revenue) “was expended in the one way or in the other, there would
be the same quantity of labour employed in production; for the food and clothing of the
soldier and sailor would require the same amount of industry to produce it as the more
luxurious commodities; but in the case of the war, there would be the additional demand
for men as soldiers and sailors; and, consequently, a war which is supported out of the
revenue, and not from the capital of a country, is favourable to the increase of popula-

tion.” (p.477.)

575 ‘There is one other case that should be noticed of the possibility of an increase in the
amount of the net revenue of a country, and even of its gross revenue, with a diminution of
demand for labour, and that is, when the labour of horses is substituted for that of man.
If I employed one hundred men of my farm, and if I found that the food bestowed on
fifty of those men, could be diverted to the support of horses, and afford me a greater
return for raw produce, after allowing for the interest of the capital which the purchase of
the horses would absorb, it would be advantageous to me to substitute the horses for the
men,and I should accordingly do so; but this would not be for the interest of themen, and
unless the income I obtained, was so much increased as to enable me to employ the men
as well as the horses, it is evident that the population would become redundant, and the
labourer’s condition would sink in the general scale. It is evident he could not, under
any circumstances, be employed in agriculture”’ (why not? if the field of agriculture was

Fremdsprachige Zitate 667

enlarged?); “but if the produce of the land were increased by the substitution of horses
for men, he might be employed in manufactures, or as a menial servant.’’ (p.477, 478.)

576 “I have before observed, too, that the increase of nei incomes, estimated in commodities,
which is always the consequence of improved machinery, will lead to new savings and accumu-
lations. These savings, it must be remembered, are annital, and must soon create a fund,
much greater ihan the gross revenue, originally lost by the discovery of the machinery, when
the demand for labour will be as great as before, and the situation of the people willbe
still further imprived by the increased savings which the increased net revenue willstill

enable them to make." (p.480.)

576 "With every increase of capital and population, food will generally rise, on account of
its being more difficult to produce.” (p.478, 479.)

576 “The consequence of a rise of food will be a rise of wages, and every rise of wages will
have a tendency to determine the saved capital in a greater proportion Ihan before to the
employment of machinery. Machinery and labour are in constant compelition, and the-former
can frequently not be employed until labour rises.’ (p. 479.)

577 To elucidate the principle, Ihave been supposing, that improved machinery is suddenly
discovered, and extensively used; but the truth is, that these discoveries are gradual, and
rather operate in determining the employment of the capital which is saved and accumulated,
ihan in diverting capital from its actual employment.”’ (p.478.)

577 “In America and many other countries, where the food of man is easily provided, there is
not nearly so great temptation to employ machinery” (...) “as in England, where food is
high, and costs much labour for its production.” [p.479.]

577 ‘“'Man is a machine-making animal’ ... if we consider the American as a representative
man, the definition is ... perfect. It is one of the cardinal points of an American’s system
to do nothing with his hands that he can do by a machine. From rocking a cradle to
making a coffin, from milking a cow to clearing a forest, from sewing on a buttonto voting
for President, almost, he has a machine for everything. He has invented a machine for
saving the trouble of masticating food ... The exceeding scarcity of labour and its conse-
quent high value” {despite the low value of food}, “as well as a certain innate cutenes,
have stimulated this inventive spirit ... The machines produced in America are, generally
speaking, inferior in value to those made in England ... they are rather, as a wholes,
makeshifts to save labour than inventions to accomplish former impossibilities.'” {...}

«. “in the United States departement der Exhibition is Emery’s cottongin. For many a
year after the introduction of cotton to America the crop was very small; because not
only was the demand rather limited, but the difficulty of cleaning the crop by manual
labour rendered it anything but remunerative. When Eli Whitney, however, invented the
saw |I747| cotton-gin there was an immediate increase in the breadih planied, and that
increase has up to the present time gone on almost in an arithmetical! progression. In
fact, it is not too much to say that Whitney made the cotton trade. With modifications
more or less important and useful his gin has remained in use ever since; and until the
invention of the present improvement and addition Whitney’s original gin was quite as
good as the most of its would-be supplanters. By the present machine, which bears the
name of Messrs. Emery, of Albany, N.Y., we have no doubt that W/hitnes’]Js gin, on
which it is based, will be quite supplanted. It is as simple and more efficacious; it delivers

1 In der Handschrift: a geometrical

668 Anhang und Register

the cotton not only cleaner, but in sheets like wadding, and thus the layers as they leave
the machine are at once fit for the cotton press and the bale. In American Court proper
there is little else than machinery. The cow-milker ... a belt-shifter ... a hemp carding and
spinning machine, which at one operation reels the cliver direct from the bale ... A
machine for the manufacture of paper-bags, which is cuts from the sheet, pastes, folds, and
perfects atthe rate of 300 a minute ... Hawes’s clothes-wringer, which by two indiarubber
rollers presses from clothes the water, leaving them almost dry, saves time, but does not
injure the texture ... bookbinder’s machinery ... machines for making shoes. It is well
known that the uppers have been for a long time made up by machinery in this country,
but here are machines for putting on the sole, others for cutting the sole to shape, and
others again for trimming the heels ... A stonebreaking machine is very powerful und
ingenious, and no doubt will come extensively into use for ballastring roads and crushing
ores ... A system of marine signals by Mr. W.H. Ward of Auburn, New York ... Reaping
and mowing machines are an American invention coming into very general favonr in
England. M’Cormick’s the best ... Hansbrow's California Prize Medal Force-Pump, is
in simplicity and efficiency the best in the Exhibition ... it willthrow more water with the
same power than any pump in the world ... Sewing machines ...” [The Standard’,

19. September 1862.]

578 "The same cause that raises labour, does not raise the value of machines, and, therefore,
with every augmentation of capital, a greater proportion of it is employed on machinery. The
demand for labour will continue to increase with an increase of capital, but not in proportion
to its increase; the ratio will necessarily be a diminishing ratio.’ ([Ricardo, “On the principles

of political economy...” London 1821,] p.479.)

579 “In both cases the net revenue would bethe same, and so would be the gross revenue, but
the former would be realised in different commodities.” (p.476.)

579 “The demand for labour depends on the increase of circulating, and not of fixed capital.
Were it true that the proportion beiween these two sorts of capital is the same at all times,
and in all countries, then, indeed, it follows that the number of labourers employed is in
proportion to the wealth of the State. But such a position has not the semplance of probabil-
ity. As arts are cultivated, and civilization is extended, fixed capital bears a larger and
larger proportion to circulating capital. T’'he amount of fixed capital employed in the pro-
duction of a piece of British muslin is at least a hundred, probably a thousand times
greater than that employed in the production of a similar piece of Indian muslin. And
the | proportion of circulating capital employed is a hundred or a thousand times
less. It is easy to conceive that, under certain circumstances, the whole of the annual
savings of an industrious people might be added to fixed capital, in which case they
would have no effect in increasing the demand for labour.'” ([Barton, ‘“Observations on
the circumstances which influence to condition of the labouring classes of society”,

London 1817] p. 16, 17.)

580 "It is not easy, I think, to conceive that under any circumstances, an increase of capital
should not be followed by an increased demand for labour; the most that can be said is,
that the demand will be in a diminishing ratio. Mr.Barton, in the above publication, has,
Ithink, taken a correct view of some of the effects of an increasing amount of fixed capital
on the condition of the labouring classes. His Essay contains much valuable information.”
[Ricardo “On the principles of political economy, ...’’ London 1821, p.480, note.]

Fremdsprachige Zitate 669

580 “Fixed capital when once formed, ceases to affect the demand for labour” (...), “but
during its formation it gives employment to just as many hands as an equal amount
would employ, either of circulating capital, or of revenue.”’ ([Barton, 1.c.] p.56.)

580 ‘The demand for labour absolutely depends on the joint amount of revenue and circu-
lating capital.'' (p.34, 35.)

584 “Das Verhältnis, welches die wages of labour at any given time bear to the whole produce of
labour, bestimmt die appropriation of capital in one’ (fixed) “or the other” (circulating)
“way.” (p.17.)

584 „Fällt der Arbeitslohn, während der Preis der Waren stationär bleibt, oder steigt der
Warenpreis, während der Arbeitslohn derselbe bleibt, so wächst der profit des employer
und he is induced to hire more hands. Steigen dagegen wages im Verhältnis zu Waren, so
hält der manufacturer so wenig hands als möglich und sucht alles durch Maschinerie zu

machen.“ (p. 17, 18.)

584 “We have good evidence that population advanced much more slowly under a gradual
rise of wages während dem earlier part des letzten century, als während des latter part
desselben century while the real price of labour fell rapidly.’’ (p.25.)

584 “A rise of wages, of itself, then, never increases the labouring population; - a fall of
wages kann sie sehr schnell wachsen machen. Zum Beispiel der Engländer sinke in seinen
Forderungen zum Irländer. So wird der Fabrikant mehr anwenden in proportion to the
diminished expense of maintenance.” (l.c.p.26.)

584 “It is the difficulty of finding employment, much more than the insufficieney of the rate of
wages, which discourages marriage.’’ (p.27.)

584 “Itis admitted that every increase of wealth has the tendency to create a fresh demand for
labour; aber da labour, von allen Waren die größte Zeitlänge zu ihrer Produktion er-
heischt” ..., “so, of all commodities, it |[751| is the most raised by a given increase of
demand; und da jedes rise of wages a ten-fold reduction of profits produces; so klar, daß
die Vermehrung des Kapitals nur langsam wirken kann in adding to the effectual demand
for labour, unless preceded by such an increase of population as shall have the effect of
keeping down the rate of wages.’’ (p.28.)

586 “Das folgende statement zeigt” (...) “what proportion the wages of husbandry have been
to the price of corn während der letzten 70 Jahre.

Periods Weckly Pay Wheat per qr. Wages in prints
of wheat

1742-1752 6 sh. Od. 30 sh. Od 102

1761-1770 76 2 6 9

1780-1790 8 0 5i 2 80

1795-1799 90 708 65

1800-1808 10 6 8 60”

(p.25, 26.)

587 „Aus einer Tafel der Bills Zahl for the inclosing of land passed in each session since the
Revolution, gegeben in the Lords’ Report on the Poor Laws“ (1816?), „sieht man, daß in
den 66 Jahren von 1688-1754 123 bills, in den 69 Jahren von 1754-1813 dagegen 3315.

The progress of cultivation ungefähr 25 X rascher während der letztren Periode als

670 Arihang und Register

während der früheren. Aber in den ersten 66 Jahren more and more corn was grown con-
tinually for exportation; während in dem greater part der letzten 69 Jahre alles konsu-
miert, was früher exportiert, aber zugleich importiert an increasing und zuletzt a very
large quantity, für unsre eigne Konsumtion ... Das Wachstum der Bevölkerung in der
lt Periode verglichen mit der letztren also noch langsamer, als der progress of cultivation
might appear to indicate.“ (p. 11, 12.)

587 ..., „1750 die Zahl der Einwohner 5 946 000, making an increase seit der Revolution
von 446.000, oder 7 200 per annum...“ (p.14.)

587 „Nach der lowest estimate, then dann der progress of population 10 X rascher of late
years as a century ago. Aber unmöglich zu glauben, daß die Akkumulation des Kapitals
zehnmal größer.” (p.14.)

## Beilagen

91 “Corn is scarce or not scarce in proportion to the consumption of it. If there are more
mouths, there will be more corn, because there will be more hands to till the earth; and if
there is more corn, there will be more mouths, because plenty will bring people...’
(p.125 [John Arbuthnot} “An Inquiry into the Connection between the present Price of
Provisions, and the Size of Farms etc. By a Farmer," Lond. 1773.)

591... “the culture of earth cannot be over-done.” (p.62.)

591 “If the price of corn is nearly what it ought to be, which can only be determined by the
proportion that the valize of land bears to the value of money.” (l.c.p.132.)

592. “The old method of calculating the profits of the farmer by the three rents’’ (Metairie-
system), “In the infancy of agriculture, it was a conscientious and equal partition of pro-
perty; such as is now practised in the less enlightened parts of the world ... the one finds
land and capital, the other knowledge and labour; but on a well-cultivated and good soil,
the rent is now the least object: it is the sitm which a man can sink in stock, and in the
annual expense of his labour, on which he is to reckon the interest of his money, or in-

come.” (p.34.)

593 ‘The landed and trading interests are eternally jarring, and jealous of each other’s ad-
vantages.'’ (p.22, note [Nathaniel Forster] “An Enquiry into the Causes of the Present
High Price of Provisions etc.,'” London 1767.)

594 “When the ... producers were both agriculturists and manufacturers, the land-owner
received, as rent of land, a value of 10 I. Suppose this rent to have been paid !/; in raw
produce, and the other !/, in manufacturers; - on the division of the producers into the
two classes of agriculturists and manufacturers”’ ... “In practive, however, it would be
found more convenient for the cultivators of the land, to pay the rent, and to charge it
on their produce, when exchanging it against the produce of the labour of the manu-
facturers; so as to divide the payment into two equitable proportions between the two
classes, and to leave wages and profits equal in each department.”” (p.26, T’h.Hopkins,
“ Enguiries relative to the Laws which regulate Rent, Profit etc.” , London 1822.)

595 “It will be observed that we consider the owner and farmer always as one and the same
person ... Such it is in the United States.” (p.97, H.C.Carey, “The Past, The Present and
the Future”, Philadelphia 1848.)

Fremdsprachige Zitate 671

595 “Man is always going from a poor soil to better, and then returning on his footsteps to
the original poor one, and turning up the marl or the lime; and so on, in continued
succession ... and at each step in this course, he is making a better machine.” (p.128,
129.) “Capital may be invested in agriculture with more advantage than in engines, be-
cause the last are only of equal, whereas the other is of superior, power.” (l.c.) “Der gain
von einer steam-engine is the wages of labour’’ (die wool in cloth verwandelt etc.),
“minus the loss by deterioration of the machine. Labour applied to fashioning the earth
produces wages-+ the gain by improvement of the machine." (l.c.) ... “a piece of land
that yields 1. 100 per annum..." (p.130.) “The buyer of the first knows that it will pay
him wages and interest the increase of its value by use. The buyer of the other knows
it will give him wages and interest, minus the diminution in its value by use. The one
buys a machine that improves by use. The other, one that deteriorates with use ... The
one is a machine upon which new capital and labour may be expended with constantly
increasing return; while upon the other no such expenditure can be made.” (p.131.)

596 ... “to increase rent ultimately. The increased capital, which is employed in consequence
of the opportunity of making great temporary profits can seldom or ever be entirely remov-
ed from the land, at the expiration of the current leases; and, on the renewal of ihese leases,
the landlord feels the benefit of it in the increase of his rents.”’ (Malthus, “ Inguiry into the
Nature and Progress of Rent etc.’’, London 1815, [p.26].)

596 “If, until the prevalence of the late high prices, arable land in general bore but little
rent, chiefly by reason of the acknowledged necessity of frequent fallows; the rents must be
again reduced, to admit of a return to the same system.” (p.72, J.D.Hume, ‘Thouighis on
the Corn-Laws etc.”, London 1815.)

597 “A diminishing surface suffices to supply man with food as population multiplies.”” (p.69,
“The Natural and Artificial Right of Property contrasted etc.”, by Hodgskin (anonym),
Lond. 1832.)

672

Anmerkungen

1 Nach der Fertigstellung des umfangreichen Kapitels „Theorien über produktive und
unproduktive Arbeit“ und nach der Niederschrift weiterer drei Kapitel, die ihren Charak-

- ter nach Ergänzungen zum Abschnitt über die Physiokraten darstellen (über Necker, über
Quesnays „Tableau Economique“ und über Linguet), hätte Marx seinem Plan entspre-
chend mit dem Abschnitt über Ricardo beginnen müssen. Marx begann jedoch zunächst
mit der Niederschrift des Kapitels über Bray. Offensichtlich geschah dies im Zusammen-
hang damit, daß er im Kapitel über Linguet auf die „paar sozialistischen Schriftsteller“
hingewiesen hatte, auf die er „in dieser Rundschau zu sprechen kommen werde“. (Siehe
1. Teil dieses Bandes, S.320.) Dementsprechend strich Marx in dem Entwurf des Inhalts-
verzeichnisses auf dem Umschlag des Heftes X in der Überschrift des Kapitels „f)“ den
ursprünglich geschriebenen Namen „Ricardo“ aus und setzte dafür „Bray“ ein. (Siehe
ebenda, S.4.) Jedoch blieb das Kapitel über Bray unvollendet. In der Folge beschloß
Marx, die Analyse der Ansichten Brays in das Kapitel „Gegensatz gegen die Ökonomen“
zu verlegen (siehe ebenda, Vorwort, S.XXII).

Als Marx das Kapitel über Bray zu schreiben begann, beabsichtigte er, den Abschnitt
über „Ricardo“ mit dem nächsten Kapitel, dem Kapitel „g)“ zu eröffnen. Aber auch dies-
mal strich Marx in der Überschrift den Namen „Ricardo“ durch. Als Kapitel „g)“ ent-
stand „Herr Rodbertus. Abschweifung. Neue Theorie der Grundrente“.

Das Kapitel über Rodbertus begann Marx im Juni 1862. Ferdinand Lassalle hatte
Marx in einem Brief vom 2. Juni 1862 gemahnt: „Auch die Bücher, die ich Dir mitgab
(Rodbertus, Roscher etc.), mußt Du mir... Anfang Oktober zuschicken...“ (Aus dem
literarischen Nachlaß von Karl Marx, Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle. Heraus-
gegeben von Franz Mehring. Vierter Band, Stuttgart 1902, S.355.) Das war für Marx
offensichtlich der äußere Anlaß, sofort die Arbeit am Kapitel über Rodbertus aufzu-
nehmen. Aber es gab auch ernste innere Beweggründe, aus denen sich die Notwendigkeit
ergab, vor allen Dingen Rodbertus’ Theorie von der Grundrente einer kritischen Analyse
zu unterziehen.

Wie aus den Briefen von Marx (vgl. Band 30 unserer Ausgabe, S.263-268, 274-275
und 626-628) ersichtlich ist, sah er bereits zu dieser Zeit in der Negierung der absoluten
Rente einen der Hauptmängel der Rententheorie Ricardos. Mit dem Versuch, diesen
Begriff zu entwickeln, war Rodbertus mit seinem dritten „Socialen Brief an von Kirch-
mann“ aufgetreten. Bevor Marx an die umfassende Untersuchung der Ricardoschen
Rententheorie heranging, unterzog er in der vorliegenden „Abschweifung“ diesen Versuch

Rodbertus’ einer ausführlichen kritischen Analyse. 7

Anmerkungen 673

2 Karl Marx, „Mistre de la Philosophie...“ ($ 4 des zweiten Kapitels „Das Grundeigentum
oder die Rente“). (Siehe Band 4 unserer Ausgabe, S.165-175.) 12

3 Unter Rohmaterial versteht Marx an dieser Stelle einen solchen Arbeitsgegenstand, der
keine durch Arbeit vermittelte Veränderung erfahren hat, sondern von der Natur gegeben
ist, In allen anderen Fällen gebraucht Marx in seinem Manuskript von 1861-1863 den
Terminus „Rohmaterial“ in der Bedeutung, wie er ihn im ersten Band des „Kapitals“,
5.Kapitel, formuliert hat, d.h. als einen Arbeitsgegenstand, der „selbst schon Arbeits-
produkt ist“ (siehe Band 23 unserer Ausgabe, S.196). „Rohmaterial ist der Arbeitsgegen-
stand nur, sobald er bereits eine durch Arbeit vermittelte Veränderung erfahren hat“
(ebenda, S.193). 15

4 Im Heft IV seines Manuskripts von 1861-1863 (Seite 149f.) bezeichnet Marx als erste
Teilung der Arbeit die Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft zwischen den von-
einander unabhängigen Warenproduzenten und als zweite Teilung der Arbeit die Teilung
der Arbeit innerhalb einer Manufaktur“. (Vgl. Band 23 unserer Ausgabe, S.371-380.) 17

5 Banfield, „The organization of industry...”, 2. Auflage, London 1848, S.40 und 42. Die
erste Auflage erschien 1845 in London. 18

 $ Marx verwendet hier Durchschnittspreis im Sinne von „Produktionspreis“, d.h. Produk-
tionskosten (c+-v) plus Durchschnittsprofit. Der Terminus „Durchschnittspreis“ weist
darauf hin, daß es sich hier „um den Durchschnittsmarktpreis während einer längeren
Periode oder um das Zentrum, um welches der Marktpreis gravitiert“, handelt (siehe vorl.
Band, S.310).
Bei Marx begegnen wir diesem Tertniis zum ersten Male im Kapitel „A.Smith“
(siehe 1. Teil dieses Bandes, S.67). 19
7 Die Begriffe Produktionsperiode (im Sinne der Periode, die außer der Arbeitszeit auch die
Zeit umfaßt, in deren Verlauf der Arbeitsgegenstand der Einwirkung von bloß natürlichen
Prozessen unterworfen ist) und Arbeitsperiode (Arbeitszeit) hat Marx im zweiten Band
des „Kapitals“, 13. Kapitel: „Die Produktionszeit“ ausführlich entwickelt (siehe Band 24
unserer Ausgabe, 5.241-249). Über den Unterschied zwischen Produktions- und Arbeits-
zeitin der Landwirtschaft siehe auch „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“,
Berlin 1953, S.560-562. 22
8 Diese Charakteristik der Kapitalisten als befeindete Konkurrenten und zugleich auch als
„Mitbrüder“ begründete Marx im dritten Band des „Kapitals“. Er schrieb in Verbindung
mit der Untersuchung der Ausgleichung der Profitraten, bei der „jeder einzelne Kapitalist,
wie die Gesamtheit aller Kapitalisten jeder besondern Produktionssphäre, in der Exploi-
tation der Gesamtarbeiterklasse durch das Gesamtkapital und in dem Grad dieser Ex-
ploitation ... beteiligt ist“: „Man hat also hier den mathematisch exakten Nachweis,
warum die Kapitalisten, sosehr sie in ihrer Konkurrenz untereinander sich als falsche
Brüder bewähren, doch einen wahren Freimaurerbund bilden gegenüber der Gesamtheit

der Arbeiterklasse.“ (Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S.207 und 208.) 23

s Stirling, „The philosophy of trade; or, outlines of a ‚theory of profits and prices..
Edinburgh 1846, S.209-210. 27

10 Opdyke, „A treatise on political economy“, New York 1851, S.60. 28
41 Francis William Newman, „Lectures on political economy“, London 1851. Newman

schreibt auf S.155 seines Buches: “...looking to the majority of those farmers who are °

not indigent and who must certainly be called capitalists, we must judge that the love

!
!
!
1

674 Anhang und Register

of a country life makes them (on a permanent average) satisfied with less gain than might
have been expected in other businesses from the same capital.” (...wenn man die Mehrheit
jener Pächter betrachtet, die nicht arm sind und die man gewiß als Kapitalisten ansehen
muß, müssen wir darauf schließen, daß die Liebe zum Landleben sie veranlaßt (im
ständigen Durchschnitt), sich mit einem geringeren Gewinn zu begnügen, als sie in anderen
Geschäften von dem gleichen Kapital erwarten könnten.) 32

32 In der Handschrift folgt hier ein Beispiel mit einem Baumwollbauer, einem Spinner und
einem Weber. Vom Profit, den jeder einzelne von ihnen erhält, geht Marx über zur
Betrachtung der Größe des Profits unter der Voraussetzung, daß der Weber zugleich
Spinner und Baumwollbauer ist. Marx unterbrach jedoch das begonnene Konzept, strich
es durch und gab danach die im Text angeführte präzisierte Formulierung seines Ge-

dankens. 42

13 Mit „Kapitel III* bzw. „Abschnitt III“ meint Marx den dritten Teil seiner Unter-
suchung über „Das Kapital im allgemeinen“. Dieser Teil wuchs in der Folge zum dritten

Band des „Kapitals“ an. 43 166

14 Marx bezieht sich auf Heft XII seiner Auszüge zur politischen Ökonomie. Auf den Um-
schlag des Heftes schrieb Marx: „London, 1851, Juli“. Die Stelle aus Thomas Hopkins’
Buch „Economical enquiries relative to the laws which regulate rent, profit, wages, and
the value of money“ (London 1822), auf die sich Marx hier bezieht, findet sich auf Seite 14
dieses Heftes XII. Später schrieb er das Zitat von Hopkins auf den Umschlag des Heftes
XIII, S.669b seines Manuskripts von 1861-1863 (siehe vorl. Band, S.594). 49

15 Diese Auffassung von Malthus (Malthus, „Principles of political economy“, 2. Ausgabe,
London 1836, S.268) zitiert und analysiert Marx in dem Kapite} „T.R.Malthus“ (siehe
3. Teil dieses Bandes, S.31-33). 63

16 In dieses Zitat von Rodbertus trug Marx die „nötigen Abänderungen“ ein, die aus dem
von Rodbertus nicht beachteten Umstand entspringen, daß der Wert der Maschinen und
anderer Produktionsmittel ebenso notwendig in das Produkt der Landwirtschaft eingeht
wie der Wert landwirtschaftlicher Rohstoffe in das Produkt der Industrie. (Vgl. dazu auch
die Zitate aus Rodbertus auf den S.51 und 52 des vorl. Bandes.) Der Terminus „Ma-
schinenwert“ wird von Marx nicht ohne Ironie in Analogie mit dem Rodbertusschen
Terminus „Materialwert“ gebracht. Alle von Marx stammenden Worte werden im Text
Antiqua gesperrt gebracht. 75

17 Jm Manuskript folgt hier eine kurze Einfügung über das Kapital als “the legalized re-
flexion to others people labour”’ (der legalisierte Reflex der Arbeit anderer Leute), die
Marx in eckige Klammern einschloß und mit dem Hinweis versah, daß sie, da sie den
unmittelbaren Zusammenhang der Darlegung stört, an einer anderen Stelle zu bringen ist.
Diese Einfügung wird von uns auf 5.28 des vorl. Bandes in Form einer Fußnote wieder-
gegeben. 90

18 In diesem Absatz, mit dem Marx die Untersuchung der Abhängigkeit der Summe der
Renten (der absoluten Rente und der Differentialrente) von der relativen Fruchtbarkeit
des Bodens bsginnt, geht er aus von der vorläufigen Annahme, daß die Summe der Rente
direkt proportional der Fruchtbarkeit des Bodens ist (wenn irgendeine Bodenklasse um ein
Fünftel fruchtbarer ist als die andere, sei auch die Summe der Rente dieser Klasse um ein
Fünftel größer als die Rente, die man von der weniger fruchtbaren Bodenklasse erhält).
In der weiteren Untersuchung benutzt Marx diese Annahme schon nicht mehr und gibt

Anmerkungen 675

eine präzisierte Formulierung der Abhängigkeit der Summe der Rente von der relativen
Fruchtbarkeit des Bodens.

Wenn man entsprechend diesen folgenden Erklärungen von Marx die Summe der
Renten für die Bodenklassen II, III und IV zusammenzählt und dabei von der Anzahl
der Quarter ausgeht, die in diesen Klassen eingebracht und die für alle Klassen zum glei-
chen Preis von !/a !. pro Quarter verkauft werden, so erhalten wir für die Klasse II 34 L.,
für III 62%5 I. und für IV 979/55 I. Die Berechnung geschieht auf folgende Weise: Da
Klasse II um ?/, fruchtbarer ist als I, so bringt sie 360-+ 72, d.h. 432 qrs. hervor, die zu
43°/z1., d.h. zu 1441. verkauft werden. Von diesen 144 !. entfallen 1107. auf die Produk-
tionskosten plus den Durchschnittsprofit; für die Grundrente (absolute und Differential-
rente) bleiben 34 I. Genauso erfolgt die Berechnung für die Klassen III und IV.

Die präzisierte Methode der Berechnung der Summe der Rente wendet Marx weit-
gehend im Kapitel XII („Tabellen nebst Beleuchtung über die Differentialrente“) an,
jedoch zeigt sich diese Methode schon im vorkegenden Kapitel VIII. So wird auf S.98,
wo Marx die auf S.92 angeführten 177/33 !. für die Summe der Rente von der Klasse IV
wiederholt und 7”/a5 I. für die Differentialrente dieser Klasse angibt, zusammen damit
der richtige Weg für die Bestimmung der Differentialrente der Klasse IV gewiesen und
zwar: 207/35 1.— 120 1.=87%/g5 I. Wenn zu dieser Summe 101. absolute Rente hinzu-
gefügt werden, so erhält man für die Gesamtrente der Klasse IV 97°/ 35 I., was völlig den
nachfolgenden Schlußfolgerungen von Marx entspricht, 92

19 Storch schreibt in seiner Arbeit „Cours d’economie politique“, zweiter Band, S.78-79,
St. Petersburg 1815: „Die Rente der fruchtbarsten Bodenarten bestimmt die Rentenhöhe
aller anderen Bodenarten, die mit den fruchtbarsten Bodenarten konkurrieren. Bevor
nicht die Erzeugnisse der fruchtbarsten Bodenarten zur Befriedigung der Nachfrage aus-
reichen, können die weniger fruchtbaren Bodenarten, die mit den fruchtbarsten konkur-
rieren, nicht bearbeitet werden oder mindestens keine Rente ergeben. Aber da erst die
Nachfrage die Menge des Produkts zu übersteigen beginnt, die die fruchtbaren Boden-
arten liefern können, erhöht sich der Preis des Produkts, und es wird möglich, die weniger
fruchtbaren Bodenarten zu bearbeiten und von ihnen Rente zu erhalten.“ Über diese
Ansicht Storchs spricht Marx auch im dritten Band des „Kapitals“ (siehe Band 25 unserer
Ausgabe, S.193 und 671). 93

20 Marx schreibt in einer Fußnote zum dritten Band des „Kapitals“, daß beide, sowohl
Ricardo wie auch Storch, in der Frage des Marktwertes der landwirtschaftlichen Produkte
„recht haben und beide unrecht, und daß ebenso beide den mittlern Fall ganz außer acht
gelassen haben“. (Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S.193.) 96

21 Die Steigerung in der Höhe der Rente ist nur scheinbar in dem Sinne, daß sie auf einem
„falschen sozialen Wert“ begründet ist. Darüber schreibt Marx ausführlich im dritten

Band des „Kapitals“ (siehe Band 25 unserer Ausgabe, S.673). 101

22 Im Manuskript befindet sich dieser von Marx in Klammern gesetzte Passus zwei Absätze
tiefer (auf derselben Seite 494) in einem kleinen historischen Exkurs über die Ansichten
von Petty und D’Avenant über die Veränderlichkeit der Höhe der Grundrente. Seinem
Inhalt nach schließt sich der in Klammern gesetzte Passus an die vorhergehende Betrach-
tung von Marx über das Verhältnis zwischen der Produktion der Agrikultur und der
Produktion der Industrie an. 105

23 [Anderson,] „An enquiry into the nature of the corn laws, with a view to the new corn

bill proposed for Scotland“, Edinburgh 1777. 107
43a Marx/Engels, Werke, 26/11

676 Anhang und Register

24 Britisches Museum - das 1753 gegründete Nationalmuseum in London. Seinen wichtigsten
Teil bildet die Bibliothek, die eine der größten in der Welt ist. In der Bibliothek des
Britischen Museums arbeiteten Marx und Engels. W.1. Lenin besuchte diese Bibliothek
im Mai/Juni 1908. 107

25 Das 1786 in London anonym erschienene Buch von Joseph Townsend, „A dissertation on
the poor laws...“, zitierte Marx im Heft III seines Manuskripts (Seite 112, 113) im Ab-
schnitt „Absoluter Mehrwert“. Alle drei dort angeführten Zitate bringt Marx auch im
ersten Band des „Kapitals“ (siehe Band 23 unserer Ausgabe, S.676). 108

26 Hinweis auf das Korngesetz von 1815, das die Einfuhr von Getreide nach England verbot,
solange der Getreidepreis in England unter 80 sh. pro Quarter blieb. 112

27 Marx spielt hier auf den Leipziger Universitätsprofessor Roscher an. 113

28 Jm Manuskript folgt hier eine kurze Einfügung, die auf S,113 als Fußnote wiedergegeben
wird. 114

29 Marx nennt Roscher ironisch Wilhelm Thukydides Roscher, weil dieser in der Vorrede
zur ersten Auflage seines Buches „Die Grundlagen der Nationalökonomie“, wie Marx

sagt, „sich bescheidnerweise als Thukydides der politischen Ökonomie angekündigt hat“.
(Vgl. 3. Teil dieses Bandes, S.492/493.) 115

30 Marx bezieht sich auf die 1815 in London anonym erschienene Schrift Edward Wests,
„Essay on the application of capital to land...“ sowie auf die im gleichen Jahr in London
herausgegebene Arbeit von David Ricardo „An essay on the influence of a low price of
corn on the profits of stock...“. 117

31 Hopkins, „Economical enquiries relative to the laws which regulate rent, profit, wages,
and the value of money“, London 1822, S.37, 38. Die entsprechende Stelle aus diesem
Buch führt Marx weiter unten an (siehe vorl. Band, S.135). 119

32 Marx kehrt im weiteren Text der „Theorien über den Mehrwert“ nicht mehr zur Analyse
dieser Ansichten Roschers zurück. Doch kritisiert Marx im 3. Teil der „Theorien“, im
Kapitel „Auflösung der Ricardoschen Schule“, ausführlich die analogen vulgären An-
sichten McCullochs, die ebenso wie die Ansichten Roschers unter dem starken Einfluß der
apologetischen Konzeption der „produktiven Dienste“ standen, die Jean-Baptiste Say
hervorgehoben hatte und über die Marx im nächsten Abschnitt spricht. Im ersten Band
des „Kapitals“ berührt Marx die Ansicht Roschers über die Natur als eine der Quellen
des Werts in der Anmerkung 22 zum sechsten Kapitel (siehe Band 23 unserer Ausgabe,
S.220, 221). Siehe auch den dritten Band des „Kapitals“ (Band 25 unserer Ausgabe,
5.834). 125

33 Über die enclosures (Einhegungen) des Gemeindelands in England spricht Marx im ersten
Band des „Kapitals“ (siehe Band 23 unserer Ausgabe, S.752-756). 139

32 Gemeint ist die Malthussche Bevölkerungstheorie. 140

35 James Anderson zitiert hier das Buch des Italieners Camillo Tarello da Lonato „Ricordo
d’Agricoltura“. Von diesem Buche sind 12 Auflagen nachgewiesen: Venedig 1567, 1609,
1704 und 1722; Mantua 1577, 1585, 1622, 1735; Treviso 1601, 1731; Bergamo 1736,
Mailand 1816. Anderson bezieht sich auf die erste in Mantua erschienene Ausgabe und
zitiert nach der französischen Übersetzung dieser Schrift, herausgegeben von der Societe
&conomique in Bern. 140

38 ],Mill, „Elements of political economy“, London 1821, S.198. 148

Anmerkungen 677

37 Im ersten Band des „Kapitals“ schreibt Marx, daß zwischen 1801 und 1831 der englischen
Landbevölkerung 3511 770 Acres Gemeindeland geraubt „und parlamentarisch den
Landlords von den Landlords geschenkt wurden“. (Siehe Band 23 unserer Ausgabe,
S.756.) 153

38 Unter landwirtschaftlichen Maschinen versteht hier Rodbertus die ihrer Fruchtbarkeit
nach verschiedenen Bodenklassen. Den Vergleich der Bodenklassen mit Maschinen von

verschiedener Effektivität entlehnte Rodbertus bei Malthus. 155

30 Der Terminus „Kostenpreis“ wird hier im Sinne von „Produktionspreis“ verwandt. Im
1. Teiler „Theorien über den Mehrwert“ verwendet Marx den Terminus „Kostenpreis“
im Sinne der „immanenten Produktionskosten“ (siehe I. Teil dieses Bandes, S.68). Im
3. Teil der „Theorien über den Mehrwert“ gebraucht Marx den Terminus „Kostenpreis“
sowohl im Sinne des Produktionspreises wie auch im Sinne der Produktionskosten für den
Kapitalisten.

Den Terminus „Kostenpreis“ gebraucht Marx in verschiedenem Sinne: 1. im Sinne
der Produktionskosten für den Kapitalisten (c+ v); 2. im Sinne der „immanenten Produk-
tionskosten“ der Ware (c+v-+-m), die mit dem Wert der Ware zusammenfallen (vgl.
1. Teil dieses Bandes, S.68); und 3. im Sinne des Produktionspreises (+ v+ Durch-
schnittsprofit).

Dieser unterschiedliche Gebrauch des Terminus „Kostenpreis“ erklärt sich dadurch,
daß das Wort „Kosten“ in der Ökonomie in drei verschiedenen Bedeutungen gebraucht
wurde, wie Marx hervorhebt (siehe 3. Teil dieses Bandes, S.74-80 und 502/503): 1. im
Sinne von Vorschuß, gezahlt vom Kapitalisten; 2. im Sinne des Preises des vorgeschosse-
nen Kapitals plus Durchschnittsprofit und 3. im Sinne der realen (immanenten) Produk-
tionskosten für die Ware selbst (= Wert).

Außer diesen drei Bedeutungen, die man bei den bürgerlichen Klassikern der politi-
schen Ökonomie findet, gibt es noch eine vierte, vulgäre Bedeutung des Terminus „Kosten-
preis“. So sagt Say in seiner Schrift „Trait€ d’&conomie politique“ (2.Aufl., Bd. III,
Paris 1814, S.453), Kostenpreis sei das, was für die produktiven Dienste der Arbeit, des
Kapitals und Bodens bezahlt wird. Diese vulgäre Auffassung vom „Kostenpreis“ hat Marx
entschieden zurückgewiesen (siehe vorl. Band, S.125/126, 213, 470). 158

40 Adam Smith, „An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations. With notes
and an additional volumen, by David Buchanan.“ Band Il, Edinburgh 1814, S.55. Die
Fußnote Buchanans wird zitiert nach Ricardo „On the principles of political economy,

and taxation“, 3. Ausgabe, London 1821, S.66, Note. 159

41 Say, „Trait& d’&conomie politique...“. 5.Ausgabe, Band I, Paris 1826, S. LXXXIII bis
LXXXIV (oder auch: Sechste Ausgabe, Paris 1841, S.41). 163

42 Marx rechnete zu den 12 Kapiteln (VIII-XVIII und XXIX) in Ricardos Buch, die sich
mit der Steuer im eigentlichen Sinn des Wortes beschäftigen, noch die Kapitel XXII und

XXIII („Exportprämien und Einfuhrverbote“ und „Über Produktionsprämien“) hinzu.
164

48 Unter „in die Konsumtion überhaupt eingehenden Lebensmitteln“ versteht Marx hier
einerseits die individuellen Konsumtionsmittel der Arbeiter und andererseits die Hilfs-
stoffe, die industrielle Konsumtionsmittel für die Maschinen sind (wie Kohle, Schmieröl

usw.). 170
43a*

678 Anhang und Register

44 Der Durchschnittsprofit beträgt nur in dem Fall 205/,.% , wenn die vom Manufakturisten
und vom Pächter verausgabten Kapitalien gleich sind. Zieht man aber den Unterschied in
der Größe der verausgabten Kapitalien in Betracht: 800 /. bei dem Pächter und 1300 /.
bei dem Manufakturisten (insgesamt 2100 /.), so ist bei dem Gesamtprofit beider (= 400)

400 x 100 _ 191/g1%. 184
2100 = 21/0-

45 Über die Ansichten von Malthus, Torrens, James Mill und McCulloch siehe die ent-
sprechenden Abschnitte im 3. Teil dieses Bandes. 188

46 Unter dem „numerischen Verhältnis oder dem proportionellen Größenverhältnis“ der
verschiedenen Gruppen von Unternehmern versteht Marx hier die Menge der Produkte,
die von jeder dieser Gruppen auf den Markt gebracht werden. 202

der Durchschnittsprofit

7 Corbet, „An inquiry into the causes and modes of the wealth of individuals...“, London
1841. Corbet behauptet in diesem Buch, S.42-44, daß in der Industrie die Preise durch
die Waren reguliert werden, die man unter den besten Bedingungen produziert und die

nach seiner Meinung gerade die überwiegende Masse aller Waren der gegebenen Art
darstellen. 202

48 Es wird vorausgesetzt, daß die Durchschnittsprofitrate 10% beträgt. 217

49 Sir James Steuart, „An inquiry into the principles of political oeconomy...“, Dublin 1770,
Bd. 1, 5.171. Vgl. auch Karl Marx, „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“,
Berlin 1953, S.742. 230

50 Die Feststellung, daß die ganze Masse der Rente (die absolute Rente und die Differential-
rente zusammengenommen) gleich ist der Differenz zwischen dem Marktwert und dem

Kostenpreis, wird von Marx weiter unten ausführlich betrachtet (vgl. vorl. Band, 5.290).
256

51 Die 18/g5 1. ergeben sich aus der Subtraktion des individuellen Werts der Tonne Kohle
= 19/; 1. von ihrem neuen Marktwert = 1/13 1. 257

52 Die vorhergehenden Beispiele betrafen nicht die Landwirtschaft, sondern die Exploitation
von Kohlengruben verschiedener Ergiebigkeit. Aber alles, was über diese Gruben gesagt
wird, ist auch in der Landwirtschaft auf Böden von verschiedener Fruchtbarkeit anwend-

bar. 258

53 Unter Differentialwert versteht Marx den Unterschied zwischen Marktwert und indivi-
duellem Wert (siehe vorl. Band, S.261). Marx bestimmt den Differentialwert je Maß-
einheit des Produkts, die Differentialrente dagegen für das ganze in der gegebenen Klasse
produzierte Produkt. Wenn der Marktwert der Maßeinheit des Produkts größer ist als
dessen individueller Wert, bildet die Differenz eine positive Größe, wenn dagegen der
Marktwert geringer ist als der individuelle Wert, bildet diese Differenz eine negative
Größe. Daher die Zeichen + und — in der von Marx gegebenen Aufstellung auf der
Seite 574 seines Manuskripts (siehe die Einlage zwischen Seite 260 und 261 des vorl.
Bandes).

In den Tabellen C, D und E auf der Seite 572 des Manuskripts (siehe vorl. Band,
S.260) stellt Marx die Zeichen + und — vor die Zahlen, die in Pfund Sterling die Größe
der Differentialrente ausdrücken. Zum Beispiel steht in der Tabelle C in der Spalte
„Differentialrente“ die negative Größe „— 9/13 I.“. Das bedeutet, daß in dem gegebenen
Fall die Fruchtbarkeit des Bodens der Klasse I so gering ist, daß auf ihm bei dem vor-

Anmerkungen 679

handenen Marktwert nicht nur keine Differentialrente erzielt werden kann, sondern sogar
die absolute Rente hier erheblich unter ihre normale Größe fällt. Im Falle IC beträgt die
absolute Rente insgesamt nur Y%/ig 1., d.h., sie ist um #43 !. niedriger als ihre normale
Größe, die im gegebenen Beispiel 10 /. ausmacht.

In der Aufstellung auf der Seite 574 des Manuskripts drückt Marx dieselbe Er-
scheinung der negativen Differentialrente mit Hilfe des negativen Differentialwerts aus
und setzt in diesen Fällen in die Spalte „Differentialrente“ einfach die Ziffer „0“, die hier
das Fehlen der positiven Differentialrente angibt (die negative Differentialrente äußert sich
durch entsprechende Verkleinerung der absoluten Rente, die sich in der Spalte „Absolute
Rente“ widerspiegelt). Die Übertragung der negativen Größen in die Spalte „Differential-
wert“ beseitigt die Unbequemlichkeit, die in der Tabelle C entstand, als es notwendig
war, die Differentialrente der verschiedenen Klassen zu addieren: In die Summe gingen
nur die positiven Differentialrenten mit dem + Zeichen versehen ein, während die nega-
tive Größe „— 9/43 1.“ beider Summierung der Differentialrenten zur Vermeidung einer
doppelten Rechnung einfach als Null betrachtet wurde. Darum legte Marx zur Berech-
nung der negativen Differentialrenten in seiner Aufstellung eine besondere Rubrik an:
„Differentialwert per Tonne“, in die er auch die negativen Differentialwerte aufnahm. 261

54 Unmittelbar nach diesen Worten folgt eine Zusammenstellung der Tabellen A, B, C und
D, die alle hier aufgezählten Rubriken enthält. Auf der folgenden Seite 574 des Manu-
skripts werden noch einmal in einer geordneteren Form alle Daten der Tabellen A, B, C
und D übertragen und die entsprechenden Daten der Tabelle £ hinzugefügt. Die Wieder-
gabe der Zusammenstellung auf Seite 573 des Manuskripts erübrigt sich, da Marx die
hier enthaltenen Daten vollständig in seine Aufstellung auf Seite 574 übernommen hat.
(Siehe die Einlage zwischen Seite 260 und 261 des vorl. Bandes.) 261

55 Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie”. 1. Heft. Berlin 1859. (Siehe auch
Band 13 unserer Ausgabe, S.51.) 263

56 In dem von Marx angeführten Beispiel geht das Produkt, dessen Produktion vom Grund-
eigentum abhängt, proportional gleichmäßig in beide Bestandteile des vorgeschossenen
Kapitals ein. Marx nimmt an, daß ungeachtet der Vergrößerung des konstanten Kapitals
(88c statt 80c, infolge der Verteurung des Rohstoffes) und des variablen Kapitals (22 v statt
20v, infolge der Verteurung der Konsumtionsmittel der Arbeiter) der Wert des Produkts
nach wie vor gleich 120 bleibt. Das konnte nur deshalb geschehen, weil sich der von den
Kapitalisten angeeignete Mehrwert von 20 auf 10 verringert hat. Eine solche Verminderung
des Mehrwerts ist dadurch bedingt, daß sich die Differentialrente, die auf einem produk-
tiveren Bodenabschnitt in Verbindung mit dem Übergang zur Exploitation weniger pro-

‚ duktiver Bodenabschnitte anstieg, um 10 Einheiten erhöhte, Auf diese Weise unterliegt
hier der neugeschaffene Wert, der nach wie vor 40 ist (da die Produktionsweisedieselbe ist),
folgender Neuverteilung: 10 Einheiten bilden jetzt den Mehrwert, die dem Kapitalisten
zufallen, 20 Einheiten fallen auf das variable Kapital und 10 Einheiten dienen der Ver-
größerung der Differentialrente, die durch die Vergrößerung des Werts des konstanten
Kapitals um 8 Einheiten und die des Werts des variablen Kapitals um 2 Einheiten erfolgt.

Auf den Seiten 684-686 des Manuskripts (siehe vorl. Band, S.455-458) betrachtet
Marx einen ähnlichen Fall. 276

57 Marx gebraucht hier, und zuweilen auch später, den Terminus Produktionskosten im
Sinne der Kosten der Produktion plus dem Durchschnittsprofit. Eine analoge Anwendung
des Terminus „Produktionskosten“ findet sich auch an einzelnen Stellen des dritten

Bandes des „Kapitals“. Siche Band 25 unserer Ausgabe, S.665, 686, 745, 747 und 748. 289

680 Anhang und Register

58 Über die Kolonisationstheorie Wakefields schreibt Marx im „Kapital“, erster Band,
25.Kapitel. (Siehe Band 23 unserer Ausgabe, S.792.-802.) 297

59 Im vorhergehenden Kapitel zeigte Marx, daß Klasse I in Tabelle D „ganz passiv“ ist
(siehe vorl. Band, S.289). Nicht I bestimmt den Markt, „sondern IV, III, II gegen es“
(siehe vorl. Band, S.291). 316

60 Unter the market cost-price [dem Markt-Kostenpreis] versteht Marx den allgemeinen
Kostenpreis, der die Marktpreise der Waren in einer bestimmten Produktionssphäre

reguliert. (Siehe vorl. Band, S. 119/120.) 317

61 Unter „absoluter Rente“ versteht Marx in diesem Passus sowie in den Tabellen A-D

(Einlage zwischen S.324 und 325 des vorl. Bandes) die Rate der absoluten Rente. 324

62 Ricardo bezeichnet die Rente als „eine Schöpfung von Wert“ in dem Sinne, daß sie den
Grundeigentümern die Möglichkeit gibt, über den Wertzuwachs des gesamten gesell-
schaftlichen Produkts zu verfügen, der nach Ricardo durch die wachsende Schwierigkeit
bei der Produktion irgendeines Teils des Gstreides entsteht. Im XXXII. Kapitel seines
Buches kritisiert Ricardo die Ansicht Malthus’ von der Rente als „einem eindeutigen
Gewinn und einer Neubildung von Reichtum“ und stellt die These auf, daß die Rente
dem Reichtum der Gesellschaft nichts hinzufügt, sondern nur „einen Teil des Wertes
des Getreides und der Waren von ihren früheren Besitzern auf die Grundeigentümer
überträgt.” (Siehe Ricardo, „On the principles...“, London 1821, 3.484 und 485.) Vgl.
auch vorl. Band, S.551/552. 340

63 Gemeint ist Rodbertus’ These, der Wert des Rohmaterials gehe nicht in die Produktions-
kosten landwirtschaftlicher Produkte ein. (Siehe vorl. Band, S.39-47.) 341

64 Beide in diesem Abschnitt wiedergegebenen Zitate von Smith werden von Marx nicht in
der französischen Übersetzung von Garnier gebracht, sondern sind den Seiten 227 und
229/230 der dritten Ausgabe von Ricardos „Principles of political economy“, London 1821,
entnommen. 367

65 Weiter folgt im Manuskript ein Abschnitt, in dem das, was Ricardo über seine eigenen
Auffassungen von der Rente sagt, analysiert wird. Dieser Teil, durch einen Strich von
dem vorhergehenden Text getrennt, ist eine Ergänzung zu den Kapiteln, in denen Marx
die Rententheorie Ricardos betrachtet. Seinem Inhalt nach gehört er zu dem dreizehnten
Kapitel, wo er auch aufgenommen wurde (siehe vorl. Band, S.313/314).

Diesem Abschnitt folgt im Manuskript eine in runde Klammern eingeschlossene Er-
gänzung zur Analyse der Ricardoschen Theorie der Kostenpreise, die von Marx im zehn-
ten Kapitel gegeben wird. Diese Ergänzung wurde daher in das zehnte Kapitel auf-
genommen (siehe vorl. Band, S.214). 374

6 Weiter folgt im Manuskript (Seite 641) ein Abschnitt, der die Ansichten Adam Smiths

über die Wohnungsmiete betrifft. Dieser Abschnitt wurde in das vierzehnte Kapitel auf-
genommen (siehe vorl. Band, S.366/367). 386

67 Im Manuskript (Seite 642/643) schließt sich hier ein Abschnitt an, der von den gegensätz-
lichen Veränderungen im Wert des konstanten und des variablen Kapitals handelt. Dieser
Abschnitt, der eine Ergänzung zu den Manuskriptseiten 640/641 ist,wird auf den Seiten 384
bis 386 des vorl. Bandes wiedergegeben. 387

68 Diese Definition des Monopolpreises gibt Ricardo im XVII.Kapitel seines Buches
„On the principles of political economy, and taxation“ (dritte Ausgabe, London 1821,

Anmerkungen 681

S.289/290). Eine von Adam Smith gegebene analoge Definition des Monopolpreises wird
von Marx weiter oben angeführt (siehe vorl. Band, S.343). 390

69 Marx weist auf die Abschnitte IV und V des ersten Kapitels von Ricardos Buch „On the
principles of political economy, and taxation“ hin, wo Ricardo die Frage untersucht, ob
eine Erhöhung oder Senkung des Arbeitslohns die „relativen Werte der Waren“ beeinflußt,
die von Kapitalien verschiedener organischer Zusammensetzung produziert werden. Eine
ausführliche kritische Untersuchung der beiden Beispiele Ricardos gab Marx auf S. 171 ff.
des vorl. Bandes. 393

% Marx zeichnet hier als Beispiel eine der Richtungen auf, in der der Prozeß der Annäherung
der organischen Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Kapitals an die des industriel-
len Kapitals stattfinden kann. Als Ausgangspunkt nimmt Marx

60c-4-40v für das landwirtschaftliche Kapital und

80c-+20v für das nicht-landwirtschaftliche Kapital.

Marx unterstellt, daß infolge der Erhöhung der Produktivität der landwirtschaftlichen
Arbeit die Arbeiterzahl in der Landwirtschaft um ein Viertel vermindert wird. Es ver-
ändert sich also die organische Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Kapitals: das
Produkt, das früher die Verausgabung eines Kapitals von 100 Einheiten (60c-40v) er-
forderte, verlangt jetzt die Ausgabe eines Kapitals von nur 90 Einheiten (60c-+30v),
was bei einer Umrechnung auf 100 Einheiten 66%/,c-+331/gv ergibt. Auf diese Weise
nähert sich die organische Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Kapitals der des
industriellen Kapitals.

Marx nimmt weiter an, daß gleichzeitig mit der Verminderung der Zahl der land-
wirtschaftlichen Arbeiter auch noch der Lohn, bedingt durch eine Verbilligung des Ge-
treides, um ein Viertel gesenkt wird. In diesem Falle ist unbedingt anzunehmen, daß auch
in der Industrie der Arbeitslohn in dem gleichen Verhältnis gesenkt wird. Jedoch muß
sich die Lohnsenkung auf das landwirtschaftliche Kapital, das eine niedrigere organische
Zusammensetzung hat, in einem höheren Grad auswirken als auf das nicht-landwirtschaft-
liche Kapital. Das würde zu einer neuen Verringerung des Unterschieds zwischen der
organischen Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Kapitals und der des industriel-
len Kapitals führen.

Das landwirtschaftliche Kapital von 662/3c+331/gv wird sich beieiner Lohnsenkung
um ein Viertel in ein Kapital von 66°%/,c-+25v verwandeln,was bei einer Umrechnung
auf 100 Einheiten 728/;1c +27°/i1v ergibt.

Das nicht-landwirtschaftliche Kapital von 80c -+ 20v wird sich bei einer Lohnsenkung
um ein Viertel in ein Kapital von 80crH-15v verwandeln, was bei einer Umrechnung auf
100 Einheiten 84*/,9c +15"/1gv ergibt.

Bei einer weiteren Verminderung der Zahl der landwirtschaftlichen Arbeiter und bei
einer weiteren Lohnsenkung wird sich die organische Zusammensetzung des landwirt-
schaftlichen Kapitals noch mehr der des nicht-landwirtschaftlichen Kapitals nähern.

Marx abstrahiert hier bei der Betrachtung dieses hypothetischen Falls zur Erklärung
des Einflusses, den das Anwachsen der Produktivität der Arbeit in der Landwirtschaft
auf die organische Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Kapitals hat, von dem
gleichzeitigen in der Mehrheit der Fälle noch schnelleren Anwachsen der Produktivität
der Arbeit in der Industrie, das sich in einer weiteren Erhöhung der organischen Zu-
sammensetzung des industriellen Kapitals im Vergleich zum landwirtschaftlichen aus-
drückt. Über das Verhältnis zwischen der organischen Zusammensetzung des Kapitals in

682 Anhang und Register

der Industrie und der in der Landwirtschaft siehe weiter vorl. Band, S. 12-14, 87, 102/103
und 242/243. 394

71 Bei der Numerierung der Manuskriptseiten ließ Marx die 649 aus. 397

72 Marx bezieht sich auf die Broschüre von Hume „Thoughts on the corn laws...“, London
1815, S.59. Hume, der sich mit der These von Adam Smith beschäftigt, „the price of
labour is governed by the price of corn“ [der Preis der Arbeit wird durch den Preis des
Korns bestimmt], erklärt hier, daß Adam Smith „in speaking of corn must be understood
to be speaking of food, because the value of all agricultural produce ... has a naturally
tendency to equalize itself“ [wenn er von Korn spricht, verstanden werden muß, daß er
von Nahrung spricht, weil der Wert aller landwirtschaftlichen Produkte ... eine natür-
liche Tendenz hat, sich auszugleichen]. 404

73 Marx verweist hier auf den Abschnitt, der im Heft III seines Manuskripts von 1861/1863
auf der Seite 95 b beginnt und betitelt ist „2. Absoluter Mehrwert“. Die Stelle, auf die sich
Marx bezieht, befindet sich im Unterabschnitt „Gleichzeitige Arbeitstage“ auf den Seiten
102-104 dieses Manuskripts. 412

?4 Marx meint den durch die zwanzig Arbeiter neugeschaffenen Wert: in einer Arbeitsstunde
wird von diesen zwanzig Arbeitern ein Wert von 2 I. und in einem Arbeitstag von 14 Stun-
den ein Wert von 28 !. geschaffen. Das Produkt der zwanzig Arbeiter von 28 1. setzt sich
zusammen aus 10 Stunden notwendiger Arbeit gleich 20 7. plus 4 Stunden Surplusarbeit
gleich 8 1. 413

75 Der Wert des Gesamtprodukts enthält den auf das Produkt übertragenen Wert (c) und
den neugeschaffenen Wert (v+ m). Da Marx im gegebenen Fall von dem fixen Kapital
abstrahiert, besteht der übertragene Wert hier aus dem Wert des Rohstoffs. In dem zu
betrachtenden Beispiel ist der Wert des Rohstoffs gleich 93!/, 1. (in einer Stunde werden
1331/g lbs. Baumwolle zu Twist verarbeitet, in 14 Stunden 1866°/3 Ibs.; 1 Ib. Baumwolle
kostet I sh.). Zusammen mit dem neugeschaffenen Wert (28 !.) ergibt dies 1211/, 1.413

6 Marx hat hier solche Kritiker Ricardos im Auge wie Say, der z.B. in der Einleitung zur
fünften Ausgabe seines Buches „Traite d’&conomie politique...“, Paris 1826, Ricardo
vorwirft, er „de raisonner quelquefois sur des principes abstraits auxquels il donne trop
de generalite“ [urteile zuweilen aus abstrakten Prinzipien, die allzusehr von ihm verall-
gemeinert werden], wobei solche Schlußfolgerungen zustande kommen, die nicht der
realen Wirklichkeit entsprechen. (Siehe obengenannte Ausgabe, S.LXXXI oder die
sechste Ausgabe, Paris 1841, S.40/41.) 440

7? Die Gesamttonnenzahl 51!!/,9 erhält man durch folgende Berechnung: Produzieren
16?/, Arbeiter in der Klasse III der Tabelle E (siehe die Einlage zwischen den Seiten 452
und 453 des vorl. Bandes) 62*/, Tonnen, dann werden bei gleicher Produktivität der Arbeit

29 x 6 1
13°°/ 17 Arbeiter rn =5]11/,, Tonnen produzieren. 456
3

3 W Blake, „Observations on the effects produced by the expenditure of government during
the restriction of cash payments“, London 1823. Auszüge aus diesem Buch über die im
Text berührte Frage mit Anmerkungen von Marx finden sich in seinem ökonomischen
Manuskript 1857/58. (Siehe „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“, Berlin
1953, S.672-674.) 461

Anmerkungen 683

79 Exhibitation (1862) - die am 1.Mai 1862 in London eröffnete Weltausstellung, auf der
Muster landwirtschaftlicher und industrieller Erzeugnisse, Kunstwerke und die neuesten
Errungenschaften der Wissenschaft gezeigt wurden. 461

80 Die hier zitierte Bemerkung Ricardos zu den Ansichten Says über das Verhältnis von
Profit und Zins wiederholte Marx auf der Seite 736 seines Manuskripts, setzte sie aber
als nicht zugehörig zu dem, was auf der Seite 736 gesagt wird, in eckige Klammern und
versah die Schlußworte Ricardos “ ...it is impossible for any circumstances to make them
change places’ [unter keinen Umständen ist es möglich, sie ihre Plätze wechseln zu lassen]
mit der Entgegnung: „Letzteres positiv falsch ‚under certain circumstances‘“ [unter ge-
wissen Umständen].

Im dritten Band des „Kapitals“, 22. Kapitel, zeigt Marx die Möglichkeit einander
entgegengesetzter Bewegungen der Profitrate und des Zinsfußes in den Phasen der kapi-

talistischen Zyklen. (Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S.370-382.) 470
81 Hier kehrt Marx zum Einfluß des Außenhandels, vor allem des Kolonialhandels, auf die

Durchschnittsprofitrate zurück. Wie Marx darlegt, vertrat Smith in dieser Frage einen
klareren Standpunkt als Ricardo. (Siehe vorl. Band, S.377/378 und 438-440 sowie
Band 25 unserer Ausgabe, S.247-250.) 470

82 Dieses Beispiel basiert auf der Voraussetzung, daß man bei einer wachsenden Produktivi-
tät der Arbeit von 20 qrs. Weizen, der als Samen verausgabt wurde, eine um die Hälfte
größere Ernte erhält als früher. Wenn, sagen wir, vorher die Ernte 100 qrs. betrug, so
beträgt sie jetzt, bei Verausgabung der früheren Arbeitsmenge, 150 qrs. Aber diese 150 qrs.
kosten ebensoviel wie früher die 100 qrs., das heißt 300 I. Vorher machte der Samen (so-
wohl der Menge der Quarter wie auch dem Werte nach) 20% aus, jetzt nur noch 131/3%.
475

88 T)je in Klammern gesetzten Worte „Sieh McCulloch“ trug Marx nachträglich mit dem
Bleistift ein. In einem Brief an Engels vom 20. August 1862 sprach er zum erstenmal
den Gedanken über die Ausnutzung des Amortisationsfonds zum Zwecke der Akkumu-
lation aus. Auf diesen Brief bezog er sich am 24, August 1867 und teilte mit daß er später
darüber bei MceCulloch einige Andeutungen gefunden habe. (McCulloch, „The
principles of political economy...“, Edinburgh 1825, S.181/182.) Marx kehrt zu
dieser Frage auf den Seiten 777 und 781 seines Manuskripts zurück. (Siehe 3. Teil dieses
Bandes, S.54-63.) 481

84 Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“. 1. Heft. Berlin 1859. (Siehe auch Band 13
unserer Ausgabe, S.77/78, 118 und 122/123). 493

85 Say, „Irait& d’economie politique“, Zweite Auflage, Band II, Paris 1814, S.382: „Pro-
dukte werden nur gegen Produkte ausgetauscht.“ Diese Formulierung Says kehrt fast
wörtlich bei Ricardo wieder. Marx kritisiert diese Auffassung im vorl. Band, S.499-505
und im 3. Teil dieses Bandes, S.116. 493

86 Marx meint die Betrachtungen James Mills über das konstante und notwendige Gleich-
gewicht zwischen Produktion und Konsumtion, zwischen Angebot und Nachfrage, zwi-
schen der Summe der Verkäufe und der Summe der Käufe. (James Mill, „Elements of
political economy“, London 1821, S. 186-195.) Diese Ansicht James Mills (die dieser zu-
erst in seiner 1808 in London erschienenen Broschüre „Commerce defended..." aus-
gesprochen hat) untersucht Marx in seiner Schrift „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“,

1. Heft. Berlin 1859, (Siehe auch Band 13 unserer Ausgabe, S.78.) 493 504

684 Anhang und Register

87 [Bailey,] „A critical dissertation on the nature, measures, and causes of value...“, London

1825, S.71-93. 495

88 Roscher, „Die Grundlagen der Nationalökonomie...“, 3. Aufl,, Stuttgart und Augs-
burg 1858, S.368-370. 498

89 Marx verweist auf den Abschnitt „Die Metamorphose der Waren“ in seiner Arbeit „Zur
Kritik der Politischen Oekonomie“. I. Heft. Berlin 1859. (Siehe auch Band 13 unserer
Ausgabe, S.69-79.) 508

90 Marx bezieht sich auf den Teilseiner Untersuchungen, der in der Folge zum dritten Band
des „Kapitals“ anwuchs. 514

91 Kurze Bemerkungen über die Formen der Krise skizzierte Marx bald danach auf den
Umschlägen von Heft XIII (Seite 770a des Manuskripts) und Heft XIV (S.771a und
861 a). Der Text dieser Seiten wurde entsprechend Marx’ Vermerk: „Zu S.716“ im vorher-
gehenden Abschnitt gebracht. (Siehe vorl. Band, S.514-518.) 518

92 Jm Manuskript folgt hier eine kleine Einfügung über die Ansichten Ricardos vom Geld
und vom Tauschwert. Diese Einfügung ist in Klammern gesetzt und mit dem Hinweis
versehen, daß sie an einer anderen Stelle zu bringen sei, da sie den unmittelbaren Zu-
sammenhang des Dargelegten störe. Demgemäß wird diese Einfügung als Fußnote auf

der S.505 des vorl. Bandes wiedergegeben. 520

93 Marx verweist auf die Hefte I-V seines Manuskripts von 1861-1863, besonders auf die
darin enthaltenen Abschnitte über die Produktion des absoluten Mehrwerts und die
Produktion des relativen Mehrwerts. 522

92 Im Manuskript folgt hier eine in Klammern gesetzte kurze Einfügung, die das Beispiel
einer partiellen Krise - die Überproduktion von Twist, hervorgerufen durch die Einfüh-
rung der Spinnmaschine - zum Inhalt hat. Diese Einfügung wird als Fußnote auf der

S.521 des vorl. Bandes gebracht. 524

95 Marx spielt auf die von Say in seiner Schrift „Lettres ä M.Malthus“, Paris-London 1820,
S.15 angestellten Betrachtungen an, daß die Ursache z.B. für die Überfüllung des ita-
lienischen Marktes mit englischen Waren in der ungenügenden Produktion jener italieni-
schen Waren zu suchen ist, die gegenenglische Waren ausgetauscht werden könnten. Diese
Betrachtungen werden in der anonymen Broschüre „An inquiry into those principles...“,
London 1821, S.15 zitiert und wurden von Marx in sein Exzerptheft XII aufgenommen
(5.12). Vgl. dazu auch Says These: „Die Stockung im Absatz mancher Produkte rührt
von der Seltenheit mancher anderen her“, die Marx im 1. Teildieses Bandes, S.239, kriti-
siert. 532

% Th. Tooke, „A history of prices, and of the state of the circulation“, Band I-VI, Lon-
don 1838-1857. Über den Einfluß der Witterungsbedingungen auf die Preise spricht
Tooke an mehreren Stellen seiner sechsbändigen Arbeit, insbesondere aber im ersten Teil

des IV. Bandes, der im Jahre 1848 erschien. 533

97 Sismondi erklärte die Krise als „la disproportion croissante entre la production et la
consommation“ [die wachsende Disproportion zwischen der Produktion und der Kon-
sumtion] („Nouveaux principes d’&conomie politique ou de la richesse dans ses rapports
avec la population“, Paris 1827, 5.371). In seinem Buch „Das Elend der Philosophie...“
sagt Marx, daß nach der Lehre Sismondis „das Einkommen abnimmt im Verhältnis, wie
die Produktion gesteigert wird“ (siehe Band 4 unserer Ausgabe, S.71). Zur Betrachtung
der Ansichten Sismondis über die Krisen kehrt Marx im 3. Teil der „Theorien über den

Anmerkungen 685

Mehrwert“ zurück, wo er sowohl die wertvollen Elemente in der Konzeption Sismondis
als auch die ihr eigenen Grundmängel hervorhebt (vgl. 3. Teil dieses Bandes, S.48-51).
535

98 Steuart, „An inquiry into the principles of political oeconomy“, Band I, Dublin 1770,
S.396. Diese Stelle wird von Marx in seinem ökonomischen Manuskript von 1857/1858
zitiert (siehe „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“, Berlin 1953, 5.666).
Vgl. auch den 1.Teil dieses Bandes, S.18 und Band 25 unserer Ausgabe, 3.794. 556

99 Aller Wahrscheinlichkeit nach meint Ricardo seine am 16. Dezember 1819 im englischen
Unterhaus gehaltene Rede zum Antrag William De Crespignys, eine besondere Kommis-
sion einzusetzen, um Robert Owens Plan zur Liquidierung der Arbeitslosigkeit und zur
Verbesserung der Lage der unteren Klassen zu untersuchen.

In dieser Rede sagte Ricardo, man dürfe im allgemeinen nicht leugnen, daß „ma-
chinery did not lessen the demand for labour“ [Maschinerie die Nachfrage nach Arbeit
nicht verminderte]. (Siehe: The works and correspondence of David Ricardo. Hrsg. von

Piero Sraffa, Band V, Cambridge 1952, S.30.) 557

100 Über den Begriff „real wages“ (Reallöhne) in der Auffassung Ricardos siehe vorl. Band,
S.403/404, 406/407, 418/419, 426 und 440/441. 560

101 Die als Beilagen zum 2. Teil der „Theorien über den Mehrwert“ gebrachten kurzen Be-
merkungen wurden von Marx auf den Umschlägen der Hefte XI, XII und XIII nieder-
geschrieben. Sie enthalten zusätzliches Material zu einigen im Haupttext dieses Bandes
betrachteten Fragen. 589

====

MEW Band 26.3

KARL MARX

Theorien
über den Mehrwert

(Vierter Band des „Kapitals“

Dritter Teil

Neunzehntes bis vierundzwanzigstes Kapitel
und Beilagen

INEUNZEHNTES KAPITEL]

T.R.Malthus'""

IXIII-753] Die Schriften von Malthus, die hier in Betracht kommen,
sind:

1. „The Measure of Value Stated. and. Illustrated“, London 1823.

2. „Definitions in Polit. Economy etc.“, London 1827. (Dazu anzusehn
dieselbe Schrift, herausgegeben von John Cazenove, London 1853, mit
„notes, and supplementary remarks“! von Cazl[enove].)

3. „Principles of Polit. Econ. etc.“, 2. ed., London 1836 (erst 1820 oder so
nachzusehn).

4. Noch zu berücksichtigen folgende Schrift von einem Malthusianer!?
(i.e. Mlalthusianer] im Gegensatz zu den Ricardians): „Outlines of Polit.
Econ. etc.“, London 1832.

-

[Z. Malthus’ Verwechslung der Kategorien Ware und Kapital]

In seiner Schrift (1814) „Observations on the Effects of the Corn
Laws...“? sagte MJalthus] noch von A.Smith:

„A.Smith wurde offenbar zu diesem Gange der Beweisführung durch seine Ge-
wohnheit verleitet, die Arbeit“ (nämlich die value of labour?) „als den Maßstab des Wertes
und Korn als das Maß der Arbeit zu betrachten... Daß weder Arbeit noch irgendeine
andere Ware ein genaues Maß des realen Tauschwertes bilden kann, wird heute als
eine der unumstößlichen Lehren der politischen Ökonomie angesehen, und es folgt
in der Tat eben aus der Definition des Tauschwerts.“ [p. 12.]

Aber in seiner Schrift [von] 1820 „Princ. of Pol. Ec.“ nahm er diesen

„standard measure of value“* von Smith gegen Ric[ardo] auf, den Smith

1 „Noten und ergänzenden Bemerkungen“ - ? in der Handschrift: (1815) „Inquiry into
the Nature and Progress of Rent“ - 3 den Wert der Arbeit - * „Maßstab des Wertes“

8 Neunzehntes Kapitel

selbst nirgends braucht, wo er wirklich entwickelt!®’. Malthus selbst hatte
in der zitierten Schrift über „Corn Laws“! sich an die andre Definition
Smiths gehalten, die Bestimmung des Werts durch die quantity of capital
(accumulated labour)? und labour (immediate) necessary for the production
of an article®.

Es ist überhaupt nicht zu verkennen, daß sowohl die „Principles“ von
Mlalthus] wie die 2 andren zitierten Schriften, die sie in einzelnen Punkten
näher ausführen sollten, großenteils ihre Entstehung dem Neid gegen den
Erfolg der Rlicardolschen Schrift! verdanken und dem Versuch, sich
wieder an die Spitze zu drängen, wozu er als geschickter Plagiarius sich
heraufgeschwindelt hatte, bevor Rlicardo]s Schrift erschien. Es kam hinzu,
daß in Rlicardo]s Schrift die, wenn auch noch abstrakte, Durchführung der
Wertbestimmung sich gegen die Interessen der landlords und ihrer re-
tainers* richtete, die Malthus noch unmittelbarer vertrat als die Interessen
der industriellen Bourgeoisie. Es soll dabei nicht geleugnet werden, daß
Mlalthus] ein gewisses theoretisches Spintisierinteresse hatte. Indes sein
Gegensatz gegen Ricardo] - und die Art desselben - war nur möglich, weil
Rlicardo] sich in allerlei Inkonsequenzen verwickelt hatte.

Es ist die Entstehung des Surpluswerts®®! einerseits, [andererseits] die
Art, wie Rlicardo] die Ausgleichung der Kostenpreise!®! in verschiednen
Sphären der Anwendung des Kapitals als Modifikation des Gesetzes des
Werts selbst auffaßt, [sowie] seine durchgängige Verwechslung von Profit
und Mehrwert (direkte Identifizierung derselben), woran Mlalthus] seinen
Gegensatz anknüpft. Mjalthus] entwirrt nicht diese Widersprüche und
Quidproquos, sondern akzeptiert sie von Rlicardo], um, auf diese Konfu-
sion gestützt, das Rlicardo]lsche Grundgesetz vom Wert etc. umzustoßen
und seinen protectors® angenehme Konsequenzen zu ziehen.

Das eigentliche Verdienst in den 3 Schriften MJalthus]’ besteht darin,
daß- während Rlicardo] in der Tat nicht entwickelt, wieaus dem Austausch
der Waren nach dem Gesetz des Werts (der in ihnen enthaltenen Arbeits-
zeit) der ungleiche Austausch zwischen Kapital und lebendiger Arbeit ent-
springt, zwischen einem bestimmten Quantum akkumulierter Arbeit und
einem bestimmten Quantum of immediate labour, also in der Tat den Ur-
sprung des Mehrwerts unklar läßt (indem er das Kapital direkt mit der
Arbeit, nicht mit dem Arbeitsvermögen austauschen läßt) - Mfalthus]
den Hauptton legt auf den imgleichen Austausch zwischen Kapital und

3 ]n der Handschrift: „Rent“ —? Menge von Kapital (aufgehäufte Arbeit) -® Arbeit (un-

mittelbare), die für die Produktion eines Artikels notwendig ist - * Lakaien - ° Gönnern -
$ unmittelbarer Arbeit

= Ay S

u

Erste Seite des 3. Teils der „Theorien über den Mehrwert“
in der Handschrift von Marx
(Seite 753, Heft XIII des Manuskripts von 1861-1863)

T.R.Malthus 9

Lohnarbeit. Einer der wenigen späteren Anhänger Mlalthus]’, Cazenove,
in der Vorrede zu der oben angeführten Schrift „Definitions etc.*, fühlt
das heraus und sagt daher:

„Austausch von Waren und Verteilung (Lohn, Rente, Profit) müssen voneinander ge-
trennt betrachtet werden... Die Gesetze der Verteilung hängen durchaus nicht ab von

denen, die sich auf den Austausch beziehen.“ (Vorrede, p.VI, VII)

Was hier nichts andres heißt, als daß das Verhältnis von Arbeitslohn
und Profit, der Austausch von Kapital und Lohnarbeit, accumulated labour
and immediate labour!, nicht unmittelbar zusammenfällt mit dem law des
interchange of commodities?.

Betrachtet man die Verwertung von Geld oder Ware als Kapital - also
nicht ihren Wert, sondern ihre kapitalistische Verwertung -, so ist es klar,
daß der Mehrwert weiter nichts ist als der Überschuß der Arbeit (die un-
bezahlte Arbeit), die das Kapital kommandiert, die Ware oder das Geld,
kommandiert über das Quantum Arbeit hinaus, das in ihr selbst enthalten
ist. Sie kauft außer der in ihr selbst enthaltnen Quantität Arbeit (= der
Summe der Arbeit, die in den in ihr enthaltnen Produktionselementen
steckte, + der unmittelbaren Arbeit, die diesen zugefügt wurde) einen
Überschuß von Arbeit, der nicht in ihr steckte. Dieser Überschuß konsti-
tuiert den Mehrwert; von seiner Größe hängt die Proportion der Verwertung
ab. Und diese überschüssige Quantität lebendiger Arbeit, wogegen sie sich
austauscht, bildet die Quelle des Profits. Der Profit (Mehrwert vielmehr)
entspringt nicht aus dem Äquivalent vergegenständlichter Arbeit, das
gegen gleiches Quantum lebendiger Arbeit ausgetauscht wird, sondern aus
der Portion lebendiger Arbeit, die in diesem Aüstausch angeeignet wird,
ohne daß ein Äquivalent für sie bezahlt wird, unbezahlter Arbeit, die das
Kapital in diesem Scheinexchange? sich aneignet. Sieht man also ab von
der Vermittlung dieses Prozesses - und Mjalthus] ist um so mehr berechtigt,
davon abzusehn, als bei Rlicardo] diese Vermittlung fehlt -, sieht man nur
auf den faktischen Inhalt und das Resultat des Prozesses, so entspringt
Verwertung, Profit, Verwandlung von Geld oder. Ware in Kapital nicht
daraus, daß Waren sich dem Gesetz des Werts gemäß austauschen, nämlich
im Verhältnis zur proportionellen Arbeitszeit, die sie kosten, sondern viel-
mehr umgekehrt daraus, daß die Waren oder Geld (vergegenständlichte
Arbeit) sich gegen mehr lebendige Arbeit austauschen, als in ihnen ent-
halten, aufgearbeitet ist.

1 aufgehäufter Arbeit und unmittelbarer Arbeit - ? Gesetz des Warenaustauschs -
3 Scheinaustausch

10 Neunzehntes Kapitel

Die Pointierung dieses Punktes, der bei Rlicardo] um so weniger scharf
heraustritt, als er immer das fertige Produkt voraussetzt, das zwischen Ka-
pitalist und Arbeiter geteilt wird, ohne den Austausch, den vermittelnden
Prozeß zu betrachten, der zu dieser Teilung führt, ist das einzige Verdienst
Mlalthus]’ in den obigen Schriften. Dies Verdienst wird dadurch wieder
aufgehoben, daß er die Verwertung von Geld oder Ware als Kapital, daher
ihren Wert in der spezifischen Funktion als Kapital verwechselt mit dem
Wert der Ware als solcher; in der Ausführung daher, wie wir sehn werden,
auf die gedankenlosen Vorstellungen des Monetarsystems - profit upon
expropriation!?! - zurückfällt und sich überhaupt in die unerquicklichste
Konfusion verwickelt. Statt also über Rlicardo] hinauszugehn, sucht
Mlalthus] in der Ausführung die Ökonomie wieder hinter Rlicardo] zurück-
zudrängen, selbst hinter Smith und die Physiokraten.

„In demselben Land, zur selben Zeit [wird] der Tauschwert der Waren, die sich in
Arbeit und Profit allein auflösen, exakt gemessen durch die Quantität Arbeit, resul-
tierend von der aufgehäuften und unmittelbaren Arbeit, die tatsächlich bei ihrer Pro-
duktion aufgewandt wurde, plus dem wechselnden Betrag des Profits auf alle die in
Arbeit gemessenen Vorschüsse. Das aber muß notwendigerweise die gleiche Quantität
Arbeit sein, die sie kommandieren werden.“ („The Measure of Value Stated and Illu-
strated“, London 1823, p. 15, 16.)

„Die Arbeit, die eine Ware kommandieren kann, ist ein Maß des Wertes.“ (l.c.
p.61.)

„Ich hatte es nirgends“ (vor seiner eignen Schrift „The Measure of Value etc.“)
„festgestellt gefunden, daß die gewöhnliche Quantität Arbeit, die von einer Ware kom-
mandiert wird, die bei ihrer Produktion aufgewandte Quantität Arbeit samt dem Profit
repräsentieren und messen muß.“ („Definit. in Pol. Ec. etc.“, Lond. 1827, p. 196.)

Herr Malthus will den „Profit“ gleich in die Definition des Werts mit
aufnehmen, damit er unmittelbar aus dieser Definition folge, was bei Rli-
cardo] nicht der Fall. Man sieht daraus, daß er fühlt, worin die Schwierig-
keit lag.

Übrigens höchst abgeschmackt bei ihm, daß er Wert der Ware und ihre
Verwertung als Kapital identisch setzt. Wenn Ware oder Geld (kurz
vergegenständlichte Arbeit) sich austauschen als Kapital gegen lebendige
Arbeit, so tauschen sie sich immer aus gegen ein ||755]| größres Quantum
Arbeit, als in ihnen selbst enthalten ist; und vergleicht man einerseits die
Ware vor diesem Austausch, andrerseits das aus ihrem Austausch mit der
lebendigen Arbeit resultierende Produkt, so findet sich, daß die Ware sich
ausgetauscht hat gegen ihren eignen Wert (Äquivalent) + einem Über-
schuß über ihren eignen Wert, den Mehrwert. Aber abgeschmackt, daher

T.R.Malthus 11

zu sagen, daß der Wert der Ware = ihrem Wert -+ einem Überschuß über
diesen Wert. Tauscht sich die Ware daher als Ware aus gegen andre Waren
und nicht als Kapital gegen lebendige Arbeit, so tauscht sie sich — soweit
sie sich gegen ein Äquivalent austauscht - gegen dasselbe Quantum ver-
gegenständlichter Arbeit aus, das in ihr enthalten ist.

Bemerkenswert also nur, daß Mlalthus] unmittelbar den Profit in dem
Wert der Ware schon fertig haben will, und daß ihm das eine klar ist, daß

sie immer mehr Arbeit kommandiert, als in ihr enthalten ist.

„Gerade weil die Arbeit, die von einer Ware gewöhnlich kommandiert wird, die von
ihr tatsächlich verausgabte Arbeit mit dem Zusatz des Profits mißt, ist es gerecht-
fertigt, sie“ (the labour!) „als ein Maß des Wertes anzusehen. Wenn also der gewöhnliche
Wert einer Ware betrachtet wird als bestimmt durch die natürlichen und notwendigen
Bedingungen ihrer Zufuhr, so ist es sicher, daß die Arbeit, die sie gewöhnlich zukomman-
dieren vermag, allein das Maß dieser Bedingungen ist.“ („Defin. in Pol. Ec.*, London
1827, p.214.)

„Elementare Produktionskosten: ein Ausdruck, der genau gleichwertig ist den Be-
dingungen der Zufuhr.“ (Edit. Cazenove. Lond. 1853, I.c. p. 14.)

„Maß der Bedingungen der Zufuhr: die Quantität Arbeit, wofür die Ware aus-
getauscht wird, wenn sie sich in ihrem natürlichen und gewöhnlichen Zustand be-
findet.“ (Edit. Caze[novel, l.c. p. 14.)

„Die Quantität Arbeit, die von einer Ware kommandiert wird, repräsentiert genau
die bei ihrer Produktion aufgewandte Quantität Arbeit mit dem Profit auf die Vor-
schüsse, und sie repräsentiert und mißt daher tatsächlich jene natürlichen und not-
wendigen Bedingungen der Zufuhr, jene elementaren Produktionskosten, die den Wert
bestimmen.“ (ed. Cazfenove], l.c. p. 125.)

„Die Nachfrage nach einer Ware, obwohl sie nicht im Verhältnis zur Menge irgend-
einer anderen Ware steht, die der Käufer bereit und imstande ist, für sie hinzugeben,
steht tatsächlich im Verhältnis zu der Quantität Arbeit, die er für sie geben will; und
zwar aus diesem Grunde: die Quantität Arbeit, die eine Ware gewöhnlich kommandiert,
repräsentiert genau die effektive Nachfrage nach ihr, weil sie genau jene Menge Arbeit
und Profit repräsentiert, die zusammengenommen notwendig ist für die Zufuhr; während
die tatsächliche Quantität Arbeit, die eine Ware zu kommandieren vermag, wenn sie
von der gewöhnlichen Quantität Arbeit abweicht, den Überschuß oder den Mangel an
Nachfrage repräsentiert, die von jemporären Ursachen herrühren.“ (ed. Caz[enove],
l.c. p. 135.)

Mlalthus] ist auch darin recht. Die conditions of supply? i.e. der Produk-
tion oder vielmehr Reproduktion der Ware auf Grundlage der kapitalisti-
schen Produktion, ist, daß sie oder ihr Wert (das Geld, worin sie verwandelt)
sich in ihrem Produktions- oder Reproduktionsprozeß gegen mehr Arbeit

1 die Arbeit - * Bedingungen der Zufuhr

12 Neunzehntes Kapitel

austauscht als in ihr enthalten ist; denn sie wird nur produziert, um einen
Profit zu realisieren.

Z.B. ein Kattunfabrikant hat seinen Kattun verkauft. Die Bedingung
der supply von neuem Kattun ist, daß er das Geld - den Tauschwert des
Kattuns - gegen mehr Arbeit im Reproduktionsprozeß des Kattuns aus-
tauscht, als in ihm enthalten war oder von dem Geld repräsentiert ist.
Denn der Kattunfabrikant produziert den Kattun als Kapitalist. Was er
produzieren will, ist nicht Kattun, sondern Profit. Die Produktion des
Kattuns ist nur ein Mittel für die Produktion des Profits. Aber was folgt
daraus? In dem produzierten Kattun ist mehr Arbeitszeit, mehr Arbeit
enthalten als in dem advanced! Kattun. Diese Mehrarbeitszeit, Mehrwert,
stellt sich auch in surplus produce?, mehr Kattun dar, als gegen die Arbeit
ausgetauscht wurde. Ein Teil des Produkts ersetzt also nicht den gegen
Arbeit ausgetauschten. Kattun, sondern bildet ein dem Fabrikanten an-
gehöriges surplus produce. Oder wenn wir das ganze Produkt betrachten,
enthält jede Elle Kattun einen aliquoten part®, oder ihr Wert enthält einen
aliquoten part, wofür kein Äquivalent bezahlt, stellt unbezahlte Arbeit dar.
Verkauft der Fabrikant also die Elle Kattun zu ihrem Wert, d.h., tauscht
er sie gegen Geld oder Ware aus, die gleichviel Arbeitszeit enthalten, so
realisiert er eine Summe Geldes oder erhält ein Quantum Ware, das ihm
nichts kostet. Denn er verkauft den Kattun nicht zu der Arbeitszeit, die
er bezahlt hat, sondern zu der Arbeitszeit, die in ihm enthalten ist, und
einen Teil dieser Arbeitszeit | hat er nicht gezahlt. Er enthält Arbeits-
zeit = I2sh. z.B. Bezahlt davon hat er nur 8. Er verkauft ihn zu 12, wenn
erihn zu seinem Wert verkauft, gewinnt also 4 sh.

[2. Malthus’ vulgäre Ansicht vom Mehrwert]

Was nun den Käufer betrifft, so zahlt er, der Voraussetzung nach, unter
allen Umständen nur den. Wert des Kattuns. D.h., er gibt eine Summe
Geld, worin so viel Arbeitszeit enthalten [wie] in dem Kattun. Es sind nun
3 Fälle möglich. Der Käufer ist Kapitalist. Das Geld (i.e. der ‘Wert der
Ware), womiter zahlt, enthält ebenfalls einen Teil unbezahlter Arbeit. Wenn
der eine also unbezahlte Arbeit verkauft, kauft der andre mit unbezahlter
Arbeit. Jeder realisiert unbezahlte Arbeit, der eine als Verkäufer, der andre
als Käufer. Oder der Käufer ist independent producer“. So erhält er

1 yorgeschossenen - ? Mehrprodukt -® Teil - * unabhängiger Produzent

T.R.Malthus 13

Äquivalent für Äquivalent. Ob die Arbeit, die der Verkäufer ihm in der
Ware verkauft, bezahlt ist oder nicht, geht ihn nichts an. Er erhält so viel
vergegenständlichte Arbeit, als er gibt. Oder endlich, er ist Lohnarbeiter.
Auch in diesem Fall erhält er, wie jeder andre Käufer, vorausgesetzt, daß
die Ware zu ihrem Wert verkauft wird, ein Äquivalent in Ware für sein
Geld. Er erhält so viel vergegenständlichte Arbeit in Ware, als er in Geld
gibt. Aber er hat für das Geld, das seinen Arbeitslohn bildet, mehr Arbeit
gegeben, als in dem Geld enthalten ist. Er hat die in ihm enthaltne Arbeit
ersetzt + Surplusarbeit, die er gratis gibt!. Er hat also das Geld über
seinen Wert hinaus bezahlt, bezahlt also auch das Äquivalent des Geldes,
den Kattun etc., über seinen Wert hinaus. Die cost? für ihn als purchaser?
ist also größer, als sie für den seller* jeder Ware ist, obgleich er in der Ware
ein Äquivalent für sein Geld erhält; aber in dem Geld erhielt er kein Äqui-
valent für seine Arbeit, gab vielmehr mehr als das Äquivalent in Arbeit.
Der Arbeiter ist also der einzige, der alle Waren, selbst wenn er sie zu ihrem
Wert kauft, über ihrem Wert bezahlt hat, weil er das allgemeine Äquivalent
für Arbeit, Geld, über seinem Wert gekauft hat. Es resultiert daher kein
Gewinn für den Verkäufer der Ware an den Arbeiter. Dieser zahlt ihm
nicht mehr, als jeder andre Käufer, den Wert der Arbeit. Der Kapitalist in
der Tat, der die durch den Arbeiter produzierte Ware wieder an ihn ver-
kauft, realisiert einen Profit in diesem Verkauf, aber nur denselben Profit,
den er an jedem andren Käufer realisiert. Sein Profit rührt nicht daher - mit
Bezug auf diesen Arbeiter -, daß er ihm die Ware über ihrem Wert ver-
kauft, sondern daß er sie vorher, in der "Tat im Produktionsprozeß, unter
ihrem Wert von dem Arbeiter kaufte.

Herr Ml[althus] nun, wie er die Verwertung der Ware als Kapital in
ihren Wert verwandelt, verwandelt konsequent alle Käufer in Lohnarbeiter,
d.h., läßt sie alle statt Ware unmittelbare Arbeit mit dem Kapitalisten aus-
tauschen und ihm alle mehr Arbeit zurückgeben als in der Ware enthalten
ist, während sein Profit umgekehrt daraus hervorgeht, daß er alle in der
Ware enthaltne Arbeit verkauft, während er nur einen Teil der in der Ware
enthaltnen Arbeit bezahlt hat. Während also bei Rlicardo] die Schwierigkeit,
daß das Gesetz des Warenaustausches nicht unmittelbar den Austausch
zwischen Kapital und Lohnarbeit erklärt, ihm vielmehr zu widersprechen
scheint, löst Ml[althus] die Schwierigkeit dadurch, daß er den Kauf (Aus-
tausch) von Waren verwandelt in Austausch zwischen Kapital und Lohn-
arbeit. Was Mlfalthus] nicht versteht, ist der Unterschied zwischen der

1 In der Handschrift: kauft -* Kosten -® Käufer -* Verkäufer

14 Neunzehntes Kapitel

Totalsumme von Arbeit, die in einer Ware enthalten ist, und der Summe
von bezahlter Arbeit, die in ihr enthalten ist. Grade diese Differenz bildet
die Quelle des Profits. Weiter aber kommt Mlalthus] notwendig dahin, den
Profit daraus abzuleiten, daß der Verkäufer die Ware nicht nur über das,
was sie ihm kostet, verkauft (und das tut der Kapitalist), sondern über das,
was sie kostet, kommt also auf die Vulgäransicht des profit upon expropria-
tion! zurück, den Mehrwert daher abzuleiten, daß der Verkäufer die Ware
über ihrem Wert (i.e. zu mehr Arbeitszeit, als in ihr enthalten ist) verkauft.
Was er so als Verkäufer einer Ware profitiert, verliert er als Käufer einer
andren, und es ist absolut nicht einzusehn, was durch solche allgemeine
nominelle Steigerung der Preise realiter „profitiert“ werden soll. |
Namentlich wie die Gesellschaft en masse sich dadurch bereichern, ein
wirklicher Surpluswert oder surplus produce dadurch zustande kommen
soll. Albern stupide Vorstellung.

Der Übergang aus Herrn Malthus’ konfusem, aber auf einer richtigen
Ahnung und dem Bewußtsein einer nicht bewältigten Schwierigkeit be-
ruhendem Versuch, gestützt auf Sätze A.Smiths - der, wie wir gesehn, alle
widersprechenden Elemente naiv ausspricht und so Quelle, Ausgangspunkt
für diametral entgegengesetzte Anschauungen -, Ricardo gegenüber eine
neue Theorie aufzuführen und den „first rank“? zu behaupten, der Über-
gang aus diesem Versuch in die gedankenlose Vulgäransicht macht sich so:

Betrachten wir die Verwertung der Ware als Kapital - d.h. in ihrem
Austausch mit lebendiger produktiver Arbeit -, so kommandiert sie außer
der in ihr selbst enthaltnen Arbeitszeit - in dem Äquivalent, was der Arbeiter
reproduziert - Surplusarbeitszeit, die die Quelle des Profits bildet. Über-
tragen wir nun diese Verwertung der Ware auf ihren Wert, so muß jeder
Käufer der Ware sich als Arbeiter zu ihr verhalten, d.h. außer dem in ihr
enthaltnen Quantum Arbeit ein Surplusquantum davon in Ersatz geben
im Kauf. Da außer den Arbeitern die andren Käufer sich nicht als Arbeiter
zu der Ware verhalten {selbst wo der Arbeiter als bloßer Käufer von Ware
auftritt, haben wir gesehn, dauert mittelbar die alte, ursprüngliche Differenz
fort}, so muß gesetzt werden, daß sie zwar nicht unmittelbar mehr Arbeit
geben, als in der Ware enthalten ist, aber, was dasselbe, einen Wert, der
mehr Arbeit enthält. Durch dieses [Quantum] „Mehrarbeit oder, was
dasselbe, Wert von mehr Arbeit“ wird der Übergang gemacht. In fact?
kommt es also darauf hinaus: der Wert einer Ware besteht in dem Wert, den
der Käufer für sie zahlt, und dieser Wert ist] = dem Äquivalent (Wert)

1 Entäußerungsprofit - ? „ersten Rang“ - ® Tatsächlich

T.R.Malthus 15

der Ware + einem Überschuß über diesen Wert, Surpluswert. Also die
Vulgäransicht. Der Profit besteht darin, daß eine Ware teurer verkauft als
gekauft wird. Der Käufer kauft sie mit mehr Arbeit oder vergegenständlich-
ter Arbeit, als sie dem Verkäufer kostet.

Wenn aber der Käufer nun selbst Kapitalist, Verkäufer von Ware, und
sein Geld - sein Kaufmittel - nur verkaufte Ware vorstellt, so käme nur
heraus, daß beide sich zu teuer ihre Ware verkaufen und sich so wechsel-
seitig prellen und im selben Maß prellen, wenn sie beide bloß die all-
gemeine Profitrate realisieren. Wo sollen also die Käufer herkommen, die
dem Kapitalisten die quantity! von Arbeit zahlen, [die] = der in seiner
Ware enthaltnen Arbeit -H seinem Profit? Z.B. Die Ware kostet dem
Verkäufer 10 sh. Er verkauft sie zu 12 sh. Er kommandiert damit Arbeit
nicht nur für 10 sh., sondern für 2 sh. mehr. Aber der Käufer verkauft
ebenfalls seine Ware, die IOsh. kostet, zu 12sh. Jeder verliert so als
Käufer, was er als Verkäufer gewonnen hat. Die einzige Ausnahme bildet
die Arbeiterklasse. Denn da der Preis des Produkts über seine Kost erhöht
wird, können sie nur Teil des Produkts rückkaufen, und so bildet ein andrer
Teil des Produkts oder der Preis dieses andren Teils Profit für den Kapita-
listen. Aber, da der Profit eben daher kommt, daß die Arbeiter nur Teil des
Produkts zurückkaufen können, so kann der Kapitalist (die Kapitalisten-
klasse) seinen Profit nie durch die Nachfrage der Arbeiter realisieren, nicht
dadurch realisieren, daß er das ganze Produkt gegen den Arbeitslohn um-
tauscht, sondern vielmehr nur dadurch, daß er den ganzen Arbeitslohn
gegen nur einen Teil des Produkts eintauscht. Also ist andre Nachfrage und
sind andre Käufer außer den Arbeitern selbst nötig, oder es gäbe keinen
Profit. Wo kommen diese her? Sind sie selbst Kapitalisten, selbst Verkäufer,
so tritt die obige Selbstprellerei der Kapitalistenklasse ein, indem sie
wechselseitig den Preis ihrer Waren einander nominell erhöhn und jeder
als Verkäufer gewinnt, was er als Käufer verliert. Es sind also Käufer nötig,
die nicht Verkäufer sind, damit der Kapitalist seinen Profit realisieren, die
Waren „zu ihrem Wert verkaufen“ [kann]. Daher die Notwendigkeit der
landlords, Pensionäre, Sinekuristen, Pfaffen etc., ihre menial servants? und
retainers® nicht zu vergessen. Wie diese „Käufer“ in Besitz |]758| der
Kaufmittel kommen - wie sie vorher erst den Kapitalisten einen Teil ihres
Produkts abnehmen müssen ohne Äquivalent, um mit dem so abgenomme-
nen weniger als ein Äquivalent zurückzukaufen -, entwickelt Herr Malthus
nicht. Jedenfalls folgt daraus sein plea* für möglichste Vermehrung der

1 Menge -? Dienstboten -® Lakaien - * seine Rechtfertigung

16 Neunzehntes Kapitel

unproduktiven Klassen, damit die Verkäufer einen Markt, eine demand!
für ihren supply? zu finden. Und so ergibt sich weiter, daß der Populations-
pamphletist!®! als Bedingung der Produktion beständige Überkonsumtion
und möglichst große Aneignung von dem jährlichen Produkt durch Nichts-
tuer predigt. Es kommt als weiterer plea - zu dem aus der Theorie not-
wendig hervorgehenden - hinzu, daß das Kapital den Trieb nach abstraktem
Reichtum, den Verwertungstrieb repräsentiert, der aber nur zu realisieren ist
durch eine Klasse von Käufern, die den Ausgabe-, Konsumtions-, Ver-
schwendungstrieb repräsentieren, eben die unproduktiven Klassen, die

Käufer sind ohne Verkäufer? zu sein.

[3. Gemeinsame Züge von Malthusianern und Ricardianern
in ihrer Stellung zur Arbeiterklasse]

Auf diese Basis hin schöner Krakeel in den zwanziger Jahren (von 1820
bis 1830 überhaupt die große metaphysische Zeit der English political
economy) zwischen Malthusians und Ricardians. Letztre halten [es für]
ebenso nötig, wie die Malthusians, daß der Arbeiter nicht selbst sein Pro-
dukt aneignet, sondern ein Teil desselben dem Kapitalisten anheimfällt,
damit er, der Arbeiter, einen Stachel zur Produktion habe und so die Ent-
wicklung des Reichtums gesichert sei. Aber sie wüten über die Änsicht der
Malthusians, daß landlords, states and church synecurists, and a whole lot
of idle retainers, must first lay hold - without any equivalent - of a part of
the capitalists produce* (ganz wie dieser es mit dem Arbeiter tut), um
. diesen dann mit Profit für dieselben ihre eignen Waren abzukaufen. Ob-
gleich die Ricardians dasselbe dem Arbeiter gegenüber behaupten. Damit
die Akkumulation wachse, und damit die Nachfrage nach Arbeit, muß der
Arbeiter von seinem eignen Produkt möglichst viel gratis dem Kapitalisten
abtreten, damit dieser die so gewachsne net revenue? wieder in Kapital
zurückverwandelt. Ebenso der Malthusian. Den industriellen Kapitalisten
möglichst viel zu nehmen gratis als Rente, Steuer etc., damit sie den Rest
von dem, was ihnen bleibt, ihren unfreiwilligen „shareholders“® wieder
zu einem Profit verkaufen können. Der Arbeiter darf sein eignes Produkt

1 Nachfrage - 2 ihre Zufuhr - ® in der Handschrift: die Verkäufer sind ohne Käufer -
* Sinekuristen des Staates und der Kirche und eine ganze Bande müßiger Lakaien zuerst
einen Teil des Produkts der Kapitalisten - ohne Äquivalent - sich aneignen müssen -
5 Nettorevenue -® „Teilhabern“

T.R.Malthus 17

PS

nicht aneignen, damit er den Stachel zur Arbeit nicht verliere, sagen die
Ricfardians] mit den Malthusians, Der industrielle Kapitalist muß einen
Teil seines Produkts bloß konsumierenden Klassen - fruges consumere
nati! - abtreten, damit diese das Abgetretne unter unvorteilhaften Bedin-
gungen wieder mit ihm austauschen. Sonst verlöre der Kapitalist den
Stachel der Produktion, der eben darin besteht, daß er großen Profit macht,
seine Ware weit über ihrem Wert verkauft. Wir kommen später auf diesen
komischen Kampf zurück.

[4. Malthus’ einseitige Interpretation der Werttheorie von Smith.
Ausnutzung der falschen Thesen Smith’ in der Polemik gegen Ricardo]

Zunächst zum Beweis, daß Ml[althus] auf die ganz ordinäre Vorstellung
hinauskommt:

„Wie groß auch die Zahl der vermittelnden Tauschhandlungen sein mag, die die
Waren zu durchlaufen haben, ob die Produzenten sie nach China senden oder sie dort
verkaufen, wo sie produziert sind, die Frage, ob sie einen angemessenen Marktpreis
erlangen, hängt ausschließlich davon ab, ob die Produzenten ihre Kapitalien mit dem
gewöhnlichen Profit ersetzen können, so daß sie imstande sind, ihr Geschäft erfolgreich
weiterzuführen. Was aber sind ihre Kapitalien? Sie sind, wie A.Smith feststellt, die
Werkzeuge, mit denen gearbeitet wird, die Materialien, die verarbeitet werden, und die
Mittel, die notwendige Quantität Arbeit zu kommandieren.“ [p.70.]

(Und dies, meint er, ist all the labour worked up in the commodity?. Der
Profit ist ein Überschuß über die so in der Produktion der Ware expended
labour®. Also in fact nominal surcharge over the cost of the commodity“.)
Und damit gar kein Zweifel über seine Meinung bleibe, führt er billigend
an, und als seine eigne Ansicht bestätigend, Colonel Torrens, „On ihe

Production of Wealth“, ch.VI, p.349:

„Die effektive Nachfrage besteht in dem Vermögen und der Neigung der Konsumen-
ien“ [der Gegensatz zwischen Käufer und Verkäufer wird der von consumers und
producers®}, 1759] „sei es durch unmittelbaren oder vermittelten Austausch, für Waren
eine gewisse größere Portion von allen Ingredienzien des Kapitals zu geben, als ihre

Produktion kostet.“ („Defin.“, ed. CazJenove], p.70, 71.)

! den zum Genießen der Früchte Geborenen (Horaz) -? alle auf die Ware aufgewendete
Arbeit - ® verausgabte Arbeit - * tatsächlich der nominelle Aufschlag auf die Kosten der
Ware -® Konsumenten und Produzenten

18 Neunzehntes Kapitel

Und Herr Cazenove selbst, der Herausgeber, Apologet und Kommen-
tator der Mlalthus]schen „Defmitions“:

„Der Profit hängt nicht von dem Verhältnis ab, in dem die Waren miteinander aus-
getauscht werden“

{nämlich würde bloß der Warenaustausch zwischen Kapitalisten betrachtet,
so erschiene die Mjalthus]sche Theorie, soweit nicht der Austausch mit Ar-
beitern vorkommt, die keine commodity außer labour mit den Kapitalisten
auszutauschen haben, blödsinnig, als bloße reciproque surcharge, nominelle
surcharge of the prices of their commodities!. Daher muß von dem Waren-
austausch abgesehn werden und [müssen] Leute Geld austauschen, die
keine Waren produzieren},

„weil bei jeder Höhe des Profits dasselbe Verhältnis bestehen kann, sondern von dem
Verhältnis, das zum Lohne steht oder das erheischt ist, die ursprünglichen Kosten zu
decken, und das in allen Fällen durch den Grad bestimmt ist, in dem das Opfer, das der
Käufer bringt, oder der Wert der Arbeit, den er hingibt, um eine Ware zu‘erlangen, den
vom Produzenten gemachten Aufwand, um sie auf den Markt zu bringen, übersteigt.“
(Cazenove, l.c. p.46.)

Um zu diesen schönen Resultaten zu gelangen, muß M]jalthus] sehr
große theoretische Anstalten machen. D’abord?, die eine Seite auffassend
von A.Smith, wodurch der Wert der Ware = der quantity of labour which
it commands, or by which it is commanded, or against which it exchanges°,
müssen die von A.Smith selbst und von seinen Nachfolgern, auch von
Malthus, beigebrachten Einwürfe, daß der Wert einer Ware, daß Wert Maß
von Wert sein kann, beseitigt werden.

Die Schrift „I'he Measure of Value stated and illustrated“, London 1823,
istein wahres Muster von Denkschwachsinn, der kasuistisch selbstbetäubend
sich durch die eigne innere Konfusion durchwindet und dessen schwieriger,
unbeholfner Ausdruck bei dem unbefangenen und inkompetenten Leser
den Eindruck zurückläßt, die Schwierigkeit, die Konfusion als Klarheit
aufzufassen, liege nicht in dem Widerspruch, von Konfusion und Klarheit,
sondern in einem Mangel an Verständnis auf seiten des Lesers.

Was Malthus zuerst zu tun hat, ist, die Sichtung Rficardos] zwischen
„value of labour“ und „quantity of labour“ !?] wieder zu verwischen und
Smiths Nebeneinander auf die eine falsche Seite zu reduzieren.

I bloßer wechselseitiger Aufschlag, nomineller Aufschlag auf die Preise ihrer Waren -
2 Zunächst — ® Quantität Arbeit, die sie kommandiert oder durch die sie kommandiert oder
gegen die sie ausgetauscht wird

T.R.Malthus 19

„Eine gegebene Quantität Arbeit muß von dem gleichen Wert sein wie der Lohn, der
sie kommandiert oder wofür sie tatsächlich ausgetauscht wird.“ („The Measure of
Value stated and illustrated“, Lond. 1823, p.5.)

Der Zweck dieser Phrase ist, die Ausdrücke: guantity of labour und
value of labour gleichzusetzen.

An und für sich drückt die Phrase bloße Tautologie, an absurd truism!
aus. Da die wages? oder das, „for which it“ (a quantityof labour) „exchanges“®,
den Wert dieser Quantität Arbeit bildet, so ist es eine Tautologie zu sagen:
Der Wert einer bestimmten Quantität Arbeit ist gleich dem Salair oder der
Masse Geld oder Waren, wogegen sich diese Arbeit austauscht. Es heißt
dies in andren Worten nichts als: Der Tauschwert einer bestimmten
Quantität Arbeit ist = ihrem Tauschwert, alias called wages*. Daraus
folgt aber keineswegs fabgesehn davon, daß Arbeit nicht unmittelbar gegen
wages ausgetauscht wird, sondern Arbeitsvermögen; durch diese Verwechs-
lung wird der Unsinn möglich}, daß eine bestimmte Quantität Arbeit =
der Quantität Arbeit, die in den wages oder dem Geld oder den Waren,
worin sich die wages darstellen, aufgearbeitet ist. Arbeitet ein Arbeiter
12 Stunden und erhält als Lohn ein Produkt von 6 Stunden, so bildet dieses
Produkt von 6 Stunden die value (weil die wages, the exchangeable
commodity for? [12 Stunden Arbeit]) für 12 Stunden Arbeit. Es folgt daher
nicht, daß 6 Stunden Arbeit = 12 Stunden, oder die Ware, worin sich
6 Stunden darstellen, gleich der Ware, worin sich 12 Stunden darstellen.
Es folgt nicht, daß der Wert der wages = dem Wert des Produkts, worin
sich die Arbeit darstellt. Es folgt nur, daß value of labour® (weil gemessen
durch die value des Arbeitsvermögens, nicht der von ihm verrichteten
Arbeit) die 760] value of a given quantity of. labour” weniger Arbeit ent-
hält, als sie kauft; daß daher der Wert der Ware, worin sich die gekaufte
Arbeit darstellt, sehr verschieden ist von dem Wert der Waren, womit diese
given quantity of labour was purchased, or by which it was commanded°.

Herr Mlalthus] zieht den umgekehrten Schluß. Weil der Wert einer ge-
gebnen Quantität Arbeit = ihrem Wert, folgt nach ihm, daß der Wert,
worin diese Quantität Arbeit sich darstellt, = dem Wert der wages. Es
folgt daraus ferner, daß die unmittelbare Arbeit (also nach Abzug der

Produktionsmittel), die in einer Ware absorbiert, enthalten ist, keinen

3 einen absurden Gemeinplatz -? der Arbeitslohn -° „wofür sie“ (eine Quantität Arbeit)
„ausgetauscht wird“ — * auch Arbeitslohn genannt - 5 Lohn, die austauschbare Ware für -
6 Wert der Arbeit - ? den Wert einer gegebenen Quantität Arbeit - ® gegebene Quantität
Arbeit gekauft oder durch die sie kommandiert wurde

2%

20 Neunzehntes Kapitel

größren Wert schafft, als der für sie bezahlt ist; nur die value of wages
reproduziert. Schon daraus ergibt sich von selbst, daß der Profit nicht er-
klärt werden kann, wenn der Wert der Waren durch die in ihnen enthaltne
Arbeit bestimmt ist, vielmehr aus einer andren Quelle erklärt werden muß;
vorausgesetzt nämlich, daß der Wert einer Ware den Profit, den sie reali-
siert, einschließen muß. Denn die in ihr aufgearbeitete Arbeit besteht: I. aus
der in der vernutzten und daher im Wert des Produkts wiedererscheinenden
Maschinerie etc. enthaltnen Arbeit; 2. der im aufgenutzten raw produce!
enthaltnen Arbeit. Diese beiden Elemente vermehren offenbar die vor der
Produktion der neuen Ware in ihnen enthaltne Arbeit nicht dadurch, daß
sie Produktionselemente einer neuen Ware werden. Bleibt also 3. die in den
wages enthaltne Arbeit, die gegen lebendige Arbeit ausgetauscht wurde.
Letztre aber nach Mlalthus] nicht größer als die vergegenständlichte
Arbeit, against which it is exchanged?. Hence® enthält eine Ware keinen
Teil unbezahlter Arbeit, sondern nur Arbeit, die Äquivalent ersetzt. Hence
folgt, daß, wenn der Wert der Ware durch die in ihr enthaltne Arbeit be-
stimmt wäre, sie keinen Profit abwürfe. Wirft sie also Profit ab, so ist dies
ein Überschuß ihres Preises über die in ihr enthaltne Arbeit. Sie muß also,
um zu ihrem Wert (der den Profit einschließt) verkauft zu werden, kom-
mandieren a quantity of labour = the quantity of labour worked up in
itself + a surplus of labour, representing the profits realized in the pur-
chase of the commodity*.

[5. Malthus’ Interpretation der Smithschen These
vom unveränderlichen Wert]

Ferner, damit labour, nicht die quantity der zur Produktion erheischten

labour, sondern labour als Ware zum Maß der Werte tauge, behauptet
Mlalthus], daß

„der Wert der Arbeit konstant sei“. („I'he Measure of Value etc.“, p.29, Note.)

{Es ist dies nichts Originelles, sondern Umschreibung und weitere
Ausführung des Satzes von A.Smith, LI, ch.V, ed. Garnlier], t.I, p.65,
66):

1 Rohprodukt - ? gegen die sie ausgetauscht wurde -® Daher - # eine Quantität Arbeit,
die gleich ist der in ihr aufgebrauchten Quantität Arbeit plus einem Überschuß an Arbeit,
der den beim Verkauf der Ware realisierten Profit repräsentiert

T.R.Malthus 21

„Gleiche Quantitäten Arbeit müssen zu allen Zeiten und an allen Orten für den
Arbeiter denselben Wert haben. In seinem normalen Zustand von Gesundheit, Kraft
und Tätigkeit und mit dem Durchschnittsgrad an Geschicklichkeit muß er immer den
gleichen Teil seiner Ruhe, Freiheit und seines Glückes hingeben. Welches also immer
die Quantität an Waren ist, die er als Entlohnung für seine Arbeit erhält, der Preis, den
er zahlt, ist immer derselbe. Dieser Preis kann zwar bald eine kleinere, bald eine
größere Quantität Waren kaufen, aber bloß, weil deren Wert wechselt, nicht der Wert
der Arbeit, der sie kauft. Zu allen Zeiten und an allen Orten ist das teuer, was schwer
zu bekommen ist oder dessen Erlangung viel Arbeit kostet, und das billig, was leicht
oder mit sehr wenig Arbeit zu haben ist. Nur die Arbeit ändert niemals ihren eigenen
Wert und ist daher allein das endgültige und reale Maß, durch das der Wert aller
Waren jederzeit und allerorts gemessen und verglichen werden kann.“}

‘ {Ferner die Entdeckung Mjalthus]’, auf die er so stolz ist und von der
er sagt, daß er sie zuerst gemacht hat, daß nämlich die valeur gleich der
quantite der Arbeit, die in der Ware enthalten, plus einer quantity of labour,
die den Profit repräsentiert, scheint auch sehr einfach eine Zusammen-
stellung der 2 Sätze von Smith (Mlalthus] wird nie den Plagiarius los)
LI, ch.VI (ed. Glarnier], t. 1, p. 100.):

„Der reale Wert all der verschiedenen Bestandteile des Preises wird durch die
Menge Arbeit gemessen, die jeder einzelne davon kaufen oder kommandieren kann.
Arbeit ist nicht nur das Maß für den Teil des Preises, der sich in Arbeit auflöst,
sondern auch für denjenigen, der sich in Rente und Profit auflöst.“}

1761] Malthus sagt in diesem Sinn:
„Steigt die Nachfrage nach Arbeit, so rühren die größeren Löhne der Arbeiter

nicht von einem Steigen im Wert der Arbeit her, sondern von einem Fallen im Wert
des Produkts, wogegen Arbeit ausgetauscht war. Und im Fall des Überflusses der
Arbeit rühren die niederen Löhne der Arbeiter von einem Steigen im Wert des Pro-
dukts her und nicht von einem Fallen im Wert der Arbeit.“ („The Measure of Value
ete.“, 35), (f. 33-35).

Sehr gut verhöhnt Bailey die M[althus]sche Beweisführung (invariable
value of labour!), daß die value of labour konstant, wie folgt (Mf[althus]’
weitere Demonstration, nicht die Smithsche; überhaupt den Satz):

„In der gleichen Weise könnte man von jedem Artikel beweisen, daß er von un-
veränderlichen Wert ist, z.B. zehn Yards Tuch. Denn ob wir 5£ oder 10£ für die
10 Yards geben, die gegebene Summe würde immer an Wert dem Tuch gleich sein,

wofür sie bezahlt wird, oder mit andren Worten, von unveränderlichem Wert sein im
Verhältnis zum Tuch. Aber das, was für ein Ding von unveränderlichem Wert gegeben

1 unveränderlicher Wert der Arbeit

22 Neunzehntes Kapitel

wird, muß selbst von unveränderlichem Wert sein, weshalb die IOYards Tuch von
unveränderlichem Wert sein müssen ... Es ist genauso nutzlos, den Lohn unveränder-
lich im Wert zu nennen, weil er, obwohl in der Quantität wechselnd, die gleiche
Arbeitsmenge kommandiert, wie die Summe, die für einen Hut zu zahlen ist, als un-
veränderlich im Wert zu bezeichnen, weil sie, obwohl einmal höher und ein andermal
niedriger, stets einen Hut kauft.“ („A Critical Dissertation on the Nature, Measures, and
Causes of Value etc.“, London 1825, p.145, 146, 147.)

In derselben Schrift verhöhnt Bailey sehr bissig die abgeschmackten,
tiefsinnig tuenden Rechentabellen, worin Mjalthus] sein measure of value!
„illustriert“.

In seinen „Definitions in Polit. Econ.“ (London 1827), worin MJalthus]
seinem Ärger über Bjaileyls Sarkasmen full vent? gibt, sucht er u.a. die
invariable value of labour so zu beweisen:

„Eine große Gruppe von Waren, wie Rohprodukte, steigen im Fortschritt der Ge-
selischaft, verglichen mit Arbeit, während die verarbeiteten Artikel fallen. So ist man
nicht weit von der Wahrheit, wenn man sagt, daß die durchschnittliche Masse der
Waren, die eine gegebene Quantität Arbeit in demselben Land kommandiert, im Laufe
mehrerer Jahrhunderte sich nicht sehr wesentlich verändern kann.“ („Definitions etc.“,

London 1827, p.206.)

Ebenso schön, wie die „invariable value of labour“, beweist MJalthus],
daß ein Steigen der money-prices of wages? eine allgemeine Steigerung der

Geldpreise der Waren herbeiführen muß.

„Wenn die Geldlöhne der Arbeit allgemein steigen, wird der Wert des Geldes
verhältnismäßig fallen; und sobald der Wert des Geldes fällt ... steigen immer die
Preise der Waren.“ („Defin.“, 1.c. p.34.)

Wenn die value of money compared with labour? gefallen ist, so soll eben
bewiesen werden, daß die value of all commodities compared with money?
gestiegen ist, oder daß die value of money, not estimated in labour, but in
the other commodities, has fallen®. Und Mlalthus] beweist dies, indem er es
unterstellt.

1 Maß des Wertes - 2 freien Lauf - ® Geldpreise des Lohnes - * der Wert des Geldes
verglichen mit Arbeit -° der Wert aller Waren verglichen mit Geld -® der Wert des Geldes
nicht in Arbeit, sondern in den anderen Waren berechnet, gefallen ist (in der Handschrift:
has risen - gestiegen ist)

T.R.Malthus 23

[6. Malthus’ Ausnutzung der Ricardoschen Thesen
von der Modifizierung des Wertsesetzes
in seiner Polemik gegen die Arbeitswerttheorie] _

Die Polemik gegen Rlicardo]s Bestimmung des Wertes nimmt Malthus
ganz aus den von Rlicardo] selbst zuerst aufgestellten Sätzen über die
variationst, die in den exchangeable values of commodities, independent of
the labour worked up in them, are produced by the different composition of
capital as resulting from the process of circulation — different proportions
of circulating and fixed capital, different degrees of durability in the fixed
capitals employed, different retums of circulating capitals. Kurz, aus der
Verwechslung Rlicardo]s von Kostpreis mit value, indem er die Ausgleichun-
gen der Kostpreise, die unabhängig sind von der mass of labour employed
in the particular spheres of production, als Modifikationen der value selbst
auffaßt und damit das ganze Prinzip über den Haufen wirft. Malthus faßt
diese von Rlicardo] gegen die Bestimmung des Wertes durch die Arbeits-
zeit selbst hervorgehobnen und von ihm erst entdeckten Widersprüche auf,
nicht um sie zu lösen, sondern um zu rein gedankenlosen Vorstellungen
zurückzugehn und das Aussprechen der sich widersprechenden Erscheinun-
gen, ihre Übersetzung in die Sprache, für ihre Lösung auszugeben. Die-
selbe Methode werden wir befolgt sehn in der Auflösung der Rlicardo]-
schen Schule oder der von [James] Mill und MacCulloch, die die wider-
sprechenden Erscheinungen direkt mit dem allgemeinen Gesetz in Einklang
zu schwatzen versuchen durch scholastisch-alberne Definitionen und
Distinktionen, um sie wegzuräsonieren, wobei übrigens die Grundlage
selbst fötengeht.

Die Sätze, worin Mlalthus] das ihm von Ricfardo] selbst gegen das
Gesetz des Wertes gelieferte Material gegen ihn wendet, sind folgende:

„Es ist von A.Smith gesagt worden, daß Korn ein Jahr zur Reife braucht, und
das Rind 4 oder 5 Jahre benötigt, um schlachtreif zu werden. Wenn wir daher zwei
Mengen Korn und Fleisch von gleichem Tauschwert miteinander vergleichen, so ist es

sicher, daß eine Differenz von 3 oder 4 zusätzlichen Jahren Profit von 15% auf das

1 Veränderungen -? Tauschwerten der Waren, unabhängig von der in ihnen aufgewand-
ten Arbeit, durch die aus dem Zirkulationsprozeß des Kapitals sich ergebende verschiedene
Zusammensetzung des Kapitals hervorgebracht werden - verschiedene Verhältnisse von
zirkulierendem und fixem Kapital, verschiedene Grade der Dauerhaftigkeit des angewandten
fixen Kapitals, verschiedene Umschlagzeiten des zirkulierenden Kapitals 8 Me der
Arbeit, die in den einzelnen Produktionssphären angewandt wird re

24 Neunzehntes Kapitel

bei der Produktion des Fleisches angewandte Kapital, ganz abgesehen von anderen
Erwägungen, der Ausgleich wäre für eine viel geringere Quantität Arbeit. Und
so können wir 2 Waren von gleichem Tauschwert haben, während die aufgehäufte und
unmittelbare Arbeit in der einen 40 oder 50% geringer ist als in der anderen. Das
kommt täglich bei vielen wichtigen Waren im Lande vor; und wenn der Profit von
15% auf 8% fhiele, würde der Wert des Rindfleischs im Vergleich zum Korn um mehr
als 20% fallen.“ („T’he Measure of Value stated etc.“, p.10, 11.)

Da das Kapital nun aus Waren besteht und ein großer Teil der in es ein-
gehenden oder es bildenden Waren einen Preis (also exchangeable value!
im ordinären Sinn) besitzen, der weder aus accumulated?, noch immediate
labour? besteht, sondern aus einem - soweit wir bloß diese besondre Ware
betrachten - rein nominellen Zuschlag vom Wert, caused by the addition
of the average profits* - sagt Mlalthus]:

„Arbeit ist nicht das einzige Element, das in das Kapital eingeht.“ („Defin.“, edit.
Caz[enovel, p.29.) ’

„Was sind die Produktionskosten? ... die Menge an Arbeit, die zur Herstellung der
Ware notwendigerweise aufgewandt wird: und in den bei ihrer Produktion konsumierten
Werkzeugen und Materialien enthalten ist, vermehrt um eine solche zusätzliche Menge,
die dem gewöhnlichen Profit auf den Vorschuß für die Zeit des Vorschusses entspricht.“
(l.c. p.74, 75.)

„Aus demselben Grund ist Herr Mill sehr im Irrtum, wenn er das Kapital auf-
gespeicherte Arbeit nennt. Vielleicht könnte man es aufgespeicherte Arbeit plus Profit
nennen, aber sicherlich nicht aufgespeicherte Arbeit allein, es sei denn, wir entscheiden
uns, Profit Arbeit zu nennen.“ (l.c. p. 60, 61.)

„Es ist dem Wesen nach falsch zu sagen, daß die Werte der Waren reguliert oder
bestimmt werden durch die Quantität Arbeit und Kapital, die notwendig ist, sie zu
produzieren. Es ist dem Wesen nach richtig zu sagen, daß sie durch die Quantität Arbeit
und Profit reguliert werden, die notwendig ist, sie zu produzieren.“ (l.c. p.129.)

Hierzu bemerkt Cazenove p. 130, Note:

„Der Ausdruck Arbeit und Profit ist dem Einwand ausgesetzt, daß die beiden keine
korrelativen Begriffe sind, da die Arbeit ein Faktor und der Profit ein Ergebnis ist, die
eine eine Ursache, die andere eine Folge. Aus dieser Erwägung hat Herr Senior dafür
den Ausdruck ‚Arbeit und: Abstinenz“ unterschoben ... Es muß allerdings anerkannt
werden, daß es nicht die Abstinenz ist, sondern der Gebrauch des produktiv ver-
wandten Kapitals, welcher die Quelle des Profits bildet.“

Nach Senior nämlich:

1 Tauschwert -? aufgehäufter -® unmittelbarer Arbeit -* verursacht durch den Zuschlag
des Derchschnittsprofits

T.R.Malthus 25

„Wer seine Revenue in Kapital verwandelt, enthält sich der Genüsse, die ihm ihre
Verausgabung verschaffen würde.“

Schöne Erklärung. Der Wert der Ware besteht aus der in ihr enthaltnen
Arbeit plus Profit; aus Arbeit, die in ihr enthalten ist, und aus Arbeit, die
nicht in ihr enthalten ist, aber für sie gezahlt werden muß.

Weitere Polemik Mjalthus]’ gegen Ricjardo]:

Ricardos „Behauptung, daß, wie der Wert des Arbeitslohns steigt, im gleichen Ver-
hältnis der Profit fällt und vice versat, [ist] nur wahr unter der Voraussetzung, daß
Waren, worin dasselbe Arbeitsquantum aufgearbeitet, stets von demselben Wert sind,
und dies wahr in einem Fall von 500, und zwar notwendig, weil im Fortschritt der
Zivilisation und Verbesserung stets die Menge des angewandten fixen Kapitals wächst
und mehr verschieden und ungleicher macht die Umschlagzeiten des zirkulierenden
Kapitals.“ („Defin.“, London 1827, p.31, 32.)

(Dies selbe p.53, 54 in Caz[enove]s ed., wo Malthus wörtlich sagt:

„Der natürlicheZustand der Dinge“ verfälscht Ricardos Wertmaß, weil dieser state?
[bewirkt, daß] „im Fortschritt der Zivilisation und Verbesserung stets die Menge des
angewandten fixen Kapitals wächst und die Umschlagzeiten des zirkulierenden Kapitals
immer unterschiedlicher und ungleicher werden.“)

„Herr Ricardo selbst gibt erhebliche Ausnahmen von seiner Regel zu; aber wenn
man die Fälle untersucht, die unter seine Ausnahmen gehören, das heißt jene, wo die
Mengen des angewandten fixen Kapitals verschieden groß und von verschiedener
Dauerhaftigkeit sind und wo die Umschlagzeiten des angewandten zirkulierenden
Kapitals nicht die gleichen sind, dann finden wir, daß diese Fälle so zahlreich sind, daß
die Regel als Ausnahme und die Ausnahme als Regel betrachtet werden darf.“ (p.50.)

[7. Malthus’ vulgäre Wertdefinition.
Seine Ansicht vom Profit als Aufschlag auf den Preis.
Polemik ‚gegen Ricardos Auffassung vom relativen Arbeitslohn]

Mlalthus] in Übereinstimmung mit dem früher Gesagten erklärt value®
auch!!?!;

„Die Schätzung einer Ware, begründet auf ihre Kosten für den Käufer oder auf das
Opfer, das er bringen muß, um sie zu erhalten, welches Opfer gemessen wird durch die
Quantität Arbeit, die er im Austausch dafür hingibt oder, was auf dasselbe hinausläuft,
durch die Arbeit, die sie kommandiert.“ („Defin.“, edit. Caz[enovel, p.&, 9.)

Cazenove hebt auch als Unterschied zwischen Mlalthus] und Rficardol

hervor:

1 umgekehrt - ? Zustand - ° Wert

26 Neunzehntes Kapitel

 „Herr Ricardo hat mit A.Smith die Arbeit als das wahre Maß der Kosten
angenommen; aber er hat sie bloß auf die Produktionskosten angewandt; ... sie ist
ebenso anwendbar als Maß der Kosten für den Käufer.“ (l.c. p.56, 57.)

- In andren Worten: Der Wert einer Ware ist gleich der Geldsumme, die
der Käufer zahlen muß, und diese Geldsumme wird am besten geschätzt
in der Masse von common labour', die damit gekauft werden kann.* Wo-
durch die Geldsumme aber bestimmt ist, ist natürlich nicht gesagt. Es ist
die ganz ordinäre Vorstellung, die man im common life? von der Sache hat.
Bloße Trivialität, hochtrabend ausgedrückt. Es heißt in andren Worten
nichts als: Kostenpreis und Wert sind identisch, eine Verwechslung, die bei
A.Smith und mehr noch Ricardo ihrer wirklichen Entwicklung wider-
spricht, die Malthus aber nun zum Gesetz erhebt. Somit die Vorstellung,
die der in der Konkurrenz befangne und nur ihren Schein kennende Kon-
kurrenzphilister vom Wert hat. Wodurch ist denn der Kostenpreis be-
stimmt? Durch die advances® + Profit. Und wodurch ist der Profit be-
stimmt? Wo kommt der Fonds dafür her, woher das surplus produce, worin
sich diese surplus value darstellt? Wenn es sich nur um nominelle Er-
höhung des Geldpreises handelt, so ist nichts leichter, als den Wert der
Waren zu erhöhen. Und wodurch ist der Wert der advances bestimmt?
Durch den Wert der in ihm enthaltnen Arbeit, sagt Malthus. Und wodurch
ist dieser bestimmt? Durch den Wert der Waren, worin sich der Arbeitslohn
auslegt. Und der Wert dieser Waren? Durch den Wert der Arbeit +
Profit. Und so geht der Zirkel weiter. Gesetzt, es werde in der Tat dem
Arbeiter der Wert seiner Arbeit gezahlt, d.h. die Waren (oder Geldsumme),
die seinen wages bilden, seien = dem Wert der Waren (Geldsumme),
worin seine Arbeit sich realisiert, so daß, wenn er für 100 Taler Lohn erhält,
er auch nur für 100 Taler [Wert] zusetzt dem Rohmaterial etc., kurz den ad-
vances, so kann der Profit überhaupt nur in einem Aufschlag bestehn, den
der Verkäufer über den wirklichen Wert der Ware macht beim Verkauf. Dies
‘tun alle Verkäufer. Soweit die Kapitalisten also unter sich austauschen, rea-
lisiert keiner etwas durch diesen Aufschlag, und am allerwenigsten ist da-
durch ein Surplusfonds gebildet, woraus sie ihre Revenue schöpfen können.
Nur die Kapitalisten, deren Waren in die Konsumtion der Arbeiterklasse
eingehn, werden einen wirklichen und keinen illusorischen Profit machen,

* Malthus imterstellt das Dasein des Profits, um dann seine Wertmasse an einem
äußerlichen Maßstab zu messen. Berührt die Frage seiner Entstehung und innern
Möglichkeit nicht.

3% gewöhnlicher Arbeit - ? gewöhnlichen Leben - ? Vorschüsse

T.R.Malthus 27

indem sie den Arbeitern die Waren teuerer zurückverkaufen, als sie die-
selben von ihnen gekauft haben. Die Waren, die sie zu 100 Taler von den
Arbeitern gekauft‘, werden sie ihnen zu 110 zurückverkaufen. D. h., sie
werden ihnen nur !/,, des Produkts zurückverkaufen und ?/,, für sich be-
halten. Was heißt das aber anders, als daß von den 11 Std., die der Arbeiter
z.B. arbeitet, ihm nur 10 bezahlt, ihm nur das Produkt von 10 Std. ge-
“geben, dagegen 1 Stunde oder das Produkt derselben ohne Äquivalent an
den Kapitalisten fiele? Was heißt das also anders, als daß - in bezug auf
die Arbeiterklasse - der Profit dadurch gemacht wird, daß sie einen Teil
ihrer Arbeit umsonst für die Kapitalisten arbeiten, daß also „Quantität der
Arbeit“ does not come to the same thing as „value of labour“ ?? Die andren
Kapitalisten aber würden nur in der Einbildung einen Profit machen, da, sie
diesen Ausweg nicht hätten.
Wie wenig M]althus] die ersten Sätze Rlicardols verstanden, wie er ab-
solut nicht begreift, daß ein Profit anders als durch surcharge® möglich ist,
zeigt unter anderem schlagend folgender Satz:.

. „Man kann sagen, daß die ersten Waren, wenn unmittelbar fertiggestellt und in Ge-
brauch genommen, das Resultat bloßer Arbeit sein können und daß ihr Wert daher
durch die Quantität dieser Arbeit bestimmt ist; dennoch ist es ganz unmöglich, daß
solche Waren bei der Produktion anderer Waren als Kapital angewandt werden, ohne
daß der Kapitalist des Gebrauchs seines vorgeschossenen Kapitals für einen bestimmten
Zeitraum beraubt wird und eine Entschädigung in der Form von Profit erhält. In den An-
fangsstadien der Gesellschaft, wo diese Vorschüsse von Arbeit relativ spärlich sind,
wird diese Entschädigung hoch sein und den Wert dieser Waren infolge der hohen
Profitrate erheblich beeinflussen. In den vorgeschritteneren Stadien der Gesellschaft
wird der Wert von Kapital und Waren durch den Profit stark beeinflußt, weil hier die
"Menge des angewandten fixen Kapitals erheblich gewachsen und für einen großen Teil
des vorgeschossenen zirkulierenden Kapitals der Zeitraum länger ist, nach dessen Ab-
lauf: dieser Teil dem Kapitalisten aus dem Erlös zurückgezahlt wird. In beiden Fällen
wird die Rate, zu der Waren miteinander ausgetauscht werden, durch die wechselnde Höhe
des Profits [wesentlich] beeinflußt.“ („Definit.“, edit. Caz[enove], p.60.)

Die Auffassung des relativen Arbeitslohns ist eines der größten Ver-
dienste Ricardos.* Es liegt darin, daß der Wert des Salairs (und daher auch
des Profits) absolut abhängt von dem Teil des Arbeitstags, den der Arbeiter
Jür sich selbst arbeitet (zur Produktion oder Reproduktion seines Salairs) im
Verhältnis zu dem Teil seiner Zeit, der dem Kapitalisten gehört. Es ist dieses
ökonomisch wichtig, in fact? nur ein andrer Ausdruck für die wahre Theorie

2 In der Handschrift: verkauft - 2 nicht dasselbe bedeutet wie „Wert der Arbeit“ -
3 Aufschlag - * vgl. 2. Teil dieses Bandes, S.419-427 - 5 tatsächlich

28 Neunzehntes Kapitel

des Mehrwerts. Es ist ferner wichtig für das soziale Verhältnis beider 1764]
Klassen. MlJalthus] wittert hier Unrat und muß daher seinen Einspruch
tun: _

„Kein Autor, auf den ich vor Herm Ricardo stieß, hat jemals den Terminus

Arbeitslohn oder realer Arbeitslohn in einem Sinne gebraucht, in dem er ein Verhältnis
einschloß.“

(Ricardo spricht vom Wert der wages, der sich allerdings auch darstellt
als der ihm zufallende Teil des! Produkts.?)

„Der Profit schließt allerdings ein Verhältnis in sich; und die Profitrate wurde stets
mit Recht als ein Prozentsatz des Wertes des vorgeschossenen Kapitals betrachtet.“

{Was M[althus] unter valie of advances® versteht, ist schr schwer und
ihm sogar unmöglich zu sagen. Nach ihm ist value von Ware = dem in
ihr enthaltnen advances + Profit. Da die advances nun, außer der imme-
diate labour“, noch in commodities bestehn, so ist die value der advances —
advances inthem -+ profit?. So ist der Profit = Profit upon the advances +
profit6. Und so in infinitum”.}

„Aber man hatte allgemein das Steigen oder Fallen des Arbeitslohnes gemessen
nicht in bezug auf ein Verhältnis, in dem er zu dem Gesamtprodukt stehen kann, das
durch ein gewisses Quantum Arbeit erlangt wurde, sondern nach der größeren oder
kleineren Menge eines bestimmten Produkts, die der Arbeiter erhält, oder nach dem
größeren oder kleineren Vermögen eines solchen Produkts, die Bedürfnisse und An-
nehmlichkeiten des Lebens zu kommandieren.“ („Defin.“, Lond. 1827, p.29, 30.)

Da bei der kapitalistischen Produktion der Tauschwert - die Vermehrung
des 'Tauschwerts - der unmittelbare Zweck, so wichtig, wie ihn messen?
Da der Wert des advanced capital in Geld (wirklichem oder Rechengeld)
ausgedrückt ist, so der Grad dieser Vermehrung gemessen an der Geld-
größe des Kapitals selbst und als Maßstab ein Kapital (Geldsumme) von

bestimmter Größe - 100 - genommen.

„Der Kapitalprofit“, sagt Mlalthus], „besteht in der Differenz zwischen dem Wert
des vorgeschossenen Kapitals und dem Wert der Ware, wenn sie verkauft oder ge-

braucht wird.“ („Def. in Polit. Ec.“, London 1827, p. 240, 241.)

1 In der Handschrift: als Teil des ihm zufallenden -° vgl. 2. Teil dieses Bandes, S.403/
404, 407, 419, 425/426, 440 und 560 - ® Wert der Vorschüsse - * unmittelbaren Arbeit -
5 Wert der Vorschüsse = den in ihnen enthaltenen Vorschüssen -+ Profit - $ auf die Vor-
schüsse + Profit -? ins Unendliche

T.R.Malthus 29

[8. Malthus über produktive Arbeit und: Akkumulation]

la)] Produktive und unproduktive Arbeit

„Revenue wird ausgelegt, um unmittelbar das Leben zu erhalten und zu genießen,
und Kapital wird ausgelegt, um einen Profit zu erzeugen.“ („Defin.“, Lond. 1827,
p.86.)

Ein Arbeiter und ein Dienstbote sind „zwei Werkzeuge, die für ganz verschiedene
Zwecke gebraucht werden, der eine soll helfen, Reichtum zu erwerben, der andere,
Reichtum zu konsumieren.“ (l.c. p.94.)U1 Ä

Gut ist folgende Erklärung des productive labourer!:

Productive labourer ist der, der directly augments „his masters wealth“? („Princ.

of Pol. Ec.“, [London 1836], p.47.)
Dazu noch den Satz zu nehmen:

„Die einzig produktive Konsumtion im eigentlichen Sinn ist die Konsumtion und
Zerstörung von Reichtum durch Kapitalisten zum Zwecke der Reproduktion ... Der
Arbeiter, den der Kapitalist anwendet, konsumiert gewiß den Teil seines Lohnes, den
er nicht spart als Revenue zum Zweck der Existenz und des Genusses und nicht als
Kapital zum Zweck der Produktion. Er ist ein produktiver Konsument für die Person,
die ihn anwendet, und für den Staat, aber, genau gesprochen, nicht für sich selbst.“
(„Defin.“, ed. Caz[enove], p.30.)

[5)] Akkumulation

„Kein politischer Ökonom der heutigen Zeit kann unter Sparen nur Schatzbildung
verstehen; und abgesehen von diesem abgekürzten und ungenügenden Verfahren,
kann man sich keinen andren Gebrauch dieses Ausdrucks im Hinblick auf den natio-
nalen Reichtum vorstellen, als jenen, der aus der verschiedenen Verwendung des
Ersparten hervorgehen muß und auf einer wirklichen Unterscheidung zwischen den
verschiedenen Arten von Arbeit basiert, die davon erhalten werden.“ („Princ. of Pol.
Ee.“, p.38, 39.)

„Akkumulation von Kapital: Die Verwendung eines Teiles der Revenue als Kapital.
Kapital kann daher anwachsen ohne ein Anwachsen des baren Vermögens oder des Reich-
tums.“ („Defin.“, ed. Caz[enovel, p.11.)

„Weise Gewohnheiten in bezug auf die Ehe, wenn zu einer gewissen Höhe ge-
trieben unter der Arbeiterklasse eines Landes, das hauptsächlich von Manufaktur und
Handel abhängt, würden ihm schädlich sein.“ („P. of Pol.Ec.“, p.215.)

1 produktiven Arbeiters - ? direkt „den Reichtum seines Herrn“ vergrößert

30 Neunzehntes Kapitel

Dies der Prediger der checks! gegen die Überpopulation.

„Es ist der Mangel an den zum Leben notwendigen Dingen, der die arbeitenden
Klassen hauptsächlich antreibt, den Luxus zu produzieren; würde dieser Stimulus be-
seitigt oder im.hohen Grade abzestumpft, so daß die zum Leben notwendigen Dinge
mit sehr wenig Arbeit erworben werden könnten, so haben wir alle Ursache, anzu-
nehmen, daß nicht mehr, sondern weniger Zeit für die Produktion von Annehmlich-
keiten aufgewendet würde.“ („P. o.P.E.“, p.334.)

Am wichtigsten für den Lehrer der Überpopulation aber der Satz:

„Der Natur der Bevölkerung gemäß kann ein Zuwachs von Arbeitern nicht zu
Markt geliefert werden, infolge besonderer Nachfrage, bis nach Verlauf von 16 oder
18 Jahren, und die Verwandlung von Revenue in Kapital durch Ersparung kann sehr
viel rascher Platz greifen; ein Land ist stets dem ausgesetzt, daß sein Arbeitsfonds rascher

wächst als die Bevölkerung.“ (l.c. p. 319, 320.)
1765] Cazenove bemerkt richtig:

„Wenn Kapital zum Vorschießen der Löhne. der Arbeiter verwandt wird, fügt es dem
Fonds zur Erhaltung der Arbeit nichts hinzu, sondern wird nur in der Anwendung eines
bestimmten Teils dieses bereits vorhandenen Fonds zu Zwecken der Produktion be-
stehen.“ („Def. in P. Ec.“, p.22, Note.)

[9.] Konstantes und variables Kapital
[in der Auffassung von Malthus]

„Aufgehäufte Arbeit“ (sollte eigentlich heißen materialised labo.r, vergegenständ-
lichte Arbeit) „ist die Arbeit, aufgewandt in den Rohmaterialien und Werkzeugen, die
bei der Produktion anderer Waren gebraucht werden.“ („Def. in P. Ec.“, ed. CazJenove],
p.13.)

„Wenn man von der in den Waren aufgewandten Arbeit spricht, sollte die Arbeit,
die aufgewandt wurde zur Herstellung des zu ihrer Produktion notwendigen Kapitals,
als aufgehäufte Arbeit bezeichnet werden zum Unterschied von der unmittelbaren Arbeit,
die der letzte Kapitalist anwendet.“ (l.c. p.28, 29.)

Es ist allerdings sehr wesentlich, diesen Unterschied zu machen. Bei
Ml[althus] führt er jedoch zu nichts.

Einen Versuch macht er, die surplus value oder at least its rate? (was
er übrigens immer mit profit und rate of profit zusammenwirft) zu redu-
zieren auf das Verhältnis zum variablen Kapital, dem Teil des Kapitals, der

% Hemmnisse -? den Mehrwert oder wenigstens seine Rate

T.R.Malthus : 3T

in immediate labour" ausgelegt wird. Dieser Versuch ist aber kindisch und
konnte es nicht anders sein bei seiner Ansicht von value. Er sagt in seinen

„Principles of Pol. Ec.“:

Gesetzt, das Kapital sei nur in Arbeitslohn verausgabt. „100 /. seien in unmittel-
barer Arbeit ausgelegt. Ist der Erlös am Ende des Jahres 110, 120 oder 130 /., so ist
klar, daß in jedem Fall der Profit bestimmt sein wird durch das Verhältnis des Wertes des
gesamten Produkts zu dem Teil davon, der erforderlich ist, die aufgewandte Arbeit zu
bezahlen. Ist der Wert des Produkts auf dem Markte = 110, so das Verhältnis, das
erforderlich ist, die Arbeiter zu bezahlen, = ?°/,, des Wertes vom Produkt und der
Profit = 10%. Ist der Wert des Produkts 120, das Verhältnis für [Bezahlung der]
Arbeit = !%/,, und der Profit 20% ; wenn 130, das Verhältnis, das erforderlich ist für
die Bezahlung der vorgeschossenen Arbeit = !%/,, und der Profit = 30%. Nun ge-
setzt, die Vorschüsse des Kapitalisten bestehn nicht allein aus Arbeit. Der Kapitalist
erwartet gleichen Vorteil. auf alle Teile des Kapitals, die er vorstreckt. Gesetzt, '/, der
Vorschüsse [werde verausgabt] für Arbeit (unmittelbare), ®/, bestehen aus aufgehäufter
Arbeit und Profit, mit einigen Zusätzen, die aus Renten, Steuern und anderen Aus-
gaben erwachsen. Dann ist es genaugenommen richtig, daß der Profit des Kapitalisten
wechselt mit dem veränderlichen Wert dieses", seines Produkts, verglichen mit der Quantität
der angewandten Arbeit. Z. B., ein Farmer wende in der Kultivierung an 2000 £, davon
1500 in Samen, Pferdehaltung, Abnutzung seines fixen Kapitals, Zinsen auf sein fixes
und zirkulierendes Kapital, Rente, Zehnten, Steuern usw. und £ 500 für unmittelbare
Arbeit, und die Einnahmen am Ende des Jahres seien 2400. Sein Profit, 400 auf
2000, = 20 per cent. Und gleich klar ist es, daß, wenn wir '/, des Werts des Produktes
nähmen, nämlich £ 600, und mit der Summe verglichen, die für den Arbeitslohn der in-
mittelbaren Arbeit bezahlt wurde, das Resultat genau die gleiche Profitrate zeigen würde.“
(p.267, 268.)

Malthus fällt hier in den Lord Dundrearyism. Was er will (es ahnt ihm,
daß die surplus value, hence? der Profit, ein bestimmtes Verhältnis zu dem
variablen, in Arbeitslohn ausgelegten Kapital hat), ist, nachzuweisen, that
„profits are determinated by the proportion of the value of the whole pro-
duce which is required to pay the labour employed“®. Zunächst operiert er
soweit richtig, daß er unterstellt, das ganze Kapital bestehe aus variablem
Kapital, in Arbeitslohn ausgelegtem Kapital. In diesem Fall in der Tat
Profit und surplus value identisch. Aber auch in diesem Fall beschränkt
er sich auf eine sehr silly reflection®. Wenn das ausgelegte Kapital 100 und
der Profit 10 p.c., so der Wert des Produkts = 110, der Profit bildet ?/,, des
ausgelegten Kapitals (hence 10 p.c. auf dasselbe) und ?/,i des Wertes des

1 unmittelbarer Arbeit - * daher - ® daß „der Profit bestimmt wird durch das Verhältnis
des Wertes der gesamten Produktion zu dem Teil davon, der erforderlich ist, die aufgewandte
Arbeit zu bezahlen“ - * alberne Betrachtung

32 Neunzehntes Kapitel _

Gesamtprodukts, in welchem Wert sein eigner Wert eingerechnet ist. Er
bildet also !/,i des Werts des Gesamtprodukts, und das vorgelegte Kapital
bildet !%/,, davon. Daß 10 p.c. Profit mit Bezug auf den Wert des Gesamt-
produkts so ausgedrückt werden können, daß der Teil desselben, der nicht
aus Profit besteht, = /,, des Gesamtprodukts; oder daß ein Produkt von
110, das 10 p.c. Profit einschließt, !%/,, Auslagen enthält, worauf dieser
Profit gemacht ist. Diese glänzende mathematische Betrachtung amüsiert
ihn so, daß er dasselbe Rechenexempel an 20, 30 p.c. Profit etc. wiederholt.
Bisher haben wir nur noch eine Tautologie. Der Profit ist Percentage! auf
das ausgelegte Kapital; der Wert des Gesamtprodukts enthält den Wert
des Profits, und das ausgelegte ||766] Kapital ist der Wert des Gesamt-
produkts — dem Wert des Profits. Also 110 — 10 = 100. 100 ist aber "%/,,
von 110. Aber nun weiter.

Unterstellen wir Kapital, das nicht nur aus variablem, sondern auch
aus konstantem Kapital besteht. „Der Kapitalist erwartet gleichen Vorteil
auf alle Teile des Kapitals, die er vorstreckt.“ Dies widerspricht nun zwar
der eben aufgestellten Behauptung, daß der Profit (sollte heißen surplus
value) bestimmt ist durch das Verhältnis zu dem in Arbeitslohn ausgelegten
Kapital. But never mind!? Mjalthus] ist nicht der Mann, „den Erwartun-
gen“ oder Vorstellungen „des Kapitalisten“ zu widersprechen. Aber nun
seine tour de force?. Unterstelle Kapital von 2000, davon °®/, = 1500
konstantes Kapital, !/, oder 500 variables Kapital. Profit = 20 p.c. So der
Profit = 400 und der Wert des Produkts = 2000 + 400 = 2400. Aber 600: 400
= 66°/, p.c. Der Wert des Gesamtprodukts = 1000 und der in Arbeitslohn
ausgelegte Teil desselben = ®/0. Was aber die Rechnung des Herrn
Malthus? Nehmen wir !/, des Gesamtprodukts, so dies = 600, "/, des aus-
gelegten Kapitals = 500, = dem in Arbeitslohn ausgelegten Teil des-
selben, und 100 =Y, des Profits = dem auf diesen Arbeitslohn fallenden
Teil des Profits. Und dies soll beweisen, „that the profits of the capitalist -
will vary with the varying values dieses "/, seines Produkts compared with
the quantity of labour employed“*. Es beweist weiter nichts, als daß ein
Profit von gegebner Percentage, z.B. von 20 p.c., auf ein gegebnes Kapital,
z.B. 4000, einen Profit von 20 p.c. auf jeden aliquoten Teil dieses Kapitals
bildet - Tautologie. Aber es beweist absolut nichts für ein bestimmtes,
besonderes distinguierendes Verhältnis dieses Profits zu dem in Arbeitslohn

1 Prozentsatz -? Aber was macht das aus! -3 Kraftleistung -* „daß der Profit des Kapi-
talisten wechselt mit dem veränderlichen Wert dieses 1/ seines Produkts, verglichen mit
der Quantität der angewandten Arbeit“

T.R.Malthus 33

ausgelegten Teil des Kapitals. Nehme ich statt [Y/,], wie Herr Mlalthus] ge-
tan hat, '/,, des Gesamtprodukts, also 100 (von 2400), so enthält dies 100
20 p.c. Profit oder !/, davon ist Profit. Das Kapital wäre 831/, und der
Profit 16%/,. Wären nun die 83'/, etwa = | Pferd, das in der Produktion
angewandt, so in Mjalthus]scher Weise nachgewiesen, daß der Profit vary
with the varying value! des Pferdes oder dem 28%/,. Teil des Gesamt-
produkts.

Solche miseres? debitiert Mlalthus], wo er sich auf eigne Füße stellt und
weder Townsend, Anderson, noch andere zu plagiieren hat. Das Bemerkens-
werte, sachlich (abgesehn von dem für den Mann Charakteristischen) Jist]
die Ahnung, daß die surplus value auf den in Arbeitslohn ausgelegten Teil
des Kapitals zu berechnen ist.

{Eine bestimmte Profitrate gegeben, hängt der gross profit, die Masse
des Profits, stets von der Größe des vorgeschoßnen Kapitals ab. Die Akku-
mulation aber ist dann bestimmt durch den Teil dieser Masse, der in Kapi-
tal rückverwandelt wird. Dieser Teil aber, da er gleich dem gross profit
minus der von dem Kapitalisten verzehrten Revenue, wird nicht nur vom
Wert dieser Masse abhängen, sondern von der Wohlfeilheit der Waren, die
der Kapitalist damit kaufen kann; teils von der Wohlfeilheit der Waren, die
in seinen Konsum, seine Revenue eingehn, teils von der Wohlfeilheit der
Waren, die in das konstante Kapital eingehn. Arbeitslohn ist hier - da die
Profitrate als gegeben vorausgesetzt - ebenfalls als gegeben vorausgesetzt. }

[/10.] Die Mlalthus|sche Werttheorie

Der Wert der Arbeit soll nie wechseln (von A.S{mith] überkommen),
sondern nur der Wert der Ware, die ich dafür bekomme. Einmal sei der
Arbeitslohn gleich 2 sh. für einen Arbeitstag, im andren Fall gleich 1 sh.
Im ersten Fall gibt der Kapitalist zweimal soviel Schillinge für dieselbe
Arbeitszeit als im zweiten Aber im zweiten Fall gibt der Arbeiter doppelt
soviel Arbeit für dasselbe Produkt als im ersten, denn im zweiten gibt er
einen ganzen Arbeitstag für I sh., und im ersten nur einen halben. Herr
Mijalthus] glaubt nun, daß der Kapitalist bald mehr, bald weniger Schillinge
für dieselbe Arbeit gibt. Er sieht nicht, daß der Arbeiter ganz entsprechend
mehr oder weniger Arbeit für ein gegebnes Produkt gibt.

1 wechselt mit dem veränderlichen Wert - 2 Erbärmlichkeiten

34 Neunzehntes Kapitel

„Mehr Produkt für eine gegebene Quantität Arbeit hingeben oder mehr Arbeit für
eine gegebene Menge Produkt erhalten, ist für ihn“ (Malthus) „ein und dasselbe. Und
doch sollte man annehmen, es sei das entgegengesetzte.“ („Observations on certain
verbal. disputes in Po. Ec., particularly relating to value and to demand and supply“,
London 1821, p.52.)

Sehr richtig wird in derselben Schrift bemerkt (den „Observations on
certain verbal disputes etc.“, L. 1821), daß die Arbeit als Wertmaß im
Sinne, wie sie Malthus hier nach A.Smiths einer Auffassung nimmt,
grade so Wertmaß sein würde wie jede andre Ware, und daß sie es nicht
so gut sein würde, wie das Geld es wirklich ist. Es würde sich hier über-
haupt nur um ein Maß der Werte handeln in dem Sinne, wie das Geld
Wertmaß ist.

1767| Es ist, sieh Teil I,p.45 meiner Schrift, überhaupt nie das
Maß der Werte (im Sinne des Geldes), das die Waren kommensurabel

macht.

„Es ist vielmehr nur die Kommensurabilität der Waren als vergegenständlichte

Arbeitszeit, die das Gold zu Geld macht.“

Als Werte sind die Waren Einheit, bloße Darstellungen derselben Ein-
heit, der gesellschaftlichen Arbeit. Das Wertmaß (Geld) setzt sie als Werte
voraus und bezieht sich bloß auf die Darstellung und Größe dieses Wertes.
Das Wertmaß der Waren bezieht sich immer auf die Verwandlung der
Werte im Preise, unterstellt schon den Wert.

Die alluded place! in den „Observations“ lautet:

„Herr Malthus sagt: ‚Am selben Ort und zur selben Zeit werden die verschiedenen
Mengen Tagesarbeit, die verschiedene Waren kommandieren können, genau im Ver-
hältnis zu ihren relativen Tauschwerten stehen‘ und vice versa?[??],. Wenn dies für die
Arbeit richtig ist, so ist das genauso richtig von jedem anderen Ding.“ (l.c. p.49.)

„Geld erweist sich zur gleichen Zeit und am gleichen Ort sehr gut als ein Wert-
maß ... Aber sie“ (Mjalthus]” proposition‘) „scheint nicht richtig zu sein für Arbeit.
Arbeit ist kein Maß, nicht einmal für die gleiche Zeit und den gleichen Ort. Nehmen
wir eine Menge Getreide, die zu gleicher Zeit und am gleichen Ort an Wert einem
gegebenen Diamanten gleich ist; werden das Getreide und der Diamant, bezahlt in
barem Geld, gleiche Mengen Arbeit kommandieren? Es kann gesagt werden: nein;
aber der Diamant wird Geld kaufen, das eine gleiche Menge Arbeit kommandieren
wird ... Der Maßstab ist von keinem Nutzen, denn man kann ihn nicht anwenden,
ohne ihn durch die Anwendung des anderen Maßstabes zu berichtigen, den er versuchte
aufzuheben. Wir können nur schließen, daß das Getreide und der Diamant gleiche

1 angeführte Stelle - 2 umgekehrt - ® Behauptung

T. R.Malthus 35

Mengen Arbeit kommandieren werden, weil sie in Geld von gleichem Werte sind. Aber
man forderte auf, zu schließen, daß zwei Dinge von gleichem Werte seien, (weil sie
gleiche Mengen Arbeit kommandierten.“ (l.c. p. 49, 50.)

[71.1 Überproduktion. „Unproductive consumers“ etc.

Aus Mlalthus]’ Werttheorie geht die ganze Lehre von der Notwendig-
keit stets wachsender unproduktiver Konsumtion hervor, die dieser Lehrer
der Überpopulation (aus Mangel an Lebensmitteln) so eindringlich ge-
predigt hat. Der Wert einer Ware Jist] = dem Wert des vorgeschoßnen
Materials, Maschinerie etc. + der Quantität der in ihr enthaltnen un-
mittelbaren Arbeit, was bei Malthus = [ist] dem Wert der in ihr ent-
haltnen wages + einem Profitaufschlag auf diese Vorschüsse nach dem
Stand der general rate of profitst. Dieser nominelle Preisaufschlag bildet
den Profit und ist eine Bedingung der supply“, i.e. der Reproduktion der
Ware. Diese Elemente bilden den price for the purchaser® im Unterschied zu
dem price for the producer*, und: der price of the purchaser ist der reale Wert.
der Ware. Nun fragt sich, wie soll dieser Preis realisiert werden? Wer soll
ihn zahlen? Und aus welchem Fonds soll er gezahlt werden?

Bei Mlalthus] müssen wir (was er vernachlässigt hat) unterscheiden. Ein
Teil der Kapitalisten produziert Waren, die direkt in die Konsumtion des
Arbeiters eingehn; ein andrer Teil produziert Waren, die entweder nur
indirekt in diese Konsumtion eingehn, sofern sie nämlich in das zur Produk-
tion für necessaries® nötige Kapital als Rohmaterial und Maschinerie etc.
eingehn, oder Waren, die gar nicht in den Konsum des Arbeiters eingehn,
indem sie nur eingehn in die Revenue der Nichtarbeiter.

Zunächst also betrachten wir die Kapitalisten, die in den Konsum der
Arbeiter eingehende Artikel produzieren‘. Sie sind nicht nur Käufer von
Arbeit, sondern Verkäufer ihres eignen Produkts an die Arbeiter. Ist die
Quantität Arbeit, die der Arbeiter zusetzt, wert 100 Taler, so zahlt der
Kapitalist ihm 100 Taler. Und das ist [nach Malthus] der einzige Wert, den
die von ihm gekaufte Arbeit dem Rohmaterial etc. zusetzt. Der Arbeiter er-
hält also den Wert seiner Arbeit und gibt dem Kapitalisten in retum” nur
‘ ein Äquivalent für diesen Wert. Aber obgleich die Arbeit nominell den
Wert enthält, erhält er in der Tat eine geringre Masse Waren, als er produ-

\
3 allgemeinen Profitrate - 2 Zufuhr -° Preis für den Käufer - * Preis für den Produzenten -
5 zum Leben notwendige Dinge - ® in der Handschrift: konsumieren - ? zurück

3%

36 Neunzehntes Kapitel

ziert hat. Erhält in der Tat nur einen Teil seiner im Produkt vergegen-
ständlichten Arbeit zurück. Unterstellen wir nämlich der Vereinfachung
wegen, wie Mlalthus] selbst es häufig tut, das Kapital bestehe nur aus in
Arbeitslohn ausgelegtem Kapital. Wenn 100 Taler vorgeschossen werden an
den Arbeiter, um die Ware zu produzieren - und diese 100 Taler sind der
Wert der gekauften Arbeit und der einzige Wert, den sie dem Produkt zu-
setzt -, so verkauft aber der Kapitalist diese Ware zu 110 Talern, und der
Arbeiter kann mit den 100 Talern nur !%/,, des Produkts zurückkaufen;
Y/,, bleibt dem Kapitalist, 10 Taler Wert, oder die Masse surplus produce,
worin sich diese surplus value von 10 Talern darstellt. Verkauft der Kapi-
talist zu 120, so erhält der Arbeiter nur 1%/,, und der Kapitalist 2/], des Pro-
dukts und seines Wertes. Verkauft er zu 130 (30 p.c.), so [erhält] der Ar-
beiter nur !P/,, und der Kapitalist ®/,, des Produkts. Verkauft er zu 50 p.c.,
also zu 150, so erhält der Arbeiter ?/,, der |768] Kapitalist '/, des Produkts.
Zu je höherem Preis er verkauft, um so kleiner der Anteil des Arbeiters, um
so größer sein eigner Anteil am Wert des Produkts, also auch an der Quan-
tität des Produkts. Um so weniger kann der Arbeiter mit dem Wert seiner
Arbeit von dem Wert oder dem Produkt selbst zurückkaufen. Es ändert an
der Sache nichts, wenn außer variablem Kapital auch noch konstantes vor-
geschossen ist, z.B. außer den 100 Talern in Arbeitslohn auch noch 100 in
Rohmaterial etc. In diesem Fall, wenn die Profitrate 10, verkauft der Kapi-
talist die Ware zu 220 statt zu 210 (nämlich 100 Kapital constant und 120
das Produkt der Arbeit).

(Sismondi’s „Nouveaux Principes etc.“, erschienen 1819 zuerst.}

Hier bei Kapitalistenklasse A, die direkt in den Konsum der Arbeiter
eingehende Artikel - necessaries - produziert, haben wir also einen casel,
wo durch die nominelle surcharge - den Normalaufschlag des Profits auf
den Preis der avances? - in der Tat ein surplus funds® für den Kapitalisten
geschaffen wird; indem er auf diesem Umweg nur einen Teil des Produkts
des Arbeiters ihm wiedergibt, einen Teil aber sich aneignet. Dies Resultat
kommt aber heraus, nicht dadurch, daß er das ganze Produkt zu dem er-
höhten Wert an den Arbeiter verkauft, sondern dadurch, daß eben die
Werterhöhung des Produkts den Arbeiter außerstand setzt, das ganze Pro-
dukt mit seinen wages zurückzukaufen, ihn nur befähigt, einen Teil des-
selben zurückzukaufen. Es versteht sich daher, daß die demand* des Ar-
beiters nie hinreichen kann, um den Überschuß des purchase price? über
den cost-pricel®! - also den Profit und den „Wert“ der Ware zu realisieren.

1 Fall -2 Vorschüsse -® Mehrfonds - * Nachfrage -5 Kaufpreises

T.R.Malthus 37

Vielmehr ist nur ein Profitfonds da, weil er nicht fähig ist, mit seinen wages
sein ganzes Produkt zurückzukaufen, seine demand also nicht dem supply!
entspricht. Kapitalist A hat also ein bestimmtes Quantum Ware von einem
bestimmten Wert, im angegebnen Fall 20 Taler, in der Hand, die er nicht
braucht zur Ersetzung des Kapitals, die er zum Teil als Revenue spenden,
zum Teil zur Akkumulation verwenden kann. Notabene: Wieweit er einen
solchen funds? in der Hand hat, hängt von dem Wertaufschlag ab, den er
über den cost-price gemacht und der das Verhältnis bestimmt, worin er und
der Arbeiter sich in das Gesamtprodukt teilen.

Kommen wir nun zur Kapitalistenklasse B, die den Rohstoff und Ma-
schinerie etc., kurz das capital constant der Klasse A liefert. Klasse B kann
nur an Klasse A verkaufen, denn weder kann sie ihre eignen Waren wieder
an die Arbeiter verkaufen, who have nothing to do with capital (raw mate-
rial, machinery etc.)?, noch an die Kapitalisten, die Luxusartikel (alles, was
nicht necessaries, in the common use of the labouring class? eingeht) pro-
duzieren, oder an solche Kapitalisten, die das zur Produktion der Luxus-
artikel erheischte capital constant produzieren.

Nun haben wir gesehn, in dem vorgeschoßnen Kapital von A finden sich
100 für capital constant. Der Fabrikant dieses capital constant, wenn die
Profitrate gleich 10 p.c., hat dieses fabriziert mit Kostenpreis zu 90°/,,,
verkauft es aber zu 100 (90"%/,1:9"/,, = 100 :10). Er macht also seinen Profit
durch surcharge® der Klasse A. Und bekommt daher von deren Produkt
220° seine 100, statt nur 90%%/,, zu bekommen, mit denen er, wir wollen
voraussetzen, immediate labour” kauft. B macht seinen Profit durchaus
nicht durch seine Arbeiter, deren Produkt zum Wert von 90'%/,, er ihnen
nicht zu 100 wiederverkaufen kann, da sie überhaupt nicht von ihm kaufen.
Dennoch geht es ihnen wie den Arbeitern von A. Für 90'%/,, bekommen sie
ein Quantum Ware, das nur nominell den Wert von 90'%/,, hat, denn jeder
Teil des Produkts von A ist gleichmäßig verteuert, oder jeder Teil seines
Wertes stellt im Verhältnis zu dem Profitaufschlag einen kleineren Teil
Produkt vor.

(Diese Aufschlägerei kann jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt
gehen, denn der Arbeiter muß Ware genug erhalten, um leben und sein
Arbeitsvermögen reproduzieren zu können. Schlüge Kapitalist A 100 Pro-
zent auf und verkaufte die Ware, die 200 kostet, zu 400, so könnte der
Arbeiter nur ein Viertel des Produkts zurückkaufen (wenn er 100 bekommt).

1 der Zufuhr -? Fonds -® die nichts mit dem Kapital zu tun haben (Rohmaterial, Maschi-
nerie etc.) - * zum Leben notwendige Dinge [sind, nicht] in den gewöhnlichen Verbrauch
der Arbeiterklasse - ® Überforderung - ® in der Handschrift: 210 - ? unmittelbare Arbeit

38 Neunzehntes Kapitel

Und brauchte er zum Leben die Hälfte des Produkts, so müßte der Kapita-
list ihm 200 zahlen. Er behielte also nur 100 (100 capital constant und
200 Arbeitslohn). Es wäre also dasselbe, als hätte er zu 300 verkauft etc.)

Seinen Profitfonds macht B nicht (direkt) durch seine Arbeiter, sondern
durch den Verkauf an A. Es ist das Produkt von A, das nicht nur zur Reali-
sation seines Profits dient, sondern seinen eignen Profitfonds bildet. Es ist
nun klar, daß A den an den Arbeitern gemachten Profit nicht durch Ver-
kauf an B realisieren kann und daß B ebensowenig sufficient demand! für
sein Produkt ist (um es zu seinem Wert an den Mann zu bringen), als seine
eignen Arbeiter. Vielmehr tritt hier schon Rückwirkung |]769]| ein. Je höher
er den Profitzusatz macht, um so größer ist seinen Arbeitern gegenüber der
Teil des Gesamtprodukts, den er sich aneignet und B entzieht.

In demselben Grad, wie A aufschlägt, schlägt B auf. B zahlt an seine
Arbeiter nach’ wie vor 90'%/,, Taler, obgleich diese weniger Ware dafür be-
kommen. Aber wenn A 20 p.c. statt |0 nimmt, nimmt er ebenfalls 20 p.c.
statt 10 und verkauft zu 109°/,, statt zu 100. Damit vergrößert sich dieser
Teil der Auslage für A.

A und B können sogar füglich als eine Klasse betrachtet werden. (B ge-
hört zu den Kosten von A und je mehr er an B von dem Gesamtprodukt
zahlen muß, desto weniger bleibt ihm übrig.) Von dem Kapital von 290'%/,,
besitzt B 90'%/,, und A 200. Sie legen zusammen aus 290'%/,, und machen
einen Profit von 29'/,.. B kann nie mehr von A zurückkaufen als für 100,
und darin ist sein Profit von 9%/,, eingeschlossen. Beide zusammen haben
nun wie gesagt Revenue von 2% /.i-

Was nim die Klassen C und D betrifft, C diejenigen Kapitalisten, die das
zur Produktion der luxuries? nötige capital constant produzieren, und D
diejenigen, die direkt die luxuries produzieren, so ist zunächst klar, daß the
immediate demand? für C’ist only formed by* D. D ist der purchaser? von
C. Und C kann nur Profit realisieren, indem er seine Waren zu teuer, durch
Nominalaufschlag über ihren Kostpreis an D verkauft. D muß dem C
mehr zahlen als nötig ist, damit C all the ingredients of its commodities
replaces®. D seinerseits schlägt Profit auf, teils auf die von C gemachten
avances, teils auf das direkt von D in Arbeitslohn vorgeschoßne Kapital.
Von dem Profit, den C an D macht, kann er einen Teil der Waren von D
kaufen; obgleich er seinen Profit nicht ganz in dieser Weise auslegen kann,
denn er braucht auch necessaries für sich selbst, nicht nur für Arbeiter, für

1 ausreichende Nachfrage -? Luxusartikel -® die unmittelbare Nachfrage - * nur gebildet
wird durch -° Käufer - alle die Bestandteile [des Kostenpreises] seiner. Waren ersetzt

T. R.Malthus 39

die er das mit Drealisierte Kapital austauscht. Erstens hängt die Realisation
der Ware von C direkt von dem sale! derselben an D ab; zweitens, that sale
effected?, kann die aus dem Profit von C hervorgehende demand ebenso-
wenig den Wert der von D verkauften Ware realisieren, wie die demand
von B für A. Der von C gemachte Profit ist ja auf D gemacht, und wenn er
denselben wieder in Ware von D auslegt, statt in andre, so kann doch seine
Nachfrage nie größer sein als der auf D gemachte Profit. Er muß immer viel
kleiner sein als das Kapital von C, als seine Gesamtdemand, und er konsti-

tuiert nie eine source? von Profit für D (höchstens, daß er den C etwas

bescheißt durch den Zuschlag auf die Waren, die er ihm rückverkauft), da
der von C gemachte Profit aus der Tasche von D direkt Aießt.

Es ist ferner klar, daß, soweit die Kapitalisten, sei es die Klasse C, sei
es die Klasse D - innerhalb jeder Klasse -, sich ihre Waren wechselseitig
verkaufen, keiner dadurch irgend etwas gewinnt oder einen Profi realisiert.
Der eine M verkauft Ware an N für 110, die nur 100 kostet, aber dasselbe
tut N gegen M. Jeder besitzt nach dem Tausch wie vor dem Tausch ein
Quantum Ware von dem Kostenpreis von 100. Jeder bekommt für 110 nur
Ware, die 100 kostet. Der Aufschlag gibt ihm kein größres Kommando
über die Ware des andren, als er dem andren über seine Ware gibt. Und
was den Wert betrifft, so wäre es dasselbe, als wenn jeder M und N, ohne
seine Ware auszutauschen, sich das Vergnügen gemacht, sie 110 statt 100
zu taufen.

Es ist ferner klar, daß die nominelle surplus value in D (denn C ist darin
einbegriffen) kein real surplus produce* darstellt. Daß der Arbeiter für
100 Taler, infolge des Aufschlags von A, weniger necessaries bekommt,
kann zunächst dem D gleichgültig sein. Er muß nach wie vor 100 auslegen,
um eine bestimmte Anzahl Arbeiter zu beschäftigen. Er zahlt den Arbeitern
den Wert ihrer Arbeit; und weiter setzen sie im Produkt nichts zu, sie
geben ihm nur ein Äquivalent. Den Überschuß über dieses Äquivalent
kann er nur durch Verkauf an dritte erhalten, indem er ihnen seine Ware
über dem cost-price verkauft.

In der Wirklichkeit hat der Spiegelfabrikant in seinem Produkt ebenso-
wohl surplus value und surplus produce wie der Farmer. Denn das Produkt
enthält unbezahlte Arbeit (surplus value), und diese unbezahlte Arbeit
stellt sich grad so gut in Produkt dar wie die bezahlte. Sie stellt sich in sur-
plus produce dar. Ein Teil der Spiegel kostet ihm nichts, obgleich er Wert
hat, weil Arbeit darin enthalten ist, so gut wie in dem Teil der Spiegel, der

1 Verkauf - ? dieser Verkauf vollzogen -? Quelle - * reales Mehrprodukt

40 Neunzehntes Kapitel

das avancierte Kapital ersetzt. Dies surplus value in surplus produce
existiert vor dem Verkauf der Spiegel und wird nicht erst durch diesen
Verkauf [geschaffen]. Hätte dagegen der Arbeiter in immediate! Arbeit nur
ein Äquivalent gegeben für die accumulated labour?, die er in der Form der
wages® erhielt, so existierte weder || 770] das surplus produce noch die ihm
entsprechende surplusvalue. Bei Mlalthus] aber, wo der Arbeiter nur ein
Äquivalent zurückgibt, [passieren]? die Dinge anders.

Es ist klar, daß Klasse D (C eingeschlossen) sich nicht in derselben
Weise einen surplus fonds künstlich bilden kann wie Klasse A, nämlich
Idadurch, da]ß sie ihre Ware teurer an die Arbeiter wieder verkauft, als sie
solche von denselben gekauft hat, und so nach Ersatz des ausgelegten
Kapitals [einen] Teil vom Gesamtprodukt sich aneignet. Denn die Arbeiter
sind nicht Käufer für die Ware von D. Ebensowenig kann ihr surplus fonds
[entstehen] durch ihren Verkauf oder Warenaustausch untereinander. Es ist
dies also nur zu bewerkstelligen durch Verkauf ihres Produkts an Klasse A
und B. [Indem] sie Ware von Wert von 100 zu 110 verkaufen, kann mit
100 nur !%/,, ihres Produkts von A gekauft werden, und sie behalten !/,,,
das sie selbst von ihren eignen Waren verzehren oder gegen Waren ihrer
eignen Klasse D austauschen können.

Mit allen Kapitalisten, die nicht unmittelbar necessaries produzieren,
die also [nicht] den bedeutendsten oder einen bedeutenden Teil ihrer
Waren wieder an die Arbeiter verkaufen, verhält sich die Sache so:

Ihr capital constant sei = 100. Zahlt der Kapitalist ferner 100 in Arbeits-
lohn, so zahlt er den Arbeitern den Wert ihrer Arbeit. Die Arbeiter
bringen dem Wert von 100 100 zu, und so ist der Gesamtwert (cost-price)
des Produkts 200. Woher nun der Profit? Der Kapitalist verkauft Ware, die
200 wert ist, zu 220, wenn die average rate of profit? = 10 p.c. Verkauft er
die Ware wirklich zu 220, so klar, daß 200 hinreichen, um sie zu reprodu-
zieren, 100 für Auslagen in Rohmaterial etc., 100 in Arbeitslohn und 20
steckt er in die Tasche, die er als Revenue verausgaben oder aus denen er
Kapital akkumulieren kann.

Äber an wen verkauft er die Ware 10 p.c. über ihren „Produktionswert“,
der nach MlJalthus] vom „Verkaufswert“ oder dem wirklichen Wert ver-
schieden ist, so daß in der Tat der Profit = der Differenz zwischen Produk-
tionswert und Verkaufswert, = Verkaufswert — Produktionswert? Durch
Austausche oder Verkäufe dieser Kapitalisten unter sich können sie keinen

I unmittelbarer - ? aufgehäufte Arbeit -® Lohnes - * Die Seite 770 des Manuskripts ist
beschädigt. Die fehlenden Worte einiger Textzeilen wurden sinngemäß wiederhergestellt und
in eckige Klammern gesetzt. -° Durchschnittsprofitrate

T.R.Malthus 4l

Profit realisieren. Verkauft A dem B Ware von dem Wert von 200 zu 220, so
tut B dem A denselben Schabernack an. Dadurch, daß diese Waren die
Hände wechseln, ändert sich weder ihr Wert noch ihre Quantität. Das
Quantum Ware, das sich früher in der Hand von A befand, befindet sich
jetzt in der Hand von B und vice versa!. Daß jetzt 110 heißt, was früher
100, ändert nichts an der Sache. Die purchasing power, either of A, or of
B?, hat sich in keiner Weise verändert.

An die Arbeiter aber können diese Karitälisten der Voraussetzung nach
nicht ihre Waren verkaufen.

Sie müssen sie also verkaufen an die capitalists, die necessaries® produ-
zieren. Diese haben in der Tat durch ihren Austausch mit den Arbeitern
einen wirklichen surplus fonds in der Hand. Ihnen hat die Bildung einer
nominellen surplus value in der Tat ein surplus produce in die Hand ge-
spielt. Und es ist dies der einzige surplus fonds, der bis jetzt existiert. Der
für die andren Kapitalisten soll erst dadurch entstehn, daß sie ihre Waren
über ihrem Produktionswert an jene Besitzer eines surplus fonds verkaufen.

Was die Kapitalisten angeht, die das für die Produktion der necessaries
nötige konstante Kapital produzieren, so haben wir bereits gesehn, daß der
Produzent der necessaries notwendig von ihnen kaufen muß. Diese pur-
chases* gehn ein in seine Produktionskosten. Je höher sein Profit, um so
teurer die avances?, auf die derselbe Profitsatz geschlagen wird. Verkauft er
zu 20 p.c. statt zu 10, so schlägt der Produzent seines capital constant eben-
falls 20 p.c. statt 10 auf. Und verlangt statt 100 für 90'%/,, vielmehr 109*/,,,
oder in grader Summe = 110, so daß der Wert des Produkts jetzt 210,
worauf 20 p.c., = 42, so daß der Wert des ganzen Produkts jetzt = 252.
Davon erhält der Arbeiter 100. Der Kapitalist erhält jetzt mehr als ?/,, des
Gesamtprodukts als Profit; früher, als er zu 220 verkaufte, nur ?/,,. Die
Masse des Produkts ist dieselbe geblieben, aber der Teil, der für den Kapi-
talisten disponibel, [ist] vermehrt, dem Wert und der Quantität nach.

Was nun die andren Kapitalisten betrifft, die weder necessaries produ-
zieren, noch in die Produktion dieser necessaries eingehendes Kapital, [so
können] sie nur Profit machen durch Verkauf an die beiden ersten Klassen
von Kapitalisten. Nehmen letztere 20 p.c., so nehmen jene es [ebenfalls].

[Der Austausch der] ersten Klasse der Kapitalisten und der Austausch
zwischen den beiden Klassen der Kapitalisten ist aber sehr verschieden.
Die erste, [durch den Austausch] mit den Arbeitern, hat einen wirklichen

1 umgekehrt -? Kaufkraft weder von A, noch von B-° zum Leben notwendigen Dinge -
4 Käufe -5 Vorschüsse

42 Neunzehntes Kapitel

surplus fonds gebildet von necessaries, (ein surplus produce), [das als
Differenz] des Kapitals in ihrer Hand zur Disposition ist, so daß sie teils
daraus akkumulieren können, teils es [als Revenue verausgaben], sei es in
ihren eignen necessaries, sei es in luxuries. Die surplus value [repräsentiert]
IIXIV-771] hier in der Tat Surplusarbeit und surplus produce, obgleich
dies [nach Malthus] auf dem clumsy" Umweg eines surcharge? der Preise
erreicht. Gesetzt, der Wert des Produkts der Arbeiter, die necessaries pro-
duzieren, sei in der Tat nur = 100. Da aber !/,, davon hinreichen, um die
salaries® zu zahlen, so genügt es, daß der Kapitalist 90"°/,, auslegt, worauf er
einen Profit von 9'/,, macht. Zahlt er aber in dem Wahn, daß Wert der
Arbeit und Quantität der Arbeit identisch, 100 !. an die Arbeiter und ver-
kauft ihnen zu 110, so erhält er nach wie vor !/,, des Produkts. Daß dies
jetzt 10 !. wert statt 9/,,, ist kein Gewinn für ihn, denn er hat jetzt statt
90"/,, Kapital 100 Kapital vorgeschossen.

Was aber die andren Klassen der Kapitalisten betrifft, so existiert kein
reales surplus produce auf ihrer Seite, nichts, worin sich Surplusarbeitszeit
darstellt. Das Produkt einer Arbeit von 100 verkaufen sie für 110, und bloß
durch Übercharge des Preises soll dies Kapital in Kapital + Revenue
. verwandelt werden.

But how stands the case now, as Lord Dundreary would say, between
these two classes of capitalists?*

Die Produzenten von necessaries verkaufen Surplusprodukt von
100 Wert zu 110 (weil sie Arbeitslohn von 100 statt 901%/,, zahlten). Aber
sie sind die einzigen, die in ihrer Hand ein surplus produce haben. Ver-
kaufen die andren ihnen Produkt vom Wert von 100 ebenfalls zu 110, so er-
setzen sie in der Tat ihr Kapital mit Profit. Warum? Weil necessaries vom
Wert von 100 ihnen hinreicht, ihre Arbeiter zu zahlen, sie also 10 für sich
behalten. Oder vielmehr, weil sie in der Tat necessaries vom Wert von 100
erhalten, aber !°/,, davon hinreichten, ihre Arbeiter zu zahlen, denn sie
befinden sich dann in demselben Fall wie Kapitalisten A und B. Diese da-
gegen erhalten in return? nur eine Masse Produkt, worin sich Wert von
100 darstellt. Daß es nominell 110 kostet, nützt ihnen keinen Deut, da es
weder quantitativ, als Gebrauchswert, größre Masse darstellt, als von der
in 100 Z. enthaltnen Arbeitszeit geliefert wird, noch sie damit außer einem
Kapital von I00 noch eins von 10 ersetzen können. Dies wäre nur möglich

beim Wiederverkauf.

1 plumpen -? Aufschlages -® Löhne -* Aber wie steht der Fall jetzt, wie Lord Dundreary
sagen würde, zwischen diesen beiden Klassen von Kapitalisten? - 5 zurück

T. R.Malthus 43

Obgleich sie sich beide wechselseitig zu 110 verkaufen, was 100 wert ist,
so hat doch nur in der Hand der zweiten Klasse 100 die Wirkung von 110.
Die andre Klasse hat in der Tat für einen Wert von 110 nur einen Wert von
100 erhalten. Und sie verkauft ihr surplus-produce nur deswegen zu einem
höhern Preis, weil sie die in ihre Revenue eingehenden Artikel über deren
Wert bezahlt. In der Tat aber beschränkt sich auch die surplus value, die die
zweite Klasse realisiert, nur in ihrer Teilnahme an dem von der ersten Klasse
realisierten surplus produce, da sie selbst kein surplus produce schafft.

Bei dieser Verteurung der luxuries fällt Malthus rechtzeitig ein, daß
Akkumulation und nicht expenditure! der nächste Zweck derkapitalistischen
Produktion. Kapitalistenklasse A wird also infolge dieses unvorteilhaften
Handels - bei dem sie einen Teil der den Arbeitern abgepreßten Früchte
wieder verliert - ihre Nachfrage nach luxuries mäßigen. Tut sie das aber
und akkumuliert mehr, so fällt die zahlungsfähige Nachfrage - der Markt
für ihre necessaries, ein Markt, der nicht gebildet werden kann zum vollen
Umfang durch die Nachfrage der Arbeiter und der Produzenten des capital
constant. Damit fiele der Preis der necessaries, aber es ist nur die Erhöhung
dieses Preises, der nominelle Aufschlag desselben, wodurch die Kapitalisten-
klasse A ihr surplus produce - und zwar im Verhältnis dieses Aufschlags -
den Arbeitern abgattert. Fiele der Preis von 120 auf 110, so fiele ihr surplus
produce (und ihre surplus value) von 2/75 auf Y/,,- Und damit fiele auch der
Markt, die Nachfrage für die Produzenten der luxuries in noch viel größrer
Proportion.

Die erste Klasse verkauft in dem Austausch mit der zweiten wirkliches
surplus produce, nachdem ihr Kapital bereits ersetzt. Die zweite dagegen
verkauft bloß ihr Kapital, um durch diesen Handel es aus Kapital in Kapi-
tal + Revenue zu verwandeln. Die ganze Produktion so nur im Gang
gehalten (und namentlich ihr Zuwachs) durch Verteuerung der necessaries,
der aber wieder entspräche ein Preis der luxuries, der mit der wirklichen
Produktenmasse derselben in umgekehrtem Verhältnis stünde. Klasse II
gewinnt bei diesem Austausch auch nicht, weil sie für 110 verkauft, was 100
wert ist. Denn sie erhält in der Tat 110 zurück, die auch nur 100 wert sind.
Aber diese 100 (in necessaries) ersetzen Kapital + Profit, während jene
100 nur 110 heißen. Also [würde es] darauf hinauskommen, daß Klasse I
luxuries von 100 Wert erhält. Sie kauft mit 110 Juxuries von 100 Wert. Der
andren sind die IIO aber IIO wert, weil sie mit 100 die Arbeit zahlt (ihr
Kapital ersetzt) und 10 so als Überschuß behält.

1 Verausgabung

44 Neunzehntes Kapitel

1772] Wie überhaupt dadurch ein Profit herauskommen soll, daß die
Austauschenden sich wechselseitig zu derselben Rate ihre Ware zu teuer
verkaufen, sich wechselseitig in demselben Verhältnis übervorteilen, ist
schwer zu begreifen.

Diesem Mißstand wäre abgeholfen, wenn außer dem Austausch der
einen Klasse Kapitalisten mit ihren Arbeitern und dem Austausch der ver-
schiednen Klassen Kapitalisten untereinander noch eine dritte Klasse von
Käufern- ein deus ex machina! - hinzukäme; eine Klasse, die die Waren zu
ihrem nominellen Wert zahlte, ohne ihrerseits wieder Waren zu verkaufen,
ohne den Spaß ihrerseits zu erwidern; also eine Klasse, die G-W durch-
machte, nicht G-W-G; die kauft?, nicht um ihr Kapital mit Profit zu er-
setzen, sondern um die Waren zu konsumieren; eine Klasse, die kaufte ohne
zu verkaufen. In diesem Fall würden die Kapitalisten durch den Austausch
ihrer Waren unter sich keinen Profit realisieren, sondern [würden ihn re-
alisieren] I. durch den Austausch mit den Arbeitern, dadurch, daß sie ihnen
für dasselbe Geld einen Teil des Gesamtprodukts zurückverkaufen, wofür
sie das Gesamtprodukt von ihnen (nach Abzug des capital constant) ge-
kauft haben; 2. durch den Teil sowohl der necessaries als luxuries, der an
die dritte Sorte Käufer verkauft wird. Da diese 110 für 100 zahlen, ohne
wieder 100 für 110 zu verkaufen, würde so in der Tat, nicht nur nominel],
ein Profit von 10 p.c. realisiert werden. Der Profit würde in der doppelten
Weise gemacht, daß von dem Gesamtprodukt möglichst wenig an die
Arbeiter rückverkauft und möglichst viel an die dritte Klasse, die mit
barem Geld zahlt, ohne selbst zu verkaufen, kauft, um zu konsumieren, ver-
kauft würde.

Aber Käufer, die nicht zugleich Verkäufer sind, müssen Konsumenten
sein, die nicht zugleich Produzenten sind - unproduktive Konsumenten, und
diese Klasse der unproduktiven Konsumenten ist es, die bei Malthus die
Kollision löst. Aber diese unproduktiven Konsumenten müssen zugleich
zahlungsfähige Konsumenten sein, real demand? bilden, und zwar müssen
die von ihnen beseßnen und jährlich verausgabten Wertsummen hinreichen,
nicht nur den Produktionswert der Waren, die sie kaufen und konsumieren,
zu zahlen, sondern außerdem den nominellen Profitaufschlag, Surpluswert,
die Differenz zwischen dem Verkaufswert und Produktionswert zu zahlen.
Diese Klasse wird die Konsumtion der Konsumtion halber in der Gesell-

1 (eigentlich: der Gott aus dem Maschinenwerk des Theaters, der plötzlich auf der Bühne
erscheint; hier) unerwartete Lösung einer verwickelten Sache - ? in der Handschrift: ver-

kauft -° reale Nachfrage

T.R.Malthus 45

schaft darstellen, wie die Kapitalistenklasse die Produktion um der Produk-
tion halber; die eine die „passion for expenditure“! und die andre die
„passion for accumulation“?. („Princ. ofP. E.“, p.326.) Der Akkumulations-
trieb wird dadurch in der Kapitalistenklasse wachgehalten, daß ihr ihre
returns® beständig größer als ihre Auslagen, und der Profit ist ja der Stachel
der Akkumulation. Trotz dieses ihres Akkumulationseifers werden sie nicht
zur Überproduktion getrieben oder doch sehr schwer, da die unproductive
consumers nicht allein einen ungeheuren Abzugskanal für die auf den Markt
geworfenen Produkte bilden, sondern ihrerseits keine Produkte auf den
Markt werfen, so viele ihrer also sind, keine Konkurrenz den Kapitalisten
bilden, vielmehr alle nur Nachfrage ohne Zufuhr bilden, und daher das
Übergewicht der Zufuhr über die Nachfrage auf seiten der Kapitalisten
ausgleichen.

Aber woher die jährlichen Zahlungsmittel dieser Klasse? Da sind erst
die Grundeigentümer, die einen großen Teil des Werts des jährlichen Pro-
dukts unter dem Titel der Rente an sich ziehn und das so den Kapitalisten
entzogne Geld wieder verausgaben in dem Konsum der von den Kapitali-
sten produzierten Waren, bei deren Ankauf sie übervorteilt werden. Diese
Grundeigentümer selbst müssen nicht produzieren und produzieren, on an
average, nicht. Es ist wesentlich, soweit sie Geld in Ankauf von Arbeit
verausgaben, daß sie keine produktiven Arbeiter halten, sondern bloße
Mitesser ihres fortune, menial servants?, die den Preis der necessaries auf
dem Strumpf halten, indem sie selbe kaufen, ohne selbst deren supply®
oder den irgendeiner andren Ware vermehren zu helfen. Aber diese Grund-
rentner genügen nicht, um „an adequate demand“? zu schaffen. Es muß
zu künstlichen Mitteln gegriffen werden. Diese bestehn in starken Steuern,
einer Masse Staats- und Kirchensinekuristen, großen Armeen, Pensionen,
Zehnten für die Pfaffen, bedeutender Nationalschuld und von Zeit zu Zeit
kostspieligen Kriegen. Dies sind die „Heilmittel“. („Princ. Pol. Ec.“,
p.408 sag.)

Die dritte von Malthus als „Heilmittel“ herangezogne Klasse, die kauft,
ohne zu verkaufen und konsumiert, ohne zu produzieren, erhält also erst
einen bedeutenden Teil des Werts des jährlichen Produkts, ohne ihn zu
zahlen, und bereichert die Produzenten dadurch, daß diese ihnen erst Geld
zum Kaufen ihrer Waren gratis ablassen müssen, um dann |]773] dies Geld

1 „Leidenschaft für das Verausgaben“ - * „Leidenschaft für Akkumulation“ - 3 Ein-
nahmen - * im Durchschnitt —® Reichtums, Dienstboten -* Zufuhr -° „eine entsprechende
Nachfrage“

46 Neunzehntes Kapitel

wieder an sich zu ziehn, indem sie ihnen ihre Waren über deren Wert ver-
kaufen, oder von ihnen mehr Wert in Geld zurückerhalten als sie ihnen in

Ware liefern. Und dieser Handel wiederholt sich jährlich.

[12. Das soziale Wesen der Polemik von Malthus gegen Ricardo:
Entstellung der Ansichten Sismondis
über die Widersprüche der bürgerlichen Produktion]

Malthus’ Konsequenzen sind ganz richtig aus seiner Grundtheorie vom
Wert gezogen; aber diese Theorie ihrerseits paßte merkwürdig für seinen
Zweck, die Apologetik der bestehenden englischen Zustände, landlordism,
„state and church“, pensioners, tax-gatherers, tenths, national debt, stock-
jobbers, beadles, parsons and menial servants („national expenditure“)!,
die von den Ricardians als ebenso viele nutzlose und superannuated draw-
backs? der bürgerlichen Produktion, [als] nuisances® bekämpft wurden.
Ricardo vertrat die bürgerliche Produktion quand mäme?, soweit sie mög-
lichst ungezügelte Entfaltung der sozialen Produktivkräfte [bedeutete], un-
bekümmert um das Schicksal der Träger der Produktion, seien sie Kapi-
talisten oder Arbeiter. Er hielt am geschichtlichen Recht und [der] Not-
wendigkeit dieser Stufe der Entwicklung [fest]. So sehr ihm der geschicht-
liche Sinn für die Vergangenheit fehlt, so sehr lebt er in dem geschichtlichen
Springpunkt seiner Zeit. Malthus will auch die möglichst freie Entwicklung
der kapitalistischen Produktion, soweit nur das Elend ihrer Hauptträger,
der arbeitenden Klassen, Bedingung dieser Entwicklung [ist], aber sie soll
sich gleichzeitig anpassen den „Konsumtionsbedürfnissen“ der Aristokratie
und ihrer Sukkursalen in Staat und Kirche, soll zugleich als materielle
Basis dienen für die veralteten Ansprüche der Repräsentanten der von dem
Feudalismus und der absoluten Monarchie vererbten Interessen. Malthus
will die bürgerliche Produktion, soweit sie nicht revolutionär ist, kein ge-
schichtliches Entwicklungsmoment, bloß eine breitere und bequemere ma-
terielle Basis für die „alte“ Gesellschaft schafft.

Einerseits also die Arbeiterklasse, durch das Prinzip der Bee,
stets im Verhältnis der ihr bestimmten Lebensmittel redundant®, Über-
bevölkerung aus Unterproduktion; dann die Kapitalistenklasse, die infolge

% Landlordismus, „Staat und Kirche“, Pensionäre, Steuereinnehmer, Zehnten, Staats-
schuld, Börsenjobber, Büttel, Pfaffen und Dienstboten („nationale Ausgaben“) - ? überlebte
Nachteile - 3 Krebsschäden - * trotzdem - ° im Überfluß vorhanden

T. R.Malthus 47

dieses Bevölkerungsprinzips stets fähig ist, den Arbeitern ihr eignes Produkt
zu solchen Preisen wieder zu verkaufen, daß sie nur so viel davon zurück-
erhalten als nötig, um Leib und Seele zusammenzuhalten; dann ein un-
geheurer Teil der Gesellschaft, aus Parasiten bestehend, schwelgerischen
Drohnen, teils Herrn, teils Knechte, die eine beträchtliche Masse des
Reichtums, teils unter dem Titel der Rente, teils unter politischen Titeln sich
gratis aneignen von der Kapitalistenklasse, deren Waren sie aber über dem
Wert mit dem denselben Kapitalisten entzognen Geld bezahlen; die Kapi-
talistenklasse vom Akkumulationstrieb in die Produktion gepeitscht, die
Unproduktiven ökonomisch den bloßen Konsumtionstrieb, die Verschwen-
dung darstellend. Und zwar dies das einzige Mittel, der Überproduktion
zu entgehn, die zugleich existiert mit einer Überbevölkerung im Verhältnis
zur Produktion. Als bestes Heilmittel für beide die Überkonsumtion außer-
halb der Produktion stehender Klassen. Das Mißverhältnis zwischen der
Arbeiterpopulation und der Produktion wird dadurch aufgehoben, daß ein
Teil des Produkts von Nichtproduzenten, Faulenzern aufgegessen wird.
Das Mißverkältnis der Überproduktion der Kapitalisten [wird aufgehoben]
durch die Überkonsumtion des genießenden Reichtums.

Wir haben gesehn, wie kindisch schwach, trivial und nichtssagend Mal-
thus ist, wo er, auf die schwache Seite A.Smiths gestützt, eine Gegentheorie
aufzubauen sucht gegen die Theorie, die Ricardo auf die starken Seiten
A,Smiths aufgebaut hatte. Es gibt kaum eine komischere Gewaltanstren-
gung der Ohnmacht als MlJalthus]’ Schrift über den Wert. Sobald er aber
auf die praktischen Konsequenzen kommt und damit das Feld, das er als
eine Art ökonomischer Abraham a Santa Clara einnahm, wieder betritt, ist
er quite at his ease!. Dennoch verleugnet er auch hier nicht den ihm ein-
gebornen Plagiarius. Wer sollte auf den ersten Blick glauben, daß Malthus’
„Principles of Political Economy“ bloß die malthusianisierte Übersetzung
von Sismondis „Nouveaux Principes d’eco. pol.“ sind? Und doch ist dies
der Fall. Sismondis Werk erschien 1819. Ein Jahr nachher erblickte Mjal-
thus]’ englisches Zerrbild desselben das Licht der Welt. Er hatte wieder,
wie früher bei Townsend und Anderson, jetzt bei Sismondi einen theoreti-
schen Anhaltspunkt für eines seiner dickleibigen ökonomischen Pamphlets
gefunden, wobei ihm nebenbei die aus Riclardo]s „Principles“ gelernten
neuen Theorien noch zu Nutzen kamen.

1774| Wenn Malthus in Ricardo die Tendenz der kapitalistischen Pro-
duktion bekämpfte, die revolutionär gegen die alte Gesellschaft ist, so nahm

vollkommen in seinem Element

48 Neunzehntes Kapitel

er mit unfehlbar pfäffischem Instinkt nur das aus Sismondi, was reaktionär
gegen die kapitalistische Produktion ist, gegen die moderne bürgerliche
Gesellschaft.

Ich schließe Sismondi hier aus meiner historischen Übersicht aus, weil
die Kritik seiner Ansichten in einen Teil gehört, den ich nur erst nach dieser
Schrift behandeln kann, die reale Bewegung des Kapitals (Konkurrenz und
Kredit).

Die Mlalthus]sche Adaptation der Sismondischen Ansichten sieht man
schon aus der Überschrift eines chapter! der „Pr. o. Pol. Ec.*:

„Notwendigkeit einer Vereinigung der Produktivkräfte mit den Mitteln der Ver-
teilung zur Sicherung einer stetigen Vermehrung des Reichtums.“ (p.361.)

[In diesem Kapitel heißt es:]

„Die Produktivkräfte allein sichern noch nicht die Schaffung eines entsprechenden
Grades von Reichtum. Noch etwas anderes nötig, um diese Kräfte zu voller Tätigkeit
zu bringen. Das ist eine wirksame und ungehemmte Nachfrage nach allem, was produ-
ziert ist. Und am meisten scheint die Erreichung dieses Zieles gefördert zu werden
durch eine solche Verteilung der Produkte und eine solche Anpassung dieser Produkte
an die Bedürfnisse derjenigen, die sie konsumieren sollen, daß der Tauschwert der
ganzen Masse beständig vergrößert wird.“ („Pr. o. Pol. Ec.“, p.361.)

Ferner ebenso sismondisch und gegen Riclardo]:

„Der Reichtum eines Landes hängt zum Teil von der Quantität der Produkte ab,
die durch seine Arbeit erlangt wird, und zum Teil von einem solchen Anpassen dieser
Quantität an die Bedürfnisse und Kaufkraft der vorhandenen Bevölkerung, das be-
rechnet ist, ihr Wert zu verleihen. Nichts ist sicherer, als daß der Reichtum nicht
durch einen dieser Faktoren allein bestimmt ist.“ (l.c. p.301.) „Aber vielleicht am
engsten sind Reichtum und Wert verbunden in der Notwendigkeit des letzteren für die
Produktion des ersteren.“ (l.c.)

Dies ist speziell gerichtet gegen Riclardo]. Ch.XX. „Value and Riches,
their distinctive properties.“ * [|„On the Principles of Political Economy, and

Taxation“, third edition, London 1821, p.320.] Ric[ardo] sagt dort u.a.:

„Der Wert unterscheidet sich also grundsätzlich vom Reichtum, denn der Wert
hängt nicht vom Überfluß, sondern von der Schwierigkeit oder Leichtigkeit der Pro-
duktion ab.“

{Übrigens kann die value auch steigen mit der „facility of production“ ®.
Unterstelle, daß ein Land von I million men? auf 6 millions steigt. Die eine

1 Kapitels -? „Die unterschiedlichen Eigenschaften von Wert und Reichtum.“ -° „Leichtig-
keit der Produktion“ - * Million Menschen

T.R.Malthus 49

Million habe 12 Stunden gearbeitet. Die 6 Millionen [haben] die produc-
tive powers? so entwickelt, daß jeder noch einmal soviel in 6 Stunden pro-
duziert. So wäre der Reichtum versechsfacht und die value verdreifacht
nach Riclardo]s eigner Ansicht.}

„Reichtum ist nicht vom Wert abhängig. Jemand ist reich oder arm, je nach der
Fülle von notwendigen und Luxusartikeln, über die er verfügen kann. Durch Ver-
wirrung der Begriffe von Tauschwert und Wohlstand bzw. Reichtum kam man zur
Behauptung, man könne den Reichtum vermehren durch Verminderung der Menge
der Waren, das heißt der zum Leben notwendigen, nützlichen oder angenehmen Dinge.
Falls der Wert das Maß des Reichtums wäre, könnte man das nicht bestreiten, denn
durch Knappheit steigt der Wert der Waren; aber ... wenn Reichtum aus notwendigen
und Luxusartikeln besteht, dann kann er durch eine Verringerung der Quantität nicht
vermehrt werden.“ (l.c. p.323, 324.)

In andren Worten sagt Ricfardo] hier: Reichtum besteht nur aus
Gebrauchswerten. Er verwandelt die bürgerliche Produktion in bloße Produk-
tion für den Gebrauchswert, was eine sehr schöne Ansicht einer durch den
Tauschwert beherrschten Produktionsweise ist. Die spezifische Form des
bürgerlichen Reichtums betrachtet er als etwas nur Formelles, ihren Inhalt
nicht Ergreifendes. Daher leugnet er auch die Widersprüche der bürger-
lichen Produktion, die in den Krisen eklatieren. Daher seine ganz falsche
Auffassung des Geldes. Daher wird auch bei dem Produktionsprozeß des
Kapitals der Zirkulationsprozeß, soweit er die Metamorphose der Waren,
die Notwendigkeit der Verwandlung des Kapitals in Geld einschließt, bei
ihm gar nicht berücksichtigt. Jedenfalls hat keiner besser und bestimmter
als er selbst entwickelt, daß die bürgerliche Produktion nicht Produktion
des Reichtums für die producers (wie er wiederholt die Arbeiter nennt)ist,
also die Produktion des bürgerlichen Reichtums etwas ganz andres als
Produktion of „abundance“, of „necessaries and luxuries“ for the men
who produce them?, und dies müßte doch der Fall sein, wo die Produktion
nur ein Mittel zur Befriedigung der Bedürfnisse der Produzenten, durch
den Gebrauchswert allein beherrschte Produktion wäre. Indes sagt derselbe
Ricardo:

„Wenn wir in einem der Parallelogramme des Herrn Owen! lebten und über alle
unsere Produkte gemeinsam verfügten, dann könnte niemand infolge von Überfluß
leiden; aber solange die Gesellschaft so beschaffen ist wie heute, wird der Überfluß oft den
Produzenten verderblich und Mangel für sie vorteilhaft werden.“ („On Protection to
Agriculture”, 4% ed., Lond. 1822, p.21.)

1 Produktivkräfte - * von „Überfluß“, von.„notwendigen und Luxusartikeln“ für die
Menschen, die sie produzieren

50 Neunzehntes Kapitel

[[775| Riclardo] faßt die bürgerliche, noch bestimmter die kapitalistische
Produktion als absolute Form der Produktion auf, deren bestimmte Formen
der Produktionsverhältnisse also nirgends in Widerspruch geraten dürfen
oder Fesseln anlegen dürfen dem Zweck der Produktion schlechthin -
abundancy*, was sowohl Masse von Gebrauchswerten als Mannigfaltigkeit
derselben einschließt, die ihrerseits wieder eine reiche Entwicklung des
Menschen als Produzenten, eine allseitige Entwicklung seiner produktiven
Fähigkeiten bedingen. Und hier gerät er in den komischen Widerspruch.
Wenn wir über value und riches sprechen, sollen wir bloß die Gesellschaft
im ganzen vor Augen haben. Sprechen wir aber von capital und labour, so
versteht es sich von selbst, daß die „gross revenue“? nur da ist, um die „net
revenue“° zu schaffen. In der Tat ist das, was er an der bürgerlichen Produk-
tion bewundert, daß ihre bestimmten Formen einer - verglichen mit früh-
ren Produktionsformen - ungebundnen Entwicklung der Produktivkräfte
Raum geben. Wo sie aufhören, das zu tun oder wo die Widersprüche her-
vortreten, innerhalb deren sie das tun, leugnet er die Widersprüche, oder
spricht vielmehr in andrer Form den Widerspruch selbst aus, indem er den
Reichtum als solchen - die Masse der Gebrauchswerte - für sich, ohne Rück-
sicht auf die Produzenten als ultima Thule? hinstellt.

Sismondi hat das tiefe Gefühl, daß die kapitalistische Produktion sich
widerspricht; daß ihre Formen - ihre Produktionsverhältnisse - einerseits
zur ungezügelten Entwicklung der Produktivkraft und des Reichtums
spornen; daß diese Verhältnisse andrerseits bedingte sind, deren Wider-
sprüche von Gebrauchswert und Tauschwert, Ware und Geld, Kauf und
Verkauf, Produktion und Konsumtion, Kapital und Lohnarbeit etc. um so
größre Dimensionen annehmen, je weiter sich die Produktivkraft ent-
wickelt. Er fühlt namentlich den Grundwiderspruch: Ungefesselte Ent-
wicklung der Produktivkraft und Vermehrung des Reichtums, der zugleich
aus Waren besteht, versilbert werden muß, einerseits; andrerseits als Grund-
lage Beschränkung der Masse der Produzenten auf die necessaries. Hence°
sind bei ihm die Krisen nicht wie bei Ricfardo] Zufälle, sondern wesentliche
Ausbrüche der immanenten Widersprüche auf großer Stufenleiter und zu
bestimmten Perioden. Er schwankt nun beständig: Sollen die Produktiv-
kräfte von Staats wegen gefesselt werden, um sie den Produktionsverhält-
nissen adäquat zu machen, oder die Produktionsverhältnisse, um sie den
Produktivkräften adäquat zu machen? Er flüchtet sich dabei oft in die Ver-
gangenheit; wird laudator temporis acti® oder möchte auch durch andre

1 Überfluß -2 „Bruttorevenue“ -® „Nettoreverue“ - * höchstes Ziel - ® Daher -® Lob-
redner der Vergangenheit (Horaz)

T.R.Malthus 51

Regelung der Revenue im Verhältnis zum Kapital oder der Distribution
im Verhältnis zur Produktion die Widersprüche bändigen, nicht begreifend,
daß die Distributionsverhältnisse nur die Produktionsverhältnisse sub alia
speciet sind. Er beurteilt die Widersprüche der bürgerlichen Produktion
schlagend, aber er begreift sie nicht und begreift daher auch nicht den Prozeß
ihrer Auflösung. Was aber bei ihm zugrunde liegt, ist in der Tat die Ah-
nung, daß den im Schoß der kapitalistischen Gesellschaft entwickelten
Produktivkräften, materiellen und sozialen Bedingungen der Schöpfung
des Reichtums, neue Formen der Aneignung dieses Reichtums entsprechen
müssen; daß die bürgerlichen Formen nur transitorische und widerspruchs-
volle sind, in denen der Reichtum immer nur eine gegensätzliche Existenz
erhält und überall zugleich als sein Gegenteil auftritt. Es ist Reichtum, der
immer die Armut zur Voraussetzung hat und sich nur entwickelt, indem er
sie entwickelt.

Wir haben nun gesehn, in welcher schönen Weise Mlalthus] sich den
Sismondi aneignet. Übertrieben, und in noch viel ekelhaftrer Form aus-
geführt, findet sich Mlalthus]’ Theorie in: Thomas Chalmers (Professor of
Divinity?) „On Politic. Econ. in Connection with the Moral State and Moral
Prospects of Society“, 2rd ed., Lond. 1832. Hier tritt nicht nur das pfäffische
Element theoretisch mehr hervor, sondern auch praktisch das member der
„established church“®, das ihre „loaves and fishes“* und den ganzen Zu-
sammenhang der Institutionen, mit denen diese church steht und fällt,
„ökonomisch“ verteidigt.

Malthus’ Sätze (oben angespielt) mit Bezug auf die Arbeiter sind:

„Der Konsum und die Nachfrage, veranlaßt durch Arbeiter, die mit produktiver
Arbeit beschäftigt sind, kann für sich allein nie ein Motiv für die Akkumulation und
Anwendung von Kapital bilden.“ („P. of Pol. Ec.“, p.315.)

„Kein Landwirt wird sich die Mühe nehmen, die Arbeit von zehn zusätzlichen
Männern zu überwachen, bloß weil sein Gesamtprodukt dann auf dem Markte zu
einem vermehrten Preise verkauft wird, dessen Vermehrung genau gleich dem ist, was
er den zusätzlichen Arbeitern gezahlt hat. Es muß in dem vorhergehenden Verhältnis
von Nachfrage und Zufuhr der in Rede stehenden Ware oder in ihrem Preise etwas
eingetreten sein, früher als die von den neuen Arbeitern verursachte Nachfrage und
unabhängig von ihr, das die Anwendung einer zusätzlichen Menge von Arbeitern in
ihrer Produktion rechtfertigt.“ (l.c. p.312.)

„Die durch den produktiven Arbeiter selbst geschaffene Nachfrage kann niemals
eine entsprechende Nachfrage sein, | da sie nicht das volle Ausmaß dessen betrifft,

1 unter anderem Gesichtspunkt - 2 Professor der Theologie -® Mitglied der „Staats-
kirche“ - * (wörtlich: „Brote und Fische“; hier im Sinne von:) „irdische Wohlfahrt“

4*

52 Neunzehntes Kapitel

was er produziert. Wenn sie das täte, gäbe es keinen Profit, und daher gäbe es kein Motiv,
die Arbeit der Arbeiter anzuwenden. Gerade das Vorhandensein eines Profits von irgend-
einer Ware setzt eine Nachfrage voraus außerhalb derjenigen des Arbeiters, der die
Ware produziert hat.“ (l.c. p.405, Note.)

„Da ein starkes Anwachsen des Konsums der arbeitenden Klassen die Produktions-
kosten erheblich erhöhen muß, muß es den Profit senken und dadurch das Motiv, zu
akkumulieren, schwächen oder aufheben.“ (l.c. p.405.)

„Es ist der Mangel an den zum Leben notwendigen Dingen, der die arbeitenden
Klassen hauptsächlich antreibt, den Luxus zu produzieren; würde dieser Stimulus
beseitigt oder im hohen Grade abgestumpft, so daß die zum Leben notwendigen Dinge
mit sehr wenig Arbeit erworben werden könnten, so haben wir alle Ursache, anzu-
nehmen, daß nicht mehr, sondern weniger Zeit für die Produktion von Annehmlich-
keiten aufgewendet würde.“ (l.c. p.334.)

Malthus hat nicht das Interesse, die Widersprüche der bürgerlichen
Produktion zu verhüllen; umgekehrt: sie hervorzuheben, einerseits, um das
Elend der arbeitenden Klassen als notwendig zu demonstrieren (es ist es für
diese Produktionsweise), andrerseits, um den Kapitalisten die Notwendig-
keit [eines] gemästeten Kirchen- und Staatsklerus, um ihnen eine adequate
demand! zu schaffen, zu demonstrieren. Er zeigt also nach, daß für den
„continued progress of wealth“? [p.314] weder Wachstum der Bevölkrung
noch Akkumulation des Kapitals hinreicht (l.c. p.319, 320), noch „fertility
of soil“? (p.331), noch „inventions to save labour“ *, noch Ausdehnung der

„foreign markets“? (l.c. p.352, 359).

„Beide, Arbeiter und Kapital, können im Übermaß vorhanden sein, im Vergleich
zu der Möglichkeit, sie mit Vorteil anzuwenden.“ (l.c. p.414.)

Er hebt also gegen die Ricardians die Möglichkeit allgemeiner Über-
produktion hervor (u.a. l.c. p.326).
Die Hauptsätze, die er in dieser Hinsicht beibringt, sind folgende:

„Die Nachfrage wird immer bestimmt durch den Wert und die Zufuhr durch die
Quantität.“ („P. o. Pol. Ec.“, p.316.)

„Waren werden nicht nur gegen Waren ausgetauscht, sondern auch für productive
labour und personal services‘, und gegen sie, wie gegen Geld, kann ein allgemeines
glut? derselben da sein.“ (l.c.)

„Die Zufuhr muß immer im Verhältnis zur Quantität stehen und die Nachfrage
zum Werte.“ („Def. in Pol. Ec.“, ed. Cazen][ovel, p.65.)

1 entsprechende Nachfrage - ? „stetigen Fortschritt des Reichtums“ -3 „Fruchtbarkeit
des Bodens“ - * „arbeitsparende Erfindungen“ - ® „auswärtigen Märkte“ — ® produktive
Arbeit und persönliche Dienste - ? Überfülle

T.R.Malthus 53

„Es ist klar‘, sagt James Mill, ‚daß alles, was ein Mann produziert hat und nicht
für seinen eigenen Konsum haben will, einen Vorrat bildet, den er im Austausch gegen
andere Waren hingeben kann. Sein Wille und seine Mittel zu kaufen, mit anderen
Worten, seine Nachfrage ist daher genau gleich dem Betrag dessen, was er produziert
hat und nicht zu konsumieren gedenkt‘ ... Es ist einleuchtend, daß seine Mittel, andere
Waren zu kaufen, nicht im Verhältnis zu der Menge seiner eigenen Ware stehen, die
er produziert hat und abgeben will, sondern zu ihrem Tauschwert; und wenn der
Tauschwert einer Ware nicht im Verhältnis zu ihrer Menge steht, kann es nicht richtig
sein, daß Nachfrage und Zufuhr eines jeden Individuums immer einander gleich
sind.“ (l.c. p. 64, 65.)

„Wäre die Nachfrage jedes Individuums gleich seiner Zufuhr im genauen Sinne
des Ausdrucks, so würde das beweisen, daß es immer seine Ware zu den Produktions-
kosten verkaufen könnte, einschließlich eines angenommenen Profits; und dann würde
selbst eine teilweise Überfüllung des Marktes unmöglich sein. Das Argument beweist
zuviel ... Die Zufuhr muß immer im Verhältnis stehen zur Menge und die Nachfrage
zum Wert.“ („Def. in Pol. Ec.“, Lond. 1827, p.48, Note.)

„Hier versteht Mill unter Nachfrage seine (des Nachfragenden) Mittel zu kaufen.
Aber diese Mittel, andere Waren zu kaufen, stehen nicht im Verhältnis zu der Menge
seiner eigenen Ware, die er produziert hat und abgeben will, sondern zu ihrem Tausch-
wert; und wenn der Tauschwert einer Ware nicht im Verhältnis zu ihrer Menge steht,
kann es nicht richtig sein, daß Nachfrage und Zufuhr eines jeden Individuums immer
einander gleich sind.“ (l.c. p.48, 49.)

„Falsch, wenn Torrens sagt, ‚daß eine Vermehrung der Zufuhr die einzige Ursache
einer vermehrten wirksamen Nachfrage ist‘. Wenn dies so wäre, wie schwer würde es
für die Menschheit sein, sich wieder zu erholen, wenn ihr eine vorübergehende Ver-
minderung von Nahrung und Kleidung zustößt. Aber wenn Nahrung und Kleidung
an Menge verringert sind, steigen sie im Wert; der Geldpreis der verbleibenden
Menge von Nahrung und Kleidung wird für einige Zeit stärker wachsen als ihre
Quantität abnimmt, während der Geldpreis der Arbeit der gleiche bleiben kann. Als
notwendige Folge haben wir die Macht, eine größere Menge produktiver Arbeit in
Bewegung zu setzen als früher.“ (p.59, 60.)

„Alle Waren einer Nation können zugleich fallen, verglichen mit Geld oder Arbeit.“
(l. c. p.64sqgq.) „Also allgemeines glut möglich.“ (l.c.) „Ihre Preise können alle unter
ihre Produktionskosten fallen.“ (l.c.)

1777| Sonst von Malthus nur noch zu bemerken über den Zirkulations-
prozeß: _

„Wenn wir den Wert des angewandten fixen Kapitals als Teil des vorgeschossenen
Kapitals rechnen, müssen wir am Ende des Jahres den verbliebenen Wert dieses Kapi-
tals als einen Teil der Jahreseinnahme rechnen... In Wirklichkeit besteht sein“ (des
capitalist’s) „jährlich vorgeschossenes Kapital nur aus seinem zirkulierenden Kapital und
der Abnutzung seines fixen Kapitals samt seiner Verzinsung und den Zinsen für jenen

54 Neunzehntes Kapitel

Teil seines zirkulierenden Kapitals, der das Geld ausmacht, dessen er bedarf, um seine
jährlichen Zahlungen zu machen, wenn sie fällig werden.“ („P. o. Pol. Ec.“, .269.)

Der sinking fund!, i.e. der fund for wear and tear of the fixed capital?,
sage ich, ist zugleich a fund for accumulation?,

113. Kritik der Ricardianer

an Malthus’ Konzeption von den „unproduktiven Konsumenten“)

Ich will noch einige wenige Stellen aus einer Ricardianischen Schrift
gegen Mlalthus]’ Theorie zitieren. Von den in derselben Schrift enthaltnen
Ausfällen, vom kapitalistischen Standpunkt aus, gegen Mlalthus]’ un-
productive consumers in general, and landlords in particular*, werde ich an
einer andren Stelle nachweisen, daß sie wörtlich vom Arbeiterstandpunkt
aus gegen die Kapitalisten gelten. (Dies beizubringen in dem Abschnitt
über: „Die apologetische Darstellung des Verhältnisses von Kapital und
Lohnarbeit“ 151,)

„Herr Malthus und diejenigen, die ebenso denken wie er, gehen davon aus, daß
eine vermehrte Anwendung von Kapital nicht stattfinden wird, wenn nicht eine Profit-
rate gleich der früheren Rate oder größer als diese gesichert werden kann, und daß die
bloße Vermehrung des Kapitals für sich nicht dahin tendiert, eine solche Profitrate zu
sichern, sondern in umgekehrter Richtung wirkt, und sie sehen sich nach einer von der
Produktion selbst unabhängigen und außerhalb befindlichen Quelle um, deren fort-
schreitendes Wachstum mit dem fortschreitenden Wachstum des Kapitals Schritt
halten kann und aus der ständig zusätzliche Ergänzungen der erforderlichen Profitrate
gewonnen werden können.“ („An Ingquiry into those Principles, respecting the Nature of
Demand and the Necessity of Consumption, lately advocated by Mr.Malthus etc.“, London
1821, 9.33, 34.)

Dies sind nach Malthus die „unproductive consumers“. (l.c. p. 35.)

„Herr Malthus redet zuweilen so, als gäbe es zwei verschiedene Fonds, Kapital und
Revenue, Zufuhr und Nachfrage, Produktion und Konsumtion, die Sorge tragen
müssen, miteinander Schritt zu halten und einander nicht zu überholen. Als ob neben
der Gesamtmasse der produzierten Waren noch eine andere wohl vom Himmel gefallene
Masse erforderlich wäre, sie zu kaufen... Der Konsumtionsfonds, den er benötigt,
kann nur auf Kosten der Produktion gewonnen werden.“ (l.c. p.49, 50.)

„Wir sind in seinen“ (Malthus’) „Betrachtungen ständig in Verlegenheit darüber,
ob wir die Produktion vermehren oder hemmen sollen. Wenn es jemand an Nachfrage

1 Tilgungsfonds -* Fonds zum Ersatz der Abnutzung des fixen Kapitals - ® ein Fonds für
Akkumulation -* unproduktive Konsumenten im allgemeinen und Landlords im besonderen

T.R.Malthus 55

mangelt, rät ihm dann Herr Malthus, eine andere Person zu bezahlen, damit diese ihm
seine Waren abnehme? Wahrscheinlich nicht.“ (l.c. p.55.) Certainly yes.!

„Mit dem Verkauf deiner Waren bezweckst du, eine bestimmte Summe Geld zu
bekommen; es kann niemals zweckdienlich sein, diese Geldsumme umsonst an eine
andere Person wegzugeben, damit sie diese dir dann zurückgeben kann und damit deine
Güter kauft. Du könntest ebensogut deine Waren verbrannt haben, und du würdest in
derselben Lage sein.“ (l.c. p.63.)

Dem Mlalthus] gegenüber recht. Daraus aber, daß es derselbe identische
funds ist - „the whole mass of commodities produced“? -, der Produktions-
funds und Konsumtionsfunds, funds der Zufuhr und funds der Nachfrage,
funds des Kapitals und funds der Revenue, folgt aber keineswegs, daß es
gleichgültig, wie der Gesamtfunds unter diese verschiednen Kategorien
verteilt wird.

Der anonyme Verfasser versteht nicht, was Mlalthus] darunter meint,
wenn er von der „demand“ der Arbeiter als „inadequate“® für den Kapita-
listen spricht.

„Was die Nachfrage seitens der Arbeit anbelangt, das heißt, entweder Austausch
von Arbeit gegen Waren oder ... Austausch gegenwärtiger, fertiger Produkte gegen
einen künftigen und hinzukommenden neuen Wert..., so ist dies die wirkliche Nach-
frage, deren Vermehrung für die Produzenten wesentlich ist etc.“ (l.c. p.57.)

Was Malthus meint, ist nicht das offer of labour“ (was unser Mann
demand from labour? nennt), sondern die demand, die die erhaltnen wages
den Arbeiter befähigen, für Ware zu machen; das Geld, womit er als Käu-
fer in dem Warenmarkt kauft. Und von dieser demand bemerkt MlJalthus]
richtig, daß it can never be adequate to the supply of the capitalist®. Alias?
könnte der Arbeiter mit seinen wages sein ganzes Produkt zurückkaufen.

1778| Derselbe Mann sagt:

„Eine vermehrte Nachfrage ihrerseits (der Arbeiter) bedeutet die Neigung, selbst
weniger zu nehmen und einen größeren Anteil ihren Anwendern zu lassen; und wenn
man sagt, daß dies durch Verminderung der Konsumtion die Überfüllung des Marktes
vermehrt, so kann ich nur antworten, daß Überfüllung des Marktes gleichbedeutend
ist mit hohem Profit.“ (l.c. p.59.)

Dies soll ein Witz sein, enthält aber in der Tat das Grundgeheimnis des

„glut“ ®,

Mit Bezug auf Mlalthus]’ „Essay on Rent“ 1%] sagt unser Mann:

1 Allerdings ja. - ? „die Gesamtmasse der produzierten Waren“ -® „unzureichend“ -

% Angebot von Arbeit -° Nachfrage seitens der Arbeit - ® sie niemals der Zufuhr des Kapita-
listen entsprechen kann - ? Sonst - ® der „Überfüllung [des Marktes]*

56 Neunzehntes Kapitel

„Als Herr Malthus seinen Essay über die Rente veröffentlichte, scheint dies zum
Teil in der Absicht geschehen zu sein, der Losung: ‚Weg mit den Landlords!* zu
begegnen, die damals ‚in roten Lettern auf den Mauern stand‘, zur Verteidigung dieser
Klasse aufzustehen und zu beweisen, daß sie den Monopolisten nicht gleich seien. Daß
die Rente nicht abgeschafft werden kann, daß ihr Wachstum im allgemeinen eine natür-
liche Begleiterscheinung des Anwachsens von Reichtum und Bevölkerung ist, das
zeigte er; aber die volkstümliche Losung: ‚Weg mit den Landlords!‘ bedeutete nicht
notwendigerweise, daß es etwas Derartiges wie Rente nicht geben, sondern eher, daß
sie, gemäß dem sogenannten ‚Spenceschen Plan‘ 7], gleichmäßig unter die Bevölkerung
verteilt werden solle. Aber wenn er dazu übergeht, die Landlords gegen die verhaßte
Bezeichnung von Monopolisten und gegen die Bemerkung von Smith, ‚daß sie es
lieben, zu ernten, wo sie niemals gesät haben‘, in Schutz zu nehmen, dann scheint es,
er kämpfe für eine Bezeichnung... Alle diese seine Argumente haben zuviel von einem

Advokaten an sich.“ (l.c. p. 108, 109.)

[/4. Der apologetische und plagiatorische Charakter
der Schriften von Malthus]

Mlalthus]’ Buch „On Population“ war ein Pamphlet gegen die französi-
sche Revolution und die gleichzeitigen Reformideen in England (Godwin
etc.). Es war ein Apologie des Elends der Arbeiterklassen. Theorie plagiiert
von Townsend etc.

Sein „Essay on Rent“ war ein Pamphlet für die landlords gegen das
industrial capital. Theorie von Anderson.

Sein „Princ. of Pol. Ec.“ war ein Pamphlet im Interesse der capitalists
gegen die Arbeiter und im Interesse der Aristokratie, church, tax-eaters,
Jenkin’s? etc. gegen die capitalists. Theorie: A.Smith. Wo eigne Erfindung,
jammervoll. In der weitern Ausführung der "Theorie Sismondi Grundlage.

IXTV-778|]

IIVITI-345| {Malthus („Essai sur la Population etc.“, 5% ed., trad. de
P.Prevost, Gentve 1836, 3m &d. t.IV, p. 104, 105) macht mit seiner ge-
wöhnlichen „tiefen Philosophie“ folgende Bemerkung gegen einen beliebi-
gen Plan, den englischen Cottagers Kühe zu schenken.

„Man glaubt bemerkt zu haben, daß die Cottagers, die Kühe besitzen, viel arbeit-
samer sind und ein viel regelmäßigeres Leben führen als solche, die keine haben ... Die
meisten derjenigen, die heute Kühe besitzen, haben sie mit dem Ertrag ihrer Arbeit

1 Kirche, Steuerfresser, Speichellecker

T.R.Malthus 57

gekauft. Es ist also richtiger, zu sagen, es sei die Arbeit, die ihnen die Kühe verschaffte,
als zu sagen, es seien die Kühe, die ihnen den Geschmack an der Arbeit verliehen.“

Und so ist es denn richtig, daß den Parvenus unter den Bourgeois ihre
Emsigkeit in dem travail! (zusammen mit der Exploitation fremder Arbeit)
des vaches? gegeben hat, während die vaches ihren Söhnen den goüt de
l’oisivete® geben. Nähme man ihren vaches die Fähigkeit, nicht Milch zu
geben, aber unbezahlte fremde Arbeit zu kommandieren, so würde das für
ihren goüt du travail* sehr nützlich sein.

Derselbe „tiefe Philosoph“ bemerkt:

„Es ist klar, daß nicht alle Menschen zu den Mittelklassen gehören können. Die oberen
und die unteren Klassen sind unvermeidlich“ (natürlich, keine Mitte ohne Extreme)
„und überdies sehr nützlich. Wenn man der Gesellschaft die Hoffnung nähme zu
steigen und die Furcht zu sinken und wenn nicht die Arbeit ihre Belohnung und die
Trägheit ihre Strafe mit sich brächte, würde man nirgends jene Emsigkeit, jenen Eifer
sehen, womit jeder dahin strebt, seine Lage zu verbessern, was die wichtigste Trieb-

feder des |]346| allgemeinen Wohls bildet.“ (l.c. p. 112.)

Die Untern müssen sein, damit die Obern zu fallen fürchten, und die
Obern, damit die Untern zu steigen hoffen. Damit die indolence sa punit-
ion? hat, muß der Arbeiter arm und der Rentier oder der von Malthus so
sehr geliebte Grundeigentümer reich sein. Was versteht aber Malthus unter
der r&compense du travail®? Wie wir später sehn werden’, daß der Arbeiter
einen Teil seiner Arbeit ohne Äquivalent verrichten muß. Schöner Stachel,
wenn die „recompense“ und nicht der Hunger der Stachel wäre. Das Ganze
kömmt höchstens darauf hinaus, daß ein Arbeiter hoffen kann, auch einmal
Arbeiter zu exploitieren.

„Je mehr sich das Monopol ausdehnt“, sagt Rousseau, „desto schwerer wird die
Kette für die Ausgebeuteten.“

Anders der „tiefe Denker“ Malthus. Seine höchste Hoffnung - die er
selbst als plus ou moins® utopistisch bezeichnet - ist, daß die Masse der
classe moyenne? wächst und das Proletariat (das arbeitende) einen immer
verhältnismäßig kleinren Teil der Gesamtpopulation bildet (wenn es auch
absolut wächst). Dies ist in der Tat der Gang der Bourgeoisgesellschaft.

„Wir dürfen die Hoffnung hegen“, sagt Mlalthus], „daß einst in der Zukunft die
Methoden, durch welche Arbeit gespart wird und die bereits so große Fortschritte
aufweisen, schließlich alle Bedürfnisse der üppigsten Gesellschaft mit weniger mensch-

1 der Arbeit - ? Kühe - ® Geschmack an der Faulheit - * Geschmack an der Arbeit -
5 Trägheit ihre Strafe - 8 Belohnung der Arbeit -? siehe vorl. Band, S. 27, 30/31 und 35-38 -

8 mehr oder weniger - ? Mittelklasse

58 Neunzehntes Kapitel

licher Arbeit befriedigen, als heute zu diesem Zweck erforderlich ist: und wenn dann
auch der einzelne Arbeiter nicht von einem Teil der schweren Bürde entlastet werden sollte,
die ihn heute bedrückt“ (er soll nach wie vor gleich viel schanzen und relativ immer mehr
für andre und immer weniger für sich selbst), „so würde sich doch die Zahl derjenigen
vermindern lassen, denen die Gesellschaft eine so schwere Last auflegt.“ (l.c. p. 113.)
|V111-346] }

[15. Malthus’ Prinzipien, dargelegt in der anonymen Schrift
„Outlines of Political Economy...“

I'XTV-778| Eine Schrift, worin Mlalthus]’ Prinzipien ausgeführt: „Out-
lines of Political Economy (being a plain and short view of the laws relating
to the production, distribution, and Consumption of Wealth etc.“) London
1832.

Dieser Mann! sagt uns d’abord? den praktischen Grund, warum die
Malthusianer gegen die Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit.

„Daß Arbeit die einzige Quelle des Reichtums ist, scheint eine Lehre zu sein, die
nicht minder gefährlich ist als falsch, da sie unglücklicherweise jenen eine Handhabe
bietet, die behaupten, alles Eigentum gehöre den arbeitenden Klassen, und der Anteil,
den die anderen erhalten, sei jenen geraubt oder gestohlen.“ (l.c. p.22, Note.)

In dem folgenden Satz tritt klarer hervor als bei Mlalthus], daß er Wert
der Ware mit Verwertung der Ware oder des Gelds als Kapital verwechselt.
Im letztren Sinn ist die richtige Entstehung der surplus value ausgedrückt:

„Der Wert des Kapitals, die Menge Arbeit, die es wert ist oder kommandiiert, ist
stets größer als die Menge Arbeit, die es gekostet hat, und die Differenz bildet den
Profit oder die Belohnung für seinen Besitzer.“ (l.c. p-32.)

Auch folgendes aus Malthus Genommene richtig, warum der Profit
unter die Produktionskosten der kapitalistischen Produktion zu rechnen:

„Der Profit auf das angewandte Kapital“ („wenn nicht dieser Profit erzielt würde,
gäbe es keinen hinreichenden Beweggrund, die Ware zu produzieren“ } „ist eine wesent-
liche Bedingung der Zufuhr und bildet als solche einen Bestandteil der Produktions-
kosten.“ (l.c. p.33.)

In dem folgenden Satz ist einerseits das Richtige, daß der Profit des
Kapitals direkt aus seinem Austausch mit der Arbeit entsteht, andrerseits

die Mlalthus]sche Profitlehre von dem im Verkauf gemachten Profit:

1 John Cazenove - ? sogleich

T.R.Malthus 59

„Der Profit eines Menschen hängt nicht ab von seinem Kommando über das
Produkt der Arbeit anderer, sondern von seinem Kommando über Arbeit selbst.“

(Hier die richtige distinction! des Austauschs von Ware mit Ware und
ihres Austauschs als Kapital mit Arbeit.)

„Wenn er“ | (beim Sinken? in the value of money?) „seine Waren zu einem
höheren Preis verkaufen kann, während die Löhne seiner Arbeiter unverändert bleiben,
so zieht er augenscheinlich Gewinn daraus, mögen andere Waren steigen oder nicht.
Ein kleinerer Teil dessen, was er produziert, reicht hin, jene Arbeit in Bewegung zu
setzen, und demzufolge verbleibt ihm ein größerer Teil.“ (p.49, 50.)

Dasselbe ist der Fall, wenn z.B. infolge von Einführung neuer Maschi-
nerie, chemischer Prozesse etc. der Kapitalist die Ware unter ihrem alten
Wert produziert und sie entweder zu dem alten Wert verkauft oder jeden-
falls über dem individuellen Wert, worauf sie nun gesunken ist. In diesem
Fall arbeitet zwar der Arbeiter nicht direkt kürzere Zeit für sich selbst und
längere für den Kapitalisten. Aber „a smaller proportion of what he pro-
duces is sufficient to put that labour into motion“ bei der Reproduktion.
In der Tat tauscht der Arbeiter also einen größeren Teil als früher von
seiner immediate labour? gegen seine eigne realised labour® aus. Er erhält
zum Beispiel nach wie vor 10 I. Aber diese 10 /. - obgleich sie der Gesell-
schaft gegenüber dieselbe Quantität Arbeit vorstellen - sind nicht mehr das
Produkt gleich großer Arbeitszeit wie früher, sondern vielleicht von einer
Stunde weniger. Der Arbeiter arbeitet also in fact? längre Zeit für den
Kapitalisten, kürzere für sich selbst. Es wäre dasselbe, als erhielte er nur.
noch 8/., die aber infolge der gestiegenen Produktivität seiner Arbeit
dieselbe Masse Gebrauchswerte darstellten.

Er bemerkt mit Bezug auf [James] Mills eben angeführte identity of
demand and supply® "2:

„Das Angebot eines jeden hängt von der Menge ab, die er auf den Markt bringt;
seine Nachfrage nach anderen Dingen hängt von dem Werte seines Angebots ab. Das
Angebot ist bestimmt; es hängt von ihm selbst ab. Die Nachfrage ist unbestimmt, sie
hängt von anderen ab. Das Angebot mag das gleiche bleiben, während die Nachfrage
sich verändert. 100 qrs. Korn, die ein Mann auf den Markt bringt, können einmal
30 sh. und ein andermal 60 sh. pro qr. wert sein. Die Menge der Zufuhr ist in beiden
Fällen die gleiche, aber die Nachfrage des Mannes oder seine Fähigkeit, andere Dinge

zu kaufen, ist im letzteren Falle zweimal so groß wie im ersteren.“ (l.c.p. 111, 112.)

9 Unterscheidung - ? in der Handschrift: Steigen - ® des Wertes des Geldes - * „ein
kleinerer Teil dessen, was er produziert, reicht hin, jene Arbeit in Bewegung zu setzen“ —
5unmittelbaren Arbeit - ® vergegenständlichte Arbeit - ? tatsächlich - ® Identität von Nach-
frage und Zufuhr

60 Neunzehntes Kapitel

Über das Verhältnis von Arbeit und Maschinerie bemerkt der Mann:

„Wenn Waren durch eine zweckmäßigere Teilung der Arbeit vermehrt werden,
ist keine größere Nachfrage als früher erforderlich, alle Arbeit zu erhalten, die vorher
angewandt war“

(How this? If the distribution of labour is more judicious, more com-
modities will be produced by the same labour; hence supply will grow, and
does its absorption not require an increased amount of demand? Does
A.Smith not rightly say that division of labour depends upon the extent
of the market?! In der Tat ist der Unterschied, soweit demand von außen in
Betracht kömmt, derselbe; nur [ist die Nachfrage notwendig] in größrem
Maße bei Maschinerie. Aber „a more judicious distribution of labour“ may
require the same or even a greater number of labourers than before, while
the introduction of machinery must under all circumstances diminish the
proportion of the capital laid out in immediate labour?),

„während, wenn Maschinerie eingeführt wird, ein Teil der Arbeit sicher seine Beschäfti-
gung verliert, wenn nicht eine Vermehrung der Nachfrage oder ein Fallen des Arbeits-
lohns oder des Profits eintritt.

Nehmen wir eine Ware an im Werte von 1200 /., wovon 1000 !. den Lohn von
100 Mann ausmachen, jeder zu £ 10, und 200 I. den Profit bei einer Rate von 20 p.c.
Nun stellen wir uns vor, dieselbe Ware werde durch die Arbeit von 50 Mann hergestellt
mit Hilfe einer Maschine, die die Arbeit von weiteren 50 Mann kostete und 10 Mann
erfordert, sie instand zu halten. Der Produzent wird dann in der Lage sein, den Preis
des Artikels auf 800 I. zu reduzieren und doch dieselbe Vergütung für die Anwendung

seines Kapitals zu erhalten.

Der Lohn von 50 Mann zu 10& ......22cceaeseeeeeeennn 500
von 10 Mann, sie instand zu halten.............. 100
Profit von 20% auf das zirkulierende Kapital von ...... 500
auf das fixe Kapital von .............. 500 } 200
.. 800”
(p.114, 115.)

{(Die „IO men to keep it in repair“®, repräsentieren hier das jährliche

Dechet?. Sonst die Sache falsch; da sonst die labour of repairing? zu den

1 Wieso? Ist die Teilung der Arbeit zweckmäßiger, so werden mit der gleichen Arbeit
mehr Waren produziert werden. Daher wird die Zufuhr wachsen, und erfordert ihre Absorp-
tion nicht eine Erweiterung der Nachfrage? Sagt A.Smith nicht mit Recht, daß die Arbeits-
teilung von der Ausdehnung des Marktes abhängt? - ? „eine zweckmäßigere Teilung der
Arbeit“ kann dieselbe und selbst eine größere Anzahl von Arbeitern erfordern als früher,
während die Einführung von Maschinerie unter allen Umständen den Teil des Kapitals,
der in unmittelbarer Arbeit ausgelegt ist, vermindert - ® „10 Mann, sie instand zu halten“ -
% Verschleiß — ° Arbeit für Instandhaltung

T.R.Malthus 61

ursprünglichen Produktionskosten der Maschinerie hinzukommt.) Der
Mann hatte früher jährlich 1000 I. auszulegen, aber das Produkt war auch
[wert] 1200 I. Er hat jetzt 500 I. ein für allemal in Maschinerie ausgelegt;
diese hat er also nicht mehr auszulegen, in any other way!. Was er auszu-
legen hat, [sind] 100 I. jährlich für repair und 500 in Arbeitslohn (da in
diesem Beispiel kein raw material? existiert). Er hat jährlich nur 600 aus-
zulegen, macht aber auf sein Gesamtkapital nach wie vor Profit von 200.
Profitmasse und Rate dieselben geblieben. Aber sein jährliches Produkt
nur mehr 800 1.}

„Wer früher £ 1200 für die Ware zu zahlen hatte, kann jetzt £ 400 dabei sparen, die
er entweder für etwas anderes oder im Ankauf einer größeren Menge derselben Ware
auslegen kann. Werden sie im Produkt unmittelbarer Arbeit ausgelegt, geben sie
Beschäftigung für nicht mehr als 33,4 Mann, während die Menge Arbeiter, die durch
die Einführung der Maschinerie arbeitslos wird, 40 ausmachen wird, denn

der Arbeitslohn von 33,4 Mann zu 10 macht ............ £ 334
Profit 20 p:C....:..: 2er ss seen 66
£ 400

(D.h. in andren Worten: Werden die 400 £ in Waren verausgabt, die das
Produkt of immediate labour, und wenn der Arbeitslohn per Mann = 101,
so müssen die Waren, die 400 I. kosten, das Produkt von weniger als
40 Mann sein. Wären sie das Produkt von 40 Mann, so enthielten sie nur
paid labour®. Der Wert der Arbeit (oder der in den wages realized quantity
of labour“) wäre gleich dem Wert des Produkts (the quantity of labour
realized in the commodity?). Aber die Waren von 400 I. enthalten unbezahlte
Arbeit, die eben den Profit bildet. Sie müssen also das Produkt von weniger
als 40 Mann sein. Ist der Profit = 20%, so können nur °/, des Produkts aus
bezahlter Arbeit entstehen; also ungefähr 334 I. = 33,4 men at 10 per manf.
Das Sechstel, ungefähr 66, stellt die unbezahlte Arbeit vor. Ganz in der-
selben Weise hat Riclardo] bewiesen, daß die Maschinerie, selbst wenn ihr

Geldpreis so hoch wie der Preis der immediate labour, die sie ersetzt, nur
das Produkt von so viel labour sein kann“.)

„Werden sie“ (nämlich die 400 I.) „zum Ankauf einer größeren Menge derselben
Ware ausgelegt oder einer anderen Ware, zu deren Herstellung dieselbe Art und Menge
fixen Kapitals angewandt wurde, würden sie nur 30 Mann beschäftigen, denn

I keinerlei Weise-? Rohmaterial- ® bezahlte Arbeit - * im Arbeitslohn vergegenständlichten
Quantität Arbeit - ° der Menge der in der Ware vergegenständlichten Arbeit - ® Mann zu
10 pro Mann - ° vgl. 2. Teil dieses Bandes, S.552-554

62 Neunzehntes Kapitel

der Lohn von 25 Mann zu £ 10 macht ................... 250

5 Mann, sie instand zu halten...............-....2.222... 50

Profit auf £ 250 zirkulierendes und 250 fixed Kapital....... 100
£ 400“

(In dem case nämlich, wo die Maschinenie eingeführt, kostet die Produktion
von Ware zu 800 I. Auslage in Maschinerie 500; also für die Produktion von
400 nur 250; ferner Arbeiter für Maschinerie von 500-50 Mann, also für
Maschinerie von 250 I. 25 Mann (= 250 1.); ferner das repair (Reproduk-
tion der Maschine) für 500-10 Mann, also für 250-5 (50 I.). So 250 capital
fixe und 250 capital circulant, 500, worauf der Profit zu 20p.c. = 10.
Also das Produkt = 300 wages und 100 Profit = 400 I. Wobei angewandt
30 Mann. Es ist hier in allen Fällen unterstellt, daß entweder der Kapitalist
(der produzierende) das Kapital pumpt aus den Ersparungen (400 1.), die
die Konsumenten beim Bankier deponiert haben, oder daß er selbst Kapital
außer den 400 I. besitzt, die erspart sind in der Revenue der Konsumenten.
Denn mit 400 Kapital kann er nicht 250 in Maschinerie auslegen und 300
in Arbeitslohn.)

„Wurde die Gesamtsumme von £ 1200 im Produkt unmittelbarer Arbeit ausgelegt,
dann teilt sie sich in£& 1000 Arbeitslohn und £ 200 Profit“ (100 Arbeiter, Arbeitslohn =
1000). „Wurde sie teils auf die eine, teils auf die andere Weise verausgabt ..., dann
teilt sie sich in £ 934 Arbeitslohn und 266 I. Profit“ (nämlich 60 Arbeiter in dem
Maschinengeschäft und 33,4 (also 93,4 Arbeiter) immediate labour, gleich. 934 1.)
„und endlich bei der dritten Voraussetzung, wo die Gesamtsumme für das gerneinsame
Produkt von Maschine und Arbeit ausgegeben wurde, teilt sie sich in £ 900 Arbeitslohn
und £ 300 Profit“ (nämlich 90 Arbeiter). (l.c. p.114-117.)

1781| „Der Kapitalist kann nicht nach der Einführung so viel Arbeit anwenden
wie vorher, ohne mehr Kapital zu akkumulieren. Aber die Revenue, welche die Konsu-
menten der Artikel nach dem Falle ihrer Preise ersparen, wird ihre Konsumtion dieses
oder anderer Artikel vermehren und so eine Nachfrage für einige, wenn auch nicht für
alle Arbeit schaffen, die durch die Maschine verdrängt wurde.“ (l.c. p. 119.)

„Herr MeCulloch meint, daß die Einführung von Maschinen in einem Produktions-
zweig notwendigerweise eine gleiche oder größere Nachfrage nach den freigesetzten Arbeitern
in irgendeinem anderen Produktionszweig schafft. Um das zu beweisen, nimmt er an, daß
die jährlich zurückgelegte Summe, die erforderlich ist, den Wert der Maschine zu er-
setzen, wenn sie endlich aufgebraucht ist, in jedem Jahre eine wachsende Nachfrage
nach Arbeit schafft. Aber da diese Jahressummen, wenn man sie am Ende eines Zeit-
raums zusammenzählt, nur den ursprünglichen Kosten der Maschine mitsamt den Zinsen
während der Zeit ihrer Tätigkeit‘ gleich sein können, ist es nicht leicht, zu verstehen, wie

2 In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen

T.R.Malthus 63

sie eine Nachfrage nach Arbeit über das Maß hinaus hervorrufen können, das sie her-
vorgerufen hätten, wäre keine Maschine angewandt worden.“ (l.c. [p.119, 120.]}

Der sinking fund! kann allerdings selbst wieder zur Akkumulation die-
nen in der Zwischenzeit, wo die Abnutzung der Maschine berechnet wird,
aber nicht wirklich stattfindet. Aber jedenfalls ist diese demand for labour?,
so geschaffen, viel kleiner, als wenn das ganze Kapital (in Maschinerie
ausgelegt), statt bloß seiner jährlichen annuity, in Arbeitslohn ausgelegt
würde. Mac.Peter wie immer Esel. Bloß diese Stelle merkwürdig, weil hier

die Idee, daß der sinking fund selbst ein Akkumulationsfonds.

1 Tilgungsfonds - ? Nachfrage nach Arbeit

[IZWANZIGSTES KAPITEL]

Auflösung der Ricardoschen Schule

1. [R.Torrens]
[a) Smith und Ricardo über das Verhältnis von Durchschnittsprofitrate und Wertgesetz]

1782] R.Torrens, „An Essay on the Production of Wealth etc.“, London
1821.

Beobachtung der Konkurrenz - der Phänomene der Produktion - zeigt,
daß Kapitalien von gleicher Größe, on an average! gleich viel Profit liefern,
oder daß, den average rate of profit? gegeben (und weiter heißt average rate
of profit nichts), die Masse des Profits von der Größe des vorgeschoßnen
Kapitals abhängt.

A.Smith registrierte dies fact. Es machte ihm weiter keine Gewissens-
skrupel über seinen Zusammenhang mit der von ihm aufgestellten Wert-
theorie, um so weniger, als er neben seiner sozusagen esoterischen Theorie
noch verschiedne andre aufgestellt hatte und nach Belieben sich an die eine
oder andre erinnern konnte. Die einzige Reflexion, zu der die Sache ihn
veranlaßt, ist eine Polemik gegen die Ansicht, die den Profit in wages of
superintendence® auflösen will, since, apart from any other circumstance®,
die Arbeit of superintendence nicht im selben Maß wächst wie die Stufen-
leiter der Produktion, und zudem der Wert des vorgeschoßnen Kapitals
(infolge z. B. der Teuerkest des Rohmaterials) wachsen kann, ohne daß die
Stufenleiter der Produktion wächst.” Ein immanentes Gesetz für die
Bestimmung des average profif? und seiner Größe selbst hat er nicht. Er sagt
bloß, daß die Konkurrenz dies x verkleinert.

Ricardo identifiziert (einige wenige und nur zufällige Bemerkungen ab-

7

1jm Durchschnitt -? Durchschnittsprofitrate -® Lohn der Oberaufsicht -* da, abgesehen
von jedem anderen Umstand -® vgl. 1. Teil dieses Bandes, S.62-64 -® Durrchschnitisprofits

Auflösung der Ricardoschen Schule 65

gerechnet) überall den Profit unmittelbar mit der surplus value!. Die Waren
verkaufen sich daher bei ihm mit Profit, nicht weil sie über ihrem Wert, son-
dern weil sie zu ihrem Wert verkauft werden. Bei der Betrachtung der
value? jedoch (ch.I der „Principles“) ist er der erste, der überhaupt nach-
denkt über das Verhältnis der Wertbestimmung der Waren zu der Erschei-
nung, daß gleich große Kapitalien gleiche Profite liefern. Sie können dies

- nur, soweit die Waren, die sie produzieren, zwar nicht zu gleichen Preisen
verkauft werden (es kann jedoch gesagt werden, daß ihr Resultat gleichen
Preis hat, insofern der Wert des nicht konsumierten Teils des capital fixe mit
zum Produkt gerechnet wird), wohl aber gleiche surplus value, gleichen
Überschuß des Preises über den Preis der Avancen liefern. Nun aber machte
Ric[ardo] zuerst darauf aufmerksam, daß gleich große Kapitalien durchaus
nicht von gleicher organischer Komposition sind. Den Unterschied dieser
Komposition nahm er so, wie er ihn von A.Smith überliefert fand - cir-
culating und fixed capital? -, also nur die Unterschiede, die aus dem Zirku-
lationsprozeß entspringen.

Er spricht es durchaus nicht direkt aus, daß es dem Gesetz der Werte
prima facie* widerspricht, daß Kapitalien von ungleicher organischer Kom-
position, die also ungleiche Massen of immediate labour? in Bewegung
setzen, Waren vom selben Wert produzieren und dieselbe surplus value
(was er identifiziert mit Profit) abwerfen. Vielmehr geht er an die Unter-
suchung des Werts unter Voraussetzung des Kapitals und einer allgemeinen
Profitrate. Er identifiziert von vorn[herein] Kostenpreise und Werte und
sieht nicht, daß diese Unterstellung von vornherein prima facie dem Gesetz
des Werts widerspricht. Erst auf Basis dieser Unterstellung, die den Haupt-
widerspruch und die eigentliche Schwierigkeit einschließt, kömmt er zu
einem partikularen Fall- der Variation des Arbeitslohns, Steigen oder Fallen
desselben. Damit die Profitrate nun gleichbleibt, muß das Steigen oder
Fallen des Arbeitslohns, dem Fallen oder Steigen des Profits entspricht, un-
gleich wirken auf Kapitalien von verschiedner organischer Komposition.
Steigt der Arbeitslohn, fällt also der Profit, so fallen die Preise der Waren,
die in größrem Verhältnis mit fixem Kapital produziert werden. Wenn um-
gekehrt, umgekehrt. Die „exchangeable values“® der Waren sind daher nicht
in diesem Fall bestimmt durch die zu ihrer wechselseitigen Produktion er-
heischte Arbeitszeit. Mit andren Worten: Diese Bestimmung gleicher Profit-
rate (aber nur im einzelnen Fall und auf diesem Umweg kommt Ric[ardo]

1 dem Mehrwert - ? des Werts - ® zirkulierendes und fixes Kapital - * auf den ersten
Blick - ° unmittelbarer Arbeit -® „Tauschwerte“

66 Zwanzigstes Kapitel

hierzu) bei Kapitalien von verschiedner organischer Zusammensetzung
widerspricht dem Gesetz des Werts oder, wie Riclardo] sagt, bildet Ausnahme
davon, worauf Mlfalthus] richtig bemerkt, daß die Regel die Ausnahme und
die Ausnahme die Regel im progress of ||783] industry! wird.? Der Wider-
spruch selbst wird bei Rlicardo] nicht klar ausgesprochen, nämlich nicht in
der Form: Obgleich die eine Ware mehr unbezahlte Arbeit enthält wie die
andre - denn das Quantum unbezahlter Arbeit hängt [ab] von dem Quan-
tum bezahlter, also dem Quantum der angewandten immediate labour bei
gleicher Rate der Exploitation der Arbeiter -, liefern sie dennoch dieselben
Werte oder denselben Überschuß der unbezahlten über die bezahlte Arbeit.
Vielmehr kommt der Widerspruch bei ihm nur in der singulären Form vor:
In gewissen Fällen affiziert der Arbeitslohn - Variation im Arbeitslohn - die
Kostpreise (exchangeable values, sagt er) der Waren.

Ebenso verschiedne Umlaufszeiten des Kapitals - ob es länger im Pro-
duktionsprozeß (wenn auch nicht im Arbeitsprozeß) oder im Zirkulations-
prozeß verharrt, nicht mehr Arbeit, sondern mehr Zeit zu seinem return®
braucht — affizieren ebensowenig die Gleichheit der Profite; und dies
widerspricht wieder - ist nach Ricardo wieder Ausnahme - dem Gesetz der
Werte.

Er hat also die Sache sehr einseitig dargestellt. Stellte er sie im all-
gemeinen Ausdruck dar, so hatte er auch die allgemeine Lösung.

Aber das große Verdienst bleibt ihm: Riclardo] ahnt den Unterschied
zwischen Werten und Kostpreisen, und er spricht für bestimmte Fälle den
Widerspruch aus, wenn auch nur als Ausnahmen vom Gesetz, daß Kapi-
talien von ungleicher organischer Komposition (also in letzter Instanz immer
Kapitalien, die nicht gleich viel lebendige Arbeit exploitieren) gleiche
surplus values (Profite) liefern und - abgezogen, daß beim fixen Kapital
ein Teil in den Arbeitsprozeß eingeht, ohne in den Verwertungsprozeß
einzugehn - gleiche Werte, Waren von gleichen Werten (vielmehr Kost-
preisen, aber er verwechselt das).

[B) Torrens’ Verwirrung bei der Bestimmung des „Werts der Arbeit“
und der Quelle des Profits]

Malthus nun, wie wir sahn“, benutzt das, um das Rlicardolsche Gesetz
des Werts zu leugnen.

1 Fortschritt der Industrie - ? siehe vorl. Band, S. 25 -® Umlauf - * siehe vorl. Band, S. 8
und 23-25

Auflösung der Ricardoschen Schule 67

Torrens geht gleich im Beginn seiner Schrift von diesem Fund Ricardos
aus; keineswegs, um das Problem zu lösen, sondern um das „Phänomen“
als das Gesetz des Phänomens auszusprechen.

„Gesetzt, Kapital von verschiedenen Graden der Dauerhaftigkeit werde angewandt.
Wenn ein Tuch- und ein Seidenmanufakturist jeder ein Kapital von 2000 I. anwenden
und der erste 1500 !. in dauernden Maschinen und 500 L. in Arbeitslohn und Materialien
anwendet, während der letztre nur 500 !. in dauernden Maschinen anwendet und
1500 in Arbeitslohn und Materialien ... Gesetzt, !/, dieses fixen Kapitals sei jährlich
konsumiert und die Rate des Profits 10%, dann - da das Kapital des Tuchmanu-
fakturisten von 2000 !. £ 2200 einbringen muß, um ihm diesen Profit zu geben, und
da der Wert des fixen Kapitals durch den Prozeß der Produktion reduziert ist, von
1500 auf. 1350 - müssen die produzierten Waren verkauft werden für 850 I. Und in
gleicher Weise, da das fixe Kapital des Seidenmanufakturisten durch den Produktions-
prozeß um "/], reduziert ist, oder von 500 auf 450, so muß die produzierte Seide, um
ihm die herkömmliche Profitrate auf sein Gesamtkapital von 2000 I. abzuwerfen, für
1750 1. verkauft werden... Wenn Kapitalien von gleicher Größe, aber von verschiedenen.
Graden der Dauerhaftigkeit angewandt werden, werden die produzierten Artikel
zusammen mit dem Rest des Kapitals in dem einen Produktionszweig im Tauschwert
gleich sein den produzierten Dingen und dem Rest des Kapitals in einem anderen
Produktionszweig.“ (p.28, 29.)

Hier ist nur die Erscheinung, die sich in der Konkurrenz zeigt, aus-
gesprochen, registriert. Ditto a „cusiomary rate of profit“" unterstellt, ohne
zu zeigen, woher sie kommt, oder auch nur zu ahnen, daß dies gezeigt
werden müsse.

„Gleiche Kapitalien oder in andren Worten, gleiche Mengen aufgehäufter Arbeit
werden oft verschiedene Mengen unmittelbarer Arbeit in Bewegung setzen; dies ändert aber
nichts an der Sache“ (p.29, 30),
nämlich an der Sache, daß der Wert des Produkts plus dem residue of the
capital not consumed® gleiche Werte liefern - oder, was dasselbe, gleiche
Profite.

Das Verdienst in diesem Satz besteht nicht darin, daß 'I[orrens] auch
hier wieder bloß die Erscheinung registriert, ohne sie zu erklären, sondern
darin, daß er - was er jedoch dadurch wieder spoils®, daß er dies als „be-
sondren“ Fall hinstellt - den Unterschied dahin bestimmt, daß gleiche
Kapitalien ungleiche Massen lebendiger Arbeit in Bewegung setzen. Wenn
der Wert = der Arbeit, die in einer Ware aufgearbeitet, realisiert ist, so
klar, daß - wenn die Waren zu ihrem Wert verkauft werden - die in ihnen
enthaltne surplus value nur = sein kann der in ihnen enthaltnen

Leine „herkömmliche Profitrate“ -” Rest des nicht konsumierten Kapitals -° verdirbt
5°

68 Zwanzigstes Kapitel

unbezahlten Arbeit oder surplus labour. Aber diese surplus labour - bei
derselben Rate der Exploitation des Arbeiters - kann nicht gleich sein bei
Kapitalien, which put in motion different quantities of immediate labour},
sei es, daß der unmittelbare Produktionsprozeß, sei es, daß die Zirkulations-
zeit diesen Unterschied verursacht. Dies also das Verdienst T[orrens]’, daß
er diesen Ausdruck hat. Was schließt er daraus? Daß hier | in der
kapitalistischen Produktion ein Umschlag im Gesetz des Werts stattfindet.
D.h., daß das Gesetz des Werts, das aus der kapitalistischen Produktion
abstrahiert ist, ihren Erscheinungen widerspricht. Und was setzt er an die
Stelle? Absolut nichts als den rohen gedankenlosen sprachlichen Ausdruck
des Phänomens, das zu erklären ist.

„In der frühen Periode der Gesellschaft“

(also grade, wenn der Tauschwert überhaupt - das Produkt als Ware -
kaum entwickelt ist, also auch das Gesetz des Werts nicht)

„ist es die Gesamtmenge der in der Produktion verausgabien Arbeit, aufgehäufter und un-
mittelbarer, die den relativen Wert der Waren bestimmt. Sobald aber Kapital angehäuft
und eine Klasse von Kapitalisten sich unterscheidet von einer Klasse von Arbeitern,
sobald derjenige, der in irgendeinem Gewerbszweig als Unternehmer auftritt, seine
eigene Arbeit nicht selbst verrichtet, sondern dazu Subsistenzmittel und Materialien
an andere vorschießt, dann ist es die in der Produktion aufgewendete Summe Kapital
oder die Menge aufgehäufter Arbeit, die die Tauschkraft der Waren bestimmt.“ (l.c.
p-33, 34.) „Solange zwei Kapitalien gleich, [sind] ihre Produkte von gleichem Wert,
wie auch immer wir die Menge unmittelbarer Arbeit verändern mögen, die sie in Bewegung
setzen oder die ihre Produkte erheischen. Sind sie ungleich, [werden] ihre Produkte von
ungleichem Wert [sein], auch wenn die Gesamtmasse der auf sie aufgewandten Arbeit
genau gleich sein sollte.“ (p.39.) „Also nach dieser Trennung von Kapitalisten und
Arbeitern ist es die Summe Kapital, die Menge aufgehäufter Arbeit und nicht, wie vor
dieser Trennung, die Summe aufgehäufter und unmittelbarer in der Produktion auf-
gewandter Arbeit, die den Tauschwert bestimmt.“ (l.c. p.39, 40.)

Hier haben wir wieder nichts als die Erscheinung ausgesprochen, daß
gleich große Kapitalien gleich große Profite abwerfen, oder daß der Kosten-
preis der Ware gleich dem Preis des avancierten Kapitals plus dem average?
Profit; zugleich mit dem hint®, daß diese Erscheinung, since equal capitals
put in motion different quantities of immediate labour“, prima facie? nicht
vereinbar ist mit der Wertbestimmung der Ware durch die in ihr enthaltne
Arbeitszeit. Die Bemerkung, daß diese Erscheinung der kapitalistischen

3 die verschiedene Mengen unmittelbarer Arbeit in Bewegung setzen — ? durchschnitt-
lichen -® Hinweis - * da gleiche Kapitalien verschiedene Mengen unmittelbarer Arbeit (in
der Handschrift: of profit) in Bewegung setzen -3 auf den ersten Blick

Auflösung der Ricardoschen Schule 69

Produktion sich erst zeigt, sobald Kapital existiert - Klassen von Kapita-
listen und Arbeitern, Verselbständigung der objektiven Arbeitsbedingungen
als Kapital -, ist Tautologie.

Wie aber die Trennung der zur Produktion der Ware [notwendigen
Faktoren] - als Kapitalisten und Arbeiter, Kapital und Lohnarbeit - das
Wertgesetz der Ware umwirft, ist bloß „geschlossen“ aus der unbegriffenen
Erscheinung.

Ricfardo] hatte nachzuweisen gesucht, daß die Trennung zwischen
Kapital und Lohnarbeit nichts ändert - mit gewissen Ausnahmen - an der
Wertbestimmung der Waren. Auf die Rlicardo]schen Ausnahmen gestützt,
leugnet T[orrens] das Gesetz. Er kehrt zurück zu A.Smith (gegen den sich
die Rlicardolsche Demonstration kehrt) und nach. dem zwar „in the early
period“!, wo die Menschen sich nur noch als Warenbesitzer und Waren-
austauscher gegenübertreten, der Wert der Ware durch die in ihr enthaltne
Arbeitszeit bestimmt wird, nicht aber, sobald Kapital und Grundeigentum
sich gebildet haben. Es heißt dies (wie ich schon im ersten Teil bemerkte?)),
daß das Gesetz, was für die Waren als Waren gilt, nicht für sie gilt, sobald
sie als Kapital oder als Produkte des Kapitals betrachtet werden, sobald
überhaupt von der Ware zum Kapital. fortgegangen wird. Andrerseits
nimmt das Produkt erst allseitig die Gestalt der Ware an - sowohl dadurch,
daß das ganze Produkt in "Tauschwert verwandelt werden muß, als daß die
Ingredienzien seiner Produktion selbst als Waren in es eingehn -, es wird
erst allseitig Ware mit der Entwicklung und auf Grundlage der kapitalisti-
schen Produktion. Also das Gesetz der Ware soll da sein in einer Produk-
tion, die keine Waren (oder nur teilweise) erzeugt, und soll nicht da sein
auf Grundlage der Produktion, deren Basis das Dasein des Produkts als
Ware. Das Gesetz selbst wie die Ware als allgemeine Form des Produkts
ist abstrahiert aus der kapitalistischen Produktion, und grade für sie soll es
nicht gelten.

Der Einfluß der Trennung zwischen „capital und labour“ auf die Wert-
bestimmung ist übrigens - abgesehn von der Tautologie, daß, solang kein
Kapital existiert, Kapital nicht die Preise bestimmen kann - wieder eine
ganz flache Übersetzung einer an der Oberfläche der kapitalistischen Pro-
duktion sich zeigenden Tatsache. Solang jeder selbst mit seinen Instrumen-
ten arbeitet; das Produkt, das er produziert, selbst verkauft {nur daß in der
Wirklichkeit die Notwendigkeit des Verkaufs des Produkts auf | ge-

sellschaftlicher Stufenleiter nie zusammenfällt mit dem mit seinen eignen

2 „in der frühen Periode“

70 Zwanzigstes Kapitel

Arbeitsbedingungen Produzieren}, gehören zu seinen Kosten sowohl die
Kost des Instruments als der Arbeit, die er selbst verrichtet. Die Kost des
Kapitalisten besteht in dem: avancierten Kapital", in der Wertsumme, die er
auf die Produktion expends?, nicht in der Arbeit, die er nicht verrichtet!, und
die ihm nur das kostet, was er für sie gezahlt hat. Dies ist ein sehr guter
Grund für die Kapitalisten, die surplus value (gesellschaftliche) unter-
einander zu berechnen und zu verteilen, nicht nach dem Quantum of imme-
diate labour which a given capital puts in motion®, sondern nach der Größe
des von ihnen avancierten Kapitals. Es ist aber durchaus kein Erklärungs-
grund, woher diese so zu verteilende und verteilte surplus value herkommt.

Tlorrens] hält noch soweit an Rlicardo] fest, daß der Wert der Ware be-
stimmt sein soll durch Arbeitsquantität, aber [es ist] nur „the quantity of
accumulated labour“ expended upon the production of commodities‘, die
ihren Wert bestimmen soll. Hier gerät Torrens] aber in schönen Wirrwarr.

Also z.B. der Wert des Wollenzeugs ist bestimmt durch die in der Web-
maschine und der Wolle etc. und den wages, die die Ingredienzien seiner
Produktion® bilden, accumulated labour, was hier nichts heißt als realized
labour, vergegenständlichte Arbeitszeit. Wenn aber nun das Wollzeug fertig,
die Produktion am Ende ist, so hat sich die in dem Wollenzeug expended
immediate labour® ebenfalls in accumulated oder realized labour verwandelt.
Warum soll also der Wert des Webstuhls und der Wolle durch die in ihnen
enthaltne realized labour (die nichts als immediate labour realized in an
object, in a result, in a useful thing”) bestimmt sein und der Wert des Woll-
zeugs nicht? Geht das Wollzeug wieder ein als Ingredienz of production,
z.B. in Färberei oder Schneiderei, so ist es „accumulated labour“, und der
Wert des Rocks ist bestimmt durch den Wert der wages der Arbeiter, ihrer
Instrumente und des Wollzeugs, dessen Wert selbst durch in ihm „accu-
mulated labour“ bestimmt ist. Betrachte ich die Ware als Kapital, d.h. hier
zugleich als Produktionsbedingung, so löst sich ihr Wert in immediate
labour auf, die „accumulated labour“ heißt, weil sie in [verlgegenständ-
lichter Form existiert. Betrachte ich dieselbe Ware dagegen als Ware, als
Produkt und Resultat des Prozesses, so ist sie bestimmt nicht durch die
labour, die in ihr selbst akkumuliert ist, sondern durch die in ihren Pro-
duktionsbedingungen akkumulierte labour.

1 In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen -
2 verausgabt - ® unmittelbarer Arbeit, das ein gegebenes Kapital in Bewegung setzt - * „die
Menge aufgehäufter Arbeit“, die auf die Produktion der Waren verausgabt wird - ? in der
Handschrift: ihrer Akkumulation —° verausgabte unmittelbare Arbeit -? unmittelbare Arbeit
ist, vergegenständlicht in einem Objekt, in einem Resultat, in einem nützlichen Ding

Auflösung der Ricardoschen Schule 71

In der Tat schöner cercle vicieux!, den Wert der Ware durch den Wert
des Kapitals bestimmen zu wollen, da der Wert des Kapitals gleich dem
Wert der Waren, woraus es besteht. Diesem Burschen gegenüber [hat]
James Mill recht, wenn er sagt:

„Capital is commodities’, und zu sagen, daß der Wert der Waren durch den Wert des
Kapitals bestimmt sei, heißt sagen, daß der Wert der Ware durch den Wert der Ware
bestimmt ist.“ [James Mill, „Elements of Political Economy“, London 1821, p.74.]120]

Es ist hier noch eins zu merken. Da [nach Torrens] der Wert der Ware
bestimmt ist durch den Wert des Kapitals, das sie produziert, oder, in
andren Worten, durch die Masse labour, die labour, accumulated und
realized® in diesem Kapital, so ist nur zweierlei möglich:

Erstens, die Ware enthält den Wert des aufgenutzten capital fixe;
zweitens, den Wert des Rohmaterials oder die in capital fixe und Rohmaterial
enthaltne Arbeitsquantität. Drittens, die Arbeitsquantität, die in dem
Geld oder den Waren vergegenständlicht ist, die als wages funktionieren.

Nun zweierlei [möglich].

Die in dem capital fixe und Rohmaterial enthaltne „akkumulierte“ Ar-
beit bleibt dieselbe nach dem Produktionsprozeß, die sie vor demselben
war. Was aber den dritten Teil der advanced „accumulated labour“? be-
trifft, so ersetzt der Arbeiter ihn durch seine immediate labour -, d.h. die
dem Rohmaterial etc. zugesetzte „immediate Arbeit“ stellt in der Ware,
dem Produkt, ganz so viel accumulated labour vor, wie in den wages ent-
halten war. Oder sie stellt mehr vor. Stellt sie mehr vor, so enthält die Ware
mehr accumulated labour wie das vorgeschoßne Kapital. Dann entspringt
der Profit grade aus dem Überschuß der accumulated labour, die in der
Ware enthalten, über die accumulated [labour], die in dem capital ad-
vanced? enthalten. Und dann ist der Wert der | Ware nach wie vor
durch die in ihr enthaltne Quantität Arbeit (accumulated plus immediate)
bestimmt (welche letztre in der Ware auch als accumulated, nicht mehr
immediate existiert. Immediate ist sie im Produktionsprozeß, accumulated
ist sie im Produkt).

Oder sie stellt nur das in den wages vorgeschoßne Quantum [Arbeit]
vor, ist nur ein Äquivalent desselben. (Wäre sie weniger als das, so wäre
nicht zu erklären, warum der Kapitalist gewinnt, sondern wie es kömmt,
daß er nicht verliert.) Woher kommt im letztern Fall der Profit? Woher ent-
springt die surplus value, der Überschuß des Werts der Ware über den

1 Zirkelschluß - ? Kapital ist gleich Waren - ? Arbeit, aufgehäuft und vergegenständ-
licht - % vorgeschossenen „aufgehäuften Arbeit“ - ® vorgeschossenen Kapital

72 Zwanzigstes Kapitel

Wert der Produktionsingredienzien, oder der Wert des vorgeschoßnen
Kapitals? Nicht aus dem Produktionsprozeß selbst, so daß er sich im ex-
change! oder Zirkulationsprozeß nur realisierte, sondern aus dem exchange,
aus dem Zirkulationsprozeß. Dann kommen wir zu Malthus und der mer-
kantilistischen rohen Vorstellung des „profit upon expropriation“? zurück.
Und damit kömmt denn auch Herr Torrens konsequent, obgleich er wieder
so inkonsequent ist, diesen Zahlwert nicht aus einem unerklärlichen vom
Himmel gefallenen funds zu erklären, nämlich dem funds, das nicht nur
ein Äquivalent für die Ware, sondern ein Surplus über diesem Äquivalent
bildet, aus means? des Käufers, der stets fähig ist, die Ware über ihrem Wert
zu zahlen, ohne daß er sie über ihrem Wert verkauft, wodurch sich die
Sache in nichts auflöst. Er* ist nicht so konsequent wie Malthus, zu einer
solchen Fiktion zu greifen, sondern behauptet umgekehrt, die „effectual
demand“ - also die Wertsumme, die das Produkt zahlt - entspringe nur
aus der supply®, sei also ebenfalls Ware; wobei absolut nicht abzusehn, da
beide Seiten Verkäufer und Käufer, wie sie sich wechselseitig at the same
rate? prellen können.

„Die effektive Nachfrage nach einer Ware wird immer bestimmt und entspricht
bei einer gegebenen Profitrate stets der Menge der Bestandteile des Kapitals oder der
zu ihrer Produktion erheischten Dinge, die die Konsumenten in Austausch für sie zu
bieten imstande und geneigt sind.“ (l.c. p.344.)

 „Wachsende Zufuhr ist die einzige Ursache des Anwachsens der effektiven Nachfrage“
(9.348),

wogegen Malthus, den Satz aus Torrens zitierend, denn auch ihm gegen-
über mit Recht Protest einlegt. („Def. in P. Ec.“, Lond. 1827, p.59.)?

Daß Torrens aber zu jener abgeschmackten Konsequenz kommt, zeigen
folgende Sätze über die Produktionskosten etc.:

„Der Marktpreis“ (bei Malthus der Kaufwert, purchasing value) „schließt stets
ein die herkömmliche Profitrate für die gegebene Zeit. Der natürliche Preis, der aus
den Produktionskosten besteht oder, in anderen Worten, aus der Kapitalauslage in der
Produktion oder Fabrikation von Ware, kann nicht die Profitrate einschließen.“
(l.c. p.51.)

„Es wäre dasselbe, als wenn ein Pächter für 100 qrs. Korn 120 qrs. zurückerhielte,
dann wären 20 qrs. der Profit; es wäre absurd, diesen Exzeß oder Profit einen Teil
seiner Auslagen zu nennen ... Ebenso erhielte der Manufakturist eine Menge fertiger
Produkte von einem höheren Tauschwert zurück als die [vorgeschossenen] Materialien

etc.“ (p.51-53.) i

1 Austausch -? „Entäußerungsprofits“ -® Mitteln -* Torrens - „effektive Nachfrage“ -
$ Zufuhr - ? in dem gleichen Maße -® siehe vorl. Band, S.53

Auflösung der Ricardoschen Schule 73

„Die effektive Nachfrage besteht in dem Vermögen und der Neigung der Konsu-
menten, sei es durch unmittelbaren oder vermittelten Austausch für Waren, eine gewisse
größere Portion aller Ingredienzien des Kapitals zu geben, als deren Produktion kostet.“
(l.c. p.349.)

120 qrs. Korn sind unbedingt mehr als 100 qrs. Aber es wäre falsch zu
sagen - wenn man, wie hier der Fall, bloß den Gebrauchswert betrachtet
und den Prozeß, den er durchläuft, also eigentlich den vegetativen oder
physiologischen | Prozeß -, daß zwar nicht die 20 qrs., wohl aber die
sie bildenden Elemente nicht in den Produktionsprozeß eingehn. Andrerseits
könnten sie nicht aus ihm herauskommen. Außer den 100 ars. Korn - dem
Samen - gehn von dem Dünger zugeführte chemische Bestandteile, in der
Erde enthaltne Salze, Wasser, Luft, Licht alle ein in den Prozeß, der 100 grs.
Korn in 120 verwandelt. Die Verwandlung und das Eingehn der Elemente,
der Ingredienzien, der Bedingungen - der expenditure of naturel, die
100 qrs. in 120 verwandelt - geht im Produktionsprozeß selbst vor, und die
Elemente dieser 20 grs. gehn als „expenditure“2, physiologische, in diesen
Prozeß selbst ein, als dessen Resultat die Verwandlung von 100 qrs. in
120 qrs. erscheint.

Diese 20 qrs. sind kein bloßer Profit, vom bloßen Standpunkt des Ge-
brauchswerts behandelt. Es ist nur von dem organischen Teil Unorgani-
sches assimiliert und in Organisches verwandelt worden. Ohne das Hinzu-
kommen von Stoff - und dieser ist die physiologische expenditure - würden
nie und nimmer 120 qrs. aus 100. Es kann also in der Tat gesagt werden,
selbst von dem bloßen Standpunkt des Gebrauchswerts aus, des Korns als
Korn, daß in unorganischer Form als expenditure in es einging, was in orga-
nischer Form als vorhandnes Resultat erscheint in den 20 qrs., als Über-
schuß des geernteten Korns über das gesäte.

Diese Betrachtungsweise an und für sich hat aber mit der Frage über
den Profit so wenig zu tun, als wollten wir sagen, daß Drahtfäden, die
tausendmal länger gezogen sind durch den Arbeitsprozeß als das Metall,
aus dem sie gezogen wurden - da ihre Länge sich vertausendfacht -, einen
tausendfachen Profit darstellen. Im case? der Fäden die Länge vermehrt;
im case des Korns die Anzahl. Aber weder der Überschuß der Länge noch
der Überschuß der Anzahl bildet Profit, der sich nur auf den Tauschwert
bezieht, obgleich sich dieser Tauschwert in einem surplus produce dar-
stellt.

Was aber den Tauschwert betrifft, braucht wohl nicht weiter erläutert

1des Aufwandes der Natur - * „Ausgabe“ - ® Fall

74 Zwanzigstes Kapitel

zu werden, daß 90 qrs. Korn so viel (und mehr) wert sein können als 100,
100 mehr als 120 und 120 mehr als 500.

Aus einem Beispiel also, was nichts mit dem Profit zu tun, mit dem
Überschuß des Werts des Produkts über den Wert der avances!, schließt
T[orrens] auf den Profit. Und selbst physiologisch - dem Gebrauchswert
nach - betrachtet, sein Beispiel falsch, da in der Tat die 20 qrs. Korn, die als
surplus produce eingehn, d’une manitre ou d’une autre?, wenn auch in
andrer Form, im Produktionsprozeß selbst schon vorhanden sind.

Übrigens platzt Tlorrens] schließlich denn auch mit der alten genialen
Vorstellung heraus, daß der Profit profit upon expropriation.

[c) Torrens und der Begriff der Produktionskosten]

Ein Verdienst bei T[orrens], daß er überhaupt die Streitfrage über das,
was Produktionskosten sind, anregt. Ric[ardo] verwechselt fortwährend den
Wert der Ware mit den Produktionskosten (soweit sie gleich dem Kosten-
preis) und daher seine Verwunderung, daß Say, obgleich er den Preis durch
die Produktionskosten bestimmt, andre Konsequenzen zieht.® Malthus be-
hauptet wie Rlicardo], daß der Preis der Ware durch die Produktionskosten
bestimmt ist, und er rechnet den Profit wie Rlicardo] in die Produktions-
kosten ein. Dennoch bestimmt er den Wert ganz verschieden, nicht durch
das Quantum Arbeit, das in der Ware enthalten, sondern durch das Quan-
tum Arbeit, das sie kommandieren kann.

Die Zweideutigkeiten des Begriffes Produktionskosten gehn aus der
Natur der kapitalistischen Produktion selbst hervor.

Erstens: Die Kosten der (von ihm produzierten) Ware für den Kapitalisten
sind natürlich das, was sie ihm kostet. Ihm kostet sie nichts - d.h., er
expends no value upon it“ -, außer dem Wert des capital advanced. Wenn
er 100 !. in Rohmaterial, Instrumenten, wages etc. auslegt, um die Ware zu
produzieren, so kostet sie ihm 100 Z., ni plus ni moins®. Außer der Arbeit,
die in diesen advances enthalten - außer der akkumulierten Arbeit, die, im
vorgeschoßnen Kapital enthalten, den Wert der vorgeschoßnen Waren be-
stimmt -, kostet sie ihm keine Arbeit. Was ihm die immediate labour kostet,
sind die wages, die er für sie zahlt. Außer den wages kostet ihm die, imme-
diate labour nichts, und außer der immediate labour hat er überhaupt
nichts vorgeschossen, except the value of the constant capital®.

1 Vorschüsse - ? auf die eine oder andere Weise -® vgl. 2. Teil dieses Bandes, 5.470 -
verausgabt auf sie keinen Wert - ® nicht mehr, nicht weniger -$ ausgenommen den Wert
des konstanten Kapitals

4

Auflösung der Ricardoschen Schule 75

1788| In diesem Sinn nimmt T[orrens] die Produktionskosten, und in
diesem Sinn nimmt sie jeder Kapitalist, wenn er den Profit, whatever its
rate may be', berechnet.

Produktionskosten hier = advances of the capitalist, = the value of the
capital advanced, = the quantity of labour contained in the advanced com-
iodities®. Und als advances, expenses® etc. braucht jeder Ökonom, auch
Ricardo, diese Bestimmung der Produktionskosten. Es ist das, was Malthus
the producing price* im Gegensatz zum Preis des purchasers? nennt. Dieser
Bestimmung der advances entspricht die Verwandlung der surplus value
in die Form des Profis.

Zweitens: Die Produktionskosten in der ersten Bestimmung sind der
Preis, den der Kapitalist zahlt für die Herstellung der Ware during the
process of production‘; was ihm daher die Ware kostet. Was aber die Pro-
duktion der Ware dem Kapitalisten kostet und was die Produktion der Ware
selbst kostet, sind zwei ganz verschiedne Dinge. Die Arbeit (realized und
immediate), die er für die Produktion der Ware zahlt, und die Arbeit, die
nötig ist, um die Ware zu produzieren, sind durchaus verschieden. Ihre
Differenz bildet die Differenz zwischen der value advanced” und der value
earned®; zwischen dem Kaufpreis der Ware für ihn und ihrem Verkaufs-
preis (wenn sie nämlich zu ihrem Wert verkauft wird). Existierte dieser
Unterschied nicht, so würden sich Geld oder Ware nie in Kapital verwan-
deln. Mit der surplus value hörte die Quelle des Profits auf. Die Produk-
tionskosten der Ware selbst bestehn aus dem Wert des in ihrem Produktions-
prozeß konsumierten Kapitals, d.h. der Quantität vergegenständlichter
Arbeit, die in sie eingeht + der Quantität of immediate labour which is
expended upon it. Die Totalsumme der in ihr konsumierten „realized“ +
„immediate labour“!? bildet die Produktionskost der Ware selbst. Sie kann
nur hergestellt werden durch die industrielle Konsumtion dieses Quantums
of realized and immedhiate labour. Es ist dies die Bedingung, damit sie als
Produkt, als Ware und selbst als Gebrauchswert aus dem Produktionsprozeß
hervorgeht. Und wie immer Profit oder Arbeitslohn variieren mögen, diese
immanente Produktionskost der Ware bleibt dieselbe, solange die techno-
logischen Bedingungen des realen Arbeitsprozesses dieselben bleiben oder,
was dasselbe, solange keine Variation stattfindet in der gegebnen Entwick-

1 was immer dessen Rate sein mag - ? den Vorschüssen des Kapitalisten, = dem Wert des

vorgeschossenen Kapitals, = der in den vorgeschossenen Waren enthaltenen Menge Arbeit -
3 Vorschüsse, Auslagen — * den Produktionspreis - ° Käufers - € während des Produktions-
prozesses - ? vorgeschossenen Wert - ® erzielten Wert -° immittelbarer Arbeit, die dabei
verausgabt wurde - ! „vergegenständlichten“ plus „unmittelbaren Arbeit“

76 Zwanzigstes Kapitel

lung der Produktivkraft der Arbeit. In diesem Sinn ist Produktionskost der
Ware gleich ihrem Wert. Die lebendige Arbeit, expended upon the commo-
dity!, und die lebendige Arbeit, paid by the capitalist”, sind verschiedne
Dinge. Hence de prime abord® verschieden die Produktionskost der Ware
für den capitalist (his advances) und die Produktionskost der Ware selbst, ihr
Wert. The excess of its value* (also dessen,was die Ware selbst kostet) over
and beyond the value ofthe advances? (also dessen, was sie dem Kapitalisten
kostet), bildet den Profit, which, therefore, results, not from selling the
commodity beyond its value, but beyond the value of the advances paid by the
capitalist.

Diese Bestimmung der Produktionskosten, der immanenten Produktions-
kosten der Ware, gleich ihrem Wert, i.e. der zu ihrer Produktion erheischten
Totalsumme von Arbeitszeit (realized and immediate), bleibt Fundamental-
bedingung ihrer Produktion und bleibt unveränderlich, solange die Produk-
tivkraft der Arbeit unverändert bleibt.

Drittens: Ich habe aber früher nachgewiesen’, daß der Kapitalist in
jedem besondren trade or particular occupation® - also auch die Ware, die
das Produkt des besondren trade oder der besondren occupation oder sphere
of production? — keineswegs die Ware zu dem Wert verkauft, der in ihr
selbst enthalten ist, also daß der amount of its profit is not identical with the
amount of surplus value, of surplus labour oder unpaid labour realized in
the commodities he sells!®. Er kann vielmehr - on the average!! - nur so viel
surplus value in der Ware realisieren, als ihr zufällt als Produkt eines ali-
quoten Teils des gesellschaftlichen Kapitals. Wenn das gesellschaftliche
Kapital = 1000 und das Kapital in einer besondren | occupation
= 100, und wenn der total amount of surplus value (hence of the surplus
produce, in which that surplus value is realized)'* = 200, also 20 p.c., so
würde das Kapital 100 in der besondren occupation seine Ware zum Preis
von 120 verkaufen, whatever might be the value of that commodity, whether
120, less or more; whether, therefore, the unpaid labour contained in his

1 verausgabt auf die Ware - ? bezahlt vom Kapitalisten -® Daher sind von vornherein -
4 Der Überschuß ihres Wertes -® über den Wert der Vorschüsse - ® der also nicht daher rührt,
daß die Ware über ihrem Wert, sondern daher, daß sie über dem Wert der vom Kapitalisten ge-
zahlten Vorschüsse verkauft wird (in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle
mit Bleistift unterstrichen) - ? siehe 2. Teil dieses Bandes, S.21-24, 29, 59-65 und 172-234
8 Gewerbszweig oder besonderen Produktion -"Produktionssphäre-!P die Masse seines Profits
nicht identisch ist mit der Masse des Mehrwerts, der Mehrarbeit oder unbezahlten Arbeit, die
in den von ihm verkauften Waren vergegenständlicht ist -"! im Durchschnitt —"? die Gesamt-
masse des Mehrwerts (also des Mehrprodukts, in dem dieser Mehrwert vergegenständlicht
ist)

Auflösung der Ricardoschen Schule 77

commodity, form */,tt of the labour advanced upon it, or whether it
do not’.

Dies ist der Kostpreis, und wenn von Produktionskosten im eigentlichen
Sinn (ökonomischen, kapitalistischen) gesprochen wird, so ist es the value
of the advances plus the value of the average profits?.

Es ist klar, daß, wie immer dieser Kostpreis der besondren Ware diver-
giere vonihrem Wert, er bestimmt ist durch den Wert der Gesamtprodukte
des gesellschaftlichen Kapitals. Es ist durch die Ausgleichung der Profite
der besondren Kapitalien, daß sie sich als aliquote Teile des gesellschaft-
lichen Gesamtkapitals zueinander verhalten, und als solche aliquote Teile
dividends aus dem common funds of surplus value (surplus produce) oder
surplus labour or unpaid labour? ziehn. Es ändert dies nichts am Wert der
Ware; es ändert dies nichts daran, that whether its cost-price be equal to,
greater or smaller than its value, it can never be produced without its value
being produced, that is to say, without the total amount of realized and
immediate labour, required for its production, being expended upon it“.
Diese Masse von Arbeit muß darauf verwandt werden, not only of paid,
but of unpaid labour?, und es ändert an dem allgemeinen Verhältnis von
capital und labour nichts, that in some occupations part of the unpaid
labour is appropriated by „brother capitalists“ instead of by the capitalist
who puts the labour in motion in that peculiar department of industry®. Es
ist ferner klar, that whatever be the relation between the value and the cost-
price of a commodity, the latter will always change, rise or fall, according
with the changes of value, that is to say the quantity of labour required for
the production of the commodity”. Es ist ferner klar: part of the profit must
always represent surplus value, unpaid labour, realized in the commodity

X welches immer der Wert jener Ware, ob 120, ob weniger oder mehr; ob also die
in seiner Ware enthaltene unbezahlte Arbeit "/; der auf sie angewandten Arbeit ausmacht
oder nicht - ? der Wert der Vorschüsse plus dem Wert des Durchschnittsprofits - ® Divi-
denden aus dern gemeinsamen Fonds des Mehrwerts (Mehrprodukts) oder der Mehrarbeit
oder unbezahlter Arbeit - * daß, mag ihr Kostenpreis gleich, größer oder kleiner sein als ihr
Wert, sie niemals produziert werden kann, ohne daß ihr Wert produziert wird, das heißt, ohne
daß der Gesamtbetrag der für ihre Produktion erheischten vergegenständlichten und unmittel-
baren Arbeit auf sie verwandt wird -5 nicht bloß von bezahlter, sondern auch von unbezahlter
Arbeit -® daß in manchen Produktionszweigen ein Teil der unbezahlten Arbeit von „Bruder-
kapitalisten“ angeeignet wird und nicht von jenem Kapitalisten, der die Arbeit in diesem
besonderen Industriezweig in Bewegung setzt - ? daß, wie immer das Verhältnis zwischen
dem Wert und dem Kostenpreis einer Ware sein mag, der letztere immer wechseln, steigen
oder fallen wird, wie der Wert wechselt, das heißt die Arbeitsmenge, die für die Produktion
der Ware erheischt ist

78 Zwanzigstes Kapitel

itself, because on the basis of capitalistic production, in all commodities
there is more labour worked up than has been paid by the capitalist putting
that labour in motion. Some part of the profit may consist of labour not
worked up in the commodity yielded by a definite trade, or resulting from a
given sphere of production; but, then, there is some other commodity,
resulting from some other sphere of production, whose cost-price falls
below its value, or in whose cost-price less unpaid labour is accounted for,
paid for, than is contained in it.!

Es ist daher klar, daß, obgleich cost-prices of most commodities must
differ from their values, and hence their „costs of production“ from the total
quantity of labour contained in them, nevertheless those costs of production
and those cost-prices are not only determined by the values of commodities,
confirm the law of value instead of contradicting it, but, moreover, that
only on the foundation of value and its law, the very existence of costs of
production, and cost-prices can be conceived, and becomes a meaningless
absurdity without that premise?.

Man sieht zugleich, wie die Ökonomen, die einerseits die tatsächliche
Erscheinung in der Konkurrenz sehn, andrerseits die Vermittlung between
the law of value and the law of cost-price® nicht begreifen, zu der Fiktion
flüchten, das Kapital, nicht die Arbeit bestimme den Wert der Waren oder
rather*, es gebe keinen Wert.

1790| Der Profit geht in die Produktionskost der Ware ein; wird mit
Recht von A.Smith in den „naturel prix“? der Ware eingerechnet als
Element, weil auf Grundlage der kapitalistischen Produktion die Ware - in
the long run, on the average - is not brought to market, if it does not yield

1 ein Teil des Profits muß immer Mehrwert, unbezahlte Arbeit darstellen, die in der Ware
selbst vergegenständlicht ist, da auf der Grundlage der kapitalistischen Produktion in jeder
Ware mehr Arbeit aufgespeichert ist, als von dem Kapitalisten bezahlt wurde, als er jene Arbeit
in Bewegung setzte. Ein Teil des Profits kann in Arbeit bestehen, die nicht auf die Ware
verwandt wurde, die ein bestimmter Gewerbszweig liefert oder die einer gegebenen Produk-
tionssphäre entspringt; aber dann gibt es irgendeine andere Ware, die aus einer anderen
Produktionssphäre hervorgeht, deren Kostenpreis unter ihren Wert fällt oder in deren
Kostenpreis weniger unbezahlte Arbeit berechnet und bezahlt wird, als in ihr enthalten ist. -
2 Kostenpreise der meisten Waren von ihren Werten und daher ihre „Produktionskosten“
von der Gesamtmenge der in ihnen enthaltenen Arbeit abweichen müssen, dennoch jene
Produktionskosten und jene Kostenpreise nicht nur durch den Wert der Waren bestimmt
werden, entsprechend dem Wertgesetz und nicht im Gegensatz dazu, sondern daß sogar
nur auf der Grundlage des Wertes und seines Gesetzes das Bestehen der Produktionskosten
und der Kostenpreise selbst begriffen werden kann und daß sie ohne diese Voraussetzung
eine sinnlose Absurdität werden - ® zwischen dem Wertgesetz und dem Gesetz des Kosten-
preises — * vielmehr - ° „natürlichen Preis“

Auflösung der Ricardoschen Schule 79

the cost-price = the value of the advances + the average profit!. Oder wie
Malthus, obgleich er den Ursprung des Profits, its real causation? nicht
versteht, weil der Profit, also der Kostpreis, which involves it, is a condition
of the supply of the commodity? (auf Basis der kapitalistischen Produktion).
To be produced, to be brought to the market, the commodity must fetch
that market-price at least, that cost-price to the seller*, whether its own
value be great or smaller than that cost-price.? Dem Kapitalisten ist es
gleichgültig, ob seine Ware mehr unpaid labour® enthält oder weniger als
andere Waren, if into its price enters so much of the general stock of unpaid
labour, or the surplus produce in which it is fixed, as every other equal
quantity of capital will draw from that common stock”. In der Art sind die
Kapitalisten „Komministen“®. In der Konkurrenz bestrebt sich jeder natür-
lich, mehr als den average profit zu ziehn, was nur möglich, indem der andre
weniger zieht®. Es ist grade durch diesen Kampf, daß der average profit her-
gestellt wird.

In der Form des Zinses auf das vorgeschoßne Kapital (sei es geliehn
oder nicht) erscheint auch dem Kapitalisten ein Teil der im Profit realisier-
ten surplus value als avance, als Produktionskost, die er als Kapitalist hat, wie
ja überhaupt der Profit der unmittelbare Zweck der kapitalistischen Pro-
duktion. Aber im Zins (namentlich bei geborgtem Kapital) erscheint dies
auch als faktische Voraussetzung seiner Produktion.

Es zeigt dies zugleich, was die Unterscheidung zwischen Produktions-
und Distributionsformen auf sich [hat]. Profit, Distributionsform, ist hier
zugleich Produktionsform, eine Bedingung der Produktion, a necessary
ingrediency of the process of production. Wie albern daher - später darauf
zurückzukommen - J.St.Mill etc, die die bürgerlichen Produktions-
formen als absolut, die bürgerlichen Distributionsformen aber als relativ
historisch, hence transitory!® auffassen. Die Distributionsform ist nur die
Produktionsform sub alia specie!!. Die differentia specifica"” - also auch

1 auf die Dauer, im Durchschnitt - nicht auf den Markt gebracht wird, wenn sie nicht
den Kostenpreis abwirft = dem Wert der Vorschüsse + dem Durchschnittsprofit - ? seine
wirkliche Ursache - ® der ihn einschließt, eine Bedingung der Zufuhr der Ware ist -* in
der Handschrift: purchaser (Käufer) - ® Um produziert, um auf den Markt gebracht zu wer-
den, muß die Ware wenigstens den Marktpreis, den Kostenpreis dem Verkäufer einbringen,
mag ihr eigener Wert größer oder kleiner sein als dieser Kostenpreis. -® unbezahlte Arbeit -
? wenn in ihren Preis soviel von dem allgemeinen Fonds unbezahlter Arbeit oder von dem
Mehrprodukt, in dem sie fixiert ist, eingeht, als jede andere gleiche Menge Kapital aus
diesen gemeinsamen Fonds zieht - ® in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Text-
stelle mit Bleistift unterstrichen - ? ein notwendiger Bestandteil des Produktionsprozesses -
10 also vergänglich - } unter anderem Gesichtspunkt - "? der spezifische Unterschied

80 Zwanzigstes Kapitel

spezifische Bomiertheit -, die die Schranke der bürgerlichen Distribution
ausmacht, geht in die Produktion selbst als über sie übergreifende und be-
herrschende Bestimmtheit ein. Daß sie aber durch ihre eignen immanenten
Gesetze gezwungen ist, einerseits die Produktivkräfte so zu entwickeln,
als ob sie nicht Produktion auf einer bornierten gesellschaftlichen Grund-
lage sei, anderseits sie doch wieder nur in den Schranken dieser Borniertheit
entwickeln kann, ist der innerste und geheimste Grund der Krisen, der in
ihr eklatierenden Widersprüche, innerhalb deren sie sich bewegt und die sie
selbst dem groben Blick als bloß historische Übergangsform kennzeichnen.

Es wird dies dann roh aufgefaßt und doch anderseits gewissermaßen
richtig, von Sismondi z.B., als Widerspruch der Produktion um der Produk-
tion willen und einer auf eine absolute Entwicklung der Produktivität
eo ipso! ausschließenden Distribution.

2. [James Mill]

1791] James Mill, „Elements of Polit. Econ.“, Lond. 1821 (2.Aufl.,
Lond. 1824).

Mill war der erste, der Rlicardo]s Theorie in systematischer Form dar-
stellte, wenn auch nur in ziemlich abstrakten Umrissen. Was er anstrebt,
ist formell logische Konsequenz. Mit ihm beginnt „daher“ auch die Auf-
lösung der Riclardo]schen Schule. Bei dem Meister entwickelt sich das .
Neue und Bedeutende mitten im „Dünger“ der Widersprüche, gewaltsam
aus den widersprechenden Erscheinungen. Die Widersprüche selbst, die
zugrunde liegen, zeugen von dem Reichtum der lebendigen Unterlage, aus
der die Theorie sich herauswindet. Anders mit dem Schüler. Sein Rohstoff
ist nicht mehr die Wirklichkeit, sondern die neue theoretische Form, wozu
der Meister sie sublimiert hat. Teils der theoretische Widerspruch der
Gegner der neuen Theorie, teils das off paradoxe Verhältnis dieser Theorie zu
der Realität spornen ihn zum Versuch, die ersten zu widerlegen, das letztre
wegzuerklären. Bei diesem Versuch verwickelt er sich selbst in Widersprüche
und stellt mit seinem Versuch, sie zu lösen, zugleich die beginnende Ayf-
lösung der Theorie dar, die er dogmatisch vertritt. Mill will einerseits die
bürgerliche Produktion als absolute Form der Produktion darstellen und
sucht daher zu beweisen, daß ihre wirklichen Widersprüche nur scheinbare
sind. Andrerseits die Rlicardo]sche Theorie als die absolute theoretische

1 eben dadurch

Auflösung der Ricardoschen Schule 8

Form dieser Produktionsweise darzustellen und die teils von andren geltend
gemachten, teils ihm selbst sich aufdrängenden theoretischen Widersprüche
ditto wegzubeweisen. Indes ist Mill in gewisser Weise auch noch Fort-
schritt der Rlicardolschen Ansicht über die Schranken hinaus, worin
Rlicardo] sie dargestellt. Er hat noch dasselbe geschichtliche Interesse, das
Ricardo hat - das des industriellen Kapitals gegen das Grundeigentum -, und
er zieht rücksichtsloser die praktischen Konsequenzen der Theorie, der der
Grundrente z.B. gegen die Existenz des Grundeigentums, das er mehr oder
minder direkt in Staatseigentum verwandelt wissen will. Hier haben wir es
mit der letztren Konsequenz und dieser Seite Mills nicht zu tun.!

[a) Verwechslung von Mehrwert und Profit]
Der Unterschied von Mehrwert und Profit findet sich bei den Schülern

Rlicardols so wenig als bei ihm selbst. Er selbst wird dessen nur gewahr
durch den verschiednen Einfluß, den die Variation des Arbeitslohns auf
Kapitalien von verschiedner organischer Komposition (und diese selbst nur
mit Rücksicht auf den Zirkulationsprozeß) haben kann. Daß - selbst wenn
wir nicht Kapitalien in different occupations? betrachten, sondern jedes
Kapital für sich, soweit es nicht ausschließlich aus variablem Kapital be-
steht, nur in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital ist - Profitrate und Rate des
Mehrwerts verschieden, also auch der Profit eine weiter entwickelte, spe-
zifisch modifizierte Form des Mehrwerts sein muß, fällt ihnen nicht ein.
Sie werden des Unterschieds nur gewahr, soweit es sich von gleichem
Profit - average rate of profit? - für Kapitalien in different spheres of pro-
duction and differently composed of fixed and circulating ingrediences®
handelt. Mill wiederholt in dieser Beziehung, vulgarisiert nur das von
Ric[ardo] in ch.I „On Value“? Beigebrachte. Das einzige neue Bedenken,
das ihm aufstößt, mit Bezug auf diese Frage, ist dieses:

Mill bemerkt, daß „time as such“® (also nicht Arbeitszeit, sondern Zeit)
nichts produziert, also auch nicht „value“?. Wie stimmt es also mit dem
Gesetz des Werts, daß Kapital deswegen, wie Ricardo sagt, weil es längre
Zeit zu seinen returns® braucht, denselben Profit abwirft wie Kapital, auf
das mehr unmittelbare Arbeit verwandt, aber rascher retourniert? Man
sieht, daß Mill hier nur einen ganz einzelnen Fall auffaßt, der, allgemein

1 In der Handschrift sind alle in diesem Absatz kursiv gegebenen Textstellen mit Blei-
stift unterstrichen - 2 verschiedenen Zweigen - ® Durchschnittsprofitrate - * verschiedenen
Produktionssphären und mit verschiedener Zusammensetzung aus fixen und zirkulierenden

Bestandteilen -® „Über den Wert“ - ® „Zeit als solche“ -° „Wert“ -® Umlauf

82 Zwanzigstes Kapitel

ausgedrückt, dahin lauten würde: Wie stimmt der Kostenpreis und die von
ihm vorausgesetzte | average rate of profit (hence* Gleichwert von
Waren, die sehr unequale Quanta Arbeit enthalten) damit, daß der Profit
nichts ist als ein Teil der in der Ware enthaltnen Arbeitszeit, aber der Teil,
der vom Kapitalist ohne Äquivalent angeeignet wird? Bei dem average rate
of profit und Kostenpreis werden dagegen der Wertbestimmung ganz
fremde und äußerliche Gesichtspunkte geltend gemacht, z.B., daß der
Kapitalist, dessen Kapital längre returns durchzumachen, weil es wie wine?
z.B. länger im Produktionsprozeß verharren muß (oder länger im Zirku-
lationsprozeß in andren Fällen), entschädigt werden muß für die Zeit,
worin er sein Kapital nicht verwerten kann. Aber wie kann die Zeit der
Nichtverwertung Wert schaffen?
Mills Stelle über die „Zeit“ lautet:*®

„Die Zeit kann nichts tun, ... wie kann sie also Wert vermehren? Die Zeit ist bloß
ein abstrakter Ausdruck, ein Wort, ein Laut. Und es ist die gleiche logische Absurdität,
von einer abstrakten Einheit als Wertmaß und von der Zeit als Schöpferin von Wert
zu reden.“ („Elements etc.“, 2rd ed., p.99.)[

In der Tat handelt es sich bei den Kompensationsgründen* zwischen den
capitals in different spheres of production? nicht um Produktion des Mehr-
werts, sondern um Verteilung desselben unter die verschiednen Kategorien
von Kapitalisten. Es machen sich hier also Gesichtspunkte geltend, die mit
der Wertbestimmung als solcher® absolut nichts zu schaffen haben. Es ist hier
alles Kompensationsgrund, was ein Kapital in a peculiar sphere of production?
zwingt, auf die Bedingungen zu verzichten, worunter es in andren Sphären
größren Mehrwert produzieren könnte. Also z.B., wenn es mehr fixes,
weniger zirkulierendes Kapital anwendet, wenn es mehr konstantes als
vaniables Kapital anwendet, wenn es länger im Zirkulationsprozeß ver-
harren muß, wenn es endlich länger im Produktionsprozeß verharren muß,
ohne einem Arbeitsprozeß unterworfen zu sein, was jedesmal eintritt, wo
der Produktionsprozeß seiner technologischen Natur gemäß Unterbrechun-
gen erleidet, um das werdende Produkt den Wirkungen natürlicher Kräfte
auszusetzen, z.B. der Wein im Keller. In allen diesen Fällen - der letztre
ist der, den Mill herausgreift, also ganz borniert und vereinzelt die Schwienig-

1 daher - ? Wein - ? der vorstehende Satz und das folgende Zitat finden sich in der
Handschrift quer am Rande und sind von Marx zur Einfügung an diese Stelle bezeich-
net - @in der Handschrift ist das hier kursiv gegebene Wort mit Bleistift unterstrichen -
5 Kapitalien in den verschiedenen Produktionssphären -® in der Handschrift istdie hier kursiv
gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen - ? einer besondern Produktionssphäre

Auflösung der Ricardoschen Schule 83

keit greifend - tritt Kompensation ein. Es wird von dem in andren Sphären
produzierten Mehrwert (die Konkurrenz bewirkt diese Ausgleichung, wonn
jedes besondre Kapital nur als aliquoter Teil des gesellschaftlichen Kapitals
erscheint) ein Teil auf diese der direkten Exploitation der Arbeit ungünstiger
situierten Kapitalien, im Verhältnis zu ihrer bloßen Größe, übertragen. Das
Phänomen ist sehr einfach, sobald das Verhältnis von Mehrwert und Profit
und ferner die Ausgleichung der Profite zur allgemeinen Profitrate begriffen
ist. Soll es aber ohne alle Vermittlung aus dem Gesetz des Werts begriffen
werden, also der Profit, den ein besondres Kapital in einem besondren
trade! macht, aus dem in den von ihm produzierten Waren enthaltnen
Mehrwert, [der] unbezahlten Arbeit (also auch aus der direkt in ihnen
selbst worked up labour?) erklärt werden, so ist dies ein Problem, viel un-
möglicher als die Quadratur des Zirkels, die algebraisch gefunden werden
kann. Es ist einfach der Versuch, das, was nicht ist, als seiend darzustellen.
In dieser unmittelbaren Form aber ist es, daß Mill das Problem zu lösen
sucht. Es ist hier also keine Lösung in der Sache, sondern nur ein sophisti-
sches Wegräsonieren der Schwierigkeit möglich, also nur Scholastik®. Mill
beginnt das. Bei einem gewissenlosen Flachkopf* wie MeCulloch nimmt diese
Manier breitmacherische Unverschämtheit an.

Mills Lösung kann nicht besser charakterisiert werden als in den Worten
Baileys:

„Herr Mill hat einen sonderbaren Versuch gemacht, die Wirkungen der Zeit in Ver-
ausgabung von Arbeit aufzulösen. ‚Wenn‘, sagt er (p.97, 2rd ed. der „Elements“, 1824),
‚der Wein, der im Keller gehalten wird, im Werte dadurch im Jahre um */,, steigt,
so darf man mit Fug annehmen, es sei "/,, mehr Arbeit auf ihn verwandt worden. ...
Eine Tatsache kann nur dann mit Fug als eingetreten betrachtet | werden, wenn
sie in Wirklichkeit eingetreten ist. In dem angeführten Beispiel hat sich nach der
Voraussetzung kein menschliches Wesen dem Weine genähert oder auch nur einen
Augenblick oder eine einzige Muskelbewegung auf ihn verwandt.“ („A critical
Dissertation on the Nature, Measures and Causes of Value etc.“, London 1825,
2.219, 220)

Der Widerspruch zwischen dem allgemeinen Gesetz und weiter ent-
wickelten konkreten Verhältnissen soll hier nicht gelöst werden durch Auf-
findung der Mittelglieder, sondern durch direkte Subsumtion und un-
mittelbare Anpassung des Konkreten an das Abstrakte. Und zwar soll dies
durch eine sprachliche Fiktion bewirkt werden, by changing vera rerum

1 Gewerbszweig -? realisierten Arbeit -° in der Handschrift ist das hier kursiv gegebene
Wort mit Bleistift unterstrichen - *in der Handschrift sind die hier kursiv gegebenen Worte
mit Bleistift unterstrichen

6*

84 Zwanzigstes Kapitel

vocabula!. (Hier in der Tat „verbal disputes“ 22), aber „verbal“, weil reelle
Widersprüche, die nicht reell gelöst worden sind, durch Phrasen gelöst
werden sollen.) Daß diese Manier, die bei Mill nur noch im Keim auftritt,
die ganze Grundlage der Rlicardolschen Theorie viel mehr aufgelöst hat
als alle Angriffe der Gegner, wird sich bei McCulloch zeigen.

Mill flüchtet zu diesem Verfahren nur, wo er sich absolut nicht anders
zu helfen weiß. Seine durchgehende Methode jedoch ist verschieden. Wo
das ökonomische Verhältnis - also auch die Kategorien, die es ausdrücken -
Gegensätze einschließt, Widerspruch und eben die Einheit von Wider-
sprüchen ist, hebt er das Moment der Einheit der Gegensätze hervor und
leugnet die Gegensätze. Er macht die Einheit von Gegensätzen zur unmittel-
baren Identität dieser Gegensätze.

Z.B. die Ware hüllt den Gegensatz von Gebrauchswert und Tausch-
wert ein. Dieser Gegensatz entwickelt sich weiter, stellt sich dar, realisiert
sich als die Verdopplung der Ware in Ware und Geld. Diese ihre Ver-
dopplung erscheint als Prozeß in der Metamorphose der Ware, worin
Verkauf und Kauf verschiedne Momente eines Prozesses sind, jeder Akt
dieses Prozesses aber zugleich sein Gegenteil einschließt. Ich habe im ersten
Teil dieser Schrift erwähnt, wie Mill mit dem Gegensatz dadurch fertig
wird, daß er nur die Einheit von Kauf und Verkauf festhält, die Zirkulation
daher in Tauschhandel verwandelt, in den Tauschhandel aber wieder der
Zirkulation entlehnte Kategorien einschmuggelt.®! Sieh noch, was ich
daselbst über seine Geldtheorie entwickelt, wo er ähnlich zu Werk geht.)

Es findet sich bei J.Mill die schlechte Einteilung „De la Production“,

„De la Distribution“, „Des Exchanges“, „De la Consommation “2.1

[5) Mills fruchtlose Versuche, den Austausch zwischen Kapital und. Arbeit

mit dem Wertgesetz in Übereinstimmung zu bringen]
Salaire:

„Statt zu warten, bis die Produkte erhalten sind und ihr Wert realisiert ist, hat man
es für die Arbeiter beguemer gefunden, ihren Teil im Vorschuß auszuzahlen“ (Al’avance).
„Die Form, worunter man passend gefunden, daß sie ihn erhielten, ist die der Salaire.
Wenn der Anteil der Produkte, welcher dem Arbeiter unter der Form des Salairs zu-
kömmt, ganz von ihm erhalten ist, gehören diese Produkte ausschließlich dem Kapita-
listen, weil er faktisch den Anteil des Arbeiters gekauft und denselben ihm als Vorschuß
‚gezahlt hat.“ (Französische Übersetzung der „Elements“ von.Parisot. Paris 1823, p.33, 34.)

I indem man die richtigen Namen der Dinge ändert -? „Über die Produktion“, „Über
die Verteilung“, „Über den Austausch“, „Über die Konsumtion“

Auflösung der Ricardoschen Schule 85

Es ist höchst charakteristisch für Mill, daß, wie ihm das Geld bloß ein
für die Bequemlichkeit erfundnes Auskunftsmittel, so das Kapitalverhältnis
selbst für die Bequemlichkeit erfunden ist. Diese spezifischen gesellschaft-
lichen Produktionsverhältnisse sind der „Bequemlichkeit“ halber erfunden.
Ware und Geld verwandeln sich dadurch in Kapital, daß der Arbeiter auf-
gehört hat, als Warenproduzent und Warenbesitzer auszutauschen, vielmehr
gezwungen ist, statt Ware zu verkaufen, seine Arbeit selbst (unmittelbar
sein Arbeitsvermögen) als Ware zu verkaufen an den Besitzer der objektiven
Arbeitsbedingungen. Diese Scheidung ist die Voraussetzung des Verhält-
nisses von Kapital und Lohnarbeit, wie sie die Voraussetzung für die Ver-
wandlung des Gelds (oder der Ware, die es repräsentiert) in Kapital ist.
Mill unterstellt die Trennung, die Scheidung, unterstellt das Verhältnis von
Kapitalist und Lohnarbeiter, um es dann als eine Sache der Bequemlichkeit
hinzustellen, daß der Arbeiter kein Produkt verkauft, keine Ware, sondern
seinen Anteil am Produkt (dessen Produktion er gar nicht bestimmt und die
unabhängig von ihm vorgeht) verkauft, bevor er produziert hat. Oder
auch, nur noch näher: daß der Anteil des Arbeiters am Produkt vom
Kapitalist ausgezahlt - in Geld verwandelt wird -, bevor der Kapitalist das
Produkt, an dem der Arbeiter Anteil hat, versilbert hat, has disposed of.

Durch diese Auffassung soll die spezifische Schwierigkeit - mit der
spezifischen Form des Verhältnisses - umgangen werden. Nämlich die
Schwierigkeit des Riclardolschen Systems, das den Arbeiter seine Arbeit
verkaufen läßt direkt (nicht sein Arbeitsvermögen). Die [Schwierigkeit]: der
Wert der Ware durch die Arbeitszeit bestimmt, die ihre Produktion kostet.
Woher kömmt es, daß dies Gesetz der Werte sich nicht in dem größten aller
Austäusche, der Grundlage der kapitalistischen Produktion bewährt, dem
Austausch zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter? Warum ist das Quantum
of realized labour, das der Arbeiter empfängt als wages, nicht gleich dem
Quantum immediate labour, das er in Austausch für die wages gibt? To
shift this difficulty?, verwandelt Mill den Lohnarbeiter in einen Waren-
besitzer, der sein Produkt, seine Ware - denn sein Anteil an dem Produkt,
der Ware, ist sein Produkt, seine Ware, ein in der Form von besondrer
Ware von ihm produzierter Wert - dem Kapitalisten verkauft. Er löst die
Schwierigkeit dadurch, daß er die Transaktion zwischen Kapitalist und
Lohnarbeiter, die den Gegensatz von realized und immediate labour ein-
schließt, als die common? Transaktion von Besitzern von realized labour,
von Warenbesitzern umdichtet... ee

1 verwertet hat - 2 Um diese Schwierigkeit beiseite zu schieben - ° gemeinsame

86 Zwanzigstes Kapitel

Durch diese Finte hat Mill zwar sich unmöglich gemacht, die spezifische
Natur, die differentia specifica! des Prozesses, der zwischen Kapitalist und
Lohnarbeiter vorgeht, zu begreifen, aber er hat sich keineswegs die Schwie-
rigkeit vermindert, sondern sie vermehrt, weil die Eigentümlichkeit des
Resultats jetzt nicht mehr zu begreifen aus der Eigentümlichkeit der Ware,
die der Arbeiter verkauft (und die das Spezifische besitzt, daß ihr Ge-
brauchswert selbst das Element des Tauschwerts ist, weshalb ihr Gebrauch
einen größren Tauschwert schafft, als in ihr selbst enthalten war).

Der Arbeiter bei Mill ist Warenverkäufer wie jeder andre. Z.B., er pro-
duziert 6 Ellen Leinwand. Von diesen 6 Ellen sollen 2 einen Wert darstellen
= der von ihm zugesetzten Arbeit. Er ist also der Verkäufer von 2 Ellen
Leinwand an den Kapitalisten. Warum soll er nun von dem Kapitalisten
nicht den Wert der 2 Ellen Leinwand ganz erhalten wie jeder andre Ver-
käufer von 2 Ellen Leinwand, da er jetzt Leinwandverkäufer wie jeder
andre ist? Vielmehr tritt jetzt der Widerspruch gegen das Gesetz der Werte
viel krasser hervor. Er verkauft keine spezifische, von allen andren ver-
schiedne Ware. Er verkauft Arbeit, realisiert in einem Produkt, also Ware,
die sich als Ware von keiner andren spezifisch unterscheidet. Wenn nun der
Preis der Elle - d.h. das Quantum Geld, das die in der Elle enthaltne
Arbeitszeit enthält - = 2 sh., warum erhält der Arbeiter I sh. statt 2?
Erhält er aber 2 sh., so realisiert der Kapitalist keine surplus value, und das
ganze Riclardo]sche Systern fiele über den Haufen. Wir wären zu dem profit
upon expropriation? zurückgeschleudert. Die 6 Ellen kosteten dem Kapita-
listen ihren Wert = 12 sh. Er verkaufte sie aber zu 13 sh.

Oder Leinwand oder jede andre Ware verkauft sich zu ihrem Wert,
wenn der Kapitalist sie verkauft; aber sie verkauft sich unter ihrem Wert,
wenn der Arbeiter sie verkauft. Das Gesetz der Werte wäre also aufgelöst
durch die Transaktion zwischen Arbeiter und Kapitalist. Und grade um
das zu vermeiden, flüchtet Mill zu seiner Fiktion. Er will das Verhältnis
von Arbeiter und Kapitalist verwandeln in das gewöhnliche Verhältnis
von Warenverkäufern und Käufern. Aber warum soll dann hier nicht das
gewöhnliche Gesetz der Warenwerte die Transaktion bestimmen? Aber der
Arbeiter ist „en avance“? bezahlt. Also doch nicht das gewöhnliche Verhält-
nis von Warenkauf und Verkauf. Was soll dies „Avancieren“ hier heißen?
Der Arbeiter, der z.B. wöchentlich bezahlt wird, hat seine Arbeit „avanciert“
und den Anteil an dem wöchentlichen Produkt, der ihm gehört, geschaffen -

1 den spezifischen Unterschied - ? Entäußerungsprofit -® „auf Vorschuß“ (in der Hand-
schrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen)

Auflösung der Ricardoschen Schule 87

seine Wochenarbeit realisiert in einem Produkt - (nach der Unterstellung
Mills und nach der Praxis), bevor er diesen Anteil vom Kapitalisten „ge-
zahlt“ erhält. Der Kapitalist hat Rohmaterial und Instrumente „avanciert“,
der Arbeiter „die Arbeit“, und sobald der Lohn am Ende der Woche ge-
zahlt wird, verkauft er Ware, seine Ware - seinen Anteil an der Gesamt-
ware - an den Kapitalisten. Aber der Kapitalist, wird Mill sagen, zahlt, i.e.
versilbert, verwandelt in Geld dem Arbeiter die 2 ||795] Ellen Leinwand,
bevor er selbst die 6 Ellen Leinwand in Geld verwandelt, verkauft hat!
Und wenn der Kapitalist auf Bestellung gearbeitet, wenn er die Ware ver-
kauft hat, bevor er sie produziert hat? Und allgemeiner: Was geht es den
Arbeiter - hier Verkäufer von 2 Ellen Leinwand - an, daß der Kapitalist
ihm diese 2 Ellen abkauft, um sie wieder zu verkaufen, nicht um sie zu
konsumieren? Was gehn den Verkäufer die Motive des Käufers an? Und
wie sollen letztre nun gar das Gesetz des Werts modifizieren? Konsequent
müßte dann jeder Verkäufer seine Ware unter ihrem Wert verkaufen, denn
er gibt dem Käufer das Produkt in der Form eines Gebrauchswerts, während
der Käufer ihm den Wert in Form des Gelds gibt, die versilberte Form des
Produkts. In diesem Falle hätte der Leinwandfabrikant auch den Leinen-
garnhändler und den Maschinenfabrikant und den Kohlenproduzenten
etc. unterzahlen müssen. Denn sie verkaufen ihm Waren, die er erst in Geld
verwandeln will, während er ihnen „en avance“, nicht nur bevor die Ware
verkauft, sondern bevor sie produziert, den Wert der Ingredienzien seiner
Ware zahlt. Der Arbeiter liefert ihm Leinwand, die Ware in ihrer verkauf-
baren Form; dagegen jene Warenverkäufer Maschinerie, Rohstoff etc., die
erst einen Prozeß durchmachen müssen, um ihre verkaufbare Form zu er-
halten. Am schönsten ist es für einen absoluten Riclardianer] wie Mill, bei
dem Kauf und Verkauf, offre und demande! einfach identisch und das Geld
bloße Formalität ist, wenn die Verwandlung von Ware in Geld - und weiter
geht doch nichts vor im Verkauf der 2 Ellen Leinwand an den Kapitalisten -
einschlösse, daß der Verkäufer die Ware unter dem Wert verkaufen und der
Käufer mit seinem Geld über dem Wert kaufen muß.

Kommt also auf die Absurdität hinaus, daß in dieser Transaktion der
Käufer kauft, um mit Profit wieder zu verkaufen, daher der Verkäufer die
Ware unter ihrem Wert verkaufen muß, womit die ganze Werttheorie über
den Haufen geworfen. Dieser zweite Versuch Mills, einen Rlicardo]schen
Widerspruch zu lösen, hebt in der Tat die ganze Basis des Systems auf und
speziell seinen Vorzug, das Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit als

* Zufuhr und Nachfrage

88 Zwanzigstes Kapitel

direkten Austausch zwischen hoarded und immediate labour! zu fixieren,
d.h., es in seiner spezifischen Bestimmtheit aufzufassen.

Um sich zu helfen, müßte Mill weitergehn und sagen, es handle sich
nicht um eine einfache Transaktion von Kauf und Verkauf von Waren.
Das Verhältnis zwischen Arbeiter und Kapitalist sei vielmehr das des’
lending capitalist or discounting capitalist (monied capitalist) zum industrial
capitalist?, soweit es sich hier um Zahlung, Versilberung des Produkts des
Arbeiters = seinem Anteil am Gesamtprodukt, handle. Es wäre dies schöne
Entwicklung, das zinstragende Kapital vorauszusetzen - eine besondre
Form des Kapitals -, um das Profit produzierende Kapital (die allgemeine
Form des Kapitals) zu entwickeln; eine abgeleitete Form des Mehrwerts
(die schon das Kapital voraussetzt) als Grund der Entstehung des Mehr-
werts darzustellen. Außerdem müßte Mill dann auch konsequent sein und
statt aller bestimmten Gesetze über den Arbeitslohn und den rate of
wages®, die Rlicardo] entwickelt hat, sie vielmehr aus dem rate of interest*
herleiten, wobei in der Tat wieder nicht zu sagen wäre, wodurch der rate
of interest zu bestimmen, da er nach den Ricardians and all other econo-
mists, worth naming, is determined by the rate of profit?.

Die Phrase mit dem „Anteil“ des Arbeiters an seinem eignen Produkt
beruht in der Tat darauf: Betrachtet man nicht die vereinzelte Transaktion
zwischen Kapitalist und Arbeiter, sondern den exchange® zwischen beiden
in dem course of reproduction”; sieht man auf den wirklichen Inhalt dieses
Prozesses, statt auf die Form seiner Erscheinung, so zeigt sich in der Tat,
daß das, womit der Kapitalist den Arbeiter zahlt (und auch der Teil des
Kapitals, der als capital constant dem Arbeiter gegenübertritt), nichts ist als
ein Teil vom Produkt des Arbeiters selbst und zwar ein Teil des Produkts,
das nicht erst in Geld verwandelt werden soll, sondern bereits verkauft,
bereits in Geld verwandelt ward, da die wages in Geld und nicht in naturali-
bus® ausgezahlt werden. Bei der Sklaverei etc., wo nicht der falsche Schein
durch die vorherige Verwandlung des Produkts - soweit es in wages aus-
gelegt wird - in Geld bewirkt wird, ist es auch handgreiflich, daß das, was
der Sklave als Lohn erhält, in der Tat nichts ist, was der slave owner?
ihm „advances“!?, sondern nur der Teil der realisierten Arbeit des slavell,
der ihm in der Form von Lebensmitteln wieder zuströmt. Ebenso beim

1 aufgespeicherter und unmittelbarer Arbeit - ? geldverleihenden oder diskontierenden
Kapitalisten (Geldkapitalisten) zum industriellen Kapitalisten -3 die Lohnrate-*der Zinsrate-
5 Ricardianern und allen anderen Ökonomen, die der Rede wert sind, durch die Profitrate
bestimmt wird - ® Austausch -° Laufe der Reproduktion -® Naturalien —? Sklavenhalter -
10 vorschießt“ - " Sklaven

Auflösung der Ricardoschen Schule 8

capitalist. Er „avanciert“ nur dem Schein nach. Was er dem Arbeiter als wages
avanciert oder vielmehr ||796]| zahlt, da er die Arbeit erst zahlt, nachdem sie
verrichtet, ist ein Teil des von dem Arbeiter produzierten und bereits in
Geld verwandelten Produkts. Ein Teil des Produkts des Arbeiters, das sich
der Kapitalist angeeignet, das vorweggenommen ist, fließt ihm in der Form
der wages - als avance? auf das neue Produkt, wenn man will - zu.

Es ist Mills durchaus unwürdig (so etwas paßt für McCulloch, Say oder
Bastiat), an diesem Schein der Transaktion festzuhalten, um die Transaktion
selbst zu erklären. Der Kapitalist hat nothing to advance to the labourer
except what he before has taken from the labourer, has been advanced to
him by the other people’s labour?. Sagt doch Malthus selbst, daß das, was
der Kapitalist avanciert, nicht consists „of cloth“ und „other commodities“,
but „of labour“? 61, also grade aus dem, was er nicht verrichtet. Er schießt
dem Arbeiter des Arbeiters eigne Arbeit vor.

Indessen nützt diese ganze Periphrase dem Mill nichts, nämlich nichts,
um die Lösung der Frage zu umgehn: Wie der Austausch zwischen hoarded
und immediate labour (und so faßt Riclardo] und nach ihm MIill] etc. den
Austauschprozeß zwischen Kapital und Arbeit) dem Gesetz der Werte, dem
er direkt widerspricht, entspricht? Daß es dem Mill nichts nützt, sieht man
aus folgenden Sätzen:

„Nach welchem Verhältnis teilen sich die Produkte zwischen ouvrier* und Kapitalist,
oder welche Proportion regelt die Taxe des Salaire?“ (p.34 Parisot ed.) „Die Fixation
der Teile zwischen ouvrier und capitalist ist der Gegenstand eines Handels, Marktens
zwischen ihnen. Jeder freie Handel ist geregelt durch die Konkurrenz, und die Be-
dingungen wechseln nach dem wechselnden Verhältnis zwischen Nachfrage und Zufuhr.“
(l.c. p.34, 35.)

Der Arbeiter erhält seinen „Anteil“ am Produkt gezahlt. Dies wurde
gesagt, um ihn in einen gewöhnlichen Verkäufer von Ware (Produkt) dem
Kapital gegenüber zu verwandeln und das Spezifische des Verhältnisses
auszulöschen. Sein Anteil am Produkt ist sein Produkt, also der Teil des
Produkts, worin seine neuzugesetzte Arbeit realisiert ist. Quod non.? Wir
fragen vielmehr jetzt, welches ist sein „Anteil“ am Produkt, also welches ist
sein Produkt? Denn das Teilprodukt, das ihm gehört, ist ja sein Produkt,
das er verkauft. Jetzt hören wir, daß sein Produkt und sein Produkt zwei

1 Vorschuß -? nichts, was er dem Arbeiter vorschießen könnte, außer dem, was er vorher
dem Arbeiter genommen hat, was ihm durch die Arbeit anderer Leute vorgeschossen wurde -
3 besteht „in Tuch“ und „anderen Waren“, sondern „in Arbeit“ - * Arbeiter -5 Was nicht
(der Fall ist).

90 Zwanzigstes Kapitel

ganz verschiedne Dinge sind. Wir müssen erst festsetzen, was sein Produkt
(i.e. sein Anteil am Produkt, also das Teilprodukt, das ihm gehört) ist. Sein
Produkt war also eine bloße Phrase, da die Bestimmung des Werts, den er
vom Kapitalisten erhält, nicht durch seine eigne Produktion bestimmt ist.
Mill hat also die Schwierigkeit nur einen Schritt weitergeschoben. Er ist
jetzt so weit, wie er am Anfang war.

Es ist hier ein Quidproquo. Den Austausch zwischen Kapital und Lohn-
arbeit als kontinuierlichen Akt gesetzt - wie er es ist, wenn man nicht einen
einzelnen Akt, Moment der kapitalistischen Produktion fixiert, isoliert -,
erhält der Arbeiter einen Teil vom Wert seines Produkts, den er ersetzt hat,
-+ den Teil des Werts, den er umsonst dem Kapitalisten gab. Dies wieder-
holt sich beständig. Er erhält also in der Tat beständig einen Wertteil seines
eignen Produkts, einen Teil des oder Anteil an dem von ihm geschaffnen
Wert. Wie groß oder klein seine wages, ist nicht bestimmt durch seinen
Anteil am Produkt, sondern umgekehrt, sein Anteil am Produkt ist durch
die Größe seiner wages bestimmt. Er erhält faktisch einen Anteil vom Wert
des Produkts. Aber der Anteil, den er erhält, ist bestimmt durch die value
of labour!; nicht umgekehrt die value of labour durch den Anteil am Pro-
dukt. Die value of labour ist fixiert, d.h. die Arbeitszeit, die er zur Repro-
duktion seiner selbst braucht; sie ist fixiert durch den Verkauf seines
Arbeitsvermögens an den Kapitalisten. Damit ist denn auch faktisch sein
Anteil am Produkt fixiert. Aber nicht umgekehrt wird erst sein Anteil am
Produkt fixiert und dadurch die Höhe oder die value seiner wages. Es ist
dies ja einer der wichtigsten und meist betonten Sätze Riclardos], da sonst
der Preis der Arbeit durch den Preis der von ihr produzierten Ware be-
stimmt wäre, während der Preis der Arbeit nach Ricardo] nichts bestimmt
als die Rate des Profits.

Und wie setzt Mill nun den „Anteil“ fest, den der Arbeiter vom Produkt
erhält? Durch Nachfrage und Zufuhr, Konkurrenz zwischen Arbeitern
und Kapitalisten. Die Phrase Mills ist auf alle Waren anwendbar:

„Die Fixation der Teile“ (lies des Warenwerts) „zwischen ouvrier und Kapitalist“
(Verkäufer und Käufer) „ist der Gegenstand eines Handels, Marktens zwischen |]797|
ihnen. Jeder freie Handel ist geregelt durch die Konkurrenz, und die Bedingungen
wechseln nach dem wechselnden Verhältnis zwischen Nachfrage und Zufuhr.“ [l.c.
p.34, 35]

Also das des Pudels Kern! Mill, der als eifriger Ricjardianer] nachweist,
daß Nachfrage und Zufuhr wohl die Schwankungen des Marktpreises über

! den Wert der Arbeit

Auflösung der Ricardoschen Schule 91

oder unter den Wert der Ware, aber nicht diesen Wert selbst bestimmen
können, daß es sinnlose Worte sind, wenn angewandt zur Bestimmung des
Werts, da ihre eigne Bestimmung die Wertbestimmung voraussetzt! Und
jetzt - was Say dem Ricardo] schon vorhält - üchtet er, um die value of
labour, um den Wert einer Ware zu bestimmen, zu der Fixation durch
Nachfrage und Zufuhr!

Aber noch mehr.

Mill sagt es nicht - was der Sache nach hier auch gleichgültig -, welche
der beiden Parteien die offre!, welche die demand? repräsentiert. Doch da
der Kapitalist das Geld, der Arbeiter dagegen etwas für das Geld anbietet,
wollen wir die demand auf seiten des Kapitalisten und die offre auf seiten
der Arbeiter voraussetzen. Aber was „verkauft“ der Arbeiter dann? Wovon
bringt er eine Zufuhr? In seinem „Anteil“ am Produkt, das nicht existiert?
Aber sein Anteil an dem zukünftigen Produkt soll ja eben erst bestimmt
werden durch die Konkurrenz zwischen ihm und [dem] Kapitalisten, durch
das „Nachfrage-und-Zufuhr“-Verhältnis! Die eine Seite des Verhältnisses,
die Zufuhr, kann nicht in etwas bestehn, was selbst erst das Resultat des
Kampfes zwischen Nachfrage und Zufuhr ist. Also was bietet der Arbeiter
zum Verkauf an? Seine Arbeit? Aber dann ist Mill wieder bei der ursprüng-
lichen Schwierigkeit, die er umgehn wollte, angekommen, bei dem exchange
zwischen :hoarded und immediate labour”. Und wenn er sagt, daß sich hier
nicht Äquivalente austauschen oder daß der Wert der verkauften Ware, der
labour, nicht durch „die Arbeitszeit“ selbst gemessen ist, sondern durch die
Konkurrenz, durch Nachfrage und Zufuhr bestimmt wird, so gibt er zu, daß
die Theorie Rlicardo]s zusammenbricht, daß seine Gegner recht haben, daß
die Bestimmung des Werts der Ware durch die Arbeitszeit falsch ist, weil
der Wert der wichtigsten Ware, der Arbeit selbst, diesem Gesetz des
Warenwerts widerspricht. Wir werden später sehn, daß Wakefield dies
direkt sagt.

Mill kann sich drehn und wenden wie er will. Er kommt nicht aus dem
Dilemma heraus. Im besten Fall, um seine eigne Ausdrucksweise zu
brauchen, verursacht die Konkurrenz der Arbeiter, daß sie bestimmte Masse
Arbeit für einen Preis anbieten, der, je nach dem Verhältnis von Nachfrage
und Zufuhr, gleich einem größren oder geringren Teil des Produkts ist,
das sie produzieren werden mit dieser Masse Arbeit. Daß dieser Preis,
diese Geldsumme, die sie so erhalten, gleich einem größren oder kleinren Teil

des Werts des zu schaffenden Produkts ist, hindert aber in keiner Weise

1 Zufuhr -? Nachfrage -® Austausch zwischen aufgespeicherter und unmittelbarer Arbeit

92 Zwanzigstes Kapitel

de prime abord!, daß eine bestimmte Masse lebendiger Arbeit (immediate
labour) für eine größre oder geringre Masse Geld (accumulated labour? und
in der Form des Tauschwerts existierender labour) ausgetauscht wird. Es
hindert also nicht, daß ungleiche Quanta Arbeit gegeneinander ausgetauscht
werden, weniger hoarded labour gegen mehr immediate labour. Dies war
eben das Phänomen, das Mill zu erklären hatte und, ohne das Wertgesetz
zu verletzen, wegerklären wollte. Das Phänomen wird dadurch in keiner
Weise verändert, und noch weniger erklärt, daß am Schluß des Produktions-
prozesses das Verhältnis, worin der Arbeiter seine immediate labour gegen
Geld ausgetauscht, sich nun darstellt in der Proportion, die der ihm bezahlte
Wert zum Wert des von ihm geschaffnen Produkts hat. Der ursprüngliche
ungleiche Austausch zwischen Kapital und labour erscheint damit nur in
einer andren Form.

Wie sehr Mill sich sträubt vor dem direkten exchange zwischen labour
und capital, von dem Riclardo] noch ungeniert ausgeht, zeigt auch sein

Fortgehn zum Folgenden. Er sagt nämlich:

 „Man unterstelle eine bestimmte Zahl von Kapitalisten und eine bestimmte
Zahl von Arbeitern. Die Proportion, in welcher sie das Produkt‘teilen, sei auf irgendeine
Weise fixiert. Wächst die Zahl der ouvriers, ohne daß die Masse der Kapitalien wächst,
so muß der hinzugekommene Teil der ouvriers den ursprünglich beschäftigten Teil
zu verdrängen suchen. Er kann es nur durch das Anerbieten, für eine'geringre Retribution
zu arbeiten. Die Taxe der Salaire sinkt notwendig...“ (wenn umgekehrt, umgekehrt) ...
„Bleibt das Verhältnis zwischen der Masse der Kapitalien und der Bevölkerung gleich,
so bleibt auch die Taxe der Salaire dieselbe.“ (1.c. p.35 sqg. passim.) -

Was bestimmt werden sollte, war „die Proportion, in welcher sie“ (Ka-
pitalisten und Arbeiter) „das Produkt teilen“. Um dies durch die Konkur-
renz zu fixieren, unterstellt Mill, daß diese Proportion „auf irgendeine Weise
fixiert sei“. Um den „Anteil“ des Arbeiters durch die Konkurrenz zu be-
stimmen, unterstellt er, daß er vor der Konkurrenz „auf irgendeine Weise“
bestimmt ist. Nicht genug. Um zu zeigen, wie die Konkurrenz „die auf
irgendeine Weise“ bestimmte Teilung des Produkts alteriert, unterstellt er,
daß Arbeiter sich „anerbieten, für eine geringre Retribution zu arbeiten“, wenn
ihre Zahl rascher wächst als die Masse der Kapitalien. Hier sagt er also
gradeheraus, daß das Angebot der Arbeiter in „Arbeit“ besteht und daß sie
diese Arbeit anbieten gegen „Retribution“, .i.e. Geld, eine bestimmte
Summe of „hoarded labour“ ?. Um den direkten Austausch zwischen Arbeit
und Kapital zu umgehn, den direkten Verkauf der Arbeit, flüchtet er zur

3 yon vornherein - ? aufgehäufter Arbeit - ? von „aufgespeicherter Arbeit“

Auflösung der Ricardoschen Schule 9

Theorie der „Teilung des Produkts“. Und um die Proportion der Teilung
des Produkts zu erklären, setzt er den direkten Verkauf der Arbeit gegen
Geld voraus, so daß dieser ursprüngliche exchange zwischen capital und la-
bour später sich ausdrückt im Verhältnis des [Anteils des] Arbeiters an
seinem Produkt, nicht aber sein Anteil am Produkt jenen ursprünglichen
exchange bestimmt. Und schließlich, wenn Anzahl der Arbeiter und Masse
der Kapitalien sich gleichbleiben, bleibt die „Taxe der Salaire“ dieselbe.
Aber welches ist die Taxe der Salaire, wenn Nachfrage und Zufuhr sich
entsprechen? Das soll ja eben erklärt werden. Es wird nicht dadurch erklärt,
daß diese Taxe sich ändert, wenn jenes Gleichgewicht zwischen Nachfrage
und Zufuhr sich aufhebt. Die tautologischen Windungen Mills beweisen
nur, daß er hier einen Haken in der Rficardo]schen Theorie fühlt, dessen er
nur Herr wird, indem er überhaupt aus der Theorie herausfällt.

Gegen Malthus, Torrens etc. Gegen die Bestimmung des Werts der Wa-
ren durch den Wert des Kapitals bemerkt M[ill] richtig:

„Kapital ist gleich Waren. Wenn der Wert der Waren also durch den Wert des
Kapitals bestimmt wird, wird er vom Werte der Waren bestimmt; der Wert der Waren
wird durch sich selbst bestimmt.“ („Elements etc.“, Lond. 1821, p.74.)

{Mill vertuscht den Gegensatz von Kapital und Arbeit nicht. Es ist
nötig, daß die Profitrate groß sei, damit die von unmittelbarer Arbeit un-
abhängige Gesellschaftsklasse bedeutend sei; dazu muß also das Salair rela-
tiv klein sein. Es ist nötig, daß die Arbeitermasse nicht Herr ihrer Zeit und
Sklave ihrer Bedürfnisse sei, damit sich die menschlichen (gesellschaft-
lichen) Fähigkeiten frei in Klassen entwickeln können, denen diese Arbeiter-
klasse nur als Unterlage dient. Die letztren repräsentieren die Entwicklungs-
losigkeit, damit andre Klassen die menschliche Entwicklung repräsentieren.
Dies in fact der Gegensatz, in dem sich die bürgerliche | Gesellschaft
entwickelt und alle bisherige Gesellschaft entwickelt hat, als notwendiges
Gesetz, i.e. das Bestehende als das absolute Vernünftige ausgesprochen.

„Die menschliche perfectibilite! oder das Vermögen, beständig von einer Stufe der
Wissenschaft und des Glücks zu einer andren, größern fortzuschreiten, scheint großen-
teils von einer Klasse von Menschen abzuhängen, die Herren ihrer Zeit sind, i.e., die
reich genug sind, um aller Sorge für die Mittel, in einem gewissen Zustand von Genuß

1 Vervollkommnungsfähigkeit

94 Zwanzigstes Kapitel

zu leben, überhoben zu sein. Durch diese Menschenklasse wird die Domäne der
Wissenschaft kultiviert und vergrößert; sie verbreiten Licht; ihre Kinder empfangen
beßre Erziehung und bereiten sich vor, die wichtigsten und delikatesten Funktionen
der Gesellschaft auszuüben; sie werden Gesetzgeber, Richter, Verwalter, Lehrer,
Erfinder in den Künsten, Leiter aller großen und nützlichen Arbeiten, worauf sich die
Herrschaft der Menschengattung über die Naturkräfte erstreckt.“ ([ed. Parisot, Paris
1823] p.65.) „Das Interesse der Kapitalien muß sehr stark sein, damit ein beträchtlicher
Teil der Gesellschaft a m&me! ist, die Vorteile zu genießen, die die Muße verschafft.“

(l.c. p.67.)}

Noch zum obigen.
Mill als Ricardian unterscheidet labour und capital als bloß verschiedne
Formen der Arbeit:

„Arbeit und Kapital - das eine unmittelbare Arbeit, ... das andere aufgespeicherte
Arbeit.“ (1st Engl. edit., Lond. 1821, p.75.)

Nun sagt er an einer andern Stelle:

„In bezug auf diese beiden Arten Arbeit zu bemerken. Sie sind nicht immer zu der-

selben Taxe bezahlt.“ (ed. Parisot, p. 100.)

Hier kommt er also zur Sache. Da das, was die immediate Arbeit zahlt,
immer hoarded labour, capital ist, so heißt das, daß sie nicht zu gleicher
Taxe bezahlt sind, weiter nichts als, daß sich mehr immediate labour gegen
weniger hoarded labour austauscht und zwar „immer“, da sonst die hoarded
labour sich nicht als „Kapital“ gegen die immediate labour austauschte,
und nicht nur nicht das von Mill gewünschte sehr starke Interesse, sondern
gar keins abwürfe. Hier also zugegeben, da Mill mit Ric[ardo] den Aus-
tausch von capital und labour als direkten Austausch von hoarded und
immediate labour faßt, daß sie sich in ungleichen Proportionen austauschen
und bei ihnen das Gesetz des Werts - daß gleiche Quanta Arbeit sich gegen-
einander austauschen - in die Brüche geht.

[c) Mills Unverständnis der regulierenden Rolle des industriellen Profits]
Mill hebt als ein Hauptgesetz hervor, was Riclardo] in der Tat zur Ent-
wicklung seiner Renttheorie unterstellt.?

„Die Profittaxe in der Agrikultur regelt die Taxe der andren Profite“ (2ud edit.,
Lond. 1824, p.78).

in der Lage - ? siehe 2. Teil dieses Bandes, S. 467/468

Auflösung der Ricardoschen Schule 95

Was grundfalsch ist, indem die kapitalistische Produktion in der Indu-
strie, nicht in der Agrikultur beginnt und die letztre erst nach und nach er-
greift, so daß auch erst im Fortschritt der kapitalistischen Produktion the
agricultural profits become equalized to the industrial? und nur erst infolge
dieser Equalisation die erstren die letztren [beeinflussen]. Erstens also
historisch falsch. Zweitens aber, einmal diese Equalisation vorhanden -
also den Zustand der Entwicklung der Agrikultur vorausgesetzt, daß das
Kapital [sich] je nach der Rate des Profits von der Industrie auf die Agri-
kultur und vice versa? wirft -, so ist ebenso falsch, daß von da an die agri-
cultural profits regelnd würden, statt daß Wechselwirkung stattfände. Um
übrigens die Rente zu entwickeln, nimmt Ricardo selbst das Umgekehrte
an. Der Getreidepreis steigt; dadurch fallen die Profite nicht in der Agri-
kultur (solange nicht neue Zufuhr von schlechtren Ländereien oder zwei-
ten, minder produktiven Kapitaldosen stattfindet) - denn das Steigen des
Getreidepreises entschädigt den Pächter für mehr als ihm das Steigen der
Salaire infolge des Steigens des Getreidepreises kostet -, sondern in der
Industrie, wo keine solche Kompensation oder Überkompensation statt-
[findet]. Damit fällt die industrielle Profitrate und hence? kann Kapital, das
diese niedre Profitrate abwirft, be employed* auf schlechtren Ländereien.
Bei der alten Profitrate wäre das nicht der Fall. Und erst infolge dieser
Rückwirkung des Sinkens des industriellen Profits auf den agrikolen on the
worse lands? fällt der agricultural profit generally® | und löst sich ein
Teil desselben on the better soils” vom Profit in der Form der Rente ab®.
Dies ist Rlicardo]s Darstellung des Prozesses, wonach also der industrial
profit den agricultural regelt.

Stiege nun der agricultural profit wieder infolge von Verbeßrungen der
Agrikultur, so würde dann auch der industrielle steigen. Aber das schließt
keineswegs aus, daß, wie die Abnahme des industriellen Profits ursprünglich
die des agricultural bedingt, so auch ein Steigen desselben ein Steigen des
agricultural profit nach sich zieht. Dies jedesmal, wenn der industrial profit
steigt. unabhängig von dem Preis von Korn und andren agricultural neces-
saries®, die in das Salair der Arbeiter eingehn, also infolge des Fallens des
Werts der Waren, die das konstante Kapital bilden etc. Die Rente ist viel-
mehr absolut nicht zu erklären, wenn der industrielle Profit nicht den agri-
cultural regulierte. The average rate of profif!® ist in der Industrie gegeben

1 die landwirtschaftlichen Profite mit den industriellen ausgeglichen werden - ? um-
gekehrt - ® daher - * beschäftigt werden - ® auf den schlechteren Ländereien - ® landwirt-
schaftliche Profit im allgemeinen - ? auf den besseren Böden -® in der Handschrift: vor -
9 zum Leben notwendigen landwirtschaftlichen Dingen - !° Die Durchschnitisprofitrate

96 Zwanzigstes Kapitel

durch Ausgleichung der Profite der Kapitalien und daherige Verwandlung
der Werte in Kostpreise. Diese Kostpreise - der Wert des avancierten Kapi-
tals + average profit - bilden die Voraussetzung, die die Agrikultur von der
Industrie erhält, da in der Agrikultur wegen des’Grundeigentums nicht jene
Ausgleichung stattfinden kann. Ist dann der Wert des agricultural produce!
höher als der Kostpreis sein würde, bestimmt durch den industrial average
profit?, so bildet der Überschuß dieses Werts über den Kostpreis die ab-
solute Rente. Aber damit dieser Überschuß des Werts über den Kostpreis
gemessen werden könne, muß der Kostpreis das Prius sein, also der Agri-
kultur von der Industrie als Gesetz aufgezwängt werden.

Zu notierender Satz von Mill:

„Was man produktiv konsumiert, ist immer Kapital. Das ist eine besonders merk-
würdige Eigenschaft der produktiven Konsumtion. Was produktiv konsumiert wird,
ist Kapital, und es wird Kapital durch die Konsumtion.“ (edit. Par[isot], l.c. p.[241],
242.)

[d)] Nachfrage, Zufuhr, Überproduktion

„Eine demande® bezeichnet die Begierde und die Mittel zu kaufen ... Das äguivalente
Objekt“ (Mittel zu kaufen), „welches ein Mensch hinzubringt, ist das Instrument der
Nachfrage. Die Ausdehnung seiner Nachfrage mißt sich am Wert dieses Gegenstandes.
Die Nachfrage und der äquivalente Gegenstand sind Termini, welche man einen dem
andren substituieren kann ...Sein“ (eines Menschen) „Wille zu kaufen und seine Mittel,
es zu tun, sind also gleich, oder seine Nachfrage ist exakt = seinem Tootalprodukt, sofern
er es nicht selbst verzehren will.” (ed. Par[isot], l.c. p.252, 253.)

Wir sehn hier, wie die unmittelbare Identität von Nachfrage und Zu-
fuhr (hence die Unmöglichkeit eines general glut*) bewiesen wird. Die
Nachfrage besteht in dem Produkt, und zwar ist der Umfang dieser Nach-
frage gemessen durch den Wert dieses Produkts. Dieselbe abstrakte „Be-
weisführung“, wodurch Mill nachzeigt, daß Kauf und Verkauf nur iden-
tisch und nicht unterschieden sind; dieselben tautologischen Phrasen, wo-
durch er zeigt, daß die Preise von der Masse des zirkulierenden Gelds ab-
hängen; dieselbe Manier, um zu beweisen, daß offre und demande sich
decken müssen (was nur weiterentwickelte Form von Käufer und Ver-
käufer). Es ist immer dieselbe Logik. Wenn ein Verhältnis Gegensätze ein-

1 Jandwirtschaftlichen Produkts - ? industriellen Durchschnitisprofit -® Nachfrage- *einer
allgemeinen Überfüllung

Auflösung der Ricardoschen Schule 97

schließt, so ist es also nicht nur Gegensatz, sondern Einheit von Gegen-
sätzen. Es ist daher Einheit ohne Gegensatz. Dies ist Mills Logik, wodurch er
die „Widersprüche“aufhebt.

Gehn wir zunächst von der Zufuhr aus. Was ich zuführe, ist Ware, Ein-
heit von Gebrauchswert und Tauschwert, z.B. bestimmtes Quantum Eisen
=3 1. (was = bestimmten Quantum. Arbeitszeit). Ich bin Eisenfabrikant
nach der Voraussetzung. Ich führe einen Gebrauchswert zu, Eisen, und
ich führe einen Wert zu, nämlich den im Preis des Eisens, in den 31.
ausgedrückten Wert. Nur findet dieser kleine Unterschied statt. Bestimmtes
Quantum Eisen ist wirklich von mir auf den Markt geworfen. Dagegen
existiert der Wert des Eisens nur als sein Preis, der erst realisiert werden
soll von dem Käufer des Eisens, der für mich die Nachfrage nach Eisen
darstellt. Die Nachfrage des Eisenverkäufers besteht in der Nachfrage nach
dem Tauschwert des Eisens, der zwar im Eisen steckt, aber nicht realisiert
ist. Es ist möglich, daß derselbe Tauschwert sich in sehr verschiednen Quan-
titäten Eisen darstellt. Die Zufuhr von Gebrauchswert und die Zufuhr von
zu realisierendem Wert sind also keineswegs identisch, da ganz verschiedne
Quantitäten von Gebrauchswert dieselbe Quantität Tauschwert | dar-
stellen können.

Derselbe Wert von 31. mag sich in 1, 3 oder 10 Tonnen darstellen.
Die Quantität Eisen (Gebrauchswert), die ich zuführe, und die Quantität
Wert, die ich zuführe, stehn also in gar keinem Verhältnis zueinander, da
die letztre Quantität unverändert bleiben mag, so sehr die erstre wechselt.
Wie groß oder klein das Quantum von mir zugeführten Eisens sei, ich will,
in der Unterstellung, stets den von dieser seiner eignen Quantität - seinem
Dasein als Gebrauchswert überhaupt - unabhängigen Wert des Eisens ver-
wirklichen. Der zugeführte (aber noch nicht realisierte) Wert und die zu-
geführte Quantität Eisen, die realisiert ist, stehn also in keinem Verhältnis
zueinander. Es ist also durchaus kein Grund vorhanden, daß die Verkaufs-
fähigkeit einer Ware zu ihrem Wert in irgendeinem Verhältnis stehe zu der
von mir zugeführten Masse Ware. Für den Käufer existiert meine Ware zu-
nächst als Gebrauchswert. Er kauft sie als solchen. Aber was er braucht, ist
ein bestimmtes Quantum Eisen. Sein Bedürfnis nach Eisen ist ebenso-
wenig durch die von mir produzierte Quantität bestimmt, als der Wert
meines Eisens selbst ein Verhältnis zu dieser Quantität hat.

Allerdings der, der kauft, hat in seiner Hand bloß die verwandelte Ge-
stalt einer Ware, Geld - die Ware in der Gestalt des Tauschwerts -, und er
kann nur als Käufer auftreten, weil er oder andre vorher als Verkäufer auf-
getreten sind der Ware, die jetzt in der Gestalt des Gelds existiert. Dies ist

98 Zwanzigstes Kapitel

aber durchaus kein Grund, daß er sein Geld in meine Ware rückverwandelt
oder daß sein Bedürfnis nach meiner Ware durch die Quantität bestimmt
ist, in der ich sie produziert habe. Soweit er demandeur! für meine Ware ist,
mag er entweder geringre Quantität verlangen, als ich zuführe, oder die
ganze Quantität, aber unter ihrem Wert. Seine demand braucht sowenig
meiner Zufuhr zu entsprechen als die Quantität, die ich zuführe, und der
Wert, zu dem ich sie zuführe, identisch sind.

Jedoch die ganze Untersuchung über Nachfrage und Zufuhr gehört
nicht hierher.

Soweit ich Eisen zuführe, frage ich nicht nach Eisen nach, sondern nach
Geld. Ich führe einen besondren Gebrauchswert zu und frage nach dem
Wert desselben. Meine Zufuhr und Nachfrage sind also so verschieden
als Gebrauchswert und Tauschwert. Soweit ich in dem Eisen selbst einen
Wert zuführe, frage ich nach nach der Realisation dieses Werts. Meine Zu-
fuhr und Nachfrage sind also ebenso verschieden wie Ideelles und Reelles.
Ferner die Quantität, die ich zuführe, und ihr Wert stehn in keinem Ver-
hältnis zueinander. Die Nachfrage nach der von mir zugeführten Quantität
Gebrauchswert richtet sich aber nicht nach dem Wert, den ich realisieren
will, sondern nach der Quantität, die der Käufer? zu einem bestimmten
Preis braucht.

Folgende Sätze Mills noch:

„Es ist klar, daß jeder Mensch zu der allgemeinen Masse [der Produkte], welche die
Zufuhr konstituieren, die Totalität dessen, was er produziert hat und nicht verzehren
will, hinzuträgt. Unter welcher Form nun auch ein Teil des jährlichen Produkts in die
Hände eines Menschen gefallen sei, wenn er sich vornimmt, nichts davon selbst
zu verzehren, so will er sich alles dessen entledigen, und dies Ganze kömmt daher dazu,
die Zufuhr zu vermehren. Wenn er einen Teil davon verzehrt, will er sich des ganzen
Restes entledigen, und der ganze Rest wird zur Zufuhr geschlagen.“ (l.c. p.253.}

Dies heißt in andren Worten nichts, als alle auf den Markt geworfnen
Waren bilden die Zufuhr.

„Weil also die Nachfrage jedes Menschen = der Portion des jährlichen Produkts ist
oder, anders ausgedrückt, = der Portion von Reichtum, dessen er sich entledigen will*

{Halte-lal? Seine Nachfrage ist gleich dem Wert (sobald er realisiert
ist) der Portion von Produkten, deren er sich entledigen will; wessen er sich
entledigen will, ist ein bestimmtes Quantum Gebrauchswert; was er haben
will, ist der Wert dieses Gebrauchswerts. Beide Sachen sind anything but
identical*},

1 Nachfragender -? in der Handschrift: Verkäufer -? Halt! -* alles andere als identisch

Auflösung der Ricardoschen Schule 9

„und weil die Zufuhr jedes Menschen exakt dieselbe Sache ist“

(keineswegs; seine Nachfrage besteht nicht in dem, dessen er sich ent-
ledigen will, nämlich dem Produkt, sondern in der Nachfrage nach dem
Wert dieses Produkts, und seine Zufuhr besteht dagegen realiter in diesem
Produkt, während der Wert desselben nur idealiter zugeführt wird},

„so sind offre und demande eines Individuums notwendig gleich.“ [l.c. p.253, 254.] _

(D.h., der Wert der von ihm zugeführten Ware und der Wert, den er
für sie verlangt, aber nicht hat, sind gleich; wenn er die Ware zu ihrem Wert
verkauft, sind: zugeführter Wert (in der Form der Ware) und erhaltner
Wert (in der Form des Gelds) gleich. Aber daraus, daß er die Ware zu ihrem
‚Wert verkaufen will, folgt nicht, daß dies geschieht. Das Quantum Ware ist
von ihm zugeführt, befindet sich auf dem Markt. Den Wert dafür sucht er.)

„Offre und demande haben eine ||802]| eigentümliche Beziehung zueinander. Jede
dargebotne, zugeführte, ausgebotne Ware ist immer zu gleicher Zeit das Objekt einer
Nachfrage, und eine Ware, welche das Objekt einer Nachfrage ist, macht immer zu
derselben Zeit einen Teil der allgemeinen Produktenmasse aus, welche das offre,
die Zufuhr konstituieren. Jede Ware ist immer zugleich Gegenstand der Nachfrage und
der Zufuhr. Wenn zwei Menschen einen Austausch machen, so kömmt der eine nicht,
um nur eine Zufuhr, und der andre nicht, um nur eine Nachfrage zu tun; das Objekt,
der Gegenstand seiner Zufuhr muß ihm das seiner Nachfrage verschaffen, und folglich
sind seine demande und offre, seine Nachfrage und Zufuhr vollständig gleich. Sind
aber offre und demande eines jeden Individuums immer gleich, so ist es auch die aller
Individuen einer Nation in Masse genommen. Wie hoch daher der Betrag des jähr-
lichen Produkts sei, er kann niemals die Höhe der jährlichen Nachfrage überschreiten.
Die Totalität des jährlichen Produkts ist geteilt in eine Anzahl von Portionen = der An-
zahl von Individuen, worunter das Produkt verteilt ist. Die Totalität der Nachfrage =
der Summe dessen, was auf alle Teile die Besitzer nicht für ihre eigne Konsumtion
behalten; aber die Totalität der Teile ist = dem ganzen jährlichen Produkt.“ (l.c.
p.254, 255.)

Hat Mill einmal unterstellt, daß offre und demande jedes Individuums
gleich sind, so der ganze weitläufige Scharfsinn, daß dann auch offre und
demande aller Individuen gleich, sehr überflüssig.

Wie die conternporaneous Ricardians! den Mill auffaßten, z.B. aus fol-
gendem zu ersehn:

„Da haben wir also mindestens einen Fall“ {heißt es mit Bezug auf M[ill]s Be-
stimmung der valeur du travail?}, „wo der Preis (der Preis der Arbeit) durch das Ver-

* zeitgenössischen Ricardianer - ? des Wertes der Arbeit

7”

100 Zwanzigstes Kapitel

hältnis von Angebot und Nachfrage auf eine dauerhafte Weise geregelt ist.“ („Discours
sur l’econ. polit.“ Par MecCulloch, traduit par Gme Prevost. Geneve 1825; in Prevosts
angehängten „Reflexions sur le systeme de Ricardo“, p.187.)

McCulloch in dem zitierten „Discours“ sagt, daß M]illls Zweck,

„eine logische Deduktion der Prinzipien der politischen Ökonomie zu geben“. (p.88.)
Mill „untersucht fast alle Fragen, die zur Diskussion stehen. Er versteht es, die ver-
wickeltsten und schwierigsten Fragen klarzumachen und zu vereinfachen und die ver-
schiedenen Prinzipien der Wissenschaft in ihre natürliche Ordnung zu bringen.“ (l.c.)

Man kann das aus seiner Logik schließen, daß er die ganz unlogische
Struktur Ricardos, früher von uns auseinandergesetzt!, naiv im ganzen als
„ordre naturel“? beibehält.

[e)] Prevost. [Ablehnung einiger Schlußfolgerungen Ricardos und James Mills.
Versuche, zu beweisen, daß eine ständige Verringerung des Profits
nicht unvermeidlich ist]

Was den zitierten Prevost betrifft, der bei seinen „Reflexions etc.“ Mills
Exposition des Rlicardo]schen Systems zugrunde legt, so beruhen einige
seiner Einwendungen auf bloßem schülerhaften Mißverständnis Rlicardo]s.

Folgendes über die Rente aber zu bemerken:

„Man kann einen Zweifel hegen über den Einfluß der schlechteren Böden auf die
Bestimmung der Preise, wenn man, wie es sich gehört, ihre relative Ausdehnung in
Betracht zieht.“ (Prevost, ].c. p. 177.)

Prevost führt folgendes von Mill an, was auch für meine Entwicklung
wichtig, indem Mill hier selbst ein Beispiel sich denkt, wo die Diferential-
rente dadurch entsteht, daß die new demand - die additional demand is
supplied by a better, not by a worse soil, also die ascending line®.

„Herr Mill gebraucht diesen Vergleich: ‚Nehmen wir an, daß alle bebauten Lände-
reien in einem bestimmten Land von derselben Qualität seien und dieselben Profite auf
die darauf angewandten Kapitalien abwerfen, mit Ausnahme eines einzigen Äcre, der
das sechsfacheProdukt von dem der anderen produziert.‘“ (Mill, „Elements etc.“ , 2rded.,
p.71.) „Es ist sicher, wie Herr Mill es beweist, daß der Pächter dieses letzten Acre sein
Pachteinkommen nicht erhöhen könnte“ (d.h. nicht höhren Profit machen könnte als
die autres fermiers?; die Sache ist sehr schlecht ausgedrückt!?”)), „und daß die fünf
Sechstel des Produkts dem Grundeigentümer zufließen würden.“

1 Siehe 2. Teil dieses Bandes, S. 161-166 -? „natürliche Ordnung“ - ®neue Nachfrage -
die zusätzliche Nachfrage befriedigt wird durch Übergang zu einem besseren, nicht schlech-
teren Boden, also die aufsteigende Linie - * anderen Pächter

Auflösung der Ricardoschen Schule 101

(Hier also Differentialrente, ohne Erniedrigung der Profitrate und ohne
Steigen des Preises des produit agricole!.) (Dies muß um so öfter passieren,
als die Situation | mit der industriellen Entwicklung eines Landes, mit
den Kommunikationsmitteln und der wachsenden Bevölkerung sich be-
ständig verbessern muß, wie es immer mit der naturelle fertilite? stehe und
[die] Situation (relativ beßre) wirkt wie [größere] naturelle fertilite.)

„Aber hätte der scharfsinnige Autor daran gedacht, sich eine derartige Annahme
für den umgekehrten Fall vorzustellen, so hätte er erkannt, daß das Ergebnis ein
anderes wäre. Nehmen wir an, alle Ländereien wären von gleicher Güte, ausgenommen
ein Acre schlechteren Bodens. Auf diesem einzigen Acre betrage der Profit des Kapitals
den sechsten Teil des Profits von jedem anderen Acre. Glaubt man, daß der Profit
mehrerer Millionen Acres auf den sechsten Teil seines herkömmlichen Profits gesenkt
würde? Es ist wahrscheinlich, daß dieser einzige Acre gar keine Wirkung hätte, weil
die verschiedenen Produkte (namentlich das Getreide), wenn sie auf den Markt kom-
men, von der Konkurrenz einer so minimalen Menge nicht merklich betroffen würden.
Darum sagen wir, daß die Behauptung der Ricardo-Anhänger über die Wirkung der
schlechteren Böden durch die Berücksichtigung der relativen Ausdehnung der Böden
von verschiedener Fruchtbarkeit zu modifizieren ist.“ (Prevost, l.c. p.177, 178.)

{Say in seinen Anmerkungen zu Rlicardo]s traduction de Constancio?
hat nur eine richtige Bemerkung über den commerce etranger*.!®] Profit
kann auch durch Prellerei gemacht werden, daß der eine gewinnt, was der
andre verliert. Verlust und Gewinn innerhalb eines Landes gleichen sich
aus. Nicht so zwischen verschiednen Ländern. Und selbst d& Theorie
Rlicardo]s betrachtet — was Say nicht bemerkt -, können sich 3 Arbeits-
tage eines Landes gegen einen eines andren austauschen. Das Gesetz des
Werts erhält hier wesentliche Modifikation. Oder wie sich innerhalb eines
Landes skilled, composed labour zur unskilled, simple® verhält, so können
sich die Arbeitstage verschiedner Länder verhalten. In diesem Fall ex-
“ ploitiert das reichere Land das ärmre, selbst wenn letztres durch den Aus-
tausch gewinnt, wie auch J.St.Mill in seinen „Some Unsettled Questions
etc.“ entwickelt hat.!2?}

„Wir geben zu, daß im allgemeinen die Rate des landwirtschaftlichen Profits die
des industriellen bestimmt. Aber wir müssen zu gleicher Zeit bemerken, daß der

1 Jandwirtschaftlichen Produkts - 2 natürlichen Fruchtbarkeit - ® Übersetzung von
Constancio - * auswärtigen Handel - ° qualifizierte, komplizierte Arbeit zur unqualifizierten,
einfachen

102 Zwanzigstes Kapitel

letztere notwendigerweise auch auf den ersten reagiert. Wenn der Getreidepreis auf
einen gewissen Punkt gestiegen ist, wenden sich die industriellen Kapitalien der Land-
wirtschaft zu und drücken notwendigerweise die landwirtschaftlichen Profite herab.“
(Prevost, l.c. p. 179.)

Der Einwand richtig, aber ganz bomiert gefaßt. Sieh oben.!

Die Ricardians wollen, daß der Profit nur fallen kann durch Wachsen
des Arbeitslohns, indem die necessaries? mit [dem Wachstum] der Be-

. völkerung ‚im Preis steigen, was aber Folge der Akkumulation des capital,

indem mit dieser Akkumulation schlechtre Ländereien bebaut werden. Aber
Riclardo] gibt selbst zu, daß auch die Profite sinken können, wenn die
Kapitalien rascher wachsen als die Bevölkerung, die Konkurrenz der Kapi-
talien unter sich also den Arbeitslohn steigen macht. Dies das A. Smithsche.
Prevost sagt:

„Wenn die wachsende Nachfrage der Kapitalien den Preis der Arbeiter, das heißt
den Lohn, erhöht, scheint es dann nicht, daß man keinen Grund hat, zu behaupten, die
wachsende Zufuhr dieser selben Kapitalien vermöge niemals den Preis der Kapitalien,
mit andren Worten, den Profit zu senken?“ (l.c. p. 188.)

Prevost sucht auf der falschen Riclardo]schen Grundlage, die sich baisse
des profits® nur erklären kann aus abnehmender surplus value, also surplus
labour, also größrem Wert, [aus der] Verteurung der vom Arbeiter verzehrten
necessaries, also [dem] Steigen der value of labour, although real retribution
of the labourer, instead of being ascending, declines*; auf dieser Grundlage
sucht er zu beweisen, daß keine continual® Abnahme des Profits nötig.

Erstens sagt er:

„Der Zustand des Gedeihens erhöht zuerst den Profit“

(nämlich die profits agricoles®; mit dem &tat prosp£re? wächst die Bevölke-
rung, hence® die Nachfrage nach agricultural produce, hence surplus pro-
fits des farmer?),

„und zwar lange bevor man dazu übergeht, neue Ländereien in Anbau zu nehmen.
Wohl übt diese Ausdehnung des Bodenanbaus eine Wirkung auf die Rente aus, die den
Profit verringert. Aber wenn auch dadurch unmittelbar verringert, bleibt der Profit
doch ebenso hoch, wie er vor dem Fortschritt war ... Warum geht man zu irgendeiner
Zeit zum Anbau von Böden schlechterer Qualität über? Das geschieht nur in Erwartung
eines Profits, der den üblichen Profit mindestens erreicht. Und welcher Umstand vermag

1 Siehe vorl. Band, S. 94-96 -? zum Leben notwendigen Dinge -® Sinken des Profits -
% des Werts der Arbeit, obwohl der Reallohn des Arbeiters statt zu steigen, sinkt -? ständige -
$ Jandwirtschaftlichen Profite - ? Zustand des Gedeihens - ® daher - ? landwirtschaftlichen
Produkten, daher Surplusprofit des Pächters

Auflösung der Ricardoschen Schule 103

diese Profitrate auf solchem Boden herbeizuführen? Die Zunahme | der Bevölke-
rung. Sie drückt ... auf die Schranken der Subsistenzmittel, bewirkt dadurch ein °
Steigen der Lebensmittelpreise (besonders des Getreides) und wirft auf diese Weise den
landwirtschaftlichen Kapitalien hohe Profite ab. Die anderen Kapitalien strömen auf die
Ländereien; aber da der Boden in seiner Ausdehnung beschränkt ist, findet diese Kon-
kurrenz ihre Grenzen; und es kommt zu einem Punkt, daß man durch den Anbau
schlechteren Bodens immer noch höheren Profit erreicht als im Handel oder in der Manu-
faktur. Sind die schlechteren Böden in genügender Ausdehnung vorhanden, dann
müssen sich von da an die landwirtschaftlichen Profite nach den zuletzt auf die Lände-
reien angewandten Kapitalien richten. Geht man von der Profitrate aus, die zu Beginn
des zuriehmenden Wohlstandes bestand (der Teilung des Profits in Profit und Rente),
so wird man finden, daß der Profit keinerlei Tendenz hat, zu sinken. Er steigt mit zu-
nehmender Bevölkerung, bis der landwirtschaftliche Profit so gewachsen ist, daß er
durch neue Kulturen eine erhebliche Verminderung erfahren kann, ohne daß er jemals
unter seine ursprüngliche Rate herabsinkt oder, um genauer zu sprechen, unter die
mittlere Rate, die durch verschiedene Umstände bestimmt wird.“ (p. 190-192.)

Prevost faßt offenbar falsch die Rlicardo]sche Ansicht. Infolge der pro-
sperite" steigt die Bevölkerung, hence the price of agricultural products,
hence agricultural profits?. (Obgleich nicht einzusehn, wenn dies Steigen
konstant, warum nach Ablauf der Pacht die Renten nicht erhöht werden
sollten und diese agricultural surplus profits in der Form der Rente ein-
kassiert werden sollten, selbst ehe die terres inferieures? bebaut.) Aber das-
selbe Steigen des agricultural produce, das die agricultural profits steigen
macht, erhöht den Arbeitslohn in all industries, und macht daher die
industrial profits fallen. Es bildet sich so a new rate of profit? in der Indu-
strie. Wenn nun die schlechtren Länderen bei dem existierenden Markt-
preis auch nur diese lower rate of profit? zahlen, können sich Kapitalien auf
die schlechtren Ländereien werfen. Sie werden dahin attrahiert durch die
hohen agricultural profits und den hohen Marktpreis des ble®. Sie mögen,
eh hinreichende Anzahl von Kapitalien so übergewandert, auch noch, wie
Prevost sagt, höhre Profite als den gesunkenen industrial profit abwerfen.
Sobald aber die additional supply” hinreichend, fällt der Marktpreis, so daß
er auf den schlechtern Ländereien nur the ordinary- industrial profit? ab-
wirft. Was das Produkt mehr abwirft auf den beßren, verwandelt sich in
Rente. Dies die Rl[icardo]sche Vorstellung, deren Grundlage P[revost] ak-
zeptiert, auf der er räsoniert. Das Getreide nun teurer als vor dem Steigen
des agricultural profit. Aber der surplus profit, den es dem Pächter abwarf,

3 des Wohlstandes - ? daher der Preis der landwirtschaftlichen Produkte, daher die land-
wirtschaftlichen Profite - ® schlechteren Ländereien - * eine neue Profitrate-° niedere Profit-
rate -€ Getreides -? zusätzliche Zufuhr - ® den gewöhnlichen industriellen Profit

104 Zwanzigstes Kapitel

in Rente verwandelt. Auf diesem Wege also sinkt der Profit auch der beßren
Ländereien zu der infolge des rise! des agricultural produce eingetretnen
lower rate of industrial profit?. Nicht abzusehn, wie hierdurch, wenn keine
andren Umstände modifizierend eintreten, die Profite nicht unter ihren
„taux primitif“ ® fallen müssen. Es können natürlich andre Umstände ein-
treten. Unter allen Umständen steht nach der Voraussetzung der agricultural
profit höher nach dem rise der necessaries® als der industrial. Sollte hier
aber der Teil der necessaries der Arbeiter, der von der Industrie herstammt,
durch Entwicklung der Produktivkraft so gefallen sein, daß der Arbeits-
lohn (selbst wenn zu seiner average value? gezahlt) nicht so hoch stiege,
als er, ohne diese paralysierenden Umstände, verhältnismäßig mit dem rise
des agricultural produce steigen müßte; sollte ferner dieselbe Entwicklung
der Produktivkraft den Preis der von der extraktiven Industrie gelieferten
Produkte so gesenkt haben, ditto der agricultural raw materials, die nicht
in die Nahrung eingehn, so brauchte der industrial profit nicht zu fallen (ob-
gleich die Voraussetzung nicht wahrscheinlich), obgleich er tiefer wie der
agricultural profit stünde. Ein Herabsenken des letztren durch transfer of
capital to agriculture’ und Bildung von Rente würde dann | nur den
alten taux of profit® wiederherstellen.
[Zweitens] Prevost versucht es noch in andrer Weise:

„Die Böden von schlechterer Qualität... werden nur dann in Anbau genommen
werden, wenn sie ebenso hohen oder höheren Profit abwerfen wie die industriellen
Kapitalien. Oft bleibt unter solchen Umständen der Preis des Getreides oder der son-
stigen landwirtschaftlichen Produkte noch sehr hoch, trotz der neuen Kulturen. Diese
hohen Preise bedrücken die arbeitende Bevölkerung, da das Steigen des Arbeitslohns
nicht genau dem Preis jener Gegenstände folgt, die von den Lohnarbeitern gebraucht
werden. Sie bilden mehr oder weniger eine Last für die ganze Bevölkerung, da fast alle
Waren vom Steigen der Löhne und des Preises der zum Leben notwendigen Dinge
betroffen werden. Dieser allgemeine Druck, verbunden mit dem durch eine zu zahl-
reiche Bevölkerung herbeigeführtes Steigen der Sterblichkeit, verursacht eine Ab-
nahme der Zahl der Lohnarbeiter und infolgedessen ein Steigen der Löhne und ein
Sinken des landwirtschaftlichen Profits. Von da an vollzieht sich die weitere Entwicklung
in umgekehrter Weise als bis dahin. Die Kapitalien ziehen sich von den schlechteren
Ländereien zurück und wenden sich wieder der Industrie zu. Aber das Prinzip der
Bevölkerung wirkt bald wieder von neuem. Sobald das Elend aufgehört hat, wächst die
Zahl der Arbeiter, ihr Lohn sinkt, und daher steigt der Profit. Solche Schwankungen
müssen mehrfach aufeinander folgen, ohne daß der Durchschnittsprofit eine Änderung

1 Steigens - "niederen Rate des industriellen Profits - *ihre „ursprüngliche Rate“ - * Stei-
gen der zum Leben notwendigen Dinge -° seinem Durchschnittswert - ®landwirtschaftlichen
Rohmaterialien - ” Übertragung von Kapital in die Landwirtschaft - ® Profitrate

Auflösung der Ricardoschen Schule 105

erfährt. Der Profit kann aus anderen Ursachen sinken oder steigen oder aus dieser
Ursache selbst; er kann abwechselnd sich in entgegengesetztem Sinne ändern, ohne daß
der Durchschnitt seines Sinkens oder Steigens der Notwendigkeit zuzuschreiben wäre,
neue Ländereien in Anbau zu nehmen. Die Bevölkerung ist der Regulator, der die
natürliche Ordnung herstellt und den Profit innerhalb bestimmter Schranken hält.“
(l.c. p. 194-196.)

Obgleich konfus, richtig nach dem „Populationsprinzip“. Nur nicht
übereinstimmend mit der Voraussetzung, daß die profits agricoles solang
steigen, bis die der Population entsprechende additional supply! geschaffen.
Ist dadurch konstantes Erhöhn des Preises des agricultural produce gegeben,
so folgt daher nicht Abnahme der Bevölkerung, sondern general lowering
of the rate of profit, hence of accumulation? und deswegen of population.
Die Population würde nach der Rlicardo]-Malthusschen Ansicht langsamer
wachsen. Aber was bei P[revost] zugrunde liegt: Der Prozeß würde den
Arbeitslohn unter sein average niveau? herabdrücken; mit diesem Fallen
des Arbeitslohns und der mis£re der Arbeiter Fallen der Getreidepreise und
hence wieder Steigen des Profits.

Dies letztre aber Untersuchung, die nicht hierher gehört, wo unterstellt,
[daß] die value of labour* stets bezahlt, d.h. die zur Reproduktion der
Arbeiter nötigen Lebensmittel.

Dies Prevostsche wichtig, weil es zeigt, daß die Rlicardolsche Ansicht -
zusammen mit der von ihm adoptierten Malthusschen - zwar Schwankun-
gen in der Profitrate, aber kein Fallen (konstantes) derselben ohne Reper-
kussion erklären kann, indem auf gewisser Höhe der Getreidepreise und
gewisser Tiefe der Profite der Arbeitslohn unter sein Niveau gedrückt und
gewaltsame Verminderung der Bevölkerung, daher auch der Getreidepreise
und necessaries?, daher wieder Steigen des Profits herbeigeführt würde.

3. Streitschriften

1806| Die Zeit zwischen 1820 und 1830 ist die metaphysisch bedeutend-
ste Periode in der Geschichte der englischen Nationalökonomie. Theoreti-
sches Lanzenbrechen für und wider die Riclardo]sche Theorie, Reihe an-
onymer Streitschriften; die wichtigsten hier angeführt und namentlich nur

3 zusätzliche Zufuhr (in der Handschrift: additional demand) - ? allgemeine Verringe-
rung der Profitrate, daher der Akkumulation - ® durchschnittliches Niveau - ? der Wert der
Arbeit -° zum Leben notwendigen Dinge

106 Zwanzigstes Kapitel

über die Punkte, die in unser Thema gehören. Es ist aber zugleich das
Charakteristische jener Streitschriften, daß sie sich alle in der Tat bloß um
die Bestimmung des Wertbegniffs und sein Verhältnis zum Kapital drehen.

a) [„Observations on certain verbal disputes. Er
Sheptizismus in der politischen Ökonomie]

„Observations on certain verbal disputes in Political Economy, particularly
relating to value and to demand and supply“, London 1821.

Nicht ohne gewisse Schärfe. Der Titel charakteristisch - „Verbal, Dis-
putes“!.

Zum Teil gegen Smith, Malthus, aber auch Ricardo.

Der eigentliche sense? dieser Schrift, daß die

„Diskussionen... ausschließlich davon herrühren, daß Worte von verschiedenen
Personen in verschiedenem Sinn gebraucht werden, daß die Disputierenden wie die

Ritter in der Erzählung den Schild von verschiedenen Seiten betrachten“ (p.59, 60).

Ein derartiger Skeptizismus ist immer der Ankündiger der Auflösung
einer Theorie, der Vorläufer eines gedanken- und gewissenlosen, auf den
Hausbedarf eingerichteten Eklektizismus.

Mit Bezug auf Rlicardo]s Werttheorie zunächst:

„Es besteht eine offenbare Schwierigkeit, sich vorzustellen, daß Arbeit das ist, was
wir im Sinne haben, wenn wir vom Wert oder vom wirklichen Preis im Gegensatz zum
nominellen Preis sprechen; denn oft wünschen wir vom Wert oder Preis der Arbeit selbst
zu sprechen. Wo wir unter Arbeit als dem wirklichen Preis eines Dinges die Arbeit ver-
stehen, die das Ding produziert, kommt eine andere Schwierigkeit hinzu; denn oft
wünschen wir von dem Wert oder Preis des Bodens zu sprechen, aber der Boden ist nicht
durch Arbeit produziert. Diese Definition kann also nur auf Waren Anwendung finden.“
(l.c. p.8.) :

Mit Bezug auf die Arbeit der Einwand gegen Rlicardo] soweit richtig,
als er Kapital unmittelbar Arbeit kaufen läßt, also unmittelbar von value of
labour spricht, während es das Arbeitsvermögen, selbst ein Produkt, ist,
dessen temporärer Gebrauch gekauft und verkauft wird. Statt das Problem
zu lösen, hier nur betont, daß ein Problem ungelöst ist.

Ganz so richtig, daß „the value or price of land“*®, welcher nicht das
Produkt der Arbeit, unmittelbar dem Wertbegriff zu widersprechen scheint
und sich nicht unmittelbar aus ihm ableiten läßt. Diese Phrase [ist um] so
unbedeutender gegen Rlicardol, als der Verfasser dessen Renttheorie nicht

ee: „Streitigkeiten um Worte“ -* Sinn - ® „der Wert oder Preis des Bodens“

Auflösung der Ricardoschen Schule 107

angreift, worin dieser eben entwickelt, wie sich der Nominalwert des Bodens
auf Grundlage der kapitalistischen Produktion bildet und der Wertbestim-
mung nicht widerspricht. Der Wert des Bodens ist nichts als der Preis, der
gezahlt wird für die kapitalisierte Grundrente. Es sind hier also viel weiter-
‘gehende Entwicklungen [zu] unterstellen, als sich aus der einfachen Be-
trachtung der Ware und ihres Werts prima facie! ergeben können; ganz wie
das fiktive Kapital, worin das Börsenspiel handelt, [das] in der Tat nichts
[ist] als das Verkaufen und Kaufen gewisser Titel auf Teile der jährlichen
Steuern, nicht aus dem einfachen Begriff des produktiven Kapitals zu ent-
wickeln ist.

Der zweite Einwurf, daß Ricardo den Wert, der etwas Relatives ist, in
etwas Absolutes verwandelt, ist in einer andren, später erschienenen Streit-
schrift (von Bailey) zum Punkt des Angriffs gegen das ganze Riclardo]sche
System gemacht worden. Wir werden bei Erwähnung der letztren Schrift
auch das in den „Observations“ darauf Bezügliche beibringen.

In einer beiläufigen Bemerkung findet sich, aber ohne Bewußtsein auf
Seite des Verfassers (er will vielmehr dadurch nachweisen, was in dem
nicht unterstrichnen Nachsatz steht, daß die supply of labour? selbst check®
gegen die Tendenz of labour to sink to its natural price®), ein treffendes
Wort über die Quelle, woraus das Kapital, das die Arbeit zahlt, entspringt.

„(Eine gewachsene Zufuhr der Arbeit ist eine gewachsene Zufuhr dessen, was bestimmt
ist, Arbeit zu kaufen.) Wenn wir also mit Herm Ricardo sagen, daß Arbeit stets die
Tendenz hat, sich dem anzugleichen, was er als ihren natürlichen Preis bezeichnet,
müssen wir uns nur erinnern, daß die Zunahme, die in ihrer Zufuhr erfolgte, um diese
Tendenz zu bewirken, selbst eine Ursache der entgegenwirkenden Kraft ist, die die
Tendenz hindert, wirksam zu werden.“ (l.c. p.72, 73.)

Wird nicht vom average price of labour?, i.e. der value of labour® aus-
gegangen, so keine Entwicklung möglich; ebensowenig, wenn nicht von der
value of commodities?” überhaupt ausgegangen wird. Erst dann [sind] die
wirklichen Phänomene der Preisschwankungen zu begreifen.

1807| „Es bedeutet nicht, er“ (Ricardo) „habe behauptet, daß sich zwei einzelne
Posten von zwei verschiedenen Artikeln, wie ein Hut und ein Paar Schuhe, gegenein-
ander austauschen, wenn jene zwei einzelnen Posten mit gleichen Arbeitsmengen her-
gestellt wurden. Unter ‚Ware‘ müssen wir hier die ‚Warengattung‘ verstehen, nicht
einen einzelnen Hut für sich, ein einzelnes Paar Schuhe usw. Die gesamte Arbeit, die
alle Hüte in England herstellt, muß zu diesem Zweck als auf alle Hüte verteilt

1 auf den ersten Blick - ® Zufuhr der Arbeit - ® Hemmnis - * der Arbeit, auf ihren
natürlichen Preis herabzusinken - ° Darchschnittspreis der Arbeit -® des Werts der Arbeit -
? dem Wert der Waren

108 Zwanzigstes Kapitel

betrachtet werden. Das, scheint mir, ist zuerst und in den allgemeinen Darlesungen
dieser Lehre nicht ausgedrückt worden.“ (l.c. p.53, 54.) „Z.B. Ricardo spricht von
‚einem Teil der Arbeit des Maschinen bauenden Arbeiters‘, enthalten z.B. in einem
Paar Strümpfe. Jedoch die ‚ganze Arbeit‘, die jedes einzelne Paar Strümpfe hergestellt
hat, wenn es ein einzelnes Paar ist, von dem wir sprechen, schließt die ganze Arbeit des
Maschinenbauers ein, und nicht nur ‚einen Teil‘; denn eine Maschine macht zwar
viele Paare, aber keines dieser Paare hätte unter Verzicht auf irgendeinen Teil der
Maschine angefertigt werden können.“ (l.c. p.54.)

Der letztre Passus beruht auf Mißverständnis. Die ganze Maschine geht
in den Arbeitsprozeß, nur ein Teil derselben geht in den Verwertungs-
prozeß ein.

Sonst etwas Richtiges in der Bemerkung.

Wir gehn von der Ware - von dieser spezifischen gesellschaftlichen
Form des Produkts - als Grundlage und Voraussetzung der kapitalistischen
Produktion aus. Wir nehmen einzelne Produkte in die Hand und analysieren
die Formbestimmtheiten, die sie als Ware enthalten, die sie zur Ware stem-
peln. Vor der kapitalistischen Produktion - in frühren Produktionsweisen -
tritt ein großer Teil des Produkts nicht in Zirkulation, wird nicht auf den
Markt geworfen, nicht als Ware produziert, nicht zur Ware. Ändrerseits
ist dann ein großer Teil der Produkte, die in die Produktion eingehn, nicht
Ware und geht nicht als Ware in den Prozeß ein. Die Verwandlung der
Produkte in Waren findet nur an einzelnen Punkten statt, erstreckt sich nur
auf den Überschuß der Produktion etc. oder nur auf einzelne Sphären der-
selben (Manufakturprodukte) etc. Die Produkte gehn weder dem ganzen
Umfang nach als Handelsartikel in den Prozeß ein, noch kommen sie ihrer
ganzen Breite nach als solche aus ihm heraus. Dennoch ist die Entwicklung
des Produkts zur Ware, Warenzirkulation und daher Geldzirkulation in be-
stimmten Grenzen, daher ein bis zu gewissem Grad entwickelter Handel
Voraussetzung, Ausgangspunkt der Kapitalbildung und der kapitalistischen
Produktion. Als solche Voraussetzung behandeln wir die Ware, indem wir
von ihr als dem einfachsten Element der kapitalistischen Produktion aus-
gehn. Ändrerseits aber ist das Produkt, das Resultat der kapitalistischen
Produktion, Ware. Was als ihr Element erscheint, stellt sich später als ihr
eignes Produkt dar. Erst auf ihrer Basis wird es allgemeine Form des Pro-
dukts, Ware zu sein, und je mehr sie sich entwickelt, desto mehr gehn auch
die Produkte in der Gestalt der Ware als Ingredienzien in ihren Prozeß ein.
Die Ware, wie sie aus der kapitalistischen Produktion herauskömmt, ist
verschieden von der Ware, wie von ihr als Element der kapitalistischen Pro-
duktion ausgegangen wird. Wir haben nicht mehr die einzelne Ware, das

Auflösung der Ricardoschen Schule 109

einzelne Produkt vor uns. Die einzelne Ware, das einzelne Produkt erscheint
nicht nur reell als Produkt, sondern auch als Ware, als nicht nur reeller,
sondern auch ideeller Teil der Gesamtproduktion. Jede einzelne Ware [er-
scheint] als Träger eines bestimmten Teils des Kapitals und des von ihm
geschaffnen Mehrwerts.

Der Wert des vorgeschoßnen Kapitals + der angeeigneten Surplus-
arbeit, also z.B. der Wert von 120 I. (wenn 100 für das Kapital und die Sur-
plusarbeit = 20 1.) ist dem Wert nach in dem Gesamtprodukt, z.B. 1200 El-
len Kattun enthalten. Jede Elle = on = 7 l. = 2 sh. Nicht die einzelne
Ware erscheint als Resultat des Prozesses, sondern die Masse Waren, in
denen der Wert des Gesamtkapitals + einem Mehrwert sich reproduziert
hat. Der produzierte Gesamtwert, dividiert durch die Anzahl der Produkte,
bestimmt den Wert des einzelnen Produkts, und nur als solcher aliquoter
Teil wird es Ware. Es ist nicht mehr die auf die einzelne peculiart Ware
verwandte Arbeit, die in den meisten Fällen gar nicht mehr zu berechnen
wäre, und die bei einer Ware mehr als bei der andren sein mag, sondern die
Gesamtarbeit, von der ein aliquoter Teil, der Durchschnitt des Gesamt-
werts durch die Anzahl der Produkte [dividiert], den Wert des einzelnen
Produkts bestimmt und es als Ware konstituiert. Es muß daher auch die
Gesamtmasse der Waren, jede zu ihrem so bestimmten Wert verkauft wer-
den, damit sich das Gesamtkapital mit Surpluswert ersetze. Würden von
den 1200 Ellen nur 800 verkauft, so wäre das Kapital nicht ersetzt, noch
weniger Profit [gemacht]. Aber die Elle wäre auch unter ihrem Wert ver-
kauft, denn ihr Wert ist bestimmt, nicht isoliert, sondern als aliquoter Teil
des Gesamtprodukts.

[808] „Wenn ihr Arbeit eine Ware nennt, so ist sie doch nicht einer Ware gleich,
die zuerst zum Zweck des Tausches produziert und dann auf den Markt gebracht wird,
wo sie mit anderen Waren, die grade auf dem Markte sind, in entsprechendem Ver-
hältnis ausgetauscht wird; Arbeit wird in dem Augenblick geschaffen, in dem sie auf den
Markt gebracht wird, ja sie wird auf den Markt gebracht, bevor sie geschaffen ist.“
(l.c. p.75, 76.)

Was auf den Markt gebracht wird, ist in der Tat nicht labour, sondern
der labourer®. Was er dem Kapitalisten verkauft, ist nicht seine Arbeit,
sondern der temporary use of himself as a working power. In dem Kontrakt,
den Kapitalist und Arbeiter schließen, dem Kauf und Verkauf, den sie kon-
trahieren, dies der unmittelbare Gegenstand.

1 besondere -? Arbeit -® Arbeiter - * zeitweilige Gebrauch seiner selbst als Arbeitskraft

110 Zwanzigstes Kapitel

Wo nach Stückwerk bezahlt wird, task-work, statt nach der Zeit, worin
das Arbeitsvermögen zur Disposition gestellt wird, ist dies bloß eine andre
Manier, diese Zeit zu bestimmen. Sie wird gemessen am Produkt, indem
ein bestimmtes Quantum Produkt als Darstellung der gesellschaftlich not-
wendigen Arbeitszeit gilt. In vielen Londoner Industriezweigen, wo task-
work herrscht, wird so nach Stunden bezahlt, aber es entstehn oft Streitig-
keiten, ob dies oder jenes Stück Arbeit „Stunde“ darstellt oder nicht.

Abgesehn von den einzelnen Formen, so wird nicht nur in task-work,
sondern generally!, obgleich das Arbeitsvermögen verkauft wird zu bestimm-
ten terms? vor seinem use®, bezahlt nach vollbrachter Arbeit, ob täglich,
wöchentlich etc. Das Geld wird hier zum Zahlungsmittel, nachdem es vor-
her ideell als Kaufmittel gedient hat, weil das nominelle Übergehn der
Ware an den Käufer“ von dem reellen verschieden ist. Der Verkauf der
Ware - des Arbeitsvermögens -, das juristische Überlassen des Gebrauchs-
werts und seine wirkliche Entäußerung fallen hier der Zeit nach ausein-
ander. Die Realisierung des Preises findet daher später statt als der Verkauf
der Ware (sieh p. 122, [den] ersten Teil meiner Schrift!?®'). Es zeigt sich hier
auch, daß nicht der Kapitalist vorschießt, sondern der Arbeiter; so wie beim
Vermieten eines Hauses nicht der Mieter, sondern der Vermieter den Ge-
brauchswert vorschießt. Der Arbeiter wird zwar (oder kann wenigstens,
wenn die Ware nicht vorher bestellt ist usw.) bezahlt werden, bevor die von
ihm kreierte Ware verkauft ist. Aber seine Ware, sein Arbeitsvermögen, ist,
industriell konsumiert, in die Hände des Käufers, des Kapitalisten über-
gegangen, bevor er, der Arbeiter, bezahlt ist. Und es handelt sich nicht
darum, was der Käufer einer Ware mit ihr anfangen will, ob er sie kauft,
um sie als Gebrauchswert zu halten oder wieder zu verkaufen. Es handelt sich
um die direkte Transaktion zwischen dem ersten Käufer und Verkäufer.

„In verschiedenen Stadien der Gesellschaft ist die Akkumulation des Kapitals
oder der Mittel, Arbeit an zuwenden°, mehr oder weniger rasch und muß in allen
Fällen von den Produktivkräften der Arbeit abhängen. Die Produktivkräfte der Arbeit

sind im allgemeinen am größten, wo Überfluß von fruchtbarem Boden existiert.“
(Ric[ardo, „Principles of political economy...“], 3”d edit., 1821, p.92.)

Zu diesem Satz Rlicardo]s wird bemerkt:

„Bedeuten in diesem ersten Satz die Produktivkräfte der Arbeit die Kleinheit des
aliquoten Teils jedes Produkts, der denen zufällt, deren Handarbeit es produziert, so ist

1 allgemein - * Bedingungen - ® Gebrauch - * in der Handschrift: Verkäufer - 5 in der
Handschrift sind die hier kursiv und gesperrt gegebenen Worte mit Tinte und Bleistift
unterstrichen

Auflösung der Ricardoschen Schule 111

der Satz tautologisch, weil der übrigbleibende aliquote Teil der Fonds ist, woraus, wenn es
seinem Eigner beliebt, Kapital akkumuliert werden kann.“

(Dies wird also als selbstverständlich zugegeben, daß vom Standpunkt
des Kapitalisten „productive powers of labour mean the smallness of that
aliquot part of any produce that goes to those whose manual labour produ-
ced it“*. Dieser Satz ist sehr schön.)

„Aber dies ist meistens nicht der Fall, wo das Land am fruchtbarsten ist.“ [,Obser-

vations on certain verbal disputes in political economy...“, p.74.]

(Dies silly?. Ric[ardo] unterstellt die kapitalistische Produktion. Er unter-
sucht nicht, ob sie sich leichter mit fertile or relatively unfertile land? ent-
wickelt. Wo sie ist, ist sie am produktivsten, wo der Boden am fruchtbar-
sten.) Wie die gesellschaftlichen, so erscheinen die natürlichen Produktiv-
kräfte der Arbeit, d.h., die sie in der unorganischen Natur vorfindet, als
productive power des Kapitals. (Ric[ardo] selbst in dem obigen Satz iden-
tifiziert, was richtig, productive power of labour mit labour productive of
capital, productive of the wealth that commands labour, not of the wealth
that belongs to labour*. Sein Ausdruck „Capital, or the means of em-
ploying labour“? ist in der Tat der einzige, worin er die wirkliche Natur
des Kapitals auffaßt. Er selbst befindet sich so sehr befangen vom ||809]
kapitalistischen Standpunkt, daß sich ihm diese Verkehrung, dies Quid-
proquo von selbst versteht. Die objektiven Bedingungen der Arbeit - zudem
von ihr selbst geschaffen -, raw materials and working instruments are not
mearis employed by labour as its means, but, on the contrary, they are the
means of employing labour. Sie werden nicht angewandt von der Arbeit; sie
wenden die Arbeit an. Die Arbeit ist ein means für diese Dinge, sich als
Kapital zu akkumulieren, nicht Mittel, dem Arbeiter Produkte, wealth” zu
verschaffen.)

„Es ist der Fall in Nordamerika, aber das ist ein künstlicher Zustand der Dinge“
(d.h. a capitalistic state of things?).

„Es ist nicht der Fall in Mexiko. Es ist nicht der Fall in Neuholland. Die Produktiv-
kräfte der Arbeit sind in einem anderen Sinne tatsächlich größer dort, wo viel frucht-

1 „Produktivkräfteder Arbeit die Kleinheit des aliquoten Teils jedes Produkts bedeuten, der
denen zufällt, deren Handarbeit es produziert“ - ? albern - ® fruchtbarem oder relativ un-
fruchtbarem Land - * Arbeit, die Kapital produziert, jenen Reichtum produziert, der Arbeit
kommandiert, nicht jenen Reichtum, der der Arbeit gehört-° „Kapital, oder die Mittel,
Arbeit anzuwenden“ - ® Rohmaterial und Arbeitsinstrumente sind nicht die Mittel, die
die Arbeit als ihre Mittel anwendet, sondern im Gegenteil, sie sind die Mittel, Arbeit an-
zuwenden - ? Reichtum - ® ein kapitalistischer Zustand der Dinge

112 Zwanzigstes Kapitel

bares Land ist, nämlich [verstanden als] das Vermögen des Menschen, wenn er es
wünscht, viel Rohprodukt im Verhältnis zur gesamten Arbeit, die er verrichtet, zu ge-
winnen. Es ist in der Tat eine Gabe der Natur, daß die Menschen mehr Nahrungsmittel’
gewinnen können als jene kleinste Menge, mit der sie die existierende Bevölkerung ernähren
und erhalten könnten.“

(Dies die Grundlage der physiokratischen Doktrin. Die physische Grund-
lage der surplus value ist diese „gift of nature“, die in der Agrikulturarbeit,
die ursprünglich fast alle Bedürfnisse befriedigt, am handgreiflichsten er-
scheint. In der Manufakturarbeit nicht, weil das Produkt erst als Ware ver-
kauft werden muß. Die Physiokraten, die zuerst die surplus value ent-
wickeln, fassen sie in ihrer Naturalform);

„aber das „Mehrprodukt‘ (der Terminus wird von Herm Ricardo benutzt, p.93) be-
deutet im allgemeinen den Überschuß des gesamten Preises eines Dinges über den
Teil hinaus, der den Arbeitern zufällt, die es herstellen“

(der Esel sieht nicht, daß, wo das Land fertile, also der part that goes to the
labourer of the price of the produce buys a sufficient quantity of necessaries,
although that part be small, that part that goes to the capitalist is greatest?);

„eine Eigentümlichkeit, die bestimmt wird durch Übereinkommen der Menschen und
die nicht [durch die Natur] festgesetzt ist“. (l.c. p.74, 75.)

Wenn der letzte Schlußpassus irgendeinen Sinn haben soll, so ist es der,
daß „surplus produce“ im kapitalistischen Sinn sehr zu unterscheiden ist
von der Produktivität der Industrie als solcher. Letztre interessiert den
Kapitalisten bloß, soweit sie sich als Profit für ihn realisiert. Darin liegt die
Borniertheit, die Schranke der kapitalistischen Produktion.

„Wenn die Nachfrage nach einem Artikel das überschreitet, was mit Beziehung auf
den gegebenen Stand der Zufuhr die wirksame Nachfrage ist; und wenn daher der
Preis gestiegen ist, so kann die Höhe der Zufuhr entweder vergrößert werden unter
Aufwendung derselben Rate der Produktionskosten wie bis dahin; in diesem Falle wird
das so lange geschehen, bis der Artikel mit anderen Artikeln in demselben Verhältnis
ausgetauscht wird wie vorher; oder, zweitens, es ist richt möglich, die frühere Höhe der
Zufuhr zu steigen, und dann wird der Preis, der gestiegen ist, nicht wieder sinken,
sondern fortfahren, wie Smith sagt, eine größere Rente oder Profit, oder Arbeitslohn
(oder alle drei) dem besonderen Boden, Kapital oder Arbeit abzuwerfen, die bei der
Produktion des Artikels angewandt wurden; oder drittens, die Steigerung, die erfolgen
kann, wird verhältnismäßig mehr Land oder Kapital oder Arbeit oder alle drei

1 „Gabe der Natur“ - ? fruchtbar, auch der Teil des Preises des Produkts, der dem
Arbeiter zufällt, eine ausreichende Menge von zum Leben notwendigen Dingen kauft, mag
dieser Teil auch klein, der Teil dagegen, der dem Kapitalisten zufällt, am größten sein

Auflösung der Ricardoschen Schule 113

erheischen als für die periodische Produktion“ (dieses Wort ist zu merken!) „der vorher
zugeführten Masse. Dann wird die Steigerung nicht erfolgen, bis die Nachfrage stark
genug ist, 1), den erhöhten Preis für die Steigerung zu zahlen, 2), den erhöhten Preis
für die alte Menge der Zufuhr zu zahlen. Denn die Person, die die zusätzliche Menge
produziert, wird nicht in höherem Grade fähig sein, einen hohen Preis dafür zu er-
halten, als jene, die die frühere Menge produzierten ... In diesem Gewerbe wird es dann
einen Mehrprofit geben ... Der Mehrprofit wird entweder in die Hände bloß von einigen
‚besonderen Produzenten fallen ... oder, wenn das zusätzliche Produkt vom Rest nicht
unterschieden werden kann, werden am Surplus alle Anteil haben ... Die Leute werden
einiges ausgeben, um einem Gewerbe anzugehören, in dem ein solcher Mehrprofit
gemacht werden kann ... Was sie so ausgeben, ist Rente.“ (p.79sqg.)

Hier nur das zu bemerken, daß in dieser Schrift zuerst Rent als die all-
gemeine Form von konsolidierten surplus profits aufgefaßt.

 „‚Verwandlung von Revenue in Kapital‘ ist eine andere dieser aus Worten
entspringenden Quellen der Polemik. Der eine meint damit, daß der Kapitalist einen
Teil des mit seinem Kapital erzielten Profits dazu anlegt, einen Zuwachs zu seinem
Kapital zu erlangen, statt es für seinen privaten Gebrauch zu benutzen, wie er es eben-
falls hätte tun können. Ein anderer meint damit, daß jemand etwas als Kapital anlegt,
was er niemals als Profit aus seinem eigenen Kapital erhielt, sondern als Rente, Arbeits-

lohn, Besoldung bekam.“ (l.c. p.83, 84.)

Diese letztre Phrase - „another of these verbal; sources of controversy.
One man means by it... another man means by it“ - zeigt die Manier
dieses Klugscheißers.

b) [„An Inquiry into those Principles...“
Unverständnis der Widersprüche der kapitalistischen Produktion,
die Krisen hervorrufen]

„An Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand and the
Necessity of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.“, London1821.

Ricardian. Gut gegen Malthus. Zeigt die unendliche Borniertheit der
Kerls, worin sich ihre clairvoyance® auflöst, wenn sie statt des landed pro-
perty” das Kapital betrachten. Eine der besten Streitschriften, nevertheless*,
im erwähnten Dezennium.

„Wenn das in der Messerfabrikation angewandte Kapital von 100 auf 101 vermehrt
wird und nur in demselben Verhältnis mehr Messer produzieren kann, so wird für
deren Produzenten ihre Verfügung über andere Dinge im allgemeinen in einem geringeren

2 „eine andere dieser aus Worten entspringenden Quellen der Polemik. Der eine meint
damit... ein anderer meint damit“ -?ihr Scharfblick-3 Grundeigentums-?dessenungeachtet

114 Zwanzigstes Kapitel

Verhältnis steigen, wenn wir annehmen, daß deren Produktion nicht vermehrt
wurde. Diese Verfügung aber, und nicht die Vermehrung der Menge von Messern,
bildet den Profit des Unternehmers oder die Vermehrung seines Reichtums. Aber wenn
die gleiche Vermehrung von I% gleichzeitig in den Kapitalien aller anderen Gewerbe
auch stattfand. und mit dem gleichen Ergebnis hinsichtlich des Produktes, so wäre das Er-
gebnis ein anderes, denn das Verhältnis, in dem sich jeder Artikel mit den anderen
austauschte, bliebe unverändert, und ein bestimmter Teil von jeder Warenart würde
die Verfügung über ebensoviel von allen anderen Waren gewähren wie vorher.“ (l.c.
p-9.)

- D’abord!, wenn keine Vermehrung der Produktion (und des der Pro-
duktion gewidmeten Kapitals) außer in cutlery trade? stattgefunden, wie
unterstellt, so wird das return? nicht „in a less proportion“* sein, sondern an
absolute loss. There are then only three courses open to the cutlery-
monger. Either he must exchange his increased produce as he would have
done his less produce, and so his increased production would result in a
positive loss. Or he must try to get new consumers; if amongst the old
circle, this could be only done by withdrawing customers from another
trade and shift his loss upon other shoulders; or he must enlarge his market
beyond his former limits, but neither the one nor the other operation de-
pends on his good will, nor on the mere existence of an increased quantity
of knives. Or, in the last instance, he must carry over his production to
another year and diminish his new supply for that year, which, if his addit-
ion of capital did exist not only in additional wages, but in additional fixed
capital, will equally result in a loss.

Furthermore: If all other capitals have accumulated at the same rate, it
does not follow at all that their production has increased at the same rate.
But if it has, it does not follow that they want one percent more of cutlery,
as their demand for cutlery is not at all connected, neither with the increase
of their own produce, not with their increased power of buying cutlery.?
Es folgt bloß die Tautologie: Ist das increased capital adaptive to every

1 Zunächst - ? Messerfabrikation - ® die Einnahme - * „in einem geringeren Verhältnis“ -
ein absoluter Verlust. Dem Messerhändler bleiben hier nur drei Wege offen. Entweder
er tauscht sein vermehrtes Produkt ebenso aus, wie er das geringere Produkt ausgetauscht
hätte; dann wird seine vermehrte Produktion zu einem positiven Verlust führen. Oder er
muß trachten, neue Kunden zu bekommen. Bleibt er auf den alten Kreis beschränkt, so
kann dies nur dadurch geschehen, daß er Kunden einem anderen Gewerbe abspenstig
macht und seinen Verlust auf andere Schultern schiebt; oder er muß seinen Markt über
seine früheren Grenzen ausdehnen. Aber weder die eine noch die andere dieser Operationen
hängt von seinem guten Willen ab oder von der Existenz einer vermehrten Menge Messer.
Oder, endlich, muß er seinen Produktionsüberschuß in das nächste Jahr übertragen und seine
neue Zufuhr für jenes Jahr vermindern, was ebenfalls zu einem Verlust führt, wenn sein

5

Auflösung der Ricardoschen Schule 115

peculiar trade proportionate to the rate in which the wants of society will
increase the demand for every peculiar commodity, then the increase of one
commodity secures a market for the increased supply of other commodities.!

Hier also unterstellt 1. Kapitalistische Produktion, worin die Produktion
of every peculiar trade and its increase is not regulated immediately, by the
wants of society, and | controlled by it, but by the powers of production
disposed of by every peculiar capitalist, independent of the wants of society.
2. Ist unterstellt, daß dennoch so proportionately® produziert wird, als ob
das Kapital direkt von der Gesellschaft, ihren Bedürfnissen entsprechend,
in the different trades employed* wäre.

Unter dieser Unterstellung - contradictio in adjecto® -, wenn die kapi-
talistische Produktion absolut sozialistische Produktion wäre, könnte in der
Tat keine Überproduktion stattfinden.

Übrigens ist in den verschiednen trades, worin dieselbe Akkumulation
von Kapital stattfindet (auch dies wieder eine schlechte Voraussetzung, daß
das capital accumulated at an equal rate in different trades®), die Masse des
Produkts, die dieser Vermehrung des angewandten Kapitals entspricht,
sehr verschieden, indem die Produktivkraft in den different trades sehr
verschieden oder die Masse der produzierten Gebrauchswerte im Verhält-
nis zur angewandten Arbeit. Derselbe Wert wird auf beiden Seiten produ-
ziert, aber die Quantität Waren, worin er sich darstellt, sehr verschieden.
Warum also, weil im trade A der Wert gewachsen ist wie I p.c., während
die Masse der Waren wie 20 p.c. wuchs, [diese] einen Markt finden muß im
trade B, worin der Wert ebenfalls um I p.c. gewachsen, die Masse der
Waren aber nur wie 5 p.c., ist absolut nicht einzusehn. Die Differenz von
Gebrauchswert und Tauschwert hier übersehn.

Zusatz zum Kapital nicht nur aus zusätzlichem Arbeitslohn, sondern aus zusätzlichem fixem
Kapital besteht. - Ferner: Wenn alle Kapitale im gleichen Verhältnis vermehrt wurden, so
folgt daraus keineswegs, daß ihre Produktion in demselben Verhältnis zunimmt. Aber wenn
das der Fall wäre, folgt daraus nicht, daß sie ein Prozent mehr Messer brauchten, da ihre
Nachfrage nach Messern weder mit der Zunahme ihres eignen Produkts, noch mit ihrer
vermehrten Fähigkeit, Messer zu kaufen, irgendwie zusammenhängt.

3 angestiegene Kapital, das jedem besonderen Gewerbe eigen, [angestiegen] im Verhält-
nis zu der Rate, in der die Bedürfnisse der Gesellschaft die Nachfrage nach jeder besonderen
Ware steigern, dann sichert die Vermehrung der einen Ware einen Markt für die vermehrte
Zufuhr anderer Waren. — ? jedes besonderen Gewerbszweiges und ihre Zunahme nicht un-
mittelbar durch die Bedürfnisse der Gesellschaft geregelt und kontrolliert wird, sondern durch
die Produktivkräfte, über die jeder einzelne Kapitalist unabhängig von den Bedürfnissen der
Gesellschaft verfügt - ° proportioniert - * den verschiedenen Gewerbszweigen angewandt -
5 Widerspruch in sich selbst - ® Kapital im gleichen Verhältnis in den verschiedenen Ge-
werbszweigen akkumuliert

8*

116 Zwanzigstes Kapitel

Says gewaltige Entdeckung, „daß sich Waren nur mit Waren kaufen“,
heißt nur, daß Geld selbst die verwandelte Form der Ware. Es beweist
durchaus nicht, daß, weil ich nur mit Ware kaufen kann, ich mit meiner
Ware kaufen kann, oder daß mein Kaufvermögen im Verhältnis zu der
Quantität der von mir produzierten Waren steht. Derselbe Wert kann sich
in sehr verschiednem Quantum darstellen. Aber der Gebrauchswert - die
Konsumtion - hat nicht mit dem Wert, sondern mit dem Quantum zu tun.
Warum ich 6 Messer kaufen soll, weil ich sie so wohlfeil haben kann wie
früher 1, ist absolut nicht abzusehn. Abgesehn, daß die Arbeiter nicht
Waren verkaufen, sondern Arbeit, so kaufen eine Masse mit Geld, die keine
Waren produzieren. Käufer und Verkäufer von Ware sind nicht identisch.
Der landlord, moneyed capitalist? etc. bekommen die Ware andrer Produ-
zenten als Geld in die Hand. Sie sind Käufer, ohne Verkäufer von „Ware“
zu sein. Es findet nicht nur Kauf und Verkauf unter industriellen Kapita-
listen statt, sondern ihr Verkauf an Arbeiter, zweitens ihr Verkauf an
Revenuebesitzer, die keine Warenfabrikanten sind. Endlich sind ihre
Käufe und Verkäufe als Kapitalisten sehr verschieden von ihren Käufen
als Revenuespenders®.

„Herr Ricardo (p.359, 2. Auflage) fügt, nachdem er die Lehre von Smith über die
Ursache des Sinkens des Profits angeführt, hinzu: ‚Herr Say hat indessen in durchaus
zufriedenstellender Weise gezeigt, daß es keine Kapitalsumme gibt, die nicht in einem
Lande verwendet werden kann, da die Nachfrage nur durch die Produktion beschränkt
wird.“

(Dies sehr weis. Limited* allerdings. Nothing can be demanded which
cannot be produced upon demand, or which the demand finds not ready
made in the market. Hence, because demand is limited by production, it
does by no means follow that production is, or was, limited by demand, and
can never overstep the demand, peculiarly the demand at the market price.?

Dies Sayscher Scharfsinn.)

„’Es kann in einen Land keine Menge von Kapital akkumuliert werden (p.360),
das nicht produktiv angewandt werden könnte‘ (das bedeutet, wie ich annehme“, sagt
der Mann incluse® „‚mit einem Profit für den Eigentümer‘) ‚solange die Löhne infolge
des Steigens der Preise für die zum Leben notwendigen Dinge nicht so hoch steigen

1 Vgl.2, Teil dieses Bandes, S.493-495 - ? Geldkapitalist - ® Verausgaber von Revenue -
® Beschränkt - ° Nach etwas, was auf Nachfrage zu produzieren unmöglich, oder was die
Nachfrage nicht fertig auf dem Markt vorfindet, kann keine Nachfrage bestehen. Aber des-
halb, weil die Nachfrage beschränkt ist durch die Produktion, folgt daraus keineswegs, daß
die Produktion durch die Nachfrage beschränkt ist oder war und daß sie niemals die Nach-

frage überschreiten kann, besonders die Nachfrage zum Marktpreis. - 8 in Klammern

Auflösung der Ricardoschen Schule 117

und infolgedessen für den Kapitalprofit so wenig übrigbleibt, daß der Antrieb zur
Akkumulation aufhört.‘“ [p.18, 19.]

(Ricardo assimiliert hier „productively“ und „profitably“, während
grade darin, daß in der kapitalistischen Produktion „profitably“ allein „pro-
ductively“ ist, ihr Unterschied von der absoluten Produktion liegt und ihre
Schranke. Um „produktiv“ zu produzieren, muß so produziert werden, daß
die Masse der producers von einem Teil der demand für das produce aus-
geschlossen wird; es muß im Gegensatz zu einer Klasse produziert werden,
\812| deren Konsumtion in keinem Verhältnis zu ihrer Produktion steht -
da grade in dem Überschuß ihrer Produktion über ihre Konsumtion der
Profit des Kapitals besteht. Andrerseits muß für Klassen produziert
[werden], die konsumieren, ohne zu produzieren. Es gilt nicht nur dem
surplus produce eine Form zu geben, worin es Gegenstand der Nachfrage
für diese Klasse wird. Der Kapitalist selbst, wenn er akkumulieren will,
muß andrerseits nicht demander! für seine Produkte [sein], soweit sie in die
Revenue eingehn, in dem Verhältnis wie er ihr producer ist. Sonst kann er
nicht akkumulieren. Daher Malthus ihm gegenüber Klassen setzt, deren
Aufgabe nicht accumulation, sondern expenditure?. Und während auf der
einen Seite alle diese Widersprüche vorausgesetzt werden, wird auf der
anderen vorausgesetzt, daß die Produktion ganz so ohne Friktion voran-
ginge, als wenn diese Widersprüche nicht existierten. Kauf und Verkauf
sind getrennt, Ware von Geld, Gebrauchswert von Tauschwert. Es wird
vorausgesetzt dagegen, daß die Trennung nicht stattfindet, sondern Tausch-
handel. Konsumtion und Produktion sind getrennt; Produzenten, die nicht
konsumieren, und Konsumenten, die nicht produzieren. Vorausgesetzt, daß
Konsumtion und Produktion identisch sind. Der Kapitalist produziert
direkt, um seinen Profit zu vermehren, den Tauschwert, nicht des Ge-
nusses wegen. Vorausgesetzt, daß er unmittelbar und nur des Genusses
wegen produziert. Vorausgesetzt, daß die in der bürgerlichen Produktion
existierenden Widersprüche - die sich allerdings ausgleichen, ein Prozeß
der Ausgleichung, der aber zugleich als Krise erscheint, gewaltsame Zu-
sammenfügung der zerrißnen, gleichgültig gegeneinander existierenden
und doch zusammengehörigen Momente - nicht existieren, so können diese
Widersprüche natürlich auch nicht sich geltend machen. In jedem trade
produziert jeder einzelne Kapitalist in proportion to his capital®, gleichgültig
gegen die wants of society‘ und namentlich gleichgültig gegen die competi-
tive supply? der Kapitalien in demselben trade. Vorausgesetzt, er produ-

1 Nachfragender - ? Verausgabung - ® Verhältnis zu seinem Kapital - * Bedürfnisse der
Gesellschaft -° konkurrierende Zufuhr

118 Zwanzigstes Kapitel

ziert so, als ob er nach ordre der Gesellschaft produziere. Wenn kein aus-
wärtiger Handel wäre, so könnten ja die luxuries, at whatever cost, at home!
produziert werden. Dann würde in der Tat mit Ausnahme der necessaries?
die Arbeit sehr unproduktiv sein. Hence? die Akkumulation des Kapitals.
So kann jedes Land alles in ihm akkumulierte Kapital verwenden, da nach
der Voraussetzung nur wenig Kapital in ihm akkumuliert würde.)

„Der letztere Satz schränkt den ersteren ein (um nicht zu sagen, stößt ihn um),
wenn im ersteren ‚das nicht angewandt werden könnte‘ bedeutet ‚produktiv angewandt‘
oder vielmehr ‚profitabel‘. Und wenn es einfach ‚angewandt‘ bedeutet, ist die Be-
hauptung zwecklos, denn weder A.Smith noch irgend jemand hat, glaube ich, be-
stritten, daß es ‚angewandt werden‘ kann, wenn man sich nicht darum kümmert,
welchen Profit es bringen mag.“ (l.c. p. 19.)

In der Tat sagt Rlicardo], daß alles Kapital in einem Land, at what rate
accumulated, may be employed profitably; andrerseits, that the very fact
of the accumulation of capital checks its „profitable“ employment, because
it must result in lessening profits, that is the rate of accumulation“.

„Eine vermehrte Nachfrage ihrerseits“ (der Arbeiter) „bedeutet die Neigung, selbst
weniger zu nehmen und einen größeren Anteil ihren Anwendern zu lassen; und wenn
man sagt, daß dies durch Verminderung der Konsumtion die Überfüllung des Marktes
vermehrt, so kann ich nur antworten, daß Überfüllung des Marktes gleichbedeutend
ist mit hohern Profit.“ (l.c. p.59.)

Dies ist in der Tat die geheime Basis des glut°.

„Die Arbeiter haben als Konsumenten während der Prosperität (wie Herr Say
sagt, ‚lrait€ d’economie politique‘, ed.4, vol.I, p.60°) keinerlei Vorteil von den
Maschinen, wenn nicht der Artikel, den die Maschine billiger herstellt, einer ist, der
durch Billigerwerden ihrem Gebrauch zugänglich werden kann. Dreschmaschinen,
Windmühlen mögen von diesem Standpunkt aus für sie eine große Sache sein; aber die
Erfindung einer Furniermaschine, einer Blockmaschine oder eines Spitzenwebstuhls,
verbessert ihre Lage nicht sehr erheblich.“ (l.c. p.74, 75.)

„Bei entwickelter Teilung der Arbeit ist das Geschick der Arbeiter nur in dem be-
sonderen Zweig anwendbar, worin sie angelernt wurden; sie selbst sind eine Art von
Maschinen. Außerdem gibt es eine lange Periode der Untätigkeit, das heißt von ver-
lorener Arbeit, von Reichtum, der an seinen Wurzeln abgeschlagen ist. Es hilft daher
absolut nichts, papageimäßig zu plappern, daß die Dinge eine Tendenz haben, ihr

1 Luxusartikel, zu welchen Kosten immer, im Lande -— * zum Leben notwendigen
Dinge - ® Daher - *in welchem Maße es immer akkumuliert werden mag, profitabel an-
gewandt werden kann; andrerseits, daß gerade die Akkumulation des Kapitals seine „profi-
table“ Anwendung hindert, weil sie zu einer Verminderung des Profits, das heißt der Rate
der Akkumulation führen muß - ° der Überfüllung - ® in der Handschrift: Letters to
Malthus, ed. 4, p. 60

Auflösung der Ricardoschen Schule 119

Niveau zu finden. Wir müssen um uns schauen und sehen, daß sie für lange
Zeit ihr Niveau nicht finden können; daß, wenn sie es finden, das Niveau niedriger
steht als beim Anfang des Prozesses.“ (l.c. p.72.)

Dieser Ricardian, nach Rlicardo]s Vorgang, erkennt richtig die Krisen
from a sudden change in the channels of trade.!®*! Dies in England der Fall
nach dem Krieg von 1815. Und so haben alle späteren Ökonomen jedesmal
als einzig möglichen Grund der Krisen das zugegeben, was der handgreif-
lichste Anlaß der jedesmaligen Krise war.

Kreditsystem gibt er auch als Grund der Krise zu. (p.81 sqq.) (Als ob
das Kreditsystem selbst nicht aus der diffhiculty! hervorginge, to employ
‚capital „productively“, i.e. „profitably“?.) Die Engländer müssen z.B. ihr
eignes Kapital without? verpumpen, um sich einen Markt zu schaffen. In
der Überproduktion, Kreditsystem etc. sucht die kapitalistische Produktion
ihre eigne Schranke zu durchbrechen und über ihr Maß hinaus zu produ-
zieren. Sie hat einerseits diesen Trieb. Ändrerseits erträgt sie nur eine der
profitablen Anwendung des existierenden Kapitals entsprechende Pro-
duktion. Hence die Krisen, die zugleich sie immer hinaustreiben und in
Siebenmeilenstiefeln erreichen lassen - mit Bezug auf die Entwicklung der
Produktivkräfte -, was sie innerhalb ihrer borne* nur sehr langsam realisie-
ren würde.

Den Say beurteilt er sehr richtig. Dies bei Say beizubringen (sieh p. 134,
Heft VII®2)).

„Er“ (der Arbeiter) „ist bereit, einen Teil seiner Zeit für den Kapitalisten zu arbeiten
oder, was auf das gleiche hinausläuft, einen Teil des Gesamtprodukts, wenn es her-
gestellt und ausgetauscht ist, als dem Kapitalisten gehörend zu betrachten. Er muß das
tun, oder der Kapitalist würde ihm nicht seine Hilfsmittel dargeboten haben.“

(Nämlich das Kapital. Sehr schön, daß es comes to the same thing
whether the capitalist owns the whole produce and pays part of it as wages
to the labourer, or whether the labourer leaves, makes over to the capitalist
part of his (the labourer’s) produce?.)

„Aber da der Beweggrund des Kapitalisten der Gewinn ist und diese Vorteile in
einem gewissen Grade immer ebenso von dem Willen zu sparen als von dem Vermögen
dazu abhängen, wird der Kapiitalist geneigt sein, eine zusätzliche Menge dieser Hilfs-
mittel darzubieten; und da er weniger Leute finden wird, die diese zusätzliche Menge
benötigen, als jene, die der ursprünglichen Menge bedurften, muß er einen kleineren

1 Schwierigkeit - ? Kapital „produktiv“, d.h. „profitabel“ anzuwenden - ® nach außer-
halb - * Grenzen - ° auf das gleiche hinausläuft, ob der Kapitalist das ganze Produkt besitzt
und einen Teil davon als Arbeitslohn an den Arbeiter zahlt oder ob der Arbeiter dem Kapi-
talisten einen Teil seines (des Arbeiters) Produkts überläßt

120 Zwanzigstes Kapitel

Anteil des Gewinns für sich erwarten; er muß bereit sein, dem Arbeiter (gleichsam)
ein Geschenk“ (!!!) „zu machen, ihm einen Teil des Gewinns zu überlassen, den seine
Hilfsmittel veranlaßten, sonst würde er nicht den anderen Teil erhalten; der Profit
wird so durch die Konkurrenz beschnitten.“ (l.c. p. 102, 103.)

Dies sehr schön. Akkumuliert das Kapital infolge der Entwicklung der
Produktivkraft der Arbeit so schnell, daß die Nachfrage nach Arbeit die
wages! erhöht und der Arbeiter less time? für den capitalist gratis arbeitet
und shares to some degree in the benefits of his more productive labour - the
capitalist makes him a „present“ °!

Derselbe Mann zeigt ausführlich, daß starke Salaire schlechtes encour-
agement* für Arbeiter, obgleich er den landlords gegenüber low profit a
discouragement of capitalists considers® (sieh p. 13, Heft XIIP®").

„A.Smith glaubte, daß Akkumulation oder Zunahme des Kapitals im allgemeinen
die Rate des Profits im allgemeinen herabdrückt, nach demselben Prinzip, das bewirkt,
daß das Wachstum des Kapitals in jedem besonderen Gewerbszweig den Profit in
diesem Gewerbszweig herabdrückt. Aber eine derartige Zunahme von Kapital in
einem besonderen Gewerbszweig bedeutet mehr eine Zunahme im Verhältnis zur
gleichzeitigen Zunahme des Kapitals in anderen Gewerbszweigen.“ (l.c. p.9.)

Gegen Say (Heft XII, p. 12°).

„Man kann sagen, der unmittelbare Markt für das Kapital oder das Feld für das
Kapital ist die Arbeit. Die Masse Kapital, die zu einer gegebenen Zeit, in einem ge-
gebenen Land oder in der Welt so investiert werden kann, daß es nicht weniger als
eine gegebene Profitrate ergibt, scheint hauptsächlich von der Menge Arbeit abzuhängen,
zu deren Verrichtung die zu jener Zeit vorhandene Menge Menschen durch Veraus-
gabung jenes Kapitals bewogen werden kann.“ (l.c. p.20.)

 „Profite hängen nicht vom Preis ab, sie hängen ab vom Preis, verglichen mit
den Ausgaben.“ (l.c. p.28.)

„Die Behauptung des Herrn Sayl?°] beweist durchaus nicht, daß sich das Kapital
selbst einen Markt öffnet, sondern nur, daß Kapital und Arbeit sich gegenseitig einen
Markt öffnen.“ (l.c. p. 111.)

c) [Thomas De Quincey.
Unfähigkeit, die Mängel des Ricardoschen Standpunktes zu überwinden]

„Dialogues of Three Templars on Political Economy, chiefly in relation to
the Principles of Mr.Ricardo“ („London Magazine“, vol. IX, 1824) (Ver-
fasser: Thomas De Quincey).

I Löhne -* weniger Zeit-®in gewissem Grade Anteil an dem Gewinn seiner produk-
tiveren Arbeit hat - macht ihm der Kapitalist ein „Gescherik“ - * schlechte Aufmunterung -
5 niedrigen Profit als eine Entmutigung der Kapitalisten betrachtet

Auflösung der Ricardoschen Schule 121

Versuch einer Widerlegung aller gegen Ricfardo] vorgebrachten An-
griffe. Daß er weiß, worum sich’s handelt, sieht man aus dem einen Satz:

„Alle Schwierigkeiten der politischen Ökonomie darauf reduzierbar: Was ist der

Grund des Tauschwerts?“ (l.c. p.347.)

Es ist hier oft scharf das Unzulängliche der Ricfardo]schen Ansicht aus-
einandergesetzt, obgleich mit mehr Affektation als Realität von dialektischer
Tiefe. Die wirklichen Schwierigkeiten, die nicht aus der Bestimmung der
value! hervorgehn, sondern aus Ricfardo]s unzulänglicher Entwicklung auf
dieser Grundlage, und seinem Versuch, gewaltsam und unmittelbar kon-
kretere Verhältnisse dem einfachen Wertverhältnis anzupassen, sind in
keiner Weise gelöst oder auch nur herausgefühlt. Die Schrift aber charak-
teristisch für die Periode ihres Erscheinens. Man sieht, daß es damals noch
ernst [war] mit der Konsequenz und dem Denken in der politischen Öko-
nomie.

(Die spätere Schrift von demselben Verfasser: „T’he Logic of Political
Economy“, Edinburgh 1844, schwächer.)

Quincey stellt den Unterschied der Rficardolschen Ansichten von den
frühem scharf hin und sucht nicht durch Umdeutung abzuschwächen oder
das Spezifische in der Sache aufzugeben, es in der Phrase beibehaltend, wie
das später geschah und einem bequemen haltlosen Eklektizismus Tür und
Tor öffnete.

Ein Punkt der Rlicardolschen Doktrin, den Q[uincey] besonders urgiert,
und der hier zu erwähnen, weil er in der gleich zu erwähnenden Polemik
gegen Rlicardo] Rolle spielt, ist, daß das Kommando einer Ware über andre
Waren (ihre Kaufkraft; in der Tat, ihr Wert als realisiert in einer andren
Ware ausgesprochen) durchaus verschieden ist von ihrem realen Wert.

„Es ist durchaus falsch zu schließen, daß der reale Wert groß ist, weil die Menge,
die er kauft, groß ist, oder klein, weil die Menge, die er kauft, klein ist... Wenn A seinen
Wert verdoppelt, wird’ er deshalb nicht das Doppelte der früheren Menge von B
kommandieren. Es kann so sein, und er kann auch fünfhundertmal mehr oder fünf-
hundertmal weniger kommandieren.... Niemand wird leugnen, daß A durch Verdopp-
lung seines eigenen Wertes eine doppelte Menge aller Dinge kommandieren wird, die
im Wert konstant blieben. Aber die Frage ist die, ob A ausnahmslos bei Verdopplung
seines Wertes eine doppelte Menge kommandieren wird.“ (l.c. p.552 sqq. passim.)

1 des Werts

122 Zwanzigstes Kapitel

d) Samuel Bailey.

[&) Oberflächlicher Relativismus in „Observations on certain Verbal Disputes...“
und bei Bailey in der Definition des Werts. Ablehnung der Arbeitswerttheorie]

. „A Critical Dissertation on the Nature, Measures and Causes of Value;
chiefly in Reference to the Writings of Mr.Ricardo and his Followers. By the
Author of Essays on the Formation and Publication of Opinions“ (‚Samuel
Bailey), London 1825.

Dies die Hauptschrift gegen Riclardo]. (Auch gegen Malthus gerichtet.)
Sucht die Grundlage der Doktrin - value - umzuwerfen. Positiv ohne allen
Wert, mit Ausnahme der Bestimmung der „measure of value“" oder rather?
des Geldes in dieser Funktion. Vgl. auch vom selben Verfasser: „A Letter
to a Political Economist; occasioned by an Article inthe Westminster Review
on the Subject of Value etc.“, London 1826.

Da diese Schrift, wie schon früher bemerkt?, der Grundlage nach an die
„Observations on certain Verbal Disputes in Pol. Ec.“ sich anschließt, so das
Betreffende dieser „Observations“ hier nachzuholen.

Der Verfasser der „Observations“ wirft Rlicardo] vor, daß er value aus
einer relativen Eigenschaft der Waren in ihrem Verhältnis zueinander in
etwas Absolutes verwandelt.

Das, was Riclardo] in dieser Hinsicht vorzuwerfen ist, ist bloß, daß er
nicht die verschiednen Momente in der Entwicklung des Wertbegriffs
streng sondert; der Tauschwert der Ware, wie er sich darstellt, erscheint im
Austauschprozeß der Waren, von dem Dasein der Ware als Wert in ihrem
Unterschied von ihrem Dasein als Ding, Produkt, Gebrauchswert.

1815] Es heißt in den „Observations“:

„Wenn die absolute Menge Arbeit wächst, durch die der größere Teil der Waren
oder alle, eine ausgenommen, produziert wird, würde man dann sagen, daß der Wert
der einen unverändert bleibe? [In welchem Sinne?] da sie sich überdies für weniger von
jeder anderen Ware austauschen wird. Wenn behauptet werden soll, daß unter dem
Wachstum oder der Verminderung des Werts das Wachstum oder die Verminderung
der Menge Arbeit zu verstehen sei, die die in Rede stehende Ware produziert, könnte
der Schluß, gegen den ich mich eben wendete, einigermaßen richtig sein. Aber zu
sagen, wie es Herr Ricardo tut, daß die relativen Mengen Arbeit, durch die zwei Waren
produziert werden, die Ursache des Verhältnisses sind, in dem sich die beiden Waren
austauschen, d.h. die Ursache des Tauschwerts einer jeden, ist sehr verschieden davon,
zu sagen, daß der Tauschwert einer jeden die Menge Arbeit bedeutet, die sie produzierte,

1 des „Wertmaßes“ - * vielmehr - ? siehe vorl. Band, S. 107

Auflösung der Ricardoschen Schule 123

wohlgemerkt, ohne irgendwelche Beziehung auf die andere oder auf die Existenz der
anderen.“ („Observations etc.“, p.13.)

„Herr Rlicardo] erzählt uns tatsächlich, daß ‚die Untersuchung, auf die er des
Lesers Aufmerksamkeit hinzulenken wünsche, sich auf die Wirkung der Variationen
im relativen Wert der Waren bezieht und nicht in ihrem absoluten Wert‘, als ob er hier
meint, daß es da ein solches Ding wie den Tauschwert gäbe, der nicht relativ ist.“
(.c. p.9, 10.)

„Daß Herr Ricardo von seinem ursprünglichen Gebrauch des Terminus Wert ab-
gewichen ist und daraus etwas Absolutes statt Relatives gemacht hat, tritt noch augen-
scheinlicher in seinem ‚Die unterschiedlichen Eigenschaften von Wert und Reichtum‘
betitelten Kapitel hervor. Die dort diskutierte Frage wurde auch von anderen diskutiert
und ist eine pure Wortklauberei und nutzlos.“ (l.c. p. 15 sq.)

Bevor wir auf den Mann eingehn, noch dies über Ricardo. In seinem
chapter on „Value and Riches“! setzt er auseinander, daß der gesellschaft-
liche Reichtum nicht vom Wert der produzierten Waren abhängt, obgleich
der letztre Punkt entscheidend für every individual producer?. Um so mehr
hätte er einsehn müssen, daß eine Produktionsform, die bloß auf surplus
value gerichtet ist, d.h. auf der relativen Armut der Masse der producers
basiert, unmöglich die absolute Form der Produktion des Reichtums sein
kann, wie er sie beständig darstellt.

Nun zu den „Observations“ des „verbal“? Klugscheißers.

Wenn alle Waren mit Ausnahme einer im Wert wachsen, weil sie mehr
Arbeitszeit als früher kosten, tauscht sich die eine, deren Arbeitszeit keine
Variation untergangen, mit weniger von allen andren Waren aus. Ihr
Tauschwert, soweit er sich in andren Waren realisiert, hat sich vermindert;
d.h. ihr Tauschwert, ausgedrückt in den Gebrauchswerten aller andren
Waren. „Soll man dennoch sagen, daß ihr Tauschwert unverändert ge-
blieben?“ Dies ist nur eine Stellung der Frage, um die es sich handelt, und
spricht weder für bejahende noch verneinende Antwort. Dasselbe Resultat
fände statt, wenn sich die zur Produktion der einen Ware erheischte Arbeits-
zeit vermindert und die aller andren unverändert geblieben wäre. Ein be-
stimmtes Quantum dieser einen Ware würde sich gegen geringre Quantität
aller andren Waren austauschen. Wir haben hier beidemal dasselbe Phäno-
men, obgleich aus direkt entgegengesetzten Ursachen. Wäre umgekehrt die
zur Produktion der einen Ware A erheischte Arbeitszeit unverändert
geblieben, während die aller andren Waren sich verringert hätte, so würde
sie sich gegen mehr von allen andren Waren austauschen. Dasselbe fände

1 Kapitel über „Wert und Reichtum“ - 2 jeden individuellen Produzenten - 3 „Be-
merkungen“ des „wortklaubenden“

124 Zwanzigstes Kapitel

statt aus dem umgekehrten Grund, wenn die zur Produktion von A er-
heischte Arbeitszeit sich vermehrt und die aller andren Waren unverändert
geblieben wäre. Die Ware A tauscht [sich] also das eine Mal gegen weniger
von allen Waren aus, und zwar aus doppelten und entgegengesetzten Grün-
den. Sie tauscht sich das andre Mal gegen mehr von allen andren Waren
aus und wieder aus doppelten und entgegengesetzten Gründen. Aber,
notabene, sie tauscht sich jedesmal, nach der Voraussetzung, zu ihrem Wert
aus, daher gegen ein Äquivalent. Sie realisiert jedesmal ihren Wert in dem
Quantum der andren Gebrauchswerte, wogegen sie sich austauscht, wie
auch das Quantum dieser Gebrauchswerte wechsle.

Daraus folgt offenbar: Daß das quantitative Verhältnis, worin sich
Waren als Gebrauchswerte gegeneinander austauschen, zwar der Ausdruck
ihres Werts, ihr realisierter Wert, aber nicht ihr Wert selbst ist, indem sich
dasselbe Wertverhältnis in ganz verschiednen Quantis von Gebrauchs-
werten darstellt. Ihr Dasein als Wert ist nicht in ihrem eignen Gebrauchs-
wert - ihrem Dasein als Gebrauchswert ausgedrückt. Er erscheint in ihrem
Ausdruck in andren Gebrauchswerten, d.h. in dem Verhältnis, worin sich
diese andren Gebrauchswerte gegen sie austauschen. Wenn I Unze Gold =
1 Tonne Eisen, also kleine Quantität von Gold gegen große Quantität von
Eisen sich austauscht, ist darum der Wert der Unze Gold in Eisen aus-
gedrückt größer als der Wert des Eisens in Gold ausgedrückt? Daß sich
Waren austauschen im Verhältnis der in ihnen enthaltnen Arbeit, heißt, daß
sie gleich sind, dasselbe sind, soweit sie dasselbe Quantum Arbeit dar-
stellen. Es heißt also zugleich, daß jede Ware, für sich betrachtet, ein von
ihrem | eignen Gebrauchswert, ihrem eignen Dasein als Gebrauchs-
wert Unterschiednes ist.

Der Wert derselben Ware, ohne sich zu ändern, kann in unendlich ver-
schiednen Quantis von Gebrauchswerten dargestellt werden, je nachdem ich
ihn in dem Gebrauchswert dieser oder jener Ware darstelle. Dies ändert
den Wert nicht, obgleich es seine Darstellung ändert. Ebenso sind alle die
verschiednen Quanta verschiedner Gebrauchswerte, in denen sich der Wert
der Ware A darstellen läßt, Äquivalente und verhalten sich zueinander nicht
nur als Werte, sondern als gleich große Werte, so daß, wenn sich diese sehr
verschiednen Quanta Gebrauchswerte ersetzen, der Wert ebenso unver-
ändert bleibt, als hätte er nicht Darstellung in ganz verschiednen Ge-
brauchswerten gewonnen.

Wenn die Waren sich austauschen in dem Verhältnis, worin sie gleich
viel Arbeitszeit darstellen, so ist ihr Dasein als vergegenständlichte Arbeits-
zeit, ihr Dasein als verkörperte Arbeitszeit ihre Einheit, ihr identisches

Auflösung der Ricardoschen Schule 125

Element. Als solche sind sie qualitativ dasselbe und unterscheiden sie sich
nur noch quantitativ, je nachdem sie mehr oder weniger von demselben, der
Arbeitszeit, darstellen. Werte sind sie als Darstellung dieses Identischen
und gleich große Werte, Äguivalente, soweit sie gleich viel Arbeitszeit dar-
stellen. Um sie als Größen zu vergleichen, müssen sie vorher gleichnamige
Größen sein, qualitativ identische.

Es ist als Darstellungen dieser Einheit, daß diese verschiednen Dinge
Werte sind und sich als Werte zueinander verhalten, womit auch der Unter-
schied ihrer Wertgrößen, ihr immanentes Wertmaß gegeben ist. Und nur
darum kann der Wert einer Ware in Gebrauchswerten andrer Waren als
seinen Äquivalenten dargestellt, ausgedrückt werden. Also ist auch die
einzelne Ware selbst als Wert, als Dasein dieser Einheit, von sich selbst als
Gebrauchswert, als Ding verschieden - ganz abgesehn von dem Ausdruck
ihres Werts in andren Waren. Als Dasein der Arbeitszeit ist sie Wert über-
haupt, als Dasein einer quantitativ bestimmten Arbeitszeit bestimmte
Wertgröße.

Es ist also charakteristisch für unsren Klugscheißer, wenn er sagt: If we
mean that, we do not mean that and vice versa. Our „meaning“ has nothing
at all to do with the essential characters of the thing we consider. If we
speak of the value in exchange of a thing, we mean in the first instance of
course the relative quantities of every other commodities that can be exchan-
ged with the first commodity. But, on further consideration, we shall find
that for the proportion, in which one thing exchanges with an infinitive
mass of other things, which have nothing at all in common with it - and
even if there are natural or other similarities between those things, they are
not considered in the exchange - to be a fixed proportion all those heteroge-
neous various things must be considered as proportionate representations,
expressions of the same common unity, an element quite different from their
natural existence or appearances. We shall then furthermore find, that if
our meaning has any sense, the value of a commodity is something by which
it not only differs from or is related to other commodities, but is a quality by
which it differs from its own existence as a thing, a value in use.!

1 Wenn wir das meinen, meinen wir nicht das und umgekehrt. Unser „Meinen“ hat nicht
das mindeste mit den wesentlichen Merkmalen der Sache zu tun, von der wir sprechen. Wenn
wir von dem Tauschwert eines Dinges sprechen, meinen wir darunter zunächst freilich die
relativen Mengen aller anderen Waren, die gegen die erste Ware ausgetauscht werden können.
Aber bei näherer Betrachtung werden wir folgendes finden: Soll das Verhältnis, in dem ein
Ding mit einer unzähligen Menge anderer Dinge ausgetauscht wird, die gar nichts mit ihm
gemein haben - und auch wenn es natürliche oder andere Ähnlichkeiten zwischen ihnen gibt,
werden sie beim Austausch nicht in Betracht gezogen -, soll dies Verhältnis ein bestimmtes

126 Zwanzigstes Kapitel

„Das Steigen des Wertes des Artikels A bedeutet nur Wert, gemessen in den Artikeln
B, C usw., das heißt Tauschwert für die Artikel B, C usw.“ (l.c.p. 16.)

To estimate the value of A, a book for instance, in B, coals, and C, wine,
A, B, C must be as valize something different from their existences as books,
coals or wine. To estimate a value of A in B, A must have a value indepen-
dent of the estimation of that value in B, and both must be equal to a third
thing, expressed in both of them.!

Es ist durchaus falsch zu sagen, daß.dadurch der Wert der Ware aus
etwas Relativem in etwas Absolutes verwandelt werde. Umgekehrt. Als Ge-
brauchswert erscheint die Ware als etwas Selbständiges. Als Wert dagegen
als bloß Gesetztes, bloß bestimmt durch ihr Verhältnis zur gesellschaftlich
notwendigen, gleichen, einfachen Arbeitszeit. So sehr relativ, daß, wenn die
zur Reproduktion erheischte Arbeitszeit [sich] ändert, ihr Wert [sich] ändert,
obgleich die in ihr wirklich enthaltne Arbeitszeit unverändert geblieben
1st.

1817| In welchem tiefen Fetischismus unser Klugscheißer steckt und
wie er das Relative in etwas Positives verwandelt, zeigt am schlagendsten der
folgende Satz:

„Wert ist Eigenschaft der Dinge, Reichtum der Menschen. Wert in diesemSinn schließt
notwendig Austausch ein, Reichtum nicht.“ (l.c. p. 16.)

Riches? sind hier Gebrauchswerte. Diese sind allerdings in bezug für
die Menschen riches, aber es ist durch seine eigne property, seine eignen
Eigenschaften, daß ein Ding Gebrauchswert und daher ein Element des
Reichtums für die Menschen ist. Nimm der Traube die Eigenschaften, die
sie zur Traube machen, so hört der Gebrauchswert, den sie als Traube für
die Menschen hat, auf; und sie hat aufgehört als Traube ein Element des
Reichtums zu sein. Riches als identisch mit Gebrauchswerten sind properties

sein, dann müssen alle die verschiedenen heterogenen Dinge als verhältnismäßige Darstellun-
gen, Ausdrücke derselben gemeinsamen Einheit betrachtet werden, eines Elements, das voll-
ständig verschieden ist von ihrer natürlichen Existenz oder Erscheinung. Wir werden dann
weiterhin finden, daß, wenn unsere Anschauung einen Sinn hat, der Wert einer Ware etwas
ist, wodurch sie nicht bloß von anderen Waren unterschieden oder mit ihnen verbunden ist,
sondern daß er eine Eigenschaft ist, wodurch sie sich von ihrer eigenen Existenz als ein
Ding, ein Gebrauchswert unterscheidet.

1 Um den Wert von A, zum Beispiel eines Buches, zu messen in B, Kohlen, und C, Wein,
müssen A, B, C als Werte verschieden sein von ihren Existenzen als Buch, Kohlen oder
Wein. Um den Wert von A in B zu messen, muß A einen Wert haben, unabhängig von der
Messung dieses Werts in B, und beide müssen gleich sein einem dritten Dinge, das in beiden
ausgedrückt wird. - ? Reichtum

Auflösung der Ricardoschen Schule 127

of things that are made use of by men and which express a relation to their
wants!. Dagegen soll „value“ die „property of things“ sein!

Als Werte sind die Waren gesellschaftliche Größen, also etwas von ihren
„properties“ as „things“? absolut Verschiednes. Sie stellen als values nur
Verhältnisse der Menschen in ihrer productive activity® dar. Value „imp-
lies“* in der Tat „exchanges“, aber exchanges sind exchanges of things bet-
ween men?; exchanges, die die Dinge als solche absolut nichts angehn. Das
Ding behält dieselben „properties“, ob in der Hand von A oder B. In der
Tat unterstellt der Begriff der „value“ „exchanges“ der Produkte. Wo die
Arbeit gemeinschaftlich ist, stellen sich die Verhältnisse der Menschen in
ihrer gesellschaftlichen Produktion nicht als „values“ of „things“ dar.
Exchanges of products as commodities is a certain method of exchanging
labour, and of the dependence of the labour of each upon the labour of the
others a certain mode of social labour or social production.®

Ich habe in dem 1. Teil meiner Schrift!?%! erwähnt, wie es die auf dem
Privataustausch beruhende Arbeit charakterisiert, daß sich der gesell-
schaftliche Charakter der Arbeit als „property“ der Dinge „darstellt“ - ver-
kehrt; daß ein gesellschaftliches Verhältnis als Verhältnis der Dinge unter
sich erscheint (der products, values in use, commodities”). Diesen Schein
nimmt unser Fetischdiener als etwas Wirkliches und glaubt in der Tat, daß
der Tauschwert der Dinge durch ihre properties as things bestimmt ist,
überhaupt a natural property® derselben ist. Bisher hat noch kein Natur-
forscher entdeckt, durch welche natürlichen Eigenschaften Schnupftabak
und Gemälde in bestimmter Proportion „Äquivalente“ füreinander sind.

Er, der wiseacre?, verwandelt also den Wert in etwas Absolutes, „a
property of things“, statt darin nur etwas Relatives, die Relation der Dinge
zur gesellschaftlichen Arbeit zu sehn, der auf Privataustausch beruhenden
gesellschaftlichen Arbeit, in welcher die Dinge als nichts Selbständiges, son-
dern als bloße Ausdrücke der gesellschaftlichen Produktion bestimmt sind.

Daß aber die „value“ nichts Absolutes ist, nicht als an entity!? aufgefaßt
wird, ist ganz verschieden davon, daß die Waren ihrer value of exchange!!
einen selbständigen, von ihrer value of use!?oder ihrem Dasein als reales

I Eigenschaften von Dingen, die sich die Menschen zunutze machen und die ein Verhältniszu
ihren Bedürfnissen ausdrücken - ? „Eigenschaften“ als „Dinge“ -® produktiven Tätigkeit -
% Wert „schließtein“ -° Austausche von Dingen zwischen Menschen -$ Austausch von Produk-
ten als Waren ist eine bestimmte Methode, Arbeit auszutauschen, und der Abhängigkeit
der Arbeit eines jeden von der Arbeit des anderen, eine bestimmte Art gesellschaftlicher Arbeit
oder gesellschaftlicher Produktion. - ? Produkte, Gebrauchswerte, Waren - ® eine natürliche
Eigenschaft - ? Neunmalkluge - ° eine Wesenheit - " Tauschwert —1? Gebrauchswert

128 Zwanzigstes Kapitel

Produkt verschiednen und unabhängig von ihm existierenden Ausdruck geben
müssen, d.h. die Warenzirkulation zur Geldbildung fortgehn muß. Sie
geben ihrem Tauschwert diesen Ausdruck im Geld, zunächst im Preis, worin
sie sich alle als Materiatur derselben Arbeit, nur quantitativ verschiedne Aus-
drücke derselben Substanz darstellen. Die Verselbständigung des Tauschwerts
der Ware in Geld ist selbst das Produkt des Austauschprozesses, der Ent-
wicklung der in der Ware enthaltnen Widersprüche von Gebrauchswert
und Tauschwert und des nicht minder in ihr enthaltnen Widerspruchs, daß
die bestimmte, besondre Arbeit des Privatindividuums sich als ihr Gegen-
teil, gleiche, notwendige, allgemeine und in dieser Form gesellschaftliche
Arbeit darstellen muß. In der Darstellung der Ware als Geld ist nicht nur
das enthalten, daß die verschiednen Wertgrößen der Waren durch Dar-
stellung ihrer Werte in dem Gebrauchswert einer ausschließlichen Ware
gemessen sind; sondern zugleich, daß sie sich alle in einer Form darstellen,
worin sie als Verkörperung der gesellschaftlichen Arbeit existieren und daher
gegen jede andre Ware austauschbar, beliebig in jeden beliebigen Gebrauchs-
wert übersetzbar sind. Es erscheint ihre Darstellung als Geld - im Preise -
daher zuerst nur ideell; eine Darstellung, die sie erst durch den wirklichen
Verkauf realisieren. Was bei Ricardo der Fehler ist, ist, daß er bloß mit der
Wertgröße beschäftigt ist. Daher nur sein Augenmerk richtet auf ]818] das
relative Quantum Arbeit, das die verschiednen Waren darstellen, als Werte
verkörpert in sich enthalten. Aber die in ihnen enthaltne Arbeit muß als
gesellschaftliche Arbeit dargestellt werden, als entäußerte individuelle
Arbeit. Im Preis ist diese Darstellung ideell. Erst im Verkauf wird sie
realisiert. Diese Verwandlung der in den Waren enthaltnen Arbeiten der
Privatindividuen in gleiche gesellschaftliche Arbeit, daher als in allen Ge-
brauchswerten darstellbare, mit allen austauschbare Arbeit, diese qualita-
tive Seite der Sache, die in der Darstellung des Tauschwerts als Geld ent-
halten ist, ist bei Ricardo] nicht entwickelt. Diesen Umstand - die Not-
wendigkeit, die in ihnen enthaltne Arbeit als gleiche gesellschaftliche Arbeit
darzustellen, i.e. als Geld - übersieht Ricardo].

Die Entwicklung des Kapitals ihrerseits unterstellt schon die volle Ent-
wicklung des Tauschwerts der Ware und daher seine Verselbständigung in
Geld. Im Produktions- und Zirkulationsprozeß des Kapitals wird von dem
Wert als selbständiger Gestalt ausgegangen, der sich erhält, vermehrt, seine
Vermehrung an seiner ursprünglichen Größe mißt in allen changes!, die die
Waren, in denen er sich darstellt, durchlaufen, und abgesehn davon, ob er

1 Veränderungen

Auflösung der Ricardoschen Schule 129

sich selbst in den verschiedensten Gebrauchswerten darstellt, die Waren
wechselt, die ihm als Leiber dienen. Das Verhältnis des der Produktion vor-
ausgesetzten zu dem aus ihr resultierenden Werts - als vorausgesetzter
Wert ist das Kapital Kapital im Gegensatz zum Profit - bildet das Über-
greifende und Bestimmende des ganzen kapitalistischen Produktionsprozes-
ses. Es ist nicht nur selbständige Darstellung des Werts wie im Geld, son-
dern prozessierender Wert, Wert, der sich erhält in einem Prozeß, worin die
Gebrauchswerte die verschiedensten Formen durchlaufen. Im Kapital tritt
die Verselbständigung des Werts also in viel höhrer Potenz auf alsim Geld.

Danach kann man die Weisheit unsres „verbal“ wiseacre beurteilen,
der die Verselbständigung des Tauschwerts als eine Redensart, manner of
talking, scholastic invention! behandelt.

„Wert oder valeur im Französischen wird nicht bloß absolut gebraucht, statt relativ,
als eine Eigenschaft von Dingen, sondern wird sogar von manchen im Sinne einer meß-
baren Ware benutzt. ‚Einen Wert besitzen‘, ‚einen Teil des Werts übertragen‘“ (ein so
wichtiges Moment beim fixen Kapital), „‚die Summe oder Gesamtheit der Werte‘ usw. -
ich weiß nicht, was das alles sagen will.“ (l.c. p.57.)

Daß der verselbständiste Wert im Geld selbst wieder nur einen relativen
Ausdruck besitzt, weil das Geld selbst Ware, hence of a changeable value?,
ändert nichts an der Sache, sondern ist eine Unvollkommenheit, die aus der
Natur der Ware und der notwendigen Darstellung ihres Tauschwerts, im
Unterschied von ihrem Gebrauchswert, entspringt. Daß our man does
„not know“®, hat er vollständig gezeigt. Es zeigt uns dies die Art der Kritik,
die die in den widersprechenden Bestimmungen der Dinge selbst liegenden
Schwierigkeiten gern als Reflexionsprodukte oder Widerstreit der defini-
tions wegschwatzen will.

„Der relative Wert zweier Dinge‘ kann zweierlei bedeuten: das Verhältnis, in dem
zwei Dinge sich unzereinander austauschen oder austauschen würden, oder die verhält-
nismäßigen Mengen eines Dritten, für die jede von ihnen sich austauscht oder aus-
tauschen würde.“ (l.c. p.53.)

D’abord“ wäre dies eine sehr schöne Definition. Wenn 3 Pfd. Kaffee für
1 Pfd. Tee exchange to-day or would exchange to-morrow’, so ist durchaus
nicht gesagt, daß Äquivalente have been exchanged for each other.
Hiernach könnte eine Ware immer nur zu ihrem Wert exchanged werden,
denn ihr Wert wäre irgendein beliebiges Quantum andrer Ware, wogegen

sie zufällig ausgetauscht worden. "This, however, is not what people

1 Art Geschwätz, scholastische Erfindung - 2 daher von’ einem wechselnden Wert -
3 unser Mann es „nicht weiß“ -* Zunächst -° sich heute austauschen oder morgen aus-
tauschen würden - © gegenseitig ausgetauscht wurden

130 Zwanzigstes Kapitel

generally mean, when they say that 3 Ibs. of coffee have been exchanged for
their equivalent in tea. They suppose that after, as before, the exchange a
commodiiy of the same value is in the hand of either of the exchangers. The
rate at which two commodities exchange does not determine their value, but
their value determines the rate at which they exchange.! Wenn Wert nichts
als das Quantum Ware, wogegen Ware A zufällig ausgetauscht wird, wie to
express the value of A in the commodity B, C etc.? Because ||819] then, as
there is no immanent measure between the two, the value of A could not be
expressed in B before it had been exchanged against B.?

Relativer Wert heißt erstens, Wertgröße im Unterschied von der Qualität
Wert überhaupt zu sein. Deswegen ist der letztre auch nichts Absolutes.
Es heißt zweitens: Der Wert einer Ware ausgedrückt im Gebrauchswert
einer andren Ware. Dies ist ein nur relativer Ausdruck ihres Werts, nämlich
in relation to the commodity in which it is expressed. The value of a
pound of coffee is only relatively expressed in tea; to express it absolutely -
even in arelative way, that is to say, not in regard to the time of labour, but
to other commodities - it ought to be expressed in an infinite series of
equations with all other commodities. This would be an absolute expression
of its relative value; its absolute expression would be its expression in time
of labour and by this absolute expression it would be expressed as some-
thing relative, but in the absolute relation, by which it is value.?

Kommen wir jetzt zu Bailey.
Positives Verdienst hat seine Schrift nur eins - daß er die measure of
values, also in der Tat eine der Funktionen des Gelds, oder das Geld in

1 Das meint man jedoch in der Regel nicht, wenn man sagt, daß 3 Pfd. Kaffee für den
gleichen Wert in Tee ausgetauscht wurden. Man nimmt in solchen Fällen an, daß sich nach
dem Austausch wie vorher in den Händen jedes der Austauschenden eine Ware von gleichem
Werte befindet. Das Verhältnis, in dem sich zwei Waren austauschen, bestimmt nicht ihren
Wert, sondern ihr Wert bestimmt das Verhältnis, in dem sie sich austauschen. - ? soll dann
der Wert von A ausgedrückt werden in der Ware B, C etc.? Denn da es kein immanentes Maß
zwischen beiden gibt, kann der Wert von A nicht in B ausgedrückt werden, solange es nicht
gegen B ausgetauscht wurde. -® im Verhältnis zu der Ware, in der er ausgedrückt wird. Der
Wert eines Pfundes Kaffee wird nur relativ in Tee ausgedrückt; um ihn absolut auszudrük-
ken - selbst in relativer Weise, das heißt, nicht in bezug auf die Arbeitszeit, sondern auf andre
Waren -, müßte man ihn in einer unendlichen Reihe von Gleichungen mit allen anderen
Waren ausdrücken. Dies wäre ein absoluter Ausdruck ihres relativen Wertes; sein absoluter
Ausdruck wäre sein Ausdruck in Arbeitszeit, und durch diesen absoluten Ausdruck würde er
als etwas Relatives ausgedrückt, aber in dem absoluten Verhältnis, durch das er Wert ist. -
@ das Maß der Werte

Auflösung der Ricardoschen Schule 131

einer besondren Formbestimmtheit, zuerst. richtiger bestimmt. Um die
Werte der Waren zu messen - für ein äußres Maß der Werte, ist es nicht
nötig, daß der Wert der Ware, worin sich die andren Waren messen, un-
veränderlich sei. (Er muß vielmehr, wie ich nachgewiesen habe im 1. Teil®”',
veränderlich sein, weil das Maß der Werte selbst Ware ist und Ware sein
muß, indem es sonst kein gemeinsames immanentes Maß mit den andren
Waren hätte.) Verändert sich der Wert des Geldes z.B., so verändert er sich
allen andren Waren gegenüber gleichmäßig. Ihre relativen Werte drücken
sich daher ebenso richtig in ihm aus, als wäre es unveränderlich geblieben.

Damit war das Problem, ein „unveränderliches Maß der Werte“ zu fin-
den, beseitigt. Allein dieses Problem (das Interesse, Werte von Waren zu
verschiednen Geschichtsperioden zu vergleichen, ist in der Tat kein ökono-
misches Interesse an und für sich, [sondern] ein gelehrtes Interesse) ging
selbst aus einem Mißverständnis hervor und hüllte eine viel tiefere und
wichtigere Frage ein. „Unveränderliches Maß der Werte“ meint de prime
abord! ein Maß der Werte, das selbst von unveränderlichem Wert sei, also,
da der Wert selbst eine Bestimmung der Ware, eine Ware von unveränder-
lichem Wert. Wären z.B. Gold und Silber oder Korn solche Waren oder
auch Arbeit, so könnte man durch Vergleichung mit denselben das Ver-
hältnis, worin sich die andren Waren zu ihnen austauschen, die Variationen
im Wert dieser andren Waren exakt messen durch ihren Goldpreis, Silber-
preis, Kornpreis oder ihr Verhältnis zum Arbeitslohn. In dem Problem, wie
es so gestellt ist, ist also von vornherein unterstellt, daß im „Maß der
Werte“ es sich bloß von einer Ware handelt, worin alle andren Waren ihren
Wert darstellen, sei es in der Ware, worin sie ihn wirklich darstellen - dem
Geld, der Ware, die als Geld funktioniert -, oder eine Ware, die ihres un-
veränderlichen Werts wegen das Geld wäre, womit der T'heoretiker rechnete.
Es zeigt sich aber, daß es sich unter allen Umständen hier nur handelt von
einem Geld, das als Maß der Werte - theoretisch oder praktisch - selbst
nicht Wertveränderungen unterworfen wäre.

Aber damit die Waren ihren Tauschwert selbständig im Geld darstellen,
in einer dritten Ware, der ausschließlichen Ware - sind schon die Waren-
werte unterstellt. Es handelt sich nur noch darum, sie quantitativ zu ver-
gleichen. Eine Einheit, die sie zu denselben - zu Werten macht - als
Wert qualitativ gleichmacht, ist schon unterstellt, damit ihre Werte und
Wertunterschiede sich in dieser Weise darstellen. Drücken alle Waren ihre
Werte in Gold z. B. aus, so ist dieser ihr Goldausdruck, ihr Goldpreis, ihre

3 yor allem

g*

132 Zwanzigstes Kapitel

Gleichung mit dem Gold, eine Gleichung, aus der ihr Wertverhältnis
zueinander erhellt, berechnet werden kann, denn sie sind nun ausgedrückt
als verschiedne Quanta Gold, und in dieser Art sind die Waren in ihren
Preisen als | gleichnamige und vergleichbare Größen dargestellt.

Aber um sie so darzustellen, müssen sie als Werte schon identisch sein.
Sonst wäre das Problem, den Wert jeder Ware in Gold auszudrücken,
unmöglich zu lösen, wenn nicht Ware und Gold oder jede zwei beliebige
Waren als Werte, Darstellungen derselben Einheit, ineinander ausdrückbar
wären. Oder im Problem selbst liegt schon diese Voraussetzung. Die Waren
sind schon als Werte, als von ihren Gebrauchswerten unterschiedne Werte
unterstellt, eh es sich von einer Darstellung dieses Werts in einer besondren
Ware handeln kann. Damit zwei Quanta verschiedner Gebrauchswerte als
Äquivalente sich gleichgesetzt werden, ist schon unterstellt, daß sie in
einem Dritten gleich sind, qualitativ gleich sind und nur verschiedne quan-
titative Ausdrücke dieses qualitativ Gleichen.

Das Problem nach einem „unveränderlichen Maßstab des Werts“ war
in der Tat also nur ein falscher Ausdruck für das Aufsuchen des Begriffs,
der Natur des Werts selbst, dessen Bestimmung selbst nicht wieder ein
Wert sein könnte, also auch nicht den Veränderungen als Wert unterworfen.
Dies war die Arbeitszeit - die gesellschaftliche Arbeit, wie sie sich in der
Warenproduktion spezifisch darstellt. Arbeitsquantum hat keinen Wert, ist
keine Ware, sondern ist das, was die Waren in Werte verwandelt, ihre Ein-
heit, als deren Darstellung sie qualitativ gleich und nur quantitativ ver-
schieden sind. Sie [erscheinen] als Ausdruck bestimmter Quanta gesell-
schaftlicher Arbeitszeit.

Gesetzt, Gold habe einen unveränderlichen Wert. Wären dann die
Werte aller Waren in Gold ausgedrückt, so könnte ich die Wertvariationen
der Waren an ihren Goldpreisen messen. Aber um die Werte der Waren in
Gold auszudrücken, müssen Waren und Gold als Werte identisch sein. Nur
als bestimmte quantitative Ausdrücke dieses Werts, als bestimmte Wert-
größen könnten Gold und Ware identisch gesetzt werden. Der unveränder-
liche Wert des Golds und der. veränderliche Wert der übrigen Waren
würde nicht hindern, daß sie als Wert dasselbe wären, derselben Substanz.
Erst müßte der Wert der Waren in Gold ausgedrückt, geschätzt sein - also
Gold und Waren als Ausdrücke derselben Einheit dargestellt sein, als Äqui-
valente -, bevor uns der unveränderliche Wert des Golds einen Schritt
weiter brächte.

{Damit die Waren an dem in ihnen enthaltnen Quantum Arbeit ge-
messen werden - und das Maß für das Quantum Arbeit ist die Zeit -,

Auflösung der Ricardoschen Schule 133

müssen die verschiedenartigen in den Waren enthaltnen Arbeiten auf
gleiche einfache Arbeit reduziert sein, Durchschnittsarbeit, gewöhnliche,
unskilled labour!. Erst dann kann das Quantum der in ihnen enthaltnen
Arbeitszeit an der Zeit, einem gleichen Maß gemessen werden. Sie muß
qualitativ gleich sein, damit ihre Unterschiede zu bloß quantitativen, bloßen
Größenunterschieden werden. Diese Reduktion auf einfache Durch-
schnittsarbeit ist jedoch nicht die einzige Bestimmtheit der Qualität dieser
Arbeit, worin als Einheit sich die Werte der Waren auflösen. Daß das
Quantum der in einer Ware enthaltnen Arbeit das zu ihrer Produktion
gesellschaftlich notwendige Quantum ist - die Arbeitszeit also notwendige
Arbeitszeit -, ist eine Bestimmung, die nur die Wertgröße betrifft. Aber die
Arbeit, die die Einheit der Werte bildet, ist nicht nur gleiche, einfache
Durchschnittsarbeit. Die Arbeit ist Arbeit des Privatindividuums, dar-
gestellt in einem bestimmten Produkt. Als Wert soll jedoch das Produkt
Verkörperung der gesellschaftlichen Arbeit sein und als solches unmittelbar
verwandelbar aus einem Gebrauchswert in jeden andren. (Der bestimmte
Gebrauchswert, worin sie sich unmittelbar darstellt, soll gleichgültig sein,
so daß es aus einer Form von Gebrauchswert in die andre übersetzbar.) Die
Privatarbeit soll sich also unmittelbar darstellen als ihr Gegenteil, gesell-
schaftliche Arbeit; diese verwandelte Arbeit ist als ihr unmittelbares
Gegenteil abstrakt allgemeine Arbeit, die sich daher auch in einem all-
gemeinen Äquivalent darstelle. Nur durch ihre Veräußerung stellt sich die
individuelle Arbeit wirklich als ihr Gegenteil dar. Aber die Ware muß
diesen allgemeinen Ausdruck besitzen, bevor sie veräußert ist. Diese Not-
wendigkeit der Darstellung der individuellen Arbeit als allgemeiner ist die
Notwendigkeit der Darstellung einer Ware als Geld. Soweit dies Geld als
Maß dient und als Ausdruck des Werts der Ware im Preis, erhält die Ware
diese Darstellung. Erst durch ihre wirkliche Verwandlung in Geld, den
Verkauf, gewinnt sie diesen ihren adäquaten Ausdruck als Tauschwert. Die
erste Verwandlung ist bloß theoretischer, die zweite wirklicher Prozeß.
11821] Es ist also beim Dasein der Ware als Geld nicht nur hervorzuheben,
daß die Waren im Geld sich ein.bestimmtes Maß ihrer Wertgrößen geben -
indem alle ihren Wert im Gebrauchswert derselben Ware ausdrücken -,
sondern daß sie sich alle darstellen als Dasein der gesellschaftlichen, abstrakt
allgemeinen Arbeit; eine Form, in der sie alle dieselbe Gestalt besitzen; alle
als unmittelbare Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit erscheinen; und
als solche alle die Wirkung des Daseins der gesellschaftlichen Arbeit

1 unqualifizierte Arbeit

134 Zwanzigstes Kapitel

haben, unmittelbar - im Verhältnis ihrer Wertgröße - austauschbar sind
gegen alle andren Waren; während sie in der Hand dessen, dessen Ware in
Geld verwandelt ist, nicht das Dasein des Tauschwerts in einem besondren
Gebrauchswert, sondern das Dasein des Gebrauchswerts (wie des Goldes
z.B.) als bloßen Trägers des Tauschwerts. Eine Ware mag unter oder über
ihrem Wert verkauft werden. Dies betrifft nur ihre Wertgröße. Aber jedes-
mal, sobald sie verkauft, in Geld verwandelt ist, besitzt ihr Tauschwert ein
selbständiges, von ihrem Gebrauchswert gesondertes Dasein. Sie existiert
nur noch als ein bestimmtes Quantum gesellschaftlicher Arbeitszeit, und
als solches bewährt sie sich, indem sie unmittelbar gegen jede beliebige
Ware austauschbar, in jeden beliebigen Gebrauchswert (im Maß ihres
Quantums) verwandelbar ist. Dieser Punkt ist ebensowenig beim Geld zu
übersehn, wie die formelle Verwandlung, die die in einer Ware enthaltne
Arbeit untergeht als ihr Wertelement. Es zeigt sich aber im Geld - in
dieser absoluten &changeabilite!, die die Ware als Geld besitzt, ihrer abso-
luten Wirksamkeit als valeur d’echange*, was mit der Wertgröße nichts zu
tun hat — keine quantitative, sondern qualitative Bestimmung®, daß durch den
Prozeß der Ware selbst ihr Tauschwert verselbständigt und in freier Gestalt
neben ihrem Gebrauchswert real dargestellt wird, wie er es in ihrem Preise
schon ideell ist:

Es zeigt also, daß der „verbal observer“* so wenig wie Bailey irgend
etwas vom Wert und Wesen des Gelds verstehn, wenn sie die Verselb-
ständigung des Werts als eine scholastische Erfindung von Ökonomen be-
handeln. Noch mehr tritt diese Verselbständigung im Kapital hervor, was
nach einer Seite hin prozessierender Wert - also, da der Wert selbständig
nur im Geld existiert -, prozessierendes Geld genannt werden kann, das eine
Reihe Prozesse durchläuft, in denen es sich erhält, von sich ausgeht, zu sich
zurückkehrt in vergrößertem Umfang. Daß das Paradoxon der Wirklichkeit
sich auch in Sprachparadoxen ausdrückt, die dem common sense® wider-
sprechen, dem what vulgarians mean and believe to talk of, versteht sich
von selbst. Die Widersprüche, die daraus hervorgehn, daß auf Grundlage
der Warenproduktion Privatarbeit sich als allgemeine gesellschaftliche
darstellt, daß die Verhältnisse der Personen als Verhältnisse von Dingen
und Dinge sich darstellen - diese Widersprüche liegen in der Sache, nicht
in dem sprachlichen Ausdruck der Sache.}

1 Austauschbarkeit - ? Tauschweri - ? in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene
Textstelle mit Bleistift unterstrichen -* „wortklaubende Beobachter“ -° gesunden Menschen-
verstand - ® was Vulgärökonomen meinen und zu sagen glauben

Auflösung der Ricardoschen Schule 135

Ric/ardo] hat oft das Ansehn und spricht in der Tat manchmal so, als
sollte die quantity of labour! eine Lösung des falschen oder falschgefaßten
Problems von einem „unvariable measure of value“? sein, in derselben Art
wie Korn, Geld, Arbeitslohn etc. als dergleichen Nostra früher betrachtet
und aufgestellt wurden. Dieser falsche Schein kommt bei Rlicardo] da-
durch hervor, daß ihm die Bestimmung der Wertgröße die entscheidende
Aufgabe. Weswegen er die spezifische Form, worin die Arbeit Element des
Werts ist, nicht gefaßt hat, namentlich nicht, daß die einzelne Arbeit sich
als abstrakt allgemeine und in dieser Form als gesellschaftliche darstellen
muß. Den Zusammenhang der Geldbildung mit dem Wesen des Werts und
mit der Bestimmung dieses Werts durch Arbeitszeit hat er deshalb nicht
begriffen.

Baileys Schrift hat insofern ein Verdienst, als er die Verwechslung der
„measure of value“, wie sie sich im Geld darstellt, als eine Ware neben
andren Waren, mit dem immanenten Maß und Substanz des Werts durch
seine Einwendungen aufhellt. Hätte er aber selbst das Geld als „measure of
value“ analysiert, nicht nur als quantitatives Maß, sondern als qualitative
Verwandlung der Waren, so wäre er selbst auf die richtige Analyse des
Werts gekommen. Statt dessen bleibt er bloß bei der oberflächlichen Be-
trachtung der äußren „measure of value“ - die schon die value unterstellt -
stehn und bei dem rein Gedankenlosen.

1822| Indes finden sich doch einzelne Stellen bei Rlicardo], worin er
direkt hervorhebt, daß die Quantität der in einer Ware enthaltnen Arbeit
nur darum das immanente Maß ihrer Wertgrößen, der Größenunterschiede
ihrer Werte [ist], weil die Arbeit das ist, worin die verschiednen Waren
gleich sind, ihre Einheit, ihre Substanz, der innre Grund ihres Werts. Was
er vernächlässigt hat zu untersuchen, ist nur, in welcher bestimmten Form
die Arbeit dies ist.

„Wenn wir die Arbeit als Grundlage des Wertes der Waren und die zu ihrer Produk-
tion erforderlichen verhältnismäßigen Quantitäten Arbeit als Regel. betrachten, nach der
sich die entsprechenden Quantitäten von Waren bemessen, die beim Tausch füreinander
hingegeben werden, so darf man uns doch nicht unterstellen, daß wir die zufälligen und
zeitweiligen Abweichungen des tatsächlichen oder Marktpreises der Waren von diesem
ihren ursprünglichen und natürlichen Preis in Abrede stellen.“ (34 ed., 1821, p.80.)

„Zu messen ... heißt herauszufinden, wievielmal sie“ (die gemessenen Dinge) „...
Einheiten derselben Gattung. Ein Franken ist kein Wertmaß für irgend etwas, außer für
eine Quantität des Metalls, aus dem Franken hergestellt werden, sofern nicht Franken
und die zu messende Sache auf ein anderes Maß, das beiden gemeinsam ist, bezogen

% Menge Arbeit - ? „unveränderlichen Maß der Werte“ - ® des „Wertmaßes“

136 Zwanzigstes Kapitel

werden können. Ich glaube, daß sie das können, da sie beide Resultat von Arbeit sind,
und daß daher“ (weil labour ihre causa efficiens!) „Arbeit ein gemeinsames Maß ist,
durch das ihr wirklicher, als auch ihr relativer Wert bestimmt werden kann.“ (l.c.
p.333, 334.)

Die Waren können alle aufgelöst werden in labour als ihre Einheit. Was
Ricfardo] nicht untersucht, ist die spezifische Form, worin labour als Ein-
heit der Waren sich darstellt. Daher begreift er das Geld nicht. Daher er-
scheint bei ihm die Verwandlung der Waren in Geld als etwas bloß For-
melles, nicht tief in das Innerste der kapitalistischen Produktion Ein-
gehendes. Aber das sagt er nur: Nur weil labour die Einheit von Waren, nur
weil sie alle bloße Darstellungen derselben Einheit, der labour, ist labour
ihre measure?. Es ist nur ihre measure, weil ihre Substanz als Werte. Es ist
nicht gehörig unterschieden die labour, soweit sie sich in Gebrauchswerten
und soweit sie sich im Tauschwert darstellt. Die labour als Grund des
Werts ist nicht die besondre labour, von besondrer Beschaffenheit. Es geht
bei Ricfardo] Verwechslung durch zwischen labour, soweit sie sich im
Gebrauchswert und soweit sie sich im Tauschwert darstellt. Allerdings ist
die letztre Form der labour nur die erstre in einer abstrakten Form gefaßt.

Unter real value? versteht Rlicardo] im obigen Passus die Ware als Dar-
stellung einer bestimmten Arbeitszeit. Unter relative value den Ausdruck
der in ihr enthaltnen Arbeitszeit in den Gebrauchswerten andrer Waren.

Nun zu Bailey.

Bjailey] hält fest an der Form, worin der Tauschwert der Ware als Ware
sich darstellt, erscheint. Allgemein stellt er sich dar, wenn in dem Ge-
brauchswert einer dritten Ware ausgedrückt, worin alle andre Ware eben-
falls ihren Wert ausdrückt - die als Geld dient, also im Geldpreis der Ware.
Besonders stellt er sich dar, wenn ich den Tauschwert irgendeiner Ware im
Gebrauchswert irgendeiner andren Ware darstelle, also als Kornpreis, Lein-
wandpreis etc. In der Tat erscheint der Tauschwert der Ware, stellt er sich
für andre Waren dar, immer nur in dem quantitativen Verhältnis, worin sie
sich austauschen. Die allgemeine Arbeitszeit kann die einzelne Ware als
solche nicht darstellen, oder sie kann sie nur darstellen in ihrer Gleichung
mit der Ware, die Geld ist, in ihrem Geldpreis. Aber dann ist der Wert der
Ware A stets dargestellt in bestimmtem Quantum Gebrauchswert G, der
Ware, die als Geld funktioniert.

Dies ist die unmittelbare Erscheinung. Und daran hält BJailey] fest. Die
oberflächlichste Form, worin der Tauschwert sich zeigt, als quantitatives

1 Arbeit ihre wirkende Ursache - ? ihr Maß - ° realem Wert

Auflösung der Ricardoschen Schule 137

Verhältnis, worin Waren sich austauschen, ist nach BJaileyl ihr Wert. Von
der Oberfläche in die Tiefe fortzugehn, ist nicht erlaubt. Er vergißt sogar
die einfache Reflexion, daß, wenn y Ellen Leinwand = x Ibs. Stroh, diese
Gleichheit zwischen den ungleichen Dingen Leinwand und Stroh sie zu
gleichen Größen macht. Dies ihr Dasein als Gleiches muß doch verschieden
1823] sein von ihrem Dasein als Stroh und Leinwand. Es ist nicht als Stroh
und Leinwand, daß sie sich gleichgesetzt sind, sondern als Äquivalente. Die
eine Seite der Gleichung muß daher denselben Wert ausdrücken wie die
andre. Der Wert von Stroh und Leinwand muß also weder Stroh noch
Leinwand sein, sondern etwas beiden Gemeinsames und von beiden als
Stroh und Leinwand Unterschiednes. Was ist das? Darauf antwortet er
nicht. Statt dessen geht er alle Kategorien der Ökonomie durch, um stets
die einförmige Litanei zu wiederholen, daß der Wert das Austausch-
verhältnis von Waren ist und daher nichts von diesem Verhältnis Unter-
schiednes.

„Wenn der Wert eines Gegenstandes seine Kaufkraft ist, dann muß etwas zu kaufen
da sein. Der Wert bezeichnet also nichts Positives oder der Ware Eigenes, sondern bloß
die Relation, in der zwei Gegenstände zueinander als austauschbare Waren stehen.“
([Bailey, „A Critical Dissertation on the Nature, Measures, and Causes of Value“,
London 1825], p.4, 5.)

In dieser Phrase ist in der Tat seine ganze Weisheit enthalten. „If value
is nothing but power of purchasing“ (a very fine definition, since „purchasing“
supposes not only value, but the representation of value as „money“), „it
denotes“! etc. Doch klären wir die Phrase Blaileyls erst von ihrem ab-
geschmackten Hereinschmuggeln. „Purchasing“ heißt „kaufen“, heißt
Verwandlung von Geld in Ware. Geld unterstellt schon die value und die
Entwicklung of value. Also erst fort mit dem Ausdruck „purchasing“.
Sonst erklären wir value durch value. Für purchasing müssen wir sagen
„exchanging against other objects“. Daß „there must be something to
purchase“ ?, ist eine ganz überflüssige Bemerkung. Würde das „object“
als Gebrauchswert konsumiert von seinen Produzenten’, wäre es nicht
bloß Mittel, andre Objekte anzueignen, nicht „Ware“, so wäre von value
natürlich nicht die Rede.

Erst ist von object die Rede. Dann aber wird die Relation, „in which
two objects stand to each other“ verwandelt in „the relation ... they stand

1 „Wenn Wert nichts ist als Kaufkraft“ {eine sehr schöne Definition, da „kaufen“ nicht
nur Wert, sondern'auch die Darstellung des Wertes als „Geld“ voraussetzt), „bezeichnet er“ -
2 „austauschen gegen andere Gegenstände“. Daß „etwas zu kaufen da sein muß“ - ® in der
Handschrift: Konsumenten

138 . Zwanzigstes Kapitel

to each other ... as exchangeable commodities“!. Die objects standen ja nur
in der Relation of exchange? oder exchangeable objects to each other.
Dadurch sind sie „commodities“, was something else than „objects“? ist.
Dagegen die „Relation of exchangeable commodities“ ist entweder ein Un-
sinn, da „not exchangeable objects“ keine commodities sind. Oder Herr
Bfailey] schlägt sich selbst. Die objects shall not be exchanged in any
proportion whatever“, sondern sie sollen als commodities exchanged wer-
den, d.h. sich als exchangeable commodities zueinander verhalten, d.h.
als Objekte, deren jedes einen valeur? hat und die im Maß ihrer Äquivalenz
zueinander ausgetauscht werden sollen. Damit hätte Blailey] zugegeben,
daß die rate, worin sie ausgetauscht werden, also die power” jeder der
Waren, die andre zu kaufen, bestimmt ist durch ihren Wert, dieser Wert
aber nicht durch diese power, die eine bloße Konsequenz.

Streifen wir der Phrase also alles Falsche, Hereingeschmuggelte oder
Sinnlose ab, so lautet sie folgendermaßen:

Doch halt. Wir müssen noch einen andren Hinterhalt und Unsinn weg-
tun. Wir haben zweierlei Ausdrücke. „Power“ of exchanging of an object®
etc. (da das „purchasing“ unberechtigt und sinnlos ohne den Begriff des
Gelds) und „relation in which“ an object exchanges with others®. Soll „power“
was andres sein als „Relation“, so dürfte nicht gesagt werden, daß „power
of exchanging“ is „merely the relation etc.“!? Soll es dasselbe sein, so ist es
sinnstörend, dasselbe mit zwei verschiednen Ausdrücken, die nichts mit-
einander gemein haben, zu bezeichnen. Relation of a thing to another is a
relation of the two things and cannot be said to belong to either. Power of
a thing, on the contrary, is something intrinsic to the thing, although this
its intrinsic quality may only | manifest itself in its relation to other
things. F.i. power of attraction is a power of the thing itself, although that
power is „latent“ as long as there are there no things to attract.!! Es ist hier
der Versuch gemacht, den Wert des „object“ als etwas ihm Gehöriges und

3 „in der zwei Gegenstände zueinander stehen“ verwandelt in „die Relation..., in der sie
zueinander stehen ... als austauschbare Waren“ - * des Austausches - ® „Waren“, was etwas
anderes ist als „Gegenstände“ - * Gegenstände sollen nicht in irgendeinem Verhältnis aus-
getauscht - Wert - das Verhältnis -? Kraft - ® Tausch „kraft“ eines Gegenstandes - ? „Re-
lation in der“ sich ein Gegenstand gegen andere austauscht - ?° „Tauschkraft“ „bloß die Re-
lation etc.“ ist - "! Relation eines Dinges zu einem anderen ist eine Relation beider Dinge,
und es kann nicht gesagt werden, sie gehöre dem einen an. Die Kraft eines Dingesist im Gegen-
teil etwas dem Dinge Innewohnendes, wenn auch diese innere Eigenschaft sich nur in ihrer
Relation zu anderen Dingen offenbaren mag. So ist z.B. die Kraft der Anziehung eine Kraft
des Dinges selbst, obwohl diese Kraft „latent“ bleibt, solange kein Ding da ist, das angezogen
werden könnte.

Auflösung der Ricardoschen Schule 139

doch bloß als „relation“ Existierendes darzustellen. Daher erst das Wort
power und dann das Wort relation.

Der exakte Ausdruck also dieser:

„If the value of an object is the relation in which it exchanges with other objects,
value denotes, consequenzly“ (viz. in consequence of the „If“) „nothing, but merely the
relation in which two objects stand to each other as exchangeable objects.“!

Diese Tautologie wird niemand leugnen. Es folgt übrigens daraus, daß
„value“ of an object „denotes nothing“. Z.B.: 1 1b. coffee = 4 Ibs. cotton.
Was ist nun der Wert von I Ib. coffee? 4 bs. cotton. Und der Wert von
4 lbs. cotton? 1 1b. coffee. Da nun der Wert von I 1b. Kaffee 4 lbs. cotton
sind, andrerseits der Wert von 4 Ibs. cotton = 1 Ib. coffee, so klar, daß der
Wert von I 1b. coffee = 1b. coffee ist (denn 41bs. cotton sind = 11b.
coffee). a= b,b = a. Hence? a = a. Aus dieser Erklärung ergibt sich also,
daß der Wert eines Gebrauchswerts = dem Quantum desselben Ge-
brauchswerts ist. Also ist der Wert von 1 1b. coffee nichts außer I 1b. coffee.
Wenn I 1b: coffee = 4Ibs. Baumwolle, so klar, daß 1 1b. coffee > 3 Ibs.
cotton und 1 Ib. coffee < 5 Ibs. cotton. Daß 1 Ib. coffee > 3 lbs. cotton und
aus, ganz so gut, als daß 1 Ib. coffee = 4 bs. cotton. Das = drückt nicht
mehr Relation aus als das > oder das <, sondern nur eine andre Relation.
Warum drückt nun grade die Relation mit dem Gleichheitszeichen, mit
dem =, den Wert des coffee in cotton und den Wert des cotton in coffee
aus? Oder wird dies Gleichheitszeichen dadurch hervorgebracht, daß sich
überhaupt diese Quanta gegeneinander austauschen? Drückt das = bloß
das Faktum des Austauschs aus? Es kann nicht geleugnet werden, daß,
wenn coffee in irgendwelcher ratio sich gegen cotton austauscht, sie
gegeneinander ausgetauscht sind, und wenn das bloße fact des Austauschs
die relation zwischen den Waren konstatiert, so ist der Wert von coffee
ebensowohl in Baumwolle. dargestellt, ob er gegen 2, 3, 4, 5 lbs. Baumwolle
sich austauscht. Aber was soll dann das Wort relation? Der coffee hat
durchaus nichts „intrinsic, positive“? in sich, wodurch bestimmt wird, in
welchem Verhältnis er sich mit dem cotton austauscht. Es ist keine Relation,
die bestimmt wird durch irgendeine dem Kaffee intrinsic und von dem
wirklichen Austausch verschiedne Bestimmung. Wozu also das Wort

1 „Wenn der Wert eines Gegenstandes die Relation ist, in der er sich mit anderen Gegen-
ständen austauscht, bezeichnet also“ (nämlich infolge des „Wenn“) „der Wert nichts als bloß
die Relation, in der zwei Gegenstände zueinander als austauschbare Gegenstände stehen.“ -
2 „Wert“ eines Gegenstandes „nichts bezeichnet“ - 3 Daher - * irgendwelchem Verhältnis -
5 „Immanentes, Positives“

140 Zwanzigstes Kapitel

Relation? Was ist die Relation? The quantity of cotton against which a
quantity of coffee is exchanged.* Es könnte nicht von einer Relation ge-
sprochen werden, in which it exchanges, sondern bloß von einer relation,
in which it is or has been exchanged?. Denn ginge die Bestimmung der
relation dem Austausch voraus, so wäre der Austausch durch die „relation“
bestimmt und nicht die relation durch den Austausch. Wir müssen. also
auch die Relation drop°, die etwas über den Kaffee und Cotton Über-
‚greifendes, von ihnen Getrenntes ist.

[So nimmt also der oben angeführte Satz von Bailey folgende Form an:]

„Ifthe value of an object is the quantity of another object exchanged with it, value
denotes, consequently, nothing, but merely the quantity of the other object exchanged
with it.“ *

Als Ware kann eine Ware nur ihren Wert in einer andren Ware aus-
drücken, denn für sie als Ware existiert die allgemeine Arbeitszeit nicht.
Wenn sich der Wert einer Ware in einer andren Ware ausdrückt, ist der
Wert der einen Ware nichts außer dieser ihrer Äquation mit einer andren
Ware. Auf dieser Weisheit (wie er es auffaßt, ist es Tautologie; denn er sagt:
Wenn der Wert einer Ware nichts ist als ihr Austauschverhältnis mit einer
andren Ware, ist er nichts außer diesem Verhältnis) reitet Blailey] uner-
müdlich, um so mehr ermüdend, herum.

Seine philosophische Tiefe zeigt er in folgendem Satze:

„Wie wir nicht von der Entfernung eines Gegenstandes reden können, ohne dabei auch
einen anderen Gegenstand im Auge zu haben, zwischen dem und dem ersteren dieses
Verhältnis besteht, so können wir vom Werte einer Ware nur sprechen im Hinblick auf
eine andere Ware, | mit der sie verglichen wird. Ein Ding kann ebensowenig an sich
wertvoll sein ohne Bezug auf ein anderes Ding“ (Ist die social labour, to which the
value of a commodity is related, not another thing?°), „wie ein Ding an sich ohne Bezug
auf ein anderes Ding entfernt sein kann.“ (l.c. p.5.)

Wenn a thing is distant from another, the distance is in fact a relation
between the one thing and the other; but at the same time the distance is
something different from this relation between the two things. It is a dim-
ension of the space, it is some length which may as well express the distance

1 Die Menge Baumwolle, gegen die eine Menge Kaffee ausgetauscht wird. - ? in der sie
ausgetauscht wird oder wurde - ° fallenlassen - * „Wenn der Wert eines Gegenstandes die
Quantität eines anderen Gegenstandes ist, der mit ihm ausgetauscht wird, bezeichnet also
der Wert nichts als bloß das Quantum des anderen Gegenstandes, der mit ihm ausgetauscht
wird.“ -° gesellschaftliche Arbeit, auf die sich der Wert einer Ware bezieht, nicht ein anderes
Ding?

Auflösung der Ricardoschen Schule 141

of two other things besides those compared. But this is not all. If we speak
of the distance as a relation between two things, we suppose something
„intrinsic“, some „property“ of the things themselves, which enables them
to be distant from each other. What is the distance between the syllable A
and atable? The question would be nonsensical. In speaking of the distance
of two things, we speak of their difference in space. 'Thus we suppose both
of them to be contained in the space, to be points of the space. Thus we
equalize them as being both existences of the space, and only after having
them equalized siub specie spatii we distinguish them as different points of
space. To belong to space is their unity.!*

* |XV-887| (Mit Bezug auf Baileys Abgeschmacktheit noch zu bemerken:

Wenn er sagt, A ist distant of? B, so vergleicht er sie nicht, setzt sie nicht gleich,
sondern unterscheidet sie räumlich. Sie nehmen nicht denselben Raum ein. Dennoch sagt
er von beiden aus, daß sie räumlich sind und als dem Raum Angehörige unterschieden
werden. Er setzt sie also vorher gleich, gibt ihnen dieselbe Einheit. Hier handelt es sich
aber vom Gleichsetzen.

Sage ich, der Flächeninhalt des A A ist gleich dem des 7 B, so heißt das nicht nur,
daß der Flächeninhalt des A im /7 und der Flächeninhalt des 7 im A ausgedrückt
ist. Sondern es heißt, wenn die Höhe des A =H und die Basis =B, daß [dann]
A= H x B

ist, eine Eigenschaft, die ihm selbst zukömmt, ganz wie dem 7 zu-
kömmt, daß es ebenfalls = H 3 B

. Als Flächeninhalt sind A und /7 hier als dasselbe,

als Äquivalente gesetzt, obgleich sie als Dreieck und Parallelogramm verschieden sind.
Um diese Verschiedenen einander gleichzusetzen, muß jedes, abgesehn vom andren,
dieselbe Einheit ausdrücken. Begnügte sich die Geometrie damit, wie die Ökonomie
des Herrn Bfailey], zusagen, die Gleichheit von A und 7 meine, daß das A im Parallelo-
gramm und dasParallelogramm im Dreieck ausgedrückt ist, so käme sieweit.} |XV-887||

1 ein Ding von einem anderen entfernt ist, bildet die Entfernung sicher eine Relation
zwischen dem einen Ding und dem anderen; aber gleichzeitig ist die Entfernung etwas von
dieser Relation zwischen den beiden Dingen Verschiedenes. Es ist eine Ausdehnung des
Raumes, eine bestimmte Länge, die ebensogut die Entfernung zweier anderer Dinge be-
zeichnen kann als die der beiden verglichenen. Aber das ist nicht alles. Wenn wir von der
Entfernung als einer Relation zwischen zwei Dingen sprechen, setzen wir etwas „Immanen-
tes“, eine „Eigenschaft“ der Dinge selbst voraus, die sie instand setzt, voneinander entfernt
zu sein. Was ist die Entfernung zwischen dem Buchstaben A und einem Tisch? Die Frage
ist sinnlos. Wenn wir von der Entfernung zweier Dinge reden, sprechen wir von ihrem
Unterschied im Raume. Wir setzen voraus, daß sie beide im Raum enthalten, beide Punkte
des Raumes sind. Wir machen sie einander gleich als Existenzen des Raumes, und erst
nachdem wir sie einander gleichgemacht haben unter dem Gesichtspunkt des Raumes, unter-
scheiden wir sie als verschiedene Punkte des Raumes. In ihrer Zugehörigkeit zum Raume
liegt ihre Einheit. - ? entfernt von

142 Zwanzigstes Kapitel

Was aber ist diese unity der objects exchanged against each other?!
Dieser exchange ist kein Verhältnis, das sie als natürliche Dinge zueinander
haben. Es ist auch kein Verhältnis, das sie als natürliche Dinge zu mensch-
lichen Bedürfnissen haben, denn es ist nicht the degree of their utility that
determines the quantities in which they exchange?. Also was ist ihre Iden-
tität, die sie befähigt, in a certain measure to be exchanged against each
other? Als was do they become exchangeable??

In der Tat ist B[ailey] in alledem nur pedissequus des man ofthe „verbal
observations““.

„Er“ (der Wert) „kann sich für den einen der verglichenen Gegenstände nicht
ändern, ohne daß er sich für den anderen ändert.“ (l.c. p.5.)

Dies heißt wieder nur: Der Ausdruck des Werts einer Ware in einer
andren Ware kann [sich] nur als solcher Ausdruck ändern. Und der Aus-
druck als solcher unterstellt nicht eine, sondern zwei Waren.

Herr Bailey meint, wenn man nur von zwei Waren spräche - im Aus-
tausch zueinander -, würde man die bloße Relativität des Werts in seinem
Sinn von selbst gefunden haben. Der Esel. Als ob es bei Waren, die mit-
einander ausgetauscht werden - zwei Produkten, die sich als Waren zu-
einander verhalten -, nicht ebenso nötig sei, zu sagen, worin sie identisch
sind, als bei 1000. Übrigens würde sich, wo nur zwei Produkte existieren,
das Produkt nie zur Ware, daher auch nie der Tauschwert der Ware ent-
wickeln. Die Notwendigkeit der Arbeit in Produkt I sich als gesellschaft-
liche Arbeit darzustellen, wäre nicht vorhanden. Weil das Produkt nicht als
unmittelbarer Gegenstand der Konsumtion für die Produzenten produziert
wird, sondern nur als Träger des Werts, sozusagen als Anweisung auf be-
stiimmtes Quantum aller Darstellungen der gesellschaftlichen Arbeit, sind
alle Produkte gezwungen, als Werte sich eine von ihrem Dasein als Ge-
brauchswerte unterschiedne Daseinsform zu geben. Und es ist diese Ent-
wicklung der in ihnen enthaltnen Arbeit als gesellschaftlicher, es ist die
Entwicklung ihres Werts, das die Geldbildung bedingt, die Notwendigkeit
der Waren, sich als Geld füreinander darzustellen - was bloß heißt: [als]
selbständige Daseinsformen des Tauschwerts -, und sie können dies nur,
indem sie eine Ware aus dem lot? ausschließen, alle ihre Werte in dem Ge-
brauchswert dieser ausgeschloßnen Ware messen, die in dieser ausschließ-

3 Einheit der gegeneinander ausgetauschten Gegenstände? — ? der Grad ihrer Nütz-
lichkeit, der die Menge bestimmt, in der sie sich austauschen -? in einem gewissen Ausmaß
E € 1
gegeneinander ausgetauscht zu werden? Als was werden sie austauschbar - " Nachbeter des
Mannes der „wortklaubenden Bemerkungen“ - ° der Gesamtheit

Auflösung der Ricardoschen Schule 143

lichen Ware enthaltne Arbeit daher unmittelbar in allgemeine, gesellschaft-
liche Arbeit verwandeln.

Herr Bjailey] mit seinem queer' Denkvermögen, das nur an der Ober-
fläche der Erscheinungen haftet, schließt umgekehrt: Der Wertbegriff wird
nur gebildet - daher der Wert aus bloß quantitativem Verhältnis, worin
Waren gegeneinander ausgetauscht werden, in etwas von diesem Verhältnis
Unabhängiges verwandelt (was, [wie] er meint, verwandle den Wert der
Waren in etwas Absolutes, in eine von den Waren getrennt existierende
scholastische entity?) -, weil außer den Waren Geld existiert, und wir so ge-
wohnt sind, die Werte von Waren nicht in ihrem Verhältnis zueinander,
sondern als Verhältnis zu einem Dritten, als ein ||826] von dem unmittelbaren
Verhältnis unterschiednes drittes Verhältnis [zu betrachten]. Bei Bailey]
ist es nicht die Bestimmung des Produkts als Wert, das zur Geldbildung
treibt und im Geld sich ausdrückt, sondern es ist das Dasein des Gelds, das
zur Fiktion des Wertbegriffs treibt. Historisch ist es ganz richtig, daß das
Suchen nach dem Wert sich zunächst an den erscheinenden Ausdruck der
Waren als Wert, an das Geld sich anlehnt, und daher das Suchen nach der
Wertbestimmung sich darstellt (fälschlich) als Suchen nach einer Ware von
„unveränderlichem Wert“ oder nach einer Ware als „unveränderliches Maß
der Werte“. Indem Herr Bfailey] nun nachweist, daß Geld als äußres Maß
der Werte - und Darstellung des Werts - seinen Zweck erfüllt, obgleich es
einen veränderlichen Wert hat, glaubt er die Frage nach dem Begriff des
Werts - der von der Veränderlichkeit der Wertgröße der Waren nicht
affiziert wird - beseitigt zu haben, und in der Tat nicht mehr nötig zu
haben, [sich] überhaupt etwas unter Wert zu denken. Weil die Darstellung
des Werts einer Ware in Geld - in einer dritten ausschließlichen Ware - die
Wertveränderung dieser dritten Ware nicht ausschließt, weil das Problem
nach dem „unveränderlichen Maß der Werte“ wegfällt, fällt das Problem
der Wertbestimmung selbst weg. Dies seichte Geschwätz führt Bfailey]
mit großer Selbstgefälligkeit über Hunderte von Seiten durch.

Die folgenden Sätze, worin er stets dasselbe wiederholt, sind zum Teil

verbotenus abgeschrieben von dem „Verbal“ one®.

„Nehmen wir an] es gäbe nur zwei Waren, beide austauschbar verhältnismäßig
zur Menge der Arbeit. Wenn ... A in einem späteren Zeitraum die doppelte Menge
Arbeit für ihre Produktion erforderte, während B fortfährt, dieselbe Menge zu er-
heischen, wäre A doppelt soviel wert wie B... Aber obwohl B durch dieselbe Menge
Arbeit wie früher produziert würde, bliebe sein Wert doch nicht derselbe, denn es

1 verschrobenen -? Wesenheit - ® „Wortklaubenden“

144 Zwanzigstes Kapitel

würde sich bloß gegen die halbe Menge von A austauschen, die einzige Ware, nach der
Voraussetzung, mit der es zu vergleichen wäre.“ (l.c. p.6.)

„Dieser beständige Hinblick auf andere Waren“ (statt Wert nur als Relation zwischen
zwei Waren zu betrachten) „oder auf Geld, wenn wir von der Relation zwischen zwei
Waren sprechen, bewirkt es, daß die Auffassung des Wertes als etwas Immanentes und
Absolutes entsteht.“ (l.c. p.8.)

„Was ich behaupte, ist, daß - wenn alle Waren unter genau denselben Umständen
produziert würden, z.B. durch Arbeit allein - eine Ware, die stets die gleiche Menge
Arbeit erforderte, nicht unveränderlich im Werte bliebe“ {d.h. invariable in the expression
of its value in other commodities!. Tautologie.}, „wenn jede andere Ware einer Ände-
rung unterläge.“ (l.c. p.20, 21.)

„Der Wert ist nichts Immanentes und Absolutes.“ (l.c. p.23.)

„Es ist unmöglich, den Wert einer Ware zu bestimmen oder auszudrücken,
es sei denn durch eine Menge irgendeiner anderen Ware.“ (l.c. p.26.)

(As impossible as it is to „designate“ or „express“ a thought except by a
quantity of syllables. Hence BJailey] concludes that a thought is - syll-
ables.?)

„Anstatt den Wert als ein Verhältnis zwischen zwei Dingen anzusehen, betrachten
sie“ (Ric[ardo] und seine Nachfolger) „ihn als ein positives Resultat, das durch eine
bestimmte Menge Arbeit produziert wird.“ (l.c. p.30.)

„Da sich die Werte von A und B nach ihrer Lehre zueinander verhalten wie die
Mengen Arbeit, die sie produzierten, oder ... bestimmt werden durch die Mengen
Arbeit, die sie produzierten, scheinen sie zu schließen, daß der Wert von A allein, ohne
Beziehung auf etwas anderes, so groß ist wie die Menge der ihn produzierenden Arbeit.
In dieser letzten Behauptung steckt sicher kein Sinn.“ (l.c. p.31, 32.)

Sie sprechen vom „Wert als eine Art allgemeiner und unabhängiger Eigenschaft“.
(p.35.)

„Der Wert einer Ware muß ihr Wert in etwas sein.“ (l.c. [p.35].)

Wir sehn, warum es für B[ailey] so wichtig ist, den Wert auf zwei Waren
zu beschränken, als das Verhältnis zweier Waren aufzufassen. Aber nun
kommt eine Schwierigkeit:

„Da der Wert einer Ware ihre Relation im Austausch zu irgendeiner anderen Ware
anzeigt“

(was soll hier die „relation | in exchange“? Why not its „exchange“ 3°
Aber zugleich soll in dem exchange ein bestimmtes Verhältnis ausgedrückt
sein, nicht das bloße fact des exchange. Hence value = relation in exchange‘),

? unveränderlich in dem Ausdruck ihres Wertes in anderen Waren - ? Wie es unmöglich
ist, einen Gedanken zu „bestimmen“ oder „auszudrücken“, es sei denn durch eine Menge von
Silben. Daher schließt Bailey], daß ein Gedanke nichts anderes ist als - Silben. - ? „Relation
in Austausch“? Warum nicht ihr „Austausch“? -* Daher Wert = Relation im Austausch

Auflösung der Ricardoschen Schule 145

„können wir ihn bezeichnen als ihren Geldwert, Kornwert, Tuchwert, je nach der
Ware, mit der sie verglichen wird; und dann gibt es fausend verschiedene Ärten von
Wert, so viele, wie Waren vorhanden sind, und alle sind gleich real und gleich nominell.“

(l.c. p.39.)

Hier haben wir’s. Value = price. "There is no difference between them.
Und there is no „intrinsic“ difference between money price and any other
expression of price, although it is the money price, and not the cloth price
etc. which expresses the nominal value, the general value of the commodity.!

Aber obgleich die Ware thousand different kinds of value hat oder
thousand different prices, as many kinds of value as there are commodities
in existence -all these thousand expressions always express the same value®.
Bester Beweis, daß alle diese different expressions are eguivalents°, die sich
nicht nur im Ausdruck ersetzen können, sondern im exchange selbst er-
setzen. Dieselbe Relation der Ware, um deren Preis es sich handelt, drückt
sich in 1000 different „relations in exchange“? zu all den different Waren
aus und drückt doch immer dieselbe Relation aus. Also ist die relation, die
sich gleichbleibt, verschieden von ihren 1000 different expressions?, oder
value is different von price®, und die prices are only expressions of value:
money price its general expression, other prices a particular expression”.
Es ist nicht einmal dieser einfache Schluß, zu dem Blailey] kommt. Nicht
Ricardo ist hier Fiktionist, sondern Blailey] Fetischist, indem er den Wert,
wenn auch nicht als Eigenschaft des einzelnen Dings (isoliert betrachtet),
wohl aber als Verhältnis der Dinge unter sich auffaßt, während er nur Dar-
stellung in den Dingen, dinglicher Ausdruck eines Verhältnisses zwischen
Menschen, eines gesellschaftlichen Verhältnisses ist, das Verhältnis der
Menschen zu ihrer wechselseitigen produktiven Tätigkeit.

1 Wert = Preis. Es gibt keinen Unterschied zwischen ihnen. Und es gibt keinen „imma-
nenten“ Unterschied zwischen dem Geldpreis und jedem anderen Ausdruck des Preises,
obwohl es der Geldpreis ist und nicht der Tuchpreis usw., der den Nominalwert, den all-
gemeinen Wert der Ware ausdrückt. - ? tausend verschiedene Arten von Wert hat oder
tausend verschiedene Preise, so viele Arten von Wert als Waren vorhanden sind - so drücken
alle diese tausend Ausdrücke stets denselben Wert aus -? verschiedenen Ausdrücke Äquivalente
sind — * verschiedenen „Relationen im Austausch“ -® verschiedenen Ausdrücken - ® Wert
ist verschieden von Preis — ? Preise sind nur Ausdrücke des Werts: der Geldpreis sein all-
gemeiner Ausdruck, andere Preise ein besonderer Ausdruck

146 Zwanzigstes Kapitel

[B) Baileys Verwirrung in der Bestimmung des „Werts der Arbeit“ und des Profits.
Verwechslung des immanenten Wertmaßes mit dem Ausdruck
Warenwert oder Geldwert]

[Über den Wert der Arbeit sagt Bailey:]

„Ricardo, geistreich genug, vermeidet eine Schwierigkeit, die auf den ersten Blick
seiner Theorie entgegenzustehen scheint, daß der Wert von der in der Produktion ver-
wandten Arbeitsmenge abhängig ist. Hält man an diesem Prinzip streng fest, so folgt
daraus, daß der Wert der Arbeit abhängt von der zu ihrer Produktion aufgewandten
Arbeitsmenge - was offenbar Unsinn ist. Durch eine geschickte Wendung macht deshalb
Ricardo den Wert der Arbeit abhängig von der Menge der Arbeit, die zur Produktion des
Lohnes erforderlich ist; oder, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, er behauptet,
daß der Wert der Arbeit nach der Arbeitsmenge zu schätzen sei, die zur Erzeugung des
Lohnes benötigt wird, worunter er die Arbeitsmenge versteht, die zur Produktion des
Geldes oder der Ware notwendig ist, die dem Arbeiter gegeben werden. Gerade so gut
könnte man sagen, daß der Wert von Tuch nicht nach der zu seiner Produktion ver-
wandten Arbeitsmenge geschätzt werde, sondern nach der Arbeitsmenge, die zur Pro-
duktion des Silbers verwandt wurde, gegen welches das Tuch eingetauscht wird.“

(l.c. p.50, 51.)

Dies richtig gegen den Fehler Rlicardo]s, Kapital direkt mit Arbeit statt
mit dem Arbeitsvermögen austauschen zu lassen. Es ist derselbe Einwand,
den wir schon früher in andrer Form gehört.! Sonst nichts. Mit Bezug auf
das Arbeitsvermögen taugt Blailey]s simile? nicht. Er muß nicht cloth?, son-
dern ein organisches Produkt, wie mutton® z.B., vergleichen mit dem leben-
digen Arbeitsvermögen. Außer der Arbeit, die die Wartung des Viehs
kostet, und der Arbeit, die die Produktion seiner Lebensmittel kostet,
versteht man unter der zu seiner Produktion nötigen Arbeit nicht die Arbeit,
die ihm selbst der Akt der Konsumtion kostet, der Akt des Essens, Drinks?,
kurz der Aneignung jener Produkte oder Lebensmittel. Ganz so mit dem
Arbeitsvermögen. Die Arbeit, die seine Produktion kostet, besteht [worin]?
Außer etwa der Arbeit, die die Bildung seines Arbeitsvermögens kostet, der
Erziehung, der apprenticeship® - ein Punkt, der bei der unskilled labour?
kaum in Betracht kommt -, kostet seine Reproduktion keine Arbeit außer
der Arbeit, die die Reproduktion der von ihm konsumierten Lebensmittel
kostet. Die Aneignung dieser Lebensmittel ist keine „Arbeit“. | So-
wenig wie die Arbeit, die im cloth enthalten ist, besteht außer der Arbeit
des Webers, der Arbeit, die in der Wolle, den Farbstoffen etc. steckt, auch

3 Siehe vorl. Band, S. 105-107 - ? Gleichnis - ® Tuch - * Hammelfleisch -° Trinkens -
$ Lehre - ? unqualifizierten Arbeit

Auflösung der Ricardoschen Schule 147

noch in der chemischen oder physischen Aktion der Wolle selbst, wodurch
sie den Farbstoff absorbiert etc., wie der Arbeiter oder das Vieh die
Lebensmittel.

Blailey] sucht nun das Gesetz Rlicardo]s umzustoßen, daß der Wert der
Arbeit und der Profit in umgekehrten Verhältnis stehn. Und zwar sucht er
es umzustoßen, soweit es richtig ist. Er identifiziert nämlich, wie Rlicardo],
surplus value und Profit. Er erwähnt nicht die einzig mögliche Ausnahme
des Gesetzes, nämlich, wenn der Arbeitstag verlängert wird und Arbeiter
und Kapitalisten equally share in that prolongation, but even then, since the
value of the working power will be more quickly - in fewer years — consu-
med, the surplus value rises at the expense of the workingman’s life, and
his working power is depreciated as compared with the surplus value it
yields to the capitalist!.

Blailey]s reasoning is of the most superficial description.? Er geht aus von
seinem Begriff des Werts. Der Wert der Ware ist der Ausdruck ihres Werts
in a certain quantity of other values in use? (dem Gebrauchswert anderer
Waren). Also der Wert der Arbeit ist = dem Quantum andrer Waren
(Gebrauchswerte), wogegen sie sich austauscht. [The real problem, how it
is possible to express the value of exchange of A in the value in use of B?-
kommt ihm gar nicht in den Sinn. } Solange also der Arbeiter dieselbe Quan-
tität Waren erhält, ist die value of labour? unverändert, because, after as
before, it is expressed in the same quantity of other useful things®. Der
Profit dagegen drückt ein Verhältnis zum Kapital oder auch ein Verhältnis
zum Gesamtprodukt aus. Die Portion der Arbeiter kann aber dieselbe
bleiben, obgleich jene Proportion der Kapitalisten steigt, wenn nämlich die
Produktivität der Arbeit wächst. Wie wir auf einmal beim Kapital zur
Proportion kommen und was dem Kapitalisten diese Proportion nutzen soll,
da der Wert dessen, was er bekommt, nicht durch Proportion bestimmt ist,
sondern durch its „expression in other commodities“”, ist nicht abzusehn.

Der Witz also in der Tat der bei Malthus schon erwähnte.® Arbeits-
lohn = a quantity of? Gebrauchswerten. Profit dagegen (was Blailey] aber

1 gleichmäßig am Produkt der Verlängerung Anteil haben, aber selbst dann steigt der
Mehrwert auf Kosten des Arbeiterlebens, da der Wert der Arbeitskraft schneller - in
weniger Jahren - verbraucht wird, und seine Arbeitskraft wird entwertet in dem Verhältnis
zum Mehrwert, den sie dem Kapitalisten liefert -? B[ailey]s Argumentation ist von der ober-
flächlichsten Art. - ® einer bestimmten Menge anderer Gebrauchswerte - * Das wirkliche
Problem, wie es möglich ist, den Tauschwert von A in dem Gebrauchswert von B auszu-
drücken -®der Wert der Arbeit -® weil er nach wie vor in derselben Menge anderer nützlicher
Dinge ausgedrückt wird -? ihren „Ausdruck in anderen Waren“ -® siehe vorl. Band, S. 27/28 -
9 einer Menge von

10*

148 Zwanzigstes Kapitel

vermeiden muß zu sagen) a relation of value!. Messe ich den Arbeitslohn
nach dem Gebrauchswert und den Profit nach dem Tauschwert, so ist sehr
evident, daß zwischen beiden weder ein umgekehrtes noch irgendein Ver-
hältnis existiert, because I should then compare incommensurable magni-
tudes, things which have no common unity”.

Was Blailey] hier von der value of labour sagt, gilt aber nach seinem
Prinzip von der value of every other commodity. It is nothing else but a
certain quantity of other things exchanged against it.® Wenn ich für 1 1.St.
20 Ibs. Twist erhalte, so bleibt der Wert des 1 I. stets derselbe, ist also stets
gezahlt, obgleich das eine Mal die Arbeit, um | Ib. Twist zu produzieren,
doppelt so groß als das andre Mal. Der ordinärste Kaufmann glaubt nicht,
daß er denselben Wert für sein 1 /. St. erhält, wenn er I qr. Getreide be-
kommt in der Zeit der Teurung und in [der] Zeit des Überflusses. Aber
Begriff des Werts hört hier auf. Und es bleibt bloß das unerklärte und un-
erklärliche factum, daß Quantum von A gegen Quantum von B ausgetauscht
ist in any proportion whatever. And whatever that proportion may be it is
an equivalent.* Selbst B[ailey|s Ausdruck, the value of A expressed in B loses
thus every sense. If the value of A is expressed in B, it is supposed that the
same value is expressed once in A, and the other time in B, so that, if in B
expressed, the value of A remains the same as it was before. But with Bailey
there is no value of A to be expressed in B, because neither A nor B have a
value besides that expression. The value of A in B must be something quite
different from the value of Ain C, as different as Band C are. And it is not
the same value, identical in both expressions, but it is two relations of A
which have nothing in common with each other, and of which it would be
nonsense to say that they are equivalent expressions.°

1829] „Ein Steigen oder Fallen im Werte der Arbeit schließt eine Zee oder
Abnahme der Menge von Ware ein, die im Austausch dafür gegeben wird.“ (l.c. p.62.)

1

eine Relation des Wertes - * weil ich dann inkommensurable Größen miteinander ver-
gleiche, Dinge, die keine gemeinsame Einheit haben - ? dem Wert jeder anderen Ware. Er ist
nichts als eine bestimmte Menge anderer Dinge, die man dafür eintauscht. - * irgendeinem
Verhältnis. Und wie immer das Verhältnis sein mag, stets drückt es ein Äquivalent aus. -° der
Wert von A, ausgedrückt in B, verliert so jeden Sinn. Wenn der Wert von A in B ausgedrückt
wird, so wird vorausgesetzt, daß derselbe Wert einmal in A und dann in B ausgedrückt
wird, so daß der Wert von A, wenn in B ausgedrückt, derselbe bleibt, der er vorher war. Aber
nach Bailey gibt es keinen Wert von A, der in B auszudrücken wäre, weil weder A noch B
einen Wert außerhalb dieses Ausdruckes haben. Der Wert von A in B muß etwas ganz anderes
sein als der Wert von A in C, so verschieden wie B und C sind. Und wir haben da nicht den-
selben Wert, identisch in beiden Ausdrücken, sondern zwei Verhältnisse von A, die nichts
miteinander gemein haben und von denen es unsinnig wäre zu behaupten, sie seien äquiva-

lente Ausdrücke.

m.

Auflösung der Ricardoschen Schule 149

Nonsense!! [Vom Standpunkt Baileys] there can be no rise or fall in the
value of labour, nor of any other thing. I get to-day 3 Bs for one A, to-

-morrow 6 Bs and to aftermorrow 2 Bs. But in all these cases the value of A

is nothing but the quantity of B, for which it has exchanged. It was 3 Bs,
it is now 6 Bs. How can its value be said to have risen or fallen? The A
expressed in 3 Bs had another value as that expressed in 6 or 2 Bs. But then
it is not the identical A which at the identical time has been exchanged for
3or2or6Bs. The identical A at the identical time has always been expres-
sed in the same quantity of B. It is only with regard to different times that it
could be said the value of A had changed. But it is only with „contempora-
neous“ commodities that A can be exchanged, and it is only the fact (not
even the mere possibility of exchange) of exchange with other commodities
which constitutes A to be a value. It is onlythe actual „relation in exchange“
which constitutes its value;and the actual „relation in exchange“ can of course
only take place for the same A at the identical time.? Die Vergleichung des
Warenwerts in verschiednenPerioden erklärt Bailey daher für Unsinn. [8! Da-
mit hätte er aber auch das rise or fall of value - impossible, if there is no com-
parison between its value at one time and its value at another time? - für Un-
sinn erklären sollen, und daher auch das „rise or fall in the value of labour“.
„Die Arbeit ist ein austauschbares Ding, oder eines, das andere Dinge im Austausch
kommandiert. Dagegen bezeichnet der Ausdruck Profit nur einen Anteil oder ein Ver-
hältnis von Waren, nicht einen Artikel, der gegen andere Artikel ausgetauscht werden kann.
Wenn wir fragen, ob der Arbeitslohn gestiegen ist, fragen wir, ob eine bestimmte
Menge Arbeit sich gegen eine größere Menge anderer Dinge austauscht als früher.“
(Also wenn Korn teurer wird, ist der Wert der Arbeit gefallen, weil
weniger Korn dafür exchanged*; andrerseits, wenn gleichzeitig cloth wohl-

1 Unsinn!-? kann es kein Steigen oder Fallen im Werte der Arbeit oder irgendeines ande-
ren Dinges geben. Ich bekomme heute 3 B für I A, morgen 6 Bund übermorgen 2 B. Aber in
allen diesen Fällen ist der Wert von A nichts als die Menge B, die ich dafür eintauschen kann.
Er war 3 B, ist jetzt 6 B. Wie kann man sagen, sein Wert sei gestiegen oder gefallen? Das A,
das in 3 Bausgedrückt wird, hat einen anderen Wert als das in 6 Boder 2B ausgedrückte.
Aber dann ist es nicht dasselbe A, das zur selben Zeit für 3 oder 2 oder 6 B ausgetauscht
wurde. Das gleiche A wurde zur gleichen Zeit immer in der gleichen Menge B ausgedrückt.
Nur in Hinblick auf verschiedene Zeiten kann man sagen, der Wert von A habe gewechselt.
Aber A kann bloß gegen „gleichzeitige“ Waren ausgetauscht werden, und nur die Tatsache
des Austausches (nicht etwa die bloße Möglichkeit des Austausches) mit anderen Waren
läßt A zu einem Werte werden. Nur die wirkliche „Relation im Austausch“ bestimmt seinen
Wert, und die wirkliche „Relation im Austausch“ kann natürlich nur für dasselbe A zur
identischen Zeit stattfinden. - ® Steigen oder Fallen des Wertes - das unmöglich ist, wenn es
keinen Vergleich gibt zwischen dem Wert zu einer Zeit und ihrem Wert zu einer anderen Zeit-
4 ausgetauscht wird

150 Zwanzigstes Kapitel

feiler geworden, ist der Wert der Arbeit gleichzeitig gestiegen, weil mehr
cloth dagegen exchanged. Der Wert der Arbeit ist also zugleich gestiegen
und gefallen, und die beiden expressions of its value - in corn and cloth -
are not identical, not equivalent!, weil sein gestiegner Wert can not be
equal? seinem gefallnen Wert.)

„Aber wenn wir fragen, ob der Profit gestiegen ist, meinen ... wir..., ob der Ge-
winn des Kapitalisten in einem höheren Verhältnis zu dem angewandten Kapital
steht.“ (p.62, 63.)

„Der Wert der Arbeit hängt nicht ausschließlich von dem Anteil am Gesamtprodukt
ab, der den Arbeitern im Austausch für ihre Arbeit gegeben wird, sondern auch von
der Produktivität der Arbeit.“ (p.63, 64.)

„Der Satz, daß der Profit fallen muß, wenn der Arbeitslohn steigt, ist nur wahr,
wenn sein Steigen nicht einem Wachstum der Produktivkräfte geschuldet ist.“ (p.64.)

„Wenn diese Produktivkraft wächst, das heißt, wenn dieselbe Arbeit mehr Waren
in gleicher Zeit erzeugt, kann der Wert der Arbeit steigen, ohne daß der Profit sinkt,
ja, dieser kann ebenfalls steigen.“ (p.66.)

(Danach kann auch von jeder andren Ware gesagt werden, daß a rise in
its value does not imply a fall in the value of the other commodity with
which it exchanges, nay, may even imply a rise in value on the other side®.
F.i.*, dieselbe Arbeit, die I qr. Korn produzierte, soll 3 qrs. produzieren.
Die 3 qrs. have cost I I. asthe one gr. did before. If 2 qrs. be now exchanged
against one |b., the value of money has risen, because it is expressed in 2 qrs.
instead of one. Thus the purchaser of corn gets a greater value for his
money. Butthe seller who sells for onelb., what has cost him only ?/, gains !/,.
And thus the value of his corn has risen at the same time that the money
price of corn has fallen.?)

1830| „Welches immer das Produkt der Arbeit von 6 Mann sein mag, ob 100 oder
200 oder 300 qrs. Korn, solange der Anteil des Kapitalisten am Produkt ein Viertel ist,
wird dieser vierte Teil, in Arbeit gemessen, stets der gleiche bleiben.“

(And so would the ®/, of the produce, accruing to the labourer, if est-
imated in labour.‘)

1 Ausdrücke ihres Wertes - in Korn und Tuch - sind nicht identisch, nicht äquivalent -
2 nicht gleich sein kann -° ein Steigen ihres Wertes nicht ein Fallen des Wertes der anderen
Waren mit sich bringen muß, gegen die sie ausgetauscht wird, ja, daß es sogar ein Steigen im
Wert der anderen Partie mit sich bringen kann -* Z.B. -° kosten nun 1 I., wie vorher das
eine gr. kostete. Wenn 2 qrs. jetzt gegen ein Pfund [Sterling] ausgetauscht werden, ist der
Wert des Geldes gestiegen, weil er in 2 qrs. ausgedrückt ist, statt in einem. Der Käufer von
Korn erhält so einen größeren Wert für sein Geld. Aber der Verkäufer, der für | £ verkauft,
was ihn nur ?/3 kostete, gewinnt !/3. Und so ist der Wert seines Korns gestiegen, während
gleichzeitig der Geldpreis des Korns gefallen ist. -* Und so würde es sein mit den ?/ des
Produkts, die den Arbeitern zufallen, wenn sie in Arbeit gemessen werden,

Auflösung der Ricardoschen Schule 151

„Betrüge das Produkt 100 qrs., so würden, da 75 qrs. den 6 Mann gegeben werden,
die 25, die dem Kapitalisten zufallen, die Arbeit von zwei Mann kommandieren.“

(And that given to the labourers would command the labour of 6! men.?)
„Betrüge das Produkt 300 qrs., würden die 6 Mann 225 qrs. erhalten, und die 75,

die auf den Kapitalisten entfallen, würden immer noch nur 2 Mann kommandieren
und nicht mehr.“

(So would the 225 qrs. falling to the 6 men still command 6! men and no
more.) (Why does the allmighty Blailey] then forbid Rlicardo] to estimate
the portion of the men, as well as that of the capitalist, in labour, and com-
pare their mutual value as expressed in labour ?)?

„Eine solche Zunahme des verhältnismäßigen Anteils, der dem Kapitalisten zu-
fällt, würde das gleiche sein wie ein Wachsen des in Arbeit gemessenen Werts des Profits“,,

(How can he speak of the value of profits, and an increase in their value,
if „profits denotes ... not an article which can be exchanged against other
articles“ (see before) and, consequently, denote no „value“? And on the
other hand, is a rise in the proportion which went to the capitalist possible
without a fall in the proportion that goes to the labourer?*)

„oder, in anderen Worten, eine Zunahme des Vermögens, Arbeit zu kommandieren.“

(p.69.)

(And is this increase in the power of the capitalist to appropriate foreign
labour not exactly identical with the decrease in the power of the labourer to
appropriate his own labour ?®)

„Gegen die Lehre vom gleichzeitigen Wachsen des Profits und des Wertes der
Arbeit wird man vielleicht einwenden, daß die produzierte Ware die einzige Quelle ist,
aus der Kapitalist und Arbeiter ihre Vergütung bekommen, und daß daher notwendiger-
weise der eine verlieren muß, was der andere gewinnt. Die Antwort darauf liegt nahe.

% In der Handschrift: 4 —* Und die, die den Arbeitern zufallen, würden die Arbeit von
6 Mann kommandieren. - ® (So würden die 225 qrs., die den 6 Mann zufallen, immer noch
nur 6 Mann kommandieren und nicht mehr.) (Warum will denn der allmächtige Blailey] es
Ricardo] verbieten, den Anteil der Arbeiter ebensogut wie den der Kapitalisten in Arbeit
zu messen und ihre Werte in Arbeit ausgedrückt miteinander zu vergleichen?) -* Wie kann
er vom Werte des Profits und einem Anwachsen seines Wertes sprechen, wenn „der Profit ...
nicht einen Artikel bezeichnet, der gegen einen anderen Artikel ausgetauscht werden kann“
(siehe oben) und daher keinen „Wert“ bezeichnet? Und ist andrerseits eine Zunahme des
verhältnismäßigen Anteils, der dem Kapitalisten zufällt, möglich ohne eine Abnahme des
verhältnismäßigen Anteils, der dem Arbeiter zufällt? - ° Entspricht diese Zunahme des Ver-
mögens des Kapitalisten, sich fremde Arbeit anzueignen, nicht ganz genau der Abnahme
des Vermögens des Arbeiters, sich seine eigene Arbeit anzueignen?

152 Zwanzigstes Kapitel

Solange das Produkt dasselbe bleibt, ist dies unleugbar richtig; aber ebenso ist es un-
leugbar, daß, wenn das Produkt verdoppelt wird, die jedem zufallende Menge wachsen
kann, wenn auch der verhältnismäßige Anteil des einen abnimmt und. der des anderen an-
steigt.“ (l.c. p.70.)

(Das ist ja, was Rlicardo] sagt. Die proportion of both cannot increase, and
if the portion of both increases, it cannot increase in the same proportion,
as otherwise portion and proportion would be identical. The proportion of
the one cannot increase but by that of the other decreasing.! Daß Herr Blai-
ley] nun die portion of the labour „value“ of „wages“ ? nennt und die propor-
tion value of „profits“, that the same commodity has 2 values for him, one
in the hand of the labourer, and the other in the hand of the capitalist, is a
nonsense of his own?.)

„Solange das Produkt dasselbe bleibt, ist dies unleugbar richtig; aber ebenso ist es
unleugbar, daß, wenn das Produkt verdoppelt wird, die jedem zufallende Menge wach-
sen kann, auch wenn der verhältnismäßige Anteil des einen abnimmt und der des anderen
ansteigt. Nun ist es ein Wachsen der Portion des Produkts, die dem Arbeiter zufällt,
was eine Zunahme im Werte seiner Arbeit bildet“

(because we here understand by value a certain quantity of articles®);

„aber es ist ein Wachstum der dem Kapitalisten zufallenden Proportion, was ein Wach-
sen des Profits bedeutet“

(because we here understand by value the same articles not estimated by
their quantity, but by the labour worked up in them’);
„daher“

(nämlich aus dem abgeschmackten doppelten Maß, das eine Mal articles,
das andre Mal the value of those same articles®)

„folgt es klar, daß die Annahme eines gleichzeitigen Anwachsens beider in keiner Weise
ungereimt ist.“ (p.70.) ;

1 Der verhältnismäßige Anteil beider kann nicht gleichzeitig wachsen, und wenn die zu-
fallende Menge beider anwächst, kann sie nicht in demselben Verhältnis wachsen, andernfalls
wären zufallende Menge und verhältnismäßiger Anteil identisch. Der verhältnismäßige
Anteil des einen kann nicht wachsen, ohne daß der des anderen abnimmt. - ? dem Arbeiter
zufallende Portion „Wert“ des „Arbeitslohnes“ -? Proportion Wert des „Profits“, daß dieselbe
Ware 2 Werte für ihn hat, einen in der Hand des Arbeiters und den anderen in der Hand des
Kapitalisten, ist sein eigener Unsinn — * weil wir hier unter Wert eine bestimmte Menge
‚Artikel verstehen - 5 weil wir hier unter Wert dieselben Artikel verstehen, nicht nach ihrer

Menge, sondern nach der in ihnen aufgespeicherten Arbeit gemessen -® der Wert derselben
Artikel

Auflösung der Ricardoschen Schule 153

Diese abgeschmackte Ausführung dem Riclardo] gegenüber ganz |)831]
nutzlos, da dieser nur behauptet!, daß die value beider shares? in umgekehr-
tem Verhältnis muß rise und fall. Es kömmt bloß darauf hinaus, daß Bfailey]
wiederholt: value is the quantity of articles exchanged for an article?. Bei
dem Profit hätte er nun notwendig müssen in Verlegenheit kommen. Denn
hier wird der Wert des Kapitals mit dem Wert des Produkts verglichen.
Hier flüchtet er denn auch dazu, unter Wert zu verstehn die value of an
article estimated in labour (in Malthusscher Manier).

„Der Wert ist ein Verhältnis zwischen gleichzeitigen Waren, da nur solche gegen-
einander ausgetauscht werden können; und wenn wir den Wert einer Ware in der einen
Zeit mit ihrem Werte zu einer anderen Zeit vergleichen, so ist dies bloß eine Ver-
gleichung des Verhältnisses, in dem sie in diesen verschiedenen Zeiten zu irgendeiner
anderen Ware stand.“ (l.c. p.72.)

Es gibt daher, wie gesagt, neither rise nor fall [of] value‘, denn dies ist
always comparing the value of a commodity at one time with its value at
another?. Eine Ware kann ebensowenig unter wie [über] ihrem Wert ver-
kauft werden, denn ihr Wert ist das, wozu sie verkauft wird. Value und prix
courant® sind identisch. Es kann in der Tat auch nicht von „contemporary“
commodities? gesprochen werden, nicht von present values, sondern only
von past ones®. Was ist der Wert of | qr. of wheat?? Das 11., wozu er
gestern verkauft worden ist. Denn its value is only what is got in exchange
for it, and as long as it is not exchanged, its „relation to money“ is only
imaginary!°. Sobald aber der exchange is past!!, haben wir statt I qr. I 1.,
und man kann nicht mehr von dem Wert des | gr. sprechen. Blailey] denkt
bei der Vergleichung der Werte in verschiednen Perioden bloß an die ge-
lehrten Untersuchungen über den verschiednen Wert der Waren z.B. im
18. und 16. Jahrhundert. Wo die Schwierigkeit daher kömmt, that the same
monetary expression of value - owing to the vicissitudes in the value of
money itself - denotes [in different times] different values'?. Die Schwierig-
keit besteht hier darin, money prices in value!? zu reduzieren. Aber der

2 In der Handschrift: leugnet — ? Anteile - ? Wert ist die Menge Artikel, die für einen
Artikel ausgetauscht werden - ? weder ein Steigen noch ein Fallen des Wertes - 3 immer das
Vergleichen des Wertes einer Ware in einer Zeit mit ihrem Wert zu einer anderen Zeit -
6 Wert und Marktpreis -? „gleichzeitigen“ Waren -® gegenwärtigen Werten, sondern nur von
vergangenen -° Weizen -! sein Wert ist nur das, was man im Austausch dafür erhielt, und
solange er nicht ausgetauscht wurde, ist seine „Relation zum Geld“ bloß imaginär -? Aus-
tausch vollzogen ist -?? daß der gleiche Geldausdruck des Wertes, infolge der Veränderungen
im Werte des Geldes selbst, [zu verschiedenen Zeiten] verschiedene Werte bezeichnet -
13 Geldpreise auf Werte

154 Zwanzigstes Kapitel

Esel! In dem Zirkulationsprozeß oder Reproduktionsprozeß des Kapitals
ist da nicht beständig das comparing the value of one period to that of
another an operation upon which production itself is based!?

Herr Blailey] versteht absolut nicht, was es heißen soll: Den Wert der
Waren durch Arbeitszeit oder durch value of labour? bestimmen. Er ver-
steht die Differenz absolut nicht.

„Ich bitte, mich nicht so zu verstehen, als bestritte ich, daß die Werte der Waren
sich zueinander verhalten wie die Mengen Arbeit, die zu ihrer Produktion erheischt
sind: oder daß die Werte der Waren sich zueinander verhalten wie die Werte der Arbeit.
- Ich behaupte bloß, daß, wenn das erste richtig ist, das letzte nicht falsch sein kann.“
(l.c. p.92.)

Den Wert der Waren durch den Wert einer Ware bestimmen (und so-
fern sie durch die „value of labour“ bestimmt werden, werden sie durch
eine andre Ware bestimmt; value of labour unterstellt Arbeit als Ware) oder
ihn bestimmen durch ein Drittes, was weder Wert hat, noch selbst Ware
ist, sondern die Substanz des Werts ist und die Produkte erst zu Waren
macht - ist für Blailey] identisch. Im ersten Sinn handelt es sich um ein
Maß der Werte der Waren; d.h. in fact? um Geld, um eine Ware, in der die
andren Waren ihren Wert ausdrücken. Damit dies geschehe, müssen die
Werte der Waren schon vorausgesetzt sein. Die messende Ware wie die ge-
messene müssen schon in einem Dritten identisch sein. Im andren Fall wird
dagegen erst diese /dentität selbst gesetzt, die später im price, money price
or other price, an expression? findet.

Blailey] identifiziert das „unveränderliche Maß der Werte“ mit der
Aufsuchung eines immanenten Maßes der Werte, d.h. dem Begriff des
Werts selbst. Solange die beiden Sachen zusammengeworfen werden, ist
es sogar Instinkt der Vernunft, nach einem „unveränderlichen Maß der
Werte“ zu suchen. Veränderlichkeit ist grade das Charakteristische des
Werts. Das „Unveränderliche“ drückt aus, daß das immanente Maß der
Werte nicht selbst wieder Ware, Wert sein darf, sondern vielmehr etwas,
was den Wert konstituiert und daher auch das immanente Maß seines
Werts ist. Blailey] zeigt nach, ]]832| daß die Warenwerte a monetary ex-
pression? finden können, daß, wenn das Wertverhälinis der Waren gegeben
ist, alle Waren ihren Wert in einer Ware ausdrücken können, obgleich

1 Vergleichen des Wertes einer Periode mit dem einer anderen Periode, eine Operation,
auf der die Produktion selbst beruht -? Wert der Arbeit -? tatsächlich - * Preis, Geldpreis
oder sonstigen Preis einen Ausdruck -°? einen Geldausdruck

Auflösung der Ricardoschen Schule 155

diese ihren Wert wechselt. Er bleibt damit doch immer derselbe für die
andren Waren zur selben Zeit, denn er wechselt simultaneously! im Ver-
hältnis zu allen. Daraus schließt er, daß kein Wertverhältnis der Waren
nötig ist und auch nicht gesucht zu werden braucht. Weil er es in der
monelary expression ausgedrückt findet, braucht er nicht zu „begreifen“,
wodurch dieser Ausdruck möglich wird, wie er bestimmt wird, und was
.er in der Tat ausdrückt.

Dies gilt im allgemeinen gegen ihn wie gegen Malthus, wenn er glaubt,
man bewege sich in derselben Frage, auf demselben Feld, ob man quantity
of labour or value of labour? zum Maß der Werte macht. Im letztren Fall
unterstellt man die Werte, deren Maß gesucht wird, [deren] äußres Maß,
[deren] Darstellung als Wert. Im erstren Fall untersucht man die Genesis
und immanente Natur des Werts selbst. Im zweiten die Entwicklung der
Ware zum Geld oder die Form, die der Tauschwert gewinnt im Austausch-
prozeß der Waren. Im ersten? den Wert, unabhängig von dieser Darstellung,
der vielmehr dieser Darstellung vorausgesetzt ist. B[ailey] hat das mit den
andren Eseln gemein: Wert der Ware bestimmen heißt ihren Geldausdruck
finden, an external measure of their values‘. Nur sagen sie, von Vernunft-
instinkt geleitet, daß dieses Maß dann unveränderlichen Wert haben, also
in fact selbst außer der Kategorie des Werts stehn muß. Während er sagt,
daß man nichts weiter sich zu denken braucht, da man in der Praxis den
Wertausdruck vorfindet, und daß dieser Ausdruck selbst variablen Werts ist
und sein kann, ohne seiner Funktion zu schaden.

Im besondren hat er uns selbst gesagt, daß 100 qrs. or 200 qrs. oder
300 qrs. das Produkt der Arbeit von 6 Mann sein können, also derselben
Quantität Arbeit; während „value of labour“ only means? bei ihm selbst
den aliquot part, den die 6 Mann von den 100, 200 oder 300 grs. bekommen.
Dies mag 50 qrs. sein oder 60 oder 70 pro Mann.!??! Die quantity of labour
und die value of that same quantity of labour” sind also nach ihm selbst sehr
verschiedne expressions®. Und wie soll es dasselbe sein, ob der Wert in dem
einen oder in dem von ihm wesentlich verschiednen ausgedrückt wird?
Wenn dieselbe Arbeit I qr. Korn gibt, die früher 3 qrs. [gab], während
dieselbe Arbeit, die früher 20 Ellen cloth gab (oder 3 qrs.? Korn) nach wie
vor 20 Ellen cloth gibt, so wäre nach der Arbeitszeit geschätzt [jetzt] I qr.
Korn = 20 Ellen cloth, oder 20 Ellen cloth = I qr. Korn, und 3 grs. corn

1 gleichzeitig - * Menge Arbeit oder Wert der Arbeit - ® in der Handschrift: zweiten -
4 ein äußeres Maß ihrer Werte -°® „Wert der Arbeit“ nur bedeutet -® aliquoten Teil -? Menge
Arbeit und der Wert derselben Menge Arbeit -® Ausdrücke -° in der Handschrift: und I ar.

156 Zwanzigstes Kapitel

= 60 Ellen statt = 20. Die Werte des qr. Korn und der Elle Leinwand
wären also verändert relatively. Sie wären aber keineswegs verändert nach
der „value of labour“, denn das I qr. Korn und die 20 Ellen cloth sind nach
wie vor dieselben Gebrauchswerte. Und es ist möglich, daß der I qr. Korn
nicht mehr Arbeit kommandiert als früher.

Nehmen wir die einzelne Ware, so hat Blailey]s Behauptung gar keinen
Sinn. Nimmt die zur Produktion eines Stiefels nötige Arbeitszeit ums Zehn-
fache ab, so vermindert sich der Wert des Stiefels um [das] IOfache, auch
verglichen, expressed in all other commodities, when the labour required for
their production has remained the same or has not decreased at the same
rate!. Nichtsdestoweniger kann der Wert der Arbeit - z.B., der Tageslohn
in der Stiefelmacherei so gut wie in allen andren industries - derselbe ge-
blieben sein; er kann sogar gestiegen sein. In dem einzelnen Stiefel ist
weniger Arbeit enthalten, also auch weniger bezahlte Arbeit. Wenn man
aber vom Wert der Arbeit spricht, so meint man nicht, daß [für] eine
Stunde Arbeit, ein geringres Quantum Arbeit, weniger bezahlt ist als [für]
ein größres. Einen Sinn könnte der Bfaileylsche Satz nur haben bezogen
auf das Gesamtprodukt des Kapitals. Die 200 Stiefel seien das Produkt des-
selben Kapitals (und derselben Arbeit), wie früher 100 Stiefel. In diesem
Fall ist der Wert der 200 Stiefel derselbe wie der der 100. Und es könnte
gesagt werden, daß die 200 Stiefel sich zu 1000 Ellen Leinwand (sage das
Produkt von 2001. Kapital) verhalten, wie der Wert der von beiden Kapita-
lien in Bewegung gesetzten Arbeit. In welchem Sinn? In einem Sinn,
worin es auch vom | Verhältnis des einzelnen Stiefels zur Elle Leinwand
gesagt werden könnte?

Der Wert der Arbeit ist der Teil der in einer Ware enthaltnen Arbeits-
zeit, den der Arbeiter sich selbst aneignet; er ist der Teil des Produkts,
worin die ihm selbst angehörige Arbeitszeit verkörpert ist. Löst sich also der
ganze Wert einer Ware in bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit auf - und ist
das Verhältnis der unbezahlten zur bezahlten Arbeitszeit dasselbe, d.h.,
bildet in allen Waren der Mehrwert dieselbe Proportion des Gesamtwerts -,
so ist klar, daß, wenn die Waren sich zueinander verhalten wie die Gesamt-
arbeitsquanta, die in ihnen enthalten sind, sie sich auch verhalten müssen
‚wie gleiche aliquote Teile dieser Gesamtarbeitsquanta, also auch wie die
bezahlte Arbeitszeit in der einen Ware zur bezahlten Arbeitszeit in der
andren.

in allen andren Waren ausgedrückt, wenn die zu deren Produktion notwendige Arbeit

die gleiche blieb oder nicht in demselben Maße abnahm

Auflösung der Ricardoschen Schule 157

W:W’ = GA (Gesamtarbeitszeit [verkörpert in W]) zu G’A’ (Gesamt-

arbeitszeit [verkörpert in W’]).

a = der bezahlten Abe: in W, und en = der be-
zahlten Arbeitszeit in W’, da unterstellt, daß in beiden Waren
die bezahlte Arbeitszeit derselbe aliguote Teil der Gesamt-
arbeitszeit.

W:W=GA:GA’”.
GA:GA = ER, o A.

x x
swe

x x

oder die Waren verhalten sich wie die in ihnen enthalinen bezahlten Arbeits-
zeiten, d.h. wie die values of labour contained in themt.

Die value of labour ist aber dann nicht bestimmt wie Blailey] will, son-
dern selbst durch die Arbeitszeit.

Ferner, abgesehn von der Verwandlung der Werte in Produktionspreise-
bloß die Werte betrachtet -, bestehn die Kapitalien aus verschiednen aliquot
parts of variable and constant capitals. Hence, as far as values are conside-
red, the surplus values are not equal, or the paid labour is not an equal
aliquot part of the total labour advanced.?

Überhaupt wären wages® - oder values of labour - hier indices der
values of commodities“, nicht als values, nicht insofern wages steigen oder
fallen, sondern sofern das in einer Ware enthaltne Quantum bezahliter Arbeit,
das sich in wages darstellt, ein Index wäre von dem Gesamtguantum der in
den relativen Waren enthaltnen Arbeit.

Mit einem Wort, der Witz kömmt darauf hinaus, wenn sich die Werte

der Waren zueinander verhalten = A:A’ (die in ihnen enthaltnen Quanta
#

Arbeitszeit), so verhalten sie sich auch = en die in ihnen enthaltnen

Quanta bezahlter Arbeitszeit, wenn die Proportion der bezahlten zur un-
bezahlten Arbeitszeit in allen Waren dieselbe, die bezahlte Arbeitszeit also
immer = der ganzen Arbeitszeit, welche diese immer sei, dividiert durch x.

lin ihnen enthaltenen Werte der Arbeit - ? aliquoten Teilen von variablem und kon-
stantem Kapital. Daher sind, soweit die Werte in Betracht kommen, die Mehrwerte nicht
gleich, oder die bezahlte Arbeit ist nicht ein aliquoter Teil der vorgeschossenen Gesamt-
arbeit. - ® Löhne - * Indizes der Werte der Waren

158 Zwanzigstes Kapitel

Aber das „Wenn“ entspricht dem wirklichen Sachverhältnis nicht. Gesetzt,
daß die Arbeiter gleiche Surplusarbeitszeit in den verschiednen Industrien
arbeiten, so ist dennoch das Verhältnis der bezahlten zur angewandten
Arbeitszeit verschieden in den verschiednen Industrien, weil das Verhält-
nis der immediate labour employed! verschieden ist zur accumulated labour
employed?. V°° + C5° und V!° + C9° z.B. In beiden sei die unbezahlte
Arbeitszeit = 1/.. So wären in der ersten Ware enthalten 105; in der
zweiten 101. Die bezahlte Arbeitszeit in der ersten = !/, der vorgeschoßnen
Arbeit, in der zweiten bloß = !/,..

1834| Blailey] sagt:

„Wenn die Waren sich zueinander verhalten wie die Mengen, müssen sie sich auch
verhalten wie die Werte der sie produzierenden Arbeit; denn das Gegenteil würde be-
deuten, daß zwei Waren A und B im Werte gleich sein könnten, obwohl der Wert der
angewandten Arbeit in der einen größer oder kleiner wäre als in der anderen; oder daß
A und B ungleich im Werte sein könnten, obwohl die für jede angewandte Arbeit gleich
im Wert wäre. Aber dieser Unterschied im Werte zweier Waren, die durch Arbeit gleichen
Wertes produziert wurden, wäre unvereinbar mit der anerkannten Gleichheit der Profite,
die Herr Ricardo in Übereinstimmung mit anderen Schriftstellern anerkennt.“ (l.c. p.79,

80.)

In der letzten Phrase tappt er bewußtlos auf einen richtigen Einwand
gegen Riclardol, der Profit mit surplus value unmittelbar identifiziert und
values mit cost-prices. Der Einwurf richtig formuliert, der: Wenn die
Waren zu ihren Werten verkauft werden, werfen sie ungleiche Profite ab, da
dann der Profit = dem Mehrwert, der in ihnen selbst steckt. Und dies
richtig. Spricht nicht gegen die Theorie des Werts, sondern a blunder of?
Ricardos in der Anwendung dieser Theorie.

Wie wenig Blailey] aber selbst im obigen das Richtige gedacht haben
kann, geht aus der folgenden Phrase hervor:

„Meint Ric[ardo] dagegen, daß Arbeit im Werte steigen oder fallen kann, ohne den
Wert der Ware zu beeinflussen. Diese Behauptung ist offenbar sehr verschieden von
der anderen, und ihre Richtigkeit hängt tatsächlich von der Falschheit der anderen
oder der entgegengesetzten Behauptung ab.“ (l.c. p.81.)

Der Esel hat selbst vorhin gesagt, daß das Resultat derselben Arbeit 100,
200, 300 qrs. sein kann. Diese bestimmt das Verhältnis des gr. zu andren
Waren, wie der Wert der Arbeit wechseln mag, d.h., wieviel von den 100,
200 oder 300 qrs. dem Arbeiter selbst zukommen mag. Einige Konsequenz

1 angewandten unmittelbaren Arbeit -? angewandten aufgehäuften Arbeit -° ein Irrtum

Auflösung der Ricardoschen Schule 159

wäre noch in dem Esel gewesen, wenn er gesagt: die values of labour mögen
steigen oder fallen, dennoch verhalten sich die values of commodities wie
die values of labour, weil - nach falscher Voraussetzung - das Steigen oder
Fallen of wages being general, and the value of wages being always the same
proportionate part of the whole quantity of labour employed!.

### [Y.) Baileys Verwechslung von Wert und Preis]

„Das Vermögen, den Wert der Waren auszudrücken, hat nichts zu tun mit der
Beständigkeit ihrer Werte“

{Indeed, not! but it has much to do with first finding the value, before
expressing it; finding in what way the values in use, so different from each
other, fall under the common category and denomination of values, so that
the value of the one may be expressed in the other?},

„weder im Vergleich untereinander, noch mit dem angewandten Tauschmittel. Auch
hat das Vermögen, diese Wertausdrücke miteinander zu vergleichen, nichts damit zu
tun.“

{If the values of different commodities are expressed in the same third
commodity, however variable its value may be, it is of course very easy to
compare these expressions, already possessed of a common denomination.?}

„Ob A AB oder 6B wert ist“

(the difficulty consists in equalising A with any portion of B; and this is
only possible if there exists acommon unity for A and B, or if A and B are
different representations of the same unity. If all commodities are to be
expressed in gold, money, the difficulty remains the same. "There must be a
common unity between the gold and each of the other commodities?),

3 des Arbeitslohns allgemein ist und der Wert des Arbeitslohns stets den gleichen ver-
hältnismäßigen Anteil an der Gesamtmenge der angewandten Arbeit ausmacht -*? Allerdings
nicht! Aber es hat viel zu tun mit dem Erkennen des Wertes, ehe er zum Ausdruck gelangt;
mit dem Erkennen, auf welche Weise die Gebrauchswerte, die voneinander so verschieden
sind, unter die gleiche Kategorie und die gleiche Benennung von Werten fallen, so daß der
Wert des einen durch den anderen ausgedrückt werden kann -3 Wird der Wert verschiedener
Waren in derselben dritten Ware ausgedrückt, wie veränderlich auch deren Wert sei, so ist
es natürlich sehr leicht, diese Ausdrücke miteinander zu vergleichen, die bereits eine gleiche
Benennung besitzen. -* die Schwierigkeit liegt darin, A mit irgendeiner Menge B gleichzu-
setzen, und dies ist nur möglich, wenn eine gemeinsame Einheit für A und Bbestehtoderwenn
A und B verschiedene Darstellungen derselben Einheit sind. Die Schwierigkeit bleibt die-
selbe, wenn alle Waren in Gold, Geld auszudrücken sind. Es muß eine gemeinsame Einheit
zwischen dem Golde und jeder der anderen Waren bestehen.

160 Zwanzigstes Kapitel

„und ob C 8B oder I2B wert ist, das sind Umstände, die keinen Unterschied
in dem Vermögen machen, den Wert von A und C in B auszudrücken, und sicher
keinen Unterschied in dem Vermögen, den Wert von A und C zu vergleichen, wenn
er ausgedrückt ist.“ (p. 104, 105.):

But how to express A in B or C? A,B, C must all be considered as some-
thing different from what they are as things, products, values in use, to
express „them“ in each other, or, what comes to the same thing, to treat
them as equivalent expressions of the same unity. A = 4B. Then the value
of A is expressedin 4B, and the value of 4B in A, so that both sides express
the same. They are equivalents. They are both egual expressions of value.
It would be the same if they were unequal ones or A>4B, A<AB. Inall
these cases they are as far | as they are values, only different or equal
in quantity, but always quantities of the same quality. The difficulty is to
find this quality."

„Die notwendige Bedingung bei dem Vorgehen ist die, die zu messenden Waren
auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen“

{z.B., um A und alle andern Vielecke zu vergleichen, ist es nur nötig, die
letztren in A zu verwandeln, to express them in triangles. But to do this the
A and the polygon are in fact supposed as identities, different figurations
of the same - space?,

„was jederzeit mit gleicher Leichtigkeit getan werden kann; oder vielmehr, was fertig
vorliegt, da es die Preise der Waren sind, die verzeichnet werden, oder ihr Verhältnis
in Geld.“ (l.c. p.112.)

„Den Wert messen ist dasselbe wie ihn ausdrücken.“ (l.c. p. 152.)

Hier haben wir den Burschen. Wir finden die values gemessen, aus-
gedrückt in den prices vor. Wir können uns also damit begnügen, [behauptet
Bailey] - nicht zu wissen, was der Wert ist. Die Entwicklung des Maßes der
Werte zum Geld und weiter die Entwicklung des Geldes als Maßstab der

1 Aber wie A in B oder in C ausdrücken? A, B, C müssen als etwas betrachtet werden, das
verschieden ist von dem, was sie als Dinge, Produkte, Gebrauchswerte sind, sollen „sie“
eines im anderen ausgedrückt oder, was auf dasselbe hinausläuft, sollen sie als gleichwertige
Ausdrücke derselben Einheit behandelt werden. A = 4B; also wird der Wert von A aus-
gedrückt in 4B und der Wert von 4B in A, so daß beide Seiten dasselbe ausdrücken. Sie sind
Äquivalente, sie sind beide gleiche Ausdrücke von Wert. Es machte nichts aus, wenn sie un-
gleiche Ausdrücke wären, etwaA > 4B oder A < 4B. In allen diesen Fällen sind sie, sofern sie
Werte sind, nur in der Quantität verschieden oder gleich, sind aber stets Quantitäten der
gleichen Qualität. Die Schwierigkeit besteht darin, diese Qualität zu finden. - ? sie in Drei-
ecken auszudrücken. Aber um das zu tun, werden die A und die Vielecke tatsächlich als
Identitäten aufgefaßt, als verschiedene Formerscheinungen des gleichen - Raumes

Auflösung der Ricardoschen Schule 161

Preise verwechselt er mit dem Auffinden des Begriffes des Werts selbst in
seiner Entwicklung als immanentes Maß der Waren im exchange. Er hat
darin recht, daß dies Geld keine Ware von unveränderlichem Wert zu sein
braucht; er schließt daraus, daß keine von der Ware selbst unabhängige,
unterschiedne Bestimmung des Werts notwendig.

Sobald der Wert der Waren als ihre gemeinschaftliche Einheit gegeben
ist, fällt das Messen ihres relativen Werts und das Ausdrücken desselben
zusammen. Aber wir kommen nicht zum Ausdruck, solange wir nicht zu
einer Einheit kommen, die von dem unmittelbaren Dasein der Waren ver-
schieden ist.

Selbst bei seinem Beispiel!: Distance between A und B. To speak of
their distance they are already supposed as being both points (or lines) of
space. Being commuted in points, and points of the same line, their distance
may be expressed in inches, or feet etc. The unity of the two commodities A
and B is, at the first view, their exchangeability. They are „exchangeable“
objects. As „exchangeable“ objects they are magnitudes of the same denomi-
nation. But this „their“ existence as an „exchangeable“ object must be
different from their existence as values in use. What is it??

Geld ist selbst schon Darstellung des Werts, supponiert ihn. Geld als
Maßstab der Preise unterstellt seinerseits schon die Verwandlung (theore-
tische) der Ware in Geld. Sind die Werte aller Waren als Geldpreise dar-
gestellt, so kann ich sie vergleichen; sie sind in fact schon verglichen. Um
aber die Werte als Preise darzustellen, muß vorher der Wert der Waren als
Geld sich dargestellt haben. Geld ist bloß die Form, wie der Wert der Waren
im Zirkulationsprozeß erscheint. Wie kann ich aber x cotton in y Geld dar-
stellen? Diese Frage löst sich darin auf, wie kann ich überhaupt eine Ware
in einer andren oder Waren als Äquivalente darstellen? Es ist nur die Ent-
wicklung des Werts, unabhängig von der Darstellung der einen Ware in der
andren, die die Antwort gibt.

„Irrtum ..., daß das Wertverhältnis möglich sei zwischen Waren verschiedener
Perioden, was der Natur der Sache nach unmöglich ist; und wenn kein Verhältnis mög-
lich ist, kann es auch nicht gemessen werden.“ (p. 113.)

% Siehe vorl. Band. S.14 - ? Entfernung zwischen A und B. Wenn man von ihrer Ent-
fernung spricht, wird bereits angenommen, daß beide Punkte (oder Linien) im Raume sind.
Sind sie in Punkte und Punkte derselben Linie verwandelt, dann kann ihre Entfernung aus-
gedrückt werden in Zoll, Fuß usw. Die Einheit der beiden Waren A und B ist auf den ersten
Blick ihre Austauschbarkeit. Sie sind „austauschbare“ Dinge. Als „austauschbare“ Dinge
sind sie Größen derselben Art. Aber diese „ihre“ Existenz als „austauschbare“ Dinge muß
verschieden sein von ihrer Existenz als Gebrauchswerte. Was ist dies?

162 Zwanzigstes Kapitel

Derselbe Blödsinn schon oben. Schon bei dem Geld als Zahlungsmittel
exists „the relation of value between commodities at different periods“?
Der ganze Zirkulationsprozeß ist beständig Vergleichung der values be-
tween commodities at different periods.

„Wenn es“ (Geld) „nicht ein gutes Mittel der Vergleichung zwischen Waren in
verschiednen Perioden ist ..., ist es unfähig, eine Funktion zu verrichten in einem Falle,

in dem es keine Funktion zu erfüllen hat.“ (p. 118.)

Als Zahlungsmittel und Schatz hat das Geld diese function to perform?.
Rein abgeschrieben von dem „verbal observer“ und in der Tat das Geheim-
nis des ganzen Unsinns oozes out in the following phrase*, die mich auch
überzeugt, daß Blailey] die sorgfältig von ihm verheimlichten „verbal
observations“? als Plagiarius vernutzt hat:
1836| „Reichtum ist ein Attribut des Menschen, Wert ein Attribut der Waren.
Ein Mensch oder ein Gemeinwesen ist reich; eine Perle oder ein Diamant ist wertvoll.“

(p. 165.)

A pearl or a diamond is valuable as a pearl or a diamond, that is by their
qualities, as values in use for men, that is as - riches. But there is nothing in
a pearl or a diamond by which a relation of exchange between them is
given® etc.

Blailey] wird nun tiefer Philosoph:

„Unterschied zwischen Arbeit als Ursache und Maß, überhaupt zwischen Ursache
und Maß des Wertes.“ (p.170 sqgq.)

Es ist in der Tat ein sehr bedeutender Unterschied (und von Bailey]
übersehn) zwischen „measure“” (im Sinn des Gelds) und „cause of value“ ®
Die „cause“ of value verwandelt Gebrauchswerte in value. Das äußre mea-
sure of value unterstellt schon die Existenz der value. Gold z.B. kann die
value of cotton nur measure’, wenn Gold und cotton als value eine von
beiden verschiedne Einheit besitzen. Die „cause“ of value ist die Substanz

der value und daher auch ihr immanentes Maß.

„Alle Umstände..., die mit einem nachweisbaren Einfluß, mittelbar oder unmittel-
bar, auf das Bewußtsein beim Austausch der Waren einwirken, können als Ursachen
de We ee

1 Siehe vorl. Band, S.148/149 und 153 -? besteht „das Wertverhältnis zwischen Waren
verschiedener Perioden“ -3 Funktion zu verrichten -*sickert durch in dem folgenden Satz -
5 siehe vorl. Band, S. 126/127 - ® Eine Perle oder ein Diamant ist wertvoll als Perle oder Dia-
mant, das ist durch ihre Eigenschaften als Gebrauchswerte für den Menschen, das ist als -
Reichtum. Aber in einer Perle oder einem Diamanten ist nichts, wodurch eine Relation des Aus-
tausches zwischen ihnen gegeben wäre -? „Maß“ -® „Ursache des Wertes“ -? den Wert
der Baumwolle nur messen

Auflösung der Ricardoschen Schule 163

Dies heißt in der Tat weiter nichts als: Die Ursache des Werts einer
Ware oder der Äquivalenz zwischen zwei Waren sind die Umstände, die den
Verkäufer oder auch Käufer und Verkäufer bestimmen, irgend etwas für
den Wert oder das Äquivalent einer Ware zu halten. Die „Umstände“, die
den Wert einer Ware bestimmen, sind dadurch keinen Schritt weiter er-
kannt, daß sie als Umstände qualifiziert werden, die auf den „mind“! der
Austauschenden wirken, die als solche Umstände auch im Bewußtsein
(vielleicht auch nicht, vielleicht auch verkehrt vorgestellt) der Austauschen-
den liegen.

Dieselben (von dem mind unabhängigen, obgleich auf ihn wirkenden)
Umstände, die die Produzenten zwingen, ihre Produkte als Waren zu ver-
kaufen - Umstände, die eine Form der gesellschaftlichen Produktion von
der andren unterscheiden -, geben ihren Produkten (auch für ihren mind)
einen vom Gebrauchswert unabhängigen Tauschwert. Ihr „mind“, ihr Be-
wußtsein, mag durchaus nicht wissen, für es mag nicht existieren, wodurch
in fact der Wert ihrer Waren oder ihre Produkte als Werte bestimmt sind.
Sie sind in Verhältnisse gesetzt, die ihren mind bestimmen, ohne daß sie es
zu wissen brauchen. Jeder kann Geld als Geld brauchen, ohne zu wissen,
was Geld ist. Die ökonomischen Kategorien spiegeln sich im Bewußtsein
sehr verkehrt ab. Er schiebt es ins Gewissen, da er mit der Theorie nicht
weiter kann.

Statt zu sagen, was er selbst sich unter „Wert“ vorstellt (oder „cause of
value“), sagt uns Bailey]: es sei das, was Käufer und Verkäufer sich im Akt
des Austausches vorstellen.

In der Tat aber liegt der philosophisch sein sollenden Phrase folgendes
zugrunde:

I. Der prix courant? ist durch verschiedne Umstände bestimmt, die sich
im Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr ausdrücken, und als solche in-
fluence „the mind“ of the operators on the market®. Dies eine sehr wichtige
Entdeckung!

2. Bei der Verwandlung der Warenwerte in Kostpreise kommen „ver-
schiedne circumstances*“ in Betracht, die als „Kompensationsgründe“ on
the mind wirken, oder sich ihm so darstellen. Alle diese Kompensations-
gründe wirken jedoch nur auf den mind des .capitalist als capitalist und gehn
aus der Natur der kapitalistischen Prodiktion selbst hervor, nicht aus der
subjektiven Auffassung von Käufer und Verkäufer. In deren Köpfen exi-
stieren sie vielmehr als sich von selbst verstehende „ewige Wahrheiten“.

1 das „Bewußtsein“ -? Marktpreis -® „das Bewußtsein“ der auf dem Markte Handelnden

beeinflussen - * Umstände

i1*

164 Zwanzigstes Kapitel

Blailey], wie seine Vorgänger, catches at! Ric[ardo]s Verwechslung von
values und cost-prices, in order to prove that value is not determined by
labour, because cost-prices are deviations from values?. Dies ganz richtig
gegen Rlicardo]s Identifikation, nicht gegen die Sache selbst.

Blailey] zitiert dazu erstens das von Rlicardo] selbst Angeführte über
den change in the relative values of 837] commodities, in consequence of a
rise in the value of labour?. Er zitiert ferner die „Wirkung der Zeit“ (Unter-
schied in der Produktionszeit, ohne Verlängerung der Arbeitszeit), derselbe
case, der schon dem Mill Skrupel gemacht“. Den wahren allgemeinen
Widerspruch - the very existence of an average rate of profit, despite the
different composition of capital, its different times of circulation® etc. -
findet er nicht. Er wiederholt nur die einzelnen Formen, in denen der
Widerspruch erscheint, auf die Riclardo] selbst und seine Nachfolger schon
aufmerksam geworden. Hier also bloßer Nachbeter: führt die Kritik keinen
Schritt weiter.

Er hebt ferner hervor: Die Produktionskosten seien die Hauptcause of
„value“, also das Hauptelement des Werts. Er hebt jedoch richtig hervor,
wie schon frühere nach Ric[ardo] [aufgetretene Autoren], daß der Begriff
der Produktionskosten selbst verschieden. Er selbst erklärt sich in letzter In-
stanz mit Torrens dahin, daß die Werte durch das vorgeschoßne Kapital be-
stimmt, was richtig für die cost-prices, aber sinnlos ist, wenn dies nicht aus
dem Wert selbst entwickelt, also der Wert der Ware aus einem weiter-
entwickelten Verhältnis, dem Wert des Kapitals, statt umgekehrt, abgeleitet
werden soll.

Sein letzter Einwurf der: Die Warenwerte können nicht durch Arbeits-
zeit gemessen werden, wenn die Arbeitszeit in einem trade nicht gleich der
Arbeitszeit in den andren, so daß dieselbe Ware, in der sich z.B. 12 Stunden
eines Ingenieurs verkörpern, doppelten Wert als die Ware, worin sich
12 Stunden eines field labourers® verkörpern. Dies kömmt darauf hinaus:
Ein einfacher Arbeitstag z.B. nicht Maß des Werts, wenn es andre Arbeits-
tage gibt, die sich als composite days to the days of simple labour? ver-
halten. Rlicardo] hat nachgewiesen, daß dies fact nicht verhindert, die
Waren an der Arbeitszeit zu messen, wenn das Verhältnis zwischen simple

1 hängen sich an - * Werten und Kostenpreisen, um zu beweisen, daß der Wert nicht
durch Arbeit bestimmt wird, weil die Kostenpreise von den Werten abweichen -° Wechsel
in den relativen Werten der Waren infolge eines Steigens in dem Wert der Arbeit - * siehe
vorl. Band, S.81-83 - 5 die Existenz einer Durchschnitisrate des Profits selbst, trotz der
unterschiedlichen Komposition des Kapitals, seiner unterschiedlichen Umschlagszeiten -
$ Landarbeiters -? Tage komplizierter Arbeit zu den Tagen einfacher Arbeit

Auflösung der Ricardoschen Schule 165

und composite labour! gegeben. Er hat allerdings unterlassen, darzu-
stellen, wie dies Verhältnis sich entwickelt und bestimmt wird. Dies gehört
in die Darstellung vom Arbeitslohn und, in letzter Instanz, reduziert sich
auf den verschiednen Wert der Arbeitsvermögen selbst, d.h. ihre verschiednen
Produktionskosten (durch Arbeitszeit bestimmt).

Die Sätze, worin Blailey] das oben Zusammengestellte ausspricht, sind
folgende:

„Es wird in der Tat nicht bestritten, daß die Produktionskosten der wichtigste Um-
stand sind, der die Mengen bestimmt, in denen Artikel dieser Klasse“ (wo kein mono-
poly und möglicher increase bei increase of industry?) „ausgetauscht werden; aber
unsere besten Ökonomen stimmen nicht genau darin überein, was unter Produktions-
kosten zu verstehen sei; einige meinen, die Arbeitsmenge, die in der Produktion eines
Artikels verausgabt werde, bilde seine Kosten; andere, daß das darauf verwandte
Kapital diese Bezeichnung verdiene.“ (l.c. p.200.)

„Was der Arbeiter ohne Kapital produziert, kostet ihn seine Arbeit; was der Kapi-
talist produziert, kostet ihn sein Kapital.“ (p.201.)

(Dies der Grund, der den Torrens bestimmt. Dem capitalist kostet die
Arbeit nichts, die er anwendet, sondern nur das Kapital, das er in Arbeits-
lohn auslegt.)

„Der Wert der Masse der Waren wird bestimmt durch das auf sie verwendete
Kapital.“ (p.206.)

Gegen die Bestimmung des Werts der Waren bloß durch die quantity of
labour contained in them?:

„Dies kann nun nicht richtig sein, wenn wir einige Beispiele folgender Natur finden:
1. Fälle, in denen zwei Waren durch eine gleiche Menge Arbeit produziert und doch
für verschiedene Mengen Geld verkauft wurden. 2. Fälle, in denen zwei Waren, die
früher gleich im Werte waren, ungleich im Werte wurden, ohne daß sich die für
jede aufgewandte Menge Arbeit irgendwie veränderte.“ (p.209.)

„Es ist keine ausreichende Antwort“ (gegen I. case), „wenn man mit Herm Ricardo
sagt, daß ‚die Schätzung, in der die verschiedenen Qualitäten von Arbeit stehen, auf
dem Markte sehr bald mit einer für alle praktischen Zwecke genügenden Genauigkeit
bestimmt wird‘; oder mit Herrn Mill, daß bei ‚der Schätzung gleicher Mengen Arbeit
natürlich die verschiedenen Grade von Beschwerlichkeit und Geschicklichkeit berück-
sichtigt werden‘. Beispiele dieser Art zerstören vollständig die Allgemeingültigkeit der
Regel.“ (p.210.)

„Es gibt nur zwei mögliche Methoden, eine Menge Arbeit mit einer anderen zu
vergleichen; die eine besteht darin, sie nach der verausgabten Zeit zu vergleichen, die

1 einfacher und komplizierter Arbeit - * Zuwachs bei Ausdehnung der Produktion -
® in ihnen enthaltene Arbeitsmenge

166 Zwanzigstes Kapitel

andere nach dem produzierten Resultat“ (letztres bei task-work!). „Die erstere ist auf
alle Arten Arbeit anwendbar; die letztere kann nur in Anwendung kommen, wenn man
Arbeit vergleicht, die auf gleichartige Artikel angewandt wird. Wenn daher bei der
Schätzung zweier verschiedener Arten Arbeit die Zeit nicht das Verhältnis zwischen
den |]839| 1%] Arbeitsmengen bestimmt, muß es unbestimmt und unbestimmbar blei-
ben.“ (p.215.)

In bezug auf 2: „Nehmen wir zwei Waren irgendwelcher Art von gleichem Werte,
A und B; die eine wurde mit fixem Kapital produziert, die andere durch Arbeit ohne
Anwendung von Maschinen, und setzen wir voraus, daß ohne irgendeine Veränderung
im fixen Kapital oder der Menge Arbeit ein Steigen im Werte der Arbeit einträte. Nach
Herrn Rlicardo]s eigener Auseinandersetzung würde sofort das Verhältnis zwischen A
und B geändert, das heißt, sie würden ungleich im Werte werden.“ (p.215, 216.)

„Zu diesen Fällen können wir die Wirkung der Zeit auf den Wert hinzufügen. Wenn
eine Ware mehr Zeit für ihre Produktion erfordert als eine andere, so wird ihr
Wert ein größerer sein, auch wenn sie nicht mehr Kapital und; Arbeit erheischt. Herr
Ricardo gibt den Einfluß dieser Ursache zu. HerrMill dagegen bestreitet ihn usw.“

(l.c. [p.217.])

Schließlich bemerkt Blailey] noch, und dies ist das einzig Neue, was er
in dieser line? beibringt:

„Die 3 Sorten Waren“ {dies wieder von dem Mann der „verbal observations“, ich
meine die 3 Sorten} (nämlich wo absolutes Monopol oder beschränktes wie bei Kom,
oder völlige Konkurrenz) „nicht absolut zu trennen. Sie werden nicht bloß unter-
schiedslos gegeneinander ausgetauscht, sondern auch in der Produktion miteinander
vermischt. Eine Ware kann daher einen Teil ihres Wertes dem Monopol schulden und
einen Teil jenen Ursachen, die den Wert nicht monopolisierter Produkte bestimmen.
Ein Artikel kann z.B. unter freiester Konkurrenz produziert sein aus Rohmaterial, das
sein Besitzer dank einem völligen Monopol um das 6fache seiner wirklichen Kosten
zu verkaufen vermag.“ (p.223.) „In diesem Falleistes klar, daß man wohl mit Recht sagen
kann, der Wert des Artikels werde bestimmt durch die für ihn vom Fabrikanten ver-
ausgabte Menge Kapital, daß aber keine Untersuchung es ermöglichte, den Wert des
Kapitals in Arbeitsmenge aufzulösen.“ (p.223, 224.)

Diese Bemerkung richtig. Monopol geht uns jedoch hier nichts an, wo
wir nur mit zweierlei zu tun haben, Wert oder Kostpreis. Es ist klar, daß die
Verwandlung der Werte in Kostpreise doppelt wirkt. Erstens: der Profit, der
auf das vorgeschoßne Kapital geschlagen wird, mag über oder unter dem
Mehrwert stehn, der in der. Ware selbst enthalten ist, d.h. mehr oder
weniger unbezahlte Arbeit darstellen, als in ihr selbst enthalten ist. Dies
gilt vom variablen Teil des Kapitals und seiner Reproduktion in der Ware.

3 Stück-(Akkord-)arbeit - ? Richtung

Auflösung der Ricardoschen Schule 167

Aber hiervon abgesehn, kann ebenso der Kostpreis des konstanten Kapitals-
oder der Waren, die als Rohmaterial, matieres instrumentales! und Arbeits-
instrumente, Arbeitsbedingungen in den Wert der neuproduzierten Ware
eingehn — über oder unter ihrem Wert stehn. Es geht so ein vom Wert
variierender Preisteil in sie ein, der unabhängig ist von dem Quantum
neuzugesetzter Arbeit oder der Arbeit, wodurch diese Produktionsbedingun-
gen von gegebnen Kostpreisen in ein neues Produkt verwandelt werden. Es
ist überhaupt klar, daß, was von der Differenz zwischen Kostpreis und Wert
der Ware als solcher gilt - als Resultat des Produktionsprozesses, ebenso von
der Ware gilt, soweit sie als Ingredienz, in der Form von konstantem Kapi-
tal, als Voraussetzung in den Produktionsprozeß eingeht. Das variable
Kapital, welches immer seine Differenz von Wert und Kostpreis, wird er-
setzt durch bestimmtes Quantum Arbeit, das einen Wertbestandteil der
neuen Ware bildet, ob in ihrem Preis dieser Wert gleich, über oder unter
ausgedrückt wurde. Dagegen die Differenz des Kostpreises vom Wert wird
als schon vorausgesetztes Element in den Wert der neuen Ware übertragen,
insofern es, unabhängig von ihrem eignen Produktionsprozeß, in ihren
Preis eingeht.

Die Differenz zwischen Kostpreis und Wert der Ware wird so zweifach
herbeigeführt; durch die Differenz zwischen Kostpreis und Wert der
Waren, die Voraussetzungen des Produktionsprozesses der neuen Ware
bilden; durch die Differenz des Mehrwerts, der wirklich zugesetzt ist den
Produktionsbedingungen, und des Profits, der berechnet wird [auf das vor-
geschossene Kapital]. Jede Ware jedoch, die als capital constant in eine
Ware eingeht, kommt selbst als Resultat, Produkt, aus einem andren
Produktionsprozeß heraus. Und so erscheint die Ware wechselseitig
als Voraussetzung für die Produktion andrer Waren und als Resultat
eines Prozesses, worin das Dasein andrer Waren als Voraussetzung für
ihre eigne Produktion da ist. In der Agrikultur (Viehzucht) erscheint
dieselbe Ware das eine Mal als Produkt und das andere Mal als Produktions-
bedingung.

Diese bedeutende Variation der Kostpreise von den Werten - die die
kapitalistische Produktion bedingt - ändert nichts, daß die Kostpreise nach
wie vor durch die Werte bestimmt werden.

1 Hilfsstoffe

168 Zwanzigstes Kapitel

### 4. McCulloch

### [a) Vulgarisierung und völlige Auflösung des Ricardoschen Systems
unter dem Schein seiner konsequenten Ausführung.
Zumische Apologetik der kapitalistischen Produktion.
Gewissenloser Eklektizismus]

1840] [McCulloch] der Vulgarisateur der Ricfardo]schen Ökonomie und
zugleich das kläglichste Bild ihrer Auflösung.

Vulgarisateur nicht nur von Ricardo, sondern auch von James Mill.

Sonst in allem Vulgarökonom; Apologet des Bestehenden. Seine einzige
Angst, ins Komische getrieben, die Tendenz des Profits zum Fall; mit der
Lage der Arbeiter ist er völlig zufrieden, überhaupt mit allen Wider-
sprüchen der bürgerlichen Ökonomie, die auf der Arbeiterklasse lasten.
Hier ist alles grün. Hier weiß er sogar, daß

„die Einführung von Maschinen in einen Produktionszweig notwendigerweise eine
gleiche oder größere Nachfrage nach den freigesetzten Arbeitern in irgendeinem anderen
Produktionszweig schafft.“ [*2]

Hier he deviates from’ Riclardo], wie in seinen spätren Schriften auch er
sehr mealy-mouthed? in bezug auf die Grundeigentümer wird. Aber his
whole tender anxiety for the poor capitalists, considering the tendency of
the rate of profit to fall?!

„Herr McCulloch scheint nicht, wie andre Darsteller einer Wissenschaft, nach
charakteristischen Unterschieden auszuschauen, sondern nur nach Ähnlichkeiten; und
indem er nach diesem Prinzip vorgeht, wird er veranlaßt, materielle mit immateriellen
Dingen, produktive mit unproduktiver Arbeit, Kapital mit Revenue, die Nahrungs-
mittel der Arbeiter mit den Arbeitern selbst, die Produktion mit Konsumtion und
Arbeit mit Profit zu verwechseln.“ (Malthus, „Defin. in Pol. Ec. etc.“, London 1827,
p.69, 70.)

„Herr McCulloch unterscheidet in seinen ‚Princ. of Pol. Econ.‘, Edinburgh 1825,
‚zwischen realem und relativem Wert oder Tauschwert. Der erstere, sagt er auf Seite 211,
‚hängt ab von der Menge Arbeit, die zu seiner Aneignung oder Produktion verausgabt
wurde, und letzterer von der Menge Arbeit oder irgendeiner anderen Ware, gegen die
er sich austauscht‘ ; und diese beiden Werte, sagt er weiter (p.215), sind in dem gewöhn-
lichen Zustand der Dinge identisch, das heißt dann, wenn die Zufuhr der Waren auf
dem Markte genau der wirksamen Nachfrage nach ihnen entspricht. Nun, wenn sie
identisch sind, müssen die beiden Mengen Arbeit, von denen er spricht, auch iden-

1 weicht er ab von - ? zartbesaitet - ® seine ganze zärtliche Besorgnis gilt den armen
Kapitalisten, angesichts der Tendenz der Profitrate zu fallen

Auflösung der Ricardoschen Schule 169

tisch sein. Aber auf der Seite 221 erzählt er uns, daß sie nicht identisch sind, weil die
eine den Profit einschließt, indes ihn die andere ausschließt.“ ([Cazenove,] „Outlines

of Palit. Econ. etc.*, London 1832, p.25.)

McCulloch sagt nämlich l.c. („Plrinciples] of Plolitical] E[conomy]“),
p.221:

„In Wirklichkeit wird sie“ (eine Ware) „immer gegen mehr“ {Arbeit als jene, durch
die sie produziert wurde} „ausgetauscht werden; und es ist dieser Überschuß, der den

Profit bildet.“

Hier hat man ein glänzendes Beispiel der Verfahrungsart dieses schot-
tischen Erzhumbugs.

Die Streitigkeiten von Malthus, Bailey etc. zwingen ihn, zwischen real
value und exchangeable oder relative value" zu unterscheiden. Aber er tut
das - in principle? - wie er den Unterschied bei Rlicard]o findet. Real value,
die Ware betrachtet in bezug auf die Arbeit, die zu ihrer Produktion nötig
ist; relative value, die Proportion verschiedner Waren betrachtet, die in der-
selben Zeit produziert werden können, die daher Äquivalente sind, und von
denen? der Wert der einen daher in dem Quantum Gebrauchswert der andern
Ware ausgedrückt werden kann, die dieselbe Arbeitszeit kostet. Die relative
value der Ware, in diesem Rlicardolschen Sinne, ist nur ein andrer Aus-
druck ihrer real value und heißt weiter nichts, als daß die Waren im Ver-
hältnis zu der in ihnen enthaltnen Arbeitszeit sich austauschen, also die in
beiden enthaltne Arbeitszeit gleich ist. Ist der Marktpreis einer Ware daher
gleich ihrer exchangeable value (wie der Fall, wenn demand und supply?
sich decken), so enthält die gekaufte Ware so viel Arbeit wie die verkaufte.
Sie realisiert bloß ihre exchangeable value, oder sie ist nur zu ihrem ex-
changeable, value verkauft, wenn im Austausch dafür dasselbe Quantum Arbeit
zurückerhalten wird, das in ihr fortgegeben ist.

Dies alles konstatiert Culloch denn auch richtig nachplaudernd. Bloß
geht er hier zu weit, indem ihm die Malthussche Definition of exchangeable
value - das Quantum Lohnarbeit, das eine Ware kommandiert - schon im
Magen steckt. Er erklärt also die relative value für die „quantity of labour
or of any other commodity, for which a commodity will exchange“.
Ric[ardo], bei der relative value, spricht immer bloß von commodities
exclusive of labour, because in the exchange of commodities a profit is
only realized, because in the exchange between commodity and labour

1 zealem Wert und Tausch- oder relativem Wert -? im Prinzip —® in der Handschrift: der -
4 Nachfrage und Zufuhr - ° „Menge Arbeit oder irgendeiner anderen Ware, gegen die eine
Ware sich austauscht“

170 Zwanzigstes Kapitel

equal quantities of labour are not exchanged!. Ricfardo], indem er gleich im
Beginn seiner Schrift!#! den Hauptnachdruck darauf legt, daß die Be-
stimmung des Werts | der Ware durch die in ihr enthaltne Arbeitszeit
toto coelo? verschieden ist von der Bestimmung dieses Werts durch das
Quantum Arbeit, das sie kaufen kann, setzt einerseits den Unterschied
zwischen der Quantität Arbeit, die eine Ware enthält, und der Quantität
Arbeit, die sie kommandiert. Ändrerseits schließt er den Austausch von
Ware und Arbeit aus von der relative value of a commodity. Because, if
a commodity exchanges with a commodity, equal quantities of labour are
exchanged. If it exchanges with labour itself, unequal quantities of labour
are exchanged, and capitalistic production rests on the inequality of this
exchange. Rlicardo] erklärt nicht, wie diese Ausnahme mit dem Begriff des
Werts klappt. Daher die Streitigkeiten bei seinen Nachfolgern. Aber mit
richtigem Instinkt macht er die Ausnahme. (In der Tat keine Ausnahme;
wohl aber in seiner Fassung eine.) Culloch geht also weiter als Rlicardol], ist
scheinbar konsequenter als er.

Bei ihm gibt es keinen Riß. Alles aus einem Stück. Ob eine Ware gegen
eine Ware sich austauscht oder gegen Arbeit, dies Austauschverhältnis ist
gleichmäßig the relative value of a commodity. Und wenn die ausgetauschten
Waren zu ihrem Wert verkauft werden (also Nachfrage und Zufuhr sich
decken), ist diese relative value stets der Ausdruck der real: value. D.h., es
sind gleiche Quanta Arbeit auf beiden Polen des Austauschs vorhanden.
Also „in the ordinary state of things“* tauscht sich auch eine Ware nur
gegen ein Quantum Lohnarbeit aus, = dem Quantum Arbeit, das in ihr
enthalten ist. Der Arbeiter erhält in den wages soviel materialised labour?,
als er dem Kapital im Austausch in immediate labour® zurückgibt. Damit
fällt die Quelle der surplus value fort und die ganze Rlicardo]sche Theorie
über den Haufen. Zuerst stürzt sie also Herr Culloch unter dem Schein, sie
zur Konsequenz zuzuspitzen.

Und wie dann weiter? Dann flüchtet er schamlos von R[icardo] zu Mal-
thus, wonach der Wert der Ware bestimmt ist durch das Quantum Arbeit,
das sie kauft, und das immer größer sein muß als das in ihr enthaltne. Nur

1 Waren unter Ausschluß der Arbeit, da in dem Austausch der Waren ein Profit nur
realisiert wird, weil im Austausch zwischen Ware und Arbeit nicht gleiche Mengen Arbeit
ausgetauscht werden -? himmelweit -® dem relativen Wert einer Ware. Denn wenn eine Ware
mit einer Ware ausgetauscht wird, werden gleiche Mengen Arbeit ausgetauscht: Wird sie
gegen Arbeit selbst ausgetauscht, werden ungleiche Mengen Arbeit ausgetauscht, und die
kapitalistische Produktion beruht auf der Ungleichheit dieses Austausches. - * „in dem ge-
wöhnlichen Zustand der Dinge“ -5 verkörperte Arbeit - ® unmittelbarer Arbeit

Auflösung der Ricardoschen Schule 171

daß bei Ml]althus] dies als das, was es ist, als Gegensatz zu Ricardo] aus-
gesprochen ist und Herr Culloch diesen Gegensatz adoptiert, nachdem er
den Rlicardolschen Ausdruck mit einer scheinbaren Konsequenz adoptiert
hat (d.h. mit der Konsequenz der Gedankenlosigkeit), die den Sinn der
Rlicardolschen Theorie auflöst. Den innersten Kern der Rlicardo]schen
Lehre - wie Profit realisiert wird, weil die Waren sich zu ihrem Wert aus-
tauschen — versteht Culloch daher nicht und läßt ihn fahren. Da die
exchangeable value - die in „the ordinary state of the market“ nach Culloch
— der real value, „in point of fact“! aber stets größer ist, indem auf
diesem Überschuß der Profit beruht (schöner Gegensatz und schöne Ent-
wicklung, die auf einem „in point of fact“ beruht) - ist „the quantity of
labour or of any other commodity“, wogegen die Ware sich austauscht, so
gilt „of any other commodity“, was von der „labour“ gilt. Das heißt, die
Ware tauscht sich nicht nur gegen mehr immediate labour aus, als in ihr
enthalten ist, sondern gegen mehr materialised labour in the other commo-
dities, als in ihr selbst enthalten ist; d.h. der Profit ist „profit upon expro-
priation“?, und damit sind wir wieder bei den Merkantilisten angelangt.
Mailthus zieht diesen Schluß. Bei Culloch versteht er sich von selbst, nur mit
der Prätention, daß dies die Entwicklung des Ric[ardolschen Systems ist.

Und diese völlige Auflösung des Rlicardolschen Systems in Wisch-
wasch - eine Auflösung, die sich dabei spreizt, die konsequente Ausführung
zu sein -— hat der Mob, namentlich der continental mob (darunter fehlt
Herr Roscher natürlich nicht), als zu weit getriebne, bis zur Spitze getriebne
Konsequenz des Rlicardolschen Systems adoptiert, dem Herrn Culloch
so glaubend, daß die Rlicardo]sche Art „zu räuspern und spucken“ 44],
worunter er seinen hilfs-, gedanken- und gewissenlosen Eklektizismus ver-
steckt, in der Tat ein wissenschaftlicher Versuch sei, dies System konsequent
durchzuführen!

MeCulloch ist ganz einfach ein Mann, der mit der Rlicardo)schen Ökonomie
Geschäfte machen wollte®, was ihm auch in bewunderungswürdiger Art ge-
lungen ist. Ganz wie, Say Geschäfte mit Smith machte, bloß daß er wenigstens
das Verdienst hatte, es* in eine gewisse formelle Ordnung zu bringen, und
hin und wieder sich, außer seinen Mißverständnissen, auch theoretische
Skrupel erlaubt. Da Culloch durch die Rlicardo]sche Ökonomie zuerst

einen Professorstuhl in London bekam, war es sein Geschäft, ursprünglich

1 „in Wirklichkeit“; in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Blei-
stift unterstrichen - ? „Entäußerungsprofit“ - ®in der Handschrift ist die hier kursiv ge-
gebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen - * d.h. Smith’ System

172 Zwanzigstes Kapitel

als Ricardian aufzutreten, und namentlich auch sich an dem Kampf gegen
die Grundeigentümer zu beteiligen. Sobald er Fuß gefaßt und auf Rlicardols
842] Schultern eine Position gewonnen hatte, war sein Hauptbestreben,
die politische Ökonomie, speziell die Rlicardolsche, innerhalb der Grenzen
of Whiggism vorzutragen und alle den Whigs unangenehmen Schluß-
folgerungen zu entfernen. Seine letzten Schriften über Geld, Steuern etc.
sind bloße plaidoyers für das jedesmalige Whig-Kabinett. Dadurch brachte
es der Mann zu einträglichem Posten. Seine statistischen Schriften sind
bloße catchpennies!. Die gedankenlose Auflösung und Vulgarisation der
Theorie zeigt sich hier auch in dem Kerl selbst als „a vulgarian“, worüber
später noch einiges, before we have done with that speculating Scotchman?.

1828 gab McCulloch Smiths „Wealth of Nations“ heraus, und der vierte
Band dieser Ausgabe enthält seine eignen notes und dissertations, in denen
er zum Teil früher von ihm publizierte schlechte Abhandlungen, die abso-
lut nichts mit der Sache zu tun haben, wie über „entail“* etc., wieder ab-
druckt, um den Band zu füllen; teils seine Vorlesungen über die Ge-
schichte der politischen Ökonomie beinahe verbotenus wiederholt, wie er
selbst sagt, „largely draws upon them“ *, zum Teil aber das in der Zwischen-
zeit von Mill wie von den Gegnern Ricardos vorgebrachte Neue sich in
seiner Art zu assimilieren sucht.

In seinen „Principles of Pol. Econ.“ tut Herr McCulloch nichts als
abschreiben seine „notes“ und „dissertations“, die er selbst schon aus
seinen frühren „zerstreuten Schriften“ abgeschrieben hatte. Nur ver-
schlechtert sich in den „Principles“ die Sache noch etwas, weil es leichter
ist,in „notes“ inconsequences zu begehn als in einer angeblich methodischen
Darstellung. So nehmen sich die obigen Sätze {seine „Principles“ enthalten
außerdem Abschreibereien aus Mill, durch die abgeschmacktesten Illustra-
tions erweitert, und reprints® von Aufsätzen über corntrade® etc., die er
schon vielleicht verbotenus unter 20 verschiednen Titeln in verschiednen
periodischen Zeitschriften, oft auch at different periods” in derselben Zeit-
schrift hatte abdrucken und wieder abdrucken lassen}, die zwar zum Teil
wörtlich aus den „notes“ etc. entlehnt sind, noch etwas weniger inkonse-
quent in diesen „notes“ als in den „Principles“ aus.

In dem angeführten vol. IV seiner Edition von A.Smith (London 1828)
sagt Mac (er wiederholt dasselbe wörtlich in seinen „Principles of Pol.

1 Geldschneiderei - ? ehe wir von diesem spekulativen Schotten Abschied nehmen -
8 „Erblehen“ - * „vieles daraus entnahm“ - 5 Wiederabdrucke - € Getreidehandel - 7 zu

verschiedenen Zeiten

Auflösung der Ricardoschen Schule 173

Econ.“, aber ohne die Distinctions!, die er noch in den „notes“ für nötig

hielt):

„Es ist notwendig, zwischen dem Tauschwert und dem realen oder Kostenwert der
Waren oder Produkte zu unterscheiden. Unter dem ersten oder dem Tauschwert einer
Ware oder eines Produkts ist das Vermögen oder die Fähigkeit zu verstehen, sich ent-
weder gegen andere Waren oder gegen Arbeit auszutauschen; und unter dem zweiten
oder unter seinem realen oder Kostenwert ist die Menge Arbeit zu verstehen, die für

Ihre Produktion oder Aneignung erforderlich ist, oder vielmehr die Menge, die für die
Produktion oder Aneignung einer gleichartigen Ware zu der Zeit der Untersuchung
erforderlich wäre.“ (l.c. p.85, 86.) „Eine durch eine bestimmte Menge Arbeit produ-
zierte Ware wird“ {wenn die Zufuhr der Waren gleich der effektiven Nachfrage ist}
„regelmäßig eine andere Ware eintauschen oder kaufen, die durch die gleiche Menge
Arbeit produziert wurde. Sie wird jedoch niemals genau die gleiche Menge Arbeit
eintauschen oder kaufen, die sie produzierte; aber obwohl sie dies nicht tun wird, wird
sie doch stets die gleiche Menge Arbeit eintauschen oder kaufen, wie irgendeine andere
Ware, die unter denselben Umständen‘ oder durch die gleiche Menge Arbeit, wie sie
selbst, produziert wurde.“ (l.c. p.96, 97.) „In point of fact?“ (diese Phrase wiederholt er
wörtlich in den „Principles“, da das „in point of fact“ in point of fact seine ganze
Deduktion ausmacht) „wird sie“ (die Ware) „sich stets gegen mehr“ [nämlich mehr
Arbeit als jene, durch die sie produziert wurde} „austauschen; und es ist dieser Über-
schuß, der den Profit bildet. Kein Kapital hätte irgendein Motiv* (als ob es sich beim
Austausch von Waren und der Untersuchung über ihren Wert um die „motives“ des
Käufers handelte), „das Produkt einer gegebenen Menge Arbeit, die schon verrichtet
1843| wurde, gegen das Produkt der gleichen Menge Arbeit auszutauschen, die zu ver-
richten ist. Dies hieße verleihen“ („austauschen“ hieße „verleihen“ } „ohne einen Zins
für das Verliehene zu erhalten.“ (l.c. p.96.)

Fangen wir von hinten an.

Wenn der Kapitalist nicht mehr Arbeit zurückerhielte, als er in den
wages vorgeschossen hat, he would „lend“ without „profit“?. Was erklärt
werden soll, ist, wie Profit möglich, wenn Waren (labour or other commodi-
ties®) sich zu ihrem Wert austauschen. Und die Erklärung ist, daß kein
Profit möglich wäre, wenn Äquivalente ausgetauscht würden. Es wird erst
unterstellt, daß Kapitalist und Arbeiter „austauschen“. Um dann den
Profit zu erklären, wird unterstellt, daß sie „nicht“ austauschen, sondern
daß der eine verleiht (also Ware gibt) und der andre leiht, also erst zahlt,
nachdem er die Ware erhalten. Oder um den Profit zu erklären, wird gesagt,
daß der Kapitalist „keinen Zins“ machte, wenn er keinen Profit machte.

1 Unterscheidungen - In Wirklichkeit -° würde er ohne „Profit“ „verleihen“ - * Arbeit
oder andere Waren

174 Zwanzigstes Kapitel

Dabei die Sache falsch. Die Ware, worin der Kapitalist die wages zahlt, und
die Ware, die er zurückerhält als Resultat der Arbeit, sind verschiedne
Gebrauchswerte. Er erhält also nicht zurück, was er vorgeschossen hat,
sowenig, als wenn er eine Ware gegen eine andre austauscht. Ob er eine
andre Ware kauft, oder ob er die spezifische Arbeit kauft, die ihm die
andre Ware schafft, ist dasselbe. Er erhält an der Stelle des Gebrauchswerts,
den er gibt, einen andren Gebrauchswert, wie bei jedem Warenaustausch.
Sieht man dagegen bloß auf den Wert der Ware, so ist es nicht mehr ein
Widerspruch, to exchange „a given quantity of labour already performed“
against „the same quantity to be performed“! (obgleich der Kapitalist in
fact erst zahlt, nachdem die labour is performed), nor to exchange a quan-
tity of labour performed against the same quantity of labour performed?.
Das letzte ist eine abgeschmackte Tautologie. Das erste schließt ein, daß
„the labour to be performed“ ist materialised in another value of use as the
labour performed“. Im letzten ist also ein Unterschied, daher ein aus dem
Verhältnis selbst hervorgehendes Motiv des Austauschs, im ersten nicht,
da nur a gegen a ausgetauscht wird, soweit es sich in dem exchange um die
quantity of labour handelt. Herr Mac flüchtet daher zum Motiv. Es ist das
Motiv des Kapitalisten, mehr „quantity of labour“ zurückzuerhalten als er
gibt. Der Profit wird daraus erklärt, daß der Kapitalist das Motiv hat, einen
„Profit“ zu machen. Ebenso könnte aber beim Warenverkauf des Kauf-
manns gesagt werden, bei jedem Warenverkauf, der nicht Konsum be-
zweckt, sondern Gewinn: He has no motive to exchange the same quantity
of performed labour against the same quantity of performed labour. His
motive is to get more performed labour in return than he gives away.
Hence he must get more performed labour in the form of money or commo-
dities than he gives away in the form of a commodity or of money. He must,
therefore, buy cheaper than he sells, and sell dearer than he has bought.’
Der Profit upon alienation® so dadurch erklärt, nicht, daß er dem Gesetz des
Werts adäquiert ist, sondern daß Käufer und Verkäufer kein „Motiv“

1 „eine gegebene Menge Arbeit, die schon verrichtet wurde“, auszutauschen gegen „die
gleiche Menge, die zu verrichten ist“ - ? Arbeit verrichtet wurde - ® noch eine Menge ver-
richteter Arbeit gegen die gleiche Menge verrichteter Arbeit auszutauschen - * „die zu ver-
richtende Arbeit“ in einem anderen Gebrauchswert verkörpert ist als die verrichtete Arbeit -
5Er hat kein Motiv, die gleiche Menge verrichteter Arbeit gegen die gleiche Menge ver-
richteter Arbeit auszutauschen. Sein Motiv ist es, mehr verrichtete Arbeit zu erhalten als er
hingibt. Darum muß er mehr verrichtete Arbeit in der Form von Geld oder Waren erhalten,
als er hingibt in der Form von Waren oder Geld. Er muß daher billiger kaufen als verkaufen
und teurer verkaufen als er gekauft hat. - © bei der Veräußerung

Auflösung der Ricardoschen Schule 175

haben, dem Gesetz des Werts gemäß zu kaufen oder zu verkaufen. Dies die
erste „erhabne“ Erfindung Macs, sehr schöne im Rlicardolschen System,
das nachzuweisen sucht, wie sich the law of value despite the „motives“ of
seller and buyer* durchsetzt.

| Im übrigen unterscheidet sich die Darstellung Macs in den „notes“
von seiner Darstellung in den „Principles“ nur durch folgendes:

In den „Principles“ unterscheidet er zwischen „real value“ und „relative
value“ und sagt, daß beide „under ordinary circumstances“? sich gleich
sind, „in point of fact“ sich aber nicht gleich sein dürfen, wenn ein Profit
herauskommen soll. Er sagt also nur, daß das „fact“ dem „Prinzip“ wider-
spricht.

In den „notes“ unterscheidet er dreierlei Art von values: „Real value“,
„relative value“ of a commodity in its exchange in other commodities, and
relative value of a commodity exchanged with labour. Die „relative value“
of a commodity in its exchange with another commodity is its real value
expressed in another commodity. Or in an „equivalent“.? Dagegen its rela-
tive value in exchange with labour is its real value expressed in another real
value, that is greater than itself. D.h. sein Wert ist der Austausch mit
einem größren Wert, einem Nichtäquivalent. Würde sie mit einem Äqui-
valent in labour ausgetauscht, so kein Profit. Der Wert einer Ware in its
exchange with labour ist ein größrer Wert.

Problem: Die RicJardolsche Bestimmung des Werts widerspricht dem
exchange of a commodity with labour.

Macsche Lösung: In the exchange of a commodity with labour the law
of value does not exist, but its contrary.? Sonst wäre der Profit nicht zu er-
klären. Der Profit soll für ihn, Ricardian, aus dem Gesetz des Werts erklärt
werden.

Lösung: Das Gesetz des Werts (in this case®) ist der Profit. „In point of
fact“ spricht Mac nur aus, was die Gegner der Rlicardolschen Theorie
sagen, daß, wenn das Gesetz des Werts im Austausch zwischen capital und
labour herrschte, kein Profit existierte. Sie sagen, daß deswegen das

1 das Wertgesetz trotz der „Motive“ von Verkäufer und Käufer -* „unter gewöhnlichen
Umständen“ -® „Realen Wert“, „relativen Wert“ einer Ware in ihrem Austausch mit anderen
Waren und relativen Wert einer Ware ausgetauscht mit Arbeit. Der „relative Wert“ einer
Ware in deren Austausch mit einer anderen Ware ist ihr realer Wert, ausgedrückt in einer
anderen Ware. Oder in einem „Äquivalent“. - 4 ist ihr relativer Wert im Austausch mit
Arbeit ihr realer Wert, ausgedrückt in einem anderen realen Wert, der größer ist als er selbst -
5 In dem Austausch einer Ware mit Arbeit besteht das Wertgesetz nicht, sondern sein Gegen-
teil. - € in diesem Fall

176 Zwanzigstes Kapitel

Rlicardolsche Gesetz des Werts falsch ist. Er sagt, daß es für diesen Fall,
den er aus ihm erklären soll, nicht existiert; daß man in diesem Fall „means“
something else by „value“!.

Wie wenig er auch nur irgend die Laus von dem Rlicardolschen Gesetz
versteht, geht daraus hervor. Er müßte sonst sagen: Der Profit im Austausch
von Waren, die im Verhältnis zur Arbeitszeit ausgetauscht werden, erklärt
sich daraus, daß in den Waren „unbezahlte“ Arbeit enthalten ist. Also der
ungleiche Austausch von Kapital und Arbeit erklärt den Austausch der
Waren zu ihrem Wert und den Profit, der in diesem Warenaustausch reali-
siert wird. Er sagt statt dessen: Waren, die gleich viel Arbeitszeit enthalten,
kommandieren gleich viel surplus of Arbeit, das nicht in ihnen enthalten
ist. In dieser Art meint er die Riclardo]schen Sätze mit dem Malthusschen
auszusöhnen, indem eine Identität zwischen Bestimmung des Werts der
Waren durch die Arbeitszeit und der Bestimmung des Werts der Waren
durch command of labour hereingebracht wurde. Aber was heißt das:
Waren, die gleich viel Arbeitszeit enthalten, kommandieren gleich viel mehr
Arbeit, als Arbeit in ihnen enthalten ist? Es heißt weiter nichts als: Ware,
in der eine bestimmte Arbeitszeit enthalten ist, kommandiert bestimmtes
Quantum von Mehrarbeit, als in ihr enthalten ist. Daß dies nicht nur für
die Ware A gilt, in der x Arbeitszeit enthalten ist, sondern für die Ware B,
in der ditto x Arbeitszeit enthalten ist, liegt schon im Ausdruck der Malthus-
schen Formel.

Die Lösung des Widerspruchs bei Mac also die: Gälte das Rlicardo]sche
Gesetz der Werte, so wäre der Profit, hence? das Kapital und die kapitalisti-
sche Produktion unmöglich. Dies ist grade, was die Gegner Rlicardo]s be-
haupteten. Und das ist das, womit Mac ihnen antwortet, sie widerlegt.
Dabei fällt ihm gar nicht die Schönheit einer Erklärung von exchangeable
value in [exchange with] labour? ein, die darin besteht: Wert ist der Aus-
tausch gegen einen Nichtwert.

### [b) Entstellung des Begriffes Arbeit durch seine Ausdehnung auf Naturprozesse.
Identifizierung von Tauschwert und Gebrauchswert]

11845] Nachdem Herr Mac so die Basis der Rlicardolschen Ökonomie
hat fallenlassen, geht er indes noch weiter und löst die Basis dieser Basis
auf.

I unter „Wert“ etwas anderes „versteht“ - ? daher -® Tauschwert in [Austausch mit]

Arbeit

Auflösung der Ricardoschen Schule 177

Die erste Schwierigkeit im Rficardolschen System war der exchange of
capital and labour - so as to be corresponding to the „law of value“.

Die zweite Schwierigkeit war, daß gleich große Kapitalien, wie immer
ihre organische Zusammensetzung, gleiche Profite abwerfen - oder den
general rate of profi?. In der Tat unbewußt das Problem, wie sich die values
in cost-prices verwandeln ?

Die Schwierigkeit kam daher, daß gleich große Kapitalien von ungleicher
Komposition - whether unequal proportions of constant and variable capi-
tal, whether of fixed and circulated capital, whether of unequal times of
circulation? - nicht gleiche Massen unmittelbarer Arbeit in Bewegung
setzen, also auch nicht gleiche Massen unbezahlter Arbeit, also auch nicht
gleiche surplus value oder surplus produce sich im Produktionsprozeß
appropriieren können. Also nicht gleiche Profite, wenn der Profit nichts ist
als die surplus value calculated in regard to the value of the whole capital
advanced*. War die surplus value aber etwas andres als Arbeit (unbezahlte),
so war die Arbeit überhaupt nicht die „foundation and measure“ of the value
of commodities?.

Die Schwierigkeiten, die sich hier bieten, hatte Rifcardo] selbst (wenn
auch nicht in ihrer allgemeinen Form) aufgefunden und als Ausnahmen von
der rule of value® konstatiert. Malthus warf mit diesen Ausnahmen die
Regel über den Haufen, da die Ausnahmen die Regel bildeten. Torrens,
ebenfalls polemisch gegen Rlicardo], sprach das Problem wenigstens soweit
aus, als er sagte, daß gleich große Kapitalien ungleiche Massen Arbeit in Be-
wegung setzen, dennoch Waren von gleichen „Werten“ produzieren, hence der
Wert nicht durch die Arbeit bestimmt ist. Ditto Bailey’ etc. Mill seinerseits
nahm die von Rlicardo] konstatierten Ausnahmen als Ausnahmen an, ohne
daß sie ihm Skrupel machten, außer in einer einzigen Form. Es war ein ein-
ziger Ausgleichungsgrund der Profite der Kapitalisten, den er im Widerspruch
mit der rule fand. Und der case war dieser: Gewisse Waren verharren im
Produktionsprozeß (z.B. Wein im Keller), ohne daß Arbeit auf sie ver-
wandt wird; eine Periode, während deren sie dem Spiel gewisser Natur-
prozesse ausgesetzt werden. (So z.B. lange Unterbrechung der Arbeit,

1 Austausch von Kapital und Arbeit — wie er vor sich geht in Übereinstimmung mit
dem „Wertgesetz“ - ? die allgemeine Profitrate -® ob diese nun von ungleichen Verhältnissen
des konstanten und variablen Kapitals, des fixen und zirkulierenden Kapitals oder von un-
gleichen Umschlagszeiten herrührt - *der Mehrwert berechnet im Verhältnis zum Wert
des gesamten vorgeschossenen Kapitals - ® „Grundlage und Maß“ des Wertes der Waren; in
der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen - ® Wert-
regel [d. h. Wertgesetz] - ? in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit
Bleistift unterstrichen

178 Zwanzigstes Kapitel

nicht von Mill notiert, im Ackerbau, in der Gerberei, bevor gewisse neue
chemische Agentien angewandt.) Dennoch wird diese Zeit berechnet als
profitbringend. Die Zeit, in der die Ware nicht der Arbeit ausgesetzt ist,
als Arbeitszeit. (Dasselbe überhaupt, wo die längre Zirkulationszeit in
Rechnung kommt.) Mill „log“ sich sozusagen aus der Verlegenheit heraus,
indem er sagte, man könne die Zeit, während deren der Wein" z.B. im Keller
liegt, als eine Zeit betrachten, worin er Arbeit einsaugt, obgleich dies, nach
der Voraussetzung, in point of fact, nicht der Fall.? Sonst müsse man sagen,
die „Zeit“ schaffe Profit, und Zeit als solche sei „Schallund Rauch“. Andiesen
Galimathias Mills knüpft Culloch an oder reproduziert ihn vielmehr in seiner
gewöhnlichen gespreizten Plagiatormanier in einer allgemeinen Form, worin
der latente Unsinn frei wird und der letzte Rest des Riclardo]schen Systems,
wie überhaupt alles ökonomischen Denkens, glücklich beseitigt wird.

Die obenerwähnten Schwierigkeiten lösen sich bei näherer Betrachtung
alle wieder in die folgende Schwierigkeit auf:

Der Teil des Kapitals, der in der Form von Waren in den Produktions-
prozeß eingeht, als Material oder Instrument, setzt dem Produkt nie mehr
Wert zu, als er vor der Produktion besaß. Weil er nur Wert hat, soweit er
verkörperte Arbeit, und die in ihm enthaltne Arbeit durch sein Eingehn in
den Produktionsprozeß in no way is altered®. So sehr ist er von dem Pro-
duktionsprozeß, worin er eingeht, unabhängig und von der gesellschaftlich
bestimmten Arbeit, required for its own production“, abhängig, daß sein
eigner Wert changiert, wenn zu seiner Reproduktion mehr oder weniger
Arbeitszeit erfordert ist, als in ihm enthalten ist. Als Wert daher geht dieser
Teil des Kapitals unverändert in den Produktionsprozeß ein und unver-
ändert aus ihm hinaus. Soweit er überhaupt reell in ihn eingeht und sich
ändert, ist dies eine Änderung, die sein Gebrauchswert, die er selbst als
Gebrauchswert untergeht. Und alle Operationen, die entweder das Roh-
material untergeht oder das Arbeitsinstrument vollführt, sind bloß Pro-
zesse, die sie als bestimmtes Rohmaterial etc. und bestimmte Instrumente
(Spindel etc.) untergehn, Prozesse ihres Gebrauchswerts, die als solche
nichts mit ihrem Tauschwert zu tun haben. Der Tauschwert erhält sich in
diesem | change®. Voilä tout.°

Änders mit dem Teil des Kapitals, der sich gegen Arbeitsvermögen
austauscht. Der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens ist — Arbeit, das
Tauschwert setzende Element. Indem die Arbeit, die das Arbeitsvermögen

2 In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen -
2 vgl. vorl. Band, S. 81/82 - ® in keiner Weise verändert wird. - * die für seine eigene Pro-
duktion erheischt ist - 5 dieser Veränderung. - ® Das ist alles.

Auflösung der Ricardoschen Schule 179

in der industriellen Konsumtion liefert, größer ist als die Arbeit, die zu
seiner eignen Reproduktion erheischt, die ein Äquivalent für sein Salair
liefert, ist der Wert, den der Kapitalist vom Arbeiter austauscht, größer als
der Preis, den er für diese Arbeit gezahlt hat. Es folgt daher, gleiche Rate
der Exploitation der Arbeit vorausgesetzt, daß von zwei gleich großen
Kapitalien das, welches weniger lebendige Arbeit in Bewegung setzt, sei es,
daß von vornherein der variable Teil desselben in kleinrem Verhältnis zum
konstanten steht, sei es, daß die Zirkulationszeit oder die Produktionszeit
llänger ist], worin es sich nicht gegen Arbeit austauscht, nicht in Kontakt
mir ihr kommt, sie nicht absorbiert - daß dieses Kapital weniger Mehrwert
und überhaupt Ware von geringerem Wert schafft. Wie können dann doch
die geschaffnen Werte gleich und die Mehrwerte im Verhältnis zum vor-
geschoßnen Kapital stehn? Ricfardo] konnte das nicht beantworten, weil die
Frage so gestellt absurd ist, indem in der Tat weder gleiche Werte noch
Mehrwerte produziert werden. Riclardo] aber erkannte nicht die Genesis
der allgemeinen Profitrate, daher auch nicht die Verwandlung der values in
von ihnen spezifisch verschiedne cost-prices.

Aber Mac beseitigt die Schwierigkeit, gestützt auf die abgeschmackte
„Ausflucht“ Mills. Man hilft dem Übelstand ab, indem man den charak-
teristischen Unterschied, aus dem der Übelstand entspringt, durch eine
Phrase, wegplaudert. Der charakteristische Unterschied ist der: Der Ge-
brauchswert des Arbeitsvermögens ist Arbeit, daher Tauschwert schaffend.
Der Gebrauchswert der andren Waren ist - Gebrauchswert im Unterschied
von Tauschwert, weshalb kein change, den dieser Gebrauchswert durch-
läuft, ihren prädestinierten Tauschwert ändert. Man hilft dem Übelstand
ab, indem man die Gebrauchswerte der Waren - Tauschwert nennt, und
die Operationen, die sie als Gebrauchswert durchlaufen, die Dienste, die sie
als Gebrauchswerte in der Produktion leisten - Arbeit nennt. So spricht
man ja im gemeinen Leben von Arbeitstieren, Arbeitsmaschinen und sagt
wohl auch poetisch, daß das Eisen unter der Glut arbeitet, oder arbeitet,
wenn es unter der Wucht des Hammers stöhnt. Es schreit ja sogar. Und
nichts leichter zu beweisen, als daß jede „Operation“ Arbeit ist, denn die Arbeit
ist eine - Operation. Ebenso kann man beweisen, daß alles Körperliche Emp-
findung hat, denn alles Empfindende ist - körperlich."

„Als Arbeit kann mit Recht jede Art Aktion oder Operation definiert werden, ob sie
nun von Menschen verrichtet wird, von niederen Tieren, Maschinerie oder Natur-
kräften, die dahin strebt, ein gewünschtes Resultat herbeizuführen.“ (l.c. p.75.) -

1 In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen
12*

180 Zwanzigstes Kapitel

Und dies bezieht sich keineswegs [nur] auf Arbeitsinstrumente. Es gilt
der Sache nach ebensosehr von dem Rohmaterial. Die Wolle untergeht a
physical action or operation!, wenn sie Farbstoff aufnimmt. Überhaupt
kann auf kein Ding physisch, mechanisch, chemisch etc. agiert werden, „to
bring about a desirable result“, ohne daß das Ding selbst reagiert. Es kann
also nicht bearbeitet werden, ohne selbst zu arbeiten. Und so vermehren alle
Waren, die in den Produktionsprozeß eingehn, den Wert, nicht nur, indem
ihr eigner Wert erhalten bleibt, sondern indem sie dadurch neuen Wert
schaffen, daß sie „arbeiten“, nicht bloß vergegenständlichte Arbeit sind.
Damit ist natürlich alle Schwierigkeit beseitigt. In der Tat ist das bloß eine
Periphrase, Umtaufung der Sayschen „services productifs du capital“,
„services productivs de la terre“? etc., wogegen Rlicardo] beständig polemi-
siert; und wogegen Mac, mirabile dictu“, in derselben „Dissertation“ oder
„Note“ polemisiert, worin er seine Mill entlehnte und verschönerte Er-
findung wichtig auspatscht. Dem Say gegenüber wirft er mit Rilcardo]schen
Reminiszenzen um [sich] und erinnert sich, daß jene „services productivs“
in der Tat nur die Eigenschaften sind, die Dinge als Gebrauchswerte im
Produktionsprozeß äußern. Aber natürlich, wenn er diese „services pro-
ductivs“ mit dem sakramentalen Namen „Arbeit“ belegt, ändert sich das
alles.

1847| Nachdem Mac glücklich Waren in Arbeiter verwandelt hat?, versteht
es sich ganz von selbst, daß diese Arbeiter auch Salair beziehn, und daß
ihnen außer ihrem Wert, den sie als „accumulated labour“ besitzen, auch
noch Arbeitslohn für ihre „Operationen“ oder „Aktion“ gezahlt werden
muß. Diese wages der Waren werden procura von den Kapitalisten ein-
gesteckt, sind „wages of acciumulated labour“, alias Profit. Und damit ist
[nach Meinung MeCullochs] nachgewiesen, daß der gleiche Profit gleicher
Kapitalien, mögen sie viel oder wenig Arbeit in Bewegung setzen, unmittel-
bar folgt aus der Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit.

Das Sonderbarste ist, wie schon bemerkt, daß in demselben Moment,
wo Mac, von Mill ausgehend, den Say sich aneignet, er gegen den Say
die Ric[ardolschen Phrasen schleudert. Wie wörtlich er den Say abschreibt,
bloß da, wo Say von action spricht, er diese action - labour nennt, kann
man am besten aus den folgenden Stellen aus Ric[ardo] sehn, wo letztrer
gegen Say polemisiert:

1 eine physische Aktion oder Operation - ? „um ein gewünschtes Resultat herbei-
zuführen“ - 3 „produktiven Dienste des Kapitals“, „produktiven Dienste des Bodens“ -
4 wunderbar zu sagen -° in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Blei-
stift unterstrichen - ® „aufgehäufte Arbeit“ — ? siehe auch vorl. Band, S. 185

Auflösung der Ricardoschen Schule 181

„Herr Say... beschuldigt ihn“ (A.Smith) „des Irrtums, daß ‚er allein der mensch-
lichen Arbeit die Fähigkeit, Werte zu schaffen, zuschreibt. Eine genauere Untersuchung
zeigt uns, daß Wert aus der Arbeit entsteht, oder besser, aus dem menschlichen Fleiß
im Zusammenwirken mit jenen Faktoren, welche die Natur liefert, und dem Kapital.
Seine Unkenntnis dieses Grundsatzes hinderte ihn daran, die wahre Theorie vom Einfluß
der Maschinerie bei der Produktion von Reichtum aufzustellen.‘ Say spricht im
Gegensatz zur Auffassung von Adam Smith ... von dem Wert, der den Waren durch
natürliche Faktoren usw. verliehen wird. Aber diese natürlichen Faktoren, obwohl sie
beträchtlich zum Gebrauchswert beitragen, fügen niemals einer Ware Tauschwert zu,
wovon Say spricht.“ („Principles“, 3ed., p.334-336.) „Maschinen und natürliche
Faktoren können sehr beträchtlich zum Reichtum eines Landes beitragen..., aber
nicht... dem Wert dieses Reichtums etwas hinzufügen.“ (p.335, Note.)

Ricardo, wie alle Ökonomen worth naming!, [also auch] A.Smith (ob-
gleich er einmal in einem Anfall von Humor den Ochsen a productive
labourer nennt?), hebt Arbeit als menschliche, noch mehr als sozial be-
stimmte menschliche Tätigkeit, als die einzige Quelle des Werts hervor.
Riclardo] unterscheidet sich grade durch die Konsequenz, womit er den
Wert der Waren als bloße „representations“ ® der gesellschaftlich bestimm-
ten Arbeit faßt, von den andren Ökonomen. Alle diese Ökonomen sind
soweit, mehr oder minder, klar, Ricardo mehr als die andren, den Tausch-
wert der Dinge als bloßen Ausdruck, eine spezifisch gesellschaftliche Form
der produktiven Tätigkeit der Menschen zu fassen, als etwas von den Dingen
und ihren uses? als Dinge, sei es in der industriellen, sei es in der nicht-
industriellen Konsumtion toto genere® Verschiednes. Wert ist ihnen in der
Tat bloß -dinglich ausgedrücktes Verhältnis der produktiven Tätigkeiten
der Menschen, der Arbeiten, zueinander. Ricardo führt gegen Say aus-
drücklich als seine Meinung ausdrückend die Worte von Destutt de Tracy an:

„Da es sicher ist, daß unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten allein unser
ursprünglicher Reichtum sind, ist der Gebrauch dieser Fähigkeiten“ (der menschlichen
Fähigkeiten), „eine gewisse Art Arbeit“ (also labour als Realisation menschlicher Ver-
mögen), „unser einziger ursprünglicher Schatz. Es ist immer dieser Gebrauch, welcher
alle jene Dinge schafft, die wir Reichtum nennen ... Zudem ist es gewiß, daß alle jene
Dinge nur die Arbeit darstellen, die sie geschaffen hat, und wenn sie einen Wert haben
oder sogar zwei unterschiedliche Werte, so können sie dies doch nur haben aus dem
der Arbeit, der sie entspringen.“ (Ric]ardo], ].c. p. 334.)

Also Werte haben die Waren nur, die Dinge überhaupt nur als Dar-
stellungen menschlicher | Arbeit; nicht soweit sie etwas für sich als

1 yon Bedeutung - ? siehe I. Teil dieses Bandes, S.235 - ® „Darstellungen“ - * ihrem Ge-
brauch -° ganz allgemein

182 Zwanzigstes Kapitel

Dinge sind, sondern soweit sie Inkarnationen gesellschaftlicher Arbeit
sind.

Und man hat gewagt zu sagen, daß der elende Mac den Ricardo] auf
die Spitze getrieben, er, der in seinem gedankenlosen Streben die Ric[ardo]-
sche Theorie eklektisch mit ihren Gegensätzen zu „vernützen“, ihr Prinzip
und das aller Ökonomie, die Arbeit selbst, als menschliche Tätigkeit und
gesellschaftlich bestimmte menschliche Tätigkeit mit der physischen etc.
Aktion identifiziert, die die Waren als Gebrauchswerte, als Dinge haben! Er,
der den Begriff der Arbeit selbst verliert!

Durch Mills „Ausflucht“ frech gemacht, schreibt er den Say ab, während
er gegen ihn mit Rlicardo]schen Phrasen polemisiert, und [schreibt] grade
die Phrasen Says ab, die Ricardo im zwanzigsten Kapitel „Value and
Riches“! als grundentgegengesetzt seinen und Smiths [Ansichten] be-
kämpft. (Roscher natürlich wiederholt, daß Mac der zum Extrem getriebne
Ricardo.) Nur ist er alberner als Say, der die „Aktion“ von Feuer, Ma-
schinerie etc. nicht Arbeit nennt. Und inkonsequenter. Indem Say Wind,
Feuer etc. „Wert“ schaffen läßt, Mac nur die Gebrauchswerte, Dinge, die
monopolisiert werden können, als könnten der Wind oder der Dampf oder
das Wasser angewandt werden als treibende Kräfte ohne den Besitz von
Windmühle, Dampfmaschine, Wasserrad! Als ob die, die die Dinge be-
sitzen, monopolisieren, mit deren Besitz allein die natürlichen agents? an-
gewandt werden könnten, nicht auch diese natural agents monopolisierten!
Ich kann Luft, Wasser etc. haben, soviel ich will. Aber als produktive
Agenten habe ich sie nur, wenn ich die Waren, Dinge habe, mit deren
Gebrauch sie als solche Agenten wirken! So also Mac noch unter Say.

In dieser Vulgarisation Riclardols sehn wir also die vollständigste,
gedankenloseste Auflösung seiner Theorie.

„Insofern jedoch jenes Resultat“ (das durch Aktion oder Operation eines Dings
bewerkstelligte Resultat) „durch die Arbeit oder Operation von Naturkräften bewirkt
wird, die von einer größeren oder kleineren Zahl von Individuen unter Ausschluß der
anderen weder monopolisiert noch angeeignet werden können, besitzt es keinen Wert.

Was von diesen Kräften getan wird, tun sie umsonst.“ (Mc[Culloch], l.c. p.75.)

Als ob das, what is done by cotton, wool, iron or machinery, were not
also done „gratuitously“ 3. Die Maschine kostet, die Operation der Maschine
wird nicht bezahlt. Kein Gebrauchswert irgendeiner Ware kostet etwas,
nachdem ihr Tauschwert bezahlt ist.

1 „Wert und Reichtum“ -? Kräfte - ® was von Baumwolle, Wolle, Eisen oder Maschinerie
verrichtet wird, nicht auch „umsonst“ verrichtet würde

Auflösung der Ricardoschen Schule 183

„Der Mann, der Öl verkauft, fordert nichts für dessen natürliche Eigenschaften.
Bei der Einschätzung seiner Kosten setzt er den Wert der in seinem Geschäft angewand-
ten Arbeit in Rechnung, und das ist sein Wert.“ (Carey, „P. of Pol. Ec.“, Part I, Phil-
adelphia 1837, p.47.)

Ric[ardo] hatte dem Say gegenüber grade hervorgehoben, daß die Ak-
tion der Maschine z.B. gradesowenig kostet wie die von Wind und Wasser.

„Die Dienste..., die Naturkräfte und Maschinerie uns leisten..., sind uns dienst-
bar ... dadurch, daß sie den Gebrauchswert vermehren; aber da sie ihre Arbeit kosten-
los tun..., setzt ihr uns geleisteter Beistand dem Tauschwert nichts zu.“ (Riclardo],
p-336, 337.)

Mac hat also nicht die einfachsten Sätze Riclardo]s verstanden. Aber der
Schlaukopf denkt: Wenn der Gebrauchswert von Baumwolle, Maschinerie
etc. nichts kostet, nichts bezahlt wird außerihrem Tauschwert, so wird dieser
Gebrauchswert dagegen verkauft von denen, die Baumwolle, Maschinerie
etc. anwenden. Sie verkaufen, was ihnen nichts kostet.

1849| Man kann die brutale Gedankenlosigkeit dieses Burschen sehn,
daß, nachdem er Says „Prinzip“ angenommen, er danach die Grundrente,
sehr weitläufig von Ricardo abschreibend, mit vieler Emphase entwickelt.

Da Land ist a?

„Naturkraft...., die von einer größeren oder kleineren Zahl von Individuen unter Aus-
schluß der anderen monopolisiert oder angeeignet werden kann“ [McCulloch, p.75,
Note I],

so hat seine natural vegetative action or „labour“ ?, seine Produktivkraft,
Wert, und so erklärt sich die Rente aus der productive power* des Bodens,
wie bei den Physiokraten. Dies Beispiel ist schlagend für die Manier Macs,
den Ricardo] zu vulgarisieren. Einerseits schreibt er die Entwicklungen
Rlicardos] ab, die nur Sinn haben auf Grundlage der Rlicardolschen Vor-
aussetzungen, und anderseits akzeptiert er von andren (sich nur die „Nomen-
klatur“ oder leise Veränderung darin vorbehaltend) die direkte Negation
dieser Voraussetzungen. Er hätte sagen müssen: „Rent is the wages of
land“ pocketed by the landowner.°

„Wenn ein Kapitalist die gleichen Summen für die Löhne der Arbeiter, für die
Unterhaltung von Pferden oder für das Mieten einer Maschine ausgibt, und wenn
die Männer, die Pferde und die Maschme alle das gleiche Stück Arbeit herstellen
können, wird, von wem immer von ihnen es hergestellt wird, dessen Wert offenbar
der gleiche sein.“ (l.c. p. 77.)

1 In der Handschrift: Wetter - ? eine — ® natürliche vegetative Aktion oder „Arbeit“ -
* Produktivkraft -® „Rente ist der Arbeitslohn des Bodens“, eingesackt von dem Grundeigen-
gi

tümer.

184 Zwanzigstes Kapitel

Dies in andrer Phrase: Der Wert des Produkts richtet sich nach dem
Wert des ausgelegten Kapitals. Dies das Problem, [das] zu lösen. Das Aus-
sprechen des Problems nach Mac „obviously“! die Lösung desselben. Da
aber die Maschine z.B. a greater piece of work? verrichtet als the men dis-
placed by it?, so ist es noch mehr „obviously“, daß die Produkte der
Maschine, statt im Wert zu fallen, steigen müßten, verglichen mit men who
„perform the same work“?. Da die Maschine vielleicht 10000 pieces of
work? verrichtet, wo der man eins, und jedes piece denselben Wert hat, so
das Produkt der Maschine 10000mal teurer als das „of man“.

In seinem Streben übrigens, sich von Say zu unterscheiden, indem
nicht die Aktion der natural agents, sondern nur die Aktion der monopoli-
sed® oder durch Arbeit produzierten agents Wert schaffe, ist es dem Mac
unmöglich, sein Wasser zu halten, und fällt er in die Ric[ardo]sche Phrase
zurück. Z.B. die labour of wind produces the desired effect auf ship”.
(Produces a change in it.°)

„Aber der Wert dieser Veränderung wird durch die Operation oder Arbeit der be-
teiligten Naturkräfte nicht vergrößert und ist in keinem Grad davon abhängig, sondern
ist abhängig von der Masse des Kapitals oder dem Produkt früherer Arbeit, die zu der
Produktion dieses Ergebnisses beigetragen hat, geradeso wie die Kosten des Mahlens
von Korn nicht von der Aktion des Windes oder Wassers abhängen, die die Mühle be-
wegen, sondern von der Masse des Kapitals, das bei dieser Operation aufgebraucht
wird.“ (p.79.)

Hier auf einmal setzt das Mahlen nur soweit dem Korn Wert zu als
Kapital, „the produce of previous labour“, is „wasted“ in the act of grin-
ding®. Also nicht dadurch, daß der Mühlstein „arbeitet“, sondern dadurch,
daß mit dem „waste“!® des Mühlsteins auch der in ihm enthaltne Wert, die
in ihm verkörperte Arbeit, is „wasted" ".

Nach diesen schönen Auseinandersetzungen faßt Mac die Weisheit, von
Mill und Say angeeignet, wodurch er den Begriff des Werts in Einklang mit
allen widersprechenden Erscheinungen bringt, so zusammen:

„Das Wort Arbeit bedeutet ... bei allen Diskussionen über den Wert ... entweder
die unmittelbare Arbeit des Menschen oder die Arbeit des vom Menschen produzierten
Kapitals’? oder beides.“ (l.c. p.84.)

% „offenbar“; in der Handschrift ist das hier kursiv gegebene Wort mit Bleistift unter-
strichen -* ein größeres Stück Arbeit - ® die durch sie ersetzten Arbeiter - * Männern, die
„gleiche Arbeit verrichten“ - 5 Stücke Arbeit - $ monopolisierten - ? Arbeit des Windes
produziert die gewünschte Wirkung auf ein Schiff -® Esproduziert eine Veränderung in ihm. -
9 „das Produkt früherer Arbeit“ beider Operation des Mahlens „verbraucht“ wird - !° „Ver-
brauch“ - Y „verbraucht“ wird - 2 in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Text-
stelle mit Bleistift unterstrichen

Auflösung der Ricardoschen Schule 185

Unter labour 1850| also zu verstehn die Arbeit des Menschen, dann
seine accumulated labour und endlich die Nutzanwendungen - d.h. die in
der Konsumtion (industriellen) entwickelten physischen etc. Eigenschaften
der Gebrauchswerte. Von diesen Eigenschaften getrennt, ist der Gebrauchs-
wert nichts. Der Gebrauchswert betätigt sich nur in der Konsumtion. Also:
unter Tauschwert der Produkte der Arbeit verstehn wir den Gebrauchs-
wert dieser Produkte, denn dieser Gebrauchswert besteht bloß in seiner
Betätigung oder, wie Mac es nennt, „Arbeit“ in der Konsumtion, sei diese
Konsumtion nun industriell oder nicht. Die Arten „Operationen“, „Ak-
tionen“ oder „Arbeiten“ der Gebrauchswerte, ganz wie die natürlichen
Maße derselben, sind aber ebenso verschieden wie diese Gebrauchswerte
selbst. Was also die Einheit, das Maß derselben, wodurch wir sie ver-
gleichen? Dies wird durch das gemeinschaftliche Wort „Arbeit“, was diesen
ganz verschiednen Betätigungen der Gebrauchswerte untergeschoben wird,
hergestellt, nachdem Arbeit selbst auf das Wort „Operationen“ oder „Ak-
tion“ reduziert ist. Mit der Identität von Gebrauchswert und Tauschwert
endet also diese Vulgarisation Ricfardols, die wir daher als den letzten und
schmierigsten Ausdruck der Auflösung der Schule als Schule betrachten
müssen.

„Der Profit des Kapitals ist nur ein anderer Name für den Lohn für aufgehäufte
Arbeit“ (Me[Culloch], „Principles“ etc., 1825, p.291),

d.h. für den Arbeitslohn, der den Waren für die Dienste gezahlt! wird, die
sie als Gebrauchswerte in der Produktion leisten.

Mit diesen wages of accumulated labour hat es übrigens bei Herrn
McCulloch noch eine eigne mysteriöse Bewandtnis. Wir haben schon er-
wähnt, daß - seine Abschreibereien von Ricardo, Mill, Malthus und Say
abgerechnet, die den eigentlichen Fonds seiner Schriften bilden - er selbst
seine „accumulated labour“ unter verschiednen Titeln beständig wieder
reprints® und verkauft, immer „largely drawing“ upon what he had got
paid before?. Diese Manier, „wages of accumulated labour“ zu ziehn, ist
bereits 1826 in einer eignen Schrift weitläufig auseinandergesetzt worden,
und was hat McCulloch von 1826-1862 nicht weiter geleistet in diesem
drawing of wages for a accumulated labour*! (Auch diese elende Phrase

eignet sich Roscher als "Thukydides° an.)

In der Handschrift: geleistet -? nachdruckt -*® „vieles entnimmt“, was er schon einmal
bezahlt bekommen hat — * Entnehmen von Löhnen für aufgehäufte Arbeit - ° siehe vorl.
Band, S. 492/493

186 Zwanzigstes Kapitel

Die Schrift heißt: Mordecai Mullion, „Some Illustrations of Mr. McCul-
loch’s Principles of Politic. Economy“, Edinburgh 1826.”! Hier wird nach-
gewiesen, wie unser chevalier d’industrie! sich einen Namen gemacht.
9/1 schreibt er ab von A.Smith und Ricardo etc., das übrige !/}, beständig
von seiner eignen accumulated labour, „most shamelessly and damnably
reiterated“ 2. Mullion zeigt z.B. nach, wie McCulloch dieselben Artikel nicht
nur abwechselnd in der „Edinburgh Review“ 48], „Scotsman“ 9°], „Encyclo-
paedia Britannica“ verkauft, als eigne „Dissertations“, als neue Arbeiten,
sondern wie er z.B. in verschiednen Jahrgängen der „Edinburgh Review“
dieselben Artikel wörtlich, nur mit einigen Transpositionen und unter neuem
Aushängeschild wieder abdruckt. Mit Bezug hierauf sagt Mullion von „this

most incredible cobbler“, „this most Economical of all the Economists“®:
„Die Artikel des Herm MeCulloch sind den Himmelskörpern so unähnlich als nur

möglich, aber in einer Beziehung ähneln sie diesen erhabenen Leuchten - sie haben

bestimmte Zeiten der Wiederkehr.“ (p.21.)

Kein Wunder, daß er an die „wages of accumulated labour“ glaubt!

Der Ruf des Herrn Mac zeigt die Macht industrieritterlicher Gemeinheit.

1850a] Wie Mc[Culloch] einige Sätze Rlicardo]s exploitiert, um sich
wichtig zu machen, sieh unter anderem „Edinburgh Review“, March 1824,
wo dieser Freund der wages of accumulated labour („Considerations on the
accumulation of Capital“ heißt der Wisch) eine wahre Jeremiade losläßt

über den Fall der Profitrate.

„Der Verfasser ... gibt den Befürchtungen, die ihm der Fall des Profits einflößt,
folgenden Ausdruck: ‚Der Anschein des Gedeihens, den England bietet, ist trügerisch;
die Seuche der Armut hat heimlich die Menge der Bürger ergriffen, und die Grund-
mauern der Macht und Größe der Nation sind erschüttert... Wo der Zinsfuß niedrig
ist, wie in England, ist die Profitrate ebenfalls niedrig, und das Gedeihen der Nation hat
ihren Höhepunkt überschritten.‘ Diese Behauptungen müssen jeden überraschen, der
den glänzenden Zustand Englands kennt.“ ([McCulloch, „Discours sur l’economie“,
traduit par] Prevost, l.c. p. 197.)

Herr Mac hatte sich nicht darüber zu beunruhigen, daß „land“ gets
better „wages“ than „iron, bricks, etc.“ The cause must have been, that it

„labours“ harder.* [XIV-850a]|

1 Industrieritter -? aufgehäuften Arbeit, „die er höchst schamlos und verwerflich immer
wiederholt“ — ? „diesem unglaublichen Schuhflicker“, „diesem ökonomischsten aller Ökc-
nomen“ - * „Boden“ besseren „Lohn“ erhält als „Eisen, Ziegel etc.“ Die Ursache muß wohl
darin liegen, daß er emsiger „arbeitet“.

Auflösung der Ricardoschen Schule 187

IXV-925| {Eine blinde Sau findet auch manchmal eine Eichel, und
so McCulloch in dem folgenden; doch selbst dies, wie er es faßt, nur eine
Inkonsequenz, da er surplus value nicht scheidet vom Profit!. Zweitens
wieder eins seiner gedankenlos eklektischen Plagiate. Nach den Kerls wie
Torrens etc., wo die value durch das Kapital bestimmt, ebenso Bailey,
“ [steht] der Profit im Verhältnis zum Kapital (vorgeschossenen). Sie iden-
tifizieren nicht wie Riclardo] Profit mit Mehrwert, aber nur, weil sie über-
haupt kein Bedürfnis haben, den Profit auf der Basis des Werts zu erklären,
weil sie die Form, worin der Mehrwert erscheint - Profit, als Verhältnis
der surplus value zum vorgeschoßnen Kapital -, für die ursprüngliche
Form nehmen, in der Tat die erscheinende Form nur in Worte übersetzen.

Die Stellen bei Mac, der 1. Ricardian ist und 2. die Gegner Rlicardo]s
abschreibt - ohne Vermittlung -, lauten:

Ricardos Regel [„ein Steigen des Profits könne niemals auf eine andere Weise
herbeigeführt werden als durch ein Fallen der Arbeitslöhne und ein Fallen des Profits
nur durch ein Steigen des Lohnes“] nur wahr „in jenen Fällen, in denen die Produk-
tivität der Industrie konstant bleibt“. (MeCullloch], „Princ. of P.E.“, Edinburgh 1825,
p.373.) D.h. der Industrie, die das capital constant liefert. „Die Profite hängen von
dem Verhältnis ab, die sie zum Kapital haben, wovon sie produziert sind und nicht
von dem Verhältnis zu den Löhnen. Ist die Produktivität der Industrie allgemein ver-
doppelt, und wird dieser so erhaltne Überfluß zwischen Kapitalist und Arbeiter geteilt,
so bleibt die Proportion zwischen Kapitalist und Arbeiter dieselbe, obgleich die Rate
des Profits in bezug auf das ausgelegte Kapital gestiegen ist.“ (l.c. p.373, 374.)

Selbst in diesem Fall, wie auch Mac bemerkt, könnte man sagen, die
" wages seien relativ gefallen im Verhältnis zum Produkt, weil die Profite ge-
stiegen. (In diesem Falle aber das Steigen der profits Ursache des Fallens
der wages.) Diese Rechnung aber beruht auf der falschen Manier, wages als
Anteil am Produkt zu berechnen, und Herr J.St. Mill, wie früher gesehn ®®!,
sucht auf diesem sophistischen Weg das Rlicardo]sche Gesetz zu verall-

gemeinern.} |XV-925|]

### 5. Wakefield. [Einwände gegen Ricardos Theorie über den Wert der Arbeit und über die Grundrente]

IXTV-850a| Die eigentlichen Verdienste W[akefields] in der Auffassung
des Kapitals beleuchtet in frührem Abschnitt über die „Verwandlung des
Mehrwerts in Kapital“ ®*, Hier nur direkt auf das „Topik“? Bezügliches.

1 In der Handschrift: labour - 2 siehe vorl. Band, S. 220-222 -° Thema

188 Zwanzigstes Kapitel

„Wenn man Arbeit als eine Ware und Kapital, das Produkt der Arbeit, als eine
andere behandelt, dann würde sich, wenn die Werte jener beiden Waren durch gleiche
Arbeitsmengen geregelt würden, eine gegebene Menge Arbeit unter allen Umständen
gegen eine solche Menge Kapital austauschen, die durch die gleiche Arbeitsmenge er-
zeugt worden war; vergangene Arbeit würde sich stets gegen den gleichen Betrag ‚gegen-
wärtiger Arbeit austauschen. Aber der Wert der Arbeit, im Verhältnis zu anderen
Waren, wird, wenigstens insofern, als der Arbeitslohn vom Anteil abhängt, nicht durch
gleiche Arbeitsmengen bestimmt, sondern durch das Verhältnis zwischen Zufuhr und
Nachfrage.“ (Wakefield. Edit. of Smiths „Wealth of Nations“ , London 1835, vol. 1, p.230,
231, Note.)

Nach Wlakefield] also Profit unerklärlich, wenn der Wert der Arbeit
bezahlt würde.
In vol.II seiner zitierten Ausgabe von A.Smith bemerkt Wlakefield]:

„Mehrprodukt{®2] bildet immer Rente: dennoch kann Rente bezahlt werden, die nicht
aus Mehrprodukt besteht!.“ (l.c. p.216.)

„Wenn, wie in Ireland, die Masse eines Volkes dahin gebracht wird, von Kartoffeln
und in elenden Hütten und in Lumpen zu leben und, für die Erlaubnis so zu leben,
alles hinzugeben, was sie außer Hütten, Lumpen und Kartoffeln produzieren können,
dann erhält der Eigentümer des Bodens, auf dem sie leben, im selben Verhältnis mehr,
in dem sie sich mit weniger begnügen, auch wenn der Ertrag von Kapital oder Arbeit
unverändert bleiben sollte. Was die armseligen Pächter abgeben, ergattert der Landlord.
So ist ein Sinken des Lebensstandards unter den Bebauern des Bodens eine andere Ursache
von Mehrprodukt! ... Wenn die Löhne fallen, so ist die Wirkung auf das Mehrprodukt
die gleiche, als sänke der Lebensstandard; das Gesamtprodukt bleibt das gleiche, der
überschüssige Teil ist größer; die Produzenten erhalten weniger, der Landlord mehr.“

(p.220, 221.)

In diesem Fall heißt der Profit Rent, ganz wie er Zins heißt, wenn der
Arbeiter, wie z.B. in Indien, mit den Vorschüssen des Kapitalisten (wenn
auch selbst nominell unabhängig) arbeitet und ihm alles surplus produce
zu liefern.

### 6. Stirling. [Erklärung des Profits aus Nachfrage und Zufuhr]

Stirling (Patrick James). „T'he Philosophy of Trade etc.“ , Edinburgh 1846.

„Die quantity jeder Ware muß so reguliert sein, daß die Zufuhr solch einer Ware in
einer geringern Proportion steht zu der Nachfrage für sie als die Zufuhr von Arbeit

1]n der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen

Auflösung der Ricardoschen Schule 189

zu der Nachfrage nach Arbeit. Die Differenz zwischen dem Preis oder dem Wert der
Ware und dem Preis oder Wert der labour worked up in it! konstituiert den Profit oder
Surplus, den Ricardo nach seiner Theorie nicht erklären kann.“ (l.c. p.72, 73.)

1851] Derselbe Mann sagt uns:

„Wenn die Werte von Waren sich entsprechend ihren Produktionskosten verhalten,
so kann man dies das par of value? nennen.“ (p. 18.)

Entsprechen sich also Nachfrage und Zufuhr der Arbeit, so würde die
Arbeit zu ihrem Wert verkauft (was Stirling sich immer unter diesemWert
denken mag). Und entsprechen sich Nachfrage und Zufuhr der Ware, in
which the labour is worked up?, so würde die Ware zu ihren Produktions-
kosten verkauft, worunter Stirling the value of labour versteht. Der Preis der
Ware dann = der value of labour worked up in it. Und der Preis der
Arbeit on a par mit ihrer eignen value. Hence the price of the commodity
= the price of the labour worked up in it. Hence, there would be no profit
or surplus.*

Stirling erklärt also den Profit oder das surplus daraus:

Die Zufuhr der Arbeit im Verhältnis zur Nachfrage nach Arbeit muß
größer sein als die Zufuhr der Ware, worin the labour is worked up im
Verhältnis zur Nachfrage nach der Ware. Die Sache muß so eingerichtet
werden, daß die Ware teurer verkauft wird, als die in ihr enthaltne Arbeit
bezahlt wird.

Dies nennt Herr Stirling das Phänomen des surplus erklären, während
es nur eine Paraphrase des zu Erklärenden ist. Weiter zugesehn, sind nur
drei Fälle möglich: Der Preis der Arbeit steht on „the par of value“, d.h.,
die Nachfrage und Zufuhr der Arbeit entsprechen dem Preis der Arbeit,
= ihrem Wert. Dann muß die Ware über ihrem Wert verkauft werden
oder es so eingerichtet werden, daß ihre Zufuhr unter ihrer Nachfrage steht.
„Profit upon alienation“ tout pur, nur die Bedingung hinzugesetzt, unter
der es möglich ist. Oder die Nachfrage nach Arbeit über ihrer Zufuhr und
der Preis über ihrem Wert. Dann hat der Kapitalist dem Arbeiter mehr
gezahlt, als die Ware wert ist, und der Käufer muß dem Kapitalist ein doppel-
tes surplus zahlen, erstens das von ihm d’abord® an den Arbeiter gezahlte
und dann seinen Profit. Oder der Preis der Arbeit inter ihrem Wert, die
Zufuhr von Arbeit über der Nachfrage nach Arbeit. Dann kommt das

3 in sie eingegangenen Arbeit -? Niveau des Wertes - ° in die die Arbeit eingegangen ist -

4 Daher ist der Preis der Ware gleich dem Preis der in sie eingegangenen Arbeit. Also gäbe
es keinen Profit oder Surplus. -® Das istreiner „Veräußerungsprofit“ — zunächst

190 Zwanzigstes Kapitel

surplus daher, daß die Arbeit unter ihrem Wert bezahlt ist und [in der Ware]
zu ihrem Wert oder wenigstens über ihrem Preis verkauft wird.

Schält man allen nonsense ab, so entspringt das surplus bei Stirling
daher, daß die Arbeit unter ihrem Wert vom Kapitalisten gekauft und über
ihrem Preis in der Form der Ware wieder verkauft wird.

Die andern Fälle, der lächerlichen Form entkleidet, wonach der Produ-
zent es so „einrichten“ soll, daß er seine Ware über ihrem Wert verkauft
oder über „the par of value“ heißt nichts als: Ist die Nachfrage nach einer
Ware größer als ihre Zufuhr, so steigt der Marktpreis über den Wert. Was
sicher keine neue Entdeckung ist und eine Sorte von „surplus“ erklärt, die
weder Ricardo noch sonst jemand stets die geringste Schwierigkeit bereitet

hat. IXIV-851]|
### 7. John Stuart Mill.5®

### [a) Verwechslung von Mehrwertrate und Profitrate.
Elemente der Konzeption des „profit upon alienation“.
Verworrene Ansichten über „vorgeschoßne Profite“]

IVII-319| In dem oben? zitierten Schriftlein®®), das in der Tat alle
originellen Ideen des Herrn J[ohn] St[uart] Mill über political economy
enthält (im Unterschied von seinem starkleibigen Kompendiumß?!, heißt
es in Essay IV „On Profits and Interests“?:

„Werkzeuge und Rohstoffe haben ursprünglich, gleich andern Dingen, nichts als
Arbeit gekostet... Die in der Fabrikation der Werkzeuge und Rohstoffe verwandte
Arbeit, hinzugefügt zu der Arbeit, die später verwandt wurde, um die Rohstoffe ver-
mittelst der Maschinen zu verarbeiten, gibt die Gesamtsumme der in der Produktion
der fertigen Ware verwandten Arbeit ... Kapital ersetzen, heißt daher nichts als die
wages of the labour employed® ersetzen.“ (l.c. p.94.)

Dies an und für sich falsch, weil die employed labour und die bezahlten
Salaire durchaus nicht identisch. Vielmehr die employed labour gleich der
Summe von Salair und Profit. Kapital ersetzen heißt die bezahlte Arbeit
(wages) und die vom Kapitalist unbezahlte, wohl aber verkaufte Arbeit
(profit) ersetzen. Herr Mill verwechselt hier „employed labour“ and that
portion of the employed labour which is paid for by the capitalist that emp-
loys it. Diese Verwechslung spricht an und für sich nicht sehr vorteilhaft
für sein Verständnis der Ricardoschen Theorie, die er zu lehren vorgibt.

2 Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.152/153 - 2 „Über Profit und Zinsen“ -® den Lohn der
aufgewandien Arbeit - * „aufgewandte Arbeit“ und jenen Teil der aufgewandten Arbeit, den
der Kapitalist zahlt, der sie anwendet

Auflösung der Ricardoschen Schule 191

Mit Bezug auf das capital constant noch nebenbei zu merken, daß, wenn
sich jeder Teil desselben in previous labour! auflöst, also eingebildet wer-
den kann, daß es zu irgendeiner Zeit profit oder salair oder beide vorstellte,
sobald es einmal gebildet ist, ein Teil desselben sich nicht mehr weder in
Profit noch in Salair auflösen kann, wie z.B. der Samen etc.

Mill unterscheidet den Mehrwert nicht vom Profit. Er erklärt also Profit-
rate (was für den in Profit bereits verwandelten Mehrwert richtig) gleich
dem Verhältnis des Preises des Produkts zu dem Preise seiner Produktions-
mittel (Arbeit eingerechnet.) (Sieh p.92, 93.) Und zugleich will er die Ge-
setze der Profitrate unmittelbar aus dem Ricardoschen Gesetz ableiten, wo
Ricardo Mehrwert und Profit konfundiert, daß „profits depend upon wages;
rising as wages fall, and falling as wages rise“?.

Herr Mill ist sich selbst nicht recht klar über die Frage selbst, die er zu
lösen sucht. Wir wollen daher kurz seine Frage formulieren, bevor wir seine
Antwort hören. Die Profitrate ist das Verhältnis des Mehrwerts zur Gesami-
summe des vorgeschoßnen Kapitals (capital constant und capital variable
zusammengerechnet), während der Mehrwert selbst der Überschuß des
Arbeitsquantums, das der Arbeiter works®, ist über das Arbeitsquantum, das
ihm in Salair vorgeschossen; also der Mehrwert nur betrachtet in bezug
auf das variable oder in Salair ausgelegte Kapital, nicht das ganze Kapital.
Die Rate des Mehrwerts und die Rate des Profits sind daher zwei verschiedne
Raten, obgleich der Profit selbst nur ein sub certa specie* betrachteter Mehr-
wert ist. Von der Rate des Mehrwerts ist es richtig zu sagen, daß sie? aus-
schließlich „depends upon wages; rising as wages fall, and falling as wages
rise“. (Von gross Mehrwert® wäre es falsch, da dieser zugleich abhängt nicht
nur von der Rate, worin Surplusarbeit des einzelnen Arbeiters angeeignet
wird, sondern zugleich von der Masse (Anzahl) der gleichzeitig exploitier-
ten Arbeiter.) Die Rate des Profits - da sie das Verhältnis vom Mehrwert
zum Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals - wird natürlich affiziert und
bestimmt durch Fallen oder Steigen des Mehrwerts, also durch das rise or
fall of wages”; aber außer dieser Bestimmung schließt die Rate desProfitsnoch
320] davon unabhängige und nicht unmittelbar darauf reduzierbare ein.

Herr J. St. Mill, der einerseits mit Ricardo Profit und Mehrwert unmittel-
bar identifiziert, andrerseits die Profitrate (durch polemische Rücksicht auf
Anti-Ricardians bestimmt) nicht im Ricardoschen Sinn faßt, sondern in

1 vorhergehender Arbeit - * „Profit abhängt vom Arbeitslohn, der, wenn der Arbeits-
lohn fällt, steigt und, wenn der Arbeitslohn steigt, fällt“ — ® leistet - * unter einem bestimm-
ten Gesichtspunkt — ® in der Handschrift: er - © Masse des Mehrwerts - ? Steigen oder
Fallen des Arbeitslohns

192 Zwanzigstes Kapitel

ihrem wirklichen Sinn, als Verhältnis des Mehrwerts zum Gesamtwert des
vorgeschoßnen Kapitals (capital variable + capital constant) faßt, müht
sich ab zu beweisen, daß die Profitrate unmittelbar bestimmt ist durch das
Gesetz, das den Mehrwert bestimmt und sich einfach darin auflöst, daß je
geringer der Teil seines Arbeitstags ist, den der Arbeiter sich selbst an-
eignet, desto größer der Teil, der dem Kapitalisten zufällt und vice versa.
Nun wollen wir seine Abquälerei sehn, wobei das Schlimmste, daß er nicht
klar, welches Problem er eigentlich lösen will. Hätte er das Problem selbst
richtig formuliert, so konnte er es nicht in dieser Weise falsch lösen.
Er sagt also:

„Obgleich Werkzeuge, Rohstoffe und Gebäude selbst das Produkt der Arbeit sind,
ist dennoch das Ganze ihres Werts nicht auflösbar in die Löhne der Arbeiter, von denen
sie produziert sind.“

{Oben sagte er: Ersetzen von Kapital ist Ersetzen von wages. }

„Die Profite, die die Kapitalisten auf diese Löhne machten, sind einzurechnen. Der
letzte produzierende Kapitalist hat nicht allein von dem Produkt zu ersetzen die Löhne,
gezahlt von ihm selbst und dem Werkzeugmacher, sondern auch den Profit des Werk-
zeugmachers, vorgeschossen von ihm selbst von seinem eignen Kapital.“ (l.c. p.98.)

„Profits“ also „komponieren nicht rein das surplis nach Ersetzung der Auslage; sie
gehn in die Auslage selbst ein. Kapital ist expendiert teils in Zahlen oder remboursieren
von wages und teils im Zahlen der profits andrer Kapitalisten, deren Konkurrenz!
nötig war, um die Produktionsmittel zusammenzubringen.“ (l.c. p.98, 99.) „Ein Artikel
kann daher das Produkt derselben Quantität Arbeit als zuvor sein, und dennoch, wenn
eine Portion des Profits, welche der letzte Produzent gutzumachen hat dem frühern
Produzenten, gespart“ (ökonomisiert) „werden kann, ist die Produktionskost des Artikels
vermindert... Dennoch bleibt es wahr, daß die Profitrate im umgekehrten Verhältnis
zu den Produktionskosten des Arbeitslohns wechselt.“ (p. 102, 103.)

Wir gehn hier natürlich immer von der Voraussetzung aus, daß der Preis
einer Ware gleich ihrem Werte. Auf dieser Basis führt Herr Mill selbst die
Untersuchung.

D’abord? haben in eben zitierter Darstellungsweise die Profite sehr stark
das Aussehn von profits upon alienation; but passons outre?. Nichts ist
falscher, als daß ein Artikel (wenn er zu seinem Wert verkauft wird) „das
Produkt derselben Quantität Arbeit als zuvor ist“ und daß zugleich durch
irgendeinen Umstand „die Produktionskost des Artikels vermindert“ sein
kann. {Es sei denn in dem von mir zuerst aufgestellten Sinn, wo ich die

1 hier im Sinne von Mitwirkung - ? Zunächst - ® Veräußerungsprofiten; aber lassen
wir das

Auflösung der Ricardoschen Schule 193

Produktionskost des Artikels unterscheide von der Produktionskost des
Kapitalisten, da dieser einen Teil dieser Produktionskosten nicht zahlt.°!
In diesem Falle ist es in der Tat auch richtig, daß er seinen Profit ebensogut
macht aus der unbezahlten Surplusarbeit seiner eignen Arbeiter, als er ihn
auch machen kann dadurch, daß er den Kapitalisten, der ihm sein capital
constant liefert, unterzahlt, d.h. diesem Kapitalisten einen Teil der in seiner
Ware enthaltnen und von diesem Kapitalisten nicht bezahlten Surplusarbeit
(die eben dadurch seinen Profit bildet) nicht zahlt. Dies läuft immer darauf
hinaus, daß er die Ware unter ihrem Wert zahlt. Die Rate des Profits (also
das Verhältnis des Mehrwerts zum Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapi-
tals) kann ebensogut steigen dadurch, daß dasselbe Quantum des vor-
geschoßnen Kapitals objektiv wohlfeiler wird (infolge der vergrößerten Pro-
duktivität der Arbeit in den Produktionssphären, die das capital constant
produzieren?), als dadurch, daß es subjektiv wohlfeiler wird für den Käufer,
indem er es unter seinem Wert zahlt. Für ihn ist es dann immer das Resultat
eines geringeren Quantums von Arbeit. }

1321| Was Mill zunächst sagt, ist, daß das capital constant des Kapita-
listen, der die letzte Ware macht, sich nicht nur in wages auflöst, sondern
auch in profits. Der Gedankengang ist dabei der:

Löste es sich nur in wages auf, so wäre also der Profit das Surplus des
letzten Kapitalisten nach Ersetzung aller wages {und die ganze Auslage
(bezahlte) des Produkts löste sich in wages auf}, woraus die Gesamtheit des
vorgeschoßnen Kapitals bestünde. Der Gesamtwert des vorgeschoßnen
Kapitals wäre = dem Gesamtwert der wages, die im Produkt enthalten
sind. Der Profit wäre der Überschuß dadrüber. Und da die Profitrate =
dem Verhältnis dieses Überschusses zu dem Gesamtwert des vorgeschoß-
nen Kapitals, so stiege oder fiele diese Rate offenbar im Verhältnis des Ge-
samtwerts des vorgeschoßnen Kapitals, d.h. des Werts der Salaire, deren
Gesamtheit das vorgeschoßne Kapital bildet. {Dieser Einwurf selbst ist in
der Tat albern, wenn das allgemeine Verhältnis von Profit und Salair be-
trachtet wird. Von dem ganzen Produkt hätte Herr Mill ja nur den Teil,
der sich in Profite auflöst (gleichgültig, ob dem letzten oder den frühren
Kapitalisten bezahlt, den Kofunktionären in der Produktion der Ware),'auf
die eine Seite zu stellen, und den, der sich in Salair auflöst, auf die andre,
und so bliebe die Summe des Profits nach wie vor gleich dem Surplus über
den Wert der Summe der Salaire, und das Ricardosche „umgekehrte Ver-
hältnis“ könnte direkt von der Profitrate behauptet werden. Allein es ist

1 In der Handschrift: produziert -? in der Handschrift: bilden

194 Zwanzigstes Kapitel

unwahr, daß sich die Gesamtheit des vorgeschoßnen Kapitals in Profit und
Salair auflöst.} Aber das vorgeschoßne Kapital löst sich nicht nur in salaire
auf, sondern auch in vorgeschoßne Profite. Der Profit bleibt also nicht nur
als ein Surplus über vorgeschoßne Salaire, sondern auch über vorgeschoßne
Profite. Also ist die Profitrate bestimmt nicht nur durch das Surplus über
Salair, sondern durch Surplus des letzten Kapitalisten über die Summe von
Salairen plus Profiten, deren Summe nach der Voraussetzung das ganze
vorgeschoßne Kapital bildet. Diese Rate kann sich also offenbar ändern
nicht nur durch Steigen oder Fallen von Salairen, sondern auch durch
Steigen oder Fallen von Profit. Und ließen wir beiseite den Wechsel der
Rate, soweit er vom Steigen oder Fallen der Salaire herrührt; unterstellten
wir, was ja x-mal in der Praxis eintritt, daß der Wert der Salaire, d.h. ihre
Produktionskosten, die in ihnen enthaltne Arbeitszeit sich gleichbliebe,
konstant wäre - so kommen wir auf dem von Herrn Mill geleiteten Weg zu
dem schönen Gesetz, daß das Steigen und Fallen der Profitrate vom Steigen
und Fallen des Profits abhängt.

„Wenn eine Portion des Profits, welche der letzte Produzent gutzumachen hat den
frühern Produzenten, ökonomisiert werden kann, ist die Produktionskost des Artikels
vermindert.“ ’

Dies ist in der Tat sehr richtig. Nehmen wir an, daß keine Portion des
Profits der früheren Produzenten bloße surcharge! war - profit upon alien-
ation, wie James Steuart sagt -, so ist jede Ökonomisierung einer „Portion
des Profits“ {soweit sie nicht dadurch erreicht wird, daß der spätere Produ-
zent den früheren bescheißt, d.h., ihm nicht ganz den in seiner Ware ent-
haltenen Wert zahlt} eine Ökonomisierung in der Quantität der Arbeit, die
zur Produktion der Ware erheischt ist. {Wir sehn hier ab von dem Profit,
der gezahlt wird, z.B. für die Zeit, wo das Kapital brach während der
Produktionszeit liegt etc.} Waren z.B. 2 Tage nötig, um das Rohmaterial,
die Kohle z.B., von der Grube bis zur Fabrik zu bringen, und ist jetzt nur
noch ein Tag nötig, so wird | Arbeitstag „ökonomisiert“; aber dies gilt
sowohl von dem Teil desselben, der sich in Salair auflöst, als von dem Teil,
der sich in Profit auflöst.

Nachdem Herr Mill sich selbst klargemacht, daß die Rate [des] Surplus
des letzten Kapitalisten oder überhaupt die Profitrate nicht nur von dem
direkten Verhältnis von wages und profits abhängt, sondern von dem Ver-
hältnis des letzten Profits oder des Profits jeden bestimmten Kapitals zum
Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals, = der Summe des (in salaires

1 Überforderung

Auflösung der Ricardoschen Schule 195

ausgelegten) capital variable plus dem konstanten Kapital, daß, in andren
Worten, |322]| die Profitrate bestimmt ist nicht allein durch das Verhältnis
des Profits zu dem im Salair ausgelegten Teil des Kapitals, also nicht allein
durch die Produktionskosten oder den Wert des Salairs, fährt er fort:

„Dennoch bleibt es wahr, daß die Profitrate im umgekehrten Verhältnis zu den
Produktionskosten des Arbeitslohns wechselt.“

Obgleich es falsch ist, ist es doch wahr.

Die Illustration, die er nun gibt, kann als klassisches Beispiel der Illu-
strationsmanier der Ökonomen gelten, um so frappanter, als ihr Verfasser
zugleich eine Wissenschaft der Logik geschrieben hat!?”',

„Vorausgesetzt, daß z.B. 60 Ackerbauarbeiter empfangen 60 qrs. Korn als ihren
Lohn, ferner fixes Kapital und Samen zum Wert von 60 qrs. verbrauchen und daß das
Produkt ihrer Operationen = 180 grs. ist. Den Profit zu 50 p.c. vorausgesetzt,
müssen der Samen und die Werkzeuge sich auflösen in das Produkt der Arbeit von
40 Menschen; denn die Löhne dieser 40 zusammen mit dem Profit machen 60 qrs.
Besteht das Produkt daher aus 180 grs., so ist es das Resultat von 100 Menschen.

Gesetzt nun, die Arbeiten blieben dieselben, aber durch irgendeine Erfindung fiele
die Assistenz von fixem Kapital und Samen weg. Ein Ertrag von 180 qrs. konnte früher
nicht erhalten werden ohne Auslage von 120, jetzt durch eine Auslage von nicht
mehr als 100.

Die 180 qrs. noch das Resultat derselben Quantität von Arbeit wie früher, der
Arbeit von 100 Mann. Ein Quarter Korn daher ist noch das Produkt von !°/;, von
eines Mannes Arbeit. Denn ein Quarter Korn, welches die Remuneration eines ein-
zelnen Arbeiters ist, ist in der Tat das Produkt derselben Arbeit als früher; aber seine
Produktionskost hat sich nichtsdestoweniger vermindert; es ist nun das Produkt von
10/,, eines Mannes Arbeit und sonst nichts; während früher erfordert war für seine
Produktion diese Quantität Arbeit plus einer Ausgabe in der Form von Wieder-
erstattung von Profit, was '/, mehr ausmachte. Wenn die Produktionskost des Arbeits-
lohnes dieselbe wie früher geblieben wäre, hätten Profite nicht steigen! können. Jeder
Arbeiter hätte I qr. Korn empfangen; aber I qr. Korn zu der Zeit war das Resultat
derselben Produktionskost wie 1'/, Quarter jetzt. Zu dem Zweck daher, daß jeder
Arbeiter dieselbe Produktionskost empfangen könne, muß jeder I qr. Korn empfangen
+ Y..“ (p.99- 103.)

„Annehmend daher, daß der Arbeiter in demselben Artikel gezahlt wird, in dem
er produziert, ist es evident, daß, wenn irgendeine Ersparnis an Kosten Platz greift in
der Produktion dieses Artikels, wenn der Arbeiter ferner dieselbe Produktionskost
empfängt wie zuvor, er eine vermehrte Quantität empfangen muß, in demselben Ver-
hältnis, worin die produktive Macht des Kapitals gewachsen ist. Aber wenn so, wird die
Auslage des Kapitalisten exakt dieselbe Proportion zu seinem Ertrag haben wie früher

2 In der Handschrift: fallen
13*

196 Zwanzigstes Kapitel

und Profite nicht steigen. Die Variationen daher in der Profitrate und in der Produk-
tionskost der Löhne gehn Hand in Hand und sind unzertrennlich. Die Meinung
Ricardos ist daher genau richtig, wenn er unter niederen Löhnen nich? nur Löhne ver-
steht, die das Produkt einer kleinern Quantität von Arbeit sind, sondern Löhne, die zu mind-
rer Kost produziert sind, eingerechnet Arbeit und frühere Profite zusammen.“
(l.c. p. 104.)

Merken wir bei dieser schönen Illustration d’abord, daß unterstellt wird,
daß Korn, durch eine Erfindung, ohne Samen (Rohstoff) und ohne capital
fixe produziert wird; ohne Rohmaterial und ohne Arbeitsinstrument, also
aus Luft, Wasser und Erde durch bloße Handarbeit fabriziert wird. Diese
1323] abgeschmackte Voraussetzung birgt weiter nichts als die Vorausset-
zung, daß ein Produkt ohne capital constant produziert wird, also bloß durch
neuhinzugesetzte Arbeit. In diesem Fall ist natürlich bewiesen, was zu be-
weisen war, nämlich, daß Profit und Mehrwert identisch, also auch die
Profitrate nur abhängt von dem Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendi-
gen Arbeit. Die Schwierigkeit kam eben daher, daß durch das Verhältnis
des Mehrwerts zum konstanten Teil des Kapitals - und dies Verhältnis
nennen wir Profitrate - Rate des Mehrwerts und Rate des Profits sich unter-
scheiden. Setzen wir also das konstante Kapital = 0, so haben wir die
Schwierigkeit, die durch die Existenz des capital constant hereinkam, da-
durch gelöst, daß wir von der Existenz dieses capital constant abstrahieren.
Oder wir haben die Schwierigkeit dadurch gelöst, daß wir unterstellen, daß
sie nicht existiert. Probatum est.!

Arrangieren wir nun das Problem oder die Millsche Illustration des
Problems richtig.

In der ersten Voraussetzung haben wir:

Capital constant Capital variable Gesamtprodukt Profit
(fixed capital (in Salair ausgelegtes

und seed?) Kapital)

60 ars. 60 ars. (60 Arbeiter) 180 ars. 60 ars.

In diesem Beispiel vorausgesetzt, daß die dem konstanten Kapital zu-
gesetzte Arbeit = 120 qrs., und da jedes qr. der Arbeitslohn eines Arbeits-
tages (oder der Jahresarbeit, was nur ] Arbeitstag aus 365 Arbeitstagen),
so enthalten die 180 qrs. nur 60 Arbeitstage, von denen 30 das Salair der
Arbeiter ersetzen und 30 den Profit bilden. Wir nehmen also in der Tat an,
daß I Arbeitstag sich realisiert in 2 qrs., weshalb die 60 Arbeiter ihre
60 Arbeitstage in 120 qrs. realisieren, wovon 60 ihr Salair, 60 den Profit
bilden. In andren Worten: daß der Arbeiter !/, des Arbeitstags für sich

1 Es ist erwiesen. —* Samen

Auflösung der Ricardoschen Schule 197

arbeitet, zum Ersatz des Salairs, und ?/, für den Kapitalisten, dadurch die
surplus value des Kapitalisten schaffend. Die Rate des Mehrwerts ist daher
= 100 p.c. und nicht = 50 p.c. Dagegen beträgt die Rate des Profits, da
das variable Kapital nur die Hälfte des ganzen vorgeschoßnen Kapitals
bildet, nicht 60 qrs. zu 60, also nicht 100 p.c., sondern 60 grs. zu 120, also
nur 50 p.c. Wäre der konstante Teil des Kapitals =0, so bestünde das
: ganze vorgeschoßne Kapital nur aus 60 qrs., nur aus dem in Arbeitslohn
vorgeschoßnen Kapital =30 Arbeitstage; Profit und Mehrwert, also auch
ihre Raten wären identisch. Der Profit betrüge dann 100 und nicht 50 p.c.;
2 qrs. Korn wären das Produkt von einem, 120 qrs. Korn das Produkt von
60 Arbeitstagen, obgleich I qr. Korn nur das Salair von einem Arbeitstag
und 60 qrs. Korn nur das Salair von 60 Arbeitstagen wären. In andren
Worten: der Arbeiter erhielte nur die Hälfte, 50 p.c. von seinem Produkt,
während der Kapitalist das Doppelte, 100 p.c. von seiner Auslage erhielte.

Wie verhielte es sich nun mit dem capital constant von 60 gqrs.? Sie wären
ebenfalls das Produkt von 30 Arbeitstagen und vorausgesetzt, daß sich in
diesem capital constant die Elemente seiner Produktion ebenfalls so ver-
hielten, daß "/, davon aus capital constant besteht, */; aus neuzugesetzter
Arbeit, daß ebenfalls der Mehrwert und die Rate des Profits dieselbe, hätten
wir folgende Rechnung:

Capital constant Capital variable Gesamtprodukt Profit

20 grs. 20 gqrs. (Lohn für 20 Arbeiter) 60 qrs. 20 gqrs.

Die Profitrate betrüge wieder 50 p.c., die Rate des Mehrwerts 100 p.c.
Das Gesamtprodukt wäre das | Produkt von 30 Arbeitstagen, wovon
aber I0 Arbeitstage (= 20 qrs.) die präexistierende Arbeit (capital constant)
und 20 Arbeitstage neuzugesetzte Arbeit von 20 Arbeitern, von denen jeder
aber nur die Hälfte seines Produkts als Salair erhalten hätte. 2 qrs. wären
nach wie vor das Produkt von eines Mannes Arbeit, obgleich nach wie vor
I qr. das Salair von eines Mannes Arbeit und 1 qr. der Profit des Kapitalisten
wäre, der die Hälfte von des Mannes Arbeit sich angeeignet hat.

Die 60 qrs., die der letztproduzierende Kapitalist Mehrwert machte,
bildeten eine Profitrate von 50 p.c., weil diese 60 qrs. Mehrwert berechnet
wurden nicht nur auf die 60 in Arbeitslohn, sondern auch auf die 60 in seed
und fixed capital vorgeschoßnen grs., also zusammen 120 ars.

Wenn also Mill ebenfalls 50 p.c. Profit rechnet bei dem Kapitalisten, der
die seeds und capital fixe, zusammen = 60 qrs., produziert hat, wenn er
ferner annimmt, daß das konstante und variable Kapital hier in derselben
Proportion eingehn, wie bei dem Produzenten der 180 grs., so wird er mit

198 Zwanzigstes Kapitel

Recht sagen können, daß der Profit = 20 qrs., das Salair = 20 grs. und das
capital constant =20 gqrs. Da das Salaiir =I qr., so enthalten 60 qrs.
30 Arbeitstage, ganz wie 120 ihrer 60 enthalten.

Was aber sagt Mill?

„Den Profit zu 50 p.c. vorausgesetzt, müssen der Samen und die Werkzeuge sich
auflösen in das Produkt der Arbeit von 40 Menschen; denn die Löhne dieser 40, zu-
sammen mit dem Profit, machen 60 qrs.“ [p. 99.]

Bei demi ersten Kapitalisten, der 60 Arbeiter anwandte, von denen er
jedem I qr. per Tag Lohn zahlte (also 60 qrs. in Arbeitslohn ausgab), ferner
60 qrs. in capital constant, verwirklichten sich die 60 Arbeitstage in
120 qrs., wovon die Arbeiter aber nur 60 als Lohn erhalten. Oder der
Arbeitslohn nur = der Hälfte des Produkts der Arbeit von 60 Menschen.
Die 60 qrs. konstantes Kapital also nur noch = dem Produkt der Arbeit
von 30 Menschen; lösten sie sich ganz in Profit und Salair, so betrüge das
Salair 30 qrs. und der Profit 30 qrs., also das Salair = der Arbeit von
15 Menschen und der Profit ditto. Beträgt der Profit aber nur 50 p.c., so,
weil angenommen, daß von den 30 Tagen, die in den 60 qrs. enthalten,
10 = präexistierender: Arbeit (capital constant) und nur 10 in Salair auf-
gelöst. Also 10 Tage in capital constant enthalten, 20 in neuzugefügten
Arbeitstagen, von denen indessen die Arbeiter nur 10 für sich, 10 für den
Kapitalisten arbeiten. Herr Mill aber behauptet, daß diese 60 qrs. das
Produkt von 40 Menschen, während vorhin 120 das Produkt von 60 waren.
Im letztren Fall enthält 1 qr. "/, Arbeitstag (obgleich das Salair für einen
ganzen Arbeitstag); im erstren würde ®/, qr. ="/, Arbeitstag sein; während
doch das !/, des Produkts (die 60 qrs.), die im capital constant ausgelegt,
gradesoviel Wert haben, also soviel Arbeitszeit enthalten wie jedes andre !/,
des Produkts. Wollte Herr Mill das capital constant von 60 qrs. ganz in
Arbeitslohn und Profit auflösen, so änderte dies nichts an dem Quantum
Arbeitszeit, das drin enthalten war. Es blieben nach wie vor 30 Arbeitstage;
nur, da hier kein capital constant zu ersetzen war, fielen Profit und Mehrwert
zusammen. Der Profit betrug also 100 p.c., nicht wie vorhin 50 p.c. Vor-
hin betrug der Mehrwert auch 100 p.c., aber der Profit nur 50 p.c.; eben
wegen des Eingehens des capital constant in die Berechnung.

Hier also doppeltes falsches Manöver des Herm Mill.

Bei den ersten 180 grs. bestand die Schwierigkeit darin, daß Mehrwert
und Profit nicht zusammenfielen, weil die 60 qrs. Mehrwert nicht nur auf
60 qrs. zu berechnen waren (den Teil des Gesamtprodukts, der = dem
Salair), sondern | auf 120 qrs., i.e. das capital.constant von 60 gqrs. +

Auflösung der Ricardoschen Schule 199

dem Arbeitslohn von 60 qrs. Der Mehrwert betrug daher 100 p.c., der
Profit nur 50. Herr Mill beseitigt diese Schwierigkeit bei den 60 qrs.,
woraus das capital constant besteht, indem er annimmt, daß hier das ganze
Produkt sich zwischen Kapitalist und Arbeiter verteilt, i.e. daß kein capital
constant in die Bildung des capital constant eingeht, der 60 qrs. seed und
Instrumente. Der Umstand, der bei Kapital I zu erklären war, ist bei
Kapital II als weggefallen unterstelli, womit das Problem am Ende ist.

Zweitens aber, nachdem er unterstellt hat, daß in den Wert der 60 qrs.,
die das capital constant von I bilden, bloße Arbeit eingeht, keine prä-
existierende Arbeit, kein capital constant, daß also Profit und Mehrwert zu-
sammenfallen, also auch die Rate des Profits und Mehrwerts, daß kein
Unterschied zwischen ihnen stattfindet, unterstellt er wieder umgekehrt,
daß wie sub I ein Unterschied zwischen ihnen stattfindet und daher der Profit,
wie sub I, nur gleich 50 p.c. Hätte sub I das /, des Produkts nicht aus
capital constant bestanden, so war der Profit gleich Mehrwert; das gesamte
Produkt bestand nur aus 120 qrs. = 60 Arbeitstagen, wovon 30 die Arbeiter
(= 60 ars.) und 30 der Kapitalist (= 60 qrs.) sich aneigneten. Die Profit-
rate war so groß wie die Mehrwertsrate, = 100 p.c. Sie war = 50 p.c., weil
die 60 qrs. Mehrwert nicht auf 60 qrs. (Arbeitslohn), sondern auf 120 qrs.
(Arbeitslohn, seed und capital fixe) berechnet wurden. Sub IInimmt er an,
daß kein capital constant eingeht. Er nimmt auch an, daß der Arbeitslohn
derselbe = I qr. Und dennoch nimmt er an, daß Profit und Mehrwert ver-
schieden, i.e. daß der Profit nur 50 p.c. beträgt, obgleich der Mehrwert
100 p.c. beträgt. In der Tat nimmt er an, daß die 60 qrs., !/; des Gesamt-
produkts, mehr Arbeitszeit enthalten als ein andres "/, Gesamtprodukts,
diese 60 qrs. das Produkt von 40 Arbeitstagen sind, während die andren
120 qrs. das Produkt von nur 60 waren. =

In der Tat aber peeps out the old delusion of profit upon alienation!,
der mit der im Produkt enthaltnen Arbeitszeit gar nichts zu tun hat, ebenso
nichts mit der Ricardoschen Wertbestimmung. Er nimmt nämlich an, daß
der Lohn, den ein Mann für einen Arbeitstag erhält, = dem Produkt seines
Arbeitstags ist, oder so viel Arbeitszeit enthält, als er arbeitet. Werden
40 qrs. für Lohn gezahlt und ist der Profit = 20 qrs., so enthalten die 40 qrs.
40 Arbeitstage. Die Zahlung der 40 Arbeitstage ist = dem Produkt der
40 Arbeitstage. Wenn auf 60 qrs. 50 p.c. oder 20 qrs.-Profit kommen, so
folgt dann, daß 40 qrs. = dem Produkt der Arbeit von 40 Menschen, da
nach der Voraussetzung 40 qrs. das Salair bilden und I Mann I gr. per

3 blickt hier der alte Irrtum des Veräußerungsprofits durch

200 Zwanzigstes Kapitel

Tag erhält. Woher kommen dann die andren 20 qrs.? Die 40 Menschen
arbeiten 40 Arbeitstage, weil sie 40 qrs. erhalten. Also ist I qr. das Produkt
von I Arbeitstag. 40 Arbeitstage produzieren daher nur 40 qrs. und keinen
Bushel mehr. Woher stammen dann die 20 qrs., die den Profit bilden? Die
alte Delusion von dem profit upon alienation, einer bloß nominellen Preis-
erhöhung des Produkts über seinen Wert hinaus, liegt hier zugrunde. Er-
scheint hier aber ganz und: gar abgeschmackt und unmöglich, weil der Wert
nicht in Geld, sondern in einem aliquoten Teil des Produkts selbst vor-
gestellt ist. Nichts ist leichter, als sich vorzustellen, daß, wenn 40 qrs. Ge-
treide das Produkt von 40 Arbeitern, die jeder | qr. Arbeitslohn per Tag
oder Jahr erhalten, also ihr ganzes Produkt zum Arbeitslohn erhalten, und
daß, wenn I gr. Getreide, in Geld ausgedrückt = 3 £, also 40 qrs. = 1201,
der Kapitalist diese 40 qrs. verkauft zu 180/., und so 60 I., 50p.c., =20 qrs.
Profit macht. Aber ad absurdum führt sich diese Vorstellung selbst, wenn er
von den 40 qrs., die 40 Arbeitstage produzieren und wofür er 40 qrs. zahlt,
60 qrs. verkauft. Es befinden sich in seiner Hand nur 40 qrs., und er ver-
kauft 60, 20 mehr als er zu verkaufen hat.

1326| In erster Instanz beweist also Mill das Ricardosche Gesetz, näm-
lich das falsche Ricardosche Gesetz, das Mehrwert und Profit verwechselt,
durch folgende angenehme Uhterstellungen:

Il. daß er bei dem Kapitalisten, der das capital constant produziert,
unterstellt, daß er selbst, in his turn, no capital constant! braucht, also da-
mit auch die ganze Schwierigkeit, die durch das capital constant herein-
gebracht ist, wegunterstellt;

2. daß, obgleich er kein capital constant [braucht], der Unterschied zwi-
schen Mehrwert und Profit, den das capital constant hereinbringt, dennoch
fortexistiert, obgleich kein capital constant existiert;

3. daß jemand, der 40 grs. Weizen produziert, 60 verkaufen kann, weil
sein Gesamtprodukt als capital constant an einen andern Kapitalist verkauft
wird, dessen capital constant = 60 qrs., und weil Kapitalist Nr. II auf diese
60 qrs. einen Profit von 50 p.c. macht.

Die letztre Abgeschmacktheit löst sich in die Vorstellung des profit upon
alienation auf, der hier nur so absurd erscheint, weil nicht der in Geld aus-
gedrückte Nominalwert, sondern ein Teil des verkauften Produkts selbst
den Profit bilden soll. Damit hat Herr Mill also, um den Ricardo zu recht-
fertigen, seine Grundanschauung aufgegeben und ist tief hinter Ricardo,
A.Smith und die Physiokraten zurückgefallen.

I von seiner Seite aus kein konstantes Kapital

Auflösung der Ricardoschen Schule 201

Seine erste Rechtfertigung der Ricardoschen Lehre besteht also darin,
daß er sie de prime abord'* fallenläßt, nämlich das Grundprinzip fallenläßt,
daß der Profit nur ein Teil des Werts der Ware, also nur der Teil der in ihr
enthaltnen Arbeitszeit ist, den der Kapitalist zwar mit seinem Produkt ver-
kauft, dem Arbeiter aber nicht gezahlt hat. Mill läßt ihn dem Arbeiter seinen
ganzen Arbeitstag zahlen und dennoch einen Profit machen.

Sehn wir, wie er weiter operiert.

Er läßt nun durch eine Erfindung die Notwendigkeit, Samen und Acker-
bauinstrumente anzuwenden, um das Korn zu produzieren, wegfallen; d.h.,
er läßt, wie er es schon bei dem Produzenten der ersten 60 qrs. seed und
capital fixe getan hatte, die Notwendigkeit des capital constant wegfallen
für den letzten Kapitalisten. Nun hätte er so räsonieren müssen:

Kapitalist I hat jetzt keine 60 qrs. auszulegen in seed und capital fixe,
da wir sein capital constant = erklärt haben. Er hat also nur auszulegen
60 qrs. für den Lohn von 60 Arbeitern, die 60 Arbeitstage arbeiten. Das
Produkt dieser 60 Arbeitstage = 120 qrs. Die Arbeiter erhalten nur 60 qrs.
Also macht der Kapitalist 60 qrs. Profit, 100. p.c. Seine Profitrate ist exakt
gleich der Rate des Mehrwerts, d.h. exakt = der Arbeitszeit, die die
Arbeiter nicht für sich, sondern für ihn gearbeitet haben. Sie haben 60 Tage
gearbeitet. Sie produzieren 120 qrs.; sie erhalten 60 gqrs. als Lohn. Sie er-
halten also als Lohn das Produkt von 30 Arbeitstagen, obgleich sie 60 ge-
arbeitet haben. Das Quantum Arbeitszeit, was 2 qrs. kostet, ist nach wie
vor = | Arbeitstag. Der von dem Kapitalist bezahlte Arbeitstag ist nach wie
vor =] gr.,i.e. gleich der Hälfte des gearbeiteten Arbeitstags. Das Produkt
ist um !/, gefallen, von 180 gqrs. auf 120; und dennoch ist der Profit um
50 p.c. gestiegen, nämlich von 50 auf 100. Und warum? Von den 180 ars.
ersetzte das "/, nur die Auslage des capital constant, ging also weder in
Profit noch salaire ein. Anderseits die 60 qrs. oder die 30 Arbeitstage, die
die Arbeiter für den Kapitalisten produzierten oder arbeiteten, wurden be-
rechnet nicht auf 60 grs., die in Arbeitslohn ausgelegt waren, oder die
30 Arbeitstage, die sie für sich selbst arbeiteten, sondern auf die 120 qrs.
oder 60 Arbeitstage, die in Arbeitslohn, Samen und capital fixe ausgelegt
waren. Obgleich sie daher von 60 Tagen 30 für sich und 30 für den Kapi-
talisten arbeiten, obgleich eine Auslage von Kapital für Arbeitslohn von
60 qrs. ihm 120 abwerfen, so war seine Profitrate nicht 100, sondern nur
50 p.c., weil sie anders berechnet wurde, in dem einen Fall auf 2 x 60 und
in dem andren auf 60. Der Mehrwert ||327] war derselbe, aber die Profitrate

verschieden.

1 yon vornherein

202 Zwanzigstes Kapitel

Aber wie fängt es Mill an?

Er unterstellt nicht, daß der Kapitalist [der durch eine Erfindung kein
konstantes Kapital auslegt] mit 60 qrs. 120 erhält (von 60 Arbeitstagen 30),
sondern, daß er nun 100 Mann anwendet, die ihm 180 qrs. liefern, immer
vorausgesetzt, daß der Arbeitslohn für I Arbeitstag =] qr. Die Rechnung
wird also die:

Ausgelegtes Kapital

(bloß variabel, bloß in Arbeits- Gesamtprodukt Profit
lohn ausgelegt)
100 ars. (Lohn von 100 Arbeitstagen) 180 qrs. 80 qrs.

D.h., der Kapitalist gewinnt 80 p.c. Profit. Profit ist hier gleich Mehr-
wert. Also auch die Rate des Mehrwerts nur = 80 p.c.; sie war früher gleich
100 p.c., also um 20 höher. Hier haben wir also das Phänomen, daß die
Profitrate um 30 gestiegen ist und die Rate des Mehrwerts um 20 gefallen ist.

Hätte der Kapitalist nach wie vor nur 60 qrs. in Arbeitslohn ausgelegt,
so hätten wir folgende Rechnung:

100 qrs. geben 80 qrs. Mehrwert,
IIgrs. „ 8 „ ”
Hars. „ 8 „ #

Früher aber gaben uns 60 qrs. 60 (d.h. um 20 p. c. gefallen). Oder anders,

früher gaben

Gesamtprodukt Mehrwert
60 qrs. 120 qrs. 60 qrs.
10 grs. 20 qrs. 10 ars.
100 qrs. 200 ars. 100 qrs.

Der Mehrwert ist also gefallen (wir müssen in beiden [Fällen] auf 100 qrs.
rechnen) von 100 auf 80, um 20 p.c.

(60:48 = 100:80; 60:48 = 10:8; 60:48 = 5:4; 4x 60 = 240
und 48 x5 = 240.)

Betrachten wir ferner die Arbeitszeit oder den Wert des grs. Früher
2 qrs. = 1 Arbeitstag oder I qr. = '/, Arbeitstag oder?/,; von eines Mannes
Arbeit. Jetzt dagegen sind 180 qrs. das Produkt von 100 Arbeitstagen;
also I qr. das Produkt von 0/3, Arbeitstag = !0/,, Arbeitstag. Oder das
Produkt ist teurer geworden um !/]s Arbeitstag, oder die Arbeit ist un-
produktiver geworden, indem der Mann früher nur °/,, Arbeitstag brauchte,
um | gr. zu produzieren, während er jetzt !°/,, brauchte. Die Profitrate ist

Auflösung der Ricardoschen Schule 203

gestiegen, obgleich der Mehrwert gefallen und consequently! die Produk-
tvität der Arbeit gefallen oder der reale Wert, die cost of production of
wages gestiegen ist um Y/]s [Arbeitstag] oder 11Y/.@ p.c. Die 180 qrs. waren
früher das Produkt von 90 Arbeitstagen (I qr. so = Ya Arbeitstag
=9/,, Arbeitstag). Sie sind jetzt das Produkt von 100 Arbeitstagen (I qr.
= 100), 0 = Y/ig Arbeitstag). Nehmen wir an, der Arbeitstag sei gleich
12 Stunden = 60 x 12 Minuten = 720’. 328]. Der 18. Teil eines Arbeits-
tages .also = m = 40’. Von diesen 720 Minuten gibt der Arbeiter in
dem ersten Fall dem Kapitalisten °/is = "/, der 720 = 360’. Also geben ihm
60 Arbeiter 360 x 60. Von diesen 720 Minuten gibt der Arbeiter in dem
zweiten Fall ®/,,, also nur 320. Aber der erste Kapitalist wendet 60 Arbeiter
an, gewinnt also 360’ x 60. Der zweite wendet. 100 an, gewinnt also
100 x 320’ = 32 000°. Der erste 360 x 60 = 21 600°. Der zweite gewinnt
also mehr als der erste, weil 100 Arbeiter zu 320 Minuten per Tag mehr
machen als 60 zu 360. Also nur weil er 40 Arbeiter mehr anwendet; aber er
gewinnt weniger verhältnismäßig auf den Arbeiter. Er gewinnt, obgleich
die Rate des Mehrwerts gefallen, also die Produktivität der Arbeit, also
die Produktionskosten der real wages, d.h., das in ihnen enthaltne Arbeits-
quantum gestiegen ist. Nun wollte Herr Mill aber grade das exakte Gegen-
teil beweisen.

“ Gesetzt, Kapitalist Nr. I, der nicht die „Erfindung“ gemacht hat, ohne
Samen und capital fixe Korn zu produzieren, wende ebenfalls 100 Arbeits-
tage an (wie Kapitalist Nr.II), während er in der obigen Rechnung nur
90 Arbeitstage anwendet. Er müßte also 10 Arbeitstage mehr anwenden,
wovon 3!/, für sein capital constant (Samen und capital fixe), 31/, für
Arbeitslohn. Das Produkt dieser 10 Arbeitstage auf seiner alten Produktions-
stufe = 20 qrs., wovon aber 62/, qrs. für capital constant?, 12*/, das Produkt
von 6?/, Arbeitstagen. Davon Salair 6%/, und Mehrwert 6%,.

Wir hätten also folgende Rechnung:

Capital constant Arbeitslohn Gesamtprodukt Mehrwert Mehrwertsrate
66?/, qrs. 66?/, qrs. 200 qrs. 66°/, qrs. 100 p.c.
(33%/, Arbeits- (Lohn für (100 Arbeits- (33'/, Arbeits-
tage) 66°/, Arbeits- tage) tage)
tage)

Auf ein Gesamtprodukt von. 100 Arbeitstagen hätte er Profit von 33,
Arbeitstagen. Oder auf 200 qrs. 66°%/,. Oder wenn wir sein ausgelegtes

1 infolgedessen - in der Handschrift: 5°/, -® in der Handschrift: fixe

204 Zwanzigstes Kapitel

Kapital in qrs. berechnen, auf 133!/, qrs. (das Produkt von 66°/, Arbeits-
tagen), hätte er 66?/, Profit; während der Kapitalist II auf 100 ars.
Auslage 80 Profit hätte. Der Profit des II so größer als der von I. Da aber I
mit derselben Arbeitszeit 200 qrs. liefert, worin der andre 180 - I qr. von I
= 1/, Arbeitstag, I gr. von II = !%/,, oder °/, Arbeitstag, also um !/, Neuntel
oder "/is mehr Arbeitszeit enthielte, also teurer wäre -, würde I den II
aus dem Feld schlagen. Dieser müßte die Erfindung aufgeben und sich
nach wie vor bequemen, zur Kornproduktion Samen und capital fixe an-
zuwenden.

Der Profit von I betrüge auf 120 qrs. 60 qrs. oder 50 p.c. (dasselbe wie
auf 133'/, qrs. 66°).

Der Profit von II betrüge auf 100 qrs. 80 qrs. oder 80 p.c.

Der Profit von II:I = 80:50 = 8:5 = 1:°),.

Dagegen Mehrwert von II:I = 80:100 = 8:10 = 1:"%/, = 1:12),
= 1:P}),:

Die Profitrate von II ist um 30 p.c. größer als die von 1.

Der Mehrwert von Il ist um 20 p.c. kleiner als der von I.

II wendet 66°/; p.c. mehr Arbeiter! an, während der andere auf dem
1 Arbeitstage nur !/, oder 12!/, p.c.? mehr Arbeit aneignet.

1329| Herr Mill hat also bewiesen, daß Kapitalist I, der im ganzen
90 Arbeitstage anwendet, wovon */, im capital constant (Samen und Ma-
schinerie etc.), 60 Arbeiter anwendet, denen er aber nur 30 Tage zahlt, daß
dieser Kapitalist das qr. Korn zu !/, Tag produziert oder °/,s Tag; also
mit den 90 Arbeitstagen 180 grs., wovon 60 qrs. die 30 Arbeitstage decken,
die das capital constant enthält, 60 qrs. den Lohn für 60 Arbeitstage oder
das Produkt von 30 Arbeitstagen, und 60 qrs. den Mehrwert (oder das
Produkt von 30 Arbeitstagen). Der Mehrwert dieses Kapitalisten I=100p.c.
Sein Profit = 50; weil die 60 qrs. Mehrwert berechnet sind nicht auf 60 qrs.,
auf den in Salair ausgelegten Teil des Kapitals, sondern auf 120 qrs., d.h.
das doppelte Kapital (= capital variable + constant).

Er hat ferner bewiesen, daß Kapitalist II, der 100 Arbeitstage anwendet,
wovon er 0 in capital constant auslegt (vermöge seiner Erfindung), ein
Produkt von 180 qrs. liefert; also das Quarter ="%/,, Tag oder !/]s Tag (40’)
teurer als in Nr.I. Seine Arbeit ist unproduktiver um "/i,. Sein Arbeits-
lohn, da der Arbeiter nach wie vor I qr. Lohn per Tag erhält, ist !/,, ge-
stiegen in real value, d.h. in der zu seiner Produktion erforderlichen Ar-
beitszeit. Obgleich nun die Produktionskost of wages um !/,g gestiegen ist

2 In der Handschrift: Arbeitstage - ? in der Handschrift: ?/1s oder 5°/, p.c.

Auflösung der Ricardoschen Schule 205

und sein Gesamtprodukt verhältnismäßig zur Arbeitszeit geringer ist, auch
der von ihm produzierte Mehrwert nur 80 p.c. beträgt, wo der von I 100
betrug, ist seine Profitrate 80, während die des andern 50 war. Warum?
Weil, obgleich die cost of wages bei II gestiegen, er mehr Arbeiter an-
wendet, und weil bei II die Rate des Mehrwerts = der Rate des Profits, in-
dem sie nur auf das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital bezogen wird, und
das capital constant =0. Mill wollte aber umgekehrt beweisen, daß das
Steigen in der Rate des Profits aus einer Verminderung in der Produktionskost
des Arbeitslohns hervorgegangen gemäß dem Ricardoschen Gesetz. Wir
sahn, daß dies Steigen stattfand frofz der Vermehrung in der Produktionskost
des Arbeitslohns; daß also das Ricardosche Gesetz falsch ist, wenn Profit und
Mehrwert unmittelbar identifiziert werden, aber! unter Profitrate das Ver-
hältnis des Mehrwerts oder des Bruttoprofits (der = dem Mehrwert) zum
Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals verstanden wird.

Herr Mill fährt fort:

„Ein return von 180 qrs. konnte früher nicht erhalten werden ohne Auslage von
120 qrs., jetzt durch eine Auslage von nicht mehr als 100.“

Herr Mill vergißt, daß im ersten Teil die Auslage von 120 qrs. = einer
Auslage von 60 Arbeitstagen. Und daß im zweiten Fall die Auslage von
100 qrs. = einer Auslage von 55°/, Arbeitstagen. (Also im ersten Fall I qr.
= °/|, Arbeitstag; im zweiten !%/,,.)

„Die 180 qrs. noch das Resultat der Quantität von Arbeit wie früher, der Arbeit

von 100 men.“
(Pardon! Die 180 qrs. früher das Resultat von 90 Arbeitstagen und jetzt
von 100.) .
„Ein Quarter Korn daher ist noch das Produkt von 1%/,, von eines Mannes Arbeit“
(Pardon! Es war früher das Produkt von °/,, eines Mannes Arbeit),

„denn ein Quarter Korn, welches die Remuneration eines einzelnen Arbeiters ist, ist in

der Tat das Produkt derselben Arbeit als früher“

(Pardon! Erstens ist I qr. Korn jetzt „in der Tat das Produkt“ von
10/,, Tagen, während es früher das Produkt von ?/,, war, kostet also !/,, Tag
mehr Arbeit und zweitens ist die Remuneration eines einzelnen Arbeiters,
ob das gr. °/ig oder !%/,, seines Tages koste, nie mit dem Produkt seiner
Arbeit zu verwechseln, sondern stets nur ein Teil dieses Produkts);

1 In der Handschrift: also

206 Zwanzigstes Kapitel

„es ist nun das Produkt von !°/,, eines Mannes Arbeit und sonst nichts“ (dies ist richtig),
„während früher erfordert war für seine Produktion die Konjunktion dieser Quantität
Arbeit + einer Ausgabe in der Form von Rückerstattung von Profit, was ?/; mehr
ausmacht.“ [p. 102, 103.]

Halt! Erstens ist, wie | wiederholt gesagt, falsch, daß das I qr.
früher %/,, des Arbeitstags kostetet; es kostete nur °//3. Noch falscher
(wäre eine Gradation im absolut Falschen möglich), daß zu diesen °/i, Ar-
beitstag noch „die Konjunktion von reimbursement of profits amounting
to %/, more?“, hinzukam. In 90 (capital constant und capital variable zu-
sammengerechnet) werden 180 qrs. produziert. 180 qrs. = 90 Arbeits-
tagen. I qr. = go = "a Arbeitstag = °/),-. Es kommt also durchaus
keine „Konjunktion“ zu diesen °/,g Arbeitstag oder dem /, Arbeitstag hin-
zu, den I gr. in case Nr. I kostete.

Hier aber entdecken wir die eigentliche Delusion, um die sich der ganze
Blödsinn versteckt bewegt. Mill machte erst a fool of himself, by supposing,
that if 120 qrs. the produce of 60 days of labour, the produce of which was
divided to equal parts between the 60 labourers and the capitalist, the
60 qrs., which represent the capital constant could be the produce of 40
days of labour. "They could only be the produce of 30 days, in whatever
proportion the capitalist and the labourers, producing those 60 qrs., might
happen to share in them. Mais, passons outre.? Um die Delusion ganz klar
zu machen, wollen wir unterstellen, nicht !/; von den 60 qrs. des capital
constant oder 20 qrs. lösten sich in Profit auf, sondern the whole amount
ofthe 60 qrs.* Wir können diese Unterstellung, da sie nicht in unsrem Inter-
esse, sondern im Interesse Mills ist, um so mehr machen, als sie das Problem
vereinfacht. Außerdem ist dem capitalist, der das capital constant von 60 qrs.
produziert, noch eher die Erfindung zuzutrauen, daß er 30 Arbeiter 30 Ar-
beitstage, die 60 qrs. produzieren oder ihren Wert, umsonst arbeiten macht,
ohne irgendwelchen Lohn zu zahlen (wie sich dies ja in der Form der Fron-
arbeit findet), als dem Millschen Kapitalisten, der 180 qrs. Korn ohne Samen
und capital fixe durch eine „Erfindung“ produziert. Also gesetzt, in den

3 In der Handschrift: kostete des Arbeitstags - ? Rückerstattung von Profit, was ?/; mehr
ausmacht - ® sich selbst zum Narren, indem er voraussetzt, daß, wenn 120 grs. das Produkt
von 60 Arbeitstagen sind, das Produkt zu gleichen Teilen zwischen den 60 Arbeitern und
dem Kapitalisten geteilt wird, die 60 qrs., die das konstante Kapital bilden, das Produkt
von 40 Arbeitstagen sein könnten. Sie könnten aber bloß das Produkt von 30 Arbeitstagen
sein, in welchem Verhältnis immer der Kapitalist und die Arbeiter, welche diese 60 qrs.
produzieren, sie unter sich verteilen mögen. Aber lassen wir das. - * der ganze Betrag der

60 ars.

Auflösung der Ricardoschen Schule 207

60 qrs. sei nur Profit von Kapital II enthalten, dem Produzenten des capital
constant von Kapital I, indem Kapital II das Produkt von 30 Arbeitstagen
zu verkaufen hätte, ohne einen farthing den 30 Arbeitern, die jeder einen
Tag arbeiteten, gezahlt zu haben. Wäre es nun richtig zu sagen, daß diese
60 qrs., die sich in bloßen Profit auflösen, in die Prodizktionskosten des
Arbeitslohns des Kapitalisten I eingehn und in „Konjunktion“ mit der von
diesen Arbeitern gearbeiteten Zeit treten?

Allerdings könnten 'Kapitalist und Arbeiter Nr.I keine 120 qrs., über-
haupt kein Quarter produzieren ohne die 60 grs., die ihr capital constant
bilden und sich in bloßen Profit auflösen. Es sind notwendige Produktions-
bedingungen für sie und Produktionsbedingungen, die überdies gezahlt
werden müssen. Aber sie hatten die 60 qrs. nötig, um 180 zu produzieren.
Von diesen 180 ersetzen 60 die 60. Ihre 120 qrs., das Produkt ihrer 60 Ar-
beitstage, bleiben davon unberührt. Hätten sie die 120 produzieren können
ohne die 60, so wäre ihr Produkt, das Produkt der 60 Arbeitstage, dasselbe;
aber das Gesamtprodukt wäre kleiner, weil eben die 60 präexistierenden
Quarters! nicht reproduziert wären. Die Profitrate des Kapitalisten wäre
größer, weil in seine Produktionskosten nicht die Auslage, die Kosten für
die Produktionsbedingungen, die ihn befähigen, einen Mehrwert von 60 qrs.
zu machen, eingingen. Der absolute Profit wäre derselbe, = 60 qrs. Diese
60 qrs. hätten ihm aber nur Auslage von 60 qrs. gekostet. Sie kosten ihm
jetzt Auslage von 120. Diese Auslage für das capital constant geht also
in die Produktionskosten des Kapitalisten ein, aber nicht in die Produktions-
kosten des Salairs.

Unterstelle, durch irgendeine „Erfindung“ könne Kapitalist III, ditto,
ohne seine Arbeiter zu zahlen, 60 qrs. mit 15 Arbeitstagen produzieren
[statt mit 30], teils weil er beßre Maschinen anwende etc. Dieser Kapitalist
III würde den Kapitalisten Il aus dem Markt jagen und sich die Kund-
schaft von Kapitalist I erwerben. Jetzt also würden die Auslagen für den
Kapitalisten gefallen sein ||331] von 60 auf 45 Arbeitstage. Nach wie vor
brauchten die Arbeiter 60 Arbeitstage, um aus den 60 qrs. 180 zu machen.
Und sie brauchten 30 Arbeitstage, um ihr Salair zu produzieren. Für sie
I qr. =!/, Arbeitstag. Aber die 180 qrs. kosteten dem Kapitalisten nur noch
eine Auslage von 45 Arbeitstagen, statt von 602. Da es aber abgeschmackt
wäre zu unterstellen, daß Kom unter dem Namen Samen weniger Arbeits-
zeit kostet als unter dem Namen Korn schlechtweg, so müßten wir unter-
stellen, daß in den ersten 60 qrs. Korn der Samen soviel kostet als früher,

3 In der Handschrift: Arbeitstage - ? in der Handschrift: 90

208 . Zwanzigstes Kapitel

aber weniger Samen nötig ist oder der als capital fixe in den 60 qrs. enthaltne
Wertbestandteil sich verwohlfeilert hat.

Halten wir zunächst das fest, was sich aus der bisherigen Analyse der
Millschen „Illustration“ ergab.

Es hat sich erstens gezeigt: Gesetzt, die 120 qrs. würden ohne alles
capital constant! erzeugt und seien nach wie vor das Produkt von 60 Ar-
beitstagen, während früher die 180 qrs., wovon 60 qrs. capital constant,
gleich dem Produkt von 90 Arbeitstagen waren. In diesem Falle würde das
in Arbeitslohn ausgelegte Kapital von 60 qrs. = 30 Arbeitstagen, das aber
60 Arbeitstage kommandiert, nach wie vor dasselbe Produkt liefern, 120 qrs.
Auch wäre der Wert dieses Produkts unverändert geblieben, nämlich I qr.
=1/, Arbeitstag. Früher war das Produkt zwar = 180 grs. statt jetzt gleich
120; aber die 60 qrs. mehr repräsentierten nur die in dem capital constant
enthaltne Arbeitszeit. Also die Produktionskost der wages unverändert ge-
blieben und die wages selbst, sowohl dem Gebrauchswert als dem Tausch-
wert nach unverändert geblieben, | qr. = !/, Arbeitstag. Ditto wäre der
Mehrwert unverändert geblieben, nämlich 60 qrs. auf 60 qrs. oder '/, Ar-
beitstag auf T/, Arbeitstag. Der Rate nach ausgedrückt war der Mehrwert in
beiden Fällen = 100 p.c. Nichtsdestoweniger betrug die Profitrate im ersten
Fall nur 50 p.c., während sie jetzt 100 p.c. beträgt. Bloß weil 60:60
= 100 p.c. und 60:120=50p.c. Dieses Wachsen in der Profitrate hier
aus keinem Wechsel in den Produktionskosten der wages, sondern einfach,
weil das capital constant =) gesetzt; annähernd dasselbe, wenn der Wert
des capital constant sich vermindert, also damit der Gegenwert des vor-
geschoßnen Kapitals; also die Proportion von Mehrwert zu Kapital wächst,
und diese Proportion is? die Profitrate.

Der Mehrwert wird als Profitrate nicht nur auf den Teil des Kapitals
berechnet, der sich wirklich vermehrt und Mehrwert schafft, nämlich den
in Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals, sondern auch auf den Wert
von Rohmaterial und der Maschinerie, deren Wert nur im Produkt wieder-
erscheint. Außerdem auf den Wert der ganzen Maschinerie, nicht nur des
Teils derselben, der in den Verwertungsprozeß wirklich eingeht, dessen
dechet? also zu ersetzen, sondern auch den Teil derselben, der nur in den
Arbeitsprozeß eingeht.

Zweitens: Bei dem zweiten Beispiel wurde angenommen, daß, während
Kapital I 180 qrs. liefert, =90 Arbeitstagen, so daß 60 qrs. (30 Arbeits-
tage) = capital constant, 60 qrs. (für 60 Arbeitstage, wovon den Arbeitern

1 In der Handschrift: capital fixe - ? Verschleiß

Auflösung der Ricardoschen Schule 209

30 bezahlt werden) = variiablem Kapital, Lohn = 60 ars. (30 Arbeitstage),
Mehrwert = 60 ars. (30 Arbeitstage); dagegen Kapital II ditto 180 qrs.
liefert, aber = 100 Arbeitstage, wovon 100 grs. = Arbeitslohn, 89 = Mehr-
wert. Das ganze vorgeschoßne Kapital hier in Arbeitslohn ausgelegt. Hier
ist das capital constant = 0; der reale Wert des Arbeitslohns ist gestiegen,
obgleich der Gebrauchswert, den der Arbeiter empfängt, derselbe geblieben,
= I qr.; aber I qr. jetzt = !%/,, Arbeitstag, während früher nur = °/,,. Der
Mehrwert ist gefallen von 100 p.c. auf 80, also um ?/, = 20 p.c. Die Profit-
rate ist gestiegen von 50 auf 80, also um ®/, = 60 p.c.! In diesem Fall also
die reale Produktionskost der wages nicht nur nicht unverändert geblieben,
sondern gestiegen. Die Arbeit unproduktiver geworden, die Surplusarbeit
daher gefallen. Und dennoch ist die Profitrate gestiegen. Warum? Erstens,
weil hier kein capital constant, also die Rate des Profits = der Rate des
Mehrwerts. In allen Fällen, wo Kapital nicht ausschließlich in Arbeitslohn
ausgelegt wird, was bei der kapitalistischen Produktion fast unmöglich, muß
sonst die Rate des Profits kleiner sein als die Rate des Mehrwerts, und sie
muß in demselben Verhältnis kleiner sein, als der Gesamtwert des. vor-
geschoßnen Kapitals größer ist als der Wert des in Arbeitslohn ausgelegten
Kapitalbestandteils. Zweitens wendet II in ungleich größerem Verhältnis
mehr Arbeiter an denn I; in ungleich größerem Verhältnis, als die Differenz
der Produktivität der respektiv von ihnen angewandten Arbeiten beträgt.
Drittens: Nach einer Seite hin erschöpfen die unter erstens und zweitens
angeführten Fälle den Beweis, daß die Variation in der Profitrate ganz un-
abhängig von der Produktionskost der wages stattfinden kann. Denn unter
erstens wurde gezeigt, daß die Profitrate steigen kann, obgleich die Produk-
tionskosten der Arbeit dieselben bleiben. Unter zweitens wurde gezeigt, daß
für Kapital II, verglichen mit I, die Profitrate steigt, obgleich die Produk-
tivität der Arbeit fällt, also die Produktionskosten der wages steigen. Es
wurde also durch denselben ||VIII-332| Fall bewiesen, daß, wenn wir um-
gekehrt Kapital I mit Kapital II vergleichen, die Profitrate fällt, obgleich
die Mehrwertrate? steigt, die Produktivität der Arbeit wächst, also die Pro-
duktionskosten der wages fallen. Sie betragen [pro Quarter] für I nur ?/1g
Arbeitstag, für II aber !0/,, Arbeitstag, und doch die Profitrate bei II um
60°p.c. höher als bei I. In allen diesen Fällen sind die Variationen in der
Profitrate nicht nur nicht bestimmt durch die Variationen in den Produktions-
kosten der wages, sondern finden in denselben Verhältnissen statt. Es ist nun
wohl zu bemerken, daß hieraus nicht folgt, daß die eine Bewegung die
2 In der Handschrift: von 60 auf 80, also um !/; = 33"/3 p.c. - * in der Handschrift:
der Mehrwert - ? in der Handschrift: 331/,

210 Zwanzigstes Kapitel

Ursacheder andren sei (alsoz.B. nicht, daß die Profitrate fällt, weildieProduk-
tionskosten der wages fallen, oder nicht steigt, weil die Produktionskosten
der wages steigen), sondern nur, daß andre Umstände die entgegengesetzten
Wirkungen paralysieren. Jedenfalls ist aber das Ricardosche Gesetz falsch,
daß die Variationen in der Profitrate in entgegengesetzter Richtung wie die
Variationen im Arbeitslohn stattfinden, und daß die eine steigt, weil die
andre fällt und umgekehrt. Dies Gesetz nur wahr für die Rate des Mehr-
werts. Indes ist selbst ein notwendiger Zusammenhang darin (nicht immer),
daß Profitrate und Wert des Arbeitslohns, statt in entgegengesetzter, in
derselben Richtung steigen und fallen. Es wird mehr Handarbeit an-
gewandt, wo die Arbeit unproduktiver. Es wird mehr konstantes Kapital
angewandt, wo die Arbeit produktiver. Dieselben Umstände hier, die ein
Steigen der Mehrwertrate oder ein Fallen derselben! veranlassen, müssen
daher ein Fallen der Profitrate usw. in entgegengesetzter Richtung hervor-
bringen.

### [B) Scheinbare Variation, in der Profitrate, wenn der Kapitalist dazu übergeht,
sein konstantes Kapital selbst zu produzieren]

Aber wir wollen jetzt den Fall setzen, wie Mill ihn sich eigentlich dachte,
obgleich er ihn nicht richtig formuliert hat. Dies wird zugleich die eigent-
liche Meinung seines talks* von dem vorgeschoßnen Profite des Kapitalisten
erklären.

So wie Mill das Beispiel gesetzt hat, kann es trotz aller „Erfindung“ und
unter jeder möglichen „Konjunktion“ nicht bleiben, weil es absoluten
Widerspruch und Widersinn einschließt, seine eignen Voraussetzungen sich
aufheben.

Von 180 qrs. sollen 60 qrs. (das seed und capital fixe) gleich sein 20 qrs.
für Profit und 40 qrs. für 40 Arbeitstage, so daß, wenn die 20 qrs. für Profit
fortfallen, dennoch die 40 Arbeitstage bleiben, nach welcher Voraussetzung
also die Arbeiter das ganze Produkt für ihre Arbeit erhalten, also absolut
nicht zu sehn ist, woher die 20 qrs. Profit herkommen und ihr Wert. Sind
sie als bloß nominelle surcharge de prix? vorausgesetzt, stellen sie keine
Arbeitszeit vor, die der Kapitalist sich angeeignet, so muß ihr Wegfallen ganz
ebenso profitlich sein, als wenn in den 60 ars. 20 ars. Arbeitslohn berech-
net wären für Arbeiter, die nicht gearbeitet haben. Ferner: 60 qrs. hier nur
Ausdruck für den Wert des capital constant. Sie sollen aber das Produkt

1 In der Handschrift: des Mehrwerts oder ein Fallen desselben -? Geschwätzes - ° no-
mineller Aufschlag auf den Preis

Auflösung der Ricardoschen Schule 211

von 40 Arbeitstagen sein. Änderseits vorausgesetzt, daß die übrigen 120 qrs.
das Produkt von 60 Arbeitstagen. Unter Arbeitstage hier aber gleiche
Durchschnittsarbeit zu verstehn. Also die Voraussetzung absurd.

Also erstens anzunehmen, daß in den 180 qrs. nur 90 und in den 60 grs.
= dem Wert des capital constant, nur 30 Arbeitstage enthalten sind. Die
Voraussetzung, daß der Profit = 20 qrs. oder 10 Arbeitstagen wegfallen
kann, wieder abgeschmackt; es müßte denn vorausgesetzt werden, daß die
30 Arbeiter, die zur Produktion des capital constant gebraucht werden, zwar
nicht unter einem Kapitalisten arbeiten, aber anderseits so gefällig sind,
sich nur den Arbeitslohn auszuzahlen, */, ihrer Arbeitszeit, und die übrige
Hälfte nicht in ihrer Ware zu berechnen. Mit einem Worte, daß sie ihre
Arbeitstage 50 p.c. unter dem Wert verkaufen. Also auch diese Voraus-
setzung abgeschmackt.

Aber nehmen wir an, Kapitalist I, statt sein capital constant vom Kapi-
talist II zu kaufen, um es dann zu verarbeiten, verbinde in seiner eignen
Produktion die Produktion des capital constant mit der Verarbeitung des-
selben. Er liefert sich also selbst Samen, Ackerbaugeräte etc. Lassen wir
auch die Erfindung weg, wodurch Samen und capital fixe überflüssig wer-
den. Also er gebe 20. qrs. (= 10 Arbeitstagen) für capital constant (zur
Produktion seines capital constant aus), 10 qrs. (als Lohn für 10 Arbeits-
tage, wovon die Arbeiter 5 umsonst arbeiten), so ist die Rechnung jetzt diese:

I 333] Capital Capital variable Mehrwert Gesamtprodukt
constant für 80 Arbeiter

20 ars. 60+20=80gars. 60+20=80grs. 180 qrs.
(10 Arbeits- (Lohn für 80 Arbeits- (= 40 Arbeitstagen) (= % Arbeitstagen)
tage) tage) (= 40 Arbeits-

tagen)

Die reale Produktionskost des Arbeitslohns ist dieselbe geblieben, also
die Produktivität der Arbeit. Das Gesamtprodukt ist dasselbe geblieben,
= 180 qrs., und hat denselben Wert nach wie vor von 180 qrs. Die Rate
des Mehrwerts ist dieselbe geblieben, 80 qrs. auf 80 qrs. Der absolute
amount! oder die Größe des Mehrwerts ist gestiegen von 60 auf 80 qrs.,
also um 20 qrs. Das vorgeschoßne Kapital ist gefallen von 120 auf 100 qrs.
Früher hatten wir auf 120 qrs. 60 qrs. oder Profitrate von 50 p.c. Jetzt haben
wir 80 grs. auf 100 qrs. oder Profitrate von 80 p.c. Der Gesamtwert des
vorgeschoßnen Kapitals ist gefallen von 120 auf 20 grs., und die Profitrate

1 Betrag
14*

212 Zwanzigstes Kapitel

ist gestiegen von 50 auf 80 p.c. Der Profit selbst, abgesehn von der Rate,
beträgt jetzt 80 qrs., während er früher 60 betrug, ist also um 20 qrs. ge-
stiegen, d.h. wie die Summe (nicht die Rate) des Mehrwerts.

Hier ist also kein Wechsel vorgegangen, keine Variation in den Produk-
tionskosten derreal wages. Das Steigen der Profitrate rührt hier erstens daher,
“daß zwar nicht die Rate des Mehrwerts, wohl aber der absolute amount des
Mehrwerts gestiegen ist von 60 qrs. auf 80, also um ein Drittel; und diese ist
gestiegen um Y/, oder 33!/, p.c., wzil der Kapitalist, statt früher 60, jetzt
80 Arbeiter direkt beschäftigt, also !/, oder 33"/, p.c. mehr lebendige Arbeit
exploitiert und zwar zu derselben Mehrwertsrate jetzt 80 Arbeiter beschäf-
tigt, wozu er früher nur 60 beschäftigt.

Zweitens. Während so die absolute Größe des Mehrwerts (also der gross
profit!) um 33!/, p.c. gestiegen ist, von 60 qrs. auf 80 qrs., ist die Profit-
rate gestiegen von 50 p.c. auf 80 p.c., um 30, also um °/, (da */,; von 50
= 10 und °/,;=30), d.h. um 60 p.c. Nämlich der Wert des ausgelegten
Kapitals ist gefallen von 120 auf 100, obgleich der Wert des in Arbeitslohn
ausgelegten Bestandteils des Kapitals gestiegen ist von 60 auf 80 qrs. (von
30 auf 40 Arbeitstage). Dieser Teil des Kapitals ist um 10 Arbeitstage
(= 20 qrs.) gestiegen. Dagegen ist der konstante Bestandteil des Kapitals
gefallen von 60 auf 20 qrs. (von 30 Arbeitstagen auf 10), um 20 Arbeits-
tage. Rechnen wir also die 10 Arbeitstage ab, um die der in Arbeitslohn aus-
gelegte Teil des Kapitals gestiegen ist, so ist das ganze ausgelegte Kapital
gefallen um 10 Arbeitstage (= 20 qrs.). Es betrug früher 120 qrs. (= 60 Ar-
beitstagen). Es beträgt jetzt nur noch 100 qrs. (= 50 Arbeitstagen). Es ist
also gefallen um }/,, d.h. um 16%, p.c.

Übrigens ist diese ganze Variation in der Profitrate nur scheinbar und
nur ein transfer” von einem Rechnungsbuch in das andre. Kapitalist I hat
statt 60 qrs. 80 Profit, d.h. 20 Profit mehr; dies ist aber der exakte Profit,
den früher der Produzent des capital constant machte, und den er jetzt ver-
loren hat, weil Kapitalist I, statt sein capital constant zu kaufen, es selbst
produziert, also statt den | Mehrwert von 20 qrs. (10 Arbeitstagen),
den jener Produzent aus den von ihm beschäftigten 20 Arbeitern zog, diesem
zu zahlen, ihn selbst einsteckt.

Nach wie vor waren und sind auf die 180 qrs. 80 qrs. Profit, nur daß sie
früher zwischen zwei Personen verteilt waren. Die Profitrate scheint größer,
weil Kapitalist I früher die 60 qrs. nur als capital constant betrachtete,
was sie für ihn waren, also nicht den Profit, den der Produzent des capital

1 Gesamtprofit - ? eine Übertragung

Auflösung der Ricardoschen Schule 213

constant bezog. Die Profitrate ist sowenig verändert, wie der Mehrwert
oder irgendeine Produktionsbedingung, die Produktivität der Arbeit ein-
geschlossen. Früher das von dem Produzenten [des konstanten Kapitals]
ausgelegte Kapital = 40 ars. (20 Arbeitstagen), das von Kapitalist I aus-
gelegte [variable Kapital] = 60 qrs. (30 Arbeitstagen), zusammen 100 qrs.
(50 Arbeitstagen) und der Profit 20 qrs. für den ersten, 60 für den andern,
also 80 qrs. (40 Arbeitstagen). Das ganze Produkt = 90 Arbeitstagen
(180 grs.), 80 Profit zu 100 in Arbeitslohn und konstantem Kapital aus-
gelegten Wert. Für die Gesellschaft ist hier nach wie vor die aus dem Profit
stammende Revenue konstant geblieben; ditto das Verhältnis von Mehrwert
zu Arbeitslohn.

Der Unterschied kommt daher, daß, wenn der Kapitalist als Käufer in
den Warenmarkt tritt, er einfacher Warenbesitzer ist; er hat den ganzen
Wert der Ware, die ganze in ihr enthaltne Arbeitszeit zu zahlen, gleichgültig
in welchen Proportionen Kapitalist und Arbeiter an den Früchten dieser
Arbeitszeit teilgenommen haben oder teilnehmen. Tritt er dagegen als
Käufer in den Arbeitsmarkt, so kauft er in der Tat mehr Arbeit, als er zahlt.
Wenn er also, statt sein Rohmaterial und Maschinerie zu kaufen, sie eben-
falls selbst produziert, so eignet er sich selbst die Surplusarbeit an, die er
sonst dem Verkäufer von Rohmaterial und Maschinerie zu zahlen hätte.

Für den einzelnen Kapitalisten - nicht für die Profitrate - ist dies aller-
dings ein Unterschied, ob er einen Profit selbst macht oder ihn einem an-
dern zahlt. (Bei der Berechnung deshalb der Verminderung der Profitrate
durch Wachsen des capital constant wird immer der Durchschnitt der Gesell-
schaft genommen; d.h. die Gesamtmasse, die die Gesellschaft in einem ge-
gebnen Augenblick als capital constant anwendet, und das Verhältnis dieser
Masse zu: Masse des direkt in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals.) Indes
bestimmt dieser Gesichtspunkt und kann selten bestimmen selbst den einzel-
nen Kapitalisten bei solchen Kombinationen, wie sie z.B. vorkommen, wenn
der Kapitalist zugleich spinnt und webt, selbst seine Ziegelsteine brennen
läßt usw. Was hier bestimmt, ist die wirkliche Ersparung in den Produk-
tionskosten durch Zeitersparung im Transport, Ersparung in Gebäulichkeit,
Heizung, bewegender Kraft etc., größre Kontrolle über die Qualität des
Rohmaterials etc. Wollte er selbst seine Maschinen bauen, die er selbst
braucht, so fabrizierte er, wie der kleine Produzent, der für eignen Bedarf
oder den persönlichen Bedarf einiger Kunden arbeitet, auf kleiner Stufen-
leiter, und die Maschine kostete ihm mehr, als wenn er sie bei dem Ma-
schinenbauer kauft, der für den Markt arbeitet. Oder wollte er gleichzeitig
spinnen, weben und Maschinen nicht nur für sich, sondern für den Markt

214 . Zwanzigstes Kapitel

bauen, so brauchte er größres Kapital, das er wahrscheinlich vorteilhafter
(Teilung der Arbeit) in sein eignes Geschäft steckte. Es kann dies nur ein
Gesichtspunkt sein, wo er für sich selbst einen hinreichenden Markt bildet,
um sein capital constant selbst auf vorteilhafter Stufenleiter produzieren
zu können. Seine eigne Nachfrage muß dafür groß genug sein. In diesem
Falle, selbst wenn seine Arbeit unproduktiver als die des eigentlichen Produ-
zenten des capital constant, eignet er sich einen Teil der Surplusarbeit an,
die er sonst einem andren Kapitalisten zu zahlen hätte.

Wir sehn, dies hat nichts mit der Profitrate zu tun. Wenn also, wie in
dem Beispiel von Mill, früher 90 Arbeitstage angewandt waren, und 80 Ar-
beiter, so wird nichts an den Produktionskosten gespart, daß die im Produkt
enthaltne Surplusarbeit von 40 Tagen (= 80 ars.) früher von 2 und jetzt
von einem Kapitalisten eingesackt werden. Die 20 qrs. Profit (10 Arbeits-
tage) verschwinden nur aus dem einen Rechnungsbuch, um in dem andern
wieder zu erscheinen.

Dies Sparen auf frühere Profite, wenn es nicht mit Sparen von Arbeits-

zeit, also auch mit Sparen von Arbeitslohn zusammenfällt, daher bloße
delusion.138!

### [c) Über den Einfluß von Wertwechsel des konstanten Kapitals
auf Mehrwert, Profit und Arbeitslohn]

1335| Viertens bleibt aber jetzt der Fall, wo der Wert des capital con-
stant infolge vergrößerter Produktivität der Arbeit fällt, und es bleibt für
diesen Fall zu untersuchen, ob und wieweit er mit der real Produktionskost
of wages or value of labour! zu tun hat. Es ist dies also die Frage, wieweit
ein realer Wertwechsel des capital constant zugleich Variation im Verhältnis
von Profit und Arbeitslohn hervorruft. Der Wert des capital constant kann
konstant bleiben - seine Produktionskosten - und doch kann mehr oder
weniger davon in das Produkt eingehn. Selbst seinen Wert als konstant vor-
ausgesetzt, wird es wachsen im Maß, wie sich die Produktivität der Arbeit,
die Produktion auf großer Stufenleiter entwickelt. Variationen in der ver-
hältnismäßigen Masse des angewandten capital constant, bei gleichbleibenden
oder selbst steigenden Produktionskosten desselben - Variationen, die alle die
Profitrate variieren - sind also de prime abord? von dieser Untersuchung
ausgeschlossen.

Ferner sind von der Frage alle Produktionszweige ausgeschlossen, deren
Produkte weder direkt noch indirekt in den Konsum des Arbeiters eingehn.

1 der Löhne oder dem Wert der Arbeit - ? von vornherein

Auflösung der Ricardoschen Schule 215

Die Variationen in der wirklichen Profitrate (d.h. dem Verhältnis des wirk-
lich in diesen Produktionszweigen produzierten Mehrwerts zum ausgeleg-
ten Kapital) dieser Produktionszweige wirken aber auf die allgemeine Profit-
rate, die aus dem Nivellement der Profite entsteht, ebensowohl ein, wie
Variationen in der Profitrate der Industriezweige, deren Produkte direkt
oder indirekt in den Konsum des Arbeiters eingehn.

Die Frage muß ferner darauf reduziert werden: Wie kann ein Wert-
wechsel im capital constant rückwirkend den Mehrwert selbst affizieren?
Denn den Mehrwert einmal als gegeben vorausgesetzt, ist das Verhältnis
von Surplusarbeit zu notwendiger Arbeit vorausgesetzt, also der Wert des
Arbeitslohns, i.e. seine Produktionskosten. Unter diesen Umständen kann
irgendwelcher Wertwechsel in dem capital constant den Wert des Arbeits-
lohns gar nicht berühren, ebensowenig wie das Verhältnis der Surplus-
arbeit zur notwendigen, obgleich er unter allen Umständen die Profitrate
affizieren muß, die Produktionskosten des Mehrwerts für den Kapitalisten,
und unter gewissen Umständen, nämlich wenn das Produkt in die Konsum-
tion des Arbeiters eingeht, die Quantität der Gebrauchswerte, worin sich
das Salair auflöst, affiziert, obgleich nicht seinen Tauschwert.

Es sei der Arbeitslohn gegeben, also z.B. in der Baumwollfabrik Arbeits-
lohn = 10 Arbeitsstunden, surplus value = 2 Arbeitsstunden. Es falle in-
folge einer günstigen Ernte die Rohbaumwolle um die Hälfte des Preises.
Dieselbe Quantität Baumwolle, die dem Fabrikanten früher 100 I. kostete,
kostet jetzt nur 50. Dieselbe Quantität Baumwolle absorbiert nach wie vor
dieselbe Spinnarbeit und Webarbeit. Mit einer Auslage von 501. für
Baumwolle kann der Kapitalist also jetzt ebensoviel Surplusarbeit absorbie-
ren wie früher mit einer Auslage von 100 !., oder fährt er fort, 1001. in
Baumwolle auszulegen, so erhält er jetzt für denselben Preis wie früher eine
Quantität Baumwolle, worin er die doppelte Surplusarbeit absorbieren
kann. In beiden Fällen würde die Rate des Mehrwerts, also sein Verhältnis
zum Arbeitslohn, dieselbe bleiben; aber im zweiten Fall würde amount!
des Mehrwerts steigen, da doppelt so viele Arbeit mit derselben Rate von
Surplusarbeit angewandt. In beiden Fällen würde die Profitrate steigen,
obgleich keine Variation in den Produktionskosten des Salairs vorgegangen.
Sie würde steigen, weil in der Profitrate die surplus value berechnet ist auf
die Produktionskosten des Kapitalisten, den Gesamtwert des von ihm aus-
gelegten Kapitals, und weil diese gefallen. Es kostet ihm jetzt weniger Aus-
lage, dieselbe surplus value zu produzieren wie früher. Im zweiten Fall

3 Betrag

216 Zwanzigstes Kapitel

würde nicht nur die Profitrate steigen, sondern der amount of profit, weil
der Mehrwert selbst gestiegen infolge von Mehranwendung von Arbeit,
ohne daß diese Mehranwendung Mehrkost für das Rohmaterial verursacht
hätte. Auch in diesem Falle fände das Steigen in der Rate und dem amount
des Profits statt ohne irgendeine Variation im Wert der Arbeit.

Ändrerseits steige infolge einer Mißernte der Wert der Baumwolle um
das Doppelte, so daß dieselbe Quantität Baumwolle, | die früher 100 I.
kostete, jetzt 2001. koste. In diesem Fall sinkt die Profitrate unter allen
Umständen, kann aber auch unter gewissen Umständen die Masse oder die
absolute magnitude of profit! fallen. Wendet der Kapitalist nach wie vor
dieselbe Masse Arbeiter an, die ebensoviel wie früher arbeiten - ganz unter
den alten Verhältnissen -, so fällt seine Profitrate, obgleich das Verhältnis
der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit und daher die Rate und der Be-
trag des Mehrwerts dieselben geblieben. Die Profitrate fällt, weil für den
Kapitalisten die Produktionskosten des Mehrwerts gestiegen, i.e. 1001.
Auslage in Rohmaterial mehr nötig war, um ebensoviel fremde Arbeitszeit
wie früher anzueignen. Ist der Kapitalist aber gezwungen, einen Teil des
Geldes, das er früher in Arbeitslohn auslegte, jetzt in Baumwolle auszu-
legen, z.B. für 150 I. Baumwolle zu kaufen, wovon 50 1. früher in den Ar-
beitslohn gingen, so fällt Rate und amount des Profits, letztrer, weil weniger
Arbeit, wenn auch zur selben Rate des Mehrwerts, angewandt worden.
Dasselbe würde eintreffen, wenn infolge der Mißernte nicht Baumwolle
genug da wäre, um dieselbe Quantität lebendiger Arbeit wie früher zu ab-
sorbieren. In beiden Fällen würden amount und Profitrate fallen, obgleich
die value of labour dieselbe geblieben, also die Rate des Mehrwerts oder
das Quantum unbezahlter Arbeit, das der Kapitalist im Verhältnis zu der
von ihm im Arbeitslohn bezahlten Arbeit erhält.

Bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts, also gleichbleibender value of
labour, muß also ein Wertwechsel des capital constant einen Wechsel in
der Profitrate erzeugen und kann begleitet sein von einem Wechsel im gross
amount? des Profits.

Was nun anderseits den Arbeiter betrifft:

‘Fällt die Baumwolle im Wert, also das Produkt, worin sie eingeht, so
erhält er nach wie vor einen Arbeitslohn = 10 Arbeitsstunden. Aber den
Teil der Baumwollware, den er selbst konsumiert, erhält er wohlfeiler, kann
also einen Teil des früher in Baumwolle Verausgabten nun anders veraus-
gaben. Nur in diesem Verhältnis wächst die Quantität der ihm zugänglichen

1 Größe des Profits - ? Gesamtbetrag

Auflösung der Ricardoschen Schule 217

Lebensmittel, in dem Verhältnis, worin er an dem Preis der Baumwollware
spart. Denn im übrigen erhält er jetzt für eine größre Quantität Baumwoll-
ware nicht mehr als früher für eine geringere. Im selben Verhältnis, worin
die Baumwollware gefallen, sind die andren Waren gestiegen. Kurz, eine
größre Quantität Baumwollware hat jetzt keinen größren Wert als früher
die kleinere. In diesem Falle also würde der Wert des Arbeitslohns derselbe
Bleiben, aber eine größre Quantität andrer Waren (Gebrauchswerte) dar-
stellen. Dennoch wäre die Profitrate gestiegen, obgleich die Rate des Mehrwerts
unter derselben Voraussetzung nicht steigen könnte.

Umgekehrt im Fall der Verteurung der Baumwolle. Bliebe der Arbeiter
dieselbe Zeit beschäftigt, und erhielte nach wie vor einen Arbeitslohn =
10 Stunden, so wäre der Wert seiner Arbeit derselbe, aber der Gebrauchs-
wert wäre gefallen, soweit der Arbeiter selbst Baumwolle konsumiert. In
diesem Falle der Gebrauchswert des Salairs gefallen, der Wert derselbe, ob-
gleich die Profitrate gefallen. Wenn also Mehrwert und (realer) Arbeits-
lohn stets in entgegengesetzten Verhältnissen fallen und steigen (mit Aus-
nahme des Falls, daß der Arbeiter an der absoluten Verlängerung seiner
Arbeitszeit teilnimmt; in diesem Fall nützt sich aber sein Arbeitsvermögen
um so rascher ab), kann die Profitrate steigen oder fallen, im ersten Fall,
obgleich die value des Arbeitslohns dieselbe bleibt und sein Gebrauchs-
wert wächst, im zweiten Fall, obgleich die value des Arbeitslohns dieselbe
bleibt, sein Gebrauchswert jedoch fällt.

Steigen der Profitrate, das Folge eines Falls im Wert des konstanten
Kapitals, hat daher unmittelbar nichts zu tun mit irgendeiner Variation im
Realwert des Arbeitslohns (der in demselben enthaltnen Arbeitszeit).

Wenn also, wie oben unterstellt, die Baumwolle um 50 p.c. im Wert fällt,
so wäre nichts falscher als zu sagen, entweder, daß die Produktionskosten
der wages gefallen sind oder daß, wenn der Arbeiter, in Baumwollware aus-
gezahlt, nach wie vor denselben Wert erhielte, also ein größres Quantum
Baumwollware erhielte als früher (indem nach wie vor 10 Arbeitsstunden
z.B. = 10 sh., ich für die 10 sh. aber mehr Baumwollware als früher kaufen
kann, weil der Wert der Rohbaumwolle gefallen), die Profitrate dieselbe
bliebe. Die Rate des Mehrwerts bleibt dieselbe, aber die Profitrate
steigt. Die Produktionskosten des Produkts wären gefallen, weil ein Bestand-
teil des Produkts - sein Rohmaterial - weniger Arbeitszeit kostet als früher.
Die Produktionskosten des Arbeitslohns wären dieselben geblieben wie
früher, da nach wie vor der Arbeiter dasselbe Quantum Arbeitszeit für sich
und dasselbe Quantum Arbeitszeit für den Kapitalisten arbeitet. (Die Produk-

tionskosten des Salairs aber hängen ab nicht von der Arbeitszeit, die die

218 Zwanzigstes Kapitel

Produktionsmittel kosten, mit denen der Arbeiter arbeitet, sondern von der
Arbeitszeit, die er arbeitet, um sein Salair zu ersetzen. Bei Herrn Mill
wären die Produktionskosten des Salairs eines Arbeiters deswegen teurer,
weil er z.B. Kupfer statt Eisen oder Flachs statt Baumwolle bearbeitet;
oder sie wären teurer, wenn er Flachssamen, als wenn er Baumwollsamen
sät; oder! wenn er mit einer teuren Maschine, als wenn er mit gar keiner
Maschine, sondern bloßem Handwerkszeug arbeitet.) Die Prodiuktions-
kosten des Profits wären gesunken, weil die Gesamtheit, die Totalsumme
des vorgeschoßnen Kapitals, um den Mehrwert zu produzieren, gesunken
wäre. Die Kosten des Mehrwerts sind nie größer als die Kosten des Teils
des Kapitals, der in Salair ausgelegt ist. Die Kosten des Profits sind dagegen
= den Gesamtkosten des Kapitals, das vorgeschossen wurde, um diesen
Mehrwert zu schaffen. Sie sind also bestimmt nicht nur durch den Wert
des Kapitalbestandteils, der in Salair ausgelegt ist und den Mehrwert
schafft, sondern auch durch den Wert der Kapitalbestandteile, die nötig
sind, um diesen einen Kapitalbestandteil, der sich gegen lebendige Arbeit
austauscht, in Aktion setzen zu können. Herr Mill verwechselt die Produk-
tionskosten des Profits mit den Produktionskosten des Mehrwerts, oder er
verwechselt Profit und Mehrwert.

Aus dem Entwickelten ergibt sich die Wichtigkeit von Wohlfeilheit oder
Teurung des Rohmaterials für die Industrie, die diese Rohmaterialien be-
arbeitet (von der relativen Verwohlfeilerung der Maschinerie gar nicht zu
reden*), selbst vorausgesetzt, daß der Marktpreis gleich dem Wert der Ware, _
d.h. daß der Marktpreis der Ware exakt in demselben Verhältnis fällt, wie
das in ihr enthaltne Rohmaterial.

Colonel Torrens bemerkt daher mit Recht in bezug auf England:

„Für ein Land in der Lage Englands muß die Bedeutung eines Außenmarktes
nicht nach der Menge Fertigwaren gemessen werden, die er erhält, sondern nach der
Menge der Elemente der Reproduktion, die er zurückgibt.“ (R.Torrens, „A letter to
Sir R.Peel etc. on the condition of England etc.“ , 2"d ed., Lond. 1843, p.275.)

{Die Art, wie Torrens dies beweist, dagegen schlecht. Das gewöhnliche
Gerede von supply and demand®. Die Sache kömmt bei ihm darauf hinaus,
daß, wenn das englische Kapital z.B. das cotton fabriziert, rascher wächst

* Unter relativer Verwohlfeilerung der Maschinerie verstehe ich, daß der absolute
Wert der angewandten Maschineriemasse steigt, aber nicht steigt im Verhältnis zur
Masse und größren efficiency? derselben.

1 In der Handschrift: als - ? Leistungsfähigkeit - ® Zufuhr und Nachfrage

Auflösung der Ricardoschen Schule 219

als das Kapital which grows cotton, in the United States for instance!, der
Preis der Baumwolle steigt, und dann sagt er,

„der Wert der Baumwollfabrikate wird sinken in dem Verhältnis zu den einfachen

Kosten ihrer Produktion“. [l.c. p.240.]

Nämlich während das Rohmaterial durch die wachsende Nachfrage von
England steigt, werden die cotton fabrics?, verteuert durch die steigenden
Preise des Rohmaterials, im Preis fallen; wie wir in der Tat z.B. sehn, daß
jetzt (Frühling 1862) der Twist kaum teurer als die Rohbaumwolle und
das Geweb kaum teurer als das Garn. Indes unterstellt Torrens, daß genug,
wenn auch teures cotton, da ist für den englischen industriellen Konsum.
Der Preis des cotton steigt über seinen Wert. Werden daher die cotton
fabrics zu ihrem Wert verkauft, so dies nur möglich, daß, wenn der cotton
grower® mehr surplus value von dem ganzen Produkt bezieht als ihm zu-
kommt, er in der Tat partizipiert an einem Teil der dem cotton manufac-
turer* zukommenden surplus value. Letzter kann nicht diesen Teil durch
Steigerung des Preises ersetzen, da die demand infolge des steigenden
Preises fiele. Im Gegenteil. Infolge der fallenden Nachfrage kann sein
Profit? noch tiefer sinken, als es durch die surcharge® des cotton growers
sinkt.

Die Nachfrage nach Rohstoff, Baumwolle z. B., jedes Jahr geregelt, nicht
nur durch die effektive, augenblicklich vorhandne Nachfrage, sondern
durch die Durchschnittsnachfrage des Jahres, also nicht nur durch die
Nachfrage der im Gang befindlichen Fabriken, sondern die Nachfrage, aber
vermehrt während des kommenden Jahres durch die Anzahl der Fabriken,
die erfahrungsgemäß sich auftun werden, d.h., durch den verhältnismäßigen
Zuwachs der Fabriken während des Jahres, oder durch die Surplusnachfrage,
1338| die diesem verhältnismäßigen Zuwachs entsprechen wird.

Umgekehrt. Fällt der Preis der Baumwolle etc. z.B. infolge besonders
fruchtbarer Ernte, so fällt dieser Preis meist unter seinen Wert; ebenfalls
wieder durch das Gesetz von Nachfrage und Zufuhr. Die Profitrate und
eventuell, wie oben gezeigt, der gross amount of profit wächst daher nicht
nur in dem Verhältnis, worin sie” wachsen würde, wenn der Preis der wohl-
feiler gewordnen Baumwolle = ihrem Wert; sondern sie? wächst, weil das
fertige Produkt sich nicht verwohlfeilert in dem ganzen Verhältnis, worin der
cotton grower die Baumwolle unter ihrem Wert verkauft hat, weil also der

1 das Baumwolle anbaut, in den Vereinigten Staaten zum Beispiel - ? Baumwollfabri-
kate -® Baumwollpflanzer - Baumwollfabrikanten - 3 in der Handschrift: Produkt - ® den
Aufschlag - ? in der Handschrift: er

220 Zwanzigstes Kapitel

Fabrikant einen Teil der dem cotton grower gebührenden surplus value in
die Tasche steckt. Dies vermindert die Nachfrage seines Produkts nicht, da
dies ohnehin im Preis sinkt, weil der Wert der Baumwolle gesunken ist.
Es sinkt aber nicht so tief im Preis, wie der Preis der Rohbaumwolle unter
ihren eignen Wert gefallen ist.

Es kommt hinzu, daß in solchen Zeiten die Nachfrage wächst, weil die
Arbeiter vollauf beschäftigt und bezahlt sind, also auch selbst als Konsu-
menten bedeutend eingreifen, als Konsumenten ihres eignen Produkts. In
solchen Fällen, wo der Rohstoff sinkt, nicht durch permanenten und fort-
wirkenden Fall in seinen durchschnittlichen Produktionskosten, sondern
durch besonders gute oder schlechte Jahreszeit (Witterung), fällt der Lohn
der Arbeiter nicht, steigt vielmehr die Nachfrage nach denselben. Der effect
dieser Nachfrage wirkt nicht nur in dem Verhältnis, worin sie! steigt. Um-
gekehrt. Bei plötzlicher Verteurung des Produkts [werden] teils viele Ar-
beiter entlassen, teils sucht sich der Fabrikant schadlos zu halten durch
Herabdrücken des Arbeitslohns unter sein Normalniveau. Die Normalnach-
frage der Arbeiter fällt also und vermehrt also noch das schon allgemeine
Sinken der Nachfrage und den Effekt, den dasselbe auf den Marktpreis
hervorbringt.}

Was Mill hauptsächlich zu dem Einfall verleitet, daß durch einen Wert-
wechsel im konstanten Kapital der Wert der Arbeit oder die Produktions-
kosten der Arbeit modifiziert werden, also z.B. ein Fall im Wert des vor-
geschoßnen capital constant den Wert der Arbeit, ihre Produktionskosten,
also auch das Salair fallen macht, ist seine (ricardische) Vorstellung von der
Teilung des Produkts zwischen Arbeiter und Kapitalist. Durch einen Fall
im Wert des Rohmaterials, der Rohbaumwolle z.B., fällt der Wert des
Garns. Seine Produktionskosten nehmen ab; das Quantum der in ihm ent-
haltnen Arbeitszeit hat sich verringert. Wäre z.B. ein Pfund Twist das
Produkt der zwölfstündigen Tagesarbeit eines Mannes und fiele der Wert
der in diesem Pfund Twist enthaltnen Baumwolle, so ist der Wert des Ib.
Twist gefallen exakt wie der Wert der zum Spinnen verwandten Baum-
wolle gefallen ist. Z.B. 1 Ib. Nr. 40 Mule yarn 2° quality? betrug am 22. Mai
1861 12. (1 sh.). Es betrug am 22.Mai 1858 Id. (in der Tat 11%/,, da
sein Preis nicht fiel ganz wie der der Rohbaumwolle). Aber im ersten Fall
betrug der Preis des Ib. fair? Rohbaumwolle dd. (in der Tat 8"/,), im
zweiten 7d. (in der Tat 7°/,). Hier war also der Wert der Garne exakt
gefallen wie der Wert der Rohbaumwolle, der Wert ihres Rohstoffs. Also,

% In der Handschrift: er -? Mulegarn zweiter Qualität - $ guter

Auflösung der Ricardoschen Schule 221

sagt Mill, ist die Arbeit nach wie vor dieselbe; war sie 12 Stunden, so ist das
Produkt nach wie vor das Resultat derselben 12 Stunden. Im zweiten Fall
kam aber noch für I d. weniger präexistierende Arbeit hinzu als im ersten.
Die Arbeit ist dieselbe, aber die Produktionskosten der Arbeit haben sich
vermindert (nämlich um 1 d.). Nun ist zwar das Ib. Twist, als Twist, als
Gebrauchswert nach wie vor das Produkt der zwölfstündigen Arbeit, aber
der Wert des Ib. Twist ist weder jetzt, noch war er vorher das Produkt der
zwölfstündigen Arbeit des Spinners. Im ersten Fall waren ?/, von 12d.
=8d. der Wert der Baumwolle, nicht sein Produkt; im zweiten Falle
waren ?/s von 11 d. nicht sein Produkt, also nicht 7 d. Im ersten Fall bleiben
als das Produkt der zwölfstündigen Arbeit 4d. und im zweiten Fall ganz
ebenso 4 d. Die Arbeit setzte in beiden Fällen nur !/;, dem Wert des Twistes
hinzu. Also war im ersten Fall von dem 1 1b. Garn nur !/, Ib. Twist das
Produkt des Spinners (von der Maschine abstrahiert), und ebenso im
zweiten Fall. Arbeiter und Kapitalist haben zu teilen nach wie vor nur 4d.
= 1/, Ib. Twist. Kauft der Arbeiter Twist mit den 4 d., so erhält er im
zweiten Fall mehr Twist als im ersten, aber mehr Twist ist jetzt gradesoviel
wert als früher weniger Twist. Die Teilung aber der 4 d. zwischen Arbeiter
und Kapitalist bleibt dieselbe. Ist die Zeit, die der Arbeiter zur Reproduk-
tion oder Produktion seines Lohns arbeitet = 10 Stunden, so ist seine
Surplusarbeit = 2. Nach wie vor. Nach wie vor erhält er °/, von 4d. oder
Y/, Ib. Twist und der Kapitalist/, . Es ist also kein | change! vorgegan-
gen in der Verteilung des Produkts, des Twistes. Nichtsdestoweniger ist die
Profitrate gestiegen, weil der Wert des Rohmaterials gefallen und daher das
Verhältnis des Mehrwerts zum vorgeschoßnen Gesamtkapital oder den
Produktionskosten des Kapitalisten gewachsen.

Abstrahieren wir zur Vereinfachung des Beispiels von den Maschinen
etc., so stehen die beiden cases so:

Preis

i zu j its. Gesamt- ä
I Smstat Abit Tohn ö Kenelieten ee Profitrate
I.case 12d. 8d. 4d. BE May Wu Sfr pc.
Il.cae I1d. 7d. 4d. FL TOAYE Wh Gar pc.

Die Profitrate ist hier also gestiegen, obgleich der Wert der Arbeit der-
selbe geblieben und der Gebrauchswert der Arbeit in Twist ausgedrückt
gestiegen ist. Die Profitrate ist bloß gestiegen, ohne irgendeine Variation der

1 keine Veränderung

222 Zwanzigstes Kapitel

Arbeitszeit, die der Arbeiter sich aneignet, weil der Wert der Baumwolle
und damit der Gesamtwert der Produktionskosten des Kapitalisten gefallen
ist. 22/, £. auf 11 d.*/,f. Auslage macht natürlich weniger als 22/, f. auf
10.d. */, f. Auslage. i

Aus dem bisher Entwickelten ergibt sich die Falschheit der folgenden
Sätze, womit Mill seine Illustration schließt:

„Wenn die Produktionskost des Arbeitslohns dieselbe wie früher geblieben wäre,
hätten Profite nicht fallen (steigen?)* können. Jeder Arbeiter hätte ein qr. Korn emp-
fangen; aber I qr. Korn zu der Zeit war das Resultat derselben Produktionskost wie
IY/, gr. jetzt. Zu dem Zweck daher, daß jeder Arbeiter dieselbe Produktionskost emp-
fangen könne, muß jeder I qr. empfangen + Y5.“ (l.c. p. 103.)

„Annehmend daher, daß der Arbeiter in demselben Artikel gezahlt wird, den er
produziert, ist evident, daß, wenn irgendeine Ersparnis an Kosten Platz greift in der
Produktion dieses Artikels, wenn der Arbeiter noch empfängt dieselben Produktions-
kosten als bevor, er eine vermehrte Quantität empfangen muß in demselben Verhält-
nis, worin die Produktivkraft des Kapitals angewachsen ist. Aber wenn so, wird die Aus-
lage des Kapitalisten exakt dieselbe Proportion zu seinem Ertrag haben wie früher und
Profite nicht steigen.“ (Dies eben falsch.) „Die Variationen daher in der Profitrate und
denen in den Produktionskosten der Löhne gehn Hand in Hand und sind unzertrenn-
lich. Die Meinung von Ricardo ist daher genau richtig, wenn er unter niederen Löhnen
nicht nur Löhne versteht, die das Produkt einer geringren Quantität von Arbeit sind,
sondern Löhne, die zu mindrer Kost produziert, eingerechnet Arbeit und frühere
Profite zusammen.“ (l.c. p. 104.)

Die Ansicht von Ricardo ist also, nach Mills Illustration, genau richtig,
wenn unter low wages? (oder überhaupt unter Produktionskosten von wages)
nicht nur das Gegenteil von dem verstanden wird, was er sagt, sondern ab-
soluter Unsinn darunter verstanden wird; nämlich unter den Produktions-
kosten der wages nicht der Teil vom Arbeitstage des Arbeiters verstanden
wird, den er zum Ersatz seines Salairs arbeitet, sondern auch die Produk-
tionskosten des von ihm bearbeiteten Rohmaterials und der von ihm ge-
brauchten Maschinerie, also auch die Arbeitszeit, die er nicht, weder für
sich noch für den Kapiitalisten, gearbeitet hat.

Fünftens: Nun die eigentliche Frage. Wieweit kann ein Wertwechsel im
capital constant auf den Mehrwert einwirken?

1 Bei Mill: steigen - ? niederen Löhnen

Auflösung der Ricardoschen Schule 223

Wenn wir sagen, der Wert des täglichen Durchschnittsarbeitslohns ist
= 10 Stunden oder, was dasselbe, von dem gesamten Arbeitstag, z.B.
12 Stunden, den der Arbeiter arbeitet, sind 10 Stunden erheischt, um sein
Salair zu produzieren und zu ersetzen und nur, was er darüber hinaus
arbeitet, ist unbezahlte Arbeitszeit, bildet einen Wert, den der Kapitalist
1340| erhält, ohne für denselben bezahlt zu haben, so heißt das weiter nichts,
als daß in der Totalsumme der Lebensmittel, die der Arbeiter verzehrt,
10 Stunden Arbeitszeit enthalten sind. Diese 10 Arbeitsstunden drücken sich
in einer gewissen Geldsumme aus, mit der er diese Lebensmittel kauft.

Nun ist aber der Wert der Waren bestimmt durch die in ihnen ent-
haltne Arbeitszeit, gleichgültig, ob diese Arbeitszeit in Rohmaterial, auf-
genutzter Maschinerie oder dem Rohmaterial vermittelst der Maschinerie
vom Arbeiter neuzugesetzten Arbeit enthalten ist. Träte also ein konstanter
(mehr als vorübergehender) Wertwechsel im Rohmaterial oder der Maschi-
nerie, die in diese Ware eingehn, ein durch einen Wechsel in der Produktivi-
tät der Arbeit, die dieses Rohmaterial und diese Maschinerie, kurz das in
der Ware enthaltne konstante Kapital produziert, wäre infolge dieses
Wechsels mehr oder weniger Arbeitszeit erheischt, um diesen Bestandteil
der Ware zu produzieren, so würde sie selbst infolge davon teurer oder
wohlfeiler (bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit, die das Roh-
material in Produkt verwandelt und gleichbleibender Größe des Arbeits-
tags). Dadurch würden die Produktionskosten, i.e. der Wert des Arbeits-
vermögens steigen oder fallen; d.h., wenn er früher von den 12 Stunden
10 für sich selbst arbeitete, müßte er jetzt 11 oder im umgekehrten Fall nur
noch 9 für sich selbst arbeiten. Im ersten Fall wäre seine Arbeit für den
Kapitalisten, i.e. der Mehrwert, um die Hälfte gefallen, von 2 Stunden auf
1; im zweiten Fall wäre er um die Hälfte gestiegen, von 2 Stunden auf 3.
Im letzten Fall würde die Profitrate und der gross profit des Kapitalisten
steigen, die erste schon, weil der Wert des konstanten Kapitals gefallen,
beides, weil die Rate des Mehrwerts gewachsen wäre (und sein absolute
amount).

Dies ist die einzige Art, worin ein Wertwechsel des capital constant die
value of labour, die Produktionskost des Salairs oder die Teilung des
Arbeitstages zwischen Kapitalist und Arbeiter affizieren kann, also auch
den Mehrwert.

Indes heißt das nur, daß für den Kapitalisten, der z.B. Baumwolle
spinnt, die notwendige Arbeitszeit seiner eignen Arbeiter bestimmt ist
nicht nur durch die Produktivität der Arbeit in der Spinnindustrie, sondern
ditto in der Produktion von Baumwolle, von Maschinerie etc., wie sie es ja

224 Zwanzigstes Kapitel

auch ist durch die Produktivität in allen Industriezweigen, deren Produkte
zwar nicht als constant capital - weder als Rohmaterial noch Maschinerie
etc. - in sein Produkt eingehn (ein Produkt, von dem angenommen ist, daß
es in die Konsumtion des Arbeiters eingeht), in das Garn, wohl aber einen
Teil das capital circulant! bilden, das in Arbeitslohn ausgelegt wird, also
Produktivität in der Industrie, die Nahrungsmittel erzeugt usw. Was als
Produkt in der einen Industrie, erscheint als Arbeitsmaterial oder Arbeits-
mittel in der andern; das capital constant der einen Industrie besteht also
aus dem Produkt der andern, erscheint in einem andern Industriezweig
nicht als capital constant, sondern als das Resultat der Produktion innerhalb
dieses Industriezweigs. Für den einzelnen Kapitalisten erscheint es ver-

schieden, ob die gestiegene Produktivität der Arbeit (also auch das Fallen im -

Wert des Arbeitsvermögens) innerhalb seines eignen Industriezweigs statt-
findet oder innerhalb deren, die das capital constant seiner Industrie liefern.
Für die Kapitalistenklasse - für das Ganze des Kapitals ist dies dasselbe.

Also fällt dieser case {wo ein Fallen (oder umgekehrt) im Wert des kon-
stanten Kapitals nicht hervorgeht daraus, daß auf großer Stufenleiter ge-
arbeitet wird in der Industrie, die dies konstante Kapital anwendet, sondern
daß die Produktionskosten des konstanten Kapitals selbst sich geändert}
zusammen mit den über den Mehrwert entwickelten Gesetzen.

Wenn wir überhaupt von Profit sprechen und der Profitrate, so ist der
Mehrwert als gegeben vorausgesetzt. Die Einflüsse, die den Mehrwert be-
stimmen, haben also alle gewirkt. Dies ist vorausgesetzt.

Sechstens: Es könnte jetzt noch hier entwickelt werden, wie das Verhält-
nis des konstanten Kapitals zum variablen Kapital und daher die Profitrate
verändert wird durch eine spezielle Form der surplus value. Nämlich die
Verlängerung der Arbeitszeit über die Grenzen des normalen Arbeitstags
hinaus. ||341] Dadurch wird der verhältnismäßige Wert des konstanten
Kapitals verkleinert oder auch der proportionelle Wertteil, den es im Ge-
samtwert des Produkts bildet. Doch lassen wir dies für das III. Kapitel 5°,
wohin überhaupt der größte Teil des hier Entwickelten gehört.

Herr Mill, gestützt auf seine brillante Illustration, stellt den allgemeinen
(Ricard[oschen]) Satz auf:

1 zirkulierenden Kapitals

Auflösung der Ricardoschen Schule 225

„Der einzige Ausdruck des Profitgesetzes ... ist der, daß der Profit von den Produk-
tionskosten des Arbeitslohns abhängt.“ (l.c. p. 104, 105.)

Nun ist grade umgekehrt zu sagen: Die Rate des Profits {und davon
spricht Mill} hängt nur in einem einzigen Fall ausschließlich ab von der cost
of production of wages!. Und dies ist der Fall, wenn die Rate des Mehrwerts
und die Rate des Profits identisch sind. Dies aber nur möglich in dem in der
kapitalistischen Produktion fast unmöglichen Fall, daß das ganze vor-
geschoßne Kapital unmittelbar in Arbeitslohn vorgeschossen ist, kein kon-
stantes Kapital, sei es als Rohmaterial, Maschinerie, Gebäulichkeit etc.,
in das Produkt eingeht oder daß das Rohmaterial etc., soweit es eingeht,
nicht selbst Produkt der Arbeit ist, nichts kostet. Nur in diesem Fall sind
die Variationen in der Profitrate identisch mit den Variationen in der Rate
des Mehrwerts oder, was dasselbe, in den Produktionskosten der wages.

Im allgemeinen aber (und dies schließt auch den eben angeführten Aus-
nahmefall ein) ist die Profitrate gleich dem Verhältnis des Mehrwerts zu
dem Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals.

Nennen wir den Mehrwert M, den Wert des vorgeschoßnen Kapitals C,

so ist der Profit = M:Coder = Dies Verhältnis ist bestimmt sowohl durch

die Größe vom M {und in die Bestimmung von M gehn alle Umstände ein,
die die Produktionskosten der wages bestimmen} als durch die Größe vonC.
C, der Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals, besteht aber aus dem
konstanten Kapital c und dem variablen (in Arbeitslohn ausgelegten)
Kapital v. Also ist die Profitrate = M:v + c = M:C.M selbst, der Mehr-
wert, ist aber bestimmt nicht nur durch seine eigne Rate, d.h. das Verhält-
nis der Surplusarbeit zur notwendigen oder die Teilung des Arbeitstags
zwischen Kapital und Arbeit, seine Teilung in bezahlte und unbezahlte
Arbeitszeit. Die Masse des Mehrwerts, d.h. die absolute Größe des Mehr-
werts, ist ebenso bestimmt durch die Anzahl der Arbeitstage, die das Kapital
gleichzeitig exploitiert. Und diese Masse der zu bestimmter Rate von unbe-
zahlter Arbeit angewandten Arbeitszeit hängt für ein bestimmtes Kapital
ab von der Zeit, worin das Produkt in dem eigentlichen Produktionsprozeß
verharrt, ohne Arbeit oder ohne dasselbe Quantum Arbeit wie früher zu
erheischen (z.B. Wein, bevor er seine Reife erlangt, Korn, das einmal gesät
ist, Häute oder andre Stoffe, die während einer gewissen Zeit der Wirkung
chemischer Kräfte ausgesetzt werden usw.), ebenso von der Dauer der
Zirkulationszeit der Ware, der Dauer der'Metamorphose der Ware oder der

1 den Produktionskosten der Löhne

226 | Zwanzigstes Kapitel

Zwischenzeit zwischen ihrer Vollendung als Produkt und ihrer Reproduk-
tion als Ware. Wieviel Arbeitstage gleichzeitig [die value of wages, also die
Mehrwertsrate vorausgesetzt} angewandt werden können, hängt im all-
gemeinen von der Größe des Kapitals ab, das in Arbeitslohn ausgelegt wird.
Aber die eben erwähnten Umstände modifizieren überhaupt die Gesamt-
masse von lebendiger Arbeitszeit, die ein Kapital von irgendwelcher Größe
während einer bestimmten Periode anwenden kann, z.B. innerhalb eines
Jahres. Es sind Umstände, die das absolute Quantum der von einem ge-
gebnen Kapital anwendbaren Masse von Arbeitszeit bestimmen. Dies
ändert aber nichts daran, daß der Mehrwert ausschließlich bestimmt ist
durch seine eigne Rate multipliziert mit der Anzahl der gleichzeitig an-
gewandten Arbeitstage. Es sind nur Umstände, die den letztren Faktor, die
Anzahl der angewandten Arbeitszeit bestimmen.

Die Rate des Mehrwerts ist gleich dem Verhältnis der Surplusarbeit in
einem Arbeitstag, also gleich dem Mehrwert, den ein einzelner Arbeitstag
produziert. Z.B.: Ist der Arbeitstag = 12 Stunden, die Surplusarbeit
= 2 Stunden, so diese 2 Stunden = */, von 12 Stunden, oder vielmehr
müssen wir sie berechnen auf die notwendige Arbeit (oder den für sie ge-
zahlten Salair, was dieselbe Quantität Arbeitszeit in vergegenständlichter
Form ist) ="/, (!/; von 10 Stunden = 2 Stunden; !/; = 20 p.c.). Hier ist
die Größe des Mehrwerts (auf den einzelnen Arbeitstag) absolut bestimmt
durch die Rate. Wendet der Kapitalist nun 100 solche 342] Arbeitstage
an, so der Mehrwert (seine absolute Größe) = 200 Arbeitsstunden. Die
Rate ist dieselbe geblieben; 200 Stunden auf 1000 Stunden notwendiger
Arbeit = !/, = 20 p.c. Ist die Rate des Mehrwerts gegeben, so hängt seine
Größe ganz ab von der Anzahl der angewandten Arbeiter, also von der ab-
soluten Größe des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals, des variablen
Kapitals. Ist die Anzahl der angewandten Arbeiter gegeben, d.h. die Größe
des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals, des variablen Kapitals, so hängt
die Größe des Mehrwerts absolut von seiner Rate ab, d.h. dem Verhältnis
der Surplusarbeit zur notwendigen, den Produktionskosten der wages, der
Teilung des Arbeitstags zwischen Kapitalist und Arbeiter. Geben mir
100 Arbeiter (die 12 Stunden arbeiten) 200 Arbeitsstunden, so ist die
absolute Größe des Mehrwerts = 200, die Rate = !/, eines [bezahlten]
Arbeitstags oder 2 Stunden. Und der Mehrwert = 2 Stunden X 100.
Geben mir 50 Arbeiter 200 Arbeitsstunden, so ist die absolute Größe des
Mehrwerts 200 Arbeitsstunden; die Rate = ?/, eines (bezahlten) Arbeitstags,
= 4 Stunden. Und der Mehrwert = 4 Stunden x 50 = 200. Da die abso-
lute Größe des Mehrwerts = dem Produkt seiner Rate und der Anzahl der

Auflösung der Ricardoschen Schule 227

Arbeitstage, so kann es dasselbe bleiben, obgleich die Faktoren wechseln in
umgekehrtem Verhältnis.

Die Rate des Mehrwerts ist immer ausgedrückt durch das Verhältnis
des Mehrwerts zum variablen Kapital. Denn das variable Kapital ist =
der absoluten Größe der bezahlten Arbeitszeit; der Mehrwert ist gleich der
absoluten Größe von unbezahlter Arbeitszeit. Das Verhältnis von Mehr-
wert zu variablem Kapital drückt also stets das Verhältnis des unbezahlten
Teils des Arbeitstags zum bezahlten aus. Z.B. im vorigen Beispiele sei der
Arbeitslohn für I0 Stunden = I Taler, wo I Taler ein Quantum Silber,
das 10 Arbeitsstunden enthält. Also 100 Arbeitstage werden bezahlt mit
100 Talern. Ist nun der Mehrwert = 20 Talern, so die Rate 2/,oo = "/s
= 20 p.c. Oder, was dasselbe, auf 10 Arbeitsstunden (= I Taler) erhält
der Kapitalist 2, auf 100 x 10 Arbeitsstunden oder 1000 aber 200 Arbeits-
stunden = 20 Talern.

Obgleich also die Rate des Mehrwerts ausschließlich bestimmt ist durch
das Verhältnis der Surplusarbeitszeit zur notwendigen, in andren Worten
durch den aliquoten Teil des Arbeitstags, den der Arbeiter zur Produktion
seines Salairs bedarf, durch die Produktionskosten des Salairs, so ist die
Größe des Mehrwerts außerdem bestimmt durch die Anzahl der Arbeits-
tage, durch das absolute Quantum Arbeitszeit, das angewandt wird zu
dieser bestimmten Rate von Mehrwert, also durch die absolute Größe des
in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals (wenn die Mehrwertsrate gegeben ist).
Da der Profit aber das Verhältnis nicht der Rate des Mehrwerts, sondern
der absoluten Größe des Mehrwerts zum Gesamtwert des vorgeschoßnen
Kapitals, so ist seine Rate, offenbar nicht nur bestimmt durch die Rate,
sondern ebenso durch die absolute Größe des Mehrwerts, eine Größe, die
von dem zusarmmengesetzten Verhältnis der Rate und der Anzahl der
Arbeitstage, der Größe des in Salair ausgelegten Kapitals und den Pro-
duktionskosten des Salairs abhängt.

Die Rate des Mehrwerts gegeben, hängt seine Größe ausschließlich ab
von der Größe des vorgeschoßnen (in Arbeitslohn ausgelegten) Kapitals.
Nun ist der Durchschnittsarbeitslohn derselbe, d.h., es ist vorausgesetzt,
daß in allen Industriezweigen der Arbeiter einen Arbeitslohn von z.B.
10 Stunden erhält. (In den Zweigen, wo der Arbeitslohn höher als der
Durchschnittsarbeitslohn, ist es für unsern Gesichtspunkt und für die
Sache dasselbe, als ob der Kapitalist mehr einfache Arbeiter anwendete.)
Vorausgesetzt also, daß die Surplusarbeit, d.h., der gesamte normale
Arbeitstag gleich (die Ungleichheiten gleichen sich zum Teil dadurch aus,
daß I Stunde komplizierter Arbeit z.B. = 2 Stunden einfacher), ||343] so

15*

228 Zwanzigstes Kapitel

hängt die Größe des Mehrwerts ausschließlich ab von der Größe des [für
den Arbeitslohn] vorgeschoßnen Kapitals. So konnte gesagt werden, daß die
Massen des Mehrwerts sich verhalten wie die Größen der vorgeschoßnen
Kapitalien (in Arbeitslohn). Dies gilt jedoch nicht vom Profit, da dieser das
Verhältnis des Mehrwerts zum Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals
und bei Kapitalien von gleicher Größe, die Bestandteile derselben, die in
Arbeitslohn ausgelegt werden, oder das Verhältnis des variablen Kapitals
zum Gesamtkapital sehr verschieden sein kann und sehr verschieden ist.
Die Größen des Profits hängen hier vielmehr ab von dem Verhältnis - in den
verschiednen Kapitalien - des variablen Kapitals zum Gesamtckapital, also
v

c+v

m ä i
stets ausgedrückt durch = das Verhältnis des Mehrwerts zum variablen

von . Wenn also die Rate des Mehrwerts gegeben ist, und diese ist

Kapital, so ist die Profitrate ausschließlich bestimmt durch das Verhältnis
des variablen Kapitals zum Gesamtkapital.

Die Profitrate ist also erstens bestimmt durch die Rate des Mehr-
werts oder das Verhältnis der unbezahlten Arbeit zur bezahlten; und
sie wechselt, steigt oder fällt (soweit diese Wirkung nicht durch die Be-
wegungen in den andern Bestimmungsmomenten paralysiert wird) mit dem
Wechsel der Rate des Mehrwerts. Diese steigt oder fällt aber direkt wie
die Produktivität der Arbeit und umgekehrt wie die Produktionskosten
der wages oder das Quantum der notwendigen Arbeit, wie die value of
labour.

Zweitens aber ist die Profitrate bestimmt durch das Verhältnis des

”_, Die absolute Größe
c+v
des Mehrwerts, bei gegebner Rate desselben, hängt nämlich bloß ab von der
Größe des variablen Kapitals, die bestimmt ist, unter der gemachten Vor-
aussetzung, oder nur ausdrückt die Anzahl der gleichzeitig angewandten
Arbeitstage, die absolute Größe der angewandten Arbeitszeit. Die Profit-
rate aber hängt ab von dem Verhältnis dieser absoluten Größe des Mehr-
werts, die im variablen Kapital gegeben ist, zum Gesamtkapital, also vom
Zr n: Da der
Mehrwert M bei der Berechnung der Profitrate als gegeben vorausgesetzt
wird, also auch v als gegeben vorausgesetzt ist, so können alle Variationen

variablen Kapitals zum Gesamtkapital, durch

Verhältnis des variablen Kapitals zum Gesamtkapital, von

in nur von Variationen in c, d.h. dem konstanten Kapital herrühren.

v
c+v

Auflösung der Ricardoschen Schule 229

Denn wenn v gegeben ist, kann die Summe c + v = C nur changieren,
wenn c changiert, und mit dem Changieren dieser Summe changiert das

Verhältnis re oder z i

Wenn v = 100, c = 400, so v+ c = 500 und Peer ge le

= 20 p.c. War also die Rate des Mehrwerts = 5/0 = "/„, so = 50. Da aber
das variable Kapital nur = "/, des Gesamtkapitals, so der Profit = !/, von
1/, = "/,9, und in der Tat ?/}, von 500 = 50 = 10p.c. Das Verhältnis Fer
wechselt mit jedem Wechsel von c, aber natürlich nicht in derselben Zahlen-
größe. Setze, v und c seien ursprünglich beide gleich 10, d.h. das Gesamt-
kapital bestehe halb aus variablem und halb aus konstantem Kapital, so
ner -nrn” 1/,, = Ya. War also die Mehrrate gleich */, v, so ist
sie = !/, von C. Oder wenn der Mehrwert = 50 p.c., ist in diesem Falle,

v

no das variable Kapital = S ‚ die Profitrate = 25 p.c. Gesetzt nun, das

konstante Kapital verdopple sich, wachse von 10 auf 20, so Fr ee zu a. ö
= 1/,, = !/,. (Die Mehrrate "/, von 10 wäre jetzt gleich !/, von !/; von C,
d.h. = !/, von 30 = 5. Und so ist die Hälfte von 10 = 5. 5 auf 10 sind
50 p.c. 5 auf 30 sind 16%, p.c. 5 auf 20 war dagegen = "/, = 25 p.c.) Das
konstante Kapital hat sich verdoppelt, d.h. von 10 auf 20; aber die Summe
von c + vistnur um die Hälfte gewachsen, nämlich von 20 auf 30. Das
konstante Kapital um 100 p.c., die Summe von c und v nur um 50. Das
ältnis —
Verhältnis en
1/, auf !/,, d.h. von °/, auf ?/,, nur um !/, gefallen, während das konstante
Kapital sich verdoppelt hat. Wie das Wachstum oder die Abnahme des
v

c+v’
Proportion ab, worin c und v ursprünglich Teile des ganzen Kapitals C
(c + v) bilden.

1344| Das konstante Kapital (d.h. sein Wert) nun kann erstens wachsen
(oder fallen), obgleich die Massen des angewandten Rohmaterials, Ma-
schinerie etc. dieselben bleiben. In diesem Falle sind die Variationen im
konstanten Kapital also nicht bedingt durch die Produktionsbedingungen
des industriellen Prozesses, worin es als konstantes Kapital eingeht, sondern

‚ ursprünglich = 1%/,,, ist nur gefallen auf !/,,, d.h. von

konstanten Kapitals die Proportion berührt, hängt offenbar von der

230 Zwanzigstes Kapitel

sind! unabhängig von denselben. Welches aber immer die Ursachen, die
diesen Wertwechsel herbeiführen, so influenzieren sie jedesmal die Profit-
rate. In diesem Fall hat dieselbe Masse Rohstoff, Maschinerie usw. mehr
oder weniger Wert als früher, weil mehr oder weniger Arbeitszeit als früher
erheischt war, um sie zu produzieren. Die Variationen sind dann bedingt
durch die Produktionsbedingungen der Prozesse, woraus die Bestandteile
des capital constant als Produkte hervorgehn. Wir haben vorhin? unter-
sucht, wie dies auf die Profitrate wirkt.

Ob aber in derselben Industrie konstantes Kapital, z.B. Rohmaterial, im
Wert steigt oder fällt, weil seine eigne Produktion teurer etc. geworden, ist
mit Bezug auf die Profitrate ganz dasselbe, als wenn in dem einen Industrie-
zweig (oder auch in demselben) für diese Ware wertvollres Rohmaterial als
für die andre angewandt wird, bei gleich großer Auslage in Lohnarbeit.

Wo bei gleicher Auslage in Lohnarbeit das Rohmaterial, das ein Kapital
bearbeitet (z.B. Weizen), teurer ist als das Rohmaterial, das ein andres
Kapital bearbeitet (z.B. Hafer) (oder Silber und Kupfer etc. oder Wolle und
Baumwolle etc.), muß die Profitrate in beiden Kapitalien in umgekehrtem
Verhältnis zur Teuerkeit des Rohmaterials stehn. Wird also derselbe Profit
durchschnittlich in beiden Industriezweigen gemacht, so dies nur möglich
dadurch, daß der Mehrwert gemeinschaftlich unter die Kapitalisten verteilt
wird, nicht nach dem Verhältnis des Mehrwerts, den jedes Kapital in seiner
besondren Produktionssphäre produziert, sondern im Verhältnis der
Größen der Kapitalien, die sie anwenden. Dies kann doppelt geschehn. A,
der das wohlfeilre Material bearbeitet, verkauft seine Ware zu ihrem wirk-
lichen Wert, kassiert also auch den von ihm selbst produzierten Mehrwert.
Der Preis seiner Ware ist gleich ihrem Wert. B, der das teurere Material
bearbeitet, verkauft seine Ware über ihrem Wert, chargiert im Preis so viel,
als hätte er wohlfeileres Material bearbeitet. Tauschen dann A und B ihre
Waren aus, so ist es dasselbe für A, als wenn er weniger Mehrwert im Preis
seiner Ware berechnet hätte, als sie wirklich enthält. Oder als wenn beide,
A undB, von vornherein eine Profitrate im Verhältnis zur Größe des aus-
gelegten Kapitals chargiert hätten, d.h., den gemeinsamen Mehrwert unter
sich im Verhältnis zur Größe der von ihnen ausgelegten Kapitalien verteilt
hätten. Und das ist es, was die allgemeine Profitrate meint.!®0

Diese Ausgleichung tritt natürlich nicht ein, wenn das capital constant
eines bestimmten Kapitals, wie der Rohstoff z.B., vorübergehend fällt oder
steigt durch Einfluß der Jahreszeiten etc. Obgleich gar nicht zu zweifeln ist,

X In der Handschrift: ist - ? siehe vorl. Band, S.214-222

Auflösung der Ricardoschen Schule 231

daß die außerordentlichen Profite, die cotton spinners! z.B. in Jahren be-
sonders fruchtbarer Baumwollernten machen, eine Masse neues Kapital in
diesen Industriezweig hereinziehn, die Veranlassung geben zum Bau einer
Masse neuer Fabriken und Baumwollmaschinerie. Kömmt also dann ein
schlechtes Baumwolljahr, so der Verlust um so größer.

Zweitens aber, wenn die Produktionskosten von Maschinerie, Rohmaterial,
kurz’capital constant dieselben bleiben, kann größere Masse davon erheischt
sein, also ihr Wert wachsen, wie die angewandte Masse wächst infolge der
veränderten Produktionsbedingungen der Prozesse, worin jene Bestandteile
als Produktionsmittel eingehn. In diesem Fall macht natürlich, wie im
vorigen, das Wachsen des Werts des konstanten Kapitals die Profitrate
fallen; andrerseits aber zeigen diese Variationen in den Produktionsbedin-
gungen selbst an, daß die Arbeit produktiver geworden, also die Rate des
Mehrwerts gestiegen ist. Denn es wird nur mehr Rohmaterial von derselben
lebendigen Arbeit konsumiert, weil sie dasselbe in weniger Zeit verarbeitet,
und es wird nur mehr Maschinerie angewandt, weil die Kost der Maschinerie
kleiner ist als die Kost der Arbeit, die sie ersetzt. Hier also das Fallen der
Profitrate mehr oder minder aufzuholen durch ein Steigen in der Rate des
Mehrwerts und daher auch in der absoluten Größe des Mehrwerts.

Endlich können beide Umstände des Wertwechsels zusammenwirken
in sehr verschiednen Kombinationen. Z.B. | der Durchschnittswert
der Rohbaumwolle ist gefallen, aber zugleich ist der Wert der Masse, die in
einer bestimmten Zeit bearbeitet wird, in größrem Maße noch gestiegen. Der
Wert der Wolle gestiegen und der Wert der Masse Wolle, die in bestimmter
Zeit bearbeitet wird. Massenhaftre Maschinerie ist absolut teurer geworden,
aber im Verhältnis zu ihrer efficiency? ist sie wohlfeiler geworden etc.

Bisher wurde angenommen, daß das variable Kapital gleichbleibend sei.
Das variable Kapital kann aber auch nicht nur relativ, sondern absolut ab-
nehmen, wie in der Agriikultur z.B., d.h. nicht nur relativ abnehmen im
Verhältnis zur Größe des konstanten Kapitals. Oder das variable Kapital
kann absolut wachsen. Dann aber ist es dasselbe, als ob es unverändert
bliebe, sofern das konstante Kapital aus den oben gegebnen Ursachen in
größrem Verhältnis oder in demselben Verhältnis wächst.

Bleibt das konstante Kapital gleich, so ist jedes Wachsen oder Fallen
desselben im Verhältnis zum variablen Kapital nur dadurch erklärt, daß
das konstante Kapital relativ wächst oder fällt, weil das variable absolut
fällt oder wächst.

2 Baumwollspinner - ? Leistungsfähigkeit

232 Zwanzigstes Kapitel

Bleibt das variable Kapital gleich, so ist jedes Wachsen oder Fallen des
konstanten Kapitals nur aus seinem eignen absoluten Wachsen oder Fallen
zu erklären.

Finden in beiden gleichzeitig Variationen statt, so ist es dasselbe nach
Abzug der Variation, die in beiden gleich ist, als ob das eine gleichgeblieben,
das andre gewachsen oder gefallen wäre.

Ist aber einmal die Profitrate gegeben, so hängt die Masse des Profits von
der Größe derangewandten Kapitalien ab. Großes Kapital mit kleiner Profit-
rate liefert größren Profit als kleines Kapital mit großer Profitrate.

Soweit diese Abschweifung.
Sonst in der Schrift von J.St.Mill nur noch die 2 folgenden Sätze zu
merken:

„Kapital hat, genaugenommen, keine produktive Macht. Die einzige produktive

Macht ist die der Arbeit, assistiert zweifelsohne von Werkzeugen und auf Maschinerie!
wirkend.“ (l.c. p.90.)

Strictly speaking? verwechselt er Kapital hier mit den stofflichen Be-
standteilen, aus denen es besteht. Der Satz aber gut für die, die dasselbe tun
und doch die produktive Kraft des Kapitals behaupten. Auch hier natürlich
die Sache nur richtig, soweit of the production of value gesprochen wird.
Im übrigen produziert auch die Natur, soweit es sich um bloßen Gebrauchs-
wert handelt.

„Produktive Macht des Kapitals ist nichts als die Quantität der realen produktiven
Macht, welche der Kapitalist vermittelst seines Kapitals kommandieren kann.“ (l.c.

p.91.)
Hier das Kapital richtig als Produktionsverhältnis gefaßt. |VIII-345]|

IXIV-851] In einem frühern Heft!® habe ich ausführlich die gewalt-
samen Versuche nachgewiesen, die Mill macht, um Rlicardols Gesetz über
die Profitrate (im umgekehrten Verhältnis zum Arbeitslohn) unmittelbar
aus der Werttheorie abzuleiten, ohne zwischen Mehrwert und Profit zu
unterscheiden.

* Bei Mill: Material - ? Genaugenommen

Auflösung der Ricardoschen Schule 233

### 8. [Schlußbemerkung zur Ricardoschen Schule]

Die ganze Darstellung der Rlicardo]schen Schule zeigt, wie sie sich auf-
löst in zwei Punkten:

1. Austausch zwischen Kapital und Arbeit, dem Gesetz des Werts ent-
sprechend;

2. Bildung der allgemeinen Profitrate. Identifikation von Mehrwert und
Profit. Unverstandnes Verhältnis zwischen values und cost-prices.

234

## [EINUNDZWANZIGSTES KAPITEL]

## Gegensatz gegen die Ökonomen

(auf Basis der Ricardoschen Theorie)

1852| In der Rlicardolschen Periode der politischen Ökonomie zugleich
der Gegensatz, Kommunismus (Owen) und Sozialismus (Fourier, St.-
Simon. Letztrer nur noch in his first beginnings!). Unsrem Plan gemäß wir
es hier jedoch nur zu tun mit dem Gegensatz, der selbst von den Voraus-
setzungen der Ökonomen ausgeht.

Man wird in den folgenden von uns zitierten Schriften finden, daß sie
in der Tat alle von der Ricardoschen Form ausgehn.

### 1. „The Source and Remedy of the National Difficulties etc.
A Letter to Lord John Russell“, London 1821 (anonym)

### [a) Über Profit, Rente und Zins als Mehrarbeit.
Wechselbeziehung zwischen der Akkumulation des Kapitals und dem „Arbeitsfonds“]

Dies kaum bekannte Pamphlet (about 40 pages?) - [erschienen] zu einer
Zeit, wo „this incredible cobbler“ 1%! McCulloch anfing, von sich reden zu
machen - enthält einen wesentlichen Fortschritt über Ricardo hinaus. Es
bezeichnet direkt die surplus value? oder „Profit“, wie Ricardo] es nennt
(oft auch „surplus produce“*) oder „interest“?, wie der Verfasser des
Pamphlets es heißt, als „surplus labour“ ®, die Arbeit, die der Arbeiter gratis
verrichtet, die er über das Quantum Arbeit hinaus verrichtet, wodurch der
Wert seines Arbeitsvermögens ersetzt wird oder ein Äquivalent für seine

3 seinen ersten Anfängen -? etwa 40 Seiten -® Mehrwert - * „Mehrprodukt“* - 5 „Zins“ -
6 „Mehrarbeit*

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 235

wages produziert wird. Ganz so wichtig es war, die value in labour auf-
zulösen, so die surplus value, die sich in einem surplus produce darstellt, als
surplus labour. Dies ist in der Tat bei A.Smith! schon gesagt und bildet ein
Hauptmoment der Rlicardolschen Entwicklung. Aber es ist nirgends bei
ihm in der absoluten Form herausgesagt und fixiert.

Wenn bei Rlicardo] etc. nur das Interesse, die Verhältnisse der kapita-
listischen Produktion zu begreifen und sie als absolute Formen der Produk-
tion geltend zu machen, so bemächtigen sich das Pamphlet und die übrigen
unter dieser Kategorie zu erwähnenden Schriften der bloßgelegten Myste-
rien der kapitalistischen Produktion, um letztre vom Standpunkt des
industriellen Proletariats aus zu bekämpfen.

„Was auch dem Kapitalisten zukommen möge“ (vom Standpunkt des Kapitals aus),
„er kann immer nur die Mehrarbeit des Arbeiters aneignen, denn der Arbeiter muß

leben.“ (l.c. p.23.)

Allerdings sind diese Bedingungen des Lebens, das Minimum, auf das
der Arbeiter leben kann, und daher das Quantum Surplusarbeit, das ihm

abgepreßt werden kann, relativ.

„Wenn das Kapital nicht an Wert abnimmt im Verhältnis, wie es an Masse zu-
nimmt, so werden die Kapitalisten den Arbeitern das Produkt jeder Arbeitsstunde ab-
pressen über das hinaus, wovon der Arbeiter leben kann. Und so abscheulich und ent-
setzlich es scheinen mag, der Kapitalist mag schließlich imstande sein, auf die Lebens-
mittel zu spekulieren, deren Produktion am wenigsten Arbeit machen und schließlich
dem Arbeiter sagen: du sollst kein Brot essen, denn Gerstengrütze ist billiger; du sollst
kein Fleisch essen, denn man kann von Runkelrüben und Kartoffeln leben. Und dahin
sind wir gekommen.“ (p.23, 24.)

„Wenn der Arbeiter dahin gebracht werden kann, sich von Kartoffeln zu nähren
statt von Brot, so ist es unbestreitbar richtig, daß mehr aus seiner Arbeit heraus-
geschlagen werden kann, d.h., wenn, um von Brot zu leben, er genötigt war, für seine
Erhaltung und die seiner Familie die Arbeit des Montags und Dienstags für sich zu behalten,
so wird er, bei Kartoffelnahrung, nur die Hälfte des Montags für sich erhalten; und
die andere Hälfte des Montags und der ganze Dienstag werden freigesetzt entweder für
den Nutzen des Staats oder für den Kapitalisten.“ (l.c. p.26.)

Hier direkt Profit etc. in Aneignung der Arbeitszeit aufgelöst, für die der
Arbeiter kein Äquivalent erhält.

' „Es wird zugegeben, daß der den Kapitalisten gezahlte Zins, sei es in der Gestalt
von Rente, Geldzins oder Geschäftsprofit, bezahlt wird aus der Arbeit anderer.“ (p.23.)

1 Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.50-56 und 2. Teil, S.407

236 Einundzwanzigstes Kapitel

Also rent, Geldzins, industrieller Profit sind nur verschiedne Formen of
„interest of capital“", welches sich wieder auflöst in die „surplus labour of
the labourer“. Dies surplus labour stellt sich dar in einem surplus produce.
Kapitalist ist der possessor? der surplus labour oder des surplus produce.
Das surplus produce ist das Kapital.

„Nehmen wir an, daß ... es keine Mehrarbeit gibt, es also nichts gibt, das als
Kapital akkumuliert werden könnte.“ (p.4.)

Und gleich drauf sagt er
„die Besitzer des Mehrprodukts oder des Kapitals“. (l.c.)

In einem ganz andren Sinn als die jammernden: Ricardians sagt der
Verfasser:

„Die natürliche und notwendige Folge eines zunehmenden Kapitals ist sein ab-
nehmender Wert.“ (p.21, 22.)

Mit Bezug auf Ricardo:

„Warum bemüht er sich, uns zu zeigen, daß die Akkumulation des Kapitals den
Profit nicht senken werde, da nur das Steigen der Löhne den Profit zu senken vermöge,
wenn es sich zeigt, daß, wenn die Bevölkerung nicht in demselben Maße wächst wie
das Kapital, die Löhne infolge des Mißverhältnisses zwischen Kapital und Arbeit an-
steigen und daß, wenn die Bevölkerung wächst, die Löhne infolge der Schwierigkeit
ansteigen, Nahrungsmittel zu beschaffen.“ (p.23.)

1853] Würde der Wert des Kapitals - d.h. der Zins des Kapitals, d.h.
die surplus labour, die es kommandiert, sich aneignet - nicht abnehmen,
wenn der amount. des Kapitals zunimmt, so würde Zins vom Zins [in]
geometrischer Progression stattfinden; und ganz wie diese in Geld be-
rechnet (siehe Price) eine unmögliche Akkumulation (rate of accumulation‘)
voraussetzt, so würde sie, in ihr wahres Element aufgelöst, Arbeit, nicht nur
die surplus labour, sondern necessary labour? als dem Kapital „zukommend“
verschlingen. (Auf die Pricesche Phantasie zurückzukommen in dem Ab-
schnitt über Revenue and its sources[®®'.)

„Wäre es möglich, dauernd das Kapital zu vergrößern und den Wert des Kapitals
aufrechtzuerhalten, was sich darin zeigen würde, daß der Zins vom Geld der gleiche
bliebe, so würden die Zinsen, die für das Kapital zu zahlen sind, bald das gesamte Pro-
dukt der Arbeit übersteigen ... Das Kapital hat die Tendenz, in mehr als arithmetischer
Progression das Kapital zu vermehren. Es wird zugegeben, daß der den Kapitalisten
gezahlte Zins, sei es in der Gestalt von Rente, Geldzins oder Geschäftsprofit, bezahlt

1 des „Kapitalzinses“ - * Besitzer - ® die Masse - * Akkumulationsrate - ® notwendige
Arbeit

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 237

wird aus der Arbeit anderer. Im Fortgang der Akkumulation des Kapitals muß daher
die Arbeit, die für die Benutzung des Kapitals hingegeben wird, zunehmen, wenn der
für das Kapital gezahlte Zins der gleiche bleibt, bis die gesamte Arbeit aller Arbeiter
der Gesellschaft von den Kapitalisten an sich gezogen wird. Aber das kann unmöglich
eintreten. Was auch dem Kapitalisten zukommen möge, er kann immer nur die Mehr-
arbeit des Arbeiters aneignen, Idenn der Arbeiter muß leben.“ (p.23.)

Wie aber die value of capital decreases!, ist ihm nicht klar. Er sagt selbst,
bei Ricardo] dadurch, daß der Arbeitslohn steigt, wenn das Kapital rascher
akkumuliert als die Population wächst; oder daß der Wert der wages (ohne
ihre quantity) wächst, wenn die Bevölkerung schneller wächst als das Kapital
akkumuliert (oder auch nur, wenn sie gleichzeitig wächst), durch zunehmende
Unfruchtbarkeit der Agrikultur. Aber wie erklärt er es? Das letztre nimmt
er nicht an; die wages läßt er immer mehr auf das possible* Minimum redu-
zieren. Möglich nur, sagt [er, ist ein Abnehmen des „Zinses“ des Kapitals]
dadurch, daß, obgleich der Arbeiter mehr oder ebensoviel exploitiert wird,
der Teil des Kapitals, der sich gegen lebendige Arbeit austauscht, relativ
abnimmt.

Jedenfalls verdienstlich, daß der Unsinn des geometrischen Zins-
progresses auf seinen wahren Sinn, d.h. Unsinn, zurückgeführt wird.*

Es sind übrigens zwei Wege, wodurch mit dem Anwachsen des surplus
produce oder der surplus labour - nach dem Pamphletisten - verhindert
wird, daß das Kapital nicht gezwungen wird, einen immer größren Teil
seines Raubs an die Arbeiter wieder abzugeben.

Der erste ist die Verwandlung des surplus produce in capital fixe, wo-
durch verhindert wird, daß der labour fonds? - oder der Teil des Produkts,
der vom Arbeiter verzehrt wird - wachsen müßte mit der Akkumulation of
capital.

* |XV-862a| Durch die Identität der surplus value mit der Surplusarbeit ist eine
qualitative Grenze für die Akkumulation des Kapitals gesetzt - der Gesamtarbeitstag
(die Zeit, worin das Arbeitsvermögen innerhalb 24 Stunden tätig sein kann), die jedes-
mal vorhandne Stufe der Entwicklung der Produktivkräfte und die Population, welche
die Anzahl der gleichzeitig exploitierbaren Arbeitstage limitiert. Wird dagegen der
Mehrgewinn in der begriffslosen Form des Zinses gefaßt, d.h. als das Verhältnis, worin
das Kapital vermittelst eines mythischen ‚sleight of hand? sich vermehrt, so ist die
Grenze nur quantitativ und absolut nicht einzusehn, warum das Kapital nicht jeden
andren Morgen die Zinsen wieder zu sich als Kapital schlägt und so Zins von Zins in
unendlicher Progression schafft. |XV- 862a]]

1 Wert des Kapitals abnimmt - ? mögliche - ® Kunststücks - * Arbeitsfonds

238 Einundzwanzigstes Kapitel

Der zweite ist der auswärtige Handel, der den Kapitalisten befähigt, das
surplus produce gegen auswärtige Luxusartikel auszutauschen und sie so
selbst zu konsumieren. Dadurch kann der Teil des Produkts, der selbst in
necessaries' existiert, durchaus anwachsen, ohne daß er an die Arbeiter in der
Form der wages, in irgendeiner Proportion zu seinem Wachstum, zurück-
zufließen braucht.

Es ist zu merken, daß der erste Weg, der nur periodisch wirkt, dann aber
seine Wirkung paralysiert (wenigstens soweit das fixe Kapital in Maschinerie
etc. besteht, die selbst in die Produktion von necessaries eingeht), Ver-
wandlung von surplus produce in Kapital bedingt, während der zweite Weg
Konsum eines immer wachsenden Teils des surplus produce durch die
Kapitalisten, wachsenden Konsum derselben - und Nicht-Rückverwandlung
des surplus produce in Kapital bedingt. Würde dasselbe surplus produce
in der Form, worin es unmittelbar existiert, bleiben, so müßte großer Teil
davon als variables Kapital mit den Arbeitern ausgetauscht werden. Folge
davon wäre Steigen des Arbeitslohns und Abnahme der absoluten oder
relativen surplus value. Hier ist das eigentliche Geheimnis von Malthus’
Notwendigkeit der wachsenden Konsumtion der „Reichen“, damit der Teil

‘des Produkts, der gegen Arbeit ausgetauscht wird, sich in Kapital verwandelt,
hohen Wert hat, großen Profit bringe, viel Surplusarbeit absorbiere.? Nur läßt
er die industriellen Kapitalisten selbst nicht konsumieren, sondern für diese
functions landlords?, Sinecurists etc., weil der Trieb der Akkumulation und
der expenditure?, wenn in derselben Person vereinigt, sich wechselseitig
Possen spielen würden. Hier tritt denn auch das Falsche an Bartons, Ricfar-
dols etc. Ansicht hervor. Der Arbeitslohn nicht bestimmt durch den Teil
der Masse des Gesamtprodukts, der als variables Kapital verzehrt oder in
solches verwandelt werden kann, sondern durch den Teil der Masse, der
darin verwandelt wird. Ein Teil kann selbst in seinem Naturalzustand von
retainers? aufgegessen werden, ein andrer durch den auswärtigen Handel
etc. als Luxusprodukt konsumiert werden.

Was unser Pamphletist übersieht, ist zweierlei:

Durch die Einführung der Maschinerie beständig eine Masse Arbeiter
außer Beschäftigung geworfen, dadurch die population made redundant?;
das surplus produce findet also neue Arbeit vor, wogegen es sich aus-
tauschen kann, ohne daß die Bevölkerung gewachsen ist, und ohne daß es

1 zum Leben notwendigen Dingen -* in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Text-
stelle mit Bleistift unterstrichen - ® des Ausgebens - * Schmarotzern - 5 überschüssige Be-
völkerung geschaffen

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 239

nötig ist, die absolute Arbeitszeit zu verlängern. Früher, sage, 500 Arbeiter
beschäftigt, jetzt 300, die relativ mehr Surplusarbeit liefern. Die 200 können
von dem surplus produce beschäftigt werden, sobald dieser hinreichend
gewachsen. Ein Teil des alten [variablen] Kapitals in fixes verwandelt, der
andre beschäftigt weniger Arbeiter, aber zieht im Verhältnis zu ihrer Zahl
mehr surplus value aus ihnen und namentlich auch mehr surplus produce.
Die andren 200 sind Materie, geschaffen für die Kapitalisierung von neuem
surplus produce.

1853a] Die Verwandlung der necessaries in luxuries! durch den aus-
wärtigen Handel, wie sie das Pamphlet auffaßt, an und für sich wichtig:

1. weil sie dem Unsinn ein Ende macht, als hänge der Arbeitslohn ab
von der Masse der produzierten necessaries - als ob diese necessaries von
den Produzenten oder selbst dem produzierenden Volk en masse in dieser
Form verzehrt zu werden brauchten, also in variables Kapital oder „zirku-
lierendes Kapital“, wie Barton und Ricardo sagen, rückverwandelt werden
müßten;

2. weil die ganze Gesellschaftsform zurückgebliebener Nationen - z.B.
der Slave-holding States? in den Nordamerikanischen Staaten (siehe
Cairnes!®®)) oder Polens etc. (was schon der alte Büsch begriff, wenn er das
nicht auch aus Steuart gestohlen) - dadurch bestimmt wird, die im Zu-
sammenhang mit einem auf der kapitalistischen Produktion beruhenden
Weltmarkt stehn. Wie groß immer das surplus produce sei, das sie in ein-
facher Form als cotton oder corn aus der surplus labour ihrer slaves her-
ausziehn, sie können bei dieser einfachen, unvariated labour? stehnbleiben,
indem sie durch den auswärtigen Handel befähigt sind, diesem einfachen
Produkt jede beliebige Form von Gebrauchswert [zu geben].

Die Behauptung, daß von der Größe des „circulating capital“ abhänge
der Teil des jährlichen Produkts, der als wages must be expended‘, wäre al
pari? mit der Behauptung, daß, wenn großer Teil des Produkts in „Baulich-
keiten“ besteht, Arbeiterwohnungen in großen Massen verhältnismäßig
zur Arbeiterbevölkerung gebaut werden, daher der Arbeiter gut und wohl-
feil wohnen müsse, weil die Zufuhr von Wohnungen rascher zunehme als
die Nachfrage danach.

Richtig dagegen: Ist das surplus produce groß und soll großer Teil da-
von als Kapital verwandt werden, so muß (vorausgesetzt, daß diese Größe
des surplus produce selbst nicht schon auf einem Wege hervorgebracht, der

1 Luxusartikel - ? Sklavenhalterstaaten - ® nicht differenzierten Arbeit - * Arbeitslohn
verausgabt werden muß - ° gleichbedeutend

240 Einundzwanzigstes Kapitel

Masse Arbeiter aufs Pflaster warf) die Nachfrage nach Arbeit wachsen und
daher der Teil des surplus produce, der als wages ausgetauscht wird. Es ist
unter allen Umständen nicht die absolute Größe des surplus produce (in
welcher Form es immer existiere, selbst in der of necessaries), die zwingt, es
als variables Kapital to expend* und daher den Arbeitslohn wachsen macht.
Sondern es ist die Sucht des Kapitalisierens, die einen großen Teil des
surplus produce in variables Kapital verausgaben läßt, und daher den
Arbeitslohn wachsen machen würde mit der Akkumulation des Kapitals,
wenn die Maschinerie nicht beständig redundant machte die Bevölkerung
und wenn (speziell auch noch durch den auswärtigen Handel unterstützt) ein
immer größerer Teil des Kapitals sich nicht gegen Kapital austauschte,
nicht gegen Arbeit. Der Teil des surplus produce, der schon direkt in einer
Form produziert wird, worin er nur als Kapital dienen kann, und der Teil des-
selben, der durch Austausch mit dem Ausland. diese Form erhält, wächst rascher
als der Teil, der gegen immediate labour? ausgetauscht werden muß?

Die Phrase, daß der Arbeitslohn vom existing capital* abhänge und
rasche Akkumulation des Kapitals daher das einzige Mittel sei, um den
Arbeitslohn steigen zu machen, kömmt darauf hinaus:

Einerseits auf die Tautologie, wenn wir die Form, worin die Arbeits-
bedingungen Kapital sind, abstreifen. Es hängt von der Produktivität der
Arbeit ab, die eine bestimmte Anzahl Arbeiter verrichten, wie rasch sich
diese Anzahl vermehren kann, ohne Verschlechterung ihrer Lebens-
bedingungen. Je mehr Rohmaterial, Instrumente und Lebensmittel sie pro-
duzieren, um so mehr Mittel haben sie, nicht nur ihre Kinder aufzubringen,
solange sie selbst nicht arbeiten können, sondern die Arbeit der neu an-
wachsenden Generation zu realisieren, und daher den Zuwachs der Popu-
lation mit Zuwachs von Produktion identisch zu machen, ja to outdo?, da
mit dem Wachstum der Population Kunst[fertigkeit] wächst, Teilung der
Arbeit wächst, Möglichkeit der Maschinerie wächst, konstantes Kapital
wächst, kurz, die Produktivität der Arbeit wächst.

Wenn das Wachstum der Population von der Produktivität der Arbeit
abhängt, so hängt die Produktivität der Arbeit vom Wachstum der Popula-
tion ab. Es ist Wechselwirkung. Dies, kapitalistisch ausgedrückt, heißt
aber, daß die Lebensmittel der Arbeiterpopulation von der Produktivität
des Kapitals abhängen, davon, daß möglichst großer Teil ihres Produkts
ihnen gegenübertritt als Kommandeur ihrer Arbeit. Ricardo] selbst drückt

1 zu verausgaben - ? unmittelbare Arbeit -° in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene
Textstelle mit Bleistift unterstrichen — * vorhandenen Kapital - ° zu übertreffen

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 241

die Sache richtig aus - ich meine die Tautologie -, wenn er die wages von
der Produktivität des Kapitals, diese aber von der Produktivität der Arbeit
abhängig macht!.

Daß die Arbeit von dem Wachstum des Kapitals abhängt, heißt weiter
nichts, als einerseits die Tautologie, daß der | Zuwachs der Lebens-
und Beschäftigungsmittel einer Population von der Produktivität ihrer
eignen Arbeit abhängt, und zweitens, kapitalistisch ausgedrückt, daß sie
davon abhängt, daß ihr eignes Produkt ihr als fremdes Eigentum und ihre
eigne Produktivität daher als Produktivität des Dings, das sie schafft,
ihr gegenüberrtritt.

Der Arbeiter, heißt es praktisch, muß einen möglichst geringen Teil
seines Produkts sich aneignen, damit ein möglichst großer Teil seines Pro-
dukts ihm als Kapital gegenübertrete; er muß möglichst viel gratis an den
Kapitalisten abtreten, damit dessen Mittel, seine Arbeit mit dem ihm
gratis Abgenommenen von neuem zu kaufen, möglichst wachse. In diesem
Fall kann es eintreten, daß, wenn der Kapitalist ihn sehr viel umsonst hat
arbeiten lassen, er ihn nun, im Austausch gegen dies umsonst Erhaltne,
etwas weniger umsonst arbeiten läßt. Indes, da dies Resultat ja grade das
verhindert, was bezweckt ist, möglichst rasche Akkumulation des Kapitals, so
muß der Arbeiter in solchen circumstances? leben, daß diese Verminderung
seiner Gratisarbeit durch Vermehrung der Arbeiterbevölkerung - sei es
relative, mittelst der Maschinerie, oder absolute, mittelst rascher Heiraten -
sich wieder aufhebt. (Es ist dasselbe Verhältnis, was die Ricardians ver-
lachen, wenn die Malthusians es zwischen landlords und Kapitalist pre-
digen.) Die Arbeiter müssen möglichst großen Teil ihres Produkts dem
Kapital gratis überlassen, um unter günstigren Bedingungen mit neuer
Arbeit einen Teil des so überlaßnen Produkts zurückzukaufen. Da aber
diese günstige Wendung zugleich die Bedingung der günstigen Wendung
aufhebt, darf sie nur temporär sein und muß wieder in ihr eignes Gegenteil
umschlagen.

3. Was von der Verwandlung der necessaries in luxuries durch aus-
wärtigen Handel gilt, gilt überhaupt von der Luxusproduktion, für deren
unbegrenzte Vervielfältigung und Ausdehnung aber der auswärtige Handel
Bedingung. Die in der Luxusproduktion beschäftigten Arbeiter produzieren
zwar Kapital für ihren employer°, aber ihr Produkt kann sich nicht in natura
wieder in Kapital verwandeln, weder in konstantes noch in variables.

1 Siehe 2. Teil dieses Bandes, S.542/543 und vorl. Band, S. 110/111 -? Verhältnissen -
® Anwender

242 Einundzwanzigstes Kapitel

Den Teil der Luxusprodukte abgerechnet, die nach dem Ausland ge-
schickt werden, um sie dort gegen necessarles auszutauschen, die ganz oder
teilweise in das variable Kapital eingehn, stellen sie bloße Surplusarbeit vor
und die Surplusarbeit selbst sofort in that shape of surplus produce!, worin
sie als Revenue von den Reichen konsumiert wird. Sie stellen zwar nicht
bloße Surplusarbeit der Arbeiter vor, die sie produzieren. Diese vielmehr
arbeiten im Durchschnitt dieselbe Surplusarbeit als die Arbeiter in den
andren Industriezweigen. Aber wie ich ?/, des Produkts, worin ?/, Surplus-
arbeit enthalten, als Inkorporation dieser Surplusarbeit betrachten kann,
und die andren ?/, als Reproduktion des vorgeschoßnen Kapitals, so kann die
Surplusarbeit der Produzenten der necessaries, die die wages für die Pro-
duzenten der luxuries bildet, als die notwendige Arbeit der Gesamtarbeiter-
klasse dargestellt werden. Ihre Surplusarbeit stellt sich dar: I. in dem Teil
der necessaries, der von den Kapitalisten und ihren retainers? verzehrt
wird; 2. in der Gesamtheit der luxuries. Mit Bezug auf den einzelnen
Kapitalisten oder different trades? stellt sich dies anders dar. Für ihn reprä-
sentiert ein Teil der von ihm created luxuries* bloß Äquivalent für das vor-
geschoßne Kapital.

Wird ein zu großer Teil der Surplusarbeit direkt in der Form von
luxuries dargestellt, so muß offenbar die Akkumulation und der degree of?
Reproduktion stocken, weil ein zu geringer Teil in Kapital rückverwandelt
wird. Wird ein zu geringer Teil so dargestellt, so würde die Akkumulation
des Kapitals rascher vor sich gehn als die Population (d.h. des Teils des
surplus produce, der in natura als Kapital wieder dienen kann) und die
Profitrate fallen, es sei denn, daß ein auswärtiger Markt für die necessaries
existiert.

### [b) Über den Austausch zwischen Kapital und Revenue
bei einfacher und erweiterter Reproduktion]

Ich habe bei dem Austausch zwischen Kapital und Revenue auch den
Arbeitslohn als Revenue betrachtet und überhaupt bloß das Verhältnis des
konstanten Kapitals zur Revenue betrachtet. Der Umstand, daß die
Revenue der Arbeiter zugleich als variables Kapital erscheint, nur insofern
von Wichtigkeit, als bei der Akkumulation - Neubildung von Kapital - das
in Lebensmitteln (necessaries) bestehende Surplus des Kapitalisten, der
letztre fabriziert, sich direkt austauschen kann gegen das in Rohstoff oder

1 in jener. Form von Mehrprodukt - ? Lakaien - ? verschiedene Gewerbszweige - ? ge-

schaffenen Luxusartikel - ® Grad der - ® siehe 1. Teil dieses Bandes, S.202-222

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 243

Instrumenten bestehende Surplus des Kapitalisten, der konstantes Kapital
produziert. Hier tauscht sich eine Form der Revenue gegen die andre |
aus, und [ist] der Austausch effected!, verwandelt sich die Revenue von A
in das konstante Kapital von B, und die Revenue von B in das variable
Kapital von A.

Bei der Betrachtung dieser Zirkulation, Reproduktion und Manier des
Ersetzens der Kapitalien etc. untereinander, ist d’abord? abzusehn vom
auswärtigen Handel.

Zweitens ist zu unterscheiden zwischen dem doppelten Phänomen,

l. Reproduktion auf der gegebnen Stufenleiter;

2. Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder Akkumulation; Ver-
wandlung von Revenue in Kapital.

Adl.

Ich habe gezeigt:

Was die Produzenten von Lebensmitteln zu ersetzen haben, ist 1. ihr kon-
stantes Kapital, 2. ihr variables Kapital. Der Wertteil ihres Produkts, der
den Überschuß über diese zwei Teile darstellt, bildet das surplus produce,
material existence of surplus value, which in its turn is only the representa-
tive of surplus labour®.

Das variable Kapital - der Teil ihres Produkts, der es darstellt - bildet
die wages, die Revenue des Arbeiters. Dieser Teil existiert hier schon in der
Naturalform, worin er von neuem als variables Kapital dient. Mit diesem
Teil, dem Äquivalent, was der Arbeiter reproduziert hat, wird seine Arbeit
von neuem gekauft. Es ist dies der Austausch zwischen Kapital and imme-
diate labour. Der Arbeiter erhält diesen Teil in Geld, mit dem er zurück-
kauft sein eignes Produkt oder andre derselben Kategorie. Es ist dies Aus-
tausch der verschiednen Bestandteile der variablen Teile des Kapitals gegen-
einander, nachdem der Arbeiter im Geld Anweisung erhalten hat auf seine
Quote. Es ist Austausch eines Teils der neuzugesetzten Arbeit gegen die
andre innerhalb derselben Kategorie. (Lebensmittel.)

Der Teil des surplus produce (neuzugesetzte Arbeit), den die Kapitalisten
(die Lebensmittel produzieren) selbst verzehren, wird entweder in natura
von ihnen verzehrt, oder es ist Austausch einer Art des in consommabler
Form existierenden surplus produce gegen eine andre Art desselben. Es ist
dies Austausch von Revenue gegen Revenue, und beides löst sich in neu-
zugesetzte Arbeit auf.

1 vollzogen — ? zunächst - 3 Mehrprodukt, das materielle Dasein des Mehrwerts, der
seinerseits nur der Repräsentant der Mehrarbeit ist

16*

244 Einundzwanzigstes Kapitel

Bei der vorigen Transaktion kann eigentlich nicht von Austausch von
Revenue und Kapital gesprochen werden. Kapital (necessaries) wird aus-
getauscht gegen Arbeit (Arbeitsvermögen). Es wird hier also nicht Revenue
und Kapital ausgetauscht. Sobald der Arbeiter allerdings die wages er-
halten, verzehrt er sie. Aber was er austauscht gegen Kapital, ist nicht seine
Revenue, sondern seine Arbeit.

Der dritte Teil [des Produkts der Produzenten von Lebensmitteln, der
darstellt] das konstante Kapital, wird ausgetauscht gegen einen Teil des
Produkts der Produzenten, die konstantes Kapital produzieren. Nämlich
gegen den Teil, der neuzugesetzte Arbeit vorstellt. Und dieser besteht in
dem Äquivalent für die wages (also variablem Kapital) und dem surplus
produce, surplus value, Revenue der Kapitalisten, in einer Form existierend,
worin sie nur industriell, nicht individuell konsumiert werden kann. Dies ist
also einerseits Austausch von variablem Kapital dieser Produzenten gegen
einen Teil der Lebensmittel, die konstantes Kapital [der Produzenten der
Lebensmittel] vorstellen. In der Tat wird ein Teil ihres Produkts, der
variables Kapital vorstellt, aber in der Form von konstantem Kapital
existiert, ausgetauscht gegen einen Teil des Produkts der Lebensmittel-
fabrikanten, der konstantes Kapital vorstellt, aber in der Form von variablem
Kapital existiert. Es tauscht sich hier neuzugesetzte Arbeit gegen konstantes
Kapital! aus.

Andrerseits der Teil des Produkts, der surplus produce vorstellt, aber
in der Form von konstantem Kapital existiert, wird ausgetauscht gegen
einen Teil der Lebensmittel, der konstantes Kapital für seine Produzenten
vorstellt. Hier wird Revenue gegen Kapital ausgetauscht. Die Revenue der
Kapitalisten, die konstantes Kapital produzieren, tauscht sich aus gegen
Lebensmittel und ersetzt das konstante Kapital der Kapitalisten, die
Lebensmittel produzieren.

Endlich der Teil des Produkts der Kapitalisten, die konstantes Kapital
produzieren, der selbst konstantes Kapital vorstellt, ersetzt sich teils in
natura, teils durch Naturalaustausch (verhüllt durchs Geld) zwischen den
Produzenten von konstantem Kapital.

Dies alles vorausgesetzt, daß die Stufe der Reproduktion = der ur-
sprünglichen Stufe der Produktion.

Fragen wir nun, welcher Teil des jährlichen Gesamtprodukts neuzu-
gesetzte Arbeit vorstellt? So ist die Rechnung sehr einfach:

### A. Consommable Artikel, [für die individuelle Konsumtion. Diese]

1 In der Handschrift: neuzugesetzte Arbeit

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 245

zerfallen in drei Teile. [Erstens] Revenue der Kapitalisten = surplus labour
während des Jahrs zugesetzt.

Zweitens Arbeitslohn, variables Kapital, gleich der neuzugesetzten Ar-
beit, wodurch die Arbeiter ihre wages reproduziert haben.

Endlich dritter Teil, Rohmaterial, Maschinerie etc. Dies ist konstantes
Kapital, der Wertteil des Produkts, der nur erhalten, nicht produziert ist.
Also nicht während des Jahrs neuzugesetzte Arbeit.

1856| Nennen wir das konstante Kapital C, das variable V und das
surplus produce, die Revenue, R, so besteht diese Kategorie aus:

C bloß erhaltner Wert, nicht neuzugesetzte Arbeit (dieses stellt einen
Teil des Produkts vor); dagegen V + R während des Jahrs zugesetzte Arbeit.

Das Gesamtprodukt (oder sein Wert) P: stellt also neuzugesetzte Arbeit
vor, nach Abzug von C.

Also das Produkt der Kategorie A: [P:]

P® — C’ = während des Jahrs neuzugesetzte Arbeit.

### B. Artikel für industrielle Konsumtion.

V’' + R” stellen auch hier neuzugesetzte Arbeit vor. Dagegen nicht C’”,
das konstante Kapital, das in dieser Sphäre funktioniert.

Aber V’+R’” = (’, wogegen sie sich austauschen. C’ wird in variables
Kapital und Revenue für B verwandelt. Anderseits wird V’’ und R’” in C’,
in das konstante Kapital von A verwandelt.

Das Produkt der Kategorie Pb,

Pb — C’’ = während des Jahrs neuzugesetzte Arbeit.

Aber PP —- C”’=C’; denn das ganze Produkt von Pb nach Abzug von
C’’, dem in dieser Kategorie angewandten konstanten Kapital, wird aus-
getauscht gegen C’.

Nachdem V’’ + R’’ ausgetauscht sind gegen C’, kann die Sache so dar-
gestellt werden:

P® besteht nur aus neuzugesetzter Arbeit, deren Produkt sich in Profite
und wages verteilt, in equivalent of necessary labour und equivalent of sur-
plus labour!. Denn das V”’ + R’”, das nun C’ ersetzt, ist gleich der in
Kategorie B neuzugesetzten Arbeit.

Also das ganze Produkt von P®, sowohl sein surplus produce als sein
variables Kapital, als sein konstantes Kapital besteht aus Produkten der
während des Jahrs neuzugesetzten Arbeit.

Dagegen kann Pb so betrachtet werden, daß es keinen Teil neuzugesetzter
Arbeit repräsentiert, sondern bloß das Erhalten alter. Denn sein Teil C’

1 das Äquivalent für notwendige Arbeit und das Äquivalent für Mehrarbeit

246 Einundzwanzigstes Kapitel

stellt keine neuzugesetzte Arbeit dar. Ebensowenig sein Teil C’, den es
gegen V’’ + R’ ausgetauscht hat, und welches C’ in A vorgeschoßnes kon-
stantes Kapital, nicht neuzugesetzte Arbeit darstellte.

Der ganze Teil des jährlichen Produkts, der als variables Kapital die
Revenue der Arbeiter und als surplus produce den Konsumtionsfonds der
Kapitalisten bildet, löst sich also auf in neuzugesetzte Arbeit, während der
ganze übrige Teil des Produkts, der konstantes Kapital vorstellt, sich bloß
in erhaltne alte Arbeit auflöst und bloß konstantes Kapital ersetzt.

So richtig es also ist, zu sagen, daß der ganze Teil des jährlichen Produkts,
der als Revenue, wages und profits (mit den branches of profit, rent,
interest! etc., ebenso den wages der unproductive labourers) verzehrt wird,
sich in neuzugesetzte Arbeit auflöst, so falsch ist es, zu sagen, daß das
ganze jährliche Produkt sich in Revenue, wages und profits auflöst, und da-
her in bloße Anteile an der neuzugesetzten Arbeit. Es löst sich in konstantes
Kapital auf zum Teil, das dem Wert nach nicht neuzugesetzte Arbeit dar-
stellt und dem use? nach weder in wages noch profits eingeht. Es stellt im
eigentlichen Sinn accumulated labour? vor (seinem Wert nach) und seinem
Gebrauchswert nach den use dieser accumulated previous labour.

Anderseits ist es ebenso richtig, daß die während des Jahrs zugefügte Arbeit
nicht ganz von dem Teil des Produkts dargestellt wird, der sich in wages
und profits auflöst. Denn mit diesen wages und profits werden services?
gekauft, also Arbeit, die nicht in das Produkt einging, wovon wages und
profits [einen Teil] darstellen. Es sind dies services, Arbeit, die im Konsum
des Produkts verbraucht wird, nicht in seine unmittelbare Produktion ein-
geht.

1857] Ad 2.

Änders verhält es sich mit der Akkumulation, Verwandlung von Revenue
in Kapital, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, soweit letztre nicht
bloß dadurch entsteht, daß das alte Kapital produktiver angewandt wird.
Hier besteht das ganze neue Kapital aus neuzugesetzter Arbeit und zwar
Surplusarbeit in der Form von Profit etc. Aber obgleich es richtig ist, daß
hier das ganze Element der Neuproduktion aus neuzugesetzter Arbeit -
Teil der surplus labour der labourers - besteht und entsteht, so falsch ist es,
wie wieder die Ökonomen voraussetzen, daß es bei seiner Verwandlung in
Kapital sich bloß in variables Kapital oder in wages auflöst. Z.B., ein Teil
des surplus produce des farmers werde ausgetauscht gegen einen Teil des

1 Abzweigungen von Profit, Rente, Zins - ? Gebrauch - ® aufgehäufte Arbeit - * auf-
gehäuften vorangegangenen Arbeit -5 Dienste

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 247

surplus produce des Maschinenfabrikanten. So ist es möglich, daß der
letztre das Korn in variables Kapital verwandelt, mehr Arbeiter beschäftigt,
direkt oder indirekt. Der farmer dagegen hat einen Teil seines surplus
produce in konstantes Kapital verwandelt, und es ist möglich, daß er infolge
dieser Verwandlung, statt neue Arbeiter anzuwenden, alte entläßt. Der
farmer mag noch mehr Land besäen. Dann wird ein Teil des Korns nicht
in wages, sondern in konstantes Kapital verwandelt etc.

Bloß bei dieser Akkumulation tritt hervor, daß alles, sowohl Revenue,
variables Kapital, wie konstantes, angeeignete fremde Arbeit ist. Und daß so-
wohl die Arbeitsbedingungen, mit denen er arbeitet, als das Äquivalent, das
er für seine Arbeit erhält, Arbeit des Arbeiters ist, die der Kapitalist ohne
Äquivalent erhalten hat.

Selbst bei der ursprünglichen Akkumulation. Nimm an, ich habe 50071.
an wages gespart. Sie stellen also in der Tat nicht nur akkumulierte Arbeit,
sondern, im Unterschied zu der „akkumulierten Arbeit“ des Kapitalisten,
meine eigne, von mir und für mich akkumulierte Arbeit vor. Ich verwandle
sie in Kapital, kaufe Rohmaterial etc. und Arbeiter. Profit sei 20 p.c. Also
100 7. jährlich. In fünf Jahren (wenn nicht immer neu akkumuliert, sondern
die 100 I. aufgegessen werden) habe ich mein Kapital „aufgegessen“ in der
Form von Revenue. Im sechsten Jahr stellt mein Kapital von 500 I. selbst
ohne Äquivalent angeeignete fremde Arbeit dar. Hätte ich dagegen immer
1/, des Profits von neuem akkumuliert, so ging der Prozeß [des Aufessens
meines ursprünglichen Kapitals] langsamer, weil ich nicht so viel aufesse,

und [der der Aneignung fremder Arbeit] schneller.

Kapital Profit Aufgegessen

Erstes Jahr ......... 500 100 50
Zweites Jahr ......... 550 110 55
Drittes Jahr ......... 6065 121 60
Viertes Jahr ......... 65 13 66
Fünftes Jahr ........ 731 16 7
Sechstes Jahr ........ 804 160 80
Siebtes Jahr ......... 84 176 88
Achtes Jahr ......... 972 194 97

569

Im achten Jahr ist mein Kapital beinahe verdoppelt, obgleich ich mehr
als das ursprüngliche Kapital aufgegessen. Es ist in dem Kapital 972 nicht
mehr ein farthing der bezahlten Arbeit vorgestellt, oder Arbeit, wofür ich
ein Äquivalent gegeben. Ich habe mein ganzes ursprüngliches Kapital in

248 Einundzwanzigstes Kapitel

der Form von Revenue verzehrt. Also ein Äquivalent dafür erhalten und das
Äquivalent verzehrt. Das neue Kapital besteht nur aus angeeigneter
fremder Arbeit.

B-i der Betrachtung des Mehrwerts als solchen die Naturalform des
produce, hence! des surplus produce, gleichgültig. Bei der Betrachtung des
wirklichen Reproduktionsprozesses wird sie wichtig, teils um seine Formen
selbst zu verstehn, teils den Einfluß, den Luxusproduktion etc. auf die Re-
produktion. Hier wieder ein Beispiel, wie der Gebrauchswert als solcher

ökonomische Wichtigkeit erhält.

### [e) Verdienste und Irrtümer des Verfassers.
Über den auswärtigen Handel. Freie Zeit als wahrer Reichtum]

1858] Nun zu unsrem Pamphlet zurück:

„Nehmen wir an, daß die ganze Arbeit des Landes gerade ausreiche, soviel zu pro-
duzieren, als zur Erhaltung der Bevölkerung notwendig ist; in diesem Falle ist es klar,
daß es keine Mehrarbeit gibt, es also nichts gibt, das als Kapital akkumuliert werden
könnte. Nehmen wir an, die gesamte Arbeit des Landes produziere in einem Jahr genug,
um seine Bevölkerung zwei Jahre lang zu erhalten, dann müssen offenbar entweder die
Konsumtionsmittel für ein Jahr zugrunde gehen oder die Bewohner müssen ein Jahr
lang aufhören, produktiv zu arbeiten. Aber die Besitzer des Mehrprodukts oder des Kapi-
tals werden weder die Bevölkerung ein Jahr lang müßig gehen, noch das Produkt für
ein Jahr verderben lassen; sie werden jeden mit Arbeiten beschäftigen, die nicht direkt
und unmittelbar produktiv sind, zum Beispiel mit dem Bau von Maschinen usw. Aber
im dritten Jahre kann die ganze Bevölkerung wieder zur produktiven Arbeit zurück-
kehren, und da die Maschinerie, die im letzten Jahre gebaut wurde, nun in Tätigkeit
tritt, so ist es klar, daß das Produkt insgesamt größer sein wird als das des ersten Jahrs
zuzüglich des Produkts der Maschinerie. Dies Mehrprodukt muß also noch mehr ver-
derben oder wie vorher angewandt werden, und diese Anwendung fügt wieder der
Produktivkraft der Gesellschaft hinzu, bis die Menschen die produktive Arbeit eine
Zeitlang einstellen müssen, oder das Produkt ihrer Arbeit muß zugrunde gehen. Dies
ist die handgreifliche Konsequenz im einfachsten Zustand der Gesellschaft.“ (p.4, 5.)

„Die Nachfrage anderer Länder ist beschränkt nicht bloß durch imsere Kraft zu

produzieren, sondern auch durch ihre Kraft zu produzieren.“

{Dies Antwort auf Say, daß nicht wir zu viel, sondern die andern zu
wenig produzieren.!®°! Their power of produce is not necessarily equal to
our powers to produce.?}

1 also - ? Ihre Produktivkraft ist nicht notwendigerweise gleich unserer Kraft zu produ-
zieren. j

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 249

‚„Wir mögen tun, was wir wollen, in einer Reihe von Jahren kann die ganze Welt
nicht viel mehr von uns nehmen, als wir von der Welt nehmen, so daß unser ganzer
auswärtiger Handel, von dem man so viel Aufhebens macht, dem Reichtum unseres
Landes niemals auch nur einen Schilling oder einen Deut hinzugefügt hat, hinzufügen
konnte oder irgendwie kann. Denn für jeden Ballen Seide, jede Kiste Tee, jedes Faß
Wein, das importiert wurde, wurde etwas von gleichem Werte exportiert. Und selbst.
die Profite, die unsere Kaufleute im auswärtigen Handel machen, werden durch die
Konsumenten der Waren bezahlt, die dafür eingehen.“ (p. 17, 18.)

„Der auswärtige Handel ist bloß Tauschhandel für die Bequemlichkeiten und die
Genüsse des Kapitalisten. Dieser besitzt nicht hundert Körper und hundert Beine; er
kann nicht in der Form von Tuch und Baumwollstrümpfen alles Tuch und alle Baum-
wollstrümpfe konsumieren, die fabriziert werden; daher werden sie gegen Wein und
Seide ausgetauscht. Aber diese Weine und Seidenstoffe stellen die Mehrarbeit unserer
eigenen Bevölkerung ebensogut dar, wie jene Tuche und Strümpfe, und auf diese Weise
wird die zerstörende Macht des Kapitalisten über alle Maßen gesteigert; durch den aus-
wärtigen Handel gelingt es den Kapitalisten, die Natur zu überlisten, die ihren Forde-
rungen und ihren Wünschen tausenderlei Schranken entgegenstellt; nun gibt es keine

Schranken mehr weder für ihre Macht, noch für ihr Verlangen.“ (l.c. p. 18.)

Man sieht: Er akzeptiert Ric[ardo]s Lehre vom Foreign trade!. Bei
diesem hat sie nur das Interesse, seine Werttheorie nachzuweisen, oder zu
zeigen, daß sie derselben nicht widerspricht. Hier aber ist es hervorgehoben,
daß es nicht nur die national labour, sondern die national surplus labour ist,
die sich auch in den Resultaten des Foreign trade verkörpert.

Stellte sich die surplus labour oder value bloß in nationalen surplus pro-
duce dar, so fände die Vermehrung des Werts um des Werts willen und
daher die exaction of surplus labour? eine Grenze an der Borniertheit, dem
engen Kreis von Gebrauchswerten, worin sich der Wert der [nationalen]
Arbeit darstellte. Aber erst der auswärtige trade entwickelt seine wahre
Natur als Wert, indem er die in ihm enthaltne Arbeit als gesellschaftliche
entwickelt, die sich in einer unbegrenzten Reihe verschiedner Gebrauchs-
werte darstellt, und in der Tat dem abstrakten Reichtum Sinn gibt.

„Es ist die unendliche Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse und der Arten von Waren“
{also auch die infinite variety of real labour, which produces those different kinds
of commodities}, „die zu ihrer Befriedigung notwendig sind’, was allein die Leiden-
schaft für Reichtum“ {and hence the passion for appropriating other people’s labour®}

3 auswärtigen Handel - ? in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit
Bleistift unterstrichen - ® Auspressung von Mehrarbeit - * unendliche Mannigfaltigkeit der
realen Arbeit, die jene verschiedenen Arten von Waren produziert - ® in der Handschrift ist
die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen - ® und daher die Leidenschaft,
anderer Leute Arbeit sich anzueignen

250 Einundzwanzigstes Kapitel

„unendlich und unersättlich macht.“ (Wakefield, Ed. v. A.Smith, London 1835, t. 1,
p.64, Note.)

Es ist aber nur der foreign trade, die Entwicklung des Markts zum Welt-
markt, die das Geld zum Weltgeld und die abstrakte Arbeit zur gesellschaft-
lichen Arbeit entwickelt. Der abstrakte Reichtum, Wert, Geld - hence die
abstrakte Arbeit entwickelt sich in dem Maße, worin die konkrete Arbeit zu
einer den Weltmarkt umfassenden Totalität verschiedner Arbeitsweisen
entwickelt. Die kapitalistische Produktion beruht auf dem Wert oder der
Entwicklung der in dem Produkt enthaltnen Arbeit als gesellschaftlicher.
Dies aber nur auf Basis des Foreign trade und des Weltmarkts. Dies also
sowohl Voraussetzung als Resultat der kapitalistischen Produktion.

1859| Das Pamphlet ist keine theoretische Abhandlung. Protest gegen
die falschen Gründe, denen die Ökonomen die damalige distress! zu-
schrieben und die „National Difficulties“?. Es wird daher hier weder der
Anspruch gemacht, noch kann es verlangt werden, daß die Auffassung der
surplus value als surplus labour allgemeine Kritik des Gesamtsystems der
ökonomischen Kategorien mit sich führe. Der Verfasser steht vielmehr auf
Ricfardojschem Boden und spricht nur eine Konsequenz konsequent aus,
die in diesem System selbst enthalten ist und macht sie im Interesse der
Arbeiterklasse gegen das Kapital geltend.

Im übrigen ist der Verfasser in den ökonomischen Kategorien befangen,
wie er sie vorfindet. Ganz wie bei Ricfardo] das Verwechseln von surplus
value und Profit zu unangenehmen Widersprüchen führt, so bei ihm, daß
er die surplus value interest of capital? tauft.

Zwar steht er darin über Ricardo, daß er erstens alle surplus value auf
surplus labour reduziert und, wenn er die surplus value interest of capital
nennt, zugleich hervorhebt, daß er unter interest of capital die allgemeine
Form der surplus labour versteht, im Unterschied von ihren besondern
Formen, Rente, Geldzins und industriellem Profit.

„Der den Kapitalisten gezahlte Zins, sei es in der Natur“ (sollte heißen shape, form“)
„von Rente, Geldzins oder Geschäftsprofit...“ (p.23.)

Er unterscheidet also die allgemeine Form der surplus labour oder sur-
plus value von ihren besondren Formen, was Ricfardo] nicht und A.Smith
nicht [tun], wenigstens nicht bewußt und konsequent. Aber er nimmt den
Namen einer dieser besondern Formen, interest, wieder für die allgemeine
Form. Und dies ist hinreichend, daßer in den ökonomischen slang zurückfällt.

1 Notlage - ? „nationalen Schwierigkeiten“ - $ den Mehrwert Kapitalzins - * Gestalt,
Form

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 25]

„Der Fortschritt des Anwachsens des Kapitals würde in einer fest gegründeten
Gesellschaft durch ein Sinken des Geldzinses bezeichnet oder, was auf dasselbe hin-
ausläuft, durch die Abnahme der Menge Arbeit anderer, die für den Gebrauch des
Kapitals hingegeben würde.“ (p.6.)

Dies etwa Careysche Phrase. Aber bei ihm ist es nicht the labourer who
uses capital, but capital which uses labourer!. Da er unter interest surplus
labour in any form? versteht, so kömmt die Sache - das remedy of our
„national difficulties“® - darauf hinaus, daß der Arbeitslohn erhöht werde;
denn Verminderung of interest heißt Verminderung von surplus labour.
Was er aber meint, ist, daß die Aneignung fremder Arbeit im Austausch
gegen Kapital sich vermindern oder der Arbeiter mehr von seiner eignen
Arbeit sich aneignen soll und das Kapital weniger.

Verminderung von surplus labour kann zweierlei heißen:

Es soll weniger Arbeit gearbeitet werden über die Zeit hinaus, die nötig
ist, um das Arbeitsvermögen zu reproduzieren, um ein Äquivalent für die
wages zu schaffen;

oder weniger von dem Totalguantum der Arbeit soll die Form der surplus
labour annehmen, d.h. der für den Kapitalisten gratis gearbeiteten Zeit;
also auch weniger von dem Produkt, worin sich die Arbeit darstellt, die
Form des surplus produce, d.h., der Arbeiter soll mehr von seinem eignen
Produkt bekommen, weniger dem Kapitalisten davon zufließen.

Der Verfasser ist sich selbst hierüber nicht klar, wie auch aus dem
folgenden - worin eigentlich das letzte Wort seiner Schrift - erscheint:

„Wahrhaft reich ist eine Nation erst, wenn kein Zins für Kapital gezahlt wird;
wenn statt 12 Stunden nur 6 gearbeitet wird. Reichtum ist verfügbare Zeit, und sonst
nichts.“ (p.6.)

Da hier unter Zins - Profit, Rent, Interesse - kurz jede Form des Mehr-
werts verstanden wird, und da nach dem Verfasser selbst Kapital nichts ist
als produce of labour, accumulated labour which is able to exact in exchange
for each self not only an equal quantity of labour, but surplus labourf, so
heißt nach ihm: Kapital trägt keinen Zins - es existiert kein | Kapital.
Das Produkt verwandelt sich nicht in Kapital. Es existiert kein surplus
produce und keine surplus labour. Dann erst ist eine Nation wirklich reich.

1 der Arbeiter, der Kapital anwendet, sondern Kapital, das den Arbeiter anwendet -
2 jeder Form - ® Heilmittel für unsere „nationalen Schwierigkeiten“ -* Produkt der Arbeit,
aufgehäufte Arbeit, die imstande ist, im Austausch für sich selbst nicht nur eine gleiche
Menge Arbeit, sondern Mehrarbeit herauszupressen

252 Einundzwanzigstes Kapitel

Dies kann aber meinen: Es existiert kein produce, keine labour über
das Produkt und die labour hinaus, die zur Reproduktion der Arbeiter er-
heischt sind. Oder: sie eignen sich selbst dies Surplus, sei es von Produkt
oder labour, an.

Daß der Verfasser aber nicht bloß das letztre meint, geht daraus hervor,
daß er [den Satz] „kein Zins für Kapital“ damit zusammenstellt: „Eine
Nation ist wirklich reich, wenn 6 statt 12 Stunden gearbeitet wird. Wealth
is disposable time, and nothing more!.“

Es kann dies nun heißen:

Wenn alle arbeiten müssen, der Gegensatz von Überarbeiteten und
Müßiggängern wegfällt - und dies wäre jedenfalls die Konsequenz davon,
daß das Kapital aufhörte zu existieren, daß Produkt nicht mehr Titel auf
fremde surplus labour gäbe - und außerdem die Entwicklung der Produktiv-
kräfte, wie das Kapital sie hervorgebracht hat, in Betracht gezogen wird,
so wird die Gesellschaft die nötige abundance? in 6 Stunden produzieren,
mehr als jetzt in 12, und zugleich werden alle 6 Stunden „disposable time“,
den wahren Reichtum haben; Zeit, die nicht durch unmittelbar produktive
Arbeit absorbiert wird, sondern zum enjoyment®, zur Muße, [so] daß sie
zur freien Tätigkeit und Entwicklung Raum gibt. Die Zeit ist der Raum für
die Entwicklung der faculties* etc. Man weiß, daß die Ökonomen selbst die
slave-labour der wages-labourers® dadurch rechtfertigen, daß sie die Muße,
freie Zeit für andre, einen andren Teil der Gesellschaft - und damit für die
Gesellschaft der wages-labourers schafft.

Oder es kann auch heißen:

Die Arbeiter arbeiten jetzt 6 Stunden Zeit hinaus über das, was sie zu
ihrer eignen Reproduktion (jetzt) brauchen. (Dies kann auch kaum die
Ansicht des Verfassers sein, da er das, was sie jetzt brauchen, als unmensch-
liches Minimum darstellt.) Hört das Kapital auf, so arbeiten sie nur mehr
6 Stunden, und die Müßiggänger müssen ebensoviel arbeiten. Der mate-
rielle Reichtum für alle würde dadurch auf das Niveau der Arbeiter
herabgedrückt. Aber alle hätten disposable time, freie Zeit zu ihrer Ent-
wicklung.

Der Verfasser ist sich offenbar selbst nicht klar. Nevertheless® bleibt
immer der schöne Satz:

„Eine Nation ist wirklich reich, wenn 6 statt 12 Stunden gearbeitet wird. Wealth
- is disposable time, and nothing more.“

1 Reichtum ist verfügbare Zeit, und sonst nichts - * den nötigen Überfluß -® Genießen -
4 Fähigkeiten -° Sklavenarbeit der Lohnarbeiter - 8 Nichtsdestoweniger

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 253

Auch Ricardo, in dem chapter „Value and riches, their distinctive proper-
ties“! sagt, daß der eigentliche Reichtum darin besteht, daß möglichst viel
values in use? von möglichst wenig value geschaffen werden; d.h. in andren
Worten, daß in möglichst kurzer Arbeitszeit eine möglichst große abun-
dance of material wealth? geschaffen wird. Auch hier die „disposable time“
und der Genuß des in der Arbeitszeit der andren geschaffnen als der wahre
wealth, aber wie alles in der kapitalistischen Produktion, und daher bei
ihren Interpreten, im Gegensatz. Der Gegensatz von riches und value bei
Ric[ardo] später in der Form, daß das produit net* möglichst groß sein soll
im Verhältnis zum produit brut?, was wieder in dieser gegensätzlichen
Form meint, daß die Klassen der Gesellschaft, deren Zeit nur teilweise oder
gar nicht in der materiellen Produktion absorbiert ist, obgleich sie die
Früchte derselben genießen, möglichst zahlreich sein sollen gegen die
Klassen, deren Zeit ganz in der materiellen Produktion absorbiert ist und
deren Konsum daher ein bloßes Item der Produktionskosten bildet, bloße
Bedingung, für sie solche Lasttiere zu sein. Es ist immer der Wunsch, den
möglichst kleinsten Teil der Gesellschaft zur Sklaverei der Arbeit, zur
Zwangsarbeit zu verdammen. Dies das Höchste, wozu es auf dem kapita-
listischen Standpunkt gebracht wird.

Dies hebt der Verfasser auf. Time of labour®, auch wenn der Tauschwert
aufgehoben, bleibt immer die schaffende Substanz des Reichtums und das
Maß der Kost, die seine Produktion erheischt. Aber free time, disposable
time, ist der Reichtum selbst - teils zum Genuß der Produkte, teils zur free
activity’, die nicht wie die labour durch den Zwang eines äußren Zwecks
bestimmt ist, der erfüllt werden muß, dessen Erfüllung Naturnotwendig-
keit oder soziale Pflicht, wie man will.

Es versteht sich von selbst, daß die time of labour selbst, dadurch, daß
sie auf normales Maß beschränkt, ferner nicht mehr für einen andren, son-
dern für mich selbst geschieht, zusammen mit der Aufhebung der sozialen
Gegensätze zwischen master and men? etc., als wirklich soziale Arbeit,
endlich als Basis der disposable time einen ganz andren, freiern Charakter
erhält, und daß die time of labour eines man?, der zugleich der man of dispo-
sable time! ist, viel höhere Qualität besitzen muß als die des Arbeitstiers.

1 Kapitel „Die unterschiedlichen Eigenschaften von Wert und Reichtum“ -? Gebrauchswerte -
3 Überfluß an materiellem Reichtum - * Nettoprodukt - 5 Bruttoprodukt - ® Arbeitszeit -
? freien Betätigung - ® Herrn und Knechten - ? Menschen - !° Mensch, der über Zeit
verfügt

254 Einundzwanzigstes Kapitel

### 2. Ravenstone. [Das Kapital als Mehrprodukt.
Verwechslung der antagonistischen Form
der kapitalistischen Entwicklung mit ihrem Inhalt.
Negatives Urteil über die Ergebnisse
der kapitalistischen Entwicklung der Produktivkräfte]

1861| Piercy Ravenstone, M.A. „Thoughts on the Funding System, and. its
Effects“, London 1824.

Höchst merkwürdige Schrift.

Der Verfasser des vorigen Pamphlets faßt die surplus value in ihrer
Urform, der surplus labour. Die Länge der Arbeitszeit bildet daher seinen
Hauptgesichtspunkt. Namentlich Auffassung der surplus labour oder value
in ihrer absoluten Form; Verlängerung über die Arbeitszeit hinaus, die zur
Reproduktion des Arbeiters selbst nötig, nicht Verkürzung der necessary
labour durch Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit.

Die Verkürzung dieser necessary labour ist Hauptgesichtspunkt bei
Ric[ardol, aber, wie sie es in der kapitalistischen Produktion ist, als Mittel,
die dem Kapital zufallende Arbeitszeit zu verlängern. Dagegen spricht das
Pamphlet als letzten Zweck Verkürzung der Arbeitszeit für die Produzenten
aus und Wegfallen des Arbeitens für den possessor of surplus produce!.

Ravenstone scheint den Arbeitstag als gegeben vorauszusetzen. Was er
also besonders ins Auge faßt - auch wie das frühere Pamphlet, so daß das
Theoretische nur unterläuft -, ist die relative surplus value oder das surplus
produce (das dem Kapital anheimfallende) infolge der Entwicklung der
Produktivkraft der Arbeit. Wie bei diesem Standpunkt überhaupt, wird
die surplus labour mehr in der Form des surplus produce, während in dem
frühren das surplus produce mehr in der Form der surplus labour auf-
gefaßt.

„Lehren, daß der Reichtum und die Macht einer Nation von ihrem Kapital ab-
hänge, heißt, den Gewerbefleiß zur Magd des Reichtums, die Menschen dem Eigentum
dienstbar machen.“ (l.c. p.7.)

Bei dem Gegensatz, den die Ricfardolsche Theorie hervorrief - auf
[Basis] ihrer eignen Voraussetzungen -, dies das Charakteristische:

Im selben Maß, wie sich die politische Ökonomie entwickelte - und
diese Entwicklung, soweit es die Grundprinzipien betrifft, erhielt den

1 Besitzer des Mehrprodukts

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 255

schärfsten Ausdruck in Ricardo -, stellte sie Arbeit dar als das einzige Ele-
ment des Werts und den einzigen Schöpfer des Gebrauchswerts, und Ent-
wicklung der Produktivkräfte als das einzige Mittel zur wirklichen Ver-
mehrung des Reichtums; möglichste Entwicklung der Produktivkräfte der
Arbeit als die ökonomische Basis der Gesellschaft. Dies in der Tat die Basis
der kapitalistischen Produktion. Riclardo]s Schrift namentlich, indem sie das
Gesetz des Werts als weder durch Grundeigentum, kapitalistische Akku-
mulation etc. gebrochen darstellt, ist eigentlich nur damit beschäftigt, alle
Widersprüche oder Phänomene, die dieser Auffassung zu widersprechen
scheinen, zu beseitigen. Aber in demselben Maß, wie Arbeit als einzige
Quelle des Tauschwerts begriffen und als die aktive Quelle des Gebrauchs-
werts, in demselben Maß wird „Kapital“ von denselben Ökonomen, und
namentlich auch von Ricardo (noch mehr von Torrens, Malthus, Bailey
etc. nach ihm) als der Regulator der Produktion, Quelle des Reichtums und
Zweck der Produktion aufgefaßt, Arbeit dagegen als Lohnarbeit, deren
Träger [und] wirkliches Instrument notwendiger Pauper (wozu außerdem
noch Malthus’ Populationstheorie hinzukam) - bloße Produktionskost und
Produktionsinstrument - auf das Minimum des Salairs angewiesen, unter
das er fallen muß, sobald er in einer für das Kapital „überflüssigen“ Masse
existiert. In diesem Widerspruch sprach die politische Ökonomie bloß das .
Wesen der kapitalistischen Produktion aus oder, wenn man will, der Lohn-
arbeit aus; der sich selbst entfremdeten Arbeit, der der von ihr geschaffne
Reichtum als fremder Reichtum, ihre eigne Produktivkraft als Produktiv-
kraft ihres Produkts, ihre Bereicherung als Selbstverarmung, ihre gesell-
schaftliche Macht als Macht der Gesellschaft über sie gegenübertritt. Aber
diese bestimmte spezifische, historische Form der gesellschaftlichen Arbeit,
wie sie in der kapitalistischen Produktion erscheint, sprechen diese Ökono-
men als allgemeine, ewige Form, Naturwahrheiten aus, und diese Pro-
duktionsverhältnisse als die absolut (nicht historisch) notwendigen, natur-
gemäßen und vernünftigen Verhältnisse der gesellschaftlichen Arbeit.
Durchaus befangen in dem Horizont der kapitalistischen Produktion, er-
klären sie die gegensätzliche Form, worin die gesellschaftliche Arbeit hier
erscheint, für ebenso notwendig als diese Form selbst, befreit von diesem
Gegensatz. Indem sie so auf der einen Seite die Arbeit absolut (weil ihnen
Lohnarbeit mit Arbeit identisch) und auf der andren Seite ebenso absolut
das Kapital, die Armut des Arbeiters und den Reichtum des Nichtarbeiters
in demselben Atem als einzige Quelle des Reichtums aussprechen, bewegen
sie sich beständig in absoluten Widersprüchen, ohne die geringste Ahnung
darüber. (Sismondi macht durch seine Ahnung dieses Widerspruchs Epoche

256 Einundzwanzigstes Kapitel

in der politischen Ökonomie.) „Labour or Capital“! - in dieser Phrase
Ricardos tritt der Widerspruch und die Naivetät, mit der er als Identisches
ausgesprochen ist, schlagend hervor. 2

Es war aber klar, daß - da dieselbe reale Entwicklung, die der bürger-
lichen Ökonomie diesen theoretisch rücksichtslosen Ausdruck gab, die in
derselben enthaltnen realen Widersprüche entwickelt, namentlich den
Gegensatz zwischen dem wachsenden Reichtum der „Nation“ in England
und der wachsenden Misere der Arbeiter, da ferner diese Widersprüche in
der Rficardolschen Theorie etc. einen theoretisch schlagenden, wenn auch
unbewußten Ausdruck erhalten — es war natürlich, daß die ||XV-862|
Geister, die sich auf die Seite des Proletariats stellten, den theoretisch für
sie schon zurechtgemachten Widerspruch aufgriffen. Die Arbeit ist die
einzige Quelle des Tauschwerts und der einzige aktive Schöpfer des
Gebrauchswerts. So sagt ihr. Anderseits sagt ihr, das Kapital ist alles, der
Arbeiter nichts oder bloße Produktionskost des Kapitals. Ihr habt euch
selbst widerlegt. Das Kapital ist nichts als Prellerei des Arbeiters. Die
Arbeit ist alles.

Dies ist in der Tat das letzte Wort aller der Schriften, die das proleta-
rische Interesse vom Riclardolschen Standpunkt, auf dem Boden seiner
eignen Voraussetzungen vertreten. Sowenig er die Identität von Kapitalund
Arbeit in seinem System begreift, sowenig begreifen sie den Widerspruch,
den sie darstellen, weshalb die bedeutendsten unter ihnen, wie Hodgskin
z.B., alle ökonomischen Voraussetzungen der kapitalistischen Produktion
selbst als ewige Formen akzeptieren und nur das Kapital streichen wollen,
die Basis und zugleich die notwendige Konsequenz.

Der Hauptgedanke bei Ravenstone ist:

Die Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit schafft Kapital oder
Property®, d.h. ein surplus produce for „idlers“, Faulenzer, Nichtarbeiter,
und zwar erzeugt die Arbeit dieses ihr Parasitengewächs, das sie bis aufs
Mark aussaugt, in um so höherm Grad, als ihre Produktivkraft entwickelt
wird. Ob der Titel an dies surplus produce oder die Macht, sich das Produkt
fremder Arbeit anzueignen, an den Nichtarbeiter kommt dadurch, daß er
sich schon im Besitz von Reichtum befindet oder von Grund und Boden,
Grundeigentum, ändert an der Sache nichts. Beides ist Kapital, d.h. Herr-
schaft über das Produkt fremder Arbeit. Eigentum, property, heißt bei
Rlavenstone] nur Aneignung der Produkte fremder Arbeit, und diese nur
möglich und nur in dem Grade möglich, als die produktive Industrie sich

1 „Arbeit oder Kapital“ -? Eigentum

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 257

entwickelt. Unter produktiver Industrie versteht Rlavenstone] die In-
dustrie, die necessaries! produziert. Eine Folge der Entwicklung des Kapitals
oder property ist die unproductive industry, die industry of consumptionl®®!.
Wie der Verfasser des obigen Pamphlets, erscheint Rlavenstone] asketisch.
Er ist darin selbst wieder in der Vorstellung der Ökonomen befangen.
Ohne das Kapital, ohne die property, würden die necessaries des Arbeiters
im Überfluß produziert werden, aber keine Luxusindustrie stattfinden.
Oder es kann auch gesagt werden, daß Rlavenstone] sowohl wie der Ver-
fasser des obigen Pamphlets die historische Notwendigkeit des Kapitals
soweit begreifen oder wenigstens faktisch zugeben, als es nach dem ersten
Surplusarbeit produziert über die zum strikten Unterhalt nötige Arbeit und
zugleich Schöpfung von Maschinerie (capital fixe bei ihm) und auswärtigem
Handel, Weltmarkt, herbeiführt, um das den Arbeitern entrißne surplus
produce teils zur Vermehrung der Produktivkraft zu vernutzen, teils um
diesem surplus produce die mannigfaltigsten, über der Notdurft stehenden
Formen des Gebrauchswerts zu geben. So, bei Rlavenstone], würden ohne
capital und property weder „conveniencies“? geschaffen, noch Maschinerie,
noch Luxusproduktion, noch [gäbe es] die Entwicklung der Naturwissen-
schaften, noch die geistigen Produktionen, die der Muße geschuldet sind
oder dem Trieb der Reichen, für ihr „surplus produce“ von Nichtarbeitern
ein Äquivalent zu erhalten.

Dies sagt der Pamphletär und Rl[avenstone] nicht als Rechtfertigung
des Kapitals, sondern machen es zu einem Punkt des Angriffs, weil
alles das bloß im Gegensatz gegen und nicht für die Arbeiter geschieht.
Sie geben aber so faktisch zu, daß es ein Resultat der kapitalistischen
Produktion, daß sie so eine historische Form für die gesellschaftliche
Entwicklung, wenn auch im Gegensatz zu dem Teil der Bevölkerung,
der die Basis dieser ganzen Entwicklung bildet. Sie teilen hierin - wenn
auch von dem umgekehrten Pol - mit den Ökonomen die Borniertheit,
die gegensätzliche Form dieser Entwicklung mit ihrem Gehalt selbst zu
verwechseln. Die einen wollen den Gegensatz verewigen seiner Frucht
wegen. Die andren sind entschlossen, um den Gegensatz loszuwerden,
die in dieser antagonistischen Form herangewachsenen Früchte auf-
zuopfern. Es unterscheidet dies diesen Gegensatz gegen die Ökonomie
von dem gleichzeitigen Owens etc. Anderseits auch Sismondis, der zu
veralteten Formen des Gegensatzes zurückflüchtet, um ihn in seiner
akuten Form loszuwerden.

% zum Leben notwendige Dinge -? Kapital und Eigentum weder „Annehmlichkeiten“

258 Einundzwanzigstes Kapitel

Es sind die „wants“! der Armen, die „seinen“ (des Reichen) „Reichtum schaffen...
Wären alle gleich, so würde keiner für den andern arbeiten. Die zum Leben notwendi-
gen Dinge wären im Überfluß vorhanden, während der Komfort des Lebens gänzlich
fehlen würde.“ (p.10.) „Die Arbeit, die produziert, ist der Vater des Eigentums; das,
was die Konsumtion fördert, ist sein Kind.“ (p. 12.) „Die Zunahme von Eigentum, diese
größere Fähigkeit, Müßiggänger und unproduktive Arbeit zu unterhalten, ist es, was
die politische Ökonomie als Kapital bezeichnet.“ (p.13.) „Da die Bestimmung des
Eigentums das Ausgeben ist, da es ohnedem für seinen Besitzer völlig nutzlos bleibt,
ist sein Vorhandensein aufs engste mit | der industriellen Konsumtion verbunden.“
(l.c.)

„Wenn die Arbeit jedes Mannes nur genügen würde, seine eigne Nahrung zu sichern,
könnte es kein Eigentum geben, und kein Teil der Arbeit des Volkes könnte darauf ver-
wendet werden, für die Bedürfnisse der Einbildung zu arbeiten.“ (p. 14, 15.)

„In jedem Zustand der Gesellschaft nimmt die Zahl derjenigen, die arbeiten, in dem
Maße ab, in dem die Zunahme und die Verbesserungen der Technik die Produktiv-
kraft des Menschen vermehren ... Das Eigentum entsteht aus der Verbesserung der
Produktionsmittel; sein einziges Geschäft ist die Förderung des Müßiggangs. Solange
jedes Menschen Arbeit knapp zu seiner eigenen Erhaltung ausreicht, wird es keine
Müßiggänger geben, weil kein Eigentum möglich ist. Kann dagegen eines Menschen
Arbeit fünf erhalten, dann werden auf jeden in der Produktion beschäftigten Menschen
vier Müßiggänger kommen: nur auf diese Weise kann das Produkt konsumiert werden...
Das Streben der Gesellschaft geht dahin, den Müßiggänger auf Kosten des Fleißigen
zu erheben, den Überfluß in Macht zu verwandeln.“ (p.11.)

{Mit Bezug auf rent (nicht ganz richtig; da grade hier zu erklären, war-
um [Rente] to the? landlord, nicht to the farmer, the industrial capitalist
geht) sagt er, was von der surplus value überhaupt gilt, soweit sie sich ent-

wickelt durch die Zunahme in der Produktivkraft der Arbeit:

„In den Anfängen der Gesellschaft, wenn die Menschen noch keine künstliche
Unterstützung für ihre Arbeitskräfte haben, ist der Teil ihres Erwerbs, der als Rente ab-
gegeben werden kann, ausnehmend klein; denn der Boden hat keinen natürlichen Wert,
er schuldet sein ganzes Produkt der Arbeit. Aber jede Zunahme der Kunstfertigkeit
vermehrt den Teil, der als Rente beiseite gelegt werden kann. Wo die Arbeit von 9
erheischt für den Unterhalt von 10, kann nur */,, des Bruttoprodukts zur Rente gehn.
Wo 1 Mannes Arbeit für 5 genügt, werden *, auf. die Rente oder die Bedürfnisse
des Staates entfallen, die nur befriedigt werden können aus dem Mehrprodukt der
Arbeit. Das erste scheint der Fall in England gewesen zu sein zur Zeit der Eroberung;
das zweite jetzt, wo nur !/, im Ackerbau beschäftigt ist.“ (p.45, 46.) „So wahr ist es, daß
die Gesellschaft jede Verbesserung nur zu einer Vermehrung des Müßigganges ge-
staltet.“ (p.48.)}

1 „Nöte“ -? an den:

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 259

Anmerkung. Die Schrift originell. Ihr eigentlicher Gegenstand, wie der
Titel besagt: das moderne Staatsschuldensystem. U.a. sagt er:

„Der ganze Krieg gegen die Französische Revolution hat nichts Größeres bewirkt
als die Verwandlung einiger Juden in Gentlemen und einiger Dummköpfe in politische
Ökonomen.“ (p.66, 67.) „Ein Gutes hat das Schuldensystem, obgleich es dem alten f
Adel vorn Lande einen großen Teil seines Eigentums raubt, um es jenen neumodischen
Hidalgos als eine Belohnung für ihre Geschicklichkeit in den Künsten des Betrugs und
der Unterschlagung zu übergeben ... Wenn es Betrug und Gemeinheit fördert, Schar-
latanerie und Anmaßung in das Gewand der Weisheit kleidet, wenn es ein ganzes Volk
in eine Nation von Börsenspekulanten verwandelt ..., wenn es alle Vorurteile des
Ranges und der Geburt niederreißt und Geld zum einzigen Unterscheidungsmerkmal
unter den Menschen macht ..., so zerstört es die Ewigkeit des Eigentums.“ (p.51, 52.)

### 3. Hodgskin

„Labour defended against the claims of capital; or, the Unproductiveness
of capital proved. By a Labourer“, London 1825. (With reference to the Recent
Combinations amongst Journeymen.)

Thomas Hodgskin, „Popular Political Economy. Four Lectures delivered at
the London Mechanics’ Institution“, London 1827.

Die erste anonyme Schrift auch von Hodgskin. Wenn die früher er-
wähnten Pamphlets und eine Reihe andrer, ähnlicher, spurlos vorüber-
gingen, erregten diese Schriften, namentlich die erstre, bedeutendes Auf-
sehn und werden noch immer (vgl. John Lalor, „Money and Morals“,
London 1852) unter die bedeutenden Produktionen der englischen poli-
tischen Ökonomie gerechnet. Wir wollen hier die beiden Schriften der
Reihe nach durchgehn.

### [a) These von der Unproduktivität des Kapitals als notwendige Schlußfolgerung
aus der Theorie Ricardos]

„Labour defended etc.“ Was der Verfasser beweisen will, ist die „un-
productiveness of capital“!, wie der Titel besagt.

Bei Ricardo wird nicht behauptet, daß das Kapital productive of value?
ist. Es setzt dem Produkt nur seinen eignen Wert zu, und sein eigner Wert
hängt von der zu seiner Reproduktion erheischten Arbeitszeit ab. Wert hat
es nur als accumulated labour (vielmehr ] realized labour), und nur

1 „Unproduktivität des Kapitals“ - * produktiv an Wert - ? vergegenständlichte Arbeit
17*

260 Einundzwanzigstes Kapitel

diesen seinen Wert setzt es dem Produkt zu, in das es eingeht. Allerdings
begeht er Inkonsequenz bei der allgemeinen Profitrate. Doch dies eben der
“ Widerspruch, an dem seine Gegner ihn packten.

Was nun die Produktivität des Kapitals mit Bezug auf den Gebrauchs-
wert betrifft, so heißt sie bei Smith, Ricardo etc. nichts, überhaupt bei den
Ökonomen nichts, als daß Produkte frührer nützlicher Arbeiten von neuem
als Produktionsmittel dienen; als Arbeitsgegenstand, Arbeitsinstrument und
Lebensmittel des Arbeiters. Die objektiven Bedingungen der Arbeit treten
nicht wie im rohen Zustand als bloße Naturdinge entgegen (als solche sind
sie nie Kapital), sondern als durch die menschliche Tätigkeit schon um-
gemodelte Naturdinge. Aber in diesem Sinn das Wort Kapital ganz über-
flüssig und nichtssagend. Der Weizen nährt nicht, weil er Kapital, sondern
Weizen ist. Der Gebrauchswert der Wolle kommt ihr als Wolle und nicht
als Kapital zu. Ditto hat die Operation der Dampfmaschine mit ihrem Da-
sein als Kapital nichts gemein. Sie würde ganz denselben Dienst leisten,
wenn sie nicht „Kapital“ wäre und statt dem Fabrikmaster! den Fabrikmen?
gehörte. In dem wirklichen Arbeitsprozeß dienen alle diese Dinge durch
das Verhältnis, das sie als Gebrauchswerte zu der sich in ihnen betätigenden
Arbeit haben, nicht als Tauschwerte und noch weniger als Kapital. Es ist
ihre Eigenschaft als objektive Bedingungen der wirklichen Arbeit, nicht ihr
gesellschaftliches Dasein als dem Arbeiter selbständig gegenübertretende, ent-
fremdete Bedingungen, als im Kapitalisten verkörperter master über die
lebendige Arbeit, daß sie hier produktiv sind oder vielmehr die Produktivi-
tät der Arbeit in ihnen als ihrem Stoff sich verwirklicht. Es ist als wealih,
wie Hopkins (nicht unser Hodgskin) richtig sagt!®”), und nicht als „net“
wealth“, als produce und nicht als „net“ produce?, daß sie hier verbraucht
und gebraucht werden. Allerdings geht im Kopf des Ökonomen die be-
stimmte gesellschaftliche Form dieser Dinge gegenüber der Arbeit und
ihre reale Bestimmtheit als Momente des Arbeitsprozesses so durcheinander
und ist so unlöslich ineinander verwachsen, wie im Kopf des Kapitalisten.
Nichtsdestoweniger, sobald sie den Arbeitsprozeß analysieren, sind sie
gezwungen, die Phrase Kapital ganz fahrenzulassen und von Arbeits-
material, Arbeitsmitteln und. Lebensmitteln zu sprechen. In dieser Bestimmt-
heit des Produkts als Material, Instrument und Lebensmittel des Arbeiters
ist aber nichts ausgesprochen als ihr Verhältnis als gegenständliche Be-
dingungen zur Arbeit; die Arbeit selbst erscheint als die sie beherrschende
Tätigkeit. Es liegt darin absolut nichts von Arbeit und Kapital; sondern

1 Fabrikherrn - 2 Fabrikarbeitern - ® Reichtum - * „Netto“reichtum -? „Netto“produkt

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 261

von dem Verhältnis der menschlichen zweckmäßigen Tätigkeit zu ihren
eignen Produkten im Reproduktionsprozeß. Weder hören sie auf, Produkte
der Arbeit zu sein, noch bloße Gegenstände, über [die] und mit denen sie
schaltet. Sie sprechen nur das Verhältnis aus, worin die Arbeit sich die
gegenständliche und von ihr selbst geschaffne, in dieser Form wenigstens
geschaffne, gegenständliche Welt aneignet; keineswegs aber von einer
andren Herrschaft dieser Dinge über die Arbeit, außer insofern die Tätigkeit
ihrem Stoff angemessen sein muß, otherwise, it would not be! zweckmäßige
Tätigkeit, Arbeit.

Von Produktivität des Kapitals kann nur gesprochen werden, sobald es
als Darstellung eines bestimmten gesellschaftlichen Produktionsverhält-
nisses aufgefaßt wird. Wirdesaber soaufgefaßt, sotritt sogleich der historisch
transitorische Charakter dieses Verhältnisses hervor, dessen allgemeine Er-
kenntnis mit seiner Fortdauer unvereinbar, und das selbst die Mittel seiner
Abschaffung schafft.

Als solches Verhältnis fassen es aber die Ökonomen nicht, weil sie seinen
relativen Charakter nicht zugeben dürfen, auch nicht verstehn; vielmehr
drücken sie nur theoretisch die Vorstellungsweise der in der kapitalistischen
Produktion .befangnen, von ihr beherrschten und an ihr interessierten
Praktiker aus.

Von der ökonomischen bornierten Vorstellungsweise geht Hodgskin
selbst in seiner Polemik [gegen die bürgerlichen Ökonomen] aus. Soweit sie
das Kapital als ewiges Produktionsverhältnis darstellen, lösen sie es auf in
die allgemeinen Verhältnisse der Arbeit zu ihren materiellen Bedingungen,
die jeder Produktionsweise gemein sind und nichts vom spezifischen Cha-
rakter des Kapitals enthalten. Soweit sie das Kapital „Wert“ schaffen
lassen, geben die Besten und Ricardo zu, daß es keinen schafft, den es nicht
vorher von der Arbeit erhalten hat und beständig erhält, da der in einem
Produkt enthaltne Wert bestimmt ist durch die zu seiner Reproduktion
nötige Arbeitszeit, also durch sein Verhältnis als Resultat der lebendigen,
gegenwärtigen, nicht der vergangnen Arbeit. Und die Produktivität der
Arbeit, wie Ric[ardo] hervorhebt, zeigt ihren Fortschritt grade durch die
beständige Entwertung des Produkts der vergangnen Arbeit. Anderseits
werfen die Ökonomen beständig die bestimmte spezifische Form, worin
diese Dinge Kapital sind, mit ihrer Eigenschaft als Dinge und als einfache
Momente jedes Arbeitsprozesses zusammen. Die Mystifikation, die im
Kapital enthalten ist - als employer of labour” - erklären sie nicht, sondern

1 sonst würde sie nicht sein - ? Anwender von Arbeit

262 Einundzwanzigstes Kapitel

sprechen sie nur beständig bewußtlos aus als unzertrennlich von seinem
dinglichen Charakter.

1867] '%%! Das erste Pamphlet!, die richtige Konsequenz aus Rlicardo]
ziehend, löst die surplus value in surplus labour auf. Dies Gegensatz gegen
die Gegner und Nachfolger Ricardos, die sich an seine Verwechslung von
surplus value und profit anklammern.

Das zweite Pamphlet?, im Gegensatz gegen dieselben, bestimmt näher
die relative surplus value, die von dem Grad der Entwicklung der Pro-
duktivkraft der Arbeit abhängt. Rlicardo] sagt dasselbe, aber er vermeidet
den Schluß, den Nr. II zieht: Die Vermehrung der Produktivkräfte der Arbeit
vermehrt nur den fremden sie beherrschenden Reichtum, das Kapital.

Das dritte Pamphlet® endlich bricht in den allgemeinen Satz aus, der
die notwendige Konsequenz der Rlicardolschen Darstellung: Das Kapital
ist unproduktiv. Dies gegenüber Torrens, Malthus etc., bei denen Rficardols
Satz: Die Arbeit ist der Schöpfer des Werts - auf eine Seite der Rlicardo]-
schen Darstellung fortbauend - in den umgekehrten Satz umschlägt: Das
Kapital ist der Schöpfer des Werts. Zugleich Polemik gegen den von Smith
bis Malthus [durchgehenden], in letztrem namentlich zum absoluten Dogma
heraufgeschraubten [Satz] (ditto bei James Mill): Absolute Abhängigkeit
der Arbeit von der vorhandnen Masse Kapital als ihrer Lebensbedingung.

Nr. I endet mit dem „Wealth is nothing but disposable time“ #,

### [5) Polemik gegen Ricardos Definition des Kapitals als akkumulierte Arbeit.
Konzeption der „koexistierenden Arbeit“.
Unterschätzung der vergegenständlichten vergangenen Arbeit]

Hodgskin meint: Circulating capital? ist nichts als das Nebeneinander der
verschiednen gesellschaftlichen Arbeiten (coexisting labour); accumulation
ist nichts als Aufhäufen der produktiven Kräfte der gesellschaftlichen
Arbeit, so daß die Akkumulation im Geschick und der Kenntnis (scientific
power”) der Arbeiter selbst die Hauptakkumulation ist und ungleich wich-
tiger als die Hand in Hand mit ihr gehenden und sie nur darstellenden
vorhandnen objektiven, stets neu produzierten und konsumierten, nur dem
Namen nach akkumulierten objektiven Bedingungen dieser akkumulierten
Tätigkeit:

. 3The Source and Remedy of the National Difficulties etc.“ -? Ravenstone, „Thought
on the Fünding System and its Effects.“ -® Hodgskin, „Labour defended etc.“ -* „Reich-
tum ist nichts als verfügbare Zeit“; siehe vorl. Band, S.251-253 —® Zirkulierendes Kapital -
6 koexistierenden Arbeit - 7 wissenschaftliche Kraft

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 263

„Produktives Kapital und geschickte Arbeit sind eins.“ „Kapital und arbeitende
Bevölkerung sind ganz gleichbedeutend.“ [p.33.]

Es sind dies alles nur weitre Ausdrücke von Galianis [These]:

„Der wahre Reichtum ... ist der Mensch.“ („Della Moneta“, Custodi. Partemoderna,
t.III, p.229.)

Die ganze objektive Welt, die „Güterwelt“, versinkt hier als bloßes
Moment, bloß verschwindende, stets und stets neuerzeugte Betätigung der
gesellschaftlich produzierenden Menschen. Nun vergleiche man diesen
„Idealismus“ mit dem grob materiellen Fetischismus, worin die Ric[ardo]-
sche Theorie „in this incredible cobbler“ !%! McCulloch ausläuft, wo nicht
nur der Unterschied zwischen Mensch und Tier, sondern sogar zwischen
Lebendigem und Ding verschwindet. Und danach sage man, daß der prole-
tarische Gegensatz dem erhabnen Spiritualismus der bürgerlichen Ökono-
mie gegenüber einen rohen, auf das brutale Bedürfnis ausschließlich ge-
richteten Materialismus gepredigt!

Hodgskin fehlt darin, daß er bei seiner Untersuchung über die Produk-
tivität des Kapitals nicht unterscheidet, wieweit es sich von Produktion von
Gebrauchswert oder Tauschwert handelt.

Ferner - aber dies historisch berechtigt: Er nimmt das Kapital, wie er
es bei den Ökonomen vorfindet. Auf der einen Seite (soweit es im wirk-
lichen Arbeitsprozeß wirkt) als bloße sachliche Bedingungen der Arbeit
oder bloß von Bedeutung als stoffliches Element der Arbeit; und (im Ver-
wertungsprozeß) nichts außer in der Zeit gemeßnes Arbeitsquantum, also
nichts von diesem Arbeitsquantum selbst Verschiednes. Auf der andren
Seite, obgleich so in der Tat, soweit es im wirklichen Produktionsprozeß er-
scheint, bloßer Name, Umtaufung für die Arbeit selbst, als die die Arbeit
beherrschende und sie bedingende Macht, als der Grund ihrer Produktivi-
tät und als ihr fremder Reichtum dargestellt. Und dies ohne alle Vermitt-
lung. So findet er die Sache vor. Und er stellt die reale Seite der ökono-
mischen Entwicklung ihrem bürgerlichen Humbug gegenüber.

„Das Kapital ist eine Art kabbalistisches Wort, wie Kirche, Staat oder irgendein
anderer jener allgemeinen Ausdrücke, die von jenen, die darauf ausgehen, die übrige
Menschheit zu rupfen, erfunden worden sind, um die Hand zu verbergen, die sie

rupft.“ („Labour defended...“, p.17.)

Er unterscheidet dann, der Tradition gemäß, wie er es bei den Ökono-
men vorfindet, zirkulierendes und fixes Kapital, wobei unter zirkulierendem
Kapital hauptsächlich der Teil verstanden wird, der aus Lebensmitteln für
die Arbeiter besteht oder als solcher vernutzt wird.

264 Einundzwanzigstes Kapitel

„Teilung der Arbeit, sagt man, ist unmöglich ohne vorläufige Akkumulation von
Kapital.“ Aber „die Wirkungen, die einem Vorrat von Waren unter dem Namen zirku-
lierendes Kapital zugeschrieben werden, werden durch die koexistierende Arbeit ver-
ursacht.“ (p.8, 9.)

Der brutalen Auffassung der Ökonomen gegenüber in der Ordnung zu
sagen, daß „circulating capital“ nur the „name“ eines „stock of“ peculiar
„commodities“1. Da die Ökonomen die spezifische gesellschaftliche Be-
ziehung nicht entwickelt, die in der Metamorphose der Waren dargestellt ist,
können sie auch das „circulating“ capital nur dinglich auffassen. Alle aus
dem Zirkulationsprozeß hervorgehenden | Unterschiede des Kapitals -
in der Tat sein Zirkulationsprozeß selbst - sind in der Tat nichts? als die
Metamorphose der Waren (durch ihr Verhältnis zur Lohnarbeit als Kapital
bestimmt), als Moment des Reproduktionsprozesses.

Division of labour? in einem Sinne ist nichts als coexisting labour, das
heißt die coexistence verschiedner Arbeitsweisen, die sich in den different
kinds of produce or rather commodities? darstellt. Die division of labour, im
kapitalistischen Sinn, als Analyse der besondren Arbeit, die eine bestimmte
Ware produziert, in eine Summe einfacher, unter verschiedne Arbeiter ver-
teilter und zusammenwirkender Operationen, setzt die Teilung der Arbeit
innerhalb der Gesellschaft, außerhalb des Ateliers, als separation of occu-
pation? voraus. Sie vermehrt sie andrerseits. Das Produkt kann in um so
eminenterem Sinn als Ware produziert werden, sein Tauschwert wird um
so unabhängiger von seinem unmittelbaren Dasein als Gebrauchswert, oder
seine Produktion um so unabhängiger von seiner Konsumtion durch die
Produzenten; von seinem Dasein als Gebrauchswert für die Produzenten,
je einseitiger es selbst und je größer die Mannigfaltigkeit der Waren, wo-
gegen es austauscht, je größer die Reihe der Gebrauchswerte, worin sich sein
Tauschwert ausdrückt, je größer der Markt für es. Je mehr dies der Fall, je
mehr kann das Produkt als Ware produziert werden. Also auch um so
massenhafter. Die Gleichgültigkeit seines Gebrauchswerts für den Produ-
zenten drückt sich quantitativ in der Masse aus, worin es produziert wird,
die in gar keinem Verhältnis zum Konsumtionsbedürfnis des Produzenten
steht, selbst wenn er zugleich Konsument seines Produkts. Eine der Metho-
den für diese Produktion en masse und daher für die Produktion des Pro-
dukts ist aber die Teilung der Arbeit innerhalb des Ateliers. So beruht die

% der „Name“ für einen „Vorrat von“ besonderen „Waren“ -? in der Handschrift: Es ist
in der Tat nichts - alle aus dem Zirkulationsprozeß hervorgehenden Unterschiede des Kapi-
tals - in der Tat sein Zirkulationsprozeß selbst -® Teilung der Arbeit - * verschiedenen Arten
der Produkte oder vielmehr Waren - ° Trennung der Beschäftigungsweise

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 265

Teilung der Arbeit im Innern des Ateliers auf der Teilung der occupations
innerhalb der Gesellschaft.

Die Größe des Markts hat zweierlei Sinn: Erstens die Masse der Konsu-
menten, ihre Anzahl. Aber zweitens auch die Anzahl der gegeneinander
verselbständigten occupations. Letztre möglich ohne das erstre. Z.B.,
wenn Spinnen und Weben sich trennt von der häuslichen Industrie und
Agrikultur, werden alle Agrikulturisten Markt für die Spinner und Weber.
Ditto diese untereinander durch Trennung ihrer Beschäftigungsweisen.
Was die Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft vor allem voraus-
setzt, ist solche Verselbständigung der Arbeiten gegeneinander, daß ihre
Produkte als Waren einander gegenübertreten und durch den exchange!
durchgehn, die Metamorphose der Waren durchmachen, als Waren sich
zueinander verhalten müssen. (Darum untersagen die Städte dem Land
im Mittelalter möglichst viele Professionen. Nicht nur um Konkurrenz
auszuschließen, das einzige was A.Smith sieht, sondern um sich Markt
zu verschaffen.) Anderseits setzt dies gewisse Dichtigkeit der Bevölkerung
voraus, um sich ordentlich zu entwickeln. Noch mehr unterstellt die Ent-
wicklung der division of labour im Atelier diese Dichtigkeit der Bevölkerung.
Letztre division, für die Entwicklung der ersten zu einem gewissen Grad
Voraussetzung, steigert sie ihrerseits wieder wechselwirkend. Indem sie
früher zusammengehörige Beschäftigungsweisen spaltet in voneinander
unabhängige; ditto die indirekt für sie erheischten Vorarbeiten vermehrt
und differenziert; ditto, indem sie durch Vermehrung der Produktion, der
Bevölkerung, Freisetzung von Kapital’ und Arbeit new wants und new
modes of their satisfaction? schafft.

Wenn Hlodgskin] daher sagt: „Division of labour“ ist der effect, nicht
of a stock of commodities, called circulating capital*, sondern of „coexisting
labour“, so wäre ’das eine Tautologie, wenn er hier unter division of labour
die separation of trades* verstünde. Es hieße nur: division of labour ist die
Ursache oder der Effekt der division of labour. Er kann also nur meinen:
division of labour innerhalb des Ateliers ist bedingt durch die separation of
occupations, die social division of labour? und ist, in a certain sense, its
effect®.

Es ist nicht a „stock of commodities“, das diese separation of occupations
schafft, damit division of labour im Atelier, sondern es ist diese separation of

1 Austausch — ? neue Bedürfnisse und neue Arten ihrer Befriedigung - ° eines Vorrats
von Waren, die zirkulierendes Kapital genannt werden - * Trennung der Gewerbszweige -
5 Trennung der Beschäftigungsweisen, die gesellschaftliche Arbeitsteilung -® gewissem Sinne,
ihr Ergebnis

266 | Einundzwanzigstes Kapitel

occupations (und division of labour), die sich in dem stock of commodities
oder vielmehr darin ausdrückt, daß a stock of products! zu einem stock of
commodities wird. {Bei den Ökonomen aber notwendig immer aus-
gesprochen als property des thing, was property?, charakteristicon der
kapitalistischen Produktionsweise ist, also des Kapitals selbst, soweit es be-
stimmtes Verhältnis der Produzenten untereinander und zu ihrem Produkt
ausdrückt. }

1869} Wird aber economice® (sieh Turgot, Smith etc.) von „previous
accumulation of capital“* als einer Bedingung für die division of labour
gesprochen, so ist darunter verstanden vorläufige Konzentration of a stock
of commodities als Kapital in der Hand des Arbeitskäufers, da die Art
Kooperation, wie sie die Teilung der Arbeit charakterisiert, voraussetzt
Konglomeration von Arbeitern - also Akkumulation von Lebensmitteln für
sie während ihrer Arbeit; vermehrte Produktivität der Arbeit -, also Ver-
mehrung der Rohstoffe, Instrumente und matieres instrumentales?, die
vorhanden sein müssen, damit die Arbeit kontinuierlich vorgeht, da sie be-
ständig große Masse derselben bedarf, kurz die objektiven Bedingungen der
Produktion auf großer Stufenleiter.

Akkumulation von Kapital kann hier nicht heißen: Vermehrung von
Lebensmitteln, Rohstoffen und Arbeitsinstrumenten als Bedingung der
Teilung der Arbeit, denn, soweit dies unter Akkumulation von Kapital ver-
standen wird, soll es eine Folge der Teilung der Arbeit sein, nicht ihre
Voraussetzung.

Akkumulation von Kapital kann hier auch nicht meinen, daß überhaupt
Lebensmittel für den Arbeiter dasein müssen, bevor die neuen reproduziert
sind, oder daß Produkte seiner Arbeit das Rohmaterial und die Arbeits-
mittel seiner Neuproduktion bilden müssen. Denn dies ist die Bedingung
der Arbeit überhaupt und war ebenso wahr vor der Entwicklung der Teilung
der Arbeit als nach ihr.

Einerseits, dem stofflichen Element nach betrachtet, heißt Akkumulation
hier nichts als: Die Teilung der Arbeit macht Konzentration der Lebens-
mittel und Arbeitsmittel nötig, auf einzelne Punkte, die früher zerstreut und
zersplittert waren, solange der Arbeiter in den einzelnen trades® - die nicht
sehr zahlreich sein können unter dieser Voraussetzung - die verschiednen
Operationen, die die Erzeugung eines oder mehrer Produkte erheischt, alle

Y ein Vorrat von Produkten - ? Eigenschaft des Dings, was Eigenschaft - ® in ökono-
mischer Hinsicht -* „vorhergehender Akkumulation von Kapital“ - ° Hilfsstoffe - ® Gewerbs-

zweigen

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 267

der Reihe nach selbst verrichtete. Es ist keine absolute Vermehrung; die
vorausgesetzt ist, sondern Konzentration: mehr auf einem Punkt angehäuft
und relativ mehr gegenüber der Zahl der angehäuften Arbeiter. Mehr Flachs
für die in der Manufaktur beschäftigten Arbeiter (proportionell zu ihrer
Anzahl), als derselbe Flachs betrug im Verhältnis zu allen den Bauern und
Bauernmädchen z.B., die nebenbei Flachs spannen. Also Konglomeration
von Arbeitern, Konzentration von Rohstoffen, Instrumenten und Lebens-
mitteln.

Änderseits: Von der historischen Grundlage aus, wovon dieser Prozeß
ausgeht - von der sich die Manufaktur entwickelt, die industrielle Produk-
tionsweise, für die Teilung der Arbeit das Charakteristische -, kann diese
Konzentration nur in der Form stattfinden, daß diese Arbeiter als Lohn-
arbeiter sich konglomerieren, d.h. als solche, die ihr Arbeitsvermögen ver-
kaufen müssen, weil ihre Arbeitsbedingungen ihnen als fremdes Eigentum,
fremde Macht selbständig gegenübertreten, was also einschließt, daß ihnen
diese Arbeitsbedingungen als Kapital gegenübertreten, also zugleich sich so
darstellt, daß diese Lebensmittel und Arbeitsmittel oder was dasselbe, die
Verfügung darüber vermittelst des Gelds, sich in den Händen einzelner
Geld- oder Warenbesitzer befindet, die dadurch Kapitalisten werden. Der
Verlust der Arbeitsbedingungen für die Arbeiter stellt sich dar als Verselb-
ständigung derselben als Kapital oder als Verfügung über dieselben durch
die Kapitalisten.

Die ursprüngliche Akkumulation ist also nichts, wie ich entwickelt [9',
als Scheidung der Arbeitsbedingungen als selbständiger Mächte gegenüber
der Arbeit und den Arbeitern. Historische Prozesse stellen diese Scheidung
als Moment der gesellschaftlichen Entwicklung dar. Ist das Kapital einmal
da, so entwickelt sich aus der Weise der kapitalistischen Produktion selbst
die Erhaltung und Reproduktion dieser Scheidung auf stets größrer Stufen-
leiter, bis die geschichtliche Umkehr stattfindet.

Es ist nicht Geldbesitz, was den Kapitalisten zum Kapitalisten macht.
Um das Geld in Kapital zu verwandeln, müssen die Voraussetzungen der
kapitalistischen Produktion vorhanden sein, deren erste historische Unter-
stellung jene Scheidung. Innerhalb der kapitalistischen Produktion selbst
ist die Scheidung, daher das Vorhandensein der Arbeitsbedingungen als
Kapital, gegeben; sich stets reproduzierende und erweiternde Grundlage
der Produktion selbst.

Akkumulation wird jetzt der stetige Prozeß, durch Rückverwandlung des
Profits oder surplus produce in Kapital, wodurch die vermehrten Produkte
der Arbeit, die zugleich ihre objektiven Bedingungen, Bedingungen der

268 Einundzwanzigstes Kapitel

Reproduktion sind, beständig als Kapital, als der Arbeit entfremdete,
beherrschende und im Kapitalisten individualisierte Mächte gegenüber-
treten. Damit wird es aber auch zur spezifischen Funktion des Kapitalisten,
zu akkumulieren, d.h. einen Teil des surplus produce in Arbeitsbedingun-
gen rückzuverwandeln. Und daraus schließt das Schaf von Ökonom, daß
diese Operation, wenn sie in dieser zwieträchtigen, spezifischen Weise
nicht vorginge, überhaupt nicht vor sich gehn könnte. Reproduktion auf
erweiterter Stufenleiter wird in seinem Kopf unzertrennlich von der kapi-
talistischen Form dieser Reproduktion - der Akkumulation.

1870] Die Akkumulation stellt nur als fortlaufenden Prozeß dar, was in
der ursprünglichen Akkumulation als ein besondrer historischer Prozeß, als
Entstehungsprozeß des Kapitals und als Übergang aus einer Produktions-
weise in die andre erscheint.

Die Ökonomen, befangen wie sie sind in den Vorstellungen, in denen
sich die Agenten der kapitalistischen Produktionsweise bewegen, begehn
ein doppeltes, aber sich wechselweis bedingendes Quidproquo.

Einerseits verwandeln sie Kapital aus einem Verhältnis in ein Ding;
a stock of commodities (schon vergessend, daß commodities selbst keine
Dinge sind), die, soweit sie als Produktionsbedingungen zu neuer Arbeit
dienen, Kapital heißen, und mit Bezug auf die Weise ihrer Reproduktion,
zirkulierendes Kapital.

Änderseits verwandeln sie die Dinge in Kapital, d.h., betrachten das
gesellschaftliche Verhältnis, das sich in und durch sie darstellt, als Eigen-
schaft, die dem Ding als solchem zukommt, sobald es als Element in den
Arbeitsprozeß oder technologischen Prozeß eingeht.

[Einerseits] Konzentration des Rohmaterials und der Disposition über
Lebensmittel in den Händen der Nichtarbeiter, als die Arbeit beherrschende
Mächte, als vorläufige Bedingung der Teilung der Arbeit (später vermehrt
diese nicht nur die Konzentration, sondern durch ihre Vermehrung der
Produktivkraft der Arbeit die Masse der Konzentration), d.h., die vor-
läufige Akkumulation von Kapital als Bedingung für die Teilung der Arbeit
heißt ihnen also Vermehrung oder Konzentration (sie unterscheiden das
nicht) von Lebensmitteln und Arbeitsmitteln.

Anderseits würden diese Lebensmittel und Arbeitsmittel nicht als objek-
tive Bedingungen der Produktion wirken, wenn diese Dinge nicht die Eigen-
schaft hätten, Kapital zu sein, wenn das Produkt der Arbeit, die Arbeits-
bedingung, nicht die Arbeit selbst, die vergangne Arbeit nicht die lebendige
konsumierte, und wenn diese Dinge nicht sich oder per procura dem Ka-
pitalisten statt dem Arbeiter gehörten.

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 269

Als wäre Teilung der Arbeit nicht ebensowohl möglich (obgleich sie
historisch nicht so at first! erscheinen konnte, vielmehr erst als Konsequenz
der kapitalistischen Produktion so erscheinen kann), wenn ihre Bedingungen
den assoziierten Arbeitern gehörten und sie sich zu ihnen verhielten als das,
was sie [in] natura sind, ihren eignen Produkten und den gegenständlichen
Elementen ihrer eignen Tätigkeit.

Weil ferner in der kapitalistischen Produktion das Kapital sich das sur-
plus produce der Arbeiter aneignet, also, weil es sich die Produkte der
Arbeit angeeignet hat, und diese jetzt in der Form des Kapitals dem Arbeiter
gegenüberstehn, ist es klar, daß Verwandlung von surplus produce in
Arbeitsbedingungen nur vom Kapitalisten ausgehn kann und nur in der
Form, daß er das Produkt der Arbeit, das er sich ohne Äquivalent angeeignet
hat, zum Produktionsmittel von neuer Arbeit ohne Äquivalent macht. Die
Erweitrung der Reproduktion stellt sich daher dar als Verwandlung von
Profit in Kapital und als Ersparung des Kapitalisten, der, statt das gratis
erhaltne surplus produce aufzuessen, es von neuem zum Mittel der Arbeits-
exploitation macht, dies aber nur kann, indem er es von neuem in produk-
tives Kapital verwandelt, was die Verwandlung des surplus produce in
Arbeitsmittel einschließt. Daher schließt der Ökonom, daß das surplus
produce nicht als Element von Neuproduktion dienen könnte, wenn es
[sich] nicht vorher erst aus dem Produkt des Arbeiters in das Eigentum
seines employers? verwandelte, um dann von neuem als Kapital zu dienen
und den alten Exploitationsprozeß zu wiederholen. Kommt dazu die Vor-
stellung von hoarding? und Schatzbildung bei den schlechtren Ökonomen.
Auch die beßren, wie Ric[ardo], die Vorstellung der Entsagung vom Schatz-
bildner auf den Kapitalisten übertragen.

Die Ökonomen fassen das Kapital nicht als Verhältnis auf. Sie können
das nicht, ohne es zugleich als historisch transitorische, relative, nicht ab-
solute Form der Produktion aufzufassen. Hodgskin selbst besitzt diese An-
schauung nicht. Soweit sie das Kapital rechtfertigt, rechtfertigt sie seine
Rechtfertigung durch die Ökonomen nicht, widerlegt sie vielmehr. Hodgskin
hat also hiermit nichts zu tun.

Wie nun die Sache zwischen ihm und den Ökonomen stand, scheint die
Art seiner Polemik vorgeschrieben und sehr einfach. Er hat, einfach zu sagen,
die eine Seite, die die Ökonomen „wissenschaftlich“ entwickeln, geltend [zu]
machen gegen die fetischistische Vorstellung, die sie aus der kapitalistischen
Vorstellungsweise sans raison®, unbewußt naiv, mit herübernehmen.

1 yon Anfang an -? Anwenders -® Horten -* ohne Überlegung

270 Einundzwanzigstes Kapitel

Die Vernutzung der Produkte früherer Arbeit, der Arbeit überhaupt, als
Material, Instrumente und Lebensmittel, ist notwendig, wenn der Arbeiter
seine Produkte zur Neuproduktion benutzen will. Diese bestimmte Kon-
sumtionsweise seines Produkts ist produktiv. Aber was in der Welt hat
diese seine Vernutzung, seine Konsumtionsweise seines Produkts zu tun
mit der Herrschaft dieses Produkts über ihn selbst, mit dessen Dasein als
Kapital, mit der Konzentration der Disposition über Rohmaterial, Lebens-
mittel ||870a| in den Händen einzelner Kapitalisten und der Ausschließung
des Eigentums der Arbeiter von ihrem Produkt? Was hat es damit zu tun,
daß sie ihr Produkt erst einem Dritten gratis geben müssen, um es dann von
ihm mit ihrer eignen Arbeit zurückzukaufen, und zwar ihm mehr Arbeit im
Austausch dafür rückgeben müssen, als drin enthalten ist, und ihm so neues
surplus produce schaffen müssen?

Die vergangne Arbeit kommt hier in zwei Formen vor. Als Produkt,
Gebrauchswert. Der Produktionsprozeß erheischt, daß die Arbeiter einen
Teil dieses Produkts konsumieren, einen andren Teil als Rohmaterial und
Arbeitsinstrument. Dies bezieht sich auf den technologischen Prozeß und
zeigt bloß, wie sie sich in der industriellen Produktion zu den Produkten ihrer
eignen Arbeit, ihren eignen Produkten zu verhalten haben, um sie zu
Produktionsmitteln zu machen.

Oder der Wert. Dies zeigt nur, daß der Wert ihres neuen Produkts nicht
nur ihre gegenwärtige, sondern auch ihre vergangne Arbeit repräsentiert
und daß sie den alten Wert erhalten, indem sie ihn vermehren, dadurch,
daß sie ihn vermehren.

Der Anspruch des Kapitalisten hat mit diesem Prozeß als solchem nichts
zu tun. Allerdings, hat er sich die Produkte der Arbeit angeeignet, der ver-
gangnen Arbeit, so besitzt er dadurch ein Mittel, sich neue Produkte und
lebendige Arbeit anzueignen. Dies ist aber eben eine Verfahrungsweise,
wogegen protestiert wird. Die zur „Teilung der Arbeit“ vorläufig nötige
Konzentration und Akkumulation soll eben nicht als Akkumulation von
Kapital erscheinen. Weil sie nötig, folgt nicht, daß es nötig ist, daß er die
Disposition über die von der Arbeit von gestern für die Arbeit von heute
geschaffnen Bedingungen hat. Wenn Akkumulation von Kapital nichts sein
soll als accumulated labour, so schließt dies durchaus nicht ein, daß es die
Akkumulation of other people’s labour! zu sein hat.

Hlodgskin] geht jedoch - auf den ersten Blick sonderbarerweise - nicht
diesen einfachen Weg. In seiner Polemik gegen die Produktivität des

% von anderer Leute Arbeit

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 271

Kapitals, zunächst des zirkulierenden, noch mehr des fixen, scheint er die
Wichtigkeit der vergangnen Arbeit selbst oder ihres Produkts für die Repro-
duktion, als Bedingung neuer Arbeit, zu bekämpfen oder wegzuleugnen.
Also die Wichtigkeit der vergangnen, in Produkten realisierten Arbeit für
die Arbeit als gegenwärtige Zv&pysic!. Woher diese Wendung?

Da die Ökonomen die vergangne Arbeit mit dem Kapital identifizieren -
vergangne Arbeit hier sowohl im Sinne der konkreten, in den Produkten
realisierten Arbeit, als im Sinne der gesellschaftlichen Arbeit, materiali-
sierter Arbeitszeit -, so versteht sich bei ihnen, als den Pindaren des Kapi-
tals, daß sie die gegenständlichen Elemente der Produktion geltend machen
und ihre Bedeutung überschätzen gegenüber dem subjektiven Element, der
lebendigen, unmittelbaren Arbeit. Die Arbeit wird ihnen erst adäquat, so-
bald sie Kapital wird, sich selbst gegenübertritt, das Passivum der Arbeit
ihrem Aktivum. Das Produkt ist daher bestimmend über den Produzenten,
der Gegenstand über das Subjekt, die realisierte Arbeit über die sich rea-
lisierende etc. In allen diesen Auffassungen tritt die vergangne Arbeit nicht
auf als bloß gegenständliches Moment der lebendigen und von ihr sub-
sumierten, sondern umgekehrt; nicht als ein Machtelement der lebendigen
Arbeit, sondern als Macht über diese Arbeit. Um die spezifisch gesellschaft-
liche Form, i.e. die kapitalistische Form, worin das Verhältnis von Arbeit und
Arbeitsbedingungen sich verkehrt, so daß nicht der Arbeiter die Bedingun-
gen, sondern die Bedingungen den Arbeiter anwenden, auch technologisch
zu rechtfertigen, geben die Ökonomen dem gegenständlichen Moment der
Arbeit eine falsche Wichtigkeit gegenüber der Arbeit selbst. Und deswegen
macht Hlodgskin] umgekehrt geltend, daß dies gegenständliche Moment -
also der ganze realisierte Reichtum - außerordentlich unbedeutend ist gegen
den lebendigen Produktionsprozeß und in der Tat nur als Moment des-
selben Wert hat, für sich also keinen Wert hat. Es geschieht ihm dabei, daß
er etwas unterschätzt - dies aber in der Ordnung dem ökonomischen Feti-
schismus gegenüber -, den Wert, den die Vergangenheit der Arbeit für ihre
Gegenwart hat. Träte in der kapitalistischen Produktion - hence in its
theoretical expression, der politischen Ökonomie - die vergangne Arbeit
nur auf als ein von der Arbeit selbst sich geschaffnes Piedestal etc., so
könnte solche Streitfrage nicht existieren. Sie nur da, weil in der Realität
der kapitalistischen Produktion sowohl wie in ihrer Theorie? die realisierte
Arbeit als Gegensatz gegen sich selbst, die lebendige Arbeit auftritt. Ganz
wie in dem religiös befangnen Denkprozeß das Produkt des Denkens die

1 Wirksamkeit — ? also in ihrem theoretischen Ausdruck -® im der Handschrift: Praxis

272 Einundzwanzigstes Kapitel

Herrschaft über das Denken selbst nicht nur beansprucht, sondern ausübt.
1870a]]
1865| Der Satz:

„Die Wirkungen, die einem Vorrat von Waren unter dem Namen zirkulierendes
Kapital zugeschrieben werden, werden durch koexistierende Arbeit verursacht“ (p.9)

heißt also zunächst:

Die gleichzeitige Koexistenz lebendiger Arbeit bringt einen großen Teil
der Wirkungen hervor, die dem Produkt frührer Arbeit, under the name of
circulating capital*, zugeschrieben werden.

Ein Teil des circulating capital besteht z.B. aus dem Vorrat von Lebens-
mitteln, which the capitalist is said to have stored up, to support the labourer
while working?.

Die Vorratsbildung ist überhaupt nichts der kapitalistischen Produktion
Eigentümliches, obgleich, da in ihr Produktion und Konsumtion am größ-
ten, auch die im Markt befindliche Masse - in der Zirkulationssphäre be-
findliche Masse - von Waren am größten. Es geht hier immer noch die Er-
innerung an die Aufhäufung des Schatzbildners, hoarding, durch.

Man muß hier zunächst den Konsumtionsfonds außer Augen lassen, da
hier von Kapital die Rede und der industriellen Produktion. Was in die
Sphäre der individuellen Konsumtion gefallen, ob es sich rascher oder lang-
samer verzehre, hat aufgehört, Kapital zu sein. [Obgleich es teilweise in
Kapital rückverwandelt werden kann, wie Häuser, Parks, Gefäße etc.}

„Besitzen alle Kapitalisten Europas in diesem Augenblick genügend Nahrungsmittel
und Kleidung, um ihre Arbeiter eine Woche lang zu versorgen? Wir wollen zuerst die
Frage hinsichtlich der Nahrungsmittel prüfen. Ein Teil der Nahrung des Volkes ist
Brot, das immer nur wenige Stunden, bevor man es verzehrt, gebacken wird... Das
Produkt des Bäckers kann nicht aufgespeichert werden. Auf keinen Fall kann das Roh-
material des Brotes, mag es in Korn oder Mehl bestehen, ohne beständige Arbeit auf-
bewahrt werden. Die Konviktion des Arbeiters, des Baumwollspinners, daß er Brot
bekommen wird, wenn er es begehrt, und die Konviktion seines Herrn, daß das Geld,
das er ihm zahlt, ihn in den Stand setzen wird, sich Brot zu beschaffen, ergibt sich ein-
fach aus der Tatsache, daß immer Brot zu haben war, wenn man es begehrte.“ (l.c.
p.10.)

„Ein anderer Artikel der Nahrung des Arbeiters ist Milch, und Milch wird ... zwei-
mal am Tage hergestellt. Wenn gesagt wird, daß das Vieh, welches sie liefert, schon da
ist, dann muß man antworten, daß es beständige Aufmerksamkeit und beständige Arbeit
erheischt und sein Futter während des größten Teils des Jahres täglich wächst. Die Wiesen,

3 unter dem Namen zirkulierendes Kapital -? die der Kapitalist aufgehäuft haben soll, um
den Arbeiter während der Arbeit zu erhalten

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 273

auf denen es weidet, erfordern die Hand des Menschen. Ebenso ist es mit dem Fleisch.
Es kann nicht lange aufbewahrt werden, denn kaum ist es zu Markte gebracht, beginnt
es zu verderben.“ (p. 10.)

Selbst Kleidungsstücke wegen der Motten „werden, im Verhältnis zum allgemeinen
Konsum, überhaupt nur in einem kleinen Vorrat hergestellt“. (p.11.)

„Mill sagt mit Recht: ‚Was jährlich produziert wird, wird jährlich konsumiert‘, so
daß in Wirklichkeit kein Vorrat von Waren aufgespeichert werden kann, um die Menschen
in den Stand zu setzen, jene Operationen zu vollbringen, die sich über mehr als ein Jahr er-
strecken. Diejenigen, die solche unternehmen, dürfen sich daher nicht auf schon ge-
schaffene Waren verlassen, sondern müssen darauf bauen, daß andere Leute arbeiten
und produzieren, was sie brauchen, bis ihre eigenen Produkte fertiggestellt sind. Sollte
also der Arbeiter zugeben, daß eine gewisse Akkumulation zirkulierenden Kapitals
für die Operationen erforderlich ist, die innerhalb des Jahres vollendet werden..., so ist
es doch klar, daß bei allen Operationen, die sich über ein Jahr hinaus erstrecken, der
Arbeiter auf akkumuliertes Kapital nicht baut und nicht bauen kann.“ (l.c. p. 12.)

„Ziehen wir gebührend die Zahl und Bedeutung jener Reichtum produzierenden
Operationen in Betracht, die nicht innerhalb des Jahres vollendet werden, und anderer-
seits die zahllosen Produkte täglicher Arbeit, die zur Erhaltung des Menschen er-
heischt sind und ebenso schnell konsumiert wie produziert werden, dann werden wir
verstehen, daß der Erfolg und die Produktivkraft jedes besondern Arbeitszweigs stets
mehr abhängig ist von der koexistierenden produktiven Arbeit anderer Leute als von irgend-
einer Akkumulation zirkulierenden Kapitals.“ (p. 13.)

„Es ist das Kommando, das der Kapitalist über die Arbeit einer Anzahl Menschen hat,
und nicht sein Besitz eines Vorrats von Waren, das ihn befähigt, andere Arbeiter zu er-
halten und daher anzuwenden.“ (p. 14.)

„Das einzige Ding, wovon man sagen kann, daß es aufgespeichert und vorher
präpariert ist, ist das Geschick des Arbeiters.“ (p. 12.)

„All die Wirkungen, die man gewöhnlich der Akkumulation des zirkulierenden
Kapitals zuschreibt, entspringen der Akkumulation und Aufspeicherung geschickter
Arbeit, und diese wichtigste Operation wird, was die große Masse der Arbeiter betrifft,
ohne irgendwelches zirkulierendes Kapital vollbracht.“ (p. 13.)

„Die Zahl der Arbeiter muß jederzeit abhängen von der Menge des zirkulierenden
Kapitals oder, wie ich richtiger sagen sollte, von der Menge des Produkts der koexi-
stierenden Arbeit, die die Arbeiter konsumieren dürfen.“ (p.20.)

| „Zirkulierendes Kapital ... wird nur für den Konsum geschaffen, während
das fixe Kapital ... produziert wird, nicht um konsumiert zu werden, sondern um den
Arbeiter in der Produktion jener Dinge zu unterstützen, die konsumiert werden.“

(.19)
Zunächst also:

„Der Erfolg und die Produktivkraft jedes besondren Arbeitszweigs ist stets abhängi-
ger von der koexistierenden produktiven Arbeit andrer Leute als von irgendeiner Akkumu-

274 Einundzwanzigstes Kapitel

lation von zirkulierendem Kapital“, d.h., „commodities already created“!. Diese „com-
modities already created“ stehn im Gegensatz zu „the products of coexisting labour“ ?.

{ Innerhalb jedes einzelnen trade selbst ist der Teil des Kapitals, der sich
in Arbeitsinstrumente und Arbeitsmaterial auflöst, jedesmal als „commodi-
ties already created“ vorausgesetzt. Man kann keine Baumwolle spinnen, die
noch nicht „created“ ist, keine Spindeln in Bewegung setzen, die erst
fabriziert werden sollen, und keine Kohlen verbrennen, die noch nicht aus
dem Schacht herausgefördert sind. Sie treten also immer in den Prozeß als
Daseinsformen von previous labour?. Und so depends existing labour on
antecedent labour“, nicht only on coexisting labour?, obgleich diese ante-
cedent labour, sei es in der Form von Arbeitsmitteln oder Arbeitsmaterial,
immer nur im Kontakt mit der lebendigen Arbeit, als gegenständliches
Moment derselben of any use (productive use)® ist. Nur als Moment der
industriellen Konsumtion, i.e. des Konsums durch die Arbeit.

Aber bei Betrachtung der Zirkulation und des Reproduktionsprozesses
haben wir zugleich gesehn’, daß die Ware nur reproduziert werden kann,
nachdem sie fertig und in Geld verwandelt ist, weil gleichzeitig - durch co-
existing labour-alle ihre Elemente produziert und reproduziert worden sind.

Es findet ein doppelter Marsch in der Produktion statt. Z.B. die Baum-
wolle rückt aus einer Produktionsphase in die andre. Erst wird sie produ-
ziert, das Rohmaterial, und dann einer Masse Manipulationen unterworfen,
bis sie versendungsfähig oder, wenn die weitre Verarbeitung in demselben
Lande stattfindet, in die Hand des Spinners übergeht. Sie rückt dann vom
Spinner zum Weber, vom Weber zum Bleicher, Färber, fnisher?, von da
in die verschiednen Gewerke, die sie zu besondren uses, Kleidungsstücken,
Bettzeug etc. verarbeiten. Endlich geht sie aus der Hand des letzten Produ-
zenten in die des Konsumenten, in die individuelle Konsumtion über, wenn
sie nicht als Arbeitsmittel (nicht Material) in die industrielle Konsumtion
übergeht. Sie hat aber ihre letzte Form als Gebrauchswert erhalten, sei dies
nun, um industriell oder individuell konsumiert zu werden. Was hier aus
der einen Produktionssphäre als Produkt herauskommt, geht in die andre
als Produktionsbedingung ein und durchläuft so sukzessive Phasen bis zum
letzten finish! als Gebrauchswert. Hier erscheint die previous labour be-
ständig als Bedingung der existing labour.

1 „schon geschaffenen Waren“ -? „den Produkten der koexistierenden Arbeit“ - ? vorher-
gehender Arbeit - * hängt die vorhandene Arbeit von der früheren Arbeit ab - ° nur von
der koexistierenden Arbeit - ® von irgendwelchem Nutzen (produktivem Nutzen) - ? vgl.
1. Teildieses Bandes, S. 84-87 und 2. Teil, S.472/473 und 483/484-® Appreteur -° Zwecken -
10 zur letzten Vollendung

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 275

Gleichzeitig aber, während das Produkt so aus einer Phase in die andre
rückt, während es diese reale Metamorphose durchläuft, wird es in jeder
Phase produziert. Während der Weber das Garn verspinnt, spinnt der
Spinner gleichzeitig die Baumwolle, und befindet sich neue Baumwolle im
Produktionsprozeß.

Da der kontinuierliche, sich erneuernde Produktionsprozeß Reproduk-
tionsprozeß ist, so ist er also ebenso bedingt durch die coexisting labour, die
die verschiednen Phasen des Produkts gleichzeitig produziert, während es
seine Metamorphosen durchläuft, aus einer Phase in die andre rückt. Baum-
wolle, Garn und Gewebe werden nicht nur eine nach dem andren und aus
dem andren produziert, sondern sie werden gleichzeitig nebeneinander
produziert und reproduziert. Was sich als effect der antecedent labour dar-
stellt, wenn ich den Produktionsprozeß der einzelnen Ware betrachte, stellt
sich zugleich als Wirkung der coexisting labour dar, wenn ich ihren Re-
produktionsprozeß betrachte, also ihren Produktionsprozeß in seinem Fluß
und der Breite seiner Bedingungen, nicht nur in einem isolierten Akt be-
trachte oder in beschränktem Raum. Es ist nicht nur Kreislauf durch ver-
schiedne Phasen, sondern parallele Produktion der Ware in allen ihren, be-
sondren Sphären der Produktion angehörigen, verschiedne Arbeitszweige
bildenden Phasen. Wenn derselbe Bauer erst den Flachs baut, dann ihn
spinnt, dann verwebt, so findet die Sukzession, aber nicht die Gleichzeitig-
keit dieser Operationen statt, wie sie die auf Teilung der Arbeit innerhalb
der Gesellschaft gegründete Produktionsweise voraussetzt.

Den Produktionsprozeß der einzelnen Ware in irgendeiner Phase be-
trachtet, so erhält die antecedent labour zwar erst Sinn durch die living
labour!, der sie ihre Produktionsbedingungen liefert. Anderseits treten aber
diese Produktionsbedingungen, ohne die die living labour sich nicht reali-
sieren kann, immer in den Prozeß als gewordne Resultate von antecedent
labour. Die cooperating labour? der kontribuierenden Arbeitszweige er-
scheint also immer im Passivum und ist als solches Passivum Voraussetzung.
Dies Moment heben die Ökonomen hervor. Dagegen in der Reproduktion
und Zirkulation erscheint die gesellschaftlich vermittelnde Arbeit, auf die
sich der Prozeß der Ware in jeder besondren Sphäre stützt, durch die er
bedingt ist, als coexisting, contemporaneous labour? im Präsens. Die Ware
wird gleichzeitig in ihren incipient forms“ und in ihren fertigen Formen
oder sukzessiven Formen produziert. Ohne das könnte sie, nachdem sie ihre

1 Jebendige Arbeit - ? mitwirkende Arbeit - 3 koexistierende, gleichzeitige Arbeit -
@ Anfangsformen

18°

276 Einundzwanzigstes Kapitel

reellen Metamorphosen durchlaufen hat, nicht aus Geld in ihre Lebens-
bedingungen rückverwandelt ||870b]| werden. So ist die Ware nur Produkt
der antecedent labour, sofern sie gleichzeitig als Produkt der contemporan-
eous, living labour! sich darstellt. Der ganze gegenständliche Reichtum, den
die kapitalistische Anschauung fixiert, erscheint so nur als zerrinnendes
Moment im Strome der Gesamtproduktion, die den Zirkulationsprozeß

einschließt.}
### [e)] Sogenannte Aufhäufung als bloßes Phänomen der Zirkulation

(Vorrat etc. - Zirkulationsreservoirs)

Hlodgskin] betrachtet das zirkulierende Kapital bloß in einem seiner
Bestandteile. Ein Teil des zirkulierenden Kapitals verwandelt sich aber be-
ständig in fixes Kapital und matiere instrumentale? und nur der andre Teil
in Konsumtionsgegenstände. Noch mehr. Selbst der Teil des zirkulierenden
Kapitals, der schließlich in Waren sich verwandelt, die der individuellen
Konsumtion anheimfallen, besteht fortwährend, außer der letzten Form,
worin er als Schlußprodukt aus der finishing phase? hervorgeht, in den
frühren Phasen gleichzeitig in seinen incipient forms, worin er noch nicht
in die Konsumtion eingehn kann, [als] Rohstoff oder Halbfabrikat, in ver-
schiednen Graden entfernt von der letzten Form des Produkts.

Worum es sich bei Hfodgskin] handelt: was ist das Verhältnis der gegen-
wärtigen Arbeit, die der Arbeiter dem Kapitalisten liefert, zu der Arbeit,
die in seinen Konsumtionsgegenständen enthalten), enthalten in den.
Artikeln, worin sich die wages auflösen, die also in der Tat die Gebrauchs-
werte sind, aus denen das variable Kapital besteht? Es wird zugegeben, daß
der Arbeiter nicht arbeiten kann, ohne jene Artikel für den Konsum vorzu-
finden. Und deswegen sagen die Ökonomen, daß das zirkulierende Kapital
- previous labour, commodities already created*, die der Kapitalist auf-
gehäuft hat -die Bedingung der Arbeit, u.a. auch der Teilung der Arbeitist.

Es heißt gewöhnlich, wenn von den Produktionsbedingungen und spe-
ziell von dem zirkulierenden Kapital im Hl[odgskin]schen Sinn gesprochen
wird, der Kapitalist müsse die Lebensmittel aufgehäuft haben, die der
Arbeiter verzehren muß, bevor his new commodity is finished’, also während
seiner Arbeit, während die von ihm selbst produzierte Ware sich erst in
statu nascendi® befindet. Es läuft damit unter die Vorstellung, sei es, daß

1 gleichzeitigen, lebendigen Arbeit - ? Hilfsstoff — ® abschließenden Phase - * vorher-
gehende Arbeit, schon geschaffene Waren - ? seine neue Ware fertiggestellt ist - ® im Ent-
stehungszustand

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 277

der Kapitalist aufhäufe, wie der Schatzbildner, sei es, daß er einen Vorrat
von Lebensmitteln aufspeichre, wie die Bienen den Honig.

Jedoch ist das nur ein modus loquendi!.

Zunächst sprechen wir hier nicht von den shopkeepers?, die Lebensmittel
feilhalten. Sie müssen natürlich stets einen vollen stock in trade® besitzen.
Ihre Magazine, shops® etc. sind bloß die Reservoirs, worin sich die Waren,
nachdem sie zirkulationsfähig, verteilen. Diese Aufhäufung ist bloß das
Intervall, worin die Ware sich befindet, bevor sie aus der Zirkulation in die
Konsumtion übergeht. Es ist ihr Dasein auf dem Markt als Ware. Als solche
ist sie eigentlich nur in dieser Form da. Ob sie sich, statt in der Hand des
ersten Verkäufers (Produzenten) zu befinden, sich in der Hand des dritten
oder vierten befindet, schließlich in die Hand des Verkäufers übergegangen,
der sie an den eigentlichen Konsumenten verkauft, ändert an der Sache
nichts. Es betrifft nur, daß sie in den Zwischenstationen Austausch von
Kapital gegen Kapital darstellt (eigentlich von Kapital plus Profit, denn der
Produzent verkauft in der Ware nicht nur das Kapital, sondern den auf das
Kapital. gemachten Profit), in der letzten Station Austausch von Kapital
gegen Revenue (wenn nämlich die Ware, wie hier unterstellt, bestimmt ist,
nicht in die industrielle, sondern in die individuelle Konsumtion über-
zugehn).

Die Ware, die als Gebrauchswert fertig ist in ihrem verkaufsfähigen
Zustand, befindet sich als Ware auf dem Markt, in der Zirkulationsphase;
alle Waren befinden sich darin, soweit sie ihre erste Metamorphose, die
Verwandlung in Geld, durchzumachen. Wenn dies „Aufhäufen“ heißt, so
heißt Aufhäufen nichts als „Zirkulieren“ oder Dasein der Waren als
Waren. Diese Art „Aufhäufung“ wäre also grade das Umgekehrte der
Schatzbildung, die die Ware ewig in diesem zirkulationsfähigen Zustand
erhalten will und dies nur erreicht, indem sie dieselbe, in der Form des
Geldes, der Zirkulation entzieht. Ist die Produktion mannigfaltig und
massenhaft, also auch die Konsumtion, so wird sich eine größre Masse der
verschiedensten Waren fortwährend auf diesem Haltpunkt, in dieser
Zwischenstation, mit einem Wort, in Zirkulation oder auf dem Markt be-
finden. Der Quantität nach betrachtet, heißt hier also große Aufhäufung
nichts als große Produktion und Konsumtion.

Das stop der Waren - ihr Aufenthalt in diesem Moment des Prozesses,
ihr Dasein auf dem Markt, statt in der mill® oder im Privathaus (als

1 eine Art sich auszudrücken; eine Redewendung -? Krämern -? Warenbestand -* Lä-
den -° Fabrik

278 Einundzwanzigstes Kapite

Konsumartikel) und im shop, Magazin des shopkeepers - ist nur ein |
kurzer Moment in ihrem Lebensprozeß. Das fixe selbständige Dasein dieser
„Güterwelt“, „Sachenwelt“, ist nur Schein. Die Poststube ist immer gefüllt,
aber von immer andren Reisenden. Dieselben Waren (der Art nach) sind
beständig in der Produktionssphäre erneuert, auf dem Markt befindlich, und
von der Konsumtion ergriffen. Sie halten sich, nicht die identischen Waren,
aber die Waren derselben Spezies, gleichzeitig stets in diesen 3 Stationen
auf. Verlängert sich das Intervall, so daß die Waren, die neu aus den
Produktionssphären kommen, noch von den alten den Markt besetzt finden,
so entsteht Gedränge, stoppage!; der Markt ist surcharged?, die Waren
werden entwertet; Überproduktion. Wo also das Intervall der Zirkulation sich
verselbständigt, nicht bloßer Aufenthalt des Stroms in seiner Bewegung ist,
wo das Dasein der Waren in der Zirkulationsphase als Aufhäufung erscheint,
ist dies kein freier Akt des Produzenten, kein Zweck oder immanentes
Lebensmoment der Produktion, sowenig wie die Ansammlung des Bluts
nach dem Kopf, die zum Schlagfluß führt, ein immanentes Moment der
Blutzirkulation ist. Das Kapital als Warenkapital (so erscheint es in dieser
Zirkulationsphase, auf dem Markt) darf sich nicht befestigen, darf nur ein
Stillstand in der Bewegung sein. Sonst wird der Reproduktionsprozeß ge-
stört. Der ganze Mechanismus gerät in Unordnung. So wenig ist und kann
dieser an einzelnen Punkten konzentriert erscheinende, gegenständliche
Reichtum im Vergleich zu dem beständigen Strom der Produktion und
Konsumtion [sein]. Reichtum ist daher auch nach Smith „die jährliche“
Reproduktion. Er trägt also kein altes Datum. Er ist stets von gestern her.

Würde anderseits die Reproduktion durch irgendwelche Störungen stocken,

so leeren sich die Magazine etc.;es tritt Mangel ein, und es zeigtsichsogleich,
daß die Stetigkeit, die der vorhandne Reichtum zu haben scheint, nur die
Stetigkeit seines Ersetztwerdens, seiner Reproduktion ist, beständige Ver-
gegenständlichung der gesellschaftlichen Arbeit.

Bei dem shopkeeper findet auch W-G-W statt. Soweit er „Profit“
macht, ist das eine Sache, die uns hier nichts angeht. Er verkauft die Ware
und kauft dieselbe Ware (der species? nach) wieder. Er verkauft sie an den
Konsumenten und kauft sie wieder vom Produzenten. Dieselbe (species)
Ware verwandelt sich hier fortwährend in Geld und das Geld beständig
zurück in dieselbe Ware. Diese Bewegung stellt aber nur die beständige
Reproduktion, beständige Produktion und Konsumtion vor, denn die
Reproduktion schließt ein die Konsumtion. (Die Ware muß verkauft

1 Stauung - ? überfüllt - ® Art

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 279

werden, in die Konsumtion fallen, um reproduziert werden zu können.)
Sie muß sich als Gebrauchswert bewähren. (Denn das W-G für den Ver-
käufer ist G- W. für den Käufer, also Verwandlung von Geld in Ware als
Gebrauchswert.) Der Reproduktionsprozeß, da er Einheit von Zirkulation
und Produktion ist, schließt die Konsumtion ein, die selbst ein Moment
der Zirkulation. Die Konsumtion ist selbst ein Moment und eine Bedingung
des Reproduktionsprozesses. In der Tat, im ganzen betrachtet, zahlt der
shopkeeper die Ware dem Produzenten mit demselben Geld, womit es der
Konsument von ihm kauft. Dem Produzenten gegenüber stellt er den
Konsumenten und dem Konsumenten gegenüber den Produzenten dar; er
ist Käufer und Verkäufer derselben Ware. Das Geld, soweit er mit dem-
selben kauft, ist in der Tat, bloß formell betrachtet, die Schlußmetamorphose
der Ware des Konsumenten. Dieser verwandelt sein Geld in die Ware als
Gebrauchswert. So bedeutet sein Übergehn in die Hand des shopkeepers
die Konsumtion der Ware oder, formell betrachtet, das Übergehn der
Ware aus der Zirkulation in die Konsumtion. Soweit er mit dem Geld wieder
kauft von dem Produzenten, ist es die erste Metamorphose der Ware des
Produzenten und bedeutet das Übergehn der Ware in das Intervall, worin
sie in der Zirkulation als Ware verharrt. W - G- W, soweit es Verwandlung
der Ware in das Geld des Konsumenten und Rückverwandlung des Geldes,
dessen Besitzer nun der shopkeeper [ist], in dieselbe Ware (der Art nach),
drückt nichts aus als das Beständige Übergehn der Ware in die Konsumtion,
denn dazu muß der Platz, den die Ware leerläßt, die in die Konsumtion
fällt, ersetzt werden durch die Ware, die aus dem Produktionsprozeß her-
kömmt und nun dies Stadium einnimmt.

1872| Der Aufenthalt der Ware in der Zirkulation und ihr Ersetztwerden
durch neue Ware hängt natürlich zugleich von der Länge ab, worin sich die
Waren in der Produktionssphäre befinden, also von der Länge ihrer
Reproduktionszeit, und ist verschieden nach der Verschiedenheit derselben.
Z.B. die Reproduktion des Korns erheischt ein Jahr. Das diesen Herbst,
z.B. 1862, geerntete Korn (soweit es nicht wieder als Samen dient) muß
für die Konsumtion des ganzen kommenden Jahres - bis zum Herbst 1863 -
ausreichen. Es wird auf einmal in die Zirkulation geworfen (selbst in den
Speichern der Pächter befindet es sich schon in Zirkulation) und hier von
verschiednen Reservoirs der Zirkulation, Magazinen, Getreidehändlern,
Müllern etc. absorbiert. Diese Reservoirs sind sowohl Abzugskanäle für die
Produktion, als Zufuhrkanäle für die Konsumtion. Solange sich die Ware in
ihnen befindet; ist sie-Ware und befindet sich daher auf dem Markt, in

Zirkulation. Sie wird ihr von der jährlichen Konsumtion nur stückweis,

280 Einundzwanzigstes Kapitel

tropfenweis entzogen. Der Ersatz, der Strom der nachrückenden Waren, die
sie verdrängen, rückt erst in einem Jahr ein. Diese Reservoirs leeren sich
daher auch erst nach und nach, im Maße, wie ihr Ersatz heranrückt. Bleibt
ein Überschuß und ist die neue Ernte over an averagel, so tritt stoppage ein.
Der Raum, den diese bestimmte Ware im Markt einzunehmen hat, ist
overcharged?. Um alle in ihm Platz zu finden, kontrahieren die Waren ihre
Marktpreise, was sie wieder in Fluß bringt. Ist ihre Masse als Gebrauchs-
werte zu groß, so fügen sie sich dem Raum, den sie einzunehmen, durch
contraction? ihrer Preise. Ist die Masse zu klein, so dehnen sie sich aus durch
Expansion ihrer Preise.

Waren anderseits, die rasch vergänglich sind als Gebrauchswerte, haben
auch nur einen augenblicklichen Aufenthalt in den Reservoirs der Zirku-
lation. Die Zeit, in der sie sich in Geld verwandelt haben müssen und
reproduziert sein müssen, ist durch die Natur ihres Gebrauchswerts vor-
geschrieben, der, wenn nicht täglich oder fast täglich konsumiert, verdirbt
und damit aufhört, Ware zu sein. Denn mit seinem Träger, dem Ge-
brauchswert, verschwindet der Tauschwert, wenn das Verschwinden des
Gebrauchswerts selbst nicht ein Akt der Produktion ist.

Sonst ist klar, daß, obgleich die absolzte Masse der in den Zirkulations-
reservoirs angesammelten Waren zunimmt mit der Entwicklung der Indu-
strie, weil Produktion und Konsumtion zunehmen, diese selbe Masse, ver-
glichen mit der jährlichen Gesamtproduktion und Konsumtion, abnimmt.
Das Übergehn der Waren aus der Zirkulation in die Konsumtion verkürzt
sich. Und zwar aus folgenden Gründen. Die Geschwindigkeit der Reproduk-
tion (zunächst abgesehn von dem Moment der Zirkulation) vermehrt sich:

1. Sobald die Ware rasch ihre verschiednen Produktionsphasen durch-
läuft, der Produktionsprozeß sich in jeder Produktionsphase abkürzt; dies
ist bedingt dadurch, daß die zur Produktion der Ware, in jeder ihrer Formen,
nötige Arbeitszeit abnimmt; also mit der Entwicklung der Teilung der
Arbeit, Maschinerie, Anwendung chemischer Prozesse etc. {Mit der Ent-
wicklung der Chemie wird das Überführen der Waren aus einem Aggregat-
zustand in den andren, ihre Verbindung mit andern Körpern, wie beim
Färben, ihre Losscheidung von Stoffen, wie beim Bleichen, kurz, sowohl die
Form derselben Stoffe (ihr Aggregatzustand), wie der zu bewirkende Stoff-
wechsel künstlich beschleunigt, ganz abgesehn davon, daß für vegetative
und organische Reproduktion wohlfeilere Stoffe, d.h. Stoffe, die wenig
Arbeitszeit kosten, den Pflanzen und Tieren zugeführt werden etc.}

? über dem Durchschnitt - ? überfüllt -® Zusammenziehung

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 281

2. Teils durch Kombination verschiedner Geschäftszweige, Zentren der
Produktion, die sich bilden für bestimmte Geschäftszweige, [teils durch]
Entwicklung der Komminikationsmittel geht die Ware rasch aus einer Phase
in die andre über, oder wird die Zwischenzeit abgekürzt, die das Intervall
des Aufenthalts der Ware in der Zwischenstation zwischen einer Pro-
duktionsphase und der andren einnimmt, oder wird der Übergang aus
einer Phase der Produktion in die andre abgekürzt.

3. Diese ganze Entwicklung - sowohl die Abkürzung der Produktions-
phasen, wie des Übergangs aus einer Phase in die andre - setzt die Produk-
tion auf großer Stufenleiter voraus, massenhafte Produktion und zugleich
Produktion auf Grundlage von vielem konstanten, namentlich fixem Kapi-
tal; daher fortwährenden Fluß der Produktion. Nämlich nicht in dem Sinn,
wie wir diesen Fluß eben betrachtet, durch das Aneinanderrücken und
Ineinandergreifen der besondren Produktionsphasen. Sondern in dem Sinn,
daß keine absichtlichen Pausen in der Produktion stattfinden. Dies der Fall,
solang auf Bestellung gearbeitet wird, wie in dem ||873] Handwerk, immer
auch noch in der eigentlichen Manufaktur (sobald diese selbst nicht schon
umgemodelt durch die große Industrie). Sondern hier wird nach der
Stufenleiter gearbeitet, die das Kapital erlaubt. Dieser Prozeß wartet nicht
auf die Nachfrage, sondern ist Funktion des Kapitals. Das Kapital arbeitet
beständig auf derselben Stufenleiter fort (abgesehn von der Akkumulation
oder Erweiterung) mit steter Entwicklung und Erweiterung der Produktiv-
kräfte. Die Produktion ist also nicht nur rasch, so daß die Ware schnell die
Gestalt erreicht, worin sie zirkulationsfähig, sondern sie ist beständig. Die
Produktion erscheint hier nur als stetige Reproduktion, und sie ist zugleich
massenhaft.

Verharren die Waren also lange in den Zirkulationsreservoirs - sammeln
sie sich hier an -, so werden sie bald overcharge! dieselben durch die
Raschheit, womit die Produktionswellen sich folgen, und die Massenhaftig-
keit des Stoffs, den sie beständig in die Reservoirs wälzen. Es ist in diesem
Sinn, daß Corbet z.B. sagt: The market is always overcharged? 0], Aber
dieselben Umstände, die diese Geschwindigkeit und Massenhaftigkeit der
Reproduktion erzeugen, kürzen auch die Notwendigkeit der Sammlung der
Waren in diesen Reservoirs ab. Zum Teil - soweit es die industrielle
Konsumtion betrifft - ist dies schon enthalten in dem Aneinanderrücken
der Produktionsphasen, die die Ware selbst oder ihre Ingredienzien zu

durchlaufen haben. Wird die Kohle täglich massenhaft erzeugt und dem

1 überfüllen - ? Der Markt ist immer überfüllt

282 Einundzwanzigstes Kapitel

Fabrikanten durch die Eisenbahn, Dampfschiffe etc. vor die Tür gebracht, so
braucht er keinen stock! oder nur einen geringen in Kohlen zu halten, oder
was dasselbe, wenn ein shopkeeper dazwischen, braucht dieser nur wenig
Vorrat außer dem, den er täglich verkauft und neu zugeführt erhält. So mit
Garn, Eisen etc. Abgesehn aber von der industriellen Konsumtion, in der die
Warenvorräte (i.e. die Vorräte der Wareningredienzien) derart abnehmen
müssen, so hat der shopkeeper erstens ebenfalls die Geschwindigkeit der
Kommunikation, zweitens die Sicherheit der beständigen raschen Er-
neurung und Zufuhr. Obgleich sein stock in trade daher der Masse nach
wachsen mag, befindet sich jedes Element desselben kürzer in seinem Reser-
voir, in diesem Übergangszustand. Im Verhältnis zu der ganzen Masse
Waren, die er verkauft, d.h. sowohl im Verhältnis zur Größe der Produk-
tion als Konsumtion, ist der jedesmal in seinem Vorrat aufgehaltne, an-
gesammelte stock in trade klein. Änders auf den unentwickeltren Stufen der
Produktion, wo die Reproduktion langsam - also mehr Waren in den Zirku-
lationsreservoirs sich aufhalten müssen -, die Kommunikationsmittel lang-
sam, die Verbindungen schwerfällig, die Erneuerungen des stock daher unter-
brochen und daher viel Zwischenzeit zwischen der Entleerung des Reser-
voirs und seiner Wiederfüllung - der Erneuerung des stock in trade - liegt.
Es findet dann Analoges statt wie bei Produkten, deren Reproduktion in-
folge der Natur ihres Gebrauchswerts nur in jährlichen oder halbjährlichen,
kurz, in mehr oder minder auseinanderliegenden Terminen stattfindet.

{Wie die Kommunikation wirkt auf Entleerung der Reservoirs, [zeigt]
z.B. Baumwolle. Da beständig Schiffe zwischen Liverpool und den United
States - Geschwindigkeit der Kommunikation ist ein Moment, Beständig-
keit ein andres -, so nicht alle Baumwolle auf einmal verschifft. Sie kommt
nach und nach auf den Markt. (Der Produzent will auch den Markt nicht at
once? überschwemmen.) In Liverpool liegt sie in den Docks, allerdings
schon einem Zirkulationsreservoir, aber nicht in der Masse - im Verhältnis
zum Gesamtkonsum des Artikels -, als wenn nur ein- oder zweimal das
Schiff von Amerika nach halbjähriger Reise käme. Der Manchester man
etc. füllt seine Speicher ziemlich im Verhältnis seines unmittelbaren Kon-
sums, da der elektrische Telegraph und die Eisenbahn den transfer von
Liverpool nach Manchester jeden Augenblick möglich macht. }

Besondres Füllen der Reservoirs - soweit nicht Folge des overcharge of
the market?, das unter diesen Zuständen unendlich leichter als unter den
patriarchalisch langsamen - nur spekulativ, ausnahmsweis in regard to a

1 Vorrat - ? auf einmal -® der Überfüllung des Marktes

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 283

real oder suspected fall or rise of prices!. Über diese relative Abnahme der
Vorräte - d.h. der in Zirkulation befindlichen Waren -, verglichen mit der
Masse der Produktion und Konsumtion, sieh Lalor”", „Economist“ 2),
Corbet (hinter Hodsskin die betreffenden Zitate ||874] zu setzen). Sismondi
hat darin fälschlich (auch er nachzusehn) ein Beklagliches gesehn. ”®?!

(Allerdings anderseits stete Ausdehnung des Markts, und in demselben
Maß, wie das Zeitintervall abnimmt, da sich die Ware auf dem Markt be-
findet, nimmt die räumliche Ergießung zu oder dehnt sich der Markt räum-
lich aus, und ist die Peripherie im Verhältnis zum Zentrum, der Produktions-
sphäre der Ware, stets durch verlängernden Radius beschrieben.)

Mit der Geschwindigkeit der Reproduktion hängt zusammen, oder ist
nur ein andrer Ausdruck dafür, das von der Hand in den Mund [leben] der
Konsumtion, die ihre Wäsche und Röcke so rasch wechselt wie ihre Mei-
nungen und nicht 10 Jahre in demselben Rock etc. steckt. Die Konsumtion,
auch in den Artikeln, wo dies nicht durch die Natur des Gebrauchswerts
bedingt, wird immer mehr contemporaneous? mit der Produktion, also
immer mehr von der present, coexisting labour? abhängig. (Da es in fact
Austausch von coexisting labour.) Und dies in demselben Maß, worin die
vergangne Arbeit immer wichtigeres Moment der Produktion wird, obgleich
diese Vergangenheit selbst immer von frischem Datum und nur relativ.

(Wie sehr das Vorrathalten zusammenhängt mit der Mangelhaftigkeit
der Produktion: Solange das Vieh nur mühsam überwinterte, kein frisches
Fleisch im Winter. Sobald die Viehzucht dies überwunden, hört von selbst
der Vorrat auf, der aus dem Ersatz des frischen durch gepökeltes oder ge-
räuchertes Fleisch hervorging.)

Nur wo das Produkt in Zirkulation tritt, wird es Ware. Die Produktion
der Produkte als Ware, hence* die Zirkulation, erweitert sich außerordent-
lich mit der kapitalistischen Produktion aus folgenden Gründen:

1. Produktion en masse, Quantität, Massenhaftigkeit also quantitativin
gar keinem Verhältnis zum Bedürfnis des Produzenten; in fact, reiner Zu-
fall, ob er to some minim degree? Konsument seines eignen Produkts. Wo
er es massenhaft ist, geschieht es nur, wo er part of the ingredients of his
own capital® produziert. Dagegen auf früherer Stufe: Nur der Überschuß
des Produkts über den Selbstbedarf - oder doch hauptsächlich - wird Ware.

2. Qualitative Einseitigkeit des Produkts im umgekehrten Verhältnis
zur vermehrten Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse. Dies bringt die größere

1m Hinblick auf ein wirkliches oder erwartetes Fallen oder Steigen der Preise - ? gleich-
zeitig -° gegenwärtigen, koexistierenden Arbeit - * also -5 in irgendeinem winzigen Grad -
$ Teil der Ingredienzien seines eignen Kapitals

284 Einundzwanzigstes Kapitel

Trennung und Verselbständigung früher verbundner Produktionszweige
mit sich —- kurz die Zunahme der Teilung der Arbeit im Innern der Ge-
sellschaft -, wozu noch die Schöpfung neuer Produktionszweige und Ver-
mannigfachung der kinds of commodities! hinzukömmt. (Am Schlusse,
hinter Hfodgskin], auch Wakefield darüber [nachsehen].) Diese variegation,
differentiation of commodities? ist doppelt: Die verschiednen Phasen eines
und. desselben Produkts, ebenso Mittelarbeiten dazu (also auf Ingredienzien
etc. bezügliche Arbeiten), zerfallen in verschiedne voneinander unabhängige
Arbeitszweige. Oder dasselbe Produkt in verschiednen Phasen wird zu
different kinds of commodities®. Aber zweitens, indem Arbeit und Kapital frei
wird (oder Arbeit und surplus produce), anderseits neue Nutzanwendungen
desselben Gebrauchswerts entdeckt werden, entweder daß infolge der
Umänderung [von] Nr.1 neue Bedürfnisse entstehn (z.B. das Bedürfnis
schneller und allseitiger Kommunikationsmittel mit der Anwendung des
Dampfes auf die Industrie) und daher neue Arten ihrer Befriedigung, oder
daß neue Nutzanwendungen desselben Gebrauchswerts entdeckt werden
oder neue Stoffe oder neue Verfahrungsarten (wie z.B.Plasto-Galvanismus),
um den alten Stoff anders zu fassen etc. Es löst sich dies alles darin auf: One
produce in its successive phases or conditions converted into different commodi-
ties. Creation of new products or new values in use as commodities.*

3. Verwandlung der Mehrzahl der Bevölkerung in Lohnarbeiter, die früher
eine Masse Produkte in naturalibus® verzehrten.

4. Verwandlung des Pächters in industriellen Kapitalisten {damit der
Rente in Geldrente; überhaupt aller Naturallieferungen (Steuern etc.,
Grundrente) in Geldlieferung}. Überhaupt: Industrielle Exploitation des
Grund und Bodens, womit sowohl seine chemischen als mechanischen
Produktionsbedingungen, selbst Samen etc., Dünger etc., Vieh etc. dem
Stoffwechsel unterworfen, nicht auf seinen eignen Misthaufen, wie früher,
beschränkt werden.

5. Mobilisierung einer Masse früher „unveräußerlicher“ Güter in Waren
und Schöpfung von Eigentumsformen, die bloß in Zirkulationspapieren
bestehn. Einerseits Veräußerung des Grundbesitzes. {Auch mit der Eigen-
tumslosigkeit der Massen gegeben, daß sie z.B. zu ihrer Wohnung als
Ware sich verhalten.} [Anderseits] Eisenbahnaktien, kurz, alle möglichen
Aktien.

1 Warenarten — 2 Buntheit, Differenzierung der Waren - ® verschiedenen Warenarten -
4 Ein Produkt in seinen aufeinanderfolgenden Phasen oder Beschaffenheiten wird in verschiedene
Waren verwandelt. Es werden neize Produkte oder neue Gebrauchswerte als Waren geschaffen. -
5 natürlichem Zustand (gemeint ist der Konsum im Rahmen der Naturalwirtschaft)

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 285

### [d) Polemik gegen die Konzeption der „Anhäufung”
von Lebensmitteln durch die Kapitalisten für die Arbeiter.
Hodgskins Unverständnis der wirklichen Ursachen der Fetischisierung des Kapitals]

1875] Nun zu Hodgskin zurück.

Unter dem „Aufhäufen“ des Kapitalisten für den Arbeiter kann natür-
lich nicht verstanden werden, daß die Waren bei ihrem Übergang aus der
Produktion in die Konsumtion sich in den Zirkulationsreservoirs, in Zirku-
lation, auf dem Markt befinden. Dies hieße, daß dem Arbeiter zulieb die Pro-
dukte zirkulieren und ihm zulieb Waren werden; überhaupt ihm zulieb
die Produktion der Produkte als Waren stattfindet.

Der Arbeiter teilt mit jedem andern, daß er die Ware, die er verkauft -
faktisch, obgleich nicht der Form nach -, seine Arbeit, erst in Geld ver-
wandeln muß, um dies Geld in Waren zur Konsumtion rückzuverwandeln.
Daß Teilung der Arbeit (soweit sie auf Warenproduktion gegründet),
Lohnarbeit, überhaupt keine kapitalistische Produktion stattfinden kann,
ohne daß, sei es die Konsumtionsmittel oder Produktionsmittel als Waren
auf dem Markt vorgefunden werden, daß diese Art Produktion ohne Waren-
zirkulation - Aufenthalt der Waren in den Zirkulationsreservoirs - unmög-
lich ist, ist sonnenklar. Denn Ware ist das Produkt x«r’ &Eoynv! nur inner-
halb der Zirkulation. Daß der Arbeiter seine Lebensmittel in der Form von
Waren vorfinden muß, ist ebenso richtig für ihn wie für jeden andern.

Übrigens tritt der Arbeiter dem shopkeeper nicht als Arbeiter dem Ka-
pitalisten, sondern als Geld der Ware, als Käufer dem Verkäufer gegenüber.
Das Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital findet hier nicht statt, es sei
denn, soweit es sich um die eignen Arbeiter des shopkeeper handelt. Aber
selbst, soweit sie von ihm kaufen, stehn sie ihm nicht als Arbeiter gegenüber.
Dies nur, soweit er von ihnen kauft. Lassen wir also diesen Zirkulations-
agenten.

Was aber den industriellen Kapitalisten angeht, so besteht sein Vorrat -
seine Anhäufung [erstens] aus seinem capital fixe - Baulichkeiten, Maschine-
rie etc., die der Arbeiter nicht konsumiert oder, soweit er sie konsumiert,
durch die Arbeit, industriell für den Kapitalisten konsumiert, die zwar
Arbeitsmittel, aber keine Lebensmittel für ihn bilden. Zweitens sein Roh-
material, matitres instrumentales, von denen der stock, wie gesehn, soweit
er nicht unmittelbar in die Produktion eingeht, abnimmt. Auch dies kein

Lebensmittel für den Arbeiter. Diese „Anhäufung“ des Kapitalisten für den

1 vorzugsweise; im eigentlichen Sinne

286 Einundzwanzigstes Kapitel

Arbeiter heißt nichts, als daß er ihm den Gefallen tut, seine Arbeitsbedin-
gungen dem Arbeiter als Eigentum zu entziehn und diese Mittel seiner
Arbeit (selbst bloß verwandeltes Produkt seiner Arbeit) zu Exploitations-
mitteln der Arbeit zu machen. Jedenfalls lebt der Arbeiter, während er die
Maschine und das Rohmaterial als Arbeitsmittel braucht, nicht von ihnen.
Drittens seine auf dem Speicher, in dem Warenhaus befindlichen Waren,
bevor sie in Zirkulation treten. Diese sind Produkte der Arbeit; nicht
Lebensmittel, aufgehäuft, um sie selbst, die Arbeit, während der Produktion
zu erhalten.

Also die „Anhäufung“ von Lebensmitteln seitens des Kapitalisten für
den Arbeiter, meint nichts als, daß er Geld genug besitzen muß, um den
Arbeitslohn zu zahlen, mit welchem Geld der Arbeiter seine Konsumtions-
mitte] aus den Zirkulationsreservoirs herauszieht (und, betrachtet man die
ganze Klasse, einen Teil seines eignen Produkts wiederkauft). Dies Geld ist
aber bloß die verwandelte Form der Ware, die der Arbeiter verkauft und
geliefert hat. In diesem Sinn sind Lebensmittel für ihn „angehäuft“, wie
sie für seinen Kapitalisten angehäuft sind, der ebenfalls mit Geld (der ver-
wandelten Form derselben Ware) Konsumtionsmittel etc. kauft. Dies Geld
kann bloßes Wertzeichen sein, braucht also durchaus nicht Repräsentant
„of previous labour“? zu sein, sondern drückt in der Hand von jedem nur
den realisierten Preis nicht vergangner Arbeit (oder frührer Ware), sondern
der contemporaneous labour? oder Ware aus, die er verkauft. Bloßes Form-
dasein®. Oder die „Anhäufung“ - da auch in frühren Produktionsweisen
der Arbeiter essen muß und während der Produktion, unabhängig von der
Zeitlänge, die die Produktion seines Produkts erheischt, konsumieren muß -
meint, daß der Arbeiter das Produkt seiner Arbeit erst in Produkt des
Kapitalisten verwandeln muß, in Kapital, um dann einen Teil desselben,
in der Form des Gelds, an Zahlungsstatt zurückzuerhalten.

1876| Was den Hfodgskin] nun bei diesem Prozeß interessiert (bei dem
als solchem es in der Tat sehr gleichgültig, ob das, was der Arbeiter erhält,
Produkt of contemporaneous or previous labour; ob er das Produkt paralleler
Arbeit erhält oder sein eignes früheres Produkt), ist das:

Ein großer Teil, der größte Teil der täglich vom Arbeiter verzehrten
Produkte, die er verzehren muß, sein eignes Produkt mag fertig sein oder
nicht, sind keineswegs stored up labour of bygone time“. Sie sind vielmehr
to a great degree? Produkte von Arbeit, die denselben Tag, dieselbe Woche

1 „von vorhergehender Arbeit“ - 2 gleichzeitigen Arbeit - ® vgl. Band 13 unserer Aus-
gabe, 5.34 - * aufgehäufte Arbeit früherer Zeiten -® in einem hohen Maße

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 287

produziert sind, worin der Arbeiter seine Ware produziert. So Brot, Fleisch,
Bier, Milch, Zeitungen etc. Er hätte hinzufügen können, daß sie zum Teil
erst die Produkte künftiger Arbeit sind, denn mit den während 6 Monaten
gesammelten wages kauft der Arbeiter einen Rock, der erst am Ennde dieser
6 Monate gemacht ist etc. (Wir haben gesehn, daß die ganze Produktion
voraussetzt gleichzeitige Reproduktion der in sie eingehenden Ingredienzien
und der Produkte in der verschiednen Form als Rohmaterial, Halbfabrikat
etc. Aber alles fixe Kapital setzt für seine Reproduktion künftige Arbeit
voraus, ebenso für sein Äquivalent, ohne das es nicht zu reproduzieren.)
Während des Jahrs, sagt H[odgskin], ist (wegen der Art der Kornreproduk-
tion, vegetativen Rohstoffproduktion etc.), to some degree, relying! für den
Arbeiter on previous labour nötig. (Bei [einem] Haus z.B. kann das nicht
gesagt werden. Wo es die Natur des Gebrauchswerts, nur allmählich sich
abzunutzen, nicht verzehrt, sondern verbraucht zu werden, ist es kein be-
sondrer, für die Arbeiter erfundner Akt, daß diese Produkte frührer Arbeit
sich auf dem „Markt“ vorfinden. Der Arbeiter hat auch früher „gewohnt“,
bevor der Kapitalist Sterbe-Stinklöcher für ihn „anhäufte“. (Sieh hierüber:
Laing!'%.)} (Abgesehn von dieser Unmasse täglicher Bedürfnisse, die
namentlich für den Arbeiter entscheidend, der fast nur tägliche Bedürfnisse
befriedigen kann, haben wir gesehn, daß überhaupt die Produktion und
Konsumtion immer mehr contemporaneous werden, also, die ganze Gesell-
schaft betrachtet, die Konsumtion aller immer mehr auf ihre gleichzeitige
Produktion oder vielmehr die Produkte gleichzeitiger Produktion sich stützt.)
Aber wenn die Operationen über mehre Jahre sich ausdehnen, muß der
Arbeiter sich „verlassen“ auf seine eigne Produktion, gleichzeitige und zu-
künftige Arbeiter andrer Waren.

Der Arbeiter muß die Lebensmittel immer als Waren auf dem Markt
vorfinden (die „services“?, die er kauft, sind eo ipso® bloß geschaffen im
Moment, wo sie gekauft werden), also relativ, als produce of antecedent
labour“, nämlich labour, die ihrem Dasein als produce antecedet?, aber
keineswegs antecedent to his own labour with whose price he buys these
produces®. Sie können contemporaneous products sein und sind es am
meisten für den, der aus der Hand in den Mund lebt.

Take it, all in all”, so kommt also das „Aufhäufen“ der Lebensmittel für
den Arbeiter durch den Kapitalisten darauf hinaus:

1 bis zu einem gewissen Grade Verlaß -? „Dienste“ -® eben dadurch - * Produkt früherer
Arbeit - 5 Produkt vorhergeht - ® seiner eignen Arbeit vorhergeht, mit deren Preis er diese
Produkte kauft - ? Erwägen wir alles das

288 Einundzwanzigstes Kapitel

1. daß die Warenproduktion voraussetzt, daß man die Konsumtions-
artikel, die man nicht selbst produziert, als Waren auf dem Markt vorfindet,
oder daß die Waren überhaupt als Waren produziert werden;

2. daß in fact der größte Teil der vom Arbeiter verzehrten Waren in ihrer
letzten Form, worin sie ihm als Waren gegenübertreten, Produkte gleich-
zeitiger Arbeit sind (also in keiner Weise von Kapitalisten angehäuft);

3. daß in der kapitalistischen Produktion die von dem Arbeiter selbst er-
zeugten Arbeitsmittel und Lebensmittel, die einen ihm als konstantes, die
andren als variables Kapital gegenübertreten; daß diese seine Produktions-
bedingungen als Eigentum des Kapitalisten erscheinen; daß das Übertragen
derselben von ihm an den Kapitalisten und dasteilweise Rückströmen seines
Produkts oder des Werts seines Produkts an ihn „Aufhäufen“ für ihn von
zirkulierendem Kapital heißt. Diese Lebensmittel, die der Arbeiter immer
verzehren muß, bevor sein Produkt fertig ist, werden dadurch „zirkulieren-
des Kapital“, daß er, statt selbst sie direkt zu kaufen oder zu zahlen mit dem
Wert, sei es seines vergangnen Produkts oder auf sein künftiges ] Pro-
dukt hin, er erst von dem Kapitalisten eine Anweisung darauf erhalten muß -
Geld -; eine Anweisung, zu der sein vergangnes, künftiges oder gegen-
wärtiges Produkt dem Kapitalisten erst den Titel gibt.

Hlodgskin] ist hier beschäftigt, die Abhängigkeit des Arbeiters von der
coexisting labour andrer Arbeiter gegenüber seine Abhängigkeit von pre-
vious labour nachzuweisen,

l. um die „Aufhäufungsphrase“ zu beseitigen;

2. weil „present labour“ dem Kapital gegenübersteht, „previous labour“
dagegen immer schon von den Ökonomen als eo ipso Kapital entfremdete,
der Arbeit selbst feindliche und unabhängige Form der Arbeit aufgefaßt
wird.

Es ist aber an und für sich ein sehr wichtiges Moment, überall die
contemporaneous labour in ihrer Bedeutung gegen die previous aufzufassen.

Hlodgskin] kömmt also dazu:

Kapital ist entweder bloßer Name und pretext!, oder es drückt nicht
ein Ding aus; die gesellschaftliche Beziehung von Arbeit des einen zur
coexisting labour des andren, und die Konsequenzen, effects dieser Be-
ziehung, werden den Dingen, aus denen das sog. zirkulierende Kapital
besteht, zugeschrieben. Bei allem Dasein der Ware als Geld hängt ihre
Realisation in Gebrauchswerten von der contemporaneous labour ab. (Ein
ganzes Jahr [Arbeit] ist selbst contemporaneous [Arbeit].) Nur ein geringer

% Vorwand

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 289

Teil der in die unmittelbare Konsumtion eingehenden Waren ist das Pro-
dukt von mehr als einem Jahr, und wenn sie es sind, wie Vieh etc., so be-
dürfen sie in jedem Jahr erneuter Arbeit. Alle Operationen, die längre Zeit
als ein Jahr brauchen, beruhn auf fortwährender jährlicher Produktion.

„Es ist das Kommando, das der Kapitalist über die Arbeit einer Anzahl Menschen
hat, und nicht sein Besitz eines Vorrates von Waren, das ihn befähigt, andere Arbeiter
zu erhalten und daher anzuwenden.“ (p. 14.)

Indes Geld gibt jedem „command“ über „the labour of some men“,
über die in ihren Waren realisierte Arbeit, wie über die Reproduktion dieser
Arbeit, also insofern über die Arbeit selbst.

Was wirklich „aufgehäuft“ wird, aber nicht als tote Masse, sondern als
Lebendiges, ist das Geschick des Arbeiters, der Entwicklungsgrad der
Arbeit. {Allerdings (was Hfodgskin] nicht hervorhebt, weil es ihm der
rohen Auffassung der Ökonomen gegenüber gilt, den Akzent auf das
Subjekt, sozusagen auf das Subjektive im Subjekt zu legen, im Gegensatz
zur Sache) ist die jedesmalige Stufe der Entwicklung der Produktivkraft der
Arbeit, von der ausgegangen wird, nicht nur als Anlage, Fähigkeit des
Arbeiters vorhanden, sondern zugleich in den gegenständlichen Organen,
die diese Arbeit sich geschaffen hat und täglich erneuert.} Es ist dies das
wahre Prius, das den Ausgangspunkt bildet, und dies Prius ist das Resultat
eines Entwicklungsgangs. Aufhäufung ist hier Assimilation, fortwährende
Erhaltung und Umgestaltung zugleich des schon Überlieferten, Realisierten.
Es ist in dieser Art, daß Darwin „Aufhäufung“ durch Erblichkeit bei allem
Organischen, Pflanzen und Tieren, zum treibenden Prinzip ihrer Ge-
staltung macht, so daß die verschiednen Organismen selbst sich durch
„Häufung“ bilden und nur „Erfindungen“, allmählich gehäufte Erfindun-
gen der lebendigen Subjekte sind. Aber es ist dies nicht das einzige Prius
für die Produktion. Bei dem Tier und der Pflanze ist es die ihm äußere
Natur, also sowohl die unorganische wie seine Beziehung zu andren Tieren
und Pflanzen. Der Mensch, der in Gesellschaft produziert, findet ebenso
schon eine modifizierte Natur vor (speziell auch Natürliches in Organ seiner
eignen Tätigkeit verwandelt) und bestimmte Relationen der Produzenten
untereinander. Diese Akkumulation ist teils Resultat des geschichtlichen
Prozesses, teils bei dem einzelnen Arbeiter transmission of skill?. Bei dieser
Akkumulation, sagt Hlodgskin], ist für die große Masse der Arbeiter kein
zirkulierendes Kapital mitwirkend.

1 Kommando“ über „die Arbeit einer Anzahl Menschen“ -? Übertragung von Geschick-
lichkeit

290 Einundzwanzigstes Kapitel

Er hat gezeigt, daß „the stock of commodities“ (Lebensmittel) „pre-
pared“ "ist stets klein im Vergleich zur Gesamtkonsumtion und Produktion.
Dagegen der degree of skill® der vorgefundnen Bevölkerung ist die jedes-
malige Voraussetzung der Gesamtproduktion, also die Hauptakkumulation
des Reichtums, das wichtigste erhaltne Resultat der antecedent labour, das
aber in der lebendigen Arbeit selbst existiert.

1878| „All die Wirkungen, die man gewöhnlich der Akkumulation des zirkulieren-
den Kapitals zuschreibt, entspringen der Akkumulation und Aufspeicherung geschickter
Arbeit, und diese wichtigste Operation wird, was die große Masse der Arbeiter beirifkt,
ohne irgendwelches zirkulierendes Kapital vollbracht.“ (p.13.)

Die Phrase der Ökonomen, daß die Anzahl der Arbeiter (daher das
Wohlsein oder Elend der vorhandenen Arbeiterpopulation) abhängt von
der vorhandnen Masse des zirkulierenden Kapitals, kommentiert Hfodgskin]
richtig dahin:

„Die Zahl der Arbeiter muß jederzeit abhängen von der Menge des zirkulierenden

Kapitals oder, wie ich richtiger sagen sollte, von der Menge des Produkts der koexistieren-
den Arbeit, die die Arbeiter konsumieren dürfen.“ (p.20.)

Was man dem circulating capital, einem stock of commodities, zuschreibt,
ist der Effekt of „coexisting labour“. Hlodgskin] sagt also mit andren
Worten: Die Wirkungen einer bestimmten gesellschaftlichen Form der
Arbeit werden der Sache, den Produkten dieser Arbeit zugeschrieben; das
Verhältnis selbst wird in dinglicher Gestalt vorphantasiert. Wir haben ge-
sehn, daß dies ein spezifisches Charakteristikum der auf Warenproduktion,
auf Tauschwert beruhenden Arbeit, und daß dies Quidproquo in der Ware,
dem Geld (was Hfodgskin] nicht sieht), noch potenzierter im Kapital sich
zeigt.!7°! Die Wirkungen, die die Dinge haben als gegenständliche Momente
des Arbeitsprozesses, werden ihnen im Kapital zugeschrieben, als von ihnen
besessen in ihrer Personifizierung, Selbständigkeit gegen die Arbeit. Sie
würden aufhören, diese Wirkungen zu haben, wenn sie aufhörten, in dieser
entfremdeten Form sich der Arbeit gegenüber zu verhalten. Der Kapitalist
als Kapitalist ist bloß die Personifikation des Kapitals, die mit eignem Willen,
Persönlichkeit begabte Schöpfung der Arbeit im Gegensatz zur Arbeit.
Hlodgskin] faßt dies als rein subjektive Täuschung auf, hinter der sich der
Betrug und das Interesse der ausbeutenden Klassen versteckt. Er sieht
nicht, wie die Vorstellungsweise entspringt aus dem realen Verhältnis
selbst, das letztre nicht Ausdruck der erstren, sondern umgekehrt. In dem-

1 „der bereitgestellte Vorrat von Waren“ (Lebensmittel) -? Grad der Geschicklichkeit

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 291

selben Sinn sagen englische Sozialisten: „Wir brauchen das Kapital, nicht
den Kapitalisten.“! Aber wenn sie den Kapitalisten fortnehmen, nehmen
sie den Arbeitsbedingungen den Charakter, Kapital zu sein.

{Der „Verbal observer“, Bailey etc. bemerken, daß „value, valeur“ den
Dingen zukommende Eigenschaft ausdrücken. Sie drücken in der Tat
ursprünglich nichts aus als den Gebrauchswert der Dinge für den Men-
schen, die Eigenschaften derselben, die sie für den Menschen nützlich
machen oder angenehm etc. Es liegt in der Natur der Sache, daß „value,
valeur, Wert“ etymologisch keinen andren Ursprung haben können. Der
Gebrauchswert drückt die Naturbeziehung zwischen Dingen und Menschen
aus, in fact das Dasein der Dinge für den Menschen. Der Tauschwert ist
eine später — mit der gesellschaftlichen Entwicklung, die ihn schuf - auf
das Wort Wert = Gebrauchswert gepfropfte Bedeutung. Es ist das gesell-
schaftliche Dasein der Dinge.

Sanskrit: „Wer, couvrir, proteger?, daher respecter, honorer, und aimer, cherir*.
Davon abgeleitetes Adjektiv Werias, excellent, respectable*; Gotisch wairths; Tudesque®
wert; Anglo-Saxon weorth, vordh, wurth; Anglian worth, worthy; Holländisch waard,
waardig; Alemannisch werth; Litauisch wertas, respectable, precieux, cher, estimable®.
Sanskrit wertis; Lateinisch virtus’; Gotisch wairthi; Germanisch Werth.“ [Chavee,
„Essai d’&tymologie philosophique“, Bruxelles 1844, p.176.]

Der Wert der Sache ist in der Tat ihre eigne virtus, während ihr Tausch-
wert ganz unabhängig von ihren sachlichen qualities® ist.

Sanskrit: „Wal, bedecken, befestigen; [Lateinisch] vallo?, valeo"; vallus"!: bedeckt
und befestigt, valor ist die Kraft selbst.“ Daher valeur, value. „Vergleiche mit Wal
germanice!?: Walle, walte'*; Anglian wall"*, wield”.“ ]l.c. p.70.] 17%

Hlodgskin] kommt nun zum fixen Kapital. Es ist produzierte Produktiv-
kraft und in seiner Entwicklung in der großen Industrie Organ, das sich die

gesellschaftliche Arbeit geschaffen hat.

1 Siehe vorl. Band, S.315/316 -? bedecken, schützen -® achten, ehren und lieben, schät-
zen - * ausgezeichnet, achtungswert - 5 Altdeutsch; Altfränkisch - ® achtungswert, wertvoll,
teuer, schätzenswert-? Kraft, gute Eigenschaft -® Eigenschaften - ? mit einem Wall umgeben,
befestigen, verteidigen - "° stark, kräftig sein - "! ein Wall - "? germanisch - "? ich walte -
1% Wand - " besitzen, in den Händen haben

19*

292 Einundzwanzigstes Kapitel

Was das fixe Kapital angeht:

„Alle Werkzeuge und Maschinen sind das Produkt von Arbeit.“ (p.14.) „Solange
sie nichts sind als das Ergebnis früherer Arbeit und nicht von Arbeitern zweckent-
sprechend angewandt werden, ersetzen sie nicht den Aufwand, den ihre Herstellung
erheischte ... Die meisten von ihnen verlieren an Wert durch längeres Liegenbleiben ...
Fixes Kapital zieht seine Nützlichkeit nicht aus vergangener, sondern aus’ gegenwärtiger Ar-
beit, und es bringt seinem Besitzer einen Profit nicht deshalb, weil es aufgespeichert wurde,
sondern deshalb, weil es ein Mittel ist, Kommando über Arbeit zu erlangen.“ (p. 14, 15.)

Hier endlich die Natur des Kapitals richtig gefaßt.

118791 „Was bewirken Werkzeuge, nachdem sie gemacht wurden? Nichts. Im
Gegenteil, sie beginnen zu rosten oder zu faulen, wenn sie nicht von Arbeit angewandt
werden.“ (p.15.) „Ob ein Werkzeug als produktives Kapital zu betrachten ist oder
nicht, hängt ganz davon ab, ob es von produktiven Arbeitern gebraucht wird. oder
nicht.“ (p. 15, 16.)

„Es ist leicht zu verstehen, warum ... der Straßenbauer etwas von dem Gewinn
erhalten soll, den einzig der Benutzer der Straße aus ihr zieht. Aber ich verstehe nicht,
warum der gesamte Gewinn der Straße selbst zufließen und von einer Reihe von Personen,
die die Straße weder machen noch benutzen, unter dem Namen Profit für ihr Kapital
üngeeignet werden soll.“ (p.16.)

„Der ungeheure Nutzen der Dampfmaschine hängt nicht von dem aufgespeicherten
Eisen und Holz, sondern von der praktischen und. lebendigen Erkenntnis der Naturkräfte
ab, die einige Menschen in den Stand setzt, sie zu konstruieren, und andere, sie zu be-
dienen.“ (p.17.)

„Ohne Wissen könnten sie“ (die Maschinen) „nicht erfunden, ohne manuelle
Geschicklichkeit und Fertigkeit könnten sie nicht hergestellt, und ohne Geschicklichkeit
und Arbeit könnten sie nicht produktiv angewandt werden. Wissen, Geschicklichkeit
und Arbeit sind die einzigen Faktoren, aus denen der Kapitalist einen Anspruch auf
einen Änteil am Produkt ableiten kann.“ (p. 18.)

„Nachdem er“ (der Mensch) „das Wissen mehrerer Generationen geerbt hat und
wenn er in großen Massen zusammengedrängt lebt, dann ist er imstande, durch seine
geistigen Fähigkeiten die Arbeit der Natur zu ergänzen.“ (l.c.)

„Es ist nicht die Quantität, sondern die Qualität des fixen Kapitals, wovon der pro-
duktive Gewerbfleiß eines Landes abhängt ... Fixes Kapital, als ein Mittel, Menschen
zu ernähren und zu erhalten, ist in seiner Wirksamkeit völlig abhängig von der Ge-
schicklichkeit der Arbeiter, und daher steht der produktive Gewerbfleiß eines Landes,
soweit das fixe Kapital in Betracht kommt, im Verhältnis zu dem Wissen und. der
Geschicklichkeit der Bevölkerung.“ (p.19, 20.)

### [e)] Zins vom Zins; darauf gegründete Abnahme der Profitratel””)

„Ein flüchtiger Blick muß schon jedern zeigen, daß der einfache Profit im Fortschritt
der Gesellschaft nicht abnimmt, sondern wächst. D.h., die gleiche Menge Arbeit, die

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 293

in einem früheren Zeitraum 100 qrs. Weizen oder 100 Dampfmaschinen erzeugte, wird
heute etwas mehr erzeugen ... Tatsächlich finden wir, daß in diesem Lande heute eine
weit größere Anzahl Personen im Überfluß vom Profit lebt als früher. Es ist indes klar,
daß keine Arbeit, keine Produktivkraft, kein Scharfsinn und keine Kunst den über-
wältigenden Ansprüchen des Zinseszinses Genüge tun kann. Aber alle Erspamis wird von
der Revenue des Kapitalisten gemacht“ (also vom simple profit!), „so daß wirklich diese
Ansprüche dauernd gestellt werden und die Produktivkraft der Arbeit sich ebenso dau-
ernd weigert, sie zu befriedigen. Es wird daher beständig eine Art Ausgleichung
geschaffen.“ ?®] (l.c. p.23.)

Z.B. Kapital von 100 zu 10 p.c. gäbe in 20 Jahren, wenn der Profit
immer wieder akkumuliert, etwa 673, sage, da es hier auf ein plus ou moins?
nicht ankommt, 700. Das Kapital hätte sich also in 20 Jahren versieben-
facht. Nach diesem Maßstab, wenn bloß einfacher Zins, müßte es 30 p.c.
in 1 Jahr geben statt 10, dreimal größren Profit, und je weiter wir in der
Reihe Jahre gehn würden, zu einfachem Zins auf | Jahr gerechnet, [würde
das] den Zinsfuß oder die Profitrate in noch höherem Maße steigern und
immer um so rascher, je größer das Kapital wird.

In der Tat ist aber die kapitalistische Akkumulation durchaus nichts
andres als Rückverwandlung von Zins in Kapital (da hier für unsren Zweck
Zins und Profit, i.e. für den Zweck dieser Rechnung identisch). Also
Zins vom Zins. Heute ist ein Kapital 100; produziert 10 Profit (oder Zins).
Diese zum Kapital zugeschlagen, [gibt] 110, dies jetzt das Kapital. Der Zins
davon ist also nicht nur Zins von 100 Kapital, sondern Zins von 100K
+ 10Z. Also zusammengesetzter Zins. Also am Ende des zweiten Jahrs
(00K + 10Z) +10Z+1Z = (I0K + ID + 11Z = 121. Dies
ist nun das Kapital am Anfang des dritten Jahres. Das dritte Jahr
(100K + 102) + 11Z + 12Y/,0 Z. So daß das Kapital am Ende des dritten
Jahres 133%/,o.

1880| Wir haben:

Kapital Zins “ Summe
Erstes Jahr. 100 :10 :110
Zweites Jahr. 100 -+ 10 = 110 :10+1' :121

}(Durch u Strich‘ bezeich-;
Drittes Jahr. 100-+ 20+ 1 = 121 :;10+2°+ 1/10° :133 1/10

Viertes Jahr. 100+ 30+31/10 = 133 1/10 :10+ 3 31/1007 : 146 41/100
Fünftes Jahr. 100+ 40 + 641/100 = 146 41/100: 10+ 4 641/1000° :161 51/1000

etc.

1 einfachen Profit - 2 mehr oder weniger

294 Einundzwanzigstes Kapitel

Im zweiten Jahr steckt im Kapital 10 Zins (einfacher).
Im dritten Jahr steckt im Kapital 21 Zins.

Im vierten Jahr steckt im Kapitel 33 15 oZin

Im fünften Jahr steckt im Kapital 464 0 Zi

Im sechsten Jahr [steckt im] Kapital n: an [Zins].
Im siebenten Jahr [steckt im] Kapital 770%, [Zins].
Im achten Jahr [steckt im] Kapital 94-4 [Zins].
[Im neunten Jahr steckt im Kapital 114-0

358881
1000 000 Zins.]

Oder im neunten Jahr besteht schon mehr als die Hälfte des Kapitals aus
Zins, und so wächst der Teil desselben, der aus Zins besteht, in geo-
metrischer Progression.

Wir haben gesehn, daß in 20 Jahren das Kapital sich versiebenfacht
hätte, während selbst nach den „äußersten“ Unterstellungen von Malthus
sich die Bevölkerung nur in 25 Jahren verdoppeln kann. Aber wir wollen
sagen, sie verdopple sich in 20 Jahren, also auch die Arbeiterbevölkerung.
Ein Jahr durch das andre gerechnet, müßte der Zins 30 p.c. sein, dreimal
größer als er ist. Aber die Rate der Exploitation gleichgesetzt, würde die
verdoppelte Bevölkerung in 20 Jahren (und während eines großen Teils
dieser 20 Jahre ist sie ja nicht arbeitsfähig, kaum in der Hälfte derselben,
trotz der Beschäftigung der Kinder) nur 2 x soviel Arbeit liefern können als
vorher, also auch nur noch 2 x soviel Surplusarbeit, aber nicht dreimal soviel.

Die Profitrate (und darum auch die Zinsrate) ist bestimmt:

l. Gleichbleibende Rate der Exploitation vorausgesetzt: Durch die An-
zahl der beschäftigten Arbeiter, durch die absolute Masse der angewandten
Arbeiter, also durch das Wachstum der Population. Obgleich diese Masse
zunimmt, so nimmt ihr Verhältnis zur Totalsumme des angewandten Kapi-
tals ab mit der Akkumulation des Kapitals und der industriellen Entwick-
lung (also [sinkt] die Rate des Profits bei gleichbleibender Rate der Exploi-
tation). Ebensowenig fällt es der Bevölkerung ein, in derselben geometri-
schen Progression wie die zusammengesetzte Zinsrechnung [zu wachsen].
Das Wachstum der Bevölkerung, auf einer gewissen Stufe der industriellen
Entwicklung, erklärt die Zunahme der Masse des Mehrwerts und des Pro-
fits, aber zugleich das Fallen der Profitrate.

2. [Durch] die absolute Größe des Normaltags, d.h. durch Vergrößrung

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 295

der Rate des Mehrwerts. Sie kann also wachsen durch Ausdehnung der
Arbeitszeit über den Normalarbeitstag. Indes hat dies seine physischen
und - by and by! - seine gesellschaftlichen limits?. Daß im selben Maß, wie
Arbeiter mehr Kapital in Bewegung setzen, dasselbe Kapital mehr absolute
Arbeitszeit kommandiert, | is out of the question?.

3. Wenn der Normaltag derselbe bleibt, kann die surplus labour relativ
vermehrt werden durch Abkürzung der notwendigen Arbeitszeit und Ver-
wohlfeilung der Lebensmittel, die in den Konsum des Arbeiters eingehn,
im Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit. Aber dieselbe
Entwicklung der Produktivkraft vermindert das variable Kapital im Ver-
hältnis zum konstanten. Es ist physisch unmöglich, daß die Surplusarbeits-
zeit, z.B. von 2 Mann, die 20 ersetzen, durch irgendeine Vergrößerung der
absoluten oder relativen [Surpluslarbeitszeit = der von 20 sei. Wenn die
20 Mann nur 2 Stunden Surplusarbeit täglich arbeiten, liefern sie 40 Sur-
plusarbeitsstunden, während die ganze Lebenszeit der 2 Mann in einem
Tag nur 48 Stunden beträgt.

Der Wert der Arbeitsvermögen fällt nicht in demselben Verhältnis, wie
die Produktivkraft der Arbeit oder des Kapitals steigt. Diese Steigerung der
Produktivkraft vermehrt auch in allen Zweigen, die nicht necessaries® pro-
duzieren (direkt oder indirekt), das Verhältnis des konstanten zum variablen
Kapital, ohne irgendeine Alteration in der value of labour? hervorzubringen.
Die Entwicklung der Produktivkraft ist nicht gleichmäßig. Es liegt in der
Natur der kapitalistischen Produktion, daß sie die Industrie rascher ent-
wickelt als die Agrikultur. Es geht dies nicht aus der Natur des Bodens
hervor, sondern daraus, daß er andre gesellschaftliche Verhältnisse braucht,
um wirklich seiner Natur gemäß exploitiert zu werden. Die kapitalistische
Produktion wirft sich erst auf das Land, nachd: m ihr Einfluß es erschöpft
und seine Naturgaben verwüstet hat. Es kömmt hinzu, daß - im Verhältnis
zu den andren Waren - infolge des Grundeigentums die Ackerbauprodukte
teurer bezahlt werden, weil [sie] zu ihrem Wert und nicht zu den Kosten-
preisen herabgedrückt werden. Sie. bilden aber den Hauptbestandteil der
necessaries. Es kömmt ferner hinzu, daß infolge des Gesetzes der Kon-
kurrenz, wenn 1/jo des Bodens teurer zu exploitieren, die übrigen °/jo eben-
falls „künstlich“ mit dieser relativen Unfruchtbarkeit geschlagen werden.

Sollte mit der Akkumulation des Kapitals die Profitrate gleichbleiben,
so müßte sie in der Tat wachsen. Derselbe Arbeiter, der, solange das Kapital

1 nach und nach -? Schranken - 3 steht außer Frage - * zum Leben notwendige Dinge -
5 dem Wert der Arbeit

296 Einundzwanzigstes Kapitel

10 Surplusarbeit gab, müßte, sobald sich Zins auf Zins akkumuliert, und
so das angewandte Kapital größer ist, das Drei-, Vier-, Fünffache liefern in
der Progression of compound interest, which is nonsenset.

Die Masse Kapital, die der Arbeiter in Bewegung setzt, und dessen Wert
er durch seine Arbeit erhält und reproduziert, ist durchaus verschieden von
dem Wert, den er zusetzt und daher vom Surpluswert. Ist die Masse des
Kapitals = 1000 und die zugesetzte Arbeit = 100, so das reproduzierte
Kapital = 1100. Ist die Masse = 100 und die zugesetzte Arbeit = 20, so
das reproduzierte Kapital = 120. Die Profitrate im ersten Fall = 10 und
im zweiten = 20 p.c. Dennoch kann von 100 mehr akkumuliert werden als
von 20. Und so wälzt sich der Strom des Kapitals fort {abgesehn von seiner
Entwertung durch Steigerung der Produktivkraft} - oder seine „Akkumu-
lation“ - im Verhältnis zu der Wucht, die es schon besitzt, nicht im Ver-
hältnis zu der Höhe der Profitrate. Dies erklärt Vermehrung der Akkumu-
lation - der Masse nach - trotz fallender Profitrate, abgesehn davon, daß ein
größrer Teil der Revenue, selbst wenn sie fällt, mit steigender Produktivität
akkumuliert werden kann als mit großer Rate des Profits bei kleinerer
Produktivität. Hohe Profitrate - soweit sie auf hoher Rate des Mehrwerts
beruht - ist möglich: wenn sehr lang gearbeitet wird, obgleich die Arbeit
unproduktiv ist. Sie ist möglich, weil die Bedürfnisse des Arbeiters, darum
das Minimum des Salairs sehr klein, obgleich die Arbeit unproduktiv. Der
Schmalheit des Minimums wird die Energielosigkeit der Arbeit entsprechen.
In beiden Fällen akkumuliert das Kapital langsam, trotz der hohen Profit-
rate. Die Bevölkerung ist stagnant, und die Arbeitszeit, die das Produkt
kostet, ist groß, obgleich der Lohn, der dem Arbeiter bezahlt wird, klein ist.

1882| Ich habe das Fallen der Profitrate, trotz gleichbleibender und selbst
steigender Rate des Mehrwerts, daraus erklärt?, daß das variable Kapital im
Verhältnis zum konstanten abnimmt, d.h. die lebendige present labour? im
Verhältnis zur past labour employed and reproduced*. Hodgskin und der
Mann über „The Source and Remedy of the National Difficulties“ erklärt
sie aus der Unmöglichkeit, daß der Arbeiter den Ansprüchen des compound
interest = accumulation of capital? entsprechen kann:

„Keine Arbeit, keine Produktivkraft, kein Scharfsinn und keine Kunst kann den
überwältigenden Ansprüchen des Zinseszinses Genüge tun. Aber alle Ersparnis wird
von der Revenue des Kapitalisten gemacht“ (also vom simple profit), „so daß wirklich
diese Ansprüche dauernd gestellt werden und die Produktivkraft der Arbeit sich

1 des Zinseszinses, was Unsinn ist -? siehe 2. Teil dieses Bandes, S.441 und 598 -3 gegen-
wärtige Arbeit - @ vergangenen angewandten und reproduzierten Arbeit - ° Zinseszinses =

der Akkumulation des Kapitals

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 297

ebenso dauernd weigert, sie zu befriedigen. Es wird daher beständig eine Art Aus-
gleichung geschaffen.“ (l.c. p.23.)

Dem allgemeinen Sinn nach kömmt das auf dasselbe hinaus. Wenn ich
sage, die Profitrate nimmt mit der Akkumulation ab, weil das konstante
Kapital wächst im Verhältnis zum variablen, so heißt das, von der bestimm-
ten Form der Teile des Kapitals abgesehn: das angewandte Kapital wächst
im Verhältnis zur labour employed. Der Profit fällt nicht, weil der Arbeiter
weniger exploitiert wird, sondern weil im Verhältnis zum angewandten
Kapital überhaupt weniger Arbeit angewandt wird.

Z.B. Gesetzt, das Verhältnis des variablen und konstanten Kapitals
sei = 1:1. So, wenn das Gesamtkapital = 1000, das c = 500 und v = 500.
Ist die Rate des Mehrwerts = 50 p.c., so 50 p.c. auf 500 = 50x5 = 250.

250 23 |

Ist das Gesamtkapital = 1000 und c = 750; v = 250, so zu50 p.c. [Rate
des Mehrwerts] gibt 250 = 125. Aber 4 — 2 = 121/, p.c.

Aber im zweiten Fall die angewandte lebendige Arbeit, verglichen mit
dem ersten Fall, [geringer] - wenn wir annehmen, daß der Arbeitslohn für
einen Arbeiter = 251. per Jahr -; im ersten Fall angewandt [Lohn] 500 I.
= 20 Arbeiter; im zweiten Fall Lohn 250 !. = 10 Arbeiter. Dasselbe
Kapital [von 1000 !.] wendet 20 Arbeiter an in dem einen Fall und nur 10
in dem andren. Im ersten Fall verhält sich die Masse des Kapitals zu der
Anzahl der Arbeitstage wie 1000 :20; im zweiten wie 1000:10. Auf jeden
der 20 Arbeiter kommt im ersten Fall angewandtes Kapital (konstantes und
variables) 50 !. (denn 20x50 = 500x2 = 1000). Im zweiten Fail auf jeden
Arbeiter angewandtes Kapital 100 !. (denn 100x 10 = 1000). Demnach ist
in beiden Fällen die pro rata* Kapital, die sich in wages für den einzelnen
Arbeiter auflöst, dieselbe.

Die Formel, die ich gebe, enthält neuen Grund, warum mit der Akku-
mulation weniger Arbeiter auf dieselbe Masse Kapital kommen oder, was
dasselbe, eine größre Masse Kapital auf dieselbe Arbeit. Ob ich sage, es
kommt 1 Arbeiter auf angewandtes Kapital = 50 im einen Fall, und 1
Arbeiter auf 100 Kapital im andren, also nur }/, Arbeiter auf 50 Kapital,
ob ich also sage, im einen Fall kommt | Arbeiter auf 50 Kapital, im andren
1/, Arbeiter auf 50 Kapital, oder ob ich sage, im einen Fall kommt 50 Kapital
auf I Arbeiter und im andren 50x 2 Kapital auf | Arbeiter, ist dasselbe.

1 Anteil

298 Einundzwanzigstes Kapite

‚Diese letztre Formel nun ist die von Hfodgskin] etc. angewandte. Akku-
mulation heißt überhaupt — nach ihnen - Zins von Zins verlangen, d.h., daß
mehr Kapital auf denselben Arbeiter kommt, und im Verhältnis zur Größe
des Kapitals, die auf ihn kömmt, er nun mehr Surplusarbeit liefern soll. Da
das auf ihn fallende Kapital sich im Verhältnis des compound interest! ver-
mehrt, seine Arbeitszeit dagegen eine sehr bestimmte Grenze hat, auch
relativ durch „no productive powers“?* den demands® dieses compound
interest entsprechend herabgedrückt werden kann, „a sort of balance is
constantly struck“*. „Simple profit“ bleibt derselbe oder wächst vielmehr.
(Dies in fact die surplus labour oder surplus value.) Aber es ist das comp-
ound interest, das sich mit der Akkumulation des Kapitals unter der Ge-
stalt von simple interest versteckt.

1883] Es ist ferner klar: Wenn compound interest = Akkumulation, so -
abgesehn von der absoluten Grenze der Akkumulation - hängt diese Zins-
bildung ab von dem Umfang, Intensität etc. des Akkumulationsprozesses
selbst, also von der Produktionsweise. Zins von Zins otherwise? ist nichts als
Aneignung fremden Kapitals (Eigentums) unter der Form des Zinses, wie in
Rom und sonst beim Wucher.

Die Vorstellung von Hlodgskin] ist die. Ursprünglich kommen pro rata®
50 I. Kapital auf einen Arbeiter z.B., worauf er z.B. 25 p.c. Profit liefert.
Später, infolge der Verwandlung eines Teils des Zins ins Kapital, und dies
nach und nach wiederholt, kommen 200 I. Kapital auf den Arbeiter. Würde
der jährliche Zins von 50 p.c. immer ganz kapitalisiert, so würde dieser
Prozeß sich machen in weniger als vier Jahren. Wie der Arbeiter für [ein
Kapital von] 50 geliefert [Profit von] 25, so soll er jetzt liefern für 200 Kapi-
tal 100 [Profit] oder das Vierfache. Dies aber unmöglich. Er müßte dazu
entweder die vierfache Zeit arbeiten, also 48 Stunden pro Tag, wenn er
ursprünglich 12 gearbeitet, oder infolge der Entwicklung der Produktivkraft
der Arbeit müßte die value of labour ums Vierfache fallen.

Wenn der Arbeitstag = 12 Stunden, die 25 I. [Jahres-]Arbeitslohn seien,
und der Arbeiter liefert 25 I. Profit [im Jahr], so muß er ebensoviel für den
Kapitalisten arbeiten als für sich. Also 6 Stunden. Den halben Arbeitstag.
Soll er 100 liefern, so muß er 4x 6 Stunden für den Kapitalisten in 12 Stun-
den arbeiten, was nonsense. Nimm an, der Arbeitstag werde auf 15 Stunden
verlängert, so kann er immer noch keine 24 Stunden mit 15 liefern. Und
noch weniger 30, was nötig wäre, da 24 Stunden für den Kapitalisten, 6 für

3 Zinseszinses -? „keine Produktivkräfte“ -® Ansprüchen -* „wird beständig eine Art
Ausgleichung geschaffen“ -° vielmehr - € anteilmäßig

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 299

sich. Wenn er seine ganze Arbeitszeit für den Kapitalisten arbeitete, könnte
er nur 50 liefern, nur verdoppeln den Zins, also für 200 Kapital 50 [Profit],
während er für 50 25 lieferte. Im letztren Fall Profitrate = 50 p.c. Im
erstren = 25 p.c. Aber dies unmöglich, da der Arbeiter leben muß. Wie
immer die Produktivkraft wachse, wenn der Wert von I2 Stunden, wie im
obigen Beispiel = 75, so der von 24 Stunden = 2x75 = 150. Und da der
Arbeiter leben muß, so kann er nie 150 Profit liefern, noch weniger 200.
Seine Surplusarbeit ist immer ein Teil seines Arbeitstags, woraus indes
keineswegs, wie Herr Rodbertus! meint, folgt, daß der Profit nie = 100 p.c.
sein kann. Er kann nie = 100 p.c. sein, berechnet auf den ganzen Arbeitstag
(denn in dem ist er selbst eingerechnet), wohl aber 100 p.c. in bezug auf den
bezahlten Teil des Arbeitstags.
Z. B., er ist im obigen Beispiel 50 p.c.:

capital Mehrwert Rate des Profitrate
constant variable Mehrwerts
25 25 25 100 p.c. 50 p.c.

Hier der halbe Arbeitstag Profit = !/, des Ganzen.
884] Wenn der Arbeiter ®/, des Tags gäbe, so:

capital Mehrwert Rate des Profitrate
constant variable Mehrwerts
25 12!/,
Gesamtkapital
37), 37), 300 p.c. 100 p.c.
Für 100:
capital Mehrwert Rate des Profitrate
constant variable Mehrwerts
66%), 33"),
[Gesamtkapital]
100 100 300 p.c. 100 p.c.

Sehn wir nun näher zu, was hinter dieser Auffassung möglich, nämlich,
daß der Profit fällt, weil er im Fortlauf der Akkumulation nicht simple profit
vorstellt (also nicht die Rate der Exploitation des Arbeiters abnimmt, son-
dern, wie Hlodgskin] sagt, zunimmt), sondern compound profi, und die
Arbeit unmöglich den Forderungen des compound interest nachfolgen
könne.

1 Siehe 2. Teil dieses Bandes, S.80-82 - ? zusammengesetzten Profit

300 Einundzwanzigstes Kapitel

Zunächst zu bemerken, daß dies weiter bestimmt werden muß, um
überhaupt einen Sinn zu haben. Als Produkt der Akkumulation gefaßt (d.h.
der Aneignung von Surplusarbeit) - und diese Fassung nötig mit Bezug
auf das Ganze der Reproduktion - ist alles Kapital zusammengesetzt aus
Profit. (Zins, wenn man dieses Wort identisch mit Profit und nicht mit
interest nimmt.) Ist also die Profitrate = 10 p.c., so ist dies „Zins auf Zins“,
Profit von Profit. Und es wäre nicht abzusehn, wodurch sich - ökonomisch -
10 auf 100 irgendwie von I1-auf 110 unterscheiden sollen. So käme also
heraus, daß auch kein „simple profit“ möglich ist oder wenigstens, daß auch
der simple profit fallen muß, weil dieser simple profit in der Tat ebenso
zusammengesetzt ist wie der zusammengesetzte. Wird die Sache enger
gefaßt, d.h. bloß mit Bezug auf das zinstragende Kapital, so würde Zins
von Zins den Profit und mehr als den Profit verschlingen; und daß der Pro-
duzent (Kapitalist oder nicht) dem Ausleiher Zins von Zins zu zahlen, fällt
[damit] zusammen, daß er ihm außer Profit bei und bei! Teil seines Kapitals
zu zahlen hat.

Zuerst also zu bemerken, daß die Hfodgskin]sche Auffassung nur dann

‘einen Sinn hat, wenn unterstellt wird, daß das Kapital rascher wächst als
die Bevölkerung, d.h. die Arbeiterbevölkerung. (Selbst dies letztre Wachsen
relativ. Es liegt in der Natur des Kapitals, einen Teil der Arbeiterbevölke-
rung zu überarbeiten und einen andern zu pauperisieren.) Vermehrt sich
die Bevölkerung gleichmäßig mit dem Kapital, so durchaus kein Grund
vorhanden, warum die Surplusarbeit, die ich mit 100 £ aus x Arbeitern
ziehn kann, ich [nicht] mit 800 £ aus 8x Arbeitern soll ziehn können. |
8x 100K stellt nicht mehr Ansprüche an 8x Arbeiter, als 100K an x Arbeiter.
Hier fällt also „H[odgskin]sche“ Grund fort. (In der Sache verhält es sich
anders. Wenn die Bevölkerung gleichmäßig mit dem Kapital wächst, bringt
es dennoch die kapitalistische Entwicklung mit sich, daß ein Teil der Be-
völkerung redundant? wird, indem sich das capital constant auf Kosten des
variablen Kapitals entwickelt.)

(„Es ist in bezug auf die Arbeit sehr wesentlich, ob man sie“ (goods, Waren) „so
verteilt, daß sie eine größere Zufuhr von Arbeit oder eine geringere verursachen, ob man
sie verteilt, daß sie zur Bedingung für Arbeit werden oder zur Unterstützung von
Müßiggängern.“ („An Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand
etc.“, London 1821, p.57.) „Die ansteigende Zufuhr von Arbeit wird verursacht durch
eine ansteigende Zahl von Menschen.“ (l.c. p.58.) „Nicht fähig zu sein, soviel Arbeit
zu kommandieren wie früher, ist auch nur dann von Bedeutung, wenn die Arbeit nicht

% (by and by) nach und nach - ? überzählig

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 301

mehr produziert als früher. Ist die Arbeit produktiver geworden, wird die Produktion
nicht eingeschränkt werden, auch wenn die vorhandene Masse von Waren weniger Arbeit

kommandiert als früher.“ (l.c. p.60.)

(Dies gegen Malthus. True, production would not be checked, but the
rate of profit would.! Diese zynischen Ausdrücke, worin a „mass of commo-
dities commands labour“ ?, derselbe Zynismus, der sich in der Werterklärung
des Malthus findet?, Kommando der Ware über Arbeit, ist sehr gut und
durchaus charakteristisch für die Natur des Kapitals.

Derselbe Verfasser bemerkt richtig gegen West:

„Der Verfasser von ‚Essay on the Application of Capital to Land‘ sagt, daß für
die Arbeit mehr gegeben wird, wenn das Kapital möglichst schnell zunimmt und das...
wird dann sein, wenn der Kapitalprofit am höchsten ist. ‚Je höher der Kapitalprofit‘,
fügt er hinzu, ‚desto höher der Arbeitslohn.‘ Der Fehler besteht darin, daß ein oder
zwei Worte ausgelassen werden: ‚Je höher der Kapitalprofit gewesen ist, desto höher wird
der Arbeitslohn sein‘ ... Der hohe Profit und der hohe Arbeitslohn sind nicht gleich-
zeitig; sie kommen nicht in derselben Transaktion vor; der eine wirkt dem anderen
entgegen und reduziert ihn auf ein Niveau. Ebensogut könnte man argumentieren:
‚Die Zufuhr einer Ware steigt am schnellsten, wenn der Preis am höchsten ist; also
bedingen große Zufuhr und hohe Preise einander.‘ Es ist eine Verwechslung von Ur-
sache und Wirkung.“ (l.c. p.100, 101.)}

Hlodgskin]s Satz daher nur Sinn, wenn mehr Kapital - durch den Pro-
zeß der Akkumulation - von demselben Arbeiter in Bewegung zu setzen
oder das Kapital pro rata der Arbeit wächst. Also wenn das Kapital z.B.
100 war und durch Akkumulation 110 ist und derselbe Arbeiter, der einen
Mehrwert für 10 abwarf, einen Mehrwert von 11 liefern soll, im Verhältnis
zum Wachstum des Kapitals, Zins von Zins. So daß nicht einfach dasselbe
Kapital, das er früher in Bewegung setzte, nachdem es reproduziert, den-
selben Profit (simple profit) abwerfen soll; sondern daß dies Kapital ver-
mehrt um seine Surplusarbeit, er die Surplusarbeit liefern soll, erstens für
das Originalkapital (oder seinen Wert) plus seine eigene akkumulierte, i.e.
kapitalisierte Surplusarbeit. Und da dies Kapital jedes Jahr wächst, müßte
derselbe Arbeiter fortwährend mehr Arbeit liefern.

Daß aber überhaupt mehr Kapital auf denselben Arbeiter fällt, ist nur
möglich:

Erstens: Bleibt die Produktivkraft der Arbeit dieselbe, so nur möglich,
wenn der Arbeiter seine absolute Arbeitszeit verlängert, z.B. 15 Stunden
statt 12 arbeitet, oder wenn er intensiver arbeitet, in 12 Arbeitsstunden die

1 Es ist richtig, die Produktion würde nicht eingeschränkt werden, wohl aber die Profit-
rate. -? eine „Masse von Waren Arbeit kommandiert“ —° siehe vorl. Band, S. 10/11 und 23/24

302 Einundzwanzigstes Kapitel

Arbeit von 15 verrichtet; in 4 Stunden die von 5 oder in */, Stunden die von
5/,. Da er in einer bestimmten Stundenzahl seine Lebensmittel reproduziert,
so werden hier 3 Stunden für den Kapitalisten ganz ebenso gewonnen, als
ob sich die Produktivkraft der Arbeit vermehrt, während sich in der Tat die
Arbeit, nicht ihre Produktivkraft, vermehrt hat. Wäre diese Intensifikation
der Arbeit allgemein, so müßte der Wert der Ware entsprechend der
geringren Arbeitszeit, die sie kostet, fallen. Der Grad der Intensität würde
ihr Durchschnittsgrad, ihre natürliche Qualität werden. Findet | sie
dagegen nur in bestimmten Sphären statt, so = komponierter, potenzierter
einfacher Arbeit. Die intensivere Stunde zählt dann so viel wie die exten-
sivere und verleiht denselben Wert." Also z.B. im obigen Fall %/, Stunden
soviel wie °/, oder eine Stunde.

Beides, die Extension der Arbeitszeit und die Vermehrung der Arbeit
durch größre Intensivität derselben, gleichsam durch Zusammenpressen
der Arbeitsporen, hat seine Grenzen (obgleich die Bäcker in London z.B.
regelmäßig 17, wo nicht mehr Stunden arbeiten), sehr bestimmte Schran-
ken, physische, und bei diesen angekommen, hört der Zins von Zins -
composite profit? - auf.

Innerhalb der Schranken gilt folgendes:

Zahlt der Kapitalist nichts für die Extension oder Intensifikation der
Arbeit, so wächst sein surplus value (auch der Profit, wenn kein change? in
dem value des konstanten Kapitals, da wir voraussetzen, daß die Produk-
tionsweise dieselbe bleibt) - (unter der Klausel) sein Profit - rascher als sein
Kapital sich vermehrt hat. Für das zugefügte Kapital zahlt er no necessary
labour“.

Zahlt er im selben Verhältnis für die Surplusarbeit wie früher, so wächst
die surplus value im Verhältnis wie das Kapital sich vermehrt hat. Der Pro-
fit wächst schneller. Denn rascherer Umschlag des fixen Kapitals; zugleich
nützt sich die Maschinerie nicht in demselben Verhältnis rascher ab, wie
sie rascher gebraucht wird. Verminderung der Auslage in fixem Kapital,
denn für 200 Arbeiter, die zugleich arbeiten, mehr Maschinerie, Gebäulich-
keiten etc. nötig als für 100, die längre Zeit arbeiten. Ebenso weniger
overlookers? etc. (Für den Kapitalisten das höchst angenehme Verhältnis,
seine Produktion ohne alle weitre Störung den Verhältnissen des Markts
gemäß zu expandieren oder kontrahieren. Außerdem wächst seine Macht,

indem dem Teil der überbeschäftigten Arbeit eine unbeschäftigste oder

3 Vgl. Band 23 unserer Ausgabe, S.432/433 -* zusammengesetzter Profit -® Wechsel -
4 keine notwendige Arbeit -® Aufseher

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 303

halbbeschäftigte Reservearmee entspricht, so die Konkurrenz unter den
Arbeitern vermehrt wird.)

Obgleich in diesem Falle das reine Zahlenverhältnis zwischen necessary
labour und surplus labour nicht gestört wird, dies vielmehr der einzige Fall,
wo beide gleichmäßig wachsen können, ist die Exploitation der Arbeit
dann, nevertheless!, gewachsen; sowohl bei Ausdehnung des Arbeitstags
als bei Intensifikation (Verdichtung) desselben, wenn er nicht zugleich
verkürzt wird (wie durch die Zehnstundenbill). Der Arbeiter verkürzt die
Dauer seines Arbeitsvermögens, erschöpft es in viel größrer Proportion als
sein Lohn wächst und wird noch mehr zur bloßen Arbeitsmaschine. Aber
von dem letzten abgesehn, wenn er bei dem normalen Arbeitstag vielleicht
20 Jahre lebt, bei dem andren nur 15, so verkauft er den Wert seines Arbeits-
vermögens in dem einen Fall in 15 Jahren, in dem andren in 20. Das eine
Mal muß es in 15 Jahren ersetzt werden, das andre in 20.

Ein Wert 100, der für 20 Jahre dauert, ist ersetzt, wenn jährlich 5 p.c.
gezahlt werden, denn 5 x20 = 100. Ein Wert 100, der für 15 Jahre dauert,
ist ersetzt, wenn jährlich 6"%/,, [=] 6°/, p.c. gezahlt werden. Der Arbeiter
bekommt aber in dem gegebnen Fall von den 3 Surplusstunden nur so viel,
als der tägliche Wert seines Arbeitsvermögens ist, auf 20 Jahre berechnet.

Gesetzt, er arbeite 8 Stunden necessary labour und 4 surplus labour, so er-
12x2

hält er von jeder Stunde ?/,, denn on 8. In demselben Maß von den
3 Stunden overtime? 2 Stunden. Oder von jeder Stunde ?/,. Aber dies ist
nur der Wert seines stündlichen Arbeitsvermögens unter der Voraussetzung,
daß es 20 Jahre währt. Verkauft er es in 15 Jahren, so steigt sein Wert.
Antizipation der Zukunft - wirkliche Antizipation - findet überhaupt in
der Produktion des Reichtums nur statt mit Bezug auf den Arbeiter und die
Erde. Bei beiden kann durch vorzeitige Überanstrengung und Erschöpfung,
durch Störung des Gleichgewichts zwischen Ausgabe und Einnahme, die
Zukunft zealiter antizipiert und verwüstet werden. Bei beiden geschieht es
in der kapitalistischen Produktion. Was die sog. Antizipation betrifft, z.B.
bei Staatsschulden, so bemerkt Ravenstone bezüglich derselben mit Recht:

[1887| „Indem sie vorgeben, die Ausgaben der Gegenwart in die Zukunft zu ver-
schieben; indem sie behaupten, daß man die Nachkommenschaft belasten kann, um die
Bedürfnisse der heutigen Generation zu befriedigen, behaupten sie das Absurde, daß
man konsumieren kann, was noch nicht besteht, daß man von Lebensmitteln leben
kann, ehe deren Samen in die Erde gesät worden sind.“ (Rlavenstone.] l.c. p.8.) „Die

1 dessenungeachtet - 2 Überzeit

304 Einundzwanzigstes Kapitel

ganze Weisheit unserer Staatsmänner läuft auf eine große Übertragung von Eigentum
von einer Klasse von Personen auf eine andere hinaus, indem sie einen enormen Fonds
zur Belohnung von Spekulationen und Unterschlagungen schaffen.“ (l.c. p.9.)

Änders bei dem Arbeiter und der Erde. Was hier ist expended, exists als
Sövauicl, und durch die forcierte Art der expenditure? wird die Lebens-
dauer dieser Süvagis verkürzt.

Endlich ist der Kapitalist gezwungen, mehr für die overtime zu zahlen
als für die normale Arbeitszeit, so, nach dem oben Gesagten, dies durchaus
keine Erhöhung des Arbeitslohns, sondern nur - und selten beträgt die
Mehrzahlung so viel - Kompensation für den erhöhten Wert der overtime.
In der Tat müßte jede Arbeitsstunde besser gezahlt werden, nicht nur die
overtime, wenn overtime gearbeitet wird, sollte auch nur der raschere Ver-
schleiß des Arbeitsvermögens gezahlt werden.

Also under all circumstances® dies größre Exploitation der Arbeit. Zu-
gleich unter allen Umständen Abnahme des surplus value mit der Akkumu-
lation des Kapitals und auch Abnahme der Profitrate, soweit dies nicht pa-
ralysiert wird durch Ersparung:im konstanten Kapital. Dies also ein Fall, wo mit der Akkumulation des Kapitals - mit
dem Eintreten des composite profit - die Profitrate abnehmen muß. War
sie für das Kapital 300 (die erste Dose) = 10 p.c. (also = 30) und ist sie für
den Zusatz von 100 = 6, so ist sie für 400 = 36. Also für 100 überhaupt
= 9. Und ist von 10 auf 9 p.c. angefallen.

Aber, wie gesagt, über einen gewissen Punkt hinaus müßte auf dieser
Basis (bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit) nicht nur der Profit
des additional capital* fallen, sondern aufhören, also die ganze auf diesen
composite profit gegründete Akkumulation be stopped°. In diesem Fall ist
das Abnehmen des Profits mit vergrößerter Exploitation der Arbeit ver-
bunden, und das stoppage® desselben. at a certain point”, nicht weil der
Arbeiter oder somebody else® sein ganzes Produkt erhielte, sondern weil es
physisch unmöglich ist, über ein gewisses Quantum Arbeitszeit hinaus zu
arbeiten oder die Intensivität der Arbeit über einen gewissen Grad zu ver-
mehren.

Zweitens: Der einzige sonstige Fall, wo bei gleichbleibender Anzahl Ar-
beiter mehr Kapital pro rata auf ihn kommen, und daher surplus capital zu
vermehrter Exploitation derselben Anzahl benutzt, | verausgabt werden
kann, ist Vermehrung der Produktivität der Arbeit, Änderung der Produktions-

1 verausgabt, existiert als Kraft - ? Verausgabung - ® unter allen Umständen - * zusätz-
lichen Kapitals -° aufhören - ® Aufhören -? auf einem gewissen Punkt -® sonst jemand

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 305

weise. Dies bedingt change im organischen Verhältnis von konstantem und
variablem Kapital. Oder die Vermehrung des Kapitals im Verhältnis zur
Arbeit ist hier identisch mit Vermehrung des konstanten Kapitals in bezug
auf das variable und überhaupt auf die Masse von ihm angewandter lebendi-
ger Arbeit.

Hier löst sich also Hfodgskin]s Ansicht auf in das allgemeine, von mir
entwickelte Gesetz.

Die surplus value, die Exploitation des Arbeiters nimmt zu, aber zugleich
fällt die Profitrate, weil das variable Kapital gegen das konstante fällt; weil
die Masse der lebendigen Arbeit überhaupt relativ abnimmt mit Bezug auf
das Kapital, von dem sie in Bewegung gesetzt wird. Ein größrer Teil des
jährlichen Produkts der Arbeit wird vom Kapitalisten unter der Firma
Kapital angeeignet und ein kleinerer Teil unter der Firma Profit.

{Daher die Phantasie des Pfaffen Chalmers!’°!, daß, je geringre Masse des
jährlichen Produkts die Kapitalisten als Kapital verausgaben, sie um so
größre Profite schlucken; wobei ihnen dann die „Established Church“! zu
Hilfe kommt, um für die Verzehrung eines großen Teils des surplus pro-
duce, statt Kapitalisierung desselben zu sorgen. Der verfluchte Pfaff ver-
wechselt Ursache und Wirkung. Übrigens wächst die Masse des Profits bei
kleinerer Rate mit der Größe des ausgelegten Kapitals. Außerdem wächst
die Quantität Gebrauchswerte, die diese kleinere Proportion vorstellt. Dies
bedingt jedoch zugleich Zentralisation des Kapitals, da jetzt die Produktions-
bedingungen die Anwendung von massenhaftem Kapital gebieten. Esbe-
dingt Verschlucken der kleinern Kapitalisten durch die großen und „Ent-
kapitaltsierung“ der ersten. Es ist wieder, nur in einer andren Form, die
Scheidung der Arbeitsbedingungen von der Arbeit (denn bei den kleinren
Kapitalisten mehr noch Selbstarbeit; die Arbeit des Kapitalisten steht über-
haupt in umgekehrtem Verhältnis zur Größe seines Kapitals, d.h. der
Potenz, worin er Kapitalist ist. Dieser Prozeß würde bald die kapita-
listische Produktion zum Klappen bringen, wenn nicht paralysierende, hier
nicht zu entwickelnde Tendenzen - es gehört dies in das Kapitel von der
Konkurrenz der Kapitalien - beständig wieder dezentralisierend neben der
zentripetalen Kraft wirkten), die den Begriff des Kapitals und der ursprüng-
lichen Akkumulation bildet, dann als ständiger Prozeß in der Akkumulation
des Kapitals erscheint und hier endlich sich als Zentralisation schon vor-
handner Kapitalien in wenigen Händen und Entkapitalisierung vieler aus-

drückt. }

1 „Staatskirche“

306 Einundzwanzigstes Kapitel

Daß nicht in demselben Maß die abnehmende (proportionell) Quantität
Arbeit durch ihre vergrößerte Produktivität ergänzt wird oder das Verhält-
nis der Surplusarbeit zum ausgelegten Kapital in demselben Verhältnis steigt,
wie die Masse der angewandten Arbeit proportionell abnimmt, folgt teils,
weil die Entwicklung der Produktivität der Arbeit! nur in bestimmten
Sphären des Kapitals die value of labour, die necessary labour vermindert;
weil selbst in diesen Sphären sie sich nicht gleichmäßig entwickelt und
paralysierende Ursachen eintreten, z.B. die Arbeiter selbst zwar die Herab-
drückung des Lohns (dem Wert nach) nicht hindern können, aber sich
nicht absolut auf das Minimum herabdrücken lassen, vielmehr quantitativ
einige Teilnahme am Fortschritt des allgemeinen Reichtums erzwingen.

Aber auch dies Wachsen der Surplusarbeit relativ, innerhalb bestimmter
Grenzen. Sollte es den Forderungen des composite interest entsprechen,
so müßte die notwendige Arbeitszeit ganz so auf 0 reduziert werden in
diesem Fall, wie [die Surplusarbeitszeit] ins Unendliche ausgedehnt in dem
vorher Betrachteten.

Das Steigen und Fallen der Profitrate - soweit es bedingt durch Steigen
oder Fallen des Arbeitslohns infolge des Verhältnisses von Nachfrage und
Zufuhr oder infolge des temporären Steigens oder Fallens im Preis der
necessaries?, verglichen mit den luxuries®, infolge dieses Wechsels der Nach-
frage und Zufuhr und des davon bedingten Steigens oder Fallens des
Arbeitslohns - hat mit dem allgemeinen Gesetz des ||889] Steigens oder
Fallens der Profitrate so wenig zu tun als das Steigen oder Fallen der Markt-
preise der Waren überhaupt mit ihrer Bestimmung des Werts.®0 Es ist
dies zu betrachten in dem Kapitel von der realen Bewegung des Arbeits-
lohns. Ist das Verhältnis der Nachfrage und Zufuhr den Arbeitern günstig,
steigt ihr Lohn, so ist es möglich (durchaus nicht notwendig), daß damit
temporär die Preise gewisser necessaries, besonders der Lebensmittel,
steigen. Richtig bemerkt darüber der Verfasser der „Inquiry into those
Principles“ etc.:

In diesem Fall, there will be? „ein Anwachsen der Nachfrage nach den zum Leben
notwendigen Dingen im Verhältnis zu den Dingen, die entbehrlich sind, verglichen
mit dem Verhältnis, das zwischen jenen beiden Arten von Nachfrage bestände, wenn
er dies Kommando ausübte, um sich Dinge für seinen eigenen Konsum zu verschaffen.“
(der Kapitalist sein command über Waren) „Zum Leben notwendige Dinge werden
sie gegen mehr Dinge im allgemeinen austauschen ... Und wenigstens ein Teil dieser
zum Leben notwendigen Dinge werden Nahrungsmittel sein.“ (l.c. p.22.)

% In der Handschrift: Produktivität des Kapitals - zum Leben notwendigen Dinge -
® Luxusartikeln — * wird vorhanden sein

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 307

Er spricht dann richtig die Ric[ardo]sche Ansicht weiter aus:

„Unter allen Umständen war also der gestiegene Getreidepreis nicht die Grund-
ursache jenes Steigens des Lohnes, das den Profit fallen ließ, sondern im Gegenteil,
das Steigen des Arbeitslohns war zunächst die Ursache der Erhöhung des Getreide-
preises; und die Natur des Bodens, der für gesteigerte Bebauung im Verhältnis immer
geringere Erträge liefert, machte einen Teil dieser Preissteigerung permanent und
hinderte, daß infolge des Bevölkerungsgesetzes eine vollständige Gegenwirkung eintrat.“
(l.c. p.23.)

Hodsskin und der „The Source and Remedy etc.“ mant, indem sie den
Fall of profits? erklären aus der Unmöglichkeit der living labour to come
to the demands of „compound interest“®, stehn, obgleich sie dies nicht
weiter analysiert, der Wahrheit viel näher als Smith und Ricl[ardo], die den
fall of profits aus rise of wages* erklären; der eine der real und nominal
wages?, der andre der nominal wages, with rather a decrease of real wages°.
Hlodgskin] und alle diese proletarischen Gegensätzler heben mit gesundem
Menschenverstand das fact hervor, daß die proportionelle Zahl der vom
Profit Lebenden gewachsen ist mit der Entwicklung des Kapitals.

### [f) Hodgskin über den gesellschaftlichen Charakter der Arbeit
und über das Verhältnis von Kapital und Arbeit]

Jetzt noch einige Schlußsätze aus Hlodgskin]s „Labour defended etc.“:

Entwicklung des Tauschwerts des Produkts, hence’ der in der Ware ent-
haltenen Arbeit als gesellschaftlicher:

„Fast jedes Produkt von Kunstfertigkeit und Geschicklichkeit ist das Resultat ge-
meinsamer und kombinierter Arbeit.“

(Dies Resultat der kapitalistischen Produktion.)

„So abhängig ist der Mensch vom Menschen und so sehr wächst diese Abhängigkeit,
je mehr die Gesellschaft fortschreitet, daß kaum die Arbeit irgendeines einzelnen Indi-
viduums ... vom geringsten Wert ist, wenn sie nicht einen Teil der großen gesellschaft-

lichen Arbeit bildet.“

{Diese Stelle zu zitieren, dabei [hervorzuheben], daß erst auf Grundlage
des Kapitals Warenproduktion oder Produktion des Produkts als Ware um-
fassend und das Wesen des Produkts selbst ergreifend. }

1 Mann -2 das Fallen des Profits -® lebendigen Arbeit, den Ansprüchen des „Zinseszins“
nachzukommen - * das Fallen des Profits aus dem Steigen des Arbeitslohns - ° des Real-
und Nominallohnes - ® des Nominallohnes, dem eher eine Abnahme des Reallohnes
[entspricht] - ? also

20*

308 Einundzwanzigstes Kapitel

»... Wo immer die Arbeitsteilung eingeführt wird, tritt die Beurteilung anderer
Menschen dazwischen, ehe der Arbeiter seinen Erwerb zu realisieren vermag, und es
gibt nichts mehr, was man als den natürlichen Lohn der Arbeit eines einzelnen be-
zeichnen könnte. Jeder Arbeiter erzeugt nur einen Teil eines Ganzen, und da jeder Teil
für sich allein ohne Wert oder Nutzen ist, gibt es nichts, was der Arbeiter nehmen und
wovon er sagen könnte: ‚Das ist mein Erzeugnis, das will ich für mich behalten.
Zwischen dem Beginn des Zusammenwirkens verschiedener Arbeiter, etwa zur Her-
stellung von Tuch, und der Verteilung ihres Produkts unter die beteiligten Personen,
deren vereinte Anstrengungen es hergestellt haben, muß zu wiederholten Malen die
Beurteilung von Menschen eingreifen, und es entsteht die Frage, wieviel von diesem
gemeinsamen Produkt jedem. der Individuen zufallen soll, deren vereinte Arbeit es
geschaffen hat.“ (p.25.)

„Ich weiß keinen anderen Weg, dies 890] zu entscheiden, als es dem völlig freien
Urteil der Arbeiter selbst zu überlassen.“ (l.c.)

„Ich muß hinzufügen, daß es zweifelhaft ist, ob eine Art Arbeit wertvoller ist als
eine andere. Sicherlich ist keine notwendiger als die andere.“ (p.26.)

Schließlich sagt Hfodgskin] über das Kapitalverhälinis:

„Meister sind ebensogut Arbeiter wie ihre Gesellen. In dieser Rolle ist ihr Interesse
genau dasselbe wie das ihrer Leute. Aber sie sind außerdem entweder Kapitalisten oder
Agenten der Kapitalisten, und in dieser Hinsicht ist ihr Interesse entschieden ent-
gegengesetzt dem Interesse ihrer Arbeiter.“ (l.c. p.27.)

„Die weite Verbreitung der Bildung unter den industriellen Arbeitern dieses Landes
verringert täglich den Wert der Arbeit und der Geschicklichkeit fast aller Meister und
Unternehmer, indem sie die Zahl der Personen steigert, die das Fachwissen dieser
besitzen.“ (p.30.)

„Der Kapitalist ist der bedrückende Mittelsmann zwischen den verschiedenen Ar-
beitern.“ Schließt man ihn aus, so „ist es klar, daß Kapital oder die Macht, Arbeit an-
zuwenden, und koexistierende Arbeit dasselbe sind. Und produktives Kapital und ge-
schickte Arbeit sind auch dasselbe. Folglich sind Kapital und eine arbeitende Bevölkerung
genau gleichbedeutend. Im System der Natur ist der Mund mit den Händen und mit
dem Verstand vereinigt.“ (p.33.)

Mit der Form der Entfremdung, die die verschiednen Momente der
gesellschaftlichen Arbeit gegeneinander haben, und die sich im Kapital

darstellt, verschwindet die kapitalistische Produktionsweise. Dies das
Resultat bei Hfodgskin].

Ursprüngliche Akkumulation des Kapitals. Schließt Zentralisation der
Arbeitsbedingungen ein. Ist Verselbständigung der Arbeitsbedingungen
gegenüber dem Arbeiter und der Arbeit selbst. Ihr historischer Akt =
historischer Entstehungsakt des Kapitals. Der historische Scheidungsprozeß,

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 309

der die Arbeitsbedingungen in Kapital und die Arbeit in Lohnarbeit ver-
wandelt. Damit die Grundlage der kapitalistischen Produktion gegeben.

Akkumulation des Kapitals auf Grundlage des Kapitals selbst, also auch
des Verhältnisses von Kapital und Lohnarbeit. Reproduziert die Scheidung
und Verselbständigung des gegenständlichen Reichtums gegenüber der
Arbeit auf stets weitrer Stufenleiter.

Konzentration des Kapitals. Akkumulation der großen Kapitalien durch
Vernichtung der kleinen. Attraktion. Entkapitalisierung der Mittelverbin-
dungen von Kapital und Arbeit. Es ist dies nur die letzte Potenz und Form
des Prozesses, der die Arbeitsbedingungen in Kapital verwandelt, dann das
Kapital und die Kapitalien reproduziert auf weitrer Stufenleiter, endlich
die auf den vielen Punkten der Gesellschaft gebildeten Kapiitalien von ihren
Besitzern trennt und in den Händen großer Kapitalisten zentralisiert. Mit
dieser äußersten Form des Gegensatzes und Widerspruchs, die Produktion,

.wenn auch in entfremdeter Form, in gesellschaftliche verwandelt. Gesell-
schaftliche Arbeit und im wirklichen Arbeitsprozeß Gemeinsamkeit der
Produktionsinstrumente. Die Kapitalisten werden als Funktionäre des
Prozesses, der zugleich diese gesellschaftliche Produktion und damit die Ent-
wicklung der Produktivkräfte beschleunigt, in demselben Maß überflüssig,
als sie [per] procura der Gesellschaft die Nutznießung eingehn und als
Eigentümer dieses gesellschaftlichen Reichtums und Kommandeure der ge-
sellschaftlichen Arbeit aufgebläht werden. Es geht ihnen wie den Feudalen,
deren Ansprüche in demselben Maß als ihre Dienste überflüssig wurden mit
dem Aufkommen der bürgerlichen Gesellschaft, sich in bloße zeitwidrige
und zweckwidrige Privilegien verwandelten und damit ihrem Untergang

entgegeneilten. |XV-890|]

### [s) Formulierung grundlegender Thesen Hodgskins in seinem Buch
„Popular Political Economy*]

IIXVIII-1084| Th. Hodgskin, „Popular Political. Economy. Four Lectures
delivered: at the London Mechanics’ Institution“, London 1827.

„Leicht von der Hand gehende Arbeit ist nur überlieferte Geschicklichkeit.“ (p.48.)

„Da alle von der Teilung der Arbeitabgeleiteten Vorteile sich natürlicherweise in den
Arbeitern konzentrieren und den Arbeitern gehören, so muß - wenn ihnen diese Vor-
teile genommen werden und wenn im Fortgang der Gesellschaft nur die, die niemals
arbeiten, sich bereichern durch deren vermehrte Geschicklichkeit — dies aus ungerechter
Aneignung, aus Usurpation und Raub seitens der Bereicherten und aus demütiger
Unterwerfung seitens der Verarmten herrühren.“ (p.108, 109.)

310 Einundzwanzigstes Kapitel

111085] „Die Arbeiter vermehren sich allerdings zu rasch, wenn jene Vermehrung nur
verglichen wird mit der Nachfrage der Kapitalisten nach ihren Diensten.“ (l.c. p. 120.)

„Malthus zeigt die Wirkungen auf, die ein Anwachsen der Zahl der Arbeiter auf
die Verminderung des Anteils hat, -den jeder einzelne von dem Jahresprodukt erhält;
die davon unter ihnen verteilte Menge ist eine genaue und bestimmte Größe, die in
keiner Weise durch das reguliert wird, was sie jährlich erzeugen.“ (l.c. p. 126.)

„Arbeit, der ausschließliche Maßstab des Wertes“, aber „Arbeit, die Schöpferin
allen Reichtums, ist keine Ware.“ (l.c. p. 186.)

Mit Bezug des Einflusses des Geldes auf Vermehrung des Reichtums
bemerkt Hlodgskin] richtig:

„Da ein Mann für kleine Mengen vergänglicher Produkte unvergängliche erhalten
kann, wird er nicht versucht sein, jene wegzuwerfen. So vermehrt der Gebrauch des
Geldes den Reichtum, indem er Vergeudung verhindert.“ (p. 197.)

„Der Hauptvorteil des Kleinhandels: Weil die Menge, worin die Waren am besten
produziert werden, nicht die ist, worin sie am besten verteilt werden.“ (l.c. p. 146.)

„Sowohl die Theorie in bezug auf das Kapital als auch die Praxis, die Arbeit an dem
Punkt zu stoppen, wo sie über die Erhaltungskosten des Arbeiters hinaus einen Profit
für den Kapitalisten produzieren kann, scheinen im Gegensatz zu den natürlichen

Gesetzen zu stehen, die die Produktion regeln.“ (p.238.)

Mit Bezug auf die Akkumulation des Kapitals entwickelt Hlodgskin] un-
gefähr dasselbe was in seiner ersten Schrift. Doch wollen wir der Voll-
ständigkeit wegen die Hauptstellen hierhersetzen:

„Man betrachte z.B. fixes Kapital, günstigste Position für die Idee, daß das Kapital
die Produktion unterstützt. Drei Klassen von Umständen zu unterscheiden, worin die
Akkumulation von Kapital sehr different:

1. Wenn es von denselben Personen gemacht und benutzt wird. Versteht sich von
selbst, [daß] jede Akkumulation in seinem Besitz von Werkzeugen, die er macht und
benutzt, seine Arbeit erleichtert. Die Grenze solcher Akkumulation ist die Fähigkeit des
Arbeiters, solche Werkzeuge zu machen und zu benutzen.

2. Wenn es von verschiedenen Personen gemacht und benutzt wird, die das Produkt
ihrer vereinten Arbeit im gerechten Verhältnis unter sich teilen. Ein Arbeiter macht
und der andre benutzt das Kapital; sie teilen die Ware im Verhältnis, wie jeder durch
seine Arbeit dazu beigetragen hat, sie zu produzieren ... Diese Tatsache würde ich
jedoch eher so ausdrücken, daß ich sage: wenn ein Teil der Gesellschaft beschäftigt
wird, Werkzeuge zu machen, während ein anderer Teil sie benutzt, so ist dies eine Art
Arbeitsteilung, die die Produktivkraft fördert und zum allgemeinen Reichtum beiträgt.
Solange das Produkt dieser beiden Klassen von Arbeitern zwischen ihnen geteilt wird,
ist die Akkumulation und Vermehrung solcher Werkzeuge, die sie machen und
benutzen können, ebenso vorteilhaft, als wären sie von einer Person gemacht und
benutzt.

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 311

3. Wenn es einer Klasse von Personen gehört, die es weder machen noch benutzen...
Der Kapitalist als bloßer Eigentümer der Werkzeuge ist als solcher kein Arbeiter. Er
fördert in keiner Weise die Produktion“

(d.h. Produktion is assisted by the instrument, but not by the title A holds
to the instrument; not by the circumstance that the instrument is owned
by the not-labourert}.

„Er erwirbt den Besitz am Produkt des einen Arbeiters, das er einem anderen
übergibt, entweder für eine bestimmte Zeit, wie bei den meisten Arten fixen Kapitals,
oder für immer, wie es der Fall ist beim Lohn, wenn er denkt, er kann zu seinem Vorteil
gebraucht oder konsumiert werden. Er gestattet niemals, daß das Produkt eines Ar-
beiters, sobald es in seinen Besitz kommt, anders als zu seinem Vorteil von einemanderen
Arbeiter benutzt oder konsumiert wird. Er verwendet oder verleiht sein Eigentum, um
Anteil zu erhalten am Produkt oder an der natürlichen Revenue der Arbeiter; und jede
Akkumulation solchen Eigentums in seiner Hand bedeutet eine bloße Ausdehnung seiner
Macht über das Produkt der Arbeit und hält die Zunahme des nationalen Reichtums auf.
Das ist gegenwärtig der Fall... Da der Kapitalist als Eigentümer aller Produkte den
Arbeitern nicht erlaubt, Werkzeuge zu machen oder zu benutzen, es sei denn, daß er
einen Profit erhält über das hinaus, was die Erhaltung der Arbeiter kostet, so ist es klar,
daß der produktiven Arbeit weit engere Grenzen gesteckt sind, als die Natur sie vor-
schreibt. In dem Maße, in dem Kapital in der Hand, eines Dritten akkumuliert wird,
wächst die Masse Profit, die der Kapitalist in Anspruch nimmt, und so ersteht ein künst-
liches Hemmnis für Produktion und Bevölkerung ... In dem gegenwärtigen Zustand der
Gesellschaft, da die Arbeiter in keinem Falle die Besitzer von Kapital sind, vermehrt jede
Akkumulation davon die Masse Profit, die von ihnen gefordert wird, und beseitigt alle jene
Arbeit, die bloß dem Arbeiter eine bequeme Existenz verschaffen würde ... Gibt man
zu, daß die Arbeit alle Dinge produziert, selbst das Kapital, dann ist es Unsinn, den
Werkzeugen, die die Arbeit macht und gebraucht, Produktivkraft zuzuschreiben...
Der Arbeitslohn erleichtert nicht, wie Werkzeuge, die Produktion ... Arbeit, nicht Kapital,
zahlt jeden Arbeitslohn.“ ]l.c. p.243-247.]

[1086| „Die meisten Vorschässe der Kapitalisten bestehn in Versprechungen, zu
zahlen...

Die Erfindung und Anwendung des Papiergelds hat enthüllt, daß Kapital durchaus
nicht etwas Erspartes ist. Solange der Kapitalist, um seinen Reichtum zu realisieren oder
die Arbeit anderer Leute. zu kommandieren, in seinem Besitz haben müßte eine wirk-
liche Anhäufung von Edelmetall oder Waren, könnte man annehmen, daß die Akku-
mulation des Kapitals das Resultat wirklichen Sparens sei, und daß von ihm der Fort-
schritt der Gesellschaft abhänge. Aber sobald Papiergeld und Pergament-Wertpapiere
erfunden, wenn der Besitzer von nichts als solch einem Stück Pergament eine jährliche
Revenue in Papierstücken bekam, womit er alles erhielt, was immer nötig für seinen

I wird gefördert durch das Werkzeug, nicht durch den Anspruch des A auf dieses
Werkzeug; nicht durch den Umstand, daß das Werkzeug dem Nichtarbeiter gehört

312 Einundzwanzigstes Kapitel

Gebrauch oder Konsum, und wenn er, ohne alle Papierstücke zu verausgaben, am Ende
des Jahres reicher war als zu dessen Beginn, oder wenn er im nächsten Jahre berechtigt
war, eine noch größere Anzahl Papierstücke zu beziehen, was ihm ein noch größeres
Kommando über das Produkt der Arbeit verschaffte, wurde es zur Evidenz klar, daß
Kapital nichts Erspartes und daß der individuelle Kapitalist sich nicht bereichert durch -
ein wirkliches und materielles Sparen, sondern dadurch, daß er etwas tut, was ihn in
den Stand setzt ... mehr von dem Produkt der Arbeit anderer zu erlangen... j

Der Manufakturunternehmer hat entweder Münze oder Papier, womit er die
Löhne bezahlt. Jene Löhne tauschen seine Arbeiter für das Produkt anderer Arbeiter
aus, die ihren Lohn, bestehe er nun in Münze oder Papier, nicht behalten; und er kehrt
zum Manufakturisten zurück, der im Austausch dafür das Tuch gibt, das seine eigenen
Arbeiter verfertigt haben. Damit zahlt er wieder Lohn, und die Münze oder das Papier
beginnt wieder den gleichen Rundgang...

Seinem Eigentum“ (des Kapitalisten) allein, „mag es nun zur Bezahlung von
Arbeitslohn dienen oder aus nützlichen Werkzeugen bestehen, ist zugeschoben all die
gewaltige Förderung, die Wissen und Geschicklichkeit, vergegenständlicht in Maschinerie,
der Arbeit angedeihen lassen ... Die vereinten Arbeiten des Bergmanns, des Hütten-
arbeiters, des Schmieds, des Mechanikers, des Heizers und zahlloser anderer Leute, und
nicht die leblosen Maschinen, bewirken, was durch Dampfmaschinen geleistet wird ...
Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch wird die Produktivkraft dieser Geschicklichkeit
ihrem sichtbaren Produkt, den Werkzeugen zugeschrieben, deren bloße Eigentümer, die
sie weder machen noch benutzen, sich einbilden, höchst produktive Personen zu sein.“

(p.248-251.)

Seine Polemik gegen „the danger of forcing capital of the country“,
gegen das interest of capital as necessary stimulus? für industry oder über
die savings theory? sieh IX, 47®1. Anzubringen in dem chapter* über die
Vulgärökonomen.

„Wie die Population wächst, findet sowohl vermehrte Produktion wie vermehrte
Konsumtion statt. Das ist alles, was unter den Termini Akkumulation oder Zunahme

des Nationalreichtums zu verstehen ist.“ (l.c. p.257.) |XVIII-1086||

### [h) Hodgskin über die Macht des Kapitals und über die Revolution
im Eigentumsrecht]

IXTII-670a| [Hodgskin,] „The Natural and Artificial Right of Property
Contrasted“, London 1832.

„Gegenwärtig geht aller Reichtum der Gesellschaft erst in die Hand des Kapitalisten,
und sogar das meiste Land wird von ihm gekauft; er zahlt dem Grundeigentümer die

1 „die Gefahr, das Kapital aus dem Lande zu jagen“ -? den Kapitalzins als notwendigen
Antrieb - ® Spartheorie - Kapitel

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 313

Rente, dem Arbeiter den Lohn, dem Steuer- und Zehntenkollektor ihre Ansprüche,
und behält einen großen, in der Tat den größten und, täglich anwachsenden Teil des jähr-
lichen Produkts der Arbeit für sich selbst. Der Kapitalist kann jetzt als der Eigner des
ganzen gesellschaftlichen Reichtums in erster Hand betrachtet werden, obgleich kein
Gesetz ihm das Recht auf dies Eigentum übertragen hat.“ (l.c. p.98.)

„Dieser Wechsel im Eigentum wurde durch das Zinsnehmen auf Kapital bewirkt;
und es ist nicht wenig merkwürdig, daß die Gesetzgeber von ganz Europa dies durch
Gesetze wider den Wucher verhindern wollten.“ (l.c. p.98, Note.)

„Die Macht des Kapitalisten über allen Reichtum des Landes ist eine vollständige
Revolution im Eigentumsrecht, und durch welches Gesetz oder welche Reihe von Ge-
setzen wurde sie bewirkt?“ (l.c. p.99.) [|XITI-670a]]

### [4] Bray als Gegensatz gegen die Ökonomen '®%

IX-441| Bray, (J.F.) „Labour’s Wrongs and Labour’s Remedy etc.“,
Leeds 1839.

Da die menschliche Existenz durch Arbeit bedingt ist, die Arbeit aber Arbeitsmittel
voraussetzt, „muß das große Feld für alle Tätigkeit und das Rohmaterial allen Reich-
tums - die Erde - das gemeinschaftliche Eigentum aller ihrer Bewohner sein“. (p.28.)
„Leben hängt von Nahrung ab, Nahrung von Arbeit. Diese Abhängigkeit ist absolut.
Ist daher die Arbeit von einem Individuum umgangen, so kann dies nur unter der
Bedingung stattfinden, die Arbeit der Masse zu vergrößern.“ (p.31.) „Alles Unrecht
und alles Leiden, welches Menschen begangen oder ertragen haben, ist zurückführbar
auf Usurpation des Rechts auf Grund und Boden durch einige Individuen und Klassen
mit Ausschluß andrer Individuen und Klassen ... Nachdem Menschen einmal Grund-

eigentum sich vindiziert, war die nächste Stufe, sich Eigentum auf Menschen selbst zu
vindizieren.“ (p.34.)

Er gibt als seinen Zweck an,

die Ökonomen „auf ihrem eignen Grund und Boden und mit ihren eignen Waffen zu
bekämpfen“ (zum Beweis, daß nicht unter jedem sozialen System Elend der Anteil des
Arbeiters sein muß). „Bevor die durch solche Verfahrungsweise erzielten Konklusionen
umgestürzt werden können, müssen die Ökonomen widerrufen oder widerlegen die
etablierten Wahrheiten und Prinzipien, worauf ihre eignen Argumente begründet
sind.“ (p.41.)

„Nach den Ökonomen selbst sind zur Produktion des Reichtums nötig 1. Arbeit,
2. Akkumulation frührer Arbeit oder Kapital und 3.exchanges! ...“ Dies sind nach
ihnen selbst allgemeine Produktionsbedingungen. „Sie sind auf die Gesellschaft im ganzen
angewandt und können ihrer Natur nach weder Individuen noch Klassen ihrer Opera-
tion entzogen werden.“ (p.42.)

3 Austausche j

314 Einundzwanzigstes Kapitel

„Das Gebot: Du sollst arbeiten! bleibt gleich für alle geschaffenen Wesen ... Der
Mensch allein kann dies Gesetz umgehn; und seiner Natur nach kann es von einem
Mann nur auf Kosten eines andren umgangen werden.“ (p.43.)

„Nach der wahren Natur der Arbeit und des Austauschs verlangt strikte Justiz
nicht allein“ {er bezieht sich dabei auf die ökonomischen Bestimmungen über den
Tauschwert der Waren}, „daß alle Austauschenden wechselseitig, sondern daß sie
gleichmäßig Vorteil haben sollen ... Wäre ein gerechtes Austauschsystem verwirklicht,
so würde der Wert aller Waren durch ihre vollständigen Produktionskosten bestimmt
sein: und gleiche Werte würden sich stets gegen gleiche Werte austauschen ... Die
Arbeiter haben bisher dem Kapitalisten die Arbeit eines ganzen Jahres im Austausch
für den Wert von einem halben Jahr Arbeit gegeben - und daher entsprang die Un-
gleichheit der Macht und des Reichtums, die jetzt rings um uns existieren. Es ist eine
unvermeidliche Konsequenz der Ungleichheit des Austauschs - des Kaufens zu einem
Preis und des Verkaufens zu einem andren -, daß Kapitalisten fortfahren Kapitalisten
und Arbeiter Arbeiter zu sein, die einen eine Klasse von Tyrannen, die andren von
Sklaven.“ (p.48, 49.)

„Durch das gegenwärtige System sind Austausche nicht allein nicht gegenseitig
vorteilhaft für alle Parteien, wie die politischen Ökonomen versichert haben, sondern
es ist gewiß, daß in den meisten Transaktionen zwischen Kapitalist und Produzent gar
kein Austausch stattfindet ... Was geben Fabrikant oder Grundeigentümer für die
Arbeit der workingmen!? Arbeit? Nein, denn der Kapitalist arbeitet nicht. Kapital?
Nein, denn sein Proviant von Reichtum wird beständig vermehrt ... Der Kapitalist
kann daher nichts austauschen, was ihm selbst gehört. Die ganze Transaktion zeigt
daher klar, daß die Kapitalisten und Grundeigentümer nichts anders tun als dem
Arbeiter für seine Arbeit von einer Woche einen Teil des Reichtums zu geben, welchen
sie von ihm, dem Arbeiter, die Woche zuvor erhalten haben, welches exakt darauf
hinausläuft, ihm nichts für etwas zu geben ... Der Reichtum, welchen der Kapitalist
in Austausch für des Arbeiters Arbeit zu geben scheint, war weder durch die Arbeit
noch den Reichtum des Kapitalisten erzeugt, sondern ursprünglich erhalten durch die
Arbeit von Arbeitern, und er wird noch täglich von ihm genommen durch ein fraudu-
lentes System ungleichen Austauschs.“ „Die ganze Transaktion zwischen Produzent
und Kapitalist ist ein handgreiflicher Betrug, eine reine Farce.“ (p.49, 50.)

„Das Gesetz, welches sagt: ‚there shall be accumulation“, ist nur halb erfüllt und
der Vorteil einer besondren Klasse zum Schaden des ganzen Rests der community?
gemacht worden.“ (p.50.) „Unter dem gegenwärtigen sozialen System hängt die
Gesamtheit der Arbeiterklasse von den Kapitalisten oder employers of the means of
labour“ ab; und wo eine Klasse durch ihre gesellschaftliche Position so abhängig ist
von einer andern Klasse für die means of labour, ist sie gleicherweise von ihr abhängig
für die means of live’ ; und dies ist eine Lage, so entgegengesetzt der wahren Intention
der Gesellschaft, so revoltierend für die Vernunft ..., daß sie keinen Augenblick be-

1 Arbeiter - ? ‚es soll Akkumulation geben‘ - ® Gemeinschaft - * Anwendern der
Arbeitsmittel -5 Mittel zum Leben

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 315

schönigt oder verteidigt werden kann. Dies überträgt einem Menschen eine Gewalt,
womit kein Sterblicher bekleidet werden sollte.“ (p.52.)

„Unsre tägliche Erfahrung lehrt uns, daß, wenn wir eine Scheibe von einem Laib
Brot nehmen, die Scheibe nicht wiederum anwächst. Der Laib ist nur eine Akkumula-
tion von Scheiben, und je mehr wir davon essen, desto weniger bleibt zu essen übrig.
Solches ist der | Fall mit dem Laib des Arbeiters; aber der des Kapitalisten folgt
nicht dieser Regel. Statt abzunehmen, wächst sein Laib beständig; er schneidet be-
ständig ab, und er kommt beständig wieder ... Wären die exchanges gleich, so würde der
Reichtum der gegenwärtigen Kapitalisten stufenweise von ihnen zu den Arbeiter-
klassen übergehn; jeder Schilling, welchen der Reiche ausgäbe, würde ihn einen
Schilling weniger reich zurücklassen.“ (p.54, 55.)

Bray zeigt ibidem nach, daß

„es durchaus unmöglich ist, daß ein Kapitalist selbst nur 1000/.St. von der wirk-
lich ersparten Arbeit seiner working-class progenitors! abgeleitet haben kann“. (p.55.)

Aus den Lehren der Ökonomen selbst folgt,

„daß keine exchanges ohne accumulations, keine accumulations ohne Arbeit stattfinden
können“. (l.c.) „Unter dem gegenwärtigen System, wo jeder Arbeiter einem employer
mindestens 6 Tage Arbeit für ein Äquivalent, wert nur 4 oder 5 Tage Arbeit, gibt, sind
die Gewinne des letzten Manns notwendig die Verluste des ersten Manns.“ (p.56.)
„So, in welchem Lichte auch immer betrachtet, als Geschenk, individuelle Akku-
mulation, Austausch, Erbschaft, da ist Probe über Probe, daß ein Riß in des reichen
Mannes Titel ist, welcher auf einmal seinen Schein von Gerechtigkeit und seinen
Wert wegnimmt ... Aller dieser Reichtum ist vielmehr abgeleitet aus den Knochen
und Sehnen der Arbeiterklassen während sukzessiver Zeitalter und ist von ihnen ge-
nommen worden durch das trügerische und Sklaverei schaffende System der ungleichen
exchanges.“ (p.56, 57.) „Soll der Arbeiter unter dem jetzigen System reich werden, so
muß er, statt seine eigne Arbeit auszutauschen, ein Kapitalist werden oder Austauscher
der Arbeit anderer Leute; und so, andre in derselben Weise plündernd, worin er selbst
geplündert worden war, durch das Medium ungleicher Austausche, wird er befähigt,
von den kleinen Verlusten der anderen Leute große Gewinne zu erwerben.“ (p.57.)
„Die politischen Ökonomen und Kapitalisten haben viele Bücher geschrieben und
drucken lassen, um dem Arbeiter das Betrügerische einzuprägen, daß ‚der Gewinn des
Kapitalisten nicht der Verlust des Produzenten ist‘. Man sagt uns, daß die Arbeit sich
keinen Schritt ohne Kapital bewegen kann, daß das Kapital die Schaufel ist für den
Mann, der gräbt, daß Kapital ebenso notwendig zur Produktion als die Arbeit selbst...
Diese wechselseitige Abhängigkeit zwischen Kapital und Arbeit hat nichts mit der
relativen Stellung des Kapitalisten und [der] Arbeiter zu tun; noch zeigt sie, daß der
erstere durch die letzteren erhalten werden soll ... Es ist das Kapital und nicht der

1 Vorfahren, die der arbeitenden Klasse angehörten

316 Einundzwanzigstes Kapitel

Kapitalist, das für die Operationen der Produzenten wesentlich ist; und es existiert ein
so großer Unterschied zwischen diesen zwei als zwischen der Schiffsladung und dem
Ladungsschein.“ (p.59.)

„Aus der Beziehung, welche Kapital und Arbeit zueinander haben, ist es evident,
daß, je mehr Kapital oder akkumuliertes Produkt in einem Land ist, um so größer die
Leichtigkeiten für die Produktion sein werden und so weniger Arbeit zur Erreichung
eines gegebenen“ (bestimmten) „Resultats erheischt sein wird. So kann das britische
Volk mit Hülfe seiner gegenwärtigen vasten! Kapitalakkumulation, seinen Gebäuden,
Maschinen, Schiffen, Kanälen und Eisenbahnen, in einer Woche mehr Manufaktur-
reichtum produzieren, als seine Vorfahren vor 1000 Jahren in einem halben Jahrhundert
hatten schaffen können. Es sind nicht unsre höhern physischen forces?, sondern unser
Kapital, das uns hierzu befähigt. Denn wo immer ein Mangel an Kapital ist, schreitet
die Produktion nur langsam und mühevoll vor und umgekehrt. Aus diesen Beziehungen
nun ist es klar, daß, was immer für das Kapital gewonnen ist, gleichmäßig für die
Arbeit gewonnen ist, daß jede Zunahme des erstern dahin strebt, die Last der letztern
zu erleichtern, und daß daher jeder Verlust für das Kapital auch ein Verlust für die
Arbeit sein muß. Diese Wahrheit, obgleich lange von den Ökonomen beobachtet, ist
jedoch nicht fairly® von ihnen stated*.“ [l.c. p.59, 60.]

{In der Tat räsonieren die Kerls so:

Akkumulierte Produkte - i.e. unkonsumierte Produkte - der Arbeit er-
leichtern und fructify labour?. Darum muß nicht der Arbeit selbst, sondern
der Akkumulation die Frucht dieser Erleichterung etc. zugut kommen. Dar-
um muß nicht die Akkumulation Eigentum der Arbeit, sondern die Arbeit
Eigentum der Akkumulation - ihrer eignen Produkte sein. Darim muß der
Arbeiter nicht für sich, sondern für einen andren akkumulieren und die
Akkumulation ihm als Kapital gegenüberireten.

Bei ihnen ist das stoffliche Element des Kapitals so verwachsen mit
seiner sozialen Formbestimmung als Kapital - mit seinem antagonistischen
Charakter, als die Arbeit beherrschendes Produkt der Arbeit -, daß sie

keinen Satz aussprechen können, ohne sich selbst zu widersprechen. }

„Sie haben immer das Kapital mit einer und die Arbeit mit einer andren Klasse der
community identifiziert, obgleich diese beiden Mächte eine solche Verbindung von
Natur nicht haben und künstlich nicht haben sollten. Die Ökonomen versuchen stets
die Wohlfahrt, ja selbst die Existenz des Arbeiters von der Erhaltung des Kapitalisten
in Luxus und Nichtstuerei abhängig zu machen. Sie wollen nicht haben, daß der
Arbeiter ein Mahl ißt, bis er nicht zwei produziert hat, eins für sich selbst und das
andre für seinen master, indem der letztre seine Portion indirekt empfängt durch un-

gleichen Austausch.“ (p.59, 60.)

1 mächtigen - ? Kräfte -° ehrlich - * dargelegt - ® befruchten Arbeit

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 317

„Wenn der Arbeiter ein Ding produziert hat, ist es nicht mehr sein, es gehört dem
Kapitalisten, es ist von dem einen zu dem andern übergegangen durch die unsichtbare
Magie der ungleichen Austausche.“ (p.61.)

„Unter dem gegenwärtigen System sind Kapital und Arbeit, die Schaufel und der
Gräber, zwei getrennte und antagonistische Mächte.“ (p.60.)

443] „Aber selbst wenn alles Land und Häuser und Maschinen den Kapitalisten
gehörte und die Arbeiterklasse nicht existierte, könnten die ersten nicht länger die
große Bedingung umgehn, ‚that there shall be labour‘!. Ihr Reichtum würde ihnen
einzig die Wahl lassen zu sterben oder zu arbeiten. Sie können nicht das Land und die
Häuser aufessen; und das Land wird nicht Subsistenz liefern, noch die Maschinen
Kleider machen ohne die Anwendung der menschlichen Arbeit. Wenn daher die
Kapitalisten oder Eigentümer sagen, daß die Arbeiterklasse sie muß support”, sagen
sie in Wirklichkeit, daß die Produzenten ihnen ebensowohl wie Land und Wasser
gehören, daß die Arbeiter nur geschaffen sind für den Nutzen der Reichen.“ (p.68.)

„Der Produzent empfängt im Austausch für das, was er dem Kapitalisten gibt,
nicht die Arbeit noch das Produkt der Arbeit des Kapitalisten, sondern - Arbeit. Ver-
mittelst des Geldes sind die Arbeiterklassen nicht nur getrieben, die Arbeit zu ver-
richten, welche die Erhaltung der natürlichen Existenz ihnen auferlegt, sondern sie sind
gleicherweise belastet mit der Arbeit für die andren Klassen. Es tut nichts, ob die Pro-
duzenten Gold oder Silber oder andre Waren von einer nicht produzierenden Klasse
empfangen. Dies alles läuft darauf hinaus, daß die Arbeiterklasse ihre eigne Arbeit
verrichtet und sich selbst erhält und gleicherweise die Arbeit des Kapitalisten ver-
richtet und ihn erhält into the bargain?. Welches immer die nominellen receipts* sein
mögen, welche die Produzenten von den Kapitalisten empfangen, ihr wirkliches receipt
ist bloß der transfer des Teils ihrer Arbeit, welcher ihnen vom Kapitalisten wiedergegeben
werden muß.“ (l.c. p.153, 154.)

„Wir unterstellen die Population des United Kingdom auf 25000000 Menschen.
Unterstellen ihren Unterhalt im Durchschnitt auf mindestens 15 Pfd. St. per Kopf
jährlich. Dies gibt 375 Millionen Pfd. St. jährlichen Wert für die Erhaltung des ganzen
Volks des United Kingdom. Wir produzieren indes nicht nur Artikel der Subsistenz,
denn unsre Arbeit schafft gleichmäßig viele unkonsumierbare Artikel. Jährlich fügen
wir zu unsrem stock of accumulations or capital’, durch Vermehrung der Zahl unsrer
Häuser, Schiffe, implements®, Maschinen, Straßen und andre Assistenzen zu weiterer
Produktion, außerdem alles Verschlechterte ausbessernd. So, obgleich unsre Sub-
sistenz nur 375 Millionen Pfd. St. jährlich wert sein mag, wird der jährliche Total-
wert des durch das Volk geschaffnen Reichtums nicht weniger als 500 Millionen Pfd. St.
sein.“ (p.81.)

„Wir können nur !/, der Bevölkerung, oder ungefähr 6 Millionen Männer zwischen
14 und 50 Jahren, als effektive Produzenten rechnen. Es kann gesagt werden, von
dieser Zahl können kaum 5 Millionen unter den gegenwärtigen Verhältnissen in der

1 ‚daß da Arbeit sein wird‘ -2 unterstützen -? noch obendrein -* Entlohnungen -° Akku-
mulationsfonds oder Kapital -® Werkzeuge

318 Einundzwanzigstes Kapitel

Produktion assistieren“ (nur 4 Millionen, sagt er später, direkt in der materiellen Pro-
duktion), „denn Tausende fähiger Arbeiter müssen müßig sein, während das Werk, das
sie vollbringen müßten, von Weibern und Kindern geschieht; und Hunderttausende
von Männern in Irland können durchaus keine Beschäftigung erhalten. So haben
5 Millionen Männer, von wenig tausend Kindern und Weibern assistiert, für 25 Mil-
lionen zu produzieren.“ (p.81, 82.)

„Die gegenwärtige Zahl von Arbeitern, wenn unassistiert durch Maschinen, könnte
nicht sich selbst und die gegenwärtige Zahl von Nichtstuern und unproduktiven Ar-
beitern erhalten. Die Agrikultur- und Manufakturmaschinerie jeder Art, die nun in
Anwendung gebracht ist, ist geschätzt zu bilden die Arbeit von ungefähr 100 Millionen
tätiger Männer ... Diese Maschinerie und ihre Anwendung unter dem gegenwärtigen
System hat die Tausende von Müßiggängern und Profitlebern erzeugt, welche jetzt die
Arbeiter zu Boden drücken.“ (p.82.)

„Die gegenwärtige Konstitution der Gesellschaft wurde befruchtet durch die Ma-
schinerie, und durch Maschinerie wird sie zerstört werden ... Die Maschinerie selbst
ist gut, ist unentbehrlich; aber ihre Anwendung, der Umstand, daß sie besessen i ist von
Individuen statt von der Nation, ist schlecht.“ @. 82, 83.)

„Von den 5 Millionen Männern, die nun in der Produktion assistieren, arbeiten
einige nur 5 Stunden täglich, andre 15 Stunden; rechnet man hinzu den Zeitverlust
durch den gezwungenen Müßiggang einer großen Masse in Zeiten of depression of
trade!, so finden wir, daß unsre jährliche Produktion geschaffen ist und verteilt durch
weniger als'/, der community, im Durchschnitt 10 Stunden des Tags arbeitend.“ (p.83.)

„Unterstellen wir, daß die reichen Nichtproduzenten jeder Art, mit ihren Familien
und Anhang, sich nur auf 2 Millionen Personen belaufen, so wird dc diese Anzahl
allein der Arbeiterklasse jährlich 30 Millionen Pfd. St. kosten, wäre ihr Unterhalt, wie
der der letztren, nur 15Pfd. St. per Kopf geschätzt ... Aber nach der mäßigsten Schät-
zung kostet ihr Unterhalt nicht weniger als 50 Pfd. St. per Kopf. Dies gibt eine Total-
summe von 100 Millionen Pfd. St. als die jährliche Kost der reinen Drohnen der Ge-
sellschaft, der durchaus unproduktiven.“ (p.83, 84.)

„Kommt hinzu die doppelte und vierfache allowance?, empfangen von den ver-
schiednen Klassen kleiner Eigentümer, Fabrikanten und Handelsleuten, in der Form
von | Profit und Zinsen. Nach der mäßigsten Schätzung beläuft sich der von dieser
extensiven Portion der community genossene Teil des Reichtums auf nicht weniger als
140 Millionen Pfd. St. jährlich über den Durchschnittsgenuß dessen, was von einer
gleichen Anzahl der bestbezahlten Arbeiterklasse empfangen wird. So, mit ihrem
Government, absorbieren die 2 Klassen von Nichtstuern und von Lebern von Profit,
vielleicht !/, der ganzen Bevölkerung einbegreifend, an 300000000 Pfd. St. jährlich und
über die Hälfte des ganzen produzierten Reichtums. Ein durchschnittlicher Verlust von
über 50 Pfd. St. per Kopf für jeden Arbeiter im Reich ... Bleibt nicht mehr als durch-
schnittlich ungefähr 11 Pfd. St. per Kopf per Jahr übrig, auszuteilen zwischen den
übrigbleibenden °/, der Nation. Aus Berechnungen, gemacht 1815, geht hervor, daß das

1 der Depression der Geschäfte - * Summe

Gegensatz gegen die Ökonomen (auf Basis der Ricardoschen Theorie) 319

jährliche Einkommen des ganzen Volkes des United Kingdom ungefähr 430 Millionen
Pfd. St., wovon die Arbeiterklasse empfing 99742547 Pfd. St. und die Rente-Pension-
Profitklasse 330778825 Pfd. St. Das ganze Eigentum im Lande war zur selben Zeit
kalkuliert, wert zu sein nahe an 3000 Millionen Pd. St.“ (p.84, 85.)

Cf. Die Liste von Kingl®?! etc.

1844: England. Population: Nobility and gentry! = 1181000. Tradesmen, farmers?
etc. = 4 221000 (zusammen 5402000). Labourers, paupers? etc. = 9567000. Banfield,
(T.C.) „The. Organisation of Industry“, 2. ed., London 1848. |X-444]|

1 Hoher und niederer Adel -* Handelsleute, Pächter -? Arbeiter, Arme

320

## [ZWEIUNDZWANZIGSTES KAPITEL]

## Ramsay

### [1. Versuch, zwischen konstantem und variablem Kapital zu unterscheiden.
Auffassung des Kapitals als unwesentliche soziale Form]

IIXVITI-1086| Ramsay, (George) (on Trinity College) „An Essay on the
Distribution of Wealth“, Edinburgh 1836.

Mit Ramsay kehren wir wieder in die line! der politischen Ökonomen
zurück.

Um das kommerzielle Kapital unterzubringen, nennt er es „den Trans-
port von Waren von einem Ort zum anderen“. (p. 19.) Verwechselt Handel
also mit der carrying industry?.

Das Hauptverdienst Rfamsay]s:

Erstens: Daß er in der Tat den Unterschied zwischen konstantem und
variablem Kapital macht. Allerdings geschieht das in der Form, daß er die
aus dem Zirkulationsprozeß entnommenen Unterschiede von fixem und
zirkulierendem Kapital als die einzigen dem Namen nach beibehält, aber
.das fixe Kapital so erklärt, daß es alle Elemente des konstanten Kapitals
einschließt. Unter fixem Kapital versteht er daher nicht nur Maschinerie
und Instrumente, Baulichkeiten, in denen gearbeitet wird oder das Resultat
der Arbeit is stored®, Last- und Zuchtvieh, sondern ebensowohl alles Roh-
material (Halbfabrikate etc.)

„den Samen des Landwirts und das Rohmaterial des Manufakturisten“. (p.22, 23.)
Außerdem fixes Kapital, „Dünger aller Art, die für die Landwirtschaft nötigen Zäune
und das in den Manufakturen konsumierte Heizmatenal“. (l.c. p.23.)

„Zirkulierendes Kapital besteht nur aus Subsistenzmitteln und anderen Bedarfs-
artikeln, die den Arbeitern vorgestreckt werden, ehe sie das Produkt ihrer Arbeit fertig-
gestellt haben.“ (l.c.)

3 Reihe -? dem Transportwesen — 3 aufbewahrt wird

Ramsay 321

Man sieht also, daß er unter „circulating capital“ nichts versteht als
1087| den Teil des Kapitals, der sich.in Arbeitslohn auflöst, und unter
fixed capital den Teil, der sich in die objektiven Bedingungen - Arbeits-
mittel und Arbeitsmaterial - auflöst. Der Fehler besteht allerdings darin,
daß diese aus dem unmittelbaren Produktionsprozeß entnommene Spaltung
des Kapitals mit dem aus dem Zirkulationsprozeß fließenden Unterschied
identifiziert wird. Dies ist Folge des Festhaltens an der ökonomischen
Tradition.

Ändrerseits verwechselt Rlamsay] wieder den bloß stofflichen Bestand-
teil des so definierten fixen Kapitals mit seinem Dasein als „Kapital“. In
den wirklichen Arbeitsprozeß geht das zirkulierende Kapital nicht ein (i.e.
das variable Kapital), sondern was darin eingeht, ist das, was mit dem
zirkulierenden Kapital gekauft ist - wodurch es replaciert ist -, die lebendige
Arbeit. Was außerdem drin eingeht, ist das konstante Kapital, i.e. Arbeit
vergegenständlicht in den objektiven Arbeitsbedingungen, dem Arbeits-
material und den Arbeitsmitteln. Ramsay sagt daher:

„Nur fixes Kapital, nicht das zirkulierende, ist im eigentlichen Sinne eine Quelle
des nationalen Reichtums.“ (p.23.) „Arbeit und fixes Kapital sind die einzigen Elemente
der Produktionskosten.“ (p.28.)

Was wirklich in der Produktion einer Ware verausgabt wird, ist Roh-
material, Maschinerie etc. und die lebendige Arbeit, die sie in Bewegung
setzt.

Das „circulating* capital ist überflüssig, extraneous to the process of
production!.

„Nehmen wir an, die Arbeiter würden nicht vor der Vollendung des Produkts
bezahlt, so gäbe es gar keine Gelegenheit für zirkulierendes Kapital. Die Produktion
würde ebensogroß sein. Dies beweist, daß zirkulierendes Kapital nicht unmittelbar in
der Produktion wirkt, noch ist es überhaupt für sie wesentlich, sondern nur eine Bedingung,
die durch die bedauernswerte Armut der Masse des Volkes notwendig geworden ist.“ (p.24.)
„Das fixe Kapital allein bildet vom nationalen Standpunkt ein Element der Produktions-
kosten.“ (p.26.)

In andren Worten: Die in den Arbeitsbedingungen - Material und
Arbeitsmittel - vergegenständlichte Arbeit, die wir „fixes Kapital“ nennen,
und die lebendige Arbeit, noch kürzer, realisierte, vergegenständlichte
Arbeit und lebendige Arbeit, sind notwendige Bedingungen der Produktion,
Elemente des nationalen Reichtums. Dagegen ist es eine bloße „Konve-
nienz“, der „bedauernswerten Armut der Masse des Volks“ geschuldet, daß

1 steht außerhalb des Produktionsprozesses

322 Zweiundzwanzigstes Kapitel

die Lebensmittel des Arbeiters überhaupt die Form von „circulating

capital“ annehmen. Arbeit ist eine Bedingung der Produktion, aber nicht
Lohnarbeit; also auch nicht, daß die Subsistenzmittel des Arbeiters ihm als

„Kapital“, als „Vorschuß des Kapitalisten“ gegenübertreten. Was Ramsay

übersieht, ist der Umstand, daß, wenn die Lebensmittel dem Arbeiter nicht

als „Kapital“ gegenübertreten (als „zirkulierendes Kapital“, wie er es

nennt), die objektiven Arbeitsbedingungen ihm ditto nicht als „Kapital“,

nicht als „fixes Kapital“, wie er es nennt, gegenübertreten. Rlamsay] macht
Ernst damit, das Kapital, wie es die andren Ökonomen der Phrase nach tun,
aufzulösen in

„einen Teil des Nationalreichtums, der angewandt wird oder bestimmt ist angewandt
zu werden zur Förderung der Reproduktion“;

erklärt daher Lohnarbeit und daher Kapital - die soziale Form, die die Mittel
der Reproduktion auf Basis der Lohnarbeit! erhalten - für unwesentlich und
bloß der Armut der Masse des Volks geschuldet.

Hier sind wir also zu dem Punkt gekommen, wo die politische Ökonomie
selbst, auf Basis ihrer Analyse, die kapitalistische Form der Produktion und
daher das Kapital für keine absolute, sondern bloß „zufällige“ historische
Bedingung der Produktion erklärt.

Ramsay ist jedoch in der Analyse nicht weit genug gegangen, um die
richtigen Konsequenzen zu ziehn aus seinen Prämissen, aus der neuen Be-
stimmung, die er dem Kapital im unmittelbaren Produktionsprozeß ge-
geben.

### [2. Ramsay über Mehrwert und Wert.
Reduzierung des Mehrwerts auf den Profit.
Über den Einfluß von Wertveränderungen bei konstantem und
. variablem Kapital auf Rate und Masse des Profits]

Er streift zwar an die richtige Fassung des Mehrwerts an.

„Ein zirkulierendes Kapital wird immer mehr Arbeit anwenden, als auf es selbst
früher verwandt wurde. Denn könnte es nicht mehr anwenden, als auf es selbst ver-
wandt worden war, welcher Vorteil könnte dem Eigentümer aus seiner Anwendung als
solches erwachsen?“ (p.49.) „Oder will man versichern, daß die Menge Arbeit, die
irgendein zirkulierendes Kapital anzuwenden vermag, nicht mehr als gleich sei der
Arbeit, die zu seiner Herstellung aufgewandt wurde? Das hieße,-daß der Wert des auf-
gewandten Kapitals gleich sei dem Wert des Produkts.“ (p.52.)

1 In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen

Ramsay 323

Das heißt also; der Kapitalist tauscht weniger vergegenständlichte Arbeit
gegen mehr lebendige Arbeit aus, und dieser Überschuß nicht bezahlter
lebendiger Arbeit konstituiert den Überschuß des Werts des Produkts über
den Wert des in seiner Produktion konsumierten Kapitals, in andren Wor-
ten, die surplus value (Profit etc.). Wäre das Quantum Arbeit, das der Kapi-
talist in the wages zahlt, = dem, das er im Produkt vom Arbeiter zurück-
erhält, so wäre der Wert des Produkts nicht größer als der des Kapitals, und
es existierte kein Profit. So nahe Ramsay hier dem wirklichen Ursprung des
Mehrwerts ist, ist er doch zu sehr von der ökonomischen Tradition be-
herrscht, um sich nicht sofort wieder auf Irrwege zu verwickeln. Zunächst
ist die Art, wie er diesen Austausch zwischen variablem Kapital | und
Arbeit erklärt, zweideutig. Wäre er ganz klar, so war kein weiteres Miß-
verständnis möglich. Er sagt:

„Zirkulierendes Kapital“ z.B., „hergestellt durch die Arbeit von 100 Mann, wird
150 Mann in Bewegung setzen. Das Produkt am Ende des Jahres daher wird in diesem
Falle sein das Resultat der Arbeit von 150.“ (p.50.)

Unter welchen Umständen kann das Produkt von 100 Mann 150 Mann
kaufen?

Wäre der Lohn, den ein Arbeiter für 12 Arbeitsstunden erhält, = dem
Wert von 12 Arbeitsstunden, so könnte mit dem Produkt seiner Arbeit nur
ein Arbeitstag wiedergekauft werden und mit dem Produkt von 100 Arbeits-
tagen nur 100. Ist aber der Wert des täglichen Produkts, das er gibt, =
12 Arbeitsstunden, und der Wert des täglichen Arbeitslohns, den er erhält,
= 8 Arbeitsstunden, so kann mit dem Wert seines täglichen Produkts be-
zahlt werden, wiedergekauft werden I"/, Arbeitstage oder I"/, Mann. Und
mit dem Produkt von 100 Arbeitstagen kann gekauft werden 100 (1 + !/,
Mann oder Arbeitstag) = 100 + 50 = 150 Mann. Die Bedingung also, damit
das Produkt von 100 Mann 150 in Bewegung setzen kann, ist, daß jeder der
100 Mann und überhaupt jeder Arbeiter halb soviel Zeit für den Kapitalist
umsonst arbeitet als er für sich arbeitet, oder daß er "/, des Arbeitstags
umsonst gearbeitet hat. Bei Ramsay tritt dies nicht klar hervor. Die Zwei-
deutigkeit erscheint in dem Nachsatz: I

„Das Produkt am Ende des Jahres wird daher in diesem Falle das Resultat der
Arbeit von 150 Mann sein.“ [p. 50.]

Allerdings wird es das result of the labour of! 150 Mann, ganz wie das
Produkt von 100 Mann the result of the labour of 100 Mann war. Die

Zweideutigkeit (und sicher die Unklarheit, plus ou moins? anlehnend an

1 Resultat der Arbeit von - ? mehr oder weniger

21*

324 Zweiundzwanzigstes Kapitel

Malthus) ist die: Es scheint, als käme der Profit bloß dadurch heraus, daß
statt 100 Mann jetzt 150 angewandt werden. Ganz als wenn der Profit von
den 150 herauskäme dadurch, daß nun mit dem Produkt der 150 225 Mann
in Bewegung gesetzt werden (100:150 = 150:225; 20:30 = 30:45; 4:6
= 6:9). Aber das ist nicht der Witz. Die Arbeit, die die 100 Mann lieferten,
= x, wenn x ihr Gesamtarbeitstag. Und der Lohn, den sie erhalten ?/, x.
Daher der Wert ihres Produkts = x, der Wert ihres Lohns = x — !/, [x]
und der auf sie gemachte Mehrwert = 3- Wird das ganze Produkt der
Arbeit der 100 Mann wieder in Arbeitslohn ausgelegt, so können 150 Mann
damit gekauft werden, deren Produkt = dem Arbeitslohn von 225 Mann.
Die Arbeitszeit der 100 Mann ist die Arbeitszeit von 100 Mann. Aber ihre
bezahlte Arbeit ist das Produkt der Arbeit von 66°/, Mann oder nur ?/, des
inihremProdukt enthaltnen Werts. DieZweideutigkeit daher, daß es scheint,
als lieferten die 100 Mann oder 100 Arbeitstage (Tage von der Länge eines
Jahres oder einzelne Tage gerechnet, ändert nichts an der Sache) 150 Arbeits-
tage - ein Produkt, worin der Wert von 150 Arbeitstagen enthalten;
während umgekehrt der Wert von 100 Arbeitstagen genügt, um 150 Arbeits-
tage zu zahlen. Wenn der Kapitalist nach wie vor fortführe, 100 Mann an-
zuwenden, bliebe sein Profit derselbe. Er würde nach wie vor fortfahren,
den 100 Mann ein Produkt = der Arbeitszeit von 66?/, Mann zu zahlen,
und den Rest in die Tasche stecken. Legt er dagegen das ganze Produkt der
100 Mann wieder in Salair aus, so akkumuliert er und appropriiert eine
neue surplus labour! von 50 Arbeitstagen statt früher nur von 33! /,.

Daß Ramsay sich nicht klar war, zeigt sich sofort, indem er gegen die
Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit wieder das sonst „unerklär-
liche“ Phänomen vorbringt, daß die Profitrate gleich für Kapitalien, die ver-
schiedne Masse Arbeit exploitieren.

„Die Anwendung fixen Kapitals modifiziert erheblich das Prinzip, daß der Wert
von der Arbeitsmenge abhängt. Denn manche Waren, auf die alle die gleiche Arbeits-
menge verausgabt wurde, erheischen sehr verschiedene Zeiträume, ehe sie für den
Konsum fertig werden. Aber da während dieser Zeit das Kapital keine Einnahmen
bringt, muß, damit die betreffende Anwendung nicht weniger gewinnbringend sei als andere,
in denen das Produkt früher zum Gebrauch fertig ist, die Ware, wenn sie schließlich auf
den Markt kommt , an Wert soviel gesteigert werden, als der vorenthaltene Profit ausmacht.
Dies zeigt, wie das Kapital den Wert unabhängig von der Arbeit zu bestimmen ver-
mag.“ (p.43.)

1 Mehrarbeit

Ramsay 325

Es zeigt vielmehr, wie capital regulates average prices!®®! independently
of the value of the peculiar product!; wie es die Waren austauscht nicht nach
ihrem Wert, sondern so, daß one?

„Anwendung von Kapital nicht weniger || 1089] gewinnbringend sei als andere“. [p.43.]

Ramsay verfehlt auch nicht, denn in der politischen Ökonomie ist die
gedankenlose Tradition mächtiger als in jeder andren Wissenschaft, den
seit [James] Mill berüchtigten „Wein im Keller“? zu reproduzieren. Und

schließt also:
„Kapital ist eine Quelle von Wert unabhängig von Arbeit“ (p.55),

während er doch höchstens schließen dürfte: the surplus value realized by
capital in a particular employment does not depend upon the quantity of
labour, employed by that particular capital*. |1089]185)

1090| Die falsche Auffassung Rlamsay]s hier um so befremdlicher, als
er einerseits sozusagen die Naturbasis der surplus value begreift, andrerseits
an einem Fall konstatiert, daß die distribution der surplus value - ihre Aus-
gleichung zur allgemeinen Profitrate - nicht die surplus value selbst ver-
mehrt.

[Erstens sagt Ramsay:]

„Die Quelle des Profits ist das Gesetz der materiellen Welt, wonach die Güte der
Natur, wenn sie durch die Arbeit und Geschicklichkeit der Menschen unterstützt und
geleitet wird, die Arbeit der Nation so reich belohnt, daß sie einen Überschuß an Pro-
dukten über das Maß dessen hinaus liefert, was absolut notwendig ist, das fixe Kapital in
natura zu ersetzen und das Geschlecht der angewandten Arbeiter fortzupflanzen.“ [p.205.]

(Dies auch | ein schönes Resultat der kapitalistischen Produktion,
„das Geschlecht der Arbeiter fortzupflanzen“. Natürlich, wenn die Arbeit
nur hinreichte, die Arbeitsbedingungen zu reproduzieren und den Arbeiter
am Leben zu erhalten, wäre kein surplus möglich; hence no profit and no
capital?. Daß die Natur aber nichts damit zu tun hat, daß trotz dieses sur-
plus die race of labourers sich perpetuates® und das surplus die Gestalt des
Profits annimmt und sich auf dieser Basis die race of capitalists „perpetu-
ates“, das hat Ramsay selbst zugegeben, indem er erklärt, das „circulating
capital“, i.e. bei ihm der Arbeitslohn, die Lohnarbeit sei keine essential”?

1 Kapital Durchschnittspreise unabhängig von dem Wert des besonderen Produkts be-
stimmt —? eine -®siehe vorl. Band, S.81-83 -* der Mehrwert, den das Kapital in einem be-
sonderen RULINEN realisiert, hängt nicht ab von der Menge Arbeit, die jenes besondere
Kapital anwendet — 5 also kein Profit und kein Bamul= -5 das Geschlecht der Arbeiter sich
fortpflanzt - ? wesentliche

326 Zweiundzwanzigstes Kapitel

Bedingung der Produktion, sondern nur der „bedauernswerten Armut der
Masse des Volks“ geschuldet. Er hat nicht den Schluß gezogen, daß die
kapitalistische Produktion diese „deplorable poverty“ „perpetuates“!, ob-
gleich er dies wieder zugibt, wenn er sagt, daß sie „das Geschlecht der
Arbeiter fortpflanzt“ and leaves them only as much as is necessary for that
perpetuation?. Im oben gedachten Sinn kann gesagt werden, daß die surplus
value etc. auf einem Naturgesetz beruht, the productivity of human labour?
in ihrem Austausch mit der Natur. Aber Rfamsay] führt selbst an die ab-
solute Verlängerung der Arbeitszeit als Quelle der surplus value (p. 102),
aber auch die durch die Industrie gesteigerte Produktivität der Arbeit.)

„Mag das Bruttoprodukt auch noch so wenig das übersteigen, was unbedingt für
die obigen Zwecke notwendig ist, so wird es doch möglich, aus der Gesamtmasse eine
besondere Revenue unter dem Namen Profit abzusondern, die einer anderen Menschen-
klasse gehört.“ (p.205.) „Das bloße Vorhandensein kapitalistischer Unternehmer als einer
besonderen Klasse hängt von der Produktivität der Industrie ab.“ (p.206.)

Zweitens bei der Ausgleichung der Profitrate durch Steigen der Preise
in some branches? infolge des Steigens der Salaire bemerkt Rlamsay]:

Das Steigen der Preise in einigen Industriezweigen, beim Steigen der Salaire,
„schützte auf keinen Fall die kapitalistischen Unternehmer davor, daß ihr Profit ver-
kürzt wurde, ja es verminderte nicht einmal ihren Gesamtverlust, sondern diente nur dazu,
ihn gleichmäßiger unter die verschiedenen Schichten zu verteilen, die jene Klasse bilden“.

(p. 163.)
Und wenn der Kapitalist, dessen Wein das Produkt von 100 Mann (Bei-

spiel von Rlamsay]), ihn ebenso teuer verkauft als ein andrer, dessen Ware
das Produkt von 150 Mann, damit „die betreffende Anwendung“ [von
Kapital] „nicht weniger gewinnbringend sei als andere“, so klar, daß damit
die in dem Wein und der andren Ware enthaltne surplus value nicht ver-
mehrt ist, sondern nur equally distributed? ist zwischen different orders of
capitalists®. |1091]]

1089| Er kommt auch wieder mit Ric[ardols exceptions’ [von der Be-
stimmung des Wertes durch die Arbeitszeit]. Diese letztren haben wir auf-
zunehmen in unsrem Text da, wo wir von der Verwandlung von value in
price of production® sprechen.[?%! Und zwar ganz kurz so. Eine Variation in
der Rate des Mehrwerts nur dann möglich - die Länge des Arbeitstags

1 „bedauernswerte Armut“ „fortpflanzt“ -? und ihnen nur soviel läßt, wie für jene Fort-
pflanzung notwendig ist -° der Produktivität der menschlichen Arbeit -* in einigen Industrie-
zweigen -° gleichmäßig verteilt -® verschiedenenSchichten von Kapitalisten -? Ausnahmen -
8 Wert in Produktionspreis

Ramsay 327

in den verschiednen trades (soweit sich dies nicht kompensiert durch
intensity of labour, Unannehmlichkeit der Arbeit etc.) als gleich voraus-
gesetzt - oder vielmehr die surplus labour als gleich vorausgesetzt [sowie]
die Rate der Exploitation -, kann nur stattfinden, wenn der Arbeitslohn
steigt oder fällt. Solche Variation in der Rate des Mehrwerts, = Steigen
oder Fallen des Arbeitslohns, würde die Produktionspreise der Waren ver-
schieden affizieren, je nach der organischen Komposition des Kapitals. Das
Kapital, worin der variable Teil groß im Verhältnis zum konstanten,
würde infolge eines Fallens des Arbeitslohns mehr Surplusarbeit gewinnen,
infolge eines Steigens des Arbeitslohns geringre Surplusarbeit aneignen als
die Kapitalien, worin der konstante Teil größer im Verhältnis zum vanablen.
Steigen oder Fallen des Arbeitslohns würde also umgekehrt auf die Profit-
rate in beiden Branchen wirken oder the general rate of profit! disturbieren.
Um diese zu erhalten,wird daher der Preis der ersten Sorte von Waren
steigen, der der zweiten fallen, wenn der Arbeitslohn steigt. (Jede Sorte
von Kapital wird natürlich nur in der Proportion direkt von Schwankungen
des Arbeitslohns berührt, als es viel oder wenig lebendige Arbeit anwendet
im Verhältnis zum Ganzen des ausgelegten Kapitals.) Umgekehrt wird der
der ersten fallen und der der zweiten steigen, wenn der Arbeitslohn fällt.
Eigentlich gehört dies kaum in die Betrachtung der ursprünglichen Ver-
wandlung von values in Produktionspreise und der ursprünglichen Her-
stellung der allgemeinen Profitrate, da es vielmehr eine Frage ist, wie ein
allgemeines Steigen oder Fallen des Arbeitslohns auf die durch die allgemeine
Profitrate regulierten Produktionspreise wirken würde. Noch weniger hat
dieser Fall anything to do with the difference of fixed and circulating
capital?. Ein Bankier, Kaufmann wenden fast nur zirkulierendes Kapital
an, aber sehr wenig variables, d.h., sie legen wenig Kapital in lebendiger
Arbeit aus, verhältnismäßig. Umgekehrt. Ein Minenbesitzer wendet un-
endlich mehr fixes Kapital an als ein Schneider-Kapitalist. Es ist aber sehr
die Frage, ob er ebensoviel lebendige Arbeit verhältnismäßig anwendet. Es
ist nur, weil Ric[ardo] diesen speziellen, relativ unbedeutenden Fall als den
einzigen Unterschied: zwischen Produktionspreis und value aufgestellt hat
(oder wie er falsch sagt: Ausnahme von der Bestimmung der value durch
die Arbeitszeit) und ihn in der Form von Unterschied von fixem und zirku-
lierendem Kapital aufgestellt hat, daß dieser blunder® als wichtiges Dogma -
und zwar in der falschen Form - in alle spätere politische Ökonomie über-

3 die allgemeine Profitrate - ? irgend etwas mit dem Unterschied zwischen fixem und
zirkulierendem Kapital zu tun -® Irrtum .

328 Zweiundzwanzigstes Kapitel

gegangen. (Der Minenbesitzer muß nicht dem Schneider, sondern dem
Bankier und Kaufmann gegenübergestellt werden.)

„Das Steigen der Löhne ist durch die Produktivität der Industrie begrenzt. Mit
anderen Worten ...ein Mann kann niemals mehr für die Arbeit eines Tages oder Jahres
erhalten, als er mit Hilfe all der anderen Quellen des Reichtums in der gleichen Zeit
zu produzieren vermag ... Seine Bezahlung muß niedriger sein, denn ein Teil des

“ Bruttoprodukts! geht immer ab, um das fixe Kapital“ (i.e. nach Rlamsay] konstantes
Kapital, Rohmaterial und Maschinerie etc.) „mit einem Profit zu ersetzen.“ (p. 119.)

Hier ist zweierlei durcheinandergeworfen. Das im täglichen Produkt
enthaltne Quantum „fixes Kapital“ ist nicht das Produkt der Tagesarbeit
des Arbeiters, oder dieser Teil des Werts des Produkts, repräsentiert durch
einen Teil in natura des Produkts, ist nicht das Produkt der Tagesarbeit.
Dagegen wohl ist der Profit ein Abzug von diesem täglichen Produkt des
Arbeiters oder dem Wert dieses täglichen Produkts.

Wenn Ramsay die Natur des Mehrwerts nicht rein herausgearbeitet,
speziell ganz in der alten Befangenheit steckenbleibt über das Verhältnis
von value und Produktionspreis und die Verwandlung des Mehrwerts in
den average profit?, hat er dagegen andre richtige | 1090] Konsequenz aus
seiner Auffassung von fixem und zirkulierendem Kapital gezogen.

Vorher noch:

„Der Wert muß im Verhältnis nicht bloß zu dern wirklich konsumierten Kapital
stehen, sondern auch zu dem, das unverändert bleibt, mit einem Wort, zu dem an-
gewandten Gesamtkapital.“ (p.74.)

Dies soll heißen, der Profit muß in Proportion sein und daher der
Produktionspreis, während die value offenbar nicht alteriert werden kann
durch den Teil des Kapitals, der nicht in den Wert des Produkts eingeht.

[Aus seiner Auffassung vom fixen und zirkulierenden Kapital zog
Ramsay folgende Schlußfolgerung:] Im Fortschritt der Gesellschaft (i.e.
der kapitalistischen Produktion) vermehrt sich der fixe Teil des Kapitals
auf Kosten des zirkulierenden, i.e. des in Arbeit ausgelegten. Die Nachfrage
nach Arbeit nimmt daher verhältnismäßig ab mit der Zunahme des Reich-
tums oder der Akkumulation von Kapital. In der Manufaktur sind die
„Übel“, die die Entwicklung der Produktivkraft hervorbringt für den
Arbeiter, temporär, erneuern sich aber beständig. In der Agrikultur, spe-
ziell bei der Verwandlung von Ackerland in Viehweiden, sind sie konstant.
Allgemeines Resultat: Im Fortschritt der Gesellschaft, i.e. mit der Ent-

* In der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen -
2 Durchschnittsprofit

Ramsay 329

wicklung des Kapitals, hier des nationalen Reichtums, übt diese Entwick-
lung weniger und weniger Einfluß auf die Lage des Arbeiters aus, alias,
letztre verschlechtert sich relativ in demselben Verhältnis wie der allgemeine
Reichtum wächst, i.e. Kapital sich akkumuliert oder, was dasselbe, die
Stufenleiter der Reproduktion wächst. Man sieht, es ist weit von diesen
Resultaten zu der naiven Auffassung A. Smiths oder der apologetischen der
Vulgärökonomie. Bei A.Smith Akkumulation von Kapital identisch mit
steigender Nachfrage nach Arbeit, continual rise of wages!, und daher fall
of profits. Zu seiner Zeit wuchs in der Tat die Nachfrage nach Arbeit
wenigstens im selben Verhältnis wie das Kapital akkumulierte, weil damals
die Manufaktur noch vorherrschte und die große Industrie noch in den

Windeln lag.

„Die Nachfrage nach Arbeit hängt nur ab“ (directly, immediately?) „von der Masse
des zirkulierenden Kapitals.“ (p.87.)

(Dies Tautologie bei Rlamsay], da circulating capital bei ihm = in Ar-
beitslohn ausgelegtem Kapital.)

„Im Fortschritt der Zivilisation wächst das fixe Kapital des Landes auf Kosten des
zirkulierenden.“ (p.89.) „Die Nachfrage nach Arbeit wächst daher nicht allgemein, wie
das Kapital zunimmt, wenigstens nicht in demselben Verhältnis.“ (p.88.) „Es ist erst,
wenn infolge der neuen Erfindungen das zirkulierende Kapital vermehrt ist über seinen
frühren Betrag“

{hier läuft wieder das Falsche unter, als ob ein increase? von Lebensmitteln
überhaupt und increase des für die Arbeiter bestimmten Teils der Lebens-
mittel identisch},

„daß eine größere Nachfrage nach Arbeit sich auftut. Die Nachfrage wird dann steigen,
aber nicht im Verhältnis zur Akkumulation des allgemeinen Kapitals. In Ländern, deren
Industrie sehr fortgeschritten ist, nimmt das fixe Kapital im Verhältnis zum zirku-
lierenden immer mehr zu. Jede Vermehrung des zur Reproduktion bestimmten nationalen
Kapitals wird deshalb im Laufe des gesellschaftlichen Fortschritts einen steis geringeren
Einfluß auf die Lage des Arbeiters haben.“ (p.90, 91.) „Jede Vermehrung des fixen
Kapitals geschieht auf Kosten des zirkulierenden“, d. h. auf Kosten der Nachfrage
nach Arbeit. (p.91.) „Das Übel, das für die in der Manufaktur beschäftigte Arbeiter-
bevölkerung aus der Erfindung von Maschinen entspringt, wird wahrscheinlich nur
vorübergehender Natur sein, aber es droht, sich immer wieder zu erneuern, da neue Ver-
besserungen ständig dazu führen, daß Arbeit gespart wird.“ [p.91.]

1 ständigem Steigen der Arbeitslöhne - ? direkt, unmittelbar -® eine Vermehrung

330 Zweiundzwanzigstes Kapitel

Und zwar aus folgenden Gründen: Die capitalists, die use the new
machinery introduced, genießen extraordinary profits!; also wächst ihre
Fähigkeit, zu sparen und ihr Kapital zu vergrößern. Teil davon auch in
circulating capital verwandt. Zweitens: Der Preis der fabrizierten Ware
fällt im Verhältnis zu der diminished cost of production?; so sparen die
consumers, so wächst die Leichtigkeit of accumulating capital, wovon ein
Teil finden mag its way to the manufacturing industry in question®. Drit-
tens: Der Fall im Preis dieser Produkte vermehrt die Nachfrage nach ihnen.

(p.91, 92.)

„Also, obgleich die Maschine eine erhebliche Menge Leute arbeitslos machen kann,
dennoch folgt wahrscheinlich nach einer längeren oder kürzeren Zeit die Wieder-
einstellung derselben oder sogar einer noch größeren Anzahl von Arbeitern.“ (p.92, 93.)
„In der Agrikultur der Kasus ganz verschieden. Die Nachfrage nach dem Rohprodukt
wächst nicht so rasch wie die für fabrizierte Güter ... Am fatalsten für das-Landvolk ist
die Umwandlung von Ackerland in Weide ... Fast alle die Fonds, die früher Menschen
erhielten, werden jetzt in Rindvieh, Schafen und anderen Elementen des fixen Kapitals
angelegt.“ (p.93.) [1090]

11091] Rlamsay] bemerkt richtig:
„Löhne wie auch Profite sind beide als ein Teil. des fertigen Produkts zu betrachten,

vom nationalen Standpunkt aus völlig verschieden von dessen Produktionskosten.“
(p.142.) „Fixes Kapital ... unabhängig von seinen Resultaten ... ist reiner Verlust ...
Nur die Arbeit, abgesehn von den Löhnen, von dem was dafür bezahlt wird, daneben
ein Element der Produktionskosten. Die Arbeit ist ein Opfer. Je mehr von ihr in einem
Zweig verausgabt wird, desto weniger in einem anderen. Wird sie in unprofitablen
Unternehmen angewandt, so leidet die Nation also unter der Verschwendung der
wichtigsten Quelle des Reichtums ... Die Bezahlung der Arbeit konstituiert nicht ein
Element der Kosten.“ (p.142, 143.)

(Dies sehr richtig, die Arbeit, nicht die bezahlte Arbeit oder den Arbeits-
lohn, als Wertelement darzustellen.)

Den realen Reproduktionsprozeß beschreibt Rlamsay] richtig.

„Wie vergleichen das Produkt und das darauf verausgabte Kapital? ... Mit Bezug
auf eine ganze Nation ... ist es klar, daß alle die verschiedenen Elemente des verausgabten
Kapitals in dem einen oder demanderen Produktionszweig reproduziert werden müssen,
da sonst die Produktion des Landes nicht wie zuvor betrieben werden könnte. Das
Rohmaterial der Manufakturen, die in ihnen und in der Agrikultur verwendeten Geräte,

1 Kapitalisten, die die neu eingeführte Maschinerie anwenden, genießen außerordentliche
Profite - ? den verminderten Produktionskosten - ® seinen Weg in die betreffende Manu-
fakturindustrie

Ramsay 331

die umfangreiche Maschinerie der ersteren, die zur Produktion oder zur Lagerung der
Produkte notwendigen Gebäude müssen sämtlich Teile des Gesamtprodukts eines
Landes sein, ebenso wie alle Vorschüsse seiner kapitalistischen Unternehmer. Daher
kann die Menge des ersteren mit der der letzteren verglichen werden, indem man sich
vorstellt, jeder Artikel trete gleichsam neben einen solchen von ähnlicher Art.“
(». 137-139.)

„Was nun den individuellen Kapitalist angeht“

{dies falsche Abstraktion. Die Nation existiert nicht, oder nur als Kapita-
listenklasse, und die ganze Klasse operiert ganz wie der individuelle Kapi-
talist. Die beiden Betrachtungsweisen sind nur dadurch unterschieden, daß
die eine den Gebrauchswert, die andre den Tauschwert festhält und iso-
liert),

„da er nicht replaciert in natura seine Ausgaben, da er den großen Teil erhalten muß
durch Austausch, wozu ein gewisser Teil des Produkts für diesen Zweck erforderlich
ist, so kommt jeder einzelne kapitalistische Unternehmer dahin, mehr auf den Tausch-
wert des Produkts zu schauen als auf dessen Menge.“ (p. 145, 146.)

1092] „Je mehr der Wert seines Produkts den Wert des vorgeschossenen Kapitals
übersteigt, desto:größer wird. der Profit sein. Daher wird er ihn berechnen, indem er Wert
mit Wert, nicht Menge mit Menge vergleicht. Dies die erste Differenz, die zwischen
Nationen und Individuen in der Art der Berechnung der Profite zu bemerken ist.“

(Auch die Nation, supposed it to be something else than the sum of
capitalists!, kann Wert mit Wert so far? vergleichen: Sie kann berechnen
die Gesamtarbeitszeit, die es ihr kostet, um to replace the used up part
of its constant capital and all the part of the product consumed individually,
and the time of labour spent in producing a surplus destined to enlarge the
scale of reproduction?. }

„Das zweite ist, daß, da der kapitalistische Unternehmer dem Arbeiter stets den
Lohn vorschießt, anstatt ihn aus der fertiggestellten Ware zu zahlen, er diesen Vorschuß
ebensogut wie das verbrauchte fixe Kapital als einen Teil seiner Ausgaben ansieht, ob-
wohl er, vom Standpunkt der Nation betrachtet, nicht ein Element der Kosten ist.“

{In der Tat fällt auch dieser Unterschied im Gesamtprozeß der Re-
produktion fort. The capitalist always pays ort of the finished commodity,
that is to say, he pays out of the commodity fmished by the labourer yester-
day his wages to-morrow, or he gives him, in the form of wages, in point of
fact, only an assignation of product Zo be finished in future or almost produced,

1 angenommen, sie ist etwas anderes als die Gesamtheit der Kapitalisten - 2 so weit -
® den verbrauchten Teil ihres konstanten Kapitals und alle die Teile des Produkts, die
individuell konsumiert werden, zu ersetzen; sowie die Arbeitszeit, die verausgabt wird, einen
Überschuß zu schaffen, der bestimmt ist, die Stufenleiter der Reproduktion zu erweitern

332 Zweiundzwanzigstes Kapitel

(1.e. finally produced) in the moment it is bought." Der advance? ver-
schwindet als bloßer Schein in der Reproduktion, i.e. der continuity of the
process of production?. }

„Seine Rate des Profits wird daher abhängen von dem Überschuß des Wertes seines
Produkts über den Wert des Kapitals, sowohl des fixen als des zirkulierenden.“ (p. 146.)

{Dies ditto in a „national point of view“ *. Sein Profit hängt immer davon
ab, was er selbst für das Produkt zahlt, whether finished or not, when he
pays wages®.}

Rlamsay] hat das Verdienst erstens, daß er contradicts® der falschen seit
A.Smith current notion of the value of the whole produce dissolving into

revenue under different names’; zweitens, daß er die Profitrate doppelt

bestimmt, durch die Rate des Arbeitslohns, i.e. die Rate des Mehrwerts,
und zweitens durch den Wert des konstanten Kapitals. Aber er sündigt
umgekehrt wie Ricardo. Riclardo] will gewaltsam die Rate des Mehrwerts
der Profitrate equalisieren. Ramsay dagegen stellt die doppelte Bestimmung
der Profitrate: I. durch die Rate des Mehrwerts (hence the rate of wages?)
und 2. das Verhältnis dieses Mehrwerts zum vorgeschoßnen Gesamtkapital,
also in fact bestimmt durch das Verhältnis, das das konstante Kapital zum
Gesamtkapital bildet, begriffslos hin als zwei parallele Umstände, die die
Profitrate bestimmen. Er sieht nicht die Verwandlung, die mit dem Mehr-
wert vorgeht, bevor er Profit wird. Sucht daher Riclardo], um die Wert-
theorie durchzuführen, gewaltsam Profitrate auf Rate des Mehrwerts zu
reduzieren, so Ramsay den Mehrwert auf Profit. Wir werden ferner sehn,
daß die Art und Weise, wie er den Einfluß der value des konstanten Kapitals
auf die Profitrate schildert, sehr ungenügend, respektive falsch ist.

„Der Profit muß genauso steigen oder fallen, wie der Anteil des Bruttoprodukts
oder seines Wertes, der zum Ersatz der notwendigen Vorschüsse erforderlich ist, fällt
oder steigt ... Also von zwei Umständen hängt die Profitrate ab: I. von dem Anteil des
Gesamtprodukts, der den Arbeitern zufällt; 2. von dem Teil, der zurückgelegt werden
muß, um das fixe Kapital entweder in natura oder durch Austausch zu ersetzen.“ (p. 147,
148.)

1 Der Kapitalist zahlt stets aus der fertiggestellten Ware, will sagen, aus der vom Arbeiter
gestern hergestellten Ware zahlt er morgen seinen Arbeitslohn, oder er gibt ihm in der Form
von Arbeitslohn tatsächlich nur eine Anweisung auf Produkte, die in Zukunft fertiggestellt
werden sollen oder fast fertig sind, (d.h. endgültig fertig sind) in dem Moment, wo sie gekauft
werden. - ? Vorschuß -® Kontinuität des Produktionsprozesses - * vom „nationalen Stand-
punkt“ -5 ob es fertiggestellt ist oder nicht, wenn er den Lohn zahlt - ® widerspricht -
? Jandläufigen Ansicht, daß sich der Wert des Gesamtprodukts in Revenue auflöst unter
verschiedenen Namen -° also die Rate des Arbeitslohns

Ramsay 333

Also inandren Worten, von dem Überschuß der value des Produkts über
the sum of circulating and fixed capital; hence von der Proportion which
firstly, the circulating capital, and, secondly, the fixed capital, bear to the
value of the whole produce!. Wissen wir, woher dies surplus kommt, so die
Sache einfach. Wissen wir aber nur, daß der Profit vom Verhältnis des sur-
plus zu diesen Auslagen abhängt, so können wir die falschesten notions?
über den origin® dieses Surplus haben, z.B. uns wie Rlamsay] einbilden,
daß es zum Teil aus dem capital fixe (constant) entspringt.

[1093| „Es ist sicher, daß eine vermehrte Leichtigkeit, die verschiedenen Dinge zu
schaffen, die in die Zusammensetzung des fixen Kapitals eingehen, die Tendenz hat,
durch Verminderung dieses Teils? die Profitrate zu erhöhen, geradeso wie dies im
früheren Fall durch eine Vermehrung des Betrags an Elementen des zirkulierenden
Kapitals, das der Erhaltung der Arbeit dient, bewirkt wurde.“ (p. 164.)

Z.B. beim Pächter:

„Ob der Ertrag klein oder groß ist, die Menge, die für den Ersatz des Verbrauchs in
diesen verschiedenen Formen erforderlich ist, kann nicht der geringsten Veränderung
unterliegen. Diese Menge muß als konstant betrachtet werden, solange die Produktion
auf gleicher Stufenleiter fortgesetzt wird. Je größer also der Gesamtertrag, desto geringer
muß der Teil des Ganzen sein, den der Pächter für die erwähnten Zwecke beiseite legen
muß.“ (p.166.) „Je leichter der Pächter, der Nahrungsmittel und der Rohmateria-
lien, wie Flachs, Hanf, Holz etc. produziert, diese reproduzieren kann, wird der Profit
steigen. Des Pächters Profit [steigt] durch das Wachstum der Menge seines Produkts,
deren Gesamtwert der gleiche bleibt; aber er braucht einen kleineren Teil von dieser Ge-
samtsumme und daher ihres Wertes, um die verschiedenen Elemente des fixen Kapitals
zu ersetzen, mit denen der Pächter sich selbst versorgen kann, während der Manufakturist
durch die größere Kaufkraft, die es besitzt, gewinnen würde.“ (p.166, 167.)

Gesetzt, die Ernte sei = 100 qrs. und die Aussaat = 20 qrs., also = !/,
der Ernte. Gesetzt, im folgenden Jahr verdoppelte sich die Ernte (dieselbe
Arbeit ausgelegt); nun = 200 qrs. Bleibt die Stufe der Produktion die alte,
so die Aussaat nach wie vor = 20 qrs., was jetzt aber nur "/jo der Ernte. In-
des zu erwägen, daß der Wert der 100 qrs. = dem der 200; also I qr. der
ersten Ernte = 2 [qrs.] der letzten. Im ersten Fall blieb übrig 80 qrs., im
zweiten 180. Da es hier nicht auf den Arbeitslohn ankommt (in dieser
Frage über den Einfluß, den ein Wertwechsel des konstanten Kapitals übt

1 die Summe des zirkulierenden und fixen Kapitals; also von der Proportion, in der
erstens das zirkulierende Kapital und zweitens das fixe Kapital zum Wert des Gesamtprodukts
stehen -2 Ansichten -® Ursprung -* (d.h. des Teils des Gesamtprodukts, der für den Ersatz
des „fixen Kapitals“ erheischt ist)

334 Zweiundzwanzigstes Kapitel

auf die Profitrate), nimm an, der Arbeitslohn bleibe dem Wert nach der-
selbe. Also, wenn 20 qrs. im ersten Fall, 40 qrs. im zweiten. Nimm endlich
an, die andren Ingredienzien des capital constant, die der Farmer nicht in
natura reproduziert, = dem Wert von 20 qrs. im ersten Fall, so = 40 qrs.
im letzten. Wir haben dann die Rechnung:

1. Produkt = 100 qrs., Aussaat = 20 qrs. Andres konstantes Kapital
= 20 ars., Arbeitslohn = 20 qrs., Profit 40 qrs.

2. Produkt = 200 qrs. Aussaat = 20 qrs. Andres konstantes Kapital
= 40 ars., Arbeitslohn = 40 qrs., Profit 100 qrs., = 50 grs. von 1. Es
wären dies also 10 qgrs. surplus profit. Hier hätte also infolge eines Wert-
wechsels im konstanten Kapital nicht [nur] die Profitrate, sondern der
Profit selbst zugenommen. Obgleich der Arbeitslohn in 1. und 2. derselbe
geblieben, wäre das Verhältnis des Profits zum Arbeitslohn gestiegen, d.h.
die Rate des Mehrwerts. Dies jedoch nur Schein. Der Profit bestünde
erstens aus 80 qrs., = 40 qrs. von I. und das Verhältnis zum Arbeitslohn
dasselbe; zweitens [beil 2. aus 20 qrs., = nur 10 qrs. von 1., die aus kon-
stantem Kapital in Einnahme verwandelt worden wären.

Ist aber die Rechnung richtig? Wir müssen annehmen, daß das Resultat
[bei] 2. einem Herbst angehört, der erfolgt, obgleich mit den Bedingungen
von 1. gearbeitet worden ist. Zur Verdeutlichung wollen wir annehmen,
daß das Quarter = 21. in 1. D.h. der Pächter hat ausgelegt für den Herbst,
der ihm 200 grs. geliefert hat:

. 20 grs. Aussaat (= 40 1.), 20 qrs. andres konstantes Kapital (= 40 1.),
20 qrs. Arbeitslohn (= 40 1.). Zusammen 120 I., und das Produkt = 200 qrs.
Nun im ersten Fall legte er ebenfalls nur 120 I. (60 qrs.) [aus], und das
Produkt, = 100 ars., ist = 2001. Bleiben Profit 801. oder 40 qrs. Da die
200 qrs. [bei 2.] das Produkt derselben Arbeit [wie die der 100 qrs. im
Fall 1], so ebenfalls nur = 200 I. Es bleiben also ebenfalls nur 80 I. Profit,
die jetzt aber = 140 qrs. 8”! Also der qr. [kostet den Farmer] nur */, I. und
nicht 11. Oder der Wert des qr. wäre von 2 auf */., also um 1?/, gesunken,
aber nicht von 2 auf I oder nur um die Hälfte, wie oben in 2, im Gegensatz
zu 1. angenommen.

Sein ganzes Produkt = 200 qrs., = 200 I. Aber davon ersetzen 120.
die 60 qrs., die er verausgabt hat und von denen ihm jedes 2 I. kostet.
Bleiben also 80 I. Profit = den 140 restierenden qrs. Wie das? Der qr. jetzt
= 11. aber die in der Produktion verausgabten 60 qrs. kosteten 21. Sie
kosteten ihm soviel, als hätte er von den neuen qgrs. 120 verausgabt. Die
restierenden 140 qrs. also = 80 I. oder haben nicht mehr Wert wie früher
die restierenden 40 hatten. Er verkauft zwar jedes der 200 qrs. zu einem |.

Ramsay 335

(wenn er sein ganzes Produkt verkauft). Und nimmt so 200 1. ein. Aber
von den 200 qrs. haben ihm 60 ars. jedes 2 . gekostet; die restierenden
bringen ihm daher nur *, 1.

Wenn er nun wieder 20 grs. [für Samen] auslegt (= 10 1.), 40 ars.
Arbeitslohn (= 20 1.) und 40 grs. andres konstantes Kapital (= 20 1.), also
im ganzen 100 qrs. statt früher 60, und er macht 180" ars., so haben diese
180? nicht denselben Wert, den früher die 100 hatten [wenn man I I. pro
Quarter rechnet]. Er hat zwar ebensoviel lebendige Arbeit angewandt wie
früher, und der ]]1094] Wert des variablen Kapitals ist daher derseibe wie
vor[her], ditto des surplus produce. Aber er hat weniger vergegenständ-
lichte Arbeit ausgelegt, da dieselben 20 qrs., die früher = 20 I, jetzt nur
noch gleich 10.

Die Rechnung macht sich also so:

Konstantes Kapital Variables Kapital Mehrwert
1. 20 qrs. = 20 I. Aussaat 20 qrs. (20 1.) 40 qrs. (40 I.)
20 qrs. = 20 I. Arbeitsinstrumente
etc.

2.20 qrs. = 101. [Aussaat] 40 qrs. (20 1.) 80 qrs. (40 1.)
40 ars. = 20 1. [Arbeitsinstrumente]

Produkt im ersten Fall 100 qrs. = 1001.
Produkt im zweiten Fall 180 qrs.= WI.

Dennoch wäre [ungeachtet des Sinkens des Werts des Produkts] die
Rate des Profits gestiegen; denn im ersten Fall 40/1. auf Auslage von
60 und im zweiten 40 auf Auslage von 50. Das erste 66°/, p.c., das zweite
80 p.c.

Das Steigen der Profitrate kommt jedenfalls nicht daher, daß der Wert
derselbe bleibt, wie Rlamsay] unterstellt. Da ein Teil der ausgelegten Arbeit
sich vermindert hat, nämlich der im capital constant (hier im Samen) ent-
haltne, fällt der Wert des Produkts, wenn dieselbe Stufe der Produktion fort-
dauert, wie der Wert von 100 Ibs. Twist fällt, wenn die in ihnen enthaltne
Baumwolle verwohlfeilert. Aber das Verhältnis des variablen Kapitals zum
konstanten steigt (ohne daß der Wert des variablen Kapitals steigt). Oder
das Verhältnis der Gesamtsumme des ausgelegten Kapitals vermindert sich
im Verhältnis zum surplus. Hence? Steigen der Profitrate.

2 In der Handschrift: 200 - ? Daher

336 Zweiundzwanzigstes Kapitel

Wäre das, was Rlamsay] sagt, richtig, bliebe der Wert derselbe, so stiege
der Profit, die Summe des Profits und darum die Profitrate. Von einem
bloßen Steigen der Rate könnte nicht die Rede sein.

Die Frage [des Einflusses der Veränderung des Werts des konstanten
Kapitals auf die Profitrate] ist aber noch nicht erledigt für den speziellen
Kasus |‚wenn der Teil des konstanten Kapitals in natura ersetzt wird].
Dieser spezielle Kasus drückt sich in der Agrikultur so aus:

Ein bestimmtes Quantum Aussaat zum alten Preis des Produkts figuriert
in der Ernte, und dieser Teil ist in natura in die Ernte eingegangen. Die
übrigen Ausgaben durch den Verkauf des Korns zu seinem alten Preis be-
stritten. Mit diesen alten Ausgaben verdoppelt sich das Produkt. Also z.B. im
obigen Fall bei 20 qrs. Aussaat (= 40 1.) (und die übrigen Auslagen =
40 qrs., = 80 I.) werden statt wie in der vorigen Emte 100 qrs. (also
= 20011.) (wovon 40 qrs., = 80 I., Profit auf Gesamtauslage von 60 qrs.,
= 120 1.) nun 200 qrs. geerntet. Die Auslage ist bei dieser Ernte absolut
dieselbe wie bei der alten, = 60 qrs., deren Wert 120 I. war, aber statt
40 qrs. surplus ist ein surplus von 140 qrs. da. In natura ist hier das surplus
bedeutend gestiegen. Aber da die ausgelegte Arbeit dieselbe in beiden cases!,
die 200 qrs. nicht mehr wert als die 100. Also 200 I. Oder der ar. ist gefallen
von 2 lauf 11. Doch schien es aber, da das surplus = 140 qrs., als müsse es
140 I. betragen, da das eine der qrs. gradesoviel wert wie das andre. Am
einfachsten wird die Sache, wenn wir sie d’abord? abgesehn vom Repro-
duktionsprozeß betrachten und die Sache so ansehn, als ob der Pächter sich
aus dem Geschäft zurückziehe und sein ganzes Produkt verkaufe. Dann hat
er in der Tat, um seine Auslagen von 120 I. zu decken (sich zu rembour-
sieren), 120 qrs. zu verkaufen. Damit ist das vorgeschoßne Kapital ge-
deckt. Bleiben also 80 qrs. surplus und nicht 140, und da diese 80 qrs.
= 80 L., sind sie absolut soviel wert wie das surplus im ersten Fall.

Durch die Reproduktion wird die Sache jedoch einigermaßen alteriert.
Er ersetzt nämlich aus seinem eignen Produkt in natura die 20 qrs. Aussaat.
Sie sind ihm [dem Wert nach] im Produkt ersetzt mit 40 qrs. Er hat sie aber
in der Reproduktion nach wie vor nur mit 20 grs. in natura zu zahlen. Seine
übrigen Ausgaben wachsen im Verhältnis wie der qr. entwertet ist (falls
Arbeitslohn nicht sinkt). Um den übrigen Teil des konstanten Kapitals zu
ersetzen, braucht er jetzt 40 qrs., statt früher 20, und um den Arbeitslohn
zu ersetzen, ditto 40 statt? 20. Er muß im ganzen 100 qrs. auslegen, wo er
früher 60 auslegte; aber er muß nicht 120 auslegen, was die Depreziation des

1 Fällen —? zunächst -® in der Handschrift: =

Korns erforderte, da er die 20 qrs. [für Samen], die 40 I. wert waren, nun
mit 20 [qrs.] ersetzt (da es nur auf ihren Gebrauchswert ankommt), die
20 [2.] wert sind. Also hat er offenbar |]1095| diese 20 qrs., jetzt = 20 L.,
gewonnen. Und sein surplus nicht = 80 L., sondern = 100 I, nicht =
80 qars., sondern = 100. (In den qrs. vom alten Wert ausgedrückt, nicht
= 40, sondern = 50.) Dies ist ein nicht zu bezweifelndes fact, und wenn der
Marktpreis nicht sinkt infolge der abundance!, hat er 20 qrs. mehr zu ver-
kaufen zum neuen Wert und gewinnt 20 !. Und zwar hat er in Verbindung
mit der Reproduktion diese 20 I. surplus gewonnen auf dieselbe Auslage, weil
die Arbeit produktiver geworden, ohne daß die Rate des Mehrwerts ge-
stiegen oder der Arbeiter mehr Surplusarbeit wie früher geliefert oder einen
geringren Teil des reproduzierten Teils des Produkts (der die lebendige
Arbeit darstellt) erhalten hätte. Es ist vielmehr unterstellt, daß bei der
Reproduktion der Arbeiter 40 qrs. erhält, wenn er früher nur 20 erhielt.
Dies ist also ein eigentümliches Phänomen. Es findet nicht statt ohne die
Reproduktion, aber es findet mit Bezug auf sie statt, und findet statt, weil
der Pächter part of his avances? in natura replaciert. Hier wüchse nicht nur
die Profitrate, sondern der Profit. (Was den Reproduktionsprozeß selbst
angeht, so kann er nun entweder ihn auf der alten Stufenleiter fortführen,
und dann, wenn die Ernte wieder gleich günstig, sinkt das Produkt im
Preis, weilein Teil des konstanten Kapitals weniger kostete; aber die Profit-
rate steigt; oder er kann seine Produktionsstufe erhöhn, mehr aussäen mit
denselben Auslagen, und dann steigt Profit und Profitrate.)

Nehmen wir den Fabrikanten. Gesetzt, er habe 100 I. in Twist aus-
gelegt; Profit 20 [l.]. Also das Produkt = 120. Die Baumwolle in diesen
100 1. Auslage sei = 80 gewesen. Fällt die Baumwolle nun um die Hälfte,
so braucht er bloß 40 für Baumwolle auszulegen und 20 I. für den Rest, also
60 1. (statt 100°), und Profit nach wie vor = 20, Gesamtprodukt = 80 I.
(wenn er die Stufenleiter seiner Produktion nicht erweitert). 40 I. bleiben
also in seiner Tasche; er kann sie verausgaben oder als Zusatzkapital an-
legen. Er würde dann nach dem neuen Maßstabe [zusätzlich] 26/, [1.]
in Baumwolle und 131/, [2] in Arbeit etc. auslegen. Und der Profit 13?/5 1.
Das Gesamtprodukt jetzt = 60 + 40 + 331), = 1331; 1.

Es liegt also nicht darin, daß der Pächter seine Aussaat in natura ersetzt,
denn der Fabrikant kauft seine Baumwolle und ersetzt sie nicht aus seinem
eignen Produkt. Das Phänomen läuft also auf das hinaus: Freiwerden eines

Teils des früher als konstantes Kapital gebundnen Teils des Kapitals oder

1 des Überflusses - 2 Teil seiner Vorschüsse -® in der Handschrift: = 100

338 Zweiundzwanzigstes Kapitel

Verwandlung eines Teils des Kapitals in Revenue. Wird gradsoviel Kapital
in dem Reproduktionsprozeß ausgelegt wie vorher, so dasselbe, als wenn
additional capital! - auf der alten Produktionsstufe — had been employed?.
Dies also eine Art der Akkumulation, die aus der vergrößerten Produktivität
der Industriezweige hervorgeht, die die produktiven Ingredienzien des
Kapitals liefern. Solcher Fall in den Rohstoffen jedoch, if due to the seasons,
is counteracted by unfavourable seasons, in which the raw materials become
appreciated®. Das so freiwerdende Kapital in one season oder some seasons?
ist daher gewissermaßen Reservekapital für die andren. Der manufacturer
f.1., dessen [fixes Kapital einen] Turnus = 12 Jahren, muß sich so arran-
gieren, daß er während der 12 Jahre wenigstens auf derselben Stufenleiter
fortproduzieren kann. Es ist also zu berechnen, daß die replacing prices?
fluktuieren und sich more or less® in längerer Reihe von Jahren aus-
gleichen.

Umgekehrt, wie die Verwohlfeilerung der Ingredienzien (das variable
Kapital lassen wir hier außer Spiel, obgleich, wenn der Arbeitslohn fällt,
weniger variables Kapital auszulegen, dem Wert nach; wenn er steigt,
mehr), wirkt das Steigen ihrer Preise. Soll auf der alten Produktions-
stufe fortgearbeitet werden, so nötig größre Kapitalauslage. Also ab-
gesehn vom Fall der Profitrate, spare capital must be employed or a part
of revenue must be converted into capital”, ohne als additional capital
zu wirken. In dem einen Fall accumulation, obgleich der Wert des vor-
geschoßnen Kapitals derselbe geblieben (aber seine stofflichen Bestand-
teile vermehrt). Die Rate der Verwertung wächst, und der absolute Profit
wächst, weil dasselbe, as if additional capital® zugeschossen auf der alten
Stufenleiter. Im andren Fall Akkumulation, so far as’ der Wert des vor-
geschoßnen Kapitals, der als Kapital funktionierende Teil des Werts
der Gesamtproduktion gewachsen. Aber die stofflichen Bestandteile nicht
vermehrt. Die Profitrate fällt. (Die Masse des Profits nur, wenn entweder
nicht dieselbe Masse Arbeiter beschäftigt oder ihr Arbeitslohn auch ge-
stiegen.)

Jenes Phänomen der Verwandlung von Kapital in Revenue zu bemerken,
weil es den Schein eines von der Masse des Mehrwerts unabhängigen
Wachstums (oder auch im umgekehrten Fall Abnahme) der Profitmasse

3 zusätzliches Kapital - ? angewandt worden wäre - 3 falls er einer günstigen Erntezeit
zuzuschreiben ist, wird durch ungünstige Erntezeiten, in denen das Rohmaterial im Preise
steigt, wettgernacht - einer oder mehreren Erntezeiten -® Wiederbeschaffungspreise -° mehr
oder weniger - ? muß Reservekapital angewandt oder ein Teil der Revenue in Kapital ver-
wandelt werden -® als wenn zusätzliches Kapital -? insofern als

Ramsay 339

hervorbringt. Wir haben gesehn, wie unter ||1096] gewissen Umständen
part of rent! aus diesem Phänomen zu erklären?

In der erwähnten Weise (wenn nicht die 20 überschüssigen qrs., = 201.,
sofort wieder zur Erweiterung der Produktionsleiter verwandt, i.e. wenn
nicht akkumuliert) wird ein Geldkapital, = 20 I., freigesetzt. Und hier ist
ein Beispiel, wie, obgleich die Summe des Warenwerts dieselbe geblieben,
überschüssiges Geldkapital sich aus der Reproduktion niederschlagen kann.
Durch Verwandlung eines Teils des Kapitals, das früher in fixer Form
existierte (konstanter), in Geldkapital.

Wie wenig das obige Phänomen zu tun hat mit der Bestimmung der
Profitrate, wird klar, wenn man sich a farmer denkt (oder manufacturer),
who enters business under the new conditions of production. Formerly he
wanted a capital of 120 /. to enter the business, 40 I. buy 20 qrs. seeds, 40 I.
for other ingredients of constant capital, and 40 I. to pay wages. And his
profit was? 80 I. 80 auf 120, = 8 auf 12, = 2 auf 3, = 66°), p.c.

Jetzt he has to advance 20 I., to buy 20 qrs. of seed, 40 I. as above, 40 I.
for wages, so that his outlay of capital = 100. And profit 80, gives 80 p.c.
"The amount of profit has remained the same, but its rate has increased um
20 p.c.* Man sieht also, daß das Fallen im Wert des seed (oder des retur-
ning price®) an und für sich nichts zu tun hat mit der Vermehrung des
Profits, sondern nur includes the increase of the rate of profit®.

Übrigens wird farmer in dem einen Fall, manufacturer in dem andren,
die Sache auch so betrachten, nicht daß sein Profit sich vermehrt hat, son-
dern daß ein Teil seines früher in der Produktion gebundnen Kapitals
freigeworden. Und zwar wegen folgender einfachen Rechnung. Früher das
in der Produktion vorgeschoßne Kapital = 120, jetzt = 100, während 20
als freies Kapital, anyhow” anlegbares Geld sich in der Tasche des farmer
befinden. Aber sein Kapital in beiden cases only® = 120, hat also seine
Größe nicht vermehrt. Die Loslösung des sechsten Teils des Kapitals aus
seiner in den Produktionsprozeß eingebauten Form wirkt allerdings wie
additional capital.

1 Teil der Rente -? siehe 2. Teil dieses Bandes, S.455-459 - ® der sein Geschäft unter
den neuen Produktionsbedingungen beginnt. Früher benötigte er ein Kapital von 120 /.,
um das Geschäft anzufangen, 40 /., um 20 qrs. Samen zu kaufen, 401. für andere Ingre-
dienzien des konstanten Kapitals und 40 /., um Löhne zu zahlen. Und sein Profit war -
% Jetzt hat er 20 /. vorzuschießen, um 20 qrs. Samen zu kaufen, 40 I. wie oben erwähnt,
40 I. für Löhne, so daß seine Auslage an Kapital = 100. Und der Profit 80, gibt 80 p.c.
Die Masse des Profits ist dieselbe geblieben, aber seine Rate ist um 20 p.c. gestiegen.-
5 Preises des zu erseizenden [Samens] -® die Vermehrung der Profitrate einschließt -? irgend-
wie -® Fällen nur

22*

340 Zweiundzwanzigstes Kapitel

Rlamsay] hat diese Sache nicht approfundiert, weil überhaupt das Ver-
hältnis von Wert, Mehrwert und Profit nicht klar herausgearbeitet.

Richtig entwickelt Rjamsay], inwieweit Maschinerie etc., as far as it
affects variable capital, auf den Profit und die Profitrate wirkt. Nämlich
durch Depreziation des Arbeitsvermögens; durch Vermehrung der relativen
Surplusarbeit oder auch, den Gesamtreproduktionsprozeß betrachtet, durch
den smaller part of the gross return which goes to replace wages?.

„Eine erhöhte oder verminderte Produktivität der Industrie, die zur Produktion von
Waren dient, welche nicht in die Zusammensetzung des fixen Kapitals eingehen, kann
keinen Einfluß auf die Rate des Profits haben, außer dadurch, daß sie den Teil des
Bruttoertrags ändert, der zur Erhaltung der Arbeit dient.“ (p.168.) „Wenn der Fabri-
kant durch Verbesserung in der Maschinerie seine Produkte verdoppelt, muß schließ-
lich der Wert seiner Güter in derselben Proportion fallen, worin ihre Quantität zu-
genommen hat.“

{Vorausgesetzt, daß in der Tat, das dechet? der Maschinerie eingerechnet,
das verdoppelte Quantum nicht mehr kostet als früher das halbe. Sonst fällt
die value, but not in proportion to its quantity. It may be doubled in
quantity, while its value, the value of the single commodity, like that of the
aggregate product, may sink only, instead of from 2: 1, from 2: 1%/, etc.*}

„...der Manufakturist gewinnt bloß, sofern er fähig ist, den Arbeiter wohlfeiler zu
kleiden und so ein kleinerer Teil des Gesamtreturn auf den Arbeiter fällt ... Der
Pächter“ {infolge der vermehrten Produktivität der Industrie des manufacturer} „ge-
winnt ebenfalls nur, sofern ein Teil seiner Ausgaben in Kleidung der Arbeiter besteht
und er dies jetzt wohlfeiler haben kann, also in derselben Weise wie der Manufaktu-
rist.“ (p.168, 169.)

Sinken im Wert der ingredients des konstanten Kapitals wirkt auf die
Profitrate, indem es das Verhältnis des Mehrwerts zur Totalität des aus-
gelegten Kapitals affiziert. Dagegen Sinken (oder umgekehrt) im Arbeits-
lohn, indem es die Rate des Mehrwerts direkt affiziert.

Z.B. im obigen Fall, suppose®°, der Preis für die Aussaat (z.B. der farmer
sei fax farmer‘), = 40 I. (20 qrs.), bleibe derselbe, ditto 40 I. (20 qrs. für

1 soweit sie das variable Kapital beeinflußt -? kleineren Teil des Bruttoertrages, der den
Arbeitslohn zu ersetzen hat -° den Verschleiß -* der Wert, aber nicht im Verhältnis zu ihrer
Menge. Sie kann mengenmäßig verdoppelt werden, während ihr Wert, der Wert der einzelnen
Ware, wie der Wert des Gesamtprodukts, gestiegen ist, nur, statt von 2:1, von 2:11/y etc.
sinken mag - ° angenommen - ® Flachsbauer

Ramsay 341

den Rest des konstanten Kapitals), aber der Arbeitslohn - d.h. der Lohn
für dieselbe Anzahl Arbeiter - sinke von 40 I. auf 20 (von 20 qrs. auf 10).
In diesem Fall bleibt die Summe des Werts, der = dem Arbeitslohn + dem
Mehrwert, dieselbe. Da die Anzahl Arbeiter dieselbe, realisiert sich ihre
Arbeit nach wie vor in einem Wert von 40 + 80 = 1201. Aber von diesen
120 1. jetzt auf die Arbeiter 20 und auf Mehrwert 100. {Es ist hier nämlich
vorausgesetzt, daß keine Verbesserung vorangegangen, die in dieser branch
the number of the labourers employed! affizierte.} Das vorgeschoßne
Kapital jetzt 100 statt 120, wie in dem Fall, wo der Wert der Aussaat um
die Hälfte gefallen. Aber der Profit jetzt = 100, also = 100 p.c., während es
in dem andren Fall, wo das ausgelegte Kapital auch von 120 auf 100 fiel,
= 80 p.c. Und wie in jenem Fall, 20 oder /, des Kapitals || 1097] freigesetzt.
Aber in dem einen Fall blieb der Mehrwert derselbe, = 80. (Also, da 40 für
Arbeitslohn, = 200 p.c.) Im andren Fall wächst er auf 100. (Also, da 20
für Arbeitslohn, auf? 500 p.c.) Hier ist nicht nur die Profitrate gestiegen,
sondern der Profit selbst, weil die Rate des Mehrwerts und daher der Mehr-
wert selbst. Dies unterscheidet diesen case, was Rfamsay] nicht sieht, vom
andern. Es muß dies immer der Fall sein, falls das Wachsen des Profits nicht
paralysiert ist durch eine entsprechende Abnahme der Profitrate infolge
eines gleichzeitigen change of value? im konstanten Kapital. Z.B im obigen
Fall: ausgelegtes Kapital 120, Profit 80, = 66?/, p.c. In unserm Fall aus-
gelegtes Kapital = 100, Profit 100, = 100 p.c. Wäre aber durch change im
Preis des konstanten Kapitals die Auslage von 100 auf 150 gestiegen, so
würde der von 80 auf 100 gewachsene Profit ditto nur Profitrate von 66?/, p.c.
vorstellen.

„Solche Waren, die weder zum fixen noch zum zirkulierenden Kapital beitragen,
können den Profit nicht alterieren durch irgendwelche Veränderung in ihrer Produkti-
vität. Solche Waren sind Luxusartikel aller Arten.“ (p.169, 170.) „Kapitalistische
Unternehmer gewinnen durch den Überschuß, weil ihr Profit eine größere Menge für

ihren privaten Konsum kommandieren wird; aber die Rate dieses Profits wird weder
durch ihren Überfluß noch durch ihren Mangel beeinflußt.“ (p. 171.)

D’abord* kann ein Teil der luxuries? eingehn als Ingredienz of constant
capital. Wie z.B. Trauben in Wein, Gold in Luxusartikel, Diamant in
Glasschleiferei etc. Aber Rlamsay] schließt diesen case so far® aus, als er
sagt: commodities, die nicht enter in fixed capital”. Nur ist dann der Nach-

1 diesem Zweig die Anzahl der angewandten Arbeiter -? in der Handschrift: um -? Wert-
wechsels - * Zunächst -° Luxusartikel - ® Fall insofern - ? Waren, die nicht in fixes Kapital
eingehen

342 Zweiundzwanzigstes Kapitel

satz falsch: „Solche Waren sind Luxusartikel aller Arten.“ Die Produktivität
in der Luxusindustrie kann jedoch nur wachsen wie in allen andren In-
dustriezweigen, sei es, daß die Naturbehälter, wie Minen, Land etc., aus
denen die raw materials’ der luxuries gezogen, fruchtbarer werden oder
fruchtbarere Behälter der Art aufgefunden werden, sei es durch Anwendung
von Teilung der Arbeit, oder aber und namentlich durch Anwendung von
Maschinerie (beßre Werkzeuge ditto) und Naturkräften. [Verbesserung
wie Differenzierung der Werkzeuge gehört der Teilung der Arbeit an.}
(Chemische Prozesse nicht zu vergessen.)

Gesetzt nun, durch Maschinerie (oder chemische Prozesse) werde die
Produktionszeit der luxuries abgekürzt; es sei weniger Arbeit nötig, um sie
zu produzieren. Auf den Arbeitslohn, den Wert des Arbeitsvermögens kann
dies nicht den geringsten Einfluß haben, da diese Artikel nicht eingehn in
den Konsum der Arbeiter (wenigstens nie in den Teil ihres Konsums, der
den Wert ihres Arbeitsvermögens bestimmt)?. {Auf den Marktpreis der
Arbeiter kann es Einfluß haben, wenn Arbeiter dadurch auf die Straße ge-
worfen und die Zufuhr auf dem Arbeitsmarkt dadurch vergrößert wird.}
Es hat also keinen Einfluß auf die Rate des Mehrwerts, also nicht auf die
Profitrate, soweit diese bestimmt durch die Rate des Mehrwerts. Dagegen
kann es allerdings auf die Rate des Profits Einfluß haben, soweit entweder
die Masse des Mehrwerts affiziert wird, oder das Verhältnis des variablen
Kapitals zum konstanten und zum Gesamtkapital. Befähigt die Maschinerie
z.B. 10 Arbeiter anzuwenden, wo früher 20, so wird zwar in keiner Weise
die Rate des Mehrwerts modifiziert. Die Verwohlfeilerung der Luxuswaren
befähigt den Arbeiter nicht, wohlfeiler zu leben. Er braucht nach wie vor
dieselbe Arbeitszeit, um sein Arbeitsvermögen zu reproduzieren. {In der
Praxis daher sucht der Fabrikant von Luxusartikeln den Lohn der Arbeit
unter ihren Wert, ihr Minimum herabzudrücken, was ihm möglich wird
durch die relative Surpluspopulation, die die wachsende Produktivität in den
andren Industriezweigen erzeugt. Z.B. bei Strickerinnen. Oder, was eben-
falls in diesen Branchen, er sucht die absolute Arbeitszeit zu verlängern, wo
er dann in der Tat absoluten Mehrwert erzeugt. Das Wahre ist nur, daß die
Produktivität in der Luxusindustrie den Wert des Arbeitsvermögens nicht
herabsetzen, keinen relativen Surpluswert erzeugen kann, überhaupt nicht
die Form des Mehrwerts erzeugen kann, die der wachsenden Produktivität
der Industrie als solcher geschuldet ist.}

1 Rohmaterialien - ? Der Satzteil inrunden Klammern ist in der Handschrift dem folgen-
den Satz nachgestellt.

Ramsay 343

Aber die Masse des Mehrwerts ist doppelt bestimmt: durch die Rate
des Mehrwerts, d.h. die Surplusarbeit (absolute oder relative) des einzelnen
Arbeiters; zweitens durch die Masse der gleichzeitig angewandten Ar-
beiter. Insofern also wachsende Produktivität in der Luxusindustrie die
Masse der Arbeiter vermindert, die eine bestimmte Portion Kapital be-
schäftigt, vermindert sie die Masse des Mehrwerts. Hence, all other circum-
stances remaining the same, die Profitrate. Dasselbe findet statt, wenn die
Masse der Arbeiter abnimmt oder dieselbe bleibt, aber das in Maschinerie
und Rohmaterial ausgelegte Kapital zunimmt, also bei jeder Diminution im
Verhältnis des variablen Kapitals zum Gesamtkapital, die hier nicht aus-
geglichen oder teilweise paralysiert durch Senkung des Arbeitslohns. Da die
Profitrate dieser Sphäre aber eben-|sowohl in die Ausgleichung der all-
gemeinen Profitrate eingeht, wie die jeder andren, würde vermehrte Produk-
tivität in der Luxusindustrie hier Fallen der allgemeinenProfitrate nachziehn.

Umgekehrt. Stiege die Produktivität der Luxusindustrie nicht in ihr
selbst, sondern in den Zweigen, die ihr konstantes Kapital liefern, so
wüchse die Profitrate derselben.

{Der Mehrwert (d.h. seine Größe, Masse, its total amount?) ist be-
stimmt durch die. Rate des Mehrwerts multipliziert mit der Anzahl der be-
schäftigten Arbeiter. Es können Umstände entweder in derselben Richtung
gleichzeitig auf beide Faktoren oder in entgegengesetzter Richtung oder nur
auf einen der Faktoren wirken. Von der absoluten Verlängerung des Arbeits-
tags abgesehn, wirkt die Luxusindustrie nur auf die Anzahl, wenn ihre
Produktivität sich vermehrt. Also notwendige Konsequenz, Abnahme der
Masse des Mehrwerts und daher der Profitrate, selbst wenn das capital
constant nicht wüchse. So aber wird verminderter Mehrwert auf vergrößer-
tes Gesamtkapital berechnet. }

Rlamsay] näher als die andren an der richtigen Auffassung der Profit-
rate. Daher treten auch die shortcomings? klarer bei ihm hervor. Er hebt
alle Punkte hervor, aber einseitig und daher falsch.

Rlamsay] faßt seine Ansicht vom Profit in folgendem zusammen:

„Die Profitrate in einzelnen Fällen also bestimmt durch folgende Ursachen:
l. Die Produktivität der Industrie angewandt zur Produktion der Artikel von unbe-
dingter Notwendigkeit, die vom Arbeiter erheischt sind für Nahrung, Kleidung etc.;

3 Also, wenn alle anderen Umstände die gieichen bleiben - ? seine Gesamtsumme -
3 Unzulänglichkeiten

344 Zweiundzwanzigstes Kapitel

2. die Produktivität der Industrie angewandt zur Produktion von Dingen, die in die
Zusammensetzung des fixen Kapitals eingehen; 3. die Rate des Reallohns“

{muß hier bedeuten das Quantum der necessaries! etc., das der Arbeiter
erhält, whatever be the Preis of the articles composing it?}.

„Ein Wechsel in der ersten und dritten dieser Ursachen wirkt auf den Profit durch
Änderung des Anteils am Bruttoprodukt, der auf den Arbeiter entfällt. Ein Wechsel im
zweiten Fall wirkt auf den Profit durch Änderung des Teils, der erheischt ist, entweder
direkt oder durch Austausch das fixe Kapital zu ersetzen, das in der Produktion konsu-
miert wurde; denn der Profit ist wesentlich eine Frage des verhältnismäßigen Anteils.“
(p.172.)

Er wirft Ricardo mit Recht vor (obgleich seine eigne Darstellung auch
ungenügend):

„Ricardo vergißt, daß das ganze Produkt nicht nur zwischen Arbeitslohn und Profit
sich teilt, sondern auch ein Teil nötig ist zum Ersatz des fixen Kapitals.“ (p. 174, note.)

{Es kann gleich bei der ersten Darstellung der Akkumulation, i.e. der
Konversion of surplus value into capital® bemerkt werden, daß (von der
Form abstrahiert und nur den Inhalt betrachtet) die sämtliche surplus
labour sich darstellt als Kapital (konstantes und variables) und als surplus
labour (Profit, Zins, Rent). Denn in dieser Konversion zeigt sich, wie die
surplus labour selbst die Gestalt des Kapitals annimmt und die unbezahlte
Arbeit des Arbeiters sich ihm gegenüberstellt als das Ganze der objektiven
Arbeitsbedingungen. In dieser Form tritt es ihm als fremdes Eigentum
gegenüber, so daß das seiner Arbeit vorausgesetzte Kapital als von ihr
unabhängig erscheint. [Es tritt auf] als fertige Wertgröße, deren Wert er
nur zu erhöhn hat. Es ist nie das Produkt seiner vergangnen Arbeit (noch
any circumstances?, die imabhängig von dem besondren Arbeitsprozeß, worin
diese seine vergangne Arbeit eingeht, ihren Wert affizieren, erhöhn), das
oder dessen Ersetzung als Exploitation erscheint, sondern immer nur die
Art und Rate, worin seine gegenwärtige Arbeit exploitiert wird. Solange der
einzelne Kapitalist auf. derselben Produktionsleiter (oder ausdehnender)
fortarbeitet, erscheint das Ersetzen des Kapitals als eine den Arbeiter nicht
affizierende Operation, da er selbst, wenn die Arbeitsbedingungen ihm
gehörten, sie ditto aus dem gross produce? ersetzen müßte, um die Repro-
duktion auf derselben Stufenleiter fortzuführen oder auszudehnen (und

1 zum Leben notwendigen Dinge - ? welches immer der Preis der Artikel sei, die sie

bilden - 3 von Mehrwert in Kapital - # irgendwelche Umstände -° Bruttoprodukt

Ramsay 345

auch letztres nötig mit dem natural increase of population"). Aber dies
affiziert ihn in 3facher Hinsicht: 1. Die Verewigung der Arbeitsbedingungen
als ihm fremdes Eigentum, als Kapital, verewigt seine Position als Lohn-
arbeiter und daher sein Schicksal, beständig einen Teil seiner Arbeitszeit
gratis für eine dritte Person zu arbeiten; 2. die Ausdehnung dieser Pro-
duktionsbedingungen, alias? Akkumulation des Kapitals, vermehrt die
Masse und den Umfang der Klassen who live upon his surplus labour?; sie
verschlechtert his position relatively by augmenting the relative wealth of
capitalist and his co-partners*, indem sie ferner seine relative Surplusarbeit
durch Teilung der Arbeit etc. vermehrt, den in Arbeitslohn resolvierten
Teil des gross produce vermindert; endlich, indem die Arbeitsbedingungen
in immer riesenhafterer Gestalt, immer mehr als soziale Mächte dem
einzelnen Arbeiter sich gegenüber auftürmen, hinc? der Zufall, sich der-
selben selbst zu bemächtigen, wie in der kleinen Industrie, wegfällt. }

### [3. Ramsay über die Teilung des Bruttoprofits
in Nettoprofit und Unternehmerprofit.
‚Apologetische Elemente in seinen Ansichten]

11099] Rfamsay] nennt gross profit® das, was ich Profit schlechthin
nenne. Er teilt diesen gross profit in net profit” (Zins) und profit of enterprise
(Unternehmungsgewinn, industriellen Profit).*

Mit Bezug auf das Fallen der general rate of profit!® polemisiert Ramsay,
wie Riclardo], gegen A.Smith. Er sagt gegen A.Smith:

„Die Konkurrenz der kapitalistischen Unternehmer könne zwar gleichmachen den
besonders über das Niveau sich erhebenden Profit“

(Dies levelling!! keineswegs hinreichend, die Formation einer general
rate of profit zu erklären},

* 11130] {Warum Herr Senior, dessen „Outlines“ ungefähr gleichzeitig mit Ram-
says „Essay on the Distribution of Wealth“ erschienen, in welchem letztren die Spaltung
des profit in „profit of enterprise“ ® und in „net profits of capital or interest“? (ch.IV)
weitläufig dargestellt, diese schon 1821 und 1822 bekannte Einteilung erfunden haben
soll, nur daraus zu erklären, daß Senior, bloßer Apologet des Bestehenden und daher
Vulgärökonom, den Sympathien des Herrn R[oscher] sehr nah steht.[%°1} |1130]]

1 natürlichen Wachsen der Bevölkerung - ? eigentlich — 3 die von seiner Mehrarbeit
leben - * seine Lage relativ durch die Vermehrung des relativen Reichtums des Kapitalisten
und seiner Teilhaber - ® daher - © Bruttoprofit -? Nettoprofit -® „Unternehmungsprofit“ -
9 „Nettoprofit vom Kapital oder Zins“ -10 allgemeinen Profitrate -!! Gleichmachen

346 Zweiundzwanzigstes Kapitel

„aber es ist falsch, daß dieses gewöhnliche Niveau selbst gesenkt wird.“ (p.179, 180.)
„Wäre es möglich, daß der Preis jeder Ware, sowohl Rohmaterial wie Fertigware, infolge
der Konkurrenz zwischen den Produzenten fiele, so könnte dies doch keineswegs den
Profit affizieren. Jeder kapitalistische Unternehmer würde sein Produkt für weniger
Geld verkaufen, aber anderseits würde jeder Artikel seiner Auslagen, ob er nun
zum fixen oder zirkulierenden Kapital gehöre, ihn entsprechend weniger kosten.“
(l.c.p. 180,181.)

Ditto gegen Malthus:

„Der Gedanke, daß die Profite von den Verbrauchern gezahlt werden, ist sicher
völlig absurd. Wer sind die Verbraucher? Sie müssen entweder Landlords, Kapita-
listen, Meister, Arbeiter sein oder Leute, die ein Gehalt beziehen.“ (p.183.) „Die
einzige Konkurrenz, die die allgemeine Rate des Bruttoprofits zu affizieren vermag, ist die
zwischen kapitalistischen Unternehmern und Arbeitern.“ (p.206.)

In diesem letzten Satz Ric[ardols Satz auf das Richtige reduziert. Die
Profitrate kann fallen unabhängig von der competition between capital und
labour!, aber die einzige competition, durch die sie fallen kann, ist diese
competition. Ramsay selbst gibt uns aber keinen Grund an, weswegen die
allgemeine Profitrate Tendenz zum Fallen. Das Einzige, was er sagt - und
was richtig -, daß die Zinsrate fallen kann ganz unabhängig von der rate of
gross profits? in einem Lande und zwar:

„Unterstellen wir selbst, daß Kapital nie anders aufgenommen würde als für pro-
duktive Anlagen, so ist es dennoch möglich, daß Zins wechselt ohne irgendwelchen
Wechsel in der Rate des Bruttoprofits. Denn, wie ein Volk fortschreitet in der Entwick-
lung des Reichtums, entsteht und wächst mehr und mehr eine Klasse von Leuten, die
durch die Arbeiten“ {exploitation, robbery?} „ihrer Vorfahren sich in Besitz von Fonds
finden, von deren bloßem Zins sie leben können. Viele auch, die in der Jugend und
Mannheit aktiv im Geschäft engagiert, ziehn sich zurück, um im Alter ruhig vom Zins
der Summen zu leben, die sie selbst akkumuliert haben. Diese beiden Klassen haben
eine Tendenz, mit dem wachsenden Reichtum des Landes sich zu vermehren; denn
die, die schon mit einem mittelmäßigen Kapital anfangen, bringen es leichter zu einem
unabhängigen Vermögen, als die mit wenigem anfangen. Daher in alten und reichen
Ländern macht der Teil des nationalen Kapitals, denen gehörig, die es nicht selbst
anwenden wollen, ein größeres Verhältnis aus zum gesamten produktiven Kapital der
Gesellschaft als in neu angebauten und armen Ländern. Wie zahlreich die Klasse der
Rentiers in England! Im Verhältnis, wie die Klasse der Rentiers wächst, wächst auch
die der Kapitalverleiher, denn sie sind ein und dieselben. Aus dieser Ursache allein
müßte der Zins eine Tendenz haben, in alten Ländern zu fallen.“ (p.201 sqq.)

1 Konkurrenz zwischen Kapital und Arbeit -° Rate des Bruttoprofits - ® Ausbeutung,
Raub

Ramsay 347

Von der rate of net profit" (Zins) sagt Rlamsay], daß

„er abhängt zum Teil von der Rate des Bruttoprofits, zum Teil von der Proportion,
worin diese geteilt in Zins und industriellen Profit. Diese Proportion hängt ab von der
Konkurrenz zwischen Verleihern und Borgem von Kapital. Diese Konkurrenz influen-
ziert, aber wird nicht ausschließlich reguliert durch die voraussichtliche Rate des
Bruttoprofits. Und die Konkurrenz nicht ausschließlich reguliert durch diese Ursache,
weil von der einen Seite viele borgen ohne jegliche Absicht produktiver Anwendung und
weil andrerseits die Proportion des gesamten leihbaren nationalen Kapitals wechselt mit
dem Reichtum des Landes, unabhängig von irgendwelchem Wechsel im Bruttoprofit.“
(p. 206, 207.) „Der Unternehmerprofit hängt vom. Nettoprofit des Kapitals ab, nicht der
letztere vom ersteren.“ (p. 214.)

1100] Abgesehn von dem früher erwähnten Umstand, bemerkt Ramsay
noch mit Recht:

„Der Zins nur da ein Maß des industriellenProfits, wo der Kulturzustand so, daß das
Bedürfnis nach Sicherheit der Rückzahlung nicht hereinkommt ... In England z.B.
können wir uns gegenwärtig keine Entschädigung für Risiko denken, da durchaus alles,
was den Zins bildet, von Anlagen kommt, die man als gute Sicherheiten bezeichnet.“

(p.199, Note.)

Von dem industrial capitalist, den er den master-capitalist? nennt, be-
merkt Rlamsay]:

„Der industrielle Kapitalist ist der allgemeine Verteiler des Reichtums; er zahlt den
Arbeitern die Löhne, dem Kapitalist den Zins; dem Grundeigentümer die Rente. Auf
der einen Seite sind die Unternehmer, auf der andern Arbeiter, Kapitalisten und Land-
lords. Die Interessen dieser beiden großen Klassen stehen einander diametral gegen-
über. Es ist der Unternehmer, der Arbeit, Kapital und Land mietet, und natürlich ist
er bestrebt, ihre Benutzung zu möglichst billigen Bedingungen zu erlangen, während
die Eigentümer dieser Quellen von Reichtum alles aufbieten, sie so hoch als möglich
zu vermieten.“ (p.218, 219.)

Industrial Profit. (Labour of Superintendence®.)

Im ganzen ist das, was Rfamsay] über den industrial profit (speziell auch
die labour of superintendence sagt) das Vernünftigste, was in dieser Arbeit
beigebracht worden, obgleich ein Teil seiner Demonstration von Storch
entlehnt #9,

Die Exploitation der Arbeit kostet Arbeit. Soweit die von dem industrial
capitalist verrichtete Arbeit bloß ernötigt ist durch den Gegensatz von
Kapital und Arbeit, geht sie ein in die Kosten seiner overlookers (der

1 Rate des Nettoprofits - ° kapitalistischen Unternehmer - ® Arbeit der Oberaufsicht -
4 Aufseher

348 Zweiundzwanzigstes Kapitel

industriellen Unteroffiziere) und ist bereits berechnet unter der Kategorie
von wages, ganz wie die Kosten, die der Sklavenaufseher und seine Peitsche
verursachen, unter die Produktionskosten des Sklavenhalters berechnet
sind. Diese Kosten, ganz wie der größte Teil der merkantilischen, gehören
zu den faux frais! der kapitalistischen Produktion. Wo es sich um die all-
gemeine Rate des Profits handelt, kommt ebensowenig in Betracht die
Arbeit, die den Kapitalisten ihre eigne Konkurrenz und ihr Versuch, sich
wechselseitig zu bescheißen, macht; ebensowenig das größre oder geringre
Geschick, die mehr oder minder Unkosten, womit der eine industrielle
Kapitalist im Unterschied vom andern die größte Summe surplus labour
zu den geringsten Unkosten aus seinen Arbeitern herauszuziehn und diese
herausgezogne surplus labour zu realisieren weiß im Zirkulationsprozeß.
Die Betrachtung dieser Dinge gehört in die Betrachtung der Konkurrenz
der Kapitalien. Sie handelt überhaupt von ihrem Kampf und ihrer Arbeit,
the greatest possible amount of surplus labour? an sich zu reißen und hat bloß
mit der Verteilung derselben unter die verschiednen Privatkapitalisten zu
tun, nicht aber weder mit ihrem Ursprung noch mit ihrem general extent®.

Es bleibt für die labour of superintendence nur die allgemeine Funktion
übrig, die Teilung der Arbeit und Kooperation gewisser Individuen zu
organisieren. Diese Arbeit ist völlig repräsentiert durch die wages des gene-
ral manager? in den größren kapitalistischen Unternehmungen. Sie ist be-
reits abgezogen von der allgemeinen Profitrate. Den besten praktischen Be-
weis liefern die kooperativen Fabriken der Arbeiter in England 0, da die-
selben, ja trotz des größren Zins, den sie zahlen, größren Profit liefern als
der average one®, obgleich die wages des general manager, die natürlich
durch den Marktpreis dieser Art Arbeit bestimmt sind, abgezogen. Die
industriellen Kapitalisten, die ihre eignen general managers, sparen ein item
der Produktionskosten, zahlen sich selbst wages und erhalten daher höhre
als die Durchschnittsprofitrate. Würde morgen diese Phrase der Apologeten
beim Wort genommen, und der Profit des industrial capitalist auf die
wages of management and. direction’ beschränkt, so wäre übermorgen die
kapitalistische Produktion am Ende, die Aneignung fremder Surplusarbeit
und die Verwandlung dieser Surplusarbeit in Kapital.

Betrachtet man aber selbst diese [Entlohnung der] labour of super-
intendence als in der general rate of profit® versteckte wages, so gilt hier das

2 Unkosten - ? die größtmögliche Masse von Mehrarbeit - 3 ihrer allgemeinen Ausdeh-
nung -*in der Handschrift: gewissen Individuen zuteilen - ® den Lohn des leitenden
Direktors - $ durchschnittliche - ? den Lohn für Leitung und Verwaltung - ® allgemeinen
Profitrate

Ramsay 349

Gesetz, das Rjamsay| und andere entwickelt, daß, während der Profit (der
industrielle wie der gross profit) im Verhältnis zur Größe des ausgelegten
Kapitals steht, dieser Teil desselben im umgekehrten Verhältnis zur Größe
des Kapitals steht, verschwindend klein bei großem Kapital, und absor-
bierend groß bei kleinem Kapital ist, d.h. da, wo nur nominell kapitalistische
Produktion besteht. Wenn der kleine Kapitalist, der seine Arbeit fast selbst
verrichtet, sehr hohe Profitrate im Verhältnis zu seinem Kapital zu genießen
scheint, so das factum, daß er in der Tat, soweit er nicht einige Arbeiter
beschäftigt, deren Surplusarbeit er aneignet, gar keinen Profit macht und
nur nominell kapitalistisch produziert (sei es industriell oder merkantil). Er
zeichnet sich dadurch vom Lohnarbeiter aus, daß er in seinem nominellen
Kapital in der Tat Herr und Eigentümer seiner eignen Arbeitsbedingungen
ist, daher keinen master über sich hat, |]1101| und daher seine ganze
Arbeitszeit sich selbst aneignet, statt daß sie von einer dritten Person an-
geeignet wird. Was hier als Profit erscheint, ist bloß der Unterschied von
den common wages!, der eben herauskommt durch diese Aneignung der
eignen surplus labour. Indes gehört diese Gestalt nur den Sphären an, deren
sich die kapitalistische Produktionsweise realiter noch nicht bemächtigt hat.

„Man kann den Unternehmerprofit sich zerlegen in 1. das Salair des Unternehmers;
2. sein Risiko; 3. seinen Mehrgewinn.“ (p.226.)

Was nun den Punkt 2 angeht, so hat er absolut nichts zu tun hier. Corbet
(und Rlamsay] selbst) hat es gesagt !, daß die insurance?, durch die das
risk® gedeckt ist, nur die losses der capitalists gleichmäßig verteilt oder all-
gemeiner verteilt unter die ganze Klasse. Von diesen gleichmäßig verteilten
Verlust muß abgezogen werden der Profit der insurance companies, der
Kapitalien, die, employed in the business of insurance, diese Verteilung
übernehmen. Diese companies erhalten Teil am Mehrwert in derselben
Weise wie mercantile oder monied capitalists°, ohne an seiner direkten Pro-
duktion beteiligt zu sein. Es ist dies eine Frage der Verteilung der surplus
value unter die verschiednen Sorten Kapitalisten und der Abzüge, die so
das besondre Kapital hat. Hat weder mit der Natur noch dem extent® des
surplus zu tun. Der Arbeiter kann natürlich nicht mehr liefern als seine
Surplusarbeit. Er kann dem Kapitalisten nicht noch extra dafür zahlen, daß
dieser sich sichert im Besitz der Früchte dieser Surplusarbeit. Höchstens
könnte man sagen, daß selbst, apart from? kapitalistischer Produktion, die
Produzenten gewisse Ausgaben haben würden, also einen Teil ihrer Arbeit

1 dem gewöhnlichen Lohn - ? Versicherung - ® Risiko - * angelegt im Versicherungs-
geschäft -° Handels- oder Geldkapitalisten - ® Größe - ? abgesehen von

350 Zweiundzwanzigstes Kapitel

oder der Produkte ihrer Arbeit zur Versicherung ihrer Produkte, ihres
Reichtums oder seiner Elemente gegen Zufälle etc. verausgaben müßten.
Statt daß jeder Kapitalist sich selbst versichert, erhält er das sichrer und
wohlfeiler, indem ein Teil des Kapitals mit diesem Geschäft betraut wird.
Die insurance wird gezahlt aus Teil der surplus value, deren Verteilung -
und Sicherung - unter die Kapitalisten mit ihrem Ursprung und extent
nichts zu tun hat. Bleibt also 1. das salary! und 2. die surplus gains?, wie
Rlamsay] hier den Teil der surplus value nennt, der dem industriellen
Kapitalisten im Unterschied vom Zins-Essenden zufällt und der daher auch
absolut bestimmt ist durch die Proportion zwischen Zins und industriellem
Profit, den beiden Teilen, worin der dem Kapital (im Unterschied zum
Grundeigentum) zufallende Teil der surplus value zerfällt. Was nun 1,
das salary, angeht, so versteht es sich d’abord® ganz von selbst, daß mit der
kapitalistischen Produktion dem Kapitalisten oder einem von ihm bezahlten
clerc*, Repräsentanten, die Funktionen des Kapitals als des Beherrschers
der Arbeit zufallen. Mit der kapitalistischen Produktion hörte auch diese
Funktion auf, soweit sie nicht aus der Natur kooperativer Arbeit, sondern
[aus] der Herrschaft der Arbeitsbedingungen über die Arbeit selbst hervor-
geht. Rfamsay] hebt indes selbst diesen Bestandteil auf oder reduziert ihn
soweit, daß er nicht worth speaking of?.

„Der Arbeitslohn [des Unternehmers] bleibt, wie die Mühe [der Oberaufsicht]
ziemlich derselbe, das Unternehmen sei groß oder klein.“ (p.227.) „Ein Arbeiter wird
nie sagen können, daß er so viel tun kann, wie 2, 3 etc. seinesgleichen. Aber ein
industrieller Kapitalist oder farmer kann 10 und 15 ersetzen.“ (p.255.)

Der dritte Teil, die surplus gains, in denen die risks eingeschlossen, die
bloß möglich sind, nichts als ein möglicher loss® von den gains und dem
Kapital, faktisch aber als insurance sich darstellen und daher selbst als
Anteil bestimmter Kapitalien in besondrer Sphäre an der general surplus
value’.

„Diese Mehrgewinne“, sagt Rlamsay], „stellen in Wahrheit jene Revenue dar, die
der Macht entspringt, den Gebrauch des Kapitals zu kommandieren, möge es dem Manne
selbst gehören oder von anderen geborgt sein“ {d.h. die power of commanding other
people’s labour®} ... „Der Nettoprofit“ (Zins) „wechselt genau mit der Größe des
Kapitals; dagegen ist das Verhältnis des Mehrgewinns zu dem angewandten Kapital
um so größer, je größer das Kapital.“ (p.230.)

1 der Arbeitslohn - 2 der Mehrgewinn - ® zunächst - * Angestellten - ® der Rede
wert ist -® Verlust - ? allgemeinen Mehrwert - ® Macht, die Arbeit anderer Leute zu kom-
mandieren

Ramsay 351

D.h. mit andren Worten nichts [als]: salaries of masters! stehn im um-
gekehrten Verhältnis zur Größe des Kapitals. Auf je größrer Stufenleiter
das Kapital arbeitet, je mehr die Produktionsweise kapitalistisch, um so
mehr verschwindend der Bestandteil des industriellen Profits, der auf
salary reduzierbar, und um so reiner tritt der wirkliche Charakter des
industriellen Profits hervor - ein Teil der surplus gains, i.e. der surplus
value, i.e. der unbezahlten surplus labour zu sein. Der ganze Gegensatz
von industrial profit und interest nur Sinn im Gegensatz zwischen rentier
und industrial capitalist, berührt aber absolut nicht weder das Verhältnis
des Arbeiters zum Kapital, noch die Natur des Kapitals, noch den Ur-
sprung seines Profits etc.

Von der Nicht-Kornrent sagt Rlamsay]:

„Auf diese Weise wird die Rente, die für eine Art Produkte bezahlt wird, zur Ur-
sache des hohen Werts anderer?.“ (p.279.)

„Revenue“, sagt Rlamsay] im Schlußkapitel, „unterscheidet sich von dem jähr-
lichen Bruttoprodukt einfach durch das Fehlen aller jener Dinge, die erheischt sind,
das fixe Kapital zu erhalten“ (das ist also bei ihm konstantes Kapital, raw materials® in
allen Phasen, matitres instrumentales* und Maschinerie etc.). (p.471.)

1102| Rlamsay] hat es bereits gesagt? und wiederholt im letzten
Kapitel, daß „circulating capital“, i.e. bei ihm in Arbeitslohn ausgelegtes
Kapital, überflüssig,
„weder als unmittelbarer Faktor der Produktion, noch überhaupt für sie wesentlich ist“.
(p.468.)

Er zieht nur nicht den selbstverständlichen Schluß, daß mit der Lohn-
arbeit und dem in Lohnarbeit ausgelegten Kapital die Notwendigkeit der
kapitalistischen Produktion überhaupt geleugnet ist und die Arbeits-
bedingungen damit aufhören, als „Kapital“ oder, wie er es nennt, „capital
fixe“ den Arbeitern gegenüberzutreten. Der eine Teil der Arbeitsbedingun-
gen erscheint nur als capital fixe, weil der andre als circulating capital
erscheint. Die kapitalistische Produktion aber einmal als factum voraus-
gesetzt, erklärt Rlamsay] als notwendige Form der Revenue wages und
gross profits of capital® (industrial profit oder, wie er es nennt, profit of
enterprise included’). (p. 478, 475.) Natürlich, dies sind die beiden Formen
der Revenue, die in der Tat das Wesen der kapitalistischen Produktion
und der beiden Klassen, auf denen sie beruht, in ihrer Einfachheit und

1 Arbeitslöhne der Unternehmer - ? in der Handschrift ist die hier kursiv gegebene Text-
stelle mit Bleistift unterstrichen -® Rohmaterialien -* Hilfsstoffe -® siehe vorl. Band, S.321 -
6 Bruttoprofit vom Kapital -” Unternehmungsprofit inbegriffen

352 Zweiundzwanzigstes Kapitel

Allgemeinheit zusammenfassen. Dagegen erklärt er Rent, d.h. also Grund-
eigentum für eine der kapitalistischen Produktion überflüssige Form
(p.472), vergißt aber, daß sie notwendiges Produkt dieser Produktionsweise.
Dasselbe gilt, wenn er „net profits of capital“ oder Zins für eine nicht
notwendige Form erklärt:

„Die Rentiers müßten sich nur in industrielle Kapitalisten verwandeln. Dies für
den nationalen Reichtum gleichgültig... Der Nettoprofit braucht sicher nicht so hoch
zu sein, um dem Besitzer und dem Anwender ein besonderes Einkommen aufzubringen“
(p. 476, 477),
wobei er wieder vergißt, was er selbst gesagt, daß sich mit der Entwicklung
des Kapitals notwendig eine stets wachsende Rentierklasse bildet.!

„Bruttoprofit von Kapital und Unternehmung ... nötig zum Fortgang der Produk-
tion.“ (p.475.)

Natürlich. Ohne Profit kein Kapital, und ohne Kapital keine kapitalisti-
sche Produktion.

Also Resultat bei R[amsay] einerseits (was er selbst nur in der bornierten
Form sagt, daß „circulating capital“ überflüssig und „wages“, wenn die
Masse des Volkes nicht so arm wäre, daß sie ihren Anteil am Produkt in
advance?, bevor es fertig, erhalten müßte), daß die kapitalistische, auf der
Lohnarbeit beruhende Produktionsweise keine notwendige, i.e. keine
absolute Form der gesellschaftlichen Produktion; zweitens, daß Zins im
“ Unterschied vom industriellen Profit, ebensowohl wie Grundrente (also die
durch die kapitalistische Produktion selbst geschaffne Form des Grund-
eigentums) superfetations® sind, die ihr nicht wesentlich und die sie ab-
streifen könnte. Im Fall dies bürgerliche Ideal wirklich durchführbar, wäre
die Folgenur, daß die ganze surplus value direkt denindustriellen Kapitalisten
zufiele und die Gesellschaft (ökonomisch) auf den einfachen Gegensatz von
Kapital und Lohnarbeit reduziert würde, eine Vereinfachung, die allerdings
die Auflösung dieser Produktionsweise beschleunigen würde. [1102|]

11102] {Im „Morning Star“'®2!, 1.Dez. 1862, jammert ein Fabrikant:

„Zieht von dem Bruttoprodukt die Arbeitslöhne, die Grundrente, den Kapitalzins
ab, die Kosten des Rohmaterials sowie die Gewinne des Agenten, Kaufmanns oder

1 Siehe vorl. Band, S.346/347 - ? im voraus - * Auswüchse

Ramsay 353

‚Händlers, und was übrigblieb, war der Profit des Manufakturisten, des BewohnersLanca-
shires, des Besitzers, auf den die Last gelegt ist, für so viele Teilnehmer an der Ver-
teilung des Bruttoprodukts die Arbeiter zu erhalten.“ }

{Läßt man den Wert beiseite und betrachtet das gross produce in natura,
so klar, daß nach Ersatz des konstanten Kapitals und des in Arbeitslohn
ausgelegten der Teil des Produkts übrigbleibt, der die surplus value dar-
stellt. Davon geht aber Teil ab als Rente und die gains der agents, merchants
or dealers, whether they apply capital of their own or not!, bestehn in
participation an dem Teil des gross produce, der surplus value darstellt.
Ist also Deduktion für den manufacturer. Sein Profit selbst teilt sich, wenn
er Kapital gepumpt hat, wieder in industriellen Profit und Zins. }

{Zur Differentialrente: Des Arbeiters, der auf dem fruchtbareren Boden
arbeitet, Arbeit ist produktiver als die dessen, der auf dem minder frucht-
baren Boden arbeitet. Würde er also in natura bezahlt, so erhielte er einen
geringern Teil des gross produce als der, der auf minder fruchtbarem
Boden arbeitet. Oder, was dasselbe, seine relative Surplusarbeit, obgleich
er dieselbe Zahl Stunden pro Tag arbeitete, wäre größer als die des andern.
Nun aber kostet sein Arbeitslohn so viel wie der des andren. Weswegen
auch der Profit seines employers nicht größer. Der Surpluswert, der in dem
Überschuß seines Produkts steckt, die größre relative Fruchtbarkeit seiner

Arbeit oder die Differentialsurplusarbeit seinerseits ist pocketed by the
landlord.} [1102|]

% Gewinne der Agenten, Kaufleute oder Händler, ob sie ihr eigenes Kapital anwenden
oder nicht -* vom Landlord eingesteckt

354

## [DREIUNDZWANZIGSTES KAPITEL]

## Cherbuliez

11102] Cherbuliez, „Riche ou pauvre etc.”, Paris 1841. (Nachdruck der
Genfer Ausgabe.)

(Es ist sehr die Frage, ob wir diesen Burschen speziell in diese Reihe
aufnehmen, da das meiste von ihm sismondisch, oder ob wir das Treffende
bei ihm gelegentlich als Zitat anbringen.!”®) |1102]|

### [1. Versuch, zwischen konstantem und variablem Kapital
zu unterscheiden]

1103] Kapital, sagt Chferbuliez], sind „die Rohmaterialien, das Werkzeug, der
Lebensmittelfonds“. (p. 16.) „Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Kapital und
irgendeinem anderen Teile des Reichtums. Nur die Art, wie man es anwendet, be-
stimmt, ob ein Ding Kapital wird, das heißt, wenn es in einer produktiven Operation
angewandt wird als Rohmaterial, Werkzeug oder Lebensmittelfonds.“ (p. 18.)

Dies also die ordinäre Manier, das Kapital zu reduzieren auf die stoff-
lichen Elemente, worin es im Arbeitsprozeß vorfällt. Arbeitsmittel und
Lebensmittel. Und zwar letztres insofern nicht exakt, als die Lebensmittel
zwar Bedingung für die Produzenten sind, um während der Produktion zu
existieren, Voraussetzung; aber in den Arbeitsprozeß selbst nicht eingehn;
worin nichts eingeht als Arbeitsgegenstand, Arbeitsmittel und Arbeit selbst.
Die objektiven Momente des Arbeitsprozesses - die allen Formen der
Produktion gemeinsam - werden hier also Kapital getauft, obgleich das
approvisionnement" (worin schon der Arbeitslohn involviert) die kapita-
listische Form dieser Arbeitsbedingungen stillschweigend involviert.

1 der Lebensmittelfonds

Cherbuliez 355

Cherbf[uliez] [glaubt], ganz wie Ramsay, daß sich das approvisionnement,
was Rlamsay] circulating capital nennt, vermindert (wenigstens relativ zur
Totalität des Kapitals und absolut, soweit beständig die Maschinerie
Arbeiter herauswirft). Aber er wie Rlamsay] scheinen zu denken, daß not-
wendig sich die Masse der Lebensmittel vermindert, der necessaries, die als
produktives Kapital angewandt werden können. Dies durchaus nicht der
Fall. Es wird hier immer verwechselt der Teil des gross product!, der das
Kapital ersetzt und als Kapital angewandt wird, und der Teil, der das
surplus produce vorstellt. Das approvisionnement vermindert sich, weil ein
großer Teil des Kapitals, d.h. des als Kapital angewandten Teils des gross
produce als konstantes Kapital statt als variables reproduziert wird. Ein
größrer Teil des surplus produce, das aus Lebensmitteln besteht, wird von
unproduktiven Arbeitern und Nichtarbeitern aufgegessen oder ausgetauscht
gegen luxuries. Voilä tout.2

Allerdings kann das factum, daß ein stets geringrer Teil des Gesamt-
kapitals in variables Kapital verwandelt wird, auch anders ausgedrückt
werden. Der Teil des Kapitals, der in variablem Kapital besteht = dem
Teil des Gesamtprodukts, den der Arbeiter sich selbst aneignet, für sich
selbst produziert. Je geringer also dieser Teil, auch um so kleineres Quotum
der Gesamtarbeiterzahl reicht hin, ihn zu reproduzieren (ganz wie beim
einzelnen Arbeiter, der um so weniger Arbeitszeit für sich selbst arbeitet).
Wie die Gesamtarbeit, so zerfällt das Gesamtprodukt der Arbeiter in
2 Teile. Einen, den sie für sich selbst produzieren, den andren für den
Kapitalisten. Wie man die Zeit des einzelnen Arbeiters in 2 Teile teilen
kann, so die der ganzen Arbeiterklasse. Ist die Surplusarbeit = !/, Tag, so
ist dies dasselbe, als wenn der halbe Teil der Arbeiterklasse für die Sub-
sistenz der Arbeiterklasse produziert und die andre Hälfte Rohmaterial,
Maschinerie und fertige Produkte produziert für den Kapitalist, teils als
Produzenten, teils als Konsumenten.

Das Lächerliche, daß Chlerbuliez] und Rjamsay] glauben, der Teil des
gross produce, der von den Arbeitern verzehrt werden könne, in natura in
ihre Konsumtion eingehn könne, habe sich notwendig or at all? vermindert.
Es hat sich nur der Teil vermindert, der in dieser Form und darum als
variables Kapital verzehrt wird. Ein desto größrer Teil wird dagegen von
Bedienten gegessen, Soldaten etc., oder exportiert und gegen feinre Lebens-

mittel ausgetauscht.
Das Wichtige, wie bei Ramsay, so bei Ch[erbuliez] nur, daß sie in der Tat

? Bruttoprodukts - * Das ist alles. -° oder überhaupt
23*

356 Dreiundzwanzigstes Kapitel

variables und konstantes Kapital’ gegenüberstellen und nicht bei der aus der
Zirkulation entlehnten Unterscheidung von capital fixe und circulant stehn-
bleiben. Denn Cherb[uliez] stellt gegenüber den Teil des Kapitals, der sich
in approvisionnement auflöst, dem, der aus mati£res brutes, matieres instru-
mentales' und Arbeitsmitteln, instruments, machines besteht. Während
jene zwei Bestandteile des capital constant - matieres brutes und instrumen-
tales - der Zirkulationsform nach zum zirkulierenden Kapital gehören.
{Was bei der Variation in den Bestandteilen des Kapitals das Wichtige,
nicht, daß relativ mehr Arbeiter mit der Produktion von Rohmaterial und
Maschinerie, als mit der von direkten Lebensmitteln beschäftigt. Dies nur
Teilung der Arbeit. Sondern das Verhältnis, worin das Produkt vergangne
Arbeit zu ersetzen (i.e. konstantes Kapital zu ersetzen) und worin es
lebendige Arbeit zu zahlen hat. Auf je größrer Stufenleiter die kapitalistische
Produktion - je größer daher das akkumulierte Kapital -, um so größren
Anteil am Wert des Produkts hat die Maschinerie und das Rohmaterial,
worin sich das in der Produktion von Maschinerie und Rohmaterial emplo-
yed capital? auflöst. Ein um so größrer Teil des Produkts muß also in natura
der Produktion wiedergegeben werden oder indem die Produzenten von
konstantem Kapital gegeneinander Teile desselben austauschen. Das
Verhältnis des Teils des Produkts, der der Produktion gehört, wird um so
größer, und um so relativ geringer der Teil, der die lebendige, neuzugesetzte
Arbeit vertritt. Allerdings, in Waren, Gebrauchswerten ausgedrückt,
wächst dieser Teil, denn jenes fact ist gleichbedeutend mit der vergrößerten
Produktivität der Arbeit. Aber um so mehr fällt noch relativ der Teil dieses
Teils, der dem Arbeiter appropriert wird. Und derselbe Prozeß bringt eine
beständige relative redundancy der working population? hervor.}

### [2. Relative Abnahme des variablen Kapitals
mit fortschreitender Entwicklung der kapitalistischen Produktion]

1104| {Es ist unbestreitbares fact, daß mit der Entwicklung der kapi-
talistischen Produktion der in Maschinerie und Rohmaterial angelegte Teil
des Kapitals wächst und das in Arbeitslohn ausgelegte abnimmt. Dies ist
die einzige Frage, die Ramsay und Cherbuliez beschäftigt. Uns ist aber die
Hauptsache: erklärt dies fact die Abnahme der Profitrate? (die übrigens

1 Rohmaterialien, Hilfsstoffen - * angewandte Kapital -® Überschüssigkeit der arbeiten-
den Bevölkerung

Cherbuliez 357

lange nicht so groß ist, wie man sagt). Es handelt sich dabei nicht nur um
das quantitative Verhältnis, sondern um Wertverhältnis.

Wenn 1 Arbeiter soviel Baumwolle spinnen kann wie 100, muß das
Rohmaterial verhundertfacht werden, und außerdem wird der Prozeß nur
durch die Spinnmaschine zuwege gebracht, wo Einer 100 Spindeln dirigiert.
Wenn aber gleichzeitig ein Arbeiter soviel Baumwolle produziert, wie
früher 100 und I Spinnmaschine [das] machte, wo früher nur I Spindel,
bliebe das Wertverhältnis dasselbe; d.h. die Arbeit, ausgelegt im Spinnen,
in Baumwolle und Spinnmaschine, bliebe ganz dasselbe, was es früher für
Arbeit, Baumwolle und Spindel war.

Was nun die Maschinerie angeht, so kostet sie nicht soviel wie die Arbeit,
die sie ersetzt, obgleich die Spinnmaschine viel kostspieliger als die Spindel.
Der einzelne Kapitalist, der eine Spinnmaschine hat, muß ein größres
Kapital haben als der einzelne Spinner, der ein Spinnrad kauft. Aber im.
Verhältnis zur Zahl der Arbeiter, die sie beschäftigt, die Spinnmaschine
wohlfeiler als das Spinnrad. Sonst verdrängte sie nicht das letztre. An die
Stelle des Spinners tritt ein Kapitalist. Aber das Kapital, das der eine im
Spinnrad ausgelegt, größer, relativ zur Größe des Produkts!, als das, [das]
der andre in der Spinnmaschine auslegt.}

Die zunehmende Produktivität der Arbeit ist (as far as connected with
machinery?) identisch mit der abnehmenden Masse Arbeiter relatively to
the number and extent of the machinery employed. Instead of a simple and
cheap instrument is placed a collection of those instruments (wenn auch
modified) und besides that collection the whole part of the machinery con-
sisting of the moving and conducting parts; besides the materials used (like
coal etc.) to produce the moving agent (as steam).? Endlich die Baulich-
keiten. Wenn ein Arbeiter 1800 Spindeln überwacht, statt ein Spinnrad
zu drehn, wäre es höchst blödsinnig zu fragen, warum diese 1800 Spindeln
nicht so wohlfeil wie das eine Spinnrad. Die Produktivität ist hier eben
hervorgebracht durch die Masse des Kapitals, das als Maschinerie an-
gewandt ist. Das Verhältnis des dechet* der Maschinerie betrifft nur die
Ware; der Arbeiter steht der Gesamtmaschinerie gegenüber, und so der
Wert des in Arbeit ausgelegten Kapitals dem in Maschinerie ausgelegten.

1 In der Handschrift: Kapitals - 2 soweit sie mit Maschinerie zusammenhängt - ® im
Verhältnis zu der Zahl und der Ausdehnung der angewandten Maschinerie. An Stelle eines
einfachen und billigen Werkzeugs tritt eine Kollektion solcher Werkzeuge (wenn auch modi-
fiziert), und zu dieser Kollektion kommt noch der ganze Teil der Maschinerie hinzu, der sich
zusammensetzt aus sich bewegenden und kraftübertragenden Teilen; dazu die Materialien (wie
Kohle etc.), die erforderlich sind, die bewegende Kraft (wie Dampf) zu erzeugen. - * Ver-
schleißes

358 Dreiundzwanzigstes Kapitel

Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Maschinerie sich verwohlfeilert
aus zwei Gründen: Die Anwendung von Maschinerie in Produktion der
Rohmaterialien, aus denen die Maschinerie besteht. Die Anwendung von
Maschinerie bei der Verwandlung jenes Materials in Maschinerie. Allein
damit ist zweierlei gesagt. Erstens: Daß auch in diesen beiden Branchen,
verglichen mit den Instrumenten, die die Manufakturindustrie brauchte,
das in Maschinerie ausgelegte Kapital an Wert wächst gegen das in Arbeits-
lohn ausgelegte. Zweitens: Was sich verwohlfeilert, ist die einzelne Maschine
und ihre Bestandteile, aber es entwickelt sich ein System der Maschinerie;
es tritt nicht nur einzelne Maschine an die Stelle des Instruments, sondern
ein System, und das Instrument, was vielleicht früher die Hauptrolle spielte,
wie Nadel z.B. (bei dem Strumpfwirker oder ähnlicher Maschine), nun zu
vielen Tausenden gesammelt. Jede einzelne Maschine, die dem Arbeiter
gegenübersteht, schon ungeheure Kollektion von Instrumenten, die er früher
vereinzelt brauchte, wie 1800 Spindeln statt einer. Aber sie enthält außer-
dem Elemente, die das alte nicht enthielt etc. Trotz der Verwohlfeilung des
einzelnen Elements das whole bulk! [der Maschineriel steigt im Preis enorm,
und die Produktivität besteht in der beständigen Ausdehnung dieses bulk.

Ferner: ein Element der Verwohlfeilung der Maschinerie, außer dem
ihrer Elemente, ist die Verwohlfeilung des Sitzes der treibenden Kraft
(z.B. des Dampfkessels) und der leitenden Maschinen. Die economy of
power?. Diese geschieht aber grade dadurch, daß in wachsendem Maße
derselbe Motor ein größres System in Bewegung setzt. Er verwohlfeilert
sich relativ (oder seine Kosten wachsen nicht im Verhältnis wie die Größe
des Systems, auf das er angewandt; er selbst wird teuerer in größrem Maß-
stab, aber nicht in dem Verhältnis, worin er größer wird); selbst wenn seine
Kosten absolut wachsen, nehmen sie relativ ab. Dies also neues Moment,
ganz abgesehn von dem Preis der einzelnen Maschine, das Maschinen-
kapital, das der Arbeit gegenübertritt, zu vergrößern. Ein Element, die
zunehmende Geschwindigkeit der Maschinerie, vermehrt die Produktivkraft
enorm, hat aber mit dem Wert der Maschinerie selbst nichts zu schaffen.

Es ist also selbstverständlich oder tautologischer Satz, daß der zunehmen-
den Produktivität der Arbeit vermittelst der Maschinerie zunehmender
Wert der Maschinerie relativ zur Masse der angewandten Arbeit (daher
dem Wert der Arbeit, dem variablen Kapital) entspricht.

11105] Alle Umstände, die bewirken, daß die Anwendung der Ma-

schinerie den Preis der Waren verwohlfeilert, reduzieren sich erstens auf

1 die ganze Masse - ? Ersparnis an Kraft

Cherbuliez 359

die Reduktion des Quantums Arbeit, das in einer einzelnen Ware absorbiert
wird; zweitens aber auf Reduktion des dechet der Maschinerie, dessen
Wert in die einzelne Ware eingeht. Je weniger rasch das dechet der Maschi-
nerie, desto weniger Arbeit zu ihrer Reproduktion gebraucht. Vermehrt also
das Quantum und Wert des als Maschinerie bestehenden Kapitals gegen-
über dem in Arbeit existierenden.

Bleibt also nur die Frage über das Rohmaterial. Daß seine Quantität
steigen muß im Verhältnis der Produktivität der Arbeit, klar, also die Masse
des Rohmaterials im Verhältnis zu der der Arbeit. Dies Verhältnis ist
größer als es scheint. Sagen wir z.B., es werden wöchentlich 10000 Ibs.
Baumwolle konsumiert. Jahr = 50 Wochen gerechnet, = 10000 x 50
= 500000 Ibs. Arbeitslohn während des Jahrs sei = 5000 I. Und das Ib.
Baumwolle soll kosten 6 d., so macht das 250000 sh. = 12500 I. Gesetzt,
das Kapital schlüge 5x im Jahr um. So werden !/, jährlich gebraucht
werden 100000 Ibs. Baumwolle = 2500 !. Und in demselben ?/, Jahr
1000 I. Arbeitslohn. Also mehr als !/, des Werts des Kapitals, das in der
Baumwolle steckt. No, dies alteriert das Verhältnis nicht. Sage, der Wert
der Baumwolle jedes !/, Jahrs = 10000 und der der Arbeit = 1000, so
wäre das !/jo. (Es ist ditto Y/}., wenn wir das ganze Produkt betrachten,
50000 auf der einen Seite, 5000 auf der andren.)

(Der Wert der Ware, quoad! Maschinerie, bestimmt durch das dechet,
das in sie eingeht; also bloß durch den Wert der Maschinerie, soweit er
selbst in den Verwertungsprozeß eingeht, d.h. soweit er sich im Arbeits-
prozeß konsumiert. Dagegen der Profit bestimmt (abgesehn vom Roh-
material) durch den Wert der Gesamtmaschinerie, die in den Arbeitsprozeß
- eingeht, unabhängig von seiner Konsumtion. Der Profit muß daher fallen
im Verhältnis wie die Gesamtarbeit fällt gegen den in Maschinerie aus-
gelegten Teil des Kapitals. Er fällt nicht in demselben Verhältnis, weil die
Surplusarbeit steigt.)

Bei dem Rohmaterial kann man fragen: Wenn z.B. die produktive
Kraft in der Spinnerei sich verzehnfacht, also ein Arbeiter so viel spinnt,
wie früher zehn, warum sollte also ein nigger nicht so viel Baumwolle pro-
duzieren wie früher 10, also hier das Wertverhältnis dasselbe bleiben? Der
Spinner verbraucht in derselben Zeit 10 x mehr Baumwolle, aber der nigger
produziert in derselben Zeit 10x mehr Baumwolle. Die 10x größre
Quantität Baumwolle also nicht teurer wie früher die 10X kleinre. So bliebe
trotz des Wachstums in der Quantität des Rohmaterials sein Wertverhältnis

1 was anbelangt

360 Dreiundzwanzigstes Kapitel

zum variablen Kapital dasselbe. In der Tat war es nur durch die große
Verwohlfeilerung der Baumwolle, daß diese Industrie sich überhaupt so
entwickeln konnte.* Je teurer das Material (z.B. Gold und Silber), je
weniger in seiner Zubereitung als Luxusware Maschinerie und Teilung der
Arbeit angewandt. Weil der Vorschuß an Kapital für das Rohmaterial zu
groß und die Nachfrage nach diesen Produkten der Teuerkeit ihres Roh-
materials wegen beschränkt.

Hierauf ist ganz einfach zu antworten, daß ein Teil des Rohmaterials wie
Wolle, Seide, Leder durch tierisch organische Prozesse, Baumwolle, Lein-
wand etc. durch vegetabilisch organische produziert wird, es der kapitalisti-
schen Produktion bisher nicht gelungen ist und nie gelingen wird, ebenso
über diese Prozesse wie über rein mechanische oder unorganisch-chemische
zu verfügen. Zum Teil verteuert sich das Rohmaterial, wie von Häuten etc.
und andren tierischen Bestandteilen, schon weil das abgeschmackte Gesetz
der Grundrente mit dem Fortschritt der Zivilisation den Wert dieser Pro-
dukte steigert. Was Kohle und Metalle angeht (Holz), so sehr verwohl-
feilert im Fortschritt der Produktion; indes bei Erschöpfung der Minen
wird auch dies schwieriger etc.

{Wenn bei der Korn- und Minenrente gesagt werden kann, daß sie
nicht den Wert des Produkts verteuert (nur seinen Marktpreis), vielmehr
ein Ausdruck seines Werts ist (der Überschuß seines Werts über den Pro-
duktionspreis), so unterliegt dagegen keinem Zweifel, daß Viehrente, Haus-
rente etc. nicht Folge, sondern Ursache des steigenden Werts dieser Dinge. }

Die Verwohlfeilung der Rohmaterialien, der matieres instrumentales
etc. checks but does not cancel the growing value of this part of capital.
Paralysiert to the degree to which it works the fall of profit.*

{Damit diese Scheiße erledigt.} [1105|]

1105] {Bei Betrachtung des Profits Mehrwert als gegeben vorausgesetzt.
Und bloß die Variationen im konstanten Kapital in ihrem Einfluß auf die
Profitrate betrachtet. Es ist nur eine Weise, worin der Mehrwert direkt auf
das konstante Kapital wirkt, nämlich durch absolute Surplusarbeit, Ver-
längerung des Arbeitstags, wodurch das Wertverhältnis des konstanten
Kapitals verringert wird. Die relative surplus labour - wo der Arbeitstag

* |1105] (Würde morgen die Baumwolle 10x wohlfeiler, übermorgen die Spinnerei
noch rascher etc.)[°% [1105|]

1 Hilfsstoffe etc. verlangsamt, hebt aber nicht auf den wachsenden Wert dieses Kapital-
teils. Paralysiert bis zu dem Grad, zu dem es das Fallen des Profits bewirkt.

Cherbuliez 361

derselbe bleibt (abgesehn von der größren Intensifikation) - vermehrt das
Wertverhältnis des Profits zum Gesamtkapital durch Erhöhung des Sur-
plus selbst. Die absolute Surplusarbeitszeit vermindert relatively die
Kosten des konstanten Kapitals. }

### [3. Cherbuliez über die organische Zusammensetzung
des Kapitals und ihren Einfluß auf die Profitrate.
Sein „Gesetz der Appropriation‘“)

11106] Kehren wir zu Cherbuliez zurück.

Die Formeln, die er für die Profitrate gibt, sind entweder mathematische
Ausdrücke für den Profit in seiner common! Fassung, ohne irgendein Ge-
setz zu involvieren, oder sie sind dazu positiv falsch, obgleich er eine
Ahnung von der Sache hat, [sich ihr] annähert.

„Der profit mercantilel?®! ist bestimmt durch den Wert der Produkte, verglichen mit
den verschiednen Elementen des produktiven Kapitals.“ [p.70.]

{In der Tat ist der Profit das Verhältnis der surplus value des Produkts
zu dem Wert des vorgeschoßnen Gesamtkapitals ohne Rücksicht auf die
Verschiedenheit seiner Elemente. Aber die surplus value selbst ist bestimmt
durch die Größe und Rate der Verwertung des variablen Kapitals; und das
Verhältnis dieser surplus value zum Gesanftkapital ist wieder bestimmt
durch das Verhältnis von variablem und konstantem Kapital; ebenso durch
den Wertwechsel des konstanten Kapitals. }

„Die zwei Hauptelemente dieser Bestimmung sind offenbar der Preis der Rohstoffe
und die Quantität des nötigen approvisionnement?, um sie ins Werk zu setzen. Der
ökonomische Progreß der Gesellschaft wirkt in umgekehriem Sinn auf diese beiden
Elemente und strebt, die Rohstoffe zu verteuern, indem er. den Wert aller Produkte
der extraktiven Industriel®®], Industrien, die sich auf fonds appropries? und von einer
begrenzten Ausdehnung ausüben, vermehrt.“ (p.70.)

Dagegen das approvisionnement vermindert (relativ), worauf wir
später zurückkommen.
„Die Totalsumme der Produkte, weniger die Totalsumme des zu ihrer Erhaltung

konsumierten Kapitals, gibt die Totalsumme der Gewinne während eines bestimmten
Zeitraums. Die Totalsumme der Produkte wächst im Verhältnis des angewandten

1 gewöhnlichen - * Lebensmittelfonds - 3 privaten Grund und Boden

362 Dreiundzwanzigstes Kapitel

Kapitals und nicht des konsumierten Kapitals. Die Taxe der Gewinne oder ihr Verhältnis
zurm Kapital resultiert daher von der Kombination zweier andrer Verhältnisse, nämlich:
dem Verhältnis zwischen dem angewandten und dem konsumierten Kapital und dem Ver-
hältnis zwischen dem konsumierten Kapital und dem Produkt.“ (l.c. p.70.)

Chlerbuliez] sagt zuerst richtig, daß der Profit (bestimmt)? ist vom
Wert des Produkts im Verhältnis zu „den verschiednen Elementen“ des
produktiven Kapitals. Plötzlich flüchtet er zu dem Produkt selbst, der
Produktmasse. Nun kann sich aber die Produktmasse vermehren, ohne daß
sich der Wert dieser Masse vermehrt. Zweitens kann die Masse des Produkts
mit der Produktenmasse, woraus das konsumierte und unkonsumierte
Kapital bestand, höchstens verglichen werden in der Art wie Ramsay es
tut, wenn das gesamte Nationalprodukt verglichen würde mit seinen in
natura ausgelegten Ingredienzien.? Bei dem Kapital aber in jeder besondren
Sphäre die Gestalt des Produkts verschieden von seinen Ingredienzien
(selbst in den Industriezweigen, wie in der Agrikultur etc., worin ein Teil
des Produkts in natura ein Produktionselement dieses Produkts bildet).
Warum kommt Ch[erbuliez] zu diesem faux-fuyant?? Weil, trotz seiner
Ahnung, daß entscheidend für die Profitrate die organische Zusammen-
setzung des Kapitals, er absolut den Gegensatz des variablen Kapitals zu
dem andren Bestandteil des Kapitals nicht benutzt hat, um die surplus
value zu entwickeln, die er überhaupt nicht entwickelt hat, sowenig wie den
Wert selbst. Er hat nicht gezeigt, wo die surplus value herkömmt und
flüchtet daher zum surplus produce, i.e. zum Gebrauchswert.

Obgleich jede surplus value sich darstellt in einem surplus produce,
stellt dagegen surplus produce an und für sich nicht surplus value dar.
(Wenn ein Produkt gar keine surplus value einschlösse, z.B. ein Bauer sein
eignes Instrument besäße (und dabei seinen eignen Grund und Boden) und
arbeite exakt nur die Zeit, die jeder Lohnarbeiter zum Ersatz seines eignen
Lohns arbeitet, z.B. 6Std. Wäre die Jahreszeit fruchtbar, so würde er
doppelt soviel produzieren. Aber denselben Wert. There would be no sur-
plus value*, obgleich surplus produce.) An und für sich war es schon falsch,
daß er das variable Kapital in der „passiven“ und bloß stofflichen Form des
approvisionnement darstellte, d.h. des Gebrauchswerts, den es in der Hand
des Arbeiters erhält. Nahm er es dagegen in der Form, worin es sich wirk-
lich darstellt, nämlich als Geld (Dasein des Tauschwerts, i.e. bestimmten
Quantums gesellschaftlicher Arbeitszeit als solcher), so löste es sich auf für

1 In der Handschrift folgt ein unleserliches Wort -? siehe vorl. Band, S.330/331 -® Ab-
weg - * Es gäbe keinen Mehrwert

Cherbuliez 363

den Kapitalisten in die Arbeit, die er dafür austauscht (und in diesem Aus-
tausch von vergegenständlichter gegen lebendige Arbeit träte movement!
in das variable Kapital hinein und es wüchse); als Arbeit wird es Element
des produktiven Kapitals, nicht als Approvisionnement. Dies vielmehr der
Gebrauchswert, das stoffliche Dasein desselben, worin es sich als Revenue
für den Arbeiter verwirklicht. So als approvisionnement ist das variable
Kapital ein ganz so „passives“ Element, wie die beiden andren Teile des
Kapitals, die ChJerbuliez] passiv nennt.*

Dieselbe Schiefheit der Auffassung verhindert ihn, aus dem Verhältnis
dieses aktiven Elements zu dem passiven die Profitrate zu entwickeln und
den Fall derselben im Fortschritt der Gesellschaft. Bei ihm in der Tat
genommen keine andre Konklusion als die, daß das approvisionnement
1107| abnimmt infolge der Entwicklung der Produktivkraft, während die
Arbeiterbevölkerung wächst, also durch die redundant population? ihr
Lohn unter seinen Wert herabgedrückt wird. Auf Basis des Austauschs
von Werten - also auch der Zahlung des Arbeitsvermögens zu seinem
Wert - entwickelt er nichts, und der Profit stellt sich so in der Tat (obgleich
er’s nicht sagt) dar als Abzug vom Arbeitslohn, den zwar der aktuelle Profit
hie und da einschließen mag, der aber nie die Kategorie des Profits be-
gründen kann.

Reduzieren wir d’abord* den ersten Satz auf seinen richtigen Ausdruck.

„Der Wert der Totalsumme des Produkts, weniger der Wert der Totalsumme des
zu ihrer Erhaltung“ (Produktion) „konsumierten Kapitals, gibt die Totalsumme des
Profits während eines bestimmten Zeitraums.“

Es ist dies die erste (ordinäre) Form, worin sich der Profit darstellt,
erscheint, auch dem kapitalistischen Bewußtsein. Alias: [Der Profit ist]
der Wertüberschuß des Produkts, in bestimmter Zeit, über den Wert des
konsumierten Kapitals. Oder der Wertüberschuß des Produkts über den
Kostpreis des Produkts. Selbst „der bestimmte Zeitraum“ kommt bei
Chlerbuliez] hereingeschneit, da er den Zirkulationsprozeß des Kapitals
nicht dargestellt hat. Also der erste Satz nichts als die common definition
of profit, die unmittelbare Form, worin er erscheint.

* 1110| p.59 nennt Chlerbuliez] matitres brutes® und Maschinerie etc. „die beiden
passiven Elemente des Kapitals“ im Gegensatz zum approvisionnement.[? |1110]

1 Bewegung — ? Rohstoffe - ® überschüssige Bevölkerung - * zunächst - 5 gewöhnliche
Definition des Profits

364 Dreiundzwanzigstes Kapitel

Zweiter Satz.

„Die Totalsimme der Produkte wächst im Verhältnis des angewandten Kapitals
und nicht des konsumierten Kapitals.“

Wieder in andren Worten. Also der

„Wert der Totalsumme des Produkts wächst im Verhältnis zum IS
Kapital“ (whether consumed or not!).

Es soll hiermit nur erschlichen werden der durchaus unbewiesne und in
seiner unmittelbaren Fassung falsche Satz (denn er setzt schon die Aus-
gleichung zur allgemeinen Profitrate voraus), daß die Größe des Profits von
der Größe des angewandten Kapitals abhängt. Es soll aber ein scheinbarer
Kausalnexus dadurch hereinkommen, daß „die Totalsumme der Produkte
wächst im Verhältnis des angewandten und nicht des konsumierten Kapitals“.

Nehmen wir den Satz in beiden Fassungen, so wie er dasteht und so wie
er heißen müßte. Heißen müßte er im Zusammenhang - und nach dem
Schluß, dem er als medius terminus? dienen soll -: „Der Wert der Total-
summe der Produkte wächst im Verhältnis des Angewändien und nicht des
konsumierten Kapitals.“ Hier soll der Surpluswert offenbar dadurch
herausgedrechselt werden, daß der Überschuß des angewandten über das
konsumierte Kapital den Wertüberschuß des Produkts schafft. Aber das nicht
konsumierte Kapital (Maschinerie etc.) behält den Wert (denn das nicht
konsumierte heißt eben, daß sein Wert nicht konsumiert ist), behält den-
selben Wert nach Schluß des Produktionsprozesses, den es vor Anfang des-
selben hatte. Ist eine Wertveränderung vorgegangen, so kann sie nur in dem
Teil des Kapitals vorgegangen sein, der konsumiert wurde und daher in den
Verwertungsprozeß einging. Die Sache ist in der Tat auch so falsch, daß
z.B. ein Kapital, von dem !/, nicht konsumiert ist und ?/3 konsumiert sind
in der Produktion, unbedingt bei gleicher Rate der Exploitation der Arbeit
(und von der Ausgleichung der Profitrate abgesehn) höhren Profit gibt als
eines, wovon ?/, nicht konsumiert sind und "/, konsumiert ist. Denn das
letztre Kapital enthält offenbar mehr Maschinerie etc. und andres kon-
stantes Kapital, während das erstre weniger von diesem Element enthält und
mehr lebendige Arbeit in Bewegung setzt, also auch mehr Surplusarbeit.

Nehmen wir aber die Fassung, die Ch[erbuliez] selbst seinem Satz gibt,
so nützt sie ihm d’abord nichts, weil die Produktenmasse oder die Masse
der Gebrauchswerte als solche überhaupt weder für den Wert, noch für den
Surpluswert, noch für den Profit entscheidet. Was liegt aber dahinter? Ein

% ob es konsumiert ist oder nicht - ? Mittelglied

Cherbuliez 365

Teil des konstanten Kapitals, der aus Maschinerie etc. bestehende, geht
in den Arbeitsprozeß ein, ohne in den Verwertungsprozeß einzugehn, und
sonst hilft er die Masse der Produkte vermehren, ohne ihrem Wert irgend
etwas zuzusetzen. (Denn soweit er ihm [Wert] zusetzt durch sein dechet,
gehört er ja selbst zum konsumierten Kapital und nicht zum angewandten
Kapital im Unterschied vom konsumierten.) Aber dieser unkonsumierte
Teil des konstanten Kapitals schafft an und für sich nicht ein Wachstum der
Produktenmasse. Er hilft in gegebner Arbeitszeit größres Produkt zu schaffen.
Würde also nur soviel Arbeitszeit gearbeitet, als im approvisionnement vor-
handen ist, so bliebe die Masse der Produkte dieselbe. Es ist also ein change,
der in diesem Teil des konsumierten Kapitals vorgeht und nicht der Über-
schuß des angewandten Kapitals über das konsumierte, der den Produkt-
überschuß [schafft], vorausgesetzt, daß es sich nicht von Industriezweigen
handelt, worin, wie in der Agrikultur, die Masse des Produkts unabhängig
ist oder sein kann von der Masse des ausgelegten Kapitals, die Produktivität
der Arbeit zum Teil von unkontrollierbaren Naturumständen abhängt.

"Betrachtet er dagegen das konstante Kapital, sei es konsumiert oder
nicht, als unabhängig von der Arbeitszeit, unabhängig vom change, der im
Verwertungsprozeß mit dem variablen Kapital vorgeht, so kann er sagen
ebensogut: „Die Totalsumme | der Produkte“ (wenigstens in der
Manufakturindustrie) „wächst, wie der aus Rohmaterial bestehende Teil des
konsumierten Kapitals wächst.“ Denn das Wachstum des Produkts physisch
identisch mit dem Wachstum dieses Teils des Kapitals. Andrerseits in der
Agrikulturindustrie (ditto in der extraktiven) kann bei fruchtbarerem Boden
die Masse des Produkts da, wo wenig unkonsumiertes Kapital (i.e. capital
constant) angewandt ist und relativ viel konsumiertes Kapital (Arbeitslohn
z.B.), die Produktenmasse viel größer sein als in fortgeschrittenem Land, wo
das Verhältnis des angewandten zum konsumierten Kapitalunendlich größer.

Die zweite.Phrase löst sich also in einen Versuch auf, die surplus value
(die notwendige Basis des Profits) zu erschleichen.

[Dritter Satz.]

„Die Taxe der Gewinne“ (Profitrate) „oder ihr Verhältnis zum Kapital resultiert daher
aus der Kombination zweier andrer Verhältnisse, nämlich: dem Verhältnis zwischen
dem angewandten und: konsumierten Kapital und dem Verhältnis zwischen dem konsumier-
ten Kapital und. dem Produkt.“ (p.70.)

Vorher sollte der Profit entwickelt werden. Es kam aber nichts heraus
als die Definition desselben, die bloß seine Erscheinungsweise ausspricht,
das fact, [daß] der Profit = dem Wertüberschuß des Gesamtprodukts über

366 Dreiundzwanzigstes Kapitel

den Kostenpreis des Produkts oder den Wert des aufgezehrten Kapitals,
die vulgar definition of profit.

Jetzt soll die Profitrate entwickelt werden. Es kömmt aber wieder nichts
heraus als die vulgar definition. Die Profitrate = dem Verhältnis des Profits
zum gesamten Kapital oder aber, was dasselbe, = dem Verhältnis des
Wertüberschusses des Produkts über seinem Kostenpreis zum Gesamt-
kapital, das der Produktion vorgeschossen wurde. Die schiefe Auffassung
und unbeholfne Anwendung der anstreifend richtigen Unterscheidung in
den Elementen des Kapitals, und die Ahnung, daß Profit und Profitrate
genau mit dem Verhältnis dieser Elemente zusammenhängen, bringt es
also nur dazu, in mehr doktrinärer Form die allgemein bekannten Phrasen
zu wiederholen, womit in der Tat nur die Existenz des Profits und der
Profitrate konstatiert, über ihr Wesen aber nichts gesagt ist.

Die Sache wird nicht besser dadurch, daß Chlerbuliez] die doktrinären

Formeln algebraisch ausdrückt:

„Das Totalprodukt während einer gegebnen Periode sei =P, das angewandte
Kapital = C, der Profit = x, das Verhältnis des Profits zum Kapital (Rate) = r, das

konsumierte Kapital = c. Also tP— c=r,r= c ;aloCr=r.AlsoP— c=Cr;

alor—

€ <_.“ (.70, note 1.)

Was nichts heißt als Profitrate = Verhältnis des Profits zum Kapital,
und Profit = Überschuß des Werts des Produkts über seinen Kostenpreis.

Überhaupt ist das, was dem Chlerbuliez] mit seinem konsumierten und
nicht konsumierten Kapital vorschwebt, der Unterschied zwischen fixem
und zirkulierendem Kapital, statt festzuhalten an dem von ihm selbst, im
Unterschied hiervon, konstatierten Unterschied im Kapital, der aus seinem
Produktionsprozeß hervorgeht. Der Mehrwert ist der Zirkulation schon
vorausgesetzt; und so sehr die aus der Zirkulation hervorgehenden Unter-
schiede die Profitrate affizieren, haben sie mit dem Ursprung des Profits
nichts zu tun.

„Das produktive Kapital ist zusammengesetzt aus einem konsommablen Teil und
einer partie non consommable!. Je mehr Reichtum und Bevölkerung wachsen, strebt
der konsommable Teil, sich zu vermehren, weil die industries extractives einen immer
beträchtlicheren Teil von Arbeit verlangen. Andrerseits vermehrt derselbe Fortschritt
die Masse des angewandten Kapitals in einer viel schnelleren Proportion als die des
konsumierten Kapitals. Obgleich also die Totalmasse des konsumierten Kapitals anzu-

3 einem nicht konsommablen Teil

Cherbuliez 367

wachsen strebt, findet sich der erste Effekt neutralisiert, weil die Masse des Produkts
nach einer noch schnellern Progression wächst, und die Totalsimme der Profite muß
betrachtet werden als wachsend in einer wenigstens ebenso starken Proportion als die
Totalsumme des angewandten Kapitals.“ (p.71.) „Die Masse der Profite geht wachsend,
nicht die Rate, welche das Verhältnis dieser Masse zum angewandten Kapital ist,

2 © „Es ist klar, daß P-— c oder der Profit, daP— c = x, wachsen kann, ob-

gleich r abnimmt, wenn C schneller wächst als P— c.“ (p.71, Note.)

Hier ist noch angestreift an die Ursache des Falls der Profitrate; aber
nach den vorhergehenden Schiefheiten kann es nur zur Konfusion und sich
selbst aufhebenden Widersprüchen kommen. Erst wächst die Masse des
konsumierten Kapitals, aber die Masse der Produkte wächst noch schneller
(i.e. hier der Überschuß des Werts der Produkte über ihren Kostpreis),
denn sie wächst im Verhältnis zum angewandten Kapital, und dies wächst
schneller als das konsumierte. Warum das fixe Kapital schneller wächst als
die Masse der Rohstoffe z.B., ist nirgend gesagt. But never mind.! Die
Profitmasse wächst im Verhältnis zum angewandten Kapital, zum Gesamt-
kapital, und dennoch |]1109] soll die Profitrate fallen, weil das Gesamt-
kapital schneller wächst als die Masse der Produkte, oder vielmehr die
Masse des Profits.

Erst wächst die Profitmasse in wenigstens ebenso starker Proportion als
„die Gesamtsumme des angewandten Kapitals“, und dann fällt die Profit-
rate, weil die Gesamtsumme des angewandten Kapitals rascher wächst als
die Profitmasse. Erst wächst P— c im Verhältnis „wenigstens“ wie C, und

r=

P— i ß
dann fällt — ‚ weil C noch rascher wächst wie P — c, was wenigstens

ebenso stark wächst wie C. Streichen wir all diese Konfusion weg, so bleibt
nur die Tautologie, daß 5 c < wieder fallen kann, obgleich P — c wächst,
d.h., daß die Rate des Profits fallen kann, obgleich der Profit wächst, wenn
sie nämlich fällt. Rate heißt nur das Verhältnis vonP — czu C, [und dieses
Verhältnis vermindert sich dann] wenn das Kapital schneller wächst als die
Profitmasse.

Also Schlußweisheit: Die Profitrate kann fallen, d.h. das Verhältnis
einer wachsenden Profitmasse zum Kapital kann fallen, wenn das Kapital
rascher wächst als die Profitmasse, oder wenn die Profitmasse, trotz ihres
absoluten Wachsens, relativ im Verhältnis zum Kapital abnimmt. Dies ist

1 Aber lassen wir das.

368 Dreiundzwanzigstes Kapitel

durchaus nichts als ein andrer Ausdruck für Fallen der Profitrate. Und an
der Möglichkeit dieses Phänomens wurde nie gezweifelt, sogar nicht an
seiner Existenz. Das einzige, worum es sich handelte, war eben, den Grund
dieses Phänomens! zu erklären, und Chlerbuliez] erklärt das Fallen der
Profitrate, das Fallen der Profitmasse im Verhältnis zum Gesamtkapital aus
dem Wachsen der Profitmasse im Verhältnis wenigstens wie das Kapital
wächst. Offenbar ahnte ihm, daß die Masse der angewandten lebendigen
Arbeit relativ abnimmt im Verhältnis zur vergangnen Arbeit, obgleich sie
absolut wächst, und daß daher die Profitrate abnehmen muß. Aber es
kommt nicht zum Durchbruch. Je näher der Schwelle, desto größer die
Schiefheit im Ausdruck, wenn sie nicht wirklich überschritten wird, und
die Illusion, sie überschritten zu haben.

Dagegen ist sehr treffend, was er über die Ausgleichung der Ben

Profitrate sagt.!%®! |1109]]

[1109| „Nachdem Abzug der Grundrente ist der Rest der Summe TerProfie, d.h.des
Excedants? der Produkte über das konsumierte Kapital, geteilt unter den producteurs
capitalistes® im Verhältnis des Kapitals, das jeder angewandt hat, während die Portion
der Produkte, welche dem konsumierten Kapital entspricht, und es zu ersetzen be-
stimmt ist, sich im Verhältnis dessen teilt, das sie wirklich verzehrt haben. Dies doppelte
Gesetz der Teilung etabliert sich als Wirkung der Konkurrenz, die die Vorteile aller An-
wendungen von Kapitalien auszugleichen strebt. Dieses. doppelte Gesetz der Teilung
assigniert en definitive? den verschiednen Arten von Produktionen ihre respektiven
Werte und Preise.“ (p.71, 72.)

Dies sehr gut. Nur die Schlußworte falsch, daß durch diese Bildung der
allgemeinen Profitrate Werte und Preise (soll heißen Produktionspreise) der
Waren bestimmt werden. Die Wertbestimmung ist vielmehr das Prius, das
der Profitrate vorausgesetzt ist und der Bildung der Produktionspreise.
Wie sollte überhaupt irgendeine Verteilung der „Summe der Profite“, i.e.
des Surpluswerts, ||1110] der selbst nur ein Teil des Gesamtwerts der
Waren, diese „Summe der Profite“, also den Surpluswert, also die Werte
der Waren selbst bestimmen können? Die Sache nur richtig, soweit unter
den relativen Werten der Waren ihre Produktionspreise verstanden werden.
Die ganze Schiefheit kömmt bei Chlerbuliez] daher, daß er den Ursprung
und die Gesetze von Wert und Mehrwert nicht selbständig betrachtet.

Das Verhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital faßt er sonst soweit
richtig:

1 In der Handschrift: Verhältnisses - 2 Überschusses - ® kapitalistischen Produzenten -
% schließlich

Cherbuliez 369

„Personen, die nichts durch Devolution“ (gesetzliche Abtretung, Erbschaft etc.)
„erhalten, noch etwas zum Austausch zu geben haben, erhalten das Nötige nur, indem
sie ihre Arbeit den Kapitalisten anbieten. Sie erhalten nur Recht auf die Sachen, die
ihnen zugeschlagen werden als Arbeitspreis, nicht auf das Produkt dieser Arbeit, noch
auf den Wert, den sie hier hinzugefügt haben.“ (p.55, 56.) „Indem der Proletarier seine
Arbeit gegen ein bestimmtes Approvisionnement verkauft, verzichtet er vollständig auf
jedes Recht auf die andren Teile des Kapitals. Die Attribution dieser Produkte bleibt
dieselbe wie vorher; sie ist in keiner Weise durch die erwähnte Konvention modifiziert.
Die Produkte fahren fort, ausschließlich dem Kapitalisten zu gehören, der die Roh-
stoffe und das Approvisionnement geliefert hat. Es is? dies eine strenge Konsequenz des
Gesetzes der Appropriation, dessen Fundamentalprinzip umgekehrt die ausschließliche
Attribution für jeden Arbeiter an die Produkte seiner Arbeit war.“ (p.58.)

Dies Fundamentalprinzip lautet nämlich nach Chlerbuliez]:

„Der Arbeiter hat ein ausschließliches Recht auf den aus seiner Arbeit resultieren-
den Wert.“ (p.48.)

Wie das Gesetz der Waren, daß sie Äquivalente bilden und sich aus-
tauschen im Verhältnis zu ihrem Wert, i.e. der in ihnen enthaltnen Arbeits-
zeit, darin umschlägt, daß die kapitalistische Produktion - und nur auf
ihrer Basis ist es wesentlich für das Produkt, als Ware produziert zu werden -
umgekehrt darauf beruht, daß ein Teil der Arbeit ohne Austausch an-
geeignet wird, versteht und entwickelt Chlerbuliez] nicht. Er fühlt nur,
daß hier ein Umschlag stattfindet.

Dies Fundamentalgesetz ist eine reine Fiktion. Es entspringt aus einem
Schein der Warenzirkulation. Die Waren tauschen sich aus im Verhältnis
ihres Werts, d.h. der in ihnen enthaltnen Arbeit. Die Individuen treten
sich nur als Warenbesitzer gegenüber und können sich daher der Ware der
andren nur bemächtigen durch Entäußerung ihrer eignen Ware. Es scheint
daher, als hätten sie nur ihre eigne Arbeit auszutauschen, da der Austausch
von Waren, die fremde Arbeit enthalten, soweit sie selbst nicht wieder
durch Austausch der eignen Ware erhalten [wurden], andre Verhältnisse
unter den Menschen, als die von Warenbesitzern, von Käufern und Ver-
käufern, voraussetzt. In der kapitalistischen Produktion verschwindet
dieser Schein, den ihre eigne Oberfläche zeigt. Was aber nicht verschwindet,
ist die Illusion, daß ursprünglich die Menschen nur als Warenbesitzer
einander gegenübertreten und daher jeder nur Eigentümer ist, soweit er
Arbeiter ist. Dies „ursprünglich“ ist, wie gesagt, eine aus dem Schein der
kapitalistischen Produktion entspringende Delusion, die historisch nie
existiert hat. Überhaupt tritt der Mensch (isoliert oder sozial) immer als
Eigentümer auf, ehe er als Arbeiter auftritt, sei das Eigentum auch nur das,

370 Dreiundzwanzigstes Kapitel

das er sich selbst auf die Natur zulegt (oder das er als Familie, Stamm,
Gemeinwesen teils auf die Natur, teils auf die gemeinsamen schon produ-
zierten Produktionsmittel sich zulegt). Und sobald der erste tierische Zu-
stand aufhört, das Eigentum auf die Natur immer schon vermittelt durch
sein Dasein als Mitglied eines Gemeinwesens, Familie, Stamm etc., durch
ein Verhältnis zu andren Menschen, das sein Verhältnis zur Natur be-
dingt. Der „eigentumlose Arbeiter“ als „Fundamentalprinzip“ - ist viel-
mehr erst ein Geschöpf der Zivilisation und auf historischer Stufenleiter
der „kapitalistischen Produktion“. Es ist dies ein Gesetz der „Expropria-
tion“, nicht der „Appropriation“, wenigstens nicht der Appropriation
schlechthin, wie Ch[erbuliez] sich einbildet, sondern der Art Appropriation,
die einer bestimmten, spezifischen Produktionsweise entspricht. |1110]j 1%

IN111] Chlerbuliez] sagt:

„Die Produkte sind approprüert, bevor sie in Kapital verwandelt sind. Diese Ver-
wandlung entzieht sich nicht jener Appropriation.“ (p.54.)

Dies gilt aber nicht nur von den produits, sondern von der Arbeit.
Rohmaterial etc. und Arbeitsmittel gehören dem Kapitalisten; sie sind ver-
wandelte Form seines Geldes. Andrerseits, wenn er ein Arbeitsvermögen -
oder den täglichen (l2stündigen z.B.) us! eines Arbeitsvermögens - ge-
kauft hat, mit einer Geldsumme = dem Produkt von 6 Arbeitsstunden, so
gehört ihm die Arbeit von 12 Std., ist approprie® durch ihn, bevor sie
realisiert ist. Durch den Produktionsprozeß selbst wird sie in Kapital
verwandelt. Diese Verwandlung ist aber ein späterer Akt als ihre Appro-
priation. Die „Produkte“ werden in Kapital verwandelt, szofflich, sofern sie
im Arbeitsprozeß als Arbeitsbedingungen, Produktionsbedingungen,
Arbeitsgegenstand und Arbeitsmittel funktionieren; der Form nach, sofern
nicht nur ihr Wert becomes to be perpetuated®, sondern sofern sie Mittel
werden, Arbeit und Surplusarbeit einzusaugen; sofern sie in fact als ab-
sorbers of labour funktionieren. | Andrerseits: das vor dem Prozeß
angeeignete Arbeitsvermögen wird innerhalb des Prozesses direkt in Kapital
verwandelt, indem es sich in die Arbeitsbedingungen verwandelt und in
surplus value, [indem] seine Realisation im Produkt sowohl das konstante
Kapital erhält, als das variable ersetzt und surplus value zufügt. ]

1 Gebrauch -? angeeignet - ® erhalten wird

Cherbuliez 371

### [4. Über die Akkumulation als erweiterte Reproduktion]

 „Jede Akkumulation des Reichtums liefert die Mittel, die weitere Akkumu-
Iation zu beschleunigen.“ (p.29.) |1110]]

11110] {Die Ansicht Riclardo]s (von Smith überkommen), daß sich alle
Akkumulation in Auslage in Salair auflöst, wäre selbst dann falsch, wenn
kein Teil der Akkumulation in natura stattfände, z.B. der farmer mehr
Samen aussät, der Viehzüchter den Zucht- oder Maststock vergrößert, der
Maschinist einen Teil des Surpluswerts in maschinenbauender Maschine
besitzt, und alle Produzenten, die Ingredienzien irgendeines Teils des
Kapitals produzieren, nicht beständig überproduzierten, rechnend auf das
Faktum der jährlichen Akkumulation, i.e. Vergrößerung der allgemeinen
Stufenleiter. Außerdem, der Bauer kann austauschen einen Teil seines
Surplusgetreides mit dem Viehzüchter, der jenes Getreide in variables
Kapital verwandeln mag, während der Bauer [durch einen solchen Aus-
tausch] seines in konstantes verwandelt hat. Der Flachsbauer ||1111} ver-
kauft einen Teil seines Surplusprodukts an den Spinner, der es in kon-
stantes Kapital verwandelt; mit demselben Geld kann der Flachsbauer
Instrumente kaufen und der Instrumentenmacher Eisen etc., so daß alle
_ diese Elemente direkt konstantes Kapital werden. Aber abgesehn davon.
Nimm an, der Maschinenfabrikant will an additional capital of! 1000 I. in
Produktionselemente verwandeln. So wird er zwar Teil davon in Arbeits-
lohn auslegen, sage 200 I. Aber mit den 800 kauft er Eisen, Kohle etc.
Gesetzt, dieses Eisen, Kohle müsse erst fabriziert werden. So ist das -
wenn der Eisen- oder Kohleproduzent entweder nicht schon überschüssigen
(akkumulierten) Vorrat ihrer Waren besitzen, und wenn sie ebensowenig
additional machinery besitzen, noch direkt kaufen können (denn in diesem
Fall fände wieder Austausch von konstantem Kapital gegen konstantes
Kapital statt) - nur möglich, wenn sie ihre alte machinery länger arbeiten
lassen. Diese wird dann rascher ersetzt, aber ein Teil ihres Werts geht in
das neue Produkt ein. Aber abgesehn hiervon. Der Eisenmann braucht
jedenfalls mehr Kohle, also hier muß er wenigstens einen Teil des ihm von
den 800 I. Zufallenden direkt in konstantes Kapital verwandeln. Beide
aber, Kohle- und Eisenmann, verkaufen ihre Kohlen und Eisen so, daß
unbezahlte Surplusarbeit drin enthalten. Und betrage diese */,, so von den
800 I. schon 200 1., die sich nicht in Arbeitslohn auflösen, abgesehn von
dem Teil, der sich in dechet? der alten Maschinerie auflöst.

1 ein zusätzliches Kapital von - ? Verschleiß

29

372 Dreiundzwanzigstes Kapitel

Das Surplus besteht überall in der Natur des Artikels, den das besondre
Kapital produziert, Kohle, Eisen etc. Tauschen die Produzenten, deren
Artikel sich wechselseitig als Produktionsingredienzien dienen, dieselben
gegeneinander aus, so verwandelt sich direkt ein Teil des Surplus in kon-
stantes Kapital. Der Teil aber, der gegen die Produkte ausgetauscht wird,
die die Produzenten von Lebensmitteln produzieren und deren konstantes
Kapital ersetzt, schafft das nötige variable Kapital. Die Produzenten
solcher Lebensmittel, die nicht mehr eingehn können in ihre Produktion
als Elemente (außer als variables Kapital), erhalten grade durch denselben
Prozeß zuschüssiges konstantes Kapital, wodurch die andren zuschüssiges
variables erhalten.

Was die Reproduktion - soweit sie Akkumulation ist - von der ein-
fachen Reproduktion unterscheidet, ist folgendes:

Erstens: Die akkumulierten Produktionselemente, sowohl der Teil der-
selben, der variabel als konstant, bestehn aus neuzugesetzter Arbeit; sie
lösen sich nicht in Revenuen auf, aber sie gehen aus dem Profit hervor; der
Profit oder die Surplusarbeit löst sich in ihnen auf, während bei der ein-
fachen Reproduktion ein Teil des Produkts vergangne Arbeit vorstellt
(i.e. hier nicht im laufenden Jahr vollbrachte Arbeit).

Zweitens: Allerdings, wenn die Arbeitszeit in gewissen Branchen ver-
längert, also nicht mit additional instruments! oder Maschinen gearbeitet
wird, zahlt das neue Produkt zum Teil raschres d&chet der alten, und dieser
beschleunigte Konsum des alten konstanten capital auch ein Moment der
Akkumulation.

<Drittens:) Durch das additional Geldkapital, das sich in dem Prozeß
der Reproduktion bildet, teils durch Freiwerden von Kapital, teils durch
Verwandlung eines Teils des Produkts in Geld, teils dadurch, daß der Pro-
duzent einfach mit dem eingelösten Geld die Nachfrage [nach Waren] für
andre, z.B. Verkäufer von Luxusprodukten, vermindert, ist durchaus
nicht wie bei der einfachen Reproduktion das systematische Ersetzen der
Elemente nötig. Mit dem Überschuß [an] Geld kann jeder Produkte
kaufen oder kommandieren, obgleich der Produzent, von dem er sie kauft,
weder seine Revenue in dem Produkt des ersten verausgabt, noch sein
Kapital in ihm ersetzt. } {Jedesmal, wo sich das additional capital (variable
oder constant) nicht wechselseitig ergänzt, muß es sich auf der einen Seite
als Geldkapital niederschlagen; existiere dies auch nur in der Form von
Schuldforderungen.}

1 zusätzlichen Werkzeugen

Cherbuliez 373

### [5. Elemente Sismondischer Auffassungen bei Cherbuliez.
Die organische Zusammensetzung des Kapitals.
Fixes und zirkulierendes Kapital]

Im übrigen ist Ch[erbuliez] sonderbares Kompositum von Sismondi-
schen und Riclardo]schen Antagonismen. [1111]
1112| Sismondisch:

„Die Hypothese eines iunveränderlichen Verhältnisses zwischen den verschiednen
Elementen des Kapitals realisiert sich auf keiner Stufe des ökonomischen Fortschritts
der Gesellschaft. Das Verhältnis ist wesentlich variabel und zwar aus zwei Gründen:
a) die Teilung der Arbeit und b) die Substitution der menschlichen Kraft durch die
natürlichen Agenten.“ (p.61.) „Diese beiden Ursachen streben, die Proportion zwischen
dem Lebensmittelfonds und den beiden andrenElementen des Kapitals zu vermindern.“
(p.62.) „Die Vermehrung des produktiven Kapitals zieht in dieser Lage der Dinge nicht
notwendig nach sich ein Anwachsen des Lebensmittelfonds, bestimmt, den Arbeits-
preis zu bilden; sie kann, wenigstens zeitweise, von einer absoluten Verminderung
dieses Elements des Kapitals begleitet sein, und folglich von einem Sinken des Arbeits-
preises.“ (p.63.)

{Dies sismondisch; die Wirkung auf die Höhe des Salairs der einzige
Gesichtspunkt Chlerbuliez’]. Dies fällt ganz fort in einer Untersuchung,
wo die value of labour is always supposed to be paid, and the fluctuations
of the market price of labour beyond or below that point (the value) are not
taken into consideration!.}

„Der Produzent, der in seiner Industrie eine neue Teilung der Arbeit einführen
oder von einem moteur naturel? profitieren will, wird nicht eine hinlängliche Akku-
mulation des Kapitals abwarten, um auf diese Art alle Arbeiter, die er früher nötig
hatte, anzuwenden; im Falle der Teilung der Arbeit begnüst er sich vielleicht, mit
5 Arbeitern hervorzubringen, was er früher mit 10 hervorbrachte; im Fall der An-
wendung eines moteur naturel wird er vielleicht nur 1 Maschine und 2 Arbeiter an-
wenden. Das approvisionnement wird folglich reduziert sein im ersten Fall auf 1500,
im zweiten auf 600. Da aber die Ärbeiterzahl dieselbe bleibt, wird ihre Konkurrenz den
Arbeitspreis bald unter seine ursprüngliche Taxe sinken machen.“ (p.63, 64.) „Das ist
eines der frappierendsten Resultate des Gesetzes der Appropriation. Die absolute Ver-
mehrung des Reichtums, d.h. der Arbeitsprodukte, führt keine verhältnismäßige
Vermehrung [herbeil und kann selbst eine Verminderung im approvisionne-
ment der Arbeiter herbeiführen, in dem Anteil, der ihnen von allen Arten Produkten

1 wo stets vorausgesetzt ist, daß der Wert der Arbeit bezahlt wird und die Fluktuation des
Marktpreises der Arbeit über oder unter diesen Punkt (den Wert) nicht in Betracht gezogen
wird - ? einer Naturkraft

374 Dreiundzwanzisstes Kapitel

zukömmt.“ (p.64.) „Die Ursachen, welche den Arbeitspreis bestimmen“ {hier immer
nur vom market price of labour! die Rede}, „sind die absolute Quantität des produktiven
Kapitals und das Verhältnis zwischen den verschiednen Elementen des Kapitals, zwei
soziale Tatsachen, worauf der Wille des Arbeiters keinen Einfluß ausüben kann.“ (p.64.)
„Alle Chancen sind fast gegen den Arbeiter.“ (l.c.)

Das Verhältnis zwischen den verschiednen Elementen des produktiven
Kapitals ist doppelt bestimmt.

Erstens: Die organische Zusammensetzung des produktiven Kapitals.
Wir verstehn darunter die technologische Zusammensetzung. Bei gegebner
Produktivkraft der Arbeit - die als konstant angenommen werden kann,
solange kein change eintritt - ist in jeder Sphäre der Produktion das Quan-
tum Rohmaterial und Arbeitsmittel, also das Quantum konstantes Kapital,
seinen stofflichen Elementen nach, bestimmt, das auf ein bestimmtes Quan-
tum lebendiger Arbeit (bezahlter und unbezahlter), also die stofflichen Ele-
mente des variablen Kapitals kömmt.

Ist das Verhältnis der vergegenständlichten Arbeit zur lebendigen, die
angewandt wird, klein, so der Maßanteil des Produkts, der lebendige
Arbeit darstellt, groß, wie sich immer dieser Teil zwischen Kapitalist und
Arbeiter teile. Wenn umgekehrt, umgekehrt. Bei gegebner Rate der Exploi-
tation der Arbeit ist auch die Surplusarbeit in dem einen Fall groß, im
andren klein. Changes können hier nur eintreten infolge von change in der
Produktionsweise, der das technologische Verhältnis der beiden Teile des
Kapitals ändert. Selbst in diesem Fall kann, wenn die Größe der Kapitalien
verschieden ist, das absolute Quantum der angewandten lebendigen
Arbeit gleich oder selbst größer sein für das Kapital, das mehr kon-
stantes Kapital anwendet. Aber relativ muß es kleiner sein. Für Kapitalien
von derselben Größe oder auf bestimmten aliquoten Teil des Gesamt-
kapitals, z.B. 100, berechnet, muß es absolut und relativ kleiner sein. Alle
changes, infolge der Entwicklung (nicht der Abnahme) der Produktivkraft
der Arbeit, vermindern den Teil des Produkts, der lebendige Arbeit dar-
stellt, vermindern das variable Kapital. Wir können sagen, wenn wir
Kapitalien ||1113] in verschiednen Produktionssphären betrachten, [diese
Veränderungen] vermindern das variable Kapital absolut in den Sphären,
die auf höhrer Produktionsstufe stehn, denn der Arbeitslohn ist als gleich
vorausgesetzt.

Soweit asto the changes?, die aus der Änderung in der Produktionsweise
hervorgehn.

1 Marktpreis der Arbeit - * was die Wechsel betrifft

Cherbuliez 375

Zweitens aber, die organische Zusammensetzung der Kapitalien als ge-
geben vorausgesetzt und den Unterschied, der aus dem Unterschied ihrer
organischen Zusammensetzung hervorgeht, so kann das Wertverhältnis
wechseln, obgleich die technologische Zusammensetzung dieselbe bleibt.
Es kann stattfinden: a) change im Wert des konstanten Kapitals; b) change
im. Wert des variablen Kapitals; c) change in beiden, in gleichen oder un-
gleichen Verhältnissen.

a) Bleibt die technologische Zusammensetzung dieselbe und change im
Wert des konstanten Kapitals findet statt, so fällt oder steigt er. Fällt er und
wird nur dasselbe Quantum lebendiger Arbeit wie früher angewandt, d.h.,
bleibt die Produktionsleiter oder -stufe dieselbe, werden also z.B. nach wie
vor 100 Mann angewandt, so ist stofflich nach wie vor dasselbe Quantum
Rohmaterial und Arbeitsmittel erheischt. Die surplus labour aber bears a
greater proportion to the whole capital advanced!. Die Profitrate steigt. Im
umgekehrten Fall fällt sie. Im ersten Fall, for the capitals already employed
in that sphere (not those newly invested in them after the change of value in
the elements of constant capital has taken place) the total sum of the capital
employed diminishes or some portion of that capital is set free, although
production continues to be carried on on the same scale; or the capital so
liberated is added to the production and then works, like an accumulation
of capital. The scale of production is enlarged, and, proportionally, the
absolute amount of surplus labour is increased. Mit gegebner Produktions-
weise wirkt jede Akkumulation des Kapitals, whatever be the rate of surplus
value, to the increase of its total amount®.

Umgekehrt. Steigt die value of the elements of constant capital, so
either the scale of production (hence the mass of the total capital advanced)
must increase, to employ the same gquantity of labour (the same variable
capital - unchanged in its value) as before; and then, although the absolute
amount of surplus value, and the rate of surplus value remains the same,
its proportion to the whole capital advanced sinks, and, hence, the rate of

I nimmt zu im Verhältnis zu dem gesamten vorgeschossenen Kapital - ? für die Kapi-

talien, die schon in jener Sphäre angewandt werden (nicht diejenigen, die neu in ihr in-
vestiert wurden nach dem Wechsel des Werts in den Elementen des konstanten Kapitals),
verkleinert sich die Gesamtsumme des angewandten Kapitals oder ein Teil des Kapitals
wird freigesetzt, obwohl die Produktion auf der gleichen Stufenleiter fortgesetzt wird;
oder das so freigesetzte Kapital wird der Produktion hinzugefügt und wirkt dann wie eine
Akkumulation von Kapital. Die Stufenleiter der Produktion hat sich vergrößert und die
absolute Masse der Mehrarbeit ist verhältnismäßig angestiegen. -° welches auch immer die
Rate des Mehrwerts sei, auf die Zunahme seiner Gesamtmasse

376 Dreiundzwanzigstes Kapitel

profit falls.Y Oder die Produktionsleiter und die total sum of capital advan-
ced? wird nicht erweitert. In diesem Fall muß unter allen Umständen das
variable Kapital vermindert werden.

Wird dieselbe Summe wie bisher auf capital constant ausgelegt, so re-
präsentiert diese selbe Summe eine kleinre Portion seiner stofflichen Ele-
mente, und da das technologische Verhältnis dasselbe geblieben, less labour
is to be employed. The whole capital advanced is then diminished by the
labour dismissed; the total value of the capital advanced is diminished, but
of that diminished capital the constant capital bears (value considered) a
greater proportion. The surplus value is diminished, absolutely, because
less labour is employed; and the proportion of the remaining surplus value
to the total capital advanced is diminished, because variable capital bears a
less proportion to constant capital.

On the other hand, if the whole capital is employed as before - the less
value of the variable capital (representing a less quantity of the whole of
labour - living labour - employed) being absorbed by the greater value
ofthe constant capital; the one being diminished in the same proportion as
the other is augmented, then the absolute quantity of surplus value sinks,
because less labour is employed, and, at the same time, the proportion of
this surplus value to the whole capital advanced falls. Thus the rate of
profit sinks from two causes, the diminution in the amount of surplus labour,
and, the decreasing proportion borne by that surplus labour to the total
capital advanced.?

X der Wert der Elemente des konstanten Kapitals, so muß entweder die Stufenleiter der
Produktion (also die Masse des vorgeschossenen Gesamtkapitals) steigen, um die gleiche
Menge Arbeit (das gleiche variable Kapital - unverändert in seinem Wert) wie vorher
anzuwenden; und dann, obwohl die absolute Masse des Mehrwerts und die Rate des
Mehrwerts die gleiche bleibt, sinkt sein Verhältnis zum gesamten vorgeschossenen Kapital
und daher fällt die Profitrate. - * Gesamtsumme des vorgeschossenen Kapitals - ® wird
weniger Arbeit angewandt werden. Das gesamte vorgeschossene Kapital wird dann um
die Größe der freigesetzten Arbeit vermindert; der Gesamtwert des vorgeschossenen
Kapitals wird vermindert; aber in dieser verminderten Kapital nimmt das konstante Kapital
(dem Wert nach) im Verhältnis zu. Der Mehrwert ist absolut verringert, weil weniger Arbeit
angewandt ist; und das Verhältnis des übrigbleibenden Mehrwerts zu dem gesamten vor-
geschossenen Kapital ist verringert, weil das variable Kapital im Verhältnis zum konstanten
Kapital kleiner ist.

Andererseits wird, wenn das gesamte Kapital angewandt wird wie zuvor, der geringere
Wert des variablen Kapitals (das eine geringere Menge der gesamten angewandten lebendigen
Arbeit darstellt) absorbiert durch den größeren Wert des konstanten Kapitals, denn das eine
wird im gleichen Verhältnis vermindert wie das andere sich vergrößert; alsdann sinkt die ab-
solute Menge des Mehrwerts, weil weniger Arbeit angewandt ist, und zur gleichen Zeit fällt

Cherbuliez 377

Im ersten Fall (bei sinking value of the elements of constant capital"),
wo die Profitrate steigt unter allen Umständen, muß die Produktionsstufe
erweitert werden, soll die Summe des Profits sich vermehren. Gesetzt, das
Kapital sei 600, halb konstant, halb variabel. Fiele der konstante Teil um
1/, seines Werts, so nach wie vor 300 variabel, aber nur 150 konstant. Ge-
samt angewandtes Kapital nur 450 und 150 freigesetzt. Werden die 150
wieder dem Kapital zugefügt, so (von den 150) sind nun 100 in variablem
1114| Kapital ausgelegt. Hier also die Produktionsstufe erweitert und die
Masse angewandter Arbeit, wenn dasselbe Kapital wie vorher in der Pro-
duktion angewandt bleibt.

Im umgekehrten Fall, bei rising value of the elements of constant cap-
ital?, wo die Profitrate unter allen Umständen fällt, soll die Summe des
Profits sich nicht vermindern und die Masse der angewandten Arbeit (also
der surplus value) dieselbe bleiben, muß die Produktionsstufe, also the
capital advanced, increased? werden. Wird sie das nicht, wird nur the old
or less than the old capital advanced‘, so sinkt nicht nur die Rate, sondern
die Masse des Profits.

In beiden Fällen bleibt die Rate des Mehrwerts unverändert, die da-
gegen changiert bei einem Wechsel in der technologischen Zusammensetzung
des Kapitals: zunimmt, wenn das konstante Kapital wächst (weil dann die
Arbeit produktiver), abnimmt, wenn es fällt (weil dann die Arbeit unpro-
duktiver).

b) Tritt ein change im Wert des variablen Kapitals ein, unabhängig von
der organischen Zusammensetzung, so dies nur möglich, weil Lebensmittel,
die nicht in dieser Produktionssphäre produziert werden, die als Ware von
außen in sie eingehn, im Preis gefallen oder gestiegen sind.

Fällt der Wert des variablen Kapitals, so repräsentiert es nach wie vor
dasselbe Quantum lebendiger Arbeit. Bloß kostet dies selbe Quantum
weniger. Bleibt die Produktionsstufe also dieselbe (da der Wert des kon-
stanten Kapitals unverändert), so vermindert sich der Teil des Total-
kapitals, der im Ankauf von Arbeitern avanciert wurde. Weniger Kapital
auszulegen, um dieselbe Anzahl Arbeiter zu zahlen. Also vermindert
sich hier bei gleichbleibender Produktionsstufe die Summe des ausgelegten

das Verhältnis dieses Mehrwerts zum gesamten vorgeschossenen Kapital. Auf diese Weise
sinkt die Profitrate aus zwei Gründen, weil die Masse der Mehrarbeit sich verringert und weil
diese Mehrarbeit im Verhältnis zu dem gesamten vorgeschossenen Kapital abnimmt.

t sinkendem Wert der Elemente des konstanten Kapitals - ? steigendem Wert der Ele-
mente des konstanten Kapitals - ® das vorgeschossene Kapital vergrößert - * das alte oder
weniger als das alte Kapital vorgeschossen

378 Dreiundzwanzigstes Kapitel

Kapitals. Die Profitrate steigt und zwar aus doppelten Gründen. Die surplus
value ist gestiegen; das Verhältnis der lebendigen Arbeit zur vergegenständ-
lichten ist dasselbe geblieben, aber größrer Teil der surplus value bezogen
auf kleinres Gesamtkapital. Wird dagegen der freigewordne Teil zugefügt,
so dies = Akkumulation.

Steigt der Wert des variablen Kapitals, so, um dieselbe Masse Arbeiter
wie bisher anzuwenden, auch mehr Gesamtkapital auszulegen, weil der
Wert des konstanten Kapitals derselbe bleibt und der des variablen ge-
stiegen ist. Die Masse Arbeit bleibt dieselbe, aber kleinrer Teil davon sur-
plus labour, und dieser kleinre Teil bezogen auf größres Kapital. Dies, wenn
die Produktionsstufe dieselbe bleibt, während der Wert des Totalkapitals ge-
stiegen. Steigt dieser Wert nicht, so muß die Prodizktionsstufe vermindert
werden. Die Masse labour nimmt ab, und von dieser verminderten Masse
kleinrer Teil surplus labour, which, too, bears a smaller proportion to the
whole capital advanced!.

Die organic changes? und die durch change of value? hervorgebrachten
können in gewissen circumstances? denselben Effekt auf die Profitrate
haben. Sie unterscheiden sich aber dadurch: Sind die letztren nicht bloßen
fluctuations of market prices? geschuldet, also temporär, so müssen sie
stets einem organic change in den Sphären geschuldet sein, die Elemente
des konstanten Kapitals oder des variablen liefern.

Case 3 hier nicht weiter einzugehn.

Bei gleich großen Kapitalien in verschiednen Produktionssphären - oder
gleichem Quotum des Gesamtkapitals, z.B. auf je 100 - kann die organische
Komposition dieselbe, aber das Wertverhältnis der Elementarbestandteile,
des konstanten und variablen Kapitals, verschieden sein, je nach dem ver-
schiednen Wert der angewandten Instrumental- und Rohmaterialmasse.
Z.B. Kupfer statt Eisen, Eisen statt Blei, Wolle statt Baumwolle etc.

Änderseits, wenn das Wertverhältnis dasselbe, kann die organische
Komposition verschieden sein? Bei Gleichheit der organischen Kompo-
sition sind die relativen Massen, die, pro 100, in konstantem Kapital und
lebendiger Arbeit sich verbinden, dieselben. Die quantitativen Verhältnisse
dieselben. Es ist möglich, daß der Wert des konstanten Kapitals gleich ist,
obgleich die relativ in Bewegung gesetzten Arbeitsmassen verschieden.
Wenn die Maschinerie oder das Rohmaterial teurer (oder umgekehrt),

1 Mehrarbeit, die auch im Verhältnis zu dem gesamten vorgeschossenen Kapital ab-
nimmt - ? organischen Wechsel - ® Wechsel des Werts - * Umständen - ® Fluktuationen
€

der Marktpreise

Cherbuliez 379

kann z.B. weniger Arbeit erheischt sein; aber dann ist auch der Wert des
variablen Kapitals relativ kleiner oder umgekehrt.

11115] Nehme A und B. c’ und v’ seien die Bestandteile von A (dem
Wert nach) und c und v die von B (dem Wert nach). Wenn nun c’:v’

’
v

= c:v, so c’v= v’c. Also auch — ee

Es ist nur folgendes möglich, da die Wertverhälinisse gleich sind. Wird
in der andern Sphäre mehr Surplusarbeit gearbeitet (z.B. Nachtarbeit in der
Agrikultur unmöglich, ditto kann zwar der einzelne Arbeiter überarbeitet
werden, aber das Gesamtquantum Arbeit, das angewandt werden kann
bei gegebner Größe des Grundstücks etc., beschränkt durch den zu fabri-
zierenden Gegenstand (das Getreide), während bei gegebner Größe der
Fabrik die Masse der Fabrikation von der Stundenzahl abhängt, die ge-
arbeitet wird ($övegeit nach) - d.h., es liegt in der Verschiedenheit der
Produktionsweise, daß in der einen Sphäre mehr Surplusarbeit angewandt
werden kann auf gegebner Produktionsstufe als in der andren), so mag das
Wertverhältnis von konstantem und variablem Kapital dasselbe sein, den-
noch aber die relativ zum Gesamtkapital angewandte Arbeitsmasse ver-
schieden. Oder nimm [an], das Material sei teurer und die Arbeit (als
höhrer Art angehörig) in demselben Verhältnis. In diesem Fall A wendet
5 Arbeiter an, wo B 25, und sie kosten 100 I. wie die 25, weil ihre Arbeit
teurer (also auch ihre Surplusarbeit mehr wert). Zugleich verarbeiten die
5 einen Rohstoff von 100 Ibs. y, = 500, und die von B einen Rohstoff von
1000 Ibs. x, von 500, weil das Material teurer und die Produktivkraft der
Arbeit geringer entwickelt bei A. Hier das Wertverhältnis 100 I. v zu 500 c
in beiden Fällen, aber die organische Komposition verschieden.

Das Wertverhältnis dasselbe: Der Wert des konstanten Kapitals in A
gleich dem in B, und im Verhältnis legt A soviel Kapital in Arbeitslohn aus
wie B. Aber die Masse seiner Produkte geringer. Er braucht zwar absolut
dieselbe Masse Arbeit wie B, aber relativ mehr, weil sein konstantes
Kapital teurer. Er verarbeitet weniger Rohstoff etc. in derselben Zeit, aber
sein Weniger kostet soviel wie das Mehr des B. In diesem Fall Wert-
verhältnis dasselbe; organische Zusammensetzung verschieden. Im andren
Fall dies, bei gleichen Wertverhältnis, nur möglich im Fall verschiedner
Surplusarbeit oder verschiedner Werte der verschiednen Arbeiten.

Die organische Komposition kann so aufgefaßt werden: Verschiednes
Verhältnis, worin Auslage von konstantem Kapital nötig in den verschiednen

1 dem Vermögen

380 Dreiundzwanzigstes Kapitel

Produktionssphären, um dieselbe Masse Arbeit zu absorbieren. Die Ver-
bindung derselben Masse Arbeit mit dem Arbeitsgegenstand erheischt ent-
weder mehr Rohmaterial und machinery in dem einen Fall als in dem
andren oder bloß eines von beiden.

{Bei sehr verschiednen Verhältnissen von capital fixe und circulant kann
das Verhältnis des konstanten und variablen Kapitals dasselbe, daher die sur-
plus value dieselbe sein, obgleich die jährlich produzierten Werte ver-
schieden sein müssen. Gesetzt, in der Kohlenindustrie, wo kein Rohmaterial
angewandt wird (abgesehn von den matieres instrumentalest), sei das fixe
Kapital die Hälfte des ganzen Kapitals, das variable die andre Hälfte.
Gesetzt, in der Schneiderei sei das fixe Kapital = 0) (wie vorhin, abgesehn
von den matieres instrumentales), aber das Rohmaterial = ?/,, das variable
ditto = Y/,. So werden beide (bei gleicher Exploitation der Arbeit), da sie
dieselbe Masse Arbeit relativ zum Kapital, pro 100, anwenden, dieselbe
surplus value realisieren. Aber gesetzt, das fixe Kapital in der Kohlen-
produktion schlage einmal in 10 Jahren um, während kein Unterschied im
Umschlag des zirkulierenden Kapitals in beiden Fällen. Der von dem
Schneider Ende des Jahrs (wir wollen annehmen, das variable Kapital
schlage in beiden Fällen einmal um) produzierte Wert = 150, wenn die
surplus value = 50. Dagegen der am Ende des ersten Jahrs vom Kohlen-
produzenten produzierte Wert = 105 (nämlich 5 für fixes Kapital, 50 für
variables, 50 für Surplusarbeit). Der Totalwert seines Produkts + dem
fixen Kapital = 150, nämlich Produkt = 105 + 45 für das restierende
fixe Kapital, wie beim Schneider. Die Produktion verschiedner Wertgrößen
schließt also nicht die Produktion derselben surplus values aus.

Im zweiten Jahre wäre das fixe Kapital des Kohleproduzenten = 45,
variable = 50, Surplus = 50. Also das vorgeschoßne Kapital = 95 und
Profit = 50. Die Profitrate wäre gestiegen, weil der Wert des fixen |
Kapitals abgenommen infolge des döchet von T/;o im ersten Jahr. Es unter-
liegt also gar keinem Zweifel, daß in allen Kapitalien, wo viel capital fixe
angewandt - bei gleichbleibender Produktionsstufe -, die Profitrate steigen
muß in dem Maße, wie jährlich der Wert der Maschine des capital fixe
fällt, infolge des schon ersetzten dechet?. Verkauft der Kohleproduzent
während der 10 Jahre fortwährend zu demselben Preis, so muß er im
zweiten Jahr höhre Profitrate machen als im ersten and so forth?. Oder es
müßte angenommen werden, daß die Reparaturarbeiten etc. im direkten?
Verhältnis zum dechet stehn, so daß sich die Totalsumme des jährlich unter

1 Hilfsstoffen - ? Verschleiß -® und so weiter - * in der Handschrift: umgekehrten

Cherbuliez 381

der Rubrik fixes Kapital vorgeschoßnen Teils gleichbleibt. Dieser Extra-
profit mag sich auch ausgleichen dadurch, daß während der Zeit - abgesehn
vom dechet - der Wert des fixen Kapitals sinkt, weil mit beßrer, nachträg-
lich erfundner neuer Maschinerie zu konkurrieren. Andrerseits erlaubt
aber diese steigende? Profitrate, die natürlich aus dem dechet erwächst, dem
abnehmenden Wert des fixen Kapitals, zu konkurrieren mit beßrer neuer
Maschinerie, bei der noch der ganze Wert zu berechnen. Endlich verkaufte
der Kohleproduzent [am Ende des zweiten Jahres] wohltfeiler, also so be-
rechnend: 50 auf 100 machte 50 p.c. Profit; 50 p.c. auf 95 macht 47/,;
verkaufte er dieselbe Masse Produkt [nicht zu 105, sondern] zu 102?/,, so
verkauft er wohlfeiler als der, dessen Maschinerie sich z.B. erst im ersten
Jahr der Arbeit befindet. Große Anlagen von capital fixe setzen Besitz von
großem Kapital voraus. Und da diese großen Kapitalbesitzer den Markt
beherrschen, scheint es nur, daß sie aus besagtem Grund erst mit surplus
profit (Rente) arbeiten. Diese Rente geht in der Agrikultur daraus hervor,
daß mit relativ fruchtbarerem Boden gearbeitet wird, aber hier wird mit
relativ wohlfeilrer Maschinerie gearbeitet.

{Eine Masse Geschichten, die dem Verhältnis von fixem und zirkulieren-
dem Kapital zugeschlagen werden, gehören dem Unterschied von variablem
und konstantem an. Erstens können diese Verhältnisse dieselben sein, die
von konstantem und variablem, obgleich die von fixem und zirkulierendem
verschieden sind. Zweitens handelt es sich bei konstantem und variablem
um die ursprüngliche Teilung des Kapitals zwischen lebendiger Arbeit
und vergegenständlichter, nicht von der Modifikation dieses Verhältnisses
durch den ZirkulationsprozeßB oder den Einfluß des letztren auf die
Reproduktion.

D’abord? klar, daß die Differenz von fixem und zirkulierendem Kapital
nur soweit den Mehrwert affizieren kann (abgesehn von Unterschieden in
der Masse der angewandten lebendigen Arbeit, die sich auf das Verhältnis
von variablem und konstantem Kapital beziehn), als es den Umschlag des
Gesamtkapitals affiziert. Also zu untersuchen, wie der Umschlag wirkt auf
den Mehrwert. Es hängen offenbar two® Umstände genau damit zusammen:
l. die surplus value kann nicht so rasch (so oft) akkumuliert werden, in
Kapital rückverwandelt; 2. das avancierte Kapital muß wachsen, sowohl um
dieselbe Masse Arbeiter in Gang zu halten etc. als wegen der längren Vor-
schüsse, die der Kapitalist sich selbst machen muß [für] seine eignen Kon-
sumtionskosten. Diese Umstände wichtig beim Profit. Hier aber nur zu sehn

3 In der Handschrift: sinkende -2 Zunächst - ? zwei

382 Dreiundzwanzigstes Kapitel

zunächst, wie sie auf die surplus value wirken. Und diese beiden Umstände
immer auseinanderzuhalten. }

{Alles, was die Avancen vergrößert, ohne den Mehrwert verhältnis-
mäßig zu vergrößern, vermindert die Profitrate, even if the surplus value
remains the same; alles was sie vermindert, umgekehrt. Sofern also großes
capital fixe im Verhältnis zum capital circulant - oder verschiedner Um-
schlag des Kapitals - die Größe der Avancen affiziert, affiziert er die Profit-
rate, even if not at all affecting the surplus value?.}

{Die Profitrate ist nicht simply die surplus value, berechnet auf das vor-
geschoßne Kapital. Sondern the mass of surplus value, realized within a
given period®, d.h. in einem bestimmten Zirkulationsausschnitt. Soweit
also der Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital die mass of
surplus value affiziert, die ein bestimmtes Kapital within a given period:
realisiert, affiziert er die Profitrate: Das doppelte Moment kömmt herein,
der Unterschied in der Größe der avances (relatively to the surplus value
realized) und secondly the difference in the length of time for which these
advances have to be made before they are returned with a surplus“. }

1117] {Die Reproduktionszeit oder vielmehr die Anzahl der Reproduk-
tionen in einem bestimmten Zeitraum wesentlich durch 2 Umstände affiziert:

l. Verlängerter Aufenthalt des Produkts in der eigentlichen Produktions-
sphäre.

Erstens möglich, daß ein Produkt zu seiner Produktion längre Zeit wie
ein andres bedarf, sei es längre Abschnitte des Jahres oder ein ganzes Jahr
oder mehr wie ein Jahr. (Letztres z.B. in Bauten, in der Viehzucht und in
manchen Luxusprodukten.) In diesem Falle absorbiert es, je nach der
Zusammensetzung des produktiven Kapitals, in konstantes und variables,
fortwährend Arbeit, oft sehr viel Arbeit (wie bei Luxusprodukten, Bauten)
im Verhältnis zum konstanten Kapital. Also im Verhältnis, wie seine
Produktion länger dauert, aber auch gleichmäßige Fortdauer des Arbeits-
prozesses, fortwährendes Absorbieren von Arbeit und Surplusarbeit.
Z.B. bei Vieh oder Bauten, z.B. letztre genommen, die mehr als ein Jahr
erfordern. Das Produkt kann erst zirkulieren, d.h. verkauft werden, auf
den Markt geworfen werden, sobald es fertig ist. Die Surplusarbeit des
ersten Jahrs ist mit der andren Arbeit im unfertigen Produkt des ersten

1 selbst wenn der Mehrwert derselbe bleibt - ? selbst wenn er den Mehrwert überhaupt
nicht affiziert - ® die Masse des Mehrwerts, in einer gegebenen Periode realisiert - * Vor-
schüsse (relativ zu dem realisierten Mehrwert) und zweitens die Differenz in der Länge
der Zeit, für die diese Vorschüsse gemacht werden müssen, bevor sie mit einem Surplus
zurückkehren

Cherbuliez 383

Jahrs objektiviert. Sie ist weder kleiner noch größer als in andren Industrie-
zweigen, wo dasselbe Verhältnis von konstantem und variablem Kapital
herrscht. Aber der Wert des Produkts kann nicht realisiert werden, d.h.
in dem Sinne, daß er nicht in Geld verwandelt werden kann, also auch
nicht die surplus value. Letztre kann daher nicht als Kapital akkumuliert
werden, noch zur Konsumtion verwandt werden. Das vorgeschoßne
Kapital sowohl wie die surplus value dienen sozusagen als Unterlage der
Weiterproduktion. Sie sind Voraussetzung derselben und gehn gewisser-
maßen als Halbfabrikat, d’une manitre ou d’une autre! als Rohmaterial in
die Produktion des zweiten Jahrs ein.

Gesetzt, das Kapital sei 500, Arbeit = 100, Mehrwert = 50, so das der
Produktion vorgeschoßne Kapital = 550 + 500, die im zweiten Jahr vor-
geschossen werden. Der Mehrwert wieder = 50. So der Wert des Produkts
= 1100 I. Wovon 100 Mehrwert. In diesem Fall der Mehrwert derselbe,
als wenn das Kapital reproduziert wäre im ersten Jahr und im zweiten

wieder 500 !. angelegt. Das variable Kapital immer 100 und der Mehrwert
immer 50. Aber die Profitrate verschieden. Sie ist im ersten Jahr En oder

10 p.c. Im zweiten Jahr aber ist vorgeschossen 550 + 500 = 1050, und
davon ist Y/jo = 105. Wird also dieselbe Rate des Profits berechnet, so der
Wert des Produkts gleich: I. Jahr 550, 2.Jahr 550 + 500 + 55 + 50
= 1155. Und der Wert des Produkts am Ende des zweiten Jahrs = 1155.
Er wäre sonst nur = 1100. Der Profit ist hier größer als der produzierte
Mehrwert, denn dieser beträgt nur 100. Rechnet man die Konsumtions-
kosten des Kapitalist mit, die er sich während 2 Jahre vorschießen muß, so
das ausgelegte Kapital noch größer im Verhältnis zum Mehrwert. Aller-
dings dafür auch der ganze Mehrwert des ersten Jahres in Kapital ver-
wandelt im zweiten. Ferner ist das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital
größer, weil die I00 Ende des ersten Jahrs nicht reproduziert sind, während
das zweite Jahr also 200 für dieselbe Arbeit vorgeschossen werden müssen,
wozu sonst [00 genügen, die sich im 1. Jahr reproduzieren.

Zweitens. Nachdem der Arbeitsprozeß beendigt, muß das Produkt noch
in der Produktionssphäre bleiben, um Naturprozesse durchzumachen, die
keine oder relativ nur ganz unbedeutende Arbeit erfordern, wie der Wein
im Keller. Erst nach Ablauf dieser Frist das Kapital reproduzierbar. Hier
offenbar, welches immer sonst das Verhältnis von variablem und kon-
stantem Kapital, dasselbe, als wäre mehr konstantes und weniger variables

1 auf die eine oder andere Weise ,

384 Dreiundzwanzigstes Kapitel

Kapital ausgelegt. Die surplus labour, wie die labour überhaupt, die hier
während bestimmter Periode angewandt, kleiner. Wenn die Profitrate
dieselbe, so dies geschuldet der Ausgleichung, nicht der in dieser Sphäre
erzeugten surplus value. Es muß früher mehr Kapital avanciert werden,
um den Reproduktionsprozeß - die Kontinuität der Produktion — aufrecht-
zuerhalten. Und wieder aus diesem Grunde sinkt das Verhältnis der surplus
value zu dem vorgeschoßnen Kapital.

Drittens. Unterbrechungen im Arbeitsprozeß während das Produkt sich im
Produktionsprozeß befindet, wie bei der Agrikultur, bei Prozessen wie
Gerberei etc., wo chemische Prozesse einen Intervall bilden, bevor das
Produkt aus einer Phase zur nächst höheren übergehn kann. Wird in
solchen Fällen durch chemische Entdeckungen das Intervall verkürzt, so
die Produktivität der Arbeit vermehrt, die surplus value [vergrößert] und
kürzre Zeit vergegenständlichte Arbeit dem Prozeß avanciert. In allen
diesen Fällen die surplus value kleiner, das avancierte Kapital größer.

2. Dasselbe findet statt, wenn die returns! von zirkulierendem Kapital
wegen Entfernung des Markts länger dauern als das average?. Auch hier
der Kapitalvorschuß größer, die surplus value kleiner und [kleiner] ihr
Verhältnis zum avancierten Kapital.} {Im letztren Fall länger in der Zirku-
lationssphäre fixiert, im andren in der Produktionssphäre.}

11118] {Nehmen wir an, in irgendeinem Zweig der Transportindustrie
das vorgeschoßne Kapital = 1000, fixes Kapital = 500, das sich in fünf
Jahren abnütze. Variables Kapital = 500, das einmal? im Jahr umlaufe.
Dann der jährliche Wert des Produkts = 100 + 500 + 100, wenn die Rate
des Mehrwerts = 20 p.c. Zusammen = 700. Ändrerseits in einem Zweig
der Schneiderei sei das konstante zirkulierende Kapital = 500 (fixes = 0)
und das variable = 500, Mehrwert = 100. Schlage 4x im Jahr um. Dann
Wert des Produkts (jährlich) = 4 (500 + 500) + 100 = 4100. Mehrwert
in beiden Fällen derselbe. Das letzte Kapital schlägt ganze 4x im Jahr
um oder einmal in einem Vierteljahr. Das andre schlägt um 600 im Jahr,
also im Vierteljahr = = 150. Also 50 in einem Monat; 100 in 2 Monaten
und 400 in 8 Monaten. Das ganze Kapital braucht, um umzuschlagen, 1 Jahr

und 8 Monate oder 20 Monate. In einem Jahr schlägt nur um davon iv

Nun wird man sagen, das erste, um einen Profit von 10 p.c. zu machen,
schlägt auf Wert von 1000 vierteljährlich weniger als das andre. Aber hier

2 Umläufe - 2 im Durchschnitt -® in der Handschrift: 4mal

Cherbuliez 385

handelt es sich nicht um Zuschlagen. Der eine macht mehr Mehrwert auf
sein konsumiertes Kapital, aber nicht auf sein angewandtes. Hier geht der
Unterschied aus dem Mehrwert hervor, nicht aus dem Draufschlagen von
Profit. Der Unterschied liegt hier im Wert, nicht im Mehrwert. Beide
schlagen das variable Kapital von 500 4x im Jahr um. Sie machen Mehr-
wert im Jahr = 100, [Jahres]rate des Mehrwerts = 20 p.c. Aber im Viertel-
jahr 25 I, also mehr Prozent? 25 auf 500 alle Vierteljahr = 5 p.c. das
Vierteljahr, also 20 p.c. im Jahr.

Der erste schlägt '/, seines Kapitals 4mal im Jahr um und von seiner
andern */, nur */, im Jahr. Die Hälfte von viermal ist zweimal“. Er schlägt
also im Jahr 2"/,, mal? sein Kapital um. Der andre schlägt es ganz 4x um.
Aber dies ändert absolut nichts an der surplus value. Setzt der letztre den
Reproduktionsprozeß kontinwerlich fort, so muß er beständig 500 in
Rohmaterial etc. verwandeln und hat immer nur 500 für Arbeit, während
der andre ditto 500 für Arbeit hat und die andren 500 ein für allemal (i.e.
für 5 Jahre) in einer Gestalt besitzt, worin er es nicht rückzuverwandeln
braucht. Dies gilt aber nur, wenn trotz der Differenz von fixem und zirku-
lierendem Kapital das Verhältnis? von variablem und konstantem [in beiden
Kapitalien] gleich. Besteht }/, aus konstantem und !/, aus variablem bei
beiden, so kann [bei dem einen] "/, nur aus fixem bestehn, wenn das zirku-
lierende konstante Kapital = 0, und [bei dem anderen] "/, aus zirkulieren-
dem konstantem bestehn, wenn das fixe = 0. Obgleich nun das zirku-
hierende konstante = 0 sein kann, wie in der extraktiven Industrie und der
Transportindustrie, wo aber die matitres instrumentales? statt des Roh-
materials zirkulierendes konstantes Kapital bilden, so das fixe Kapital
(außer bei Bankiers etc.) nie = 0. Indes bleibt sich das gleich, wenn das
konstante Kapital in beiden Fällen im selben Verhältnis zum variablen
steht, obgleich es in dem einen Fall weniger, in dem andren mehr fixes
und weniger zirkulierendes konstantes Kapital enthält, in dem andren Fall
umgekehrt. Es findet hier nur Unterschied statt in der Reproduktionszeit
der einen Hälfte des Kapitals und der des Gesamtkapitals. Der eine muß
die 500. für 5 Jahre vorschießen, ehe sie retournieren, der andre für
1 Vierteljahr oder I Jahr. Die Dispositionsfähigkeit über das Kapital ist
verschieden. Die avance ist nicht verschieden, aber die Zeit, wofür avanciert
ist. Dieser Unterschied geht uns hier nichts an. Mehrwert und Profit sind
hier, wenn das ganze vorgeschoßne Kapital betrachtet wird, derselbe:

t In der Handschrift: 1/, 4X mal ist = I 2mal - ? in der Handschrift: 2Y/, mal - ® in
der Handschrift: d. Unterschied - * Hilfsstoffe

386 Dreiundzwanzigstes Kapitel

100 I. im ersten Jahr auf das vorgeschoßne 1000. Im zweiten Jahr eher die
höhre Profitrate auf Seite des fixen, weil das variable Kapital dasselbe ge-
blieben, der Wert des fixen sich vermindert hat. Er schießt im zweiten
Jahr nur vor 400 fixes und 500 variables und macht nach wie vor 100. Aber
100 auf 900 = 11/, p.c., während der andre, wenn er fortfährt zu repro-
duzieren, nach wie vor 1000 vorschießt und 100 macht, = 10 p.c.

Anders natürlich, wenn mit dem fixen Kapital das konstante Kapital
überhaupt wächst gegen das variable oder überhaupt mehr Kapital vor-
geschossen werden muß, um dieselbe Quantität Arbeit in Bewegung zu
setzen. Im obigen Fall fragt es sich nicht, wie oft das Gesamtkapital re-
tourniert oder wie groß der Vorschuß, sondern wie oft der Teil retourniert,
der hinreichend ist, um dieselbe Masse produktive Arbeit in Bewegung zu
setzen, wie im andren Fall, um den Produktionsprozeß zu erneuern. Wäre
aber im obigen Beispiel das fixe Kapital [nicht 500, sondern] = 1000, das
zirkulierende [nach wie vor] nur = 500, so änderte sich die Sache. Dies
käme aber nicht daher, daß es fix ist. Denn kostete das zirkulierende kon-
stante im zweiten Fall (wegen Teuerkeit des Materials z.B.) 1000 [statt
500], so wäre der case wie vorher. Da in den ersten Fällen [der beiden
Beispiele] je größer das fixe Kapital, um so größer die relative Größe des
vorgeschoßnen Kapitals überhaupt relativ zum variablen, wirft man dies
durcheinander. Sonst die ganze Geschichte vom Umlauf eigentlich ur-
sprünglich dem merkantilen Kapital entlehnt, wo er durch andre Gesetze
bedingt ist: Wo, wieich gezeigt habel!0%}, in der Tat die Profitrate bestimmtist
durch die average Anzahl der Umläufe, abgesehn von der Komposition dieses
Kapitals, das übrigens hauptsächlich aus zirkulierendem besteht. Denn beim
merkantilen Kapital sein Profit bestimmt durch den general rate of profit.}

1119] {Der Witz ist der. Das fixe Kapital sei = x. Schlägt es nur einmal
in 15 Jahren um, so ?/,; in einem Jahr, aber es braucht auch nur !/,, ersetzt
zu werden. Es wäre nichts damit geholfen, daß es 15x im Jahr ersetzt
würde. Es nähme nach wie vor dieselbe Masse ein. Das Produkt würde nur
dadurch verteuert. Allerdings ist die Dispositionsfähigkeit kleiner und das
Risiko der Depreziation größer, als wenn dieselbe Masse Kapital in zirku-
lierender Form vorgeschossen. Aber dies ändert am Surplus nichts, obgleich

.es in die Berechnung der Profitrate unter den Herrn Kapitalisten eingeht,
indem in die Berechnung des dechet dieses Risiko eingerechnet wird. Was
aber den andren Teil des Kapitals angeht, sei der zirkulierende Teil des
konstanten (matitres brutes und matitres instrumentales!) = 25000 für ein

3 Rohstoffe und Hilfsstoffe

Cherbuliez 387

Jahr und der Arbeitslohn = 5000. So müßten, wenn es nur einmal im Jahr
retournierte, 30000 I. während des ganzen Jahres vorgeschossen werden,
und wenn der Mehrwert = 100 p.c., = 5000, so Profit Ende des Jahrs
= 5000 auf 30000, = 16°), p.c.

[Retournierte es] dagegen alle ?/, Jahr, so nur nötig Kapitalvorschuß
von 5000 für konstantes zirkulierendes Kapital und 1000 für Arbeitslohn.
Pr[ofit 1000] und in dem °/, Jahr 5000. Dieser Mehrwert aber gemacht
auf ein Kapital von 6000, da nie mehr vorgeschossen wird. Der Profit war
[also 5000 aufl 6000 oder °/, 5x soviel, = 83?/, p.c. (Abgesehn vom
capital fixe.) Also sehr bedeutender Unterschied in der Profit[rate, weil] in
der Tat Arbeit für 5000 mit einem Kapital von 1000 und Rohmaterial etc.
für 25000 mit einem Kapital [von 5000 gekauft] wird. Wären die Kapitalien
gleich bei dieser verschiednen Rate des Umschlags, so könnten im ersten
Fall nur [6000 avanciert werden.] Oder monatlich nur 500, wovon °/, in

capital constant und !/, in capital variable. Dies !/, = 83/,, worauf 100
1 12
[p.c. Mehrwert 83"/,,] und [dies] machte für das Jahr (83 + 3) 2= EN

(oder 4) + 996 = 1000. Aber 1000 auf 60[00 = 162/, p.c.}]!

### [6.Cherbuliez’ Versuch, die einander ausschließenden

Ansichten Ricardos und Sismondis zu vereinen]

Zu Cherbuliez zurück.
Sismondisch:

„Der ökonomische Fortschritt der Gesellschaft, soweit er durch ein absolutes
Wachstum des produktiven Kapitals und durch eine Veränderung des Verhältnisses
zwischen den verschiedenen Elementen des Kapitals charakterisiert ist, bietet den
Arbeitern einige Vorteile: I. Die größre Produktivität der Arbeit, namentlich durch
Anwendung der Maschinerie, führt so rapides Anwachsen des produktiven Kapitals
herbei, daß, trotz der vorgekommenen Änderung im Verhältnis des Lebensmittelfonds
zu den übrigen Elementen des Kapitals, dieses Element dennoch einen absoluten Zu-
wachs erhält, welcher erlaubt, nicht nur dieselbe Zahl Arbeiter wie früher anzuwenden,
sondern noch eine zusätzliche Anzahl zu beschäftigen, so daß sich das Resultat des
Fortschritts, einige Interruptionen abgerechnet, für die Arbeiter in einer Vermehrung
des produktiven Kapitals und der Nachfrage nach Arbeit resumiert. 2. Die größere
Produktivität des Kapitals strebt, den Wert einer Menge von Produkten beträchtlich

1 Die in diesem Absatz in eckigen Klammern gegebenen Textstellen in der Handschrift
durch Tintenfleck unleserlich.

25*

388 Dreiundzwanzigstes Kapitel

zu vermindern, sie folglich dem Arbeiter erreichbar zu setzen, dessen Genüsse sich hier-
durch vermehrt finden. (l.c. p.65.)

Dagegen:

1. Sowenig anhaltend, so partiell die temporäre Diminution des Approvisionne-
ment, das den Arbeitspreis bildet, sein mag, sie produziert nicht minder unheilvolle
Wirkungen. 2. Die Umstände, die den ökonomischen Fortschritt einer Gesellschaft
bestimmen, sind großenteils zufällig, unabhängig vom Wollen der produzierenden
Kapitalisten. Die Wirkung dieser Ursachen nicht beständig etc.“ (p.66.) 3. „Es ist
weniger die absolute Konsumtion des Arbeiters als seine relative Konsumtion, welche
seine Lage glücklich oder unglücklich macht. Was liegt dem Arbeiter daran, einige
seinesgleichen früher unzugängliche products verschaffen zu können, wenn die Zahl
der Produkte, die ihm unzugänglich sind, in einer noch stärkeren Proportion gewachsen ist,
wenn die Distanz, die ihn vom Kapitalisten trennt, sich nur vermehrt hat, wenn seine
soziale Position niedriger und unvorteilhafter geworden ist? Die zur Erhaltung der
Kräfte strikt notwendige Konsumtion ausgenommen, ist der Wert unsrer Genüsse wesent-
lich relativ.“ (p.67.)

„Man vergißt, daß der Lohnarbeiter ein denkender, mit denselben Fähigkeiten be-
gabter Mensch, durch dieselben Triebfedern wie der travailleur capitaliste! bestimmter
Mensch ist.“ (p.67.)

[1120| „Welche Vorteile den salarierten Arbeitern ein rasches Wachstum des sozia-
len Reichtums verschaffen mag, es heilt nicht die Ursache ihres Elends ... sie bleiben
allen Rechts auf das Kapital beraubt, folglich verpflichtet, ihre Arbeit zu verkaufen und
allen Prätensionen auf die Produkte dieser Arbeit zu renunzieren." (p.68.) „Das ist der
Prinzipalfehler des Gesetzes der Appropriation ... das Übel liegt in diesem absoluten
Mangel des Bandes zwischen dem Lohnarbeiter und dem Kapital, das seine Industrie
ins Werk setzt.“ (p.69.)

Diese letzte Phrase mit dem „Bande“ echt sismondisch und zugleich
blödsinnig.

Über den Normalmenschen = Kapitalist etc., sieh ibid. I.c. p. 74-76.

Über die Konzentration der Kapitalien und die Beseitigung der kleinen
Kapitalisten. (l.c. p.85-88.)

„Wenn im jetzigen Zustand der profit reel von der Ersparung der Kapitalisten her-
kömmt, könnte er ebensogut von der der Salarierten kommen.“ (p.89.)

Chlerbuliez] teilt

l. die Ansicht Mills, alle Steuern auf die Grundrente zu legen!
(p. 128), aber, da es unmöglich ist,

„eine Art Steuer in der Art aufzulegen, daß sie wirklich von der Rente erhoben wird
und nur diese trifft“,

1 arbeitende Kapitalist

Cherbuliez 389

da es schwer ist, den Profit von der Rente zu unterscheiden, unmöglich,
wenn der Eigentümer selbst cultivateur ist, so geht
2. Ch[erbuliez] zur wahren Konsequenz Riclardols fort:

„Warum macht man nicht einen Schritt weiter und hebt das Privateigentum am
Boden auf?“ (p.129.) „Die Grundeigentümer sind Müßiggänger, die auf öffentliche
Kosten erhalten werden ohne irgendwelche Vorteile für die Industrie oder die all-
gemeine Wohlfahrt der Gesellschaft.“ (p.129.) „Was den Boden produktiv macht, das
sind die auf die Landwirtschaft angewandten Kapitalien. Der Grundeigentümer trägt
nichts dazu bei. Er ist nur dazu da, eine Rente einzustecken, die nicht einen Teil des
Profits seiner Kapitalien ausmacht und weder das Produkt der Arbeit noch das der
Produktivkräfte des Bodens ist, sondern die Wirkung des Preises, zu dem die Konkur-
renz der Konsumenten die Produkte der Landwirtschaft hinauftreibt“ etc. (p. 129.) „Da
die Abschaffung des Privateigentums am Boden an den Ursachen, die die Rente erzeu-
gen, nichts ändern würde, führe sie fort zu bestehen; aber der Staat nähme sie in Emp-
fang, dem der ganze Boden gehört, und der dessen kultivierbare Flächen an Privatleute
verpachten würde, die genügend Kapitalien zu ihrer Ausbeutung besäßen.“ (p. 130.)

Sie würde an die Stelle aller Staatsrevenuen treten.

„Endlich würde die Industrie, emanzipiert, von jeder Fessel befreit, einen unerhör-
ten Aufschwung nehmen“ etc. (p. 130.)

Wie aber paßt diese Ric[ardo]sche Konsequenz zum Sismondischen
frommen Wunsch, das Kapital und die kapitalistische Produktion in „Bande“
zu legen? Wie mit dem Jammer:

„Das Kapital wird schließlich zum Beherrscher der Welt werden, wenn nicht eine
Umwälzung den Gang aufhält, den die Entwicklung unserer Gesellschaft unter der
Herrschaft des Gesetzes der Appropriation nimmt.“ (p. 152.) „Überall wird das Kapital
die alten sozialen distinctions! ausgelöscht haben, um ihnen zu substituieren diese ein-
fache Klassifikation der Menschen in Reiche und Arme, in Reiche, die genießen und
regieren, und in Arme, die arbeiten und gehorchen.“ (p.153.) „Die allgemeine Appro-
priation der produktiven Güter und der Produkte hatte zu allen Zeiten die zahlreiche
Klasse der Proletarier auf einen Zustand der Unterwerfung und politischen Unfähigkeit
reduziert, aber diese Appropriation war einst kombiniert mit einem System von Re-
striktivgesetzen, die der Entwicklung der Industrie und der Akkumulation der Kapitalien
 Fesseln anlegten, dem Anwachsen der Klasse der Enterbten Grenzen setzten,
ihre bürgerliche Freihett in enge Schranken einzwängten und so auf verschiedene Arten
jene Klasse unschädlich machten. Heute hat das Kapital einen Teil dieser Fesseln zer-
brochen. Es geht daran, sie alle zu zerbrechen.“ (p. 155, 156.)

„Die Demoralisation der Proletarier ist der zweite Effekt der Distribution der
Reichtümer.“ 72] (p. 156.)

1 Unterschiede

390

## [VIERUNDZWANZIGSTES KAPITEL]

## Richard Jones

### [1. „An Essay on the Distribution of Wealth...
Sinn für den historischen Unterschied. der Produktionsweisen bei Jones.
‚Seine Überlegenheit in einzelnen Fragen der Rententheorie
gegenüber Ricardo]

Rev. R. Jones, „An Essay on the Distribution of Wealth, and on the
Sources of Taxation“, Lond. 1831, Part I: Rent.

Schon diese erste Schrift on Rent zeichnet sich durch das aus, was allen
englischen Ökonomen seit Sir James Steuart fehlt, Sinn für den historischen
Unterschied der Produktionsweisen. (Solcher richtigen distinction! der
geschichtlichen Formen im großen und ganzen widersprechen sehr be-
deutende archäologische, philologische und historische blunders? nicht,
wie sie dem J[ones] nachgewiesen wurden. Sieh z.B. „Edinburgh Review“,
Vol. LIV, Art. IV 4081)

Er fand bei den modernen Ökonomen nach Ricfardo] Rent bestimmt als
Surplusprofit, eine Bestimmung, die voraussetzt, daß der farmer Kapitalist
ist (oder ein farming capitalist die Erde exploitiert), der average profit? für
diese besondre Anwendung des Kapitals erwartet, und daß die Agrikultur
selbst der kapitalistischen Produktionsweise subsumiert ist. Kurz, das
Grundeigentum wird hier nur aufgefaßt in der verwandelten Gestalt, die
ihm das Kapital als das herrschende Produktionsverhältnis der Gesellschaft
gegeben hat, seiner modernen bürgerlichen Form. Jones teilt durchaus
nicht diese Illusion, daß das Kapital seit Beginn der Welt etabliert war.

Seine Ansichten vom Ursprung der Rente überhaupt in folgenden
Sätzen zusammengefaßt:

1 Unterscheidung - ? Irrtümer - ® Durchschnittsprofit

Richard Jones 391 -

„Die Fähigkeit der Erde, selbst der primitivsten Arbeit der Menschen mehr als
nötig für die Subsistenz des Bebauers zu liefern, und ihn so befähigt, einen Tribut zu
zahlen, ist der Ursprung der Rente.“ (p.4.) „Rent [hat] also ihren Ursprung in der
Aneignung des Bodens zu einer Zeit, wo die Masse des Volkes gezwungen ist, ihn ent-
weder unter jeder Bedingung zu bebauen oder zu verhungern, und wo ihr dürftiges
Kapital an Geräten, Samen usw., da es ganz unzureichend ist, ihnen ihren Unterhalt
in einem anderen Gewerbe als in der Landwirtschaft zu gewähren, mit ihnen durch eine
überwältigende Not an den Boden gekettet ist.“ [p. 11.]

Jones verfolgt die Rente durch alle Wandlungen von ihrer rohsten
Gestalt als Fronarbeit bis zu der modernen (Pachtrente) farmers rent. Er
findet überall, daß einer bestimmten Form der Arbeit und ihrer Bedingun-
gen eine bestimmte Form der Rente, i.e. des Grundeigentums entspricht.
So werden der Reihe nach betrachtet Labour Rents or Serf Rents, Change
from Labour Rents to Produce Rents, Metayers Rents, Ryot!!®! Rents!
etc. — eine Entwicklung, die uns hier im Detail nichts angeht. In allen
frühren Formen erscheint der Grundeigentümer, nicht der Kapitalist, als
der unmittelbare Aneigner fremder surplus labour. Die Rente (wie sie bei
den Physiokraten durch Reminiszenz gefaßt ist) erscheint historisch (so
noch auf der größten Stufenleiter bei den asiatischen Völkern) als die all-
gemeine Form der surplus labour, der unentgeltlich zu verrichtenden labour.
Hier ist nicht, wie beim Kapital, die Aneignung dieser surplus labour durch
Austausch vermittelt, sondern ihre Basis ist die gewaltsame Herrschaft
eines Teils der Gesellschaft über den andren (daher auch direkte Sklaverei,
Leibeigenschaft oder politisches Abhängigkeitsverhältnis).

Da wir hier das Grundeigentum nur zu betrachten, soweit seine Auf-
fassung die des Kapitals bedingt, gehn wir weg über J[one]s’ Entwicklun-
gen gleich zu dem Resultat, was ihn sehr vorteilhaft von allen seinen Vor- -
gängern unterscheidet:

Vorher noch einige incidental remarks?.

Bei der Fronarbeit - und den Formen der Leibeigenschaft (resp. Skla-
verei), die ihr mehr oder minder entsprechen - || 1122] hebt Jones unbewußt
die zwei Formen hervor, worin sich alle surplus value (surplus labour)
auflöst. Es ist überhaupt charakteristisch, daß die eigentliche Fronarbeit
in brutalster Form am klarsten das Substantielle an der Lohnarbeit zeigt.

„Die Rente“ (wo Fronarbeit) „kann nur vermehrt werden unter diesen Umständen,
entweder indem die Arbeit der Lehnbauern geschickter und wirksamer angewandt

% Arbeitsrenten oder Renten der Leibeigenen, der Wechsel von den Arbeitsrenten zu
Produktenrenten, Halbpachtrenten, Ryotrenten — ? beiläufige Bemerkungen

392 Vierundzwanzigstes Kapitel

wird“ {relative surplus labour}, „aber als ein Hindernis die Unfähigkeit der Grund-
eigentümer, die Wissenschaft der Agrikultur zu fördern, oder indem die Menge der
geforderten Arbeit vermehrt wird und dann, wenn die Ländereien der Grundeigen-
tümer besser, die der Leibeigenen, denen Arbeit entzogen, um so schlechter bestellt

werden.“ (l.c., ch.II, [p.61].)

Was dies Buch von Jones über Rent unterscheidet von dem sub 2 zu er-
wähnenden „Syllabus“ dies: In der ersten Schrift geht er von den ver-
schiednen Formen des Grundeigentums als gegeben aus; in der zweiten
von den verschiednen Formen der Arbeit, denen sie entsprechen.

Jones zeigt auch, wie diesen verschiednen Produktionsverhältnissen ver-
schiedne Grade in der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft
der Arbeit entsprechen.

Die Fronarbeit (ganz wie die Sklavenarbeit) hat das mit der Lohnarbeit
gemein, quoad! Rente, daß letztre in Arbeit, nicht in Produkten, noch
weniger in Geld gezahlt wird.

Bei der „Metayers Rent“? „zeigt das Vorschießen von Betriebsmitteln durch den
Grundeigentümer und das Überlassen der Leitung des Bodenanbaues an den wirklichen
Arbeiter das ständige Fehlen einer zwischen ihnen stehenden Kapitalistenklasse.“ (p.74.)

„Ryotrenten sind Produktenrenten, die ein Arbeiter, der seinen eigenen Arbeitslohn aus
dem Boden zieht, an den Souverän als dessen Eigentümer zahlt.“ (ch. 1, [p.109].) (Asien
besonders.) „Die Ryotrenten oft vermischt mit Arbeitsrenten und Halbpachtrenten.“
(p.136 sq.) [Hier der] Souverän Hauptlandlord. „Das Gedeihen oder vielmehr die
Existenz von Städten in Asien entspringt völlig dem lokalen Aufwand der Regierung.“
(l.c. [p.138].)

„Cottier-Renten!!®]... sind alle Renten, die vertragsmäßig in Geld zu zahlen sind von
bäuerlichen Pächtern, dieihren eigenen Lebensunterhalt aus dem Boden ziehen.“ (p. 143.)
(Irland) „Auf der größten Oberfläche der Erde keine Geldrenten.“

„Alle diese Formen“ (serf, ryot, metayer, cottier etc., kurz peasants rents?) „hin-
dern die volle Entwicklung der Produktivkräfte der Erde.“ „Die Differenz in der Produk-
tivität der Industrie besteht erstens in der Menge der Vorrichtungen, die die Industrie
gebraucht, um Handarbeit anzuwenden, und zweitens in dem Ausmaß, wodurch die
rein physischen Tätigkeiten durch die akkumulierten Resultate vergangener Arbeit unter-
stützt werden, also von den verschiednen Quantitäten Geschick, Wissen und Kapital,
die für die Produktion herangezogen werden ... „Kleine Anzahl der [nicht}landwirtschaft-
lichen Klassen. Es ist unverkennbar, daß die relative Anzahl von Menschen, die, ohne
selbst Ackerbauarbeit zu leisten, unterhalten werden können, völlig nach den Produktiv-
kräften der Ackerbauer gemessen werden muß.“ (ch.VI, [p. 157-160].) „Als in England
die Arbeit der Hörigen abkam, da wurden die Pächter, die nun die Bewirtschaftung

1 was anbelangt -? „Halbpachtrente“ - ® Leibeigenen-, Ryot-, Halbpächter-, Häusler-
etc., kurz Bauernrenten

Richard Jones 393

der Domänen der Grundeigentümer übernahmen, auf dem Lande gefunden. Es waren
freie Bauern.“ (l.c. [p. 1661.)

Wir kommen endlich zum Punkt, der uns hier entscheidend interessiert,
zu den Farmers’ Rents. Hier ist es, wo die Superiorität von J[ones] schlagend
hervortritt, indem er das, was Riclardo] etc. als ewige Form des Grund-
eigenturns fassen, als dessen bürgerliche Form nachweist, die überhaupt erst
eintritt, 1. sobald das Grundeigentum aufgehört, das die Produktion und
darum die Gesellschaft beherrschende Verhältnis zu sein; 2. sobald die
Agrikultur selbst kapitalistisch betrieben wird, was die Entwicklung der
großen Industrie (at least of manufacture!) in der städtischen Industrie
voraussetzt. Jones zeigt nach, daß Rent im Riclardo]schen Sinn nur in einer
1123| Gesellschaft existiert, deren Basis die kapitalistische Produktions-
weise. Mit der Verwandlung der Grundrente in Surplusprofit hört auch der
direkte Einfluß des Grundeigentums auf wages auf, was in andren Worten
nichts heißt als: der Grundeigentümer hört auf, der direkte Appropriator
der surplus labour zu sein, was nun der Kapitalist ist. Die relative Größe
der Rente betrifft nur noch die Teilung der surplus value between capitalist
und proprietor, not the exaction of that surplus labour itself?. Diese Pointe
tritt bei J[ones] sachlich hervor, ohne klar ausgesprochen zu sein.

Jlones], sowohl durch die historische Explanation, als in ökonomischen
Details, wesentlicher Fortschritt über Ricfardo]. Wir wollen seine Theorie
Schritt für Schritt verfolgen. Dabei natürlich laufen blunders? unter.

In folgenden Sätzen expliziert J[ones] richtig die historischen und öko-
nomischen Bedingungen, unter denen die Grundrente gleich surplus profit
oder der Ausdruck des modernen Grundeigentums:

„Pächterrenten kann es nur dort geben, wo die wichtigsten Beziehungen zwischen den
verschiedenen Gesellschaftsklassen aufgehört haben, aus dem Eigentum und Besitz von
Boden zu entspringen.“ (p.185.)

Die kapitalistische Produktionsweise beginnt in der Manufaktur und
unterwirft sich erst später die Agrikultur.

„Es sind die Handwerker und die Handarbeiter, die sich als erste der Leitung der
Kapitalisten unterwerfen.“ (p.187.) „Unmittelbare Folge dieses Systems ist das Ver-
mögen, nach Belieben Arbeit und Kapital, die in der Landwirtschaft angewandt sind,
anderen Beschäftigungen zuzuführen.“

{Und erst mit dieser power* kann von einer Ausgleichung zwischen
agricultural und industrial profits die Rede sein.}

1 mindestens der Manufaktur -? des Mehrwerts zwischen Kapitalist und Grundeigen-
tümer, nicht die Eintreibung dieser Mehrarbeit selbst -° Irrtümer - * diesem Vermögen

394 Vierundzwanzigstes Kapitel

„Solange der Pächter selbst ein arbeitender Bauer war, der durch das Fehlen anderer
. Mittel für seinen Lebensunterhalt gezwungen wurde, diesen selbst aus dem Boden zu
ziehen, war er gekettet durch Not an diesen Boden; der kleine Vorrat an Betriebs-
mitteln, den er vielleicht besitzt, war mit seinem Besitzer tatsächlich an den Boden
gekettet, da er nicht ausreichte, jenem einen anderen Lebensunterhalt zu verschaffen,
wenn er nicht im Landbau angewandt wurde. Mit dem kapitalistischen Unternehmer
ist diese Abhängigkeit vom Boden gebrochen, und wenn durch die Beschäftigung der
arbeitenden Klasse auf dem Land nicht so viel gewonnen werden kann wie durch ihre An-
wendung in den verschiedenen anderen Gewerben, die in einem solchen Zustand der Gesell-
schaft zahlreich vorhanden sind, wird das Geschäft des Landbaus verlassen. Die Rente
besteht in diesem Falle notwendigerweise ausschließlich aus Überprofit.“ (p. 188.) Der
Einfluß von rents auf wages hört auf. „Sobald der Arbeiter einem Kapitalisten ver-
pflichtet ist, hört diese Abhängigkeit vom Landlord auf.“ (p. 189.)

Wie der surplus profit entspringt, erklärt, wie wir weiter sehn werden,
J[ones] eigentlich nicht, oder vielmehr nur Ricardisch, i.e. by the difference
in the degrees of natural fertility belonging to different soilst.

„Wenn die Renten aus Überprofit bestehen, kann die Rente eines besonderen Acker- :

stückes aus 3 Ursachen anwachsen:
1. eine Vermehrung des Produkts infolge der Akkumulation größerer Kapital-
mengen in seiner Bebauung;
2. die wirksamere Anwendung des schon angewandten Kapitals;
3. wenn Kapital und Produkt dasselbe bleiben, die Verminderung des Anteils der
produzierenden Klassen an diesem Produkt und eine entsprechende Zunahme des An-
teils des Landlords. Diese Ursachen können sich auch in verschiedenen Proportionen

kombinieren.“ (p.189.)

Wir werden sehn, was es mit diesen verschiednen Gründen auf sich hat.

Zunächst setzen sie alle die Existenz der Rente aus surplus profit voraus; und
dann unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß Grund 1, den Ric[ardo]
nur einmal nebenbei anspielt, durchaus richtig ist. Vermehrt sich das in der
Agrikultur angewandte Kapital, so die Masse der Rente, obgleich die Preise
des Korns etc. nicht steigen, überhaupt sonst gar kein change vorgeht. Es
ist klar, daß in diesem Fall auch der Preis des Grund und Bodens steigt, ob-
gleich die Kornpreise nicht steigen, überhaupt gar kein change in denselben
stattfindet.

Rente auf dem worst soil? erklärt J[ones] als Monopolpreis. Der wirkliche
Ursprung der Rente bei ihm also beschränkt darauf: entweder Monopol-
preis (wie bei Buchanan, Sismondi, Hopkins etc.), wenn absolute Rente

1 d.h.durch die Differenz in den Graden der natürlichen Fruchtbarkeit verschiedener Bö-
den —? schlechtesten Boden

Richard Jones 395

(nicht aus der Differenz in der Fruchtbarkeit der Bodenarten entspringend)
oder Differentialrente (Ricardisch).

{Ad vocem" absolute Rente: Nehmen wir Goldmine. Das angewandte
Kapital sei = 100 1., average profit = 101., Rente = 101. Gesetzt, das
Kapital bestehe halb aus konstantem Kapital (in diesem Fall Maschinerie
und matieres instrumentales?) und halb aus variablem Kapital. Die 50 1.
konstantes Kapital heißen nichts, als daß sie soviel Arbeitszeit enthalten,
wie ||1124] in 50 !. Gold enthalten ist. Der Teil des Produkts, der = 50 1.,
ersetzt also dies konstante Kapital. Ist nun der Rest des Produkts = 70 /.,
und werden mit den 50 /. variables Kapital 50 Arbeiter in Bewegung ge-
setzt, so müssen 50 Arbeiter (gesetzt, der Arbeitstag = 12 Std.) sich in
70 1. Gold ausdrücken, wovon 50 I. den Arbeitslohn zahlt, 20 !. unbezahlte
Arbeit realisiert. Der Wert des Produkts von allen Kapitalien gleicher
Komposition dann = 120; dann ist Produkt = 50 c + 70, [die 70] = 50 Ar-
beitstagen, = 50 v + 20m. Ein Kapital von 100, das mehr konstantes
Kapital und geringre Anzahl von Arbeitern anwandte, würde Produkt von
geringerem Wert produzieren. Alle gewöhnlichen industriellen Kapitalien
jedoch, obgleich der Wert ihres Produkts unter bewandten Umständen
= 120, würden es nur verkaufen zu seinem Produktionspreis von 110. Dies
aber im Fall der Goldmine, abgesehn von dem ownership of land®, un-
möglich, weil der Wert sich hier in der Naturalform des Produkts aus-
drückt. Es entspränge also notwendig Rente von 10 1.}

„Kom kann zu einem Monopolpreis verkauft werden (d.h. zu einem Preise, der
mehr zahlt als die Kosten und Profite jener, die es unter den ungünstigsten Umständen
produzieren) oder zu einem Preise, der nur die gewöhnlichen Profite zurückzahlt. Ersterer
Fall angenommen, dann kann, von allern Unterschied in der Fruchtbarkeit der an-
gebauten Böden abgesehn, das vermehrte Produkt, erhalten durch vermehrtes Kapital
(Preise bleiben die gleichen), die Rente im Verhältnis zu dem ausgelegten vermehrten
Kapital erhöhen.“ „Z.B. 10% die gewöhnliche Profitrate.. Wenn Kom, mit £ 100
produziert, verkauft werden kann für 115, die Rente = 5 !. Wird durch fortschreitende
Verbesserungen das auf das gleiche Land angewandte Kapital verdoppelt und ebenso
das Produkt, so werden £ 200 ein Produkt von 230 liefern, die Rente steigt auf £ 10,
ist also ebenfalls verdoppelt.“ (p. 191.)

{Dies gilt für absolute rent as well as für differential rent?.}

„In kleinen Gemeinwesen kann Korn beständig zu einem Monopolpreis sein...
Auch in größeren Ländern dies möglich, wenn die Bevölkerung beständig schneller
wächst als die Zunahme des Ackerbaus. Aber Monopolpreis des Korns ungewöhnlich

1 Bezüglich - ? Hilfsstoffe -? Eigentum am Boden - * absolute Rente wie für Differential-
rente

396 Vierundzwanzigstes Kapitel

in Ländern von erheblicher Ausdehnung und großer Mannigfaltigkeit des Bodens.
Wenn großes Steigen der Preise, [wird] mehr Land in Bebauung gesetzt oder mehr
Kapital auf altes Land verwandt, bis der Preis kaum mehr den gewöhnlichen Profit
auf die Ausgaben abwirft. Dann wird der Ackerbau eingeschränkt und in solchen
Ländern Kom gewöhnlich verkauft zu einem Preis, der gerade ausreicht, das unter
den ungünstigsten Umständen angewandte Kapital und mit der gewöhnlichen Profit-
rate zu ersetzen; und die Rente, die.von besseren Böden bezahlt wird, mißt sich dann
an dem Überschuß ihres Produkts über das Produkt des mit gleichem Kapital bebauten
ärmsten Bodens.“ (p.191, 192.) „Alles was nötig ist für ein Steigen der Rente auf der
ganzen Fläche eines Landes, besitzend Böden von ungleicher Güte, ist dies, daß die
besseren Böden für das zusätzliche Kapital, das im Fortschritt des Ackerbaus auf sie
verwandt wird, etwas mehr liefern als die entschieden minder guten Böden. Denn da
die Mittel gefunden werden können, neues Kapital auf jeden Boden, der zwischen den
Extremen A und Z liegt, zu der gewöhnlichen Profitrate anzuwenden, werden die Renten
auf allen Böden wachsen, die jenen besonderen Boden übertreffen.“ (p.195.) „Wenn
A, kultiviert mit 100, jährlich 110 einbringt, [wobei] £ 10 der gewöhnliche Profit, und
B mit 100£ 115 und C mit 100£ 120 usf. bis Z, B zahlt dann Rente von 5 und C von
10. Nun [werde] jeder dieser Böden mit£ 200 bearbeitet. Also A 220, B 230, C 240 etc.,
also die Rente auf B nun 10 und auf C 20“ etc. (p.193.) „Die allgemeine Akkumulation
des in der Kultur angewandten Kapitals vermehrt das Produkt auf allen Bodenarten
ziemlich im Verhältnis zu ihrer ursprünglichen Güte und muß von selbst die Renten
erhöhen, ohne Bezug auf eine fortschreitende Verminderung des Ertrags der Arbeit und des
Kapitals, die angewandt werden, und in der Tat ganz unabhängig von irgendeiner ande-

ren Ursache.“ (p.19.)

Dies ein Verdienst von J[ones], daß er zuerst klar hervorhebt, daß rent
once supposed, its growth will on the whole {always supposing no revo-
lutions in the mode of production} result from the augmentation of agri-
cultural capital, of capital employed to land. This may be the case not only
if prices remain the same but even when they fall below their former range.!

1125] Gegen die [Annahme einer] gradual diminution? in der [land-
wirtschaftlichen] Produktion bemerkt Jones:

„Der Durchschnittsertrag Englands an Korn überschritt ehedem keine 12 Bushel
pro Äcre; er ist jetzt etwa das Doppelte.“ (p.199.) „Jeder weitere Zusatz von Kapital
und Arbeit, den man dem Boden zuführt, kann ökonomischer und wirksamer an-

gewandt werden als der letzte.“ (p. 199, 200.)

1 sobald einmal Rente vorhanden, ihre Zunahme im allgemeinen {immer angenommen,
daß keine Umwälzungen in der Produktionsweise eintreten} aus der Zunahme des land-
wirtschaftlichen Kapitals, des auf den Boden angewandten Kapitals, hervorgeht. Das kann
nicht nur dann der Fall sein, wenn die Preise sich gleichbleiben, sondern selbst dann, wenn

sie unter ihr früheres Niveau fallen. - allmählichen Abnahme

Richard Jones 397

„Rente wird sich verdoppeln, verdreifachen, vervierfachen etc., wenn das auf das
alte Land gelegte Kapital ver2, 3, 4facht wird, ohne daß sich der Ertrag vermindert
und die relative Fruchtbarkeit der bebauten Böden eine Änderung erfährt.“ (p.204.)

Dies also der erste Punkt, den Jones vor RicJardo] voraus hat. Rent once
supposed, it may increase by the mere increase of the amount of capital
employed to land, without any respect whatever to a change either in the
relative fertility of the soils, or the returns of the successive doses of capital
employed, or any alteration whatever in the price of agricultural produce.!

Der nächste Punkt von Jones dieser:

„Es ist nicht unbedingt erforderlich für das Steigen, daß das Verhältnis zwischen der
Fruchtbarkeit der Böden völlig unverändert bleibt.“ (p.205.)

{Jones übersieht hier, daß umgekehrt eine Vergrößerung der dispropor-
tion, even when the whole agricultural capital is more productively em-
ployed, must and will increase the amount ofthe differentialrent. A diminu-
tion, on the contrary, in the differences of the fertility of the various soils,
must diminish the differential rent, i.e. rent flowing from those differences.
Taking away the cause you take away the effect. Still rent (apart from abso-
lute rent) may increase, but only, then, in consequence of an increase of the
agricultural capital employed.?}

„Ricardo übersah die notwendig ungleichen Wirkungen zusätzlichen Kapitals auf
Böden ungleicher Fruchtbarkeit.“ (l.c.)

(Dies hieße also weiter nichts, als that the employment of additional
capital adds to the differences of relative fertility, and, in that way, to
differential rent?.)

„Wenn Zahlen, die in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen, mit der-
selben Zahl multipliziert werden, so bleibt ihr Verhältnis dasselbe wie das der Original-
zahlen, aber die Differenz der Größen der verschiedenen Produkte wird bei jedem

1 Ist Rente einmal vorhanden, dann kann sie wachsen durch die bloße Zunahme des auf den
Boden angewandten Kapitals, unabhängig von irgendwelcher Veränderung der relativen
Fruchtbarkeit der Böden oder der Erträge der aufeinanderfolgenden Mengen des angewandten
Kapitals oder der Preise der landwirtschaftlichen Produkte. -? des Mißverhältnisses, auch wenn
das ganze landwirtschaftliche Kapital produktiver angewandt wird, die Masse der Differential-
rente vergrößern muß und wird. Eine Verringerung in den Differenzen der Fruchtbarkeit der
verschiedenen Böden muß dagegen die Differentialrente, d. h. die aus diesen Differenzen
entspringende Rente, verringern. Beseitigt man die Ursache, so beseitigt man auch die Wir-
kung. Dennoch kann die Rente (von der absoluten Rente abgesehen) steigen, aber dann nur
infolge einer Vermehrung des angewandten landwirtschaftlichen Kapitals. - ® daß die An-
wendung zusätzlichen Kapitals die Differenz der relativen Fruchtbarkeit vermehrt und damit
die Differentialrente steigert

i 398 Vierundzwanzigstes Kapitel

weiteren Schritte des Prozesses wachsen. Wenn 10, 15, 20 multipliziert werden mit 2 oder
4 und werden 20, 30, 40 oder 40, 60, 80, so bleiben ihre relativen Verhältnisse zu-
einander die gleichen: 80 und 60 stehn im selben Verhältnis zu 40 wie 20:15:10; aber
die Differenz zwischen ’den Größen ihrer Produkte wird bei jeder Operation wachsen. War
sie ursprünglich 5 und 10, so wird sie 10 und 20 und schließlich 20 und 40.“ (p.206,
207.)

Dies Gesetz einfach dies:

1)105 15,1% 20. Differenz 5 [und 10]. Summe der Differenz 15.
2.) 201° 302° 40. Differenz 10 [und 20]. Summe der Differenz 30.
3.)402° 60, 80. Differenz 20 [und 40]. Summe der Differenz 60.
4.) 80, 120,°° 160. [Differenz 40 und 80. Summe der Differenz 120.]

Die Differenz zwischen den Gliedern verdoppelt in 2, vervierfacht in 3.
Die Summe der Differenz ditto verdoppelt in 2, vervierfacht in 3.
_ Dies also das zweite Gesetz.

Das erste Gesetz war (von Jones bloß auf die Differentialrente ange-
wandt): Die Masse der Rente wächst mit der Masse des angewandten Ka-
pitals. Ist sie für 100 = 5, so für 200 ist sie 10.

1126| Zweites Gesetz: All other circumstances remaining the same, the
proportion in the difference between the capitals employed on different soils
remaining the same, the amount of that difference, and hence the amount of
the aggregate rent or the sum of those differences increases, with the abso-
lute quantity of that difference as resulting from the increase of the capitals
employed.! Zweites Gesetz also: Die Masse der Differentialrente wächst im
Verhältnis wie die Differenz des Produkts wächst, bei gleichbleibender
Proportion in der fertility, aber infolge des Sachmäligen Wachstums of
capital employed on the different soils?.

Ferner:

„Wenn 100 auf den Bodenklassen A,B und C mit einem Produkt von 110, 115 und
120 angewandt werden, und in einem späteren Zeitraum 200 mit den Erträgen 220, 228,
235, so haben sich die relativen Differenzen der Produkte verringert und die Böden sind

an Fruchtbarkeit einander näher gekommen. Trotzdem vermehren sich die Differenzen
der Größen ihrer Produkte von 5 und 10 auf 8 und 15, und die Renten werden daher

1 Wennalleanderen Umstände gleichbleiben und das Verhältnis in der Differenz zwischen
den auf verschiedenen Böden angewandten Kapitalien das gleiche bleibt, so wächst die Größe
dieser Differenz und damit die Größe der gesamten Rente oder die Summe dieser Differenzen
mit dem Wachstum der absoluten Größe der Differenz, welches Wachstum aus der Zunahme
des angewandten Kapitals hervorgeht. - * des auf den verschiedenen Böden angewandten

Kapitals

Richard Jones 399

steigen. Verbesserungen, die die Tendenz haben, die Grade der Fruchtbarkeit der
Kulturböden einander zu nähern, können also sehr wohl die Renten steigern, und ohne
Kooperation einer andren Ursache.“ (p.208.) „Der Rübenbau und die Schafhaltung
und die neuen Kapitalien, die angewandt wurden, sie zu betreiben, förderten die
Fruchtbarkeit der armen Böden mehr als die der besseren. Aber sie vermehrten das
absolute Produkt eines jeden und steigerten deshalb die Renten, während sie die Differen-
zen der Fruchtbarkeit der Kulturböden verminderten.“ (l.c.) „Bei RicJardo]s Meinung,
daß Verbeßrungen die Renten fallen machen können, ist zu bedenken, in welch lang-
samer Weise landwirtschaftliche Verbesserungen tatsächlich entdeckt, vervollkommnet
und verbreitet werden.“ (p.211.)

{Dieser letztre Satz hat nur praktisches Interesse, geht die Sache an sich
nichts an, und bezieht sich nur darauf, daß diese improvements! nicht so
rasch gehn as to considerably augment supply in regard to demand and to
thus reduce market prices?.}

Ursprünglich haben wir:

ab e
1. 10, 15, 20. Capital employed in each class? = 100. Produkt = 110,
115, 120. Differenz = 5 + 10 = 15. On account“ der Verbeßrung doppeltes
Kapital angewandt, statt 100 200 in each class a, b, c; aber dies Kapital wirkt
verschieden auf die different classes, und wir haben Produkte = 220 (also

verdoppelt das von a), 228 und 235. Also:

ab ec

2. 20, 28,35. Capital employed in each class = 200. Produkt = 220, 228
und 235. Differenz = 8 + 15 = 23. Aber die Rate of difference vermindert.
5:10 (i.e. [das Verhältnis der Differenz] b — a [zu a] sub I) = Y/, und 10
zu 10 = 1, während 8:20 nur = 5 _= 2 und15:20 = n = z . Die Rate der
Differenz abgenommen, aber ihr amount zugenommen. Dies konstituiert
jedoch kein neues Gesetz, sondern zeigt nur increase of rent mit dem in-
crease of capital employed wie im ersten Gesetz, obgleich das increase auf
a, b, c nicht proportionell zu ihren original differences of fertility®. Würden
infolge dieser vermehrten Fruchtbarkeit (die aber [relativ] verminderte
Fruchtbarkeit für b und c, da sonst ihr Produkt = 230 und 240 sein müßte)
die Preise fallen, so durchaus nicht nötig, daß die Rente steigt oder auch
nur stationär bliebe.

1127| Als Anwendung - sequel® - des zweiten Gesetzes weitre appli-
cation? desselben:

1 Verbesserungen - ? daß sie die Zufuhr der Nachfrage gegenüber erheblich vermehren
und so die Marktpreise senken würden -° Das in jeder Klasse angewandte Kapital - * We-
gen - 5 ursprünglichen Differenzen in der Fruchtbarkeit - ® Folge - ? Nutzanwendung

400 Vierundzwanzigstes Kapitel

Drittes Gesetz: Wenn „Verbesserungen in the efficiency of the capital
employed in cultivation“ - increase the surplus profits realized on particular
spots of land, they increase rent!.

Folgendes sind die hierauf bezüglichen Sätze (together mit den früheren)
von Jones:

„Also die erste Quelle vom Steigen der Pächterrenten sind die fortschreitende Akku-
mulation und die ungleichen Wirkungen von-Kapital auf die verschiedenen Bodenstufen.“

(p.234.)

{Dies kann sich jedoch nur auf improvements beziehn, die relate directly
to the fertility of the soil, as f.i. manures, succession of crops? etc.}

„Verbesserungen in der Wirksamkeit des im Landbau angewandten Kapitals er-
höhen die Renten, indem sie den auf besonderen Ackerstücken realisierten Mehrprofit
vermehren. Sie erzeugen regelmäßig diese Vermehrung von Mehrprofit, wenn sie nicht
die Masse des Bodenprodukts so rasch vermehren, daß dadurch die Zunahme der Nachfrage
überholt wird. Solche Verbesserungen in der Wirksamkeit des angewandten Kapitals
treten gewöhnlich beim Fortschreiten der landwirtschaftlichen Geschicklichkeit und
der Akkumulation größerer Massen von Hilfskapital“ (konstantes Kapital) „ein. Einem
Steigen der Rente aus dieser Ursache folgt gewöhnlich eine Ausdehnung der Kultur auf
geringere Böden, ohne irgendeine Verminderung der Erträge des landwirtschaftlichen
Kapitals auf den schlechtesten der urbar gemachten Ländereien.“ (p.244.)

{Jlones] bemerkt sehr richtig, daß a fall of profits nicht beweist [the
decreasing efficiency of] agricultural industry? (alias fall im Preis des
agricultural produce). Aber er selbst erklärt die Möglichkeit dieses Falls
sehr mangelhaft. Entweder das Produkt mag change oder its division bet-
ween labourers und capitalists mag change*. Vom wirklichen Gesetz des

Falls der Profitrate hier noch keine Ahnung.

„Ein Fallen des Profits ist kein Beweis für die abnehmende Produktivität der land-
wirtschaftlichen Arbeit.“ (p.257.) „Der Profit hängt teils von der Masse des Produkts
der Arbeit ab, teils von der Teilung jenes Produkts zwischen den Arbeitern und den
Kapitalisten; und ihre Masse kann sich daher infolge eines Wechsels eines dieser Fak-
toren ändern.“ (p.260.)

Daher auch das falsche Gesetz, das er aufstellt:

* in der Wirksamkeit des im Bodenbau angewandten Kapitals“ - den Mehrprofit ver-
größern, der auf besonderen Grundstücken realisiert wird, so vergrößern sie die Rente -
? direkt auf die Fruchtbarkeit des Bodens wirken, wie z.B. Dünger, Fruchtfolge - ® ein
Fallen des Profits nicht beweist [die verminderteProduktivitätder] landwirtschaftlichen Arbeit
(in der Handschrift: „improvement“ statt „industry“) - * sich ändern oder seine Verteilung
zwischen Arbeitern und Kapitalisten mag sich ändern

Richard Jones 401

„Wenn, abgesehen von den Wirkungen der Besteuerung, eine offenbare Verminde-
rung der Revenue der produzierenden Klassen, zusammen betrachtet, eintritt“ {hier
nicht gesagt, was Revenue. Value in use oder value in exchange, amount of profit oder
rate! }, „wenn ein Fallen der Profitrate vorkommt, das nicht durch ein Steigen des Arbeits-
lohns kompensiert wird und umgekehrt“ {dies eben das Riclardosche] Gesetz, falsch},
„dann kann man schließen, eine Verminderung der produktiven Kraft von Arbeit und
Kapital ist eingetreten.“ (p.273.)}

Das begreift J[ones] richtig, daß relatives Steigen [des Werts] des agri-
cultural? produce as compared to industrial? produce may take place in the
progress of society although in point of fact, agriculture is progressing,
absolutely“.

„Im Fortschritt der Nationen ereignet es sich gewöhnlich, daß Kraft und Geschick-
lichkeit der Industrie in größerem Maße wächst, als dies von der Landwirtschaft eines
anwachsenden Volkes erwartet werden kann. Dies ist eine unbestreitbare Wahrheit.
Ein Steigen im relativen Werte der Bodenprodukte kann daher im Fortschreiten der
Nationen erwartet werden, ohne eine positive Abnahme der Produktivität der Landwirt-
schaft.“ (p.265.)

Dies erklärt aber nicht positives Steigen der Geldpreise des raw produce®,
es sei denn, daß such a fall in the value of gold takes place, as is balanced
and overbalanced in manufacture by the still greater fall in the commodities
produced, while it is not so balanced in agriculture. T’his may happen, even
1128] if no general fall in the value of gold (money) takes place, but when
a peculiar nation f.i. buys more money by a day’s work as the competing
nations do.®

Jones erklärt die Gründe, warum er in England nicht an die Wirkung
des Ricl[ardo]schen Gesetzes glaubt, dessen abstrakte Möglichkeit er,
however’, zugibt.

„Wächst die Rente aus dem Riclardo]schen Grund, ‚der Anwendung einer zusätz-
lichen Menge Arbeit, die einen verhältnismäßig geringeren Ertrag liefert‘ und daher
dem Landlord einen Teil des Produkts zuführt, das auf besserem Boden erzielt wurde,

1 Gebrauchswert oder Tauschwert, Profitmasse oder -rate - in der Handschrift ist
dieses Wort gestrichen und mit Bleistift durch „industr.“ ersetzt - ® in der Handschrift ist
dieses Wort gestrichen und mit Bleistift durch „agricult.“ ersetzt -* Agrikulturprodukts im
Vergleich zum Industrieprodukt im Fortschritt der Gesellschaft eintreten kann, obwohl die
Landwirtschaft tatsächlich absolut fortschreitet - ® Bodenprodukts -$ ein solches Fallen im
Wert des Goldes eintritt, der in der Manufaktur von einem noch stärkeren Fallen der
produzierten Waren ausgeglichen und überboten wird, während in der Landwirtschaft der-
artiges nicht stattfindet. Das kann sogar vorkommen, ohne daß ein allgemeines Fallen im
Wert des Goldes (Geldes) eintritt, wenn z. B. eine besondere Nation durch eine Tages-
arbeit mehr Geld erwirbt als die konkurrierenden Nationen. - 7 jedoch

402 Vierundzwanzigstes Kapitel

dann muß notwendigerweise der durchschnittliche Anteil am Gesamtprodukt wachsen,
den der Landlord als Rente an sich nimmt.“ Zweitens, „die Arbeit eines größeren Teils

der Bevölkerung muß der Agrikultur gewidmet werden.“ (p.280, 281.)

(Letztres nicht exakt. It is possible that greater portion of secondary
labour is employed - more commodities procured by industry and com-
merce enter the agricultural process, without the gross produce being
augmented proportionally, and without more immediate labour being
employed. There may even be less employed.!)

„Nun finden wir in der englischen Statistik 3 Tatsachen: Eine Ausdehnung der
Bodenbebauung, begleitet von einem Steigen der gesamten Rentenmasse des Landes;
eine Verminderung des Teiles des Volkes, der in der Landwirtschaft beschäftigt wird;
eine Abnahme im Anteil des Landlords am Produkt.“ (p.282.)

(Letztres erklärt sich ganz wie die Abnahme der Profitrate: durch Zu-
nahme des Teils des Produkts, der konstantes Kapital ersetzt. Dabei kann
die Rente in amount und Wert wachsen.)

„A.Smith sagt: ‚Im Fortschritt der Verbesserung nimmt die Rente im Verhältnis
zum Produkt des Landes ab, obwohl sie an Größe zunimmt.‘“ 1106] (p.284.)

Jlones] nennt das konstante Kapital „auxiliary capital“ ?.

„Es folgt aus verschiednen Berichten, gemacht zu verschiedenen Zeiten dem Land-
wirtschaftsamt, daß das ganze in England landwirtschaftlich. angewandte Kapital sich
zu dem für die Erhaltung der Arbeiter erforderlichen verhält wie 5: 1, d.h., daß 4X
mehr Hilfskapital gebraucht wird als Kapital, das zur Erhaltung der Arbeit dient, die
direkt im Ackerbau angewandt wird. In Frankreich dies Verhältnis 2: 1.“ (p.223.)

„Wenn eine bestimmte Menge zusätzliches Kapital in der Form des Resultats vergan-
‚gener Arbeit angewandt wird, um die Arbeit der tatsächlich beschäftigten Arbeiter zu för-
dern, so wird ein:geringerer jährlicher Ertrag genügen, die Anwendung solchen Kapitals
profitabel und darum dauernd durchführbar zu machen, als wenn dieselbe Menge
neuen Kapitals zur Erhaltung zusätzlicher Arbeiter verausgabt würde.“ (p.224.)

„Gesetzt, £ 100 würden auf das Land zur Erhaltung dreier Arbeiter verwandt, die
ihren eigenen Arbeitslohn und 10% Profit produzieren, also £ 110. Das angewandte
Kapital werde verdoppelt. Zuerst 3 neue Arbeiter angewandt. Das vermehrte Produkt
muß = 1101. sein, = dem Arbeitslohn der 3 zusätzlichen Arbeiter + 101. Profit.
Nun unterstelle, die zusätzlichen £ 100 seien in der Form von Geräten, Dünger oder
sonstigen Resultaten vergangener Arbeit angewandt, während die Zahl der beschäftigten

1 Es ist möglich, daß ein größerer Teil indirekter Arbeit angewandt wird - mehr Waren,
die durch Industrie und Handel erworben wurden, in den landwirtschaftlichen Prozeß ein-
gehen, ohne daß das Gesamtprodukt entsprechend vermehrt und mehr unmittelbare Arbeit
angewandt wird. Es kann sogar weniger angewandt werden. -? „Hilfskapital*

Richard Jones 403

Arbeiter dieselbe bleibe. Dies Hilfskapital daure im Durchschnitt 5 Jahre. Der
Jahresertrag des Kapitalisten muß sein 10% Profit und 20 I. für die jährliche Abnutzung
seines Kapitals, also 30 I. Ertrag nötig, um die dauernde Anwendung der zweiten 100£
profitabel zu machen, statt 110 /., des Betrages, der erheischt ist, wenn direkt Arbeit
damit angewandt wurde. Klar daher, daß die Akkumulation von Hilfskapital im Acker-
bau noch angänglich ist, wenn die Anwendung derselben Masse Kapital zur Erhaltung
zusätzlicher Arbeit aufgehört hat, es zu sein, und daß die Akkumulation solchen Kapi-
tals unendlich lange vor sich gehen kann.“ (p.224, 225.) „So vergrößert die Zunahme
des Hilfskapitals daher einerseits die Macht des Menschen über die Bodenkräfte, im
Verhältnis zu der ||]1129| direkt oder indirekt auf den Boden angewandten Menge
Arbeit, und vermindert andererseits den Jahresertrag, der erheischt ist, die fortschreitende
Anwendung bestimmter Mengen neuen Kapitals profitabel zu machen.“ (p.227.)

„Unterstellen wir ein Kapital, z.B. 100 /., die auf den Boden ganz in der Zahlung
von Arbeitslohn angewandt sind und 10% Profit liefern, so daß die Revenue des Päch-
ters ="/,, von der der Arbeiter. Wenn das Kapital verdrei-etc.-facht, dann wird die
Revenue des Pächters fortfahren, das gleiche Verhältnis zu der der Arbeiter zu bilden.
Aber wenn die Zahl der Arbeiter dieselbe bleibt und die Masse des Kapitals verdoppelt
wird, dann werden die Profite £20 oder "/, der Revenue [ausmachen]. Wenn das
Kapital vervierfacht, werden sie £ 40 [bilden] oder ?/; der Revenue der Arbeiter; wenn
das Kapital wächst zu 500, dann wird der Profit £ 50 oder die Hälfte der Revenue der
Arbeiter [ausmachen]. Und der Reichtum, der Einfluß und wahrscheinlich auch in
einigem Umfang die Zahl der Kapitalisten im Gemeinwesen wird entsprechend wach-
sen... Mit dem Wachsen des Kapitals gewöhnlich auch das Beschäftigen von einiger
zusätzlicher direkter Arbeit nötig. Dieser Umstand wird jedoch nicht verhindern, daß
die verhältnismäßige Menge des Hilfskapitals stetig [wächst].“ (p.231, 232.)

Zuerst wichtig in dieser Stelle, daß mit dem Wachstum des Kapitals
das auxiliary capital wächst im Verhältnis zum variablen oder das letztre
relativ abnimmt im Vergleich zum konstanten.

Daß die annual, returns" abnehmen im Verhältnis zum vorgeschoßnen
Kapital, wenn der Teil des auxiliary capital wächst, der aus fixem Kapital
besteht oder dessen Turnus sich über mehrere Jahre erstreckt - dessen
Wert jährlich nur in der Form des dechet? in das Produkt eingeht -, findet
überhaupt statt, nicht nur in der Agrikultur. Allerdings, in der Industrie ver-
mehrt sich das während des Jahrs bearbeitete Rohmaterial noch viel
schneller, als die Größe des fixen Kapital gewachsen ist. Vergleich z.B. die
Masse Baumwolle, die a mule-jenny? verbraucht wöchentlich, also auch
jährlich, mit der, die ein Spinnrad braucht. Nimm aber an, z.B. in Schnei-
derei (auf großem Maßstab) ebensoviel Wert an Rohmaterial bearbeitet
(obgleich nicht soviel Masse, aber das Rohmaterial teurer als in der

1 jährlichen Erträge - * Verschleißes - ® eine Spinnmaschine

26*

404 Vierundzwanzigstes Kapitel

Spinnerei), so muß der Jährlichereturn! in der Schneiderei bedeutend größer
sein als in der Spinnerei, weil ein größrer Teil des ausgelegten Kapitals
(fixen) in letztrer nur als annuity” in das Produkt eingeht.

Der Wert des jährlichen returns in der Agrikultur (wo das, was man
als Rohmaterial betrachten kann, der Samen, nicht wächst im Verhältnis,
wie die übrigen Teile des konstanten Kapitals, namentlich das fixe) ist
natürlich kleiner, wenn das Kapital wächst, aber statt daß das variable
wächst, nur das konstante wächst. Denn das variable muß ganz im Produkt
ersetzt sein, das andre nur als annuity, soweit es jährlich konsumiert wird.
Den Getreidepreis als gegeben vorausgesetzt, sind, wenn das qr. = Yz L,
220 qrs. nötig, um variables Kapital von 100 bei I0 p.c. Profit zu ersetzen,
während nur 60 qrs. (= 30 I.) nötig sind, um 20 I. dechet und 10 £ Profit
zu ersetzen. Ein geringrer absoluter return (hier, wie unter ähnlichen
Verhältnissen in der Industrie) gibt denselben Profit. Indes laufen hier bei
Jones verschiedne fallacies® unter.

D’abord* kann nicht gesagt werden (unter den gemachten Voraussetzun-
gen), daß die productive powers of the soil? gewachsen sind. Sie sind ge-
wachsen in respect to the labour employed directly, but not in regard to
the general capital employed®. Es kann nur gesagt werden, daß mindres
gross produce” nötig ist, um nach wie vor dasselbe ne? produce, i.e. den-
selben Profit zu liefern.

1130| Ferner das Wachsen der Revenue des Farmers im Verhältnis zu
der Revenue der labourers ist zwar in dieser besondren Sphäre so far? wichtig,
als hier der Teil des Gesamtprodukts, which goes to profit, becomes increa-
sedand goes on increasing relativelyto that part which goes tothe labourers!”.
Damit wächst und dehnt sich unbedingt aus wealth und influence des
farming capitalist as compared to his labourers"*. Aber Jones scheint so zu
rechnen: 10 auf 100 ist 1/49; 20 I. auf 120 (nämlich 100 in Arbeit ausgelegt,
20 dechet) = ?/,, und die 20 I. sind !/, des den Arbeitern Gezahlten etc.
Aber nichts ist falscher, als daß, generally speaking!?, die Profitrate steigen
kann, während das in Arbeit ausgelegte Kapital abnimmt. Grade umgekehrt.
Es wird proportionell weniger surplus value realisiert. Die Profitrate sinkt
aber. Mit Bezug auf den farmer speziell (wie für jedes besondre Geschäft

* Ertrag - ? jährliche Abschreibung - ® Irrtümer - * Zunächst - 5 Produktivkräfte des
Bodens - 8 im Verhältnis zu der direkt angewandten Arbeit, aber nicht im Verhältnis zum
gesamten angewandten Kapital - ? Brutioprodukt - ® Nettoprodukt -° insofern - !° der zum
Profit wird, immer mehr zunimmt im Verhältnis zu dem, der den Arbeitern zufällt -"! Reich-
tum und Einfluß des Landwirtschaft treibenden Kapitalisten, verglichen mit dem seiner
Arbeiter - 72 allgemein gesprochen

Richard Jones 405

isoliert), mag die Profitrate dieselbe bleiben, ob er mit einem Kapital von
200 3 oder 6 Arbeiter anwendet.

Damit die Rente = surplus profit, i.e. Überschuß über den average
profit!, ist unterstellt nicht nur, daß die Agrikultur formell der kapitalisti-
schen Produktion unterworfen, sondern daß Ausgleichung der Profitraten
in den verschiednen Produktionssphären, speziell auch zwischen Agrikultur
und Industrie, stattfinde. Sonst kann die Rente gleich sein surplus wages?
(was auch der Profit ist). Sie kann sogar part of profit? vorstellen. Sie kann
selbst deduction from wages? sein.

### 2. [,,An Introductory Lecture on Political Economy...”
Der Begriff „ökonomische Struktur der Nation“.
Jones Konfusion bezüglich des „„Labor Fund“ ]

R. Jones, „An Introductory Lecture on Polit. Econ., delivered. at King's
College London, 27% February, 1833. To which is added. a Syllabus of Course
of Lectures on the Wages of Labor“, Lond. 1833.

„Eigentum am Boden stützt sich zu einer bestimmten Zeit der Entwicklung eines
Volkes fast ohne Ausnahme entweder auf die allgemeine Regierung oder auf Personen,
die daraus ihren Nutzen ziehen.“ (p. 14.)

„Unter der ökonomischen Struktur der Nationen verstehe ich jene Beziehungen
zwischen den verschiedenen Klassen, die in erster Linie durch die Einrichtung des
Eigentums am Boden und durch die Verteilung seines Mehrprodukts begründet, später
modifiziert und geändert werden (in einem größeren oder geringeren Ausmaß) durch die
Einführung von Kapitalisten als Vermittler der Produktion und des Austauschs von
Reichtum und der Ernährung und Beschäftigung der arbeitenden Bevölkerung.“ (p.21,
22.)[107]

Jones versteht unter „Labor Fund“?

„die Gesamtmasse der Revenuen, die von den Arbeitern konsumiert werden, welches
auch immer die Quelle dieser Revenuen“. ([„Syllabus...“,] p.44.)

Dies Hauptsache (das Wort labor fund gehört wohl Malthus? 8!)
bei J[ones]: Die ganze ökonomische Struktur der Gesellschaft dreht sich um
die Form der Arbeit, d.h. also die Form, worin der Arbeiter sich seine
Lebensmittel aneignet oder den Teil seines Produkts, upon which he

1 Durchschnittsprofit - ? [dem] Überschuß tiber den Arbeitslohn -° Teil des Profits -* Ab-
zug vom Arbeitslohn -° „Arbeitsfonds“

406 Vierundzwanzigstes Kapitel

lives!. Dieser labour funds hat verschiedne Formen, und das Kapital ist
nur eine seiner Formen, eine historisch späte Form. Erst bei R.[Jones]
erhält A.Smiths wesentliche Unterscheidung - ob die Arbeit vom Kapital
bezahlt wird oder direkt aus Revenue - die ganze Entwicklung, deren sie
fähig, und wird ein Hauptschlüssel zum Verständnis der verschiednen
ökonomischen Gesellschaftsstrukturen. Zugleich verschwindet damit die
blödsinnige Vorstellung, als ob, weil im Kapital die Revenue des Arbeiters
d’abord? in der Form eines vom Kapitalisten Angeeigneten, alias Ersparten
erscheint, dies mehr als Formunterschied.

„Selbst bei den westlich europäischen Nationen finden wir noch die Wirkungen
der sozialen Gestaltung, die aus dem eigentümlichen Modus, das Produkt ihres Landes
und ihrer Arbeit zu verteilen, resultiert, wie er 1131] in der früheren Periode der
Existenz Ackerbau treibender Nationen eingeführt wurde“ ([,An introductory lecture
on political economy...“] p.16) (nämlich a class of agricultural labourers®, zweitens
Landlords, drittens menials, retainers und artizans*, die direkt oder indirekt an der
landlords’ revenue mitzehren).

„Die Wechsel, die auf diese ökonomische Gestaltung einwirken, haben ihren großen
Faktor, ihre bewegende Kraft, aus der sie herrühren, im Kapital, nämlich im akku-
mulierten Reichtum, der zur Erzielung von Profit angewendetwird.“.... „Beiallen Nationen
spielt die besondere Teilung des Reichtums, auf die hier hingewiesen wurde, eine sehr
wichtige Rolle bei der Veränderung der Bande, die die verschiedenen Klassen des Ge-
meinwesens zusammenhalten, und bei der Bestimmung ihrer Produktivkraft.“ ... „In
Asien undeinem Teil von Europa (früher in ganz Europa) werden die nicht agrikulturellen
Klassen [fast] ganz von dem Einkommen der andren Klassen erhalten; hauptsächlich
von denen der Landlords. Wenn du die Arbeit eines Handwerkers wünschst, dann ver-
sorgst du ihn mit Material; er kommt in dein Haus, du ernährst ihn und zahlst ihm
seinen Lohn. Nach einer Zeit tritt der Kapitalist dazwischen, er besorgt das Material,
er schießt dem Arbeiter den Arbeitslohn vor, er wird sein Anwender, und er ist der Eigen-
tümer des produzierten Artikels, den er gegen dein Geld austauscht... Eine Zwischen-
klasse erscheint so zwischen den Grundeigentümern und einem Teil derjenigen, die
keine Landwirte sind, und von dieser Zwischenklasse werden in bezug auf Beschäftigung
und Lebensunterhalt jene abhängig, die keine Landwirte sind. Die Bande, die früher
das Gemeinwesen zusammenhielten, sind zermürbt und fallen auseinander; andere
Bande, andere Prinzipien des Zusammenhalts verknüpfen seine verschiedenen Klassen,
neue ökonomische Beziehungen entstehen etc. ... Hier in England steht nicht nur die
große Masse derjenigen, die keine Landwirte sind, im Solde der Kapitalisten, sondern
auch die arbeitenden Bebauer des Bodens sind deren Diener.“ (p. 16 sqq.)

Der „Syllabus of a course of lectures on the Wages of Labor“ unter-
scheidet sich von dem Buch „On Rent“ dadurch: In dem letztren werden

i von dem er lebt - ? sogleich — ® eine Klasse von Landarbeitern - * Diener, Lakaien
und Handwerker

Richard Jones 407

die verschiednen Formen des Grundeigentums betrachtet, denen ver-
schiedne social forms of labour! entsprechen. In dem erstren wird von
diesen different forms of labour ausgegangen und sowohl die verschiednen
Formen des Grundeigentums als das capital als ihr offspring? betrachtet.
Der Form, die die Arbeitsbedingungen dem Arbeiter gegenüber annehmen -
also namentlich das Land (die Natur, da dies Verhältnis alle andren ein-
schließt) -, entspricht die soziale Bestimmtheit seiner Arbeit. In der Tataber
ist es die letztre, die in der ersteren nur ihren objektiven Ausdruck findet.

Wir werden daher sehn, daß die verschiednen Formen des labour fund
den verschiednen Weisen entsprechen, worin sich der Arbeiter zu seinen
eignen Produktionsbedingungen verhält. Die Art, wie er sich sein Produkt
(oder Teil desselben) aneignet, hängt ab von der Art, wie er sich zu seinen
Produktionsbedingungen verhält.

„Der Arbeitsfonds“ sagt J[ones], „kann eingeteilt werden in 3 Klassen: 1. Reve-
nuen, produziert durch die Arbeiter, die sie selbst konsumieren und nie andren Per-
sonen angehören.“ {In diesem Fall, welches immer die besondre Form, muß der Arbeiter
faktisch Besitzer seiner Produktionsinstrumente sein.}

„2. Revenuen, die von den Arbeitern unterschiedenen Klassen angehören und von
diesen Klassen zum direkten Unterhalt von Arbeit verausgabt werden.

3. Kapital im eigentlichen Sinn.

Diese verschiedenen Zweige des Arbeitsfonds können alle in unserem eigenen
Lande beobachtet werden; aber wenn wir nach dem Ausland schauen, sehen wir, daß
jene Teile dieses Fonds, die hier am beschränktesten, anderswo die Hauptquellen des
Lebensunterhalts der Bevölkerung bilden und den Charakter und die Stellung der
Mehrheit des Volkes bestimmen.“ (p.45, 46.)

ad. „Die Löhne der arbeitenden Landwirte oder besitzenden Bauern... Diese
arbeitenden Landwirte oder Bauern sind erbliche Besitzer, Eigentümer, Lehensleute.
Die Lehensleute sind Hörige, Halbpächter, Häusler. Letztre Irland eigentümlich. Etwas
wie Rente oder Profit oft mit den Revenuen der bäuerlichen Landwirte aller Klassen
vermischt, aber wenn ihre Subsistenz wesentlich von der Belohnung ihrer manuellen Arbeit
abhängt, sind sie als Lohnarbeiter zu betrachten.“

Von den labouring peasants also°:
a. „erbliche Besitzer, die den Boden selbst bebauen. || 1132] Altes Griechenland. Moder-

nes Asien, besonders Indien.“
ß. „[bäuerliche] Eigentümer. Frankreich, Deutschland, Amerika, Australien, Alt-
Palästina.“

y. „Häusler.“ (p.46-48.)

1 gesellschaftliche Formen der Arbeit - * Erzeugnis - ® arbeitenden Bauern ferner

408 Vierundzwanzigstes Kapitel

Was hier das Charakteristische: Der Arbeiter reproduziert für sich
selbst den labour fonds. Er verwandelt sich nicht in Kapital. Wie er ihn
direkt produziert, so eignet er ihn direkt an, obgleich seine surplus labour,
je nach der besondren Form, worin er sich zu seinen Produktionsbedingun-
gen verhält, von ihm selbst ganz oder teilweise, oder von andren Klassen
ganz angeeignet wird. Ganz ökonomisches Vorurteil ist, daß Jones diese
Sorte wages-labourers! nennt. Nichts von dem, was den wages-labourer
charakterisiert, existiert bei ihnen. Es ist eine schöne bürgerlich ökono-
mische Vorstellung, daß, weil unter dem Kapital der Teil des Produkts,
den der Arbeiter sich selbst aneignet, wages ist, der von dem Arbeiter selbst
verzehrte Teil seines Produkts wages sein muß.

ad2. „In England reduziert auf Bediente, Soldaten, Seeleute und wenige Hand-
werker, die auf ihre eigene Rechnung arbeiten und aus dem Einkommen ihrer Anwender
bezahlt werden. Dieser Zweig des allgemeinen Arbeitsfonds unterhält auf einem großen
Teil der Erde fast alle nichtlandwirtschaftlichen Arbeiter. In England hatte dieser Fonds
früher Übergewicht. Warwick, der Königsmacher.[%%9} Der englische Landadel. Heute
überwiegt er im Orient. Handwerker, Bediente. Große Truppenkörper werden so er-
halten. Folgen der Konzentration dieses Fonds in den Händen des Souveräns in allen
Teilen Asiens. Plötzliches Entstehen von Städten; plötzliches Aufgeben; Samarkand,
Kandahar und andere.“ (p.48, 49.)

Jlones] übersieht zwei Hauptformen: Das asiatische Gemeinwesen mit
seiner Einheit von Agrikultur und Industrie. Zweitens das städtische
Zunftwesen des Mittelalters, teilweise auch in der alten Welt.

ad 3. „Kapital sollte niemals mit dem allgemeinen Arbeitsfonds der Welt verwechselt
werden, von dem ein großer Teil aus Revenuen besteht. Alle Zweige der Revenuen einer
Nation ... tragen zur Akkumulation bei, durch die Kapital gebildet wird. Sie tun dies in
verschiedenem Maße in verschiedenen Ländern und auf verschiedenen Stufen der Ge-

sellschaft. Wenn Löhne und Renten das meiste dazu beitragen.“ (p.50.)

Daß die surplus labour sich in Kapital verwandelt (statt direkt sie als
Revenue gegen Arbeit auszutauschen), läßt das Kapital als aus Revenue
Erspartes erscheinen. Dies der Hauptgesichtspunkt von J[ones]. Und in the
progress of society” in der Tat besteht die Masse des Kapitals aus so rück-
verwandelter Revenue. Indes erscheint bei der kapitalistischen Produktion
der ursprüngliche labour fund selbst als Ersparnis des capitalist. Der re-
produzierte labour fonds selbst, statt wie in 1. dem Arbeiter angehörig zu
bleiben, erscheint selbst als das Eigentum des Kapitalisten, dem Arbeiter
als fremdes Eigentum. Und dieser point? nicht von J[ones] entwickelt.

1 Lohnarbeiter - ? dem Fortschritt der Gesellschaft - ® Punkt

Richard Jones 409

Was Jones in diesem „Course“ über die rate of profits? und ihren Ein-
fluß auf Akkumulation sagt, schwach:

„Wenn alle andern Umstände gleich sind, wechselt die Kraft einer Nation, von ihren
Profiten zu sparen, mit der Profitrate; sie ist groß, wenn der Profit hoch ist, kleiner,
wenn er niedrig ist; aber wenn die Profitrate fällt, bleibt nicht alles andere gleich. Die
Mengen angewandten Kapitals können relativ zur Bevölkerungszahl wachsen.“

{Was Jones nicht einsieht, wie aus dem „may“ increase® hervorgeht, daß
the rate of profits sinks because „the quantities of capital employed relatively
to the numbers of population have increased“*. Er nähert sich aber dem

Richtigen. }

„Veranlassungen und Erleichterungen zu akkumulieren, können wachsen... Eine
niedrige Profitrate ist gewöhnlich begleitet von einer im Verhältnis zu den Bevölkerungs-
ziffern schnellen Akkumulationsrate wie in England; und eine hohe Profitrate von einer
im Verhältnis zu den Bevölkerungsziffemn langsameren Akkumulationsrate | wie
in Polen, Rußland, Indien usw.“ (p.50 sq.)

Wo die Profitrate hoch (abgesehn von Fällen wie in Nordamerika, wo
einerseits kapitalistische Produktion, andrerseits lower value of all agri-
cultural produce?), ist es generally®, weil das Kapital principally’ aus varia-
blem Kapital besteht, also die unmittelbare Arbeit vorherrscht. Nimm ein
Kapital von 100, wo '/, variables. Und nimm an, die surplus labour sei
gleich !/; des Arbeitstags. In diesem Fall Profit = 10 p.c. Nimm an, *,
bestehn aus variablem Kapital und die surplus labour = ?/, des Arbeitstags.
In diesem Fall Profit = 16 p.c.

„Irrig ist die Lehre, daß, wo im Fortschritt der Nation die Profitrate sinkt, die
Mittel zur Beschaffung des Unterhalts für eine wachsende Bevölkerung abnehmen müs-
sen. Dieser Irrtum entspringt 1. der falschen Auffassung, die Akkumulation aus Pro-
fiten müsse langsam sein, wo die Profitrate niedrig, und rasch, wo sie hoch ist; 2. der
falschen Meinung, der Profit sei die einzige Quelle der Akkumulation; 3. der falschen
Meinung, alle Arbeiter der Erde lebten nur von Akkumulationen und Erspamissen aus
Revenuen und nie von Revenuen selbst.“ (p.51.)

„In der ökonomischen Struktur der Nationen treten Veränderungen ein, wenn das

Kapital. die Aufgabe auf sich nimmt, den Arbeitslohn vorzuschießen ...“ (p.51, 52.) ]
1157] R. Jones faßt richtig zusammen in folgendem Satz: |

|1133] „Die Menge des zum Unterhalt der Arbeit bestimmten Kapitals
kann unabhängig von einem Wechsel in der Gesamtmasse des Kapitals

1 „Kursus“ — 2 Profitrate - ® „können“ wachsen - * die Profitrate sinkt, weil „die
Mengen des angewandten Kapitals relativ zur Bevölkerungszahl gewachsen sind“ — ° niedri-
gerer Wert aller landwirtschaftlichen Produkte - © allgemein - ? hauptsächlich

410 Vierundzwanzigstes Kapitel

variieren.“ (dies wichtiger Satz) „...Man kann zuweilen beobachten, daß große
Fluktuationern im Ausmaß der Beschäftigung und daher großes Elend häufiger vor-
kommen, wenn das Kapital selbst reichlicher wird.“ (p.52.)!91 |1133]|

|I1157| Das Gesamtkapital kann dasselbe bleiben und change! (Abnahme
namentlich) im variablen Kapital eintreten. Der change im Verhältnis
zwischen den beiden Bestandteilen des Kapitals schließt nicht notwendig
changes in der Größe des Gesamt[kapitals] ein.

Ändrerseits Wachstum des Gesamtkapitals kann verbunden sein nicht
nur mit relativer, sondern absoluter Abnahme des variablen Kapitals und
ist stets verbunden mit heftigen fluctuations in demselben und daher
„fluctuations in the amount of employment“?. |

Ih 133] „Perioden allmählichen Übergehens der Arbeiter aus der Abhängigkeit von dem
einen Fonds in die Abhängigkeit von einem anderen... Versetzung der arbeitenden Land-
wirte zur Bezahlung durch Kapitalisten... Versetzung der nichtlandwirtschaftlichen Klassen
zur Beschäftigung durch Kapitalisten.“ (p.52, 53.)

Was J[ones] hier „transfer“? nennt, ist das, was ich die „ursprüngliche
Akkumulation“ nenne. Bloßer Formunterschied. Steht ebenso der ab-
geschmackten Ansicht von den „savings“ * entgegen.

Sklaverei. „Sklaven können geteilt werden in Hirten, Grundhörige, Haussklaven,
in Sklaven gemischten Charakters, die zwischen Grundhörigen und Haussklaven
stehen... Wir finden Sklaven als Bauern, als Hausgesinde oder Handwerker, die aus
dem Einkommen der Reichen unterhalten werden, als Arbeiter, die vom Kapital unter-
halten werden.“ (p.59.)

Aber solange Sklaverei herrscht, kann das Kapitalverhältnis immer nur
sporadisch, untergeordnet, nie als beherrschend erscheinen.

3. Richard Jones, „Text-book of Lectures
on the Political Economy of Nations‘, Hertford 1852

[a) Jones über das Kapital.
Seine Auffassung von produktiver und unproduktiver Arbeit]

„Die Produktivität der Arbeit der Völker hängt in Wirklichkeit von 2 Umständen
ab: Erstens von der Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit der ursprünglichen Quellen (Land
und Wasser) des Reichtums, den sie produzieren. Zweitens von der Wirksamkeit der

1Veränderung; Wechsel -? „Fluktuation im Ausmaß der Beschäftigung“ -? „Versetzung“ -
4 „Ersparnissen“

Richard Jones 411

Arbeit, die sie anwenden, wenn sie diese Quellen benutzen oder die Waren fertigstellen,
die aus ihnen gewonnen werden.“ (p.4.)

„Die Wirksamkeit der menschlichen Arbeit hängt ab:

1. von der Stetigkeit, mit der sie ausgeführt wird;

2. von dem Wissen und dem Geschick, womit sie zu den Zwecken des Produzenten
angewandt wird;

3. von der mechanischen Kraft, die sie unterstützt.“ (p.6.)

„Die Kraft, die der arbeitende Mensch in der Produktion des Reichtums ausübt...,
kann verstärkt werden

1. dadurch, daß er bewegende Kräfte, die größer sind als seine eigenen, in seinen
Dienst nimmt; i

2. daß er eine Menge oder Art bewegender Kraft, über die er verfügt, in
einer Weise anwendet, die einen größeren mechanischen Vorteil bietet. Z.B. eine Maschine
von 40 Pferdestärken wirkt anders auf Eisenbahn als auf einer Landstraße.“ (p.8.)

„Die beste Form des Pfluges verrichtet ebensoviel und ebenso gute Arbeit mit zwei
Pferden wie die schlechteste mit vieren.“ (p.9.)

„Die Dampfmaschine ist nicht ein bloßes Werkzeug, sie liefert eine vermehrte be-
wegende Kraft, nicht bloß die Mittel zur mechanisch vorteilhafteren Anwendung der
Kräfte, die der Arbeiter bereits besitzt.“ (p. 10, Note.)

Dies also nach J[ones] der Unterschied von tool und machinery!. Das
erste gibt dem Arbeiter die Mittel, die vom Arbeiter beseßnen Kräfte mit
größrem mechanischen Vorteil anzuwenden; die andre liefert einen Zu-
wachs von motive force?. (?)

„Kapital... besteht aus Reichtum, von der Revenue erspart und zur Erzielung von
Profit gebraucht.“ (p.16.) „Die möglichen Quellen von Kapital... sind offenbar alle
Revenuen aller Individuen, die ein Gemeinwesen bilden, von welchen Revenuen es
möglich ist, Ersparnisse zu machen. Die besonderen Einkommensklassen, die am reich-
lichsten zum Fortschritt des nationalen Kapitals beitragen, ändern sich auf verschiedenen
Stufen ihrer Entwicklung und sind infolgedessen gänzlich verschieden bei Nationen, die
verschiedene Positionen in dieser Entwicklung einnehmen.“ (l.c.) „Der Profit ist also
weit entfernt davon, die einzige Quelle zu sein, aus der Kapital gebildet oder vermehrt
wird. Sogar eine unwichtige Quelle der Akkumulation, verglichen mit Löhnen und
Renten, auf den früheren Stufen der Gesellschaft.“ (p.20.) „Wenn ein beträchtliches
Anwachsen in den Kräften der nationalen Industrie tatsächlich stattgefunden hat, er-
langen die Profite eine vergleichsweise größere Wichtigkeit als Quelle der Akkumula-
tion.“ (p.21.)

Kapital danach ein Teil des wealth?, woraus die Revenue besteht, der
nicht als Revenue verausgabt wird, sondern, um Profit zu produzieren. Pro-
fit ist schon eine Form des Mehrwerts, die speziell das Kapital voraussetzt.

1 Werkzeug und Maschinerie -? bewegender Kraft -? Reichtums

412 Vierundzwanzigstes Kapitel

Die kapitalistische Produktionsweise einmal vorausgesetzt - i.e. das Ka-
pital -, ist die Erklärung richtig. D.h., wenn das vorausgesetzt wird, was
erklärt werden soll. J[ones] meint aber hier alle Revenue, spent not as
revenuel, sondern mit dem Zweck der Bereicherung, also productively2.

Wichtig hier aber zweierlei:

Erstens: Eine gewisse Akkumulation des Reichtums findet auf allen
Stufen der ökonomischen Entwicklung statt, d.h. teils Erweiterung der
Produktionsleiter, teils Schatzbildung etc. Solange wages und rents vor-
herrschen - d.h. nach dem Frühern, solange der größte Teil der überhaupt
dem Arbeiter selbst nicht anheimfallenden surplus labour und surplus
produce dem Grundeigentümer (Staat in Asien) zufällt, andrerseits der
Arbeiter selbst seinen labour fonds reproduziert, selbst seine wages nicht
nur produziert, sondern auch sie sich selbst zahlt, wobei er meist in der
Situation (fast immer in that state of society), sich auch selbst einen Teil
at least* seiner surplus labour und seines surplus produce anzueignen -, in
diesem Zustand der Gesellschaft sind wages und rent auch die Hauptquellen
der Akkumulation. (Profit hier auf Kaufleute etc. beschränkt.) Erst sobald
die kapitalistische Produktion zur herrschenden geworden, nicht nur spo-
radisch existiert, sondern sich die Produktionsweise der Gesellschaft unter-
geordnet; sobald der Kapitalist, in fact, the whole surplus labour and surplus
produce appropriates directly, in the first instance, although he has to pay
away portions ofittothelandholder etc.5, erst von diesem Augenblick wird der
Profit die principal source of capital, of accumulation, of wealth saved from
revenue, and used with a view to profit. Es unterstellt dies zugleich (dies im-
pliziert in dem Vorherrschen der kapitalistischen Produktionsweise), „a con-
siderable advance inthe power of national industry has actuallytakenplace“”.

Den Eseln also, die sich einbilden, daß ohne den Profit des Kapitals
keine Akkumulation statthaben könnte, oder die den Profit dadurch recht-
fertigen, daß der Kapitalist das Opfer bringt, to save from his revenue for
productive purposes, antwortet J[ones], daß diese Funktion „of accu-
mulating“ ° nun in dieser spezifischen Produktionsweise (der kapitalistischen)
dem Kapitalisten vorzugsweise zufällt; daß in frühern Produktionsweisen

3 die nicht als Revenue verausgabt wird - ? produktiv - ® diesem Zustand der Gesell-
schaft-* wenigstens -° tatsächlich die ganze Mehrarbeit und das Mehrprodukt sich direkt an-
eignet, in erster Linie, obwohl er gezwungen sein mag, Teile davon dem Grundeigentümer
etc. zu zahlen - ® Hauptquelle des Kapitals, der Akkumulation, des Reichtums, der aus der
Revenue gespart und zur Erzielung von Profit verwandt wird - ? daß „ein beträchtliches
Anwachsen in den Kräften der nationalen Produktion tatsächlich stattgefunden hat“ -® aus
seiner Revenue für produktive Zwecke zu sparen- ? „des Akkumulierens“

Richard Jones 413

der Arbeiter selbst und zum Teil der landlord die Hauptfunktionäre in
diesem Prozeß waren und der Profit hier fast gar keine Rolle spielte.

Die Funktion geht natürlich immer an den über, I. der die surplus value
einsteckt, und 2. unter denen, die die surplus value einstecken, namentlich
an den, der zugleich Agent in der Produktion selbst ist. Sagt man |}1135|
also, daß der Profit daher berechtigt, weil der Kapitalist „saves“ his capital
from profit!, und weil er die Funktion des Akkumulierens erfüllt, so sagt
man nur, daß die kapitalistische Produktionsweise deswegen berechtigt,
weil sie da ist, was von der frühern und spätern ditto gilt. Sagt man, daß
alias Akkumulation unmöglich, so vergißt man, daß diese bestimmte Manier
der Akkumulation - through the agency of the capitalist? - von historischem
Datum ist und ebenso ihrem historischen Datum des Aufhörens zugeht.

Zweitens: Ist einmal per fas und nefas soviel accumulated wealth? in die
Hände von capitalists übergegangen, daß sie sich der Produktion bemäch-
tigen können, so kann die größte mass of existing capital - after a certain
lapse of time - be considered as merely originating from profit (revenue)f,
d.h. kapitalisiertem Mehrwert.

Ein Punkt, den Jones nicht gebührend hervorhebt, eigentlich nur still-
schweigend involviert, ist der: Wenn der labouring producer°sich selbst seine
wages zahlt und sein Produkt nicht erst die „shape“® annimmt of being
„saved“ from other people’s revenue, and then paid back by them to the
labourer”, ist es nötig, daß der Arbeiter sich im Besitz (sei es als Eigen-
tümer, tenant, hereditary occupier? etc.) seiner Produktionsbedingungen
befindet. Damit seine wages und damit der labour funds ihm als fremdes
Kapital gegenüber/treten], müssen diese Produktionsbedingungen ihm ver-
lorengegangen [sein], die shape of foreign property? angenommen haben.
Erst nachdem mit seinen Produktionsbedingungen sein labour funds ihm
entrissen, ihm gegenüber verselbständigt als Kapital, fängt dann der weitere
Prozeß an, der sich nicht auf die mere!® Reproduktion dieser ursprünglichen
Bedingungen bezieht, sondern ihre Weiterbildung, daß sowohl die Pro-
duktionsbedingungen als der labour funds an den Arbeiter herantreten als
„saved“ from other people’s revenue, in order to be converted into capital".

1 sein Kapital aus dem Profit „spart“ - ® durch die Tätigkeit des Kapitalisten - ® mit
Recht und Unrecht soviel aufgehäufter Reichtum -* Masse des bestehenden Kapitals - nach
einem bestimmten Zeitraum - als ausschließlich von Profit (Revenue) stammend angesehen
werden -® arbeitende Produzent - ® „Form“ - ? aus der Revenue anderer Leute „gespart“
und dann dem Arbeiter zurückgezahlt worden zu sein -® Lehnsmann, Erbpächter, Besitzer -
9 Form fremden Eigentums - "1? bloße - !! „gespart“ aus der Revenue anderer Leute, um
in Kapital verwandelt zu werden

414 Vierundzwanzigstes Kapitel

Mit dem Besitz seiner Produktionsbedingungen und damit seines labour
funds hat er auch die Funktion zu akkumulieren verloren, und jede Addi-
tion, die er zum Reichtum macht, stellt sich dar in the shape of other people’s
revenue, that must first be „saved“ by those people, that is to say, not
spent as revenue, to perform the functions of capital and labour funds für
den labourer!.

Da Jones selbst die Zustände darstellt, worin die Sache sich noch nicht
so darstellt, wo die Einheit existiert, hätte er natürlich diese „Trennung“
als den eigentlichen Bildungsprozeß des Kapitals darstellen müssen. Ist es
einmal da, so tritt allerdings der Prozeß ein, wird er continued und expan-
ded?- indem nun die surplus labour des Arbeiters ihm immer als fremde
Revenue gegenübertritt, durch deren „saving“*allein wealth accumulated *
und die Stufenleiter der Produktion erweitert werden kann.

Die Rückverwandlung der Revenue in Kapital. Wenn das Kapital {i.e.
die Trennung der Produktionsbedingungen vom Arbeiter} die Quelle des
Profits {i.e. davon, daß die surplus labour als Revenue des Kapitals, nicht
der Arbeit erscheint}, so wird nun der Profit die Quelle des Kapitals, der
Neubildung von Kapital, i.e davon, daß die additional® Produktions-
bedingungen als Kapital dem Arbeiter gegenübertreten, als Mittel, ihn als
Arbeiter zu erhalten und seine surplus labour von neuern anzueignen. Die
ursprüngliche Einheit zwischen Arbeiter und Arbeitsbedingungen {vom
Sklavenverhältnis abstrahiert, wo der Arbeiter selbst zu den objektiven
Arbeitsbedingungen gehört} hat zwei Hauptformen: das asiatische Ge-
meinwesen (naturwüchsigen Kommunismus) und die kleine Familienagri-
kultur (womit Hausindustrie verbunden) in one or the other form®. Beide
Formen sind Kinderformen und gleich wenig geeignet, die Arbeit als gesell-
schaftliche Arbeit und die Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit zu
entwickeln. Daher die Notwendigkeit der Trennung, der Zerreißung, des
Gegensatzes zwischen Arbeit und Eigentum (womit zu verstehn Eigentum
an den Produktionsbedingungen). Die äußerste Form dieser Zerreißung,
worin zugleich die productive forces of social labour are most powerfully
developed’, ist die des Kapitals. Auf der materiellen Basis, die es schafft,
und vermittelst der Revolutionen, die im Prozeß dieser Schöpfung die

﻿% der Form einer Revenue anderer Leute, die zuerst von diesen Leuten „gespart“, das
heißt nicht als Revenue verausgabt sein muß, soll sie die Funktion von Kapital und Arbeits-
fonds für den Arbeiter vollziehen - ? fortgesetzt und ausgedehnt -3 „Ersparung“ - * Reich-
tum akkumuliert - ® zusätzlichen - in der einen oder der anderen Form - ? produktiven
Kräfte der gesellschaftlichen Arbeit aufs mächtigste entwickelt werden

Arbeiterklasse und the whole society undergoes!, kann erst wieder die
ursprüngliche Einheit hergestellt werden.

Ein Punkt, den Jones auch nicht genug hervorhebit, ist der:

Die Revenue, die sich direkt als solche gegen Arbeit austauscht, wenn
es nicht die Revenue des self-sustaining labourer? ist, der einen secondary
workman® beschäftigt, ist die Revenue des landholders*, selbst deriviert
von der Rente, die ihm der self-sustaining labourer zahlt, und die er nicht
ganz in natura aufzehrt, selbst und mit seinen menials und retainers®, son-
dern womit er zum Teil das Produkt oder die Dienste von secondary work-
men kauft etc. Dies setzt also immer das erste Verhältnis voraus.

1136| (Ganz wie ein Teil des Profits als Zins rangiert wird, even if the
industrial capitalist employs his own capital only®, weil diese Form ge-
sonderte Existenzweise hat, so auf Grundlage der kapitalistischen Produk-
tionsweise, even if a labourer owns his means of production, even without
employing any other labourer, it is considered as capital”, und der Teil
seiner eignen Arbeit, den er realisiert, au delä® dessen, was die common
wages? bildet, erscheint als Profit, seinem Kapital geschuldet. Er wird
dann selbst in different economical characters!® zerlegt. Als his own work-
man he gets his wages, and as capitalist, he gets his profits!. Diese Bemer-

kung gehört in das Kapitel: Revenue and its sources"?.}

„Was den Einfluß auf die Produktivkräfte der Nationen anbelangt, so besteht ein
Unterschied zwischen dem Reichtum, der gespart wurde und als Arbeitslohn verausgabt
wird, um Profit zu erzielen, und jenem Reichtum, der aus der Revenue zur Erhaltung
von Arbeit verausgabt wird. Im Hinblick auf diese Unterscheidung gebrauche ich das
Wort Kapital, um ausschließlich jenen Teil des Reichtums zu bezeichnen, der aus der
Revenue gespart wurde und benutzt wird, um Profit zu erzielen.“ (p.36, 37.)

„Wir können ... unter dem Begriff Kapital allen Reichtum verstehen, der der Er-
haltung von Arbeitern gewidmet ist, ob er nun einen vorherigen Ersparungsprozeß durch-
gernacht hat oder nicht... Wollen wir die Stellung der arbeitenden Klassen und der-
jenigen, von denen sie bezahlt werden, in den verschiedenen Nationen und unter
verschiedenen Bedingungen verfolgen, dann müssen wir also zwischen Kapital unter-
scheiden, das gespart wurde, und Kapital, das keinen Akkumulationsprozeß durchgemacht
hat, kurz, zwischen Kapital, das Revenue, und Kapital, das keine Revenue ist.“ (p.36.)

1 die ganze Gesellschaft durchmacht - 2 sich selbsterhaltenden Arbeiters - ? Ge-
hilfen - * Grundeigentümers - ® Dienern und Lakaien —- ® auch wenn der industrielle
Kapitalist nur sein eigenes Kapital anwendet. - 7 selbst wenn ein Arbeiter seine eigenen
Produktionsmittel besitzt, diese als Kapital betrachtet, auch wenn er nicht andere Arbeiter
beschäftigt - ® über das Maß -? gewöhnlichen Arbeitslohn - 1° verschiedene ökonomische
Charaktere — ?! sein eigener Arbeiter erhält er seinen Arbeitslohn und als Kapitalist seinen
Profit -12 siehe vorl. Band, S.445 -528

„In jeder Nation der Alten Welt, ausgenommen England und Holland, wird der
Arbeitslohn der Landarbeiter nicht aus den Fonds vorgeschossen, die aus Revenue gespart
und akkumuliert wurden, sondern aus Fonds, die von den Arbeitern selbst produziert wur-
den, und die nie in einer anderen Form existieren als in der eines Vorrats für ihren eigenen
unmittelbaren Konsum.“ (p.37.)

Was Jones vor den übrigen Ökonomen (mit Ausnahme etwa von Sis-
mondi) auszeichnet, ist, daß er die soziale Formbestimmtheit des Kapitals
als das Wesentliche betont und den ganzen Unterschied der kapitalistischen
Produktionsweise von andren Weisen derselben auf diese Formbestimmt-
heit reduziert. Es ist, daß die Arbeit sich direkt in Kapital verwandelt, und
daß andrerseits dies Kapital Arbeit kauft, nicht ihres Gebrauchswerts
wegen, sondern um sich selbst zu verwerten, Mehrwert (höheren Tausch-
wert) zu schaffen, „with a view to profit“!.

Zugleich zeigt sich hier aber, daß das „saving of revenue“?, um sie in
Kapital zu verwandeln, und die „Akkumulation“ sich selbst nur durch die
Form von den andren Weisen unterscheidet, worin „wealth is devoted to
the maintenance of labour“. Die agricultural labourers in England und
Holland, die wages vom Kapital „advanced“* erhalten, produce „their
wages themselves“?, so gut wie der French peasant or the self-sustaining
Russian serf®. Den Produktionsprozeß in seiner Kontinuität betrachtet,
schießt der Kapitalist dem labourer heute nur vor als „wages“ einen Teil des
Produkts, das der labourer gestern „produziert“ hat. Der Unterschied [zwi-
schen der kapitalistischen und anderen Produktionsweisen] liegt also nicht
darin, daß in dem einen Fall the labourer does produce his own wages, and
does not produce them in the other”. Der Unterschied liegt darin, daß dies
sein Produkt als wages erscheint; daß in dem einen Fall das Produkt des Arbei-
ters (der Teil des Produkts des Arbeiters, der den labour funds bildet) 1. als
fremde Revenue erscheint, dann 2. aber nicht als Revenue verausgabt wird,
auch nicht in Arbeit, worin Revenue direkt verzehrt wird, sondern 3. als
Kapitaldem Arbeiter gegenübertritt, dasihm diesen TeildesProdukts zurück-
gibt im Austauschnicht nur gegen ein Äquivalent, sondern gegen mehr labour,
als in dem Produkt vergegenständlicht wird. So erscheint sein Produkt 1. als
fremde Revenue, 2. als „saved“ from revenue in order to be employed in the
purchase of labour with a view of profit®, i.e. als Kapital.

2

1 „um Profit zu erzielen“ - ? „Sparen von Revenue“ -® „Reichtum der Erhaltung von

Arbeit gewidmet wird“. - * „vorgeschossen“ - ® produzieren „ihren Arbeitslohn selbst“ -
$ französische Bauer oder der sich selbsterhaltende russische Leibeigne - 7 der Arbeiter seinen
eigenen Arbeitslohn produziert und in dem andern Falle nicht -® „gespart“ von der Revenue
zum Ankauf von Arbeit und um Profit zu erzielen

Und dieser Prozeß, worin sein eignes Produkt ihm als Kapital gegen-
übertritt, ist dasselbe, was heißt, daß der labour funds „has gone through a
previous process of saving“, „has undergone a process of accumulation“,
„exists“ previously to be reconverted into the means of the labourer’s
subsistance, „in an other shape“ (hier ausdrücklich bloße Formverände-
rung) „than that of a stock for the labourer’s immediate consumption“?.
Der ganze Unterschied liegt in der Formverwandlung, die der vom Arbeiter
produzierte labour funds durchläuft, bevor er ihm in der Form der wages
wieder zuströmt. Im case der self-sustaining peasants? oder selbständigen
Handwerker nimmt er daher auch nie die Form der „wages“ an.

1137| „Saving“ und „accumulation“ - as far as the labour funds is
concerned* - sind hier bloße Namen für die Formverwandlungen, die das
Produkt des Arbeiters durchläuft. Der self-sustaining labourer ißt sein
Produkt ganz so gut wie der wages-labourer? oder der letztre vielmehr ganz
so gut wie der erstre. Nur erscheint bei dem letztren sein Produkt als
something saved or accumulated from others, the capitalist’s revenue®. Das
fact ist vielmehr, daß dieser Prozeß den Kapitalist befähigt, to „save“ or
„accumulate“, on his account, the labourers surplus labour”, weswegen auch
Jones so sehr hervorhebt, daß in der nichtkapitalistischen Produktionsweise
die accumulation nicht from profits® herrührt, sondern von wages, d.h. der
Einnahme des self-sustaining cultivator? oder des Handwerkers, der direkt
seine Arbeit gegen Revenue austauscht (wie hätten auch sonst aus den
letztren die middleclass-men?? hervorgehn können?), und des landlords rent.
Damit aber der labour funds diese Verwandlungen durchmache, ist es
ebenso nötig, daß seine Produktionsbedingungen ihm ebenfalls als Kapital
gegenübertreten, was in den andren Formen nicht der Fall. Die Erweiterung
des wealth erscheint im letzten Fall nicht ausgehend vom labourer, sondern
durch saving!! von Profit - Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital -,
ganz wie der labour funds selbst (vor der Erweiterung durch neue Akkumu-
lation) als Kapital ihm gegenübertritt.

Das „saving“, wörtlich genommen, hat nur Sinn für den Kapitalisten,

1 „einen vorherigen Ersparungsprozeß durchgemacht hat“, „einen Akkumulationsprozeß
“ durchgemacht hat“, „existiert“ bevor er in ein Mittel der Existenz für den Arbeiter zurück-
verwandelt wurde, „in einer anderen Form“ -* „als in der eines Vorrats für den unmittelbaren
Konsum der Arbeiter“ -® Falle der sich selbsterhaltenden Bauern -* „Sparen“ und „Akku-
mulation“ - soweit der Arbeitsfonds in Frage kommt -° Lohnarbeiter - $ etwas, das von
anderen gespart oder akkumuliert wurde, als die Revenue des Kapitalisten - ? des Arbeiters
Mehrarbeit für sich selbst zu „sparen“ oder zu „akkumulieren“ —® vom Profit -° sich selbst-
erhaltenden Landwirts - 1° Leute der Mittelklasse (Bourgeois) - !" Sparen

der seine Revenue kapitalisiert gegen den, der sie aufißt, spends as revenue,
but has no sense whatever, as between capitalist and labourer!.

Zwei Hauptfacts der kapitalistischen Produktion:

[Erstens] Konzentration der Produktionsmittel in wenigen Händen, wo-
durch sie aufhören, als unmittelbares Eigentum des einzelnen Arbeiters zu
erscheinen, sondern als Potenzen der gesellschaftlichen Produktion, wenn
auch noch zunächst als Eigentum der nicht arbeitenden Kapitalisten; diese
sind ihre trustees? in der bürgerlichen Gesellschaft und genießen alle
Früchte dieser Trusteeschaft.

Zweitens: Organisation der Arbeit selbst als gesellschaftliche durch
Kooperation, Teilung der Arbeit, und Verbindung der Arbeit mit den
Resultaten der gesellschaftlichen Herrschaft über die Naturkräfte.

Nach beiden Seiten hin hebt die kapitalistische Produktion Privateigen-
tum und Privatarbeit auf, wenn auch noch in gegensätzlichen Formen.

Was bei A.Smith der Hauptunterschied zwischen produktiver und
nicht produktiver Arbeit, daß die erste sich direkt gegen Kapital austauscht,
die andre direkt gegen Revenue - der Sinn dieses Unterschieds bricht erst
vollständig durch bei Jones. Es zeigt sich hier, daß die erste Arbeit die die
kapitalistische Produktionsweise charakterisierende ist; die zweite, wo sie
herrscht, früheren Produktionsweisen angehört, und wo sie bloß herläuft,
auf Sphären beschränkt (oder beschränkt sein sollte), worin es sich nicht
um die unmittelbare Produktion von Reichtum handelt.

„Kapital ist das Werkzeug, das alle die Ursachen in Gang setzt, durch die die Wirk-
samkeit der menschlichen Arbeit und die Produktivkräfte der Nationen vermehrt
werden... Kapital ist das aufgehäufte Resultat vergangener Arbeit, das gebraucht wird,
eine bestimmte Wirkung in bestimmter Richtung der Produktion von Reichtum her-
vorzubringen.“ [p.35.]

(Er sagt in Note ibid. p.35:

„Es wird passend sein und ist vernünftig, den Akt der Produktion als unvollendet
zu betrachten, solange nicht die produzierte Ware in die Hände des Individuums ge-
langt ist, das sie konsumieren soll. Alles, was bis dahin geschieht, hat dieses Ziel im
Auge. Pferd und Wagen des Krämers, der uns den Tee von Hertford in unser College
bringt, sind ebenso notwendig, sollen wir jenen Tee erlangen, um ihn zu konsumieren,
wie die Arbeit des Chinesen, der die Blätter pflückte und trocknete.“)

„...Aber.... dieses Kapital ... erfüllt nicht in jedem Gemeinwesen alle die Aufgaben,
die es zu erfüllen vermag. Auf jeden Fall geht es an sie nur allmählich, eine nach der

1 als Revenue verausgabt, aber es hat nicht den mindesten Sinn zwischen Kapitalist und
Arbeiter -? Verwalter

anderen, heran; und es ist eine bemerkenswerte und höchst wichtige Tatsache, daß die eine
besondere Funktion, deren Erfüllung unerläßlich ist, sollen die Kräfte des Kapitals für alle
seine anderen Funktionen erhebliche Fortschritte machen, gerade jene ist, die das Kapital.
für den größten Teil der Arbeiter der Menschheit überhaupt noch nicht erfüllt hat.“
(p.35, 36.)

„Ich habe das Vorschießen des Arbeitslohns im Auge.“ (p.36.)

„Der Arbeitslohn wird von Kapitalisten noch nicht einem Viertel der Arbeiter der
Erde vorgeschossen... Diese Tatsache ... von ungeheurer Bedeutung bei der Ver-
gleichung des Fortschritts der Nationen.“ (l.c.)

11138] „Kapital oder akkumulierter Vorrat, nachdem es schon mannigfache andere
Funktionen bei der Produktion von Reichtum erfüllt hat, übernimmt erst spät die
Funktion, dem Arbeiter seinen Arbeitslohn vorzuschießen.“ (p.79.)

In dem letzten Satz (p. 79) ist in der Tat das Kapital als „Verhältnis“
ausgesprochen, nicht nur als „accumulated stock“! sondern als ganz be-
stimmtes Produktionsverhältnis. Der „stock“ kann nicht „take up the func-
tion of advancing wages“?. Und Jones hebt hervor, daß das Kapital:in seiner
Grundform - worin es dem ganzen Prozeß der sozialen Produktion den
distinktiven Charakter gibt, ihn beherrscht, und eine ganz neue Entwick-
lung der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit herbeiführt, alle
sozialen und politischen Verhältnisse revolutioniert - die Form ist, worin
es der Lohnarbeit gegenübertritt, wages zahlt. Er hebt hervor, daß vor dem
Auftreten des Kapitals in dieser entscheidenden Funktion es andre Funk-
tionen erfüllt, in andren subalternen, aber historisch frühern Formen er-
scheint, daß aber seine power in all its functions? erst völlig sich entwickelt
mit seiner Auftreten als industrielles Kapital. Andrerseits in the III
lecture „On the gradual manner in which capital or capitalists“* {hier liegt
der Hase im Pfeffer, in diesem or; es ist nur durch diese Personifikation, daß
der accumulated stock zu Kapital wird! „undertake successive functions in
the production of wealth“? sagt J[ones] nicht, welches die frühren func-
tions sind. Sie können in der Tat nur die des merkantilen oder im Geld-
handel befindlichen Kapitals sein. Aber obgleich Jones so nahe an das
Richtige streift und es in gewisser Art selbst ausspricht, ist er andrerseits
doch als Ökonom so befangen im bürgerlichen Fetischismus, daß kein
Teufel dafür stehn kann, ob er nicht verschiedne functions versteht, wozu
„accumulated stock“ als solcher dienen kann.

1 ‚akkumulierter Vorrat“ -? „die Funktion übernehmen, den Arbeitslohn vorzuschießen* -
8 Kraft in allen seinen Funktionen - # der dritten Vorlesung „Über die Weise, in der das

Kapital oder die Kapitalisten“ -° „nach und nach verschiedene Funktionen in der Produktion
von Reichtum übernehmen“

Der Satz:

„Kapital oder akkumulierter Vorrat, nachdem es schon mannigfache andere Funk-
tionen bet der Produktion von Reichtum erfüllt hat, übernimmt erst spät die Funktion,
dem Arbeiter seinen Arbeitslohn vorzuschießen“ (p.79.)

ist der vollständige Ausdruck des Widerspruchs, einerseits der richtigen
historischen Auffassung des Kapitals, andrerseits überschattet von der
ökonomischen Borniertheit, daß der „stock“ als solcher „Kapital“ ist.
Daher „the accumulated stock“ wird eine Person, which „takes up the
function of advancing wages“ to ment. Es ist noch in der ökonomischen
Befangenheit [begründet], daß Jones sie auflöst, eine Auflösung nötig, so-
bald die kapitalistische Produktionsweise als bestimmte geschichtliche auf-
gefaßt und nicht mehr ewiges Naturverhältnis der Produktion ist.

Man sieht, welch großer Sprung von Ramsay to Jones. Ramsay erklärt
grade die function des Kapitals, die es zum Kapital macht, the advancing
of wages für akzidentell, nur der Armut der großen Masse geschuldet, und
dem Produktionsprozeß als solchem gleichgültig. In dieser bornierten
Form verleugnet er die Notwendigkeit der kapitalistischen Produktions-
weise. Jones dagegen {sonderbar, daß beide Pfaffen der established
church? HH], Die englischen Pfaffen der „church“ scheinen doch mehr zu
denken als die kontinentalen} zeigt nach, daß grade diese Funktion das
Kapital zum Kapital macht und das Charakteristische der kapitalistischen
Produktionsweise bedingt. Er zeigt nach, wie diese Form erst auf einem
gewissen Grad der Entwicklung der Produktivkräfte eintritt und dann eine
ganz neue materielle Basis schafft. Aber er versteht deswegen auch die „Auf-
hebbarkeit“, die bloß historisch vorübergehende Notwendigkeit dieser Form
in ganz anders tiefer Weise als Rlamsay]. Er hält keineswegs das Kapital-
verhältnis für ein ewiges Verhältnis.

„Es mag in der Zukunft einmal ein Zustand bestehen - und einzelne Teile der Welt
mögen ihm entgegengehen -, unter dem die Arbeiter und die Eigentümer des akkumulier-
ten Vorrats identisch sind. Aber in dem Fortschreiten der Nationen... war dies bisher
noch nie der Fall, und um jenes Fortschreiten zu verfolgen und zu verstehen, müssen wir
beobachten, wie die Arbeiter allmählich aus der Gewalt von Kunden, die sie aus ihrer
Revenue bezahlen, in die von Anwendern gelangen, von denen sie durch Vorschüsse
von Kapital bezahlt werden, aus deren Erträgen die Eigentümer eine besondere Reve-
nue zu realisieren trachten. Das dürfte kein so wünschenswerter Zustand sein wie jener,
in dem Arbeiter und. Kapitalisten identisch sind, aber wir müssen ihn hinnehmen als ein
Stadium im Entwicklungsgang der Produktion, das bisher die Geschichte fortschreitender

1die „die Funktion übernimmt, den Arbeitslohn vorzuschießen“ an Leute -? Staatskirche

Nationen kennzeichnet. Zu diesem Stadium sind die Völker Asiens noch nicht gelangt.“
(2.73.)

11139| Hier sagt Jones ganz unumwunden heraus, daß er das Kapital
und die kapitalistische Produktionsweise nur als eine Übergangsphase in
der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion „akzeptiert“, eine Phase,
die einen ungeheuren Fortschritt gegen alle vorhergehenden Formen bildet,
wenn man die Entwicklung der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit
betrachtet -, die aber keineswegs Endresultat, vielmehr in ihrer antagonisti-
schen Form zwischen den „owners of accumulated wealth“!und den „actual
labourers“? die Notwendigkeit ihres Untergangs einschließt.

Jones war Professor der politischen Ökonomie in Haileybury, der Nach-
folger von Malthus. Wir sehn hier, wie die wirkliche Wissenschaft der poli-
tischen Ökonomie damit endet, die bürgerlichen Produktionsverhältnisse
als bloß historische aufzufassen, die zu höhren leiten, worin der Antagonis-
mus, worauf sie beruhn, aufgelöst. Durch ihre Analyse bricht die politische
Ökonomie die scheinbar gegeneinander selbständigen Formen, worin der
Reichtum erscheint. Ihre Analyse (selbst bei Ricardo schon) geht so weit, daß

l. die selbständige stoffliche Gestalt des Reichtums verschwindet und er
bloß mehr als Betätigung der Menschen erscheint. Alles, was nicht Resultat
menschlicher Tätigkeit, Arbeit, ist Natur und als solches nicht sozialer
Reichtum. Das Phantom der Güterwelt zerrinnt, und sie erscheint nur noch
als beständig verschwindende und beständig wiedererzeugte Objektivierung
der menschlichen Arbeit. Aller stofflich feste Reichtum ist nur vorüber-
gehende Vergegenständlichung dieser gesellschaftlichen Arbeit, Kristalli-
sation des Produktionsprozesses, dessen Maß die Zeit, das Maß der Be-
wegung selbst ist.

2. Die mannigfaltigen Formen, worin die verschiednen Bestandteile des
Reichtums verschiednen Teilen der Gesellschaft zufließen, verlieren ihre
scheinbare Selbständigkeit. Der Zins ist bloß Teil des Profits, die Rente
bloß surplus profit. Beide sinken daher im Profit zusammen, der sich selbst
auflöst in Mehrwert, d.h. unbezahlte Arbeit. Der Wert der Ware selbst
aber wird bloß in Arbeitszeit aufgelöst. Die Ricardosche Schule selbst
kommt so weit, daß sie eine der Formen der Aneignung dieses Mehrwerts -
das Grundeigentum (Rente) - als nutzlos negiert, soweit sie von Privaten ein-
kassiert wird. Sie leugnet den Grundeigentümer als Funktionär in der
kapitalistischen Produktion. Der Gegensatz so reduziert auf Kapitalist und
Lohnarbeiter. Dies Verhältnis aber betrachtet die Ricardosche Ökonomie

1 „Eigentümern des akkumulierten Reichtums“ -? „wirklichen Arbeitern“

als gegeben, als Naturgesetz, worauf der Produktionsprozeß selbst beruht.
Die Spätren bleiben hierbei nicht stehn, sondern erkennen, wie Jones, nur
mehr die geschichtliche Berechtigung dieses Verhältnisses an. Von dem
Moment aber, wo die bürgerliche Produktionsweise und die ihr entsprechen-
den Produktions- und Distributionsverhältnisse als geschichtliche erkannt
sind, hört der Wahn, sie als Naturgesetze der Produktion zu betrachten, auf,
und eröffnet sich die Aussicht auf eine neue Gesellschaft, ökonomische
Gesellschaftsformation, wozu sie nur den Übergang bildet. 42! ]1139| Wir werden nun bei Jones noch Verschiednes zu betrachten
[haben]:

I. Wie grade die kapitalistische Produktionsweise - das advancing of
wages by capital! - die Form und Produktivkräfte alteriert.

2. Seine Sachen über Akkumulation und Profitrate.

Hier aber zunächst noch ein Punkt hervorzuheben.

 „Der Kapitalist war nur ein Agent, um den Arbeitern den Nutzen der Ver-
ausgabung der Revenue der sie umgebenden Kunden in einer neuen Form und unter

neuen Verhältnissen zukommen zu lassen.“ (p.79.)

Dies bezieht sich auf die non-agnicultural labourers?, die früher direkt
von der Revenue der landholders® etc. lebten. Statt daß sie direkt ihre Arbeit
(oder deren Produkt) mit jenen Revenues austauschen, tauscht der Kapita-
list das Produkt ihrer Arbeit - gesammelt und konzentriert in seiner Hand -
gegen jene Revenues aus, oder diese verwandeln sich, tauschen sich aus
gegen Kapital, indem sie die returns* des Kapitals bilden. Statt der direkten
returns für die Arbeit bilden sie direkte returns für das Kapital, which
employs the labourers? 3), [1140|]

111144] Nachdem Jones das Kapital als spezifisches Produktionsverhält-
nis entwickelt, dessen Wesentliches, daß der accumulated wealth als ad-
vancer of wages® erscheint, der labour funds selbst als „wealth saved from
revenue, and employed with a view to profit“”, entwickelt er die dieser
Produktionsweise eigentümlichen changes? in der Entwicklung der Produk-
tivkräfte. Sehr gut sagt er, wie mit dem change in den material powers of
production die relations (economical)’ und damit der soziale und moralische
und politische state der nations changes’.

1 Vorschießen des Arbeitslohns durch das Kapital -* nichtlandwirtschaftlichen Arbeiter -
3 Grundeigentümer — * Erträge -° das die Arbeiter anwendet - € akkumulierte Reichtum als
Vorschießer von Arbeitslohn -? „Reichtum, erspart aus Revenue und angewandt, um Profit
zu erzielen“ -® Änderungen - ® der Änderung in den materiellen Produktivkräften die Ver-
hältnisse (ökonomischen) - ! Zustand der Nationen sich verändert

„In dem Maße, in dem Gemeinwesen ihre Produktivkräfte ändern, ändern sich not-
wendigerweise auch ihre Sitten und Gewohnheiten.“ (p.48.) „Im Laufe ihrer Entwicklung
finden alle die verschiedenen Klassen eines Gemeinwesens, daß sie mit anderen Klassen
durch neue Beziehungen verknüpft sind, neue Positionen einnehmen, von neuen morali-
schen und sozialen Gefahren und neuen Bedingungen sozialen und politischen Ge-
deihens umgeben sind.“ (l.c.)

Den Einfluß der kapitalistischen Form der Produktion auf die Entwick-
lung der Produktivkräfte entwickelt er so. Doch vorher noch einige mit dem
bisher Angeführten zusammenhängende Sätze.

„Große politische, soziale, moralische und intellektuelle Veränderungen begleiten
Änderungen in der ökonomischen Organisation der Gemeinwesen und in den Kräften und
Mitteln, seien sie reichlich oder dürftig, mit denen die Aufgaben der Produktion aus-
geführt werden. Diese Veränderungen üben notwendigerweise einen gebietenden Ein-
fluß auf die verschiedenen politischen und sozialen Elemente der Bevölkerung aus, in
deren Schoße jene Änderungen vor sich gehen. Dieser Einfluß erstreckt sich auf den
intellektuellen Charakter, auf Gewohnheiten, Gebräuche, Sitten und das Glück der
Nationen.“ (p.45.)

„England ist das einzige große Land, das ... den ersten Schritt im Fortschritt zur
Vollkommenheit als ein produzierender Mechanismus getan hat; das einzige Land, in dem
die Bevölkerung, die landwirtschaftliche wie die nichtlandwirtschaftliche, der Leitung
von Kapitalisten untergeordnet ist, und wo die Wirkungen ihrer Mittel und der be-
sonderen Funktionen, die sie allein zu erfüllen vermögen, in ausgedehnten Maße
empfunden werden, nicht bloß im enormen Wachstum seines Reichtums, sondern auch
in allen ökonomischen Beziehungen und Positionen seiner Bevölkerung.

Nun sage ich mit Bedauern, aber ohne das geringste Zaudern: England darf nicht
als ein glückliches Beispiel |1145] der Laufbahn eines Volkes gelten, das in dieser
Weise seine Produktivkräfte entwickelt.“ (p.48, 49.)

„Der allgemeine Arbeitsfonds besteht: 1. Aus Arbeitslohn, den die Arbeiter selbst
produzieren. 2. Aus den Revenuen anderer Klassen, die zur Erhaltung von Arbeitern
ausgegeben werden. 3. Aus Kapital oder einem Teile des aus Revenue gesparten Reich-
tums, der verwendet wird, um Arbeitslohn zur Erzielung von Profit vorzuschießen.
Jene, die aus dem ersten Teile des Arbeitsfonds erhalten werden, wollen wir nicht ver-
dumgene Arbeiter nennen. Jene aus dem zweiten Teile bezahlte Dienstleute. Jene aus dem
dritten gedungene Arbeiter.“ (Lohnarbeiter.) „Der Lohnbezug aus der einen oder an-
deren der 3 Abteilungen des Arbeitsfonds bestimmt das Verhältnis des Arbeiters zu
den anderen Klassen der Gesellschaft und bestimmt so mitunter direkt, mitunter mehr
oder weniger indirekt den Grad der Stetigkeit, Kunstfertigkeit und Kraft, womit die
Aufgaben der Produktion ausgeführt werden.“ (p.51, 52.)

„Die erste Abteilung, der selbst produzierte Arbeitslohn, erhält mehr als die Hälfte,
vielleicht mehr als ?/s der arbeitenden Bevölkerung der Erde. Diese Arbeiter bestehen
überall aus Bauern, die den Boden besitzen und bebauen... Die zweite Abteilung des

Arbeitsfonds, Revenue, verausgabt zur Erhaltung von Arbeit, erhält den weitaus größten
Teil der produktiven nichtlandwirtschaftlichen Arbeiter des Orients. Sie ist von einiger
Bedeutung auf dem europäischen Kontinent. In England dagegen umfaßt sie nur einige
Handwerker, die Gelegenheitsarbeiten machen, die Überreste einer stärkeren Schicht ...
Die dritte Abteilung des Arbeitsfonds, das Kapital, beschäftigt in England die große
Mehrheit seiner Arbeiter, dagegen erhält sie nur eine geringe Zahl Individuen in Asien,
und im kontinentalen Europa erhält sie bloß nichtlandwirtschaftliche Arbeiter, die wahr-
scheinlich im ganzen nicht ein Viertel der produktiven Bevölkerung ausmachen.“ (p.52.)

„Ich habe aus der Sklavenarbeit keine besondere Kategorie gemacht... Die bürger-
lichen Rechte der Arbeiter haben keinen Einfluß auf ihre ökonomische Lage. Man kann
beobachten, daß Sklaven ebenso wie Freie von jedem der Teile des allgemeinen Fonds

leben.“ (p.53.)

Wern die „civil rights“ der labourers do not affect „their economical
position“, their economical position, however, does affect their civil rights!.
Die Lohnarbeit auf nationalem Maßstab, daher auch die kapitalistische
Produktionsweise, nur möglich, wo die Arbeiter persönlich frei. Sie beruht
auf der persönlichen Freiheit der Arbeiter.

Smiths produktive und unproduktive Arbeit wird von Jones richtig auf
ihren Kern reduziert, auf kapitalistische und nichtkapitalistische Arbeit;
indem er Smiths payment der labourers by capital oder out of revenue?
richtig durchführt. Er selbst versteht dagegen unter productive und non-
productive labour? offenbar Arbeit, die in die Produktion of material
[wealth]* eingeht und solche, die nicht darin eingeht. Wie wir hier sehn,
wo er von den productive labourers spricht, who depend on revenue expen-
ded?. Ferner:

„jener Teil des Gemeinwesens, der unproduktiv ist im Sinne des materiellen Reich-
tums, kann nützlich oder nutzlos sein.“ (p.42.)

„Es ist vernünftig, den Akt der Produktion als unvollendet zu betrachten, solange
nicht die produzierte Ware in die Hände des Individuums gelangt ist, das sie zu konsu-

mieren hat.“ (p.35, Note.)

Der Unterschied der vom Kapital oder revenue living labourers® bezieht
sich auf die Form der Arbeit. Es ist der ganze Unterschied der kapitalisti-
schen und nichtkapitalistischen Produktionsweise. Dagegen productive
und unproductive labourers im engren Sinn, alle Arbeit, die in die Pro-

* „bürgerlichen Rechte“ der Arbeiter „ihre ökonomische Lage“ nicht beeinflussen, so be-
einflußt ihre ökonomische Lage jedoch ihre bürgerlichen Rechte - ? Bezahlung der Arbeiter
durch das Kapital oder aus der Revenue - ® produktiver und nicht produktiver Arbeit - * des
materiellen [Reichtums] - ° die von verausgabter Revenue abhängen - € Revenue lebenden

Arbeiter

duktion von Ware (Produktion hier umfassend alle Akte, die die Ware zu
durchlaufen vom first producer bis consumer!) eingeht, welcher Art sie
immer sei, Handarbeit oder nicht (wissenschaftliche) und solche, die nicht
darin eingeht, deren Zweck und Ziel nicht die Produktion von Ware. Diese
Unterscheidung muß festgehalten werden und der Umstand, daß alle
andren Sorten Tätigkeit rückwirken auf material production? und vice
versa, ändert absolut nichts an der Notwendigkeit der Unterscheidung.

### [5) Jones über den Einfluß der kapitalistischen Produktion auf die Entwicklung
der Produktivkräfte. Über die Bedingungen der Anwendbarkeit zusätzlichen
fixen Kapitals]

I1146| Wir kommen jetzt zur Entwicklung der Produktivkräfte durch die
kapitalistische Produktionsweise.

„Es mag hier am Platze sein, darauf hinzuweisen, wie diese Tatsache (daß die
Löhne vom Kapital vorgeschossen werden} die Produktivkräfte der Arbeiter beeinflußt,
oder die Stetigkeit, das Wissen, die Kraft, womit die Arbeit verrichtet wird... Der
Kapitalist, der einen Arbeiter bezahlt, kann die Stetigkeit seiner Arbeit fördern. Einmal
dadurch, daß er solche Stetigkeit möglich macht. Dann dadurch, daß er sie überwacht und
erzwingt. Es gibt viele und ausgedehnte Schichten von Arbeitern in der Welt, die die
Straßen auf der Suche nach Kunden durchziehen und deren Arbeitslohn von den
gelegentlichen Bedürfnissen von Leuten abhängt, die gerade in dem Moment nach ihren
Diensten verlangen oder die Gegenstände brauchen, die sie machen. Die ersten Missio-
nare fanden diesen Zustand in China... ‚Dort laufen die Handwerker vom Morgen bis
in die sinkende Nacht durch die Straßen, um Kundschaft zu suchen. Der größte Teil
der chinesischen Arbeiter arbeitet in Privathäusern. Brauchst du Kleider? Der Schnei-
der kommt zu dir des Morgens und geht abends heim. Das gleiche ist der Fall mit den
anderen Handwerkern. Ununterbrochen laufen sie durch die Straßen, um Arbeit zu
suchen, selbst die Schmiede, die ihren Hammer und ihren Schmiedeherd für gewöhn-
liche Arbeiten mit sich führen. Auch die Barbiere ... wandern durch die Straßen mit
einem Armstuhl auf der Schulter und einer Schüssel und einem Kessel für heißes
Wasser in der Hand.‘[!!* Das ist allgemein der Fall im Orient und zum Teil auch im
Abendland.

Diese Arbeiter können nicht für längere Zeit arbeiten. Sie müssen sich wie ein Lohn-
kutscher durch die Straßen bewegen, und wenn sie keinen Kunden finden, müssen sie
müßig bleiben. Wenn im Laufe der Zeit ein Wechsel in ihrer ökonomischen Lage ein-
tritt und sie die Arbeiter eines Kapitalisten werden, der ihnen ihren Arbeitslohn vorschießt,
so tritt zweierlei ein. Erstens können sie ununterbrochen arbeiten, und zweitens, eine
Kraft steht bereit, deren Amt und deren Interesse es ist, zu veranlassen, daß sie wirklich
ständig arbeiten ... der Kapitalist hat Reserven..., auf einen Kunden zu warten...

1 ersten Produzenten bis zum Konsumenten - ? materielle Produktion

Auf diese Weise kommt es zu einer größeren Stetigkeit in der Arbeit dieser Klasse von
Leuten. Sie arbeiten täglich vom Morgen bis in die Nacht und werden nicht dadurch
unterbrochen, daß sie auf den Kunden warten oder ihn suchen, der schließlich den
Artikel, an dem sie arbeiten, konsumieren soll.

Aber die Stetigkeit ihrer Arbeit, die auf diese Weise ermöglicht ist, wird gesichert
und vermehrt durch die Aufsicht des Kapitalisten. Er hat ihren Arbeitslohn vorgeschossen;
er wird. das Produkt ihrer Arbeit erhalten. Es ist sein Interesse und sein Vorrecht, dafür zu
sorgen, daß sie nicht mit Unterbrechungen oder saumselig arbeiten.

Ist einmal die Stetigkeit der Arbeit auf diese Weise erreicht, dann ist die Wirkung
allein dieser Änderung auf die Produktivkraft der Arbeit sehr groß... Die Kraft ist ver-
doppelt. Zwei Arbeiter, die ununterbrochen das ganze Jahr hindurch vom Morgen bis
zur Nacht arbeiten, werden wahrscheinlich mehr produzieren als 4 Arbeiter, die von
einer Arbeit zur anderen springen und viel von ihrer Zeit damit verlieren, nach Kunden
zu jagen und unterbrochene Arbeiten wiederaufzunehmen.“ (p.37 sq.)

Erstens: Den Übergang der labourers, die casual services! tun, Rock,
Hose machen im Hause des landowners? etc., zu denen, die das Kapital be-
schäftigt, sieh schon bei Turgot sehr gut dargestellt.

Zweitens: Diese continuity° unterscheidet die kapitalistische labour wohl
von dieser Form, die J[ones] schildert, nicht von der Sklavenproduktion im
großen.

Drittens: Es ist unrichtig, die Vermehrung der Arbeit selbst durch ihre
lange Dauer und ihre non-interruptedness? eine Vermehrung der Produk-
tivkraft oder der power der labour? zu nennen. Diese nur so far as the
continuity augments the personal skill of the labourers®. Unter der power
verstehn wir die größre produktive Macht, womit a given quantity of
labour is employed, not any change in the quantity employed’. Vielmehr
gehört dies zur formalen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital. Wird erst
völlig entwickelt mit der Entwicklung des fixen Kapitals. (Darüber gleich.)

Richtig hebt J[ones] hervor: Der Kapitalist betrachtet die Arbeit als sein
Eigentum, wovon nichts verlorengehn darf. Bei der labour, die direkt von
Revenue abhängt, handelt es sich nur um den Gebrauchswert der Arbeit.

1147| Sehr richtig hebt J[ones] ferner hervor, daß die sedentary® Arbeit
der non-agricultural labourers’ von morgens bis abends durchaus nichts
naturwüchsig gegebnes, sondern selbst Produkt der ökonomischen Ent-
wicklung. Im Gegensatz zu der asiatischen Form und westlichen Form

1 gelegentliche Dienste - ? Grundeigentümers - ? Stetigkeit - * das Fehlen von Unter-
brechungen - ® Arbeitskraft - insofern als die Kontinuität die persönliche Geschicklichkeit
des Arbeiters vermehrt - ? eine gegebene Menge Arbeit angewandt wird, nicht irgendeinen
Wechsel in der Menge der angewandten Arbeit - ® ständige -° nichtlandwirtschaftlichen Ar-
beiter

(früher, zum Teil noch jetzt) auf dem Land, bildet die städtische Arbeit des
Mittelalters schon großen Fortschritt und Vorschule zur kapitalistischen
Produktionsweise, [zur] continuity und steadiness of labourt.

{Über diese continuity of labour:

„Der Kapitalist verwaltet auch gleichsam einen Arbeitsnachweis; er versichert gegen
die Ungewißheit, einen Absatz für Arbeit zu finden; wäre er nicht da, dann würde diese
Ungewißheit das Unternehmen mancher Arbeit verhindern. Die Mühe, nach einem
Käufer zu sehen und auf den Markt zu gehen, wird durch seine Vermittlung auf einen
verhältnismäßig kleinen Umfang beschränkt.“ („An Inquiry into those Principles respect-
ing the Nature of Demand and the Necessity. of Consumption etc.“, London 1821, p. 102.)

Ebendaselbst:
„Wo das Kapital in hohem Maße fixes oder wo es in Grund und Boden angelegt

ist..., ist der Gewerbsmann viel mehr verpflichtet (als wenn er weniger fixes Kapital
angelegt hätte), dauernd dieselbe Menge zirkulierendes Kapital anzuwenden wie vor-
her, um nicht aufzuhören, aus jenem Teil, der fixes Kapital ist, irgendeinen Profit zu

ziehen.“ (l.c. p.73.)}
{[Jones sagt weiter:]

„Von den Zuständen, die aus der Abhängigkeit der Arbeiter von der Revenue ihrer
Kunden in China entsprangen, erhält man wohl das lebendigste Bild in der chinesischen
Ausstellung, die ihr amerikanischer Besitzer in London so lange offenhielt. Man findet
dort massenhaft Figuren von Handwerkern mit ihren kleinen Bündeln Werkzeuge, die
nach Kunden suchend umherziehen und müßig sind, wenn keine erscheinen. Anschau-
lich zeigen sie das in ihrem Falle notwendige Fehlen jener Stetigkeit der Arbeit, die eines
der drei großen Elemente ihrer Produktivität ist. Sie bezeugen aber auch genügend für
jeden unterrichteten Beschauer das Fehlen von fixem Kapital und Maschinerie, die kaum
weniger wichtige Elemente der Fruchtbarkeit der Produktion sind.“ (Jones, [,Text-
book of lectures...“, Hertford 1852], p.73.)

„Das gleiche Bild kann man in Indien in den Städten sehen, wo das Auftreten von
Europäern den Schauplatz noch nicht geändert hat. Indes werden dort die Handwerker
in den ländlichen Gegenden in besonderer Art versorgt ... Jene Handwerker und an-
dere nichtlandwirtschaftliche Elemente, die in einem Dorfe wirklich notwendig waren,
wurden dadurch erhalten, daß ihnen ein Teil der gemeinsamen Revenue aller Dorf-
bewohner zugewiesen wird. Von diesem Fonds lebten im ganzen Lande zahlreiche
Scharen von Arbeitern, die ihren Beruf von Generation zu Generation vererbten und
deren Gewerbsfleiß die einfachen Bedürfnisse und Wünsche befriedigte, denen die
Bauern nicht mit der Arbeit der eigenen Hände zu genügen vermochten. Die Stellung
und die Rechte der ländlichen Handwerker wurden bald erblich, wie alle Rechte im
Orient. Die Schar der Handwerker fand Kunden in den anderen Dorfbewohnern. Die
Dorfleute waren seßhaft und konservativ, und das gleiche galt von den Handwerkern...

1 Stetigkeit und ununterbrochenen Ausübung der Arbeit

Die Handwerker der Städte waren und sind in einer ganz anderen Lage. Sie erhielten
ihren Arbeitslohn aus einem Fonds, der im wesentlichen derselbe war - die Mehr-
revenue vom Boden -, aber er war für sie geändert in der Art der Verteilung und in
seinen Verteilern, so daß für sie die dauernde Seßhaftigkeit verlorenging und häufige
und gewöhnlich verderbliche Wanderungen die Folge waren... Solche Handwerker
sind, nicht an eine Örtlichkeit durch ihre Abhängigkeit von Massen fixen Kapitals gefesselt.
(Z.B. wie in Europa Baumwoll- und andre Manufakturen an Gegenden gebunden
sind, wo Wasserkraft oder Brennstoff, der Dampf produziert, reichlich vorhanden ist,
und ansehnliche Massen von Reichtum in Baulichkeiten und Maschinerie verwandelt
sind etc.) ... Anders liegt der Fall, wenn die |Arbeiter bloß auf die direkte
Empfangnahme eines Teiles der Revenuen der Leute angewiesen sind, die die von den
Handwerkern produzierten Waren konsumieren... Sie sind nicht an die Nähe irgend-
eines fixen Kapitals gebunden. Wenn ihre Kunden ihren Wohnsitz für längere Zeit oder
selbst für sehr kurze Zeiträume wechseln, müssen die nichtlandwirtschaftlichen Arbei-
ter ihnen folgen oder verhungern.“ (Jones, l.c. p.73, 74.)

„Der größere Teil dieses Fonds für die Handwerker wird in Asien durch den Staat
und seine Beamten verteilt. Die Hauptstadt war notwendigerweise das Hauptzentrum
der Verteilung.“ (p.75.)

„Von Samarkand können wir südwärts bis Beejapoor und Seringapatam die Ruinen
untergegangener Hauptstädte verfolgen, deren Bevölkerung sie plötzlich verließ (nicht
Verfall wie in andren Ländern), sobald neue Zentren der Verteilung der königlichen
Revenuen, das ist die Gesamtheit des Mehrprodukts! vom Boden, begründet waren.“

(l.c.p.76.)

Sieh Dr.Bernier, der die indischen Städte mit Feldlagern vergleicht. U
Dies beruht also auf der Form des Grundeigentums in Asien. }

Von der continuity kommen wir jetzt zur division of labour?, [Entwick-
lung des] knowledge®, Anwendung von Maschinerie etc.
[Jones schreibt:]

„Aber mit dem Gesagten ist die Wirkung des Wechsels derjenigen, die die Arbeit
bezahlen, auf die Stetigkeit der Arbeit keineswegs erschöpft. Die verschiedenen Aufgaben
der Produktion können nun weiter geteilt werden... Wenn er“ (der Kapitalist) „mehr als
einen Mann beschäftigt, kann er nun die Arbeit zwischen ihnen verteilen. Er kann jeden
einzelnen beständig bei dem Teile der gemeinsamen Arbeit belassen, den er am besten
verrichtet... Ist der Kapitalist reich und hält er eine genügende Anzahl Arbeiter, dann
kann die Arbeit noch in weitere Unterabteilungen zerlegt werden, soweit sie überhaupt
zur weiteren Teilung geeignet ist. Die Stetigkeit der Arbeit ist dann eine vollständige...
Das Kapital hat dadurch, daß es die Funktion des Vorschießens des Arbeitslohns über-
nahm, nun nach und nach die Stetigkeit der Arbeit vervollkommnet.Es vermehrt gleich-

2 Bei Jones: der Mehrrevenuen -? Arbeitsteilung -® Wissens

zeitig das Wissen und die Geschicklichkeit, womit solche Arbeit angewandt wird, um
eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Die Kapitalistenklasse wird zuerst teilweise und schließlich ganz und gar entbunden
von der Notwendigkeit der Handarbeit. Sie ist daran interessiert, daß die Produktivkräfte
der Arbeiter, die sie beschäftigt, so groß wie möglich seien. Diese Kraft zu steigern, darauf
ist ihre Aufmerksamkeit fast ausschließlich gerichtet. Eifriger wird über die besten Mittel
nachgedacht, alle die Zwecke des menschlichen Gewerbefleißes zu fördern; das Wissen
erweitert sich und vermehrt die Gebiete seiner Wirksamkeit und unterstützt die Produk-
tion fast in jedem ihrer Zweige...

Aber auch die mechanische Kraft wird gesteigert. Kapital, das angewandt wird,
Arbeit nicht zu bezahlen, sondern zu unterstützen, wollen wir Hilfskapital nennen.“

{Versteht also darunter den Teil des konstanten Kapitals, der nicht.aus
raw material! besteht.}

„Die Masse des Hilfskapitals in der Nation kann, wenn bestimmte Bedingungen er-
füllt sind, ins Endlose wachsen, bei gleichbeibender Zahl der Arbeiter. Mit jedem Schritte
in dieser Richtung [wächst] das dritte Element der Wirksamkeit der menschlichen
Arbeit, nämlich ihre mechanische Kraft... Die Masse des Hilfskapitals wächst so im
Verhältnis zur Bevölkerung... Welche Bedingungen müssen also erfüllt sein, damit die
Masse des Hilfskapitals wachsen könne, das angewandt wird, sie“ {die Arbeiter des
Kapitalisten} „zu unterstützen?

3 Dinge müssen zusammentreffen:

1. Die Mittel, zusätzliches Kapital zu sparen.

2. Der Wille, es zu sparen.

3. Erfindungen, die es ermöglichen, durch die Anwendung solchen Kapitals die
Produktivkräfte der Arbeit zu vermehren, und zwar in solchem Maße zu vermehren,
daß sie über den Reichtum hinaus, den sie früher produzierte, noch das zusätzliche Hilfs-
kapital so rasch reproduziert, als es aufgebraucht wird, und noch einen Profit dazii...

Ist die ganze Masse des Hilfskapitals bereits geliefert, das bei dem gegebenen Stande
des Wissens mit Vorteil angewandt werden kann..., dann vermag nur eine Erweiterung des
Wissens die Mittel und Wege zu weisen, mehr anzuwenden. Ferner ist eine solche An-
wendung nur dann praktisch durchführbar, wenn die entdeckten Mittel die Kraft der
Arbeit genügend. erhöhen, daß sie das zusätzliche Kapital in derselben Zeit reproduziert, in
der es verbraucht wird. Ist dies nicht der Fall, dann muß der Kapitalist seinen Reichtum
verlieren... Aber darüber hinaus muß die vermehrte Wirksamkeit der Arbeiter auch
noch einen Profit reproduzieren, sonst hätte der Kapitalist keinen Grund, sein Kapital in
der Produktion überhaupt anzuwenden... Solange durch die Anwendung neuer Massen
von Hilfskapital diese beiden Zwecke erreicht werden können, gibt es keine feste und be-
stimmte Grenze für die Anwendung weiterer Massen solchen Kapitals. Ihre Zunahme

kann Hand in Hand gehen mit dem Zunehmen des Wissens. Aber das Wissen bleibt nie

1 Rohmaterial

stehen, und in demselben Maße, wie es von Stunde zu Stunde nach allen Richtungen
fortschreitet, können von Stunde zu Stunde neue Werkzeuge, neue Maschinen, neue
bewegende Kräfte auftauchen, die das Gemeinwesen instand setzen, die Masse des
Hilfskapitals, die seinen Gewerbfleiß unterstützt, mit Vorteil zu vergrößern und da-
durch den Unterschied zu steigern, der zwischen der Produktivität seiner Arbeit und der
ärmerer und weniger geschickter Nationen besteht.“ (l.c. [p.38-41.])

11149| Zunächst die Bemerkung, daß die inventions oder appliances
oder contrivances* derart sein müssen,

„daß die Produktivkräfte der Arbeit in einem solchen Ausmaß vermehrt werden, daß
sie über den Reichtum hinaus, den sie früher produzierte, noch das zusätzliche Hilfs-
kapital so rasch produziert, als es aufgebraucht wird“ oder „daß sie das zusätzliche
Kapital in derselben Zeit reproduziert, in der es verbraucht wird“. [p.40.]

Heißt also nichts, als daß das dechet? ersetzt wird à fur et mesure that it
takes place, or, that the additional capital is replaced in the average time
during which it is consumed?. Ein Teil des Werts des Produkts - oder was
auf dasselbe hinauskommt, ein Teil des Produkts - muß das consumed
auxiliary capital* ersetzen und zwar in solcher Zeit, daß, wenn es wholly
consumed, it may by reproduced wholly or a new capital of the same kind
may take the place of the capital gone by°. Aber was ist die Bedingung
hierzu? Die Produktivität der Arbeit muß so gesteigert werden durch das
additional auxiliary capital, daß ein Teil des Produkts abgezogen werden
kann zum Ersatz dieses Bestandteils, sei es in natura, sei es per exchange”.

Ist die Produktivität so groß, d.h. die Vermehrung der Produkte, die
derselbe Arbeitstag liefert, daß die einzelne Ware wohlfeiler als die einzelne
Ware beim früheren Prozeß, obgleich die Summe der Waren durch ihren
Gesamtpreis das jährliche (z.B.) dechet der Maschinerie deckt, also auf die
einzelne Ware der aliquote Teil des dechet, der auf sie eingeht, so ver-
schwindend klein ist, so wird das auxiliary capital reproduziert. Ziehn wir
vom Gesamtprodukt den Teil ab, der das dechet ersetzt, und zweitens den
Teil, der den Wert des Rohmaterials ersetzt, so bleibt ein Teil, der den
Arbeitslohn zahlt und ein Teil, der den Profit deckt und selbst größren
Mehrwert liefert [als] bei der früheren Prozedur.

Es könnte Vermehrung des Produkts stattfinden, ohne diese Bedingung

3 Erfindungen oder Geräte oder Vorrichtungen - 2 Verschleiß -® in dem Maße, in dem
er vor sich geht, oder daß das zusätzliche Kapital durchschnittlich in der Zeit ersetzt wird,
in der es konsumiert wird - * konsumierte Hilfskapital -° völlig konsumiert wurde, es gänz-
lich erneuert ist oder ein neues Kapital derselben Art an die Stelle des verschwundenen tritt -
6 zusätzliche Hilfskapital -” durch Austausch j

zu erfüllen. Wenn z.B. die Anzahl der Pfunde Twist sich verzehnfachte
(statt zu verhundertfachen etc.) und fiele auf T/;, ein additional von value!
von 1/, für dechet der Maschinerie, so wäre der mit Maschinerie gesponnene
Twist teurer als der mit der Spindel gesponnene. Würden 100 I. additional
capital in Guano auf die Agrikultur angewandt und müßte dieser Guano
in I Jahr ersetzt werden und wäre der Wert von I gr. (bei der alten
Methode) = 2 1., so müßten 50 additional qrs. produziert werden, nur um
das dechet zu ersetzen. Und ohne das könnte er (vom Profit abgesehn)
nicht angewandt werden.

Jlones’] Bemerkung, daß das additional capital must be „reproduced“?
(natürlich aus dem Verkauf des Produkts oder in natura) „in the time it
wastes away“ >, heißt nur, daß die Ware das in ihr enthaltne dechet ersetzen
muß. Um die Reproduktion von neuem zu beginnen, müssen alle in der
Ware enthaltnen Wertelemente ersetzt sein in der Zeit, worin ihre Repro-
duktion von neuem beginnen muß. In der Agrikultur ist diese Reproduk-
tionszeit gegeben durch Naturverhältnisse und die Zeit, in der das dechet
ersetzt werden muß, ist hier ebenso gegeben, ni plus ni moins, wie die Zeit,
worin alle andern Wertelemente des Getreides z.B. ersetzt sein müssen.

Damit der Reproduktionsprozeß beginnen kann - i.e. Erneuerung des
eigentlichen Produktionsprozesses stattfinden kann -, muß der Zirkulations-
prozeß durchlaufen, d.h. die Ware verkauft sein (soweit sie nicht in natura
sich selbst ersetzt, wie der Samen) und das Geld, wofür sie verkauft ist,
wieder in die Produktionselemente verwandelt sein. Bei dem Getreide und
andren Agrikulturprodukten bestimmte, durch den Lauf der Jahreszeiten
vorgeschriebne Epochen für diese Reproduktion, also Grenzen (extreme),
positive Grenzen für die Dauer des Zirkulationsprozesses.

Zweitens: Aus der Natur der Waren als Gebrauchswerte gehn über-
haupt solche positive Grenzen des Zirkulationsprozesses hervor. Alle Waren
verderben in bestimmter Zeit, obgleich die ultima Thule? ihres Daseins
verschieden. Werden sie nicht von den Menschen konsumiert (für die Pro-
duktion oder individuelle Konsumtion), so werden sie von den elementari-
schen Naturkräften konsumiert. Sie verschlechtern; schließlich verderben
sie. Geht ihr Gebrauchswert kaputt, so geht ihr Tauschwert zum Teufel,
und mit ihrer Reproduktion ist es am Ende. Die letzten Grenzen ihrer
Zirkulationszeit also bestimmt durch die natürlichen Termini der Repro-
duktionszeiten, die ihnen als Gebrauchswerten zukommen.

% zusätzlicher Wert — ? zusätzliche Kapital „reproduziert“ werden muß —*® „in der Zeit’
in der es verbraucht wird“ -* weder mehr noch weniger - ° äußerste Grenze

Drittens: Damit ihr Produktionsprozeß kontinuierlich sei, also ein || 1150]
Teil des Kapitals sich fortwährend im Produktionsprozeß und der andre
sich fortwährend im Zirkulationsprozeß befinde, müssen je nach den natür-
lichen Grenzen der Reproduktionszeiten oder Grenzen der verschiednen
Gebrauchswerte oder den verschiednen Wirkungssphären des Kapitals sehr
verschiedne Teilungen des Kapitals stattfinden.

Viertens: Dies gilt für alle Wertelemente der Ware gleichzeitig. Aber
bei den Waren, worin viel fixes Kapital eingeht, kömmt außer den Grenzen,
die ihre eignen Gebrauchswerte der Zirkulationszeit vorschreiben, auch der
Gebrauchswert’des fixen Kapitals als bestimmend hinzu. It wastes away
in a certain time and, therefore, must be reproduced in a given period.!
Sage, z.B., ein Schiff in I0 Jahren oder eine Spinnmaschine in 12. Die
während der 10 Jahre bewirkte Fracht oder der verkaufte Twist in 12 Jahren
muß hinreichend sein, damit ein neues Schiff nach 10 Jahren oder eine
neue Spinnmaschine nach 12 die alten ersetze. Wird das fixe Kapital in
1/, Jahr aufgezehrt, so muß das Produkt während des halben Jahres aus der
Zirkulation retourniert sein.

Außer den natürlichen Sterblichkeitsfristen der Waren als Gebrauchs-
werte — Fristen, die bei den verschiednen Gebrauchswerten sehr verschie-
den sind -, außer den Erheischnissen der Kontinuität der Produktions-
prozesse, wodurch wieder verschiedne letzte Grenzen der Zirkulationszeit
gesetzt sind, je nachdem Waren länger oder kürzer in der Produktions-
sphäre verharren müssen und in der Zirkulationssphäre verharren können,
kommen also noch drittens hinzu die verschiednen Sterblichkeitsfristen
und daher Reproduktionsnotwendigkeiten des in die Produktion der Waren
eingehenden auxiliary capital.

Als zweite Bedingung setzt Jones den „Profit“, den das auxiliary capital
„produzieren“ muß, und dies ist conditio sine qua für alle kapitalistische
Produktion, welches immer die besondre Formbestimmtheit des angewand-
ten Kapitals. Nirgendwo hat er entwickelt, wie er sich eigentlich die Genesis
dieses Profits vorstellt. Aber da er ihn bloß aus der „labour“ ableitet und den
Profit, den das auxiliary capital abwirft, bloß aus der gesteigerten efficiency
of the labour of the workmen?, muß er sich auf absolute oder relative sur-
plus labour reduzieren. Er besteht ja überhaupt darin, daß der Kapitalist
nach Abzug des Teils des Produkts, der in natura oder durch exchange die

1 Es wird in einer bestimmten Zeit unbrauchbar und muß also in einem gegebenen Zeit-
raum reproduziert werden. - ? eine unerläßliche Bedingung - ® Produktivität der Arbeit der

Arbeiter

Bestandteile des Kapitals ersetzt, die aus Rohmaterial oder Arbeitsmitteln
bestehn, er von dem übrigen Rest des Produkts erstens wages zahlt,
“ zweitens einen Teil als surplus produce sich aneignet, ein surplus produce,
das er verkauft oder in natura verzehrt. (Letztres, mit geringen Ausnahmen
der Kapitalisten, die unmittelbar notwendige Lebensmittel produzieren,
nicht in Rechnung zu bringen bei der kapitalistischen Produktion.) Dies
surplus produce stellt aber ebensowohl realisierte Arbeit der labourers dar,
als die andren Teile des Produkts, aber unbezahlte Arbeit, von dem capita-
list ohne Äquivalent sich angeeignetes Produkt der Arbeit.

Was neu in der Darstellung von J[ones] ist, daß die Vermehrung des
auxiliary capital über einen gewissen Grad hinaus abhängt von einem
increase of knowledge!. J[ones] sagt, was nötig ist, sind 1. the means to save
the additional capital; 2. the will to save it; 3. some inventions?, wodurch es
die Produktivkräfte der Arbeit hinreichend vermehrt, um das additional
capital zu reproduzieren und Profit darauf zu produzieren.

Was vor allem nötig ist, ist, daß surplus produce da sei, sei es in seiner
Naturalform, sei es converted into money”.

Z.B. in der Baumwollproduktion, die Pflanzer in Amerika (wie jetzt in
Indien) konnten große Strecken bepflanzen, hatten aber nicht die Mittel,
sie* zur rechten Zeit durch cleaning? in Baumwolle zu verwandeln. Teil
verrottete auf dem Feld. Diesem ein Ende gemacht durch die Erfindung des
cotton-gin®. Teil des Produkts verwandelt sich jetzt in cotton-gin. Aber der
cotton-gin ersetzt nicht nur seine Kosten, sondern vermehrt das surplus
produce. Neuer Markt wirkt ebenso, z.B. zur Verwandlung von Häuten in
Geld (ditto verbesserte Transportmittel).

Jede neue Maschine, die Kohlen konsumiert, ist ein Mittel, in Kohlen
bestehendes Surplus in Kapital zu verwandeln. Die Verwandlung eines Teils
des surplus in auxiliary capital kann doppelt sein: Vermehrung des be-
stehenden auxiliary capital, seine Reproduktion auf größrer Stufenleiter.
Entdeckung neuer Gebrauchswerte oder neuer Anwendung alter Ge-
brauchswerte und neue Erfindung von Maschinerie oder motive power”,
wodurch neue Arten des auxiliary capital geschaffen werden. Hier natür-
lich extension of knowledge? eine der Bedingungen der Vermehrung des
auxiltary capital oder, was dasselbe, der Verwandlung von surplus produce
oder surplus money (wobei auswärtiger Handel wichtig) in surplus of

1 Zunahme des Wissens - ? 1. die Mittel, zusätzliches Kapital zu sparen; 2. der Wille,
es zu sparen; 3. einige Erfindungen -® in Geld verwandelt - * die Rohbaumwolle - ® Ent-
kernung - € der Baumwollentkörnungsmaschine - 7 bewegender Kraft - 8 Erweiterung
des Wissens

auxiliary capital. Z.B. Telegraphie eröffnete ganz neues Feld für Anlegung
von auxiliary capital, so Eisenbahnen etc., so die ganze Guttapercha-
oder Indian Rubber Production!.

1151] Dieser Punkt mit der extension of knowledge wichtig.

Akkumulation braucht daher keine neue Arbeit unmittelbar in Be-
wegung zu setzen, sondern braucht nur der alten andre Richtung zu geben.
Z.B. dasselbe mechanische Atelier, das früher Webstühle, macht nun
mechanische, und ein Teil der Weber geht ein in diese veränderte Pro-
duktionsweise, übriger Teil wird auf die Straße geworfen.

Wenn eine Maschine Arbeit ersetzt, so ruft sie auf jeden Fall weniger
neue Arbeit (in ihrer eignen Produktion) hervor, als sie ersetzt. Vielleicht
wird nur alter Arbeit neue Richtung gegeben. In jedem Fall wird Arbeit
frei, die nach mehr oder weniger Irrsal und Trübsal in andrer Richtung
verwandt werden kann. Das Menschenmaterial for a new sphere of produc-
tion? ist so geliefert. Was aber das direkte Freiwerden von Kapital angeht,
so ist es nicht das Kapital, das die Maschine kauft, das frei wird, because it
is invested in it’. Und gesetzt selbst, die Maschine [wäre] wohlfeiler als der
ersetzte Arbeitslohn, so mehr Rohmaterial etc. erheischt. Wenn die entlaß-
nen Arbeiter 500 I. kosteten und die neue Maschine 500, so müßte Kapitalist
jährlich 500 auslegen, jetzt dauert die Maschine vielleicht 10 Jahre, und
er legt jährlich nur 50 in fact aus. Aber was jedenfalls frei wird (nach Abzug
der in der Maschinenfabrikation und ihrer auxiliary matters“ wie Kohle etc.
mehr angewandten Arbeiter), ist das Kapital, das den return? für die Arbeiter
bildete oder wogegen sie ihr Salair auslegten. Dies existiert nach wie vor.
_ Werden die Arbeiter als motive power einfach ersetzt, ohne daß die Ma-

schinerie selbst sehr verändert wird, z.B. durch Wasser oder Wind, wo sie
früher bewegten, so würde doppeltes Kapital frei, das Kapital, das in ihre
Zahlung früher angewandt wurde und das Kapital, wogegen sie ihre Geld-
revenue austauschten. Dies ein von Riclardo] gebrauchtes Beispiel.®

Immer aber ein Teil des Produkts, der früher in Arbeitslohn verwandelt,
jetzt als auxiliary capital reproduziert.

Ein großer Teil der Arbeit zur Produktion von auxiliary capital ver-
wandt, der früher direkt in der Produktion der Lebensmittel verwandt.
Auch dies steht der A.Smithschen Ansicht entgegen, wonach Akkumula-
tion von Kapital = Anwendung von mehr produktiver Arbeit. Es kann -
abgesehn vom oben Betrachteten - bloß change in der application of

1 indische Kautschukproduktion - ? für eine neue Produktionssphäre -°® da es ja in ihr
angelegt ist - * ihren Hilfsstoffen - ® das Einkommen - $ siehe 2. Teil dieses Bandes,
S.554-556

labour! sein und withdrawal? der Arbeit von direkter Produktion von
Lebensmitteln zur Produktion von Produktionsmitteln, Eisenbahnen,
Brücken, Maschinerie, Kanälen usw.

{Wie wichtig für die Akkumulation die vorhandne Masse der Produk-

tionsmittel und die vorhandne Stufenleiter der Produktion:

„Die erstaunliche Raschheit, mit der eine große Baumwollfabrik, die Spinnerei und
Weberei einschließt, in Lancashire errichtet werden kann, rührt von den großen
Sammlungen von Modellen aller Art her, angefangen bei den gigantischen Dampf-
maschinen, Wasserrädern, Eisenträgern bis zu dem kleinsten Teil einer Drosselspinn-
maschine oder eines Webstuhls, von denen die Ingenieure, Konstrukteure und Mecha-
niker eine große Auswahl haben. Im Laufe des letzten Jahres rüstete Herr Fairbaim -
unabhängig von seinem Mühlenbau und seiner Dampfkesseleinrichtung - Wasser-
räder mit einer Leistung von 700 Pferdekräften und Dampfmaschinen mit einer Lei-
stung von 400 Pferdekräften allein in einer seiner mechanischen Werkstätten aus. So-
bald neue Kapitalien für neue Unternehmen angeboten werden, werden die Mittel, sie
fruchtbringend anzulegen, mit solcher Schnelligkeit hergestellt werden, daß sie einen
Profit, der den Wert der Kapitalien verdoppelt, realisieren kann, ehe eine analoge
Fabrik in Frankreich, Belgien oder Deutschland in Betrieb gesetzt werden könnte.“
(„Philosophie des manurfactures etc.“, par A. Ure, t. 1, Paris 1836, p.61, 62.)

1152| Mit der Entwicklung Verwohlfeilerung der Maschinerie, teils
relativ im Verhältnis zu ihrer force®, teils absolut; aber zugleich damit ver-
bunden massenhafte Aufhäufung von Maschinerie in einem Atelier, so
daß, im Verhältnis zur angewandten lebendigen Arbeit, ihr Wert wächst,
obgleich der Wert ihrer einzelnen Bestandteile abnimmt.

Die treibende Kraft wird wohlfeiler - die Maschine, die die motive
power produziert - im Verhältnis wie die Maschinerie, die die force trans-
mits* und die Arbeitsmaschine verbessert, Friktion vermindert wird etc.

„Die Vorteile, die aus der Anwendung selbsttätiger Werkzeuge hervorgehen, haben
nicht nur die Genauigkeit vervollkommnet und die Herstellung des Mechanismus einer
Fabrik beschleunigt, sondern auch in einem bemerkenswerten Grad den Preis gesenkt und
die Beweglichkeit erhöht. Man vermag heute eine vortreffliche Drosselmaschine um
9 sh. 6d. pro Spindel und einen Selfaktor um ungefähr 8 sh. pro Spindel zu kaufen,
inbegriffen die Patentgebühren für den letzteren. Die Spindeln in einer Baumwoll-
fabrik bewegen sich mit einer so geringen Reibung, daß eine Pferdekraft 500 Spindeln auf
einer Feinspinnmaschine, 300 auf einem Selfaktor und 180 auf einer Drosselmaschine
in Bewegung setzt; diese Kraft schließt ein alle vorbereitenden Maschinen wie die

1 Wechsel in der Anwendung von Arbeit -° Verschieben -? Kraft - * Kraft überträgt

Krempelmaschine, Vorspinnmaschine usw. Eine Kraft von 3 Pferden genügt, um
30 große Webstühle mit ihren Hechelmaschinen in Bewegung zu setzen.“ (l.c. p.62,
6.)}

[Jones sagt weiter:]

„Auf dem bei weitem größten Teile der Erde erhält die große Mehrheit der arbei-
tenden Klassen nicht einmal ihren Arbeitslohn von Kapitalisten. Sie produzieren ihn
entweder selbst oder erhalten ihn aus der Revenue ihrer Kunden. Der große erste
Schritt ist noch nicht getan, der die Stetigkeit ihrer Arbeit sichert. Nur solches Wissen
und ein solches Ausmaß mechanischer Kraft unterstützt sie, als im Besitz von Leuten ge-
funden werden kann, die mit ihren eigenen Händen für ihren Lebensunterhalt arbeiten.
Die Geschicklichkeit und Wissenschaft fortgeschrittenerer Länder, die riesenhaften
bewegenden Kräfte, die akkumulierten Werkzeuge und Maschinen, die jene Kräfte in
Bewegung setzen können, alles das fehlt der Arbeit einer Industrie, die bloß von solchen
Agenten betrieben wird.“ ([, Text-book of lectures...“, Hertford 1852], p.43.)

{In England selbst:

„Nehmen wir die Agrikultur... Das Verständnis für einen guten Betrieb der Land-
wirtschaft ist sehr dünn gesät und sehr selten im Lande zu finden. Ein sehr geringer
Teil der gesamten landwirtschaftlichen Bevölkerung wird von all dem Kapital unter-
stützt, das ... für diesen Zweig der nationalen Produktion zu verwenden wäre... Das
Arbeiten in diesen“ {großen Manufakturen} „ist die Beschäftigung nur eines kleinen
Teils unserer nichtlandwirtschaftlichen Arbeiter. In Werkstätten auf dem flachen Lande
sowie bei Handwerkern, die ihre einzelnen Unternehmungen mit wenig Kombination
betreiben, ist die Arbeitsteilung unvollständig und die Stetigkeit der Arbeit daher un-
vollkommen ... Man verlasse die großen Städte, gehe hinaus aufs flache Land und man
wird sehen, welch großer Teil der nationalen Produktion weit hinter der Vollkommen-
heit in Stetigkeit, Geschicklichkeit und Kraft der Arbeit einherhinkt.“ (l.c. p.44.)}

Trennung der Wissenschaft von der Arbeit mit der [Entwicklung] der
kapitalistischen Produktion. Gleichzeitig Anwendung der Wissenschaft als
solcher auf die materielle Produktion.

Mit Bezug auf die Grundrente bemerkt Jlones] richtig:
Die Rente im modernen Sinn, die ganz vom Profit abhängt, unterstellt

„die Möglichkeit, Kapital und Arbeit von einem Arbeitszweig in einen anderen zu über-
führen ... die Beweglichkeit von Kapital und Arbeit, und in Ländern, wo Kapital und
Arbeit in der Landwirtschaft keine derartige Beweglichkeit haben...., können wir nicht
erwarten, irgendeines der Resultate zu beobachten,die bei uns ausschließlich aus jener
Beweglichkeit entspringen“. '(l.c. p.59.)

Diese „mobility of capital and labour“? ist überhaupt die reale Voraus-
setzung für die Bildung der allgemeinen Profitrate. Es unterstellt die Gleich-
gültigkeit gegen die bestimmte Arbeit. Hier tritt in der Wirklichkeit (auf
Unkosten der Arbeiterklasse) Friktion ein zwischen dem einseitigen Cha-
rakter, den Teilung der Arbeit und Maschinerie dem Arbeitsvermögen auf
der einen Seite geben, während es auf der andren Seite dem Kapital [was
sich dadurch von seiner unentwickelten Form in der zünftigen Industrie
unterscheidet} nur als lebendige Möglichkeit jeder Arbeit überhaupt
gegenübersteht, dem, je nach dem Profit, der in dieser oder jener Produk-
tionssphäre zu machen, diese oder jene Direktion gegeben wird, so daß die
verschiednen Massen Arbeit aus einer Sphäre in die andre werfbar sind.

In Asien etc. „besteht die Masse der Bevölkerung aus arbeitenden Bauern. Mangel-
haft entwickelte Systeme der Bodenbebauung | bieten lange Zwischenräume der Muße.
So wie der Bauer seine eigene Nahrung produziert..., so erzeugt er auch die meisten
der anderen elementaren zum Leben notwendigen Dinge, die er konsumiert - seine Kleidung,
seine Werkzeuge, seinen Hausrat, selbst seine Baulichkeiten; denn in seiner Klasse gibt es
nur eine geringe Teilung der Berufe. Die Sitten und Gebräuche eines solchen Volkes
wechseln nicht. Von den Eltern werden sie den Kindern überliefert; nichts ist da, was
sie ändern oder stören würde.“ (p.97.)

Dagegen mit der mobility of capital and labour und den beständigen
revolutions? in der Produktionsweise, daher in den Produktionsverhältnissen,
Verkehrsverhältnissen und Lebensweise, die die kapitalistische Produktion
charakterisiert, große mobility in the habits, modes of thinking etc. des
people®.

Vergleich mit dem eben zitierten Passus über die „intervals of leisure“

im „imperfectly developed systems of cultivations“*:

„Wird eine Dampfmaschine auf einem Landgut angewandt, dann bildet sie den
Teil eines Systems, das die meisten Arbeiter in der Landwirtschaft beschäftigt, und auf
jeden Fall mit einer Verringerung der Zahl der Pferde.“ („On the Forces used in Agri-
culture.“ Paper read by Mr. John C.Morton, at the Society of Arts", [December 7,
1859]) und:

„Der Unterschied in der Zeit, die erforderlich ist, um die Produkte der Landwirt-
schaft fertigzumachen, und der von anderen Arbeitszweigen, ist die Hauptursache der
großen Abhängigkeit der Landwirte. Sie können ihre Waren nicht in kürzerer Zeit zu
Markte bringen als in einem Jahr. Während dieses ganzen Zeitraums müssen sie borgen
vom Schuhmacher, Schneider, Schmied, Wagenmacher und den verschiedenen anderen

! „Beweglichkeit von Kapital und Arbeit“ - ® Umwälzungen - ® Beweglichkeit in den
Gewohnheiten, Denkweisen etc. des Volkes - * „Zwischenräume der Muße“ im „mangel-
haft entwickelten System der Bodenbebauung“

Produzenten, von denen sie Produkte brauchen, und welche Produkte in wenig Tagen
oder Wochen fertig werden. Infolge dieses natürlichen Umstands und infolge der
rascheren Reichtumsvermehrung in den anderen Arbeitszweigen sind die Grundbesitzer,
die den Boden des ganzen Reichs monopolisiert haben, obgleich sie außerdem sich das
Monopol der Gesetzgebung angeeignet haben, dennoch unfähig, sich und ihre Diener,
"die Pächter, vor dem Schicksal zu retten, die abhängigsten Leute im Lande zu werden.“
(Hodsskin „Pop. Polit. Econ.“, p. 147, Note.)

Der Kapitalist unterscheidet sich dadurch vom Kapital, daß er leben
muß, also einen Teil der surplus value stündlich und täglich als Revenue
verzehren muß. Je länger also die Produktionszeit dauert, bis er seine Ware
auf den Markt bringen kann oder die Zeit des returns* semer verkauften
Ware vom Markt dauert, um so mehr muß er entweder auf Pump in der
Zwischenzeit leben, was wir hier nicht zu betrachten haben, oder er muß
einen [um] so größeren stock of money hoard?, den er für Revenue veraus-
gabt. Er muß sich um so länger seine eigne Revenue vorschießen. Sein
Kapital muß um so größer sein. Er muß einen Teil desselben beständig
als Konsumtionsfonds brachliegen haben.

{In der kleinen Agrikultur daher häusliche Industrie verbunden mit der
Agrikultur; Vorräte fürs Jahr etc.}

### [c) Jones über Akkumulation und Profitrate.
Über die Quelle des Mehrwerts]

Wir kommen jetzt zu Jones’ Lehre von der Akkumulation. Bisher bloß
das Eigne, daß die Akkumulation durchaus nicht vom Profit ausgehn muß;
zweitens, daß the accumulation of auxiliary capital depends upon the
advance of knowledge®. Er beschränkt dies letztre auf Erfindung neuer
mechanical appliances, motive forces? etc. Gilt aber überhaupt. Z.B.: Wenn
Korn als Rohmaterial für Branntwein gebraucht wird, new source of accu-
mulation, because the surplus produce may be converted into new forms,
satisfies to new wants, and can enter as a productive element into a new
sphere of production?. Ditto wenn Stärke aus dem Korn bereitet wird etc.
Die Austauschsphäre dieser bestimmten und aller Waren wird damit ver-
mehrt. So wenn Kohle benutzt wird zum Leuchten etc. '

3 der Wiederkehr - * Geldvorrat zurücklegen -® die Akkumulation von Hilfskapital vom
Forischriti des Wissens abhängt -* mechanischer Einrichtungen, bewegender Kräfte -° neue
Quelle der Akkumulation, weil das Mehrprodukt in neue Formen verwandelt werden kann,
neue Bedürfnisse befriedigt und als ein produktives Element in eine neue Sphäre der Produk-
tion eintreten kann

Natürlich der auswärtige Handel auch durch die variegation! der Ge-
brauchswerte und die Masse der Waren great agent in the process of accu-
mulation?.

Was J[ones] nun zunächst sagt, bezieht sich auf den Zusammenhang
zwischen Akkumulation und Profitrate. (Über die Genesis der letztren ist er
keineswegs ganz klar):

„Die Fähigkeit einer Nation, Kapital aus Profiten zu akkumulieren, wechselt nicht
in derselben Weise wie die Profitrate... Im Gegenteil, die Fähigkeit, Kapital aus Profit
zu akkumulieren, bewegt sich gewöhnlich in entgegengesetzter Richtung wie die Profitrate;
das heißt sie ist groß, wo die Profitrate niedrig steht, und klein, wo die Profitrate hoch
steht.“ ([„ Text-book of lectures...“, Hertford 1852], p.21.)

So sagt A.Smith: ||1154] „Wenn der Teil der Revenue der Einwohner, der aus dem
Profit des Kapitals stammt, in reicheren Ländern stets viel größer ist als in armen, so
rührt dies daher, weil das Kapital dort viel größer ist; im Verhälinis zum Kapital
sind dort die Profite im allgemeinen viel geringer.“ („W.o.N.“, B.II, ch. Il
[p. 102].1.7)

„In England und Holland ist die Profitrate niedriger als in jedem anderen Teile
Europas.“ ([„ Text-book of lectures...“, Hertford 1852], p.21.)

„In der Zeit, in der sein“ (Englands) „Reichtum und Kapital am raschesten an-
wuchs, ging die Profitrate allmählich zurück.“ (p.21, 22.)

„Die relativen Massen des produzierten Profits ... hängen nicht von der Profitrate
allein ab..., sondern von der Profitrate in Verbindung mit den relativen Mengen des an-
gewandten Kapitals.“ (p.22.)

„Das Wachstum der Menge des Kapitals der reicheren Nationen ... ist gewöhnlich
von einem Sinken der Profitrate begleitet oder einem Sinken des Verhältnisses, in dem
die vom angewandten Kapital bezogene jährliche Revenue zu dessen Gesamtsumme
steht.“ (l.c.)

„Wenn man sagt, daß unter sonst gleichen Umständen die Profitrate das Vermögen,
vom Profit zu akkumulieren, bestimmt, so kann man antworten, daß der Fall, wenn auch
praktisch möglich, doch zu selten vorkommt, um Beachtung zu verdienen. Wir wissen
aus unseren Beobachtungen, daß ein Sinken der Profitrate die gewöhnliche Begleit-
erscheinung eines Wachsens der Differenzen der von den verschiedenen Nationen an-
gewandten Kapitalmassen ist, und daß daher nicht alle [anderen] Dinge gleichbleiben, wenn
die Profitrate der reicheren Nationen sinkt.

Wenn man behauptet, der Profit könne tief genug sinken, daß es ganz unmöglich
würde, vom Profit zu akkumulieren, so ist zu antworten, daß es lächerlich wäre, über
die Annahme eines solchen Sinkens zu disputieren, da das Kapital schon lange vorher,
ehe die Profitrate einen solchen Stand erreicht hätte, ins Ausland gegangen wäre, um
dort größeren Profit zu realisieren, und daß die Möglichkeit des Exports immer eine

* Vielfältigkeit - * bedeutender Faktor im Prozeß der Akkumulation

gewisse Grenze bilden wird, unter die der Profit in einem Lande niemals sinken wird,
solange andere Länder da sind, in denen die Profit[rate] höher steht.“ (p.22, 23.)

„Außer den ursprünglichen Quellen der Akkumulation gibt es auch abgeleitete, wie
z. B. die Besitzer von Staatspapieren, Beamte usw.“ (p.23.)

All this is bel et bon.! Es ist ganz richtig, daß die accumulated masses?

abhängen keineswegs allein von der Rate of profit, sondern von der Rate
of profit multipliziert mit dem angewandten Kapital; also ebensosehr von
der Größe des angewandten Kapitals. Ist das angewandte Kapital = C,
und die rate of profit f.i. = r, so die Akkumulation = Cr, und es ist klar,
daß dies Produkt wachsen kann, wenn Faktor C schneller wächst als
Faktor r abnimmt. Und dies ist in der Tat a fact derived from observation?.
Damit wissen wir aber nichts über den Grund, die raison d’àtre* dieses fact.
Jones selbst war ganz nah dem Grund, als er die Observation machte, daß
das auxiliary capital beständig wächst relatively to the working population
by which it is put into motion?.

Soweit der Fall des Profits aus dem Riclardo]schen Grund herrührt,
dem rise of rent, bleibt das Verhältnis der gesamten surplus value zum an-
gewandten Kapital dasselbe. Nur wächst ein Teil davon - rent - auf Kosten
des andren Teils, des profit, was das Verhältnis der Gesamt-surplus-value,
wovon profit, interest and rent? nur Kategorien bilden, unverändert läßt.
Ricfardo] leugnet also in der Tat das Phänomen selbst.

Andrerseits der bloße Fall des Zinsfußes beweist nichts, sowenig wie
sein Steigen, obgleich er allerdings stets Index der minimum rate®, wor-
unter der Profit nicht gefallen. Denn der Profit muß immer größer sein als
der average interest”.

1155] Abgesehn von dem Schrecken, den das Gesetz vom Fall der
Profitrate den Ökonomen einflößt, ist seine wichtigste Konsequenz die, daß
es stets wachsende Konzentration der Kapitalien voraussetzt, also stets
wachsende Entkapitalisierung der kleinren Kapitalisten. Dies ist überhaupt
das Resultat aller Gesetze der kapitalistischen Produktion. Und streifen wir
dieser Tatsache den gegensätzlichen Charakter ab, der sie auf Basis der
kapitalistischen Produktion bezeichnet, was drückt dies factum aus, dieser
Progress of centralisation? Weiter nichts, als daß die Produktion ihren
Privatcharakter verliert und gesellschaftlicher Prozeß wird, nicht formal,
wie bei allem Austausch die Produktion gesellschaftlich ist durch die abso-

t Alles dies ist schön und gut. - ? akkumulierten Massen -° eine durch Beobachtung fest-
gestellte Tatsache -* Ursache -° relativ zu der arbeitenden Bevölkerung, die esin Bewegung
setzt - © Steigen der Rente - ? Profit, Zins und Rente - ® Minimalrate - ? durchschnitt-
liche Zins

lute Abhängigkeit der Produzenten voneinander und die Notwendigkeit,
ihre Arbeit als abstrakt gesellschaftliche (Geld) darzustellen, sondern reell.
Indem die Produktionsmittel als gemeinschaftliche und daher nicht durch
das Eigentum des einzelnen, sondern durch ihr Verhältnis zur Produktion -
als gesellschaftliche Produktionsmittel - angewandt werden, ebenso die
Arbeiten auf gesellschaftlicher Stufenleiter ausgeführt werden.

Jones hat einen eignen Abschnitt überschrieben: „Causes which deter-
mine the inclination to accumulate“*. [Als solche nennt er]:

„1. Differenzen des Temperaments und der Disposition des Volkes.
2. Differenzen der Verhältnisse, in denen die Revenuen der Nation unter die ver-
schiedenen Klassen der Bevölkerung verteilt werden.
3. Verschiedene Grade der Sicherung des Genusses des gesparten Kapitals.
4. Verschiedene Grade der Leichtigkeit, die aufeinanderfolgenden Ersparnisse

ebenso profitabel wie sicher anzulegen.
5. Verschiedenheiten der Möglichkeiten für die verschiedenen Schichten der Be-
völkerung, ihre Lage durch Sparen zu verbessern.“ (p.24.)

Diese 5 Gründe reduzieren sich in der Tat alle darauf, daß die Akkumu-
lation von der Stufe der kapitalistischen Produktionsweise abhängt, die eine
bestimmte Nation erreicht hat.

D’abord? Nr.2. Wo die kapitalistische Produktion entwickelt, bildet
Profit die Hauptsource® der Akkumulation, d.h. die Kapitalisten haben den
größten Teil der national revenue in Händen und selbst [ein] Teil der
landlords sucht zu kapitalisieren.

Nr.3. Die (juristisch-polizeiliche) Sicherheit wächst im Verhältnis, wie
die Kapitalisten das Staatsregime unter ihre Hände bekommen.

Nr.4. Mit der Entwicklung des Kapitals wachsen die Produktions-
sphären einerseits. Ändrerseits Organisation des Kredits, um jeden farthing
in den Händen der money-lenders (banquiers)* zu sammeln.

Nr.5. In der kapitalistischen Produktion hängt die bettering? bloß vom
Geld ab, und jeder kann sich einbilden, Rothschild zu werden.

Nr.1 bleibt. Alle Völker haben nicht gleiche Anlage zur kapitalistischen
Produktion. Einige Urvölker, wie Türken, haben weder Temperament noch
Disposition dazu. Aber dies Ausnahmen. Mit der Entwicklung der kapita-
listischen Produktion wird ein average® Niveau der bürgerlichen Gesell-
schaft und damit der Temperamente und dispositions in den verschieden-
sten Völkern geschaffen. Wesentlich kosmopolitisch wie das Christentum.

1 „Ursachen, die die Neigung zu akkumulieren bestimmen“ - ? Zunächst - * Hauptquelle -
4 Geldverleiher (Bankiers) - ® Besserstellung - ® durchschnittliches

Christentum daher auch spezielle Religion des Kapitals. In beiden gilt nur
der Mensch. An und für sich ist ein Mensch so wenig und so viel wert wie
der andre. In dem einen hängt alles davon ab, ob er den Glauben, und in
dem andren, ob er Kredit hat. Außerdem kommt bei dem einen allerdings
die Gnadenwahl hinzu. Bei dem andren der Zufall, ob er von Haus aus
Geld hat oder nicht.

Quelle des Mehrwerts und primitive rent!:

„Wird der Boden angeeignet und bebaut, dann liefert er fast stets für die darauf
verwandte Arbeit mehr als erforderlich, die bereits eingeführte Art der Bewirtschaftung
fortzuführen. Was er darüber hinaus produziert, | wollen wir sein Mehrprodukt
nennen. Dieses ist die Quelle der ursprünglichen Rente, und darauf ist die Ausdehnung
jener Revenuen beschränkt, die dauernd von Eigentümern des Bodens im Unterschied
zu seinen Besitzern aus dem Boden bezogen werden können.“ (p.19.)

Diese primitive rents sind die erste gesellschaftliche Form, worin sich

die surplus value darstellt, und dies ist die verborgne Anschauung, die der
- Physiokratie zugrund liegt.

Beide, absolute und relative surplus value, haben das gemein, daß sie
einen gewissen Grad der Produktivkraft der Arbeit voraussetzen. Wenn der
ganze Arbeitstag (disponible Arbeitszeit) eines Menschen (jedes Menschen)
nur hinreichte, sich selbst (und family to the utmost?) zu nähren, so fiele
surplus labour, surplus value und surplus produce fort. Diese Voraus-
setzung eines gewissen. Grades von Produktivkraft basiert auf der natür-
lichen Fruchtbarkeit der natural sources of wealth?, Land und Wasser. Sie
ist verschieden in verschiednen Ländern etc. Im Anfang Bedürfnisse ein-
fach und roh, also das minimum produce, das zur Erhaltung der Produ-
zenten selbst nötig, klein. So dann auch das surplus produce. ÄAndrerseits
in solchen Verhältnissen die Zahl der von surplus produce Lebenden eben-
falls sehr klein, so daß es* die Sammlung des kleinen surplus produce einer
verhältnismäßig großen Anzahl von Produzenten.

Die Basis der absolute surplus value - d. h. die reelle Bedingung für ihr
Dasein - ist die natürliche Fruchtbarkeit des Landes, der Natur, während
die relative surplus value auf der Entwicklung der gesellschaftlichen Pro-
duktivkräfte beruht.

Damit sind wir mit ‚Jones fertig. |XVIII-1156|]

1 ursprüngliche Rente - ? bestenfalls die Familie -® natürlichen Quellen des Reichtums -
% das Mehrprodukt

## Beilagen

## Revenue and its sources". Die Vulgärökonomie!""?

### [I.] Entwicklung des zinstragenden Kapitals auf Basis der kapitalistischen Produktion 19
[Das zinstragende Kapital als eine Fetischform des Kapitals.
Vulgärökonomen und Vulgärsozialisten über Kapitalzins]

IXV-891| Die Form der Revenue und die Quellen der Revenue drücken
die Verhältnisse der kapitalistischen Produktion in der fetischartigsten Form
aus. Es ist ihr Dasein, wie es an der Oberfläche scheint, von dem verborgnen
Zusammenhang und den vermittelnden Zwischengliedern getrennt. So
wird die Erde die Quelle der Grundrente, das Kapital die Quelle des Profits
und die Arbeit die Quelle des Arbeiislohns. Die verdrehte Form, worin die
wirkliche Verkehrung sich ausdrückt, findet sich natürlich reproduziert in
den Vorstellungen der Agenten dieser Produktionsweise. Es ist dies eine
Fiktionsweise ohne Phantasie, eine Religion des Vulgären. Die Vulgär-
ökonomen - sehr zu unterscheiden von den ökonomischen Forschern, die

‚ wir kritisiert - übersetzen in der Tat die Vorstellungen, Motive etc. der in
der kapitalistischen Produktion befangnen Träger derselben, in denen sie
sich nur in ihrem oberflächlichen Schein reflektiert. Sie übersetzen sie in
eine doktrinäre Sprache, aber vom Standpunkt des herrschenden Teils aus,
der Kapitalisten, daher nicht naiv und objektiv, sondern apologetisch. Das
bornierte und pedantische Aussprechen der Vulgärvorstellungen, die sich
notwendig in den Trägern dieser Produktionsweise erzeugen, ist sehr ver-
schieden von dem Drang der politischen Ökonomen, wie Physiokraten,
A.Smith, Ric[ardo], den innren Zusammenhang zu begreifen.

Indes von allen diesen Formen ist der vollständigste Fetisch das zins-
tragende Kapital. Wir haben hier den ursprünglichen Ausgangspunkt des

1 Revenue und ihre Quellen

Kapitals - Geld - und die Formel G - W - G’, reduziert auf ihre beiden
Extreme G - G’. Geld, das mehr Geld schafft. Es ist die ursprüngliche und
allgemeine Formel des Kapitals auf ein sinnloses Resume zusammen-
gezogen.

Die Erde oder Natur als Quelle der Grundrente, i.e. des Grundeigentums,
ist fetischartig genug. Aber durch eine angenehme Verwechslung von Ge-
brauchswert und Tauschwert bleibt der gewöhnlichen Vorstellung noch
die Zuflucht von der Produktivkraft der Natur selbst, die durch irgendeinen
Hokuspokus sich im Landlord personifiziert.

Die Arbeit als Quelle des Arbeitslohns, d. h. eines durch spezifisch gesell-
schaftliche Form der Arbeit bestimmten Anteils des Arbeiters an seinem
Produkt, die Arbeit als Quelle davon, daß der Arbeiter von dem Produkt
(dem Kapital, stofflich betrachtet) durch seine Arbeit sich die Erlaubnis zu
produzieren erkauft und in der Arbeit die Quelle besitzt, wodurch ihm ein
Teil seines Produkts als Bezahlung von diesem Produkt als Arbeitgeber
zurückströmt, ist auch schön genug. Aber die gewöhnliche Vorstellung ist
doch hier soweit mit der Sache selbst im Einklang, daß, wenn sie auch
Arbeit mit Lohnarbeit verwechselt, daher das Produkt der Lohnarbeit -
den Arbeitslohn - mit dem Produkt der Arbeit, dennoch das Eine dem ge-
sunden Menschenverstand klar bleibt, daß die Arbeit selbst ihren Lohn
schafft.

Vom! Kapital, soweit es im Produktionsprozeß betrachtet wird, bleibt
immer mehr oder minder die Vorstellung, daß es ein Instrument ist, fremde
Arbeit zu fischen. Dies mag als „Recht“ oder „Unrecht“, begründet oder
unbegründet, verhandelt werden, das Verhältnis des Kapitalisten zum Ar-
beiter ist hier immer unterstellt und untergedacht.

Soweit das Kapital im Zirkulationsprozeß erscheint, was der gewöhn-
lichen Anschauung besonders entgegentritt im Kaufmannskapital, als einer
Sorte Kapital, die bloß mit dieser Operation betraut ist, so wird der Profit
hier teils von einer dumpfen Vorstellung allgemeiner Prellerei begleitet
oder spezieller so, daß der Kaufmann den industriellen Kapitalisten prellt,
oder auch den Konsumenten, wie der industrielle Kapitalist den Arbeiter
oder die Produzenten sich wechselweis. Jedenfalls wird der Profit hier aus
dem exchange? erklärt, also aus einem gesellschaftlichen Verhältnis, nicht
aus einem Ding.

Dagegen in dem zinstragenden Kapital ist der Fetisch vollendet. Es ist
dies das fertige Kapital - wonach es Einheit des Produktionsprozesses und

1 In der Handschrift: D. - ? Austausch

Zirkulationsprozesses -, daher in bestimmter Zeitperiode bestimmten
Profit bringt. In der Form des zinstragenden Kapitals bleibt bloß diese Be-
stimmung, ohne die Vermittlung von Produktionsprozeß und Zirkulations-
prozeß. In Kapital und Profit ist noch die Erinnerung an die Vergangenheit
desselben, obgleich durch die Verschiedenheit des Profits vom Mehrwert,
den uniformen Profit aller Kapitalien - allgemeine Profitrate - das Kapital
schon ||892] sehr verdunkelt, Dunkelding und mystere wird.

Im zinstragenden Kapital ist dieser automatische Fetisch vollendet, der
sich selbst verwertende Wert, das geldmachende Geld, und trägt es in dieser
Form keine Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Ver-
hältnis ist vollendet als Verhältnis des Dings (Geld, Ware) zu sich selber.

Die weitre Untersuchung über den Zins und sein Verhältnis zum Profit
gehört nicht hierher; sowenig wie die Untersuchung, in welchem Verhältnis
der Profit sich teilt in industriellen Profit und Zins. Soviel klar, daß in
Kapital und Zins das Kapital als mysteriöse und selbstschöpferische Quelle
des Zinses, seiner Vermehrung, vollendet ist. In dieser Form existiert das
Kapital daher auch für die Vorstellung besonders. Es ist das Kapital
par excellence.

Da auf Grundlage der kapitalistischen Produktion eine bestimmte Wert-
summe, in Geld oder Waren dargestellt - eigentlich in Geld, der verwandel-
ten Form der Ware. -, die Macht gibt, ein bestimmtes Quantum Arbeit
gratis aus den Arbeitern auszuziehn, bestimmte surplus value, surplus lab-
our, surplus produce! sich anzueignen, so klar, daß das Geld selbst als Ka-
pital verkauft werden kann, aber als eine Ware sui generis?, oder daß Kapital
in der Form von Ware oder Geld gekauft werden kann.

Es kann als Quelle des Profits verkauft werden. Durch Geld etc. be-
fähige ich den andren, sich surplus value anzueignen. Es ist also in der Ord-
nung, daß ich einen Teil dieser surplus value erhalte. Wie das Land Wert
hat, weil es mich befähigt, einen Teil der surplus value abzufangen, ich
also in dem Land bloß diese durch es abgefangne surplus value zahle, soim
Kapital die durch es geschaffne surplus value. Da im kapitalistischen Pro-
duktionsprozeß der Wert des Kapitals sich verewigt, reproduziert, beseits
seinem Mehrwert, so ist es in der Ordnung, daß, wenn Geld oder Ware als
Kapital verkauft werden, sie nach bestimmter Periode zu dem Verkäufer
retournieren und er es nie veräußert wie die Ware; [er] das Eigentum dar-
an behält. Geld oder Ware wird so nicht als Geld oder Ware verkauft, son-

dern in zweiter Potenz, als Kapital, als sich vermehrendes Geld oder Waren-

1 Mehrwert, Mehrarbeit, Mehrprodukt - ? eigener Art

wert. Es vermehrt sich nicht nur, sondern erhält sich im Gesamtprozeß der
Produktion. Es bleibt daher als Kapital für den Verkäufer, kehrt zu ihm
zurück. Der Verkauf besteht darin, daß ein Dritter, der es als produktives
Kapital verwendet, von seinem Profit, den er nur durch dies Kapital macht,
bestimmten Teil dem Besitzer des Kapitals zu zahlen [hat]. Es wird ver-
mietet wie das Land als ein wertschaffendes Ding, das sich in dieser Wert-
schöpfung erhält, beständig retourniert und daher auch dem ursprünglichen
Verkäufer retourniert werden kann. Nur durch den Return! zu ihm ist es
Kapital. Sonst verkaufte er es als Ware oder kaufte mit ihm als Geld.

Jedenfalls aber ist die Form, für sich betrachtet, die (es? wird in der Tat
periodisch veräußert, als Mittel, Arbeit zu exploitieren, Mehrwert zu
machen), daß das Ding nun als Kapital und das Kapital als bloßes Ding er-
scheint, das gesamte Resultat des kapitalistischen Produktions- und Zirku-
lationsprozesses als eine dem Ding inhärente Eigenschaft, und es hängt
vom Besitzer von Geld, i.e. der Ware in ihrer stets austauschbaren Form ab,
ob er es als Geld verausgaben oder als Kapital vermieten will.

Es ist hier das Verhältnis des Kapitals als principal? zu sich selbst als
fructus*, und an seinem eignen Wert ist der Profit gemessen, den es abwirft,
ohne durch diesen Prozeß verlorenzugehen (wie dies der Natur des Kapitals
entspricht).

Es ist daher klar, warum die oberflächliche Kritik, ganz wie sie die Ware
will und das Geld bekämpft, so sich jetzt mit ihrer reformierenden Weisheit
gegen das zinstragende Kapital wendet, ohne die wirkliche kapitalistische
Produktion anzutasten, nur eins ihrer Resultate angreift. Diese Polemik
gegen das zinstragende Kapital vom Standpunkt der kapitalistischen Pro-
duktion aus, die heutzutag als „Sozialismus“ sich aufbläht, findet sich
übrigens als Entwicklungsmoment des Kapitals selbst z.B. im 17. Jahr-
hundert, wo der industrielle Kapitalist sich erst gegen den altmodischen
Wucherer, der ihm damals noch übermächtig, durchzusetzen hatte.

1893] Die vollständige Versachlichung, Verkehrung und Verrücktheit des
Kapitals als zinstragendes Kapital - worin jedoch nur die innre Natur der
kapitalistischen Produktion, [ihre] Verrücktheit, in handgreiflichster Form
erscheint - ist das Kapital als „compound interest“ bearing®, wo es als ein
Moloch erscheint, der die ganze Welt als das ihm gebührende Opfer ver-
langt, durch ein mysteriöses Fatum jedoch seine gerechten, aus seiner
Natur selbst hervorgehenden Forderungen nie befriedigt, stets durch-
kreuzt sieht.

. * Rückfluß - 2 das Geld -® Summe - ? Frucht -° „Zinseszins“ tragend

Eine Seite der „Theorien über den Mehrwert“
in der Handschrift von Marx
(Seite 891, Heft XV des Manuskripts von 1861-1863)

Die charakteristische Bewegung des Kapitals, sowohl im Produktions-
prozeß als Zirkulationsprozeß, ist die Rückkehr des Geldes oder der Ware
zu ihrem Ausgangspunkt, zum Kapitalisten. Es drückt dies sowohl die reale
Metamorphose aus, daß die Ware in ihre Produktionsbedingungen und die
Produktionsbedingungen wieder in die Form der Ware verwandelt werden:
Reproduktion. Anderseits die formelle Metamorphose, daß die Ware in
Geld, das Geld wieder in Ware verwandelt wird. Endlich die Vervielfälti-
gung des Werts, G- W - G’. Der ursprüngliche Wert, aber im Prozeß sich
vergrößernd, bleibt immer in der Hand desselben Kapitalisten. Nur die
Formen wechseln, worin er ihn in der Hand hat, als Geld, Ware, oder in der
Form des Produktionsprozesses selbst.

Diese Rückkehr des Kapitals zu seinem Ausgangspunkt erhält im zins-
tragenden Kapital eine ganz äußerliche, von der wirklichen Bewegung, deren
Form sie ist, getrennte Gestalt. A gibt sein Geld aus, nicht als Geld, son-
dern als Kapital. Es geht hier kein change! mit dem Geld vor. Es wechselt
nur die Hände. Seine wirkliche Verwandlung in Kapital vollzieht sich erst
in der Hand von B. Aber für A ist es Kapital geworden durch den Übergang
des Geldes aus der Hand von A in die von B. Der wirkliche. Return des
Kapitals aus den Produktions- und Zirkulationsprozessen findet für B statt.
Aber für A findet der return in derselben Weise statt wie die Veräußerung.
Es geht von der Hand von B wieder in die von A zurück. Er verleiht das
Geld, statt es auszugeben.

Jeder Stellenwechsel des Geldes im wirklichen Produktionsprozeß des
Kapitals drückt ein Moment der Reproduktion [aus], sei es Verwandlung
von Geld in Arbeit, sei es Verwandlung der fertigen Ware in Geld (Schluß
des Produktionsakts), sei es Rückverwandlung des Geldes in Ware (Er-
'neurung des Produktionsprozesses, Wiederbeginn der Reproduktion). Der
Stellenwechsel des Geldes, wenn es als Kapital verliehn wird, also nicht in
Kapital verwandelt wird, sondern als Kapital in die Zirkulation eintritt,
drückt nichts aus als transfer? desselben Geldes aus einer Hand in die andre.
Der Eigentumstitel bleibt in der Hand des Verleihers, aber der Besitz geht
in die Hand des industriellen Kapitalisten über. Für den Verleiher aber be-
ginnt die Verwandlung des Geldes in Kapital von dem Augenblick, wo er
es, statt als Geld auszugeben, es als Kapital ausgibt, d.h. in die Hand des
industriellen Kapitalisten gibt. (Es bleibt für ihn Kapital, wenn er es auch
nicht dem Industriellen, sondern dem Verschwender leiht, oder wenn er
einem Arbeiter leiht, der seine Miete nicht zahlen kann. Die ganze Pfand-

1 keine Verwandlung —? Übertragung

hausgeschichte.) Allerdings verwandelt der andre es in Kapital, aber das
ist eine Operation jenseits der, die zwischen Verleiher und Leiher vorgeht.
In ihr ist diese Vermittlung ausgelöscht, nicht sichtbar, nicht unmittelbar
einbegriffen. Statt der wirklichen Verwandlung von Geld in Kapital zeigt
sich hier nur die inhaltslose Form derselben. Wie beim Arbeitsvermögen
wird der Gebrauchswert des Geldes hier der, Tauschwert zu schaffen, größren
Tauschwert, als in ihm selbst enthalten ist. Es wird als sich verwertender Wert
verliehn, Jals] Ware, nur Jals] Ware, die sich eben durch diese Eigenschaft
von der Ware als solcher unterscheidet und daher auch eine eigentümliche
Form der Veräußerung besitzt.

Der Ausgangspunkt des Kapitals ist der Warenbesitzer, Geldbesitzer,
kurz, der Kapitalist. Da bei ihm Ausgangspunkt und Rückgangspunkt zu-
sammenfallen, kehrt es zum Kapitalisten zurück. Hier aber existiert der
Kapitalist doppelt, der Eigentümer des Kapitals und der industrielle Kapi-
talist, der wirklich Geld in Kapital verwandelt. Faktisch strömt | das
Kapital von ihm aus und kehrt zu ihm zurück. Aber nur als dem Besitz-
halter. Der Kapitalist existiert doppelt. Juristisch und ökonomisch. Als
Eigentum kehrt es daher auch zu dem juristischen Kapitalisten, [dem] left
handed Sam!, zurück. Aber die Rückkehr des Kapitals, die die Erhaltung
seines Werts einschließt, es als sich erhaltenden und verewigenden Wert
setzt, ist wohl vermittelt für Kapitalist Nr.II, aber nicht für Kapitalist
Nr. I. Die Rückkehr drückt sich hier daher auch nicht aus als Konsequenz
und Resultat einer Reihe ökonomischer Prozesse, sondern infolge einer be-
sondren juristischen Transaktion zwischen Käufer und Verkäufer; daß es
verliehn, statt verkauft, also nur temporär veräußert wird. Was in der Tat
verkauft wird, ist sein Gebrauchswert, der hier der ist, Tauschwert zu setzen,
Profit zu produzieren, mehr Wert zu produzieren, als es selbst enthält. Als
Geld ändert es sich nicht durch den Gebrauch. Aber als Geld wird es aus-
gegeben, und als Geld strömt es zurück.

Die Form, worin es zurückströmt, hängt von der Reproduktionsweise
des Kapitals ab. Wird es als Geld verliehn, so retourniert es in der Form des
zirkulierenden Kapitals, sein ganzer Wert + Surpluswert, hier den Teil
des Surpluswerts oder Profits, der sich in Zins auflöst: die ausgeliehne
Geldsumme + der aus ihr entsprungnen Zuwachssumme.

Wird es in der Form von Maschinerie, Baulichkeiten etc. ausgeliehn,
kurz, in einer stofflichen Form, worin es im Produktionsprozeß als fixes
Kapital funktionieren muß, so retourniert es in der Form des fixen Kapitals,

1 (soviel wie:) Nebengemahl

als Annuite*, d.h. z.B., jährlich = dem Ersatz für das dechet?, = dem
Wertteil desselben, der in Zirkulation getreten ist, + dem Teil der surplus
value, der als Profit (hier Teil des Profits, Zins) auf das fixe Kapital be-
rechnet ist (nicht soweit es fixes Kapital, sondern soweit es Kapital von
bestimmter Größe überhaupt ist).

In dem Profit als solchem ist schon die surplus value und daher seine
wirkliche Quelle verdunkelt und mystifiziert:

1. indem, formell betrachtet, der Profit ist die surplus value, berechnet
auf das ganze vorgeschoßne Kapital, [so daß] jeder Teil des Kapitals, fix
oder zirkulierend, in Rohmaterial, Maschinerie oder Arbeit ausgelegt,
gleich großen Profit bringt;

2. indem durch die Bestimmung der allgemeinen Profitrate, wie bei
einem einzelnen gegebnen Kapital von 500 z.B. jedes Fünftel z.B. 10 p.c.
bringt, wenn die surplus value = 50, so jetzt jedes Kapital von 500 oder
100, in welcher Sphäre tätig, wie immer in ihm die Proportion von variablem
und konstantem Kapital, wie verschieden seine Umschlagszeit etc., in der-
selben Periode denselben Durchschnittsprofit, z.B. von IO p.c. bringt, wie
jedes andre Kapital von ganz andren organischen Bedingungen. Indem also
der Profit der einzelnen Kapitalien, isoliert betrachtet, und der von ihnen
selbst in ihrer eignen Produktionssphäre geschaffene Mehrwert real ver-
schiedne Größen werden.

In zwei allerdings nur weiterentwickelt, was schon in eins lag.

Nun ist es aber diese schon veräußerlichte, von ihrer ersten einfachen
Gestalt, worin sie noch die Nabelschnur der Geburt zeigt, verschiedne und
keineswegs auf den ersten Blick wiedererkennbare Form des Mehrwerts,
sein Dasein als Profit, worauf der Zins ruht. Er setzt den Profit - von dem er
selbst bloß ein unter besondre Kategorie, Rubrik rangierter Teil ist - un-
mittelbar voraus, nicht den Mehrwert. In dem Zins ist also der Mehrwert
wieder viel unerkenntlicher als im Profit, da er sich direkt auf den Mehr-
wert nur in der Form des Profits bezieht.

Die Zeit des Return hängt vom wirklichen Produktionsprozeß ab; beim
zinstragenden Kapital scheint seine Rückkehr als Kapital von der bloßen
Konvention zwischen Verleiher und Borger abzuhängen. So daß der Return
des Kapitals mit Bezug auf diese Transaktion nicht mehr als durch den
Produktionsprozeß bestimmtes Resultat erscheint, sondern so, als ob die
Form des Geldes keinen Augenblick dem Kapital verlorenginge. Allerdings

1 jährliche Zahlung - ? den Verschleiß

sind diese transactions durch die real returns! bestimmt. Aber das erscheint
nicht in der Transaktion selbst.

895] Der Zins als unterschieden von Profit stellt den Wert des bloßen
Eigentums an Kapital dar, i.e. macht das Eigentum von Geld: (Wertsumme,
Ware, in welcher Form immer) an sich zu Eigentum von Kapital und daher
Ware oder Geld für sich zu sich verwertendem Wert. Die Arbeitsbedingun-
gen sind allerdings bloß Kapital, sofern sie dem Arbeiter gegenüber als
sein Nichteigentum und daher als fremdes Eigentum funktionieren. Als
solches funktionieren sie aber nur im Gegensatz zur Arbeit. Das ;gegensätz-
liche Dasein dieser Bedingungen gegen die Arbeit macht ihren Eigentümer zum
Kapitalisten und diese von ihm besessenen Bedingungen zu Kapital. In der
Hand des moneyed capitalist? A besitzt das Kapital aber nicht diesen gegen-
sätzlichen Charakter, der es zum Kapital macht, also auch das Eigentum an
Geld als Kapitaleigentum erscheinen läßt. Die reale Formbestimmtheit, wo-
durch Geld.oder Ware Kapital wird, ist ausgelöscht. Der moneyed [capitalist]
A steht in keiner Weise dem Arbeiter gegenüber, sondern nur einem andren
Kapitalisten B. Was er ihm verkauft, ist in der Tat der „Gebrauch“ des
Gelds; die Wirkungen, die es hervorbringen wird, when converted into
productive capital®. Aber der Gebrauch ist in der Tat nicht, was er direkt
verkauft. Verkaufe ich Ware, so verkaufe ich einen bestimmten Gebrauchs-
wert. Kaufe ich Geld mit Ware, so kaufe ich den funktionellen Gebrauchs-
wert, den Geld als die verwandelte Form der Ware hat. Ich verkaufe nicht
den Gebrauchswert der Ware neben ihrem Tauschwert, noch kaufe ich den
besondren Gebrauchswert des Gelds neben dem Geld selbst. Als Geld hat
aber das Geld - vor seiner Verwandlung und Funktion als Kapital, die es
in der Hand des money-lender* nicht verrichtet - keinen andren Gebrauchs-
wert als den, den es als Ware besitzt (Gold, Silber, seine stoffliche Substanz)
oder als Geld, verwandelte Form der Ware. In der Tat, was der money-
lender dem industriellen Kapitalisten verkauft - was in dieser Transaktion
vorgeht, ist nur dies: Er überläßt ihm das Eigentum an dem Geld für be-
stimmte Zeit. Er veräußert seinen Eigenturmstitel für a certain term’, und
damit hat der industrielle Kapitalist das Eigentum für a certain term ge-
kauft. Sein Geld erscheint daher als Kapital, bevor es veräußert wird; das
bloße Eigentum von Geld oder Ware - getrennt vom kapitalistischen
Produktionsprozeß - als Kapital.

Daß es sich als Kapital erst nach der Veräußerung bewährt, ändert an
der Sache nichts, sowenig es am Gebrauchswert der Baumwolle ändert, daß

1 wirklichen Rückflüsse - * Geldkapitalisten - ® sobald es in produktives Kapital ver-
wandelt ist - * Geldverleihers - 3 eine gewisse Zeit

ihr Gebrauchswert sich erst nach ihrer Veräußerung an den Spinner be-
währt, oder der Gebrauchswert des Fleisches erst, sobald es aus dem Laden
des Metzgers auf den Tisch des Konsumenten übergegangen ist. Geld, sobald
es nicht zur Konsumtion verausgabt wird, Ware, sobald sie nicht wieder
der Konsumtion des Eigentümers dient, machen daher ihren Eigentümer
zum Kapitalisten und sind für sich - getrennt vom kapitalistischen Pro-
duktionsprozeß und vor ihrer Verwandlung in „produktives“ Kapital -
Kapital. D. h. also sich selbst verwertender, erhaltender und vermeh-
render Wert. Es ist ganz so ihre immanente Eigenschaft, Wert zu schaf-
fen, Zins abzuwerfen, wie die Eigenschaften eines Birnbaums, Birnen
zu produzieren. Und als solch zinstragendes Ding verkauft der money-
lender sein Geld an den industriellen Kapitalisten. Da es sich erhält, sich
erhaltender Wert ist, so kann der industrielle Kapitalist es retournieren nach
beliebig kontrahierter Frist. Da es bestimmten Mehrwert, Zins, jährlich
schafft, vielmehr in jedem Zeitraum Wert ihm anwächst, so kann er auch
diesen Mehrwert jährlich oder in jeder andren konventionell bestimmten
Frist an den Verleiher zahlen. Das Geld als Kapital wirft ja ebenso täglich
Mehrwert ab, wie die Lohnarbeit. Während der Zins bloß ein unter be-
sondrem Namen fixierter Teil des Profits ist, erscheint der Zins hier als das
dem Kapital als solchem, vom Produktionsprozeß getrennt, und daher nur
dem bloßen Eigentum desselben, dem Eigentum von Geld und Ware
[Geschuldete], getrennt von den Verhältnissen, die diesem Eigentum den
Charakter des kapitalistischen Eigentums, weil den Gegensatz gegen die
Arbeit, geben; [der Zins erscheint als] nur dem bloßen Eigentum des
Kapitals, und daher dem Kapital eigentlich, eigentümliche Mehrwert-
schöpfung, während der industrielle Profit umgekehrt als bloßer Zusatz er-
scheint, den der Leiher durch seine produktive Anwendung des Kapitals
(oder wie das auch ausgedrückt wird, durch seine Arbeit als Kapitalist;
Funktion als Kapitalist = Arbeit hier gesetzt; ja mit der Lohnarbeit
identifiziert; indem der wirklich im 1896] Produktionsprozeß fungierende
industrielle Kapitalist in der Tat als tätiger Agent der Produktion, als Ar-
beiter gegenüber dem faulen, untätigen Verleiher des Gelds erscheint, der
die Funktion des Eigentums getrennt und außerhalb des Produktions-
prozesses bekleidet), i.e. Exploitation der Arbeiter sich vermittelst des ge-
liehnen Kapitals erwirbt.

Der Zins, nicht der Profit, erscheint so als die aus dem Kapital als solchem,
und daher als aus dem bloßen Eigentum des Kapitals strömende Wert-
schöpfung des Kapitals; daher die von dem Kapital eigentümlich geschaffene
Revenue. In dieser Form wird es daher auch von den Vulgärökonomen

aufgefaßt. In dieser Form ist alle Vermittlung ausgelöscht, und die Fetisch-
gestalt des Kapitals wie die Vorstellung von dem Kapitalfetisch fertig. Die
Gestalt erzeugt sich notwendig dadurch, daß das juristische Eigentum des
Kapitals von seinem ökonomischen sich trennt, und die Aneignung eines
Teils des Profits, unter dem Namen Zins, einem von dem Produktions-
prozeß ganz getrennten Kapital an sich oder Kapitaleigentümer zuströmt.

Für den Vulgärökonomen, der das Kapital als selbständige Quelle des
Werts, der Wertschöpfung darstellen will, ist natürlich diese Form ein ge-
fundnes Fressen, eine Form, worin die Quelle des Profits nicht mehr er-
kenntlich und das Resultat des kapitalistischen Prozesses - getrennt von
dem Prozeß - ein selbständiges Dasein erhält. In G- W - G’ ist noch Ver-
mittlung enthalten. In G- G’ haben wir die begriffslose Form des Kapitals,
die Verkehrung und Versachlichung des Produktionsverhältnisses in der
höchsten Potenz.

Der allgemeinen Profitrate entspricht natürlich eine allgemeine Zinsrate
oder allgemeiner Zinsfuß. Es ist hier nicht unsre Absicht, dies weiter zu ent-
wickeln, indem die Analyse des zinstragenden Kapitals nicht diesem all-
gemeinen Abschnitt, sondern dem Abschnitt über den Kredit angehört. 120
Wichtig dagegen, um diese Erscheinungsform des Kapitals ganz heraus-
zuarbeiten, die Bemerkung, daß die allgemeine Profitrate ungleich weniger
als ein handgreifliches, festes Faktum erscheint, wie die Zinsrate oder der
Zinsfuß. Der Zinsfuß schwankt zwar beständig. Heute (auf dem Geldmarkt
für den industriellen Kapitalisten, und davon handeln wir allein) 2, morgen
3, übermorgen 5 p.c. Äber er ist 2, 3, 5 Prozent für alle Leiher. Es ist ein
allgemeines Verhältnis jeder Geldsumme, von 100 £ 2, 3, 5 p.c. abzuwerfen,
während dieselbe Wertsumme in der wirklichen Funktion als Kapital in
den besondren Produktionssphären sehr verschiedne wirkliche Profite ab-
wirft, aus deren Abweichung vom idealen Durchschnittsniveau sich be-
ständig nur durch einen Prozeß, eine Reaktion das Niveau herstellt, und
dies immer nur in längern Zirkulationsepochen des Kapitals. Während
einiger Jahre steht die Profitrate höher in bestimmten Sphären, während
der folgenden niedriger. Die Jahre zusammengefaßt oder eine Serie solcher
evolutionst, wird im Durchschnitt der average profit? herauskommen. So er-
scheint er aber nie als unmittelbar Gegebnes, sondern nur als das Durch-
schnittsresultat widersprechender Oszillationen. Anders mit dem Zinsfuß.
Er ist in seiner Allgemeinheit ein täglich fixiertes Faktum, ein Faktum, das
dem industriellen Kapitalisten sogar als Voraussetzung und ein Item der

1 Entwicklungen - ? Durchschnittsprofit

Kalkulation bei seinen Operationen dient. Die allgemeine Profitrate existiert
in der Tat nur als ideale Durchschnittszahl, soweit sie zur Schätzung der
wirklichen Profite dient; sie existiert nur als Durchschnittszahl, als Ab-
straktion, soweit sie als für sich Fertiges, Bestimmtes, Gegebnes fixiert
wird; in der Wirklichkeit aber ist sie nur in der bestimmenden Tendenz in
der Bewegung der Ausgleichung der wirklichen verschiednen Profitraten,
sei es des einzelnen Kapital in derselben Sphäre, sei es der verschiednen
Kapitalien in den verschiednen Produktionssphären.

1897| Was der Verleiher vom Kapitalisten verlangt, ist berechnet auf
die allgemeine Profitrate (average), nicht seine individuelle Abweichung
davon. Das average wird hier zur Voraussetzung. Der Zinsfuß selbst varüert,
aber für alle Leiher.

Ein bestimmter, gleicher Zinsfuß existiert dagegen nicht nur im Durch-
schnitt, sondern faktisch (wenn auch mit Variationen zwischen Minimum
und Maximum, je nachdem der Borger first rate! oder nicht), und [es] er-
scheinen vielmehr die Abweichungen als Ausnahmen, motiviert durch be-
sondre Umstände. Meteorologische Bulletins zeichnen nicht genauer den
Stand des Barometers an, als Börsenbulletins den Stand des Zinsfußes,
nicht für dieses oder jenes Kapital, sondern für das auf dem Geldmarkt be-
findliche, d.h. verleihbare Kapital.

Es ist hier nicht der Ort, auseinanderzusetzen, woher diese größre Fixi-
tät und Gleichheit des Zinsfußes für das verleihbare Kapital, im Gegensatz
zu und Unterschied von der minder greifbareren Form der allgemeinen
Profitrate. Eine solche Auseinandersetzung gehört in den Abschnitt vom
Kredit. Soviel aber auf der Hand liegend: Die Oszillationen der-Profitrate -
ganz abgesehn von den besondren Vorteilen, die einzelne Kapitalisten
innerhalb derselben Produktionssphäre genießen - innerhalb jeder Sphäre
hängen von dem jedesmaligen Stand der Marktpreise und ihren Oszillationen
um die Kostenpreise ab. Der Unterschied der Profitraten in den verschiednen
Sphären kann nur durch Vergleichung der Marktpreise der verschiednen
Sphären, also der verschiednen Waren, mit den Kostenpreisen der ver-
schiednen Waren erkannt werden. Das Sinken der Profitrate in einer be-
sondren Sphäre unter den idealen Durchschnitt, wenn es sich verlängert,
reicht hin, um Kapital dieser Sphäre zu entziehn oder die Zufuhr von
neuem Kapital on the average scale? von ihr auszuschließen. Denn es ist
noch mehr die Zufuhr des neuen additional? Kapitals als die Distribution
des investierten, die die Verteilung des Kapitals an die besondren Sphären

I von gutem Ruf - ? im durchschnittlichen Ausmaß - 3 zusätzlichen

ausgleicht. Dagegen der surplus profit in besondren Sphären wird erst er-
kennbar durch Vergleichung der Marktpreise mit den Kostenpreisen. So-
bald der Unterschied in der einen oder andren Weise sich zeigt, [setzt ein]
Aus- und Einwanderung der Kapitalien von und zu den besondren Sphä-
ren. Abgesehn davon, daß dies ein Akt der Ausgleichung, der Zeit braucht,
erscheint der Durchschnittsprofit in jeder besondren Sphäre selbst nur in
dem Durchschnitt der Profitraten, die z.B. während eines Zyklus von
7 Jahren etc., je nach der Natur des Kapitals, realisiert werden. Die
bloßen Schwankungen unter und über, wenn sie das Durchschnittsmaß
nicht übersteigen, nicht außerordentliche Form annehmen, sind also nicht
hinreichend, transfer of capital! zu bewirken, wozu noch die Schwierig-
keiten hinzukommen, die das capital fixe den transfers entgegenseizt.
Augenblickliche Konjunkturen können nur wirken in beschränktem Maß
und mehr auf die Anziehung oder Abstoßung von additional capital als auf
die Redistribution des in den verschiednen Sphären investierten Kapitals.

Man sieht, dies Ganze ist eine sehr verwickelte Bewegung, wobei so-
wohl die Marktpreise in jeder besondren Sphäre, die komparativen Kosten-
preise der verschiednen Waren, Stand von Nachfrage und Zufuhr innerhalb
jeder Sphäre, wie Konkurrenz der Kapitalisten der verschiednen Sphären
in Betracht kommt, und wobei außerdem die raschere oder langsamere Aus-
gleichung abhängt von der besondren organischen Zusammensetzung der
Kapitalien (z. B. mehr fixes oder zirkulierendes) und von der besondren
Natur ihrer Waren, je nachdem ihre Natur als Gebrauchswerte raschere
Entziehung vom Markt, Verminderung oder Vermehrung der Zufuhr
leichter erlaubt, entsprechend dem Stand der Marktpreise.

Dagegen bei dem Geldkapital - auf dem Geldmarkt - stehn sich nur
zwei Sorten von Käufern und Verkäufern, von Nachfrage und Zufuhr
gegenüber. Auf der einen Seite die leihende Kapitalistenklasse, auf der
andren die verleihende. Die Ware hat dieselbe Form - Geld. Alle besondren
Gestalten, die das Kapital annimmt, je nach der besondren Produktions-
sphäre oder Zirkulationssphäre, worin es angelegt ist, sind hier ausgelöscht.
Es existiert hier in der unterschiedslosen, sich selbst gleichen Gestalt des
selbständigen Tauschwerts, des Geldes. Die Konkurrenz der besondren
Sphären hört hier auf; sie sind alle zusammengeworfen als Geldleiher, und
das Kapital steht allen auch gegenüber in der Form, worin es noch gleich-
gültig gegen die Formen seiner Anwendung ist. Als was das produktive Ka-
pital | nur in der Bewegung und der Konkurrenz zwischen den besondren

1 Übertragung von Kapital

Sphären erscheint, als gemeinsames Kapital der Klasse, tritt es hier wirklich,
der Wucht nach, in der Nachfrage nach Kapital auf. Andrerseits besitzt das
Geldkapital (das Kapital auf dem Geldmarkt) wirklich die Gestalt, worin
es als gemeinsames Element, gleichgültig gegen seine besondre Anwendung,
sich unter die verschiednen Sphären, unter die Kapitalistenklasse verteilt,
je nach den Produktionsbedürfnissen jeder besondern Sphäre. Es kömmt
hinzu, daß mit Entwicklung der großen Industrie das Geldkapital mehr
und mehr, soweit es auf dem Markt auftritt, nicht vom einzelnen Kapita-
listen vertreten wird, dem Eigentümer dieses oder jenes Parcels! des auf
dem Markt befindlichen Kapitals, sondern sich konzentriert, organisiert,
und ganz anders als die reelle Produktion [als] die Kontrolle der das
Kapital vertretenden Bankiers auftritt. So daß sowohl, was die Form
der Nachfrage angeht, ihm die Wucht einer Klasse gegenübertritt; aber
was die Zufuhr angeht, es als verleihbares Kapital en masse, das verleih-
bare Kapital der Gesellschaft, in wenigen Reservoirs konzentriert, sich
darstellt.

Dies sind einige der Gründe, weswegen die allgemeine Profitrate als ein
verschwimmendes Nebelbild erscheint neben dem fixen Zinsfuß, der zwar
schwanktseiner Größe nach, wasaber ebensowenig verhindert, daß er gleich-
mäßig für alle Borger schwankt, und ihnen daher stets als Fixes, Gegebnes
gegenübertritt, wie der Wertwechsel des Geldes es nicht hindert, allen
Waren gegenüber gleichen Wert zu haben. Wie die Marktpreise der Waren
täglich schwanken, was sie nicht hindert, täglich guotiert zu werden, so der
Zinsfuß, der ebenso regelmäßig als Preis des Geldes quotiert wird. Es ist,
weil das Kapital hier selbst als besondre Ware angeboten ist - Geld -; die
Fixation seines Preises daher Fixation des Marktpreises wie bei allen andren
Waren ist; die Zinsrate sich daher stets als allgemeine Zinsrate, als soviel für
soviel Geld, darstelli, während die Profitrate innerhalb derselben Sphäre
verschieden sein kann bei gleichen Marktpreisen der Waren (je nach den
Bedingungen, worin die einzelnen Kapitalien dieselbe Ware produzieren;
denn die besondre Rate des Profits hängt nicht vom Marktpreis der Ware,
sondern von der Differenz zwischen dem Marktpreis und Kostenpreis ab)
und innerhalb der verschiednen Sphären sich nur durch beständige Oszilla-
tionen im Prozesse ausgleicht. Mit einem Wort: Erst im moneyed capital,
dem verleihbaren Geldkapital ist das Kapital zur Ware geworden, deren
sich selbst verwertende Qualität einen fixen Preis hat, der im jedesmaligen
Zins quotiert ist.

1 Bruchteils

Als zinstragendes Kapital, und zwar in seiner unmittelbaren Form als
zinstragendes Geldkapital (die andren Formen des zinstragenden Kapitals,
die uns hier nicht kümmern, sind wieder von dieser Form abgeleitet und
unterstellen sie), hat das Kapital daher seine reine Fetischform erhalten.
Erstens durch sein fortwährendes Dasein als Geld, eine Form, worin alle
Bestimmtheit desselben ausgelöscht und seine realen Elemente unsichtbar
sind; es als bloßes Dasein des selbständigen Tauschwerts, als verselbstän-
digter Wert existiert. In dem realen Prozeß des Kapitals ist die Geldform
eine verschwindende. Auf dem Geldmarkt existiert es stets in dieser Form.
Zweitens, der von ihm erzeugte Mehrwert, wieder in der Form des Geldes,
erscheint ihm als solchem zukommend, daher dem bloßen Eigentümer des
Geldkapitals, des Kapitals, getrennt von seinem Prozeß. G- W - G/ wird
hier G- G’ und zwar erscheint, wie seine Form hier die unterschiedslose
Geldform ist — Geld ist ja grade die Form, worin der Unterschied der
Waren als Gebrauchswerte, daher auch der Unterschied der produktiven
Kapitalien, die aus den Existenzbedingungen dieser Waren bestehn, die be-
sondre Form der produktiven Kapitalien selbst ausgelöscht ist - so der Mehr-
wert, den es erzeugt, das Mehrgeld, was es wird oder ist, in bestimmter, an
der Masse der Geldsumme selbst gemeßner Rate. [Bei] 5 p.c. Zins 100 als
Kapital ist 105. So die rein handgreifliche Form des sich verwertenden
Werts oder des geldschaffenden Geldes. Zugleich die rein gedankenlose
Form. Die unbegreifliche, mystifizierte. Wir gingen in der Entwicklung des
Kapitals aus von G- W - G, wovon G - G’ nur das Resultat war. 2! Wir
finden jetzt G - G’ als Subjekt. Wie das Wachsen dem Baum, so das Geld-
zeugen (töxoc!) dem Kapital in dieser seiner reinen Form als Geld eigen.
Die unbegreifliche Form, die wir an der Oberfläche vorfinden und von der
wir in der Analyse daher ausgingen, finden wir wieder als das Resultat des
Prozesses, worin nach und nach die Gestalt des Kapitals immer entfremde-
ter und beziehungsloser auf sein innres Wesen wird.

11899] Geld als die verwandelte Form der Ware war das, wovon wir aus-
gingen. Geld. als die verwandelte Form des Kapitals ist das, wozu wir kom-
men, ganz wie wir die Ware als Voraussetzung und Resultat des Produk-
tionsprozesses des Kapitals erkannt haben.

In dieser seiner wunderlichsten und zugleich der populärsten Vorstel-
lung nächsten Gestalt ist das Kapital sowohl die „Grundform“ der Vulgär-
ökonomen als der nächste Angriffspunkt einer oberflächlichen Kritik; das
erstere, teils weil der innre Zusammenhang hier am wenigsten erscheint und

1 Zins; Geborenes

das Kapital in einer Form auftritt, worin es als selbständige Quelle von
Wert scheint; teils weil in dieser Form sein gegensätzlicher Charakter total
vertuscht und ausgelöscht ist, kein Gegensatz zur Arbeit. Anderseits An-
griff, weil es die Form ist, worin es am irrationellsten auftritt, den leichtesten
Angriffspunkt für die Vulgärsozialisten bietet.

Die Polemik der bürgerlichen Ökonomen im 17. Jahrhundert (Child,
Culpeper etc.) gegen den Zins als selbständige Form des Mehrwerts ist nur
der Kampf der aufkommenden industriellen Bourgeoisie gegen die alt-
modischen Wucherer, Monopoliseurs des Geldvermögens damals. Das
zinstragende Kapital ist hier noch an ante diluvian form of capital!, die erst
dem industriellen Kapital untergeordnet werden und die abhängige Stellung
davon bekommen muß, die es auf Basis der kapitalistischen Produktion
theoretisch und praktisch einnehmen muß. Die Bourgeoisie stand nicht an,
die Staatshilfe hier wie anderwärts zu Hilfe zu nehmen, wo es galt, die vor-
gefundnen, überlieferten Produktionsverhältnisse ihren eignen adäquat zu
machen.

Es ist klar, daß eine andre Verteilung des Profits zwischen verschiednen
Sorten Kapitalisten, also Heraufsetzen des industriellen Profits durch
Herabsetzen des Zinsfußes und umgekehrt, das Wesen der kapitalistischen
Produktion in keiner Weise berührt. Der gegen das zinstragende Kapital
als die „Grundform“ des Kapitals gerichtete Sozialismus ist also nicht nur
selbst bis über die Ohren in dem bürgerlichen Horizont befangen. Soweit
seine Polemik nicht ein mißverstandner, in dunklem Drang gegen das Ka-
pital selbst gerichteter Angriff und Kritik ist - welcher es aber identifiziert
mit einer abgeleiteten Form desselben -, ist er durchaus nichts als sozia-
listisch verkleidetes Drängen nach Entwicklung des bürgerlichen Kredits,
drückt also nur die Unentwickeltheit der Verhältnisse in dem Lande aus,
worin solche Polemik sich sozialistisch gebart, ist selbst nur ein theore-
tisches Symptom der kapitalistischen Entwicklung, obgleich dieses bürger-
liche Streben sehr haarsträubende Formen, wie z.B. die des „credit
gratuit“ 122) annehmen kann. So St.-Simonismus mit seiner Verherr-
lichung des Bankiertums. (Credit mobilier'"??! später.)

1 eine antediluvianische Form des Kapitals

### [2.] Zinstragendes Kapital und Handelskapital
im Verhältnis zum industriellen Kapital.
Ältere Formen. Abgeleitete Formen!!'%

Da die kommerzielle und Zinsform älter sind als die von kapitalistischer
Produktion, das industrielle Kapital, das die Grundform des Kapitalverhält-
nisses ist, wie es die bürgerliche Gesellschaft beherrscht - und wovon alle
andren Formen nur als abgeleitete oder sekundäre erscheinen -, abgeleitet,
wie das zinstragende Kapital; sekundär, d.h. als Kapital in einer besondren
Funktion (die seinem Zirkulationsprozeß angehört), wie das kommerzielle,
so hat das industrielle Kapital im Prozeß seines Entstehens diese Formen
erst zu unterwerfen und in abgeleitete oder besondre Funktionen seiner
selbst umzuwandeln. Diese ältren Formen findet es vor in der Epoche
seiner Bildung und seines Entstehens. Es findet sie als Voraussetzungen vor,
aber nicht als von ihm selbst gesetzte Voraussetzungen, nicht als Formen
seines eignen Lebensprozesses. Wie es ursprünglich die Ware vorfindet,
aber nicht als sein eignes Produkt, und die Geldzirkulation vorfindet, aber
nicht als ein Moment seiner eignen Reproduktion. Ist die kapitalistische
Produktion entwickelt in der Breite ihrer Formen, und die herrschende
Produktionsweise, so ist das zinstragende Kapital beherrscht durch das
industrielle Kapital, und das kommerzielle Kapital nur eine aus dem Zir-
kulationsprozeß abgeleitete Gestalt des industriellen Kapitals selbst. Aber
als selbständige Formen müssen ||900] beide erst gebrochen und dem in-
dustriellen Kapital unterworfen werden. Dem zinstragenden Kapital gegen-
über wird Gewalt (der Staat) angewandt, durch gewaltsame Herabsetzung
des Zinsfußes, so daß es dem industriellen Kapital nicht mehr die terms!
diktieren kann. Dies aber eine Form, die den unentwickeltsten Stufen der
kapitalistischen Produktion angehört. Die wahre Manier des industriellen
Kapitals, es sich zu unterwerfen, ist die Schöpfung einer ihm eigentüm-
lichen Form - des Kreditsystems. Das gewaltsame Herabsetzen des Zins-
fußes ist eine Form, die das industrielle Kapital selbst noch den Methoden
einer früheren Produktionsweise entlehnt und die es als nutzlos und zweck-
widrig fortwirft, sobald es erstarkt ist und sein Terrain erobert hat. Das
Kreditsystem ist seine eigne Schöpfung, selbst eine Form des industriellen
Kapitals, beginnend mit der Manufaktur, weiter ausgebildet mit der großen

3 Bedingungen

Industrie. Das Kreditsystem ist ursprünglich polemische Form gegen die alt-
modischen Wucherer (goldsmiths! in England, Juden, Lombarden etc.).
Die Schriften, in denen seine ersten Geheimnisse auseinandergesetzt wer-
den im 17. Jahrhundert, sind alle in dieser polemischen Form gehalten.

Das Handelskapital wird in verschiednen Formen dem industriellen
Kapital untergeordnet oder, was dasselbe, zur Funktion desselben, das
industrielle Kapital in einer besondren Funktion. Der Kaufmann, statt die
Ware zu kaufen, kauft Lohnarbeit, womit er die Ware produziert, die er
zum Verkauf für den Handel bestimmt. Dadurch verliert aber das Handels-
kapital selbst die fixe Form, die es gegenüber der Produktion hatte. Die
mittelaltrigen Zünfte wurden dadurch von der Manufaktur bekämpft und
das Handwerk in engeren Kreis eingeschrieben. Im Mittelalter der Kauf-
mann (außer den sporadischen Punkten, wo sich die Manufaktur entwickelt,
in Italien, Spanien etc.) bloß Verleger der - sei es von den städtischen
Zünften, sei es von den Bauern - produzierten Waren.

Diese Verwandlung des Kaufmanns in industriellen Kapitalisten ist zu-
gleich die Verwandlung des Handelskapitals in eine bloße Form des indu-
striellen. Anderseits der Produzent wird Kaufmann. Statt daß z.B. der
clothier? sein Material sukzessiv in kleinen Portionen vom Kaufmann erhält
und für diesen arbeitet, kauft er selbst das Material im Verhältnis zu seinem
Kapital etc. Die Produktionsbedingungen gehn als von ihm selbst gekaufte
Waren in den Prozeß ein. Und statt für den einzelnen Kaufmann zu pro-
duzieren oder bestimmte Kunden, produziert der clothier jetzt für die
Handelswelt.

In der ersten Form beherrscht der Kaufmann die Produktion und das
Handelskapital die von ihm in Bewegung gesetzte Handwerksindustrie und
bäuerlich-häusliche Industrie. Gewerbe sind seine Subalternen. In der
zweiten verwandelt sich die Produktion in kapitalistische. Der Produzent ist
selbst Kaufmann; das Handelskapital vermittelt nur noch den Zirkulations-
prozeß, verrichtet eine bestimmte Funktion in dem Reproduktionsprozeß
des Kapitals. Dies sind zwei Formen. Der Kaufmann wird als Kaufmann
Produzent, Industrieller. Der Industrielle, der Produzent wird Kaufmann.

Ursprünglich ist der Handel. die Voraussetzung für die Verwandlung der
zünftigen, ländlich-häuslichen und feudalen Agrikulturproduktion in kapi-
talistische. Er entwickelt das Produkt zur Ware, teils indem er ihm einen
Markt schafft, teils neue Warenäquivalente, teils der Produktion neue Mate-
nialien zuführt und damit Produktionsweisen eröffnet, die von vornherein

1 Goldschmiede -? Tuchmacher

auf den Handel gegründet sind, sowohl auf das Produzieren für den Markt,
wie auf Elemente der Produktion, die aus dem Weltmarkt herstammen.

Sobald die Manufaktur einigermaßen erstarkt, und noch mehr als große
Industrie, schafft sie ihrerseits den Markt, erobert ihn, öffnet sich teils ge-
waltsam Märkte, die sie aber durch ihre Waren selbst erobert. Weiter ist
der Handel nur mehr Diener der industriellen Produktion, für die stets
erweiterter Markt Lebensbedingung geworden, indem stets sich erweiternde
Massenproduktion, beschränkt nicht durch die vorhandnen Grenzen des
Handels (soweit dieser nur existierende Nachfrage ausdrückt), sondern einzig
und allein durch die Größe des vorhandnen Kapitals und die entwickelte
Produktivkraft der Arbeiter, stets den vorhandnen Markt überschwemmt
und daher beständig an der Erweiterung und Entfernung seiner Schranken
arbeitet. Hier der Handel Diener des industriellen Kapitals, verrichtet eine
aus dessen Produktionsbedingungen emanierende Funktion.

Durch das Kolonialsystem (gleichzeitig mit dem Prohibitivsystem) sucht
das industrielle Kapital in seinen ersten Entwicklungsperioden, sich gewalt-
sam einen Markt und Märkte zu sichern. Der industrielle Kapitalist hat den
Weltmarkt vor sich; vergleicht ||901] und muß daher beständig vergleichen
seine eignen Kostenpreise nicht nur mit dem Marktpreis at home!, sondern
on the whole market of the world?. Er produziert beständig in Rücksicht
darauf. Diese Vergleichung fällt in der frühren Periode nur dem Handels-
stand zu und sichert so dem Handelskapital Herrschaft über das produktive.
1901|]

1902| Der Zins ist also nichts als ein Teil des Profits (der seinerseits selbst
nichts als surplus value, unbezahlte Arbeit ist), den der industrielle Kapi-
talist dem Eigentümer des fremden Kapitals zahlt, womit er ausschließlich
oder teilweise „arbeitet“. Er ist ein Teil des Profits - der surplus value -, der,
als eine besondre Kategorie fixiert, unter eignem Namen von dem Gesamt-
profit abgeschieden wird; eine Scheidung, die sich durchaus nicht auf seinen
Ursprung bezieht, sondern nur auf die Weise seiner Auszahlung oder An-
eignung. Statt von dem industriellen Kapitalisten selbst angeeignet zu
werden - obgleich er die Person ist, in deren Hand sich unmittelbar der
ganze Mehrwert befindet, wie er sich auch unter den Namen Rente, in-
dustrieller Profit und Zins verteilen mag, zwischen ihm und andren Per- .
sonen -, zieht er diesen Teil des Profits von seiner eignen Revenue ab und
zahlt ihn an den Eigentümer des Kapitals aus.

3 daheim -? auf dem ganzen Weltmarkt

Ist die Profitrate gegeben, so hängt die relative Höhe der Zinsrate von
dem Verhältnis ab, worin der Profit sich in Zins und industriellen Profit
verteilt; ist das Verhältnis der Teilung gegeben, so hängt die absolute Höhe
der Zinsrate (d.h. das Verhältnis des Zinses zum Kapital) von der Profit-
rate ab. Wie dieses Verhältnis der Teilung bestimmt wird, hier nicht zu
untersuchen. Gehört in die Betrachtung der realen Bewegung des Kapitals,
i.e. der Kapitalien, während wir es hier mit den allgemeinen Formen des
Kapitals zu tun haben.

Die Bildung des zinstragenden Kapitals, seine Scheidung vom indu-
striellen Kapital, ist notwendiges Produkt der Entwicklung des industriellen
Kapitals, der kapitalistischen Produktionsweise selbst. Geld (Wertsumme,
die stets verwandelbar in die Produktionsbedingungen) oder die Produk-
tionsbedingungen, worin es jeden Augenblick verwandelbar und deren ver-
wandelte Form es nur ist, als Kapital angewandt, kommandiert ein bestimm-
tes Quantum fremder Arbeit, mehr Arbeit als in ihm selbst enthalten ist.
Es erhält seinen Wert nicht nur im Austausch mit Arbeit, sondern vermehrt
ihn, setzt surplus value. Der Wert des Gelds oder der Waren als Kapital
ist nicht bestimmt durch den Wert, den sie als Geld oder Waren haben,
sondern durch das Quantum Mehrwert, das sie „produzieren“ für ihren
Besitzer. Das Produkt des Kapitals ist Profit. Auf Grundlage der kapitalisti-
schen Produktion ist es nur verschiedne Anwendung des Geldes, ob es als
Geld oder als Kapital verausgabt wird. Geld (Ware), auf Grundlage der
kapitalistischen Produktion, ist an sich Kapital (ganz wie das Arbeits-
vermögen an sich Arbeit ist), denn 1. kann es in die Produktionsbedingungen
verwandelt werden und ist, wie es ist, bloß abstrakter Ausdruck derselben,
ihr Dasein als Wert, und 2. besitzen die gegenständlichen Elemente des
Reichtums an sich die Eigenschaft, Kapital zu sein, weil ihr Gegensatz -
die Lohnarbeit -, das, was sie zu Kapital macht, als Basis der gesellschaft-
lichen Produktion vorhanden ist.

Rente ist auch nur Name für einen Teil des Mehrwerts, den der indu-
strielle Kapitalist wegzahlen muß, ganz wie Zins ein andrer Teil des Mehr-
werts ist, den er zwar einnimmt (wie die Rente), aber an eine dritte Person
auszuzahlen hat. Aber hier der große Unterschied: Durch das Grund-
eigentum hindert der Grundeigentümer das Kapital, die Werte der Agri-
kulturprodukte zu ihren Kostenpreisen auszugleichen. Dazu befähigt
ihn das Monopol des Grundeigentums. Es befähigt ihn, die Differenz
zwischen Wert und Kostenpreis einzustecken. Ändrerseits - soweit es sich
um die Differentialrente handelt - befähigt es ihn, den Überschuß des
Marktwerts über den individuellen Wert des Produkts eines bestimmten

Bodens! zu kassieren, statt daß diese Differenz, wie in den andren trades?,
als surplus profit in die Tasche der Kapitalisten falle, die unter günstigren
Bedingungen arbeiten als die average Bedingungen sind, die die Masse
der Nachfrage befriedigen, das Gros der Produktion bestimmen, und daher
den Marktwert jeder besondren Produktionssphäre regulieren.

Das Grundeigentum ist ein Mittel, Teil des vom industriellen Kapital
produzierten Surpluswerts wegzuschnappen. Das ausgeliehene Kapital da-
gegen ist das Mittel - pro tanto? als der Kapitalist mit geliehnem Kapital
arbeitet -, den ganzen ||903] Surpluswert selbst zu produzieren. Daß Geld
(Ware) als Kapital ausgeliehn werden kann, heißt nichts, als daß es an sich
Kapital ist. Die Abschaffung des Grundeigentums im Ricardoschen Sinn,
nämlich seine Verwandlung in Staatseigentum, so daß die Rente an den
Staat statt an den Landlord* gezahlt wird, ist das Ideal, der Herzenswunsch,
der aus dem innersten Wesen des Kapitals hervorwächst. Das Kapital kann
das Grundeigentum nicht abschaffen. Aber durch seine Verwandlung in
Rente [die dem Staat gezahlt wird,] eignet es sich [sie] als Klasse zur Be-
streitung seiner Staatsausgaben an, eignet sich also auf einem Umweg an,
was es direkt nicht festhalten kann. Abschaffung des Zinses und des zins-
tragenden Kapitals ist dagegen Abschaffung des Kapitals und der kapita-
listischen Produktion selbst. Solange Geld (Ware) als Kapital dienen kann,
kann es als Kapital verkauft werden. Es ist daher ganz der kleinbürgerlichen
Utopisten würdig, daß sie, die die Ware wollen, aber nicht das Geld, das
industrielle Kapital wollen, aber nicht das zinstragende, den Profit, aber
nicht den Zins.

Es sind nicht zwei verschiedne Kapitalien, das zinstragende und profit-
bringende, sondern dasselbe Kapital, das im Prozeß als Kapital funktioniert,
wirft einen Profit ab, der sich zwischen zwei verschiednen Kapitalisten ver-
teilt: den, der außer[halb] des Prozesses steht und als Eigentümer das
Kapital an sich vertritt {es ist aber wesentliche Bedingung desselben, in
einem Privateigentümer vertreten zu sein; ohne dies wird es nicht Kapital
im Gegensatz zur Lohnarbeit}, und den, der das funktionierende Kapital,
das im Prozeß befindliche Kapital vertritt.

1 In der Handschrift: den Überschuß des individuellen Werts eines bestimmten Bodens
über den Marktwert -? Gewerbszweigen - * soweit - * in der Handschrift: farmer

### [3. Absonderung einzelner Teile des Mehrwerts
in Form verschiedener Revenuen.
Verhältnis von Zins und. industriellem Profit.
Irrationalität der fetischisierten Formen der Revenue]

Die weitre „Verknöcherung“ oder Verselbständigung der Teilung des
Profits tritt so hervor, daß der Profit [eines] jeden Kapitals - also daß auch
der auf die Ausgleichung der Kapitalien unter sich gegründete Durchschnitts-
profit - zerfällt oder zerlegt wird in zwei voneinander unabhängige oder
gegeneinander selbständige Bestandteile: Zins und industrieller Profit, der
jetzt manchmal auch Profit schlechthin heißt oder neuen Taufnamen er-
hält, wages of labour of superintendence! etc. Ist die Profitrate (Durchschnitts-
profit) = 15 p.c. und die Zinsrate (die immer, wie gesehn, in der allgemeinen
Form fixiert ist) = 5 p.c. (deren allgemeine Rate immer auf dem Geld-
markt quotiert ist als „Wert“ oder „Preis“ des Geldes), so betrachtet der
Kapitalist - auch wenn er Eigentümer des Kapitals ist und keinen Teil des-
selben geliehn hat, der Profit also nicht zwischen zwei Kapitalisten zu teilen
ist-es so, daß von diesen 15 p.c. 5 p.c. den Zins seines Kapitals vorstellen,
dagegen nur 10 p.c. den Profit, den er durch die produktive Anwendung des
Kapitals gemacht. Diese 5 p.c. Zins schuldet er als „industrieller Kapitalist“
sich selbst als dem „Eigentümer“ des Kapitals; kommt seinem Kapital an
sich [zu], daher auch ihm als Eigentümer des Kapitals an sich (was zugleich
das Sein des Kapitals für sich oder das Sein des Kapitals als Kapitalist, als
Eigentum, das andre von sich ausschließt, ist), dem Kapital, abstrahiert
von dem Produktionsprozeß, im Unterschied zum funktionierenden Kapi-
tal, prozessierenden Kapital und dem „industriellen Kapitalisten“ als Ver-
treter dieses funktionierenden, „arbeitenden“ Kapitals. Der „Zins“ ist die
Frucht des Kapitals, soweit es nicht „arbeitet“, funktioniert, und der Profit
ist die Frucht des „arbeitenden“, funktionierenden Kapitals. Es ist dies
analog, wie der farming capitalist? - der zugleich Grundeigentümer, Eigen-
tümer des Bodens, den er kapitalistisch exploitiert - den Teil seines Profits,
der die Rente bildet, diesen Surplusprofit, nicht sich als Kapitalist, sondern
sich als Grundeigentümer, nicht dem Kapital, sondern dem Grundeigen-
tum zuschreibt, so daß er, der Kapitalist, sich als Grundeigentümer die
„Rente“ schuldet. So tritt das Kapital in einer Bestimmtheit demselben

1 Lohn für Arbeit der Oberaufsicht -* Landwirtschaft treibende Kapitalist

Kapital in seiner andren Bestimmtheit ganz so fix gegenüber, wie Grund-
eigentum und Kapital, die in der Tat auf zwei wesentlich verschiednen Pro-
duktionsmitteln gegründete Titel an die Aneignung fremder Arbeit bilden.

Wenn einerseits 5 partners! eine cotton mill? führen?, die 100000 I.
Kapital vorstellt und 10 p.c. Profit gibt, also 10000 I., so erhält jeder von
diesem Profit "/; = 2000 I. Wenn auf der andren Seite ein einziger Kapita-
list dasselbe Kapital in einer mill stecken hat und denselben Profit von
10000 I. macht, so rechnet er nicht so, daß er 2000 1. Partnerprofit einnehme
und 8000 £. Kompanieprofit für die nicht existierenden 4 partners. Bloße
Teilung des Profits an sich unter verschiedne | Kapitalisten, die ver-
schiedne juristische Titel an dasselbe Kapital haben, und in der einen oder
andren Form Miteigentümer desselben Kapitals sind, gründet daher keines-
wegs verschiedne Kategorien für diese Teile. Warum also die zufällige
Teilung zwischen Ausleiher von Kapital und Leiher von Kapital?

Prima facie* handelt es sich nur um Teilung des Profits, wo zwei Eigen-
tümer des Kapitals, Eigentümer unter verschiednen Titeln bestehn - ein
prima facie juristisches, nicht ökonomisches Moment. Ob ein Kapitalist mit
eignem Kapital oder fremdem, oder in welcher Proportion er mit eignem
und fremdem produziert, ist an und für sich durchaus gleichgültig. Wie
kommt es also, daß diese Teilung des Profits in [industriellen] Profit und
Zins nicht als eine zufällige Teilung erscheint, von dem Zufall abhängig,
ob der Kapitalist mit einem andren wirklich zu teilen hat oder nicht, ob er
zufällig mit eignem oder fremdem Kapital handelt, sondern daß vielmehr,
auch wenn er bloß mit eignem Kapital produziert, er unter allen Umständen
sich zerspaltet in bloßen Eigentümer des Kapitals und in Anwender des
Kapitals, in Kapital außer dem Produktionsprozeß und Kapital im Produk-
tionsprozeß, in Kapital, das an sich Zins abwirft, und Kapital, das als pro-
zessierend: den Profit abwirft?

Es liegt hier ein reales Moment zugrund. Das Geld (als Wertausdruck
der Ware überhaupt) eignet sich im Prozeß bloß Mehrwert - wie er immer
getauft und in welche Teile er immer zerlegt werde - an, weil es schon vor
dem Produktionsprozeß als Kapital vorausgesetzt ist. Im Prozeß erhält, pro-
duziert und reproduziert es sich als Kapital und auf stets erweiterter
Stufenleiter. Aber schon vor dem Prozeß - wenn einmal die kapitalistische
Produktionsweise gegeben, auf ihrer Basis und innerhalb der ihr ent-
sprechenden gesellschaftlichen Verhältnisse gearbeitet wird, also nicht erst
vom Bildungsprozeß des Kapitals die Rede ist - existiert es als Kapital an

1 Teilhaber -? Baumwollspinnerei -° (nicht eindeutig entziffert) - 2 Auf den ersten Blick

sich, dem Charakter nach, der sich zwar erst im Prozeß verwirklicht und
überhaupt seine Wirklichkeit nur in dem Prozeß selbst hat. Ginge es nicht
als Kapital in ihn ein, so käme es auch nicht als Kapital aus ihm heraus, d.h.
als Profit abwerfendes Geld, als sich verwertender Wert, als Mehrwert
zeugender Wert.

Es ist wie mit dem Geld. Das Geldstück z.B. ist nichts als ein Stück
Metall. Geld ist es nur durch seine Funktion im Zirkulationsprozeß. Aber
den Zirkulationsprozeß der Waren einmal vorausgesetzt, fungiert das Geld-
stück nicht nur als Geld, sondern es ist als solches in jedem einzelnen Fall
dem Zirkulationsprozeß vorausgesetzt, eh es in ihn eingeht. Kapital ist nicht
nur Resultat, sondern Voraussetzung der kapitalistischen Produktion. Geld
und Waren sind daher an sich latentes Kapital, der Möglichkeit nach
Kapital; alle Waren, soweit sie in Geld verwandelbar sind, das Geld, soweit
es verwandelbar ist in solche Waren, die die Elemente des kapitalistischen
Produktionsprozesses bilden. Geld also - als der reine Wertausdruck der
Waren und Arbeitsbedingungen - ist an sich als Kapital der kapitalistischen
Produktion vorausgesetzt. Was ist das Kapital, nicht als Resultat, sondern
als Voraussetzung des Prozesses betrachtet? Was macht es zum Kapital, eh
es in den Prozeß eingeht, so daß dieser nur seinen immanenten Charakter
entwickelt? Die gesellschaftliche Bestimmtheit, worin es da ist. Daß der
lebendigen Arbeit die vergangne Arbeit, der Tätigkeit das Produkt, dem
Menschen die Sache, der Arbeit ihre eignen gegenständlichen Bedingungen _
als fremde, selbständige, an sich festhaltende Subjekte, Personifikationen
gegenüberstehn, kurz als fremdes Eigentum, und in dieser Gestalt als
„employers“! und „commanders“? der Arbeit selbst, die sie sich aneignen,
statt von ihr angeeignet zu werden. Daß der Wert - existiere er als Geld
oder Ware -, weiter entwickelt die Arbeitsbedingungen, als fremdes Eigentum
dem Arbeiter gegenüberstehn, als Selbsteigentümer, heißt weiter nichts, als
daß sie ihm als das Eigentum des Nichtarbeiters gegenüberstehn oder wenig-
stens, daß er ihnen, soweit er Kapitalist ist, gegenübersteht nicht als Arbeiter,
sondern als Eigentümer des Werts etc., als das Subjekt, worin diese Dinge
ihren eignen Willen haben, sich selbst gehören und als selbständige Mächte
personifiziert sind. Das Kapital als Voraussetzung der Produktion, das
Kapital, wie es nicht aus dem Produktionsprozeß herauskömmt, sondern ist,
bevor es in ihn eingeht, ist der Gegensatz, worin die Arbeit als fremde
Arbeit zu ihm, und worin es selbst als fremdes Eigentum zur Arbeit steht.
Es ist die gegensätzliche gesellschaftliche Bestimmtheit, die in ihm aus-

X „Anwender“ -? „Kommandeure“

gedrückt ist, und die, getrennt vom Prozeß selbst, in dem Kapitaleigentum
als solchem |\905] sich ausdrückt.

Dies eine Moment nun, getrennt vom kapitalistischen Produktions-
prozeß selbst, dessen stetes Resultat es ist und als dessen stetes Resultat es
seine stete Voraussetzung ist, drückt sich darin aus, daß Geld [und] Ware
an sich latent Kapital sind, daß sie als Kapital verkauft werden können, und
daß sie in dieser Form das bloße Eigentum des Kapitals, den Kapitalisten als
bloßen Eigentümer, abgesehn von seiner kapitalistischen Funktion, vor-
stellen - die für sich betrachtet Kommando über fremde Arbeit sind, daher
sich verwertender Wert, und Anspruch auf Aneignung fremder Arbeit
geben.

Es tritt hier auch klar hervor, daß dies Verhältnis der Titel und das Mittel
zur Aneignung fremder Arbeit ist, nicht irgendeine Arbeit oder Gegenwert,
die auf Seite des Kapitalisten gegeben werden.

Der Zins erscheint daher als der dem Kapital als Kapital, dem bloßen
Eigentum des Kapitals geschuldete Mehrwert, den es aus dem Produktions-
prozeß herausbringt, weil es als Kapital in ihn eingeht, der also dem Kapital
als solchem zukömmt, unabhängig vom Produktionsprozeß, obgleich im Pro-
duktionsprozeß sich erst bewährend, ein Mehrwert, den es daher als Kapital
schon latent in sich enthält; der industrielle Profit dagegen [erscheint] als
Teil des Mehrwerts, der dem Kapitalisten nicht als Eigentümer des Kapi-
tals, sondern als funktionierender Eigentümer, funktionierendem Kapital
zukommt. Wie alles in dieser Produktionsweise sich verkehrt darstellt, so
auch schließlich die letzte Verkehrung in dem Verhältnis von Zins und
Profit, so daß der unter besondrer Rubrik [Zins] abgeschiedne Teil des
Profits vielmehr als das eigenst dem Kapital angehörige Produkt und der
industrielle Profit als bloß darauf gepfropfter Zusatz sich darstellt.

Da der moneyed capitalist in der Tat nur als Eigentümer des Kapitals
seinen Teil am Mehrwert bezieht, während er außerhalb des Produktions-
prozesses selbst stehnbleibt; da der Preis des Kapitals - d.h. des bloßen
Eigentumstitels am Kapital - auf dem Geldmarkt in der Zinsrate quotiert
ist, wie der Marktpreis jeder andren Ware; da der Anteil, den das Kapital
an sich, das bloße Eigentum des Kapitals am Mehrwert gibt, so eine gegebne
Größe ist, während die Profitrate schwankt, jeden Augenblick verschieden
in den verschiednen Sphären, in jeder Sphäre aber verschieden unter den
einzelnen Kapitalisten, indem sie teils unter verschieden günstigen Be-
dingungen produzieren, teils mit verschiednem Grad von Umsicht und
Energie kapiitalistisch die Arbeit exploitieren, teils mit verschiednem Grad
von Glück und Pfiffigkeit Käufer oder Verkäufer von Waren übers Ohr

hauen (profit upon expropriation, alienationt), so erscheint ihnen natürlich,
sie mögen Eigentümer oder Nichteigentümer des prozessierenden Kapitals
sein, der Zins als dem Kapital als solchem, dem Eigentum am Kapital ge-
schuldet; dem Eigentümer des Kapitals, ob sie oder Dritte dies sind; da-
gegen der industrielle Profit als Produkt ihrer Arbeit. Sie stehn ja als
funktionierende Kapitalisten - wirkliche Agenten der kapitalistischen Pro-
duktion - sich selbst oder Dritten als bloßem, trägem Dasein des Kapitals
gegenüber, daher als Arbeiter sich oder andren als Eigentümer. Und da sie
nun einmal Arbeiter sind, sind sie in der Tat Lohnarbeiter und wegen ihrer
besondren Vorzüglichkeit nur besser bezahlte Lohnarbeiter, was sie zum
Teilauch dem Umstand verdanken, daß sie sich selbst ihren Lohn zahlen.

Während also der Zins und das Kapital als zinstragendes den bloßen
Gegensatz des gegenständlichen Reichtums gegen die Arbeit und darum
sein Dasein als Kapital ausdrückt, dreht sich dies in der Vorstellung grade
um, indem ja das Phänomen prima facie den moneyed capitalist in gar keinem
Verhältnis zum Lohnarbeiter, sondern nur im Verhältnis zu andren Kapi-
talisten zeigt, während dieser andre Kapitalist, statt im Gegensatz zur Lohn-
arbeit zu stehn, vielmehr selbst als Arbeiter im Gegensatz zu sich oder andren
[Kapitalisten] als dem bloßen Dasein, als bloßem Eigentümer des Kapitals
steht. Es kömmt hinzu, daß der einzelne Kapitalist entweder sein Geld als
Kapital ausleihn oder es selbst als Kapital verwerten kann. Soweit er Zins
davon bezieht, erhält er nur den Preis dafür, den er auch erhielte, wenn er
nicht als Kapitalist „funktionierte“, nicht „arbeitete“. Es ist daher klar, daß,
was er eigentlich aus dem Produktionsprozeß zieht, soweit es nur Zins ist,
er nur dem Kapital verdankt, nicht dem Produktionsprozeß selbst und ||%06|
nicht sich als Repräsentant des funktionierenden Kapitals.

Daher auch die schöne Phrase bei einigen Vulgärökonomen: Zöge der
industrielle Kapitalist keinen Profit außer dem Zins, so würde er sein
Kapital verzinsen und als Rentier leben. So daß alle Kapitalisten aufhören
würden zu produzieren und alles Kapital als Kapital zu funktionieren und
doch von seinen Zinsen gelebt werden könnte. Schon Turgot "2®] in ähnlicher
Weise: Zöge der Kapitalist keinen Zins, so würde er Land (kapitalisierte
Rente) kaufen und von der Grundrente leben. Hier aber doch, da die Grund-
rente den wirklichen Mehrwert bei den Physiokraten vertritt, der Zins vom
Mehrwert abgeleitet. Während Umkehrung in jener Vulgäransicht.

Ändrer Umstand zu bemerken: Für den industriellen Kapitalisten, der
Geld geliehn hat, geht der Zins in die Kosten ein, die Kosten hier in dem

1 Profit bei der Entäußerung, Veräußerung

Sinn, daß sie den vorgeschoßnen Wert bedeuten. Das Kapital z.B. von
1000 Z. geht nicht als Ware zum Wert von 1000 /. in seine Produktion ein,
sondern als Kapital; also wenn Kapital von 1000 I. jährlich zu 10 p.c. Zins,
so als Wert von 1100 in das jährliche Produkt. Hier tritt es also klar hervor,
daß die Wertsumme (und die Waren, worin sie dargestellt) nicht erst im
Produktionsprozeß Kapital wird, sondern als Kapital Voraussetzung des
Produktionsprozesses bildet, und daher den ihr als bloßem Kapital zu-
kommenden Mehrwert bereits im Leib hat. Für den Industriellen, der mit
gepumptem Kapital arbeitet, geht der Zins oder das Kapital als Kapital -
und solches ist es nur, soweit es einen Mehrwert setzt (so daß es als Ware

z.B. 1000, als Kapital 1100 wert ist, d.h. 1000 + nn C+ S)- in seine
Kosten ein. Soweit nur der Zins im Produkt herauskäme, wäre dies zwar
ein Überschuß über den Wert des vorgeschoßnen Kapitals als bloße Ware
berechnet, aber nicht über den Wert der Ware als Kapital berechnet; er hat
wegzuzahlen diesen Mehrwert, er gehört zu seinen Vorschüssen, zu den
Ausgaben, die er gemacht, um die Ware zu produzieren.

Was den Industriellen angeht, der mit eignem Kapital arbeitet, so hat
er sich selbst den Zins für das Kapital zu zahlen und betrachtet diesen als
vorgeschossen. In der Tat, was er vorgeschossen hat, ist ja nicht nur ein
Kapital z.B. vom Wert von 1000 /., sondern der Wert von 1000 I. als
Kapital, und dieser Wert ist 1050 !., wenn der Zins = 5 p.c. Auch ist das
keine müßige Reflexion für ihn. Denn die 1000 /. würden ihm als Kapital
1050 einbringen, wenn er sie ausliehe, statt sie produktiv zu verwenden.
Sofern er also die 1000 I. vorschießt sich selbst als Kapital, schießt er sich
1050. vor. Il faut bien se rattraper sur quelqu’un et fusse-t-il sur lui-même!!

Der Wert von Waren von 1000 I. Wert ist als Kapital 1050 /. D.h., das
Kapital ist keine einfache Zahl; es ist nicht einfache Ware, sondern poten-
zierte Ware; keine einfache Größe, sondern Größenverhältnis. Es ist Ver-
hältnis als Hauptsumme, als gegebner Wert zu sich selbst als Mehrwert.

Der Wert vonCist C(1 + 2) 1 (für I Jahr) oder C+ = Sowenig wie in

der Gleichung a* = n, das x aus den einfachen Rechnungsarten zu be-
greifen oder zu entwickeln ist, sowenig die potenzierte Ware, das poten-
zierte Geld, das Kapital.

Ganz wie im Zins ein Teil des Profits, des vom Kapital erzeugten Mehr-

werts, als von dem Kapitalisten vorgeschossen erscheint, so in der agricultural

1 Man muß sich eben an irgend jemand schadlos halten und wäre es an sich selbst!

Produktion ein andrer Teil, die Grundrente. Stellt sich hier weniger auf-
fallend irrational dar, weil die Rente hier als jährlicher Preis des Bodens
erscheint, der so als Ware in die Produktion eingeht. Im „Preis des Bodens“
liegt zwar größre Irrationalität als im Preis des Kapitals, aber nicht in der
Form selbst. Weil der Boden hier als Gebrauchswert einer Ware erscheint
und die Grundrente als ihr Preis. (Das Irrationelle liegt darin, daß das, was
nicht Produkt der Arbeit ist - Boden - Preis, also in Geld ausgedrückten
Wert, also Wert haben, also als vergegenständlichte gesellschaftliche Arbeit
angeschaut werden soll.) Der äußerlichen Form nach, also wie bei jeder
Ware, doppelter Ausdruck, als Gebrauchswert und Tauschwert, und der
Tauschwert ideell als Preis ausgedrückt, als etwas, was die Ware als Ge-
“ brauchswert absolut nicht ist. Dagegen in dem Ausdruck 1000 I. = 1050 L.,
oder 50 1. ist der Jährliche Preis von 1000 L., ist dasselbe auf dasselbe bezogen,
Tauschwert auf Tauschwert, und der Tauschwert soll als von sich Ver-
schiednes sein eigner Preis sein, d.h. der Tauschwert selbst in Geld aus-
gedrückt.

1907| Hier gehn also 2 Formen des Mehrwerts - Zins und Rente, Resul-
tate der kapitalistischen Produktion - als Voraussetzungen in sie ein, als
Vorschüsse, die der Kapitalist selbst macht, die also für ihn durchaus keinen
Mehrwert, keinen Überschuß über den Wert der gemachten Avancen
repräsentieren. Bei diesen Formen des Mehrwerts erscheint es dem einzelnen
Kapitalisten selbst, daß die Produktion von Mehrwert zu den Produktions-
kosten der kapitalistischen Produktion gehört, daß die Aneignung fremder
Arbeit und des Surplus über den Wert der im Prozeß konsumierten Waren
(ob diese nun eingehn in das konstante oder variable Kapital) eine diese
Produktionsweise beherrschende Bedingung ist. Allerdings tritt das auch
soweit hervor, als der Durchschnittsprofit ein Element des Kostenpreises
der Ware, hence a condition of supply, of the very creation of the commod-
ity! bildet. Aber dennoch betrachtet mit Recht der industrielle Kapitalist
dies Surplus, diesen Teil des Mehrwerts - obgleich er ein Element der
Produktion selbst bildet - für sich als Überschuß über seine Kosten, nicht,
wie bei Zins und Rente, als zu seinen Vorschüssen gehörig. In kritischen
Momenten tritt in der Tat auch der Profit so weit ihm selbst als Produktions-
bedingung gegenüber, als die contraction or stoppage of production? erfolgt
infolge eines Fallens des Preises, das den Profit verschlingt oder auffallend
kontrahiert. Daher der Blödsinn derer, die die verschiednen Formen des

1 also eine Bedingung der Zufuhr, der Herstellung der Ware - ? Einschränkung oder
Einstellung der Produktion

Mehrwerts als bloße Distnbutionsformen betrachten. Sie sind ebensosehr
"Produktionsformen. |907] Es könnte scheinen, daß in der Trinität Erde-Rente, Kapital-
Profit (Zins), Arbeit-Arbeitslohn das letzte Glied am rationalsten noch ist.
Es ist wenigstens die source! ausgesprochen, woraus der Arbeitslohn fließt.
Aber die letzte Form vielmehr die irrationalste und die Grundlage der
beiden andren, wie Lohnarbeit überhaupt Erde als Grundeigentum und
Produkt als Kapital voraussetzt. Nur wenn der Arbeit ihre Bedingungen in
dieser Form gegenübertreten, ist sie Lohnarbeit. Als Lohnarbeit aber ist sie
ausgesprochen in der Formel Arbeit-Arbeitslohn. Indem der Lohn hier als
das spezifische Produkt der Arbeit erscheint, das einzige Produkt derselben
(und es ist in der Tat das einzige Produkt der Arbeit für den Lohnarbeiter),
erscheinen die andren Teile des Werts - Rente, Profit (Zins) - ebenso not-
wendig aus andren spezifischen Quellen fließend; und ganz wie der Teil des
Produktswerts, der sich in Arbeitslohn auflöst, als das spezifische Produkt
der Arbeit Jaufzufassen ist], müssen die Teile des Werts, die sich in Rente
und Profit auflösen, als spezifische Resultate der Agentien aufgefaßt wer-
den, für die sie sind, denen sie anheimfallen, also als offspring of the earth
and of the capital, respectively?. |937]]

### [4. Zunehmende Absonderung der verwandelten Formen
des Mehrwerts von seinem Wesen — der Mehrarbeit.

Der industrielle Profit als „Arbeitslohn für den Kapitalisten‘“]

1910| Betrachten wir den Weg, den das Kapital durchmacht, bevor es in
der Form von zinstragendem Kapital erscheint.

Im unmittelbaren Produktionsprozeß ist die Sache noch einfach. Die
surplus value hat noch keine besondre Form angenommen; außer dieser der
surplus value selbst, die sie nur unterscheidet von der value des Produkts,
die ein Äquivalent der in ihm reproduzierten value bildet. Wie die value
überhaupt sich in labour, so löst sich die surplus value in surplus labour,
unbezahlte Arbeit auf. Daher ist die surplus value auch nur gemessen durch
den Teil des Kapitals, der wirklich seinen Wert ändert - das variable Kapi-
tal, den in Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals. Das konstante Kapital

2 Quelle - 2 respektive Frucht der Erde und des Kapitals

erscheint nur als Bedingung, um den variablen Teil des Kapitals wirken zu
lassen. Es ist sehr einfach, daß, wenn mit 100 [l.] der Arbeit von 10 [Mann],
die Arbeit von 20 gekauft wird (d.h. Ware, worin die Arbeit von 20 ent-
halten), der Wert des Produkts = 200 und der Surpluswert von 100 =
unbezahlter Arbeit von 10 [Mann] ist. Oder, wenn 20 Mann arbeiten, jeder
nur einen halben Tag für sich, einen halben für das Kapital arbeitet. 20 halbe
Tage = 10. Es ist dasselbe, als wären nur 10 Mann bezahlt und 10 arbeiteten
gratis für den Kapitalisten.

Hier in diesem Embryozustand das Verhältnis noch sehr begreiflich oder
vielmehr gar nicht zu verkennen. Die Schwierigkeit besteht hier bloß darin,
aufzufinden, wie diese Aneignung von Arbeit ohne Äquivalent aus dem Ge-
setz des Warenaustauschs — daß die Waren sich austauschen im Verhältnis
zu der in ihnen enthaltrien Arbeitszeit - entspringt, zunächst diesem Gesetz
nicht widerspricht.

911] Der Zirkulationsprozeß verwischt schon, trübt schon den Zu-
sammenhang. Indem die Masse des Mehrwerts hier zugleich bestimmt ist
durch die Zirkulationszeit des Kapitals, scheint ein der Arbeitszeit fremdes
Element hereinzukommen.

In dem fertigen Kapital endlich, wie es als Ganzes, [als] die Einheit von
Zirkulationsprozeß und Produktionsprozeß erscheint, als Ausdruck des
Reproduktionsprozesses - als eine bestimmte Wertsumme, die in einem be-
stimmten Zeitraum, bestimmten Zirkulationsabschnitt, bestimmten Profit
(Mehrwert) produziert -, in dieser Gestalt existieren Produktionsprozeß
und Zirkulationsprozeß nur noch als Erinnerung und als Momente, die
gleichmäßig den Mehrwert bestimmen, womit seine einfache Natur verhüllt
wird. Der Mehrwert erscheint jetzt als Profit. Dieser Profit I. bezogen auf
einen bestimmten Zirkulationsabschnitt des Kapitals, der von der Arbeits-
zeit verschieden ist; 2. der Mehrwert berechnet und bezogen nicht auf den
Teil des Kapitals, aus dem er unmittelbar entspringt, sondern unterschieds-
los auf das Gesamtkapital. Damit die Quelle desselben vollständig ver-
schüttet. 3. Obgleich in dieser ersten Form des Profits die Masse des Profits
noch quantitativ identisch mit der Masse des von dem besondren Kapital
erzeugten Mehrwerts, ist die Rate des Profits von vornherein verschieden

von der Rate des Mehrwerts; indem die Rate des Mehrwerts = — und die

Rate des Profits = Pe 4. Die Rate des Mehrwerts als gegeben voraus-

gesetzt, kann die Rate des Profits steigen oder fallen, und selbst in entgegen-
gesetzter Richtung als die Rate des Mehrwerts.

So hat der Mehrwert in der ersten Gestalt des Profits bereits eine Form,
die seine Identität mit dem Mehrwert, der Surplusarbeit, nicht nur nicht un-
mittelbar erkennen läßt, sondern ihr unmittelbar zu widersprechen scheint.

Weiter durch die Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit, die
Bildung der allgemeinen Profitrate, und die damit verbundne oder gesetzte
Wandlung der Werte in Kostenpreise, wird der Profit des besondren Kapi-
tals nicht nur dem Ausdruck nach, als Unterschied der Profitrate von der
Rate des Mehrwerts, sondern der Substanz nach, d.h. hier der Quantität
nach, verschieden von dem Mehrwert selbst, den das besondre Kapital in
seiner besondren Produktionssphäre erzeugt hat. Das einzelne Kapital, aber
auch das Gesamtkapital in einer besondren Sphäre betrachtet, scheint nicht
nur, sondern ist der Profit jetzt faktisch verschieden von Mehrwert. Kapita-
lien von gleicher Größe liefern gleiche Profite, oder der Profit ist im Ver-
hältnis zur Größe der Kapitalien. Oder der Profit ist bestimmt durch den
Wert des vorgeschoßnen Kapitals. In allen diesen Ausdrücken ist das Ver-
hältnis des Profits zur organischen Komposition des Kapitals völlig aus-
gelöscht, nicht mehr wiederzuerkennen. Was vielmehr unmittelbar auf der
Hand liegt, ist, daß gleich große Kapitalien, die sehr verschiedne Quanta
Arbeit in Bewegung setzen, also sehr verschiedne Quanta Surplusarbeit
kommandieren, also sehr verschiedne Quanta surplus value erzeugen, gleich
großen Profit bringen. Ja, durch die Verwandlung der Werte in Kosten-
preise scheint die Basis selbst - die Bestimmung des Werts der Waren
durch die in ihnen enthaltne Arbeitszeit - aufgehoben.

Und in dieser ganz entfremdeten Form des Profits, und in demselben
Grade, wie die Gestalt des Profits seinen innren Kern versteckt, erhält das
Kapital mehr und mehr eine sachliche Gestalt, wird aus Verhältnis immer
mehr Ding, aber Ding, das das gesellschaftliche Verhältnis im Leib hat, in
sich verschluckt hat, mit fiktivem Leben und Selbständigkeit sich zu sich
selbst verhaltendes Ding, sinnlich-übersinnliches Wesen; und in dieser
Form von Kapital und Profit erscheint es als fertige Voraussetzung auf der
Oberfläche. Es ist die Form seiner Wirklichkeit oder vielmehr seine wirk-
liche Existenzform. Und es ist die Form, worin es im Bewußtsein seiner
Träger, der Kapitalisten, lebt, sich in ihren Vorstellungen abspiegelt.

Diese fixe und verknöcherte Form (metamorphosierte) des Profits (und
damit des Kapitals als seines Erzeugers, denn Kapital ist Grund, Profit
Folge; Kapital Ursache, Profit Wirkung; Kapital Substanz, Profit Akzi-
denz; Kapital ist nur als Profit erzeugendes Kapital, als Wert, der einen
Profit, Zuschußwert schafft) - und damit des Kapitals als seines Grundes
des sich als Kapital erhaltenden und im Profit vermehrenden Kapitals -

wird noch befestigt in ihrer Äußerlichkeit dadurch, daß derselbe Aus-
gleichungsprozeß des Kapitals, der dem Profit diese Form des Durchschnitts-
profits gibt, einen Teil von ihm unter der Form der Rente selbständig und als
auf anderm Boden, der Erde, gewachsen, von ihm absondert. Die Rente
stellt sich zwar ursprünglich dar als ein Teil des Profits, den der farmer dem
landlord zahlt. Da aber weder er, der farmer, diesen surplus profit ein-
steckt, noch das Kapital, das er anwendet, sich anyhow! von anderm Kapital
als Kapital unterscheidet (weil er den surplus profit nicht dem Kapital als
Kapital dankt, zahlt er ihn ja dem landlord), erscheint die Erde selbst als die
Quelle dieses Teils des Werts der Ware (ihres Mehrwerts) und der landlord
[scheint] nur die Erde ||912] als juristische Persönlichkeit [zu vertreten].

Wird die Rente berechnet auf das vorgeschoßne Kapital, so noch ein
Faden, der an ihren Ursprung erinnert, als einen abgesonderten Teil des
Profits, also des Mehrwerts überhaupt. (Natürlich anders in Gesellschafts-
zustand, wo das Grundeigentum direkt die Arbeit exploitiert. Bei ihm keine
Schwierigkeit, den Ursprung des surplus wealth? zu erkennen.) Aber die
Rente wird bezahlt für ein bestimmtes Quantum Grund und Boden; sie
wird kapitalisiert im Wert des Bodens; dieser Wert steigt und fällt im Ver-
hältnis zum Steigen oder Fallen der Rente; die Rente steigt oder fällt im
Verhältnis zu der sich gleichbleibenden Bodenfläche (während das auf
dieser arbeitende Kapital wechselnde Größe); der Unterschied der Boden-
arten zeigt sich in der Höhe der Rente, die für gegebne Quadratfüße gezahlt
werden muß; das Gesamtrental wird berechnet auf die gesamte Boden-
fläche, um das Durchschnittsrental z.B. eines Quadratfußes zu bestimmen;
die Rente erscheint, wie jede von der kapitalistischen Produktion geschaffne
Gestalt derselben, zugleich als feste, gegebne, in jedem Augenblick vor-
handne, also für den einzelnen unabhängig vorhandne Voraussetzung. Der
farmer hat Rente zu zahlen, und zwar soviel per Maß Boden, je nach der
Art des Bodens. Steigt oder fällt sie, so steigt oder fällt die Rente, die er von
soviel acres zu zahlen hat; für den Boden, abgesehn von dem Kapital, das er
darauf anwendet; ganz wie er den Zins zu zahlen hat, abgesehn von dem
Profit, den er macht.

Das Berechnen der Rente auf das industrielle Kapital ist noch eine
kritische Formel der politischen Ökonomie, die den innren Zusammenhang
der Rente mit dem Profit als ihrem? Grund und Boden festhält. In der Wirk-
lichkeit aber erscheint dieser Zusammenhang nicht, vielmehr mißt sich hier
die Rente an dem wirklichen Grund und Boden - und damit ist die ganze

I irgendwie - ? Mehrreichtums - ® in der Handschrift: seinem

Vermittlung abgeschnitten und ihre veräußerlichte selbständige Gestalt
vollendet. Selbständige Gestalt ist sie nur in dieser Veräußerlichung, in
dem völligen Losgetrenntsein von ihrer Vermittlung. Quadratfüße Boden!
bringen soundsoviel Rente. In diesem Ausdruck, worin ein Teil des Mehr-
werts - die Rente - im Verhältnis zu einem besondren Naturelement, unab-
hängig von der menschlichen Arbeit, sich darstellt, ist nicht nur die Natur des
Mehrwerts, weil des Werts selbst, vollständig ausgelöscht, sondern der
Profit selbst erscheint jetzt, wie die Rente der Erde, so er dem Kapital als
einem besondren dinglichen Produktionselement geschuldet. Die Erde ist von
Natur da und bringt Rente. Das Kapital besteht aus Produkten, und diese
bringen Profit. Daß ein Gebrauchswert, der produziert ist, Profit bringt,
und ein andrer, der nicht produziert ist, Rente bringt, sind nur zwei ver-
schiedne Formen, worin Dinge Wert schaffen, die eine grad so begreiflich
und unbegreiflich wie die andre.

Es ist klar, daß, sobald sich der Mehrwert auf? verschiedne, besondre,
auf verschiedne Produktionselemente — wie Natur, Produkte, Arbeit - be-
zogen, nur stofflich verschiedne Produktionselemente bezieht, daß, sobald er
überhaupt besondre, gegeneinander gleichgültige, voneinander unabhängige
und durch verschiedne Gesetze regulierte Gestalten erhält, seine gemein-
same Einheit - der Mehrwert - und daher die Natur dieser gemeinsamen
Einheit mehr und mehr unerkenntlich wird und in der Erscheinung sich
nicht zeigt, sondern als verborgnes Mysterium erst entdeckt werden muß.
Diese Verselbständigung der Gestalt der besondren Teile - und ihr Gegen-
übertreten als selbständige Gestalten - wird vollendet dadurch, daß jeder
dieser Teile auf ein besondres Element als sein Maß und seinen besondren
Quell reduziert wird, oder daß jeder Teil des Mehrwerts als Wirkung einer
besondren Ursache, als Akzidenz einer besondren Substanz sich darstellt.
So der Profit-Kapital, Rente-Erde, Arbeitslohn-Arbeit.

Und es sind diese fertigen Verhältnisse und Formen, die in der wirk-
lichen Produktion als Voraussetzungen erscheinen, weil die kapitalistische
Produktionsweise sich in den von ihr selbst geschaffnen Gestalten bewegt
und diese, ihr Resultat, im Prozeß der Reproduktion, ihr ebensosehr als
fertige Voraussetzungen gegenübertreten. Als solche bestimmen sie prak-
tisch das Tun und Treiben der einzelnen Kapitalisten etc., geben die Motive
her, wie sie als solche in ihrem Bewußtsein sich widerspiegeln. Die Vulgär-
ökonomie tut nichts, als dies seinen Motiven und seinen Vorstellungen
nach in der Erscheinung der kapitalistischen Produktionsweise befangene

3 In der Handschrift darübergeschrieben: Erde -? in der Handschrift: in

Bewußtsein in doktrinärer Form aussprechen. Und je flacher sie an der Ober-
fläche hängt und sie nur in einer gewissen Ordnung widerhallt, um so mehr
ist sie sich bewußt, „naturgemäß“ zu sein und aller abstrakten Spintisiererei
fernzustehn.

913] Oben bei dem Zirkulationsprozeß noch zu bemerkent, daß die aus
dem Zirkulationsprozeß hervorgehenden Bestimmungen sich als Eigen-
schaften bestimmter Sorten von Kapital, fixem, zirkulierendem etc. kristal-
lisieren und so als gegebne Eigenschaften erscheinen, die bestimmten Waren
stofflich zukommen.

Wenn in der finalen Gestalt, worin der Profit, als gegeben vorausgesetzt,
in der kapitalistischen Produktion erscheint, die vielen Verwandlungen, Ver-
mittlungen, die er durchläuft, ausgelöscht und unerkennbar sind, daher
auch die Natur des Kapitals; wenn diese Gestalt noch mehr fixiert wird
dadurch, daß derselbe Prozeß, der ihr den letzten finish? gibt, einen Teil
des Profits ihm als Rente gegenüberstellt, ihn also zu einer besondren Form
des Mehrwerts macht, die ganz so auf das Kapital bezogen ist, als stofflich
besonderes Produktionsinstrument, wie die Rente auf die Erde, so erreicht
diese von ihrem innren Wesen durch eine Masse unsichtbarer Mittelglieder
getrennte Gestalt eine noch mehr veräußerlichte Form, oder vielmehr die
Form der absoluten Veräußerlichung im zinstragenden Kapital, in der
Spaltung des Profits und Zins, im zinstragenden Kapital als der einfachen
Gestalt des Kapitals, der Gestalt, worin das Kapital seinem eignen Re-
produktionsprozeß vorausgesetzt ist. Einerseits drückt sich drin die abso-
lute Form des Kapitals aus: G- G’. Sich verwertender Wert. Anderseits ist
das Mittel weggefallen, das selbst noch beim reinen Handelskapital existiert,
W,G-W-G/. Es ist bloß das Verhältnis von G zu sich selbst und ge-
messen an sich selbst. Es ist das Kapital ausdrücklich herausgenommen,
geschieden, außerhalb des Prozesses - als Voraussetzung des Prozesses,
dessen Resultat es ist und in und durch den es nur Kapital ist.

{[Hier ist] abgesehn davon, daß der Zins bloßer transfer? sein kann und
keinen wirklichen Mehrwert auszudrücken braucht, wie wenn Geld einem
„Verschwender“, i.e. wenn es für Konsumtion verliehn wird. Derselbe Fall
kann jedoch eintreten, wenn es geliehn wird, um zu zahlen. In beiden Fällen
wird es als Geld und nicht als Kapital verliehn, wird aber für seinen Be-
sitzer Kapital durch den bloßen Akt des Verleihens. Im zweiten Fall, [bei]

discount, oder loan on temporaneously not vendible commodities*, kann es

1 Siehe vorl. Band, S.473/474 - * Schliff — 3 bloße Übertragung - * Diskontierung, oder
Beleihung von augenblicklich nicht verkäuflichen Waren

sich auf den Zirkulationsprozeß des Kapitals, die notwendige Verwandlung
des Warenkapitals als Geldkapital beziehn. Soweit die Beschleunigung
dieses Verwandlungsprozesses - wie im Kredit seinem allgemeinen Wesen
nach - die Reproduktion, also die Produktion von Mehrwert beschleunigt,
ist das geliehne Geld Kapital. Soweit es dagegen nur dient, Schulden zu
zahlen, ohne den Reproduktionsprozeß zu beschleunigen, vielleicht ihn un-
möglich macht oder verengt, ist es bloßes Zahlungsmittel, nur Geld für den
Leiher, und für den Verleiher in der Tat vom Prozeß des Kapitals unabhängiges
Kapital. In diesem Fall der Zins, wie der profit upon expropriation!, von
der kapitalistischen Produktion - der Erzeugung des Mehrwerts - als
solcher unabhängiger fact. Es sind diese beiden Formen des Geldes, als
Kaufmittel für Ware, um sie zu verzehren, und als Zahlungsmittel für
Schulden, daß der Zins, ganz wie der profit upon expropriation, eine zwar
in der kapitalistischen Produktion sich reproduzierende, aber von ihr unab-
hängige, frühren Produktionsweisen angehörende Form des Zinses. Es liegt
aber in der Natur der kapitalistischen Produktion, daß Geld (oder Ware)
außer[halb] des Produktionsprozesses Kapital sein, als Kapital verkauft
werden kann, daß dies auch in den ältren Formen geschehn kann, worin es
nicht in Kapital verwandelt wird, sondern nur als Geld dient.

Die dritte ältre Form des zinstragenden Kapitals beruht darauf, daß die
kapitalistische Produktion noch nicht vorhanden ist, sondern der Profit noch
in der Form des Zinses eingesteckt wird, der Kapitalist als bloßer Wucherer
erscheint. Dies schließt ein: I. daß der Produzent noch selbständig mit
seinen Produktionsmitteln arbeitet, die Produktionsmittel noch nicht mit
ihm arbeiten (selbst wenn zu diesen Produktionsmitteln Sklaven gehören,
die aber hier so wenig eine besondre ökonomische Kategorie bilden wie das
Arbeitsvieh, oder höchstens stofflicher Unterschied: stumme Instrumente,
fühlende, sprechende); 2. daß die Produktionsmittel ihm nur nominell
gehören, d.h., daß er durch irgendwelche Zufälle unfähig ist, sie aus dem
Verkauf seiner Waren zu reproduzieren. Diese Formen des zinstragenden
Kapitals daher in allen Gesellschaftsformen, es mag Sklavenarbeit, Leib-
eignenarbeit oder freie Arbeit in ihnen herrschen, worin Warenzirkulation
und Geld zirkuliert. In der letztbemerkten Form zahlt der Produzent seine
Surplusarbeit an den Kapitalisten unter der Form des Zinses, der daher
Profit einschließt. Es ist hier die ganze | kapitalistische Produktion, ohne
ihre Vorteile, die Entwicklung der gesellschaftlichen Formen der Arbeit
und derausihnen hervorsprießenden Produktivkräfte der Arbeit. Eine Form,

1 Entäußerungsprofit

sehr vorherrschend bei Bauernvölkern, die aber schon einen Teil ihrer
Lebensmittel und Produktionsinstrumente als Ware kaufen müssen, neben
denen also gesondert schon städtische Industrie existiert, die außerdem
Steuern, Rente in Geld zahlen müssen eic.}

Das zinstragende Kapital bewährt sich nur als solches, soweit das ver-
liehne Geld wirklich in Kapital verwandelt wird und ein surplus produziert,
wovon der Zins ein Teil. Allein dies hebt nicht auf, daß ihm, unabhängig
vom Prozeß, der Zins und das Zinstragen als Eigenschaft eingewachsen ist.
Sowenig es den Gebrauchswert der Baumwolle aufhebt als Baumwolle, daß
sie versponnen oder sonstwie vernutzt werden muß, um ihre nützlichen
Eigenschaften zu bewähren. Und so [beweist] das Kapital seine zins-
schaffende Kraft nur, indem es übergeht in den Produktionsprozeß. Aber
das Arbeitsvermögen bewährt ja auch nur seine Kraft, Wert zu schaffen,
wenn es im Prozeß als Arbeit betätigt, realisiert wird. Das schließt nicht aus,
daß es an sich, als Vermögen, die wertschaffende Tätigkeit ist und als solche
nicht erst durch den Prozeß wird, sondern ihm vielmehr vorausgesetzt ist.
Als solches wird es gekauft. Es kann einer es auch kaufen, ohne es arbeiten
zu lassen (wie z.B. ein Schauspieldirektor einen Schauspieler kauft, nicht
um ihn spielen zu lassen, sondern um sein Spiel einem Konkurrenztheater
zu entziehn). Ob der, der das Arbeitsvermögen kauft, seine Eigenschaft, die
er bezahlt, seine Eigenschaft Wert zu schaffen, benutzt, geht den Verkäufer
nichts an und die verkaufte Ware nichts, sowenig als ob der, der Kapital
kauft, es als Kapital vernutzt, also die ihm inhärente Eigenschaft, Wert zu
schaffen im Prozeß betätigt. Was er zahlt, ist in beiden Fällen der an sich,
der Möglichkeit nach, der Natur der gekauften Ware nach, das eine Mal im
Arbeitsvermögen, das andre Mal im Kapital eingeschlossene Mehrwert und
[die] Fähigkeit, seinen eignen Wert zu erhalten. Deshalb betrachtet auch der
Kapitalist, der mit eignem Kapital arbeitet, einen Teil des Mehrwerts als
Zins, d.h. als einen Mehrwert, der aus dem Produktionsprozeß heraus-
kömmt, weil das Kapital, unabhängig davon, ihn in ihn hineingebracht hat.

Die Grundrente, und das Verhältnis Erde-Rente, kann als eine viel
mysteriösre Form erscheinen als die [Form] Zins, [das Verhältnis] Kapital-
Zins. Aber das Irrationale ist in der Form der Grundrente auch nicht so
ausgesprochen oder gestaltet, daß es ein Verhältnis des Kapitals selbst aus-
drückt. Da die Erde selbst produktiv ist (von Gebrauchswert) und selbst
eine lebendige Produktivkraft (von Gebrauchswert oder zur Herstellung
von Gebrauchswerten), so kann entweder superstitious! Gebrauchswert

1 abergläubig

und Tauschwert, das Ding mit einer spezifisch gesellschaftlichen Form der
im Produkt enthaltnen Arbeit verwechselt werden; die Irrationalität findet
dann ihren Grund in sich selbst, indem die Rente als sui generis! mit dem
kapitalistischen Prozeß als solchem nichts zu tun hat, oder die „aufgeklärte“
Ökonomie kann, wegen der Nichtbeziehung der Rente, sei es auf Arbeit,
sei es auf Kapital, leugnen, daß die Rente überhaupt eine Form der surplus
value, und sie als bloße surcharge of price? erklären, wozu den Grundeigen-
tümer das Monopol des Besitzes der Erde befähigt.

Anders mit dem zinstragenden Kapital. Hier handelt es sich nicht von
einem dem Kapital fremden, sondern vom Kapitalverhältnis selbst, von
einem aus der kapitalistischen Produktion entspringenden und ihr spezi-
fischen, das Wesen des Kapitals selbst ausdrückenden Verhältnis, einer Ge-
stalt des Kapitals, worin es als Kapital erscheint. Der Profit enthält immer
noch Beziehung auf das prozessierende Kapital, auf den Prozeß, worin der
Mehrwert (er selbst) erzeugt wird. Im zinstragenden Kapital ist nicht, wie
im Profit, die Gestalt des Mehrwerts entfremdet, fremdartig geworden,
ohne unmittelbar seine einfache Gestalt und damit seine Substanz und
seinen Entstehungsgrund erkennen zu lassen; im Zins ist vielmehr aus-
drücklich diese entfremdete Form als das Wesentliche gesetzt, vorhanden,
ausgesprochen. Sie ist als gegensätzlich gegen die wirkliche Natur des Mehr-
werts verselbständigt, fixiert. Im zinstragenden Kapital ist das Verhältnis
des Kapitals zur Arbeit ausgelöscht. In der Tat unterstellt der Zins den
Profit, von dem er nur ein Teil ist und wie der Mehrwert ||915] sich teilt
zwischen Zins und Profit, zwischen verschiednen Sorten Kapitalisten, ist
in der Tat für den Lohnarbeiter ganz gleichgültig.

Der Zins ist ausdrücklich gesetzt als offspring of capital®, getrennt, un-
abhängig, und außerhalb des kapitalistischen Prozesses selbst. Er kommt
dem Kapital. als Kapital zu. Er geht ein in den Produktionsprozeß und
kommt daher aus ihm heraus. Das Kapital ist mit ihm geschwängert. Es
bringt den Zins nicht aus dem Produktionsprozeß heraus, sondern bringt
ihn in denselben hinein. Der Überschuß des Profits über den Zins, das
Quantum Mehrwert, das das Kapital erst dem Produktionsprozeß verdankt,
erst als funktionierendes Kapital erzeugt, erhält daher, gegenüber dem Zins,
als der dem Kapital an sich, dem Kapital für sich, dem Kapital als Kapital
zukommenden Wertschöpfung, eine besondre Gestalt als industrieller Profit
(Unternehmungsprofit, industriell oder kommerziell, je nachdem der
Produktionsprozeß oder der Zirkulationsprozeß betont wird). Damit wird

1 eigene Art, besondere Art - 2 bloßer Preisaufschlag - ® Frucht des Kapitals

auch noch die letzte Form des Mehrwerts, die einigermaßen an seinen Ur-
sprung erinnert, nicht nur in einer entfremdeten, sondern in direktem
Gegensatz dazu gefaßten Form gesondert und aufgefaßt, und damit schließ-
lich die Natur des Kapitals und des Mehrwerts, wie der, kapitalistischen
Produktion überhaupt, gänzlich mystifiziert.

Der industrielle Profit im Gegensatz zum Zins stellt das Kapital im Prozeß
im Gegensatz zum Kapital außerhalb des Prozesses dar, das Kapital als
Prozeß im Gegensatz zum Kapital als Eigentumt, daher den Kapitalisten als
funktionierenden Kapitalisten, als Repräsentanten des arbeitenden Kapitals
im Gegensatz zum Kapitalisten als der bloßen Personifizierung des Kapitals,
als bloßem Eigentümer des Kapitals. So erscheint er als arbeitender Kapita-
list gegen sich selbst als Kapitalisten; daher weiter als Arbeiter gegen sich als
bloßen Eigentümer. Soweit daher noch ein Verhältnis des Mehrwerts zum
Prozeß festgehalten wird, erscheint, geschieht es grade in der Form, worin
the very notion of surplus value is negatived?. Der industrielle Profit wird
in Arbeit aufgelöst, aber nicht in fremde, unbezahlte Arbeit, sondern in
‚Lohnarbeit, in Arbeitslohn für den Kapitalisten, der hiermit mit dem Lohn-
arbeiter in eine Kategorie fällt, und nur eine besser bezahlte Art von L.ohn-
arbeiter, wie ja überhaupt der Arbeitslohn sehr verschieden.

In der Tat ist es nicht dadurch, daß sich Geld in Kapital verwandelt, daß
es sich gegen die stofflichen Produktionsbedingungen der Ware austauscht
und diese Bedingungen — Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel, Arbeit - im
Arbeitsprozeß in Gärung geraten, aufeinander wirken, sich verbinden, einen
chemischen Prozeß eingehn und die Ware als Kristall dieses Prozesses
niederschlagen. So käme nie Kapital heraus, nie Mehrwert. Diese abstrakte
Form des Arbeitsprozesses ist vielmehr allen Produktionsweisen, was immer
ihre gesellschaftliche Gestalt oder ihre historische Bestimmtheit, gemein.
Dieser Prozeß wird nur kapitalistischer Prozeß, das Geld verwandelt sich
nur in Kapital, wenn I. Warenproduktion, die Produktion des Produkts als
Ware, die allgemeine Form der Produktion ist; 2. wenn Ware (Geld) gegen
Arbeitsvermögen (also faktisch gegen Arbeit) als Ware sich austauscht, die
Arbeit daher Lohnarbeit ist; 3. aber dies nur der Fall, wenn die objektiven
Bedingungen, also (den ganzen Produktionsprozeß? betrachtet) die Pro-
dukte der Arbeit selbst als selbständige Mächte, als ihr Nichteigentum, als
fremdes Eigentum und so der Form nach als Kapital gegenüberstehn.

1 In der Handschrift: das Kapital als Eigentum im Gegensatz zum Kapital als Prozeß -
? der wahre Begriff des Mehrwertes negiert ist - ®in der Handschrift: Reproduktions-
prozeß

Die Arbeit als Lohnarbeit und die Bedingungen der Arbeit als Kapital -
daher Eigentum des Kapitalisten: sie sind Selbsteigentümer, im Kapita-
listen, worin sie sich personifizieren, und dessen Eigentum an ihnen, ihr
Eigentum an sich selbst der Arbeit gegenüber, darstellen - sind Ausdruck
desselben Verhältnisses, nur von seinen verschiednen Polen aus. Diese
Bedingung der kapitalistischen Produktion ist ihr beständiges Resultat. Es
ist ihre Voraussetzung als von ihr selbst gesetzt; sie ist sich selbst voraus-
gesetzt, also mit ihren Bedingungen gesetzt, sobald sie sich entwickelt hat
und in ihr gemäßen Verhältnissen funktioniert. Der kapitalistische Pro-
duktionsprozeß ist aber auch nicht Produktionsprozeß schlechthin; jene
gegensätzlich gesellschaftliche Bestimmtheit seiner Elemente entwickelt
sich nur, realisiert sich nur im Prozeß selbst, den sie durch und durch
charakterisiert, und grade zu dieser gesellschaftlich bestimmten Produktions-
weise, dem kapitalistischen Produktionsprozeß, macht.

916] Sofern sich das Kapital - nicht ein bestimmtes Kapital, sondern
das Kapital überhaupt - erst bildet, ist sein Bildungsprozeß der Auflösungs-
prozeß, das Scheidungsprodukt der ihm vorgehenden gesellschaftlichen Pro-
duktionsweise. Also historischer Prozeß und bestimmter historischer Periode
angehöriger Prozeß. Dies ist seine historische Genesisperiode. (So das Dasein
des Menschen das Resultat eines frühern Prozesses, den das organische
Leben durchlaufen hat. Erst auf einem gewissen Punkt wird er Mensch.
Aber den Menschen einmal gesetzt, ist er, als beständige Voraussetzung der
Menschengeschichte, ebenso ihr beständiges Produkt und Resultat, und er
ist Voraussetzung nur als sein eignes Produkt und Resultat.) Hier erst muß
die Arbeit sich loslösen von den Arbeitsbedingungen in ihrer frühern Form
der Identität mit denselben. Sie wird so erst freie Arbeit, und so verwandeln
sich ihr gegenüber erst ihre Bedingungen in Kapital. Der Prozeß des Wer-
dens des Kapitals zum Kapital oder seiner Entwicklung vor dem kapitalisti-
schen Produktionsprozeß selbst und seiner Realisierung in diesem Prozeß
gehören hier zwei historisch verschiednen Perioden. In der letztren ist es
imterstellt, sein Dasein als sich selbst betätigendes vorausgesetzt. In der
erstern ist es Niederschlag des Auflösungsprozesses einer andren Gesell-
schaftsform. Es ist Produkt einer andren, nicht wie später es als Produkt
seiner eignen Reproduktion. Die kapitalistische Produktion arbeitet auf der
Lohnarbeit als ihrer vorhandnen, aber zugleich beständig von ihr reprodu-
zierten Basis. Sie’arbeitet daher auch auf dem Kapital, als der Gestalt der
Arbeitsbedingungen, als ihrer gegebnen Voraussetzung, eine Voraus-
setzung, die aber ebenso wie die Lohnarbeit ihr beständiges Setzen, ihr be-
ständiges Produkt ist.

Auf dieser Basis ist das Geld z.B. an sich Kapital, weil an sich die Pro-
duktionsbedingungen die entfremdete Form der Arbeit gegenüber haben,
als fremdes Eigentum ihr gegenüber erscheinen und sie als solches be-
herrschen. Das Kapital kann dann auch als Ware, die diese Eigenschaft hat,
verkauft, d.h. Kapital kann als Kapital verkauft werden, wie es im Ausleihn
des Kapitals auf Zinsen geschieht.

Indem aber so das Moment der spezifisch gesellschaftlichen Bestimmt-
heit des Kapitals und der kapitalistischen Produktion - eine spezifisch
gesellschaftliche Bestimmtheit, die sich juristisch ausdrückt im Kapital als
Eigentum, im Kapitaleigentum als einer besondren Form des Eigentums -
fixiert wird und der Zins daher so erscheint als der Teil des Mehrwerts, den
das Kapital in dieser Bestimmtheit, getrennt von dieser Bestimmtheit als
Bestimmtheit des Prozesses überhaupt, erzeugt, muß offenbar der andre
Teil des Mehrwerts, das surplus des Profits über den Zins, der industrielle
Profit, sich als Wert darstellen, der nicht aus dem Kapital als Kapital
stammt, sondern aus dem Produktionsprozeß, getrennt von seiner gesell-
schaftlichen Bestimmtheit, die ja in dem Ausdruck Kapital-Zins schon ihre
besondre Existenzweise erhalten hat. Vom Kapital getrennt ist aber der
Produktionsprozeß Arbeitsprozeß überhaupt. Der industrielle Kapitalist als
unterschieden von sich als Kapitalist, Industrieller im Unterschied von sich
als Kapitalist, Eigentümer des Kapitals - ist also nur noch einfacher Funk-
tionär im Arbeitsprozeß, nicht funktionierendes Kapital, sondern Funk-
tionär, abgesehn vom Kapital -, also ein besondrer Träger des Arbeits-
prozesses überhaupt, Arbeiter. Damit wird dann glücklich der industrielle
Profit in Arbeitslohn verwandelt und fällt mit dem gewöhnlichen Arbeits-
lohn zusammen, von dem er sich nur noch quantitativ unterscheidet und
durch besondre Form der Auszahlung, daß der Kapitalist ihn sich selbst
zahlt, statt gezahlt erhält.

In dieser letzten Spaltung des Profits in Zins und industriellen Profit ist
nicht nur die Natur des Mehrwerts (und daher des Kapitals) ausgelöscht,
sondern ausdrücklich als etwas ganz Verschiednes dargestellt.

Der Zins drückt einen Teil des Mehrwerts aus; bloßes, unter besondrem
Namen ausrangiertes Quotum des Profits; das Quotum, was dem bloßen
Eigentümer des Kapitals zukommt, von ihm abgefangen wird. Aber dies
bloß quantitative Teilen schlägt in ein qualitatives Teilen um, das beiden
Teilen eine verwandelte Gestalt gibt, worin auch keine Pulsader ihres ur-
sprünglichen Wesens mehr zu schlagen scheint. ||917] Es befestigt sich
dies zunächst darin, daß der Zins nicht als eine der Produktion gleich-
giltige Teilung auftritt, die nur dann „gelegentlich“ stattfindet, wenn der

Industrielle mit fremdem Kapital arbeitet. Auch wenn er mit eignem Kapital
arbeitet, spaltet sich sein Profit in Zins und industriellen Profit, womit also
die bloß quantitative Teilung schon als gualitative, von dem zufälligen Um-
stand, ob der Industrielle Eigentümer oder Nichteigentümer seines Kapitals
ist, unabhängig, aus der Natur des Kapitals und der kapitalistischen Produk-
tion selbst entspringende qualitative Teilung fixiert wird. Es sind nicht nur
zwei an verschiedne Personen verteilte Quota des Profits, sondern zwei be-
sondre Kategorien desselben, die in verschiednem Verhältnis zum Kapital,
also im Verhältnis zu verschiednen Bestimmtheiten des Kapitals stehn.
Diese Verselbständigung, abgesehn von den früher entwickelten Gründen,
befestigt sich um soleichter, als das zinstragende Kapital als historische Form
vor dem industriellen Kapital erscheint und neben ihm in seiner alten Form
fortexistiert, und erst von ihm im Lauf seiner Entwicklung als eine besondre
Form seiner selbst unter die kapitalistische Produktion subsumiert wird.

Aus der bloß quantitativen Teilung wird daher eine qualitative Spaltung.
Das Kapital selbst wird gespalten. Soweit es Voraussetzung der kapitalisti-
schen Produktion ist, soweit es also die entfremdete Form der Arbeitsbedin-
gungen, ein spezifisch gesellschaftliches Verhältnis ausdrückt, realisiert es sich
im Zins. Seinen Charakter als Kapital realisiert es im Zins. Änderseits, so-
weit es funktioniert im Prozeß, erscheint dieser Prozeß als getrennt von
seinem spezifisch kapitalistischen Charakter, von seiner spezifisch gesell-
schaftlichen Bestimmtheit - als bloßer Arbeitsprozeß überhaupt. Soweit der
‚Kapitalist daher in ihn eingreift, greift er nicht als Kapitalist in ihn ein,
denn dieser sein Charakter ist diskontiert im Zins, sondern als Funktionär des
Arbeitsprozesses überhaupt, als Arbeiter, und sein Arbeitslohn stellt sich dar
im industriellen Profit. Esist besondre Weise der Arbeit-labour of direction! -,
aber die Arbeitsweisen sind ja überhaupt voneinander verschieden.

In diesen zwei Formen des Mehrwerts ist also die Natur desselben, das
Wesen des Kapitals und der Charakter der kapitalistischen Produktion voll-
ständig nicht nur ausgelöscht, sondern ins Gegenteil verkehrt. Aber, in-
sofern auch der Charakter und die Gestalt des Kapitals vollendet, als die
Versubjektivierung der Sachen, die Versachlichung der Subjekte, die Ver-
kehrung von Ursache und Wirkung, das religiöse Quidproquo, die reine
Form des Kapitals G-G’, sinnlos, ohne alle Vermittlung dargestellt und
ausgedrückt wird. Ebenso die Verknöcherung der Verhältnisse, ihre Dar-
stellung als Verhältnis der Menschen zu Sachen von bestimmtem sozialen
Charakter, ganz anders herausgearbeitet als in der einfachen Mystifikation

1 Arbeit der Leitung

der Ware und der schon komplizierteren des Geldes. Die Transsubstantia-
tion, der Fetischismus ist vollendet.

Der Zins an sich drückt also grade das Dasein der Arbeitsbedingungen
als Kapital in ihrem gesellschaftlichen Gegensatz und ihrer Metamorphose
als persönliche Mächte gegenüber der Arbeit und über die Arbeit aus. Er
resümiert den entfremdeten Charakter der Arbeitsbedingungen im Verhält-
nis zur Tätigkeit des Subjekts. Er stellt das Eigentum des Kapitals oder das
bloße Kapitaleigentum als Mittel dar, die Produkte fremder Arbeit sich an-
zueignen als Herrschaft über fremde Arbeit. Aber er stellt diesen Charakter
des Kapitals dar als etwas, was ihm außer dem Produktionsprozeß selbst
zukommt und keineswegs das Resultat der spezifischen Bestimmtheit dieses
Produktionsprozesses selbst ist. Er stellt es dar nicht im Gegensatz zur Ar-
beit, sondern umgekehrt, ohne Verhältnis zur Arbeit und als bloßes Ver-
hältnis eines Kapitalisten zum andren. Also als eine dem Verhältnis des
Kapitals zur Arbeit selbst äußerliche und gleichgültige Bestimmung. Die
Verteilung des Profits unter den Kapitalisten ist dem Arbeiter als solchem
gleichgültig. In dem Zins also, der Gestalt des Profits, worin der gegensätz-
liche Charakter des Kapitals sich einen besondren Ausdruck gibt, gibt er
sich einen Ausdruck, worin dieser Gegensatz völlig ausgelöscht und aus-
drücklich von ihm abstrahiert ist. Soweit er überhaupt, außer der Fähigkeit
des Gelds, der Waren etc., ihren eignen Wert zu verwerten darstellt, den
Mehrwert als aus ihnen herauswachsend, als ihre natürliche Frucht dar-
stellt, also bloßer Ausdruck der Kapitalmystifikation in der äußersten
Form ist - soweit er überhaupt gesellschaftliches Verhältnis als solches dar-
stellt -, drückt er Jgisi bloß Verhältnis zwischen Kapitalisten aus, keines-
wegs zwischen Kapital und Arbeit.

Andrerseits gibt diese Form des Zinses dem andren Teil des Profits die
qualitative Form des industriellen Profits, des Arbeitslohns für die Arbeit des
industriellen Kapitalisten, nicht als Kapitalisten, sondern als Arbeiter (Indu-
strieller). Die besondren Funktionen, die der Kapitalist als solcher im Ar-
beitsprozeß zu verrichten hat und die ihm grade im Unterschied vom Ar-
beiter zukommen, werden als bloße Arbeitsfunktionen dargestellt. Er schafft
Mehrwert, nicht weil er als Kapitalist arbeitet, sondern weiler, der Kapitalist,
auch arbeitet. Grade als wenn ein König, der als König die Armee nominell
kommandiert, gesetzt würde, sie zu kommandieren, nicht weil er als Eigen-
tümer der Königswürde kommandiert, den Feldherrn spielt, sondern daß er
König ist, weil er kommandiert, die Funktion des Feldherrn ausübt. Wird
ein leil des Mehrwerts so in dem Zins ganz getrennt vom Exploitations-
prozeß, so wird der andre Teil - im industriellen Profit - dargestellt als sein

direktes Gegenteil, nicht Aneignung von fremder Arbeit, sondern Wert-
schöpfung eigner Arbeit. Dieser Teil des Mehrwerts ist also gar nicht mehr
Mehrwert, sondern das Gegenteil, Äquivalent für vollbrachte Arbeit. Da
der entfremdete Charakter des Kapitals, sein Gegensatz zur Arbeit, jenseits
des Exploitationsprozesses, der wirklichen Aktion dieser Entfremdung vor-
liegt, ist aller gegensätzliche Charakter von diesem Prozeß selbst entfernt.
Daher erscheint die wirkliche Exploitation, das, worin der gegensätzliche
Charakter sich verwirklicht und erst real manifestiert, grade als ihr Gegen-
teil, als eine stofflich besondere Art der Arbeit, aber als derselben gesell-
schaftlichen Bestimmtheit der Arbeit - der Lohnarbeit - angehörig. Der-
selben Kategorie Arbeit. Die Arbeit des Exploitierens ist hier identifiziert
mit der Arbeit, die exploitiert wird.

Diese Verwandlung eines Teils des Profits in industriellen Profit geht,
wie wir sehn, aus der Verwandlung des andren Teils in Zins hervor. Auf
den einen fällt die gesellschaftliche Form des Kapitals - daß er Eigentum
ist; auf den andren die ökonomische Funktion des Kapitals, seine Funktion
im Arbeitsprozeß, aber befreit, abstrahiert von der gesellschaftlichen Form,
der gegensätzlichen Form, worin es diese Funktion ist. Wie sich dies weiter
mit Weisheitsgründen rechtfertigt, näher zu sehn bei der apologetischen
Darstellung des Profits als labour of superintendence‘. Der Kapitalist hier
mit seinem manager identifiziert, wie Smith schon bemerkt hat. 1%]

Allerdings geht ein Stück wages ein (da wo manager diese wages nicht
bezieht). Das Kapital in dem Produktionsprozeß erscheint als Direktor der
Arbeit, als Kommandeur derselben (captain of industry?) und spielt so eine
tätige Rolle im Arbeitsprozeß selbst. Soweit diese Funktionen aber aus der
spezifischen Form der kapitalistischen Produktion hervorgehn - also aus
der Herrschaft des Kapitals über die Arbeit als seine Arbeit und daher über
die Arbeiter als seine Instrumente, aus der Natur des Kapitals, das als die
gesellschaftliche Einheit, das Subjekt der gesellschaftlichen Form der Arbeit,
erscheint, die sich in ihm als Macht über die Arbeit personifiziert -, ist diese
mit der Exploitation verbundne Arbeit (die auch an einen manager über-
tragen werden kann) eine Arbeit, die allerdings so gut wie die des Lohn-
arbeiters in den Wert des Produkts eingeht, ganz wie bei der Sklaverei die
Arbeit des Sklavenaufsehers so gut bezahlt werden muß als die des Arbeiters
selbst. Hat sich der Mensch sein Verhältnis zu seiner eignen Natur, zu der
äußren Natur und zu den andren Menschen in religiöser Form verselbstän-
digt, so daß er von diesen Vorstellungen beherrscht wird, so bedarf er der

1 Arbeit der Oberaufsicht - ? Industriekapitän

Priester und ihrer Arbeit. Mit dem Verschwinden der religiösen Form des
Bewußtseins und seiner Verhältnisse hört aber auch diese Arbeit des Prie-
sters auf, in den gesellschaftlichen Produktionsprozeß einzugehn. Mit dem
Priester hört die Arbeit des Priesters auf und so mit dem Kapitalisten die
Arbeit, die er qua! Kapitalist verrichtet oder durch einen andren verrichten
läßt. (Das Beispiel mit der Sklaverei durch Zitate auszuführen.)

Übrigens, diese Apologie, den Profit auf Arbeitslohn zu reduzieren als
wages of labour of superintendence®, dreht sich selbst gegen die Apologeten;
indem englische ||919] Sozialisten nun mit Recht geantwortet haben: Well,
Ihr sollt künftig nur die wages gewöhnlicher manager beziehn. Euer indus-
trial profit soll nicht dem Namen, sondern der Sache nach auf wages of
superintendence oder direction of labour reduziert werden.

{Natürlich kann auf diese Narrheit und Seichbeutelei nicht mit allen
ihren Widersprüchen eingegangen werden. Z.B. der industrial profit steigt
und fällt umgekehrt, sei es zum Zins, sei es zur Grundrente. Die super-
intendence of labour, das bestimmte Quantum Arbeit, das der Kapitalist
wirklich verrichtet, hat aber damit nichts zu tun, sowenig wie mit dem
Fallen des Arbeitslohns. Diese Art Arbeitslohn hat nämlich das Eigentüm-
liche, daß sie im umgekehrten Verhältnis zum wirklichen Arbeitslohn (so-
weit die Profitrate von der Rate des Mehrwerts bedingt; und sofern alle
Produktionsbedingungen unverändert bleiben, ist sie ausschließlich dadurch
bedingt) fällt und steigt. Aber derartige „Gegensätzchen“ heben die Die-
selbigkeit im Kopf des apologetischen vulgarian“ nicht auf. Die Arbeit, die
der Kapitalist verrichtet, bleibt absolut dieselbe, ob er wenig oder viel
Arbeitslohn zahlt, ob die Arbeiter höher oder niedriger bezahlt sind. Ganz so
wenig, wie der Arbeitslohn, der für einen Arbeitstag bezahlt wird, an dem
Quantum Arbeit selbst ändert. Noch weniger. Denn der Arbeiter arbeitet
intensiver mit beßrem Lohn. Dagegen des Kapitalisten Arbeit ist die be-
stimmte Materie, sie ist qualitativ und quantitativ bestimmt durch das
Quantum Arbeit, das er zu dirigieren, nicht durch den Lohn dieses Quan-
tums. Er kann seine Arbeit ebensowenig intensifizieren, wie der Arbeiter
mehr Baumwolle bearbeiten kann, als er in der Fabrik vorfindet.}

Und weiter sagen sie’: Das Amt der Direktion, die labour of superinten-
dence, kann jetzt ebenso auf dem Markt gekauft werden und ist relativ
ebenso wohlfeil zu produzieren und daher zu kaufen, wie jedes andre
Arbeitsvermögen. Die kapitalistische Produktion selbst hat esdahingebracht,

I als - ? siehe Band 25 unserer Ausgabe, S.397-399 - 3 Lohn für die Arbeit der Ober-
aufsicht - * Vulgärlökonomen] -° die englischen Sozialisten

488 Beilsin

daß die labour of direction, ganz getrennt vom Kapitaleigentum, sei es an
eignem oder fremdem Kapital, auf der Straße herumläuft. Es ist durchaus
nutzlos geworden, daß diese labour of direction von Kapitalisten ausgeübt
werde. Sie ist realiter vorhanden, getrennt vom Kapital, nicht in der sham
separation! von industrial capitalist und moneyed capitalist, sondern von
industrial managers etc., von jeder Sorte Kapitalist. Bester Beweis: Die
von den Arbeitern selbst errichteten Kooperativfabriken. Sie liefern den
Beweis, daß der Kapiitalist als Funktionär der Produktion ebenso überflüssig
für die Arbeiter geworden, als ihm selbst die Funktion des landlords als der
bürgerlichen Produktion überflüssig erscheint. Zweitens: Soweit die Arbeit
des Kapitalisten nicht aus dem Prozeß als kapitalistischem hervorgeht, also
mit dem Kapital von selbst aufhört, soweit sie nicht Name für die Funk-
tion, fremde Arbeit zu exploitieren; soweit sie aus der gesellschaftlichen
Form der Arbeit hervorgeht, der Kooperation, Teilung der Arbeit etc.,
ist sie ganz ebenso vom Kapital unabhängig, wie diese Form selbst, so-
bald sie die kapitalistische Hülle abgestreift. Zu sagen, daß diese Arbeit
als kapitalistische Arbeit, als Funktion des Kapitalisten notwendig sei, heißt
weiter nichts, als daß der vulgarian sich die im Schoße des Kapitals ent-
wickelte gesellschaftliche Produktivkraft und gesellschaftlichen Charakter
der Arbeit sich nicht losgetrennt von dieser kapitalistischen Form, von der
Form der Entfremdung, des Gegensatzes und des Widerspruchs ihrer
Momente, nicht getrennt von ihrer Verkehrung und ihrem Quidproquo vor-
stellen kann. Et c’est justement ce que nous affirmons.? |XV-919||

IIXVIII-1142]| {Der wirkliche Profit des Kapitalisten zum großen Teil
profit upon expropriation®, und die „individuelle Arbeit“ des Kapitalisten
hat besonders breiten Spielraum auf diesem Feld, wo es sich nicht um crea-
tion of surplus value“ handelt, sondern um Verteilung des aggregate profit
der whole class of capitalists among its individual members? auf dem
merkantilen Feld. Dies geht uns hier nichts an. Gewisse Arten des Profits,
z. B. die auf Spekulation gegründeten, bewegen sich bloß in diesem
Feld. Ihre Betrachtung ist also hier ganz ausgeschlossen. Es zeigt die vieh-
mäßige Dummheit der Vulgärökonomie, daß sie - namentlich um den
Profit als „wages“ darzustelien - dies zusammenwirft mit dem Profit, so far
as it originates in the creation of surplus value®. Sieh z.B. den würdigen

- angeblichen Trennung - ? Und das ist gerade das, was wir behaupten. — 3 Entäuße-
rungsprofit - * Schaffung von Mehrwert - 5 gesamten Profits der ganzen Kapitalistenklasse
unter ihre einzelnen Mitglieder - © insofern er aus der Schaffung von Mehrwert entspringt

Roscher. Bei solchen Eseln also auch ganz natürlich, daß sie zusammen-
werfen die Berechnungsitems und Kompensationsgründe der Kapitalisten
in verschiednen Produktionssphären — bei der Verteilung des aggregate
profit der ganzen Kapitalistenklasse - mit Gründen für die Exploitation der
Arbeiter durch die Kapitalisten, mit Entstehungsgründen, sozusagen, des
Profits als solchen.} [XVIII-1142||

### [5. Wesentlicher Unterschied. zwischen der klassischen
und. der Vulgärökonomie. Zins und. Rente als konstituierende
Elemente des Marktpreises der Ware.

Versuch der Vulsärökonomen, den irrationalen Formen
des Zinses und. der Rente einen rationalen Schein zu geben]

IXV-919]| Im zinstragenden Kapital - in der Spaltung des Profits in Zins
und [industriellen] Profit - hat also das Kapital seine dinglichste Form, seine
reine Fetischform erhalten und ist die Natur des Mehrwerts durchaus sich
selbst abhanden gekommen dargestellt. Das Kapital - als Ding - erscheint
hier als selbständige Quelle von Wert; wertschöpferisch, in derselben Weise
wie die Erde in der Rente und die Arbeit im Arbeitslohn (teils eigentlichem
Arbeitslohn, teils industriellem Profit). Es ist zwar immer noch der Preis
der Ware, der zahlen muß Arbeitslohn, Zins, Rente, aber er zahlt sie, weil
die Erde, die in sie eingeht, die Rente, das Kapital, das in sie eingeht, den
Zins, und die Arbeit, die in sie eingeht, den Arbeitslohn schafft; [weil sie]
diese Wertteile schaffen, die ihren respektiven Eigentümern oder Repräsen-
tanten, | dem Grundeigentümer, dem Kapitalisten und dem Arbeiter
(Lohnarbeiter und Industriellen) zufließen. Es ist also auf diesem Stand-
punkt ebensowenig für die Theorie ein Widerspruch oder, wenn es einer ist,
so ist es zugleich ein Widerspruch, ein cercle vicieux! der wirklichen Be-
wegung, daß einerseits der Preis der Waren den Arbeitslohn, die Rente und
den Zins bestimmt, andrerseits der Preis von Zins, Rente und Arbeitslohn
den Preis der Waren bestimmt.

Der Zinsfuß schwankt zwar, aber nur wie der Marktpreis jeder andren
Ware, nach dem Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr. Dies hebt ebenso-
wenig den Zins als dem Kapital immanent auf, wie die Schwankungen der
Warenpreise die Preise als ihnen zukommende Bestimmungen aufheben.

t Zirkelschluß

So erscheinen Erde, Kapital und Arbeit einerseits, soweit sie die Quellen
von Rente, Zins und Arbeitslohn und dies die konstituierenden Elemente
der Warenpreise, als die den Wert schaffenden Elemente; andrerseits, so-
weit sie dem Halter jedes dieser Wertproduktionsinstrumente zufließen,
den von ihnen geschaffnen Wertteil des Produkts zuführen, als Revenue-
quellen, und die Formen von Rente, Zins und Arbeitslohn als Formen der
Distribution. (Es liegt darin, wie wir später sehn werden, gegenüber der
kritischen Ökonomie, die Konsequenz der Dummheit, wenn die vulgarians
Distributionsformen in der Tat nur als Produktionsformen sub alia specie!
auffassen, während die kritischen Ökonomen sie trennen und ihre Identität
verkennen.)

Im zinstragenden Kapital erscheint das Kapital als selbständige Quelle
von Wert oder Mehrwert, das es als Geld oder Ware besitzt. Und zwar ist es
diese Quelle für sich, in seiner dinglichen Gestalt. Es muß zwar in den
Produktionsprozeß eingehn, um diese seine Eigenschaft zu realisieren; aber
so muß auch die Erde und die Arbeit.

Man versteht daher, warum die Vulgärökonomie [die Form]: Erde-
Rente, Kapital-Zins, Arbeit-Arbeitslohn, der Form vorzieht?, die sich bei
Smith etc. für die Elemente des Preises (rather seine decomposita°) findet
und wo Kapital-Profit figuriert, wie überhaupt das Kapitalverhältnis als
solches bei allen klassischen Ökonomen so ausgesprochen wird. Im Profit
ist noch die störende Beziehung auf den Prozeß enthalten und die wahre
Natur des Mehrwerts und der kapitalistischen Produktion, im Unterschied
von ihrer Erscheinung, noch mehr oder minder erkennbar. Dies hört auf,
wenn der Zins als das eigentliche Produkt des Kapitals dargestellt und damit
der andre Teil des Mehrwerts, der industrielle Profit, ganz verschwindet
und unter die Kategorie des Arbeitslohns fällt.

Die klassische Ökonomie sucht die verschiednen fixen und einander
fremden Formen des Reichtums durch Analyse auf ihre innre Einheit
zurückzuführen und ihnen die Gestalt, worin sie gleichgültig nebeneinander
stehn, abzuschälen; [sie] will den innren Zusammenhang im Unterschied
von der Mannigfaltigkeit der Erscheinungsformen begreifen. Sie reduziert
daher Rente auf Surplusprofit, womit sie aufhört als besondre, selbständige
Form und von ihrem scheinbaren Quell, dem Boden, getrennt wird. Sie
streift dem Zins ditto seine selbständige Form ab und zeigt ihn als Teil des
Profits nach. So hat sie alle Formen der Revenue und alle selbständigen

X unter anderer Gestalt - ?in der Handschrift steht dieses Wort am Ende des Satzes -
$ vielmehr seine Teile, in die er zerfällt

Gestalten, Titel, unter denen am Wert der Ware vom Nichtarbeiter partizi-
piert wird, auf die eine Form des Profits reduziert. Dieser aber löst sich in
Mehrwert auf, da der Wert der ganzen Ware in Arbeit.sich auflöst; das be-
zahlte Quantum der in ihr enthaltnen Arbeit in Arbeitslohn, also der Über-
schuß darüber in unbezahlte Arbeit, gratis unter verschiednen Titeln an-
geeignete, aber vom Kapital hervorgerufene Surplusarbeit. Die klassische
Ökonomie widerspricht sich gelegentlich in dieser Analyse; sie versucht oft
unmittelbar, ohne die Mittelglieder, die Reduktion zu unternehmen und
die Identität der Quelle der verschiednen Formen nachzuweisen. Dies geht
aber aus ihrer analytischen Methode, | womit die Kritik und das Be-
greifen anfangen muß, notwendig hervor. Sie hat nicht das Interesse, die
verschiednen Formen genetisch zu entwickeln, sondern sie durch Analyse
auf ihre Einheit zurückzuführen, weil sie von ihnen als gegebnen Voraus-
setzungen ausgeht. Die Analyse aber die notwendige Voraussetzung der
genetischen Darstellung, des Begreifens des wirklichen Gestaltungs-
prozesses in seinen verschiednen Phasen. Die klassische Ökonomie fehlt end-
lich, ist mangelhaft, indem sie die Grundform des Kapitals, die auf Aneignung
fremder Arbeit gerichtete Produktion nicht als geschichtliche Form, sondern
Naturform der gesellschaftlichen Produktion auffaßt, eine Auffassung, zu
deren Beseitigung sie jedoch durch ihre Analyse selbst den Weg bahnt.
Ganz anders verhält es sich mit der Vulgärökonomie, die sich zugleich
erst breitmacht, sobald die Ökonomie selbst durch ihre Analyse ihre eignen
Voraussetzungen aufgelöst, wankend gemacht hat, also auch schon der
Gegensatz gegen die Ökonomie in mehr oder minder ökonomischer, utopi-
stischer, kritischer und revolutionärer Form existiert. Da ja die Entwick-
lung der politischen Ökonomie und des aus ihr selbst erzeugten Gegensatzes
Schritt hält mit der realen Entwicklung der in der kapitalistischen Produk-
tion enthaltnen gesellschaftlichen Gegensätze und Klassenkämpfe. Erst so-
bald die politische Ökonomie eine gewisse Breite der Entwicklung erlangt
hat - also nach A. Smith - und sich feste Formen gegeben, scheidet sich das
Element in ihr, das bloße Reproduktion der Erscheinung als Vorstellung
von derselben, ihr Vulgärelement von ihr ab als besondre Darstellung der
Ökonomie. So ist [bei] Say die Abscheidung der Vulgärvorstellungen, die
in A.Smith durchlaufen, als eigne Kristallisation daneben festgesetzt. Mit
Ric[ardo] und der durch ihn weiter begründeten Ausbildung der Ökonomie
erhält auch der Vulgärökonom neue Nahrung (da er nichts selbst produ-
ziert), und je mehr die Ökonomie ihren Abschluß erreicht, also in die Tiefe
geht und sich als ein System des Gegensatzes entwickelt, um so selbständiger
tritt ihr ihr eignes Vulgärelement, bereichert mit Stoff, den es in seiner

Weise zurechtmacht, gegenüber, bis es endlich als gelehrt-synkretistische
und charakterlos-eklektische Kompilation seinen besten Ausdruck findet.

In demselben Maß, wie die Ökonomie in die Tiefe geht, stellt sie nicht
nur selbst Gegensätze dar, sondern tritt ihr ihr Gegensatz als solcher gegen-
über, gleichzeitig mit der Entwicklung der realen Gegensätze im ökonomi-
schen Leben der Gesellschaft. In demselben Maß wird die Vulgärökonomie
mit Bewußtsein apologetischer und sucht die Gedanken, darin die Gegen-
sätze, in forcierter Weise wegzuschwatzen. Say erscheint daher noch als ein
Kritiker und parteilos - weil er in Smith die Gegensätze noch relativ un-
entwickelt findet - gegenüber z.B. Bastiat, dem Harmoniker und Apolo-
geten von Profession, der allerdings sowohl in der RicJardo]schen Ökonomie
den Gegensatz innerhalb der Ökonomie selbst ausgearbeitet, wie im Sozia-
lismus und den Zeitkämpfen sich ausarbeitend vorfand. Es kommt hinzu,
daß die Vulgärökonomie auf ihren frühren Stufen den Stoff noch nicht ganz
bearbeitet findet, also noch selbst mehr oder minder an der Lösung der
ökonomischen Probleme vom Standpunkt der Ökonomie mitarbeitet, wie
Say z.B., während ein Bastiat nur zu plagiieren und die unangenehme Seite
der klassischen Ökonomie wegzuräsonieren hat.

Aber Bastiat stellt noch nicht die letzte Stufe dar. Er zeichnet sich noch
aus durch Mangel an Gelehrsamkeit und eine ganz oberflächliche Bekannt-
schaft mit der Wissenschaft, die er schönfärbt im Interesse der herrschen-
den Klasse. Bei ihm ist die Apologetik noch leidenschaftlich und seine
eigentliche Arbeit, da er den Inhalt der Ökonomie bei andren nimmt, wie er
ihm grade in den Kram paßt. Die letzte Form ist die Professoralform, die
„historisch“ zu Werke geht und mit weiser Mäßigung überall das „Beste“
zusammensucht, wobei es auf Widersprüche nicht ankommt, sondern auf
Vollständigkeit. Es ist die Entgeistung ||922] aller Systeme, denen überall
die Pointe abgebrochen wird, und die sich friedlich im Kollektaneenheft
zusammenfinden. Die Hitze der Apologetik wird hier gemäßigt durch die
Gelehrsamkeit, die wohlwollend auf die Übertreibungen der ökonomischen
Denker herabsieht und sie nur als Kuriosa in ihrem mittelmäßigen Brei
herumschwimmen läßt. Da derartige Arbeiten zugleich erst auftreten, so-
bald der Kreis der politischen Ökonomie als Wissenschaft sein Ende er-
reicht hat, ist es zugleich die Grabstätte dieser Wissenschaft. (Daß sie ebenso
erhaben über den Phantasien der Sozialisten stehn, braucht nicht bemerkt
zu werden.) Selbst der wirkliche Gedanke eines Smith, Riclardo] etc. -
nicht nur ihr eignes Vulgärelement - erscheint hier gedankenlos und wird
in vulgarisms verwandelt. Ein Meister dieser Art ist Herr Professor Roscher,
der sich bescheidnerweise als Thukydides der politischen Ökonomie

angekündigt hat.!2%! Seine Identität mit Thuk[ydides} mag vielleicht auf
der Vorstellung beruhn, die er von Thlukydides] hat, daß dieser nämlich
beständig Ursache und Wirkung verwechselt habe.

In der Form des zinstragenden Kapitals tritt zwar sinnfällig hervor, daß
das Kapital ohne Arbeit die Früchte fremder Arbeit aneignet. Es erscheint
ja hier in einer Form, worin es vom Produktionsprozeß als Prozeß getrennt
ist. Allein in dieser Form tut es dies auch nur ohne Arbeit, weil es in der Tat
durch sich selbst, ohne Arbeit, als ein Element in den Arbeitsprozeß tritt,
das selbst für sich Wert schafft, Quelle des Werts ist. Wenn es einen Teil
vom Wert des Produkts ohne Arbeit aneignet, so hat es solchen aber auch
ohne Arbeit geschaffen, aus sich selbst heraus, ex proprio sinu.

Während den klassischen und daher kritischen Ökonomen die Form der
Entfremdung Arbeit macht und sie dieselbe durch Analyse abzustreifen
versuchen, fühlt sich dagegen die Vulgärökonomie grade in der Fremdheit,
worin sich die verschiednen Anteile am Wert gegenübertreten, erst voll-
ständig zu Hause, ganz so wie ein Scholastiker in Gott-Vater, Gott-Sohn
und Gott-Heiligen Geist, so der Vulgärökonom in der Erde-Rente, dem
Kapital-Zins, der Arbeit-Arbeitslohn. Es ist dies ja die Form, worin diese
Verhältnisse in der Erscheinung unmittelbar zusammenzuhängen scheinen,
also auch in den Vorstellungen und dem Bewußtsein der in der kapitalisti-
schen Produktion befangnen Agenten derselben leben. Die Vulgärökonomie
kömmt sich um so einfacher, naturgemäßer und gemeinnützlicher, um so
entfernter von aller theoretischen Spitzfindigkeit vor, je mehr sie in der Tat
nichts tut, als die ordinären Vorstellungen in eine doktrinäre Sprache über-
setzen. In je mehr entfremdeter Form sie daher die Formationen der kapita-
listischen Produktion auffaßt, um so näher ist sie dem Element der gewöhn-
lichen Vorstellung, also um so mehr schwimmt sie in ihrem Naturelement.

Außerdem tut das sehr gute Dienste für die Apologetik. Denn z.B. [in]
Erde-Rente, Kapital-Zins, Arbeit-Arbeitslohn stehn sich die verschiednen
Formen des Mehrwerts und Gestalten der kapitalistischen Produktion
nicht entfremdet, sondern fremd und gleichgültig, als bloß verschieden,
ohne Gegensatz gegenüber. Die verschiednen Revenuses fließen aus ganz ver-
schiednen Quellen, die eine aus der Erde, die andre aus dem Kapital, die
andre aus der Arbeit. Sie stehn also in keinem feindlichen, weil überhaupt
in keinem innren Zusammenhang. Wirken sie nun doch in der Produktion
zusammen, so ist das ein harmonisches Wirken, der Ausdruck von Har-
monie, wie ja z.B. der Bauer, der Ochse, der Pflug und die Erde in der
Agrikultur, dem wirklichen Arbeitsprozesse, trotz ihrer Verschiedenheit,
harmonisch zusammenarbeiten. Soweit ein Gegensatz zwischen ihnen statt-

findet, entspringt er bloß aus der Konkurrenz, welcher der Agenten mehr
vom Produkt sich aneignen soll, vom Wert, den sie zusammen schufen, und
kommt es dabei gelegentlich zur Keilerei, so zeigt sich dann doch schließ-
lich als Endresultat dieser Konkurrenz zwischen Erde, Kapital und Arbeit,
daß, indem sie sich ||923] untereinander stritten über die Teilung, sie durch
ihren Wetteifer den Wert des Produkts so vermehrt haben, daß jeder einen
größren Fetzen bekommt, so daß ihre Konkurrenz selbst nur als der sta-
chelnde Ausdruck ihrer Harmonie erscheint.

Herr Arnd sagt z.B. als Kritiker von Rau:

„Ebenso läßt sich der Verfasser von einigen seiner Vorgänger verleiten, den drei
Elementen des Nationalreichtums (dem Arbeitslohne, der Kapitalrente und der Boden-
rente) ein viertes Element in dem Unternehmergewinne anzureihen; - damit wird die
ganze, von Ad.Smith mit so viel Umsicht gebildete, Grundlage jeder weiteren Ent-
wicklung unsrer Wissenschaft (!) zerstört, weshalb denn auch in dem vorliegenden Werke
an eine solche Entwicklung gar nicht zu denken ist.“ (Karl Arnd, „Die naturgemäße
Volkswirthschaft, gegenüber dem Monopoliengeiste und dem Communismus, mit einem
Rückblicke auf die einschlagende Literatur“, Hanau 1845, S.477.)

Unter „Kapitalrente“ versteht Herr Arnd nämlich den Zins. (l.c. p. 123.)
Sollte man nun nicht glauben, daß A.Smith den Nationalreichtum in
Kapitalzins, Bodenrente und Arbeitslohn auflöst, während er grade um-
gekehrt den Profit ausdrücklich als die Verwertung des Kapitals bezeichnet
und wiederholt ausdrücklich bemerkt, daß der Zins immer nur eine vom
Profit abgeleitete Form, soweit er überhaupt Mehrwert darstellt? So liest der
Vulgärökonom das direkte Gegenteil in seine Quellen hinein. Wo Smith
„Profit“ schreibt, liest Arnd „interest“. Was mag er sich wohl unter dem
„interest“ des A.Smith gedacht haben?

Derselbe „umsichtige“ Entwickler „unserer Wissenschaft” macht folgende
interessante Entdeckung:

„In dem natürlichen Gange der Gütererzeugung gibt es nur eine Erscheinung,
welche - in ganz angebauten Ländern — den Zinsfuß einigermaßen zu regulieren be-
stimmt scheint; - es ist dies das Verhältnis, in welchem die Holzmassen der europä-
ischen Wälder durch ihren jährlichen Nachwuchs zunehmen - dieser Nachwuchs folgt,
ganz unabhängig von ihrem Tauschwerte“ (wie komisch von den Bäumen, ihren Nach-
wuchs „unabhängig vom "Tauschwert“ einzurichten!), „in dem Verhältnisse von 3 bis
4 zu Hundert. - Hiernach wäre also“ [da der Nachwuchs der Bäume nämlich von
ihrem „Tauschwert unabhängig“ ist, so sehr ihr Tauschwert von ihrem Nachwuchs ab-
hängen mag!} „ein Herabsinken unter den Stand, welchen er“ (der Zinsfuß) „gegen-
wärtig in den geldreichsten Ländern hat, nicht zu erwärten.“ (l.c. p. 124, 125.)

3 „Zins“

Dies verdient, der „waldursprüngliche Zinsfuß“ genannt zu werden,
und sein Entdecker hat sich in dem zitierten Werke um „unsre Wissen-
schaft“ auch als der Philosoph der „Hundesteuer“ bemerkbar gemacht.
[p. 420, 421.]

{Der Profit (auch der industrial profit) im Verhältnis zur Größe des vor-
geschoßnen Kapitals; dagegen die wages, die der industrielle Kapitalist be-
zieht, im umgekehrten Verhältnis zur Größe des Kapitals: bedeutend bei
kleinem Kapital (weil hier der Kapitalist Mittelding zwischen Exploiteur
fremder Arbeit und Leben von eigner Arbeit), verschwindend klein bei
großem Kapital, oder ganz davon getrennt, wie wenn ein manager. Ein Teil
der labour of direction! geht bloß aus dem feindlichen Gegensatz zwischen
Kapital und Arbeit hervor, aus dem antagonistischen Charakter der kapi-
talistischen Produktion, gehört zu ihren faux frais de production?, ganz wie
9/10 der „Arbeit“, die der Zirkulationsprozeß verursacht. Ein Musikdirektor
braucht durchaus nicht Eigentümer der Instrumente des Orchesters zu sein.
Noch gehört es zu seiner Funktion als Direktor, daß er auf die Subsistenz-
kosten der Orchestermitglieder spekuliert, überhaupt anything? zu tun hat
mit ihrem „Lohn *. Es ist sehr sonderbar, daß Ökonomen, wie John Stuart
Mill, die an der Form „interest“, „industrial profit“ festhalten, um den
„industrial profit“ in wages for superintendence of labour? zu verwandeln,
mit Smith, Ric[ardo] und allen nennenswerten Ökonomen zugeben, daß
der average? Zinsfuß, die average rate of interest bestimmt ist durch die
average rate of profit, [die nach] Mill im umgekehrten Verhältnis zur rate
of wages® steht, also nichts als unbezahlte Arbeit ist, Surplusarbeit.

Daß die wages of superintendence überhaupt gar nicht eingehn [in die]
average rate of profit, beweisen am besten 2 facts:

1924| 1. Daß in den kooperativen Fabriken, wo der general manager
bezahlt wird, wie in jeder andren Fabrik, und die ganze labour of direction
versieht - die overlookers’ sind selbst bloße Arbeiter -, die Profitrate nicht
unter, sondern über der average rate of profit steht;

2. daß, wo Profite in besondren, nicht monopolisierten Geschäftszweigen,
wie beim kleinen shopkeeper?, farmer etc. beständig hoch über der average
rate of profit stehn, die Ökonomen mit Recht dies daraus erklären, daß
dieser Mann sich seine eignen wages zahlt. Wo er allein arbeitet, besteht
sein Profit I. aus den Zinsen seines kleinen Kapitals; 2. aus seinen wages;
3. aus dem Teil der Surpluszeit, den sein Kapital ihn befähigt, für sich

1 Arbeit der Leitung - * Unkosten der Produktion - ® etwas - * Lohn für Arbeit der
Oberaufsicht - ® durchschnittliche -® Lohnrate - ? Aufseher -® Krämer

selbst, statt für andre zu arbeiten; dem Teil, der nicht schon im Zins aus-
gedrückt ist. Hält er aber Arbeiter, so kommt deren Surpluszeit hinein.

Der würdige Senior (Nassau) verwandelt natürlich auch den industrial
profit in wages of superintendence. Aber er vergißt diese Flausen, sobald es
sich nicht um die doktrinären Phrasen, sondern um praktische Kämpfe zwi-
schen Arbeitern und Fabrikanten handelt. Da tritt er z.B. gegen Beschrän-
kung der Arbeitszeit auf, weil bei 11!/, Stunden z.B. die Arbeiter nur eine
Stunde für den Kapitalisten arbeiteten, das Produkt dieser Stunde seinen
Profit bildete (abgesehn vom Zins, für den sie nach seiner Rechnung auch
1 Stunde arbeiten). Hier also plötzlich der industrielle Profit nicht gleich
dem Wert, den die Arbeit des Kapitalisten im Produktionsprozeß der Ware
zufügt, sondern gleich dem Wert, den die unbezahlte Arbeitszeit der
Arbeiter ihr zufügt. Wenn der industrielle Profit das Produkt der eignen
Arbeit des Kapitalisten wäre, hätte S[enior] klagen müssen, nicht daß die
Arbeiter nur | Stunde umsonst arbeiten, statt zwei, und noch weniger
sagen müssen, daß, wenn sie statt 111/, Stunden nur 10?/, arbeiteten, gar
kein Profit vorhanden. Er hätte sagen müssen, daß, wenn die Arbeiter statt
11!/, Stunden nur I0?/, arbeiten, der Kapitalist statt wages of superinten-
dence für 11!/, Stunden nur wages of superintendence für 101/, Stunden
erhält, also die wages of superintendence für | Stunde verliert. Worauf die
Arbeiter ihm geantwortet hätten, daß, wenn ihnen common wages! für
10%/, Stunden genügen, dem Kapitalisten higher wages? für 10'/, Stunden
genügen müssen.

Es ist unbegreiflich, wie Ökonomen wie J[ohn] St[uart] Mill, die Ricar-
dians sind und den Satz, daß der Profit bloß = surplus value, surplus
labour, sogar in der Form aussprechen, daß Profitrate und Arbeitslohn im
umgekehrten Verhältnis stehn und die Rate des Arbeitslohns die Rate des
Profits bestimmt (was in dieser Form falsch), plötzlich den industrial profit
statt in die surplus labour des Arbeiters in die eigne labour des Kapitalisten
verwandeln, es sei denn, daß sie die Funktion der Exploitation of foreign
labour - labour? nennen, wobei dann in der lat herauskommt, daß die
wages dieser labour exakt gleich sind dem Quantum of foreign labour
appropriated* oder direkt abhängen von dem degree of exploitation®, nicht
dem degree of exertion that this exploitation to the capitalist costs®. (Soweit
diese Funktion der Exploitation of labour wirkliche Arbeit in kapitalistischer

1 gewöhnliche Löhne-? höhere Löhne-3 fremder Arbeit - Arbeit -* Inseier fremder
Arbeit -° Grad der Ausbeutung -® Grad der Mühe, die diese Ausbeutung dem Kapitalisten
kostet ;

Produktion erheischt, ist sie ausgedrückt in den wages der general managers.)
Ich sage, es ist unbegreiflich, daß, nachdem sie den Profit in sein wirkliches
Element aufgelöst (als Ricardians), sie sich durch den Gegensatz interest
und industrial profit täuschen lassen, der bloß eine verkleidete Form des
Profits ist und der in dieser Selbständigkeit aufgefaßt auf der Unkenntnis
vom Wesen des Profits beruht. Der eine Teil des Profits tritt ja nur auf als
industrial profit, als aus der Tätigkeit im Prozeß entsprungen (eigentlich
dem tätigen Prozeß, was aber zugleich die Tätigkeit des funktionierenden
Kapitalisten einschließt) und darum als der Arbeit des Kapitalisten ge-
bührend, weil der andre Teil, der Zins, als dem Kapital als Ding, selbst-
tätiges, selbstschöpferisches Ding, abgesehn vom Prozeß, erscheint. Weil
also Kapital und der aus ihm entspringende Mehrwert, unter dem Namen
Zins, für ein Mysterium erklärt wird. Diese Auffassung, die rein aus den
Vorstellungen fließt, die die äußerlichste Gestalt des Kapitals an der Ober-
fläche zeigt, ist das direkte Gegenteil der Riclardoschen] Auffassung und
widerspricht altogether! seiner Auffassung vom Wert. Soweit das Kapital
Wert ist, ist sein Wert bestimmt durch die in ihm enthaltne Arbeit, bevor
es in den Prozeß tritt. Soweit es als Ding in den Prozeß tritt, tritt es als Ge-
brauchswert in ihn, und als solcher, whatever its use?, kann es nie Tausch-
wert schaffen. Man sieht, wie schön die Ricardians ihren eignen Meister
verstehn. Dem moneyed capitalist® gegenüber hat der industrial natürlich
ganz recht, daß er, der funktionierendes Kapital ist, also wirklich Surplus-
arbeit ausschraubt, einen Teil dieses Surplus in die eigne Tasche steckt.
Dem moneyed capitalist gegenüber ist er Arbeiter, aber Arbeiter als Kapi-
talist, d.h. Exploiteur fremder Arbeit. Dem ||925] Arbeiter gegenüber dagegen
ein komischer plea®, daß die Exploitation ihrer Arbeit dem Kapitalisten
Arbeit kostet und daß sie ihm daher noch für diese Exploitation zahlen
müssen; [das ist] der plea des slave-drivers® gegenüber dem slave®. }..

Jede Voraussetzung des gesellschaftlichen Produktionsprozesses ist zu-
gleich sein Resultat, und jedes seiner Resultate erscheint zugleich als Vor-
aussetzung. Alle die Produktionsverhältnisse, in denen sich der Prozeß be-
wegt, sind daher ebensowohl seine Produkte als seine Bedingungen. In der
letzten Form - je mehr wir seine Gestalt in seiner wirklichen Erscheinung
betrachten — befestigt er sich mehr und mehr, so daß diese Bedingungen
als unabhängig von dem Prozeß ihn bestimmend erscheinen und die
eignen Verhältnisse der im Prozeß Konkurrierenden ihnen als sachliche

1 vollständig - ? welches immer sein Gebrauch -® Geldkapitalisten - * eine komische
Rechtfertigung - ? Sklavenaufsehers - ® Sklaven

Bedingungen, als sachliche Mächte, als Bestimmtheiten von Dingen erschei-
nen, um so mehr als im kapitalistischen Prozeß jedes, selbst das einfachste
Element, wie z.B. die Ware, schon eine Verkehrung ist und schon Ver-
hältnisse zwischen Personen als Eigenschaft von Dingen und als Verhältnisse
der Personen zu den sozialen Eigenschaften dieser Dinge erscheinen läßt.

{„Zins - Remuneration für die produktive Anwendung von Ersparnissen; der Pro-
fit im eigentlichen Sinne des Wortes ist die Remuneration für die Tätigkeit der Ober-
aufsicht während dieser produktiven Anwendung.“ („Westminster Review“, Januar 1826,
p.107 sq.)

Hier also Zins die Remuneration dafür, daß Geld etc. als Kapital an-
gewandt wird; entspringt also aus dem Kapital als solchem, das remuneriert
wird für seine quality qua! Kapital. Dagegen der industrial profit für die
Funktion des Kapitals oder Kapitalisten „during this productive employ-
ment“, i.e. im Produktionsprozeß selbst.} ]

1925| Der Zins ist nur ein Teil des Profits, der dem Eigentümer des
Kapitals von dem industriellen, funktionierenden Kapitalisten bezahlt wird.
Da er nur Surplusarbeit appropriieren kann durch Kapital (Geld, Ware)
etc., zahlt er einen Teil dem ab, der ihm dies Mittel schafft. Und der letztre,
der das Geld als Kapital genießen will, ohne es als Kapital funktionieren
zu lassen, kann dies nur, indem er sich mit einem Teil des Profits begnügt.
Sie sind in fact copartners®: der eine der juristische, der andre der ökono-
mische Eigentümer des Kapitals, solange er es anwendet. Da der Profit aber
erst aus dem Produktionsprozeß hervorgeht, erst sein Resultat ist und erst
produziert werden muß, ist der Zins in der Tat bloß Anspruch auf einen
Teil erst zu verrichtender Surplusarbeit, Titel auf künftige Arbeit, An-
spruch auf einen Weriteil noch nicht existierender Waren; also erst das
Resultat eines während der Zeit, an deren Ende er erst fällig ist, vorgehen-
den Produktionsprozesses.

1926| Das Kapital ist gekauft (d.h. zu Zins geliehn), bevor es bezahlt ist.
Das Geld funktioniert hier als Zahlungsmittel, wie beim Arbeitsvermögen
etc. Der Preis des Kapitals - der Zins - geht daher ebensosehr in den Vor-
schuß des Industriellen ein (und in Vorschuß an sich selbst, wenn er mit
eignem Kapital arbeitet), wie der Preis des cottons“, der z.B. auch heute
gekauft und etwa erst nach 6 Wochen zu zahlen ist. Die Schwankungen im
Zinsfuß - dem Marktpreise des Geldes - ändern hieran so wenig, wie die
Schwankungen in den Marktpreisen andrer Waren. Umgekehrt. Der Markt-

3 Eigenschaft als -? „während dieser produktiven Anwendung“ - ® tatsächlich Partner -
% der Baumwolle

preis des Geldes - dies der Name des zinstragenden Kapitals, als Geld-
kapital - wird auf dem Geldmarkt bestimmt, wie der jeder andren Ware,
durch die Konkurrenz der Käufer und Verkäufer, durch Nachfrage und
Zufuhr. Dieser Kampf zwischen den moneyed und industrial capitalists!
ist nur ein Kampf um die Teilung des Profits, [um] den Anteil, der jeder der
beiden Sektionen bei der Teilung zufallen soll. Das Verhältnis selbst (die
Nachfrage und Zufuhr), wie jedes seiner beiden Extreme, ist selbst ein
Resultat des Produktionsprozesses oder, um uns ordinär auszudrücken,
durch den jedesmaligen Stand des Geschäfts - die jedesmalige Lage, worin
sich der Reproduktionsprozeß und seine Elemente befinden - [bestimmt].
Aber der Form nach und der Erscheinung nach bestimmt dieser Kampf
den Preis des Kapitals (den Zins), eh es in die Reproduktion eintritt. Und
zwar findet diese Bestimmung außerhalb des eigentlichen Produktions-
prozesses statt, bestimmt durch von ihm unabhängige Umstände, und viel-
mehr erscheint diese Preisbestimmung als eine der Bedingungen, innerhalb
deren er vorzugehen hat. Der Kampf scheint also nicht nur den Eigentums-
titel auf einen bestimmten Teil des künftigen Profits zu fixieren, sondern
diesen Teil selbst, nicht als Resultat aus dem Produktionsprozeß hervor-,
vielmehr als Voraussetzung, als Preis des Kapitals in ihn eingehn zu lassen,
ganz wie der Preis der Ware oder der Arbeitslohn als Voraussetzung in ihn
eingeht, obgleich er in der Tat beständig - im Reproduktionsprozeß - aus
ihm hervorgeht. Jedes Element des Warenpreises, soweit es als Vorschuß
erscheint - als schon vorhandner Preis der Ware in den Produktionspreis
eingeht -, hört auf, dem industriellen Kapitalisten gegenüber, als Mehr-
wert, surplus value sich darzustellen. Der Teil des Profits, der daher als
Preis des Kapitals in den Prozeß eingeht, wird unter die Vorschußkosten
gerechnet, erscheint so nicht mehr als surplus, und wird aus einem Produkt
des Prozesses eine seiner gegebnen Voraussetzungen, Produktionsbedingung,
die als solche, in selbständiger Form, in den Prozeß eingeht und sein Resul-
tat bestimmt. (Fällt z.B. der Zinsfuß und werden die Marktverhältnisse
Reduktion der Waren unter ihre Kostenpreise gebieten, so kann der In-
dustrielle den Warenpreis erniedrigen, ohne die Rate des industriellen
Profits zu erniedrigen; ja, er kann ihn erniedrigen und einen höhren indus-
trial profit ziehn, was allerdings dem, der nur mit eignem Kapital arbeitet,
sich als Fall der Profitrate darstellen würde, des gross profit?. Alles was sich
als gegebne Produktionsbedingung darstellt, wie Preis der Waren, des Arbeits-
lohns, des Kapitals - die Marktpreise dieser Elemente -, wirkt bestimmend

1 Geld- und industriellen Kapitalisten - 2 Bruttoprofits

auf den jedesmaligen Marktpreis der Ware zurück, und der wirkliche Kosten-
preis der besondren Ware setzt sich nur innerhalb der Schwankungen der
Marktpreise durch, ist nur die Sichselbstausgleichung dieser Marktpreise,
ganz wie in der Ausgleichung der Kostenpreise aller verschiednen Waren
sich allein die Werte der Waren durchsetzen. Daher ist der cercle vicieux!
des vulgarian, sei er Theoretiker des Kapitalistenbewußtseins, sei er prak-
tischer Kapitalist: Die Preise der Waren bestimmen Arbeitslohn, Zins,
Profit und Rente, und umgekehrt, die Preise von Arbeit, Zins, Profit und
Rente bestimmen die Preise der Waren, [sind] bloß der Ausdruck der Zirkel-
bewegung, worin die allgemeinen Gesetze widerspruchsvoll in der wirklichen
Bewegung und in der Erscheinung sich realisieren.)

Ein Teil des Mehrwerts, der Zins, erscheint so als Marktpreis des Kapi-
tals, das in den Prozeß eingeht, und daher nicht als Mehrwert, sondern
Produktionsbedingung. So stellt sich dies - daß zwei Klassen Kapitalisten
den Mehrwert teilen, die, die außer dem Prozeß, und die in ihm - so dar,
daß ein Teil des Mehrwerts dem Kapital außer dem Prozeß und der andre
in ihm zukömmt. Die vorherige Festsetzung der Teilung stellt sich dar als
Unabhängigkeit des einen Teils vom andren; als Unabhängigkeit des einen
Teils vom Prozeß selbst; schließlich als immanente Eigenschaft eines Dings,
Geld, Ware, aber dieser Dinge als Kapital, was wieder nicht erscheint als
Ausdruck eines Verhältnisses, sondern so, daß dies Geld, Ware technologisch
für den Arbeitsprozeß bestimmt sind; durch diese Bestimmung werden sie
Kapital; so bestimmt, sind sie die einfachen Elemente des Arbeitsprozesses
selbst, ||927] die also als solche Kapital sind.

Daß der Wert der Ware sich auflöst, teils in den Wert der in ihr enthalt-
nen Waren, teils in den Wert der Arbeit, d.h. bezahlte Arbeit, teils in
unbezahlte, aber darum nichtsdestoweniger verkaufbare Arbeit, und daß
der Teil ihres Werts, der aus unbezahlter Arbeit besteht, ihr Mehrwert,
sich seinerseits wieder auflöst in Zins, industrial profit und Rente, d.h.,
daß der unmittelbare accapareur? und „Produzent“ dieses Gesamtmehr-
werts Teile davon abgeben muß, den einen an den landlord, den andren an
den Eigentümer des Kapitals, und so den dritten, den er für sich behält,
unter nur von Zins und Rente verschiednem und von dem Mehrwert und
Profit selbst verschiednem Namen, als industrial profit für sich behält, ist
durchaus nichts Mysteriöses. Die Analyse des Mehrwerts, also eines Teils
des Werts der Waren, in diese besondren Rubriken, Kategorien, ist sehr
verständlich und widerstreitet in keiner Weise dem Gesetz des Werts selbst.

% Zirkelschluß - 2 Aneigner

Durch die selbständige Form aber, die diese verschiednen Teile des Mehr-
werts erlangen, durch die verschiednen Personen, denen sie zufließen, durch
die verschiednen Elemente, worauf der Titel an sie begründet ist, endlich
durch die Selbständigkeit, worin verschiedne dieser Teile dem Prozeß als
Bedingungen gegenübertreten, wird das Ganze mystifiziert. Aus Teilen,
worin der Wert analysiert werden kann, werden sie zu selbständigen Ele-
menten, die ihn konstituieren, zu konstituierenden Elementen. Sie sind das für
den Marktpreis. Sie werden wirklich zu konstituierenden Elementen des-
selben. Wie diese ihre scheinbare Unabhängigkeit als Bedingung des Pro-
zesses Ihrerseits durch das innre Gesetz reguliert und nur scheinbar unab-
hängig sind, tritt in keinem Augenblick des Produktionsprozesses in die
Erscheinung, noch wirkt es als bestimmendes, bewußtes Motiv. Grade das
Umgekehrte. Die höchste Festigkeit, die dieser Schein des Resultats als
selbständige Bedingungen annehmen kann, ist gegeben, sobald Teile des
Mehrwerts- als Preise von Produktionsbedingungen -in den Preis eintreten.

Und dies ist der Fall mit dem Zins und der Rente. Sie gehören unter die
Vorschüsse von industrial capitalist und farmer. Sie erscheinen hier nicht
mehr als Ausdruck unbezahlter Surplusarbeit, sondern bezahlter Surplus-
arbeit, also Surplusarbeit, für die ein Äquivalent im Produktionsprozeß be-
zahlt ist, zwar nicht an den Arbeiter, dessen Surplusarbeit sie ist, aber an
andre Personen - die Eigentümer von Kapital und Erde. Sie sind Surplus-
arbeit quoad! den Arbeiter, aber sie sind Äquivalente, quoad den capitalist
und Grundeigentümer, dem sie gezahlt werden muß. Sie erscheinen daher
nicht als surplus und noch weniger als Surplusarbeit, sondern als Preise der
Ware „Kapital“ und „Erde“, denn sie werden dem capitaliist und dem
Grundeigentümer nur als Warenbesitzer, nur als Besitzer und Verkäufer
dieser Waren gezahlt. Der Teil des Warenwerts, der sich in Zins auflöst,
erscheint daher als Reproduktion des für das Kapital gezahlten Preises, und
der Teil, der sich in Rente auflöst, als Reproduktion des für die Erde gezahl-
ten Preises. Diese Preise bilden also konstituierende Teile des Gesamtpreises.
Dieses scheint dem industriellen Kapitalisten nicht nur so; für ihn konstituie-
ren sie wirklich Teil seiner Vorschüsse, und wenn sie einerseits durch den
Marktpreis seiner Ware bestimmt sind - eine Bestimmung der Ware, die
als Marktpreis, worin ein sozialer Prozeß oder das Resultat desselben als
der Ware zukommende Bestimmtheit und das up and down? dieses Pro-
zesses, seine Bewegung, als dem Warenpreis zukommende Schwankung er-
scheint -, so ist der Marktpreis anderseits durch sie bestimmt, ganz wie der

I was anbetrifft -? Auf und Nieder

502 Bahasa

Marktpreis des cotton! den Marktpreis des Garns bestimmt, anderseits der
Marktpreis des Garns die Nachfrage nach cotton, also den Marktpreis des
cotton.

Indem Teile des Mehrwerts, Zins und Rente, als Preise von Waren -
der Ware Erde und der Ware Kapital - in den Produktionsprozeß eingehn,
existieren sie in einer ihren wirklichen Ursprung nicht nur verhüllenden,
sondern verleugnenden Form.

Daß die Mehrarbeit, imbezahlte Arbeit, ebenso wesentlich in den kapi-
talistischen Produktionsprozeß eingeht wie bezahlte Arbeit, erscheint hier
so, daß von der Arbeit verschiedne Produktionselemente - Erde und Kapi-
tal — bezahlt werden müssen oder daß von dem Preise der vorgeschoßnen
Waren und dem Arbeitslohn verschiedne Kosten in den Preis eingehn. Teile
des Mehrwerts - Zins und Rente - erscheinen hier als Kosten, Vorschüsse
des exploitierenden Kapitalisten.

Der average profit” geht als bestimmend in die Produktionspreise der
Waren ein, und hier also schon der Mehrwert nicht als Resultat, sondern als
Bedingung; nicht als ein Teil, worin der Wert der Ware sich auflöst, sondern
als konstituierender Teil ihres Preises. Aber der average profit, wie der
Produktionspreis selbst, ist mehr ideal bestimmend und erscheint zugleich
als Surplus über die Vorschüsse ||928] und von dem eigentlichen Kostpreis
verschiedner Preis. Ob oder ob nicht, ob mehr oder weniger als bei dem
Marktpreis herauskömmt - also bei dem unmittelbaren Resultat des Pro-
zesses -, bestimmt die Reproduktion oder rather? die Stufenleiter der Re-
produktion; ob von den vorhandnen Kapitalien dieser oder jener Sphäre
mehr entzogen oder gegeben werden, ditto in welchem Verhältnisse diesen
besondren Sphären die neu akkumulierten Kapitalien zuströmen, in wel-
chem Grade endlich diese besondren Sphären als Käufer auf dem Geld-
markt auftreten. Dagegen im Zins und Rente treten die Teile des Mehr-
werts im einzelnen, in ganz fixierter Form, als Voraussetzung für den einzel-
nen Produktionspreis auf und sind in der Form von Vorschüssen antizipiert.

{Man kann Kosten nennen, was Vorschuß, also gezahlt vom Kapitalisten.
Danach erscheint der Profit als Surplus über diese Kosten. Dies bezieht
sich auf die einzelnen Produktionspreise. Und die durch den Vorschuß
bestimmten Preise kann man so Kostenpreise nennen.

Produktionskosten kann man nennen die durch den average profit - also
den Preis des vorgeschoßnen Kapitals + den average profit - bestimmten
Preise, da dieser Profit die Bedingung ist der Reproduktion, eine Bedingung,

1 der Baumwolle - * Durchschnittsprofit - ® vielmehr

die supply" und die Verteilung der Kapitalien in die verschiednen Sphären
reguliert. Diese Preise Produktionspreise.

Endlich das wirkliche Quantum Arbeit (vergegenständlichter und imme-
diater?), die die Produktion der Ware kostet, ist ihr Wert. Er bildet die reale
Produktionskost für die Ware selbst. Der Preis, der ihm entspricht, ist nur
der Wert in Geld ausgedrückt. Unter dem Namen „Produktionskosten“
wird abwechselnd alles 3 verstanden. }

Würde kein Mehrwert reproduziert, so hörte natürlich mit dem Mehr-
wert der Teil desselben auf, der Zins heißt, wie der Teil, der Rente heißt,
und ebenso hörte damit die Antizipation dieses Mehrwerts auf oder daß
er als Preise von Waren in die Produktionskosten eingeht. Der vorhandne
Wert, der in die Produktion eingeht, käme dann überhaupt nicht als Kapital
aus derselben heraus und könnte darum auch nicht als Kapital in den Re-
produktionsprozeß eingehn oder nicht als Kapital verliehn werden. Es ist
also die beständige Reproduktion derselben Verhältnisse - der die kapitali-
stische Produktion bedingenden Verhältnisse -, die sie nicht nur als gesell-
schaftliche Formen und Resultate dieses Prozesses erscheinen läßt, sondern
zugleich als seine beständigen Voraussetzungen. Solche sind sie aber nur als
von ihm selbst beständig gesetzte, geschaffne, produzierte Voraussetzungen.
Diese Reproduktion ist aber keine bewußte und erscheint vielmehr nur in
der beständigen Existenz dieser Verhältnisse als Voraussetzungen und den
Produktionsprozeß beherrschende Bedingungen. Aus den Auflösungen des
Warenwerts z.B. werden seine konstituierenden Teile, die sich als selbstän-
dige gegenübertreten und daher auch als selbständige [Teile] gegen ihre
Einheit, die vielmehr als ihre Kombination erscheint. Der Bürger sieht, daß
das Produkt beständig Produktionsbedingung wird. Aber er sieht nicht, daß
die Produktionsverhältnisse selbst, die gesellschaftlichen Formen, in denen
er produziert und die ihm als gegebne, natürliche Verhältnisse erscheinen,
das beständige Produkt - und nur darum die beständige Voraussetzung -
dieser spezifisch gesellschaftlichen Produktionsweise sind. Nicht nur ver-
selbständigen sich und nehmen fremdartige, scheinbar unabhängige Exi-
stenzweise voneinander an die verschiednen Verhältnisse, Momente, son-
dern sie stellen sich dar als unmittelbare Eigenschaften von Dingen; sie
nehmen dingliche Gestalt an.

So leben die Agenten der kapitalistischen Produktion in einer verzauber-
ten Welt, und ihre eignen Beziehungen erscheinen ihnen als Eigenschaften
der Dinge, der stofflichen Elemente der Produktion. Es ist aber in den

1 Zufuhr - ? unmittelbarer

504 | Beilagen

letzten, vermitteltesten Formen -in Formen, worin zugleich die Vermittlung
nicht nur unsichtbar geworden, sondern ihr direktes Gegenteil ausgespro-
chen ist -, daß die Gestalten des Kapitals als wirkliche Agentien und un-
mittelbare Träger der Produktion erscheinen. Das zinstragende Kapital
personifiziert im moneyed capitalist, das industrielle im industrial capita-
list, das rentetragende Kapital im Landlord als Eigentümer der Erde, end-
lich die Arbeit im Lohnarbeiter. Als diese fixen Gestalten, personifiziert
in selbständigen Persönlichkeiten, die zugleich als bloße Repräsentanten
personifizierter Dinge erscheinen, treten sie in die Konkurrenz und den

- wirklichen Produktionsprozeß ein. Die Konkurrenz setzt diese Veräußer-
lichung voraus. Sie sind die ihr naturgemäß, naturgeschichtlich vorhandnen
Formen, und in ihrer Erscheinung auf der Oberfläche ist sie ||929] selbst
nur die Bewegung dieser verkehrten Welt. Soweit sich in dieser Bewegung
der innre Zusammenhang durchsetzt, erscheint er als ein mysteriöses Ge-
setz. Bester Beweis die politische Ökonomie selbst, eine Wissenschaft, die
sich damit beschäftigt, den verborgnen Zusammenhang wieder zu ent-
decken. Alles tritt in die Konkurrenz in dieser äußerlichsten, letzten Form.
Z.B. erscheint hier der Marktpreis als das Herrschende, ganz wie Zinsfuß,
Rente, Arbeitslohn, industrial profit als konstituierende Elemente des
Werts und Preis der Erde, Preis des Kapitals als gegebne items, womit ge-
wirtschaftet wird.

Wir haben gesehn, wie A.Smith erst den Wert auflöst in Arbeitslohn,
Profit (Zins), Rente, dann umgekehrt diese als selbständige konstituierende
Elemente der Warenpreise darstellt.! In der ersten Fassung spricht er den
geheimen Zusammenhang aus, in der zweiten die Erscheinung.

Geht man noch mehr auf die Oberfläche der Erscheinung, so können
außer der average Profitrate, Zins und selbst Rente als konstituierende Teile
der Warenpreise (nämlich der Marktpreise) dargestellt werden. Der Zins
ganz direkt, indem er in den Kostenpreis eingeht. Die Rente - als Preis des
Bodens - mag nicht den Preis des Produkts unmittelbar bestimmen, aber sie
bestimmt die Produktionsweise, ob viel Kapital auf wenig Boden konzen-
triert oder wenig Kapital auf viel Boden dispensiert wird, ob diese oder jene
Art des Produkts, Vieh oder Korn, produziert wird, dessen Marktpreis am
besten den Preis der Rente deckt, denn die Rente muß bezahlt werden,
bevor der term over?, für den sie kontrahiert. Damit sie also keinen Abzug
vom industrial profit bilde, wird Weide in Acker, Acker in Weide verwan-
delt etc. Sie bestimmt damit nicht den Marktpreis des einzelnen Produkts

1 Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.65-69 -2 Termin verstrichen ist

direkt, aber indirekt, indem sie die Proportionen der species of products!
so distribuiert, wie Nachfrage und Zufuhr best? den Preis für jedes hervor-
bringen, daß er Rente zahlen kann. Und wenn die Rente so nicht direkt
den Marktpreis, des Korns z.B., bestimmt, bestimmt sie direkt den Markt-
preis von Vieh etc., kurz, die Sphären, wo die Rente nicht durch den Markt-
preis des eignen Produkts, sondern der Marktpreis des Produkts durch die
Rate der vom Kornland getragnen Rente bestimmt ist. Fleisch z.B. in
industriell entwickelten Ländern wird stets viel zu teuer bezahlt, d.h. weit
nicht nur über seine Produktionspreise, sondern über seinen Wert. Denn
sein Preis muß zahlen nicht nur seine Produktionskosten, sondern die
Rente, die der Boden tragen würde, wenn er in Korn bebaut würde. Sonst
könnte Fleisch bei der großen Viehzucht - wo die organische Komposition
des Kapitals [der Komposition des Kapitals in der Industrie] viel näher,
wenn nicht noch mehr Übergewicht von konstantem Kapital gegen variables
enthält - nur eine ganz schwache oder gar keine absolute Rente zahlen. Die
Rente, die es zahlt, und die direkt in seinen Preis eingeht, ist aber bestimmt
durch die absolute + Differentialrente, die der Boden als Ackerboden
zahlen würde. Auch diese Differentialrente existiert hier zum größten Teil
nicht. Bester Beweis, daß das Fleisch von demselben Boden Rente zahlt,
wo das Korn nicht.

Wenn also Profit bestimmend in den Produktionspreis eingeht, kann ge-
sagt werden, daß Arbeitslohn, Zins und to a certain degree? Rente bestim-
mend in den Marktpreis, und certainly* bestimmend in den Produktions-
preis eingehn. Natürlich, wie im ganzen die Bewegung des Zinses durch den
Profit bestimmt ist, anderseits wieder die Kornrente, teils durch die Rate
des Profits, teils durch den Wert ihres Produkts und die Ausgleichung der
verschiednen Werte auf verschiednem Boden zum Marktwert, die Profit-
rate aber bestimmt ist teils durch den Arbeitslohn, teils durch die Produk-
tivität der Arbeit in Sphären der Produktion, die das konstante Kapital
produzieren - also schließlich durch Höhe des Arbeitslohns und Produk-
tivität der Arbeit -, der Arbeitslohn sich aber auflöst in Äquivalent eines
Teils der Ware (d.h. = einem bestimmten Teil der in der Ware ent-
haltnen bezahlten Arbeit, der Profit = dem in ihr enthaltnen Teil un-
bezahlter Arbeit), endlich die Produktivität der Arbeit nur in zwei Weisen
auf den Preis der Waren wirken kann, auf ihren Wert, indem sie ihn ver-
mindert, auf ihren Surpluswert, indem sie ihn erhöht, löst sich der ganze
Spaß schließlich in den durch die Arbeitszeit bestimmten Wert auf. Der

1 Arten der Produkte - ? am vorteilhaftesten - ® bis zu einem gewissen Grad - * sicher

Kostenpreis ist nichts als der Wert der vorgeschoßnen Kapitalien + dem
von ihnen erzeugten Mehrwert, verteilt unter die besondren Sphären je
nach dem Quotum, das sie vom Gesamtkapital bilden. So löst sich der
Kostenpreis in Wert auf, wenn nicht die einzelne Sphäre, sondern das Ge-
samtkapital betrachtet wird. Änderseits die Marktpreise in jeder Sphäre
werden durch die Konkurrenz der Kapitalien der verschiednen Sphären
beständig auf den Kostenpreis reduziert. Die Konkurrenz der Kapitalisten
in jeder besondren Sphäre sucht den Marktpreis der Ware auf ihren Markt-
wert zu reduzieren. Die Konkurrenz der Kapitalisten der verschiednen
Sphären reduziert die Marktwerte auf gemeinsame Kostenpreise.

Ricardo gegen Smiths Konstituierung des Werts durch die Teile des-
selben, die von ihm selbst bestimmt sind. Aber nicht konsequent. Er könnte
sonst nicht mit Smith darüber rechten, ob Profit, Arbeitslohn und Rente
oder, wie er sagt, bloß Profit und Arbeitslohn in den Preis eingehn, d.h.
konstituierend eingehn. Analytisch gehn sie ein, sobald sie bezahlt werden.
Er müßte vielmehr so sagen: Der Preis jeder Ware ist auflösbar in Profit
und Arbeitslohn, der Preis einiger Waren (und sehr vieler indirekt) ist auf-
lösbar in Profit, Rente und Arbeitslohn. Aber der Preis keiner Ware ist durch
sie konstituiert, ||930] da sie nicht als selbständige und de propriis fontibus!
agierende Potenzen von bestimmter Größe den Wert der Waren komponie-
ren, sondern, wenn der Wert gegeben ist, er in sehr verschiednen Verhält-
nissen dekomponiert werden kann in jene Teile. Es sind nicht gegebne
Potenzen — Profit, Arbeitslohn und Rente -, deren Addition oder Kombi-
nation die Größe des Werts bestimmt, sondern es ist dieselbe Wertgröße,
eine gegebne Größe des Werts, die sich in Arbeitslohn, Profit, Rente auflöst
und nach verschiednen Umständen sich sehr verschieden in diese 3 Kate-
gorien verteilt.

Gesetzt, der Produktionsprozeß wiederhole sich beständig unter den-
selben Bedingungen, d.h., die Reproduktion finde unter denselben Bedin-
gungen statt wie die Produktion, was gleichbleibende Produktivität der
Arbeit voraussetzt, oder wenigstens voraussetzt, daß die Variationen in der
Produktivität nicht die Verhältnisse der Produktionsagenten alterieren;
wenn also die Werte der Waren selbst infolge von Änderungen der Produk-
tivkraft stiegen oder fielen, die Verteilung des Werts der Waren unter die
Produktionsagenten dieselbe bliebe; in diesem Fall wäre es zwar theoretisch
nicht genau zu sagen, daß die verschiednen Teile des Werts den Wert oder
Preis des Ganzen bestimmen, aber es wäre praktisch und richtig zu sagen,

1 aus eigenen Quellen

daß sie ihn konstituieren, soweit man unter konstituieren versteht Bildung
des Ganzen durch Addition der Teile. Der Wert würde sich gleichmäßig
verteilen, fortdauernd, in Wert [des vorgeschossenen Kapitals] und Mehr-
wert; und der [neugeschaffene] Wert würde sich auflösen gleichmäßig in
Arbeitslohn und Profit, der Profit sich gleichmäßig zersetzen in Zins, indus-
trial profit und rent. Es könnte also gesagt werden: P, der Preis der Ware,
löst sich auf in Arbeitslohn, Profit (Zins) und Rente, und anderseits Arbeits-
lohn, Profit (Zins), Rente konstituieren den Wert oder vielmehr Preis.

Diese Gleichmäßigkeit oder Gleichheit der Reproduktion - die Wieder-
holung der Produktion unter denselben Bedingungen - findet nicht statt.
Die Produktivität ändert sich und ändert die Bedingungen. Die Bedingun-
gen ihrerseits ändern die Produktivität. Aber die Abweichungen zeigen sich
teils in oberflächlichen Oszillationen, die sich ausgleichen in kurzer Frist,
teils in einer allmählichen Häufung von Abweichungen (divergences), die
entweder zu einer Krise führen, [zu einer] gewaltsamen, scheinbaren Re-
duktion auf die alten Verhältnisse, oder doch erst sehr allmählich als Ände-
rung der Bedingungen anerkannt werden und sich durchsetzen.

In der Form des Zinses und der Rente, worin der Mehrwert antizipiert
wird, ist vorausgesetzt, daß der allgemeine Charakter der Reproduktion
derselbe bleibt. Und dies der Fall, solang die kapitalistische Produktions-
weise fortdauert. Zweitens ist selbst vorausgesetzt, was plus ou moins" auch
der Fall, daß für bestimmte Zeit die bestimmten Verhältnisse dieser Produk-
tionsweise dieselben bleiben. So fixiert sich das Resultat der Produktion als
feste, daher vorausgeseizte Bedingung derselben, und zwar als feste Eigen-
schaft der sachlichen Produktionsbedingungen. Es sind die Krisen, die diesem
Schein der Selbständigkeit der verschiednen Elemente, worin sich der Pro-
duktionsprozeß beständig auflöst und die er beständig rückerzeugt, ein
Ende machen.

{Was der Wert für den wirklichen Ökonomen, ist der Marktpreis für
den praktischen Kapitalisten, das jedesmalige Prius der ganzen Bewegung. }

Das zinstragende Kapital erhält die der kapitalistischen Produktion
eigentümliche und ihr entsprechende Form im Kredit. Er ist eine von der
kapitalistischen Produktionsweise selbst geschaffne Form. (Die Subsum-
tion des Handelskapitals erfordert in fact keine solche neue Schöpfung, da
Ware und Geld, Waren- und Geldzirkulation die elementarischen Vor-
aussetzungen der kapitalistischen Produktion bleiben und nur zu absoluten
Voraussetzungen gemacht werden, Handelskapital zu sein, [das] einerseits

1 mehr oder weniger

also die allgemeine Form des Kapitals ist, andrerseits, soweit es Kapital in
bestimmter Funktion darstellt, Kapital, das ausschließlich im Zirkulations-
prozeß fungiert, seine Bestimmung durch das produktive Kapital an seiner
Form nichts ändert.)

Die Ausgleichung der Werte zu Kostenpreisen geschieht nur dadurch,
daß das einzelne Kapital als Aliquote des Gesamtkapitals der Klasse fun-
giert, anderseits das Gesamtkapital der Klasse sich in die verschiednen be-
sondren Sphären verteilt je nach den Produktionsbedürfnissen. Dies ge-
schieht durch den Kredit. Durch ihn wird nicht nur diese Ausgleichung er-
möglicht und erleichtert, sondern ein Teil des Kapitals - unter der Form
des moneyed capital! - erscheint in der Tat als das gemeinschaftliche Mate-
rial, womit die ganze Klasse arbeitet. Dies der eine Sinn des Kredits. Der
andre, der beständige Versuch des Kapitals, die Metamorphosen, die es im
Zirkulationsprozeß durchmachen muß, abzukürzen; die Zirkulationszeit,
seine Verwandlung in Geld etc. zu antizipieren, und seine eigne ||931] Be-
schränktheit so zu kontrekarieren. Endlich, die Funktion des Akkumu-
lierens, soweit sie nicht Verwandlung [von Revenue] in Kapital, sondern
Zufuhr von Mehrwert in der Form des Kapitals, wird so teils einer be-
sondren Klasse auferlegt, teils werden alle Akkumulationen der Gesell-
schaft in diesem Sinn zu Akkumulation von Kapital und den industriellen
Kapitalisten zur Verfügung gestellt. Diese auf unzähligen Punkten der Ge-
sellschaft vereinzelt vor sich gehende Operation wird konzentriert und in
gewisse Reservoirs gesammelt. Geld, soweit es Erstarrung der Ware in der
Metamorphose, brachliegt, wird so in Kapital verwandelt.

Erde-Rente, Kapital-Zins sind irrationale Ausdrücke, soweit die Rente
als Preis der Erde und der Zins als Preis des Kapitals sich fixiert. In der
Form zinstragendes Kapital, rentetragendes Kapital, profittragendes Kapi-
tal noch der gemeinschaftliche Ursprung erkennbar, sofern Kapital über-
haupt Aneignung von Surplusarbeit einschließt, also diese verschiednen
Formen nur ausdrücken, daß diese vom Kapital erzeugte Surplusarbeit sich
beim Kapital überhaupt unter zwei Sorten Kapitalisten verteilt und bei dem
agricultural capital zwischen Kapitalist und landlord verteilt.

Rente als Preis des Bodens (jährlicher) und Zins als Preis des Kapitals
sind ebenso irrational wie Y— 3. Die letztre Form widerspricht der Zahl in
ihren einfachen elementarischen Formen, ganz wie jene dem Kapital in

1 Geldkapitals

seiner einfachen Form Ware und Geld. Sie sind in umgekehrter Weise
irrational. Erde-Rente, die Rente als Preis der Erde, drückt die Erde als
Ware aus, Gebrauchswert, der einen Wert hat, whose monetary expression
like its price!. Aber ein Gebrauchswert, der nicht das Produkt der Arbeit,
kann keinen Wert haben, d.h., er kann nicht als Vergegenständlichung eines
gewissen Quantums sozialer Arbeit, als sozialer Ausdruck eines gewissen
Quantums Arbeit ausgesprochen werden. Er ist es nicht. Damit der Ge-
brauchswert als Tauschwert sich darstelle - Ware sei -, muß er das Produkt
konkreter Arbeit sein. Nur unter dieser Voraussetzung kann diese konkrete
Arbeit ihrerseits wieder dargestellt werden als gesellschaftliche Arbeit, Wert.
Erde und Preis sind inkommensurable Größen, die dennoch ein Verhältnis
zueinander haben sollen. Hier hat ein Ding einen Preis, das keinen Wert hat.

Änderseits Zins als Preis des Kapitals drückt die umgekehrte Irrationali-
tät aus. Hier hat eine Ware einen doppelten Wert, einmal einen Wert, und
dann einen von diesem Wert verschiednen Preis, ohne einen Gebrauchswert
zu haben. Denn Kapital ist zunächst nichts als eine Geldsumme oder ein
Quantum Ware = einer bestimmten Geldsumme. Wird die Ware als
Kapital verliehn, so [ist] sie nur verkleidete Form einer Geldsumme. Denn
was als Kapital geliehn wird, ist nicht soviel Ibs. Baumwolle, sondern soviel
Geld, dessen Wert in Baumwolle existiert. Der Preis des Kapitals bezieht
sich auch daher auf es nur als Dasein einer Geldsumme, d.h. einer in Geld
dargestellten und in der Form als Tauschwert existierenden Wertsumme.
Wie soll eine Wertsumme einen Preis haben, außer dem Preis, der in ihrer
eignen Geldform ausgedrückt ist? Preis ist ja der Wert der Ware im Unter-
schied von ihrem Gebrauchswert. Preis als Unterschied von ihrem Wert,
Preis als Wert einer Geldsumme (da der Preis bloß der Ausdruck des Werts
in Geld) ist also eine contradictio in terminis?.

Diese Irrationalität des Ausdrucks - (die Irrationalität der Sache selbst
kömmt daher, daß das Kapital (im Zins) als Voraussetzung von seinem
eignen Prozeß, worin es Kapital, daher sich verwertender Wert wird, ge-
trennt erscheint und daß anderseits das rentetragende Kapital nur als
agricultural capital, nur als Kapital in einer besondren Sphäre Rente trägt,
in dieser Form erscheint, die also von ihm auf das Element übertragen wird,
das es vom industrial. capital, überhaupt unterscheidet) - wird so wohl vom
vulgarian gefühlt, daß er beide Ausdrücke verfälscht, um sie rational zu
machen. Er läßt den Zins für das Kapital zahlen, soweit es Gebrauchswert
ist und spricht daher von der Nützlichkeit, die Produkte oder Produktions-

1 dessen Geldausdruck gleich seinem Preis ist -? ein Widerspruch in den Termini

mittel für die Reproduktion als solche haben, die das Kapital stofflich hat als
Element des Arbeitsprozesses.

Aber seine Nützlichkeit, sein Gebrauchswert ist ja schon vorhanden in
seiner Form als Ware, und ohne dieselbe wäre es nicht Ware und hätte
keinen Wert. Als Geld ist es der Ausdruck des Werts der Waren und in sie
1932| verwandelbar im Verhältnis ihres eignen Werts. Verwandle ich aber
Geld in eine Maschine, in Baumwolle etc., so verwandle ich es in Ge-
brauchswerte von demselben Wert. Die Verwandlung bezieht sich nur auf
die Wertform. Als Geld hat es den Gebrauchswert, in die Form jeder Ware
verwandelbar zu sein, aber in Ware von demselben Wert. Durch diese
Formveränderung ändert sich der Wert des Gelds so wenig wie der der
Ware, wenn sie in Geld verwandelt wird. Der Gebrauchswert der Waren,
worin ich das Geld verwandeln kann, gibt ihm außer seinem Wert keinen
davon verschiednen Preis. Setze ich aber die Verwandlung voraus und sage,
der Preis werde für den Gebrauchswert der Waren gezahlt, so wird der
Gebrauchswert der Waren überhaupt nicht gezahlt oder wird nur gezahlt,
soweit ihr Tauschwert gezahlt wird. Wie der Gebrauchswert einer Ware
vernützt wird, ob sie in die individuelle oder industrielle Konsumtion ein-
geht, ändert absolut nichts an ihrem Tauschwert. Es ändert nur daran, wer
sie kauft, der industrielle Kapitalist oder der unmittelbare Konsument. Die
produktive Nützlichkeit der Ware kann daher dafür Rechenschaft ablegen,
daß sie überhaupt einen Tauschwert hat, denn damit die in den Waren ent-
haltne Arbeit gezahlt wird, müssen sie Gebrauchswert haben. Sonst sind sie
nicht Waren, was sie nur als Einheiten von Gebrauchswert und Tauschwert
sind. Aber dieser Gebrauchswert kann durchaus nicht Rechenschaft dafür
ablegen, daß sie als Tauschwert oder als Preis noch einen von diesem Preis
verschiednen Preis hat.

Man sieht, wie der vulgarian hier über die Schwierigkeit weg will, indem
er das Kapital, d.h. das Geld oder die Ware, soweit sie eine von sich als
Geld oder Ware spezifisch unterschiedne Bestimmtheit haben, zu verwandeln
sucht in bloße Ware, d.h. grade von dem spezifischen Unterschied, der
erklärt werden soll, absieht. Er will nicht sagen, daß dies Mittel der Exploi-
tation von Surplusarbeit, daher von mehr Wert als Wert in ihm enthalten
ist. Er sagt statt dessen: Es hat mehr Wert als seinen Wert, weil es eine
ordinäre Ware wie jede andre ist, d.h. einen Gebrauchswert hat. Hier wird
Kapital mit Ware identifiziert, während grade erklärt werden soll, wie die
Ware als Kapital auftreten kann.

Bei der Erde verfährt der vulgarian umgekehrt, soweit er nicht den
Physiokraten nachschwatzt. Dort verwandelt er das Kapital in Ware, um

den Unterschied zwischen Kapital und Ware, um die Verwandlung von
Ware in Kapital zu erklären. Hier verwandelt er Erde in Kapital, weil ihm
das Kapitalverhältnis an sich mehr in seine Vorstellungen paßt, als der Preis
von Erde. Die Rente kann gedacht werden als Zins von Kapital. Z.B. ist die
Rente 20 und der Zinsfuß 5, so kann gesagt werden, diese 20 seien Zins von
400 Kapital. Und in der Tat verkauft sich dann die Erde zu 400, was bloß
Verkauf der Rente für 20 Jahre ist. Diese Zahlung der antizipierten 20jähri-
gen Rente ist dann ihr Preis. Damit ist die Erde in Kapital verwandelt. Die
20 jährlich sind nur noch 5 p.c. Zins des Kapitals, was für sie bezahlt. Und
damit ist Erde-Rente verwandelt in Kapital-Zins, was seinerseitsin Zahlung
für Gebrauchswert der Waren, also in das Verhältnis Gebrauchswert-
Tauschwert umphantasiert wird.

Die mehr analytischen unter den vulgarians sehn ein, daß der Preis des
Bodens nichts als ein Ausdruck für die Kapitalisierung der Rente ist; in der
Tat der Kaufpreis der Rente für eine Reihe von Jahren, die nach dem jedes-
maligen Zinsfuß sich richtet. Sie begreifen, daß diese Kapitalisierung der
Rente die Rente voraussetzt, die Rente also nicht umgekehrt aus ihrer
eignen Kapitalisierung erklärt werden kann. Sie leugnen deshalb die Rente
selbst, indem sie dieselbe für den Zins des der Erde einverleibten Kapitals
erklären, was sie nicht verhindert, zuzugeben, daß Erde, der kein Kapital
einverleibt ist, Rente trägt, und ebensowenig verhindert, zuzugeben, daß
gleiche Portionen Kapital auf Ländereien von verschiedner Fruchtbarkeit
verschiedne Renten abwerfen oder ungleiche Portionen Kapital auf Ländereien
von ungleicher Fruchtbarkeit gleiche Renten abwerfen. Ebenso, daß das der
Erde einverleibte Kapital - wenn es in der Tat has to account for the rent
paid upon it! - vielleicht 5X größre Zinsen abwirft, i.e. eine 5X größre
Rente, als dasselbe Kapital in der Industrie unter der Form von capital
fixe Zins abwirft.

Man sieht, die Schwierigkeit wird hier immer dadurch gehoben, daß
von ihr abstrahiert wird und statt des spezifischen Unterschieds, der erklärt
werden soll, vielmehr ein Verhältnis untergeschoben wird, das das Gegen-
teil von diesem Unterschied ausdrückt, also jedenfalls ihn nicht ausdrückt.

1932]

1 die Rente, die dafür gezahlt wird, erklären soll

### [6. Proudhons Polemik gegen den Zins.
Sein Unverständnis für den Zusammenhang zwischen dem Zins

und dem System der Lohnarbeit|

1935] Proudhons Polemik mit Bastiat über den Zins charakteristisch,
sowohl für die Art und Weise, wie der vulgarian die Kategorien der politi-
schen Ökonomie verteidigt, als wie der oberflächliche Sozialismus (Prou-
dhons Polemik verdient kaum diesen Namen) sie angreift. Wir kommen
darauf zurück in dem Abschnitt über die vulgarians."?”! Hier nur einiges
Vorläufige.

Die Refluxbewegung [des Geldes] durfte P[froudhon] nicht als Eigen-
tümlichkeit schockieren, wenn er überhaupt etwas von der Bewegung des
Kapitals verstand. Ebensowenig die surplus value des Refliuerten. Es ist das
die kapitalistische Produktion Charakterisierende.

{Bei ihm aber, wie wir sehn werden, das surplus surcharge!. Er ist über-
haupt schülerhaft in seiner Kritik und hat sich nie der ersten Elemente der
Wissenschaft, die er kritisieren will, bemächtigt. So z.B. nie Geld als not-
wendige Form der Ware begriffen. (Sieh ersten Teil.?) Hier verwechselt er
gar Geld und Kapital, weil das ausleihbare Kapital als Geldkapital in der
Form des Geldes erscheint. }

Was ihn frappieren konnte, war nicht das surplus, für das kein Äqui-
valent gezahlt wurde, denn surplus value - und auf ihr beruht die kapita-
listische Produktion - ist value, die kein Äquivalent gekostet hat. Dies ist
nichts Charakteristisches für das zinstragende Kapital. Das Charakteristische
ist nur - soweit wir die Form der Bewegung betrachten - das erste Moment,
grade das Umgekehrte von dem, was P[roudhon] meint, nämlich daß der
Verleiher das Geld weggibt, ohne de prime abord® ein Äquivalent dafür
zu erhalten, und daß so der return des capital* mit Zins, soweit die Trans-
aktion zwischen dem Verleiher und Borger geht, die Metamorphosen
[nichts angeht], die das Kapital durchläuft und die sich, soweit sie bloße
Metamorphosen der ökonomischen Form sind, als Reihe von exchanges?,
Verwandlung von Ware in Geld, Verwandlung von Geld in Ware zeigen;
soweit sie reale Metamorphosen oder Produktionsprozeß sind, mit der indu-
striellen Konsumtion zusammenfallen. Die Konsumtion bildet hier selbst
ein Moment der ökonomischen Formbewegung.

1 Aufschlag - ® siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.41 und 68/69 - ® von vornherein -
4 Rückfluß des Kapitals -° Austauschen

Was das Geld aber nicht in der Hand des Verleihers tut, tut es in der
Hand des Borgers, der es wirklich als Kapital anwendet. Seine reelle Be-
wegung als Kapital macht es in der Hand des Borgers durch. Zu ihm kehrt

es als Geld + Profit, Geld + u Geld zurück. Die Bewegung zwischen

Leiher und Borger drückt nur Anfangspunkt und Ausgangspunkt des Ka-
pitals aus. Als Geld geht es aus der Hand von A in die Hand von B. In der
Hand von B wird es Kapital, und als solches it is, after a certain revolution,
returned with profit!. Dieser Zwischenakt, der wirkliche Prozeß, der sowohl
Zirkulationsprozeß wie Produktionsprozeß einschließt, geht die Transaktion
zwischen Borger und Verleiher nichts an. Sie beginnt erst wieder, nachdem
das Geld sich als Kapital realisiert hat. Jetzt passiert das Geld zurück in die
Hand des Verleihers, mit einem surplus, aber nur einem Teil des vom
Borger realisierten surplus. Das Äquivalent, das er empfangen, ist der
industrielle Profit, der Teil des Surplus, der ihm bleibt, und den er nur
durch das geliehne Geld sich angeeignet hat. Dies alles nicht sichtbar in der
Transaktion zwischen ihm und dem Verleiher. Diese beschränkt sich auf
zwei Akte. Übergehn aus der Hand von A in die von B. Pause, worin das
Geld in der Hand von B. Rückkehr des Geldes nebst Zins nach der Pause
in die Hand von A. .

Betrachtet man also bloß diese Form - diese Transaktion zwischen A
und B -, so hat man die bloße Form des Kapitals ohne ihre Vermittlung:

1
Geld, das als Summe a ausgegeben wird und als Summe a + E zurück-

kehrt in a certain period?, ohne daß irgendeine Vermittlung stattgefunden
außer der Zeitperiode, die zwischen dem Wegflux der Summe a und ihrem

Reflux als Summe a + 2 a verläuft.

Und in dieser begriffslosen Form, in dieser Form, die allerdings als
selbständige Bewegung neben der wirklichen Bewegung des Kapitals her-
läuft, sie eröffnet und sie schließt, betrachtet Mr. Proudhon das Ding, wo
ihm dann alles unbegreiflich sein muß. Hörte diese Form des Leihens auf,
statt des Kaufens und Verkaufens, so meint er, das surplus fiele weg. Nur
die Teilung des surplus zwischen zwei Sorten von Kapitalisten fiele weg.
Aber diese Teilung kann und muß sich stets von neuem erzeugen, sobald
Ware oder Geld sich in Kapital verwandeln kann, und das kann es stets
auf Basis der Lohnarbeit. Sollen Ware und Geld nicht Kapital werden

1 kehrt es, nach einem gewissen Umlauf, mit Profit zurück - ? einer bestimmten Periode

können und darum auch nicht als Kapital in posse! verliehn werden können,
so dürfen sie nicht der Lohnarbeit gegenübertreten. Sollen sie ihr als Ware
und Geld so nicht gegenübertreten und die Arbeit also selbst nicht Ware
werden, so heißt dies nichts, als ||936] zu den der kapitalistischen Produk-
tion vorhergehenden Produktionsweisen zurückkehren, worin sie sich nicht
in Ware verwandelt, die Masse der Arbeit aber noch als Leibeignen- oder
Sklavenarbeit erscheint. Mit der freien Arbeit als Basis dies nur möglich,
wenn sie Eigentümer ihrer Produktionsbedingungen. Die freie Arbeit ent-
wickelt sich innerhalb der kapitalistischen Produktion als gesellschaftliche
Arbeit. Daß sie Eigentümer der Produktionsbedingungen, heißt also, daß
diese den vergesellschafteten Arbeitern gehören und diese als solche produ-
zieren, ihre eigne Produktion unter sich als vergesellschaftete subsumieren.
Aber die Lohnarbeit und damit die Basis des Kapitals wollen, wie P[rou-
dhon], und zugleich die „Übelstände“ aufheben durch Negation einer ab-
geleiteten Form des Kapitals, ist schülerhaft.

„Graduite du Credit. Discussion entre M.Fr.Bastiat et M.Proudhon“,
Paris 1850.

Leihen scheint ihm deswegen von Übel, weil es nicht Verkaufen ist.

Das auf Zins Leihen „ist die Fähigkeit, denselben Gegenstand stets von neuem zu
verkaufen und dafür stets von neuem den Preis zu erhalten, ohne jemals das Eigentum
an dem Gegenstand, den man verkauft, abzutreten“. (l.c. p.9.) (Première lettre von
Cheve, eines der Redacteurs de „La Voix du Peuple“.)

Was ihn irremacht, ist, daß das „objet“? (Geld oder Haus z.B.) nicht
den Eigentümer wechselt, wie beim Kauf und Verkauf. Aber er sieht nicht,
daß bei dem Weggeben des Geldes kein Äquivalent zurückerhalten ist, im
wirklichen Prozeß dagegen, in der Form und auf der Basis der changes
nicht nur das Äquivalent, sondern ein nicht bezahltes surplus erhalten
wird; soweit Wechsel, échange des objets? stattfindet, kein change of values?
stattfindet, derselbe nach wie vor „proprietaire“° derselben value ist, und
soweit surplus stattfindet, kein change stattfindet. Sobald die échanges
von Ware und Geld wieder beginnen, ist das surplus bereits absorbiert in
der Ware. Proudhon begreift nicht, wie der Profit, also auch nicht der Zins,
aus dem Gesetz des Austauschs von Werten hervorgeht. „Maison“,
„argent“® etc. sollen daher nicht als „Kapital“ ausgetauscht werden, son-
dern als „marchandise ... a prix de revient“”. (p.43, 44.)

1 der Möglichkeit nach-*? der „Gegenstand“ - ® Austausch der Gegenstände — * Wert-
wechsel - ° „Eigentümer“ - ® „Haus“, „Geld“ -? „Ware ... zum Kostpreis“

/

„In der Tat, der Hutmacher, der Hüte verkauft ... erhält dafür den Wert, nicht
mehr und nicht weniger. Aber der verleihende Kapitalist ... empfängt nicht nur sein
Kapital unverkürzt zurück; er empfängt mehr als das Kapital, mehr als er in den Aus-
tausch wirft; er empfängt über das Kapital hinaus einen Zins.“ (p.69.)

Die chapeliers! des Herm P[roudhon] scheinen keine Kapitalisten zu
sein, sondern Knoten, Handwerksburschen.

„Da sich im Handel der Zins des Kapitals dem Lohn des Arbeiters hinzufügt, um
den Preis der Ware zusammenzusetzen, so ist es unmöglich, daß der Arbeiter das Produkt
seiner eigenen Arbeit zurückkaufen kann. Von eigener Arbeit leben ist ein Prinzip, das,
unter der Herrschaft des Zinses, einen Widerspruch einschließt.“ (p. 105.)

In lettre® IX (p. 144-152) verwechselt der brave P[roudhon] Geld als
Zirkulationsmittel mit Geld als Kapital und schließt daher, daß das in
Frankreich existierende „Kapital“ 160% beträgt (nämlich 1600 millions
d’intérêt annuel? in Staatsschuld, Hypothek etc. für ein capital d’un
milliard, „la somme de numéraire ... circulant en France”).

Ferner:

„Daraus, daß durch die Akkumulation der Zinsen das Geldkapital von Tausch zu
Tausch stets zu seiner Quelle zurückkehrt, folgt, daß die Wiederverleihung, stets von
derselben Hand vollzogen, immer derselben Person Gewinn bringt.“ (p. 154.)

Weil das Kapital in der Form Geld ausgeliehn wird, glaubt er, daß das
capital-argent, d.h. numeraire®, diese spezifische Eigenschaft besitzt. Es soll
alles verkauft, nichts geliehn werden. In andern Worten: Wie er die Ware
wollte, aber nicht wollte, daß sie „Geld“ werde, so will er hier Ware, Geld,
aber sie sollen sich nicht zum Kapital entwickeln. Alle phantastischen
Formen abgestreift, meint das nichts, als daß von der kleinen spießbürger-
lich-bäuerlichen und handwerksmäßigen Produktion nicht zur großen
Industrie fortgegangen werden soll.

„Da der Wert nichts ist als ein Verhältnis und alle Produkte notwendigerweise in
einem Verhältnis zueinander stehen, so folgt daraus, daß vom gesellschaftlichen Stand-
punkt aus die Produkte immer Werte sind und sichere Werte. Der Unterschied zwi-
schen Kapital und Produkt besteht für die Gesellschaft nicht. Dieser Unterschied ist
ganz subjektiv, besteht bloß für die Individuen.“ (p.250.)

Welch Unheil, wenn solche deutsch-philosophischen Phrasen wie „sub-
jektiv“ in die Hand eines P[roudhon] sich verirren. Die sozialen bürger-
lichen Formen sind für ihn „subjektiv“. Und die subjektive und dabei
falsche Abstraktion, daß - weil Tauschwert der Ware eine Proportion

1 Hutmacher - ? Brief - ® Jahreszinsen -? Kapital von einer Milliarde, „die Summe des
baren Geldes..., das in Frankreich zirkuliert“ - ° bares Geld

zwischen Waren ausdrückt, sie jede beliebige Proportion zwischen Waren
und nicht ein drittes ausdrückt, zu dem die Waren proportionell sind - diese
falsche „subjektive“ Abstraktion ist der point de vue ||937] social*, von dem
daher nicht nur Ware und Geld identisch sind, sondern Ware, Geld und
Kapital. So sind in der Tat von diesem „gesellschaftlichen Standpunkt“
aus alle Kühe grau.

Schließlich noch das surplus in der Form der Moral:

„Alle Arbeit soll einen Überschuß liefern.“ (p.200.)

Mit welchem Moralgebot natürlich das surplus sehr schön definiert ist.
19371]

### [7. Luthers Überlegenheit über Proudhon in der Polemik
gegen den Zins. Änderung der Ansichten vom Zins
mit der Entwicklung der kapitalistischen Verhältnisse]

937] Luther, lebend in der Zeit der Auflösung der mittelaltrig-bürger-
lichen Gesellschaft in die Elemente der modernen - ein Prozeß, den der
Welthandel und die Goldentdeckungen beschleunigten -, kennt das Kapital
natürlich nur in den 2 antediluvianischen [Formen] des zinstragenden
Kapitals und des Handelskapitals. Wenn die schon erstarkte kapitalistische
Produktion in ihrer Kindheitsphase das zinstragende Kapital gewaltsam
dem industriellen zu unterwerfen sucht - in Holland, wo die kapitalistische
Produktion in der Form der Manufaktur und des großen Handels zuerst
aufblüht, dies faktisch zuerst getan, in England im 17. Jahrhundert als die
erste Bedingung der kapitalistischen Produktion proklamiert in zum Teil
sehr naiven Formen -, so beim Übergang in dieselbe umgekehrt die An-
erkennung des „Wuchers“, der altmodischen Form des zinstragenden
Kapitals, als einer Produktionsbedingung, als notwendigem Produktions-
verhältnis, der erste Schritt; wie später, sobald das industrielle Kapital das
zinstragende sich unterworfen (18. Jahrhundert, Bentham!'®)), es selbst
dessen Berechtigung anerkennt, es als Fleisch von seinem Fleisch erkennt.

Luther steht über Proudhon. Es ist nicht der Unterschied zwischen
Leihen und Kaufen, der ihn irremacht; in beiden erkennt er den Wucher
gleichmäßig. Was an seiner Polemik sonst das Schlagendste, ist, daß das
Eingewachsensein des Zinses in das Kapital von ihm als Hauptpunkt des
Angriffs gefaßt wird.

1 gesellschaftliche Standpunkt

I. Bücher vom Kaufhandel und Wucher, vom Jahre 1524. VI. Teil von
Luthers Werken, Wittenberg 1589. (Dies geschrieben zur Zeit oder Vor-

abend des Bauernkriegs.)
Kaufhandel (Handelskapital):

„Nun ist bei den Kaufleuten eine große Klage über die Edelleut oder Räuber“
{Man sieht, warum die Kaufleute gegen die Bauern und Ritter, mit den Fürsten} „wie
sie mit großer Fahr müssen handeln, und werden drüber gefangen, geschlagen, ge-
schazt und beraubt etc. Wenn sie aber solches um der Gerechtigkeit willen litten: so
wären freilich die Kaufleut heilige Leut... Aber weil solch groß Unrecht und un-
christliche Dieberei und Räuberei über die ganze Welt durch die Kaufleut, auch selbst
untereinander, geschieht: was ist Wunder, ob Gott schafft, daß solch groß Gut, mit
Unrecht gewonnen, wiederum verloren oder geraubt wird, und sie selbst dazu über
die Köpfe geschlagen oder gefangen werden? ... Und den Fürsten gebürt, solche un-
rechte Kaufhändel mit ordentlicher Gewalt zu strafen und zu weren, daß ihre Unter-
tanen nicht so schändlich von den Kaufleuten geschunden würden. Weil sie das nicht
thun: so braucht Gott der Reuter und Räuber, und straft durch sie das Unrecht an den
Kaufleuten, und müssen seine Teufel sein: gleich wie er Aegyptenland und alle Welt
mit Teufeln plagt, oder mit Feinden verderbt. Also stäupt er einen Buben mit dem
andren, ohne daß er dadurch zu verstehn gibt, daß Reuter geringere Räuber sind denn
die Kaufleut: sintemal die Kaufleut täglich die ganze Welt rauben, wo ein Reuter im
Jar einmal oder zwei, einen oder zween beraubt.“ (S.296.)

„...Gehet nach dem Spruche Esaie: Deine Fürsten sind der Diebe Gesellen ge-
worden. Dieweil lassen sie Diebe hängen, die einen Gulden oder einen halben gestolen
haben, und hantiren mit denen, die alle Welt berauben und stehlen sicherer denn alle
andren, daß ja das Sprichwort wahr bleibe: Große Diebe hängen | die kleinen
Diebe; und wie der römische Ratsherr Cato sprach: Schlechte Diebe liegen in Thür-
men und Stöcken, aber öffentliche Diebe gehn in Gold und Seiden. Was wird aber
zuletzt Gott dazu sagen? Er wird thun, wie er durch Ezechiel spricht, Fürsten und
Kaufleut, einen Dieb mit dem andern, in einander schmelzen wie Blei und Erzt, gleich
als wenn eine Stadt ausbrennt, daß weder Fürsten noch Kaufleut mer seien, als ich

besorge, daß schon vor der Tür sei.“ (S.296a.)

Wucher. Zinstragendes Kapital:

„Ich lasse mir sagen, daß man jetzt järlich auf einem jeglichen Leiptzischen Markt
10 Gulden, d.i. 30 aufs Hundert nimmt]; etliche setzen hinzu auch den Neuenburgi-
schen Markt, daß es 40 aufs Hundert werden: obs mer sei, das weiß ich nicht. Pfui
dich, wo zum Teufel will denn auch zuletzt das hinaus? ... Wer nun jetzt zu Leiptzig
100 Floren hat, der nimmt järlich 40, d.h. einen Bauer oder einen Bürger in einem Jar
gefressen. Hat er 1000 Floren, so nimmt er järlich 400, das heißt einen Ritter oder rei-
chen Edelmann in einem Jar gefressen. Hat er 10.000, so nimmt er järlich 4000; das
heißt einen reichen Grafen in einem Jar gefressen. Hat er 100 000, wie es sein muß bei
den großen Händlern, so nimmt er järlich 40 000, das heißt einen großen reichen

Fürsten in einem Jar gefressen. Hat er 1 000.000, so nimmt er järlich 400 000, d.h.
einen großen König in einem Jar gefressen. Und leidet darüber keine Fahr, weder
an Leib noch an Wahr, arbeit nichts, sizt hinter dem Ofen und brät Aepfel: also möchte
ein Stul-Räuber sitzen zu Hause, und eine ganze Welt in 10 Jaren fressen.“ (S.312,
313.)130]

{II. „Eyn Sermon auf das Evangelion von dem reichen Mann und armen
Lazaro etc.“, Wittemberg 1555.

„Den reichen Mann müssen wir nicht ansehn nach seinem äußerlichen Wandel,
denn er hat Schaffskleider an, und sein Leben gleißt und scheint hübsch, und deckt den
Wolff meisterlich. Denn das Evangelion schillt ihn nicht, daß er Ehebruch, Mord,
Raub, Frevel oder irgend etwas begangen hab, das die Welt oder Vernunfft taddeln
möcht. Er ist ja so erbarlich an seinem Leben gewesen, als jener Pharisäer, der zwei
mal in der Wochen faßtet und nicht war wie ander Leutt.“}

Luther sagt uns hier, wodurch das Wucherkapital entsteht: Ruin von
Bürgern (Kleinbürgern und Bauern), Rittern, Adel, Fürsten. Auf der einen
Seite fließt die Surplusarbeit und dazu die Arbeitsbedingungen der Pfahl-
bürger, Bauern, Zünftler ihm zu, kurz des kleinen Warenproduzenten, der
Geld braucht, um z.B. zu zahlen, bevor er seine Ware in Geld verwandelt,
und gewisse seiner Arbeitsbedingungen selbst schon käuft etc. Anderseits
von den Besitzern der Rente, die es sich aneignet; also von der ver-
schwenderischen, genießenden richesse!. Insofern der Wucher das Doppelte
bewirkt, erstens überhaupt ein selbständiges Geldvermögen zu bilden,
zweitens die Arbeitsbedingungen sich anzueignen, d.h. die Besitzer deralten
Arbeitsbedingungen zu ruinieren, ist er ein mächtiges Mittel in der Bildung
der Voraussetzungen für das industrielle Kapital - ein mächtiges Agens in
der Scheidung der Produktionsbedingungen vom Produzenten. Ganz wie
der Kaufmann. Und beide haben das gemein, ein selbständiges Geldver-
mögen zu bilden, d.h. sowohl Teil der jährlichen Surplusarbeit, wie der
Arbeitsbedingungen, wie der Akkumulation der jährlichen Arbeit, in der
Form von Geldansprüchen in ihren Händen zu akkumulieren. Das wirklich
in ihren Händen befindliche Geld bildet nur einen kleinen Teil, teils der
jährlichen und jährlich akkumulierten Schatzbildung, teils des zirkulieren-
den Kapitals. Daß sie Geldvermögen bilden, heißt, daß ein bedeutender Teil,
teils der jährlichen Produktion, teils der jährlichen Revenuen, ihnen zufällt,
und zwar zahlbar nicht in natura, sondern in der verwandelten Form des
Geldes. Soweit das Geld daher nicht aktiv als currency? zirkuliert, sich in
Bewegung findet, ist es akkumuliert in ihren Händen, zum Teil in ihren

1 reichen Klasse - ? Bargeld

Händen auch die Reservoirs des zirkulierenden Gelds, und noch mehr be-
finden und akkumulieren sich in ihren Händen die Titel auf die Produktion,
aber als Titel auf die in Geld verwandelte Ware, als Geldtitel. |939]| Der
Wucher einerseits als Ruineur des feudalen Reichtums und Eigentums.
Anderseits als Ruineur der kleinbürgerlichen, kleinbäuerlichen Produktion,
kurz aller Formen, worin der Produzent noch als Eigentümer seiner Pro-
duktionsmittel erscheint.

In der kapitalistischen Produktion ist der Arbeiter Nichteigentümer der
Produktionsbedingungen; weder des Ackers, den er bebaut, noch des
Instruments, womit er arbeitet. Dieser Entfremdung der Produktions-
bedingungen entspricht hier aber real change! in der Produktionsweise
selbst. Das Instrument wird zur Maschine; der Arbeiter arbeitet im Atelier
etc. Die Produktionsweise selbst erlaubt nicht mehr diese mit dem kleinen
Eigentum verbundne Zersplittrung der Produktionsinstrumente, sowenig
wie die Zersplittrung der Arbeiter selbst. In der kapitalistischen Produk-
tion kann der Wucher nicht mehr die Produktionsbedingungen vom Arbei-
ter, Produzenten scheiden, weil sie bereits geschieden sind.

Der Wucher zentralisiert nur da Vermögen, speziell in der Form des
Geldvermögens, wo die Produktionsmittel zersplittert sind, wo also der
Arbeiter mehr oder weniger selbständig produziert, als kleiner Bauer,
Zünftler (kleiner Kaufmann) etc. Als Bauer oder Handwerker, mag dieser
Bauer ein Leibeigner sein oder nicht, oder dieser Handwerker Zünftler oder
Nichtzunftgenosse. Er eignet sich hier nicht nur den Teil der surplus labour
an, worüber selbst der Hörige verfügt, oder die ganze surplus labour, wo
freier Bauer etc., sondern er eignet sich die Produktionsinstrumente an, deren
nomineller Eigentümer der Bauer etc. bleibt und zu denen er in der Pro-
duktion selbst als Eigentümer sich verhält. Dieser Wucher beruht auf dieser
Basis, dieser Produktionsweise, die er nicht verändert, sondern an die er sich
als Parasit ansetzt und sie miserabel macht. Er saugt sie aus, entnervt sie
und verursacht die Reproduktion, unter immer scheußlichren Bedingungen i
vorzugehn. Daher der populäre Haß gegen den Wucher, nun gar in den
antiken Verhältnissen, wo diese Produktionsbestimmtheit - das Eigentum
des Produzenten an seinen Produktionsbedingungen - zugleich Basis der
politischen Verhältnisse, der Selbständigkeit des citoyen?. Das hört auf,
sobald der Arbeiter keine Produktionsbedingungen mehr hat. Damit hört
zugleich die Macht des Wuchers auf. Anderseits, soweit Sklaverei herrscht
oder [soweit] die Surplusarbeit vom Feudallord und seinen retainers® auf-

1 wirklicher Veränderung -* Bürgers -® Lakaien

gegessen wird und diese dem Wucher verfallen, bleibt die Produktionsweise
ditto dieselbe; nur wird sie härter. Der verschuldete slave holder! oder
Feudallord saugt mehr aus, weil er selbst ausgesaugt wird. Oder schließlich
macht er dem Wucherer Platz, der selbst Grundeigentümer etc. wird, wie der
eques? etc. im alten Rom. An die Stelle des alten Exploiteurs, dessen Exploi-
tation mehr oder minder politisches Machtmittel war, tritt a coarse, money-
hunting parvenu?. Aber die Produktionsweise selbst wird nicht geändert.

Revolutionär wirkt der Wucherer in allen vorkapitalistischen Produk-
tionsweisen nur politisch, indem er die Eigentumsformen zerstört und rui-
niert, auf deren fester Basis, i.e. beständiger Reproduktion in derselben
Form, die politische Gliederung ruht.. Auch zentralistisch [wirkt der
Wucherer], aber nur zentralistisch auf der Basis der alten Produktionsweise,
wodurch die Gesellschaft, außer den Sklaven, Leibeignen etc. und ihren
neuen Herr, sich in Mob auflöst. Bei asiatischen Formen kann der Wucher
lange fortdauern, ohne etwas andres als ökonomisches Verkommen und
politische Verderbtheit hervorzurufen, ohne aber real aufzulösen. Erst in
einer Epoche, wo die übrigen Bedingungen zur kapitalistischen Produktion
vorhanden - freie Arbeit, Weltmarkt, Auflösung des alten Gesellschafts-
zusammenhangs, Entwicklung der Arbeit auf eine gewisse Stufe, Entwick-
lung der Wissenschaften etc. -, erscheint der Wucher als eines der Bildungs-
mittelder neuenProduktionsweise; zugleich Ruin der Feudallords, der Säulen
des antibürgerlichen Elements, und Ruin der kleinen Industrie, Agrikultur
etc., kurz, Mittel der Zentralisation der Arbeitsbedingungen als Kapital.

Daß die Wuchrer, Kaufleute etc. das „Geldvermögen“ besitzen, heißt
nichts, als daß das Vermögen der Nation, soweit es als Ware und Geld er-
scheint, sich in ihren Händen konzentriert.

Die kapitalistische Produktion hat ursprünglich mit de Wucher zu
kämpfen, soweit der Wuchrer selbst nicht Produzent wird. Ist die kapitali-
stische Produktion etabliert, so hat die Herrschaft des Wuchers über die

*Surplusarbeit, die an die Fortdauer der alten Produktionsweise geknüpft
war, schon aufgehört. Als Profit kassiert der industrielle Kapitalist unmittel-
bar das Surplus ein; er hat sich auch schon der Produktionsbedingungen
zum Teil bemächtigt, und ein Teil der jährlichen Akkumulation wird direkt
von ihm angeeignet. Von diesem Augenblick an wird, namentlich sobald
sich das industrielle und kommerzielle Vermögen entwickelt, der Wuchrer,
d.h. Zinsverleiher, bloß eine durch die Teilung der Arbeit vom industriellen
Kapitalisten getrennte, aber dem industriellen Kapital unterworfne Person.

1 Sklavenhalter - ? Ritter -? ein grober, geldgieriger Emporkömmling

11940] IIL. „An die Pfarrherrn wider den Wucher zu predigen etc.“, Wittem-
berg 1540 (ohne Pagination).
Handeln (Kaufen, Verkaufen) und. Leihen. (Luther läßt sich nicht wie

Proudhon durch diesen Formunterschied täuschen.)

„Ich habe vor fünfzehn Jahren wider den Wucher geschrieben, da er bereits so ge-
waltig eingerissen war, daß ich keiner Besserung zu hoffen wüßte. Seit der Zeit hat er
sich also erhebt, daß er nun auch kein Laster, Sünde oder Schande mehr sein will, sondern
läßt sich rhümen für eitel Tugend und Ehre, als thue er den Leuten große Liebe und
einen christlichen Dienst. Was will nun helffen und raten, da Schande ist Ehre und
Laster ist Tugend worden? Seneca spricht aus der natürlichen Vernunfft. Deest re-
medii locus, ubi, quae vitia fuerunt, mores fiunt.! Deutschland ist gewest, was es hat
sollen werden, der leidige Geitz und Wucher habens zu Grunde verderbet...

Erstlich von Leihen und Borgen. Wo man Geld leihet, und dafür mehr oder besseres
fordert oder nimmt, das ist Wucher, in allen Rechten verdammt. Darum alle die jenen,
so fünf, sechs oder mehr aufs Hundert nemen, vom geliehnen Gelde, die sind Wuche-
rer, danach sie sich wissen zu richten, und heißen des Geitzes oder Mammons ab-
göttische Diener... Also eben soll man von Korn, Gerste und ander mehr Wahr auch
sagen, daß, wo man mehr oder bessres dafür fordert, das ist Wucher, gestolen und ge-
raubt Gut. Denn Leihen heißt, daß, wenn ich jemand mein Geld, Gut oder Geräte
thue, daß ers brauche wie lange ihm Not ist, oder ich kan und wil, und er mir dasselbe
zu seiner Zeit wider gebe, so gut als ichs im habe geliehen.“ „Machen also aus dem
Kaufen auch einen Wucher. Aber das ist jetzt zu viel auf einen Bissen. Müssen jezt das
eine Stück, als vom Wucher im Leihen handeln, wenn wir dem haben gesteuret (nach
dem jüngsten Tage) so wollten wir dem Kaufwucher auch seinen Text wol lesen.“

„Spricht Junker Wucher also: Lieber, als jetzt die Läufte sind, so thue ich meinem
Nächsten einen grossen Dienst darin, daß ich ihm leihe Hundert auf fünf, sechs, zehen.
Und er dankt mir solchen Leihens, als einer sonderlichen Wohlthat. Bittet mich wol
dreimal, erbeut sich auch selber willig und ungezwungen, mir fünff, sechs, zehn Gülden
vom Hundert zu schenken. Solt ich das nicht von Wuchrer mit gutem Gewissen mögen
nemen? ... Laß Du Rhümen, Schmücken und Putzen ... Wer aber mehr oder besseres
nimmt, das ist Wucher, und heißt nicht Dienst, sondern Schaden gethan seinem Nahesten,
als mit Stelen und Rauben geschieht. Es ist nicht alles Dienst und wolgethan seinem
Nahesten, was man heißt Dienst und Wolgethan. Denn eine Ehebrecherin und Ehe-
brecher thun einander grossen Dienst und Wolgefallen. Ein Reuter thut einem Mord-
brenner grossen Reuterdienst, daß der ihm hilft, auf der Straßen rauben, Land und
Leute bevehden. Die Papisten thun den unsren grossen Dienst, daß sie nicht alle er-
trenken, verbrennen, ermorden, im Gefängnis verfaulen lassen, sondern lassen doch
etliche leben und verjagen sie, oder nemen jenen was sie haben. Der Teufel thut selber
seinen Dienern grossen, unermeßlichen Dienst ... Summa, die Welt ist voll grosser,

1 Es gibt kein Heilmittel dort, wo das, was man als Untugend angesehen hat, zur Ge-
wohnheit wird.

trefflicher, täglicher Dienste und Wolthaten ... Die Poeten schreiben von einem Cyclop
Polyphemo, daß er dem Ulysse verhieß, er wollt ihm die Freundschaft thun, daß er
zuvor seine Gesellen, danach ihn zuletzt, wollte fressen. Ja es ist auch ein Dienst und
eine feine Wolthat gewest. Solcher Dienst und Wolthat fleissigen und üben sich jezt
Edel und unedel, Bauern und Bürger, kaufen auf, halten inne, machen theure Zeit, |941]

steigern Korn, Gerste und alles was man haben soll, wischen darnach das Maul und
sprechen: Ja was man haben muß, das muß man haben, ich lasse es den Leuten zu
Dienst, könnt und möcht ichs doch wol behalten, also ist dann Gott fein getauscht und
genarret ... So gar heilig sind die Menschenkinder worden ... also kann jezt Niemand:
mehr wuchern, geitzen, noch böse sein, die Welt ist eitel heilig worden, dient jedermann
dem andren, niemand thut dem andren Schaden ... Thut er aber damit einen Dienst, so
thuts er dem leidigen Teufel, obgleich ein armer, benötigter Mann solchen Diensts be-
darf, und wol muß solches für einen Dienst oder Wolthat annehmen, daß er nicht gantz
und gar gefressen werde ... Er thut Dir und muß Dir thun solchen Dienst“ {den
Wucher zahlen}, „will er anders Geld: haben.“

{Man sieht aus dem Obigen, daß Wucher sehr zugenommen zur Zeit
Luthers, zugleich schon als „Dienst“ (Say-Bastiat!) apologisiert. Schon die
Konkurrenzfassung oder Harmoniefassung: „dient jedermann demandren“.

In der antiken Welt, in der beßren Zeit, Wucher verboten (i.e. kein Zins
erlaubt). Später gesetzlich. Sehr vorherrschend. Theoretisch stets (wie bei
Aristoteles 21!) die Ansicht, daß er an und für sich schlecht.

Im christlichen Mittelalter „Sünde“ und „kanonisch“ verboten.

Neue Zeit. Luther. Noch die katholisch-heidnische Fassung. Sehr um sich
greifend (teils infolge des Geldbedürfnisses der Regierung, Entwicklung des
Handels und Manufaktur, Notwendigkeit der Geldwerdung des Produkts).
Aber schon seine bürgerliche Berechtigung behauptet.

Holland. Erste Apologie des Wuchers. Er da auch zuerst modernisiert,
dem produktiven oder kommerziellen Kapital unterworfen.

England. 17. Jahrhundert. Polemik nicht mehr gegen den Wucher an
sich, sondern gegen die Größe des Zinses, sein dominierendes Verhältnis
zum Kredit. Drang, die Kreditformzuschaffen. Gewaltsame Bestimmungen.

18. Jahrhundert. Bentham. Der freie Wucher als Element der kapitalisti-
schen Produktion anerkannt. }

[Noch einige Auszüge aus Luthers Schrift „An die Pfarrherrn wider
den Wucher zu predigen“.]

Zins als Schadenersatz.

„Wolan, hie ist weltlich und juristisch von der Sache zu reden (die T’heologia
müssen wir sparen bis hernach), so bist Du Baltzer mir schuldig hienach zu geben über
die hundert Gülden, alles was der Schadewacht mit aller Unkost darauf getrieben hat.“

3 Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.379

{Unter Unkost versteht er Gerichtskosten etc., die dem Anleiher, weil
er selbst nicht zahlen konnte, erwachsen sind.}

„...Darum ists billig, auch der Vernunft und natürlichem Recht nach, daß Du
mir alles widererstattest, beide die Hauptsumme mit dem Schaden ... Solchen Schade-
wacht heißen die Juristenbücher zu Latein Interesse...

Ueber diesen Schadewacht kann noch einer fürfallen. Wenn Du Baltzer mir nicht
wiedergiebst auf Michaelis, die hundert Gülden, und stehet mir für“ {steht mir bevor}
„ein Kauf, das ich könnte kaufen einen Garten, Acker, Haus oder was für ein Grund
ist, davon ich grossen Nutzen oder Narung möchte haben, für mich und meine Kinder,
so muß ichs lassen faren, und du thust mir den Schaden und Hindernis, mit deinem
Saumen und Schlafen, daß ich nimmer mer kann zu solchem Kauf kommen etc. Nu
ich Dir sie geliehn habe, machest mir einen Zwilling aus dem Schadewacht, daß ich hie
nicht bezalen und dort nicht kaufen kann, und also zu beiden Teilen muß Schaden leiden,
das heißt man duplex interesse, damni emergentis et lucri cessantis!...

Nachdem sie gehört, daß Hans mit seinen verliehnen Hundert Gülden hat Schaden
gelitten, und billige Erstattung seines Schadens fordert, fahren sie plumps einhin und
schlahen auf ein jeglich Hundert Gülden, solche zween Schadewacht, nemlich, des Be-
zalens Unkost, und des versäumten Gartens Kauf, grade als weren den Hundert Gülden
natürlich solche zween Schadewacht angewachsen, daß, wo Hundert Gülden vorhanden
sind, die thun sie aus, und rechnen darauf solche zween Schaden, die sie doch nicht erlitten
haben...

Darum bist du ein Wucherer, der Du selber deinen ertichten“ {erdichteten} „Schaden
von deines Nehesten Gelde büssest, den dir doch niemand getan hat, und kannst ihn auch
nicht beweisen noch berechnen. Solchen Schaden heißen die Juristen non verum, sed.
phantasticum interesse?. Ein Schaden, den ein jeglicher. ihm selber ertreumet...

Es gilt nicht also ||942] sagen, Es köndten die Schaden geschehn, daß ich nicht habe
können bezalen noch kaufen. Sonst heißts, Ex contingente necessarium?, aus dem das nicht
ist, machen das, das sein müsse; aus dem das ungewiß ist, eitel gewiß Ding machen.
Solt solcher Wucher nicht die Welt auffressen in kurzen Jaren...

Es ist zufällig Unglück, das dem Leiher widerfaret, ohn sein Willen, daß er sich
erholen muß; aber in den Handeln ists umgekehrt und gar das Widerspiel, da suchet
und ertichtet man Schaden, auf den benetigten Nehesten, will damit sich neren und
reich werden, faul und müssig, prassen und prangen von ander Leut Arbeit, Sorge, Fahr,
und Schaden; daß ich sitze hinter dem Ofen und lasse meine Hundert Gülden für mich
auf dem Lande werben, und doch, weil es geliehen Geld ist, gewiß im Beutel behalte, ohne
alle Fahr und Sorge, Lieber, wer möchte das nicht?

Und was vom geliehen Geld gesagt ist, das sol auch vom geliehen Getreide, Wein
und dergleicheri Wahr verstanden sein, daß solche zween Schaden mögen darinnen
fürfallen. Aber, daß dieselben Schaden nicht solen der Wahr natürlich angewachsen sein,

1 doppelten Schaden, der des entstehenden Verlusts und der des versäumten Gewinns -* keinen
wirklichen, sondern eingebildeten Schaden - ? Aus dem Zufälligen das Notwendige machen

sondern zufällislich widerfaren mögen, und darum nicht ehe für Schaden zu rechnen,
sie seien denn geschehen und überweiset etc. ...

Wucher muß sein, aber wehe den Wucherern...

Auch alle weise, vernünftige Heiden den Wucher überaus übel gescholten haben.
Als Aristoteles Polit. spricht, daß Wucher sei wider die Natur, aus der Ursache: Er
nimmt allzeit mehr denn er giebt. Damit wird aufgehoben das Mittel und Richtmaß
aller Tugend, das man heißt, gleich um gleich, aequalitas arithmeticat etc. ...

Das heißt aber sich schendlich neeren, wer andren Leuten nimmt, stilet oder reubet,
und heissen, mit Vrlaub, Diebe und Reuber, die man an Galgen pfleget zu henken, in-
deß ein Wucherer ein schöner Dieb und Reuber ist, und auf einem Stuel sizt, daher man
sie Stulreuber heißt...

Die Heiden haben können aus der Vernunft rechnen, daß ein Wucherer sei ein
vierfaltiger Dieb und Mörder. Wir Christen aber halten sie in solchen Ehren, daß wir
sie schier anbeten um ihres Geldes willen ... Wer einem andern seine Narung aus-
sauget, raubet und stilet, der thut ebenso grossen Mord (so viel an ihm liegt) als der
einen Hungers sterbet und zu Grunde verterbet. Solches thut aber ein Wucherer und
sitzet dieweil auf seinem Stuel sicher, so er billiger hengen solt am Galgen, und von so
viel Raben gefressen werden, als er Gülden gestolen hatte, wo ander so viel Fleisches
an ihm were, das so viel Raben sich drein stücken und teilen könnten...

Werden die Umschleger und Wucherer schreien, man soll Brieve und Siegel halten.
Darauf haben die Juristen balde und reichlich geantwortet. In malis promissis?, so sagen
die Theologen, die Brieve und Siegel, so etliche dem Teufel geben, sind nichts, wenn sie
gleich mit Blut versiegelt und geschrieben sind. Denn was wider Gott, Recht und
Natur ist, das ist ein Nullus. Darum greife nur ein Fürst, wer esthun kann, frisch drein,
zerreisse Siegel und Brieve, kehre sich nicht daran etc. ...

Also ist kein grösser Menschenfeind auf Erden, nach dem Teufel, denn ein Geitz-
hals und Wucherer, denn er will über alle Menschen Gott sein. Türken, Krieger, Tyran-
nen sind auch böse Menschen, doch müssen sie lassen die Leute leben, und bekennen,
daß sie Böse und Feinde sind, und können, ja müssen wol zuweilen sich über etliche
erbarmen. Äber ein Wucherer und Geitzwanst, der wollt, daß alle Welt müßte in Hun-
ger, Durst, Jammer und Not verderben, so viel an ihm ist, auf daß ers alles allein möcht
haben, und jedermann von ihm als einen Gott empfangen und | ewiglich sein Leib-
eigener sein. Da lachet ihm sein Hertz, das erfrischt ihm sein Blut. Daneben gleich wol
daher tretten, in marderen Schauben, güldnen Ketten, Ringen, Kleider, das Maul
wischen, sich für einen theueren, frommen Mann lassen ansehen und rhiimen, der auch
viel barmhertziger ist wie der Gott selbst, viel freundlicher wie die Mutter Gottes,
noch alle Heiligen sind...

Und was sie von des Herculis grossen Thaten schreiben, wie er so viele monstra,
ungeheure Greuel zwinget, Land und Leute zu retten. Denn Wucher ist ein groß
ungeheuer Monstrum, wie ein Beerwolff, der alles wüstet, mehr denn kein Cacus, Gerion

3 arithmetische Gleichheit - ? In schlimmen Versprechungen

oder Anteus etc. Und schmückt sich doch und will fromm sein, daß man nicht sehen
soll, wo die Ochsen (so er rücklings in sein Loch zieht)“

{Allerliebstes Bild, auf den Kapitalisten überhaupt, der macht, als gehe von
ihm aus, was er von andren in seine Höhle hereingeholt, gibt ihm aber, indem
er es rücklings marschieren läßt, den Schein, als sei es aus ihr heraus-
gekommen. }

„hinkommen. Aber Hercules soll der Ochsen und der Gefangenen Geschrei hören und
den Cacum suchen, auch in Klippen und Felsen, die Ochsen wider lösen von dem
Bösewicht. Denn Cacus heißt ein Bösewicht, der ein frommer Wucherer ist, stilet, rau-
bet, frißt alles. Und wills doch nicht gethan haben, und ihn soll ja Niemand finden,
weil die Ochsen, rücklings in sein Loch gezogen, Schein und Fußtapfen geben, als seien
sie herausgelassen. Also will der Wucherer auch die Welt effen, als nütze er und gebe er
der Welt Ochsen, so er sie doch zu sich allein reißt und frißt...

Darum ist ein Wucherer und Geitzhals warlich nicht ein rechter Mensch, sündiget
auch nicht menschlich, er muß ein Beerwolff sein über alle Tyrannen, Mörder und
Reuber, schier so böse als der Teufel selber, und nicht als ein Feind, sondern als ein
Freund und Bürger in gemeinem Schutz und Frieden sitzet, und dennoch greulicher
reubet und mordet, weder kein Feind noch Mordbörner. Und so man die Straßen-
reuber, Mörder oder Bevheder redert und köpffet, wie viel sollt man alle Wucherer
redern und edern, und alle Geitzhälse verjagen, verfluchen und köpffen...“

Höchst pittoresk und zugleich einerseits der Charakter des altmodischen
Wuchers, anderseits des Kapitals überhaupt treffend gefaßt, mit dem
„Interesse phantasticum“!, dem Geld und Ware „von Natur zugewachsenen
Schadewacht“, der allgemeinen Nützlichkeitsphrase, dern „frommen“ Aus-
sehn des Wucherers, der nicht ist „wie andere Leut“, dem Schein zu geben,
während genommen wird, und herauszulassen, während hereingezogen
wird etc.!

„Der große Vorteil, der mit dem Besitz von Gold und Silber verbunden ist, da er
die Möglichkeit gibt, die günstigen Momente des Kaufes auszuwählen, rief allmählich
das Geschäft des Bankiers ins Leben... Der Bankier unterscheidet sich von dem alten
Wucherer..., daß er dem Reichen borgt und selten oder nie dem Armen. Er borgt daher
mit geringerem Risiko und kann es zu billigeren Bedingungen tun, und aus beiden
Gründen vermeidet er den im Volke verbreiteten Haß, der den Wucherer traf.“
(F.W.Newman, „Lecktres on Pol. Econ.“, London 1851, p.44.)

1 „eingebildeten Schaden“

Die involuntary alienation! des feudalen Grundeigentums entwickelt

sich mit dem Wucher und Geld.

„Die Einführung des Geldes, das alle Dinge kauft und daher der Gegenstand der
Gunst für den Kreditor ist, der Geld leiht dem Landbesitzer, bringt die Notwendig-
keit gesetzlicher Veräußerung für den Vorschuß.“ (John Dalrymple, „An essay toward
a general history of Feud. Prop. in Great Brit.“, 4. edition. London 1759, p. 124.)

[944] „Nach Thomas Culpeper (1641), Josias Child (1670), Paterson (1694) hängt
der Reichtum von der selbst erzwungenen Reduktion der Zinstaxe des Goldes oder Sil-
bers ab. Befolgt in England während fast zwei Jahrhunderten.“ (Ganilh [Des systemes
d’economie politique...“, seconde éd., tome premier, Paris 1821, p.58, 59.])

Als Hume im Gegensatz zu Locke die Bestimmung des Zinsfußes durch
die Profitrate entwickelte, hatte er bereits viel höhere Entwicklung des Ka-
pitals im Auge, noch mehr so Bentham, als er gegen Ende des 18. Jahr-
hunderts seine Verteidigung des Wuchers schrieb),

Von Heinrich VIII. bis Anna gesetzliche Herabsetzung des Zinsfußes.

Im Mittelalter in keinem Land ein allgemeiner Zinsfuß. Erst die Pfaffen strenge. Un-
sicherheit der gerichtlichen Anstalten zur Sicherung der Anleihe. Desto höher der
Zinssatz in einzelnen Fällen. Der geringe Geldumlauf, die Notwendigkeit, die meisten
Geldzahlungen bar zu leisten, und das Wechselgeschäft noch nicht ausgebildet. Große
Verschiedenheit daher in Ansehung der Zinsen und dem Begriffe des Wuchers. Zu
Karls des Großen Zeiten galt es für wucherlich, wenn 100 p.c. genommen. Zu Lindau
am Bodensee, 1344, nahmen einheimische Bürger 216°/, p.c. In Zürich bestimmte der
Rat als gesetzlichen Zins 43'/, p.c. In Italien mußten zuweilen 40% gezahlt werden,
obgleich vom 12.-14. Jahrhundert der gewöhnliche Satz nicht 20% überschritt. Verona
ordnete als gesetzlichen Zins an 121/,%,, Friedrich II. in seiner Verordnung 10%, aber
dies bloß für die Juden. Für die Christen mochte er nicht sprechen. 10% im rheinischen
Deutschland schon im 13. Jahrhundert das gewöhnliche. (Hüllmann. Il. Teil, Ge-
schichte des Städiewesens etc., S.55-57.)

Die enormen Zinsen im Mittelalter (soweit nicht auf den Feudaladel
etc. erhoben) beruhten in den Städten großenteils auf den ungeheuren pro-
fits upon alienation?, die die Kaufleute und städtischen Gewerbler dem
Land gegenüber, das sie prellten, machten.

In Rom, wie in der ganzen alten Welt, außer in den besonders industriell
und kommerziell entwickelten Handelsstädten, wie Athen etc., ein Mittel
für die großen Grundeigentümer, nicht nur die kleinen, die Plebejer, zu
expropriieren, sondern ihre Person selbst sich anzueignen.

3 unfreiwillige Veräußerung - ? Veräußerungsprofite

Der Wucher ursprünglich frei in Rom. Das Gesetz der 12 Tafeln (303 a.U.C.!)
„legte den Geldzins auf 1% pro Jahr fest“. (Niebuhr sagt 10.) „Das Gesetz wurde
prompt übertreten. Duilius (398 a.U.C.) setzte von neuem den Geldzins auf 1% herab,
unciario fenore?. 408 wurde er auf "/,% beschränkt; 413 wurden verzinsliche Dar-
lehen absolut verboten durch eine Volksabstimmung, die der Tribun Genucius ver-
anlaßt hatte. Es ist nicht verwunderlich, daß in einer Republik, in der die Industrie
sowie der Groß- und Kleinhandel verboten waren, man auch den Geldhandel verbot.“
(Dureau de la Malle [„Economie politique des Romains“], t.II, p.259-261.) „Das
dauerte 300 Jahre bis zum Fall Karthagos. 12% nun. 6% war die übliche Rate des
jährlichen Zinses.“ (l.c. p.261.) „Justinianus legte den Zins auf 4% fest; usura quin-
cunx® beim Trajan ist der gesetzliche Zins von 5%. 12% war der gesetzliche Han-
delszins in Ägypten im Jahre 146 v.Chr.“ (p.262,263.) |944]]

|950a| Über den Zins sagt Gilbert (J.W.), „The History and Principles
of Banking“, London 1834:

„Daß ein Mann, der Geld borgt mit der Absicht, Profit davon zu machen, einen
Teil des Profits dem Verleiher geben soll, ist ein selbstverständliches Prinzip der natür-
lichen Gerechtigkeit. Ein Mann macht Profit gewöhnlich mittelst des Handelsverkehrs.
Aber im Mittelalter die Bevölkerung rein agrikol. Und da, wie unter der feudalen
Regierung, kann nur wenig Verkehr und daher wenig Profit sein. Daher die Wucher-
gesetze im Mittelalter gerechtfertigt. Außerdem braucht in einern agrikulturellen Land
ein Mensch selten Geld zu borgen, es sei denn durch Unglücksfälle in Not geraten.“
(p. 163.) ö

„Henry VIII. limitierte Zins auf 10%, Jakob I. auf 8, Charles II. auf 6, Anna auf
5%.“ (p.164, 165.) „In jenen Zeiten waren die Ausleiher, wenn nicht legale, so doch
aktuelle Monopolisten, und daher war es nötig, sie wie andre Monopolisten unter
restraint® zu setzen.“ (l.c. p.165.) „In unsren Zeiten reguliert die Rate des Profits die
Rate des Zinses; in jenen Zeiten regulierte die Rate des Zinses die Rate des Profits.
Wenn der Geldverleiher den Kaufmann mit einer hohen Zinsrate belastete, mußte der
Kaufmann eine höhere Profitrate auf seine goods? schlagen. Daher eine große Summe
- Geldes genommen aus den Taschen der Käufer, um sie in die Tasche des money-
lenders® zu legen. Dieser additional price of goods’ geschlagen, machte das Publikum
minder fähig und geneigt, sie zu kaufen.“ (p.165.)

Josias Child ... im 17. Jahrhundert, in den „Traites sur le commerce et
sur les avantages qui résultent de la reduction de l’intérêt de l’argent“, .

(ecrit 1669, traduit de l’anglais®) Amsterdam et Berlin 1754. Ebenso

12.U.C. = anno urbis conditae (im Jahr nach der Gründung der Stadt [Rom]) - ? Zu-
wachs um ein Zwölftel (eine Unze) - ® Zinsen in Höhe von fünf Zwölftel (fünf Unzen) -
4 Beschränkung - ® Waren - © Geldverleihers -? zusätzliche Preis auf Waren -® geschrieben
1669, übersetzt aus dem Englischen

„Iraite contre l’usure“ par Thomas Culpeper 162122), bekämpft Thomas
Manley (dessen tract!: „Interest of Money mistaken“ 132), den er den
„champion of the usurers“? nennt. Der Ausgangspunkt natürlich, wie alle
Räsonnements der englischen Ökonomisten des 17.Jahrhunderts, der
Reichtum Hollands, wo low rate of interest?. Child macht diesen low rate
of interest zum Grund des Reichtums, Manley sagt, daß er nur die Folge.

„Um zu wissen, ob ein Land arm oder reich ist, hat man nur zu fragen: Welches
ist der Zinsfuß des Geldes.“ (l.c. p.74.) !

„Als Vorkämpfer der verschlagenen und furchtsamen Bande der Wucherer errich-
tet er seine Hauptbatterie an dem Punkt, den ich für den schwächsten erklärt habe ...
er leugnet gradezu, daß der niedere Zinsfuß die Ursache des Reichtums sei, und ver-
sichert, er sei nur seine Wirkung.“ (p. 120.)

„Wenn man den Zins reduziert, sind die, die ihr Geld rückfordern, gezwungen,
Ländereien zu kaufen“ (deren Preis steigt durch die quantité des acheteurs®) „oder
es in dem commerce? zu placieren.“ (p. 133.)

„Solange der Zins 6% ist, wird niemand sich exponieren, Risiko zu laufen in dem
Seehandel, um nur 8-9% zu gewinnen, ein Profit, womit die Holländer, die das Geld
zu 4 und 3% haben, sehr zufrieden sind.“ (p. 134.)

„Der niedrige Zins und der hohe Preis der Ländereien zwingt den Kaufmann be-
ständig, beim commerce zu bleiben.“ (p. 140.) „Die Zinsreduktion führt eine Nation zur
Sparsamkeit.“ (p. 144.)

„Wenn es der Handel ist, der ein Land bereichert, und wenn die Herabsetzung des
Zinses den Handel vermehrt, so ist eine Reduktion des Zinses oder Beschränkung des
Wuchers ohne Zweifel eine primäre und hauptsächliche Ursache der Reichtümer einer
Nation. Es ist durchaus nicht absurd zu sagen, daß dieselbe Sache zu gleicher ||950b]
Zeit Ursache unter gewissen Umständen und Wirkung unter andern sein kann.“
(p.155.)

„Das Ei ist die Ursache der Henne, und die Henne ist die Ursache des Eis. Die
Zinsenreduktion kann also eine Vermehrung des Reichtums und die Vermehrung des
Reichtums eine noch größere Zinsenreduktion verursachen. Die erstere läßt sich durch
ein Gesetz tun.“ (p. 156.)

„Ich bin der Verteidiger der Industrie, und mein Gegner verteidigt die Faulheitund
den Müßiggang.“ (p.179.)

Hier direkt als Vorkämpfer des industriellen und kommerziellen Kapitals.
IXV-950b|l

2 Abhandlung — * „Vorkämpfer der Wucherer“ - ® niedrige Zinsrate - * Menge der
Käufer - ? Handel

## Anhang und Register

531

### Fremdsprachige Zitate

Die fremdsprachigen Zitate, die im Text in deutscher Übersetzung gebracht wurden,
werden hier nach der Marxschen Handschrift wiedergegeben. Das betrifft auch solche
Zitate, die Marx nicht vollständig ins Deutsche übersetzt hat. Unterstreichungen werden
wie im Haupttext durch Kursivschrift, Doppelunterstreichungen durch gesperrte Kursiv-
schrift hervorgehoben. Offensichtliche Schreibfehler werden stillschweigend korrigiert.

Wesentliche Abweichungen gegenüber dem Original sind in Fußnoten vermerkt.

## Neunzehntes Kapitel

7 “A.Smith was evidently led into this train of argument, from his habit of considering
labour” (...) “as the standard measure of value, and corn as the measure of labour... That
neither labour nor any other commodity can be an accurate measure of real value in
exchange, is now considered as one of the most incontrovertible doctrines of political
economy; and indeed follows, from the very definition of value in exchange.” (Malthus,
“Observations on the Effects of the Corn Laws...” [p.12].)

9“ Interchange of commodities and Distribution (Wages, Rent, Profit) must be kept distinct
from each other ... the laws of distribution are not altogether dependent upon those
relating to interchange.” ([Malthus, “Definitions in Political Economy...” by John
Cazenove, London 1853] Preface, p. VI, VII.)

10 „In demselben Land, zur selben Zeit [wird] der Tauschwert der Waren, die sich in labour
und profits allein auflösen, exakt gemessen durch die Quantität Arbeit, resultierend vonder
accumulated and immediate labour actually worked up in them plus the varying amount
of the profits on all the advances estimated in labour. But this must necessarily be the
same as the quantity of labour which they will command“, ([Malthus], “The Measure of
Value Stated and Illustrated”, London 1823, p. 15, 16.)

10 “The labour which a commodity can command isa standard measure of value.” (l.c.p.61.)

10 “I hadnowhere” (...)“seen it stated, that the ordinary quantity of labour which a com-
modity will command must represent and measure the quantity of labour worked up init,

with the addition of profits.” ([Malthus], “Definit. in Pol. Ec. etc.”, Lond. 1827, p. 196.)

11 “Ic is precisely because the labour which a commodity will ordinarily command measures
the labour actually worked up in it with the addition of profits, that it is justifiable to

consider it” (...) “as a measure of value. Ifthenthe ordinary value of acommodity beconsid-
ered as determined by the natural and necessary conditions of its supply, it is certain that
the labour which it will ordinarily command is alone the measure of these conditions.”

(“Defin. in Pol. Ec.” London 1827, p.214.)

11 “Elementary costs of production: an expression exactly equivalent to the conditions of

supply.” (Edit. Cazenove. Lond. 1853, l.c.p. 14.)

11 ““Measure of the conditions of supply: the quantity of labour for which the commodity will
exchange, when it is in its natural and ordinary state.” (Edit. Caze[nove], 1.c.p. 14.)

11 “The quantity of labour which a commodity commands represents exactly the quantity
of labour worked up in it, with the profits upon the advances, and does therefore really
represent and measure those natural and necessary conditions of the supply, those ele-
mentary costs of production which determine value.” (ed. Caz[enove], l.c.p. 125.)

11 “The demand for a commodity, though not proportioned to the quantity of any other
commodity which the purchaser is willing and able to give for it, is really proportioned
to the quantity of labour which he will give for it; any for this reason: the quantity of
labour which a commodity will ordinarily command, represents exactly the effectual demand
for it; because it represents exactly that gquantity of labour and profitsunited necessary toeffect
its supply; while the actual quantity of labour which a commodity will command when
it differs from the ordinary quantity, represents the excess or defect of demand arising
from temporary causes.” (ed. Cazlenovel, I.c. p. 135.)

17 “Whatever may be the number of intermediate acts of barter which may take place in
regard to commodities - whether the producers send them to China, or sell them in the
place where they are produced: the question as to an adequate market for them, depends
exclusively upon whether the producers can replace their capitals with ordinary profits, so
as to enable them successfully to go on with their business. Buzt what are their capitals?
They are, as A.Smith states, the tools to work with, the materials to work upon, and the
means of commanding the necessary quantity of labour.” [p. 70.]

17 “Effectual demand consists in the power and inclination, on the part of consumers” |...},
“to give for commodities, either by immediate or circuitous barter, some greater portion!
of all the ingredients of capital than their production costs.” (““Defin.”, ed. Cazlenove],
p.70, 71.)

18 “Profit does not depend upon the proportion in which commodities are exchanged with
each other" {...}, “seeing that the same proportion may be maintained under every variety
of profit, but upon the proportion which goes to wages, or is required to cover the prime cost,
and which is in all cases determined by the degree in which the sacrifice made by the
purchaser, or the labour’s worth which he gives, in order to acquire a commodity, exceeds
that made by the producer, in order to bring it to market.” (Cazenove, l.c. p.46.)

19 “Any given quantity of labour must be of the same value as the wages which command it,
or for which it actually exchanges.”” (“The Measure of Value stated and illustrated”,
Lond. 1823, p.5.)

20 “...the value of labour is constant”. (““T’he Measure of Value etc.”, p.29, Note.)

2 In der Handschrift: proportion

2]

2

_

2

Part

21

22

22

23

«Des quantités égales de travail doivent nécessairement, dans tous les tems et dans tous
les lieux, être d’une valeur égale pour celui qui travaille. Dans son état habituel de sante,
de force et d’activite, et d’après le degré ordinaire d’habileté ou de dexterite qu’il peut
avoir, il faut toujours qu’il donne la même portion de son repos, de sa liberte, de son
bonheur. Quelle que soit la quantité de denrees qu’il regoive en récompense de son tra-
vail, le prix qu’il paie est toujours le même. Ce prix, à la verite, peut acheter tantöt une
plus grande, tantöt une plus petite quantité de ces denrees; mais c’est la valeur de
celles-ci qui varie, et non celle du travail qui les achète. En tous tems et en tous lieux, ce
qui est difficile à obtenir, ou ce qui coûte beaucoup de travail à acquérir, est cher; et
ce qu’on peut se procurer aisement ou avec peu de travail est à bon marche. Ainsile travail,
ne variant jamais dans sa valeur propre, est la seule mesure reelle et definitive qui puisse
servir, dans tous les tems et dans tous les lieux, à apprécier et à comparer la valeur des

toutes les marchandises.? (A. Smith, 1. I, ch.V, éd. Garnier], t. I. p.65, 66.)

«La valeur reelle de toutes les differentes parties constituantes du prix se mesure par la
quantité de travail que chacune d’elles peut acheter ou commander. Le travail mesure la
valeur, non-seulement de cette partie du prix qui se résout en fravail, mais encore de celle
qui se résout en rente, et de celle qui se résout en profi.» (l. I, ch.VI, ed. Glarnier], t. I,
p.100.)

„Steigt die Nachfrage nach Arbeit, so die greater earnings of the labourer caused not by
a rise in the value of labour, but by a fall in the value of the produce for which the labour
was exchanged. Und im case der abundance der Arbeit, the small earnings ofthe labourer
caused by in a rise in the value of the produce and not by a fall in the value of labour.“
(“The Measure of Value etc.”, p.35), (cf. #.33-35).

“In the same way any article might be proved to be of invariable value; f.i., 10 yards of
cloth. For whether we gave £ 5 or £ 10 for the 10 yards, the sum given would always be
equal in value to the cloth for which it was paid, or, in other words, of invariable value in
relation to cloth. But that which is given for a thing of invartable value, must itself be
invariable, whence the 10 yards of cloth must be of invariable value... It is just the same
kind of futility to call wages invariable in value, because though variable in quantity
they command the same portion of labour, as to callthe sum given for a hat, of invariable
value, because, although sometimes more and sometimes less, it always purchases the
hat.’ (lBailey] “A Critical Dissertation on the Nature, Measures, and Causes of Value etc.”,
London 1825, p.145, 146, 147.)

“A large class of commodities, wie raw products, steigen, im progress der society, ver-
glichen mit Arbeit, während die manufactured articles fall. So nicht far from truth to
say, daß die average mass of commodities, which a given quantity of labour will command
in the same country, during the course of some century, may not very essentailly vary.””

(“Definitions etc.”, London 1827, p.206.)

“Ifthe money wages of labour universally rise, the value of money proportionably falls;
and when the value of money falls ... the prices of goods always rise.” (“Defin.”, l.c.

p.34.)

“It is observed by A.Smith that corn is an annual crop, butchers’ meat a crop which
requires 4 or 5 years to grow; and consequently, if we compare two quantities of corn
and meat which are of equal exchangeable value, it is certain that a difference of 3 or 4
additional years profit at 15% upon the capital employed in the production of the beef

534 "Anhang und Register

would, exclusively of any other considerations, make up in value for a much smaller
quantity of labour, and thus we might have 2 commodities of the same exchange-
able value, while the accumulated and immediate labour of the one was 40 or 50% less
than that of the other. This is an event of daily occurence in reference to a vast mass of
the most important commodities in the country; and if profits were to fall from 15% to
8% the value of the beef compared with corn would fall above 20%.” (“The Measure
of Value stated etc.”, p.10, 11.)

24 “Labour is not the only element worked up in capital.” (“Defin.”, edit. Cazl[enove],
p.29.)

24 “What are the costs of production? ... the quantity of labour in kind required to be worked
up in the commodity, and in the tools and materials consumed in its production with such
an additional. quantity as is equivalent to the ordinary profits upon the advances for the
time that they have been advanced.” (l.c. p.74, 75.)

24 “On the same ground Mr. Mill is quite incorrect, in calling the capital hoarded labour.
It may, perhaps, be called hoarded labour and profits; but certainly not hoarded labour
alone, unless we determine to call profits labour.” (l.c. p.60, 61.)

24 “To say that the value of commodities are regulated or determined by the quantity of
labour and capital necessary to produce them, is essentially false. T'o say, that they are
regulated by the quantity of labour and profits necessary to produce them, is essentially
true.” (l.c. p.129.)

24 “The expression Labour and Profits is liable to this objection, that the two are not
correlative terms, labour being an agent and profits a result; the one a cause, the other a
consequence. On this account Mr. Senior has substituted for it the expression: ‘Labour
and Abstinence'... It must be acknowledged, indeed, that it is not the abstinence, but the
use of the capital productively, which is the cause of profits.”” (p.130, Note.)

25 “He who converts his revenue into capital, abstains from the enjoyment which its expendi-
ture would afford him.”

25 ... „Behauptung, daß, wie die value of wages rises profits proportionably fall and vice
versa, nur wahr unter der Voraussetzung, daß Waren, worin dasselbe Arbeitsquantum
aufgearbeitet, stets von demselben Wert sind, und dies wahr in I Fall von 500, und zwar
notwendig, weil im Fortschritt der Zivilisation und improvement stets die quantity of
fixed capital employed wächst und mehr various und unequal macht die times of the
returns of the circulating capital.“ (““Defin.”, London 1827, p.31, 32.)

25 “Der natural state of things” (...) “in the progress of civilisation and improvement, tends
continually to increase the quantity of fixed capital employed, and to render more various
and unequal the times of the returns of the circulating capital.’ (ed. Caz[enovel, p.53,
54.)

25 “Mr. Ricardo himself admits of considerable exceptions to his rule; but if we examine
the classes which come under his exceptions, that is, where the quantities of fixed
capital employed are different and of different degrees of duration, and where the periods
of the returns of the circulated capital employed are not the same, we shall find, that
they are so numerous, that the rule may be considered as the exeption, and the exceptions

the rule.” (p.50.)

25 “The estimation in which a commodity is held, founded upon its cost to the purchaser or
the sacrifice which he must make in order to acquire it, which sacrifice is measured by the
quantity of labour that he gives in exchange for it, or what comes to the same thing, by the
labour which it will command.” (*“Defin.”, edit. Cazfenove], p.8, 9.)

26 “Mr. Ricardo has, with A.Smith, adopted labour as the true standard of cost; but he has
applied it to producing cost only ... it is equally applicable as a measure of cos? to the
purchaser.” (l.c. p.56, 57.)

27 “Allowing that the first commodities, if completed and brought into use immediately,
might be the result of pure labour, and that their value [would] therefore be determined
by the quantity of that labour; yet it is quite impossible that such commodities should
be employed as capital.to assist in the production of other commodities, without the capi-
talist being deprived of the use of this advances for a certain period, and reguiring a remunera-
tion in the shape of profits. In the early periods of society, on account of the comperative
scarcity of these advances of labour, this remuneration would be high, and would affect
the value of such commodities to a considerable degree, owing to the high rate of profits.
In the more advanced stages of society, the value of capital and commodities is largely
affected by profits, on account ofthe greatly increased quantity of fixed capital employed,
and the greater length oftime for which much of the circulating capital is advanced before
the capitalist is repaid by the returns. In both cases, the rate at which commodities ex-
change with each other, is [essentially] affected by the varying amomt of profits.” (“Definit.”,
edit. Caz[enove], p.60.)

28 “No writer that I have met with, anterior to Mr. Ricardo, ever used the term wages, or
real wages, as implying proportions.” (...) “Profits, indeed, imply proportions; and the rate
of profits had always justly been estimated by a percentage upon the value of advances.” (...)
“But wages had uniformly been considered as rising or falling, not according to any pro-
portion which they might bear to the whole produce obtained by a certain quantity of
labour, but by the greater or smaller quantity of any particular produce received by the
labourer, or by the greater or smaller power which such produce would convey, of com-
manding the necessaries and conveniencies of life.” (““Defin.”, Lond. 1827, p. 29, 30.)

28 “Profit of capital” (...) “consists of the difference between the value of the capital advan-
ced, and the value of the commodity when sold or used.” (“Def. in Polit. Ec.”, London
1827, p.240, 241.)

29 “Revenue is expended with a view to immediate support and enjoyment, and capital
is expended with a view to profit.” (“Defin.””, Lond. 1827, p.86.)

29 A labourer and a menial servant are “two instruments used for purposes distinctly
different, one to assistin obtaining wealth, the other to assist in consuming it.” (l.c. p. 94.)

29 “ The only productive consumption, properly so called, ist the consumption and destruc-
tion of wealth by capitalists with a view to reproduction... The workman whom the
capitalist employs certainly consumes that part of his wages which he does not save, as
revenue, with a view to subsistence and enjoyment; and not as capital, with a view to pro-
duction. He is a productive consumer to the person who employs him, and to the state, but
not, strictly speaking to himself.” (“Defin.”, ed. Caz[enove], p.30.)

29 “No political economist of the present day can be saving mean mere hoarding; and
beyond this contracted and inefficient proceeding, no use of the term in reference to the

national wealth can well be imagined, but that which must arise from a different applica-
tion of what is saved, founded upon a real distinction between the different kinds of

labour maintained by it.” (““Princ. of Pol. Ec.”, p.38, 39.)

29 "Accumulation of Capital. The employment of a portion of revenue as capital. Capital
may therefore increase without an increase of stock or wealth.” (““Defin.”, ed. Caz[enove],
p.11.)

29 “Prudential habits with regard to marriage carried to a considerable extent, among the

labouring classes of a country mainly depending upon manufactures and commerce,
might injure it.” (“P. of Pol. Ec.”, p. 215.)

30 “It is the want of necessaries which mainly stimulates the labouring classes to produce
luxuries; and were this stimulus removed or greatly weakened, so that the necessaries of
life could be obtained with very little labour, instead of more time being devoted to the
production of conveniences, there is every reason to think that less time would be so

devoted.” (“P.o.P.E.”, p.334.)

30 “From the nature of a population, and increase of labourers cannot be brought into the
market,in consequence of a particular demand, till after the lapse of 16 or 18 years, and
the conversion of revenue into capital by saving, may take place much more rapidly; a
country is always liable to an increase in the quantity of the funds for the maintenance of
labour faster than the increase of population.” (l.c. p.319, 320.)

30 “When capital is employed in advancing to the workman his wages, it adds nothing to the
funds for the maintenance of labour, but simply consists in the application of a certain
portion of those funds already in existance, for the purposes of production.” (“Def. in
P.Ec.”, p.22, Note.)

30 “Accumulated labour” (...): “the labour worked up in theraw materialsandtoolsapplied to
the production of other commodities.” (““Def. in P.Ec.”, ed. Caz[enove], p. 13.)

30 “[In speaking of] the labour worked up in commodities, the labour worked up in the
capital necessary to their production should be designated by the term accimulated

labour, as contra-distinguished from the immediate labour employed by the last capitalist.” .

(l.c. p.28, 29.)

31 „100 1. expended in immediate labour. Die returns am Ende des Jahres 110, 120 oder
130 I. it is evident that in each case the profit will be determined by the proportion of the
value of the whole produce which is required to pay the labour employed.. If the value of the
produce in market = 110, the proportion required to pay the labourers = 1P/,, der
value des produce, and profits = 10%. Istder Wert des Produkts 120, die Proportion für
labour = !P/i, und die profits 20% ; wenn 130, die proportion required to pay the la-
bour advanced = 19/3 und profits = 30%. Nun gesetzt, dieadvances descapitalist bestehn
nicht allein aus labour. Der Kapitalist erwartet gleichen Vorteil. auf alle Teile des Kapitals,
die er vorstreckt. Gesetzt, !/, der advances für labour (immediate); ®/, bestehen aus
accumulated labour und profits, mit any additions which may arise von rents, taxes und
andern outgoings. Dann strictly true that the profits of the capitalist will vary with the
varying values dieses "/, seines produce compared with the quantity of labour employed.
Z.B. farmer wende in der cultivation an £ 2000, davon 1500 in seed, keep of horses, wear
and tear of his fixed capital, interest upon this fixed and circulating capitals, rents, tithes,
taxes etc. und £500 auf immediate labour und die returns am Ende des Jahres seien

2400. Seine profits, 400 auf 2000 = 20 per cent. Und gleich obvious that if we took !/,
of the value of the produce, nämlich £600, und compared it with the amount paid in the
wages of immediate labour, the result would show exactly the same rate of profits.“ (p.267,
268.)

34 “Giving more produce for a given quantity of labour, or getting more labour for a given
quantity of produce, are one and the same thing in his” (...) “ ‘view’; instead of being, as
one would have supposed, just the contrary.' (**Observations on certain verbal disputes in
Po.Ec., particularly relating to value and to demand and supply", London 1821, p.52.)

34 “Mr. Malthus says: “In the same place, and at the same time, the different quantities of day-
labour, which different commodities can command, will be exactly in proportion to their
relative values in exchange’, and vice versa. If this is true of labour, it is just as true of
any thing else.” (l.c. p.49.)

34 “Money does very well as a measure at the same time and place... But it”(...) “seems not
to be true of labour. Labour is not a measure even at the same time and place. Take a
portion of corn, such as is at the same time and place said to be of equal value with a
given diamond; will the corn and the diamond, paid in specie, command equal portions
of labour? It may be said, No; but the diamond will buy money, which will command an
equal portion of labour ... the test is of no use, for it cannot be applied without being
rectified by the application of the other test, which is professed to supersede. We can
only infer, that the corn and the diamond will command equal quantities of labour,
because they are of equal value, in money. But we were told to infer, that two things
were of equal value, because they would command equal quantities of labour.” (l.c.

p.49, 50.) R

48 “Necessity of a Union of the Powers of Production with the means of distribution, in
order to ensure a continued increase of wealth.”” ([Malthus, “Principles of political
economy...', London 1836] p.361.)

48 “The powers of production alone sichern nicht the creation of a proportionate degree
of wealth. Something else nötig in order to call these powers fully into action. This is an
effectual and unchecked demand for all that is produced. And what appears to contribute
most to the attainment of this object, is, such a distribution of produce, and such an adap-
tion of this produce to the wants of those who are to consume it, as constantly to increase

the exchangeable value of the whole mass.” (“Pr.o.Pol.Ec.”, p.361).

48 “The wealth of a country depends partly upon the quantity of produce obtained by its
labour, and partly upon such an adaption of this quantity to the wants and powers of the
existing population as is calculated to give it value. Nothing can be more certain than that
itis not determined by either of them alone.” (l.c.p.301) “But where wealth and value are
perhaps the most nearly connected, is in the necessity of the latier to the production of the
former.” (l.c.)

48 “Value, then, essentially differs from riches, for value ‚depends not on abundance, but
on the difficulty or facility of production.” er “On the principles...”, London
1821] p.320.)

49 “Riches do not depend on value. A man is rich or poor, according to the abundance of
necessaries and luxuries which he can command. It is through confounding the ideas
of value and wealth, or riches that it has been asserted, that by diminishing the quantity
of commodities, that is to say of the necessaries, conveniences, and enjoyments of human

life, riches may be increased. If value were the measure of riches, this could not be de-
nied, because by scarcity the value of commodities is raised; but ... if riches consist in
necessaries and enjoyments, then they cannot be increased by a diminution of quantity.”

(l.c. p.323, 324.)

49 “If we lived in one of Mr.Owen’s parallelograms, and enjoyed all our productions in
common, then no one could suffer in consequence of abundance, but as long as society is
constituted as it now is, abundance will often be injurious to producers, and scarcity bene-
ficjal to them.” (“On Protection to Agriculture", 4tb ed., Lond. 1822, p.21.)

5] “The consumption and demand occasioned by the workmen employed in productive
labour can never alone furnish a motive to the accumulaiton and employment of capital.”

(“P. of Pol. Ec.”, p.315.)

5] “No farmer will take the trouble of superintending the labour of ten additional men
merely because his whole produce will then sell in the market at an advanced price just
equal to what he had paid his additional labourers. There must be something in the pre-
vious state of the demand and supply of the commodity in question, or in its price, ante-
cedent to and independent of the demand occasioned by the new labourers, in order to
warrant the employment of an additional number of people in its production.” (l.c.
p.312.)

51 “The demand created by the productive labourer himself can never be an adequate
demand, | 776 because it does not go to the full extent of what he produces. If it did, there
would be no profit, consequently no motive to employ him. The very existence of a’profit
upon any commodity presupposes a demand exterior to that of the labour which has produ-

ced it.” (l.c. p.405, Note.)

52 “As a great increase of consumption among the working classes must greatly increase the
cost of production, it must lower profits, and diminish or destroy the motive to accumu-

late.” (l.c. p.405.)

52 “It is the want of necessaries which mainly stimulates the working classes to produce
luxuries; and were this stimulus removed or greatly weakened, so that the necessaries of
life could be obtained with very little labour, instead of more time being devoted to the
production of conveniences, there is every reason to think that less time would be so

devoted.”” (l.c. p.334.)

52 “Both labourers and capital may be redundant, compared with the means of employing
them profitably.” (l.c. p.414.)

52 “The demand is always determined by value, and supply by quantity.” (“P.o.Pol. Ec.”,
p.316.)

52 “Supply must always be proportioned to quantity, and demand to value.” (“Def. in Pol.
Ec.”, ed. Cazenlove], p.65.)

53 “It is evident” says James Mill, “that whatever a man has produced, and does not wish to
keep for his own consumption, is a stock which he may give in exchange for other commo-
dities. His will, therefore, to purchase, and his means of purchasing, in other words,
his demand, is exactly equal to the amount of what he has produced, and does not mean
to consume’... It is quite obvious that his means of purchasing other commodities are
not proportioned of the quantity of his own commodity which he has produced, and
wishes to part with; but to its value in exchange; and unless the value of a commodity

in exchange be proportioned to its quantity, it cannot be true that the demand and
supply of every individual are always equal to one another.” (l.c. p.64, 65.)

53 “If the demand of every individual were equal to his supply, in the correct sense of the
expression, it would be a proof that he could always sell his commodity for the costs of
production, including fair profits; and then even a partial glut would be impossible. The
argument proves too much ... supply must always be proportioned to quantity, and de-
mand to value.” (“Def.in Pol. Ec.”, Lond. 1827, p.48, Note.)

53 “Hier versteht Mill unter demand, his (des demanders) means of purchasing. But these
means of purchasing other commodities are not proportioned to the quantity of his own
commodity which he has produced, and wishes to part with; but to its value in exchange;
and unless the value of a commodity in exchange be proportioned to its quantity, it
cannot be true that the demand and supply of every individual are always equal to one
another.” (l.c. p.48, 49.)

53 „Falsch, wenn Torrens sagt, 'that increased supply is the one and only cause of increased
effectual demand’. Wenn dies wäre, wie schwach würde es sein für mankind to recover
itself, under a temporary diminution of food and clothing. Aber wenn food and clothing
in quantity verringert, steigen sie im Wert; the money-price of the remaining food and
clothing will for a time rise in a greater degree than in the diminution of its quantity,
while the money-price of labour may remain the same. The necessary consequence, the
power of setting in motion a greater quantity of productive industry than before.“
(p.59, 60.)

53 “If we reckon the value of the fixed capital employed as a part of the advances, we must
reckon the remaining value of such a capital at the end of the year as a part of the annual
returns... in reality his” (...) “annial advances consist only of his circulating capital, the
wear and tear of his fixed capital with the interest upon it, and the interest of that part
of his circulating capital which consists of the money emnployed in making his annual
payments as they are called for." (“P.o.Pol.Ec.”, p.269.)

54 “Considering, that an increased employment of capital will not take place unless a rate
of profits equal to the former rate, or greater than it, can be ensured, and considering,
that the mere addition to capital does not of itself tend to ensure such a rate of profits,
but the reserve, Mr.Malthus, and those who reason in the same manner as he does,
proceed to look out for some source, independent and extrinsic to production itself,
whose progressive increase may keep pace with the progressive increase of capital, and
from which continual additional supplies of the requisite rate of profits may be derived.”
(“An Inguiry into those Principles, respecting the Nature of Demand and the Necessity
of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.”, London 1821, p.33, 34.)

54 “Mr. Malthus sometimes talks as if there were two distinct funds, capital and revenue,
supply and demand, production and consumption, which must take care to keep pace
with each other, and neither outrun the other. As if, besides the whole mass of commodities
produced, there war required another mass, fallen from Heaven, I suppose, to purchase
them with ... The fund for consumption, such as he requires, can only be had at the
expense of production.” (l.c. p.49, 50.)

55 “We are continually puzzled, in his” (...) “speculations, between the object of increasing
production and that of checking it. When a man is in want of a demand, does Mr. Malthus

recommend him to pay some other person to take off his goods? Probably not.” (l.c.
p-55.)

55 “The object of selling your goods is to make a certain amount of money; it never can
answer to part with that amount of money for nothing, to another person, that he may
bring it back to you, and buy your goods with it: you might as well have just burnt your
goods at once, and you would have been in the same situation.” (l.c. p.63.)

55 "As to the demand. from labour; that is, either the giving labour in exchange for goods,
or ... the giving, in exchange for present complete products, a future and accruing
addition of value ... This is the real demand that it is material to the producers to get
increased etc.” (l.c. p.57.)

55 “The very meaning of an increased demand by them (the labourers) is, a disposition to
take less themselves, and leave a larger share for their employers; and if it is said that
this, by diminishing consumption, increases glut, I can only answer, that glut is synony-
mous with high profits.” (l.c. p.59.)

56 “When Mr.Malthus published his Essay on Rent, it seems to have been partly with a
view to answer the cry of ‘No Landlords’, which then ‘stood rubric on the walls’, to
stand up in defence of that class, and to prove that they were not like monopolists. That
rent cannot be abolished, that its increase is a natural concomitant, in general, of increas-
ing wealth and numbers, he showed; but neither did the vulgar cry of ‘No Landlords’
necessarily mean, that there ought to be no such thing as rent, but rather that it ought to
be equally divided among the people, according to what was called ‘Spence’s plan’. But
when he proceeds to vindicate landlords from the odious name of monopolists, from the
observation of Smith, “that they love to reap where they never sowed’, he seems to be
fighting for a name ... There is too much the air of an advocate in all these arguments of
his.” (l.c. p.108, 109.)

56 «On a cru remarquer que les coftagers, qui ont des vaches, sont plus laborieux et mènent
une vie plus reguliere, que ceux qui n’en ont point ... La plupart de ceux qui ont des
vaches à présent les ont achetées du fruit de leur travail. Il est donc plus exact de dire que
c’est leur travail qui leur a donne les vaches, qu’il ne l’est de dire, que ce sont les vaches
qui leur ont donne le goüt du travail.» (Malthus, «Essai sur la Population eic.), 5th ed.,
trad. de P. Prevost, Geneve, 3me éd. t. IV, p. 104, 105.)

57 «Il est Evident que tous les hommes ne peuvent pas former les classes moyennes. Les superieures
et les inferieures sont inevitables? (...), «et de plus très-utiles. Si l’on ötoit de la societe
l’esperance de s’élevér et la crainte de dechoir; si le travail ne portoit pas avec lui sa
récompense et l’indolence sa punition; on ne verroit nulle part cette activite, cette
ardeur avec laquelle chacun travaille à améliorer son état et qui est le principal instru-
ment de |]346] la prosperite publique.» (l.c. p. 112.)

57 «Plus monopole s’àtend? (...), “plus la chaine est lourde pour les exploités.? (Jean- Jacques
Rousseau [Quelle nicht ermittelt].)

57 «On pourroit se livrer à l’esperance, qu’ à quelque période future, les procèdes par les-
quels le travail est abrégé, et qui ont déjà fait un progres si rapide, pourroient enfin four-
nir à tous les besoins de la societe la plus opulente, avec moins de travail personel, qu’il
n’en faut de nos jous pour remplir le même but: et si !'ouvrier alors.n’etoit pas soulage
d’une partie de la penible täche d laquelle ilest assujetti aujourdhuib (...);du moins lenombre
de ceux, à qui la société impose un travail sirude, se trouveroit diminue.? (l.c. p.113.)

58 “That labour is the sole source of wealth seems to be a doctrine as dangerous as it is false,
as it unhappily affords a handle to those who would represent all property as belonging
to the working classes, and the share which is received by others as a robbery or fraud
upon them.” ([Cazenove] ““Outlines of Political Economy...”, London 1832, l.c. p.22,
Note.)

58 “The valize of capital, the quantity of labour which it is worth or will command, is always
greater than that which it has cost, and the difference constitutes the profit or remunera-
. tion to its owner.” (l.c. p.32.)

58 “Profit upon the capital employed” {...} “is an essential condition of the supply, and, as
such, constitutes a competent part of the costs of production.” (l.c. p.33.)

58 “{unless this profit were obtained, there would be no adequate motive to produce the
commodity}” (l.c. p.33.)

58 “A man’s profit does not depend upon his command of the produce of other men’s labour,
butupon hiscommand of labouritself.” (...)“ fhecansell” (...)““hisgoodsatahigher
price, while his workmen's wages remain unaliered, he is clearly benefited by the rise,
whether other goods rise or not. A smaller proportion of what he produces is sufficient
to put that labour into motion, and a larger proportion consequently remains for him-

self.” (p.49, 50.)

59 “The supply of each man depends upon, the quantity which he brings to market: his
demand for other things depends upon the value of his supply. The former is certain; it
depends upon himself: the latter is uncertain; it depends upon others. The former may
remain the same, while the latter may vary. A 100 qrs. of corn, which a man brings to
market, may at one time be worth 30 sh., and at another time 60 sh., the qr. The quantity
of supply is in both instances the same: but the man’s demand or power of purchasing
other things is twice as great in the latter as in the former case.” (l.c. p. 111, 112.)

60 “When commodities are multiplied by a more judicious distribution of labour, no greater
amount of demand than before is required in order to maintain allthe labour which was
previously employed;" (...) “whereas, when machinery is introduced, if there be not an
increased amount of demand, or a fall in wages or profits, some of the labour will un-
doubtedly be thrown out of employment.

Let the case be supposed of a commodity worth 12007., of which 10007. consists of
the wages of 100 men, at £10 each, and 2001. of profits, at the rate of 20 p. c. Now, let
it be imagined that the same commodity can be produced by the labour of 50 men, and
a machine which has cost the labour of 50 more, and which requires the labour of IO men
to keep it in constant repair; the producer willthen be able to reduce the price of the
article to 800/., and still continue to obtain the same remuneration for the use of his
capital.

The wages of 50 men at £10... 500
‚of 10. men to keep in it repair... 100
Profit 20% on circulating
capital .......... ee 500 } 200
on fixed capital - -- -........ 500

800.” (l.c. p.114, 115.)

61 “Those who used to pay £ 1200 for the commodity will now have £ 400 to spare, which
they can lay out either on something else, or in purchasing more of the same commodity.
If it be laid out in the | produce of immediate labour, it will give employment to no
more then 33.4 men, whereas the number thrown out of employment by the introduction
of the machine will have been 40, for -

The wages of 33.4 men at 10, are £ 334
Profits WO p.c. es serser run. 66
£400.”

62 “If it” (the 400 1. viz.) “be laid out in the purchase of more ofthe same commodity, or of
any other, where the same species and quantity of fixed capital were used, it would
employ only 30 men, for -

The wages of 25 men at £ 10 each, are 250
5 men to keep in repair 50
Profits on £ 250 circulated and
250 fixed capital -.-» 2.0... - 100
£400.”

62 “When the total sum of £ 1200 was spent on the produce of immediate labour, the divi-
sion was £1000 wages, £ 200 profits.” (...) “When it was spent partly in the one wayand
partly in the other ...the division was £934 wages, and 2661. profits:”' (...) “and, as in the
third supposition, when the whole sum was spent on the joint produce of the machine
and labour, the division was £ 900 wages an £ 300 profits.” (l.c. p. 114-117.)

‚62 “The capitalist cannot, after the introduction employ as much labour as he did before,
without accumulating further capital; but the revenue which is saved by the consumers.
of the article after its price has fallen, will, by increasing their consumption of that or
something else, create a demand for some though not for all the labour which has been
displaced by the machine.” (l.c. p. 119.)

62 “Mr.MeCulloch conceives that the introduction of machines into any employment
necessarily pccasions an equal or greater demand for Ihe disengaged labourers in some other
employment. In order to prove this, he supposes that the annuity necessary to replace the
value of the machine by the time it is worn out, will every year occasion an increasing
demand for labour. But as the successive annuities added together up to the end of the
term, can only equal ihe original cost of the machine, and the interest upon it during the time
it is in operation, in what way it can ever create a demand for labour, beyond what it would
have done had no machine been employed, it is not easy to understand.” (l.c. [p. 119,
120].)

## Zwanzigstes Kapitel

67 „Gesetzt, Kapital von different degrees of durability werde angewandt. Wenn ein woollen
und ein silk manufacturer jeder ein Kapital von 2000 I. anwenden und der erste 1500 I.
in durable machines und 500 !. in wages and materials anwendet, während der letztre nur
500 I. in durable machines anwendet und 1500 in wages und materials ... Gesetzt, "/1o
dieses fixen Kapitals sei jährlich konsumiert und die Rate des Profits 10%, dann, da die
results of the woollen manufacturer’s capital of 2000 L., to give him this profit £ 2200

sein müssen und da der Wert des fixen Kapitals durch den Prozeß der Produktion redu-
ziert ist von 1500 auf 1350, the goods produced müssen sell for 850 I. Und in like manner,
da das fixe Kapital des silk manufacturer durch den process of production */1o reduziert
ist, oder von 500 auf 450, the silks produced must, in order to yield him the customary rate
of profits upon his whole capital of 2000 L., sell for 1750 1. ... when capitals equal in
amount, but of different degrees of durability, are employed, the articles produced,
together with the residue of capital, in one occupation, will be equal in exchangeable value
to the things produced, and the residue of capital, in another occupation.“ ([R. Torrens,
“An essay on the production of wealth....”, London 1821,] p. 28, 29.)

67 ““Equal capitals, oder in andren Worten, equal quantities of accimulated labour, will often
put in motion different quantities of immediate labour; dies ändert aber nichts an der Sache.”
(p.29, 30.)

68 “In the early period of society” (...) “ist es die fofal quantity of labour, accumulated and
immediate, expended on production, die den relativen Wert der Waren bestimmt. Sobald
aber stock accumulated und eine Klasse von Kapitalisten sich unterscheidet von einer
Klasse von Arbeitern, when the person who undertakes any branch of industry, does not
perform his own work, but advances subsistence and materials to others, then it is the
amount of capital, or the quantity of accumulated labour expended in production, die die ex-
changeable power of commodities bestimmt.” (l.c. p.33, 34.)

68 “Solange zwei Kapitalien gleich, [sind] ihre Produkte von gleichem Wert, however wemay
vary the quantity of immediate labour which they put in motion, or which their produce may
require. Sind sie ungleich, ihre products of unequal value, though the total quantity of
labour expended upon each should be precisely equal.” (p.39.)

68 „Also nach dieser separation of capitalists and labour, ist es die amount of capital, the
quantity of accumulated labour, und nicht wie vor dieser Trennung, the sum of accumu-
lated and immediate labour, expended on production, die den Tauschwert bestimmt.“

(l.c. p.39, 40.)

72 “The effectual demand for any commodity is always determined, and under any given
rate of profit, is constantly commensurate with the quantity of the ingredients of capital,
or of the things required in its production, which consumers may be able and willing
to offer in exchange for it.” (l.c. p.344.)

72 “Increased supply ist the orie and only cause of increased effectual demand.” (p.348.)

72 “Market price” (...) “schließt stets ein die customary rate of profit for the time being.
Natural price, consisting of the cost of production, or, in other words, of the capital expen-
ded in raising or fabricating commodities, connot include the rate of profit.” (l.c. p.51.)

72 „Es wäre dasselbe, als wenn ein Pächter für 100 qrs. of corn 120 grs. in return erhielte,
dann 20 grs. der Profit; wäre absurd, diesen Exzeß oder Profit a part of the expenditure
zu nennen ... Ebenso erhielte der manufacturer in return.a quantity of finished work
of a higher exchangeable value, als die materials etc.“ (p.51-53.)

73 “Effectual demand consists in the power and inclination, on the part of consumers, to give
for commodities, either by immediate or circuitious barter, some greater portion! of all
the ingredients of capital than their production costs.” (l.c. p.349.)

1 In der Handschrift: proportion

82 "Time can do nothing. ...how then can it add to value? Time is a mere abstract term.
It is a word, a sound. And it is the very same logical absurdity, to talk of an abstract
unity measuring value, and of time creating it.” ([James] Mill, “Elements etc.”, 2nd ed.

p-99.)

83 “Mr.Mill has made a curious attempt to resolve the effects of time into expenditure of
labour. ‘If,’ says he, (p.97, 2nd ed. der „Elements“, 1824) ‘the wine which is put in the
cellar is increased in value !/0 by being kept a year, /i0 more of labour may be correctly
considered as having been expended upon it.'... a fact can be correctly considered as
having taken place only when it really has taken place. In the instance adduced, no
human being, by the terms of the supposition, has approached the wine, or spent upon
it a moment or a single motion of his muscles.” (Bailey, “A critical Dissertation on the

Nature, Measures and Causes of Value etc.”, London 1825, p.219, 220.)

93 “Capital is commodities. If the value of commodities, then, depends upon the value of
capital, it depends upon the value of commodities; the value of commodities depends

upon itself.” ([James] Mill, “Elements etc.”, Lond. 1821, p. 74.)

94 “Labour and Capital - the one, immediate labour ... the other, hoarded labour.” (1°t Engl.
edit., Lond. 1821, p.75.)

99 «Voilà donc un cas au moins »{...}« où le prix (le prix du travail) est réglé, d’une maniere
permanente, par le rapport de l’offre à la demande.» («Discours sur l’àcon. polit.». Par
McCulloch, traduit par GM® Prevost, Genève 1825; in Prévosts angehängten «Reflexions
sur le systeme de Ricardo», p. 187.)

100 ... «de donner une deduction logique des principes de l’économie politique.? (p.88) Mill
«expose presque tous les sujets de discussion. Ila su debroullier et simplifier les questions
les plus compliquees et les plus difficiles, poser les divers principes de la science dans
leur ordre naturel.» (l.c.)

100 «On peut élever un doute sur l’influence des terres inferieures pour regler les prix, en
ayant égard, comme on le doit, à leur étendue relative.» (Prevost, 1.c. p. 177.)

100 «Mr. Mill use de cette comparaison: “Supposez que toutes les terres en culture dans un
certain pays soient de même qualité et donnent les mêmes profits aux capitaux qu’on y
applique, à l’exception d’un seul acre, qui donne un produit sextuple de celui de tout
autre.‘» (Mill, “Elements etc.” , 2rd ed., p.71.)«Il est certain, comme M.Mill le prouve, que
le fermier de ce dernier acre ne pourroit point élever son fermage,» (...) «et que les cinq
sixiemes du produit appartiendroient au proprietaire.) (...) «Mais si l’ingenieux
auteur avoit pensé à proposer une fiction semblable pour le cas inverse, il auroit reconnu
que le résultat était different. En effet, supposons toutes les terres au niveau, excepté un
acre de terre inferieure. Que sur cet acre unique, le profit de capital soit la sixieme partie

du profit sur tout autre. Pense-t-on que le profit de quelques millions d’acres füt forcé

de se réduire à la sixieme partie de son profit habituel? Il est probable que cet acre unique
n’auroit pas d’effet, parce que les produits quelconques (spécialement le ble) étant portés
au marche, ne souffriroient point sensiblement de la concurrence d'une portion minime.
Nous disons donc que l’assertion ricardienne sur l’effet des terres inferieures doit être
modifee par l’etendue relative des terres de fertilite inegale.» (Prevost, l.c. p. 177, 178.)

101 «Nous reconnoissons qu’en général le taux des profits agricoles règle celui des profits
industriels. Mais en même temps nousferons remarquer que ceux-ciréagissent nécessaire-

inent sur les premiers. Quand le prix du ble vient à hausser à un certain point, les
capitaux industriels d’appliquent aux terres et réduisent necessairement les profits
agricoles.» (Prevost, l.c. p. 179.)

102 «Ne semble-t-il pas que, si la demande croissante des capitaux fait hausser le prix des
ouvriers, c’est-à-dire le salaire, on n’a pas raison d’affirmer que l’offre croissante de ces
mêmes capitaux ne peut point faire baisser le prix des capitaux, en d’autres termes le

profit?» (l.c. p. 188.)

102 «L’etat prosptre commence par faire hausser les profits? (...), “et cela long-temps avant
que l’on cultive les nouvelles terres; de sorte que, lorsque celles-ci exercent leur influence
sur la rente en deduction des profits, ceux-ci, bien qu’immediatement diminuss, restent
encore aussi élevés qu’ils étaient avant le progrès ... Pourquoi à une époque quelconque,
cultive-t-on les terres de qualité inferieure? Ce ne peut être qu’en vue d’un profit au
moins egal au profit cowrant. Et quelle circonstance peut amener ce taux du profit sur de
telles terres? L’accroissement | de la population. Pressant ... sur la limite des sub-
sistances, elle fait hausser le prix des alimens (du ble en particulier), du maniere à donner
de gros profits aux capitaux agricoles. Les autres capitaux affluent sur les terres; mais
comme celles-ci sont d’une étendue bornee, cette concurrence a un terme; et il arrive
enfin qu’en cultivant des sols plus ingrats, on obtient encore des profits superieurs d
ceux dus commerce ou des manufactures. Des lors (en supposant ces terres inferieures d’une
étendue suffisante) les profits agricoles sont forcés de se regler sur ceux des derniers
que l’on a verses sur les terres. C'est ainsi que prenant le taux des profits à l’origine
du progr2s divitial, on reconnoitra que les profits "ont aucune tendance à diminuer. Ils
haussent avec la population croissante, jusqu’au point où les profits agricoles ont
tellement cru qu’ils peuvent éprouver (par des cultures nouvelles) une diminution
notable, sans redescendre jamais au-dessous de leur taux primitif, ou (pour parler plus
exactement) au-dessous du taux moyen determine par diverses circonstances.»

(.190-192.)

104 «Les terres de qualite inferieure ... ne sont mises en culture que lorsqu’elles rendent des
profits égaux ou supérieurs à ceux des capitaux industriels. Souvent, dans ces circon-
stances, malgré les nouvelles cultures, le prix du ble et des produits agricoles reste encore
fort élevé. Ces hauts prix genent la population ouvriere, parce que la hausse des salaires
ne suit pas exactement celle du prix des objets de consommation à l’usage des salaries.
Ils sont plus ou moins à charge a la population tout entire, parce que presque toutes les
marchandises sont affectees de la hausse des salaires et de celle du prix des objets de
premitre nécessité. Cette gäne universelle, jointe A la mortalité qu’occasionne une popu-
lation surabondante, amtne une diminution dans le nombre des salaries, et de suite une
hausse dans les salaires et une baisse dans les profits agricoles. Ds lors toutes les opé-
rations ont lieu en sens inverse des precedentes. Les capitaux se retirent des terres
inferieures et se reversent sur l'industrie. Mais le principe de population agira bientöt
de nouveau; dès que la misere aura cesse, le nombre des ouvriers croitra, leur salaire
diminuera, et en consequence les profits hausseront. Une suite de telles oscillations
doit avoir lieu, sans que les profits moyens en soient affectés. Ils peuvent par d’autres
causes hausser ou baisser, ou par cette cause même, ils peuvent changer, alternativement
en sens contraire, sans que leur baisse ou leur hausse moyenne puisse être attribuee
à la nécessité d’entreprendre de nouvelles cultures. La population est le régulateur, qui
rétablit l’ordre naturel et contient les profits entre certaines limites.? (l.c. p. 194-196.)

106 “...disputes ... are entirely owing to the use of words in different senses by different
persons; to the disputants looking, like the knights in the story, at different sides of the
shield.” (“Observations on certain verbal disputes in Political Economy...”, London
1821, p.59, 60.)

106 “There is an obvious difficulty in supposing that labour is what we mentally allude to,
when we talk of value or of real price, as opposed to nominal price; for we often want to
speak of the value or price of labour itself. Where by labour, as the real price of a thing,
we mean the labour which produced the thing, there is another difficulty besides; for we
often want to speak of the value or price of land; but land ist not produced by labour. T'his
definition, then, will only apply to commodities.” (l.c. p.8.)

107 “<An increased supply of labour is an mcreased supply of that which is to purchase
labour.) If wesay, then, with Mr.Ricardo, that labour is at every moment tending to what
he calls its natural price, we must only recollect, that the increase made in its supply, in
order to tend to that, is itself one cause of the counteracting power, which prevents the

tendency from being effectual.” (p.72, 73.)

107 “Itis not meant to be asserted by him” (Ricardo) “that two particular lots of two different
articles, as a hat and a pair of shoes, exchange with one another when those two particular
lots were produced by equal quantities of labour. By ‘commodity’, we must here under-
stand ‘description of commodity,' not a particular individual hat, pair of shoes, etc. The
whole labour which produces all the hats in England is to be considered, to this purpose,
as divided among all the hats. This seems to me not to have been expressed at first, and
in the general statements of his doctrine.” (l.c. p.53, 54.) “Z.B. Ricardo spricht von ‘a
portion of labour of the engineer in making machines...', enthalten z.B. in einem Paar
Strümpfe. Yet the ‘total labour’ that produced each single pair of stockings, if it is of a
single pair we are speaking, includes the whole labour of the engineer; not “a portion’;
for one machine makes many pairs, and none of those pairs could have done without
any part of the machine.” (l.c. p.54.)

109 “If you call labour a commodity, it is not like a commodity which is first produced in
order to exchange, and then brought to market where it must exchange with other
commodities according to the respective quantities of each which there may be in the
market at the time; labour is created at the moment it is brought to market; nay, it is
brought to market, before it is created.” (l.c. p.75, 76.)

110 “Indifferent stages of society, theaccumulation ofcapital, or ofthemeansof employing
labour, is more or less rapid, and must in all cases depend on the productive powers of
labour. The productive powers of labour are generally greatest where there is an abund-
ance of fertile land.” (Ric[ardo, “Principles of political economy...”,] 37 edit., 1821,
p-92 [zitiert nach: “Observations on certain verbal disputes in Political Economy...”,
London 1821, p.74].)

110 “If, in the first sentence, the productive powers of labour mean the smallness of that aliquot
part of any produce that goes to those whose manual labour produced it, the sentence is
nearly identical, because the remaining aliquot part is the fund whence capital can, if the
owner pleases, be accumulated.” (...) “Butthenthisdoesnot generally happen wherethere
is most fertile land.” [‘“Observations on certain verbal disputes in political economy...”,

p.74.]

111 “It does in North America, but that is an artificial state of things.” (...) “It does not in
Mexico. It does not in New Holland. The productive powers of labour are, indeed, in

112

112

113

another sense, greatest where there is much fertile land, viz. the power of man, if he
chooses it, to raise much raw produce in proportion to the whole labour he performs. It
is, indeed, a gift of nature, that men can raise more food than the lowest quantity that
they could maintain and keepupthe existing population on;”(...) “but ‘surplus produce’ (the
term used by Mr.Ricardo, page 93), generally means the excess of the whole price of a
thing above that part of it which goes to the labourer who made it;” (...) “a point, which
is settled by human arrangement, and not fixed [by nature].” (l.c. p. 74, 75.)

“When the demand for an article exceeds that which is, with reference to the present
state, of supply, the effectual demand; and when, consequently, the price has risen, either
additions can be made to the rate of supply at the same rate of cost of production as
before; in which case they will be made till the article is brought to exchange at the
same rate as before with other articles: or, secondly, no possible additions can be made
to the former rate of supply: and then the price, which has risen, will not be brought
down, but continue to afford, as Smith says, a greater rent, or profits, or wages (or all
three), to the particular land, capital, or labour, employed in producing the article,: or,
thirdly, the additions which can be made will require proportionally more land, or
capital, or labour, or allthree, than were required for the periodical production” (...) “of
the amount previously supplied. Then the addition will not be made till the demand is
strong enough, 1), to pay this increased price for the addition; 2), to pay the same
increased price upon the old amount of supply. For the person who has produced the
additional quantity will be no more able to get a high price for it, than those who produ-
ced the former quantity... There will then be surplus profits in this trade... The surplus
profits will be either in the hands of some particular producers only ... or, if the addi-
tional produce cannot be distinguished from the rest, will be a surplus shared by all...
People will give something to belong to atrade in which such surplus profit can bemade...
What they so give, is rent." (p.79 sqq.)

“Conversion of revenue into capital’ is another of these verbal sources of controversy.
One man means by it, that the capitalist lays out part of the profits he has made by his
capital, in making additions to his capital, instead of spending it for his private use, as
he might else have done: another man means by it, that a person lays out as capital
something which he never got as profits, or any capital of his own, but received as rent,
wages, salary.” (l.c. p.83, 84.)

“If the capital employed in cutlery is increased as 100::101, and can only produce an
increase of cutlery in the same proportion, the degree in which it will increase the com-
mand which its producers have other things in general, no increased production of them
having by the supposition taken place, will be in a less proportion; and this, and not the
increase of the quantity of cutlery, constitutes the employers’ profits of the increase of
their wealth. But if the like addition of 1% had been making at the same time to the
capitals of all other trades and with the like result as to produce, this would not follow: for
the rate at which each article would exchange with the rest would remain unaltered, and
therefore a given portion of each would give the same command as before over the rest.”
([““An Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand and the Necessity
of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.”, London 1821,] 1.c. p.9.)

1 In “Observations...”: rate

116 “Mr. Ricardo (p.359, 2rd ed.), after quoting the doctrine of Smith about the cause of the
fall of profits, adds: ‘M.Say, has, however, most satisfactorily shown, that there is no
capital which may not be employed in a country, because demand is only limited by
production’. (...) “"There cannot be accumulated (p.360) in a country any amount of
capital which cannot be employed productively’ (meaning, 1 assume,” sagt der Mann
incluse, ““ ‘with profit to the owner”) “until wages rise so high in consequence of the rise
of necessaries, and so little consequently remains for the profits of stock, that the motive
for accumulation ceases’.” [p.18, 19.]

118 “The latter sentence limits (not to say contradicts) the former, if ‘which may not be
employed', in the former, means *employed productively’, or rather, “profitably’. And
if it means simply ‘employed’, the proposition is useless; because neither A.Smith nor
any body else, I presume, denied that it might ‘be employed', if you did not care what
profits is brought.” (l.c. p. 19.)

118 “ The very meaning of an increased demand by them” (the labourers) “is, a disposition
to take lessthemselves, and leave a larger share for their employers; and if it is be said that
this, by diminishing consumption, increases glut, I can only answer, that glut is synony-
mous with high profits.” (l.c. p.59.)

118 “ The labourers do not, considered as consumers derive any benefit from machines, while
flourishing (as Mr. Say says, “Traité d’économie politique’, ed.4, vol. I, p.60*), unless
the article, which the machines cheapen, is one that can be brought, by cheapening,
within their use. Treshing-machines, wind-mills, may be a great thing for them in this
view; but the invention of a veneering machine, or a block machine, or a lace frame, does
not mend their condition much.” (l.c. p.74, 75.)

118 “The habits of the labourers, where division of labour has been carried very far, are
applicable only to the particular line they have been used to; they are a sort of machines.
Then, there is a long period of idleness, that is, of labour lost; of wealth cut off at its
root. It is quite useless to repeat, like a parrot, that things have a tendency to find their
level. We must look about us, and see that they |813] cannot for a long time find a level;
that when they do, it will be a far lower level than they set out from.” (l.c. p.72.)

119 “He” (der Arbeiter) “will agree to work part of his time for the capitalist; or, what comes
to the sarne thing, to consider part of the whole produce, when raised and exchanged, as
belonging to the capitalist. He must do so, or the capitalist would not have afforded him
his assistance.” (...) “But as the capitalist’s motive was gain, and as this advantages always
depend, in a certain degree, on the will to save, as well as on the power, the capitalist will
be disposed to afford an additional portion of these assistances; and as he will find fewer
people in want of this additional portion, than were in want of the original portion, he
must expect to have a less share of the benefit to himself; he must be content to make a
present” (11!) “(as it were) to the labourer, of part of the benefit his assistance occasions,
or else he would not get the other part: the profit is reduced, then, by competition.”
(l.c. p. 102, 103.)

120 “A.Smith glaubte, daß accumulation or increase of stock in general lowered the rate of
profit in general, on the same principle which makes the increase of stock in any parti-
cular trade lower the profits of that trade. But such increase of stock in a particular trade

1 In der Handschrift: “Letters to Malthus’, ed.4, p.60

means an increase more in proportion than stock is at the same time increased in other
trades.” (l.c. p.9.)

120 “The immediate market for capital, or field for capital, may be said to be labour. The
amount of capital which can be invested at a given moment, in a given country, or the
world, so as to return not less than a given rate of profits, seems principally to depend
on the quantity of labour, which it is possible, by laying out that capital, to induce the
then existing number of human beings to perform.” (l.c. p.20.)

120 “Profits do not depend on price, they depend on price compared with outgoings.” (l.c.
p-28.)

120 “The proposition of M.Say does not at all prove that capital opens a market for itself,
but only that capital and labour open a market for one another.” (l.c. p.111.)

121 „Alle Schwierigkeiten der politischen Ökonomie darauf reduzierbar: What is the
ground of exchangeable value?“(Thomas De Quincey, “Dialogues of Three Templars on
Political Economy, chiefly in relation to the Principles of Mr. Ricardo”, “London Magazine”,
vol. IX, 1824, p.347.)

121 “Es ist durchaus falsch zu schließen, that the real value is great because the quantity
it buys is great, or small because the quantity it buys is small... If A double its value, it
will not therefore command double the former quantity of B. It may do so: and it may
also command 500 times more, or 500 times less... Niemand wird leugnen, daß A by
doubling its own value will command a double quantity of all things which have been
stationary in value. But the question is whether universally, from doubling its value, A
will command a double quantity.” (l.c. p.552 sqq. passim.)

122 “If the absolute quantity of labour, which produces the greater part of commodities, or
all except one, is increased, would you say that the value of that one is unaltered? [In
what sense?] since it will exchange for less of every commodity besides. If, indeed, it is
meant to be asserted that the meaning of increase or diminution of value, is increase or
diminution in the quantity of labour that produced the commodity spoken of, the con-
clusions I have just been objecting to might be true enough. But to say, as Mr. Ricardo
does, that the comparative quantities of labour that produce two commodities are the
cause of the rate at which those two commodities will exchange with each other, i.e. of
the exchangeable value of each, - is very different from saying, that the exchangeable value
of eithermeansthe quantity of labour which produced it, understood without any reference
to the other, or to the existence of the other.” (““Observations etc.”, p.13.)

123 “Mr. R[icardo] tells us indeed, that “the inquiry to which he wishes to draw the reader’s
attention relates to the effect of the variations in the relative value of commodities, and
not in their absolute value’; as if he there considered that there is such a thing as ex- .
changeable value which is not relative.” (l.c. p.9, 10.)

123 “That Mr. Ricardo has departed from his original use of the term value, and has made
of it something absolute, instead of relative, is still more evident in his chapter, entitled
“Value and Riches, their distinctive Properties’. The question there discussed, has been
discussed also by others, and is purely verbal and useless.” (l.c. p. 15 sq.)

126 “The rise of value of article A, only meant value estimated in articles B, C, etc. i.e.
value in exchange for articles B, C, etc.” (l.c. p.16.)

126 “Value is a property of things, riches of men. Value, in this sense, necessarily implies ex-
change, riches do not.” (l.c. p. 16.)

129 “Value, or valeur in French, is not only used absolutely instead of relatively as a quality
of things, but is even used by some as a measurable commodity, ‘Possessing a value,’
“transferring a portion of value,” (...) “the sum, or totality of values’ etc. I do not know
what that means.” (l.c. p.57.)

130 “ "The relative value of two things,” is open to two meanings: the rate at which twothings
exchange or would exchange with each other, or the comparative portions of a third for
which each exchanges or would exchange.” (l.c. p.53.)

135 “In making labour the foundation of the value of commodities, and the comparative
quantity of labour which is necessary to their production, the rule which determines the
respective quantities of goods which shall be given in exchange for each other, we must
not be supposed to deny the accidental and temporary deviations of the actual or market
price of commodities from this, their primary and natural price.” ([Ricardo, “On the
principles...”] 3r4 ed., 1821, p.80.)

135 “To measure ... is to find how many times they’ ” (die gemessenen Dinge) “ ‘contain...
unities of the same description.’ A franc is not a measure of value for any thing, but for a
quantity of the same metal of which francs are made, unless francs, and the thing to be
measured, can be referred to some other measure which is common to both. This, I think,
they can be, for they are both the result of labour; and, therefore,” (...) “labour is a
common measure, by which their real. as well as their relative value may be estimated.”

(l.c. p.333, 334.)

137 “ Ifthe value of an object is its power of purchasing, there must be something to purchase.
Value denotes consequently nothing positive or intrinsic, but merely the relation in which
two objects stand to each other as exchangeable commodities.” ([Bailey, “A Critical Disser-
tation on the Nature, Measures, and Causes of Value...””, London 1825] p.4, 5.)

140 “As we cannot speak of the distance of any object without implying some other object,
between which and the former this relation exists, so we cannot speak of the value of a
commodity but in reference to another commodity ] 825| compared with it. A thing cannot
be valueable in itself without reference to another thing” (...), “any more than athing can
be distant in itself without reference to another thing.” (l.c. p.5.)

142 “It” (value) “cannot alter as to one of the objects compared, without altering as to

the other." (l.c. p.5.)

143 “Gäbe es nur zwei Waren in existence, beide exchangeable verhältnismäßig zur quantity
of labour. If... A should, at a subsequent period, require the double quantity of labour
for its production, while B continued to require only the same. A would become of double
the value of B... But although B continued to be produced by the same labour, it would
not continue of the same value, for it would exchange for only half the quantity of A, the
only commodity, by the supposition, with which it could be compared.” (l.c. p.6.)

144 “It is from this circumstance of constant reference to other commodities” (...), “or to money,
when we are speaking of the relation between any two commodities, that the notion of value,
as something intrinsic and absolute, has arisen.” (l.c. p.8.)

144 “What I assert is, that if all commodities were produced under exactly the same circum-
stances, as f.i., by labour alone, any commodity, which always required the same quantity
of labour, could not be invariable in value,” (...)“while every othercommodityunderwent

alteration.” (l.c. p.20, 21.)

144 “Value is nothing intrinsic and absolute.” (l.c. p.23.)

144 “It isimpossible to designate, or express the value of a commodity, except by a quantity
of some other commodity.” (l.c. p-26.)

144 “Instead of regarding value as a relation between two objects, they” (R[icardo] and his
followers) “consider it as a positive result produced by a definite quantity of labour.”
(l.c. p.30.)

144 “Because the values of A and B, according to their doctrine, are to each other as the
quantities of producing labour, or ... are determined by the quantities of producing
labour, they appear to have concluded, that the value of A alone, without reference to
any thing else, is as the quantity of its producing labour. There is no meaning certainly
in this last proposition.” (l.c. p.31, 32.)

144 ... “value as a sort of general and independent property.” (p.35.)
144 “The value of a commodity must be its value in something.” (l.c. [p.35].)

144 The value of any commodity denoting its relation in exchange to some other commodity”
(...), “we may speak of it as money-value, corn-value, cloth-value, according to the com-
modity with which it is compared; and then there are a thousand different kinds of value, as
many kinds of value as there are commodilies in existence, and all are equally real and equally

nominal.” (l.c. p.39.)

146 ‘“Mr. Ricardo, ingeniously enough, avoids a difficulty, which, on a first view, threatens
to encumber his doctrine, that value depends on the quantity of labour employed in
production. If this principle is rigidly adhered to, it follows, that the value of labour
depends on the quantity of labour employed in producing it - which is evidently absurd. By
a dexterous turn, therefore, Mr. Ricardo makes the value of labour depend on the quantity
of labour required to produce wages, or, to give him the benefit of his own language, he
maintains, that the value of labour is to be estimated by the quantity of labour required
to produce wages, by which he means, the quantity of labour required to produce the
money or commodities given to the labourer. This is similar to saying, that the value
of cloth is to be estimated, not by the quantity of labour bestowed on its production, but
by the quantity of labour bestowed on the production of the silver, for which the cloth is
exchanged.” (l.c. p.50, 51.)

148 “A rise or fall in the value of labour implies an increase or decrease in the quantity ofthe
commodity given in exchange for it.” (l.c. p.62.) -

149 “Labour is an exchangeable thing, or one which commands other things in exchange;
but the term profits denotes only a share or proportion of commodities, not an article which
can be exchanged against other articles. When we ask whether wages have risen, we mean,
whether a definite portion of labour exchanges for a greater quantity of other things than
before;” (...) “but when we ask whether profits have risen, we ... mean ... whether the
gain of the capitalist bears a higher ratio to the capital employed.”” (p.62, 63.)

150 “The value of labour does not entirely depend on the proportion of the whole produce,
which is given to the labourers in exchange for their labour, but also on the productiveness
of labour.” (p.63, 64.)

150 “The proposition, that when labour rises profits must fall, is true only when its rise is
not owing to an increase in its productive powers.” (p.64.)

150 “Ifthis productive power be augmented, that is, if the same labour producemore commo-
dities in the same time, labour may rise in value without a fall, nay even with a rise of

profits.” (p.66.)

150 “Whatever the produce of the labour of 6 men might be, whether 100 or 200 or 300 qrs.
of corn, yet so long as the proportion of the capitalist was one fourth of the produce, that
fourth part estimated in labour would be invariably the same.” (...) “Were the produce
100 qrs., then, as 75 qrs. would be given to 6 men, the 25 accruing to the capitalist
would command the labour of two men:” (...) “if the produce were 300 qrs., the 6 men

- would obtain 225 qrs., and the 75 falling to the capitalist would still command 2 men and
no more.” (...) “Thus a rise in the proportion which went tothe capitalist would bethe
same as an increase of the value of profits estimated in labour” (...), “or, in other words,
an increase in their power of commanding labour.” (p.69.)

151 “Should it be objected to the doctrine of profits and the value of labour rising at the
same time, that as the commodity produced is the only source whence the capitalist and the
labourer can obtain their remuneration, it necessarily follows that what one gains the other
loses, the reply is obvious. So long as the product continues the same, this is undeniably
true; but it is equally undeniably, that if the product be doubled the portion of both may
be increased, although, the proportion of one is lessened and that of the other augmented.” (...)
“So long as the product continues the same, this is undeniably true; but it is equally
undeniable, that if the product be doubled the portion of both may be increased, although
the proportion of one is lessened and that of the other augmented. Now it is an increase in
the portion of the product assigned to [the] labourer which constitutes a rise in the value
of his labour;” (...) “but it is an increase in the proportion assigned to the capitalist which
constitutes a rise in profits;” (...) “whence” (...) “it clearly follows, that'there is nothing
inconsistent in the supposition of a simultaneous rise in both.” (p.70).

153 “Value is arelation between contemporary commodities, because such only admit of being
exchanged for each other; and if we compare the value of a commodity at one time with
its value at another, it is only a comparison of the relation in which it stood at these
different times to some other commodity.” (l.c. p.72.)

154 “I beg not to be understood as contending, either that the values of commodities are to
each other as the quantities of labour necessary for their production, or that the values of
commodities are to each other as the values of the labour: all that I intend to insist upon
is, that if the former is true, the latter cannot be false.” (l.c. p.92.)

158 “If the commodities are to each other as the quantities, they must also to be each other
as the values of the producing labour; for the contrary would necessarily imply, that the
two commodities A and B might be equal in value, although the value of the labour
employed in one was greater or less than the value of the labour employed in the other;
or that A and B might be unequal in value, if the labour employed in each was equal in
value. But this difference in the value of two commodities, which were produced by labour
of equal value, would be inconsistent with the acknowledged equality of profits, which
Mr. Ricardo maintains in common with other writers.” (l.c. p.79, 80.)

158 ‘Meint Ric[ardo] dagegen, that labour may rise and fall in value without affecting the
value of the commodity. This is obviously a very different proposition from the other,

and depends in fact on the falsity of the other, or on the contrary proposition etc.”
(l.c. p.81.)

159 “ The capability of expressing the values of commodities has nothing to do with the
constancy of their values” (...), “either to each other or to the medium employed; neither
has the capability of comparing these expressions of value any thing to do with it.” (...)
“Whether A is worth4 B or 6B”{...}, “andwhetherC isworth 8B or 12B, are circumstan-
ces which make no difference in the power of expressing the value of A and Cin B, and cer-

tainly no difference in the power of comparing the value of A and C when expressed.”
(p. 104, 105.)

160 “The requisite condition in the process is, that the commodities to be measured should
be reduced to a common denominator!” (...), “which may be done at alltimes with equal
facility; or rather it is ready done to our hands, since it is the prices of commodities which
are recorded, or their relations in value to money." (l.c. p.112.)

160 ““Estimating value is the same thing as expressing it.” (l.c. p. 152.)

161 “Mistake.... that the relation of value can exist between commodities at different periods,
which is in the nature of the case impossible; and if no relation exists there can be no
measurement.” (p.113.)

162 “If it" (money) “is not a good medium of comparison between commodities at different
periods, ... dies incapability of performing a function in a case where there is for it no

function to perform.” (p.118.)

162 “Riches are the attribute of men, value is the attribute of commodities. A man or a com-
munity is rich; a pearl or a diamond is valuable.” (p. 165.)

162 “Unterschied zwischen labour as cause and measure, überhaupt zwischen cause and
measure of value.” (p.170 sqq.)

162 “Whatever circumstances ... act with assignable influence, whether mediately or imme-
diately, on the mind in the interchange of commodities, may be considered as causes of

value.” (p.182, 183.)

165 “It is not, indeed, disputed, that the main circumstance, which determines the quantities
in which articles of this class” (...) “are exchanged, is the cost of production; but our best
economists do not exactly agree on the meaning to be attached to thistterm; some contend-
ing that the quantity of labour expended on the production of an article constitutes its
cost; others, that the capital employed upon it is entitled to that appellation.” (l.c. p.200.)

165 “What the labourer produces without capital, costs him his labour; what the capitalist
produces costs him his capital.” (p.201.)

165 *"Thhe mass of commodities are determined in value by the capital expended upon them.”
(p.206.)

165 “Now this cannot be true if we can find any instances of the following nature: 1. Cases in
which two commodities have been produced by an equal quantity of labour, and yet sell
for different quantities of money. 2. Cases in which two commodities, once equal in
value, have become unequal in value, without any change in the quantity of labour
respectively employed in each.” (p.209.)

165 “It is no answer” (...) “to say, with Mr. Ricardo, that ‘the estimation in which different
qualities of labour are held, comes soon to be adjusted in the market with sufficient

1 Bei Bailey: denomination

precision for all practical purposes’; or with Mr. Mill, that ‘in estimating equal quantities
of labour, an allowance would, of course, be included for different degrees of hardness
and skill.” Instances of this kind entirely destroy the integrity of the rule.” (p.210.)

165 “There are only two possible methods of comparing one quantity of labour with another;
one isto compare them By the time expended, the other by the result produced.” (...) “The
former is applicable to all kinds of labour; the latter can be used only in comparing
labour bestowed on similar articles. If therefore, in estimating two different sorts of
work, the time spent will not determine the proportion between the |] 839] quantities of
labour, it must remain undetermined and undeterminable.” (p.215.)

166 ‘Take any two commodities of equal value, A and B, one produced by fixed capital and
the other by labour, without the intervention of machinery; and suppose, that without
any change whatever in the fixed capital or the quantity of labour, there should happen
to be a rise in the value of labour; according to Mr. Rlicardo]’s own showing. A and B
would be instantly altered in their relation to each other; that is, they would become
unequal in value.’ (p.215, 216.)

166 “To these cases we may add the effect of time on value. If a commodity take more time
than another for its production, although no more capital and labour, its value will be
greater. The influence of this cause is admitted by Mr. Ricardo, but Mr. Mill contends
etc.” (l.c. [p.217].)

166 “Die 3 Sorten Waren” {...} (...) “nicht absolut zu trennen. They are all, not only pro-
miscuously exchanged for each other, but blended in production. A commodity, therefore
may owe part of its value to monopoly, and part to those causes which determine the
value of unmonopolized products. An article, f.i., may be manufactured amidst the freest
competition out of a raw material, which a complete monopoly enables its producer to
sell at 6 times the actual cost.” (p.223) “In this case it is obvious, that although the value
ofthe article might be correctly said to be determined by the quantity of capital expended
upon it by the manufacturer, yet no analysis could possibly resolve the value of the
capital into quantity of labour.” (p.223, 224.)

168 ... “the introduction of machines into any employment necessarily occasions an equal
or greater demand for the disengaged labourers in some other employment.""!**

168 “Herr M’Culloch seems, nicht wie andre expositors einer Wissenschaft, to look for
characteristic differences, but only for resemblances: and proceeding upon this principle,
he is led to confound material with immaterial objects; productive with unproductive
labour; capital with revenue; the food of the labourer with the labourer himself; produc-
tion with consumption; and labour with profits.” (Malthus, ““Defin. in Pol. Ec. etc.”,
London 1827, p.69, 70.)

168 “Mr. M’Culloch, in his ‘“Princ. of Pol. Econ.’, Edinburgh 1825, divides value into real
and relative or exchangeable; the former, he says, (p.211?) ‘is dependent on the quantity
of labour expended in its appropriation or production, and the latter on the quantity of
labour, or of any other commodity, for which it will exchange’; and these two values are,
he says, (p.215), identical in the ordinary state of things, that is, when the supply of
commodities in the market is exactly proportioned to the effectual demand for them.

1 Bei Cazenove: real and exchangeable - ? bei Cazenove: page 225 - ? bei Cazenove:
required for the production of any commodity

Now, if they be identical, the two quantities of labour which he refers to must be iden-
tical also; but, at p.221, he tells us that they are not, for that the one includes profits,
while the other excludes them.” ([Cazenove,] ““Outlines of Polit. Econ. ete...”, London
1832, p.25.)

169 “In point of fact, it” (...) “will always exchange for more” {labour than that by which
it has been produced}; “and it is this excess that constitutes profits.” (MeCulloch, “Plrinciples
of Plolitical] E[conomy]”, p.221.)

173 “It is necessary to distinguish between the exchangeable value, and the real or cost value
of commodities or products. By the first, or the exchangeable value of a commodity or
product, is meant its power or capacity of exchanging either for other commodities or
for labour; and by the second, or its real or cost value, is meant the quantity of labour
which it required for its production or appropriation, or rather the quantity which would
be required for the production or appropriation of a similar commodity at the time when
the investigation is made.” (McCulloch in seiner Edition von A.Smiths “Wealth of
Nations”, vol. IV, London 1828, p.85, 86.) “A commodity produced by a certain quantity
of labour will” {when the supply of commodities is equal to the effectual demand} “uni-
formly exchange for, or buyany othercommodityproduced bythesame quantity oflabour.
It will never, however, exchange for, or buy exactly the same quantity of labour that pro-
duced it; but though it will not do this, it will always exchange for, or buy the same quan-
tity of labour as any other commodity produced under the same circumstances, or by
means of the same quantity of labour, as itself.” (l.c. p.96, 97.) “ In point of fact” (...)
“it” (thecommodity) “will always exchange for more” {viz.morelabourthanthatby which
was produced}; “and it is this excess that constitutes profits. No capitalist could have any
motive” (...) “to exchange the produce of a given quantity of labour already performed
[843] for the produce of the same quantity of labour to be performed. This would be to
lend” (“to exchange” would be to “lend””} “without receiving any interest on the loan.”

(l.c. p.96.)

179 “Labour may properly be defined to be any sort of action or operation, whether performed
by man, the lower animals, machinery, or natural agents, that tends to bring about a
desirable result.” (l.c. p. 75.)

181 “M.Say... imputes to him” (A.Smith), “as an error, that ‘he attributes to the labour of
man. alone, the power of producing value. A more correct analysis shows us that value is
owing to the action of labour, or rather the industry of man, combined with the action of
those agents which nature supplies, and with that of capital. His ignorance of this principle
prevented him from establishing the true theory of the influence of machinery in the
production of wealth.!’ 14°] In contradiction to the opinion of Adam Smith, M.Say...
speaks of the value which is given to commodities by natural agents” etc. “But these
natural agents, though they add greatly to value in use, never add exchangeable value, of
which M.Say is speaking...” ([Ricardo,] “Principles”, 3 ed., p. 334-336.) “Machines and
natural agents might very greatly add to the riches of a country... not... any thing to the
value of those riches.” (p.335, note.)

181 “As it is certain that our physical and moral faculties are alone our original riches, the
employment of those faculties” (...), “labour of some kind” (...), “is our only original trea-
sure, and that it is always from this employment, that all those things are created which

1 Bei Ricardo: riches

‚we call riches... It is certain too, that all those things only represent the labour which has
created them, and if they have a value, or even two distinct values, they can only derive
them from that of the labour from which they emanate.” (Riclardo), l.c. p.334.)

182 “In so far, however, as that result” (the result produced by the action of any thing) “is
effected by the labour or operation of natural agents, that can neither be monopolized
nor appropriated by a greater or smaller number of individuals to the exclusion of others,
it has no value. What is done by these agents is done gratuitously.” (Me[Culloch], l.c.
p.75.)

183 “The man who sells oil makes no charge for its natural qualities. In estimating its cost
he puts down the value of the labour employed in its pursuit, and such is its value.”

(Carey, “P. of Pol. Ec.”, Part I, Philadelphia 1837, p.47.)

183 “The services which ... natural agents and machinery perform for us ... are serviceable
to us ... by adding to value in use; but as they perform their work gratuitously ... the
assistance which they afford us, adds nothing to value in exchange.” (Ric[ardo], p.336,
337.)

183 ... “natural agent ... monopolized or appropriated by a greater or smaller number of
individuals to the exclusion of others”... [McCulloch, p. 75, note I.]

183 “If a capitalist expends the same sum in paying the wages of labourers, in maintaining
horses, or in hiring a machine, and if the men, the horses, and the machine can all per-
form the same piece of work, its value will obviously be of the same by whichever of them
it may be? performed.” (l.c. p.77.);

184 "But the value of that change is not increased by, and is in no degree dependent on, the
operation or labour of the natural agents concerned, but on the amount of capital, or the
produce of previous labour, that co-operated in the production of the effect; just as the
cost of grinding corn does not depend on the action of the wind or water that turns the
mill, but on the amount of capital wasted in the operation.” (p.79.)

184 “The word labour means ... in all discussions respecting value ... either the immediate
labour of man, or the labour of the capital produced by man, or both.” (l.c. p.84.)

185 “The profits of capital’ are only another name for the wages of accumulated labour.”
(Mc[Culloch], “Principles” etc., 1825, p.291.)

186 “Mr. McCulloch’s articles are as unlike as may be to the heavenly bodies - but, in one
respect, they resemble such luminaries - they have stated times of return.” (Mordecai
Mullion, “Some Illustrations of Mr. MeCulloch's Principles of Politic. Economy”, Edin-
burgh 1826, p.21.)

186 «L’auteur ... énonce ainsi les craintes que la baisse des profits lui inspire. ‚L’'apparence
de prospérité que présente l’Angleterre, est trompeuse; la plaie de la pauvreté a atteint
secrètement la masse des citoyens, et les fondemens de la puissance et de la grandeur
nationale ont été Ébranlés... LA oti le taux de l’intérêt est bas, comme en Ängleterre, le
taux des profits est également bas et la prospérité de la nation a depasse le point culmi-
nant.‘ Ces assertions ne peuvent manquer de surprendre tous ceux qui connoissent
l’etat brillant de l’Angleterre.» ([McCulloch, «Discours sur l’économies, traduit par]
Prevost, l.c. p. 197.)

1 Bei McCulloch: have been

187 Ricardos Regel [a rise of profits can never be brought about otherwise than by a fall of
wages, nor a fall of profits otherwise than by a rise of wages”’] nur wahr “in those cases
in which the productiveness of industrie remains stationary.” (McCull[och], “Princ.of.P.E.”
Edinburgh 1825, p.373.)... „Profits depend on the proportion, die sie zum Kapital haben,
wovon sie produziert sind und nicht von der proportion to the wages. Ist die Produkti-
vität der Industrie allgemein verdoppelt, und wird dieser so erhaltne Überfluß zwischen
Kapitalist und Arbeiter geteilt, so bleibt die Proportion zwischen Kapitalist und Arbeiter
dieselbe, obgleich die Rate des Profits in bezug auf das ausgelegte Kapital gestiegen ist.“
(l.c. p.373, 374.)

188 “Treating labour as a commodity, and capital, the produce of labour, as another, then, if
the value of these two commodities were regulated by equal quantities of labour, a given
amount of labour would, under all circumstances, exchange for that quantity of capital
which had been produced by the same amount of labour; antecedent labour would always
exchange for the same amount of present labour. But the value of labour in relation to
other commodities, in so far, at least, as wages depend upon share, is determined, not by
equal quantities of labour, but by the proportion between supply and demand.” (Wake-
field. Edit. of Smiths “Wealth of Nations’, London 1835, vol. I, p.230, 231, note.)

188 “Surplus produce®2} always constitutes rent: stil! rent may be paid, which does not consist
of surplus produce.” (l.c., [vol. IL] p.216.)

188 “Wenn, wie in Irland the bulk of a people be brought to live upon potatoes, and in hovels
and rags, and to pay, for permission so to live, all that they can produce beyond hovels,
rags, and potatoes, then, in proportion as they put up with less, the owner of the land on
which they live, obtains more, even though the return to capital or labour should remain
unaltered. What the miserable tenants give up, the landlord gathers. So a fall in the standard
of living amongst the cultivators of the earth is another cause of surplus produce ... When
wages fall, the effect upon surplus produce is the same as a fall in the standard of living;
the whole produce remaining the same, the surplus part is greater; the producers have
less, and the landlord more.” (p.220, 221).

192 „Obgleich tools, materials und buildings selbst das Produkt der Arbeit sind - ist dennoch
das Ganze ihres Werts nicht auflösbar in die wages der Arbeiter, von denen sie produziert
sind.“ {...}„Die Profite, die die Kapitalisten auf diese wages machten, sind einzurechnen. -
Der letzte produzierende Kapitalist hat nicht allein von dem Produkt zu ersetzen die
wages, gezahlt von ihm selbst und dem tool-maker, sondern auch die profits of the tool-
maker, advanced von ihm selbst von seinem eignen Kapital.“ ([J.St.Mill, “Essay on
some unsettled questions of political economy”, London 1844], p.98.) „Ein Artikel kann
daher das Produkt derselben Quantität Arbeit als zuvor sein, und dennoch, wenn eine Por-
tion des ‚Profits, welche der letzte Produzent gutzumachen hat dem frühern Produzenten,
gespart“ (ökonomisiert) „werden kann, ist die Produktionskost des Artikels vermindert ..

Dennoch ‚bleibt es wahr, daß die rate of profits varies inversely as the cost of production
of wages.“ (p. 102, 103.)

195 „Dennoch bleibt es wahr, daß die rate of profits varies inversely as the cost of production
of wages.“

195 „Vorausgesetzt, daß z.B. 60 Ackerbauarbeiter empfangen 60 qrs. of corn for their wages,
ferner consume fixed capital and seed amounting zum Wert von ferner 60 qrs., und daß
das Produkt ihrer Operationen = 180 grs. ist. Den Profit zu 50 p.c. vorausgesetzt,
müssen die seed and tools sich auflösen in das Produkt der Arbeit von 40 Menschen;

denn die wages dieser 40, zusammen mit dem Profit machen 60 grs. Besteht das Produkt
daher aus 180 grs., so ist es das Resultat von 100 men.

Gesetzt nun, die Arbeiten blieben dieselben, aber durch irgendeine Erfindung fiele
die Assistenz von fixed capital and seed weg. Ein return von 180 qrs. konnte früher nicht
erhalten werden ohne Auslage von 120, jetzt durch eine Auslage von nicht mehr als 100.

Die 180 qrs. noch das Resultat derselben Quantität von Arbeit wie früher, die Arbeit
von 100 men. Ein Quarter Korn daher ist noch das Produkt von "/is von eines Mannes
Arbeit. Denn ein Quarter Korn, welches die Remuneration eines einzelnen Arbeiters ist,
ist in der Tat das Produkt derselben Arbeit als früher; aber seine Produktionskost hat
sich nichtsdestoweniger vermindert; es ist nun das Produkt von 10/13 eines Mannes Arbeit
und sonst nichts; während früher erfordert war für seine Produktion diese Quantität
Arbeit plus an expenditure, in der Form von reimbursement of profit, amounting zu !/z
mehr. Wenn die Produktionskost of wages dieselbe wie früher geblieben wäre, hätten
profits nicht fallen! können. Jeder Arbeiter hätte 1 qr. Korn empfangen; aber I qr. Korn
zu der Zeit war das Resultat derselben Produktionskost wie 1!/s qr. now. In order daher,
daß jeder Arbeiter dieselbe Produktionskost empfangen könne, muß jeder ein qr. Korn
empfangen +1/s.“ (p.99-103.)

196 „Annehmend daher, daß der Arbeiter in demselben Artikel gezahlt wird, in dem er produ-
ziert, ist es evident, daß, wenn irgendein saving of expense Platz greift in der Produktion
dieses Artikels, wenn der Arbeiter ferner dieselbe cost of production empfängt wie zuvor,
er eine increased quantity empfangen muß, in demselben ratio, worin die produktive
Macht des Kapitals gewachsen ist. Aber wenn so, wird die Auslage des Kapitalisten
exakt dieselbe Proportion zu seiner Return haben wie früher und Profits nicht steigen.
Die variations daher in the rate of profits und in the cost of production of wages gehn
Hand in Hand und sind unzertrennlich. Die Meinung Ricardos ist daher genau richtig,
wenn er unter low wages nicht nur wages versteht, die das Produkt einer kleinern Quantität
von Arbeit sind, sondern wages, die zu mindrer Kost produziert sind, eingerechnet labour
and previous profits together.“ (l.c. p. 104.)

198 „Den Profit zu 50 p.c. vorausgesetzt, müssen die seed und tools sich auflösen in das
Produkt der Arbeit von 40 Menschen; denn die wages dieser 40 zusammen mit dem
Profit, machen 60 qrs.“ [p.99.]

206 „es ist nun das Produkt von 10/18 eines Mannes Arbeit und sonst nichts“ (...), „während
früher erfordert war für seine Produktion die Konjunktion dieser Quantität Arbeit + an
expenditure in der Form von reimbursement of profit, amounting to"/s; mehr.“ [p. 102,

103.]

218 “To a country in the condition of England, the importance of a foreign market must be
measured not by the quantity of finished goods which it receives, but by the quantity of
the elements of reproduction which it returns.” (R.Torrens, “A letter to Sir R.Peel etc.
on the condition of England etc.” , 2nd ed., Lond. 1843, p. 275.)

219... “the value of cotton fabrics will decline in relation to the elementary cost of their
production.” [l.c. p.240.]

222 „Wenn die Produktionskost of wages dieselbe wie früher geblieben wäre, hätten Profits
nicht fallen (steigen?)? können. Jeder Arbeiter hätte ein qr. Korn empfangen; aber I ar.
Korn zu der Zeit war das Resultat derselben Produktionskost wie 1?/, qr. now. In order

1 Bei Mill: risen (steigen) — ? Bei Mill: risen (steigen)

daher, daß jeder Arbeiter dieselbe Produktionskost empfangen könne, muß jeder 1 gr.
empfangen + Y/s.“ (l.c. p. 103.)

222 „Annehmend daher, daß der Arbeiter in demselben Artikel gezahlt wird, den er produ-
ziert, ist evident, daß, wenn irgendein saving of expense Platz greift in der Produktion
dieses Artikels, wenn der Arbeiter noch empfängt dieselbe cost of production als zuvor, er
eine increased quantity empfangen muß, in derselben ratio, worin die productive power
des Kapitals angewachsen ist. Aber wenn so, wird die Auslage des Kapitalisten exakt
dieselbe Proportion zu seinem Return haben wie früher und profits nicht steigen.“ (...)
„Die variations daher in der rate of profits und denen in der cost of production of wages,
gehn Hand in Hand und sind unzertrennlich. Die Meinung von Ricardo ist daher genau
richtig, wenn er unter low wages nicht nur wages versteht, die das Produkt einer geringren
Quantität von Arbeit sind, sondern wages, die zu mindrer Kost produziert, eingerechnet
labour und previous profits together.“ (l.c. p. 104.)

225 “The only expression of the law of profits ... is, that they depend upon the cost of pro-
duction of wages.” (l.c. p.104, 105.)

232 “Capital, strictly speaking, has no productive power. Die einzige produktive Macht ist
die der Arbeit; assistiert, zweifelsohne von tools and acting upon machinery!.” (l.c. p.90.)

232 „Productive power of capital ist nichts als die Quantität der realen produktiven Macht,
welche der Kapitalist vermittelst seines Kapitals kommandieren kann.“ (l.c. p.91.)

## Einundzwanzigstes Kapitel

235 ‘Whatever may be due to the capitalist” (...) “he can only receive the surplus labour of the
labourer; for the labourer must live.” (“The Source and Remedy of the National Difficulties
etc. A Letter to Lord. John Russell”, London 1821, (anonym), p.23.)

235 “If capital does not decrease in value as it increases in amount, the capitalists will exact
from the labourers the produce of every hour’s labour beyond what it is possible for the
labourer to subsist on: and however horrid and disgusting it may seem, the capitalist
may eventually speculate on the food that requires the least labour to produce it, and
eventually say to the labourer, “You sha'n’t eat bread, because barley meal is cheaper;
you sha’n’t eat meat, because it is possible to subsist on beet root and potatoes.’ Änd to
this point have we come!” (p.23, 24.)

235 “If the labourer can be brought to feed on potatoes instead of bread, it is indisputably
true that more can be exacted from his labour; i.e., if when he fed on bread he was
obliged to retain for the maintenance of himself and family the labour of Monday and
Tuesday, he will, on potatoes, receive only the half of Monday; and the remaining half
of Monday and the whole of Tuesday are available either for the service of the state or the
capitalist.'’ (l.c.p.26.)

235 “It is admitted that the interest paid to the capitalists, whether in the nature of rents,
interests of money, or profits of trade, is paid out of the labour of others." (p.23.)

236 ‘“Suppose ... there is no surplus labour, consequently, nothing that can be allowed to
accumulate as capital.’ (p.4.)

t Bei J.St.Mill: materials

236 ... “the possessors of the surplus produce, or capital.” (l.c.)

236 “The natural and necessary consequence of an increased capital, is its decreasing value.”

(p.21, 22.)

236 “Why set out by telling us that no accumulation of capital will lower profits, because
nothing will lower profits but increased wages, when it appears that if population does
not increase with capital, wages would increase from the disproportion between capital
and labour; and if population does increase, wages would increase from the difficulty of
producing food.” (p.23.)

236 “If it were possible, to continue to increase capital and keep up the value of capital,
which is proved by the interest of money continuing the same, the interest to be paid for
capital would soon exceed the whole produce of labour ... capital tends in more than
arithmetical progression to increase capital. It is admitted that the interest paid to the
capitalists, whether in the nature of rents, interests of money, or profits of trade, is paid
out of the labour of others. Consequently, if! capital go on accumulating the labour to be
given for the use of capital must go on increasing, interest paid for capital continuing
the same, till all the labour of all the labourers of the society is engrossed by the capita-
list. But this is impossible to happen; for whatever may be due to the capitalist, he can
only receive the surplus labour of the labourer; for the labourer must live.” (p.23.)

248 “Suppose the whole labour of the country to raise just sufficient for the support of the
whole population; it is evident there is no surplus labour, consequently, nothing that
can be allowed to accumulate as capital. Suppose the whole labour of the country to raise
as much in one year as would maintain it two years, it is evident one year’s consumption
must perish, or for one year men most cease from productive labour. But the possessors
of the surplus produce, or capital, will neither maintain the population the following year
in idleness, nor allow the produce to perish; they will employ them upon something not
directly and immediately productive, for instance, in the erection of machinery, etc. But
the third year, the whole population may again return to productive labour, and the
machinery erected in the last year coming now in operation, klar, daß das Produkt größer
als das des ersten Jahrs, denn das produce der machinery in addition. Dies surplus
produce, also noch mehr, must perish or be put to use us before; und diese usance fügt
wieder der productive power der Gesellschaft hinzu, bis men must cease from productive
labour for a time, or the produce of their labour must perish. Dies die palpable
consequence in the simplest state of society.” (p.4,5.)

248 “The demand of other countries is limited, not only by our power to produce, but by
their power to produce.” {...} “For do what you will, in a series of years the whole world
can take little more of us, than we take of the world, so that all your foreign trade, of
which there is so much talking, never did, never could, nor never can, add one shilling,
or one doit tothe wealth of the country, as for every bale of silk, chest of tea, pipe of wine
that ever was imported, something of equal value was exported; and even the profits
made by our merchants in their foreign trade are paid by the consumer of the return

goods here.” (p. 17, 18.)

249 “Foreign trade is mere barter and exchange for the convenience and enjoyment of the
capitalist: he has not a hundred bodies, nor a hundred legs: he cannot consume, in cloth

1 In der Schrift: If then

and cotton stockings, all the cloth and cotton stockings that are manufactured; therefore
they are exchanged for wines and silks; but those wines and silks represent the surplus
labour of our own population, as much as the cloths and cottons, and in this way the
destructive power of the capitalist is increased beyond all bounds: - by foreign trade the
capitalists contrive to outwit natur, who had put a 1000 natural limits to their exactions,
and to their wishes to exact; there is no limit now, either to their power, or desires.””

(l.c. p. 18.)

249 “It is the infinite variety of wants, and of the kinds of commodities” {...} “necessary to their
gratisfication, which alone renders the passion for wealth””{...} “indefinite and insatiable.”

(Wakefield, Ed. v. A.Smith, London 1835, t. I, p.64, note.)

250 “Interest paid to the capitalists, whether in the nature” (...) “of rents, interests of money,
or profits of trade.” ([“The Source and Remedy of the National Difficulties...”, London
1821,] p.23.)

251 “The progress of increasing capital would, in established societies, be marked by the
decreasing interest of money, or, what comes to the same, the decreasing quantity of
the labour of others that would be given for its use.” (p.6.)

251 „Wahrhaft reich ist eine Nation erst, wenn kein Zins für Kapital gezahlt wird; wenn statt
12 Stunden nur 6 gearbeitet wird. Wealth is disposable time, and nothing more.“ (p.6.)

254 “To teach that the wealth and power of a nation depend on its capital, is to make in-
dustry ancillary to riches, to make men subservient to property." (Piercy Ravenstone,
M.A.“ Thoughts on the Funding System, and its Effects”, London 1824, p.7.)

258 Es sind die “wants” der Armen, die “constitute his” (des Reichen) “wealth ... Wären
alle gleich, so würde keiner für den andern arbeiten. The necessaries of life would be
over abundant whilst its comforts were entirely wanting.” (p. 10.) “The industry which
produces is the parent of property: that which aids consumption is its child.” (p. 12.)
“The growth of property, this greater ability to maintain idle men, and unproductive
industry, that in political economy is called capital.” (p. 13.) “As the destination of pro-
perty is expense, as without that it is wholly useless to its owner, its existence is inti-
mately connected with that | 863] of the industry of consumption.” (l.c.)

258 “If each man’s labour were but enough to procure his own food, there could be no property,
and no part of a people’s industry could be turned away to work for the wants of the
imagination.” (p.14, 15.)

258 “In every stage of society, as increased numbers and better contrivances add to each
man’s power of production, the number of those who labour is gradually diminished ...
Property grows from the improvement of the means of production; its sole business is
encouragement of idleness. When each man’s labour is barely sufficient for his own
subsistence, as there can be no property, there will be no idle man. When one man’s
labour can maintain five, there will be four idle men for one employed in production: in
no other way can the produce be consumed ... the object of society is to magnify the
idle at the expense of the industrious, to create power out of plenty.” (p.11.)

258 “In the early stages of society, when men have no artificial assistance to their powers of
industry, the proportion of their earnings which can be afforded to rent is exceedingly
small: for land has no natural value, it owes all its produce to industry. But every increase
of skill adds to the proportion which can be reserved for rent. Wo die Arbeit von 9

erheischt für den Unterhalt von 10, kann nur T/}0 des gross produce to rent gehn. Wo

. 1 Mannes Arbeit für 5 genügt, %/; will go to rent oder andren charges des state which can
only be provided for out of the surplus produce of industry. Das erste scheint der Fall
in England gewesen zu sein zur Zeit der Conquest; das zweite jetzt, wo nur?/; im Acker-
bau beschäftigt ist.” (p.45, 46.) “So true it is that society turns every improvement butto
the increase of idleness.”’ (p.48.)

259 „Der ganze Krieg gegen die Französische Revolution has achieved no higher adventure
than the turning a few Jews into gentlemen, and a few blockheads into political econo-
mists.“ (p.66, 67.) “Ein Gutes des debt system, obgleich es raubt a large portion of their
property of the ancient gentry of the land, to transfer it to these new fangled hidalgos as
a reward for their skill in the arts of fraud and peculation ... If it encourage fraud and
meanness; if it clothe quackery and pretension in the garb of wisdom; if it turn a whole
people in a nation of jobbers ... if it break down all the prejudices of rank and birth to
render money the only distinction among men ... it destroys the perpetuity of property.“
(p.51, 52.)

263 “Productive capital and skilled labour are [also] one. Capital and a labouring population
are precisely synonymous.'” [Hodgskin, “Labour defended against the claims of capital ...”,
London 1825, p.33.]

263 #2 vera ricchezza ... l’Uomo ...? (Galiani, «Della Moneta), .Custodi. Parte moderna. t. III,
p.229.)

263 “Capital is a sort of cabbalastic word, like church or state, or any other of those general
terms which are invented by those who fleece the rest of mankind to conceal the hand

that shears them.” (“Labour defended ...”, p. 17.)

264 “Aber the effects attributed to a stock of commodities, under the name of circulating capital,
are caused by coexisting labour.” (p.9.)

. 272 “The effects attributed to a stock of commodities, under the name circulating capital, are
caused by coexisting labour.” (p.9.)

272 “Do allthe capitalists of Europe possess at this moment one week’s food and clothing for
all the labourers they employ? Let us first examine the question as to food. One portion
of the food of the people is read, which is never prepared till within a few hours of the
time when it is eaten ... The produce of the baker, cannot be stored up. In no case can
the material of bread, whether it exist as corn or flour, be preserved without continual
labour. Die Konviktion des Arbeiters des cotton spinner, that he will obtain bread when
he requires it, and his master’s conviction that the money he pays him will enable him
to obtain it, arise simply from the fact that the bread has always been obtained when
required.” (l.c. p. 10.)

272 “Another article of the labourer’s food is milk, and milk is manufactured ... twice a
day. If it be said that the cattle to supply it are already there; why the answer is, they
require constant attention and constant labour, and their food, through the greater part of
the year, is of daily growth. The fields in which they pasture, require the hand of man.
Ebenso mit dem meat; it cannot be stored up, for it begins instantly do deteriorate after
it is brought to market." (p. 10.)

273 ... “only a very small stock is ever prepared, compared to the general consumption.”

(.11)

273 “Mill sagt mit Recht: “what is annually produced is annually consumed’, so that, in fact,
to enable men to carry on all those operations which extend beyond a year, there cannot be
any stock of commodities stored up. Those who undertake them must rely, therefore, not
on any commodities already created, but that other men will labour and produce what
they are to subsist on till their own product are completed. Thus, should the labourer
admit that some accumulation of circulating capital is necessary for operations terminated
within the year ... it is plain, that in all operations which extend beyond a year, the
labourer does not, and he cannot, rely on accimulated capital.” (l.c. p. 12.)

273 “If we duly consider the number and importance of those wealthproducing operation
which are not completed within the year, and the numberless products of daily labour,
necessary to subsistence, which are consumed as soon as produced, we shall be sensible
that the success and productive power of every different species of labour is at all times
more dependant on the co-existing productive labour of other men than on any accumula-
ting of circulating capital.” (p.13.)

273 “It is by the command the capitalist possesses over the labour of some men, not by his
possessing a stock of commodities, that he is enabled to support and consequently employ
other labourers.' (p. 14.)

273 “The only thing which can be said to be stored up or previously prepared, is the skill of
the labourer.” (p.12.)

273“Allthe effects usually attributed to accumulation of circulating capital are derived from
the accimulation and storing up of skilled labour, and this most important oparation is
performed, as far as the great mass of the labourers is concerned without any circulating
capital whatever." (p.13.)

273 “The number of labourers must at all times depend on the gitantity of circulating capital;
or, as I should say, on the quantity of the products of co-existing labour, which labourers
are allowed to consume..."” (p.20.) i

273 “Circulating capital ... is created only for consumption; while fixed capital ... is made,
not to be consumed, but to aid the labourer in producing those things which are to be

consumed.” (p.19.)

289 “It is by the command the capitalist possesses over the labour of some men, not by his
possessing a stock of commodities, that he is enabled to support and consequently employ

other labourers.” (p. 14.)

290 “All the effects usually attributed to accumulation of circulating capital are derived from
the accumulation and storing up of skilled labour and this most important operation is
performed, as far as the great mass of the labourers is concerned, without any circulating
capital whatever.” (p.13.)

290 “ The number of labourers must at all times depend on the quantity of circulating capital;
or, as I should say, on the quantity of the products of co-existing labour, which labourers
are allowed to consume...'’ (p.20.)

291 «Wal couvrir, fortifier; vallo, valeo; vallus couvre et fortifie, valor est la force elle-même.»
Hence valeur, value. “Vergleiche mit Wal germanice: Walle, walte, Anglian wall, wield.”
[Chavee, «Essai d’àtymologie philosophiquer, Bruxelles 1844, p.70.]

292 “All instruments and machines are the produce of labour.” ([Hodgskin, “Labour defen-
ded...',] p.14.) “As long as they are merely the result of previous labour, and are not

applied to their respective uses by labourers, they do not repay the expense of making
them ... most of them diminish in value from being kept ... Fixed capital does not derive
its utility from previous, but present labour; and does not bring its owner a profit because it
has been stored up, but because it is a means of obtaining command over labour.” (p.14, 15.)

292 ““ After any instruments have been made, what do they effect? Nothing. On the contrary,
they begin to rust or decay unless used or applied by labour.’ (p. 15.) ‘“Whether an in-
strument shall be regarded as productive capital or not, depends entirely on its being
used, or not, by some productive labourer.'’ (p. 15, 16.)

292 ‘One easily comprehends why ... the road-maker should receive some of the benefits, .
accruing only to the road user; but I do not comprehend why all these benefits should go
to the road itself, and be appropriated by a set of persons who neither make nor use it,
under the name of profit for their capital.” (p. 16.)

292 “The vast utility of the steam-engine does not depend on stored up iron and wood, but
on that practical and living knowledge of the powers of nature which enables some men to
construct it, and others to guide it.” (p. 17.)

292 “Without knowledge they” (the machines) “could not be invented, without manual skill
and dexterity they could not be made, and without skill and labour they could not be
productively used. But there is nothing than the knowledge, skill, and labour required,
on which the capitalist can found a claim to any share of the produce.” (p. 18.)

292 “After he’’ (man) “has inherited the knowledge of several generations, and when he lives
congregated into great masses, he is enabled by his mental faculties to complete the work
of nature.” (l.c.)

292 “It is not the quantity but the quality ofthe fixed capital on which the productive industry
of a country depends ... fixed capital as a means of nourishing and supporting men, de-
pends for its efficiency, altogether on the skill of the labourer, and consequently the
productive industry of a country, as far as fixed capital is concerned, is in proportion to
the knowledge and skill of the people.” (p.19, 20.)

292 “A mere glance must satisfy every mind that simple profit does not decrease but increase
in the progress of society - i.e., the same quantity of labour which at any former period
produced 100 grs. of wheat, and 100 steam engines, will now produce somewhat more ...
In fact, also, we find that a much greater number of persons now live in opulence on
profit in this country than formerly. It is clear, however, that no labour, no productive
power, no ingenuity, and no art, can answer the overwhelming demands of compound in-
terest. But all saving is made from the revenue of the capitalist” (also vom simple profit), "so
that actually these demands are constantly made, and as constantly the productive power
of labour refuses to satisfy them. A sort of balance is, therefore, constantly struck.”
(p.23.)

296 “‘No labour, no productive power, no ingenuity, and no art, can answer the overwhelming
demands of compound interest. But all saving is made from the revenue of the capitalist””
(also vom simple profit), “so that actually these demands are constantly made, and as
constantly the productive power of labour refuses to satisfy them. A sort of balance is,
therefore, constantly struck.” (l.c. p.23.)

300 “It is very material, with reference to labour, whether you distributethem” (goods, Waren)
“so as to induce a greater supply of labour or aless: whether you distributethem wherethey
will be conditions for labour, or where they will be opportunities for idleness.” (‘“An

Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand etc.”, London 1821, p.57.).
“That increased supply of labour is promoted by the increased numbers of mankind."”
(l.c. p.58.) “The not being able to command so much labour as before, too, is only impor-
tant where the labour would produce no more than before. If labour has been rendered
more productive, production will not be checked, though the existing mass of commodities
should command less labour than before.” (l.c. p.60.)

“The author of ‘Essay on the Application of Capital to Land’ says, that more will be
given for labour when there is most increase of stock, and that ... will be when the profits
on stock are highest. “The greater the profits of stock’, he adds, ‘the higher will bethe
wages of labour’. The fault of this is, that a word or two is left out. “The greater have
been the profits of stock’, ... ‘the higher will be the wages of labour’ ... The high profits
and the high wages are not simultaneous; they do not occur in the same bargain; the one
counteracts the other, and reduces it to a level. It might as well be argued, ‘the supply of
a commodity is most rapid when the price is highest, therefore, large supply and high
price go together”. It is a mixing up of cause and effect.” (l.c. p. 100, 101.)

30

=

303 ‘In pretending to stave off the expenses ofthe present hour to a future day, in contending
that you can burthen posterity to supply the wants of the existing generation, behaupten
sie das Absurde, that you can consume what does not yet exist, that you can feed on
provisions before their seed have been sown in the earth.” (Rlavenstone,] l.c. p.8.) “All
the wisdom of our statesmen will have ended in a great transfer of property from one
class of persons to another, in creating an enormous fund for the reward of jobs and
peculation.” (l.c. p.9.)

306... "an increase of demand for necessaries, in proportion to that for superfluities, as
compared with what would have been the proportion between those two sorts of demand,
if he had exerted that command to procure things for his own consumption.” (...)“Neces-
saries will thereby exchange for more of things in general ... And, in part, at least, these
necessaries will be food." (“An Inquiry into those Principles” etc., p.22.)

307 “At all events, then, the increased price of corn was not the original cause of that rise
of wages which made profits fall, but, on the contrary, the rise of wages was the cause of
the increased price of corn at first, and the nature of: land, yielding less and less propor-
tional returns to increased tillage, made part of that increase of price permanent, preven-
ted a complete reaction from taking place through the principle of population.” (l.c.
p.23.)

307 “Almost every product of art and skill is the result of joint and combined labour.” (...) ‘So
dependent is man on man, and so much does this dependence increase as society ad-
vances, that hardly any labour of any single individual ... is of the least value but as for-
ming a part of the great social task.’ {...} ““... Wherever the division of labour is intro-
duced the judgment of other men intervenes before the labourer can realise his earnings,
and there is no longer any thing which we can call the material! reward of individual
labour. Each labourer produces only some part of a whole, and each part, having no
value or utility of itself, there is nothing on which the labourer can seize, and say, “this
is my product, this I will keep to myself.” Between the commencement of any joint
operation, such as that of making cloth, and the division of its product among the different
persons whose combined exertions have produced it, the judgment of men must inter-

1 Bei Hodgskin: natural

vene several times, and the question is, how much of this joint product should go to each
of the individuals whose united labour produced it?” ([Hodgskin,] "Labour defended
etc.”, p.25.)

308 “I know no way of deciding this ||890] but by leaving it to be settled by the unfettered
judgments of the labourers themselves.” (l.c.)

308 “I must add, that it is doubtful whether one species of labour is more valuable than an-
other;. certainly it is not more necessary." (p.26.)

308 ‘*Masters are labourers as well as their journeymen. In this character their interest is
precisely the same as that of their men. But they are also either capitalists or the agents of
the capitalist, and in this respect their interest is decidedly opposed to the interest of
their workmen.” (l.c. p. 27.)

308 “The wide spread of education among the journeymen mechanics of this country, dimi-
nishes daily the value of the labour and skill of almost all masters and employers, by
increasing the numbers of persons who possess their peculiar knowledge.” (p.30.)

308 “The capitalist is the oppressive middleman between the different labourers.” Schließt
man ihn aus, so “it is plain that capital, or the power to employ labour, and co-existing
labour are one; and productive capital and skilled labour are also one; consequently capital
and a labouring population are precisely synonymous. In the system of nature, mouths
are united with hands and with intelligence.” (p.33.)

309 “Easy labour is only transmitted skill.” (Th. Hodgskin, "Popular Political Economy ...”,
London 1827, p.48.)

309 „Da alle von der Teilung der Arbeit abgeleiteten Vorteile sich naturally centre in, and
belong to the labourers, if they are deprived of them und im progress of society nur die
sich bereichern by their improved skill who never labour, - this must arise from unjust
appropriation; from usurpation and plunder in the party enriched, und von consenting
submission in the party impoverished.“ (p.108, 109.) „Die Arbeiter vermehren sich
allerdings zu rasch, wenn that multiplication is only compared with the want of the
capitalist for their services.“ (l.c. p. 120.)

310 ““Malthus points out the effects which an increase in the number of labourers has in lessen-
ing the share which each one receives of the annual produce, - the portion of that
distributed amongst them being a definite and determinate quantity, not regulated in any
degree by what they annually create.” (l.c. p. 126.)

310 “Labour, the exclusive standard of value”, aber “labour, the creator of all wealth, no
commodity.” (l.c. p. 186.)

310 ‘As a man can dispose of small portions of produce that is corruptible, for what is in-
corruptible, he is under no temptation to throw it away; and thus the use of money adds
to wealth, by preventing waste.” (p. 197.)

310 „Der Hauptvorteil des retailtrade: Weil die quantity, worin die Waren am besten produ-
ziert werden, nicht die ist, worin sie am besten verteilt werden.“ (l.c. p. 146.)

310 “Both the theory relative to capital, and the practice of stopping labour at that point
where it can produce, in addition to the subsistence of the labourer, a profit for the
capitalist, seem opposed to the natural laws which regulate production.” (p.238.)

310 „Man betrachte z.B. fixed Kapital, günstigste Position für die idea of capital aiding pro-

311

duction three classes von Umständen zu unterscheiden, worin die Akkumulation von
Kapital sehr different.

1. Wenn made and used by the same persons. Versteht sich von selbst; every accumu-
lation in his possession of the instruments he makes and uses, facilitates his labour.
Das limit solcher accumulation ist die power der labourer to make and use the instrument in
question.

2. when made and used by different persons, who share betweentthemin just proportion
the produce of their combined labour. Ein Arbeiter macht und der andere benutzt das
Kapital; they divide the commodity in proportion as each has contributed by his labour
to produce it ... I should rather express this fact, however, by saying, that a part of
the society being employed in making instruments, while another part uses them,
is a branch of division of labour which aids productive power and adds to the general
wealth. As long as the produce of the two classes of labourers is divided between
them, the accumulation and increase of such instruments as they can make and use, is
as beneficial as if they were made and used by one person.

3. Wenn owned by a class of persons who neither make nor use it. The capitalist
being the mere owner of the instruments, is not, as such, a labourer. He in no manner
assists production.“ {...}

“Heacquires possession of the produce of one labourer, which hemakesover to another,
either for a time, wie bei den most kinds of fixed capital, or for ever, as is the case with
wages, — whenever he thinks it can be used or consumed for his advantage. Henever does
allow the produce of one labourer, when it comes into his possession, to be either used
or consumed by another, unless it is for his benefit. He employs or lends his property to
share the produce, or natural revenue, of labourers; and every accumulation of such property
in his hands is a mere extension of his power over the produce of labour, and retards the
progress of national wealth. This at present the case... When‘the capitalist, being the
owner ofallthe produce, will allow labourers neither to make nor use instruments, unless
he obtains a profit over and above the subsistence of the labourer, it is plain that bounds
are set to productive labour much within what nature prescribes. In proportion as
capital in the hands of a third party is accumulated, so the whole amount of profit required
by the capitalist increases, and so there arises an artificial check to production and popu-
lation ... In the present state of society, the labourers being in no case the owners of
capital, every accumulation of it adds to the amount of profit demanded from them, and
extinguishes all that labour which would only procure the labourer his comfortable
subsistence ... when it is admitted that labour produces all things, even capital, it is
nonsense to attribute productive power to the instruments labour makes :and uses ... wages
facilitate not production, like instruments!. Labour, not capital, pays all wages.” ]l.c.
p.243 -247]

„Die meisten advances der capitalists bestehn in promises to pay ...

Die Erfindung und Anwendung des Papiergelds hat enthüllt, daß Kapital durchaus
nicht ist something saved. Solange der Kapitalist, um seinen wealth zu realisieren oder
other people’s labour zu kommandieren, in seinem Besitz haben müßte an actual accu-
mulation of precious metals or commodities, könnte man suppose, daß die accumulation
of capital das Resultat of an actual saving, und daß von ihm der Fortschritt der Gesell-

1 Bei Hodgskin: wages do not, like instruments, facilitate production.

schaft abhänge. Aber sobald Papiergeld und Pergamentsecurities erfunden, wenn der
Besitzer von nichts als such a piece of parchment received an annual revenue in pieces
of paper, womit er alles erhielt, was immer nötig für seinen Gebrauch oder Konsum,
and not giving away all the pieces of paper, was riches at the end of the year than at
the beginning, or was entitled next year to receive a still greater number of pieces of
paper, obtaining a still greater command over the produce of labour, wurde es zur Evi-
denz klar, daß Kapital nichts Erspartes, und daß der individual capitalist sich nicht be-
reichert durch an actual and material saving, sondern doing something which enabled
him ... to obtain more of the produce of other people’s* labour...

The master manufacturer has either money or paper with which he pays wages;
those wages his labourer exchanges for the produce of other labourers, who will not keep
the wages, whether money or paper; and it is returned to the manufacturer, who gives in
exchange for it the cloth which his own labourers have made. With it he again pays
wages, and the money or paper again goes the same round ...

Ist zugeschoben to his property” (des Kapitalisten) ““merely, whether he employ it
to pay wages, or whether it consist in useful instruments, all that vast assistance, which
knowledge and skill, when realized in machinery, give to labour ... The united labours of
the miner, the smelter, the smith, the engineer, the stoker, and of numberless other
persons, and not the lifeless machines, perform whatever is done by steam engines ...
By the common mode of speaking, the productive power of this skill is attributed to its visible
products, the instruments, the mere owners of which, who neither make nor use them,
imagine themselves to be very productive persons.’ (p.248-251.)

312‘Wie die Population wächst, both increased production and consumption take place,
which is all that is ever meant by the terms accumulation or increase of national wealth.*

(l.c. p.257.)

312 “At present, all the wealth of society goes first into the possession of the capitalist, and
even most of the land has been purchased by him; he pays the landowner his rent, the
labourer his wages, the tax and the tithe gatherer their claims, and keeps a large, indeed
the largest, and a continually augmenting share, of the annual produce of labour for himself.
The capitalist may now be said to be the first owner of all the wealth of the community;
though no law has conferred on him the right to this property.’ ([Hodgskin,] "The Natural
and Artificial Right of Property Contrasted”, London 1832, p.%.)

313 “This change has been effected by the taking of interest on capital, and by the process of
compound interest; and it is not a little curious, that all the lawgivers of Europe endea-
voured to prevent this by statutes, viz. statutes against usury.” (l.c. p.9, note.)

313 “The power of the capitalist over all the wealth of the country, is a complete change in
the right of property, and by which law, or series of laws, was it effected?” (l.c. p.99.).

315 „Soll der Arbeiter unter dem jetzigen System reich werden, so muß er, statt seine eigne
Arbeit auszutauschen, ein Kapitalist werden oder Austauscher of the labour of other
people; und so, andre in derselben Weise plündernd, worin er selbst geplündert worden
war, durch das Medium of unequal exchanges, wird er befähigt from the small losses of
other people große Gewinne zu erwerben.“ (Bray (J-F.), “Labour’s Wrongs and La-
bour’s Remedy etc.”, Leeds 1839, p.57.)

1 Bei Hodgskin: men’s

## Zweiundzwanzigstes Kapitel

320 ... “the transport of commodities from one place to another.” (Ramsay, George, “An
Essay on the Distribution of Wealth”, Edinburgh 1836, p. 19.)

320 ... “the seed of the agriculturist, and the raw material of the manufacturer.” (p. 22, 23.)

320 ... “nanure of all kinds, fences for agriculture, and the fuel consumed in manufacturies.””
(l.c. p.23.)

320 ““Circulating capital besteht nur of subsistence und other necessaries advanced to the
workmen, previous to the completion of the produce of their labour.” (l.c.)

321 “Fixed capital alone, not circulating, is properly speaking a source of national wealth.””
(p.23.) “Labour and fixed capital are the only elements of expense of production.”

(p.28.)

321 ‘Were we to suppose the labourers not to be paid until the completion of the product,
there would be no occasion whatever for circulating capital. Die Produktion würde
ebenso groß sein. Dies beweist!, that circulating capital is not an immediate agent of?
production not? even essential to it at all, but merely a convenience rendered necessary by the
deplorable poverty of the mass of the people." (p.24.) “Das fixed capital alone constitutes
an element of cost of production in a national point of view." (p.26.)

322... “a portion of the national wealth, employed, or meant to be employed, in favouring
reproduction.” [p.21.]

322 “A circulating capital will always maintain more labour than that formerly bestowed
upon itself. Because, could it employ no more than had been previously bestowed upon
itself, what advantage could arise to the owner from the use of it as such?” (p.49.)
“Oder will man versichern“, daß die quantity of labour which any circulating capital will
employ is no more than equal to that previously bestowed upon it. Das hieße, daß the value
of the capital expended was? equal to that of the product.” (p.52.)

323 “Circulating capital” z.B., “raised by the labour of 100 men, wird 150 Mann in Be-
wegung setzen. Therefore the product at the end of the year, wird in diesem Falle sein

das result der Arbeit von 150.” (p.50.)

323 “Therefore the product at the end of the year, will be, in this case, the result of the labour
of 150 men.” [p. 50.]

324 “The use of fixed capital modifies to a considerable extent the principle that value de-
pends upon quantity of labour. For some commodities on which the same quantity of
labour has been expended, require very different periods before they are fit for consump-
tion. But as during this time the capital brings no return, in order that the employment in
question should not be less lucrative than others in which the product is sooner ready for
use, it is necessary that the commodity, when at last brought to market, should be increa-
sed in value by all that® amount of profit withheld. Dies zeigt, wie capital may regulate
value independently of labour.” (p.43.)

1 Bei Ramsay: industry would be carried on on a scale quite as great. Nothing can
prove more strongly — ? bei Ramsay: in - $ bei Ramsay: nor - * bei Ramsay: There is
no possible way of escaping this conclusion, except by asserting - ® bei Ramsay: is -
$ bei Ramsay: the

325 ... “employment of capital! should not be less lucrative than others.” [p-43.]
325 ... “Capital is a source of value independent of labour.” (p.55.)

325 “Die Quelle des Profits ist das law der material world, wonach die beneficence of nature
when aided and directed by the labour and skill of men, gives so ample a return to na-
tional industry as to leave a surplus of products over and above what is absolutely ne-
cessary for replacing in kind the fixed capital consumed, and for perpetuating the race
of labourers employed."” [p.205.]

325 ... "io perpetuate the race of labourers.”’ [p.205.]

326 ... “deplorable poverty of the mass of the population?.” [p.24.]

326 ... “perpetuates the race of labourers...'” [p.205.]

326 “Let the gross produce be ever so little more than is strictly essential for the above pur-
poses, and the separation of a distinct revenue from the general mass, under the appella-
tion of profit, and belonging to another class of men, becomes possible.” (p.205.)
“The very existence of the master-capitalists® as a distinct class is dependent on the producti-

veness of industry.’ (p.206.)

326 Das Steigen der Preise in einigen Industriezweigen, beim Steigen der Salaire “by no
means exempted the master-capitalists from suffering in their profits, nor even at all
diminished. their total. loss, but only served to distribute it more equally* among the different
orders composing that body.” (p.163.)

326 ... “the employment in question be not? less lucrative than others” ... [p.43.]

328 ‘““The rise of wages is limited by the productiveness of industry. In other words, ...aman
can never receive more for the labour of a day or year than with the aid of all the other
sources of wealth, he can produce in the same time ... His pay must be less than this, for
a portion of the gross produce® always goes to replace fixed capital” (...) “with its profit.”
(p. 119.)

328 ‘"Value must be in proportion not merely to the capital truly consumed, but to that also
which continues unaltered, viz.”, to the total capital employed.” (p. 74.)

329 „Die demand for labour hängt nur ab“ (...) „von dem amount of circulating capital.“
(P.87.) (...) „Im Fortschritt der Zivilisation the fixed capital of the country is increased
at the expense of the circulating.“ (p.89.) „Die demand for labour wächst daher nicht
generally wie capital augments, wenigstens nicht in the same proportion.“ (p.88.) „Es
ist erst, wenn infolge der new inventions circulating capital shall have become increased
über seinen frühren Betrag“ {...}, “that a greater demand for labour will spring up.
Demand will then rise, but not in proportion to the accumulation of the general capital.
In countries, where industry has much advanced, fixed capital comes gradually to bear
a greater and greater proportion to circulating. Every augmentation, therefore, in the
national stock destined for reproduction, comes, in the progress of society, to have a less and.
less influence upon the condition of the labourer.”” (p.90, 91.) “Every addition to fixed capi-
tal, is made at the expense of the circulating.” (p.91.) “The evils resulting from the
invention of machinery, to the labouring population employed in the manufactures®,

3 Bei Ramsay: employment in question -? bei Ramsay: people - ? bei Ramsay: for-
mer — * in der Handschrift: generally -° bei Ramsay: should not be-® in der Handschrift
ist die hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen — ? bei Ramsay: in
a word - ® bei Ramsay: latter

will probably be but temporary, liable to be perpetually renewed however, as fresh impro-
vements are constantly making for economising labour.” [p.91.]

330 “Also, obgleich die Maschinerie may throw out of employment a considerable body of
persons, dennoch folgt wahrscheinlich, after a longer or shorter period, the reengagement
of the same, or even a greater amount! of labourers.” (p.92, 93.) “ In der Agrikultur der
casus ganz verschieden. Die demand for raw produce wächst nicht so rasch wie die für
manufactured goods ... Am fatalsten für das country people the conversion of arable
land into pasture ... Almost allthe funds which formerly supported men, are now vested
in cattle, sheep, and other elements of fixed capital.” (p.93.)

330 “Wages as well as profits, are to be considered each of them as really a portion of the finished
product, totally distinct in a national point of view, from the cost of raising it.'’(p. 142.)
“Fixed capital ... independent of its results ... is a pure loss ... Nur labour, abgesehn
von wages, von dem, what is paid for it, daneben ein Element der Produktionskosten.
Labour ist eine sacrifice. The more of it is expended in one employment, the less for
another one, and, therefore, when applied to unprofitable undertakings, the nation suffers
from the waste of the principal source of wealth ... Die reward of labour konstituiert nicht
ein Element of cost.’ (p.142, 143.)

330 “Wie vergleichen das Produkt und den stock expended upon it?... Withregard to awhole
nation... Itis evident that all the various elements of the stock expended must be reproduced
in some employment or another, otherwise the industry of the country cannot go on as
formerly. The raw material of manufactures, the implements used in them, as also in
agriculture, the extensive machinery engaged in the former, the buildings necessary
for fabricating or storing the produce, must all be parts of the totalreturn of a country,
as well as oftheadvances of all its master-capitalists. Therefore, the quantity of the former
may be compared with that of the latter, each article being supposed placed as it were
beside that of a similar kind.” (p. 137-139.)

331 „Was nun den individuellen Kapitalist angeht,“ {...} „da er nicht replaciert in kind seine
Ausgaben, da er the greater number erhalten muß durch exchange, a certain portion ofthe
product being necessary for this purpose, so jeder individual master-capitalist comes to
look much more to the exchangeable value of his product than to its quantity.“ (p. 145,
146.)

331 “The more the value of his product exceeds the value of the capital advanced, the greater
will be his profit. Thus, then, will he estimate it, by comparing value with value, not
quantity with quantity. Dies die erste Differenz to be remarked in the mode of reckoning
profits between nations and individuals.” {...} “Das zweite ist, daß, da der master-capi-
talist dem labourer stets einen advance of wages macht, instead of paying them out of the
finished commodity, he considers this as well as the fixed capital consumed, a part of his
expenses, though, they, nationally speaking, nicht ein element of cost sind.” {...} "Seine
Rate of Profit wird daher abhängen upon the excess in the value of his product over and
above the value of the capital, both fixed and circulating." (p. 146.)

332 “Profit must rise or fall exactly as the proportion of the gross produce, or of its value,
required to replace necessary advances, falls or rises... Also upon two circumstances
hängt die Rate of profit ab: 1. the proportion of the whole produce which goes to the

1 Bei Ramsay: number

labourers; secondly, the proportion which must be set apart for replacing, either in kind

or by exchange, the fixed capital.” (p. 147, 148.)

333 “Es ist sicher!, that an increased facility of raising the various objects which enter into
the composition of fixed capital, tends, by diminishing this proportion, to raise the rate
of profit, just as in the former case of an augmented return of the elements of circulating
capital, which serves to maintain labour.” (p. 164.)

333 “Be the return small or great, the quantity of it required for replacing what has been
consumed in these different forms, can undergo no alteration whatsoever. This quantity
must be considered as constant, so long as production is carried on [on] thesame scale. Conse-
quently, the larger the total return, the less must be the proportion of the whole which
the farmer must set aside for the above purposes.” (p. 166.) ““Je leichter der farmer, der
food und die raw materials wie flax, hemp, wood etc. produziert, diese produzieren
kann, wird der Profit steigen. Des farmer’s profit [steigt] durch das increase in the
quantity of his produce, its total value remaining the same, aber er braucht a smaller pro-
portion of this sum und consequently of its value for restoring the various elements of
fixed capital, with which the farmer can supply himself; while the manufacturer would be
benefited by the greater power of purchasing possessed by his.” (p. 166, 167.)

340 “An increased or diminished productiveness der Industrie employed in raising commo-
dities which do not enter into the composition of fixed capital, kann keinen Einfluß auf die
Rate des Profits haben, except by affecting the proportion of the gross amount which
goes to maintain labour.'’ (p. 168.)

340 „Wenn der Fabrikant durch Verbesserung in der Maschinerie seine Produkte verdoppelt,
schließlich der Wert seiner goods must fall in derselben Proportion, worin ihre Quantität
zugenommen hat.“ {...} „... der manufacturer gewinnt bloß, sofern er fähig ist, den
Arbeiter wohlfeiler zu kleiden und so a smaller proportion des Gesamtretum auf den -
Arbeiter fällt... Der Pächter“ {...} „gewinnt ebenfalls nur, sofern ein Teil seiner expenses
in clothing the labourer besteht und er dies jetzt wohlfeiler haben kann, also in derselben
Weise wie der manufacturer.“ (p.168, 169.)

341 “Such commodities which help to make up neither fixed capital nor circulating, können
den Profit nicht alterieren durch irgendwelche Alteration in ihrer productiveness. Such
are luxuries of all kinds.”’ (p.169, 170.) ““Master-capitalists gain by the abundance of
luxuries because their profits will command a greater quantity for their private consump-
tion; but the rate of his profit is in no degree affected either by their plenty or scarcity.”
(p.171.)

342 “Such are luxuries of all kinds.’” [p. 170.]

343 „Die Profitrate in individual cases also bestimmt durch folgende Ursachen: 1. Die Pro-
duktivität der Industrie engaged in raising der articles of first necessity, die vom Arbeiter
erheischt sind für food, clothing etc.; 2. die Produktivität der Industrie angewandt in
raising the objects which enter in the composition of fixed capital; 3. the rate of real
wages“ {...}. „A variation in der ersten und dritten dieser causes, acts upon profit by
altering the proportion of the gross produce which goes to the labourer: a change in the
second affects the same, by modifying the proportion necessary for replacing, either directly
or by means of exchange, the fixed capital consumed in production; for profit is essentially
a question of proportion.“ (p. 172.)

3 Bei Ramsay: To me it seems certain

344 „Ricardo vergißt, daß das ganze Produkt nicht nur zwischen wages und profits sich teilt,
sondern auch ein Teil necessary ist for replacing fixed capital.“ (p. 174, note.)

345 „Die competition der master-capitalists könne zwar level den besonders über das
Niveau sich erhebenden Profit“ {...}, „aber es ist falsch that this ordinary level itself is
lowered.“ (p.179, 180.) „Wäre es möglich, daß der Preis of every commodity, both raw
and fabricated, should fall in consequence of the competition among the producers, yet
this could not in any way affect profit. Each master-capitalist would sell his produce for
less money, but anderseits every article of his expenses whether belonging to fixed
capital or to circulating, would cost him a proportionally smaller sum.“ (p. 180, 181.)

346 “The idea of profits being paid by the consumers, is, assuredly, very absurd. Who are
the consumers? They must be either landlords, capitalists, masters, labourers, or else
people who receive a salary.” (p. 183.) “The only competition which can affect the general
rate of gross profits, is that between master-capitalists and labourers.'” (p.206.)

346 „Unterstellen wir selbst, daß capital was never borrowed with any view but to productive
employment, dennoch möglich, daß Zins wechselt ohne any change in the rate of gross
profits. Denn, wie a nation advances in the career of wealth, a class of men springs up
and increases mehr und mehr, die durch die Arbeiten“ {...} „ihrer ancestors sich in Besitz
von funds finden, von derem bloßem Zins sie leben können. Viele auch, die in der Jugend
und Mannheit aktiv im Geschäft engagiert, ziehn sich zurück, um im Alter ruhig vom
Zins der sums zu leben, die sie selbst akkumuliert haben. Diese beiden Klassen haben
eine Tendenz, mit dem wachsenden Reichtum des Landes zu increase; for those who
begin with a tolerable stock are likely to make an independence sooner than they who
commence with little. Daher in alten und reichen Ländern der amount des national
capital, denen gehörig, die es nicht selbst anwenden wollen, bears a larger proportion to
the whole productive stock of the society, als in newly settled and poor countries. Wie
zahlreich die class of rentiers in England. As the class of rentiers increases, so also does
that of lenders of capital, for they are one and the same. Aus dieser Ursache allein müßte
der Zins eine Tendenz haben, in alten Ländern zu fallen.“ (p.201 sqq.)

347 ... „er abhängt zum Teil von der rate of gross profits, zum Teil von der Proportion,
worin diese geteilt in Zins und industriellen Profit. Diese Proportion hängt ab von der
competition zwischen lenders und borrowers of capital. Diese competition influenziert,
aber nicht entirely reguliert by the rate of gross profit expected to be realized. Und die
competition nicht exklusiv reguliert durch diese cause, weil von der einen Seite viele
borgen ohne any view to productive employment und weil andrerseits die proportion des
whole national capital to be Ient, varies with the riches of the country independentlly] of any
change in gross profits.“ (p.206, 207.) “The profits of enterprise depend upon the net profits
of capital, not the latter upon the former." (p. 214.)

347 „Der Zins nur da ein Maß of industrial? profits, wo der Kulturzustand so, daß der want
of certainty of repayment nicht hereinkommt.... In England z.B. gegenwärtig we cannot
compensation for risk uns denken as at all entering into the interest received from funds

[lent] on what would be called good security.“ (p. 199, Note.)

347 „Der industrielle Kapitalist ist der allgemeine distributor des Reichtums; er zahlt den
labourers die wages, dem Kapitalist den Zins, dem Grundeigentümer die Rente. Auf

1 Bei Ramsay: net

der einen Seite sind die masters, auf der andern labourers, capitalists und landlords.
The interests of these two grand classes are diametrically opposed to each other. It is
the master who hires labour, capital, and land, and of course tries to get the use of them
on as low terms as possible; while the owners of these sources of wealth do their best to

let them as high as they can.“ (p.218, 219.)

349 „Man kann die profits of enterprise sich zerlegen in 1. das Salair des masters; 2. sein
risk; 3. seine surplus gains.“ (p.226.)

350 „Das salary bleibt, wie der trouble, ziemlich dasselbe, der concern sei groß oder klein.“
(p.227.)

350 “Diese surplus gains” (...) “do truly represent the revenue derived from the power of
commanding the use of capital, whether belonging to the person himself or borrowed from
others” {...}...“Die net profits” (...) “vary exactly as the amount of the capital, on the
contrary the larger the capital, the larger the proportion of the surplus gains! to the
stock employed.' (p.230.)

351 “In this manner the rent paid for one species of produce becomes the cause of the high
value of others”. (p.279.)

351 “Revenue”(...)""differs from the annual gross produce, simply by the absence of allthose
objects which go to keep up fixed capital.” (p.471.)

351 ...“neither an immediate agent in production, nor even essential to it at all.’ (p.468.)

352 „Die Rentiers müßten sich nur in industrielle Kapitalisten verwandeln. Dies für den
national wealth gleichgültig... Der net profit braucht sicher nicht so hoch zu sein as to
afford separate incomes to the owner and the employer.“ (p.476, 477.)

352 „Gross profits of capital und enterprise... nötig zum Fortgang der Produktion.“ (p. 475.)

352 “Deduct from the gross produce the wages of labour, the rent of land, the interest on
capital, the cost of raw material, and the gains of the agent, merchant, or dealer, and what
remained was the profit of the manufacturer, the Lancashire resident, the occupier, on
whorm the burden of maintaining the workmen for so many partakers in the distribution of
the gross produce is thrown.” (“Morning Star”, 1.Dez. 1862.)

## Dreiundzwanzigstes Kapitel

354 ... les matieres premitres, l’instrument, l’approvisionnement.> (Cherbuliez, «Riche ou
pauvre etc.», Paris 1841 (Nachdruck der Genfer Ausgabe), p. 16.) «Il n’y a aucune diffe-
rence entre un capital et toute autre portion de richesse: c’est seulement par l’emploi qui
en est fait qu'une chose devient capital; c’est-A-dire, lorsqu’elle est employee, dans une
operation productive, comme matitre premiere, comme instrument, ou comme approvi-
sionnement.? (p. 18.)

369 «Le travailleur a un droit exclusif sur la valeur resultant de son travail. (p.48.)
370 «Les produits sont appropries bevor sie in Kapital verwandelt sind. Diese conversion ne
les degage pas de l’appropriation.» (p.54.)

1 Bei Ramsay: the greater the proportion they bear - ?in der Handschrift ist die
hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen

371 «Chaque accumulation de la richesse fournit les moyens d’accelerer l’accumulation ul-

terieure.) (p.29.)

373 „Die Hypothese eines rapport invariable zwischen den verschiednen Elementen des
Kapitals realisiert sich auf keiner Stufe des ökonomischen Fortschritts der Gesellschaft.
Das Verhältnis ist wesentlich variabel und zwar aus zwei Gründen: a) die Teilung der
Arbeit und b) die Substitution der natürlichen Agenten à la force humaine.“ (p.61.)
„Diese beiden Ursachen streben, die Proportion zwischen dem approvisionnement und
‚den beiden andren Elementen des Kapitals zu vermindern.“ (p.62.) „Die Vermehrung des
produktiven Kapitals zieht in dieser Lage der Dinge nicht notwendig nach sich ein An-
wachsen des approvisionnement, bestimmt, den Arbeitspreis zu bilden; sie kann,
wenigstens temporarily, von einer absoluten Verminderung dieses Elements des Kapitals
begleitet sein, und folglich von einer baisse des Arbeitspreises.“ (p.63.)

387 „Der ökonomische Fortschritt der Gesellschaft, soweit er durch ein absolutes Wachstum
des produktiven Kapitals und durch ein changement de proportion entre les divers élémens
de ce capital charakterisiert ist, bietet den Arbeitern einige Vorteile: I. Die größre Pro-
duktivität der Arbeit, namentlich durch Anwendung der Maschinerie, führt so rapides
Anwachsen des produktiven Kapitals herbei, daß, trotz der altération survenue im Ver-
hältnis des approvisionnement zu den übrigen Elementen des Kapitals, dieses Element
dennoch einen absoluten Zuwachs erhält, welcher erlaubt, nicht nur dieselbe Zahl
Arbeiter wie früher anzuwenden, sondern noch un nombre additionnel zu beschäftigen,
so daß sich das Resultat des Fortschritts, einige Interruptionen abgerechnet, für die Ar-
beiter in einer Vermehrung des produktiven Kapitals und der Nachfrage nach Arbeit
resumiert. 2. Die größere Produktivität des Kapitals strebt, den Wert einer Menge von
Produkten beträchtlich zu vermindern, sie folglich à la portée du travailleur zu setzen,
dessen Genüsse sich hierdurch vermehrt finden.“ (l.c. p.65.)

388 ... td’asseoir un impöt de maniere à ce qu’il soit réellement prélevé sur la rente, et qu’il
ne frappe que la rente? ... (p. 128.)

389 «Que ne fait-on un pas de plus en abolissant l’appropriation privee du sol? (p.129.) «Les
Pproprietaires fonciers sont des oisifs entretenus aux depens du public sans aucun avantage
pour l’industrie, ni pour le bien-être general de la société.» (p. 129.) «Ce sont les capitaux
appliques A la culture qui rendent la terre productive; le proprietaire du sol n’y contribue
en rien; il n’est là que pour recevoir une rente qui ne fait point partie du profit de ses
capitaux, et qui n'est point le résultat du travail ni des pouvoirs productifs de la terre,
mais l’effet du prix auquel la concurrence des consommateurs @leve les produits agri-
coles» etc. (p. 129.) «Comme l’abolition de la propriete privee du sol ne changerait rien aux
causes qui font naitre la rente, cette rente continuerait d’exister; mais elle serait pergue
par l’etat, auquel appartiendrait tout le territoire, et qui en affermerait les portions culti-
vables aux particuliers munis des capitaux suffisants pour l’exploitation.? (p. 130.)

389 «Enfin l’industrie Emancipee, degagee de toute entrave, prendrait un essor inoui? etc,

(p.130.)

389 «C’est le capital qui finira par gouverner le monde, si aucun bouleversement ne vient
arrêter la marche que suit le developpement de nos societes sous le regime de la loi
d’appropriation.? (p. 152.)

389 „Die allgemeine Appropriation der forids productifs und der Produkte hatte zu allen Zeiten
die zahlreiche Klasse der Proletarier auf einen Zustand der Unterwerfung und politischen

Unfähigkeit reduziert; aber diese Appropriation war einst kombiniert mit einem System
von Restriktivgesetzen, die en entravant le developpement de l’industrie et l’accumulation
des capitaux, mettaient des bornes à l’accroissement de la classe desheritee,
restreignaient sa liberte civile dans des limites étroites, et contribuaient ainsi de plusieurs
manitres à rendre cette classe inoffensive. Aujourd’hui, le capital a brisé une partie de
ses eritraves; il s’apprête à les briser toutes.“ (p. 155, 156.)

## Vierundzwanzigstes Kapitel

pe

391 „Die power der Erde to yield selbst to the rudest labors of mankind mehr als nötig für
die Subsistenz des cultivator und ihn so befähigt, einen Tribut zu zahlen, ist der Ur-
sprung der Rente.“ (R. Jones, ‘“An Essay on the Distribution of Wealth, and on the
Sources of Taxation”, Lond. 1831, Part I, p.4.) “Rent also ihren Ursprung in der
appropriation of soil, at a time when the bulk of the people must cultivate it on such terms
as they can obtain, or starve; and when their scanty capital of implemnents, seed, etc.
being utterly insufficient to secure their maintenance in any other occupation than that
of agriculture, is chained with them to the land by an overpowering necessity.” [p. 11.]

391 „Die Rente“ (...) „kann nur vermehrt werden unter diesen Umständen, entweder indem
die Arbeit der tenantry geschickter und wirksamer angewandt wird“ {...} „aber als a
body der unfitness der proprietors to advance the science of agriculture, oder indem die
quantity der labor exacted vermehrt wird und dann, wenn die lands der proprietors
besser, die der serfs, denen Arbeit entzogen, um so schlechter tilled.“ (l.c.,ch. II, [p.61].)

392 ... “the advance of stock by the proprietor, and the abandonment of the management of
cultivation to the actual laborers, shows the continued absence of an intermediate class of
capitalists”. (p. 74.)

392 ““Ryot rents are produce rents paid by a laborer, raising his own wages from the soil, to the
sovereign as its proprietor.” (ch. 1, [p. 109].) (...) „Die Ryotrents oft vermischt mit labor
rents and metayer rents.“ (p. 136 sq.) ... “The prosperity or rather the existence of towns
in Asia proceeds entirely from the local expenditure of government.” (l.c. [p.138].)

392 "“Cottier rents ... all rents conlracted to be paid in money, by peasant tenants, extracting
their own maintenance from the soil.” (p.143.) (...) „Auf der größten Oberfläche der
Erde keine money rents.“

392 “Alle diese forms” (...) “prevent the full development of the productive powers of the
earth. Die Differenz in der Produktivität der Industrie besteht erstens in der quantity of
contrivance used in applying manual labor und secondly, in dem extent, wodurch die
mere physical exertions are assisted by the accumulated resulis of past labor, also von den
verschiednen quantities of skill, knowledge, and capital, brought to the task of produc-
tion... Small Numbers of the [Non-Jagricultural Classes. It is obvious, that the relative
numbers of those persons who can be maintained without agricultural labor, must be
measured wholly by the productive powers of the cultivators.”’ (ch.VI, [p.157-160].) “In
England, the tenants who on the disuse of the labor of the serf tenantry, took charge of
the cultivation of the domains of the proprietors, were found on the land; they were
yeomen.” (l.c. [p. 166].)

393 “Farmer’s Rents can only exist when the most important relations of the different classes of
society have ceased to originate in the ownership and occupation of [the] soil.” (p. 185.)

393 “It is the artizans and the handicraftsmen who first rarige themselves under the manage-
ment of capitalists.“ (p. 187.) “Unmittelbare Folge dieses Systems ist die power of moving
at pleasure the labor and capital employed in agriculture, to other occupations.” {...}
“Solange der tenant selbst a laboring peasant, forced, in the absence of other funds for
his maintenance, to extract it himself from the soil, gekettet durch Not an diesen Boden;
der little stock, den er vielleicht besitzt, since it was not sufficient to procure him a
maintenance unless used for the single purpose of cultivation, was virtually chained to
the soil with its master. Mit dem capitalist-master diese dependence on the soil is broken:
and unless as much can be gained by employing the working class on the land, as from their
exertions in various other employments, which in such a state of society abound, the
business of cultivation will be abandoned. Rent, in such a case, necessarily consists merely
of surplus profits. (p.188.) (...) “When the engagement des laborer is with a capi-
talist, this dependence on the landlord is dissolved.” (p.189.)

394 „Wenn rents consists of surplus profits, kann die Rente of a particular spot of ground aus

3 Ursachen anwachsen:

1. an increase of the produce from the accumulation of larger quantities of capital
in its cultivation;

2. die wirksamere application des capital already employed;

3. wenn Kapital und Produkt dasselbe bleiben, the diminution des share der pro-
ducing classes in diesem produce, and a corresponding increase des share des landlord.
Diese Ursachen können auch combine in different proportions.“ (p. 189.)

395 “Korn can sell zu einem Monopolpreis (d.h. zu einem Preise, der mehr zahlt, als die
costs und profits of those who grow it under the least favourable circumstances) oder zu einem
Preise, der nur die common profits zurückzahlt. Ersterer Fall angenommen, dann von aller
difference of the fertility in the soils cultivated abgesehn, increased produce obtained by
increased capital. (prices remaining the same) may increase the rents, in proportion to the
increased capital laid out.” „Z.B. 10% die ordinary rate of profit. Wenn con produced
by £100 can be sold for 115, die Rente = 5 I. When in the progress of improvement the
capital employed on the same land were doubled, and the produce doubled, then £ 200
would yield 230, and £ 10 would be the rent, and the rent will be doubled.” (p. 191.)

395 „In kleinen communities kann corn! beständig zu einem Monopalpreis sein... Auch in
larger countries dies möglich, wenn die Bevölkerung beständig schneller wächst als die
increase of tillage. Aber Monopolpreis des Korns ungewöhnlich in countries von consi-
derable extent and great variety of soil. Wenn großes Steigen der Preise, mehr Land in
Bebauung gesetzt, oder mehr Kapital auf altes Land verwandt, bis der Preis kaum mehr
den ordinary profit auf den outlay abwirft. Dann stops the tillage und in solchen Ländern
corn gewöhnlich verkauft zu einem Preis, not more than sufficient to replace the capital
employed under the least favourable circumstances, and the ordinary rate of profit on it;
und die rent paid on the better soils is then measured by the excess of their produce over
that of the poorest soil cultivated by similar capitals.“ (p.191, 192.) „Alles was nötig ist
for arise of rent over the surface eines Landes besitzend soils von ungleicher Güte, ist dies,
daß die better soils should yield to the additional capital employed upon them in the
progress of cultivation, something more than the soils confessedly inferior to them; for
then while means can be found of employing fresh capital on any soil between the

* In der Handschrift: rent

extremes A and Z, at the ordinary rate of profit, rents will rise on all the soils superior
to that particular soil.“ (p. 195.)

396 “Die general accumulation des in der Kultur angewandten Kapitals, while it augmentsthe
produce of all gradations of soils, somewhat in proportion to their original goodness,
muist of itself raise rents; ohne reference to any progressive diminution in the return to the
labor and capital employed, and, indeed, quite independently of any other cause whatever."

(.195.)

396 “The average corn produce of England at one time did not exceed 12 bushels per acre;
itisnow about double.” (p. 199.) “Each successive portion of the capital and labor concen-

trated on the land, may be more economically and efficiently applied than the last.”
(2.199, 200.)

397 „Rente wird sich verdoppeln, verdreifachen, vervierfachen etc., wenn das auf das alte
Land gelegte Kapital ver2, 3, 4facht wird without a diminished return, and without
altering the relative fertility of the soils cultivated.“ (p. 204.)

397 “It is not essential to the rise that the proportion between the fertility of the soils should be
exactly stationary.” (p.205.)

397 “Ricardo übersah die necessarily unequal effects of additional capital on soils of unequal
fertility.” (l.c.)

397 „Wenn Zahlen, bearing a certain proportion to each other, mit derselben Zahl multi-
pliziert werden, so bleibt ihr Verhältnis dasselbe wie das der Originalzahlen, aber the
difference of the amounts of the several products, will increase at each step of the process.
Wenn 10, 15, 20 multipliziert werden mit 2 oder 4, und werden 20, 30, 40 oder 40, 60,
80, their relative proportions will not be disturbed: 80 und 60 stehn im selben Verhältnis
zu 40 wie 20:15:10; aber die Differenz between the amounts of their products will have
increased in each operation, and from being 5 and 10, become 10 and 20, and then 20
and 40.” (p.206, 207.)

398 ‘If 100 be employed on classes A, B and C, mit einem produce von 110, 115 und 120,
and subsequently 200, mit returns of 220, 228 und 235, the relative differences of the
products will have diminished, and the soils will have approximated in fertility; still the
difference der amounts ihrer products will be increased from 5 and 10 to 8 and 15, und

“ rents daher steigen. Improvements, therefore, which tend to approximate the degrees
of fertility of the cultivated soils, may very well raise rents, und ohne Kooperation einer
andren Ursache.” (p.208.) “Die turnip and sheep husbandry, and the fresh capital
employed to carry it on, produced a greater alteration in the fertility of the poor soils,
than it that of the better; stillit increased the absolute produce of each, and raised so rents,
während es die differences der fertility der cultivated soils verminderte.” (l.c.) „Bei
Ricfardo]s Meinung, daß Verbeßrungen die Renten fallen machen können, to remember
the slowly progressive manner in which agricultural improvements are practically dis-
covered, completed, and spread.“ @.211.)

400 „Also die erste Quelle vom Steigen of farmer’s rents sind the progressive accumulation
and the unequal effects of capital. on all gradations of soils.“ (p.234.)

400 ““Improvements in the efficiency of the capital employed in cultivation, raise rents, by
incressing the surplus profits realized on particular spots of land. They invariably produce
this increase of surplus profits, unless they augment the mass of raw produce so rapidiy

as to outstrip the progress of demand. Such improvements in the efficiency of the capital
employed, do usually occur in the progress of agricultural skill, and of the accumulation
of greater masses of auxiliary capital.” (...) “A rise of rents from this cause, is generally
followed by the spread of tillage to inferior soils, without any decrease in the returns to
agricultural capital on the worst spots reclaimed.” (p. 244.)

400 “A fall of profits is no proof of the decreasing! efhiciency of agricultural industry.’
(#.257.) “Profits depend partly on the amount of the produce of labor, partly on the
division of that produce between the laborers and capitalists; und ihr amount, daher kann
vary from a change in either of these particulars.” (p. 260.)

401 “When, abstracting from the effects of taxation, an apparent diminution takes place in
the revenue of the producing classes considered jointly,” {...} “when there is a fall in
the rate of profits, not compensated by a rise of wages, und umgekehrt,” {...} “dann kann
man schließen, there has been some decrease in the productive power of labor and
capital.” (p.273.)

401 “In the progress of nations, an increase of manufacturing power and skill usually occurs,
greater than that which can be expected in the agriculture of an increasing people. This
is an unguestionable truth. A rise in the relative value of raw produce may, therefore, be
expected in the advance of nations, without any positive decrease in the efficiency of
agriculture."” (p.265.)

401 “Wächst die Rente aus dem Ric[ardo]schen Grund, “the employment of an additional
quantity of labor with a proportionally less return’, and a consequent transfer to the
landlords of a part of the produce obtained on the better soils; then the average proportion
of the gross produce taken by the landlords as rent, will necessarily increase.” Zweitens
“die industry of a larger proportion of the population must be devoted to agriculture.””
(p.280, 281.)

402 “Nun finden wir in der englischen Statistik 3 Tatsachen: A spread of tillage begleitet
by arise in the general rental of the country; a diminution of the proportion of the people
employed in agriculture; a decrease in the landlord’s proportion of the produce.” (p. 282.)

402 “A.Smith sagt: ‘In the progress of improvement, rent, though it increases in [the]
extent, diminishes in proportion to the produce of the land.’” (p. 284.)[108]

402 "Es folgt aus verschiednen returns, gemacht at different times dem Board of Agriculture,
daß dasganze Kapital, agriculturally employed in England, is to that applied tothe support
of laborers =5:1,d.h.4X mehr auxiliary capital used, as there is of capital applied
to the maintenance of the labor used directly intillage. In France dies Verhältnis =2:1."
(p.223.) "When a given quantity of additional capital is applied in he shape of the results
of past labor, to assist the laborers actually employed, a less annual return will suffice
to make the employment of such capital profitable, und darum permanently practicable,
than if the same quantity of fresh capital were expended in the support of additional
laborers." (p.224.)

402 „Gesetzt £ 100 employed to the land in the maintenance of 3 men, producing their own
wages, und 10% Profit auf sie or £ 110. Das angewandte Kapital werde verdoppelt.
Zuerst 3 neue laborer angewandt. Das increased produce muß = 110/. sein, = den

wages der 3 additional men—+ 10. Profit. Nun unterstelle, das additional £ 100 sei

1 In der Handschrift: increasing

employed in the shape of implements, manures, or any results of past labor, während
die number der actual laborers dieselbe bleibe. Dies auxiliary capital daure im Durch-
schnitt 5 Jahre. Der annual return des Kapitalist muß sein 10% profit und 20 1. für die
annual wear and tear of his capital, also 30 !. return nötig to make the continuous employ-
ment der zweiten 100 £ profitable, statt 110 !., the amount necessary when direct labor
was employed by! it. Klar daher, daß die accumulation of auxiliary capital in cultivation,
will be practicable when the employment desselben amount of capital in the support of
additional labor has ceased to be so: and that the accumulation of such capital may go
on for an indefinite period.“ (p.224, 225.) ““So der increase of auxiliary capital both
increases the command of man over the powers of [the] soil, relatively to the amount of
1 129| labor directly or indirecily employed upon it; and diminishes the annual return
necessary to make the progressive employment of given quantities of fresh capital

profitable.” (p.227.)

403 „Unterstellen wir ein Kapital, z.B. 100 /., employed upon the soil ganz in Zahlung von
Arbeitslohn und yielding 10% profit, so die Revenue des farmer =/io von der des
laborers. Wenn das Kapital verdrei-etc.-facht, dann die revenue des farmer will continue
to bear the same proportion to that of the laborers. Aber wenn die Zahl der Arbeiter
dieselbe bleibt und der amount of capital is doubled, profits werden £ 20 oder !/; der
Revenue. Wenn das Kapital vervierfacht, werden Sie £ 40 oder ?/; von der Revenue der
laborers’; wenn capital wächst zu 500, profits £ 50, or half the revenue der laborers.
Und der wealth, influence und wahrscheinlich auch in einigem Umfang die Zahl der
capitalists in the community, would be proportionally increased... Mit dem Wachsen
des Kapitals gewöhnlich auch das employment of some additional direct labor nötig. This
circumstance, however, will not prevent the steady progress of the relative [increase] of the
auxiliary capital.“ (p.231, 232.)

405 “Property in the soil almost universally rests, at one time of a people’s career, either in
the general government, or in persons deriving their interest from it. ""(R. Jones, “An
introductory lecture on polit. econ. ...”, Lond. 1833, p.14.)

405 “By economical structure of nations, I mean those relations between the different classes
which are established in the first instance by the institution of property in the soil, and
by the distribution of its surplus produce; afterwards modified and changed (to a greater
or less extent) by the introduction of capitalists, as agents in producing and exchanging
wealth, and in feeding and employing the laboring population.” (p.21, 22.)

405 ... “the aggregate amount of the revenues consumed by the laborers, whatever bethe
source of those revenues.” (Jones [‘“Syllabus...’’] p.44.)

406 „Selbst bei den westlich europäischen nations finden wir noch die effects der social
conformation which results frorn the peculiar mode of.distributing the produce of their
land and labor, established 31] in the early period of the existence of agricultural
nations“. (Jones [An introductory lecture on political economy..."”] p. 16.)

406 ‘Die changes, affecting this economist conformation, haben ihren great agent, ihre moving
power from which they proceed in capital, viz. accumulated wealth employed with a view
to profit.”” ... “Bei allen nations the distinct division of wealth here pointed out, agiert
als a most important part in modifying the ties which connect the different classes of the

1 In der Handschrift: in

community, and in determining their productive power.” ... “In Asien und einem Teil
von Europa (früher in ganz Europa) die non-agricultural classes [fast] ganz erhalten von
den incomes der andren classes, hauptsächlich von denen der landholders. If you want
the labor of an artizan, you provide him with materials; he comes to your house, you
feed and pay him his wages. After a time, the capitalist steps in, he provides the materials,
he advances the wages of the workman, he becomes his employer, and he is the owner of the
article produced, which he exchanges for your money... An intermediate class so zwischen
den landowners und einem Teil der non-agriculturists und von dieser intermediate class,
those non-agriculturists are dependent for employment and subsistence. The ties which
formerlybound the community together areworn out and fall to pieces; other bonds, other
principles of cohesion connect its different classes: new economical relations spring into
being etc. ... Hier in England nicht nur der great body of non-agriculturists almostwholly
depend on! the pay of capitalists, but the laboring cultivators of the soil are their ser-
vants too.” (p.16 sqq.)

407 „Der labor fonds“ (...) „kann eingeteilt werden in 3 Klassen: I. Revenues produziert
durch die laborers, die sie selbst konsumieren und nie andren Personen angehören.“ (...)
„2. Revenues belonging to classes distinct from the laborers, and expended by those
classes in the direct maintenance of labor. 3. Kapital im eigentlichen Sinn. Diese distinct
branches des labor fonds können alle in our own country beobachtet werden; aber wenn
we look abroad, we see those parts dieses fonds, die hier am beschränktesten, constituting
elsewhere the main sources of subsistence to the population, and determining the charac-
ter and position of the majority of the people etc.“. (Jones, “Syllabus of a course of
lectures on the Wages of Labor”, p.45, 46.)

407 „Die wages of laboring cultivators, or occupying peasants... Diese laboring cultivators,
or peasants, sind hereditary occupiers, proprietors, tenants. Die tenants sind serfs,
metayers, cottiers. Letztre Irland eigentümlich. Etwas wie Rent oder Profit oft mit den
revenues oder peasant-cultivators of all classes vermischt, aber when their subsistence is
essentially dependent on the reward of their manual labor, sind sie als wages-laborer zu
betrachten.“ (...) &. “Hereditary occupiers, who are laboring I1132] cultivators. Ancient
Greece Modern Asia, besonders India.” ß: ““Proprietors. France, Germany, America,
Australia, Alt-Palästina.” Y. „Cottiers.“ (p.46-48.)

408 “In England reduziert auf menial servants, soldiers, sailors, and a few artizans working
on their own account, and paid out of the incomes of their employers. Over a considerable
portion of the earth this branch of the General Labor Fund maintains nearly the whole
of the non-agricultural laborers. Former prevalence of this Fund in England. Warwick
the king-maker. The English gentry. Present prevalence in the East. Mechanics, menials.
Large bodies of troops so maintained. Consequences of the concentration of this Fund

throughout Asia in the hands of the sovereign. Sudden rise of cities; sudden desertion.
Samarcand; Candahar, and others.’’ (p.48, 49.)

408 “Capital should never be confounded with the General Labor Fund of the world - of
which a large proportion consists of revenues. All branches of a nation’s revenues ...
contribute to the accumulations by which capital is formed. They contribute in different
Proportions in different countries and different stages of society. When wages and rents
contribute the most.” (p.50.)

1 Bei Jones statt „depend on“: „in“

409 “All other things being equal, the power of a nation to save from its profits varies with the
rate of profits: is great when they arehigh, less when low; but as the rate of profits declines,
all other things do not remain equal. "The quantities of capital employed relatively to the
numbers of the population may increase.” {...} “Inducement and facilities to accumulate
may increase... A low rate of profits is ordinarily accompanied by a rapid rate of accumula-
tion, relatively to the numbers of the people, as in England; und eine high rate of profit
by a slower rate of accumulation ||I 133], relatively to the numbers of people, as in Polen,

Rußland, Indien usw.” (p.50 sq.)

409 “Error der doctrine, daß wo im Progress of nations die rate of profits declines, the means
of providing subsistence for an increasing population must become less. Foundations
of the error: 1. A mistaken notion, that accumulation from profits must be slow where
the rate of profits is low, and rapid where it is high; 2. A mistaken belief, that profits are
the only source, of accumulation; 3. A mistaken belief that all the laborers of the earth
subsist on accumulations and savings from revenue, and never on revenue itself.” (p.51.)

409 “ Alterations which take place in the economical structure of nations when capital assumes

the task‘’of advancing the wages of labor..."” (p.51, 52.)

409“ The amount of capital devoted to the maintenance of labor may vary,
independently of any changes in the whole amount of capital” (...) “Great
fluctuations in the amount of employment and great suffering may sometimes be obser-
ved to become more frequent as capital itself becomes more plentiful.” (p.52.)

410 ““Periods of gradual transition of the laborers from dependence on one fund to dependence
on another... Transfer of the laboring cultivators to the pay of capitalists... Transfer of
non-agricultural classes to the employ of capitalists.” (p.52, 53.)

410 “Slavery. Slaves may be divided into pastoral- predial- domestic-slaves of a mixed
character, between predial and domestic. Wir finden slaves als cultivating peasants; - als
menials or artizans, maintained from the incomes of the rich; - as laborers maintained
from capital.” (p.59)

410°“ The productiveness of the industry of nations really depends on 2 circumstances: First,
on the fertility or barrenness of the original sources (land and water) of the wealth they
produce. Secondly, on the efficiency of the labor they apply in dealing with those sources,
or fashioning the commodities obtained from them.” (R. Jones, “Text-Book of Lectures
on the Political Economy of Nations”, Hertford 1852, p.4.)

411 “The efficiency of human labor will depend: 1. on the continuity with which it is exerted;
2. on the knowledge and skill with which it is applied, to effect the purpose of the producer;
3. on the mechanical power by which it is aided.”” (p.6.)

411 “The power exerted by human laborers in producing wealth ... may be increased: 1. by
enlisting in their service, motive forces greater than their own... 2. by employing any
amount or kind of motive ||I 134] forces at their command, with increased mechanical
advantage. Z.B. engine of 40 horse-power wirkt anders auf Eisenbahn als auf turnpike-
road.” (p.8.)

411 “The best form of a plough will do as much work, and as well, with two horses, as the
worst with four.” (p.9.)

411 “The steam-engine is not a mere tool, it gives additional motive force, not merely the

means of using forces the laborer already possesses, with a greater mechanical advantage.”
(p. 10, note.)

411 "Capital ... consists of wealth saved from revenue, and used with a view to profit.” (p.16.)

411 “The possible sources of capital ... are obviously, all the revenues of all the individuals
composing a community, from which revenues it is possible that any saving can be made.
The particular classes of income which yield the most abundantly to the progress of
national capital, change at different stages of their progress, and are therefore found entirely
different in nations occupying different positions in that progress.” (l.c.)

411 “Profits also far from being the only sources from which capital is formed or increased:
Sogar unimportant source of accumulation, verglichen mit wages und rents, in the earlier
stages of society.” (p.20.)

411 “When a considerable advance in the powers of national industry has actually taken place,
‚profits rise into comparative importance as a source of accumulation.” (p.21.)

415 “There is a difference between the influence, on the productive powers of nations, of
that wealth which has been saved, and is dispensed as wages with a view to profit: and of
that wealth which is advanced out of revenue for the support of labor. With a view to
this distinction, I use the word capital to denote that portion of wealth exclusively which
has been saved from revenue, and is used with a view to profit.” (p.36, 37.)

415 “We might ... comprise, under the term, capital, all the wealth devoted to the maintenance
of labor, whether it has gone through any previous process of saving or not ... we must,
then, in tracing the position of the laboring classes and of their paymasters in different
nations and under different circumstances, distinguish between capital which has been
saved, and capital which has undergone no process of accumulation: between, in short,
capital which is revenue, and capital which is not revenue.” (p.36.)

416 “In every nation of the Old World, except England and Holland, the wages of the agri-
culturists are not advanced out of the funds which have been saved and accumulated from
revenues, but are produced by the laborers themselves, and never exist in any other shape
than that of a stack for their own immediate consumption.”” (p.37.)

418 “Capital is the instrument through which all the causes which augment the efficiency of
human labor, and the productive powers of nations, are brought into play... Capital
is the stored-up results of past labor used to produce some effect in some part of the
task of producing wealth.’” [p.35.]

418 ‘It willbe convenient, and it is reasonable, to consider the act of production as incomplete
till the commodity produced has been placed in the hands of the person who is to
consume it; all done previously has that point in view. The grocer's horse and cart which
brings up our tea from Hertford to the College, is as essential to our possession of it for
the purpose of consumption, as the labor of the Chinese who picked and dried the
leaves.’ (ibid. p.35, note.)

418°... But... this capital ... does not perform in every community all the tasks it is capable
of performing. It takes them up gradually and successively in all cases; and it is aremark-
able and an all-important fact, that the one special function, the performance of which is
essential to the serious advance of the power of capital in all its other functions, is exactly that
which, in the case of the greater portion of the laborers of mankind, capital has never
yet fulfilled at all.” (p.35, 36.)

419 “I allude to the advance of the wages of labor.”” (p.36)

584 “Anhang und Register

419 ‘The wages of labor are advanced by capitalists in the case of less than one-fourth of the
laborers of the earth. This fact ... of vital importance in accounting for the comparative
progress nations.” (l.c.)

419 “Capital, or accumulated stock, after performing various other functions in the produc-
tion of wealth, only takes up late that of advancing to the laborer his wages.” (p.79.)

420 ‘Capital, or accumulated stock, after performing various other functions in the production
of wealth, only takes up late that of advancing to the laborer his wages..."” (p.79.)

420 “A state of things may hereafter exist, and parts of the world may be approaching to it,
under which the laborers and the owners of accumulated stock, may be identical; but in
the progress of nations ... this has never yet been the case, and to trace and understand
that progress, we must observe the laborers gradually transferred from the hands of a
body of customers, who pay them out of their revenues, to those of a body of employers,
who pay them by advances. of capital out of the returns to which the owners aim at
realizing a distinct revenue. This may not be as desirable a state of things as that in which
laborers and capitalists are indentified, but we must still accept it as constituting a stage
in the march of industry, which has hitherto marked the progress of advancing nations.
At that stage the people of Asia have not yet arrived.” (p.73.)

422 ‘The capitalist has been but an agent to give the laborers the benefit of the expenditure
of the revenues of the surrounding customers, in a new form and under new circum-
stances.” (p.79.)

423 * As communities change their powers of production, they necessarily change their habitstoo.”
(p.48) “During their progress in advance, allthe different classes of community find that
they are connected with other classes by new relations, are assuming new positions, and
are surrounded by new moral and social dangers, and new conditions of social and political
excellence.” (l.c.)

423 “Great political, social, moral, and intellectual changes, accompany changes in the
economical organisation of communities, and the agencies and the means, affluent or scanty,
by which the tasks of industry are carried on. These changes necessarily exercise a
commanding influence over the different political and social elements to be found in the
populations where they take place: that influence extends to the intellectual character, to
the habits, manners, morals, and happiness of nations.'’ (p.45.)

423 “England is the only great country which has taken ... the first step in advance towards
perfection as a producing machine: the only country in which the population, agricultural
as well as non-agricultural, is ranged under the direction of capitalists, and where the
effects of their means and of the peculiar functions they alone can perform, are exten-
sively felt, not only in the enormous growth of her wealth, but also in allthe economical
relations and positions of her population.

Now, England, I say it with regret, but without the very slightest hesitation, is not
to be taken as a safe specimen of ||I 145] the career of a people so developing their produc-

tive forces.'’ (p.48, 49.)

423 “The general labor funds consists: 1. Of wages which the laborers themselves produce.
2. Of the revenues of other classes expended in the maintenance of labor. 3. Of capital,
or a portion of wealth saved from revenue and employed in advancing wages with a view
to profit. Those maintained on the first division of the labor funds we will call unhired
laborers. Those on the second paid dependents. T’hose on the third, hired workmen.” (...)

“The receipt of wages from any of these 3 divisions of the labor fund determines the
relations of the laborer with the other classes of society, and so determines sometimes
directly, sometimes more or less indirectly, the degree of continuity, skill, and power with
which the tasks of industry are carried on.” (p.51, 52.)

423 * The first division, self-produced wages, maintains more than half, probably more than ?/,,
of the laboring population of the earth. These laborers, consist everywhere of peasants
who occupy the soil and labor on it. ... The second division of the labor fund, revenue
expended in maintaining labor, supports by far the greater part of the productive non-
agricultural laborers of the East. It is of some importance on the continent of Europe;
while in England, again, it comprises only a few jobbing mechanics, the relics of a larger
body ... The third division of the labor fund, capital, is seen in England employing the
great majority of her laborers, while it maintains but a small body of individuals in
Asia: and in continental Europe maintains only the non-agricultural laborers: not
amounting, probably, on the whole, to a quarter of the productive population.” (p.52.)

424 “] have not... made any distinction as to slave-labor... The civil rights of laborers do
not affect their economical position. Slaves, as well as freemen, may be observed sub-
sisting on each part of the general fund.” (p.53.)

424 “The portion of the community which is unproductive of material wealth may be useful
or it may be useless."’ (p.42.)

424 “It is reasonable, to consider the act of production as incomplete till the commodity
produced has been placed in the hands of the person who is to consume it.” (p.35, Note.)

425 “It may be as well to point out here how this fact fof the wages being advanced by
capital} affects their powers of production, or the continuity, the knowledge, and the power,
with which labor is exerted... T'he capitalist who pays a workman may assist the con-
tinuity of his labor. First, by making such continuity possible; secondly, by superintending
and enforcing it. Many large bodies of workmen throughout the world ply the street for
customers, and depend for wages on the casual wants of persons who happen at the
moment to require their services, or to want the articles they can supply. The early
missionaries found this the case in China. ... “The artizans run about the towns from
morning to night to seek custom. The greater part of Chinese workmen work in private
houses. Are clothes wanted, for example? The tailor comes to you in the morning and goes
home at night. It is the same with all other artizans. They are continually running about
the streets in search of work, even the smiths, who carry about their hammer and their
furnace for ordinary jobs. The barbers, too ... walk about the streets with an arm-chair on
their shoulders, and a basin and boiler for hot water in their hands. 112 This continues
to be the case very generally throughout the East, and partially in the Western World.

Now these workmen cannot for any length of timework continuously. They must plylike
ahackney coachman, and when no customer happens to present himself they must beidle.
If in the progress of time a change take place in their economical position, if they become
the workmen of a capitalist who advances their wages beforehand, two things take place.
First, they can now labor continuously; and, secondly, an agent is provided, whose
office and whose interest it will.be, to see that they do labor continuously ... the capitalist
has reserves ... to wait for a customer... Here, then, is an increased continuity in the
labor of all this class of persons. T’hey labor daily from morning to night, and are not
interrupted by waiting for or seeking the customer, who is ultimately to consume the
articlethey work on.

But the continuity of their labor, thus made possible, is secured and improved by the
superintendence of the capitalist. He has advanced their wages; he is to receive the products
of their labor. It is his interest and his privilege to see that they do not labor interruptedly
or dilatorly. The continuity of labor thus far secured, the effect even of this change
on the productive power of labor is very great ... the power is doubled. Two workmen
steadily employed from morning to night, and from year's end to year’s end, willprobably
produce more than 4 desultory workmen, who consume much of their time in running
after customers, and in recommencing suspended labors.” (p.37 sq.)

427 “The capitalist, too, keeps, as it were, an echo-office for labor: he insures against the
uncertainty of finding a vent for labor, which uncertainty would, but for him, prevent
the labor, in many cases, from being undertaken. The trouble of looking for a purchaser,
and of going to a market, is reduced, by his means, to a comparatively small compass."”
(“An Inguiry into those Principles respecting the Nature of Demand and the Necessity of
Consumption etc.”, London 1821, p. 102.)

427 “Where.the capital is in a great degree fixed, or where it is sunk on land ... the trader is
obliged to continue to employ, much more nearly (than if there had been less fixed
capital) the same amount of circulating capital as he did before, in order not to cease do
derive any profits from the part that is fixed.” (l.c. p. 73.)

427 “Of the state of manners to which the dependence of the workmen on the revenues of
their customers has given birth in China, you would, perhaps, get the most striking pic-
ture, in the Chinese Exhibition, so long kept open by its American proprietor in London.
It isthronged with figures of artizans with their small packs of tools, plying for customers,
and idle when none appear — painting vividly to the eye the necessary absence, in their
case, of that continwity of labor which is one of the three great elements of its productive-
ness, and indicating sufficiently, to any well-informed observer, the absence also of
fixed capital andmachinery,hardly less important elements of the fruitfulness of industry.”
(Jones ['"Text-book of lectures...”, Hertford 1852], p.73).

427 “In India, where the admixture of Europeans has not changed the scene, a like spectacle
may be seen in the towns. The artizans in rural districts are, however, provided for there
in a peculiar manner... Such handicraftsmen and other non-agriculturists as were actually
necessary in a village were maintained by an assignment of a portion of the joint revenues
of the villagers, and throughout the country bands of hereditary workmen existed on this
fund, whose industry supplied the simple wants and tastes which the cultivators did not
provide for by their own hands. The position and rights of the ruralartizanssoon became,
like all rights in the East, hereditary. The band found its customers in the other villagers.
The villagers were stationary and abiding and so were their handicraftsmen...

The artizans of the towns were and are in a very different position. They received their
wages from what was substantially the same fund - the surplus revenue from land - but
modified in its mode of distribution and its distributors, so as to destroy their sedentary
permanence, and produce frequent and usually disastrous migrations ... such arlizans are
not confined to any location by dependence on masses of fixed capital. (Z.B. wie in Europa
cotton und andre manufactories fixed in districts wo water-power, or abundant stream-
producingfuel, und considerable masses of wealth, converted into buildings and machinery
etc.) ... The case different when the sole ||I 148| dependence of the laborers is on the direct
receipt of part of the revenues of the persons who consume the commodities the artizans
produce... They are not confined to the neighbourhood of any fixed capital. Iftheir customers

428

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change their location for long - nay, sometimes for very short - periods, the non-agri-
cultural laborers must follow them, or starve.”” (Jones, l.c. p.73, 74.)

“The greater part dieses fund für die handicraftsmen distributed in Asia by the State
and its officers. The capital (Hauptstadt) was necessarily, the principal centre of distri-
bution.” (p.75.)

“From Samarcand, southwards to Beejapoor and Seringapatam, we can trace the ruins
of vanishing capitals, of which the population left them suddenly (nicht decay wie in and-
ren Ländern), as soon as new centres of distribution of royal revenues, i.e. of the whole ofthe
surplus produce? of the soil, were established.” (l.c. p.76.)

“But the effect of the change of paymasters on the continuity of labor is by no means yet
exhausted. The difereni tasks of industrymay now befurther divided....” Ifhe(thecapitalist)
“employ more than one man, he can divide the task between them; he can keep each
individual steadily at work the portion of the common task which he performs the best...
if the capitalist be rich, and keep a sufficient number of workmen, then the task may be
subdivided as far as it is capable of subdivision. The continuity of labor is then com-
plete... Capital, by assuming the function of advancing the wages of labor, has now,
by successive steps, perfected its continuity. It, at the same time, increases the knowledge
and skill by which such labor is applied to produce any given effect.

The class of capitalists are from the first partially, and they become ultimately
completely, discharged from the necessity of manual labor. Their interest is that Ihe produc-
live powers of the laborers they employ should be the greatest possible. On promoting that
power their attention is fixed, and almost exclusively fixed. More thought is brought to
bear on the best means of effecting allthe purposes of human industry; knowledge extends,
multiplies its fields of action, and assists industry in almost every branch...

But further still, as to mechanical power. Capitalemployed not tö pay, buttoassistlabor,
we will call auxiliary capital.” {...} “The national mass of auxiliary capital may, certain
conditions being fulfilled, increase indefinitely: the number of laborers remaining the same. At
every step of such increase [there is an increase] in the third element of the efficiency of
human labor, namely, its mechanical power... Auxiliary capital thus increase its mass rela-
tively to the population... What conditions, then, must be fulfilled that the mass of
auxiliary capitalemployedtoassistthem” {the capitalist’s workmen} “mayincrease? There
must concur 3 things: 1. the means of saving the additional capital; 2. the will to save it;
3. some invention by which it may be possible, through the use of such capital, that the
productive powers of labor may be increased; and increased to an extent which will
make it, in addition to the wealth it before produced, reproduce the additional auxiliary
capital used, as fast as it is destroyed, and also some profit on it...

When the full amount of auxiliary capital, that in the actual state of knowledge can
be used profitably, has already been supplied, ... an increased range of knowledge can alone
point outthe means ofemploying more. Further, suchemploymentisonlypracticableifthe .
means discovered increase the power of labor sufficiently to reproduce the additional capital
in the time it wastes away. If this be not the case, the capitalist must lose his wealth....
But the increased efficiency of the laborers must, besides this, produce some profit, or he
would have no motive for employing his capital in production at all... Allthe while, that
by employing fresh masses of auxiliary capital these two objects can be effected, there is no

1 Bei Jones: revenues

definite and final limit to the progressive employment of such fresh masses of capital.
They may go on increasing co-extensively with the increase of knowledge. But knowledge
is never stationary; and, as it extends itself from hour to hour in all directions, from hour
to hour some new implement, some new machine, some new motive force may present
itself, which will enable the community profitably to add something to the mass of aux-
iliary capital by which it assists its industry, and so increase the difference between the
productiveness of its labor and that of poorer and less skilful nations.” (l.c. [p.38-41].)

430 ... "that the productive powers of labor are increased to such an extent as to make it, in
addition to the wealth it before produced, reproduce the additional auxiliary capital used,
as fast it is destroyed oder to reproduce the additional capital in the time it wastes away.”

[p.40.]

435 «L’étonnante rapidité avec laquelle une grande factorie de coton, comprenant la filature
et le tissage, peut être établie dans le Lancashire, résulte des immenses collections de
modeles de tout genre, depuis les énormes machines A vapeur, les roues hydrauliques, les
poutres et les solives en fonte, jusqu’au plus petit membre d’un metier continu ou metier
A ttisser, dont les ingenieurs, les constructeurs-et les mécaniciens ont un vaste assortiment.
Dans le courant de l’année dernitre M.Fairbairn fit des équipages de roues hydrauliques
Équivalant A la force de 700 chevaux, et des machines à vapeur de la force de 400 chevaux,
dans un seul de ses ateliers mécaniques, indépendant de ses grands ateliers de construc-
tion de machines et de chaudières à vapeur. Chaque fois qu’il s’offre des capitaux pour
de nouvelles entreprises, les moyens de les faire fructifier s’exécutent avec tant de rapidite,
que l’on peut réaliser un profit qui en double la valeur avant qu’une faciorie du même
genre puisse être mise en activité en France, en Belgique ou en Allemagne.r («Philosophie
des manufactures etc.» par A. Ure, t. 1, Paris 1836, p.61, 62).

435 «Les facilites qui resultent de l’emploi des outils automatiques n’ont pas seulement
perfectionne la precision, et accelere la construction du mecanisme d’une fabrique, elles ont
aussi diminue le prix et augmentéla mobilite dans une proportion remarguable. Maintenant
on peut se procurer un métier continu supérieurement fait, à raison de 9sh. 6d. par
fuseau, et un mull-jenny automatique renvideur A environ 8 sh. par fuseau, y compris
les droits de patente pour ce dernier. Les broches dans les factories de coton se meuvent
avec si peu de froitement, que la force d'un seul cheval en chasse 500 sur les metier, enfin
300 sur les mull-jenny renvideur automatique, et 180 sur le metier continu; cette force
comprend toutes les machines préparatoires telles que les cardes, les bancs à broches, etc.
Une force de 3 chevaux suffit pour chasser 30 grands metiers A tisser avec leur metier ä
parer.» (l.c. p.62, 63.)

436 “Over by far the greater part of the globe, the great majority of the laboring classes do
not even receive their wages from capitalists; they either produce them themselves, or
receive them from the revenue of their customers. The great primary step has not been
taken which secures the continuity of their labor; they are aided by such knowledge only,
and such an amount of mechanical power as may be found in the possession of persons
laboring with their own hands for their subsistence, The skill and science of more advanced
countries, the giant motive forces, the accumulated tools and machines which those forces
may set in motion, are absent from the tasks of the industry which is carried on by such
agents alone.” ([Jones, “Text-book of lectures...””, Hertford 1852] p. 43.)

436 “Take agriculture... A knowledge of good farming is spread thinly, and with wide
intervals, over the country. A very small part of the agricultural populations is aided by

all the capital which ... might be available in this branch ofthe national industry ... the
working in these” [great manufactories} “is the occupation of only a small portion of our
non-agricultural laborers. In country workshops, in the case of all handicraftsmen and
mechanics who carry on their separate task with little combination, there the division of
labor is incomplete, and its continuity consequently imperfect... Abandon the great
towns, observe the broad surface of the country, and you will see what a large portion
of the national industry is lagging at a long distance from perfection, in either continuity,
skill, or power.” (l.c. p.44.)

436 ... “the power of moving capital. and labor from one occupation to another... the mobility
af capital. and labor, and in countries where agricultural capital and labor have no such
mobility ... we cannot expect to observe any of the results which we see to arise here
from that mobility exclusively.'” (l.c. p.59.)

437 In Asia etc. “the body of the population consists of laboring peasants; systems of culti-
vation ||153| imperfectly developed, afford long intervals of leisure. As the peasant produces
his own food..., he also produces most of the other primary necessities which he consumes -
his dress, his implements, his furniture, even his buildings: for there is in his class little
division of occupations. The fashions and habits of such a people do not change; they are
handed down from parents to children; there is nothing to alter or disturb them.” (p.97.)

437 “Where a steam-engine is employed on a farm, it forms part of a system which employs
most labourers in agriculture, and in all cases with a reduction of horses.” (“On the
Forces used in Agriculture.’ Paper read by Mr. John C.Morton, at the Society of Arts,
[December 7, 1859].)

437 “The difference of time required to complete the products of agriculture, and of other
species of labour, is the main cause of the great dependence of the agriculturists. They
cannot bring their commodities to market in less time than a year. For that whole period
they are obliged. to borrow from the shoemaker, the tailor, the smith, the wheelwright,
and the various other labourers, whose products they want, and which are completed in
a few days or weeks. Owing to this natural circumstance, and owing to the more rapid
increase of the wealth produced by other labour than that of agriculture, the monopo-
lizers of all the land, although they have also monopolized the legislation, are unable to
save themselves and their servants, the farmers, from becoming the most dependent class
of men in the community.” (Hodgskin, “Pop. Polit. Econ.”, p.147, note.)

439 “ The power of a nation to accumulate capital from profits does not vary with the rate of
profit ... on the contrary, the power to accumulate capital from profits, ordinarily varies
inversely as the rate of profit, that is, it is great where the rate of profit is low, and small
where the rate of profit is high. ([Jones, “Text-book of lectures....””, Hertford 1852] p. 21.)

439 “Though that part of the revenue of the inhabitants which is derived from the profits
of stock is always much greater in rich, than in poor, countries, it is because the stock is

much greater; in proportion to the stock, the profits are generally much less.’ (A.Smith,
“W.o.N.”, B.II, ch. III [p. 102].)

439 “In England and Holland, the rate of profit is lower than in any other parts of Europe.
(Jones, “Text-book of lectures...”, Hertford 1852] p.21.)

439 "During the period in which her” (Englands) “wealth and capital have been increasing
the most rapidly, the rate of profits has been gradually declining.'’ (p.21, 22.)

439 “The relative masses of the profits produced ... depend not alone on the rate of profit ... but
on the rate of profit taken in combination with the relative quantities of capital employed."
(p.22.)

439 “The increasing quantity of capital of the richer nation... is also usually accompanied by
a decrease in the rate of profits, or a decrease in the proportion, which the annual re-
venue derived from the capital employed, bears to its gross amount.” (].c.)

439 “Jf it be said that all other things being equal, the rate of profit will determine the power of
accumulating from profit, the answer is, that the case, if practically possible, is too rare to
deserve consideration. We know, from observation, that a declining rate of profit is the
usual accompaniment of increasing differences in the mass of capital employed by different
nations, and that, therefore, while the rate of profits in the richer nations declines, all
[other] things are not equal. If it be asserted that the decline of profits may be great enough
to make it impossible to accumulate from profits at all, the answer is, that it would be
foolish to argue on the assumption of such a decline, because long before the rate of
profits had reached! such a point, capital would go abroad to realize greater profits
elsewhere, and that the power of exporting will always establish some limit below profits
will never fall in any one country, while there are others in which the [rate of] profit is
greater.” (p.22, 23.)

440 „Außer den primary sources of accumulation ... derivative ones. Wie z.B. die owner of
national debt, Beamten etc.“ (p.23.)

44] “1. Differences of temperament and disposition in the people;

2. Differences in the proportions in which the national revenues are divided among
the different classes of the population;

3. Different degrees of security for the safe enjoyment of the capital saved;

4. Different degrees of facility in investing profitably, as well as safely, successive
savings;

5. Differences in the opportunities offered to the different ranks of the population
to better their position by means of savings.” (p.24.)

442 “When land has been appropriated and cultivated, such land yield, in almost every case,
to the labor employed on it, more than is necessary to continue the kind of cultivation
already bestowed upon it. Whatever it produces beyond this, we will call its
surplus produce. Now this surplus produce is the source of primitive rents, and limits the
extent of such revenues, as can be continuously derived from the land by its owners, as
distinct from its occupiers.” (p.19.)

## Beilagen

498 “Interest - remuneration for the productive employments of savings; profit properly so
called is the remuneration for the agency for superintendence during this productive
employment.'” (“Westminster Review”, Januar 1826, p.107 sq.)

514... sest la faculté de vendre toujours de nouyeau le même objet et d’en recevoir toujours
de nouveau le prix, sans jamais céder la propriete de ce qu’on vend.? («Gratuite du credit.

Discussion entre M.Fr.Bastiat et M.Proudhonv, Paris 1850, p.9.)

! In der Handschrift: used

515 «En effet, le chapelier qui vend les chapeauzx ... erhält dafür la valeur, ni plus ni moins.
Mais le capitaliste prêteur ... rentre nicht nur integralement dans son capital; il recoit
plus que le capital, plus que ce qu'il apporte à l’échange; il regoit en sus du capital un
intérêt.» (p.69.)

515 «Il est impossible que, !’intérêt du capital s’ajoutant, dans le commerce au salaire de
l’ouvrier pourcomposer le prix de lamarchandise, l’ouyrier puisseracheter ce qu’il a luumême
produit. Vivre en travaillant est un principe qui, sous le regime de l’intérêt, implique
contradiction.? (p. 105.)

515 «Comme, par l’accumulation des intérêts, le capital-argent, d’Echange en échange, revient
toujours à sa source, il s’ensuit que le relocation, toujours faite par la même main, profite
toujours au même personnage.? (l.c. p.154.)

515 «Puisque la valeur n'est autre chose qu’une proportion, et que tous les produits sont
nécessairement proportionnels entre eux, il s’ensuit qu’au point de vue social, les produits
sont toujours valeurs et valeurs faites: la difference, pour la societ6, entre capital et pro-
duit, n’existe pas. Cette difference est toute subjective aux individus.» (p.250.)

516 «Tout travail doit laisser un excedant.» (p.200.)

525 “The great premium attached to the possession of gold and silver, by the power it gives

of selecting advantageous moments or purchasing, gradually gave rise to the trade of

The Banker ... Differs from the old usurer, that he lends to the rich and seldom or never to

the poor. Hence he lends with less risk, and can afford to do it on cheaper terms, and for

both reasons, he avoids the popular odium which attented the usurer.” (F. W. Newman,
“Lectures on Pol. Econ.”, London 1851, p.44.)

526 “The introduction of money which buys allthings und daher der favour für den Kreditor
der money leiht dem Landbesitzer, brings in the necessity of legal alienation für den
Vorschuß.’” (John Dalrymple, “ An essay toward a general history of Feud. Prop. in Great
Brit.”, 4.edition, London 1759, p. 124.)

. 527 ... tavait fixé l’intérêt de l’argent à 1% par an.?(...) «Ces lois promptement violees. Duilius
(398 a.U.C). réduit, de nouveau l’intérêt de l’argent à 1%, unciario fenore. Réduit à
1/3% en 408; en 413, le prêt à l’intérêt fut absolument defendu par un plebiscite durch
den le tribun Genucius provoque. It n’est pas étonnant que, dans une république
où l'industrie, où le commerce en gros et en detail étaient interdits aux citoyens, on
defendit aussi le commerce de l’argent.» (Dureau de la Malle, !fEconomie politique des
Romains»], t. IL, p.259-261.) «Cet état dura 300 ans, jusqu’A la prise de Carthage. 12%
nun. 6% le taux commun de l’intérêt annuel.» (l.c, p.261.) «Justinianus fixe l’intérêt à
4 pour % Usura quincunx beim Trajan ist der interet legal von 5 pour %. 12 pour %
était l’intérêt commercial en Egypte, 146 ans avant J.-C.> (p.262, 263.)

527 „Daß ein Mann, der Geld borgt mit der Absicht, Profit davon zu machen, einen Teil
des Profits dem Verleiher geben soll, is a self-evident principle of natural justice. Ein
Mann macht Profit gewöhnlich mittelst des traffick. Aber im Mittelalter die Bevölkerung
rein agrikol. Und da, wie unter dem feudal government, kann nur wenig traffick und
daher wenig profit sein. Daher die Wuchergesetze im Mittelalter gerechtfertigt. Außer-

dem: in an agricultural country a person seldom wants to borrow money except he be

1 Bei Dureau de la Malle: reduisit

reduced to poverty or distress by misfortune.“ (J. W.Gilbart, “The History and Principles
of Banking”, London 1834, p.163.)

528 „Um zu wissen, ob ein Land arm oder reich ist, hat man nur zu fragen: Quel y est le
prix de l’intérêt de l’argent?“ (Josias Child, «Traités sur le commerce..., Amsterdam et
Berlin 1754, p.74.) «Comme le champion de la troupe craimtive et tremblante des usu-
riers, il établit sa principale batterie vers le côté que j’ai avoué être le plus foiblee ... Il
nie positivement que le bas intérêt en (de la richesse) soit la cause et il assüre qu’il n’en
que l’effet.» (p.120.) ... „Die Zinsreduktion porte une nation à l’oeconomie.“ (p. 144.)
„Wenn der commerce es ist, der ein Land bereichert, und wenn die Herabsetzung des
Zinses den commerce vermehrt, so ist eine Reduktion des Zinses oder Restriction des
Wuchers ohne Zweifel une cause principale et productive des richesses d’une nation.
Es ist durchaus nicht absurd zu sagen, daß dieselbe Sache zu gleicher |ssop] Zeit
Ursache unter gewissen circonstances und Wirkung unter andern sein kann.“ (p.155.)
„L’oeuf est la cause de la poule, et la poule est la cause de l’oeuf. Die Zinsenreduktion
kann also eine Vermehrung des Reichtums und die Vermehrung des Reichtums eine
noch größere Zinsenreduktion verursachen. Die erstere läßt sich durch ein Gesetz tun.“
(p.156.) «Je suis l’avocat de l’industrie, et mon adversaire! plaide pour la paresse et
l’oisivete.» (p. 179.)

1 Bei Child: à sa réponse

Anmerkungen

X In diesem Kapitel untersucht Marx die Arbeiten, die Malthus nach dem Erscheinen des
Hauptwerkes von David Ricardo „On the principles of political economy, and taxation“
im Jahre 1817 geschrieben hatte. Ricardo hatte in seiner Arbeit die Arbeitswerttheorie
entwickelt und war für eine „möglichst ungezügelte Entfaltung der sozialen Produktiv-
kräfte, unbekümmert um das Schicksal der Träger der Produktion, seien sie Kapitalisten
oder Arbeiter“, eingetreten (S.46 des vorl. Bandes). Dem versuchte Malthus eine Theorie
gegenüberzustellen, die darauf gerichtet war, die Ausbeutung zu rechtfertigen wie über-
haupt die Interessen der reaktionärsten Schichten der herrschenden Klassen zu ver-
teidigen.

Von Malthus als dem Autor der „Bevölkerungstheorie“ wird in diesem Kapitel nur
beiläufig gesprochen. Eine allgemeine Charakteristik der Schrift von Malthus „An essay
on the principle of population“ gibt Marx im Kapitel „Bemerkungen über die Geschichte
der Entdeckung des sogenannten Ricardoschen Gesetzes“ (siehe 2. Teil dieses Bandes,
S.108-114).7

2 Der Verfasser dieser anonymen Schrift war, wie sich später herausstellte, John Cazenove.7

3 Eine Kritik der von Adam Smith vertretenen Ansicht vom Wert der Arbeit als dem Maß-
stab des Wertes und den Beweis dafür, daß diese Ansicht anderen, tieferen Anschauungen
von Smith über den Wert widerspricht, gibt Marx in den vorhergehenden Kapiteln seiner
Arbeit. Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.47/48 und 2. Teil, S.404-406. 8

4 Ricardo, „On the principles of political economy, and taxation.“ London, 1817. 8

5 Das Fehlen einer Analyse der Entstehung des Mehrwerts bei Ricardo und das für ihn un-
lösbare Problem des Austauschs der Arbeit gegen Kapital behandelt Marx im 2. Teil
dieses Bandes, S.397-402 und 406-409. 8

6 Den Terminus „Kostenpreis“ (oder „Kostpreis“, „cost price“) gebraucht Marx in ver-
schiedenem Sinne: 1. Im Sinne der Produktionskosten für den Kapitalisten (c+ v); 2. im
Sinne der „immanenten Produktionskosten“ der Ware (c+ v-+ m), die mit dem Wert der
Ware zusammenfallen und 3. im Sinne des Produktionspreises (c+ v+ Durchschnitts-
profit). Im vorliegenden Falle ist dieser Terminus im dritten Sinne zu verstehen, d.h. im
Sinne des Produktionspreises. Im 2. Teil der „Theorien über den Mehrwert“ gebraucht
Marx den Terminus „Kostenpreis“ im dritten Sinne, d.h. im Sinne des Produktions-
preises oder „Durchschnittspreises“. Marx identifiziert dort geradezu diese Termini.

Im 3.Teil der „Theorien über den Mehrwert“ gebraucht Marx den Terminus
„Kostenpreis“ sowohl im Sinne des Produktionspreises wie auch im Sinne der Produk-
tionskosten für den Kapitalisten (siehe z.B. vorl. Band, S.36-38, 363 und 457).

Dieser unterschiedliche Gebrauch des Terminus „Kostenpreis“ erklärt sich dadurch,
daß das Wort „Kosten“ in der Ökonomie in drei verschiedenen Bedeutungen gebraucht
wurde, wie dies Marx besonders im vorliegenden Teil der „Theorien über den Mehrwert“
hervorhebt (siehe S.74-79 und 502/503); 1. im Sinne von Vorschuß, gezahlt vom Kapi-
talisten; 2. im Sinne des Preises des vorgeschossenen Kapitals plus Durchschnittsprofit
und 3. im Sinne der realen (immanenten) Produktionskosten für die Ware selbst.

Außer diesen drei Bedeutungen, die man bei den bürgerlichen Klassikern der politi-
schen Ökonomie findet, gibt es noch eine vierte, vulgäre Bedeutung des Terminus
„Kostenpreis“. So sagt Jean-Baptiste Say in seiner Schrift „Traité d’economie politique*
(2e ed. T.III, Paris 1814, p.453), Kostenpreis sei das, was für die produktiven Dienste
der Arbeit, des Kapitals und des Bodens bezahlt wird. Diese vulgäre Auffassung vom
„Kostenpreis“ hat Marx entschieden zurückgewiesen (siehe, z.B., 2. Teil dieses Bandes,
S.142, 231 und 497). 8 36

? „Profit upon expropriation“ oder „Profit upon alienation“ sind Formulierungen von James
Steuart, die Marx im 1. Teil dieses Bandes, S.7-11, anführt und analysiert. 10

8 Malthus’ Schrift „An essay on the principle of population...“ war zuerst 1798 in London
anonym erschienen. Er behauptete darin, das Elend der werktätigen Massen habe seine
Ursache darin, daß die Potenz der Bevölkerung unendlich größer sei als die Potenz der
Erde, den Lebensunterhalt für die Menschheit zu erzeugen. Wenn sie nicht gehemmt
würde, vermehre sich die Bevölkerung in geometrischer Progression, der Lebensunterhalt
jedoch steigere sich nur in arithmetischer Progression. 16

% Über die Begriffe „Wert der Arbeit“ und „Quantum Arbeit“ in der Auffassung Ricardos
siehe 2, Teil dieses Bandes, S.397. 18

10 Cazenove formuliert diese Bestimmung des Werts auf Grund von Äußerungen von Mal-
thus und Adam Smith ; letzterem entlehnte Malthus die Bestimmung des Werts der Ware
durch die Quantität lebendiger Arbeit, die im Austausch für diese Ware gekauft wird. 25

11 Dieses Zitat von Malthus gibt fast wörtlich Smith’ Betrachtungen wieder, die Marx im
1. Teildieses.Bandes, S. 125, anführt: „...die Arbeiteines Manufakturarbeiters (fügt) in der
Regel dem Wert des von ihm verarbeiteten Materials noch den Wert seines eigenen Unter-
halts und. den Profit seines Herr hinzu. Dagegen fügt die Arbeit eines Dienstboten keinen
Wert hinzu... Ein Mann wird reich durch die Beschäftigung einer Vielzahl von Manu-
fakturisten; er wird arm durch den Unterhalt einer Vielzahl von Dienstboten.“ Marx, der
diesem Abschnitt die Überschrift mit den für Smith charakteristischen Termini „Theo-
rien über produktive und unproduktive Arbeit“ gab, spielt hierbei darauf an, daß Malthus
diese Ansicht Smith entlehnte. 29

12 Marx, „Zur Kritik der Politischen SREREONE: Erstes Heft“ (siehe Band 13 unserer Aus-
gabe, S.51/52). 34

18 Der Verfasser der anonymen Schrift „Observations on certain verbal disputes in politi-
cal economy...“ zitiert die 1820 in London erschienene erste Ausgabe des Buches von
Malthus „Principles of political economy...“, S.121. 34

14 In seinen utopischen Sozialreformplänen suchte Owen zu beweisen, daß es sowohl vom
Standpunkt der Wirtschaftlichkeit als auch der Häuslichkeitam zweckmäßigsten sei, wenn
eine Siedlung in Form eines Parallelogramms oder eines Quadrats angelegt wird. 49

35 Der Abschnitt „Die apologetische Darstellung des Verhältnisses von Kapital und Lohn-
arbeit“ blieb ungeschrieben. 54

16 Malthus, „An inquiry into the nature and progress of rent, and the principles by which it
is regulated“, London 1815. 55

17 Als Spencescher Plan wird der seit 1775 von Thomas Spence propagierte Plan zur Natio-
nalisierung von Grund und Boden bezeichnet. Das Privateigentum an Grund und Boden
sollte beseitigt und die Grundrente nach Abzug aller Steuern und gesellschaftlichen Aus-
gaben der Gemeinden, unter ihren Bewohnern gleichmäßig verteilt werden. 56

18 Auf die Betrachtung von James Mill über die „identy of demand and supply“ geht Marx
ein im 2. Teil dieses Bandes, S.493 und 504/505 sowie vorl. Band, S.53 und 96-100. 59

19 Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft“ (siehe Band 13 unserer Aus-
gabe, S.44/45). 69

20 Marx zitiert James Mill hier wahrscheinlich nach Samuel Baileys Buch „A critical disser-
tation on the nature, measures, and causes of value...“, London 1825, 5.202. 71

21 Marx zitiert James Mill nach Samuel Baileys Buch „A critical dissertation on the nature,
measures, and causes of value...“, London 1825, 5.217. 82

22 „Verbal.disputes“ (Streitigkeiten um Worte) - Anspielung auf die Streitschrift „Observa-
tions on certain verbal disputes in political economy ...“, London 1821. Eine ausführliche

Einschätzung dieser Schrift gibt Marx im 3. Abschnitt des vorl. Kapitels (S.106-113). 84

23 Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft“ (siehe Band 13 unserer Aus-
gabe, S.77-79). 84

24 Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft“ (siehe Band 13 unserer Aus-
gabe, S.153-155). 84

25 James Mill, „Elemens d’économie politique. Tradiut de l’anglais par J. T. Parisot“, Paris
1823, S.7, 13, 85, 237. 84

26 Malthus, „The Measure of value stated and illustrated...“, London 1823, S.17/18. 89

2? Nach der dem Buch von McCulloch „Discours sur l’origine, les progr2s, les objets parti-
culiers, etl’importance del’économie politique...“ (übersetztvon GmePrevost) beigegebe-
nen Liste der Druckfehlerberichtigungen soll diese Stelle so lauten: „...le fermier de ce
dernier acre ne pourroit point @luder son fermage...“ (...der Pächter dieses letzten Acres
könnte der Bezahlung der Rente nicht ausweichen...) 100

28 Marx meintjene Anmerkung von Say zum VII. Kapitel („Über den auswärtigen Handel“)
des von F.S.Constancio ins Französische übertragenen Buches von David Ricardo „On
the principles of political economy, and taxation“, in der Say das Beispiel anführt, daß
der von den Antillen eingeführte Zucker Frankreich billiger zu stehen kommt als der in
Frankreich produzierte Zucker. 101

2° John Stuart Mill, „Essays on some unsettled questions of political economy“, London
1844, S.2/3. 101

30 Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft“ (siehe Band 13 unserer Aus-
gabe, S.118-120). 110

9 Das Kapitel XIX des Buches von David Ricardo „On the principles of the political eco-
nomy, and taxation“ trägt die Überschrift „On sudden changes in the channels of trade*

(Über plötzliche Veränderungen der Handelswege), wobei hier unter Handel nicht nur
der Handel als solcher verstanden wird, sondern auch die produktive Tätigkeit in diesem

oder jenem-Land. (Vgl. 2. Teil dieses Bandes, S.497/498). 119

32 Marx meint eines seiner Hefte mit Auszügen aus Werken der politischen Ökonomie. Die
ersten 63 Seiten des Heftes VII enthalten den Schluß des ökonomischen Manuskripts von
1857-1858 (siehe Karl Marx, „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“, Berlin
1953, S.586-764). Ab Seite 63a (die Marx mit der Bemerkung versah: „begonnen am
28.Februar 1859“) enthält es Auszüge aus Arbeiten von Luther, Linguet, Galiani, Verri,
Paoletti, Malthus, Richard Jones und anderer Autoren. Auf der Seite 134 finden sich eine
Reihe Zitate aus der Schrift „An inquiry into those principles...“, in denen der anonyme
Autor kritisiert und Say lächerlich gemacht wird. 119

33 Marx verweist hier auf sein Exzerptheft XII, auf dessen Umschlag er geschrieben hatte:
„London, 1851, Juli“. Auf der Seite 13 dieses Heftes finden sich Auszüge von den
Seiten 97, 99, 103/104, 106-108 und 111 der anonymen Schrift „An inquiry into those
principles...“ 120

34 Auf der Seite 12 seines Exzerpthefts XII zitiert Marx eine kritische Bemerkung des Ver-
fassers der anonymen Schrift „An inquiry into those principles...“ (p.15) gegen die Dar-
stellung Says, wonach die Überproduktion in England ihre Ursache in der Unterproduktion
in Italien habe. (Vgl. 2. Teil dieses Bandes, S.532/533.) 120

85 Zuvor zitiert der Verfasser (S.110) folgendes aus Says Buch „Lettres a M.Malthus...“
Paris 1820, S.46: „...qu’on n’achète des produits qu’avec des produits“ (daß man nur
Waren mit Waren kauft). Auf eine ähnliche Formulierung von Say verweist er an einer
anderen Stelle, S.13: „...that produktion always opens a market for production...“ (daß
Produktion sich stets einen Markt für die Produktion öffnet). 120

38 Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft“ (siehe Band 13 unserer Aus-
gabe, S.21/22 und 34-45). 127

37 Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft“ (siehe Band 13 unserer Aus-
gabe, S.50-53). 131

88 Bailey, „A critical dissertation on the nature, measures, and causes of value“, London

1825, S.71-93. Siehe 2. Teil dieses Bandes, S.495 und vorl. Band, S.153 und 161/162. 149

89 Wenn an Stelle der willkürlich genommenen Ziffern „50 qrs. oder 60 oder 70 pro Mann“
die Ziffern genommen werden, die dem oben angeführten Beispiel von Baily (Manuskript-
seite 830, resp. die Seiten 150/151 des vorl. Bandes) entsprechen, dann erhalten wir
„12!/g oder 25 oder 37%/g qrs. pro Mann“. 155

40 Ricardo, „On the principles of political economy, and taxation“, 3. Ausg. London 1821,
S.13-15. 165

1 Bei der Numerierung der Manuskriptseiten ließ Marx die Ziffer 838 aus. 166

42 McCulloch, „The principles of political economy“, Edinburgh 1825, p.181/182. Marx
zitiert hier nach der anonymen Schrift von Cazenove „Outlines of political economy ...“,
London 1832, S.119/120. (Vgl. auch vorl. Band, S.62/63.) 168

@ Ricardo, „On the principles of political economy, and taxation“, 3.Ausg., London 1821,
S.1-12. 170

4 Anspielung auf die Worte eines Soldaten in Schillers Drama „Wallenstein“ (Erster Teil,
Sechster Auftritt): „Wie er räuspert und wie er spuckt, / Das habt ihr ihm glücklich ab-

geguckt! / Aber sein Genie, ich meine, sein Geist/ Sich nicht auf der Wachtparade weist.“
171

45 Ricardo zitiert hier aus Says „Traité d’économie politique“, 2.Ausg., Bd.1, Paris 1814,
S.LI/LII. 181

46 Roscher, „Die Grundlagen der Nationalökonomie“, 3.Aufl., Stuttgart, Augsburg 1858,
S.82 und 191. 182

47 Mordecai Mullion - eines der Pseudonyme des englischen Publizisten John Wilson. 186

48 „The Edinburgh Revue, or Critical Journal“ - eine literarische und politische Zeitung, die
von 1802 bis 1929 erschien. In den zwanziger und dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts
war sie ein Organ der Whigs, das dreimal im Monat herausgegeben wurde. Die meisten in
dieser Periode veröffentlichten Artikel über ökonomische Fragen waren von McCulloch

verfaßt worden. 186

49 „The Scotsman; or, Edinburgh Political and Literary Jorunal“ - liberale Zeitung, die seit
1817 erscheint. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war sie ein Organ der Whigs. Von
der Gründung der Zeitung an bis zum Jahre 1827 wurden in ihr Artikel von MeCulloch
über ökonomische Fragen veröffentlicht. Von 1818 bis 1820 war McCulloch Redakteur
dieser Zeitung. 186

50 Eine umfangreiche Abschweifung über John Stuart Mill ist in den Heften VII und VIII
(Seite 319-345) enthalten. Entsprechend dem Inhaltsverzeichnis von Heft XIV (siehe
1. Teil dieses Bandes, S.5) und eines Hinweises von Marx auf Manuskriptseite 319 wurde
dieser Abschnitt in den dritten Teil der „Theorien über den Mehrwert“ übernommen.

(Siehe vorl. Band, S.190-232.) 187

51 Marx beabsichtigte ursprünglich, die „Theorien über den Mehrwert“ als fünften, ab-
schließenden Teil des Abschnittes „Der Produktionsprozeß des Kapitals“ zu schreiben,
der unmittelbar den Teilen „Der absolute Mehrwert“, „Der relative Mehrwert“ und
„Die Kombination der beiden“ folgen sollte (siehe 1. Teil dieses Bandes, S. VI). Im Ver-

"lauf seiner Arbeit hielt er es jedoch für notwendig, zwischen diesen Teilen und den „Theo-
rien über den Mehrwert“ noch die Teile „Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital“
und „Resultat des Produktionsprozesses“ einzuschieben (siehe 1. Teil dieses Bandes,
5.389). Dies erklärt Marx’ Hinweis auf den Abschnitt „Verwandlung des Mehrweris in
Kapital“, der noch nicht geschrieben war. Im 22. Kapitel des ersten Bandes des „Kapitals“
„Verwandlung von Mehrwert in Kapital“ zitiert Marx auch Wakefield (siehe Band 23
unserer Ausgabe, S.608, Note 22). 187

52 Unter Mehrprodukt versteht Wakefield den Teil des Produkts, der über das hinausgeht,
was das Kapital mit dem gewöhnlichen Profit ersetzt. (Siehe Wakefield in seinen Kommen-
taren zum zweiten Band des von ihm-1835 herausgegebenen Werkes von Adam Smith
„An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations“, S.215 und 217.) 188

58 T)jeser Abschnitt über John Stuart Mill wurde entsprechend dem Inhaltsverzeichnis von
Heft XIV (siehe 1. Teil dieses Bandes, S.5) und einesHinweises von Marx auf Manuskript-
seite 319 in das Kapitel „Auflösung der Ricardoschen Schule“ aufgenommen. Auf
Seite 319 seines Manuskripts schreibt Marx: „Bevor wir auf Garnier eingehn, einiges, hier
episodisch eingelegt, über den oben zitierten Mill junior. Das hier zu Sagende gehört
eigentlich später in diesen Abschnitt, wo von der Ricardoschen Theorie vom Mehrwert
zu sprechen; also nicht hierhin, wo wir noch bei A.Smith.“ 190

54 John Stuart Mill, „Essays on some unsettled questions of political economy“, London

1844. 190

55 John Stuart Mill, „Principles of political economy with some of their applications to
social philosophy“. In 2 Bänden, London 1848. 190

56 Diese Unterscheidung formulierte Marz im Manuskript 1861-1863, im Abschnitt „Ver-
wandlung von Geld in Kapital“ (Heft II, S.88): „Dies liegt darin: daß Produktionskosten
für den Kapitalisten nur die Summe der von ihm vorgeschoßnen Werte; also der Wert
des Produkts gleich dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals. Anderseits die wirklichen
Produktionskosten des Produkts gleich der Summe der in ihm enthaltnen Arbeitszeit aber
größer als die Summe der vom Kapitalisten vorgeschoßnen oder bezahlten Arbeitszeit,
und dieser Mehrwert des Produkts über den vom Kapitalisten bezahlten oder vorgeschoßnen
Wert desselben bildet eben den Mehrwert...“ ;

Auf diese Frage kommt Marx in Heft XIV, S.787-790 zurück (siehe vorl. Band,
S.73-80 und S.502/503). 193

57 John Stuart Mill, „A system of logic, ratiocinative and inductive, being a connected view
“of the principles of evidence, and the methods of scientific investignation“. In 2 Bänden,

London 1843. 195

58 Die Frage der scheinbaren Variation in der Profitrate bei der Verbindung der Produktion
des konstanten Kapitals mit der Verarbeitung desselben in der Hand eines Kapitalisten
behandelt Marx auch im gleichen Heft VIII, Seite 368 (siehe 1. Teil dieses Bandes,
S.191) sowie im Heft X, Seiten 461-464 (siehe 2. Teil dieses Bandes, S.43-49). 214

59 Marx versteht hier unter „III. Kapitel“ den dritten Teil seiner Untersuchung über „Das
Kapital im allgemeinen“, der später den dritten Band des „Kapitals“ bildete. Vgl. hierzu
auch Anmerkung 12 im 1. Teil dieses Bandes, S.457. 224

60 Marx formuliert hier die Grundgedanken seiner Lehre von der Bildung der allgemeinen
Profitrate und der Verwandlung der Warenwerte in Produktionspreise. Den Terminus
Durchschnittspreis in der Bedeutung von Produktionspreis verwendet Marx erstmalig im
1. Teil dieses Bandes, S.67. Ausführlichere Untersuchungen über den Durchschnitts-
profit und die Produktionspreise befinden sich im 8. und 10.Kapitel (siehe 2. Teil dieses
Bandes, S.17-24, 58-65 und 170-214). 230

61 Es handelt sich um die letzten 13 Seiten des Heftes VII und die ersten 14 Seiten des
Heftes VIII von Marx durchgehend mit 319-345 numeriert (siehe vorl. Band, S. 190-232).
232

62 „This incredible cobbler“ („dieser unglaubliche Schuhflicker“) - so wurde McCulloch
genannt von John Wilson in seiner unter dem Pseudonym Mordecai Mullion erschienenen
Schrift „Some illustrations of Mr. MeCulloch'’s principles of political economy“ (Edin-
burgh 1826). Siehe auch vorl. Band, S.185/186. 234 263

63 Den Abschnitt „Revenue and its sources“ hatte Marx, wie aus seinem Planentwurf vom
Januar 1863 hervorgeht, für den dritten Teil des „Kapitals“ vorgesehen (siehe 1. Teildieses
Bandes, S.378). Auf dem Umschlag des im Oktober 1862 geschriebenen Manuskript-
heftes XIV figuriert dieser Abschnitt als „Episode“, die sich an das letzte Kapitel der
„Theorien“ anschließt (siehe I. Teil dieses Bandes, S.5). In dem im Oktober und Novem-
ber 1862 geschriebenen Heft XV ist ein großer Abschnitt über das Problem der Revenue

und ihrer Quellen im Zusammenhang mit der Kritik der Vulgärökonomie enthalten, aber

über die „Pricesche Phantasie“ wird dort nichts gesagt. Eine kritische Analyse dieser
Phantasie gibt Marx im vierundzwanzigsten Kapitel des dritten Bandes des „Kapitals“. 236

64 Cairnes, „Ihe slave power: its charakter, career and probable designs: being an attempt
to eplain the real issues involed in the American contest“, London 1862. 239

65 Marx spielt auf die von Say in seiner Schrift „Lettres a M.Malthus“, Paris 1820, S.15
angestellten Betrachtungen an, daß die Ursache z.B. für die Überfüllung des italienischen
Marktes mitenglischen Waren in der ungenügenden Produktion jener italienischen Waren
zu suchen ist, die gegen englische Waren ausgetauscht werden könnten. Diese Betrach-
tungen werden in der anonymen Broschüre „An inguiry into those principles...“, London
1821, p.15 zitiert und wurden von Marx in sein Exzerptheft XII aufgenommen (S.12).
Vgl. hierzu 1. Teil dieses Bandes, S.205, 2. Teil dieses Bandes, S.532/533 und vorl. Band,
S.120. 248

66 Unter industry of consumption versteht Ravenstone die Produktion von Luxusgegenständen
und die Ausübung jeglicher Art von Diensten für die Besitzer von Kapital oder Eigentum.
257

#7 Hopkins, „On rent of land, and its influence on subsistence and population“, London
1828, S.126. 260

68 Von dieser Stelle des Manuskriptes an bis zur Manuskriptseite 870b unterbricht Marz die
laufende Numerierung: nach der Seite 864 geht der Text über auf die Seite 867, dann
folgen die Seiten 868, 869, 870, 870 a, weiter die Seiten 865 und 866 und endlich die
Seiten 870b, 871, 872 usw. Auf die Übergänge von der einen zur anderen anschließenden
Seite wird von Marx selbst hingewiesen. 262

69 Marx verweist auf den zu dieser Zeit (Oktober 1862) noch nicht geschriebenen Abschnitt
über die ursprüngliche Akkumulation, der nach seinem Plan (siehe 1. Teil dieses Bandes,
S.389) den „Theorien über den Mehrwert“ vorangehen sollte. Vgl. auch: Karl Marx,
„Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“, Berlin 1953, S.363-374. 267

70 Corbet, „An inquiry into the causes and modes of the wealth of individuals; or the prin-
ciples of trade and speculation explained“, London 1841, S.115-117. 281

71 Lalor, „Money and morals: a book for the times.“ London 1852, S.43/44. (Siehe auch
Band 24 unserer Ausgabe, 5.141.) 283

72 „The Economist" - Wochenblatt für Wirtschaftsfragen und Politik; Blatt der industriellen
Großbourgeoisie, das seit 1843 in London erscheint. 283

% Sismondi, „Etudes sur l’économie politique“, Bd.1, Brüssel 1837, S.49#. 283

% Laing, „National distress; its causes and remedies.“ London 1844, S.149-154. (Siehe
auch Band 23 unserer Ausgabe, S.687, Note 115.) 287

% Marx, „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“ (siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.21 bis
24, 34/35 und 130/131). 290

76 Diese Zusammenstellung von Worten der verschiedenen indoeuropäischen Sprachen ent-
nahm Marx „einem belgischen Etymologen“, wie er Engels im Brief vom 16. Juni 1864
mitteilte. (Siehe Band 30 unserer Ausgabe, S.414.) Dieser belgische Etymologe war
Honore-Joseph Chavee, der Verfasser des Buches „Essay d’etymologie philosophique...“
(Bruxelles 1844). Die Verweisung auf das französische Wort „valeur“ und auf das eng-
lische Wort „value“, die in das zweite Zitat aus dem Buch von Chavee eingefügt sind,
wurde von Marx hinzugefügt. 291

77 Diese Überschrift wurde dem Marxschen Inhaltsverzeichnis des Manuskripts „Theorien
über den Mehrwert“ entnommen. (Vgl. 1. Teil dieses Bandes, S.5.)
Auf der Seite 879 des Manuskripts von 1861-1863 (Heft XV) schreibt Marx vor dem
nachfolgenden Zitat: Compound interest. 292

% Der unmittelbar nach dieser Stelle folgende Satz in der Broschüre Hodgskins erläutert,
was dieser unter „A sort of balance is struck* (Eine Art Ausgleichung wird vorgenommen)
versteht: „The capitalists permit the labourers to have the means of subsistence, because
they cannot do without Jabour, contenting themselves very generously with taking every
particle of produce not necessary to this purpose“ (Die Kapitalisten gestehen den Arbei-
tern die notwendigen Unterhaltsmittel zu, weil sie ohne die Arbeit derselben nicht aus-
kommen können; und sie begnügen sich in sehr edelmütiger Weise damit, jedes Partikel-
chen des Produkts an sich zu reißen, das nicht notwendig ist für diesen Zweck), das heißt
für die Sicherung des physischen Minimums des Arbeitslohnes. 293

?® Chalmers, „On political economy in connexion with the moral state and moral prospects
of society“, 2.Ausg., Glasgow 1832, S.88/89. (Siehe auch Band 25 unserer Ausgabe,
5.256.) 305

80 In der Handschrift von Marx hat dieser Satz folgenden Wortlaut: Das Steigen und Fallen
der Profitrate, soweit es bedingt durch Steigen oder Fallen des Arbeitslohns, infolge des
Verhältnisses von Nachfrage und Zufuhr, oder infolge des temporären, infolge dieses
Wechsels der Nachfrage und Zufuhr, und des davon bedingten Steigen oder Fallen des
Arbeitslohns, temporären Steigen oder Fallens im Preis der necessaries, verglichen mit
den luxuries, hat mit dem allgemeinen Gesetz des Steigens oder Fallens der Profitrate so
wenig zu tun als das Steigen oder Fallen der Marktpreise der Waren überhaupt mit ihrer
Bestimmung des Werts. 306

81 Marx meint sein 1851 geschriebenes Exzerptheft IX. Auf der Seite 47 dieses Heftes wer-
den aus Hodgskins Buch „Popular political economy“ von den Seiten 252-256 Auszüge
wiedergegeben. 312

"82 Diese Überschrift wurde dem Marxschen Inhaltsverzeichnis des Manuskripts von 1861
bis 1863 entnommen. (Vgl. 1. Teil dieses Bandes, S.5.) Auf Grund dieses Inhaltsverzeich-
nisses erfolgte auch die Einordnung des Abschnitts über Bray, der unvollendet blieb.
Marx beschränkte sich darauf, die wichtigsten Aussprüche Brays als „Gegensatz gegen die
Ökonomen“ zusammenzustellen. Eine kritische Analyse der utopischen Lehre Brays über
die „Gleichheit im Austausch“ als Mittel zur Beseitigung der sozialen und politischen Un-
gerechtigkeit, deren Opfer die Arbeiterklasse ist, gab Marx bereits 1847 im „Elend der
Philosophie“ (siehe Band 4 unserer Ausgabe, S.98-105). Über Brays Ansichten zum
Wesen und zur Rolle des Geldes siehe das von Marx 1847 geschriebene Manuskript

. „Arbeitslohn“ (Band 6 unserer Ausgabe, S.540) und das Manuskript von 1857/1858
(Karl Marx, „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“, Berlin 1953, S.55, 690
und 754). 313 ;

83 Marx meint die von einem derersten englischen Statistiker, Gregory King, in seinem 1696
erschienenen Buch „Natural and political observations and conclusions upon the state and
the condition of England“ aufgestellte Liste, betitelt „Schema of the income and expense
of the several families of England, calculated for the year 1688“, die Charles D’Avenant
seinem Buch „An essay upon the probable methods of making a people gainers in the
balance of trade“ (London 1699) beigefügt hat. (Vgl. hierzu 1. Teildieses Bandes, S.148.)
319

84 Marx versteht hier unter dem Terminus „Average price“ („Durchschnittspreis“) das
gleiche, was er unter dem Terminus „Produktionspreis“ versteht, d.h. die Produktions-
kosten (c-+ v) nebst Durchschnittsprofit. Das Verhältnis zwischen dem Preis der Waren
und ihrem „Durchschnittspreis“ untersucht Marx im 2.Teil der „Theorien über den
Mehrwert“ im achten und zehnten Kapitel. Der Terminus „Durchschnittspreis“ selbst
weistdarauf hin, daß hier gemeint ist „der Durchschnittsmarktpreis während einer längeren
Periode oder ... das Zentrum, um welches der ee gravitiert“ (siehe 2. Teil dieses
Bandes, S.315/316). 325

85 Entsprechend ausdrücklichen Hinweisen von Marx in seinem Manuskript (Manuskript-
seite 1089: „Sieh folgende Seiten unten“. Manuskriptseite 1090: „Zu Seite 1089“) wurden
die nachfolgenden Umstellungen innerhalb der Manuskriptseiten 1089, 1090 und 1091

vorgenommen. 325

86 Marx meint den Abschnitt „Kapital und Profit“, den er im Heft XVI des Manuskripts
von 1861-1863 begonnen hat. Die „Verwandlung der Werte in Produktionspreise“ wollte
Marx im zweiten Kapitel des Abschnitts „Kapital und Profit“ behandeln, wie ein Plan-
entwurf zeigt (vgl. 1. Teil dieses Bandes, S.390/391). Der Abschnitt „Kapital und Profit“
wuchs später zum Manuskript des dritten Bandes des „Kapitals“ an. - Über die von
Ricardo formulierten „Ausnahmen“ von der Bestimmung des Wertes durch die Arbeits- „
zeit siehe 2. Teil dieses Bandes, S.170-200. 326

87 Wenn in der ursprünglichen Berechnung angenommen wurde, daß im zweiten Fall die
Produktionskosten für die Arbeitsinstrumente und für die Arbeitskraft bereits nach dem
zweimal geringeren Wert des einen Quarters Getreide, der sich durch die Verdoppelung
der Ernte herausgebildet hatte, berechnet werden, so wendet Marx jetzt seine Aufmerk-
samkeit dem Umstand zu, daß diese Senkung des Wertes eines Quarters Getreide nur im
Herbst des zweiten Jahres erfolgt und der Wert des Quarters bis zum Herbst zweimal
höher war. Wenn also in der ursprünglichen Berechnung die Produktionskosten im zwei-
ten Fall durch die Summe 20c-+ 40c-+ 40v = 100 qrs. ausgedrückt wurde, so zeigt sich
jetzt, daß sie sich durch dieselbe Summe ausdrücken wie im ersten Fall, das heißt durch
die Summe 20c+-20c-+ 20v =60 qrs. Da die Ernte im zweiten Fall gleich 200 grs. war,
bleiben für den Profit 140 qrs. 334

88 Dije Textumstellung erfolgt aus Gründen des inhaltlichen Zusammenhanges. - Marx ver-
" weisthhier auf die von Roscher in seinem Buch „Die Grundlagen der Nationalökonomie...“,
Stuttgart und Augsburg 1858, S.385 vertretene Ansicht über die Teilung des Profits in
Unternehmergewinn und Zins; Roscher bezieht sich dabei auf die Schrift von Nassau
William Senior „An outline ofthe science of political economy“, London 1836. Marx meint
mit seinem Hinweis, daß die Spaltung des Profits in „Unternehmungsprofit“ und in
„Nettoprofit vom Kapital“ bereits 1821 und 1822 bekannt war; er hat dabei wahrschein-
lich zwei Schriften aus diesen Jahren im Auge, nämlich die anonyme Broschüre „An
inquiry into those principles...“, London 1821, S.52/53 und das Buch von Hopkins
„Economical enquiries relative to the laws which regulate rent, profit, wages, and the

value of money“, London 1822, S.43/44. 345

89 Storch, „Cours d’économie politique, ou exposition des principes qui determinent la

prospérité des nations.“ T.I, 1.III, chap. XII, Paris 1823. 347

90 {jber die kooperativen Fabriken in England siehe Band 25 unserer Ausgabe, S.95/96,
400 ff. und 455/456 sowie vorl. Band, S.487/488. 348

91 Corbet, „Aninquiry into the causesand modes ofthe wealth of individuals.“ London 1841,
S.100-102. 349

92 „The Morning Star“ - englische Tageszeitung, die als Organ der Freihandelsbewegung von
1856 bis 1869 in London erschien. 352

93 Marx denkt hier an seinen Planentwurf für die „Theorien über den Mehrwert“. Der von
Marx auf dem Umschlag des Manuskriptheftes XIV geschriebene Plan der letzten Kapitel
der Theorien beinhaltet den Punkt: „n) Cherbuliez“ (siehe 1. Teil dieses Bandes, S.5),
gemäß dem das vorliegende Kapitel geschrieben wurde. Was Sismondi anbetrifft, so be-
absichtigte Marx nicht, dessen Ansichten in den „Theorien über den Mehrwert“ zu
untersuchen, sondern in einem weiteren Teil seiner Untersuchung, der „die reale Be-
wegung des Kapitals (Konkurrenz und Kredit)“ behandeln sollte (siehe die Manuskript-
seite 774 auf Seite 48 des vorl. Bandes). 354

94 Dieser Satz, der mitden vorhergehenden und nachfolgendenPassagen auf der Manuskript-
seite 1105 in keinem Zusammenhang steht, wurde der Textstelle, zu der er inhaltlich
gehört, als Fußnote beigegeben. 360

95 Der profit mercantile (Handelsprofit) ist nach Cherbuliez der Profit des einzelnen Kapitali-
sten im Unterschied zum Profit der gesamten Gesellschaft. 361

96 Unter „extraktiven Industrien“ versteht Cherbuliez nicht nur die Gewinnung der Boden-
schätze, die Holzbeschaffung, den Fischfang, die Jagd, sondern auch alle Arten der Land-
wirtschaft, die landwirtschaftliche Rohstoffe produzieren. 361

97 Aus Gründen des inhaltlichen Zusammenhangs wurde der vorstehende Satz der Manu-
skriptseite 1110 entnommen (vgl. vorl. Band, S.371), wo er mit dem Kontext kaum zu-
sammenhängt und hier als Fußnote einer passenderen Stelle zugeordnet. 363

98 Weiter folgt hier im Manuskript vom Text durch eine dicke eckige Klammer getrennt

‚der Plan zum zweiten Kapitel des III. Teiles des „Kapitals“, nach dem Marx beabsich-

tigte die Bildung der allgemeinen Profitrate zu untersuchen. (Siehe 1. Teil dieses Bandes,
S.390/391.) 368

99 Die hier beginnende Textumstellung innerhalb der Manuskriptseiten 1110, 1111 und 1112
wurde aus Gründen des inhaltlichen Zusammenhangs vorgenommen. 370

100 Marx hat seine Untersuchung des Handelskapitals im Auge, die in den Heften XV und
XVII des Manuskripts von 1861-1863, besonders auf den Seiten 964 (Heft XV) und
1030 (Heft XVII) enthalten ist. 386

10% James Mill bewies in seinem Buch „Elements of political economy“ (erste Ausgabe,
London 1821, Kapitel 4, Abschnitt5: „Steuern auf die Grundrente“) die Zweckmäßig-
keit, alle Staatsausgaben auf Kosten der gesamten Grundrente in den Fällen zu bestreiten,
in denen der Grund und Boden noch kein Privateigentum ist und auf Kosten des Zu-
wachses der Grundrente dann, wenn der Grund und Boden bereits Privateigentum ge-
worden und ein Anwachsen der Grundrente im Vergleich zu ihrem früheren Stand zu
verzeichnen ist. 388

102 Als die erste Folge „der gegenwärtigen Distribution der Reichtümer“ bezeichnet Cherbu-
liez die Ungleichheit zwischen den Armen und Reichen. 389

103 Marx meint die im Band LIV dieser Zeitschrift (August-September 1831) enthaltene
Rezension zu dem kurz vorher erschienenen Buch „An essay on the distribution of

wealth...“ von Richard Jones. 390

104 Ryot - indischer Bauer. Jones benutzt diesen Terminus für solche Bauern in Indien und
in anderen asiatischen Ländern, die dem Souverän, der als Eigentümer allen Landes an-
gesehen wurde, Produktenrente zahlten. Siehe Richard Jones, „An essay on the distri-
bution of wealth...“, London 1831, p.109 ££. 391

105 Unter „cottier“ versteht Richard Jones die landlosen irischen Bauern, die vom Landlord
einen Fetzen Ackerboden für eine bestimmte Geldzahlung pachten. 392

106 Smith, „An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations“, lib. II, chap. III.
402

107 Weiter folgt hier eine kurze Einschaltung, die zum Kapitel über Ramsay gehört und in
dem vorl. Band als Fußnote auf Seite 345 gebracht wird. 405

108 Was Richard Jones als Labor Fund (Arbeitsfonds) bezeichnet, figuriert bei Malthus als
„funds for the maintenance of labour“ (Fonds zur Unterhaltung der Arbeit). Der Ter-
minus kommt bereits in der ersten Ausgabe des „Essay on the of principle population...“,
London 1798, vor (S.303, 305, 306, 307, 312, 313 usw.). In der fünften Ausgabe (London
1817) findet er sich vor allem im 5. und 6. Kapitel des dritten Buchs. Auch in den „Prin-
ciples of political economy...“ von Malthus begegnen wir diesem Begriff. 405

109 IJm „Text-book of lectures on the political economy of nations...“, Hertford 1852, S.71,

erwähnt Jones, daß der Graf Warwick in seinen verschiedenen Schlössern täglich
40 000 Mann ernährte. 408

110 Das gleiche Zitat bringt Marx auf der letzten Seite des Heftes XVIII (Seite 1157), wo
es mit den hier folgenden Bemerkungen versehen ist. 410

11 Yon den beiden hier genannten Ökonomen war nur Richard Jones ein Geistlicher. 420

112 Weiter folgt im Manuskript, vom Text durch dicke eckige Klammern abgeteilt, der Plan-
entwurf zum III. Abschnitt des „Kapitals“: „Kapital und Profit“ (siehe 1. Teil dieses Ban-
des, S.389-390). 422

113 ]m Manuskript folgen (auf den Seiten 1140-1144) der Planentwurf zum Abschnitt „Pro-
duktionsprozeß des Kapitals“ (siehe 1. Teil dieses Bandes, S.389) sowie Auszüge aus
Zeitungen, Zeitschriften und Büchern über die Höhe des Zinsfußes, über die Ausbeutung
der Arbeiterklasse und über die Wechselbeziehungen zwischen konstantem und variablem
Kapital. Einige dieser Zitate verwandte Marx im ersten und dritten Band des „Kapitals“.
Die Beilagen zum vorl. Band (S.488/489) enthalten einen Auszug von der Manuskript-
seite 1142. 422

114Richard Jones zitiert die physiokratische Monatsschrift „Ephemerides du Citoyen...“
von 1767, Teil III, S.56. 425

115 Bernier, „Voyages ... contenant la description des états du Grand Mogol, de l’Indoustan,
du Royaume de Cachemire, etc.“ In dem Brief an Engels vom 2. Juni 1853 bringt Marx
lange Auszüge aus dieser Arbeit Berniers, darunter auch die Stelle, wo Bernier die indi-

schen Städte mit Feldlagern vergleicht (siehe Band 28 unserer Ausgabe, S.252-254). 428

116 „Society of Arts and Trades“ (Gesellschaft der Künste und Gewerke) - eine 1754 gegrün-
dete philanthropische Gesellschaft, die der bürgerlichen Aufklärung nahestand. Der Be-
richt von John C.Morton wurde in der Wochenschrift dieser Gesellschaft „Journal of
Society of Arts“ vom 9.Dezember 1859, S.53-61, veröffentlicht. 437

117 Marx zitiert Adam Smith hier nach Richard Jones’ „Text-book of lectures on the political
economy of nations, ... Hertford 1852, 5.21. 439

X18 ]n dem auf dem Umschlag des Heftes XIV dargelegten Plan der Schlußkapitel der „Theo-
rienüber den Mehrwert“ folgt nach dem Abschnitt „Richard Jones. (SchlußdiesesTeils5)“
die „Episode: Revenue and its sources“ (siehe 1. Teil dieses Bandes, S.5). Im Plan des
Heftes XV gibt es den Punkt „Die Vulgärökonomie“ (ebenda). Mit diesen beiden Themen
„Revenue and its sources“ und „Die Vulgärökonomie“ ist ein bedeutender Teil des
ManuskriptheftesXV angefüllt, wobei beide in engster Verflechtung miteinander be-
handelt werden. In diesem Heft, das im Oktober-November 1862 niedergeschrieben
wurde, unterbrach Marx auf der Seite 890 die Analyse der Ansichten Hodgskins, um die
„Episode“ über die „Revenue and its sources“ zu schreiben sowie über die Vulgär-
ökonomie, die sich an dem oberflächlichen Schein der fetischisierten Formen der Revenue
und ihrer Quellen klammert und darauf ihre apologetische Theorie aufbaut. Im weiteren
Verlauf der Arbeit an dieser „Episode“ ging Marx über zur Analyse des Leihkapitels, die

* eng verbunden ist mit der Kritik der Vulgärökonomie, und dann zur Analyse des Handels-
kapitals als eine jener Sphären der kapitalistischen Wirtschaft, in der der Mehrwert nicht
geschaffen, sondern nur verteilt wird. Damit ging Marx allmählich über den Rahmen der
„Theorien über den Mehrwert“ als den historisch-kritischen Teil seiner Arbeit hinaus.

Die Untersuchung des Handelskapitals setzte Marx bis ans Ende des Heftes XV fort.
Aber das nächste Heft, das Manuskriptheft XVI (Dezember 1862), eröffnete er mit der
Überschrift „Drittes Kapitel. Kapital und Profit“. Der Hauptinhalt dieses Heftes ist die
Untersuchung, die Marx 1865 bei der Niederschrift des ersten und zweiten Abschnitts
des dritten Bandes des „Kapitals“ breit ausnutzte und der Verwandlung des Mehrwerts
in Profit und der Rate des Mehrwerts in die Profitrate sowie der Verwandlung des Profits
in den Durchschnittsprofit gewidmet ist. Am Ende des Heftes XVI ging Marx, wie er
sagte, zur wichtigsten Frage in diesem Abschnitt über, zur Analyse der Ursachen, die den
Fall der Profitrate entsprechend der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise
hervorrufen. Diese Darlegung, die Marx später für den dritten Abschnitt des dritten
Bandes des „Kapitals“ („Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“) umgearbeitet hat,
wurde erst am Anfang des Heftes XVII abgeschlossen.

Im Heft XVII kehrte Marx, beginnend mit der Manuskriptseite 1029, erneut zur
Analyse des Handelskapitals zurück und setzte den Text des Heftes XV fort. Aber auch
hier unterbrach Marx die Darlegung der Frage des Handelskapitals, diesmal jedoch wegen
der „Episode“: „Refluxbewegung des Geldes in der kapitalistischen Produktion“. Diese
ziemlich umfangreiche „Episode“ schloß Marx im Heft XVIII (im Januar 1863) mit den
Worten ab: „The further consideration of this point to be postponed“ [Die weitere Be-
trachtung dieser Frage ist aufzuschieben]; danach kehrteMarx erneut (auf der Manuskript-
seite 1075) zur Untersuchung des Handelskapitals zurück, wobei er diesmal die Ansichten
der verschiedenen Ökonomen zu dieser Frage betrachtet. Alle diese Untersuchungen des
Handelskapitals, die in den Heften XV, XVII und XVIII des Manuskripts enthalten sind,
wurden von Marx im bedeutenden Maße 1865 bei der Niederschrift des vierten Abschnitts
des dritten Bandes des „Kapitals“ ausgenutzt. Nach dem Abschluß seiner Untersuchung
über das Handelskapital kehrte Marx (auf der Seite 1084) erneut zu den „Theorien über
den Mehrwert“, zu dem im Heft XV unterbrochenen Abschnitt über Hodgskin zurück.

Von alldem hier aufgezählten umfangreichen Material der Hefte XV-XVIII des Ma-
nuskripts von 1861-1863 sind in der vorliegenden Ausgabe der „Theorien über den Mehr-
wert“ entsprechend dem Plan von Marx als Beilage nur die im Heft XV enthaltenen Ab-
schnitte (Manuskriptseiten 891-950): „Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie“ auf-
genommen worden. Damitschließtderhistorisch-kritische TeilderArbeitvon Marx ab. 445

119 Djese Überschrift ist dem Inhaltsverzeichnis zu Manuskriptheft XV entnommen (siehe
1. Teil dieses Bandes, S.5). 445 460

120 Unter „dieser allgemeine Abschnitt“ versteht Marx den Abschnitt „Das Kapital im all-
gemeinen“, der nach dem Plan, wieihn Marx 1858-1862 vorgesehen hatte, aus drei Teilen
bestehen sollte („Der Produktionsprozeß des Kapitals“, „Der Zirkulationsprozeß des
Kapitals“ und „Die Einheit von beiden oder Kapital und Profit“), denen sich drei Ab-
schnitte von einem mehr spezielleren Charakter anschließen sollten: „Die Konkurrenz“,
„Der Kredit“ und „Das Aktienkapital“ (siehe 1. Teil dieses Bandes, S.VI). Im Verlauf
der weiteren Arbeit am „Kapital“ schloß Marx nach und nach in die Teile „Der Produk-
tionsprozeß des Kapitals“, „Der Zirkulationsprozeß des Kapitals“ und „Die Einheit von
beiden oder Kapital und Profit“ auch vieles ein, was nach dem ursprünglichen Plan nicht
in den Fragenkreis eingehen sollte, der für den Abschnitt: „Das Kapital im allgemeinen“
vorgesehen war. Insbesondere fanden viele Probleme, die den Kredit und das Kredit-
system betreffen, Aufnahme im dritten Band des „Kapitals“, der über den Rahmen des
Abschnittes „Das Kapital im allgemeinen“ hinausgeht. 454

121 Marx meint die Seiten 1-6 im Heft I seines Manuskripts von 1861-1863 (Abschnitt „Ver-
wandlung von Geld in Kapital“, Unterabschnitt „G-W-G. Allgemeinste Form des
Kapitals“). Vgl. auch Band 23 unserer Ausgabe, S.161-170. 458

122 Die Theorie des credit gratuit (zinslosen Kredits) entwickelte Proudhon in der Schrift
„Gratuité du eredit. Discussion entre M. Fr. Bastiat et M. Proudhon“, Paris 1850. Marx
unterzieht diese Ansicht Proudhons im Heft XV seines Manuskripts von 1861-1863 einer °
Kritik (siehe vorl. Band, S.512-516). Vgl. auch Band 25 unserer Ausgabe, S.621. 459

1238 Credit mobilier (Societe generale de credit mobilier) - eine französische Aktienbank, die
von den Brüdern Pereire gegründet und durch Dekret vom 18. November 1852 gesetzlich
anerkannt wurde. Hauptziel des Credit mobilier war die Kreditvermittlung und die
Gründung von industriellen und anderen Unternehmen. Die Bank beteiligte sich in brei-
tem Maße am Eisenbahnbau in Frankreich, Österreich, Ungarn, der Schweiz, Spanien und
Rußland. Ihre größte Einnahmequelle war die Börsenspekulation mit Wertpapieren der
von ihr gegründeten Aktiengesellschaften. Aus der Emission ihrer Aktien, die nur durch
die in ihrem Besitz befindlichen Wertpapiere anderer Unternehmen garantiert wurden,
erhielt die Bank Mittel, die sie wieder zum Ankauf von Aktien verschiedenster Gesell-
schaften verwandte. Auf diese Weise wurde ein und derselbe Besitz zur Quelle eines fik-
tiven Kapitals von doppeltem Umfang: in Form von Aktien des Credit mobilier, der dieses
Unternehmen finanzierte und seine Aktien aufkaufte. Die Bank war eng liiert mit der Re-
gierung Napoleons III. und genoß deren Schutz. 1867 erfolgte der Bankrott der Bank,
1871 ihre Liquidation. Das Wesen des Credit mobilier enthüllte Marx in einer Reihe
Artikel, die in der „New-York Daily Tribune“ veröffentlicht wurden (siehe Band 12 unse-
rer Ausgabe, S.20-36, 202-209 und 289-292). 459

124 Turgot, „Reflexions sur la formation et la distribution desrichesses“ (1766,) $8 73, 85. 469

125 Auf diese Frage geht Adam Smith im sechsten Kapitel des I. Buches seines Werkes „An
inquiry into the nature and causes of the wealth of nations“ ein. 486

126 Der Hinweis Roschers auf Thukydides ist im Vorwort zu seinem Buch „Die Grundlagen
der Nationalökonomie...“ enthalten. 493

127 In dem im Januar 1863 aufgestellten Plan des 3. Teils des „Kapitals“ trägt das vorletzte,
das 11.Kapitel, die Überschrift „Die Vulgärökonomie“ (siehe 1. Teil dieses Bandes,

S.390). Dieser Plan wurde eineinhalb bis zwei Monate nach der Niederschrift des Ab-
schnittes „Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie“ im Heft XV des Manuskripts
von 1861-1863 aufgestellt. Ein besonderes Kapital über die Vulgärökonomie hat Marx je-
doch nicht mehr geschrieben. 512

128 Marx meint Benthams Werk „Defence of usury...“, das 1787 in London erschienen war

(die zweite und dritte Auflage erschien 1790 resp. 1816). 516 526

129 Gemeint ist eine Anleihe von 100 Gulden mit der Bedingung, die Zinsen in drei Raten
auf der Leipziger Messe zu zahlen. In Leipzig fanden früher drei Handelsmessen jährlich
statt: zu Neujahr, zu Ostern und zu Michaelis. 517

180 Mjeses Zitat ist nicht der Schrift „Von Kauffshandlung und Wucher“ entnommen, son-
dern der späteren Arbeit Luthers, „An die Pfarrherm wider den Wucher zu predigen“
(1540), die Marx weiter hinten, unter Punkt III anführt. Marx zitiert hier aus dem 6. Teil
von Luthers Werken. 518

131 Aristoteles’ Ansicht vom Zins als etwas Naturwidriges, worüber er in seiner Schrift „De
Republica“, Buch I, Kapitel 10, spricht, führt Marx im vierten Kapitel des ersten Bandes
des „Kapitals“ an. (Siehe Band 23 unserer Ausgabe, S.179.) 522

182 Culpepers „Traite contre l’usure“ wurde 1621 in London zum erstenmal herausgegeben;
von 1668 an erschien diese Schrift als Beilage zu Childs Buch „Traités sur le commerce et
sur les avantages qui résultent de la reduction de l’interest de l’argent“. 528

188 7 ]äßt sich nicht nachweisen, daß Thomas Manley der Verfasser der anonymen Schrift
„Interest of money mistaken“ ist, die 1668 in London erschien. 528