Ökonomisches Manuskript 1861–1863. Teil I.

Zur Kritik der politischen Ökonomie. Drittes Kapitel. Das Kapital im allgemeinen.

(Gesamttitel des Manuskripts 1861–1863, Teil I, nach MEW Band 43.)

August 1861. Drittes Kapitel. Das Kapital im allgemeinen.

I. Der Produktionsprozeß des Kapitals.

1. Verwandlung von Geld in Kapital:
a) Allgemeinste Form des Kapitals. b) Schwierigkeiten. c) Austausch des Kapitals mit Arbeitsvermögen. d) Wert des Arbeitsvermögens. e) Arbeitsprozeß. f) Verwertungsprozeß. g) Kapitalistische Produktion. h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses.

(Abschnittsüberschrift des Manuskripts 1861–1863; der Text der Unterabschnitte ist in den gesonderten Dateien dieses Abschnitts erfaßt.)

I. Der Produktionsprozeß des Kapitals.

1. Verwandlung von Geld in Kapital. — 2. Der absolute Mehrwert. — 3. Der relative Mehrwert.

(Gliederungsüberschrift des ersten Teils des Manuskripts 1861–1863; der zugehörige Text ist in den gesonderten Abschnittsdateien erfaßt.)

1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I und II

August 1861. Drittes Kapitel. Das Kapital im allgemeinen I. Der Produktionsprozeß des Kapitals l. Verwandlung von Geld in Kapital

a) Allgemeinste Form des Kapitals. b) Schwierigkeiten. c) Austausch des Kapitals mit Arbeitsvermögen. d) Wert des Arbeitsvermögens. e) Arbeitsprozeß. f) Verwertungsprozeß. g) Kapitalistische Produktion

|IT-A] I.1. h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses

a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals 5

iil I. Der Produktionsprozeß des Kapitals

1. Verwandlung von Geld in Kapital” a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals

Wie wird Geld zu Kapital? Oder wie wird der Geldbesitzer (i.e. Warenbesitzer) zum Kapitalisten?

Betrachten wir zunächst die Form G-W-G — Austauschen von Geld gegen Ware, i.e. kaufen, um die Ware wieder gegen Geld auszutauschen, i. e. um zu verkaufen. Es ist schon früher bemerkt worden, daß in der Form der Zirkulation W-G-W die Extreme W, W, obgleich sie gleiche Wertgrößen sind, qualitativ verschieden sind, daher in dieser Form wirklicher Stoffwechsel stattfindet (verschiedne Gebrauchswerte gegeneinander ausgetauscht werden), also das Resultat W-W — Austausch von Ware gegen Ware, in der Tat Austausch von Gebrauchswerten gegeneinander — einen selbstverständlichen Zweck hat. In der Form G-W-G (kaufen, um zu verkaufen) dagegen sind die beiden Extreme G, G qualitativ dieselben, Geld. Wenn ich aber G (Geld) gegen W (Ware) austausche, um die Ware (W) wieder gegen G (Geld) auszutauschen, also kaufe, um zu verkaufen, so ist das Resultat, daß ich Geld gegen Geld ausgetauscht habe. In der Tat, die Zirkulation G-W-G (kaufen, um zu verkaufen) zerfällt in folgende Akte. Erstens: G-W, austauschen von Geld gegen Ware, kaufen; zweitens: W-G, austauschen von Ware gegen Geld, verkaufen; und die Einheit dieser beiden Akte oder das Durchlaufen beider Stadien G-W-G, austauschen von Geld gegen Ware, um Ware gegen Geld auszutauschen, kaufen, um zu verkaufen. Das Resultat des Prozesses aber ist G-G, Geld gegen Geld auszutauschen.

Wenn ich für 100 Taler Baumwolle kaufe und die Baumwolle wieder verkaufe für 100 Taler, so habe ich am Schluß des Prozesses wie am Anfang 100 Taler; die ganze Bewegung besteht darin, daß ich durch den Kauf 100 Taler ausgebe und durch den Verkauf wieder 100 Taler einnehme. Das Resultat ist also G-G, daß ich in der Tat 100 Taler gegen 100 Taler ausgetauscht habe. Eine solche Operation erscheint aber zwecklos und daher abge-

6 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

schmacki.* Am Ende des Prozesses wie am Anfang desselben habe ich Geld, qualitativ dieselbe Ware, quantitativ dieselbe Wertgröße. Der Ausgangspunkt und der Endpunkt des Prozesses (der Bewegung) ist Geld. Dieselbe Person gibt das Geld als Käufer aus, um es als Verkäufer zurückzuerhalten. Der Punkt, von dem das Geld in dieser Bewegung ausgeht, ist derselbe, zu dem es zurückkehrt. Da in G-W-G, dem Prozeß des Kaufens, um wieder zu verkaufen, die Extreme G, G qualitativ dieselben sind, so kann dieser Prozeß nur einen Inhalt und Zweck erhalten, wenn sie quantitativ verschieden sind. Wenn ich für 100 Taler Baumwolle kaufe und dieselbe Baumwolle für 110 Taler verkaufe, so habe ich in der Tat 100 Taler gegen 110 Taler ausgetauscht oder mit 100 Taler 110 Taler gekauft. Einen Inhalt erhält die Zirkulationsform 2] G-W-G, kaufen, um zu verkaufen, also dadurch, daß die Extreme G, G, obgleich sie qualitativ dasselbe, Geld, quantitativ verschieden sind, indem das zweite G eine höhere Wertgröße, eine größere Wertsumme darstellt als das erstere. Ware wird gekauft, um sie teurer zu verkaufen, oder es wird wohlfeiler gekauft als verkauft.

Betrachten wir zunächst die Form G-W-G (kaufen, um zu verkaufen) und vergleichen wir sie mit der früher betrachteten Zirkulationsform W-G-W (verkaufen, um zu kaufen). Erstens zerfällt die Zirkulation G-W-G, wie die Zirkulation W-G-W, in zwei verschiedne Austauschakte, deren Einheit sie ist. Nämlich G-W, austauschen von Geld gegen Ware oder kaufen. In diesem Tauschakt steht sich ein Käufer und ein Verkäufer gegenüber. Zweitens W-G, Verkauf, austauschen von Ware gegen Geld. In diesem Akt stehn sich ebenfalls zwei Personen, Käufer und Verkäufer, gegenüber. Der Käufer kauft von dem einen und verkäuft an den andren. Der Käufer, von dem die Bewegung ausgeht, macht beide Akte durch. Erst kauft er, und dann verkauft er. Oder sein Geld durchläuft beide Stadien. Es erscheint als Ausgangspunkt im ersten Stadium und als Resultat im zweiten. Dagegen die beiden Personen, mit denen er austauscht, erfüllen jeder nur einen Austauschakt. Der eine verkauft Ware — der, mit dem er zuerst austauscht. Der andre kauft Ware, der, mit dem er zuletzt austauscht, Die Ware, die der eine verkauft, und das Geld, womit der andre kauft, machen also nicht die beiden entgegengesetzten Phasen der Zirkulation durch, sondern jedes vollzieht nur einen Akt. Diese beiden einseitigen Akte des Verkaufs und des Kaufs, die diese beiden Personen

* Dies ist ganz richtig. Nichtsdestoweniger findet sich die Form vor (und der Zweck dabei gleichgültig). Z.B. ein Käufer mag nicht imstande sein, die Ware teurer zu verkaufen, als er sie gekauft hat, Er mag gezwungen sein, sie wohlfeiler zu verkaufen, als er sie gekauft hat. In beiden Fällen widerspricht das Resultat der Operation ihrem Zweck. Dies hindert jedoch nicht, daß sie mit der ihrem Zwecke entsprechenden Operation die Form gemein hat G-W-G.

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Bene Berka

Seite 1 aus Heft I

a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals 9

vollziehen, bieten uns kein neues Phänomen dar, wohl aber der Gesamtprozeß, den der Käufer, von dem der Prozeß ausgeht, durchläuft. Betrachten wir dagegen die Gesamtbewegung, die der Käufer, der wieder verkauft, oder die das Geld, womit er die Operation beginnt, durchläuft.

G-W-G. Der Ausgangspunkt ist Geld, die verwandelte Form der Ware, worin sie stets austauschbar ist, worin die in ihr enthaltne Arbeit die Form der allgemeinen gesellschaftlichen Arbeit besitzt oder worin sie verselbständigter Tauschwert ist. Der Ausgangspunkt dieser Zirkulationsform, dieser Bewegung, ist also selbst schon ein Produkt der Warenzirkulation oder kömmt aus der Zirkulation her, denn erst in der Zirkulation und durch die Zirkulation erhält die Ware die Gestalt des Geldes, wird sie in Geld verwandelt oder entwickelt sie ihren Tauschwert, die bestimmten selbständigen Formen, die sich als verschiedne Formbestimmungen des Geldes darstellen. Zweitens, der so aus der Zirkulation herkommende und in der Form des Geldes verselbständigte Wert geht wieder in die Zirkulation ein, wird zur Ware, aber kehrt aus der Form der Ware wieder zurück zu seiner Geldform, indem aber zugleich seine Wertgröße gewachsen ist.

Das Geld, das diese Bewegung durchläuft, ist Kapital, oder der im Geld verselbständigte Wert, der diesen Prozeß durchläuft, ist die Forin, worin Kapital sich zunächst darstellt oder erscheint.

Wir können die Form G-W-G übersetzen: Im Geld verselbständigter Wert (wenn wir das Wort Wert ohne nähere Bezeichnung anwenden, so immer darunter zu verstehn Tauschwert)), also aus der Zirkulation herkommender Wert, der wieder in die Zirkulation eingeht, sich in ihr erhält und vervielfältigt wieder aus ihr zurückgeht (als größere Wertgröße aus ihr zurückkehrt). Insofern das Geld stets von neuem diesen Kreislauf beschreibt, ist es aus der Zirkulation herkommender, in sie wieder eingehender, sich in ihr verewigender (erhaltender) und vervielfältigender Wert.

Im ersten Stadium des Prozesses wird das Geld zur Ware, im zweiten wird die Ware wieder zu Geld. Das Extrem, wovon der Prozeß ausgeht, Geld — selbst schon eine aus der Zirkulation entsprungne Form der Ware, worin sie in ihrer Bestimmung als Tauschwert verselbständigt ist — der Ausgangspunkt ist zugleich der Rückkehrpunkt. Der Wert erhält sich also in dem Prozeß, den er durchläuft, und kehrt am Schluß desselben wieder zu seiner selbständigen Form zurück. Zugleich aber ist das Resultat der Bewegung, während sie an dieser Form (des Werts), Geld zu sein, nichts geändert hat, daß die Größe des Werts gewachsen ist. Der Wert erhält sich also nicht nur als Wert, sondern wächst zugleich, vervielfältigt, vermehrt sich in dieser Bewegung als Wertgröße.

10 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

(„Kapital ... permanenter, sich vervielfältigender Wert.“ Sism/ondi], „Nouv. Princ. etc.“, t.L., p. 89.)

In G-W-G erscheint der Tauschwert ebensosehr als Voraussetzung wie als Resultat der Zirkulation.

Der aus der Zirkulation als adäquater Tauschwert (Geld) resultierende und verselbständigte, aber wieder in die Zirkulation eingehnde, sich in und durch sie erhaltende und vervielfältigende (vergrößernde) Wert (Geld) ist Kapital,

In G-W-G wird der Tauschwert Inhalt und Selbstzweck der Zirkulation. Verkaufen, um zu kaufen, ist der Gebrauchswert, Zweck; kaufen, um zu verkaufen, der Wert selbst.

Es ist hier zweierlei zu betonen. Erstens: G-W-G ist prozessierender Wert, der Tauschwert als ein Prozeß, der durch verschiedne Austauschakte oder Zirkulationsstadien verläuft, zugleich über sie übergreift. Zweitens: In diesem Prozeß erhält sich der Wert nicht nur, sondern er vermehrt seine Wertgröße, vervielfältigt, vermehrt sich, oder er schafft in dieser Bewegung einen Mehrwert. Er ist so nicht nur sich erhaltender, sondern sich verwertender Wert, Wert, der Wert setzt.

Erstens: Betrachten wir zunächst G-W-G seiner Form nach, abgesehn von dem Umstand, daß das zweite G größre Wertgröße ist als das erste G. Der Wert existiert erst als Geld, dann als Ware, dann wieder als Geld. Er erhält sich im Wechsel dieser Formen und kehrt aus denselben zu seiner ursprünglichen Form zurück. Er macht Formveränderungen durch, in denen er sich jedoch erhält, als deren Subjekt er daher erscheint. Der Wechsel dieser Formen erscheint daher als sein eigner Prozeß oder der Wert, wie er sich hier darstellt, ist prozessierender Wert, Subjekt eines Prozesses. Geld und Ware erscheinen jede nur als besondre Daseinsformen des Werts, der sich erhält, indem er aus der einen in die andre übergeht und stets zu sich in seiner verselbständigten Form als Geld zurückkehrt. Geld und Ware erscheinen so als die Daseinsformen des prozessierenden Werts oder des Kapitals. Daher die Erklärungen von Kapital. Einerseits die oben von Sismondi gegebne. Kapital ist sich erhaltender Wert.

„Nicht der Stoff bildet das Kapital, sondern der Wert dieser Stoffe.“ (J. B. Say, „Lrait& de l’Economie Politique“, 3. ed., Paris 1817, t. II, p. 429.)

Ändrerseits, wenn es nicht als Ganzes der Bewegung, sondern in jeder seiner Daseinsformen — in denen es jedesmal besteht — gefaßt wird: Kapital ist

Geld, Kapital ist Ware.

a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals 11

„Kapital ist gleich Waren.“ (J. Mill, „Elements of Polit. Econ.“, Lond[on] 1821, [p.] 74.) „Das Zirkulationsmittel, das zu produktiven Zwecken verwendet wird, ist Kapital“ (M’Leod, „Ihe Theory and Practice of Banking ete.“, Londfon] 1855, t. I, ch. 1.)

In der Zirkulationsform W-G-W läuft die Ware durch zwei Metamorphosen durch, deren Resultat ist, daß sie als Gebrauchswert zurückbleibt. Es ist die Ware — als Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert oder als Gebrauchswert, von der der Tauschwert bloße Form, verschwindende Form ist, die diesen Prozeß durchläuft. Aber in G-W-G erscheinen Geld und Ware nur als verschiedne Daseinsformen des Tauschwerts, der einmal in seiner allgemeinen Form als Geld, das andre Mal in seiner besondren Form als Ware erscheint, zugleich als das Übergreifende und sich Behauptende in beiden Formen. Geld ist an und für sich die verselbständigte Daseinsform des Tauschwerts, aber auch die Ware erscheint hier nur als Träger oder Inkorporation desselben.

/16/ Man begreift sehr wohl, daß, wenn Klassen existieren, die an der Produktion von Waren nicht teilnehmen, dennoch Ware oder Geld besitzen, was nur Form der Ware ist, sie ohne Austausch durch hier nicht weiter zu erläuternde Rechts- oder Gewalttitel einen Anteil an den Waren besitzen. Der Warenbesitzer oder Produzent — einstweilen können wir den Warenbesitzer nur als Warenproduzent begreifen — muß ihnen einen Teil seiner Waren abgeben oder einen Teil des Geldes, den er für den Verkauf seiner Waren erhält. Vermittelst dieses Geldes, wofür sie kein Äquivalent gegeben, wären sie dann Konsumenten, Käufer, ohne je Verkäufer gewesen zu sein. Diese Käufer sind aber nur zu erklären als Teilnehmer an den Waren (Mitbesitzer) des Verkäufers, die sie durch einen hier unerklärlichen Prozeß erhalten. Wenn sie also Waren kaufen, so geben sie den Warenbesitzern und Produzenten nur einen Teil der Waren zurück im Austausch für andre Waren, für Waren, die sie ohne Austausch von ihnen erhalten haben. Es ist sehr erklärlich, daß, wenn alle Warenproduzenten ihre Waren über ihren Wert verkaufen, sie von diesen Käufern mehr zurückerhalten, als sie ihnen geben, aber sie erhalten nur mehr von einer ursprünglich ihnen gehörenden Wertsumme zurück. Wenn einer mir 100 Taler stiehlt und ich verkaufe ihm Ware, die nur 90 Taler wert ist, zu 100, so profitiere ich 10 Taler an ihm. Dies ist eine Methode, diesem Käufer, der Konsument ist, ohne Produzent zu sein, einen Teil der mir ursprünglich gehörigen Wertsumme von 100 Talern auf dem Weg des Handels wieder abzunehmen. Wenn er mir jährlich 100 Taler nimmt und ich ihm ebenfalls jährlich Ware für 90 Taler für 100 verkaufe, so gewinne ich zwar jährlich 10 Taler an ihm, aber nur, weil ich jährlich 100 Taler an ihn verliere. Ist dies sein Wegnehmen von 100 Talern eine Institution, so ist der nachfolgende

12 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Handel ein Mittel, diese Institution zum Teil, hier zum Y, Teil, wieder rückgängig zu machen. Es entsteht so jedoch kein Mehrwert, und der Umfang, worin dieser Käufer von mir geprellt werden kann, d. h. die Anzahl der Transaktionen, worin ich ihm Ware von 90 Taler für 100 verkaufen kann, hängt genau von der Anzahl der Akte ab, worin er mir 100 Taler, ohne irgendein Äquivalent zu geben, nimmt. Es ist also eine Transaktion, woraus das Kapital, der sich in der Zirkulation erhaltende und vermehrende Wert und noch weniger der Mehrwert des Kapitals erklärt werden kann. Daß aber nicht nur Torrens, sondern selbst Malthus derartige Sprünge macht, ist ihm von den Ricardians mit sittlicher Entrüstung vorgeworfen worden. Malthus meint nämlich — und dies richtig unter gegebnen Voraussetzungen —, daß die Einnahmen der bloßen Consumers!, bloßer Käufer, vermehrt werden müssen, damit die Produzenten Profit an ihnen machen können, damit Produktion encouragiert wird.

„Der Eifer für die ‚Ermunterung zum Verbrauch‘, wie er für den Handel im allgemeinen als notwendig erachtet wird, entspringt seinem wahren Nutzen für die Verkaufenden eines einzelnen Handwerks.“ ([p.] 60.) „‚Was wir brauchen, sind Menschen, die unsere Waren kaufen‘ ... Aber sie besitzen nichts in der Welt, was sie dir für deine Waren geben könnten, außer dem, was du ihnen zuvor gegeben hast. Kein Eigentum kann in ihren Händen entstehen; es muß aus den euren kommen. Gutsbesitzer, Beamte, Aktienbesitzer, Dienstboten, was immer sie sein mögen, alle ihre Mittel für den Kauf eurer Waren waren einst die euren, und ihr habt sie ihnen zukommen lassen.“ ([{p.61/]62.) „Mit dem Verkauf deiner Waren bezweckst du, eine bestimmte Summe Geld zu bekommen; es kann niemals zweckdienlich sein, diese Geldsumme umsonst an eine andere Person wegzugeben, damit sie diese dir dann zurückgeben kann und damit deine Güter kauft. Du könntest ebensogut deine Waren sofort verbrannt haben, und du würdest in derselben Lage sein.“ (fp.] 63.) („An inquiry into those Principles respecting the Nature of Demand and the Necessity of Consumption lately advocated by Mr. Malthus etc.“, London 1821.)

„Herr Malthus redet zuweilen so, .als gäbe es zwei verschiedene Fonds, Kapital und Revenue, Zufuhr und Nachfrage, Produktion und Konsumtion, die Sorge tragen müssen, miteinander Schritt zu halten und einander nicht zu überholen. Als ob neben der Gesamtmasse der produzierten Waren noch eine andere wohl vom Himmel gefallene Masse erforderlich wäre, sie zu kaufen ... Der Konsumtionsfonds, den er benötigt, kann nur auf Kosten der Produktion gewonnen werden.“ (l.c., [p.] 49, 50.) „Wenn es jemand an Nachfrage

mangelt, rät ihm dann Herr Malthus, eine andere Person zu bezahlen, damit diese ihm seine Waren abnehme?“ (fp.] 55.)

/4/ In der Zirkulationsform W-G-W, als Gesamtmetamorphose der Ware betrachtet, existiert zwar auch der Wert, erst als Preis der Ware, dann im Geld als realisierter Preis, endlich wieder in dem Preis der Ware (oder über-

! Verbraucher

a) G-W-G, Allgemeinste Form des Kapitals 13

haupt ihrem Tauschwert); aber er erscheint hier nur verschwindend. Die vermittelst des Geldes ausgetauschte Ware wird Gebrauchswert; der Tauschwert verschwindet als gleichgültige Form derselben, und sie fällt überhaupt aus der Zirkulation heraus.

In der einfachen Warenzirkulation -— W-G-W — erscheint das Geld in allen seinen Formen stets nur als Resultat der Zirkulation. In G-W-G erscheint es ebenso als Ausgangspunkt wie als Resultat der Zirkulation, so daß der Tauschwert nicht wie in der ersten Zirkulationsform bloß verschwindende Form der Warenzirkulation — innerhalb des Warenaustausches sich bildende und wieder verschwindende Form der Ware selbst ist —, sondern der Zweck, der Inhalt und die treibende Seele der Zirkulation.

Der Ausgangspunkt dieser Zirkulation ist das Geld, verselbständigter Tauschwert. Historisch geht die Kapitalbildung auch überall vom Geldvermögen aus, und die erste Auffassung des Kapitals ist, daß es Geld ist, aber Geld, das gewisse Prozesse durchmacht.

Die Zirkulationsform G-W-G, oder das prozessierende Geld, der sich verwertende Wert, geht aus vom Geld, dem Produkt der einfachen Zirkulation W-G-W. Es setzt daher nicht nur die Warenzirkulation voraus, sondern eine Warenzirkulation, die alle Geldformen bereits entwickelt hat. Nur wo die Warenzirkulation — der Austausch der Produkte als Waren und die Verselbständigung des Tauschwerts im Geld und seinen verschiednen Formen — sich bereits entwickelt hat, ist daher Kapitalbildung möglich. Um den Prozeß durchzumachen, worin der Tauschwert als Ausgangspunkt und Resultat erscheint, muß er vorher schon im Geld seine selbständige abstrakte Gestalt erhalten haben.

Der erste Akt der Form G-W-G, nämlich G-W, der Kauf, ist der letzte Akt der Form W-G-W, nämlich ebenfalls G-W. Aber in dem letzten Akt wird Ware gekauft, das Geld in Ware verwandelt, um die Ware als Gebrauchswert zu konsumieren. Das Geld wird ausgegeben. Dagegen in G-W als erstem Stadium von G-W-G wird das Geld nur in Ware verwandelt, gegen Ware ausgetauscht, um die Ware wieder in Geld zu verwandeln, um das Geld zurückzuerhalten, vermittelst der Ware wieder aus der Zirkulation herauszuholen. Das Geld erscheint daher nur ausgegeben, um zurückzukehren, nur in die Zirkulation geworfen, um ihr vermittelst der Ware wieder entzogen zu werden. Es ist daher nur vorgeschossen.

„Wenn ein Ding gekauft wird, um wieder verkauft zu werden, nennt man die hierzu verwendete Summe vorgeschossenes Geld; wird es gekauft, um nicht wieder verkauft zu werden, kann man sie als verausgabt bezeichnen.“ (James Steuart, „Works etc.“, ed. by Ge-

neral Sir James Steuart, his son etc., v. 1, [p.] 274, London 1805.19)

14 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Betrachten wir die Form W-G-W, so erscheint in dem ersten Akt derselben, W-G, die Ware als bloße Materiatur des Tauschwerts (daher als bloßes Tauschmittel) für den Verkäufer. Ihr Gebrauchswert ist Gebrauchswert als solcher, nicht für ihn selbst — den Verkäufer —, sondern für einen Dritten, den Käufer. Er verkauft sie daher, verwandelt sie in Geld, um mit dem Geld die Ware zu kaufen, die Gebrauchswert für ihn selbst ist. Der Preis der Ware, die er kauft, hat nur sofern Wert für ihn, als sie das Maß bestimmt — das Maß der Gebrauchswerte — die er für sein Geld erhält. Im Kauf erscheint daher hier der Tauschwert der Ware nur als verschwindende Form derselben, ebenso wie die Verselbständigung dieses Tauschwerts in Geld nur als eine verschwindende. Dagegen hier, in G-W-G, wo der Kauf statt des zweiten vielmehr den ersten Akt der Zirkulation oder der Austauschprozesse darstellt, ist die Ware, worin das Geld verwandelt wird, ebenfalls nur Materiatur des Tauschwerts für den Käufer, sozusagen nur eine verkleidete Form des Geldes. Hier erscheinen G und W beide nur als besondre Formen, Daseinsweisen des Tauschwerts, von deren einer er abwechselnd in die andre übergeht; das Geld als die allgemeine, die Ware als eine besondre Form des Tauschwerts. Der Tauschwert verliert sich nicht in dem Übergehn aus der einen Daseinsweise in die andre, sondern wechselt nur seine Form und kehrt daher auch stets zu sich in seiner allgemeinen Form zurück. Er erscheint als das Übergreifende über seine beiden Daseinsweisen, Geld und Ware, und eben darum als Subjekt des Prozesses, worin er sich bald als das eine, bald als das andre darstellt, ebendaher als prozessierendes Geld oder prozessierender Wert.

Zweitens. G-W-G wäre jedoch, wie schon bemerkt, eine inhaltslose Bewegung, wenn die Extreme G, G, die qualitativ gleich sind, nicht quantitativ verschieden wären, also in diesem Prozeß eine gewisse Wertsumme als Geld in die Zirkulation hineingeworfen würde, um dieselbe Wertsumme in.der Form des Geldes wieder aus der Zirkulation herauszuziehn, und so durch einen doppelten und entgegengesetzten Austauschakt alles beim alten, beim Ausgangspunkt der Bewegung zu lassen. Das Charakteristische des Prozesses besteht vielmehr darin, daß die Extreme G, G, obgleich qualitativ gleich, quantitativ verschieden sind, wie quantitativer Unterschied überhaupt das einzige ist, dessen der Tauschwert als solcher — und im Geld existiert er als solcher — seiner Natur nach fähig ist. Durch die beiden Akte des Kaufs und Verkaufs, die Verwandlung des Gelds in Ware und die Rückverwandlung der Ware in Geld, kommt am Ende der Bewegung mehr Geld, eine .vergrößerte Geldsumme, also ein vervielfältigter Wert, aus der Zirkulation heraus als der war, der im Anfang in sie hineingeworfen wurde. War das Geld z.B. ursprünglich am Anfang der Bewegung 100 Taler, so ist es am Schluß dersel-

a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals 15

ben 110 Taler. Der Wert hat sich also nicht nur erhalten, sondern einen neuen Wert oder, wie wir ihn nennen wollen, Mehrwert (surplus value) innerhalb der Zirkulation gesetzt. Wert hat Wert produziert. Oder der Wert erscheint uns hier zum erstenmal als sich selbst verwertend. So daß der Wert, wie er in der Bewegung G-W-G erscheint, aus der Zirkulation herkommender, in sie eingehender, sich in ihr erhaltender und sich selbst verwertender Mehrwert setzender Wert ist. Als solcher ist er Kapital.

In der Schatzbildung, an die man sich hier erinnern könnte, verwertet sich der Wert nicht. Die Ware wird in Geld verwandelt, verkauft und in dieser Gestalt der Zirkulation entzogen, beiseite gelegt. Dieselbe Wertgröße, die früher in der Form der Ware existierte, existiert jetzt in der Form des Geldes. Die Ware hat nicht ihre Wertgröße vermehrt; sie hat nur die allgemeine Form des Tauschwerts, die Geldform, angenommen. Es war dies ein bloß qualitativer, kein quantitativer Wechsel.

Hier ist die Ware aber schon in der Form des Geldes als Ausgangspunkt des Prozesses vorausgestellt. Sie gibt diese Form vielmehr vorübergehend auf, um sie als vermehrte Wertgröße wieder schließlich anzunehmen. Das Geld, das dagegen als Schatz in seiner Form als verselbständigter Tauschwert festgehalten wird, verwertet sich so wenig, daß es vielmehr der Zirkulation entzogen wird. Seine Macht, als Tauschwert zu wirken, wird für die Zukunft in petto gehalten, aber einstweilen suspendiert. Nicht nur, daß seine Wertgröße unverändert bleibt, verliert es seine Funktion, seine Qualität als Tauschwert — so lange es Schatz bleibt -, indem es nicht als Geld fungiert, weder als Kaufmittel noch als Zahlungsmittel. Da es nun außerdem als Geld keinen unmittelbaren Gebrauchswert hat, hat es noch dazu den Gebrauchswert verloren, den es als Ware besaß und den es nur wiedergewinnen kann, sobald es als Geld wirkt, in die Zirkulation geworfen wird und hiermit seinen Charakter als Dasein des Tauschwerts aufgibt!. Das einzige, was in der Schatzbildung geschieht, ist, daß der Ware die Form des Geldes, die adäquate Form des Tauschwerts gegeben wird, dadurch, daß die Ware zu ihrem Preis verkauft worden ist. Es findet aber statt einer Verwertung — d.h. Vergrößrung des ursprünglichen Werts, überhaupt keine Verwendung des als Schatz fixierten Geldes statt, das nur der Möglichkeit nach Wert hat, der Wirklichkeit nach wertlos ist. Also hat dies Verhältnis des sich verwertenden Werts oder Kapitals nichts mit der Schatzbildung gemein, als daß es beiden um den Tauschwert zu tun ist, die letztre aber ein illusorisches Mittel anwendet, um ihn zu vermehren.

! In der Handschrift: aufgebe

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16 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

In der Form W-G-W, verkaufen, um zu kaufen, in der der Gebrauchswert und also die Befriedigung der Bedürfnisse der letzte Zweck ist, liegt in der Form selbst unmittelbar nicht die Bedingung ihrer Erneurung, nachdem der Prozeß durchlaufen ist. Die Ware ist vermittelst des Geldes gegen eine andre Ware ausgetauscht worden, die nun als Gebrauchswert aus der Zirkulation herausfällt. Damit ist die Bewegung am Ende. Dagegen in der Form G-W-G liegt es schon in der bloßen Form ihrer Bewegung, daß kein Ende der Bewegung vorhanden, ihr Ende schon das Prinzip und den Trieb ihrer Wiedererneurung enthält. Denn da das Geld, der abstrakte Reichtum, der Tauschwert, der Ausgangspunkt der Bewegung und seine Vervielfältigung der Zweck ist — da das Resultat wie der Ausgangspunkt qualitativ dasselbe ist, eine Geldoder Wertsumme, bei der ebenso wie im Anfang des Prozesses ihre quantitative Grenze wieder als Schranke ihres allgemeinen Begriffs erscheint — denn der Tauschwert oder das Geld entspricht seinem Begriffe um so mehr, je mehr seine Quantität vergrößert wird —, (das Geld als solches ist austauschbar gegen allen Reichtum, alle Waren, aber das Maß, worin es austauschbar ist, hängt von seiner eignen Masse oder Wertgröße ab) — die Selbstverwertung bleibt ebenso notwendige Betätigung für das Geld, was aus dem Prozeß herauskommt, wie für das, das ihn eröffnete —, so ist mit dem Ende der Bewegung auch schon das Prinzip ihres Wiederanfangs gegeben. Es kömmt auch am Ende wieder heraus, als was es im Anfang da war, als Voraussetzung derselben Bewegung in derselben Form. Dies ist es — dieser absolute Bereicherungstrieb, des Reichtums in seiner allgemeinen Form habhaft zu werden —, den diese Bewegung mit der Schatzbildung gemein hat.

{Es wird bei dieser Stelle auf die Darstellung des Aristoteles, „Repfublica]“, 1.I, ch.9, näher einzugehn sein.} 7!

Es ist der Geldbesitzer (oder Warenbesitzer, denn das Geld ist ja nur die verwandelte Gestalt der Ware), der sein Geld oder den in der Form des Geldes beseßnen Wert den Prozeß G-W-G durchmachen läßt. Diese Bewegung ist der Inhalt seiner Tätigkeit, und er erscheint daher nur als Personifikation des so definierten Kapitals, als Kapitalist. Seine Person ist der Ausgangspunkt von G (oder vielmehr seine Tasche), und sie ist der Punkt der Rückkehr. Er ist der bewußßte Träger dieses Prozesses. Wie das Resultat des Prozesses die Erhaltung und Vermehrung des Werts — Selbstverwertung des Werts ist —, was als Inhalt der Bewegung, erscheint bei ihm als bewußter Zweck. Die Vermehrung des von ihm beseßnen Werts erscheint also als sein einziger Zweck, die stets wachsende Aneignung des Reichtums in seiner allgemeinen Form, des Tauschwerts, und nur, insofern dies als sein einzig treibendes Motiv erscheint, ist er Kapitalist oder bewußtes Subjekt der Bewegung G-W-G. Der Ge-

b) Schwierigkeiten aus der Natur des Werts hervorgehend 17

brauchswert ist also nie als sein direkter Zweck zu betrachten, sondern nur der Tauschwert. Das Bedürfnis, das er befriedigt, ist das der Bereicherung als solcher. Es versteht sich übrigens damit von selbst, daß er sein Kommando über den reellen Reichtum, die Welt der Gebrauchswerte, beständig vermehrt. Denn welches immer die Produktivität der Arbeit sei, ein größrer Tauschwert stellt sich auf einer gegebnen Stufe der Produktion immer in einer größren Masse von Gebrauchswerten dar als ein kleinerer.

II7| b) Schwierigkeiten aus der Natur des Werts hervorgehend etc.

Wir haben zunächst das Kapital betrachtet in der Form, worin es sich der Beobachtung unmittelbar darstellt oder erscheint. Es wird sich jedoch leicht zeigen lassen, daß die Form G-W-G - der in die Zirkulation wieder eingehende, sich in ihr erhaltende und verwertende Wert — durchaus unvereinbar erscheint mit der Natur des Geldes, der Ware, des Werts und der Zirkulation selbst.

Die Zirkulation, worin die Ware bald als Ware, bald als Geld dargestellt ist, zeigt einen Formwechsel derselben; die Art und Weise, wie ihr Tauschwert sich darstellt, wechselt, aber dieser Tauschwert selbst bleibt unverändert. Seine Wertgröße wechselt nicht, wird nicht affiziert durch diesen Formwechsel. In der Ware, der Tonne Eisen z. B., ist ihr Tauschwert, die in ihr enthaltne Arbeitszeit ausgedrückt (dargestellt) in ihrem Preise, sage von 31,St. Wird sie nun verkauft, so verwandelt sie sich in 3 /. St., in das durch ihren Preis angezeigte Geldquantum, das gleichviel Arbeitszeit enthält. Sie existiert jetzt nicht mehr als Ware, sondern als Geld, als selbständiger Tauschwert. In der einen Form wie in der andren bleibt die Wertgröße unverändert. Nur die Form, worin derselbe Tauschwert existiert, hat sich verändert. Der Formwechsel der Ware, der die Zirkulation bildet, kaufen und verkaufen, haben an und für sich nichts mit der Wertgröße der Ware zu tun, die vielmehr als gegeben der Zirkulation vorausgesetzt ist. Die Geldform ist nur eine andre Form der Ware selbst, worin nichts an ihrem Tauschwert verändert wird, als daß er nun in seiner selbständigen Form erscheint.

In der Zirkulation W-G-W' (verkaufen, um zu kaufen) stehn sich aber nur Warenbesitzer gegenüber, von denen der eine die Ware in ihrer ursprünglichen Gestalt, der andre sie in ihrer verwandelten Gestalt als Geld besitzt. Wie

die Zirkulation W-G-W, so enthält die Zirkulation G-W-G nur die beiden

! In der Handschrift: G-W-G

18 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Akte des Verkaufs und des Kaufs. In der einen wird mit dem Verkauf begonnen und mit dem Kauf geendet; in der andren wird mit dem Kauf begonnen und mit dem Verkauf geendet. Man braucht nur jeden der beiden Austauschakte für sich zu betrachten, um zu sehn, daß die Reihenfolge nichts an der Natur desselben ändern kann. In dem ersten Akt G-W existiert das, was wir Kapital genannt haben, nur als Geld, in dem zweiten - W-G - nur als Ware, kann also in beiden Akten nur die Wirkung von Geld und Ware haben. In dem einen steht es dem andren Warenbesitzer als Käufer, Geldbesitzer, in dem andren als Verkäufer, Warenbesitzer, gegenüber. Nimmt man an, daß durch irgendeinen unerklärlichen Umstand es den Käufern gegeben sei, wohlfeiler zu kaufen, d.h., die Ware unter ihrem Wert zu kaufen und zu ihrem Wert oder über ihren Wert zu verkaufen, so ist zwar in dem ersten Akt unser Mann Käufer (in G-W) und würde daher die Ware unter ihrem Wert kaufen, aber im zweiten Akt ist er Verkäufer (W-G) und ein andrer Warenbesitzer steht ihm als Käufer gegenüber; hätte also wieder das Privilegium, die Ware von ihm unter ihrem Wert zu erstehn. Was er auf der einen Hand gewonnen hätte, würde er mit der andren verlieren. Ändrerseits nimmt man an, daß er die Ware über ihren Wert verkauft, indem dies das Privilegium des Verkaufens sei, so war in dem ersten Akt, bevor er selbst die Ware erstand, um sie wieder zu verkaufen, ein andrer ihm gegenüber Verkäufer, der ihm die Ware zu teuer verkauft hat. Verkaufen alle die Ware z.B. 10% zu teuer — d.h. 10% über ihrem Wert —, und wir haben hier nur Warenbesitzer einander gegenüberstehn, sei es, daß sie ihre Waren in der Form der Ware oder des Geldes besitzen, sie werden sie vielmehr jeder abwechselnd in der einen oder der andren Form besitzen — so ist es ganz dasselbe, als ob sie dieselben einander zu ihrem wirklichen Wert verkauften. Ebenso, wenn alle die Waren etwa 10% unter ihrem Wert kaufen.

Soweit der bloße Gebrauchswert der Waren betrachtet wird, ist es klar, daß beide Teile durch den Austausch gewinnen können. In diesem Sinn kann gesagt werden, daß

„der Austausch eine Transaktion ist, worin beide Seiten nur gewinnen“. (p. 68, Destutt de

Tracy, „Elemens d’Ideologie. Traite de la volonte et de ses effets“ (bildet IV et V parties!), Paris 1826, wo es heißt: \

„Der Austausch ist eine bewundernswürdige Transaktion, in der die beiden Vertragspartner immer beide gewinnen.“)

Soweit die ganze Zirkulation nur eine vermittelnde Bewegung ist, um Ware gegen Ware auszutauschen, veräußert jeder die Ware, die er nicht als

! den IV. und V. Teil

b) Schwierigkeiten aus der Natur des Werts hervorgehend 19

Gebrauchswert bedarf und eignet sich die- Ware an, die er als Gebrauchswert bedarf. Beide gewinnen also in diesem Prozesse und gehn ihn nur ein, weil sie beide in ihm gewinnen. Noch anders: A, der Eisen verkauft! und Getreide kauft, produziert vielleicht in einer gegebnen Arbeitszeit mehr Eisen, als der Getreidebauer B in derselben Zeit produzieren könnte, und dieser seinerseits produziert in derselben Arbeitszeit mehr Getreide, als A produzieren könnte. Durch den Austausch also, sei dieser durch Geld vermittelt oder nicht, erhält A für denselben Tauschwert mehr Getreide und B für denselben Tauschwert mehr Eisen, als wenn der Austausch nicht stattfände. Soweit also die Gebrauchswerte Eisen und Getreide in Betracht kommen, gewinnen beide durch den Austausch. Auch jeden der beiden Zirkulationsakte, Kauf und Verkauf, für sich betrachtet, gewinnen beide Seiten, soweit der Gebrauchswert betrachtet wird. Der Verkäufer, der seine Ware in Geld verwandelt, gewinnt dadurch, daß er sie jetzt erst in allgemein austauschbarer Form besitzt und sie so erst allgemeines Tauschmittel für ihn wird. Der Käufer, der sein Geld in Ware rückverwandelt, gewinnt dadurch, daß er es aus dieser nur für die Zirkulation erheischten und sonst nutzlosen Form in einen Gebrauchswert für sich umgesetzt hat. Es macht also nicht die geringste Schwierigkeit einzusehn, daß beim Austausch jede der beiden Seiten gewinnt, soweit es sich um den Gebrauchswert handelt.

Ganz anders jedoch mit dem Tauschwert. Hier heißt es umgekehrt:

„Wo Gleichheit ist, ist kein Gewinn.“ ([p.] 244, Galiani, „Della Moneta“, t.IV, Custodi, Autore etc., Parte Moderna ... „Dove & eguaglitä non & lucro.“)

Es ist klar, daß, wenn A und B Äquivalente austauschen, gleich große Quantitäten Tauschwert oder vergegenständlichte Arbeitszeit austauschen, sei es in der Form des Geldes oder in der Form der Ware, beide denselben Tauschwert aus dem Austausch herausziehn, den sie in ihn hineingeworfen haben. Wenn A seine Ware zu ihrem Wert verkauft, besitzt er jetzt in der Form des Geldes dieselbe Quantität (oder Anweisung auf dieselbe Quantität, was praktisch für ihn dasselbe) vergegenständlichter Arbeitszeit, die er früher in der Form der Ware besaß, also denselben Tauschwert. Ebenso umgekehrt mit B, der mit seinem Geld die Ware gekauft hat. Er besitzt jetzt denselben Tauschwert in der Form von Ware, den er früher in der Form von Geld besaß. Die Summe beider Tauschwerte ist dieselbe geblieben, ebenso der Tauschwert, den jeder von beiden besitzt. Es ist unmöglich, daß A von B gleichzeitig die Ware unter ihrem Wert kauft und so in der Ware einen höhren Tauschwert zurückerhält, als er B in Geld gab, und daß B gleichzeitig die

! In der Handschrift: verkauft produziert

20 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Ware über ihrem [Wert] verkauft und so von A! in der Form von Geld mehr Tauschwert erhält, als er ihm in der Form von Ware gab.

(„A kann nicht mehr Korn für die gleiche Menge Tuch von B erhalten, wenn gleichzeitig B mehr Tuch für die gleiche Menge Korn von A erhält.“) („A critical Dissertation

on the Nature, Measures and Causes of Value etc.“, London 1825], p. 65].) (Der ungenannte Verfasser ist Bailey.)

Daß die Waren ihrem Wert gemäß ausgetauscht oder mit Rücksicht auf die besondre Form des Austauschs, die im Zirkulationsprozeß stattfindet, verkauft und gekauft werden, heißt überhaupt nur, daß Äguivalente, gleiche Wertgrößen, ausgetauscht werden, sich einander ersetzen, i.e. die Waren ausgetauscht werden im Verhältnis, worin ihre Gebrauchswerte gleich große Arbeitszeit aufgearbeitet enthalten, das Dasein gleich großer Quanta Arbeit sind.

Es ist nun allerdings möglich, daß der eine verliert, was der andre gewinnt, so daß die beiden Austauschenden Nicht-Äquivalente austauschen, der eine also aus dem Austausch einen höhren Tauschwert herauszieht, als er hereingeworfen hat, und zwar genau in der Proportion, worin der andre einen niedrigeren Tauschwert aus dem Austausch herauszieht, als er in ihn hineingeworfen hat. Gesetzt, der Wert von 100 Ib. Baumwolle sei 100 Schillinge. Verkauft A nun 150 lb. Baumwolle zu 100 Schillingen an B, so hat B 50 Schillinge gewonnen, aber nur, weil A 50 Schillinge verloren hat.

Wenn 150 Ib. Baumwolle zum Preise von 150 sh (der Preis ist hier nur ihr Wert in Geld ausgedrückt, gemessen) zu 100 sh verkauft werden, so ist die Summe beider Werte nach wie vor dem Verkauf 250 sh. Die Gesamtsumme des in Zirkulation befindlichen Werts hat sich daher nicht vermehrt, sich nicht verwertet, keinen Mehrwert gesetzt, sondern ist unverändert geblieben. Es hat innerhalb des Austauschs oder vermittelst des Verkaufs nur ein Wechsel in der Verteilung des ihm vorausgesetzten, schon vor ihm existierenden und unabhängig von ihm existierenden Werts stattgefunden. 50 sh sind von der einen Seite auf die andre übergegangen. Es ist daher klar, daß die Übervorteilung, die von der einen Seite oder der andren, sei es von seiten des Käufers, sei es von seiten des Verkäufers, stattfindet, die Summe der in Zirkulation befindlichen Tauschwerte (sei es, daß sie in der Form von Ware oder Geld existieren) nicht vermehrt, sondern nur ihre Verteilung unter die verschiednen Warenbesitzer alteriert (verändert). Nehmen wir im obigen Beispiel an, A verkauft 150 Ib. Baumwolle zum Wert von 150 sh an B für 100 sh, der sie zu 150 sh an C verkauft, so gewinnt B 50 sh oder es scheint, daß sein Wert von 100 sh einen von 150 gesetzt hat. In der Tat aber sind nach wie vor der Transaktion

! In der Handschrift: B

b) Schwierigkeiten aus der Natur des Werts hervorgehend 21

vorhanden: 100 sh im Besitz von A, 150 sh im Besitz von B, Ware zum Wert von 150 sh im Besitz von C. Summa summarum: 400 sh. Ursprünglich waren vorhanden: Ware zum Wert von 150 sh im Besitz von A, 100 sh im Besitz von B, 150 sh im Besitz von C. Summa summarum: 400 sh. Es hat weiter keine Veränderung stattgefunden als eine in der Verteilung der 400 sh zwischen A, B und C. 50 sh sind aus der Tasche von A in die von B gewandert und Ä ist grade um soviel verarmt, als B sich bereichert hat. Was von einem Verkauf und einem Kauf, das gilt ebenso von der Gesamtsumme aller Verkäufe und Käufe, kurz, von der Gesamtzirkulation aller Waren, die in irgendeinem beliebigen Zeitraum zwischen allen Warenbesitzern stattfindet. Der Mehrwert, den einer oder ein Teil derselben der Zirkulation entzieht durch Übervorteilung des andren Teils, ist exakt gemessen durch den Minderwert, den die andren aus der Zirkulation herausziehn. Die einen ziehn nur mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als sie hineingeworfen haben, weil und insofern die andren weniger Wert herausziehn, einen Abzug von, eine Schmälerung ihres ursprünglich eingesetzten Wertes erleiden. Die Gesamtsumme der vorhandnen Werte ist dadurch nicht verändert, sondern nur die Verteilung derselben.

(„Der Austausch von zwei gleichen Werten vermehrt weder die Masse der in der Gesellschaft vorhandenen Werte, noch vermindert er sie. Der Austausch zweier ungleicher Werte ... ändert ebenfalls nichts an der Summe der gesellschaftlichen Werte, da er dem Vermögen des einen zufügt, was er dem Vermögen des anderen wegnimmt.“ J. B. Say, „Traite d’Ec. Pol.“, 3. d., t.I, p.443, 444, Paris 1817.)

Nehmen wir die Gesamtheit der Kapitalisten eines Landes und die Gesamtsumme der Käufe und Verkäufe unter ihnen während eines Jahres z. B., so kann zwar der eine den andren übervorteilen und daher mehr Wert aus der Zirkulation herausziehn, als er in sie hineingeworfen hat, aber durch diese Operation wäre die Gesamtsumme des zirkulierenden Werts des Kapitals um keinen Deut vermehrt worden. In andren Worten: Die Gesamtklasse der Kapitalisten kann sich nicht als Klasse bereichern, ihr Gesamtkapital nicht vermehren oder einen Mehrwert dadurch produzieren, daß der eine gewinnt, was der andre verliert. Die Gesamtklasse kann sich nicht selbst übervorteilen. Die Summe des zirkulierenden Kapitals kann nicht dadurch vermehrt werden, daß sich die einzelnen Bestandteile desselben verschieden zwischen seinen Besitzern verteilt haben. Es käme also durch derartige Operationen, noch so sehr vervielfältigt gedacht, keine Vermehrung der gesamten Wertsumme zustande, kein Neu- oder Mehrwert oder kein Gewinn auf das gesamte in Zirkulation befindliche Kapital.

Daß sich Äquivalente austauschen, heißt in der Tat nichts, als daß die Wa-

22 1. Verwandlung von Geld in Kapital : Heft I

ren sich zu ihrem Tauschwert austauschen, zu ihrem Tauschwert gekauft und verkauft und gekauft werden.

„Äquivalent ist in der Tat der Tauschwert einer Ware, ausgedrückt im Gebrauchswert einer andren Ware.“ ([v.] I, [p.] 15.8)

Soweit der Austausch aber sich zur Form der Zirkulation entwickelt hat, stellt die Ware im Preise ihren Tauschwert in Geld ausgedrückt dar (dfem] Material der Ware, die als Maß der Werte und daher als Geld dient). Ihr Preis ist ihr Tauschwert, in Geld ausgedrückt. Daß sie sich also gegen ein Äquivalent in Geld verkauft, heißt nichts, als daß sie sich zu ihrem Preis verkauft, d.h. zu ihrem Wert. Ebenso im Kauf, daß das Geld die Ware zu ihrem Preise kauft, d.h. zu einer gleichen Summe Geldes hier. Die Voraussetzung, daß Waren sich gegen Äguivalente austauschen, ist dasselbe, daß sie sich zu ihrern Wert austauschen, zu ihrem Wert gekauft und verkauft werden.

Es folgt daher zweierlei:

Erstens. Werden die Waren zu ihrem Wert gekauft und verkauft, so werden Äguivalente ausgetauscht. Der Wert, der von jeder Hand in die Zirkulation geworfen wird, kehrt wieder in dieselbe Hand aus der Zirkulation zurück. Er vermehrt sich daher nicht, wird überhaupt nicht affiiziert durch den Akt des Austausches. Kapital, d.h. sich in und durch die Zirkulation verwertender, d.h. vermehrender, Mehrwert setzender Wert, wäre damit unmöglich, sobald die Waren zu ihrem Wert gekauft und verkauft werden.

Zweitens. Werden die Waren aber nicht zu ihrem Wert verkauft oder gekauft, so ist das nur möglich — Nichtäquivalente können überhaupt nur ausgetauscht werden, wenn die eine Seite die andre übervorteilt, d.h., wenn der eine im Austausch gerade soviel über den von ihm eingesetzten Wert erhält, als der andre weniger als den von ihm eingesetzten Wert erhält. Dadurch aber bleibt die Summe der ausgetauschten Werte unverändert, und es ist daher kein Neuwert durch den Austausch entstanden. A besitzt 1001b. Baumwolle zum Wert von 100 sh. B kauft sie für 50 sh. B hat 50 sh gewonnen, weil A 50 sh verloren hat. Die Summe der Werte war vor dem Austausch 150 sh. So ist sie nach dem Austausch. Nur besaß B vor dem Austausch '%, dieser Summe; er besitzt nach demselben %. A aber, der vor dem Austausch % besaß, besitzt nach dem Austausch nur noch %. Es ist also nur eine Veränderung in der Verteilung der Wertsumme von 150 sh vorgegangen. Sie selbst ist unverändert geblieben.

Danach wäre Kapital sich verwertender Wert, als eine allgemeine Form des Reichtums, also wieder so unmöglich wie im ersten Fall, da dem sich vermehrenden Wert auf der einen Seite der sich vermindernde Wert auf der andren entspräche, der Wert als solcher sich daher nicht vermehrte. Der eine

b) Schwierigkeiten aus der Natur des Werts hervorgehend 23

Wert würde sich nur in der Zirkulation vermehren, weil der andere sich vermindert, also nicht einmal in ihr erhält.

Es ist also klar, daß der Austausch an und für [sich], sei es in der Form des unmittelbaren Tauschhandels, sei es in der Form der Zirkulation, die in ihn geworfnen Werte unverändert läßt, keinen Wert zufügt.

„Der Austausch überträgt keinerlei Wert auf die Produkte.“ ([p.] 169, Wayland, F., „Ihe Elements of Polit. Economy“, Boston 1843.)

Dennoch findet sich selbst noch bei namhaften modernen Ökonomen der Blödsinn, den Mehrwert überhaupt daraus zu erklären, daß teurer verkauft als gekauft wird. So z.B. Herr Torrens:

„Effektive Nachfrage besteht in dem Vermögen und der Neigung der Konsumenten, sei es durch unmittelbaren oder vermittelten Austausch, für Waren eine gewisse größere Portion von allen Ingredienzien des Kapitals zu geben, als ihre Produktion kostet.“ (Col. Torrens, „An Essay on the Production of Wealth“, Lond[on] 1821, p. 349.)

Wir haben hier bloß Verkäufer und Käufer vor uns. Der Umstand, ob nur der Warenbesitzer (der Verkaufende) die Ware produziert hat und der andre der Käufer (sein Geld muß aber auch aus dem Verkauf von Ware entstanden sein, ist nur verwandelte Form derselben), die Ware zum Konsum erstehn will, als Konsument erstehn will, ändert nichts an dem Verhältnis. Der Verkäufer repräsentiert immer den Gebrauchswert. Die Phrase heißt, wenn sie auf ihren wesentlichen Inhalt reduziert und ihre zufällige Einkleidung weggestreift, nichts, als daß alle Käufer ihre Waren über dem Wert kaufen, also der Verkäufer überhaupt über dem Wert seine Ware verkauft, und der Käufer stets unter dem Wert seines Geldes kauft. Das Hereinbringen von Produzent und Konsument ändert nichts an der Sache; denn in dem Äustauschakt stehn sie sich nicht als Konsument und Produzent, sondern als Verkäufer und Käufer gegenüber. Wo aber überhaupt die Individuen nur als Warenbesitzer austauschen, muß jeder sowohl Produzent als Konsument sein und kann das eine nur sein, sofern er das andre ist. Jeder würde als Käufer verlieren, was er als Verkäufer gewinnt.

Einerseits also, wenn ein Mehrwert, wie wir hier noch jede Form des Gewinns nennen können, aus dem Austausch herauskommen soll, muß er durch irgendeinen Akt, der jedoch in der Formel G-W-G unsichtbar ist, nicht zu erkennen ist, schon vor dem Austausch vorhanden gewesen sein.

„Profit“ (dies eine spezielle Form des Mehrwerts) „wird unter den üblichen Bedingungen des Marktes nicht gemacht, indem man austauscht. Flätte er nicht zuvor existiert, könnte er

es auch nach dieser Transaktion nicht.“ (G. Ramsay, „An Essay on the Distribution of Wealth“, Edinburgh 1836, p. 184.)

24 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Ramsay sagt daselbst:

„Der Gedanke, daß die Profite von den Konsumenten gezahlt werden, ist sicher völlig absurd. Wer sind die Konsumenten?“ etc. (p. 183.)

Es stehn sich nur Warenbesitzer gegenüber, von denen jeder ebensowohl consumer wie producer! ist; und die das eine nur sein können, soweit sie das andre sind. Denkt man aber, vorweggreifend, an Klassen, die konsumieren, ohne zu produzieren, so kann deren Reichtum doch nur aus einem Anteil an den Waren der Produzenten bestehn, und die Vermehrung des Werts kann sich nicht daraus erklären, daß Klassen, denen Werte umsonst gegeben wurden, im Rückaustausch für diese Werte geprellt werden. (Siehe Malthus. 9) Der Mehrwert oder die Selbstverwertung des Werts kann nicht aus dem Austausch entspringen, aus der Zirkulation. Andrerseits Wert, der als solcher Wert erzeugt, kann nur ein Produkt des Austauschs, der Zirkulation sein, denn nur im Austausch kann er als Tauschwert wirken. Für sich isoliert, wäre er Schatz, und als solcher verwertet er sich ebensowenig, wie er als Gebrauchswert dient. Oder wollte man etwa sagen: Der Geldbesitzer kauft Ware, die er aber bearbeitet, produktiv anwendet und ihr so Wert zusetzt und dann wieder verkauft, so entspränge der Mehrwert ganz und gar aus seiner Arbeit. Der Wert als solcher hätte nicht gewirkt, sich nicht verwertet. Er erhält nicht mehr Wert, weil er Wert hat: Sondern die Vermehrung von Wert aus Addition von Arbeit.

Jedenfalls, wenn Kapital eine eigne Form des Reichtums, eine Potenz des Werts ist, muß sie entwickelt werden auf der Grundlage, daß Äquivalente sich austauschen, d.h., daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, d.h. im Verhältnis zu der in ihnen enthaltnen Arbeitszeit. Dies scheint andrerseits unmöglich. Wenn in G-W-G, sowohl in dem Akt G-W wie in dem Akt W-G, Äquivalente gegeneinander ausgetauscht werden, wie soll mehr Geld aus dem Prozeß herauskommen als hereinkam?

Die Untersuchung, wie der Mehrwert entspringt, hat daher von den Physiokraten bis zur neusten Zeit die wichtigste Frage der politischen Ökonomie gebildet. Es ist in der Tat die Frage, wie Geld (oder Ware, da Geld nur die verwandelte Gestalt der Ware), überhaupt eine Wertsumme, sich in Kapital verwandelt, wie Kapital entsteht?

Die scheinbaren Widersprüche, die in dem Problem — in den Bedingungen der Aufgabe liegen, haben Franklin zu dem Ausspruch bestimmt:

! Produzent

b) Schwierigkeiten aus der Natur des Werts hervorgehend 25

„There are only 3 ways of increasing the riches of state: the first is by war: that is robbery; the second is by commerce: this is cheating; and the third is by agriculture: this is the only honest way.“ („Works“ of B. Franklin, ed. Sparks, vol. II, „Positions to be examined concerning National Wealth“.) Also: „Es gibt nur drei Wege, den Reichtum eines Staates zu vermehren. Der erste besteht im Krieg: Das ist Raub. Der zweite besteht im Handel, der ist Prellerei; und der dritte besteht im Ackerbau: Dies ist der einzig anständige ehrbare Weg.“

Man kann hier schon sehn, warum zwei Formen des Kapitals — das Kapital in zwei Funktionen; je nachdem es in der einen oder der andren funktioniert, erscheint es als eine besondre Sorte Kapital — die der gewöhnlichen Vorstellung von Kapital am nächsten liegen und in der Tat historisch die ältesten Daseinsformen des Kapitals sind — hier, wo wir vom Kapital als solchem handeln, gar nicht in Betracht kommen, vielmehr später als abgeleitete, sekundäre Formen desselben entwickelt werden müssen.

Im eigentlichen Kaufmannskapital zeigt sich die Bewegung G-W-G am augenscheinlichsten. Es fiel daher von jeher in die Augen, daß sein Zweck die . Vermehrung des in die Zirkulation geworfenen Werts oder Gelds ist, und die Form, in der es dies erreicht, ist zu kaufen, um wieder zu verkaufen.

„Den Kaufleuten aller Arten ist gemeinsam, daß sie kaufen, um wieder zu verkaufen.“ (p.43, „Reflexions sur la Formation et la Distrib. des Richesses“, (erschien 1766) in den (Euores von Turgot, t. I, Paris 1844. Edit. von Eugene Daire.!!*)

Anderseits erscheint hier der Mehrwert rein in der Zirkulation entstehend, indem er teurer verkauft als kauft, sei es nun, daß er wohlfeiler kauft, als er verkauft (die Ware unter ihrem Wert kauft und sie zu ihrem Wert oder über ihrem Wert verkauft), sei es, daß er sie zu ihrem Wert kauft, aber über ihrem Wert verkauft. Er kauft die Ware von dem einen, verkauft sie an den andren, vertritt dem einen gegenüber das Geld, dem andren gegenüber die Ware; und indem er die Bewegung von neuem beginnt, verkauft er ebenso, um zu kaufen, aber so, daß die Ware als solche nie sein Zweck ist, die letztre Bewegung daher ihm nur als Vermittlung der erstren dient. Er repräsentiert die verschiednen Seiten (Phasen) der Zirkulation abwechselnd gegen Käufer und Verkäufer, und seine ganze Bewegung fällt innerhalb der Zirkulation, oder er erscheint vielmehr als Träger derselben, als Repräsentant des Gelds, ganz wie in der einfachen Warenzirkulation die ganze Bewegung vom Zirkulationsmittel, dem Geld als Zirkulationsmittel, auszugehn scheint. Er erscheint nur als der Vermittler der verschiednen Phasen, die die Ware in der Zirkulation zu durchlaufen hat, und vermittelt daher auch nur zwischen vorhandnen Extremen, vorhandnen Verkäufern und Käufern, die vorhandne Ware und vorhandnes Geld vorstellen. Da hier zu dem Zirkulationsprozeß kein andrer hin-

26 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

zukömmt, also der Mehrwert (der Gewinn), den der Kaufmann durch das abwechselnde Verkaufen und Kaufen macht — indem alle seine Operationen sich in Verkäufe und Käufe auflösen —, so erscheint die Vermehrung des von ihm in die Zirkulation gebrachten Geldes oder Werts überhaupt rein aus der Übervorteilung der Parteien, mit denen er abwechselnd zu tun hat, zu erklären aus dem Austausch von Nichtäquivalenten, so daß er dadurch stets einen größern Wert aus der Zirkulation herauszieht als hineinwirft. Sein Gewinn — der Mehrwert, den sein in den Austausch gebrachter Wert ihm erzeugt scheint so rein aus der Zirkulation zu stammen und daher nur aus den Verlusten der mit ihm Handelnden zusammengesetzt. In der Tat kann Kaufmannsvermögen rein in dieser Weise entstehn, und die Bereicherung der Handelsvölker, die zwischen industriell weniger entwickelten Nationen Zwischenhandel treiben, entstand großenteils in dieser Weise. Kaufmannskapital kann tätig [sein] zwischen Nationen, die auf den verschiedensten Stufen der Produktion und der ökonomischen Struktur der Gesellschaft überhaupt stehn. Es kann daher tätig sein zwischen Nationen, bei denen keine kapitalistische Produktionsweise stattfindet, daher lange, bevor das Kapital in seinen Hauptformen entwickelt ist. Soll aber der Gewinn, den der Kaufmann macht, oder die Selbstverwertung des Kaufmannsvermögens nicht bloß aus Übervorteilung der Warenbesitzer erklärt werden, also mehr als bloß andre Verteilung vorher existierender Wertsummen sein, so ist sie offenbar nur aus Voraussetzungen abzuleiten, die nicht in seiner Bewegung erscheinen, in seiner eigentümlichen Funktion und sein Gewinn, seine Selbstverwertung erscheint als bloß abgeleitete, sekundäre Form, deren Ursprung anderswo gesucht werden muß. Vielmehr, wenn seine eigentümliche Form für sich selbständig betrachtet wird, muß der Handel, wie Franklin sagt, als bloße Prellerei erscheinen und Handel überhaupt unmöglich erscheinen, wenn Äquivalente ausgetauscht werden oder die Waren zu ihrem Tauschwert verkauft und gekauft werden.

„Unter der Herrschaft unveränderlicher Äquivalente würde der Handel unmöglich

sein.“ (/p.] 67, G. Opdyke, „A Treatise on Polit. Econ.“, New York 1851.)

(Engels sucht daher in ähnlichem Sinn in den „Deutsch-Französischen Jahrbüchern“, Paris 1844, „Umrisse einer Kritik der Nationalökonomie“, den Unterschied zwischen Tauschwert und Preis daher zu erklären, daß} der Handel unmöglich ist, sobald die Waren zu ihrem Wert ausgetauscht werden.)

Eine andre Form des Kapitals, ebenfalls uralt, und aus der die volkstümliche Anschauung sich ihren Begriff vom Kapital gebildet hat, ist die des Geldes, das zu Zinsen ausgeliehn wird, des zinstragenden Geldkapitals. Hier sehn wir nicht die Bewegung G-W-G, daß Geld erst gegen Ware und die Ware

b) Schwierigkeiten aus der Natur des Werts hervorgehend 27

dann gegen mehr Geld ausgetauscht wird, sondern nur das Resultat der Bewegung G-G; Geld wird gegen mehr Geld ausgetauscht. Es kehrt zu seinem Ausgangspunkt zurück, aber vermehrt. War es ursprünglich 100 Taler, so ist es jetzt 110 Taler. Es hat sich erhalten der in den 100 Talern dargestellte Wert und sich verwertet, d.h., einen Mehrwert von 10 Talern gesetzt. Fast in allen Ländern und Geschichtsepochen, wie niedrig auch die Produktionsweise der Gesellschaft und wie unentwickelt ihre ökonomische Struktur sei, finden wir zinstragendes Geld, Geld, das Geld setzt, also formell Kapital. Die eine Seite des Kapitals tritt hier der Vorstellung noch näher wie im Kaufmannsvermögen. (Das xey&raiov! der Griechen ist auch der etymologischen Bildung nach unser Kapital.!2)) Nämlich, daß der Wert als solcher sich verwertet, Mehrwert setzt, weil er als Wert, selbständiger Wert (Geld) (in die Zirkulation eintritt), vorher schon existiert, und daß nur Wert gesetzt wird, Erhalten und Vervielfältigung des Werts eintritt, weil Wert vorausgesetzt war, der Wert als Wert als sich selbst verwertend wirkt.

Es genügt hier zu bemerken: (hierauf an einer andren Stelle zurückzukommen!'?). Erstens: Wird Geld als Kapital ausgeliehn im modernen Sinne des Worts, so ist schon unterstellt, daß Geld — eine Wertsumme -— an sich Kapital ist; d.h., daß der, dem das Geld geliehn wird, es als produktives Kapital, als sich verwertender Wert, anwenden kann oder wird und einen Teil des so geschaffnen Mehrwerts abzuzahlen hat an den, der ihm das Geld als Kapital geliehn hat. Hier ist also das zinstragende Geldkapital offenbar nicht nur eine abgeleitete Form des Kapitals — das Kapital in einer besondren Funktion, sondern das Kapital ist schon völlig entwickelt unterstellt, so daß jetzt eine Wertsumme — sei es in der Form von Geld oder Ware — nicht als Geld und Ware, sondern als Kapital verliehn werden kann, daß das Kapital selbst als eine Ware sui generis in die Zirkulation geworfen werden kann. Hier ist das Kapital schon als Potenz des Geldes oder der Ware, überhaupt des Werts vorausgesetzt und fertig, so daß es als dieser potenzierte Wert in die Zirkulation geworfen werden kann. Das zinstragende Geldkapital in diesem Sinne unterstellt also schon die Entwicklung des Kapitals. Das Kapitalverhältnis muß schon fertig sein, bevor es in dieser besondren Form erscheinen kann. Die sich selbst verwertende Natur des Werts ist hier schon vorausgesetzt als dem Wert angewachsen, so daß eine Wertsumme als sich verwertender Wert verkauft, an einen Dritten zu gewissen Bedingungen abgelassen werden konnte. Ebenso erscheint dann der Zins nur als eine besondre Form und Abzweigung des Mehrwerts, wie dieser sich überhaupt in verschiedne Formen

! Die Hauptsache

28 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

später spaltet, die verschiedne Revenuen bilden, wie Profit, Grundrente, Zins. Alle Fragen über die Größe des Zinses etc. erscheinen daher auch als Fragen, wie der vorhandne Mehrwert sich zwischen verschiedne Sorten Kapitalisten verteilt. Die Existenz des Mehrwerts überhaupt ist hier vorausgesetzt.

Damit Geld oder Ware, überhaupt eine Wertsumme als Kapital verliehn werden kann, ist Kapital schon als besondre potenzierte Form des Werts so sehr vorausgesetzt, daß, wie Geld und Ware als stoffliche Elemente gegenüber dem Kapital überhaupt, hier die Kapitalform des Werts als die gleiche inhärente Eigenschaft von Geld und Ware vorausgesetzt sind, so daß Geld oder Ware als Kapital an eine dritte Person übermacht werden können, da Ware oder Geld sich nicht als Kapital entwickeln in der Zirkulation, sondern als fertiges Kapital, an sich Kapital, als eine besondre Ware, die auch ihre besondre Form der Veräußerung hat, in die Zirkulation geworfen werden kann.

Auf Grundlage der kapitalistischen Produktion selbst erscheint das zinstragende Kapital daher als abgeleitete, sekundäre Form.

Zweitens. Das zinstragende Geld erscheint als die erste Form des zinstragenden Kapitals, wie Geld überhaupt als der Ausgangspunkt der Kapitalbildung, weil im Geld der Wert zuerst sich verselbständigt, also Vermehrung des Gelds zunächst als Vermehrung des Werts an sich erscheint und im Geld das Maß vorhanden ist, woran sich erst der Wert aller Waren, dann aber die Selbstverwertung des Werts mißt. Geld kann nun zu produktiven Zwecken ausgeliehn werden, also formell als Kapital, obgleich das Kapital sich noch nicht der Produktion bemächtigt hat, noch keine kapitalistische Produktion, also noch kein Kapital im eminenten Sinn des Worts existiert, sei es, daß die Produktion auf Grundlage der Sklaverei stattfindet oder der Mehrertrag dem landlord! gehört (wie in Asien und feudalen Zeiten), oder Handwerksindustrie oder Bauernwirtschaft und dgl. stattfindet. Diese Form des Kapitals ist also ebenso unabhängig von der Entwicklung der Produktionsstufen (nur vorausgesetzt, daß Warenzirkulation bis zur Geldbildung fortgegangen ist) wie das Kaufmannsvermögen und erscheint daher historisch vor der Entwicklung der kapitalistischen Produktion, auf deren Grundlage es nur eine sekundäre Form bildet. Wie das Kaufmannsvermögen, braucht es nur formell Kapital zu sein, das Kapital in einer Funktion, in der es existieren kann, bevor es sich der Produktion bemächtigt hat, und nur das letztre Kapital ist Grundlage einer eignen historischen Produktionsweise der Gesellschaft.

Drittens. Es kann Geld geliehn werden (ganz wie Ware), um zu kaufen, nicht, um es produktiv anzuwenden, sondern um es zu konsumieren, depen-

! Grundeigentümer

b) Schwierigkeiten aus der Natur des Werts hervorgehend 29

sieren!. Hierbei findet keine Bildung von Mehrwert statt, bloß andre Verteilung, Deplacement vorhandner Werte.

Viertens. Es kann Geld geliehn werden, um zu zahlen. Das Geld kann als Zahlungsmittel geliehn werden. Geschieht dies, um Konsumtionsschulden zu decken, so derselbe Fall wie 3, mit dem Unterschied nur, daß dort Geld geliehn wird, um Gebrauchswerte zu kaufen, hier, um konsumierte Gebrauchswerte zu zahlen.

Aber die Zahlung kann als Akt des Zirkulationsprozesses des Kapitals erheischt sein. Diskont. Die Betrachtung dieses casus gehört in die Lehre vom Kredit. Nach dieser Abschweifung zur Sache zurück.

Bei der Entwicklung des Kapitals ist es wichtig festzuhalten, daß die einzige Voraussetzung — das einzige Material, von dem wir ausgehn, Warenzirkulation und Geldzirkulation sind, Ware und Geld sind, und die Individuen nur als Warenbesitzer einander gegenüberstehn. Die zweite Voraussetzung ist, daß der Formwechsel, den die Ware in der Zirkulation durchläuft, nur formell ist, d.h., der Wert in jeder Form unverändert bleibt, die Ware, die einmal als Gebrauchswert, das andre Mal als Geld existiert, aber ohne ihre Wertgröße zu ändern, die Waren also zu ihrem Wert, im Verhältnis zu der in ihnen enthaltnen Arbeitszeit, gekauft und verkauft werden, in andren Worten, nur Äquivalente sich austauschen.

Betrachtet man die Form W-G-W, so erhält sich allerdings auch in ihr der Wert. Er existiert erst in der Form der Ware, dann des Gelds, dann wieder der Ware. Z.B. Tonne Eisen zum Preis von 3 Z, dieselben 3 I. existieren dann als Geld, dann als Weizen zum Preis von 3 I. Die Wertgröße von 3 I. hat sich also in diesem Prozeß erhalten, aber das Getreide als Gebrauchswert fällt nun ‘aus der Zirkulation heraus in die Konsumtion, und damit wird der Wert vernichtet. Obgleich sich der Wert hier erhält — solange die Ware in der Zirkulation sich befindet, so erscheint dies rein formell.

Zusätze zu &

Um den Begriff des Kapitals zu entwickeln, ist es nötig nicht von der Arbeit, sondern vom Wert auszugehn, und zwar von dem schon in der Bewegung der Zirkulation entwickelten Tauschwert. Es ist ebenso unmöglich, direkt von der Arbeit zum Kapital überzugehn als von den verschiednen Menschenracen direkt zum Bankier oder von der Natur zur Dampfmaschine.

! auszugeben

30 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Sobald das Geld als Tauschwert gesetzt wird, der sich verselbständigt, nicht nur gegen die Zirkulation (wie bei der Schatzbildung), sondern sich in ihr erhält, ist es nicht mehr Geld, denn dies kommt als solches nicht über die negative Bestimmung hinaus, sondern ist Kapital. Daher ist auch das Geld die erste Form, worin der Tauschwert zur Bestimmung des Kapitals fortgeht, und historisch die erste Erscheinungsform des Kapitals und wird daher auch historisch mit dem Kapital selbst verwechselt. Für das Kapital erscheint die Zirkulation nicht nur, wie beim Geld, als Bewegung, worin der Tauschwert verschwindet, sondern worin er sich erhält und selbst der Wechsel der beiden Bestimmungen von Geld und Ware ist. In der einfachen Zirkulation dagegen wird der Tauschwert nicht als solcher realisiert. Er wird immer nur realisiert im Moment seines Verschwindens. Wird Ware zu Geld und das Geld wieder zur Ware, so verschwindet die Tauschwertbestimmung der Ware, die nur dazu gedient hat, für die erste Ware entsprechendes Maß der zweiten Ware (die zweite Ware im entsprechenden Maß) zu erhalten, womit letztre dann als Gebrauchswert der Konsumtion anheimfällt. Die Ware wird indifferent gegen diese Form und ist nur noch direktes Objekt des Bedürfnisses. Wird Ware gegen Geld ausgetauscht, so verharrt die Form des Tauschwerts, das Geld, nur so lange, als es sich außerhalb des Austauschs negativ gegen die Zirkulation verhält. Die Unvergänglichkeit, die das Geld anstrebte, indem es sich negativ gegen die Zirkulation verhielt, erreicht das Kapital, indem es sich grade dadurch erhält, daß es sich der Zirkulation preisgibt.

y) Austausch mit Arbeit. Arbeitsprozeß. Verwertungsprozeß

In dem Prozeß G-W-G soll sich der Wert (eine gegebne Wertsumme) erhalten und vermehren, während er in die Zirkulation eingeht, d.h., abwechselnd die Formen der Ware und des Geldes annimmt. Die Zirkulation soll nicht bloßer Formwechsel sein, sondern die Wertgröße erhöhn, zu dem vorhandnen Wert einen Neuwert oder Mehrwert hinzusetzen. Der Wert als Kapital soll gleichsam Wert auf der zweiten Potenz sein, potenzierter Wert.

Der Tauschwert der Ware ist das in ihrem Gebrauchswert vergegenständlichte Quantum gleicher gesellschaftlicher Arbeit, oder das Quantum Arbeit, das in ihm verkörpert, aufgearbeitet ist. Die Größe dieses Quantums mißt sich an der Zeit, der Arbeitszeit, die erheischt ist, um den Gebrauchswert zu produzieren, daher in ihm vergegenständlicht ist.

Geld und Ware unterscheiden sich nur durch die Form, worin diese vergegenständlichte Arbeit ausgedrückt ist. Im Geld ist die vergegenständlichte

c) Austausch des Kapitals mit Arbeitsvermögen 3]

Arbeit ausgedrückt als gesellschaftliche Arbeit (allgemein), die daher unmittelbar austauschbar ist mit allen andren Waren in dem Maß, worin sie gleich viel Arbeit enthalten. In der Ware ist der in ihr enthaltne Tauschwert oder die in ihr vergegenständlichte Arbeit nur ausgedrückt in ihrem Preis, d.h. in einer Gleichung mit Geld; nur ideell in Gold (dem Material des Gelds und dem Maß der Werte). Beide Formen aber sind Formen derselben Wertgröße und, ihrer Substanz nach betrachtet, Formen desselben Quantums vergegenständlichter Arbeit, also überhaupt vergegenständlichte Arbeit. (Das Geld kann, wie wir gesehn haben, sowohl als Kaufmittel wie als Zahlungsmittel in der innren Zirkulation durch Wertzeichen, Zeichen seiner selbst, ersetzt werden. Dies ändert nichts an der Sache, da das Zeichen denselben Wert vorstellt, dieselbe Arbeitszeit, die im Geld enthalten ist.!)

Daß bei der Bewegung G-W-G, überhaupt beim Begriff des Kapitals, ausgegangen wird vom Geld, heißt weiter nichts, als daß ausgegangen wird von der selbständigen Form, die der in der Ware enthaltne Wert oder die in ihr enthaltne Arbeit annimmt; von der Form, worin sie Dasein der Arbeitszeit als allgemeiner Arbeitszeit — unabhängig von dem Gebrauchswert, worin : sie sich ursprünglich verkörperte — besteht. Der Wert, sowohl in der Form von Geld wie Ware, ist vergegenständlichtes Quantum Arbeit. Wenn das Geld in Ware oder die Ware in Geld umgesetzt wird, ändert der Wert nur seine Form, aber weder seine Substanz — vergegenständlichte Arbeit zu sein, noch seine Größe, wonach er ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit ist. Alle Waren sind also nur formell vom Geld verschieden; Geld ist nur eine besondre Existenzform derselben, die sie in der Zirkulation und für die Zirkulation annehmen. Als vergegenständlichte Arbeit sind sie dasselbe, Wert, und der Formwechsel — daß dieser Wert bald als Geld, bald als Ware da ist — soll der Voraussetzung nach für das Kapital gleichgültig sein oder es ist — nach der Voraussetzung, daß es sich erhaltender Wert in jeder dieser Formen — eine Voraussetzung, ohne die das Geld und der Wert überhaupt gar nicht zu Kapital wird. Es soll überhaupt nur Formwechsel desselben Inhalts sein.

Den einzigen Gegensatz gegen die vergegenständlichte Arbeit bildet die nicht vergegenständlichte, die lebendige Arbeit. Die eine ist im Raum, die andre in der Zeit vorhandne Arbeit, die eine vergangen, die andre gegenwärtig, die eine in einem Gebrauchswert verkörpert, die andre als menschliche Tätigkeit prozessierend und erst im Prozeß begriffen, sich zu vergegenständlichen, die eine ist Wert, die andre ist wertschaffend. Wird ein vorhandner Wert mit der wertschaffenden Tätigkeit, vergegenständlichte Arbeit mit lebendiger, kurz, Geld mit Arbeit ausgetauscht, so scheint die Möglichkeit vorhanden, daß ver-

4*

32 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

mittelst dieses Austauschprozesses der vorhandne Wert erhalten oder vergrößert wird. Nehmen wiir also an, daß der Geldbesitzer Arbeit kauft, also der Verkäufer keine Ware, sondern Arbeit verkauft. Aus der bisherigen Betrachtung des Verhältnisses der Warenzirkulation, wo sich nur Warenbesitzer gegenüberstehn, erklärt sich dies Verhältnis nicht. Wir fragen hier einstweilen auch nicht nach den Bedingungen desselben, setzen es bloß als Tatsache voraus. Unser Geldbesitzer bezweckt durch den Kauf der Arbeit nur, den von ihm beseßnen Wert zu vergrößern. Es ist ihm also gleichgültig, welche besondre Art Arbeit er kauft, nur muß er nützliche Arbeit kaufen, die einen besondren Gebrauchswert produziert, also eine besondre Art der Arbeit, z.B. die Arbeit eines Leinewebers. Über den Wert dieser Arbeit — oder wie sich der Wert der Arbeit überhaupt bestimmt, wissen wir noch nichts. /17/ Es ist also klar, daß ein gegebnes Quantum Arbeit dadurch seine Wertgröße nicht ändern und noch weniger vermehren kann, daß es einmal in der Form von Geld — der Ware, worin alle andren Waren ihren Wert messen — das andre Mal in irgendeinem beliebigen andren Gebrauchswert existiert, in andren Worten, daß es einmal in der Form des Geldes und das andre Mal in der Form der Ware existiert. Es ist selbst nicht abzusehn, wie durch einen solchen Formwechsel eine gegebne Wertsumme, ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit, sich als solche erhalten soll. In der Form des Geldes existiert der Wert der Ware — oder die Ware selbst, soweit sie - Tauschwert, ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit ist, in seiner unveränderlichen Form. Die Geldform ist eben die Form, worin sich der -Wert der Ware als Wert oder als bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit erhält, konserviert. Verwandle ich Geld in Ware, so verwandle ich den Wert aus seiner Form, worin er sich erhält, in eine Form, worin er sich nicht erhält, und in der Bewegung des Kaufens, um zu verkaufen, würde der Wert aus seiner unveränderlichen Form erst in eine Form verwandelt, worin er sich nicht erhält, um sie dann wieder in Geld, die unveränderliche Form, zurückzuverwandeln — eine Umwandlung, die in der Zirkulation gelingen mag oder nicht gelingen mag. Das Resultat wäre aber, daß ich nach wie vor dem Prozeß die Wertsumme, die vergegenständlichte Arbeit in ihrer unveränderlichen Form, als eine bestimmte Geldsumme besäße. Es ist dies eine ganz nutzlose und selbst zweckwidrige Operation. Halte ich aber das Geld als solches fest, so ist es Schatz, hat wieder Gebrauchswert und erhält sich als Tauschwert nur, weil es nicht als solcher wirkt; gleichsam als versteinerter Tauschwert, dadurch, daß es sich außerhalb der Zirkulation hält, sich negativ zu ihr verhält. Ändrerseits, in der Form der Ware vergeht der Wert mit dem Gebrauchswert, worin er steckt, der ein vergängliches Ding ist und als solcher

c) Austausch des Kapitals mit Arbeitsvermögen 33

durch den bloßen Stoffwechsel der Natur aufgelöst würde, Wird er aber wirklich als Gebrauchswert benutzt, d.h. konsumiert, so vergeht mit dem Gebrauchswert auch der in ihm enthaltne Tauschwert.

Vermehrung des Werts heißt nichts als Vermehrung von vergegenständlichter Arbeit; es ist aber nur durch lebendige Arbeit, daß vergegenständlichte Arbeit erhalten oder vermehrt werden kann.

Wachsen könnte der Wert, die in der Form des Geldes existierende vergegenständlichte Arbeit nur durch Austausch mit einer Ware, deren Gebrauchswert selbst darin bestünde, den Tauschwert zu vermehren, deren Konsumtion gleichbedeutend wäre mit Wertschöpfung oder Vergegenständlichung von Arbeit. (Überhaupt für den Wert, der sich verwerten soll, hat keine Ware direkt Gebrauchswert, außer sofern ihr Gebrauch selbst Wertschöpfung; außer sofern sie brauchbar zur Vermehrung des Werts.) Einen solchen Gebrauchswert hat aber nur das lebendige Arbeitsvermögen. Der Wert, Geld, kann sich daher nur durch Austausch mit dem lebendigen Arbeitsvermögen in Kapital verwandeln. Seine Verwandlung in Kapital erheischt einerseits seinen Austausch gegen das Arbeitsvermögen und andrerseits gegen die sachlichen Bedingungen, die die Vergegenständlichung des Arbeitsvermögens voraussetzt.

Wir stehn hier auf der Grundlage der Warenzirkulation, wonach durchaus keine Abhängigkeitsverhältnisse, außer den durch den Zirkulationsprozeß selbst gegebenen, vorausgesetzt sind unter den Austauschenden, sie sich nur als Käufer und Verkäufer unterscheiden. Geld kann hiernach nur Arbeitsvermögen kaufen, soweit letztres als Ware selbst feilgeboten wird, verkauft wird von seinem Inhaber, dem lebendigen Besitzer des Arbeitsvermögens. Die Bedingung ist, daß der Besitzer des Arbeitsvermögens erstens über sein eignes Arbeitsvermögen disponiert, als Ware darüber verfügen kann. Dazu muß er ferner Eigentümer desselben sein. Sonst könnte er es nicht als Ware verkaufen, Die zweite, in der ersten schon enthaltne Bedingung aber ist, daß er sein Arbeitsvermögen selbst als Ware auf den Markt bringen, verkaufen muß, weil er seine Arbeit nicht mehr in der Form einer andren Ware, in einem sonstigen Gebrauchswert, vergegenständlichter (außer seiner Subjektivität existierender) Arbeit auszutauschen hat, sondern die einzige Ware, die er anzubieten hat, zu verkaufen hat, eben sein lebendiges, in seiner lebendigen Leiblichkeit vorhandnes Arbeitsvermögen ist. (Vermögen ist hier durchaus nicht als fortuna, fortune, sondern als Potenz, öbvayicl, aufzufassen.) Damit er gezwungen ist, sein Arbeitsvermögen statt einer Ware, worin sich seine Arbeit vergegen-

! Möglichkeit

34 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

ständlicht, zu verkaufen — diese von allen andren Waren, ob sie in der Form der Ware oder des Gelds existieren — spezifisch verschiedne Ware, dazu ist vorausgesetzt, daß die gegenständlichen Bedingungen zur Verwirklichung seines Arbeitsvermögens, die Bedingungen zur Vergegenständlichung seiner Arbeit fehlen, abhanden gekommen sind, und vielmehr als Welt des Reichtums, des gegenständlichen Reichtums, einem fremden Willen untertan, ihm als Eigentum Warenbesitzer in der Zirkulation fremd gegenüberstehn, als fremdes Eigentum. Welches die Bedingungen zur Verwirklichung seines Arbeitsvermögens, oder welches die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit, der Arbeit in processu', als sich in einem Gebrauchswert verwirklichender Tätigkeit sind, wird sich später näher ergeben.

Wenn also die Bedingung zur Verwandlung des Gelds in Kapital sein Austausch mit lebendigem Arbeitsvermögen oder der Kauf des lebendigen Arbeitsvermögens von dem Inhaber desselben ist, kann das Geld sich überhaupt nur in Kapital oder der Geldbesitzer sich nur in Kapitalisten verwandeln, sofern er auf dem Warenmarkt, innerhalb der Zirkulation, den freien Arbeiter vorfindet, frei, insofern er einerseits über sein eignes Arbeitsvermögen als Ware disponiert; sofern er andrerseits über keine andre Ware zu disponieren hat oder frei, los und ledig ist aller gegenständlichen Bedingungen zur Verwirklichung seines Arbeitsvermögens und daher in demselben Sinne, wie der Geldbesitzer als Subjekt und Träger der vergegenständlichten Arbeit, des an sich selbst festhaltenden Werts, Kapitalist, so als bloßes Subjekt, bloße Personifikation seines eignen Arbeitsvermögens Arbeiter ist.

Dieser freie Arbeiter — und daher der Austausch zwischen dem Geldbesitzer und dem Besitzer des Arbeitsvermögens, zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Kapitalist und Arbeiter — ist aber offenbar selbst das Produkt, das Resultat einer vorhergegangnen historischen Entwicklung, das Resume vieler ökonomischer Umwälzungen und setzt den Untergang andrer gesellschaftlicher Produktionsverhältnisse und eine bestimmte Entwicklung der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit voraus. Die bestimmten historischen Bedingungen, die mit der Voraussetzung dieser Verhältnisse gegeben sind, werden sich bei der spätren Analyse desselben von selbst ergeben. Die kapitalistische Produktion aber geht von der Voraussetzung aus, daß die freien Arbeiter oder Verkäufer, die nur ihr eignes Arbeitsvermögen zu verkaufen haben, innerhalb der Zirkulation auf dem Markt vorgefunden werden. Die Bildung des Kapitalverhältnisses zeigt also von vornherein, daß es nur auf einer bestimmten geschichtlichen Stufe der ökonomischen Entwicklung der

! im Prozeß

ce) Austausch des Kapitals mit Arbeitsvermögen 35

Gesellschaft — der gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse und Produktivkräfte, eintreten kann. Es erscheint von vornherein als ein historisch bestimmtes ökonomisches Verhältnis, ein Verhältnis, das einer bestimmten historischen Periode der ökonomischen Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion angehört.

Wir gingen von der Ware aus, wie sie auf der Oberfläche der bürgerlichen Gesellschaft als das einfachste ökonomische Verhältnis, das Element des bürgerlichen Reichtums erscheint. Die Analyse derselben zeigte auch bestimmte historische Bedingungen in ihrem Dasein eingehüllt. Z.B., werden die Produkte von den Produzenten nur als Gebrauchswerte produziert, so wird der Gebrauchswert nicht zur Ware. Es setzt dies historisch bestimmte Verhältnisse unter den Mitgliedern der Gesellschaft voraus. Hätten wir nun weiter die Frage verfolgt: Unter welchen Umständen werden die Produkte allgemein als Waren produziert oder unter welchen Bedingungen erscheint das Dasein des Produkts als Ware als allgemeine und notwendige Form aller Produkte, so hätte sich gefunden, daß dies nur auf Grundlage einer ganz bestimmten historischen Produktionsweise, der kapitalistischen, stattfindet. Eine solche Betrachtung hätte aber der Analyse der Ware als solcher ferngelegen, denn wir hatten es bei dieser Analyse nur mit den Produkten zu tun, den Gebrauchswerten, soweit sie in der Form der Waren erscheinen, nicht aber mit der Frage, auf welcher gesellschaftlich ökonomischen Grundlage jedes Produkt als Ware erscheinen muß. Wir gehen vielmehr von den Tatsachen aus, daß sie in der bürgerlichen Produktion als solche allgemeine elementarische Form des Reichtums vorgefunden wird. Warenproduktion und daher Warenzirkulation kann aber stattfinden zwischen verschiednen Gemeinwesen oder zwischen verschiednen Organen desselben Gemeinwesens, obgleich der größte Teil der Produktion zum unmittelbaren Selbstbedarf produziert wird, als Gebrauchswert, und daher nie die Form der Ware annimmt. Andrerseits die Geldzirkulation ihrerseits, und daher die Entwicklung des Geldes in seinen verschiednen elementarischen Funktionen und Formen, setzt nichts voraus als die Warenzirkulation selbst, und zwar roh entwickelte Warenzirkulation. Dies ist allerdings auch eine historische Voraussetzung, die jedoch der Natur der Ware nach auf sehr verschiednen Stufen des gesellschaftlichen Produktionsprozesses erfüllt sein mag. Die nähre Betrachtung der einzelnen Geldformen, z.B. der Entwicklung des Geldes als Schatz und des Geldes als Zahlungsmittel, deutete auf sehr verschiedne historische Stufen des gesellschaftlichen Produktionsprozesses hin, historische Unterschiede, die sich aus der bloßen Form dieser verschiednen Geldfunktionen ergeben; allein das bloße Dasein des Geldes in der Form als Schatz oder als Zahlungsmittel zeigte sich gleich-

36 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

falls jeder einigermaßen entwickelten Stufe der Warenzirkulation angehörig und daher nicht auf eine bestimmte Produktionsperiode beschränkt, vorbürgerlichen Stufen des Produktionsprozesses ebenso eigen wie der bürgerlichen Produktion. Das Kapital aber tritt von vornherein als ein Verhältnis auf, das nur das Resultat eines bestimmten historischen Prozesses sein kann und Grundlage einer bestimmten Epoche in der gesellschaftlichen Produktionsweise.

Betrachten wir nun das Arbeitsvermögen selbst in seinem Gegensatz zur Ware, die ihm in der Form des Geldes gegenübertritt, oder im Gegensatz zur vergegenständlichten Arbeit, zum Wert, der in dem Geldbesitzer oder Kapitalisten personifiziert ist und in dieser Person eignes Wollen, Fürsichsein, bewußter Selbstzweck geworden ist. Einerseits erscheint das Arbeitsvermögen als die absolute Armut, indem ihm die ganze Welt des stofflichen Reichtums sowohl wie die allgemeine Form desselben, der Tauschwert, als fremde Ware und fremdes Geld gegenübersteht, es selbst aber bloß die in der lebendigen Leiblichkeit des Arbeiters('’! vorhandne und eingeschloßne Möglichkeit ist zu arbeiten, eine Möglichkeit, die jedoch von allen gegenständlichen Bedingungen ihrer Verwirklichung, also von ihrer eignen Wirklichkeit, absolut ‚getrennt ist und ihnen selbständig gegenüber, von ihnen entblößt, existiert. Sofern alle gegenständlichen Bedingungen zum ins Leben treten, zum wirklichen Prozeß der Arbeit, zu ihrer wirklichen Sollizitation! — alle Bedingungen zu ihrer Vergegenständlichung die Vermittlung bilden zwischen dem Vermögen der Arbeit und der wirklichen Arbeit, können sie alle als Arbeitsmittel bezeichnet werden.

Das Arbeitsvermögen, um als eigner Faktor gegenübertreten zu können der von dem Geldbesitzer und Warenbesitzer repräsentierten vergegenständlichten Arbeit, dem Wert, der als Kapitalist ihm gegenüber personifiziert ist, in seiner selbständigen Gestalt als Arbeiter, der sein Arbeitsvermögen als solches als Ware feilbieten muß, ist das von seinen Arbeitsmitteln entblößte Arbeitsvermögen. Da die wirkliche Arbeit die Aneignung des Natürlichen zur Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse, die Tätigkeit ist, wodurch der Stoffwechsel zwischen dem Menschen und der Natur vermittelt wird, so ist das Arbeitsvermögen, indem es von den Arbeitsmitteln, den gegenständlichen Bedingungen der Aneignung des Natürlichen durch Arbeit, entblößt ist, ebenso von Lebensmitteln entblößt, wie wir denn schon früher!!# gesehn haben, daß der Gebrauchswert der Waren ganz allgemein als Lebensmittel charakterisiert werden kann. Das von Arbeitsmitteln und Lebensmitteln

! Betreibung

c) Austausch des Kapitals mit Arbeitsvermögen 37

entblößte Arbeitsvermögen ist also die absolute Armut als solche, und der Arbeiter, als die bloße Personifikation desselben, besitzt wirklich seine Bedürfnisse, während er die Tätigkeit, sie zu befriedigen, nur als gegenstandslose, nur in seiner eignen Subjektivität eingeschloßßne Anlage (Möglichkeit) besitzt. Er ist als solcher, seinem Begriff nach, Pauper!', als die Personifikation und der Träger dieses für sich, von seiner Gegenständlichkeit isolierten Vermögens. Ändrerseits, da der stoffliche Reichtum, die Welt der Gebrauchswerte, nur aus Naturstoff besteht, der durch die Arbeit modifiziert ist, also nur durch Arbeit angeeignet wird, und die gesellschaftliche Form dieses Reichtums, der Tauschwert, durchaus nichts ist als eine bestimmte gesellschaftliche Form der in den Gebrauchswerten enthaltnen vergegenständlichten Arbeit; da aber der Gebrauchswert, der wirkliche Gebrauch des Arbeitsvermögens, die Arbeit selbst ist, also die die Gebrauchswerte vermittelnde und den Tauschwert schaffende Tätigkeit, ist das Arbeitsvermögen ebensosehr die allgemeine Möglichkeit des stofflichen und die einzige Quelle des Reichtums in der bestimmten gesellschaftlichen Form, die er als Tauschwert besitzt.

Wert als vergegenständlichte Arbeit ist ja eben nur die vergegenständlichte Tätigkeit des Arbeitsvermögens. Wenn daher bei dem Kapitalverhältnis von der Voraussetzung ausgegangen wird, daß die vergegenständlichte Arbeit sich erhält und vermehrt — der Wert sich erhält und vermehrt dadurch, daß der Geld- oder Warenbesitzer in der Zirkulation beständig einen Teil der Bevölkerung vorfindet, die bloße Personifikationen des Arbeitsvermögens, bloße Arbeiter sind und daher ihr Arbeitsvermögen als Ware verkaufen, auf dem Markt beständig feilbieten, so ist das Paradoxon, von dem die moderne politische Ökonomie auszugehn scheint, in der Natur der Sache begründet. Während sie einerseits die Arbeit als Quelle des Reichtums, sowohl in seinem stofflichen Gehalt als seiner gesellschaftlichen Form, sowohl der Gebrauchswerte als der Tauschwerte, proklamiert, proklamiert sie andrerseits ebensosehr die Notwendigkeit der absoluten Armut des Arbeiters — eine Armut, die eben nichts andres heißt, als daß sein Arbeitsvermögen die einzige Ware bleibt, die er zu verkaufen hat, daß er als bloßes Arbeitsvermögen dem gegenständlichen wirklichen Reichtum gegenübersteht. Dieser Widerspruch ist damit gegeben, daß dem Wert, erscheine er in der Form der Ware oder des Gelds, das Arbeitsvermögen als solches als eine besondere Ware gegenübersteht.

Fernerer Gegensatz ist: Im Gegensatz zum Geld (oder dem Wert überhaupt) als vergegenständlichter Arbeit erscheint das Arbeitsvermögen als Vermö-

I Armer

38 ‚1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

gen des lebendigen Subjekts, das eine vergangne, vorhergeschehne Arbeit, das andre zukünftige, deren Existenz eben nur die lebendige Tätigkeit, zeitlich vorhandne Tätigkeit des lebendigen Subjekts selbst sein kann.

Wie auf seiten des Kapitalisten der Wert als solcher steht, der im Geld sein gesellschaftliches, allgemein gültiges — allgemeines Dasein als vergegenständlichte Arbeit — besitzt, dem jede besondre Daseinsform — Dasein in dem Gebrauchswert jeder besondren Ware — nur als besondre und an und für sich gleichgültige Verkörperung gilt, daher der abstrakte Reichtum — so steht ihm im Arbeiter als der bloßen Personifikation des Arbeitsvermögens Arbeit überhaupt, die allgemeine Möglichkeit des Reichtums, die wertschaffende Tätigkeit (als Vermögen) überhaupt gegenüber und welche besondre Art der wirklichen Arbeit das Kapital kaufen mag. Diese besondre Weise des Arbeitsvermögens gilt nur, soweit sein Gebrauchswert Vergegenständlichung der Arbeit überhaupt, also wertschaffende Tätigkeit überhaupt ist. Dem Kapitalisten, der den Wert als solchen darstellt, steht der Arbeiter als Arbeitsvermögen schlechthin, als Arbeiter schlechthin gegenüber, so daß der Gegensatz zwischen dem 21] sich selbst verwertenden Wert, der sich selbst vergegenständlichten Arbeit und dem lebendigen wertschaffenden Arbeitsvermögen die Pointe und den eigentlichen Inhalt des Verhältnisses. bildet. Sie stehn sich als Kapital und Arbeit, als Kapitalist und Arbeiter gegenüber. Dieser abstrakte Gegensatz findet sich z.B. [nicht] in der zünftigen Industrie, wo das Verhältnis von Meister und Gesell ganz andre Bestimmungen hat. [Dieser Punkt und wahrscheinlich dieser ganze Passus erst einzufügen in den Abschnitt: Kapital und Lohnarbeit.!!71}

Wert des Arbeitsvermögens. Minimum des Salairs oder Durchschnittsarbeitslohn

Das Arbeitsvermögen unterscheidet sich als Gebrauchswert spezifisch von den Gebrauchswerten aller andren Waren. Erstens dadurch, daß es als bloße Anlage in der lebendigen Leiblichkeit des Verkäufers, des Arbeiters, existiert; zweitens, was ihm einen von allen andren Gebrauchswerten durchaus charakteristischen Unterschied aufprägt, daß sein Gebrauchswert — seine wirkliche Verwertung als Gebrauchswert, d.h. seine Konsumtion — die Arbeit selbst ist, also die Substanz des Tauschwerts, daß es die schöpferische Substanz des Tauschwertes selbst ist. Seine wirkliche Vernutzung, Konsumtion, ist Setzen des Tauschwerts. Tauschwert zu schaffen ist sein spezifischer Gebrauchswert,

d) Wert des Arbeitsvermögens 39

Als Ware jedoch hat das Arbeitsvermögen selbst einen Tauschwert. Es fragt sich, wie diesen Wert bestimmen? Soweit eine Ware unter dem Gesichtspunkt des Tauschwerts betrachtet wird, wird sie immer betrachtet als Resultat der produktiven Tätigkeit, die zur Erzeugung ihres Gebrauchswertes erheischt ist. Ihr Tauschwert ist gleich dem Quantum in ihr aufgearbeiteter, vergegenständlichter Arbeit, deren Maß die Arbeitszeit selbst ist. Als Tauschwert ist jede Ware von der andren nur quantitativ unterschieden, der Substanz nach aber ein gewisses Quantum der gesellschaftlichen Durchschnittsarbeit; der notwendigen Arbeitszeit, die erheischt ist, um diesen bestimmten Gebrauchswert unter gegebnen Produktionsbedingungen zu produzieren, also auch zu reproduzieren. Der Wert des Arbeitsvermögens wie der jedes andren Gebrauchswerts ist also gleich dem Quantum in ihm aufgearbeiteter Arbeit, der Arbeitszeit, die erheischt ist, um das Arbeitsvermögen zu produzieren. (Unter gegebnen allgemeinen Produktionsbedingungen.) Das Arbeitsvermögen existiert nur als Anlage in der lebendigen Leiblichkeit des Arbeiters. Die Produktion des Arbeitsvermögens, sobald es einmal als gegeben vorausgesetzt ist, löst sich wie die Produktion alles Lebendigen in Reproduktion auf, in Erhaltung. Der Wert des Arbeitsvermögens löst sich also zunächst auf in den Wert der Lebensmittel, die nötig sind, um es zu erhalten, d.h., um den Arbeiter als Arbeiter am Leben zu erhalten, so daß, wenn er heute gearbeitet hat, er fähig ist, denselben Prozeß} unter denselben Bedingungen am andren Morgen zu wiederholen.

Zweitens: Eh’ der Arbeiter sein Arbeitsvermögen entwickelt hat, ehe er fähig ist zu arbeiten, muß er leben. Soll also, wie vorausgesetzt ist, damit sich das Geld zum Kapital entwickle, damit das Kapitalverhältnis stattfinde — soll also das Kapital beständig auf dem Markt, innerhalb der Zirkulation, Verkäufer ihres eignen Arbeitsvermögens vorfinden, so ist es nötig — da der Arbeiter sterblich ist —, daß er außer seinen eignen Lebensmitteln genug Lebensmittel erhält, um die Arbeiterrace fortzupflanzen, zu vermehren oder allermindestens auf ihrer gegebnen Höhe zu erhalten, so daß die dem Markt durch Untauglichkeit oder Tod entzogenen Arbeitsvermögen durch frische ersetzt werden. Mit andren Worten: Er muß hinlänglich Lebensmittel erhalten, um Kinder solange zu ernähren, bis sie selbst als Arbeiter leben können. Der Arbeiter — um ein bestimmtes Arbeitsvermögen zu entwickeln, um seine allgemeine Natur so zu modifizieren, daß sie zur Ausübung einer bestimmten Arbeit fähig wird — bedarf einer Übung oder eines Unterrichts — einer Erziehung, die je nach der besondren Art produktiver Arbeit, die er erlernt, mehr oder minder selbst bezahlt werden muß, also auch in die Produktionskosten des Arbeitsvermögens eingeht. So wichtig nun die letztre Betrachtung

40 1. Verwandlung von Geld in Kapital... Heft ]

wird, sobald es sich davon handelt, 22] die verschiednen Werte besondrer Arbeitszweige zu entwickeln, so gleichgültig ist sie hier, wo wir es nur mit dem allgemeinen Verhältnis von Kapital und Arbeit zu tun haben und also gewöhnliche Durchschnittsarbeit vor uns haben, oder alle Arbeit nur als Potenz dieser Durchschnittsarbeit ansehn, deren Erlernungskosten verschwindend klein sind. Wie dem übrigens auch sein mag, die Erlernungskosten —

„die Ausgaben, die erheischt sind, um die Natur des Arbeiters als Fähigkeit und Fertigkeit in seinem bestimmten Arbeitszweig zu entwickeln — sind jedenfalls eingeschlossen unter die Lebensmittel, die der Arbeiter erheischt, um seine Kinder, seine Ersatzmänner, wieder zu Arbeitsvermögen heranzuziehn. Sie gehören unter die Lebensmittel, die erheischt sind, damit der Arbeiter sich als Arbeiter fortpflanze. Der Wert des Arbeitsvermögens löst sich also auf in die Werte der Lebensmittel, die erheischt sind, damit der Arbeiter sich als Arbeiter erhalte, als Arbeiter lebe und fortpflanze. Diese Werte lösen sich ihrerseits wieder auf in die bestimmte Arbeitszeit, die notwendig ist — in das Quantum Arbeit, das verausgabt worden ist, um die zur Erhaltung und Fortpflanzung des Arbeitsvermögens notwendigen Lebensmittel oder Gebrauchswerte zu erzeugen.

Die zur Erhaltung oder Reproduktion des Arbeitsvermögens nötigen Lebensmittel lösen sich alle auf in Waren, die je nach der wechselnden Produktivkraft der Arbeit mehr oder weniger Wert haben, d.h., kürzere oder längere Arbeitszeit zu ihrer Produktion erheischen, so daß dieselben Gebrauchswerte mehr oder weniger Arbeitszeit vergegenständlicht enthalten. Der Wert der Lebensmittel, die zur Erhaltung des Arbeitsvermögens erheischt sind, wechselt daher, aber stets wird er genau gemessen durch die Quantität der Arbeit, die notwendig ist, um die zur Erhaltung und Reproduktion des Arbeitsvermögens nötigen Lebensmittel zu erzeugen, oder die notwendig ist, um das Arbeitsvermögen selbst zu erhalten oder reproduzieren. Die Größe der so erheischten Arbeitszeit wechselt, aber es ist stets eine bestimmte Arbeitszeit — größer oder kleiner — vorhanden, die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens verwandt werden muß und als deren Vergegenständlichung sein lebendiges Dasein selbst zu betrachten ist.

Die Lebensmittel, deren der Arbeiter bedarf, um als Arbeiter zu leben, sind natürlich verschieden in verschiednen Ländern und in verschiednen Kulturzuständen. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, z. B. die Nahrung, Kleidung, Wohnung, Heizung, sind größer oder kleiner, je nach klimatischen Verschiedenheiten. Ebenso, da der Umfang sog. erster Lebensbedürfnisse und die Art ihrer Befriedigung großenteils von dem Kulturzustand der Gesellschaft abhängen — selbst historisches Produkt sind, gehört in einem Land oder in

d) Wert des Arbeitsvermögens 41

einer Epoche zu den notwendigen Lebensmitteln, was in der anderen nicht dazu gehört. Indes ist dies in einem bestimmten Land — ich meine den Umkreis dieser notwendigen Lebensmittel — in einer bestimmten Periode gegeben.

Selbst das Niveau des Werts der Arbeit wächst oder fällt, wenn man verschiedne Epochen der bürgerlichen Periode in demselben Lande vergleicht. Endlich aber steigt der Marktpreis des Arbeitsvermögens bald über und bald fällt er unter das Niveau seines Werts. Dies gilt wie von allen andren Waren und ist ein gleichgültiger Umstand hier, wo wir von der Voraussetzung ausgehn, daß die Waren als Äquivalente sich austauschen oder ihren Wert in der Zirkulation realisieren. (Dieser Wert der Waren überhaupt, ganz wie der Wert des Arbeitsvermögens, stellt sich in der Wirklichkeit als ihr Durchschnittspreis dar, zu dem sich die abwechselnd fallenden oder steigenden Marktpreise kompensieren, so daß der Wert der Waren sich also in diesen Schwankungen der Marktpreise selbst realisiert; bestätigt.) Die Frage über diese Bewegungen des Niveaus des Arbeiterbedürfnisses, ebenso wie das Steigen und Fallen der Marktpreise des Arbeitsvermögens über oder unter dieses Niveau gehören in die Lehre vom Arbeitslohn, nicht hierhin, wo das allgemeine Kapitalverhältnis zu entwickeln. Es wird sich im Fortgang dieser Untersuchung zeigen, daß es durchaus gleichgültig für die Resultate ist, ob man das Niveau der Arbeiterbedürfnisse höher oder niedriger annimmt. Das einzig Wichtige ist, daß es als gegeben, bestimmt betrachtet wird. Alle Fragen, die sich auf es nicht als gegebene, sondern als unveränderliche Größe beziehen, gehören in die Untersuchungen über die Lohnarbeit im besondren und berühren ihr allgemeines Verhältnis zum Kapital nicht. Übrigens betrachtet notwendig jeder Kapitalist, der z.B. eine Fabrik errichtet und sein Geschäft etabliert, den Arbeitslohn als gegeben in dem Ort, wo und der Zeit, wann er sich etabliert.

{„Verringert die Unterhaltungskosten der Menschen durch Verringerung des natürlichen Preises von Nahrung und Kleidung, die das Leben erhalten, und die Löhne werden schließlich sinken, trotzdem die Nachfrage nach Arbeitern sehr erheblich gestiegen sein mag“. (p.460, Riclardo], „Princ. of Pol. Ec,“, 3.ed., London 1821.)} {„Der natürliche Preis der Arbeit ist der Preis, der nötig ist, die Arbeiter zu befähigen, one with another', zu subsistieren, und ihre Race zu verewigen, ohne Wachstum oder Abnahme. Die Macht des Arbeiters, sich selbst und seine Familie zu erhalten, hängt nicht von der Quantität des Geldes ab, das er als Lohn erhält, sondern von der Quantität von food, necessarixes und conveniences?, die dies Geld kaufen kann. Der natürliche Preis der Arbeit hängt daher ab von

! auf die eine oder andere Art 2 Nahrungsmitteln, lebenswichtigen Gütern und Bequemlichkeiten

42 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

dem price! of food, necessaries und conveniences ... mit einem Steigen im Preise von food und necessaries steigt daher der natürliche Preis der Arbeit und fällt mit dem Fallen der-

selben.“ (Ric., l.c., p. 86.)}

[Das englische Peck (Kornmaß) ist = Y; bushel. 8 bushels gehn auf 1 Quarter. Der standard bushel enthält 2218 cube inches and Y, and measures 19), inches in diameter, and 8), inches deep.? Malthus sagt:

„Aus einer vergleichenden Übersicht über Kornpreise und Arbeitslöhne von der Regierung Edwards III. an, also seit 500 Jahren, folgt, daß der Arbeitslohn für die Arbeit eines Tages in diesem Land häufiger unter als über einem peck Weizen standen; daß 1 peck Weizen eine Art mittlere Höhe darstellte, aber eher über die Mitte hinausging, um

die sich die in Getreide berechneten Arbeitslöhne änderten, je nach Angebot und Nachfrage.“ (Ip. 240,] 254, Malthus, „Princip. of P. Econ.“, London 1836, 2.ed.)}

Wird an die Stelle einer höheren und wertvollern!!! Ware, welche das Hauptlebensmittel des Arbeiters bildete, eine niedrigere, z.B. an die Stelle von Fleisch Korn, Weizen oder an die Stelle von Weizen und Roggen die Kartoffel gesetzt, so fällt natürlich das Niveau des Werts des Arbeitsvermögens, weil das Niveau seiner Bedürfnisse herabgedrückt worden ist. Wir werden in unserer Untersuchung dagegen überall unterstellen, daß die Masse und Qualität der Lebensmittel, also auch der Umfang der Bedürfnisse, auf irgendeiner gegebnen Kulturstufe nie herabgedrückt wird, weil diese Untersuchung über das Steigen und Fallen des Niveaus selbst (namentlich das künstliche Herabdrücken desselben) an der Betrachtung des allgemeinen Verhältnisses nichts ändert. Z.B., bei den Schotten gibt es viele Familien, die statt von Weizen und Roggen für ganze Monate von Hafergrütze (oat meal) und Gerstenmehl, nur mit Salz und Wasser gemischt, leben und „sehr comfortable“, „and that very comfortably“?, sagt Eden in seinem „The State of the Poor

etc.“, London 1797, v.1, b. HI, ch. 11.19 Um einen niedrigen average* künstlich zu schaffen, spannte der komische Philanthrop und baronisierte Yankee, Graf Rumford, Ende des vorigen Jahrhunderts sein beschränktes Gehirn an. Seine „Essays“ sind ein schönes Kochbuch mit Rezepten für alle mögliche Art Fraß von den billigsten Sorten, um den Arbeitern Surrogate für die teuern, jetzigen Normalspeisen zu geben. Die billigste Speise, die nach diesem „Philosophen“ zu bereiten ist, ist eine Suppe von Gerste, Mais, Pfeffer, Salz, Essig, süßen Kräutern und 4 Heringen für

! Preis

? Der übliche Bushel enthält 2218% Kubikzoll, und er hat einen Durchmesser von 191, Zoll und ist 8Y, Zoll hoch.

3 „sehr ausreichend“, „und das sehr ausreichend“

* Durchschnitt

d) Wert des Arbeitsvermögens 43

8 Gallons Wasser. Eden in dem oben zitierten Werk empfiehlt diesen schönen Fraß den Gouverneurs von Arbeitshäusern bestens. 5b. Gerste, 5 lb. Mais, für 3d Heringe, Id Salz, 1d Essig, 2d Pfeffer und Kräuter — Summe 20%, d — gibt eine Suppe für 64 Menschen, ja, unter den Durchschnittspreisen von Korn soll man die Kosten bis auf Y;d per! Portion herabdrücken können. ?

{„Der einfache Arbeiter, der nichts als seine Arme und seinen Fleiß besitzt, hat nichts, außer wenn es ihm gelingt, seine Arbeit an andre zu verkaufen ... Bei jeder Art Arbeit muß es dahin kommen, und kommt es in der Tat dahin, daß der Lohn des Arbeiters auf das begrenzt ist, was er notwendig zu seinem Lebensunterhalt braucht.“ ([p.] 10, Turgot, „Reflexions sur la Formation et la Distribution des Richesses“ (erschien zuerst 1766),

(Euvres, t. 1, &d. Eugöne Daire, Paris 1844.9)}

{Einerseits ist es möglich, das Niveau des Werts des Arbeitsvermögens, weil der Lebensmittel oder die Weise ihrer Befriedigung herabzusetzen, indem wohlfeilere und schlechtere an die Stelle besserer gesetzt werden, oder überhaupt der Umkreis, der Umfang derselben vermindert wird. Ändrerseits ist es aber auch möglich, da in das Niveau — die Durchschnittshöhe — eingeht die Ernährung der Kinder und Frauen, das Niveau herabzudrücken, indem diese selbst gezwungen werden zu arbeiten, und [in] der Zeit, wo Kinder sich entwickeln, sollen sie schon zur Arbeit verwendet werden. Auch diesen Kasus, wie alle andren auf das Niveau des Werts der Arbeit bezüglichen, lassen wir unberücksichtigt. Wir geben also dem Kapital fair chance, indem wir grade die größten Scheußlichkeiten desselben als nicht existierend voraussetzen.} {Ebenso kann das Niveau erniedrigt werden, wenn die Zeit der Erlernung möglichst auf 0 oder die Kosten der Erlernung reduziert werden durch Vereinfachung der Arbeit.}

{Es kann hier angeführt werden — mit Bezug auf die frühe Exploitation der Kinder als Arbeiter — folgendes von dem Whigsykophanten Macaulay. Es ist dies charakteristisch für die Art Geschichtsschreibung (und Auffassung auch auf ökonomischem Gebiete, die zwar nicht laudator temporis actil?!), vielmehr ihre Kühnheit nur rückwärts, ins Passivum verlegt).??! Über die Kinderarbeit in Fabriken ähnlich im 17. Jahrhundert. Doch die Stelle besser, wo von historischem Prozeß oder der Maschine etc. gesprochen wird. Sieh „Factory Reports“, 1856.11}

Die Bestimmung des Werts des Arbeitsvermögens war natürlich von der höchsten Wichtigkeit für die Auffassung des Kapitalverhältnisses, das auf dem Verkauf des Arbeitsvermögens beruht. Es war also vor allem festzuset-

! In der Handschrift: Y, d Kopf per

44 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

zen, wie der Wert dieser Ware bestimmt wird, denn das Wesentliche in dem Verhältnis ist, daß das Arbeitsvermögen als Ware angeboten wird, als Ware aber ist die Bestimmung seines Tauschwertes entscheidend. Da der Tauschwert des Arbeitsvermögens bestimmt wird durch die Werte oder die Preise der Lebensmittel, der Gebrauchswerte, die zu seiner Erhaltung und Reproduktion nötig sind, konnten die Physiokraten, so wenig sie die Natur des Werts überhaupt begriffen, den Wert des Arbeitsvermögens im ganzen richtig auffassen. Bei ihnen, die über das Kapital überhaupt die ersten verständigen Begriffe aufstellten, spielt daher dieser durch den Durchschnitt der Lebensbedürfnisse bestimmte Arbeitslohn eine Hauptrolle.

{Bailey in seiner anonym herausgegebnen Schrift „A Critical Dissertation on the Nature, Measures and Causes of Value etc.“, London 1825, die überhaupt gegen Ricardos Werttheorie gerichtet ist, bemerkt über seine Bestimmung des Werts des Arbeitsvermögens:

„Ricardo, geistreich genug, vermeidet eine Schwierigkeit, die auf den ersten Blick seiner Theorie entgegenzustehen scheint; daß nämlich der Wert von der in der Produktion verwandten Arbeitsmenge abhängig ist. Hält man an diesem Prinzip streng fest, so folgt daraus, daß der Wert der Arbeit abhängt von der zu ihrer Produktion aufgewandten Arbeitsmenge — was offenbar Unsinn ist. Durch eine geschickte Wendung macht deshalb Ricardo den Wert der Arbeit abhängig von der Menge der Arbeit, die zur Produktion des Lohnes erforderlich ist; oder, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, er behauptet, daß der Wert der Arbeit nach der Arbeitsmenge zu schätzen sei, die zur Produktion des Lohnes benötigt wird; worunter er die Arbeitsmenge versteht, die zur Produktion des Geldes oder der Ware notwendig ist, die dem Arbeiter gegeben werden. Gerade so gut könnte man sagen, daß der Wert von Tuch nicht nach der zu seiner Produktion verwandten Arbeitsmenge geschätzt werde, sondern nach der Arbeitsmenge, die zur Produktion des Silbers verwandt wurde, gegen welches das Tuch eingetauscht wird.“ ([p.] 50, 51.)

Das einzig richtige an der Polemik ist, daß Ricardo den Kapitalisten mit seinem Geld direkt Arbeit kaufen läßt, statt Disposition über das Arbeitsvermögen. Arbeit als solche ist nicht direkt Ware, die notwendig vergegenständlichte, in einem Gebrauchswert aufgearbeitete Arbeit ist. Riclardo], der nicht zwischen dem Arbeitsvermögen als der Ware, die der Arbeiter verkauft, dem . Gebrauchswert, der einen bestimmten Tauschwert hat, und der Arbeit, die bloß der Gebrauch dieses Vermögens in actu! ist, unterscheidet, ist daher unfähig, abgesehn von dem von Bailey hervorgehobnen Widerspruch — daß lebendige Arbeit nicht geschätzt werden kann durch das Quantum Arbeit employed in its production? —, nachzuweisen, wie der Mehrwert herauskommen

! in der Tat ? das angewandt wurde, um sie zu produzieren

d) Wert des Arbeitsvermögens 45

kann, überhaupt die Ungleichheit zwischen dem Quantum Arbeit, das der Kapitalist dem Arbeiter als Lohn gibt, und dem Quantum lebendige Arbeit, das er für dieses Quantum vergegenständlichter Arbeit kauft. Im übrigen ist Baileys Bemerkung silly'. Der Preis von cloth? besteht doch wohl auch aus dem Preis des Baumwollgarns, das in ihm konsumiert ist, wie der des Arbeitsvermögens, aus dem der Lebensmittel, die durch Stoffwechsel in es eingehn. Daß übrigens bei dem Lebendigen, Organischen, seine Reproduktion nicht von der direkt auf es verwendeten Arbeit, in ihm aufgearbeiteten Arbeit abhängt, sondern von dem der Lebensmittel, die es konsumiert — und dies ist die Weise, es zu reproduzieren —, konnte Bailey auch bei der Wertbestimmung der Tiere sehn; selbst bei der Maschine, soweit in ihre Kosten die der Kohlen, Öl und andrer matieres instrumentales’, die sie konsumiert, eingehn. Soweit die Arbeit sich nicht nur auf Erhaltung der Lebendigkeit beschränkt, sondern besondre Arbeit nötig ist, die direkt das Arbeitsvermögen selbst modifiziert, es zur Ausübung einer bestimmten Fertigkeit entwickelt, geht diese ebenfalls — wie bei komplizierterer Arbeit — in den Wert der Arbeit ein, und hier ist es direkt im Arbeiter verarbeitet, in seiner Produktion verausgabte Arbeit. Sonst kommt der Witz Baileys nur darauf hinaus, daß die Arbeit, die zur Reproduktion des Organischen verwandt wird, auf die Lebensmittel desselben, nicht direkt auf es selbst, verwandt wird, indem die Aneignung dieser Lebensmittel durch die Konsumtion keine Arbeit, sondern vielmehr Genuß ist.}

j/25/ Die Lebensbedürfnisse erneuern sich täglich. Nehmen wir also z.B. die Masse der Lebensbedürfnisse, die während eines Jahrs erheischt werden, damit der Arbeiter als Arbeiter leben und sich als Arbeitsvermögen erhalten kann, und den Tauschwert dieser Summe — d.h. das Quantum Arbeitszeit, das in diesen Lebensmitteln aufgearbeitet, vergegenständlicht, enthalten ist —, so wird, einen Tag in den andern gerechnet, die Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter durchschnittlich in einem Tage bedarf, und der Wert derselben, um das ganze Jahr durch zu leben, den Wert seines Arbeitsvermögens an jedem Tag vorstellen, oder das Quantum von Lebensmitteln, das den einen Tag erheischt ist, damit es am andern als lebendiges Arbeitsvermögen fortbesteht, reproduziert ist. Die Konsumtion der Lebensmittel ist langsamer oder schneller. Z.B. die Gebrauchswerte, die täglich als Nahrung dienen, werden auch täglich aufgezehrt, ebenso z.B. die Gebrauchswerte, die zur Heizung, Seife

! albern

2 Tuch 3 Produktionshilfsstoffe

46 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

(Reinlichkeit) und Erleuchtung dienen. Andre notwendige Lebensmittel dagegen, wie Kleidung oder Wohnung, werden langsamer abgenutzt, obgleich sie täglich verbraucht und gebraucht werden. Einige Lebensmittel müssen täglich von neuem gekauft, täglich erneuert werden, (ersetzt) werden, andre, wie Kleider z.B., da sie für längre Zeiträume fortfahren, als Gebrauchswerte zu dienen und erst am Ende dieser Zeiträume abgenutzt, unbrauchbar geworden sind, brauchen nur in längren Zwischenräumen ersetzt oder erneuert zu werden, obgleich sie täglich gebraucht werden müssen.

Ist die Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter täglich konsumieren muß, um als Arbeiter zu leben = A, so wäre sie in 365 Tagen = 365 A. Würde dagegen die Summe aller andren Lebensmittel, die er braucht und die nur dreimal des Jahrs erneuert zu werden, also neu gekauft zu werden brauchten, = B, so würde er im ganzen Jahr nur 3B brauchen. Zusammen

En würde er also im Jahr brauchen 365 A+3B; und am Tage 365 =: 3B

Dies wäre die Durchschnittssumme der Lebensmittel, deren er täglich bedürfte, und der Wert der Summe wäre der tägliche Wert seines Arbeitsvermögens, d.h. der Wert, der tagaus tagein — einen Tag in den andern gerechnet, nötig wäre, um die zur Erhaltung des Arbeitsvermögens notwendigen Lebensmittel zu kaufen.

(Rechnet man das Jahr zu 365 Tagen, so kommen darauf 52 Sonntage, bleiben Werktage 313; kann also im Durchschnitt 310 Werktage rechnen.)

365A+3B

Wäre nun der Wert von ————— = 1 Taler, so wäre der tägliche Wert

seines Arbeitsvermögens = | Taler. Er muß täglich soviel verdienen, um tagaus tagein das Jahr durch leben zu können, und es ändert hieran nichts, daß der Gebrauchswert einiger Waren nicht täglich erneuert wird. Also ist gegeben die jährliche Summe der Lebensbedürfnisse; dann nehmen wir deren Wert oder Preis; von diesem nehmen wir den täglichen Durchschnitt oder dividieren ihn durch 365, und so erhalten wir den Wert der durchschnittlichen Lebensbedürfnisse des Arbeiters oder den durchschnittlichen Tageswert seines Arbeitsvermögens. (Der Preis von 365 A+3B = 365 Taler, so der der

1 Er a BO AK SB. ..: 369: ,, täglichen Lebensbedürfnisse Bar a ET ! Taler.)

d) Wert des Arbeitsvermögens 47

Austausch von Geld mit Arbeitsvermögen

Das Arbeitsvermögen trotz seines spezifischen Charakters, und daher spezifische Ware — wie das Geld auch Ware überhaupt, aber spezifische Ware war (nur bei ihm das Spezifische hervorgebracht, durch das Verhalten aller Waren zu irgendeiner beliebigen ausschließlichen Ware; hier durch die Natur des Gebrauchswerts der Ware) —, ist also wie jede andre Ware 1. ein Gebrauchswert, ein bestimmter Gegenstand, dessen Gebrauch besondre Bedürfnisse befriedigt. 2. hat es einen Tauschwert, d.h., in ihm als Gegenstand, als Gebrauchswert, ist ein bestimmtes Quantum Arbeit aufgearbeitet, vergegenständlicht. Als Vergegenständlichung von Arbeitszeit überhaupt ist es Wert. Seine Wertgröße ist bestimmt durch das Quantum der in ihm aufgearbeiteten Arbeit. Dieser Wert in Geld ausgedrückt ist der Preis des Arbeitsvermögens,. Da wir hier von der Voraussetzung ausgehen, daß alle Waren sich ihrem Wert gemäß verkaufen, unterscheidet sich Preis überhaupt nur vom Wert dadurch, daß es der in dem Material des Geldes geschätzte oder gemeßne oder ausgedrückte Wert ist. Die Ware wird daher zu ihrem Wert verkauft, wenn sie zu ihrem Preis verkauft wird. Ebenso ist hier unter dem Preis des Arbeitsvermögens nichts zu verstehn als sein in Geld ausgedrückter Wert. Der Wert des Arbeitsvermögens für einen Tag oder eine Woche wird daher gezahlt, wenn der Preis der Lebensmittel bezahlt wird, der zur Erhaltung des Arbeitsvermögens während eines Tags oder einer Woche erheischt ist. Dieser Preis oder Wert aber ist bestimmt nicht allein durch die Lebensmittel, die es täglich total konsumiert, sondern ebenso durch die Lebensmittel, die es täglich gebraucht, wie Kleidung z.B., aber nicht täglich verbraucht, so daß sie täglich erneuert werden müßten, die es daher nur in gewissen Zeiträumen zu erneuern oder zu ersetzen braucht. Wenn auch alle auf Kleidung bezüglichen Gegenstände (die Gefäße zum Essen und Trinken z.B. brauchen nicht so rasch ersetzt zu werden wie Kleidung, weil sie sich nicht so rasch abnutzen, noch weniger die Möbeln, Betten, Tische, Stühle usw.) sich nur einmal innerhalb eines Jahres abnützten, so wäre dennoch während des ganzen Jahres der Wert dieser Kleidungsmittel konsumiert zur Erhaltung des Arbeitsvermögens, und nach Ende des Jahrs müßte er fähig sein, sie zu ersetzen. Er müßte also im Durchschnitt täglich soviel erhalten, daß nach Abzug der täglichen Ausgaben für die tägliche Konsumtion genug übrigbliebe, um die abgenützten Kleider durch neue nach Ablauf eines Jahrs zu ersetzen; also wenn auch nicht täglich einen soundso vielten Teil eines Rocks, doch den täglichen aliquoten! Teil des

! entsprechenden

Ei

48 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Werts eines Rocks. Die Erhaltung des Arbeitsvermögens, wenn sie kontinuierlich sein soll, was bei dem Kapitalverhältnis vorausgesetzt ist, ist also nicht allein bestimmt durch den Preis der täglich aufkonsumierten und daher den andren Tag erneuerten, zu ersetzenden Lebensmittel, sondern es kömmt hinzu der tägliche Durchschnitt des Preises der Lebensmittel, die in einem längren Zeitraum ersetzt werden müssen, aber täglich gebraucht werden müssen. Es läuft auf einen Unterschied in der Zahlung hinaus. Der Gebrauchswert, wie ein Rock z.B., muß ganz gekauft werden und als Ganzes verbraucht werden. Er wird gezahlt, indem täglich Y, des Preises der Arbeit in Reserve gehalten wird.

Da das Arbeitsvermögen nur vorhanden ist als in der lebendigen Leiblichkeit des Arbeiters eingeschloßne Fähigkeit, Anlage, Potenz, so heißt die Erhaltung desselben nichts, als die Erhaltung des Arbeiters selbst, in dem zur Ausübung seines Arbeitsvermögens nötigen Grade von Kraft, Gesundheit, Lebensfähigkeit überhaupt.

Es ist also festzuhalten: Die Ware, die der Arbeiter in der Sphäre der Zirkulation auf dem Markt feilbietet, die er zu verkaufen hat, ist sein eignes Arbeitsvermögen, das, wie jede andre Ware, soweit sie Gebrauchswert ist, eine gegenständliche Existenz hat, wenn hier auch. nur als Anlage, Potenz in dem lebendigen Leib des Individuums (es braucht hier wohl nicht erwähnt zu werden, daß nicht nur die Hand, sondern auch der Kopf zum Leib gehört) selbst. Seine Funktion als Gebrauchswert aber, die Konsumtion dieser Ware, ihr Gebrauch als Gebrauchswert, besteht in der Arbeit selbst, ganz wie der Weizen, der erst wirklich als Gebrauchswert funktioniert, sobald er in dem Ernährungsprozeß verbraucht wird, als Nahrungsstoff wirkt. Der Gebrauchswert dieser Ware wird wie der jeder andren Ware erst in ihrem Konsumtionsprozeß verwirklicht, also erst, nachdem sie aus der Hand des Verkäufers in die des Käufers übergegangen ist, hat aber mit dem Prozeß des Verkaufs selbst nichts weiter zu tun, als Motiv für den Käufer zu sein. Ferner hat dieser als Arbeitsvermögen vor seiner Konsumtion bestehende Gebrauchswert einen Tauschwert, der wie der jeder andren Ware gleich dem Quantum der in ihm enthaltnen und daher zu seiner Reproduktion erheischten Arbeit ist, und wie wir gesehn haben, exakt gemessen ist durch die Arbeitszeit, erheischt, um die zur Erhaltung des Arbeiters nötigen Lebensmittel zu schaffen. Da das Maß für das Leben selbst die Zeit ist, wie z.B. Gewicht das Maß für Metalle, so wäre die Arbeitszeit, die erheischt ist, um den Arbeiter durchschnittlich einen Tag am Leben zu erhalten, der tägliche Wert seines Arbeitsvermögens, damit es einen Tag in den andren reproduziert, oder was hier dasselbe, erhalten bleibt in denselben Bedingungen, die, wie gesagt, nicht durch das bloße

d) Wert des Arbeitsvermögens 49

Naturbedürfnis umschrieben sind, sondern durch das Naturbedürfnis, wie es in einem gewissen Kulturzustand geschichtlich modifiziert ist. Dieser Wert des Arbeitsvermögens, in Geld ausgedrückt, ist sein Preis, von dem wir voraussetzen, daß er gezahlt wird, da wir überhaupt den Austausch von Äquivalenten oder den Verkauf der Waren zu ihrem Wert unterstellen. Dieser Arbeitspreis heißt Arbeitslohn. Der Arbeitslohn, der dem Wert des Arbeitsvermögens entspricht, ist der Durchschnittspreis desselben, wie wir ihn dargestellt haben, der Durchschnittsarbeitslohn, der auch Minimum des Arbeitslohns oder Salairs heißt, wobei aber unter Minimum nicht die äußerste Grenze der physischen Notwendigkeit zu verstehn ist, sondern der tägliche Durchschnittsarbeitslohn, z. B. eines Jahres, worin die Preise des Arbeitsvermögens, die bald über ihrem Wert stehn, bald unter ihn fallen, ausgeglichen sind.

Es liegt in der Natur dieser besondren Ware, des Arbeitsvermögens, daß ihr wirklicher Gebrauchswert erst nach ihrer Konsumtion wirklich aus einer Hand in die andre übergegangen, aus der Hand des Verkäufers in die des Käufers. Der wirkliche Gebrauch des Arbeitsvermögens ist die Arbeit. Verkauft aber wird es als Vermögen, bloße Möglichkeit, bevor die Arbeit geleistet ist, als bloße Kraft, deren wirkliche Äußerung erst nach ihrer Entäußerung an den Käufer vor sich geht. Da hier also die formelle Entäußerung des Gebrauchswerts und sein wirkliches Überlassen der Zeit nach auseinanderfallen, funktioniert das Geld des Käufers in diesem Austausch meist als Zahlungsmittel. Das Arbeitsvermögen wird täglich, wöchentlich usw. bezahlt, aber nicht im Moment, wo es gekauft wird, sondern nachdem es wirklich täglich, wöchentlich usw. konsumiert worden ist. In allen Ländern, wo das Kapitalverhältnis entwickelt ist, wird das Arbeitsvermögen dem Arbeiter erst gezahlt, nachdem es als solches funktioniert hat. In dieser Beziehung kann gesagt werden, daß überall der Arbeiter dem Kapitalisten täglich oder wöchentlich — es hängt dies aber mit der besondren Natur der Ware zusammen, die er verkauft — kreditiert — den Gebrauch der von ihm verkauften Ware überläßt und erst nach der Konsumtion derselben ihren Tauschwert oder Preis erhält. {In Zeiten der Krisen, und selbst bei vereinzelten Bankerutten zeigt sich dann, daß dies Kreditieren der Arbeiter keine bloße Phrase ist, indem sie nicht bezahlt werden.} Indes ändert das an dem Austauschprozeß3 zunächst nichts. Der Preis wird kontraktlich festgestellt — also der Wert des Arbeitsvermögens in Geld geschätzt, obgleich er erst später realisiert, gezahlt wird. Die Preisbestimmung bezieht sich daher auch auf den Wert des Arbeitsvermögens, nicht auf den Wert des Produkts, der dem Käufer des Arbeitsvermögens infolge seiner Konsumtion, seiner wirklichen Verbrauchung erwachsen ist, auch nicht auf den Wert der Arbeit, die als solche nicht Ware.

50 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

! Wir wissen nun in der Tat, was der Geldbesitzer, der sein Geld in Kapital verwandeln will und daher Arbeitsvermögen kauft, dem Arbeiter zahlt, und er zahlt ihm in der Tat z.B. den täglichen Wert seines Arbeitsvermögens, einen seinem täglichen Wert entsprechenden Preis oder Tageslohn, indem er ihm eine Summe Geld zahlt = dem Wert der zur täglichen Erhaltung des Arbeitsvermögens notwendigen Lebensmittel; eine Geldsumme, die grade soviel Arbeitszeit darstellt, als zur Produktion dieser Lebensmittel, also zur täglichen Reproduktion des Arbeitsvermögens erheischt ist. Wir wissen noch nicht, was der Käufer seinerseits erhält. Es hängt mit der spezifischen Natur dieser Ware, des Arbeitsvermögens, wie mit dem spezifischen Zweck, wozu sie vom Käufer gekauft wird — nämlich, damit er sich als Repräsentant des sich selbst verwertenden Werts bewähre —, zusammen, daß die nach dem Verkauf erfolgenden Operationen spezifischer Natur sind und daher besonders betrachtet werden müssen. Es kommt hinzu — und zwar ist dies das Wesentliche, daß der besondre Gebrauchswert der Ware und seine Verwirklichung als Gebrauchswert das ökonomische Verhältnis, die ökonomische Formbestimmtheit selbst betrifft und daher in den Kreis unsrer Betrachtung fällt. Es kann hier nebenbei darauf aufmerksam gemacht [werden], daß der Gebrauchswert ursprünglich als gleichgültig, irgendeine beliebige stoffliche Voraussetzung erscheint. Der wirkliche Gebrauchswert der einzelnen Ware — wie daher überhaupt die Besonderheit der Ware — ist bei der Analyse der Ware ganz gleichgültig. Das Wichtige ist hier nur der allgemeine Unterschied

zwischen Gebrauchswert und Tauschwert, aus dem sich das Geld entwickelt usw. (Sieh oben.)

Arbeitsprozeß

Nachdem der Geldbesitzer das Arbeitsvermögen gekauft hat — sich gegen Arbeitsvermögen ausgetauscht hat (der Kauf ist fertig mit der wechselseitigen Übereinkunft, wenn die Zahlung auch erst später eintritt), verwendet er es nun als Gebrauchswert, konsumiert es. Die Verwirklichung des Arbeitsvermögens, sein wirklicher Gebrauch, ist aber die lebendige Arbeit selbst. Der Konsumtionsprozeß dieser spezifischen Ware, die der Arbeiter verkauft, fällt also zusammen mit dem oder ist vielmehr der Arbeitsprozeß selbst. Da die Arbeit die Tätigkeit des Arbeiters selbst, die Verwirklichung seines eignen Arbeitsvermögens ist, so tritt er also als arbeitende Person, als Arbeiter in diesen Prozeß, und für den Käufer hat er in diesem Prozeß kein andres Dasein als das des sich betätigenden Arbeitsvermögens. Es ist daher nicht eine Person,

e) Arbeitsprozeß 51

die arbeitet, sondern das aktive Arbeitsvermögen, personifiziert im Arbeiter. Es ist charakteristisch, daß in England die Arbeiter von dem Hauptorgan, wodurch sich ihr Arbeitsvermögen betätigt, von ihren eignen Händen nämlich, hands genannt werden.

Wirkliche Arbeit ist zweckmäßige Tätigkeit zur Herstellung eines Gebrauchswerts zur Aneignung eines natürlichen Stoffs in einer bestimmten Bedürfnissen entsprechenden Weise. Ob es mehr der Muskel oder mehr der Nerv ist, der bei dieser Tätigkeit verbraucht wird, ist hierbei gleichgültig, ebenso, ob der Naturstoff schon mehr oder minder idealisiert ist.

Jede wirkliche Arbeit ist besondre Arbeit, Ausüben eines besondren, von den andren unterschiedenen Zweigs der Arbeit. Wie die eine Ware von der andren sich durch ihren besondren Gebrauchswert unterscheidet, so ist es eine besondre Art Tätigkeit, Arbeit, die sich in ihr verkörpert. Da die Verwandlung des Gelds in Kapital oder die Kapitalbildung eine entwickelte Warenzirkulation voraussetzt, setzt sie eine entwickelte Teilung der Arbeit voraus. Teilung der Arbeit, hier verstanden in der Art, wie sie sich in der Mannigfaltigkeit der zirkulierenden Waren zeigt (erscheint) — also als Teilung der Gesamtheit, der Totalität der gesellschaftlichen Arbeit in mannigfaltigen Arbeitsweisen, als eine Totalität besondrer Arbeitsweisen. Die Arbeit, die der Arbeiter verrichtet, wird also einem besondren Arbeitszweig ausschließlich angehören, wie sein Arbeitsvermögen selbst ein besondres ist. Der bestimmte Inhalt oder Zweck und daher die bestimmte Weise der Arbeit geht uns hier ebensowenig an, wie uns bei der Analyse der Ware ihr bestimmter Stoff oder Gebrauchswert angeht. Es ist gleichgültig, in welchem besondren Arbeitszweig der Arbeiter arbeitet, obgleich natürlich der Käufer immer nur eine besondre Arbeitsart kaufen kann. Der einzige Punkt, der hierbei festzuhalten, ist die Bestimmtheit der Arbeit, wo sie als wirklicher Prozeß erscheint. Es wird sich weiter unten zeigen, daß diese Gleichgültigkeit gegen den besondren Inhalt der Arbeit nicht nur eine Abstraktion ist, die wir machen, sondern die das Kapital macht und wesentlich zur Charakteristik desselben gehört. {Wie die Betrachtung der Gebrauchswerte der Ware als solcher in die Warenkunde, so des Ärbeitsprozesses in seiner Wirklichkeit in die Technologie.}

Was uns beim Arbeitsprozeß interessiert, sind nur die ganz allgemeinen Momente, in die er zerfällt und die ihm als Arbeitsprozeß zukommen. Diese allgemeinen Momente müssen sich aus der Natur der Arbeit selbst ergeben. Bevor der Arbeiter die Disposition über sein Arbeitsvermögen verkauft hat, konnte er das letztre nicht als Arbeit betätigen, nicht verwirklichen, weil es getrennt war von den gegenständlichen Bedingungen seiner Betätigung. In dem

52 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

wirklichen Arbeitsprozeß ist diese Trennung aufgehoben. Das Arbeitsvermögen wirkt nun, weil es sich seine gegenständlichen Bedingungen naturgemäß aneignet. Es betätigt sich, weil es in Kontakt, in Prozeß, in Verbindung mit den gegenständlichen Faktoren tritt, ohne die es sich nicht realisieren kann. Diese Faktoren können ganz allgemein als Arbeitsmittel bezeichnet werden. Die Arbeitsmittel selbst aber zerfallen notwendig in einen Gegenstand, der bearbeitet wird und den wir das Arbeitsmaterial nennen wollen, und in das eigentliche Arbeitsmittel, einen Gegenstand (dieser Gegenstand braucht nicht ein Instrument zu sein, er kann z. B. chemischer Prozeß sein), den die menschliche Arbeit, T’ätigkeit, als Mittel zwischen sich und das Arbeitsmaterial schiebt, das so als conductor! der menschlichen Tätigkeit dient. Bei genauer Analyse wird sich stets finden, daß bei aller Arbeit ein Arbeitsmaterial und ein Arbeitsmittel angewandt wird. Es ist möglich, daß das Arbeitsmaterial, der Gegenstand, der durch die Arbeit für ein besondres Bedürfnis angeeignet werden soll, ohne Zutun menschlicher Arbeit sich in der Natur vorfindet, wie z.B. der Fisch, der im Wasser gefangen wird, oder das Holz, das im Urwald gefällt wird, oder das Erz, das aus dem Schacht hervorgeholt wird, so daß nur das Arbeitsmittel selbst ein Produkt frührer menschlicher Arbeit ist. Es bezeichnet dies alles, was extraktive Industrie genannt werden kann, und gilt vom Ackerbau nur soweit, als jungfräuliche Erde etwa zubereitet wird. Der Same ist hier aber sowohl Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial, wie alles Organische, z.B. das Tier, in der Viehzucht beides ist. Dagegen kann es nur bei den rohsten Stufen der ökonomischen Entwicklung, also nur in Zuständen, wo an Bildung des Kapitalverhältnisses nicht zu denken, vorkommen, daß das Arbeitsinstrument ohne weitre Vermittlung in der Natur sich vorfände. Es ist von selbst klar, folgt aus der Natur der Sache, daß die Entwicklung des menschlichen Arbeitsvermögens sich besonders zeigt in der Entwicklung des Arbeitsmittels oder Produktionsinstruments. Es zeigt dies nämlich, in welchem Grade er die Wirkung seiner unmittelbaren Arbeit auf das Natürliche durch das Dazwischenschieben für seine Arbeitszwecke schon zurechtgemachter geregelter und seinem Willen als Leiter unterworfner Natur erhöht hat.

Unter den Arbeitsmitteln im Unterschied vom Arbeitsmaterial sind nicht nur die Produktionsinstrumente inbegriffen, vom einfachsten Werkzeug oder Gefäß bis zum entwickeltsten System der Maschinerie, sondern auch die gegenständlichen Bedingungen, ohne die der Arbeitsprozef überhaupt nicht vorgehn kann, z.B. das Haus, worin gearbeitet wird, oder das Feld, worauf gesät

! Leiter

e) Arbeitsprozeß 53

wird usw. Sie gehn nicht direkt in den Arbeitsprozeß ein, aber sie sind Bedingungen, ohne die er nicht vorgehn kann, als notwendige Arbeitsmittel. Sie erscheinen als Bedingungen des Vorgehens des ganzen Prozesses, nicht als innerhalb seines Vorgehens eingeschloßne Faktoren.* Das Einzelne in Details hat hier keinen Zweck.

Das Arbeitsmaterial wird, mit Ausnahme der Rohproduktion, stets selbst schon durch einen frühren Arbeitsprozeß durchgangen sein. Was als Arbeitsmaterial und daher als Rohmaterial in dem einen Arbeitszweig, erscheint als Resultat in dem andren. Die große Mehrzahl selbst von dem, was als Naturprodukt betrachtet wird, z.B. die Pflanzen und Tiere, sind in der Form, wie sie Jetzt von Menschen benutzt und wieder erzeugt werden, das Resultat einer durch viele Generationen unter menschlicher Kontrolle, vermittelst menschlicher Arbeit vorgegangnen Umwandlung, in der sich ihre Form und Substanz verändert hat. Ebenso, wie schon bemerkt, ist das Arbeitsmittel in einem Arbeitsprozeß Arbeitsresultat in dem andren.

1130] Um also das Arbeitsvermögen zu konsumieren, genügt es nicht, daß der Geldbesitzer das Arbeitsvermögen kauft {zeitliche! Disposition darüber}, er muß auch die Arbeitsmittel, deren Umfang größer oder kleiner sein mag, kaufen: Das Arbeitsmaterial und die Arbeitsmittel. Hierauf kommen wir nachher zurück. Hier ist nur zu bemerken, daß damit der Geldbesitzer, der Arbeitsvermögen gekauft hat, zur Konsumtion desselben, d.h. zum wirklichen Arbeitsprozeß fortschreiten kann, er mit einem andren Teil seines Geldes die gegenständlichen Arbeitsbedingungen, die als Waren innerhalb der Zirkulation roulieren, gekauft haben muß, in Verbindung mit denen erst das Arbeitsvermögen in den wirklichen Arbeitsprozeß übergehn kann.

Er kauft auch Ware, aber Ware, deren Gebrauchswerte von der lebendigen Arbeit konsumiert, als Faktoren des Arbeitsprozesses konsumiert werden sollen, teils Gebrauchswerte, die das Arbeitsmaterial und damit das Element eines höheren Gebrauchswertes bilden sollen, teils Arbeitsmittel, die der Einwirkung der Arbeit auf das Arbeitsmaterial als Leiter dienen. Waren — hier zunächst die Gebrauchswerte der Waren — so im Arbeitsprozeß konsumieren heißt, sie produktiv konsumieren, nämlich nur aufzehren als Mittel oder Gegenstand, durch die und in denen die Arbeit einen höhern Gebrauchswert schafft. Es ist die industrielle Konsumtion von Waren. (Gebrauchswerten.)

* Fbenso fallen unter die Arbeitsmittel Substanzen, die konsumiert werden, um das Arbeitsmittel als solches zu verwenden, wie Öl, Kohle usw. oder chemische Stoffe, die eine gewisse Modifikation im Arbeitsmaterial hervorbringen sollen, wie z.B. Chlor, um zu bleichen usw.

! In der Handschrift: zeitliche stückweise

54 ; l. Verwandlung von Geld in Kapital : Heft I

Soviel in bezug auf den Geldbesitzer, der sein Geld durch den Austausch mit dem Arbeitsvermögen in Kapital verwandelt.

Innerhalb des wirklichen Arbeitsprozesses selbst sind die Waren nur als (sebrauchswerte vorhanden, nicht als Tauschwerte; denn sie stehn der wirklichen lebendigen Arbeit nur als ihre Bedingungen, als Mittel ihrer Verwirklichung gegenüber, als durch die Natur der Arbeit selbst bestimmte Faktoren, deren sie zur Verwirklichung in einem bestimmten Gebrauchswert bedarf. Z.B. der Leinweber im Akt des Webens bezieht sich auf das Leeinengarn, sein Arbeitsmaterial nur als Material dieser bestimmten Tätigkeit, des Webens, nur als Element zur Herstellung des Leinenprodukts, nicht auf es, soweit es! einen Tauschwert hat, Resultat einer frühren Arbeit ist, sondern auf es als vorhandnes Ding, dessen Eigenschaften er zur Umänderung desselben benutzt. Ebenso hat der Webstuhl hier nichts als Ware zu schaffen, als Träger des Tauschwerts, sondern nur als Arbeitsmittel für das Weben. Nur als solches wird er im Arbeitsprozeß3 gebraucht und verbraucht. Wenn Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, obgleich selbst Waren und also Gebrauchswerte, die einen Tauschwert haben, der wirklichen Arbeit nur als Momente ihres Prozesses, als Faktoren desselben gegenüberstehn, so versteht es sich, daß sie in diesem Prozeß selbst ihm noch weniger als Kapital gegenüberstehn. Die wirkliche Arbeit eignet sich das Instrument als ihr Mittel und das Material als das Material ihrer Tätigkeit an. Sie ist Aneignungsprozeß dieser Gegenstände als des beseelten Leibes, als der Organe der Arbeit selbst. Das Material erscheint hier als die unorganische Natur der Arbeit, das Arbeitsmittel als Organ der aneignenden Tätigkeit selbst.

Wenn hier von „höheren“ Gebrauchswerten gesprochen wird, so ist darunter nichts Moralisches zu verstehn, nicht einmal, daß der neue Gebrauchswert notwendig einen höhern Rang im System der Bedürfnisse einnimmt. Korn, das zu Schnaps zubereitet wird, ist ein niedrigrer Gebrauchswert als Schnaps. Jeder Gebrauchswert, der als Element zur Bildung eines neuen vorausgesetzt ist, ist diesem neuen gegenüber ein niedrigrer Gebrauchswert, weil er dessen elementarische Voraussetzung bildet, und ein Gebrauchswert ist um so höher, je inehr Arbeitsprozesse die Elemente, aus denen er neu gebildet wird, schon durchlaufen haben; je vermittelter also sein Dasein ist.

Der Arbeitsprozeß ist also der Prozeß, worin von seiten des Arbeiters eine bestimmte zweckmäßige Tätigkeit ausgeübt wird, Bewegung, die sowohl Betätigung seines Arbeitsvermögens, seiner Geistes- und Leibeskräfte, wie Verausgabung und Abnützung derselben ist — durch die er dem Arbeitsmaterial eine neue Gestalt gibt und die sich so in demselben materialisiert —, mag

! In der Handschrift: Leinenpds nicht auf sie soweit sie

e) Arbeitsprozeß 55

diese Veränderung der Form chemisch oder mechanisch sein oder durch Kontrolle von physiologischen Prozessen selbst vor sich gehn oder nur in der Raumentfernung des Gegenstandes (Veränderung seines örtlichen Daseins) oder in der bloßen Trennung desselben von seinem Zusammenhang mit dem Erdkörper bestehn. Während sich so die Arbeit im Arbeitsgegenstand materialisiert, formiert sie denselben und verbraucht, konsumiert das Arbeitsmittel als ihr Organ. Aus der Form der Tätigkeit geht die Arbeit in die Form des Seins über, in die des Gegenstands. Als Veränderung des Gegenstands verändert sie ihre eigne Gestalt. Die formgebende Tätigkeit verzehrt den Gegenstand und sich selbst; sie formiert ihn und materialisiert sich; sie verzehrt sich selbst in ihrer subjektiven Form als Tätigkeit und verzehrt das Gegenständliche des Gegenstands, d.h., hebt seine Gleichgültigkeit gegen den Zweck der Arbeit auf. Endlich konsumiert die Arbeit das Arbeitsmittel, das während des Prozesses aus der bloßen Möglichkeit sich ebenfalls in Wirklichkeit übersetzt hat, indem es zum wirklichen Leiter der Arbeit geworden, damit aber, durch den mechanischen oder chemischen Prozeß, den es eingeht, ebenfalls in seiner ruhenden Form aufgezehrt worden ist.

Alle 3 Momente des Prozesses, dessen Subjekt die Arbeit und deren Faktoren das Arbeitsmaterial, worauf und Arbeitsmittel, womit es wirkt, fallen zusammen in ein neutrales Resultat — das Produkt. In dem Produkt hat sich die Arbeit vermittelst dem Arbeitsmittel mit dem Arbeitsmaterial verbunden. Das Produkt, das neutrale Resultat, worin der Arbeitsprozeß endet, ist ein neuer Gebrauchswert. Ein Gebrauchswert überhaupt erscheint als Produkt des Arbeitsprozesses. Dieser Gebrauchswert mag nun selbst entweder die letzte Form erreicht haben, in der er als Lebensmittel der individuellen Konsumtion dienen kann; auch in dieser Form kann er wieder Faktor eines neuen Arbeitsprozesses werden, wie z.B. Korn nicht von Menschen, sondern von Pferden verzehrt werden kann, zur Produktion von Pferden, oder es kann als Element für einen höhren kompliziertren Gebrauchswert dienen, oder der Gebrauchswert ist fertiges Arbeitsmittel, das als solches in einem neuen Arbeitsprozeß dienen soll, oder endlich der Gebrauchswert ist ein unfertiges Produkt, Halbfabrikat, das noch in andre von dem Arbeitsprozeß, als dessen Produkt es herauskömmt, unterschiedne Arbeitsprozesse, sei die Reihe dieser Prozesse größer oder kleiner, wieder als Arbeitsmaterial eingehn und auch eine Reihe stofflicher Veränderungen durchlaufen muß. Mit Bezug auf den Arbeitsprozeß aber, aus dem es als Produkt herauskommt, erscheint es als fertiges abschließendes Resultat, als ein neuer Gebrauchswert, dessen Herstellung den Inhalt des Arbeitsprozesses und den immanenten Zweck der Arbeitstätigkeit bildete; die Verausgabung des Arbeitsvermögens, dessen Konsumtion bildete.

56° l. Verwandlung von Geld in Kapital . Heft I

In dem Arbeitsprozeß werden also Produkte frührer Arbeitsprozesse verwandt, von der Arbeit konsumiert, um neue Produkte von höhrem, d.h. vermittelterem Gebrauchswert herzustellen. Innerhalb der Schranken des bestimmten Ärbeitsprozesses selbst, worin die gegenständlichen Faktoren der Arbeit nur als gegenständliche Bedingungen ihrer Verwirklichung erscheinen, ist diese Bestimmung der Gebrauchswerte, selbst schon Produkte zu sein, durchaus gleichgültig. Es zeigt sich aber darin die stoffliche Abhängigkeit der verschiednen gesellschaftlichen Arbeitsweisen zueinander und ihre wechselseitige Ergänzung zu einer Totalität der gesellschaftlichen Arbeitsweisen.

Soweit vergangne Arbeit ihrer stofflichen Seite nach betrachtet wird, d.h., soweit an einem Gebrauchswert, der als Arbeitsmittel oder Arbeitsmaterial in einem Arbeitsprozesse dient, der Umstand festgehalten wird, daß dieser Gebrauchswert selbst schon eine Verbindung von Naturstoff und Arbeit, dient die vergangne in Gebrauchswerten vergegenständlichte konkrete Arbeit als Mittel zur Verwirklichung neuer Arbeit oder, was dasselbe ist, zur Bildung neuer Gebrauchswerte. Aber es ist wohl festzuhalten, in welchem Sinne dies im wirklichen Arbeitsprozeß der Fall ist. Z.B. Webstuhl und Baumwollgarn dienen im Weben nur in den Eigenschaften, die sie für diesen Prozeß als Material und Mittel des Webens besitzen, nur durch die dinglichen Eigenschaften, die sie für diesen besondren Arbeitsprozeß besitzen. Daß die Baumwolle, Holz und Eisen diese Form, die eine als Garn, die andre als Webstuhl, erhalten, worin sie diese Dienste im Arbeitsprozeß leisten, diese bestimmte Gebrauchsverwertung — - ganz wie der Umstand, daß der Weizen die bestimmten Dienste, Gebrauchsverwertung, die er im Ernährungsprozeß besitzt — vermittelst frührer Arbeit erhalten haben, selbst schon eine Kombination von Arbeit und Naturstoff darstellen, ist ein Umstand, der als solcher für diesen bestimmten Arbeitsprozeß, indem sie in einer bestimmten Weise als Gebrauchswerte dienen, eine besondre Nutzanwendung erhalten, als solchen gleichgültig ist. Er könnte jedoch nicht stattfinden, wenn Baumwolle, Eisen und Holz durch einen frühren, vergangnen Ärbeitsprozeß nicht die Gestalt und daher die besondren vernutzbaren Eigenschaften, die sie als Garn und Webstuhl besitzen, erhalten hätten. Rein stofflich betrachtet, vom Standpunkt des wirklichen Arbeitsprozesses selbst aus, erscheint also ein bestimmter vergangner Arbeitsprozeß als Vorstufe und Bedingung für das Ins-Leben-Treten des neuen Arbeitsprozesses. Dann wird dieser Arbeitsprozeß selbst aber nur als Bedingung zur Herstellung eines bestimmten Gebrauchswertes, also selbst vom Standpunkt des Gebrauchswertes aus betrachtet. Wie in der Konsumtion eines Gebrauchswertes überhaupt die in ihm enthaltne Arbeit gleichgültig ist und er nur als Gebrauchswert wirkt oder nach seinen Eigenschaften im Prozeß der Konsum-

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tion gewisse Bedürfnisse befriedigt, also nur seine Eigenschaften, die er als dieser Gegenstand besitzt, die Dienste, die er als dieser Gegenstand leistet, interessieren, so im Arbeitsprozeß, der selbst nur ein bestimmter, besondrer Konsumtionsprozeß von Gebrauchswerten, eine besondre, spezifische Art ihrer Vernutzung ist, nur die Eigenschaften, die die Produkte frührer Arbeit für diesen Prozeß haben, nicht ihr Dasein als Materiatur vergangner Arbeit. Die Eigenschaften, die irgendein Naturstoff durch die frühre Arbeit erhalten hat, sind jetzt seine eignen dinglichen Eigenschaften, mit denen er wirkt oder dient. Daß diese Eigenschaften durch frühre Arbeit vermittelt sind, diese Vermittlung selbst ist im Produkt aufgehoben, ausgelöscht.

132! Was als besondre Weise, treibender Zweck die Tätigkeit der Arbeit, erscheint jetzt in seinem Resultat, in der im Produkt durch die Arbeit zustande gekommnen Veränderung des Gegenstandes, als ein Gegenstand mit neuen bestimmten Eigenschaften, die er für den Gebrauch, zur Befriedigung von Bedürfnissen besitzt. Werden wir im Arbeitsprozeß selbst daran erinnert, daß das Arbeitsmaterial und -mittel Produkt frührer Arbeit ist, so geschieht es nur, sofern sie nicht die nötigen Eigenschaften entwickeln, z.B. eine Säge, die nicht zersägt, ein Messer, das nicht schneidet usw. Dies erinnert uns an die Unvollkommenheit der Arbeit, die einen Faktor für den gegenwärtigen Arbeitsprozeß geliefert hat. Soweit Produkte frührer Arbeitsprozesse in einen neuen Arbeitsprozeß als Faktoren, als Material oder Mittel eingehn, interessiert uns nur die Qualität der vergangnen Arbeit, ob ihr Produkt wirklich die zweckmäßiigen Eigenschaften, die es zu besitzen vorgibt, besitzt, ob die Arbeit gut oder schlecht war. Es ist die Arbeit in ihrer stofflichen Wirkung und Wirklichkeit, die uns hier interessiert. Im übrigen, soweit Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial — als solche Gebrauchswerte im wirklichen Arbeitsprozeß dienen und die zweckmäßigen Eigenschaften besitzen (ob sie aber diese Eigenschaften als Gebrauchswerte in höhrem oder niedrem Grad besitzen, vollkommener oder unvollkommener ihrem Zweck dienen, hängt von der vergangnen Arbeit ab, deren Produkte sie sind), ist es ganz gleichgültig, daß sie Produkte frührer Arbeit sind. Wenn sie fertig vom Himmel fielen, würden sie denselben Dienst leisten. Soweit sie uns als Produkte, d.h. als Resultate vergangner Arbeit, interessieren, ist es nur als Resultate einer besondren Arbeit, die Qualität dieser besondren Arbeit, von der ihre Qualität als Gebrauchswerte, der Grad, in dem sie wirklich [als] Gebrauchswerte für diesen besondren Konsumtionsprozeß dienen, abhängt. Ganz ebenso in einem gegebnen Arbeitsprozeß interessiert die Arbeit nur, sofern sie als diese bestimmte zweckmäßige Tätigkeit wirkt, diesen bestimmten stofflichen Inhalt aber und der Grad, in dem das Produkt gut oder schlecht ist, den Gebrauchswert wirk-

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lich besitzt, erhält, den es im Arbeitsprozeß erhalten soll, von der größren oder geringren Güte, Vollkommenheit, ihrem zweckentsprechenden Charakter der Arbeit abhängt.

Andrerseits Produkte, die dazu bestimmt sind, als Gebrauchswerte in einen neuen Arbeitsprozeß einzugehn, also entweder Arbeitsmittel sind oder unfertige Produkte, d.h. Produkte, die, um wirkliche Gebrauchswerte zu werden — der individuellen oder produktiven Konsumtion zu dienen —, einer weitren Verarbeitung bedürfen — diese Produkte, die also entweder Arbeitsmittel oder Arbeitsmaterial für einen fernren Arbeitsprozeß sind, verwirklichen sich als solche nur, indem sie in Kontakt mit der lebendigen Arbeit treten, die ihre tote Gegenständlichkeit aufhebt, sie konsumiert, sie aus Gebrauchswerten, die nur der Möglichkeit nach existieren, in wirkliche und wirkende Gebrauchswerte verwandelt, indem sie dieselben als die gegenständlichen Faktoren ihrer eignen lebendigen Bewegung verbraucht und gebraucht. Eine Maschine, die nicht im Arbeitsprozeß dient, ist nutzlos, totes Eisen und Holz. Außerdem fällt sie der Verzehrung durch die elementarischen Mächte — dem allgemeinen Stoffwechsel [anheim], das Eisen verrostet, das Holz verfault. Garn, das nicht verwebt oder verstrickt wird usw., ist nur verdorbne Baumwolle, Baumwolle, die zu andrer Nutzanwendung, die sie in ihrem Zustand als Baumwolle, als Rohmaterial besaß, verdorben ist. Da jeder Gebrauchswert verschieden vernutzt werden kann, jedes Ding verschiedne Eigenschaften hat, in denen es den Bedürfnissen dienen kann, so verliert es dieselben, indem es durch einen frühren Arbeitsprozeß Gebrauchswert in einer bestimmten Richtung erhalten hat, Eigenschaften, mit denen es nur in einem bestimmten nachfolgenden Arbeitsprozeß nützen kann; Produkte also, die nur als Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial dienen können, verlieren nicht nur ihre Eigenschaft als Produkte, als diese bestimmten Gebrauchswerte, die sie durch die frühre Arbeit erhalten haben, sondern das Rohmaterial, aus dem sie bestehn, ist verdorben, zwecklos verschleudert worden und fällt mit der nützlichen Form, die es durch die frühre Arbeit erhalten hat, dem auflösenden Spiel der Naturmächte anheim. Im Arbeitsprozeß werden die Produkte des frühren Arbeitsprozesses, Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, gleichsam von den toten auferweckt. Sie werden nur wirkliche Gebrauchswerte, indem sie als Faktoren in den Arbeitsprozeß eingehn, wirken nur als Gebrauchswerte in ihm und werden nur durch ihn der Auflösung in dem allgemeinen Stoffwechsel entzogen, um im Produkt als Neubildung wiederzuerscheinen. Die Maschine wird auch durch den Arbeitsprozeß zerstört, aber als Maschine. Sie lebt und wirkt als Maschine, ihre Konsumtion ist zugleich ihre Wirksamkeit, und in der veränderten Form des Materials ist ihre Bewegung als Eigenschaft

e) Arbeitsprozeß 59

eines neuen Gegenstands verwirklicht, fixiert. Ebenso das Arbeitsmaterial entwickelt seine Gebrauchseigenschaften, die es als solches besitzt, nur im Arbeitsprozeß selbst. Sein Konsumtionsprozeß ist Umgestaltungsprozeß, Veränderung, woraus es als erhöhter Gebrauchswert hervorgeht. 33] Wenn also einerseits vorhandne Produkte, Resultate frührer Arbeit, die Verwirklichung der lebendigen Arbeit als die gegenständlichen Bedingungen derselben vermitteln, vermittelt die lebendige Arbeit die Verwirklichung dieser Produkte als Gebrauchswerte, als Produkte und erhält sie, entzieht dieselben dem allgemeinen Stoffwechsel der Natur, indem sie dieselben als Elemente einer „Neubildung“ beseelt.

Die reale Arbeit, soweit sie Gebrauchswerte schafft, Aneignung des Natürlichen für menschliche Bedürfnisse ist, seien diese Bedürfnisse nun Bedürfnisse der Produktion oder individuellen Konsumtion, ist allgemeine Bedingung des Stoffwechsels zwischen Natur und Mensch und als solche Naturbedingung des menschlichen Lebens von allen bestimmten gesellschaftlichen Formen desselben unabhängig, allen gleich gemeinsam. Dasselbe gilt vom Arbeitsprozeß in seinen allgemeinen Formen, der ja überhaupt nur die lebendige Arbeit ist, in seine besondren Elemente zerlegt, als deren Einheit der Arbeitsprozeß selbst, die Wirkung der Arbeit durch dfie] Arbeitsmittel auf das Arbeitsmaterial. Der Arbeitsprozeß selbst erscheint seiner allgemeinen Form nach, also noch in keiner besondren ökonomischen Bestimmtheit. Es ist darin kein bestimmtes historisches (gesellschaftlich) Produktionsverhältnis ausgedrückt, das die Menschen in der Produktion ihres gesellschaftlichen Lebens eingehn, vielmehr die allgemeine Form und die allgemeinen Elemente, worin die Arbeit sich in allen gesellschaftlichen Produktionsweisen gleichmäßig zerlegen muß, um als Arbeit zu wirken.

Die Form des Arbeitsprozesses, die hier betrachtet worden ist, nur seine abstrakte Form, von allen bestimmten historischen Charakteren losgelöst, und die auf alle Arbeiten des Arbeitsprozesses, in welche gesellschaftlichen Verhältnisse die Menschen während desselben zueinander treten mögen, gleichmäßig paßt. So wenig man es dem Weizen anschmeckt, ob er von einem russischen Leibeigenen oder einem französischen Bauern produziert ist, so wenig sieht man es diesem Arbeitsprozeß in seinen allgemeinen Formen, den allgemeinen Formen dieses Arbeitsprozesses an, ob er unter der Peitsche eines Sklavenaufsehers, unter dem Auge eines industriellen Kapitalisten vor sich geht oder der Prozeß eines Wilden ist, der mit seinem Bogen Wild erlegt.

Der Geldbesitzer hat mit seinem Geld teils Disposition über Arbeitsvermögen gekauft, teils Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, damit er dieses Ärbeitsvermögen als solches verbrauchen, konsumieren, d.h. sich als wirkliche

60 il. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Arbeit betätigen lassen könne, kurz, damit er den Arbeiter nun wirklich arbeiten lasse. Die allgemeinen Bestimmungen dieses Arbeitens, das es mit jeder andren Weise des Arbeitens gemein hat, werden dadurch nicht geändert, daß dies Arbeiten hier für den Geldbesitzer geschieht oder als sein Konsumtionsprozef3 des Arbeitsvermögens erscheint. Er hat den Arbeitsprozeß unter seine Botmäßigkeit subsumiert, sich angeeignet, aber damit seine allgemeine Natur unverändert gelassen. Soweit der Charakter des Arbeitsprozesses durch seine Subsumtion unter das Kapital selbst verändert wird, ist eine Frage, die mit der allgemeinen Form desselben nichts zu tun hat und später erörtert werden wird.

Der Weizen, den ich esse, ob ich ihn gekauft habe oder selbst produziert habe, wirkt einmal wie das andre Mal seiner Naturbestimmtheit gemäß im Ernährungsprozeß. Ebenso ändert es an dem Arbeitsprozeß in seiner allgemeinen Form nichts, d.h. an den begrifflichen Momenten des Arbeitens überhaupt, ob ich für mich mit meinem eignen Arbeitsmaterial und Arbeitsinstrument arbeite oder ob ich für den Geldbesitzer arbeite, dem ich mein Arbeitsverrhögen :temporell verkauft habe. Die Konsumtion dieses Arbeitsvermögens, d.h. seine wirkliche Betätigung als Arbeitskraft, die wirkliche Arbeit, die an sich ein Prozeß ist, worin eine Tätigkeit in gewisse Beziehung zu Gegenständen tritt, bleibt nach wie vor dieselbe und bewegt sich in denselben allgemeinen Formen. Der Arbeitsprozeß oder das wirkliche Arbeiten unterstellt ja eben, daß die Trennung, worin sich der Arbeiter vor dem Verkauf seines Arbeitsvermögens von den gegenständlichen Bedingungen befand, in denen er allein sein Arbeitsvermögen betätigen, arbeiten kann — daß diese Trennung aufgehoben wird, daß er nun in die naturgemäße Beziehung als Arbeiter zu den gegenständlichen Bedingungen seiner Arbeit tritt in den Arbeitsprozeß. Betrachte ich also die allgemeinen Momente dieses Prozesses, so betrachte ich nur die allgemeinen Momente wirklicher Arbeit überhaupt. (Die Nutzanwendung hiervon, nämlich, daß zur Apologie des Kapitals es verwechselt wird oder identifiziert wird mit einem Moment des einfachen Arbeitsprozesses überhaupt, also daß ein Produkt, zur Produktion eines andren Produkts bestimmt, Kapital sei, daß Rohmaterial Kapital oder das Arbeitswerkzeug, das Produktionsinstrument Kapital sei, daher Kapital ein von allen Distributionsverhältnissen und gesellschaftlichen Produktionsformen unabhängiger Faktor des Arbeitsprozesses, überhaupt der Produktion. Dieser Punkt besser erst auszuführen, nachdem vorher der Verwertungsprozeß abgehandelt. Das Geld, um sich in Kapital (produktives Kapital) zu verwandeln, muß sich in Arbeitsmaterial, Arbeitsinstrument und Arbeitsvermögen verwandeln, lauter Produkte vergangner Arbeit, durch die Arbeit vermittelte Gebrauchswerte,

e) Arbeitsprozeß 61

die zur Neuproduktion verwandt werden. Seiner stofflichen Seite nach betrachtet erscheint das Kapital also jetzt — soweit es als Gebrauchswert existiert — als bestehend, daseiend in der Form von Produkten, die zur Neuproduktion dienen, Rohmaterial, Werkzeug (aber auch als Arbeit). Daraus folgt aber keineswegs umgekehrt, daß diese Dinge als solche Kapital sind. Sie werden es erst unter gewissen gesellschaftlichen Voraussetzungen. Es könnte sonst ebensogut gesagt werden, daß Arbeit an und für sich Kapital sei, also aus dem Nutzen der Arbeit dem Arbeiter der Nutzen des Kapitals vordemonstriert werden, da die Arbeit so gut wie das Werkzeug im Arbeitsprozeß dem Kapitalisten gehören.) Die Momente des Arbeitsprozesses in bezug auf die Arbeit selbst betrachtet, sind bestimmt als Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel und Arbeit selbst. Werden diese Momente betrachtet mit Rücksicht auf den Zweck des ganzen Prozesses, das herzustellende Produkt, so können sie bezeichnet werden als Produktionsmaterial, Produktionsmittel und produktive Arbeit. (Vielleicht nicht dieser letztre Ausdruck.)

Das Produkt ist das Resultat des Arbeitsprozesses. Ebensosehr erscheinen Produkte als seine Voraussetzung, mit denen er nicht endet, sondern von deren Dasein er als Bedingung ausgeht. Das Arbeitsvermögen selbst ist nicht nur ein Produkt, sondern die Lebensmittel, die der Arbeiter als Geld von dem Geldbesitzer erhält für den Verkauf seines Arbeitsvermögens, sind schon für die individuelle Konsumtion fertige Produkte. Sein Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel sind ebenfalls eins oder das andre oder beide schon Produkte. Der Produktion sind also schon die Produkte vorausgesetzt; Produkte sowohl für die individuelle wie für die produktive Konsumtion. Ursprünglich ist die Natur selbst das Vorratshaus, worin der Mensch, der ebenfalls als Naturprodukt vorausgesetzt ist, fertige Naturprodukte zum Konsum vorfindet, wie er teils in den Organen seines eignen Leibes die ersten Produktionsmittel zur Aneignung dieser Produkte vorfindet. Das Arbeitsmittel, das Produktionsmittel, erscheint als das erste von ihm produzierte Produkt, dessen erste Formen wie Stein usw. er auch in der Natur vorfindet.

Der Arbeitsprozeß als solcher, wie gesagt, hat mit dem Akt des Kaufs des Arbeitsvermögens auf seiten des Kapitalisten nichts zu tun. Er hat das Arbeitsvermögen gekauft. Nun soll er es als Gebrauchswert verwenden. Der Gebrauchswert der Arbeit ist das Arbeiten selbst, der Arbeitsprozeß. Wir fragen also, worin dieser besteht, seinen allgemeinen Momenten nach, also unabhängig vom zukünftigen Kapitalisten besteht, ganz wie wenn wir sagen: Der kauft Weizen, er will ihn nun als Nahrungsmittel gebrauchen. Worin besteht der Ernährungsprozeß durch Getreide oder vielmehr, welches sind die allgemeinen Momente des Ernährungsprozesses überhaupt?

62 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Verwertungsprozeß

Das Resultat des Arbeitsprozesses, sofern das Resultat noch mit Bezug auf ihn selbst betrachtet wird, als der kristallisierte Arbeitsprozeß, dessen verschiedne Faktoren in einem ruhenden Gegenstand, einer Verbindung der subjektiven Tätigkeit und ihres stofflichen Inhalts zusammengefallen sind, ist das Produkt. Dieses Produkt aber für sich, in der Selbständigkeit, worin es als Resultat des Arbeitsprozesses erscheint, betrachtet, ist ein bestimmter Gebrauchswert. Das Arbeitsmaterial hat die Form erhalten, die bestimmten Eigenschaften, deren Herstellung der ganze Arbeitsprozeß bezweckte und die als treibender Zweck die besondre Art und Weise der Arbeit selbst bestimmte. Dies Produkt, soweit es jetzt als Resultat da ist, also der Arbeitsprozeß als vergangen, als Geschichte seiner Entstehung hinter ihm liegt, ist ein Gebrauchswert. Was das Geld durch seinen Austausch gegen Arbeitsvermögen oder was der Geldbesitzer durch die Konsumtion des von ihm gekauften Arbeitsvermögens — diese Konsumtion ist aber der Natur des Arbeitsvermögens gemäß industrielle, produktive Konsumtion oder Arbeitsprozeß — erhalten hat, ist ein Gebrauchswert. Dieser Gebrauchswert gehört ihm, er hat ihn gekauft; indem er ein Äquivalent für ihn gab; nämlich gekauft das Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel; ebenso aber gehörte ihm die Arbeit selbst, denn indem er das Arbeitsvermögen kaufte — bevor also wirklich gearbeitet wird —,! gehört ihm der Gebrauchswert dieser Ware, der eben die Arbeit selbst ist. Das Produkt gehört ihm ganz ebensowohl, als wenn er sein eignes Arbeitsvermögen

. konsumiert, d.h. selbst das Rohmaterial bearbeitet hätte. Der ganze Arbeitsprozef} geht erst vor, nachdem er sich alle Elemente desselben auf Grundlage des Warenaustauschs und seinen Gesetzen entsprechend, nämlich durch Kauf zu ihrem Preise, der ihr in Geld ausgedrückter, geschätzter Wert ist, verschafft hat. Insofern sein Geld sich in die Elemente des Arbeitsprozesses umgesetzt hat und der ganze Arbeitsprozeß selbst nur als der Konsum des von dem Gelde gekauften Arbeitsvermögens erscheint, erscheint der Arbeitsprozeß selbst als eine Umwandlung, die das Geld durchläuft, indem es sich ausgetauscht hat nicht gegen einen vorhandnen Gebrauchswert, sondern gegen einen Prozeß, der sein eigner Prozeß ist. Der Arbeitsprozeß ist ihm gewissermaßen einverleibt, subsumiert unter es.

Indes, was mit dem Austausch des Geldes gegen Arbeitsvermögen bezweckt war, war keineswegs Gebrauchswert, sondern die Verwandlung des Geldes in Kapital. Der im Geld verselbständigte Wert sollte sich in diesem

! In der Handschrift: wird — kaufte,

N) Verwertungsprozeß 63

Austausch erhalten, vermehren, selbstische Gestalt annehmen, und der Geldbesitzer Kapitalist werden, indem er eben den über die Zirkulation übergreifenden, sich in ihr als Subjekt behauptenden Wert darstellte. Worum es zu tun war, war der Tauschwert, nicht der Gebrauchswert. Als Tauschwert behauptet sich der Wert nur, indem der im Arbeitsprozeß geschaffne Gebrauchswert, das Produkt der realen Arbeit, selbst Träger des Tauschwerts, d.h. Ware, ist. Es handelte sich daher für das in Kapital sich verwandelnde Geld um die Produktion einer Ware, nicht eines bloßen Gebrauchswerts, um den Gebrauchswert, nur insofern er notwendige Bedingung, materielles Substrat des Tauschwerts. Es handelte sich in der Tat um Produktion von Tauschwert, Erhaltung und Vermehrung desselben. Es wird also gelten, jetzt den erhaltnen Tauschwert des Produkts, des neuen Gebrauchswerts, zu berechnen. (Es handelt sich darum, den Wert zu verwerten. Also nicht nur um einen Arbeits-, sondern einen Verwertungsprozeß.)

Bevor wir zu dieser Rechnung fortgehn, vorher noch eine Bemerkung. Alle Voraussetzungen des Arbeitsprozesses, was in ihn einging, waren nicht nur Gebrauchswerte, sondern Waren, Gebrauchswerte, die einen Preis hatten, der ihren Tauschwert ausdrückte. Wie Waren als Elemente dieses Prozesses vorhanden waren, müssen sie wieder aus ihm herauskommen, wovon sich nichts zeigt, wenn wir den bloßen Arbeitsprozeß als materielle Produktion betrachten. Er bildet daher nur eine Seite, die stoffliche Seite des Produktionsprozesses. Wie die Ware selbst einerseits Gebrauchswert, andrerseits Tauschwert, so muß natürlich die Ware in actu! in ihrem Entstehungsprozeß ein doppelseitiger Prozeß sein, ihre Produktion als Gebrauchswert, als Produkt nützlicher Arbeit, andrerseits ihre Produktion als Tauschwert, und diese beiden Prozesse müssen nur als zwei verschiedne Formen desselben Prozesses escheinen, grade wie die Ware Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert ist. Die Ware, von der wir als einem gegebnen ausgingen, wird hier im Prozeß} ihres Werdens betrachtet. Der Produktionsprozeß ist der Produktionsprozeß nicht von Gebrauchswert, sondern von Ware, also der Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert. Dies würde indes die Produktionsweise noch nicht zu kapitalistischer Produktionsweise machen. Sie erheischt nur, daß das Produkt, der Gebrauchswert, nicht zum eignen Konsum, sondern zur Entäußerung, zum Verkauf bestimmt ist. Die kapitalistische Produktion aber erheischt nicht nur, daß die in den Arbeitsprozeß geworfnen Waren verwertet werden, durch Zusatz von Arbeit — die industrielle Konsumtion ist nichts als Zusatz von neuer Arbeit — einen neuen Wert erhalten, sondern daß die in sie geworfnen

! in der Tat

6*

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Werte — denn die in sie geworfnen Gebrauchswerte, soweit sie Waren waren, hatten alle Wert — als Werte sich verwerten, dadurch, daß sie Werte waren, neuen Wert produzieren. Handelte es sich nur um die erste, so wären wir nicht über die einfache Ware hinaus.

Wir nehmen an, daß die Elemente des Arbeitsprozesses für den Geldbesitzer nicht in seinem Besitz befindliche Gebrauchswerte sind, sondern ursprünglich als Waren durch Kauf erstanden wurden und daß dies die Voraussetzung des ganzen Arbeitsprozesses bildet. Wir haben gesehn, daß es nicht für jede Art der Industrie nötig ist, daß außer dem Arbeitsmittel auch das Arbeitsmaterial Ware sei, d.h. selbst schon durch Arbeit vermitteltes Produkt und als vergegenständlichte Arbeit Tauschwert — Ware. Wir gehn hier aber von der Voraussetzung aus, daß alle Elemente des Prozesses gekauft werden, wie es in der Fabrikation der Fall ist. Wir nehmen das Phänomen in der Form, worin es am vollständigsten erscheint. Es ändert dies an der Richtigkeit der Betrachtung selbst nichts, da man für andre Fälle nur einen Faktor =() zu setzen hat. Also z.B. im Fischfang ist das Arbeitsmaterial nicht selbst schon Produkt, zirkuliert also nicht vorher gleich Ware, und so kann ein Faktor des Arbeitsprozesses, soweit er als Tauschwert — als Ware in Betracht kommt — =) gesetzt werden, nämlich das Arbeitsmaterial. Die Voraussetzung aber, daß der Geldbesitzer nicht nur das Arbeitsvermögen kauft — oder das Geld sich nicht nur gegen Arbeitsvermögen austauscht, sondern ebenso gegen die andren gegenständlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel — worin eine große Mannigfaltigkeit von Dingen, Waren, je nach der einfachren oder kompliziertren Natur des Arbeitsprozesses liegen mag — ist wesentlich. Auf der Stufe erstens der Entwicklung, wo wir hier stehn, methodisch notwendig. Wir haben zu sehn, wie Geld sich in Kapital verwandelt. Diesen Prozeß macht aber jeden Tag auch jeder Geldbesitzer durch, der sein Geld in industrielles Kapital verwandeln will. Er muß Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel kaufen, um fremde Arbeit konsumieren zu können. — Notwendig für die wirkliche Einsicht in die Natur. des Kapitalverhältnisses. Dies geht von der Warenzirkulation als seiner Grundlage aus. Es unterstellt die Aufhebung der Produktionsweise, worin der Selbstkonsum den Hauptzweck der Produktion bildet, nur der Überschuß als Ware verkauft wird. Es entwickelt sich um so vollständiger, je mehr alle Elemente, die es angehn, selbst Waren sind, also nur durch Kauf angeeignet werden können. Je mehr die Produktion selbst ihre Elemente aus der Zirkulation — d.h. als Waren, erhält, so daß sie schon als Tauschwerte in sie eingehn, desto mehr ist diese Produktion kapitalistische Produktion. Wenn wir hier theoretisch der Bildung des Kapitals die Zirkulation voraussetzen und daher vom Geld aus-

D) Verwertungsprozeß 65

gehn, so ist das ebenfalls der historische Gang. Aus dem Geldvermögen entwickelt sich das Kapital und setzt zu seiner Bildung schon sehr entwikkelte — auf einer ihm vorhergehenden Produktionsstufe erzeugte Handelsverhältnisse voraus. Geld und Ware sind die Voraussetzung, von der wir ausgehn müssen bei der Betrachtung der bürgerlichen Ökonomie. Es wird sich bei der weitren Betrachtung des Kapitals zeigen, daß in der Tat es nur die kapitalistische Produktion ist, auf deren Oberfläche die Ware als die elementarische Form des Reichtums erscheint.

Man sieht daher die Abgeschmacktheit der ehe die J.B.Say mit seinem französischen Schematismus eingeführt hat — da er im ganzen nur Vulgarisateur von A. Smith war, konnte er nur zu dem keineswegs überwältigten Stoff ein nettes oder uniformes Arrangement hinzubringen — die aber von keinem der klassischen Ökonomen befolgt ist, erst die Produktion, dann der Austausch, dann die Distribution und endlich die Konsumtion zu betrachten, oder auch die 4 Rubriken etwas anders zu verteilen. Die spezifische Produktionsweise, die wir zu betrachten, setzt von vornherein bestimmte Weise des Austauschs als eine ihrer Formen voraus, produziert eine bestimmte Distributionsweise und Konsumtionsweise, soweit die Betrachtung der letztren überhaupt in das Gebiet der politischen Ökonomie fällt. (Darauf später zurückzukommen. [))

Also now ad rem!.

Der Tauschwert des Produkts (des Gebrauchswerts), der aus dem Arbeitsprozeß hervorging, besteht aus der Gesamtsumme der in ihm materialisierten Arbeitszeit, dem Gesamtquantum der in ihm aufgearbeiteten, vergegenständlichten Arbeit.* Also erstens aus dem Wert des in ihm enthaltenen Rohmaterials oder der Arbeitszeit, erheischt, um dies Arbeitsmaterial zu produzieren. Gesetzt, es sei = 100 Arbeitstagen. Dieser Wert ist aber schon ausgedrückt in dem Preis, wozu das Arbeitsmaterial gekauft wurde, sage etwa zum Preis von 100 Talern. Der Wert dieses Teils des Produkts tritt schon als Preis bestimmt in es ein. Zweitens, was das Arbeitsmittel, Werkzeuge usw. betrifft, so braucht das Werkzeug nur zum Teil abgenutzt zu sein und kann fortfahren, in neuen Arbeitsprozessen von neuem als Arbeitsmittel zu funktionieren. Der Teil desselben kann also nur in die Berechnung eingehn — weil er nur in das Produkt eingegangen ist, der abgenutzt ist. Wir wollen an diesem Punkt —

* Auf diese Addition stützt Quesnay ? etc. seinen Beweis von der Unproduktivität aller Arbeiten save agricultural labour,

! nun zur Sache 2 außer landwirtschaftlicher Arbeit

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später wird sich genauer zeigen, wie die Abnutzung des Arbeitsmittels berechnet wird — voraussetzen, daß das ganze Arbeitsmittel in dem einen Arbeitsprozeß sich abnutzt. Die Voraussetzung ändert um so weniger an der Sache, da in der Tat nur das Werkzeug, soweit es im Arbeitsprozeß konsumiert ist, also in das Produkt übergegangen ist, in Rechnung kommt; also nur das abgenutzte Arbeitsmittel in Rechnung kommt. Dies ist ebenfalls gekauft.

Ehe wir nun weitergehn, ist hier zu erörtern, wie sich im Arbeitsprozeß der Wert von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel erhält und daher als fertiger, vorausgesetzter Wertbestandteil des Produkts wieder erscheint oder, was dasselbe ist, wie im Arbeitsprozeß Material und Arbeitsmittel konsumiert, verändert werden, entweder verändert oder ganz zerstört werden (wie das Arbeitsmittel), ihr Wert aber nicht zerstört wird, sondern im Produkt wieder erscheint als ein Bestandteil, vorausgesetzter Bestandteil seines Werts.

{Das Kapital ist seiner stofflichen Seite nach als einfacher Produktionsprozeß, Arbeitsprozeß betrachtet worden. Dieser Prozeß ist aber der Seite der Formbestimmtheit nach Selbstverwertungsprozeß. Selbstverwertung schließt ein sowohl Erhalten des vorausgesetzten Werts als Vervielfältigung desselben. Die Arbeit ist zweckmäßige Tätigkeit, und so ist der stofflichen Seite nach vorausgesetzt, daß im Produktionsprozeß die Arbeit zweckmäßig das Arbeitsmittel verwandt hat, um dem Arbeitsmaterial den bezweckten neuen Gebrauchswert zu geben.}

{Da der Arbeitsprozeß — denn die Arbeit gehört dem Kapitalisten — Konsumtionsprozeß des Arbeitsvermögens durch den Kapitalisten ist, so hat er in dem Arbeitsprozef) sein Material und Arbeitsmittel durch die Arbeit konsumiert und die Arbeit durch sein Material etc. konsumiert.}

Für den Arbeitsprozeß als solchen oder in dem Arbeitsprozeß als solchen bezieht sich das wirksame Arbeitsvermögen, der wirkliche Arbeiter, auf Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel nur als gegenständliche Voraussetzungen der schaffenden Unruhe, die die Arbeit selbst ist, in der Tat nur als gegenständliche Mittel zur Verwirklichung der Arbeit. Solche sind sie nur durch ihre gegenständlichen Eigenschaften, durch die Eigenschaften, die sie als das Material und das Mittel dieser bestimmten Arbeit besitzen. Soweit sie selbst Produkte frührer Arbeit, ist das an ihnen als Dingen ausgelöscht. Der Tisch, der mir zum Schreiben dient, besitzt als seine eigne Form und seine eignen Eigenschaften, was früher als formgebende Qualität oder Bestimmtheit der Tischlerarbeit erschien. Ich habe es, soweit ich den Tisch als Mittel für fernre Arbeit gebrauche, mit ihm zu tun, soweit er als Gebrauchswert, als Tisch, zu bestimmter Nutzanwendung dient. Daß das Material, aus dem er besteht, durch frühre Arbeit, durch Tischlerarbeit, diese Form erhalten hat, ist ver-

D&D) Verwertungsprozeß 67

schwunden, ausgelöscht in seinem dinglichen Dasein. Er dient im Arbeitsprozeß3 als Tisch, ohne alle Rücksicht auf die Arbeit, die ihn zum Tisch gemacht hat.

Im Tauschwert handelt es sich dagegen nur um das Quantum Arbeit, als dessen Materiatur dieser bestimmte Gebrauchswert erscheint, oder um das Quantum Arbeitszeit, das erheischt ist, um ihn zu produzieren. In dieser Arbeit ist ihre eigne Qualität, daß sie z.B. Tischlerarbeit ist, ausgelöscht, denn sie ist reduziert auf ein bestimmtes Quantum gleicher, allgemeiner, unterschiedsloser, gesellschaftlicher, abstrakter Arbeit. Die stoffliche Bestimmtheit der Arbeit, also auch des Gebrauchswerts, worin sie sich fixiert, ist hierbei ausgelöscht, verschwunden, gleichgültig. Es ist vorausgesetzt, daß es nützliche Arbeit war, also Arbeit, die in einem Gebrauchswert resultierte. Welches aber dieser Gebrauchswert, welches also die bestimmte Nützlichkeit der Arbeit war, ist in dem Dasein der Ware als Tauschwert ausgelöscht, denn als solcher ist sie ein Äquivalent, ausdrückbar in jedem andren Gebrauchswert, also in jeder andren Form nützlicher Arbeit, das gleichgroßes Quantum gesellschaftlicher Arbeit. In bezug auf den Wert daher — d.h., als vergegenständlichtes Quantum Arbeitszeit betrachtet, können Arbeitsmaterial und die aufgenutzten Arbeitsmittel stets so betrachtet werden, als seien sie Momente desselben Arbeitsprozesses, so daß, um das Produkt, den neuen Gebrauchswert herzustellen, 1. die Arbeitszeit erheischt ist, die sich im Arbeitsmaterial vergegenständlicht, 2. die Arbeitszeit, die sich im Arbeitsmittel materialisiert. Das Arbeitsmaterial in seiner ursprünglichen Form ist zwar verschieden, obgleich es auch seiner Substanz nach im neuen Gebrauchswert wieder erscheint. Das Arbeitsmittel ist ganz verschwunden, obgleich es als Wirkung, Resultat in der Form des neuen Gebrauchswertes wieder erscheint. Die bestimmte stoffliche Bestimmtheit, Nützlichkeit der Arbeiten, die im Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel vorhanden war, ist ebenso ausgelöscht, wie die Gebrauchswerte, worin sie resultieren, selbst verschwunden oder verändert sind. Aber als Tauschwerte waren sie, schon bevor sie in diesen neuen Arbeitsprozeß eingingen, bloße Materiatur der allgemeinen Arbeit, nichts als ein in einem Gegenstand absorbiertes Quantum Arbeitszeit überhaupt, für die der bestimmte Charakter des wirklichen Arbeitens, wie die bestimmte Natur des Gebrauchswerts, worin sie sich realisierte, gleichgültig war. Das Verhältnis ist nach dem neuen Arbeitsprozeß ganz dasselbe, welches es vor demselben war. Das notwendige Quantum Arbeitszeit, um z.B. Baumwolle und Spindel herzustellen, ist notwendiges Quantum Arbeitszeit erheischt, um das Garn herzustellen, soweit Baumwolle und Spindel aufgezehrt sind in Garn. Daß dies Quantum Arbeitszeit jetzt als Garn erscheint, ist ganz gleichgültig, da es nach wie vor in einem

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Gebrauchswert erscheint, zu dessen Herstellung es notwendig ist. Wenn ich Baumwolle und Spindel zum Wert von 100 Talern z.B. gegen eine Quantität Garn umtausche, die ebenfalls 100 Taler wert ist, so existiert auch in diesem Falle die in Baumwolle und Spindel enthaltne Arbeitszeit als im Garn enthaltne Arbeitszeit. Daß Baumwolle und Spindel in ihrer wirklichen stofflichen Verwandlung in Garn auch stoffliche Veränderungen untergehn, das eine eine andre Form erhält, das andre in ihrer stofflichen Form ganz untergegan‘gen ist, ändert hieran nichts, weil es sie eben nur als Gebrauchswerte betrifft, und also sie in einer Gestalt, wogegen sie als Tauschwerte an und für sich gleichgültig sind. Da sie als Tauschwerte nur bestimmtes Quantum materialisierter gesellschaftlicher Arbeitszeit, daher gleiche Größen, Äquivalente für jeden andren Gebrauchswert, der ebenso großes Quantum materialisierter gesellschaftlicher Arbeitszeit, ändert es nichts an ihnen, daß sie nun als Faktoren eines neuen Gebrauchswerts erscheinen. Die einzige Bedingung ist, daß sie 1. als notwendige Arbeitszeit erscheinen, um den neuen Gebrauchswert zu erzeugen, 2. daß sie wirklich in einem andren Gebrauchswert — also in Gebrauchswert überhaupt resultieren.

Sie sind notwendige Arbeitszeit, um den neuen Gebrauchswert zu schaffen, weil die Gebrauchswerte, in denen sie ursprünglich kristallisiert sind, notwendige Faktoren für den neuen Arheitsprozeß. Zweitens aber sind nach der Voraussetzung die Gebrauchswerte, als die sie vor dem Arbeitsprozeß bestanden — als Baumwolle und Spindel — in der Tat durch den neuen Arbeitsprozeß in einem neuen Gebrauchswert resultiert, in das Produkt, das Garn. (Daß nur so große Quantitäten Material und Arbeitsmittel in das neue Produkt eingehn, als zur Bildung desselben notwendig — also nur die notwendige Arbeitszeit, die in diesen bestimmten Quantitäten erheischt ist, in andren Worten, weder Material noch Produktionsmittel vergeudet sind, ist eine Bedingung, die sich nicht auf sie als solche, sondern auf die Zweckmäßigkeit und Produktivität der neuen Arbeit bezieht, die sie im Arbeitsprozeß als ihr Material und Mittel vernutzt; ist also eine Bestimmung, die bei dieser Arbeit selbst zu betrachten ist. Hier ist aber unterstellt, daß sie nur in solchen Quantitäten als Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial in den neuen Prozeß eingehn, soweit sie wirklich als solche zur Verwirklichung der neuen Arbeit erheischt, wirklich gegenständliche Bedingungen des neuen Arbeitsprozesses sind.)

Also zwei Resultate.

Erstens: Die zur Herstellung des im Produkt verzehrten Arbeitsmaterials und Arbeitsmittels erheischte Arbeitszeit ist zur Herstellung des Produkts erheischte Arbeitszeit. Soweit der Tauschwert betrachtet wird, können die im

HD Verwertungsprozeß 69

Material und Arbeitsmittel materialisierte Arbeitszeit betrachtet werden, als wären sie Momente desselben Arbeitsprozesses. Alle im Produkt enthaltne Arbeitszeit ist vergangne; darum materialisierte Arbeit. Daß die im Material und Mittel vergangne Arbeitszeit früher vergangen ist, einer frühren Periode angehört, wie die unmittelbar im letzten Arbeitsprozeß selbst funktionierende Arbeitszeit, ändert an der Sache nichts. Sie bilden nur frühre Perioden, in denen die im Produkt enthaltne Arbeitszeit aufgearbeitet worden ist, als der Teil, der die unmittelbar in denselben eingehnde Arbeit repräsentiert. Die Werte des Materials und Arbeitsmittels erscheinen also im Produkt wieder als Bestandteile seines Werts. Dieser Wert ist ein vorausgesetzter, da schon in den Preisen von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel die in ihnen enthaltne Arbeitszeit in ihrer allgemeinen Form, als gesellschaftliche Arbeit ausgedrückt war; es sind dies die Preise, wozu der Geldbesitzer sie als Waren kaufte, bevor er den Arbeitsprozeß begann. Die Gebrauchswerte, worin sie bestanden, sind untergegangen, aber sie selbst sind unverändert geblieben und bleiben unverändert in dem neuen Gebrauchswerte. Es ist nur die Veränderung vorgegangen, daß sie als bloße Bestandteile, Faktoren seines Werts erscheinen, als Faktoren eines neuen Werts. Soweit die Ware überhaupt Tauschwert ist, ist ja überhaupt der bestimmte Gebrauchswert, die bestimmte stoffliche Bestimmtheit, worin er existiert, nur eine bestimmte Erscheinungsweise derselben; er ist in der Tat allgemeines Äquivalent und kann daher diese Verkörperung gegen jede andre austauschen, durch die Zirkulation und zunächst seine Verwandlung in Geld ist er ja fähig, sich die Substanz jedes andren Gebrauchswerts zu geben.

Zweitens: Die Werte von Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial erhalten sich also im Werte des Produkts, gehn als Faktoren in den Wert des Produkts ein. Sie erscheinen aber nur in ihm wieder, weil die wirkliche Veränderung, die die Gebrauchswerte in ihnen erhalten haben, ihre Substanz überhaupt nicht berührte, sondern nur die Formen des Gebrauchswerts, in denen sie vor und nach dem Prozeß existieren, die bestimmte Form des Gebrauchswerts aber, worin er existiert, oder auch die bestimmte Nützlichkeit der Arbeit, die in ihm auf abstrakte Arbeit reduziert ist, sein Wesen überhaupt der Natur der Sache nach nicht berührte.

Indes, damit der Wert von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel im Produkt wieder erscheine, ist die conditio sine qua non, daß der Arbeitsprozeß wirklich bis zu seinem Ende, dem Produkt fortgehe, wirklich im Produkt resultiere, Handelt es sich also um Gebrauchswerte, deren Produktion sich über eine längere Periode erstreckt, so sieht man, welch wesentliches Moment zum Verwertungsprozeß überhaupt — selbst soweit es nur die Erhaltung vorhand-

70 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

ner Gebrauchswerte betrifft, die Beständigkeit des Arbeitsprozesses ist. [Dies unterstellt aber der Voraussetzung nach, daß der Arbeitsprozeß vor sich geht auf Grundlage der Aneignung des Arbeitsvermögens durch Ankauf desselben von seiten des Geldes, durch beständige Verwandlung des Geldes in Kapital. Also, daß das Dasein der Arbeiterklasse ein konstantes ist. Diese Konstanz wird selbst erst geschaffen durch das Kapital. Auch auf frühren Produktionsstufen kann eine frühre Arbeiterklasse sporadisch vorkommen, aber nicht als allgemeine Voraussetzung der Produktion. In Kolonien (siehe Wakefield, später darauf zurückzukommen !?}) zeigt sich, wie dies Verhältnis selbst ein Produkt der kapitalistischen Produktion ist.}

Was nun die Erhaltung der Werte von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel betrifft — also vorausgesetzt, daß der Arbeitsprozeß zum Produkt fortgeht —, so wird sie einfach dadurch erreicht, daß diese Gebrauchswerte als solche von lebendiger Arbeit im Arbeitsprozeß konsumiert werden, daß sie als wirkliche Momente des Arbeitsprozesses figurieren — nur durch ihren Kontakt mit der lebendigen Arbeit und durch Eingehn in dieselbe als Bedingungen ihrer zweckmäßigen Tätigkeit. Wert setzt die lebendige Arbeit in dem Arbeitsprozeß dem im Material und dem Arbeitsmittel vorausgesetzten Wert nur zu, soweit sie selbst für sich ein neues Quantum Arbeit ist, nicht insofern sie wirkliche, nützliche Arbeit ist, nicht ihrer stofflichen Bestimmtheit nach betrachtet. Das Garn hat nur größren Wert als die Summe der Werte der in ihm aufgezehrten Baumwolle und Spindel, weil im Arbeitsprozeß neues Quantum Arbeit hinzugekommen ist, um jene Gebrauchswerte in den neuen Gebrauchswert Garn zu verwandeln, weil also das Garn außer dem in Baumwolle und Spindel enthaltnen Arbeitsquantum noch ein neu hinzugekommenes enthält. Aber erhalten werden die Tauschwerte von Baumwolle und Spindel einfach dadurch, daß die wirkliche Arbeit, die Spinnarbeit, sie in den neuen Gebrauchswert Garn verwandelt, sie also zweckmäßig verbraucht, zu Lebensfaktoren ihres eignen Prozesses macht. Erhalten werden die in den Arbeitsprozeß eingehnden Werte also einfach durch die Qualität der lebendigen Arbeit, durch die Natur ihrer Äußerung, wodurch jene toten Gegenstände — worin die vorausgesetzten Werte als ihren Gebrauchswerten da sind — nun wirklich als Gebrauchswerte von dieser neuen nützlichen Arbeit, dem Spinnen, ergriffen und zu Momenten neuer Arbeit gemacht werden. Sie werden dadurch als Werte erhalten, daß sie als Gebrauchswerte in den Arbeitsprozeß eingehn, also wirklicher nützlicher Arbeit gegenüber ihre begrifflich bestimmten Rollen von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel spielen.

Bleiben wir bei unserm Beispiel. Baumwolle und Spindel werden als Gebrauchswerte vernutzt, weil sie in die bestimmte Arbeit, das Spinnen, als Ma-

f} Verwertungsprozeß 7i

terial und Mittel eingehn, im wirklichen Spinnprozeß, das eine als das Objekt, das andre als das Organ dieser lebendigen zweckmäßigen Tätigkeit gesetzt werden. Dadurch also werden sie als Werte erhalten, weil sie als Gebrauchswerte für die Arbeit erhalten werden. Sie werden überhaupt als Tauschwerte erhalten, weil sie als Gebrauchswerte von der Arbeit vernutzt werden. Die Arbeit aber, die sie so als Gebrauchswerte vernutzt, ist wirkliche Arbeit, die Arbeit [in] ihrer stofflichen Bestimmtheit betrachtet, diese bestimmte nützliche Arbeit, die sich allein auf diese besondren Gebrauchswerte als Arbeitsniaterial und Arbeitsmittel bezieht, sich in ihrer lebendigen Äußerung zu ihnen als solchen verhält. Es ist diese bestimmte nützliche Arbeit, das Spinnen, welches die Gebrauchswerte Baumwolle und Spindel als Tauschwerte erhält und daher als Tauschwerts-Bestandteil im Produkt, dem Gebrauchswert Garn wiedererscheinen läßt, weil es sich im wirklichen Prozeß zu ihnen als seinem Material und seinem Mittel, als den Organen seiner Verwirklichung verhält, sie als diese seine Organe beseelt und als solche wirken läßt. Und so werden die Werte aller Waren, die ihren Gebrauchswerten nach nicht in die unmittelbare individuelle Konsumtion eingehn, sondern zu neuer Produktion bestimmt sind, nur dadurch erhalten, daß sie als Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, was sie nur der Möglichkeit nach sind, zu wirklichem Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel werden, von der bestimmten Arbeit, der sie als solche dienen können, als solche benutzt werden. Sie werden nur als Tauschwerte erhalten, indem sie als Gebrauchswerte ihrer begrifflichen Bestimmung nach von der lebendigen Arbeit konsumiert werden. Solche Gebrauchswerte — Material und Mittel — sind sie aber nur für die wirkliche bestimmte besondre Arbeit. Ich kann Baumwolle und Spindel als Gebrauchswerte nur im Akt des Spinnens, nicht im Akt des Mahlens oder des Stiefelmachens vernutzen. — Alle Waren sind überhaupt nur der Möglichkeit nach Gebrauchswerte. Wirkliche Gebrauchswerte werden sie erst durch ihren wirklichen Gebrauch, ihre Konsumtion, und diese ihre Konsumtion ist hier die besonders bestimmte Arbeit selbst, der bestimmte Arbeitsprozeß. Als Tauschwerte werden Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel daher nur erhalten, indem sie als Gebrauchswerte in dem Arbeitsprozeß konsumiert werden, d.h. also, indem die lebendige Arbeit sich actu zu ihnen als ihren Gebrauchswerten verhält, sie die Rolle ihres Materials und Mittels spielen läßt, sie in ihrer lebendigen Unruhe als Mittel und Material sowohl setzt als aufhebt. Die Arbeit, soweit sie das tui, ist aber wirkliche Arbeit, besondre zweckmäßige Tätigkeit, die Arbeit, wie sie stofflich bestimmt, als besondre Art nützlicher Arbeit im Arbeitsprozeß erscheint. Es ist aber nicht die Arbeit in dieser Bestimmtheit — oder dies ist aber nicht die Bestimmtheit, worin die

72 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Arbeit dem Produkt oder den in den Arbeitsprozeß eingehnden Gegenständen — Gebrauchswerten — neueri Tauschwert zusetzt. Z. B. das Spinnen. Spinnen erhält im Garn die Werte der in ihm aufgezehrten Baumwolle und Spindel, weil dieser Prozeß Baumwolle und Spindel wirklich verspinnt, sie als Material und Mittel zur Herstellung eines neuen Gebrauchswerts, des Garns, vernutzt oder sich zu Baumwolle und Spindel nun wirklich im Spinnprozeß als Material und Mittel dieser besondren lebendigen Arbeit, des Spinnens, funktionieren läßt. Soweit das Spinnen aber den Wert des Produkts, des Garns, erhöht oder den im Garn schon vorausgesetzten und nur wiedererscheinenden Werten, den Werten von Spindel und Baumwolle, neuen Wert hinzufügt, geschieht es nur, sofern durch das Spinnen neue Arbeitszeit der in Baumwolle und. Spindel enthalinen Arbeitszeit zugefügt wird,

Erstens, seiner Substanz nach schafft das Spinnen Wert, :nicht, soweit es diese konkrete, besondre, stofflich bestimmte Arbeit — das Spinnen — ist, sondern insofern es Arbeit überhaupt, abstrakte, gleiche, gesellschaftliche Arbeit ist. Es schafft daher auch nicht Wert, soweit es sich als Gespinst vergegenständlicht, sondern soweit es Materiatur der gesellschaftlichen Arbeit überhaupt, daher in einem allgremeinen Äquivalent vergegenständlicht ist. Zweitens, die Größe des zugefügten Werts hängt ausschließlich vom Quantum der zugefügten Arbeit ab, von der Arbeitszeit, die zugefügt ist. Könnte der Spinner durch irgendeine Erfindung ein bestimmtes Quantum Baumwolle mit einer gewissen Zahl Spindeln statt in einem ganzen in einem halben Arbeitstag in Garn verwandeln, so wäre dem Garn nur der halbe Wert zugesetzt verglichen mit dem ersten Fall. Aber der ganze Wert von Baumwolle und Spindel wäre im Produkt Garn erhalten, in dem einen Fall so gut wie in dem andren, ob ein Tag oder ein halber Tag oder eine Stunde Arbeitszeit erheischt ist, um die Baumwolle in Garn zu verwandeln. Diese werden dadurch erhalten, daß die Baumwolle überhaupt in Garn verwandelt worden ist!, daß Baumwolle und Spindel zu Material und Mittel des Spinnens geworden sind, in den Spinnprozeß eingegangen sind, ganz gleichgültig gegen die Arbeitszeit, die dieser Prozeß erheischt.

Nehmen wir an, der Spinner füge der Baumwolle nur so viel Arbeitszeit hinzu ‘als nötig ist, um seinen eignen Arbeitslohn zu produzieren, also ebensoviel Arbeitszeit als im Preis seiner Arbeit von dem Kapitalisten verausgabt wurde. In diesem Falle wäre der Wert des Produkts exakt gleich dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, nämlich gleich dem Preis des Materials + dem Preis des Arbeitsmittels + dem Preis der Arbeit. In dem Produkt wäre nicht

! In der Handschrift: sind

f) Verwertungsprozeß 73.

mehr Arbeitszeit enthalten, als in der Surnme Geldes vorhanden war, bevor sie sich in die Elemente des Produktionsprozesses verwandelte. Es wäre kein neuer Wert zugefügt, aber nach wie vor wäre der Wert von Baumwolle und Spindel im Garn enthalten. Das Spinnen fügt der Baumwolle Wert hinzu, insofern es auf gesellschaftliche gleiche Arbeit überhaupt reduziert, auf diese abstrakte Form der Arbeit reduziert wird, und die Wertgröße, die es zufügt, hängt nicht von seinem Inhalt als Spinnen, sondern von seiner Zeitdauer ab. Der Spinner braucht also nicht zwei Arbeitszeiten, die eine, um den Wert von Baumwolle und Spindel zu erhalten, die andre, um ihnen neuen Wert zuzusetzen. Sondern indem er die Baumwolle verspinnt, sie zur Vergegenständlichung neuer Arbeitszeit macht, ihr neuen Wert zusetzt, erhält er den Wert, den sie in der vernutzten Spindel hatten, bevor sie in dlen Arbeitsprozeß eingingen. Durch das bloße Zusetzen von neuem Wert, neuer Arbeitszeit, erhält er die alten Werte, die Arbeitszeit, die bereits im Arbeitsmaterial und! Arbeitsmittel enthalten sind, Das Spinnen erhält sie aber als Spinnen, nicht als Arbeit überhaupt und nicht als Arbeitszeit, sondern in seiner stofflichen Bestimmtheit, durch seine Qualität als diese spezifische lebendige, wirkliche Arbseit, die im Arbeitsprozeß, als zweckbestimmte lebendige Tätigkeit, die Gebrrauchswerte Baumwolle und Spindel aus ihrer gleichgültigen Gegenständlichkeit herausreißt, sie nicht als gleichgültige Gegenstände dem Stoffwechsel der Natur überläßt, sondern sie zu wirklichen Momenten des Arbeitsprozesses macht. Welches aber auch die spezifische Bestimmtheit besondrer, wirklicher Arbeit sei, dies hat jede Art derselben mit der andren gemein, daß sie durch ihren Prozeß — durch den Kontakt, die lebendige Wechselwirkung, worin sie mit ihren gegenständlichen Bedingungen tritt — diese die ihrer Natur und ihrem Zweck gemäßen Rollen von Arbeitsmittel und Material spielen, sie in begrifflich bestimmte Momente des Arbeitsprozesses selbst verwandelt und sie so als Tauschwerte erhält, indem sie sie als wirkliche Gebrauchswerte vernutzt. Es ist also durch ihre Qualität als lebendige Arbeit, die im Arbeitsproozeß vorhandne Produkte in das Materiial und das Mittel ihrer eignen Tätigkeit, ihrer eignen Verwirklichung verwandelt, daß sie die Tauschwerte dieser Produkte und Gebrauchswerte im neuen Produkt und Gebrauchswerte erhält. Sie erhält ihren Wert, weil sie sie als Gebrauchswerte verzehrt. Sie verzehrt sie aber nur. als Gebrauchswerte, weil sie als diese spezifische Arbeit sie von den Toten auferweckt und zu ihrem Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel macht. Die Arbeit, soweit sie Tauschwert schafft, ist nur bestimmte gesells.chaftliche Form der Arbeit, die wirkliche Arbeit auf eine bestimmte gesellschaftliche Form reduziert, und in dieser Form ist die Arbeitszeit das einz’ge Maß der Wertgrößen.

Weil also das Erhalten der Werte: von Material und Arbeitsmittel sozusa-

74 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

gen die Naturgabe der lebendigen, wirklichen Arbeit ist und daher in demselben Prozeß, wodurch der Wert vermehrt, die alten Werte erhalten werden — neuer Wert nicht zugesetzt werden kann, ohne daß die alten Werte erhalten werden, weil diese Wirkung aus dem Wesen der Arbeit als Gebrauchswert, als nützliche Tätigkeit stammt, aus dem Gebrauchswert der Arbeit selbst entspringt — so kostet sie nichts, weder dem Arbeiter noch dem Kapitalisten. Die Erhaltung der vorausgesetzten Werte im neuen Produkt erhält der Kapitalist also gratis. Wenn immer auch sein Zweck nicht die Erhaltung, sondern die Vermehrung des vorausgesetzten Werts ist, so zeigt diese Gratisgabe der Arbeit ihre entscheidende Wichtigkeit z.B. in industriellen Krisen, worin der wirkliche Arbeitsprozeß unterbrochen wird. Die Maschine rostet ein, das Material verdirbt. Sie verlieren ihre Tauschwerte, diese werden nicht erhalten, weil sie nicht als Gebrauchswerte in den Arbeitsprozeß eingehn, nicht in den Kontakt mit der lebendigen Arbeit treten; ihre Werte werden nicht erhalten, weil sie nicht vermehrt werden. Vermehrt werden können sie nur, neue Arbeitszeit kann der alten nur zugefügt werden, sofern zum wirklichen Arbeitsprozeß fortgegangen wird.

Also die Arbeit als wirkliche lebendige Arbeit erhält im Arbeitsprozeß die Werte, während sie nur als abstrakte gesellschaftliche Arbeit, Arbeitszeit, den Werten Neuwert hinzufügt.

Die produktive Konsumtion, als die der wirkliche Arbeitsprozeß erscheint, kann also nun weiter dahin bestimmt werden, daß die vorausgesetzten Werte von Produkten im Arbeitsprozeß dadurch erhalten werden, daß diese Produkte als Gebrauchswerte — als Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel — vernutzt, konsumiert, in wirkliche Gebrauchswerte zur Bildung eines neuen Gebrauchswerts verwandelt werden.

{Die Werte von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel erscheinen aber nur im Produkt des Arbeitsprozesses wieder, soweit sie letztrem als Werte vorausgesetzt waren, Werte waren, bevor sie in ihn eingingen. Ihr Wert ist gleich der gesellschaftlichen Arbeitszeit, die in ihnen materialisiert ist; gleich der Arbeitszeit, die notwendig, um sie unter gegebnen allgemeinen gesellschaftlichen Produktionsbedingungen zu produzieren. Sollte nun durch irgendeine Änderung in der Produktivität der Arbeit, deren Produkte sie sind, später mehr oder weniger Arbeitszeit erheischt werden, um diese bestimmten Gebrauchswerte herzustellen, so wäre ihr Wert im ersten Fall gewachsen, im zweiten gefallen; denn die in ihm enthaltne Arbeitszeit bestimmt nur ihren Wert, soweit sie allgemeine, gesellschaftliche und notwendige Arbeitszeit ist. Obgleich sie daher mit einem bestimmten Wert in den Arbeitsprozeß eingingen, können sie mit größrem oder kleinrem Wert herauskommen, weil sich die Arbeitszeit,

N Verwertungsprozeß 75

deren die Gesellschaft zu ihrer Produktion bedarf, im allgemeinen verändert hat, eine Revolution in ihren Produktionskosten, d.h. der Größe der zu ihrer Herstellung notwendigen Arbeitszeit eingetreten ist. Es bedürfte in diesem Fall mehr oder weniger Arbeitszeit als früher, um sie zu reproduzieren, ein neues Exemplar derselben Art herzustellen. Diese Wertveränderung von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel ändert aber durchaus nichts an dem Umstand, daß sie in dem Arbeitsprozeß, worin sie als Material und Mittel eingehn, immer als gegebne Werte, Werte von gegebner Größe, vorausgesetzt sind. Denn in diesem Prozeß selbst kommen sie nur als Werte heraus, sofern sie als solche in ihn eingegangen sind. Eine Änderung in ihrem Wert geht nie aus diesem Arbeitsprozeß selbst hervor, sondern vielmehr aus den Bedingungen des Arbeitsprozesses, dessen Produkte sie sind oder waren, dem sie daher nicht als Produkte vorausgesetzt sind. Haben sich ihre allgemeinen Produktionsbedingungen geändert, so findet eine Rückwirkung auf sie statt. Sie sind Vergegenständlichung von mehr oder weniger Arbeitszeit — größrem oder kleinrem Werte, als sie ursprünglich waren, aber nur, weil zu ihrer Produktion jetzt größre oder kleinre Arbeitszeit als ursprünglich erheischt ist. ‚Die Rückwirkung rührt daher, weil sie als Werte Materiatur der gesellschaftlichen Arbeitszeit sind und nur der in ihnen selbst enthaltnen, soweit diese auf allgemeine gesellschaftliche Arbeitszeit reduziert ist, in die Potenz der gleichen gesellschaftlichen Arbeitszeit erhoben ist. Diese ihre Wertveränderungen entspringen aber immer aus einem Wechsel in der Produktivität der Arbeit, dessen Produkte sie sind, haben aber nichts zu tun mit den Arbeitsprozessen, in die sie als fertige Produkte mit einem gegebnen Wert eingehn. Ändern sie diesen Wert, ehe das neue Produkt, dessen Elemente sie sind, fertig ist, so verhalten sie sich nichtsdestoweniger zu demselben als unabhängige, gegebne, ihm vorausgesetzte Werte. Ihr Wertwechsel stammt aus Änderungen ihrer eignen Produktionsbedingungen, die außerhalb und unabhängig von dem Arbeitsprozeß vorgehn, in den sie als Material und Mittel eingehn, nicht infolge einer Operation, die innerhalb desselben vorgeht. Für ihn sind sie immer gegebne, vorausgesetzte Wertgrößen, obgleich durch äußre, außerhalb desselben wirkende Agenzien sie als größre oder kleinre Wertgrößen ihm nun vorausgesetzt sind, als ursprünglich der Fall war.}

Wenn wir beim Arbeitsprozeß sehen, daß, wie das Produkt sein Resultat, seine Produkte Voraussetzungen sind für denselben, ebensosehr muß aber jetzt gesagt werden, daß, wenn Ware sein Resultat, d.h. eine Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert, ebensosehr Waren seine Voraussetzungen sind. Die Produkte kommen nur als Waren aus dem Verwertungsprozeß heraus, weil sie als Waren — Produkte von bestimmtem Tauschwert — in ihn einge-

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gangen sind. Der Unterschied ist: Die Produkte werden als Gebrauchswerte verändert, um einen neuen Gebrauchswert zu bilden. Ihre Tauschwerte werden durch diese stoffliche Veränderung nicht berührt, erscheinen daher unverändert in dem neuen Produkt wieder. Wenn das Produkt des Arbeitsprozesses Gebrauchswert, so muß als Produkt des Verwertungsprozesses der Tauschwert und so als Produkt beider Prozesse, die nur zwei Formen desselben Prozesses sind, die Einheit von Tauschwert und Gebrauchswert, die Ware, betrachtet werden. Wollte man übersehn, daß Waren der Produktion vorausgesetzt sind als ihre Elemente, so würde es sich in dem Produktionsprozeß nur darum handeln, Produkte zur Bildung neuer Produkte zu brauchen, was auch vorgehn kann in Gesellschaftszuständen, worin das Produkt nicht zur Ware entwickelt ist und noch weniger die Ware zum Kapital.

Wir kennen nun zwei Bestandteile des Werts des Produkts. 1. Der Wert des in ihm konsumierten Materials; 2. der Wert des in ihm konsumierten Produktionsmittels. Sind diese relativ gleich A und B, so besteht also der Wert des Produkts zunächst aus der Summe der Werte von A und B, oder P (das Produkt, P=A+B + x. Mit x bezeichnen wir den noch unbestimmten Teil des Werts, der durch die Arbeit im Arbeitsprozesse dem Material A zugefügt worden ist. Wir kommen also jetzt dazu, diesen 3. Bestandteil zu betrachten.

Wir wissen, was der Geldbesitzer — welchen Preis oder Wert er für die Disposition des Arbeitsvermögens oder den temporellen Ankauf des Arbeitsvermögens bezahlt hat, aber wir wissen noch nicht, welches Äquivalent er dafür zurückerhält. — Wir gehn ferner von der Voraussetzung aus, daß die Arbeit, die der Arbeiter verrichtet, gewöhnliche Durchschnittsarbeit ist, die Arbeit von der Qualität oder vielmehr Qualitätslosigkeit, worin sie die Substanz des Tauschwerts bildet. Wir werden im Verlauf sehn, daß die Potenz der Arbeit, ob sie mehr oder minder potenzierte einfache Arbeit ist, für das zu entwickelnde Verhältnis völlig gleichgültig ist. Wir gehn also von der Voraussetzung [aus], daß, welches immerhin die besondre stoffliche Bestimmtheit der Arbeit, welchem spezifischen Arbeitszweig sie angehört, welchen besondren Gebrauchswert sie produziert, sie nur die Äußerung, Betätigung des Durchschnitts-Arbeitsvermögens ist, so daß, ob dies im Spinnen oder Weben etc. oder Ackerbauen sich betätigt, dies nur seinen Gebrauchswert betrifft, die Weise seiner Anwendung, nicht die Kosten, es selbst herzustellen, also nicht seinen eignen Tauschwert. Es wird sich ebenso ferner zeigen, daß der verschiedne Lohn verschiedner Arbeitstage, höherer oder niederer, die ungleiche Verteilung des Arbeitslohns unter verschiedne Arbeitszweige, das allgemeine Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit nicht berührt. —

D Verwertungsprozeß 77

Was der Geldbesitzer durch den Ankauf des Arbeitsvermögens zurückerhält, kann sich erst zeigen im wirklichen Arbeitsprozeß. Der Wert, den die Arbeit im Ärbeitsprozeß zusetzt, dem schon vorhandnen Wert des Materials, ist exakt gleich der Zeit, die sie dauert. Es ist natürlich vorausgesetzt, daß in einem bestimmten Zeitabschnitt, z.B. einem Tage, grade soviel Arbeit auf das Produkt dieses Tages verwandt wird, als nötig ist, um es zu erzielen auf den gegebnen allgemeinen Produktionsstufen der Arbeit. (Unter den gegebnen allgemeinen Produktionsbedingungen.) D.h., es wird vorausgesetzt, daß die zur Herstellung des Produkts verwandte Arbeitszeit die notwendige Arbeitszeit ist, also die Arbeitszeit erheischt, um einem gewissen Quantum Material die Form des neuen Gebrauchswerts zu geben. Können 6 lb. Cotton während eines Tages von 12 Stunden in Twist verwandelt werden — unter den vorausgesetzten allgemeinen Produktionsbedingungen — so wird nur der Tag als Arbeitstag von 12 Stunden betrachtet, der 6 lb. Cotton in Twist verwandelt. Da also einerseits notwendige Arbeitszeit vorausgesetzt ist, andrerseits vorausgesetzt ist, daß die bestimmte Arbeit, die im Arbeitsprozeß verrichtet wird, welche besondre Form sie habe als Spinnen, Weben, Graben usw., gewöhnliche Durchschnittsarbeit ist — (ganz wie es auch die in der Produktion der edlen Metalle verwandte Arbeit ist), so ist! das Quantum Wert oder das Quantum vergegenständlichte allgemeine Arbeitszeit, das sie dem schon vorhandnen Wert zusetzt, exakt gleich ihrer eignen Dauer. Was unter den gegebnen Voraussetzungen nichts andres heißt, als daß grade soviel Arbeit vergegenständlicht wird, als der Prozeß Zeit dauert, währenddessen sich die Arbeit vergegenständlicht. Wir wollen sagen, 6 lb. Baumwolle könnte in einem Tage von 12 Stunden in Twist, sage in 5 Ib. Twist versponnen werden. Während des Arbeitsprozesses setzt sich die Arbeit beständig aus der Form der Unruhe und Bewegung in gegenständliche Form über. (5 Ib. = 80 Unzen.) (Machte auf 12 Stunden exakt 6%? Unzen per Stunde.) Das Spinnen geht fortwährend in Gespinst über. Wenn eine Stunde erheischt, um 8 Unzen Baumwolle in Gespinst zu verwandeln, sage in 6% Unzen, so wären 12 Stunden erheischt, um 61b. Baumwolle in 5 Ib. Garn zu verwandeln.

Was uns aber hier interessiert, ist nicht, daß eine Stunde Spinnarbeit 8 Unzen und 12 Stunden 6 Ib. Cotton in Gespinst verwandelt, sondern daß in dem ersten Falle dem Wert des Cotton eine Stunde Arbeit, im zweiten 12 Stunden zugefügt werden, oder es interessiert uns nur das Produkt, von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, soweit es Materiatur neuer Arbeitszeit

* In der Handschrift: ist) ist, so ist 2 In der Handschrift: 6%,

.78 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

ist, und dies hängt natürlich von der Arbeitszeit selbst ab. Uns interessiert nur das Quantum Arbeit, das in ihm aufgesaugt ist. Wir betrachten hier das Spinnen nicht als Spinnen — soweit es dem Cotton eine bestimmte Form, neuen Gebrauchswert gibt, sondern nur, soweit es Arbeit überhaupt, Arbeitszeit und seine Materiatur, die im Gespinst da ist, Materiatur der allgemeinen Arbeitszeit überhaupt ist. Es ist ganz gleichgültig, ob dieselbe Arbeitszeit in der Form irgendeiner andren bestimmten Arbeit oder zur Produktion irgendeines andren bestimmten Tauschwerts verwandelt wird. Ursprünglich konnten wir zwar das ÄArbeitsvernögen — weil es selbst schon vergegenständlichte Arbeit ist, mit Geld messen, und daher konnte der Kapitalist sie kaufen; aber nicht unmittelbar die Arbeit selbst, die als bloße Tätigkeit unsrem Maßstab entging. Jetzt aber in dem Maße, worin das Arbeitsvermögen im Arbeitsprozeß zu seiner wirklichen Äußerung, zur Arbeit, fortgeht, verwirklicht diese sich, erscheint selbst in dem Produkt als vergegenständlichte Arbeitszeit. Jetzt ist also die Möglichkeit vorhanden zur Vergleichung dessen, was der Kapitalist im Arbeitslohn gibt und was er durch die Konsumtion des Arbeitsvermögens im Austausch dafür zurückerhält. Am Ende eines gewissen Maßes von Arbeitszeit, z.B. Stunden, hat sich [ein] bestimmtes Quantum Arbeitszeit vergegenständlicht in einem Gebrauchswert, sage Twist, und existiert nun als Tauschwert desselben.

Gesetzt, die Arbeitszeit, die im Arbeitsvermögen des Spinners verwirklicht ist, betrage 10 Stunden. Wir sprechen hier nur von der Arbeitszeit, die in seinem Arbeitsvermögen täglich verwirklicht ist. In dem Preis, den der Geldbesitzer gezahlt hat, ist die Arbeitszeit, die erheischt ist, um das Arbeitsvermögen des Spinners täglich zu produzieren oder zu reproduzieren, schon in Durchschnittsarbeit ausgedrückt. Andrerseits nehmen wir an, daß seine eigne Arbeit dieselbe Qualität Arbeit ist, d.h. dieselbe Durchschnittsarbeit ist, die die Substanz des Werts bildet und worin sein eignes Arbeitsvermögen geschätzt ist. Nehmen wir also zunächst an, der Spinner arbeite für den Geldbesitzer 10 Stunden oder gebe ihm, habe ihm verkauft 10stündige Verfügung über sein Arbeitsvermögen. Diese lOstündige Verfügung über das Arbeitsvermögen des Spinners konsumiere der Geldbesitzer in dem Arbeitsprozeß, d.h. in andren Worten, nichts, als er läßt den Spinner 10 Stunden spinnen, arbeiten überhaupt, da hier die bestimmten Formen, worin er es tun läßt, gleichgültig. In dem Gespinst, dem Garn, hat daher der Spinner dem Wert der Baumwolle vermittelst des Arbeitsmittels 10 Stunden Arbeit zugefügt. War also der Wert des Produkts, des Gespinst, des Garns, abgesehn von der neu zugefügten Arbet=A+B, so ist es jetzt= A + B + 10 Arbeitsstunden. Zahlt der Kapitalist diese 10 Arbeitsstunden mit 10 d, so seien diese IOd C, so daß jetzt das

D Verwertungsprozeß 79

Produkt des Garn =A+B+C, d.h. gleich der Arbeitszeit, die in der Baumwolle, den Spindeln (soweit sie konsumiert sind), endlich der neu zugefügten Arbeitszeit enthalten sind.

Diese Summe A+B+C sei=D.D ist dann gleich der Summe Geldes, die der Geldbesitzer in Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel und Arbeitsvermögen ausgelegt hat, bevor er den Arbeitsprozeß begann. D.h., der Wert des Produkts — des Garns — ist gleich dem Wert der Elemente, woraus das Garn besteht, d.h. = dem Wert des Arbeitsmaterials und Arbeitsmittels (das nach unsrer Uhnterstellung ganz im Produkt konsumiert ist) + dem Wert der neu zugefügten Arbeit, die sich im Arbeitsprozeß mit beiden zum Garn kombiniert hat. Also 100 Taler Baumwolle, 16 Taler Instrument, 16 Taler Arbeitsvermögen = 132 Taler. In diesem Falle hätten sich zwar die vorgeschoßnen Werte erhalten, aber nicht vermehrt. Die einzige Veränderung, die vorgegangen, bevor sich das Geld in Kapital verwandelt, wäre eine rein formelle. Dieser Wert war ursprünglich = 132 Taler, einer bestimmten Quantität vergegenständlichter Arbeitszeit. Dieselbe Einheit erscheint im Produkt wieder als 132 Taler, als dieselbe Wertgröße, nur daß sie jetzt Summe der Wertbestandteile 100, 16 und 16 ist, d.h. der Werte der Faktoren, worin sich das ursprünglich vorgeschoßne Geld im Arbeitsprozeß zerlegt und die es jedes besonders angekauft hat.

An und für sich enthielte dies Resultat durchaus keine Abgeschmacktheit. Wenn ich für 132 Taler Garn kaufe, durch bloße Verwandlung von Geld in Garn — d.h. in der Weise der einfachen Zirkulation —, so zahle ich Material, Mittel und Arbeit, die im Garn enthalten, um diesen bestimmten Gebrauchswert zu erhalten und ihn in der einen oder der andren Weise [zu] konsumieren. Wenn der Geldbesitzer sich ein Haus bauen läßt, um es zu [belwohnen, so zahlt er dafür ein Äquivalent. Kurz, wenn er die Zirkulation W-G-W durchmacht, tut er in der Tat nichts andres. Das Geld, womit er kauft, ist gleich dem Wert der ursprünglich in seinem Besitz befindlichen Ware. Die neue Ware, die er kauft, ist gleich dem Geld, worin der Wert der ursprünglich von ihm beseßnen Ware selbständige Gestalt als Tauschwert erhalten hat.

Aber der Zweck, wozu der Kapitalist Geld in Ware verwandelt, ist nicht der Gebrauchswert der Ware, sondern die Vermehrung des in Ware ausgelegten Gelds oder Werts — Selbstverwertung des Werts. Er kauft nicht zu seinem Konsum, sondern um einen höhren Tauschwert aus der Zirkulation herauszuziehn, als er ursprünglich in sie hineinwarf.

Würde er das Gespinst, ds A+B+C wert ist, etwazuA+B+C+x wieder verkaufen, so kämen wir auf denselben Widerspruch zurück. Er würde seine Ware nicht als Äquivalent, sondern über ihr Äquivalent verkaufen. In

7*

80 1. Verwandlung von Geld in Kapital : Heft I

der Zirkulation aber kann kein Mehrwert, kein Wert über das Äquivalent hinaus entspringen, ohne daß eine der austauschenden Seiten einen Wert unter ihrem Äquivalent empfängt.

Die Verwandlung des Geldes in die Elemente des Arbeitsprozesses — oder was dasselbe ist, der wirkliche Konsum des angekauften Arbeitsvermögens, wäre also ganz zwecklos unter der Voraussetzung, daß der Geldbesitzer den Arbeiter dieselbe Arbeitszeit arbeiten läßt, die er ihm als Äquivalent seines Arbeitsvermögens bezahlt hat. Ob er für 132! Taler Garn kauft, um das Garn wieder zu 132! Talern zu verkaufen, oder ob er die 132! Taler in 100 Taler Baumwolle, 16 Taler Spindel etc., 16 Taler vergegenständlichter Arbeit, d.h. Konsum des Arbeitsvermögens, zu der in 16 Talern enthaltnen Arbeitszeit umsetzt, um so das so produzierte Garn vom Wert von 132! Talern wieder zu 132! Taler zu verkaufen, ist, das Resultat betrachtet, ganz derselbe Prozeß, nur daß die Tautologie, worauf er hinausliefe, in dem einen Fall umständlicher zu Wege gebracht worden wäre als in dem andren.

Ein Mehrwert kann offenbar nur in dem Arbeitsprozeß entspringen — d.h., ein Wert, der einen Überschuß bildet über die ursprünglich in den Arbeitsprozeß eingegangnen Werte —, wenn der Geldbesitzer eine Disposition über eine Verwendung des Ärbeitsvermögens während größrer Zeit gekauft hat, als die Arbeitszeit beträgt, die das Arbeitsvermögen zu seiner eignen Reproduktion bedarf, d.h. als die Arbeitszeit, die in ihm selbst aufgearbeitet ist, seinen eignen Wert bildet und als solcher in seinem Preis ausgedrückt ist. Z.B. im obengenannten Fall. Wenn dem Spinner selbst die Baumwolle und Spindel gehörte, müßte er ihnen 10 Arbeitsstunden zusetzen, um zu leben, d.h., um sich selbst als Spinner für den folgenden Tag zu reproduzieren. Ließe er nun den Arbeiter II Stunden statt 10 arbeiten, so wäre ein Mehrwert von einer Stunde produziert, weil in der im Arbeitsprozeß vergegenständlichten Arbeit eine Stunde mehr enthalten wäre als die Arbeitszeit, die nötig ist, um das Arbeitsvermögen selbst zu reproduzieren, d.h., um den Arbeiter als Arbeiter, den Spinner tagaus, tagein als Spinner am Leben zu erhalten. Jedes Quantum Arbeitszeit, das der Spinner im Arbeitsprozeß über die 10 Stunden hinaus arbeitete, jede Mehrarbeit über das Quantum Arbeit, das in seinem eignen Arbeitsvermögen aufgearbeitet ist, würde einen Mehrwert bilden, weil Mehrarbeit, als mehr Gespinst, mehr als Garn vergegenständlichte Arbeit. -

Wenn der Arbeiter 10 Stunden arbeiten muß, um den ganzen Tag, der aus 24 Stunden besteht, zu leben (worin natürlich die Stunden eingerechnet, die er als Organismus von der Arbeit ausruhn, schlafen etc., nicht arbeiten kann),

! In der Handschrift: 133

N Verwertungsprozeß 8l

so kann er den ganzen Tag 12, 14 Stunden arbeiten, obgleich er von diesen 12, 14 Stunden nur 10 Stunden zur Reproduktion seiner selbst als Arbeiters, seiner selbst als lebendigen Arbeitsvermögens bedarf.

Nehmen wir nun an, dieser Prozeß entspreche dem allgemeinen Gesetz des Warenaustausches, daß sich nur gleiche Quanta Arbeitszeit austauschen, d.h., daß der Tauschwert der Ware gleich dem Quantum jedes andren Gebrauchswerts, das denselben Tauschwert, d.h. dasselbe Quantum vergegenständlichter Arbeit ausdrückt, so hätte die allgemeine Form des Kapitals - G-W-G ihre Abgeschmacktheit verloren und einen Inhalt erhalten. Da die Ware, hier das Garn, gegen deren Elemente der Geldbesitzer vor dem Arbeitsprozeß sein Geld ausgetauscht, im Produkt des Arbeitsprozesses, dem neuen Gebrauchswert, dem Garn, einen Zusatz über das ursprüngliche Quantum vergegenständlichter Arbeit erhalten, besäße das Produkt einen größren Wert als die Summe der in seinen Elementen vorausgesetzten Werte. War es ursprünglich = 132 Taler, so jetzt = 143, wenn statt 16 Talern (ein Taler = ein Arbeitstag) x Arbeitstage mehr in ihm enthalten wäre. Der Wert wäre nun = 100 +16+16+ 11, und verkaufte der Kapitalist das Produkt des Arbeitsprozesses, das Garn, wieder zu seinem Wert, so würde er 11 Taler auf 132! Taler gewinnen. Der ursprüngliche Wert hätte sich nicht nur erhalten, sondern vermehrt.

Es fragt sich, ob dieser Prozeß dem ursprünglich vorausgesetzten Gesetz, daß [sich] Waren als Äquivalente, d.h. zu ihren Tauschwerten austauschen, also dem Gesetz, wonach Waren sich austauschen, nicht widerspricht?

Er widerspricht ihm nicht, aus zwei Gründen. Erstens, weil das Geld diesen spezifischen Gegenstand, das lebendige Arbeitsvermögen, als Ware auf dem Markt, in der Zirkulation vorfindet. Zweitens, wegen der spezifischen Natur dieser Ware. Ihre Eigentümlichkeit besteht nämlich darin, daß, während ihr Tauschwert, wie der aller andren Waren = der in ihrem eignen wirklichen Dasein, in ihrem Dasein als Arbeitsvermögen aufgearbeiteten Arbeitszeit, d. h.= der Arbeitszeit, die notwendig, um dies lebendige Arbeitsvermögen als solches, oder, was dasselbe ist, um den Arbeiter als Arbeiter am Leben zu erhalten — ihr Gebrauchswert die Arbeit selbst ist, d.h. eben die den Tauschwert setzende Substanz, die bestimmte flüssige Tätigkeit, die sich als Tauschwert fixiert und ihn schafft.

Bei Waren wird aber nur ihr Tauschwert bezahlt. Man zahlt für das Öl außer der in ihm enthaltnen Arbeit nicht noch seine Qualität als Öl, so wenig, wie man für Wein außer der in ihm enthaltnen Arbeit noch das Trinken zahlt

! In der Handschrift: 133

82 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

oder den Genuß, den er im Trinken bezahlt. Ebenso wird daher für das Arbeitsvermögen sein eigner Tauschwert, die in ihm selbst enthaltne Arbeitszeit gezahlt. Da aber sein Gebrauchswert selbst wieder die Arbeit ist, die den Tauschwert schaffende Substanz, widerspricht es in keiner Weise dem Gesetz. des Warenaustauschs, daß die wirkliche Konsumtion desselben, der wirkliche Gebrauch desselben als Gebrauchswert, mehr Arbeit setzt, sich in mehr vergegenständlichter Arbeit darstellt, als in ihm selbst als Tauschwert vorhanden ist. Die einzige Bedingung, die erheischt ist, damit dies Verhältnis eintrete, ist die, daß das Arbeitsvermögen selbst als Ware dem Geld gegenübertrete oder dem Wert überhaupt. Dies Gegenübertreten aber ist durch einen bestimmten historischen Prozeß bedingt, der den Arbeiter auf reines Arbeitsvermögen beschränkt, was wieder dasselbe ist, daß er dem Arbeitsvermögen die Bedingungen seiner Verwirklichung, also der wirklichen Arbeit ihre gegenständlichen Elemente als fremde Mächte, von ihm getrennt, im Besitz andrer Warenhüter befindliche Waren gegenüberstellt. Unter dieser historischen Voraussetzung ist das Arbeitsvermögen Ware, und unter der Voraussetzung, daß es Ware ist, widerspricht es keineswegs, sondern entspricht vielmehr dem Gesetz des Warenaustauschs, daß die im Arbeitsvermögen vergegenständlichte Arbeitszeit oder sein Tauschwert nicht seinen Gebrauchswert bestimmt. Dieser ist aber selbst wieder Arbeit.

In der wirklichen Konsumtion dieses Gebrauchswerts, d.h. im Arbeitsprozeß und durch den Arbeitsprozeß, kann also der Geldbesitzer mehr vergegenständlichte Arbeitszeit zurückerhalten, als er für den Tauschwert des Arbeitsvermögens gezahlt hat. Obgleich er also ein Aquivalent für diese spezifische Ware gezahlt hat, erhält er infolge ihrer spezifischen Natur — daß ihr Gebrauchswert selbst Tauschwert setzend, die schöpferische Substanz des Tauschwerts ist — einen größren Wert durch ihren Gebrauch zurück, als er durch ihren Kauf — und in ihrem Kauf zahlte er dem Gesetz des Warenaustauschs gemäß nur ihren Tauschwert — vorgeschossen hatte. Das Verhältnis also vorausgesetzt, worin das Arbeitsvermögen als bloßes Arbeitsvermögen und daher als Ware existiert, daher ihm gegenüber das Geld als Form alles gegenständlichen Reichtums, wird der Geldbesitzer, dem es nur um den Wert als solchen zu tun, nur das Arbeitsvermögen kaufen unter der Bedingung, daß er Disposition über dasselbe während längrer Zeit erhält oder daß der Arbeiter sich verpflichtet, längre Arbeitszeit während des Arbeitsprozesses für ihn zu arbeiten als die Arbeitszeit, die der Arbeiter arbeiten müßte, wenn ihm Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel selbst gehörten, um sich als Arbeiter, als lebendiges Arbeitsvermögen, am Leben zu erhalten. Diese Differenz zwischen der Arbeitszeit, die den Tauschwert des Arbeitsvermögens selbst mißt, und der Ar-

D) Verwertungsprozeß 83

beitszeit, während der es als Gebrauchswert vernutzt wird, ist Arbeitszeit, die es über die in seinem Tauschwert enthaltne Arbeitszeit hinaus arbeitet, also über den Wert hinaus, den es ursprünglich kostete — und ist als solche Mehrarbeit -— Mehrwert,

Macht der Geldbesitzer diesen Austausch des Gelds mit lebendigem Arbeitsvermögen und mit den gegenständlichen Bedingungen zum Konsum dieses Arbeitsvermögens — d.h. dem seiner besondren stofflichen Bestimmtheit entsprechenden Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel —, so verwandelt er Geld in Kapital, d.h. in sich erhaltenden und vermehrenden, selbst verwertenden Wert. In keinem Moment durchbricht er das Gesetz der einfachen Zirkulation, des Warenaustauschs, wonach Äquivalente ausgetauscht oder die Waren — im Durchschnitt — zu ihren Tauschwerten verkauft werden, d.h. gleichgroße Tauschwerte, in welchen Gebrauchswerten sie immer existieren mögen, sich als gleiche Größen ersetzen. Gleichzeitig erfüllt er die Formel G-W-G, d.h., Geld gegen Ware austauschen, um die Ware gegen mehr Geld auszutauschen, und durchbricht demnach nicht das Gesetz der Äquivalenz, sondern handelt ihm vielmehr ganz gemäß.

Erstens: Sage, ein gewöhnlicher Arbeitstag = 1 Taler, drücke sich in dem Taler benannten Silberquantum aus. Er gibt 100 Taler für Rohmaterial aus; 16 Taler für Instrument; 16 Taler für die 16 Arbeitsvermögen, die er anwendet und die ihrem Tauschwert nach = 16 Taler. So schießt er 132 Taler vor, die in dem Produkt (Resultat) des Arbeitsprozesses, d.h. in der Konsumtion des von ihm gekauften Arbeitsvermögens, dem Arbeitsprozefi, der produktiven. Konsumtion wiedererscheinen. Aber die Ware, die er zu ihrem Tauschwert gekauft hat zu 15 Arbeitstagen, bringt als Gebrauchswert sage 30 Arbeitstage, d.h. den Tag auf 6 Stunden, 12 vergegenständlicht sich in 12 Arbeitsstunden; d.h., setzt als Gebrauchswert einen doppelt so großen Wert, wie sie als Tauschwert selbst hat. Der Gebrauchswert einer Ware ist aber unabhängig von ihrem Tauschwert und hat mit dem Preis, wozu sie verkauft.wird — der durch die in ihr selbst vergegenständlichte Arbeitszeit bestimmt ist —, nichts zu tun. Das Produkt also =A+B+C+ 15 Stunden Arbeitszeit, also um 15 Stunden Arbeitszeit größer als der dem Arbeitsprozeß vorausgesetzte Wert. War A= 100, B= 16, C = 16!, so ist das Produkt = 143, d.h. 11 Taler mehr Wert, als das vorgeschoßne Kapital. Verkauft er diese Ware also wieder zu ihrem Wert, so gewinnt er 11 Taler, obgleich in keinem Moment der Gesamtoperation das Gesetz des Warenaustausches ver-

! In der Handschrift: C = 15 2 In der Handschrift: 142

84 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

letzt worden ist, vielmehr in jedem Moment desselben die Waren zu ihren Tauschwerten und daher als Äquivalente ausgetauscht worden sind.

So einfach dieser Prozeß, so wenig ist er bisher begriffen worden. Die Ökonomen haben nie den Mehrwert mit dem von ihnen selbst aufgestellten Gesetz der Äquivalenz ausgleichen können. Die Sozialisten haben stets an diesem Widerspruch festgehalten und auf ihm herumgeritten, statt die spezifische Natur dieser Ware, des Arbeitsvermögens, dessen Gebrauchswert selbst die den Tauschwert schaffende Tätigkeit, zu verstehn.

Durch diesen Prozeß also, den Austausch von Geld mit Arbeitsvermögen und den darauf folgenden Konsum des Arbeitsvermögens, wird das Geld in Kapital verwandelt. Die Ökonomen nennen dies die Verwandlung des Gelds in produktives Kapital mit Bezug auf andre Formen des Kapitals einerseits, in denen dieser Grundprozeß als Voraussetzung zwar besteht, aber in der Form ausgelöscht ist; andrerseits mit Bezug darauf, daß das Geld, soweit ihm das Arbeitsvermögen als Ware gegenüberstehe, die Möglichkeit dieser Verwandlung in Kapital, also an sich Kapital ist, wenn es auch nur durch diesen Prozeß selbst erst in wirkliches Kapital verwandelt wird. Es kann aber der Möglichkeit nach in Kapital verwandelt werden.

Es ist klar, daß wenn Mehrarbeit verwirklicht werden soll, mehr Arbeitsmaterial nötig ist; mehr Arbeitsinstrument nur in Ausnahmefällen. Können in 10 Stunden 10a Pfund Baumwolle in Twist verwandelt werden, so in 12 Stunden 10a + 2a. In diesem Fall ist also mehr Baumwolle nötig, oder es muß von vornherein angenommen werden, daß der Kapitalist die hinlängliche Quantität Baumwolle kauft, um die Mehrarbeit zu absorbieren. Es ist aber auch möglich, daß z.B. dasselbe Material in einem halben Tag nur zur Hälfte fertig in die neue Form verarbeitet werden kann, in einem ganzen aber ganz. In diesem Falle aber ist jedenfalls auch mehr Arbeit in dem Material konsumiert worden und soll der Prozeß tagein, tagaus fortgehn, fortgesetzter Produktionsprozeß sein, so ist auch in diesem Falle mehr Arbeitsmaterial erheischt, als wenn der Arbeiter im Arbeitsprozeß nur die in seinem eignen Arbeitslohn vergegenständlichte Arbeitszeit durch seine Arbeit ersetzte, Ob mehr Arbeitsmittel erheischt werden und in welchem Maße — und das Arbeitsmittel ist nicht nur das, was eigentliches Werkzeug ist —, hängt von der technologischen Natur der bestimmten Arbeit, also der von ihr verbrauchten Mittel ab.

In allen Fällen muß am Schlusse des Arbeitsprozesses mehr neue Arbeit in das Arbeitsmaterial eingesaugt und daher vergegenständlicht sein, als die Arbeitszeit beträgt, die in dem Arbeitslohn des Arbeiters vergegenständlicht ist. Halten wir uns einfach beim Beispiel des Manufakturisten. Diese Mehreinsau-

D Verwertungsprozeß 85

gung von Arbeit stellt sich dar als Verarbeitung von mehr Material oder als Verarbeitung desselben Materials zu einer weiteren Stufe, als mit weniger Ärbeitszeit erreicht werden kann.

Vergleichen wir den Verwertungsprozeß mit dem Arbeitsprozeß, so zeigt sich schlagend der Unterschied zwischen der wirklichen Arbeit, soweit sie den Gebrauchswert produziert, und der Form dieser Arbeit, soweit sie als Element des Tauschwerts, also die den Tauschwert schaffende Tätigkeit erscheint.

Es zeigt sich hier, daß die bestimmte Art und Weise der Arbeit, ihre stoffliche Bestimmtheit, ihr Verhältnis zum Kapital, um das es sich hier allein handelt, nicht affiziert. Wir gingen aber dabei von der Voraussetzung aus, daß die Arbeit des Arbeiters gemeine Durchschnittsarbeit sei. Der casus wird jedoch nicht verändert, wenn vorausgesetzt wird, daß seine Arbeit Arbeit von höherem spezifischen Gewicht, potenzierte Durchschnittsarbeit sei. Einfache Arbeit oder Durchschnittsarbeit, die Arbeit des Spinners oder des Mahlers, des Feeidbauers oder des Maschinenbauers, was der Kapitalist im Arbeitsprozeß vergegenständlicht erhält, durch ihn sich aneignet, ist die bestimmte Ärbeit des Arbeiters, Spinnen, Mahlen, Feldbauen, Maschinenbauen. Der Mehrwert, den er erzeugt, besteht immer in dem Überschuß der Arbeit, der Arbeitszeit, die der Arbeiter mehr spinnt, mahlt, feldbaut, Maschinen baut als ‚nötig wäre, um sein eignes Salair zu produzieren. Also immer in einem Überschuß seiner eignen Arbeit, den der Kapitalist gratis erhält, welches immer der Charakter dieser Arbeit sei, ob sie einfach oder potenziert sei. Das Verhältnis, worin sich z. B. die potenzierte Arbeit zu der gesellschaftlichen Durchschnittsarbeit verhält, ändert nichts an dem Verhältnis dieser potenzierten Arbeit zu sich selbst, ändert nichts daran, daß eine Stunde derselben nur halb soviel Wert schafft, wie zwei Stunden, oder daß sie sich im Verhältnis ihrer Zeitdauer verwirklicht. Soweit also das Verhältnis von Arbeit und Mehrarbeit — oder Mehrwert schaffender Arbeit in Betracht kommt, handelt es sich immer von derselben Art der Arbeit, und hier ist richtig, was in bezug auf die Tauschwert setzende Arbeit als solche nicht richtig wäre:

„Wo von Arbeit als Maßstab des Wertes gesprochen wird, versteht man darunter notwendigerweise Arbeit einer bestimmten Art und einer bekannten Dauer; das Verhältnis, in dem die anderen Arten von Arbeit zu ihr stehen, ist leicht zu ermitteln infolge der betreffenden Vergütungen, die jeder erhält.“ ([J. Cazenove, p.] 22, 23, „Outlines of Pol. Ec.“, London 1832.)

Das Produkt, was der Kapitalist so erhalten hat, ist ein bestimmter Gebrauchswert, dessen Wert gleich ist dem Wert des Materials, des Arbeitsmittels, dem Quantum zugefügter Arbeit = dem im Salair enthaltnen Quantum

86 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I Arbeit + der Mehrarbeit, die nicht bezahlt st =A+B+S+ S”. Verkauft er sie also zu ihrem Wert, so gewinnt er grade soviel, als die Mehrarbeit beträgt. Er gewinnt nicht, weil er die neue Ware über ihrem Wert verkauft, sondern weil er sie zu ihrem Wert verkauft, ihren ganzen Wert in Geld umsetzt. Es wird ihin damit ein Teil des Werts, ein Teil der im Produkt enthaltnen Arbeit bezahlt, den er nicht gekauft hat, der ihm nichts gekostet hat, und der von ihm unbezahlte Teil des Werts seines Produkts, den er verkauft, konstituiert seinen Gewinn. In der Zirkulation realisiert er also nur den Mehrwert, den er im Arbeitsprozeß erhalten hat. Er stammt aber nicht aus der Zirkulation selbst, nicht daher, daß er seine Ware über ihrem Wert verkaufte,

{Der Wert des in dem Arbeitsprozeß konsumierten Arbeitsmaterials und Arbeitsmittels — die in ihnen vergegenständlichte Arbeitszeit — erscheint im Produkt — dem neuen Gebrauchswert — wieder. Er erhält sich, aber es kann nicht im eigentlichen Sinne gesagt werden, daß er reproduziert wird; denn die Formveränderung, die mit dem Gebrauchswert vorgegangen — daß er jetzt in einem andren Gebrauchswert als früher existiert, berührt ihn nicht. Wenn ein Arbeitstag in einem Gebrauchswert vergegenständlicht ist, so ändert es an dieser Vergegenständlichung nichts, an dem Quantum der in ihm fixierten Arbeit, daß z.B. die 12. Arbeitsstunde erst 11 Stunden nach der ersten Arbeitsstunde in seine Komposition eingeht. Und so kann die im Arbeitsmaterial und 'Arbeitsmittel enthaltne Arbeitszeit betrachtet werden, als wäre sie nur in einem frühren Stadium des zur Herstellung des ganzen Produkts, also aller seiner Elemente, nötigen Produktionsprozesses in das Produkt eingegangen. Mit dem Arbeitsvermögen, soweit es in den Verwertungsprozeß eingeht, verhält es sich dagegen anders. Es ersetzt den in ihm selbst enthaltnen und daher für es selbst bezahlten Wert oder die in seinem Preis, im Arbeitslohn bezahlte vergegenständlichte Arbeitszeit, indem es dem Arbeitsmaterial ein gleiches Quantum neuer lebendiger Arbeit zufügt. Es reproduziert also den in ihm selbst vor dem Arbeitsprozeß vorausgesetzten Wert, ganz abgesehn davon, daß es noch einen Überschuß von Mehrarbeit über dies Quantum hinaus zufügt. Die Werte von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel erscheinen nur im Produkt wieder, weil Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel vor dem Arbeitsprozeß und unabhängig von ihm diese Werte besitzen. Der Wert und mehr als der Wert des Arbeitsvermögens aber erscheint!! im Produkt wieder, weil er durch ein größres Quantum (hier aber bei diesem Unterschied ist das Mehrquantum zunächst gleichgültig) neuer lebendiger Arbeit im Arbeitsprozeß ersetzt, also reproduziert wird.}

g) Einheit von Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß 87

—n ———

Einheit des Ärbeitsprozesses und Verwertungsprozesses (Kapitalistischer Produktionsprozeß)

Der wirkliche Produktionsprozeß, der vorgeht, sobald das Geld sich dadurch in Kapital verwandelt hat, daß es sich ausgetauscht gegen das lebendige Arbeitsvermögen und dito gegen die gegenständlichen Bedingungen zur Verwirklichung dieses Vermögens — Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel —, dieser Produktionsprozeß ist Einheit von Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß. Ganz wie sein Resultat, die Ware, Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert ist. #

Zunächst ist der Produktionsprozeß des Kapitals — seiner stofflichen Seite nach betrachtet, soweit Gebrauchswerte produziert werden — Arbeitsprozeß überhaupt, und als solcher zeigt er die allgemeinen Faktoren, die diesem Prozeß als solchem zukommen, unter den verschiedensten gesellschaftlichen Produktionsformen. Diese Faktoren sind nämlich bestimmt durch die Natur der Arbeit als Arbeit. In der Tat findet sich historisch, daß das Kapital im Beginn seiner Bildung nicht nur den Arbeitsprozeß überhaupt unter seine Kontrolle nimmt (unter sich subsumiert), sondern die besondren wirklichen ArbeitsproZesse, wie es sie technologisch fertig vorfindet und wie sie sich auf Grundlage nichtkapitalistischer Produktionsverhältnisse entwickelt haben. Den wirkli“ chen Produktionsprozeß — die bestimmte Produktionsweise, findet es vor und subsumiert sie im Anfang nur formell. unter sich, ohne etwas an ihrer technologischen Bestimmtheit zu ändern. Erst im Lauf seiner Entwicklung subsumiert das Kapital den Arbeitsprozeß nicht nur formell unter sich, sondern wandelt ihn um, gestaltet die Produktionsweise selbst neu und schafft sich so erst die ihm eigentümliche Produktionsweise. Welches nun aber auch immer die veränderte Gestalt derselben sei, als Arbeitsprozeß überhaupt, d.h. als Arbeitsprozeß, von dessen historischer Bestimmtheit abstrahiert wird, enthält sie immer die.allgemeinen Momente des Arbeitsprozesses überhaupt.

Dies formelle Subsumieren des Arbeitsprozesses unter sich, das Nehmen desselben unter seine Kontrolle, besteht darin, daß der Arbeiter als Arbeiter unter die Aufsicht und daher das Kommando des Kapitals oder des Kapitalisten gerät. Es wird Kommando über Arbeit, nicht in dem Sinne, worin A. Smith sagt, daß Reichtum überhaupt Kommando über Arbeit ist!??, sondern in dem Sinn, daß der Arbeiter als Arbeiter unter das Kommando des Kapitalisten tritt. Denn sobald er sein Arbeitsvermögen für bestimmte Zeit dem Kapitalisten für den Arbeitslohn verkauft hat, muß er nun selbst als Arbeiter in den Arbeitsprozeß treten, als einer der Faktoren, womit das Kapital arbeitet. Wenn der wirkliche Arbeitsprozeß produktive Konsumtion der in

88 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

ihn eingehnden Gebrauchswerte durch die Arbeit, also durch die Tätigkeit des Arbeiters selbst ist, ist er andrerseits ebensosehr Konsumtion des Arbeitsvermögens durch das Kapital oder den Kapitalisten. Er verwendet das Arbeitsvermögen des Arbeiters, indem er ihn arbeiten läßt. Alle Faktoren des . Arbeitsprozesses, das Arbeitsmaterial, die Arbeitsmittel und die lebendige Arbeit selbst als Betätigung, Vernutzung des von ihm gekauften Arbeitsvermögens — gehören ihm, und so gehört ihm der ganze Arbeitsprozef3 ebensosehr, als ob er selbst mit seinem eignen Material und seinen eignen Arbeitsmitteln arbeitete. Da aber die Arbeit zugleich Lebensäußerung des Arbeiters selbst, Betätigung seiner eignen persönlichen Fertigkeit und Fähigkeit ist — eine Betätigung, die von seinem Willen abhängt, zugleich Willensäußerung desselben ist —, überwacht der Kapitalist den Arbeiter, kontrolliert die Betätigung des Arbeitsvermögens als eine ihm gehörige Aktion. Er wird zusehn, daß das Arbeitsmaterial zweckmäßig als solches verwandt wird; als Arbeitsmaterial konsumiert wird. Wird Material vergeudet, so geht es nicht in den Arbeitsprozeß ein, wird es nicht als Arbeitsmaterial konsumiert. Dito mit den Arbeitsmitteln, wenn der Arbeiter etwa noch auf andre Weise ihre stoffliche Substanz aufriebe, als durch den Arbeitsprozeß selbst. Endlich wird er zusehn, daß er wirklich arbeitet, die volle Zeit arbeitet und nur notwendige Arbeitszeit verausgabt, d.h., in einer bestimmten Zeit das normale Quantum arbeitet. Nach allen diesen Seiten hin tritt der Arbeitsprozeß und damit die Arbeit und der Arbeiter selbst unter die Kontrolle des Kapitals, unter sein Kommando. Dies nenne ich die formelle Subsumtion des Arbeitsprozesses unter das Kapital.

In der ganzen folgenden Untersuchung wird die Arbeit, die etwa der Kapitalist selbst tut, nie unter die Wertbestandteilc des Produkts eingerechnet. Besteht sie aus bloßer Arbeit, so hat sie mit dem Verhältnis als solchem nichts zu tun, und betätigt sich der Kapitalist nicht als Kapitalist, als bloße Personifikation, inkarniertes Kapital. Ist sie aber eine Arbeit, die aus den eigentümlichen Funktionen des Kapitals als solchem und daher der kapitalistischen Produktionsweise als solcher entspringt, so werden wir sie später als „labour of superintendence“! einer genauren Prüfung unterwerfen.

Diese formelle Subsumtion des Arbeitsprozesses unter das Kapital oder das Kommando des Kapitalisten über den Arbeiter hat nichts gemein mit dem Verhältnis, das etwa in der zünftigen, mittelaltrigen Industrie der Meister über Gesellen und Lehrlinge ausübt. Es geht vielmehr rein daraus hervor, daß die produktive Konsumtion oder der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß des Arbeitsvermögens durch das Kapital ist, daß der In-

! „Arbeit der Oberaufsicht“

g) Einheit von Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß 89

halt dieser Konsumtion und ihr bestimmender Zweck kein andrer ist, als den Wert des Kapitals zu erhalten und zu vermehren, diese Erhaltung und Vermehrung aber nur zu erreichen sind durch das zweckmäßigste, exakteste Vorsichgehn des wirklichen Arbeitsprozesses, der vom Willen des Arbeiters abhängt, seinem Fleiße etc., ein Prozeß, der also unter die Kontrolle und Aufsicht des kapitalistischen Willens genommen worden ist.

{Mit Bezug auf den Produktionsprozeß noch zu bemerken: Geld, um in Kapital verwandelt zu werden, muß in die Faktoren des Arbeitsprozesses verwandelt werden — d.h. in Waren, die als Gebrauchswerte im Arbeitsprozeß figurieren können, also in Konsumtionsmittel für das Arbeitsvermögen — i.e. Lebensmittel des Arbeiters — oder Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, Alle Waren also — oder alle Produkte, die nicht in dieser Weise verwendbar sind oder nicht die Bestimmung haben, so verwandt zu werden, gehören zum Konsumtionsfonds der Gesellschaft, aber nicht zum Kapital. (Hier unter Kapital verstanden. die Gegenstände, worin Kapital existiert.) Diese Produkte jedoch, solange sie Waren bleiben, sind selbst eine Existenzweise des Kapitals. Kapitalistische Produktion vorausgesetzt, produziert das Kapital überhaupt alle Produkte, und es ist ganz gleichgültig, ob diese Produkte zur produktiven Konsumtion bestimmt sind oder ob sie nicht in sie eingehn können, also nicht selbst wieder zum Leib des Kapitals werden können. Aber sie bleiben dann solange Kapital, als sie Waren bleiben, d.h. sich in Zirkulation befinden. Sobald sie definitiv verkauft sind, hören sie auf, es in diesem Sinn zu sein. Soweit das Kapital sich nicht im Stadium des Arbeitsprozesses befindet, muß es überhaupt in der Form von Ware oder Geld (wenn auch vielleicht bloße Schuldforderung etc.) vorhanden sein. Sie können aber nicht als Gebrauchswerte in den Arbeitsprozeß oder Produktionsprozeß eingehn.}

In demselben Maße, wie der Arbeiter sich als Arbeiter betätigt,.sein Arbeitsvermögen äußert, entäußert er es, da es ja schon als’ sich äußerndes Vermögen an den Geldbesitzer veräußert ist, bevor der Arbeitsprozeß beginnt. Wie die Arbeit sich verwirklicht einerseits als Form des Rohmaterials (als Gebrauchswert und Produkt), andrerseits als Tauschwert, vergegenständlichte gesellschaftliche Arbeit überhaupt, verwandelt sich die Arbeit aus Arbeit in Kapital,

Wenn überhaupt gesagt wird, Kapital sei Produkt, als Mittel neuer Produktion verwandt, so würden, wie schon oben bemerkt, die gegenständlichen Bedingungen jedes Arbeitsprozesses dem Kapitalverhältnis untergeschoben. Ändrerseits entsteht dieselbe Verwirrung leicht — und findet sich zum Teil sogar bei Ricardo"! selbst —, daß Kapital aufgehäufte Arbeit (accumulated labour) genannt wird, die zur Produktion von mehr accumulated labour ver-

90 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

wandt wird. Der Ausdruck ist zweideutig, da unter aufgehäufter Arbeit nichts verstanden zu werden braucht als Produkte, die zur Produktion neuer Gebrauchswerte verwandt werden. Der Ausdruck kann aber auch in dem Sinn verstanden [werden], daß das Produkt (als Tauschwert) nichts als ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit überhaupt ist, verausgabt, um dies Quantum wachsen zu machen — also der Selbstverwertungsprozeß. Obgleich der zweite Prozeß den ersten voraussetzt, unterstellt dagegen der erste nicht notwendig den zweiten. Soweit die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit, Material und Arbeitsmittel, im Arbeitsprozeß unmittelbar dienen, werden sie vom Arbeiter verwandt. Aber it is not labour which employs capital, it is capital which employs labour!. Diese spezifische Stellung, die der Wert überhaupt gegen das Arbeitsvermögen, die vergegenständlichte, vergangne Arbeit gegen die lebendige, gegenwärtige; die Bedingungen der Arbeit zu ihr selbst einnehmen, bildet gerade die spezifische Natur des Kapitals. Wir werden etwas näher darauf eingehn am Schluß dieses 1.1. (Verwandlung von :Geld in Kapital). Hier genügt es einstweilen, daß im Produktionsprozeß — soweit er Verwertungsprozeß und daher Selbstverwertungsprozeß des vorausgesetzten Werts oder Geldes ist — der Wert (d.h. vergegenständlichte allgemeine gesellschaftliche Arbeit), vergangne Arbeit, sich durch Austausch, relative Aneignung der lebendigen Arbeit — ein Austausch vermittelt durch Ankauf des Arbeitsvermögens — erhält und vermehrt, Mehrwert setzt. Er erscheint so als prozessierender und im Prozeß sich erhaltender und bewährender Wert. So als ein Selbst — die Inkarnation dieses Selbsts ist der Kapitalist — Selbstigkeit des Werts. Die Arbeit (lebendige) erscheint nur als das Mittel, die agency’, wodurch das Kapital (der Wert) sich selbst reproduziert und vermehrt.

„Arbeit ist das Mittel, durch welches das Kapital befähigt wird, Löhne, Profit und Revenue zu erzeugen.“ (p. 161, John Wade, „History of the Middle and Working classes etc.“, 3. ed., London 1835.)

(Wade hat in dem abstrakt ökonomischen Teil seiner Schrift einiges Originelle für seine Zeit, z.B. über die Handelskrisen usw. Dagegen ist der ganze historische Teil ein schlagendes Beispiel des schamlosen Plagiarismus, der unter den englischen Ökonomisten herrscht. Er ist nämlich fast wörtlich abgeschrieben aus Sir F. Morton Eden, „The State of the Poor usw.“, 3.vol., London 1797.)

! es ist nicht Arbeit, die das Kapital verwendet, es ist das Kapital, welches Arbeit verwendet

? Siehe vorl. Band, S. 164/165 3 Tätigkeit

g) Einheit von Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß 9

Der Wert, die vergegenständlichte Arbeit, bekommt dies Verhältnis zur lebendigen Arbeit nur, soweit ihm das Arbeitsvermögen als solches gegenübersteht, d.h. also andrerseits wieder, soweit die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit — und daher die Bedingungen zur Verwirklichung des Arbeitsvermögens — ihm selbst in getrennter Selbständigkeit, unter der Kontrolle eines fremden Willens, gegenüberstehn. Obgleich daher Arbeitsmittel und Material als solche nicht Kapital sind, erscheinen sie selbst als Kapital, weil ihre Selbständigkeit, ihre selbstische Existenz gegenüber dem Arbeiter und daher der Arbeit selbst ihrem Dasein eingewachsen ist. Ganz wie Gold und Silber als Geld erscheint, in der Vorstellung unmittelbar verbunden ist mit dem gesellschaftlichen Produktionsverhältnis, dessen Träger es ist.

Der Arbeitsprozeß hat innerhalb der kapitalistischen Produktion das Verhältnis zum Verwertungsprozeß, daß der letztere als Zweck, der erstere nur als Mittel erscheint. Der erstere wird daher stopped!, wo der letztere nicht mehr möglich ist oder noch nicht möglich ist. Andrerseits, in den Zeiten sog. spekulativer Manien, Spekulations (Aktien usf.), Krisen, tritt es an den Tag, daß der Arbeitsprozeß (die eigentliche materielle Produktion) nur eine lästige Bedingung ist und eine allgemeine Wut die kapitalistischen Nationen ergreift, den Zweck (Verwertungsprozeß) ohne das Mittel (Arbeitsprozeß) zu erreichen. Der Arbeitsprozeß als solcher könnte nur Selbstzweck sein, wenn es dem Kapitalisten um den Gebrauchswert des Produkts zu tun wäre. Es handelt sich für ihn aber nur um Veräußerung desselben als Ware, seine Rückverwandlung in Geld, und da es schon ursprünglich Geld war, um Vermehrung dieser Geldsumme. In diesem Sinne kann gesagt werden:

„der Wert schafft das Produkt“. (Say, „Cours Complet.“, p. 510.021)

(Dies gilt nun in der Tat von aller Warenproduktion. Andrerseits ist aber wieder richtig, daß nur die kapitalistische Produktion Warenproduktion im weitesten Umfang ist, d. h., die Produktion für den eignen Gebrauch ganz verschwindet und die Elemente der Produktion, selbst im Ackerbau, mehr und mehr schon als Waren in den Produktionsprozeß eintreten.)

Hier bei der Verwandlung von Geld in Kapital ist nur ganz im allgemeinen (da wir bei der Zirkulation darauf zurückkommen) auf die Form aufmerksam zu machen, worin hier das Geld erscheint. Ist übrigens schon der Hauptsache nach geschehn, in I. 1.a) (Allgemeinste Form des Kapitals).

Eine fernre Bemerkung zu machen mit Bezug auf den Verwertungsprozeß: Was ihm vorausgesetzt ist, ist nicht nur Wert, sondern eine Wertsumme. Ein

! eingestellt

? Siehe vorl. Band, S.5-17

92 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

Wert von bestimmter Größe, was sich später noch weiter entwickeln wird. Er muß (selbst als Kapitalist in nuce) wenigstens fähig sein — | Arbeiter und das für ihn notwendige Material und Instrument zu kaufen. Kurz, die Wertsurnme hat hier von vornherein eine Bestimmtheit durch die Tauschwerte der Waren, die in den Arbeitsprozeß unmittelbar eingehn.

Dies Ganze also nennen wir den kapitalistischen Produktionsprozeß auf Grundlage des Kapitals. Es handelt sich nicht darum, ein Produkt zu produzieren, sondern eine Ware — für den Verkauf bestimmtes Produkt. Und es handelt sich nicht einfach darum, Waren zu produzieren, um in dieser Weise durch den Verkauf derselben der in der Zirkulation vorhandnen Gebrauchswerte habhaft zu werden, sondern Waren zu produzieren, um den vorausgesetzten Wert zu erhalten und zu vermehren. -

52] {Wird der Arbeitsprozefß ganz abstrakt betrachtet, so kann gesagt werden,’ daß ursprünglich nur zwei Faktoren ins Spiel kommen — der Mensch und die Natur. (Arbeit und Naturstoff der Arbeit.) Seine ersten Werkzeuge sind seine eignen Glieder, die er sich jedoch erst selbst aneignen muß. Erst mit dem ersten Produkt, das zur Neuproduktion verwandt wird — sei es auch nur ein Stein, der nach einem Tier geworfen wird, um es zu töten —, beginnt der eigentliche Arbeitsprozeß. Eins der ersten Werkzeuge, das der Mensch sich aneignet, ist das Tier (Haustier). (Sieh hierüber die Stelle in Turgot.?)) Sofern, von dem Arbeitsstandpunkt aus, erklärt Franklin den Menschen richtig als „a tool-making animal“ ?*! oder „engineer“!, So wären Erde und Arbeit die Urfaktoren der Produktion; die zur Arbeit bestimmten Produkte, produziertes Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel, Lebensmittel — nur ein abgeleiteter Faktor.

„Der Boden ist unentbehrlich; das Kapital ist nützlich. Und die Bearbeitung des Bodens erzeugt das Kapital.“ ([p.] 288, t. IIl, Paris 1857, Colins, „L’Economie Politigue. Source des Revolutions et des Utopies prötendues Socialistes.“)

{Colins glaubt, daß diese Verselbständigung des Werts, sieh [t.] VII, [p.] 153, 154,35! die im Begriffe des Kapitals enthalten, von den Ökonomen erfunden ist.} Die oben erwähnte Zweideutigkeit auch bei James Mill.

„Alles Kapital“ {hier Kapital in dem bloß stofflichen Sinn}, „besteht in Wirklichkeit in Waren ... Das erste Kapital muß das Ergebnis reiner Arbeit gewesen sein. Die ersten Waren konnten nicht aus irgendwelchen Waren hergestellt worden sein, die vor ihnen existier-

ten.“ ([p.] 72, Jarnes Mill, „Elements of Pol. Ec.“, London 1821.)

! ‚ein Tier, das Werkzeuge herstellt,“ oder „Techniker“

g) Einheit von Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß 93

Diese Zerlegung der Produktion in die Faktoren — Mensch, als Träger der Arbeit — und Erde (eigentlich Natur) als Gegenstand derselben, ist indes auch ganz abstrakt. Denn der Mensch tritt nicht als Arbeiter, sondern als Eigentümer der Natur ursprünglich gegenüber, und es ist nicht der Mensch, qua einzelnes Individuum, sondern, sobald einigermaßen von menschlichem Dasein desselben zu sprechen, Stammensch, Hordenmensch, Familienmensch

usw.} {Bei demselben Mill:

„Arbeit und Kapital ... das eine unmittelbare Arbeit ... das andere gehortete Arbeit, das, was das Ergebnis früherer Arbeit gewesen ist.“ ([p.] 75.) (l.c.)}

Wird das Kapital einerseits auf die bloße stoffliche Daseinsweise desselben — in seine Faktoren zerlegt — im Arbeitsprozeß reduziert, um Kapital überhaupt als notwendiges Element aller Produktion zu erschleichen, so wird dann andrerseits wieder zugegeben, daß das Kapital rein ideeller Natur ist, weil Wert. (Say, Sismondi etc.)!

Wird gesagt, daß Kapital sei Produkt im Gegensatz zur Ware (Proudhon, Wayland usw.?) oder es sei Ärbeitsinstrument und Arbeitsmaterial oder es bestehe auch aus den’Produkten, die der Arbeiter erhält usw., so wird vergessen, daß im Arbeitsprozeß die Arbeit bereits dem Kapital einverleibt ist und ihm ebensosehr gehört wie Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial.

„Wenn die Arbeiter für Arbeitslohn arbeiten ... ist. der Kapitalist Eigentümer nicht nur des Kapitals,“ (in diesem stofflichen Sinn) „sondern auch der Arbeit. Wenn man das, was für Arbeitslohn gezahlt wird, wie dies gebräuchlich, in den Begriff Kapital einschließt, ist es abgeschmackt, von der Arbeit getrennt vom Kapital zu sprechen. Das Wort Kapital in diesem Sinn schließt beides ein, Arbeit und Kapital.“ (James Mill 1. c. [,p.] 70, 71.)

Ganz wie es zur Apologie des Kapitals paßt — um es als ewigen Faktor der Produktion, als von allen gesellschaftlichen Formen unabhängigen, jedem Arbeitsprozeß, also dem Arbeitsprozeß überhaupt immanenten Verhältnis darzustellen — es zu verwechseln mit dem Gebrauchswert, worin es existiert, und diesen als solchen Kapital zu nennen — ebenso kommt es vor, daß es den Herrn Okonomisten zum Wegräsonieren einiger der kapitalistischen Produktionsweisen eigentümlich angehörigen Phänomene in den Kram paßt, das Wesentliche am Kapital zu vergessen, daß es sich als wertsetzender Wert, daher nicht nur sich erhaltender, sondern zugleich sich vermehrender Wert ist. Z.B. paßt dies, um die Unmöglichkeit der Überproduktion zu beweisen. Der Kapitalist wird hier aufgefaßt als einer, dem es nur um den Konsum gewisser Produkte (ihre Aneignung vermittelst des Verkaufs seiner Ware), nicht um die

! Siehe vorl. Band, $. 142 2 Siehe vorl. Band, S. 145/146

94 1. Verwandlung von Geld in Kapital : Heft ]

Vermehrung des vorausgesetzten Werts, der Kaufmacht als solcher, des abstrakten Reichtums als solchen zu tun ist.

Durch die Verwandlung des Geldes in Kapital — (bewirkt durch den Austausch des Geldes mit der Arbeit) — hat die allgemeine Formel des Kapitals — G-W-G jetzt einen Inhalt bekommen. Das Geld ist selbständiges Dasein des Tauschwerts. Seiner Qualität nach betrachtet ist es der materielle Repräsentant des abstrakten Reichtums, das materielle Dasein des abstrakten Reichtums. Der Grad jedoch, worin es dies ist, der Umfang, worin es seinem Begriff entspricht, hängt von seiner eignen Quantität oder Masse ab. In der Vermehrung des Geldes [- ent]spricht! der Vermehrung des Werts als solchem -— diese Vermehrung als Selbstzweck. Geld durch Geld zu machen ist der Zweck des kapitalistischen Produktionsprozesses — die Vermehrung des Reichtums in seiner allgemeinen Form, des Quantums gesellschaftlicher vergegenständlichter Arbeit, die im Geld als diese ausgedrückt ist. Ob die vorhandnen Werte bloß als Rechengeld im Hauptbuch figurieren oder in welcher Form immer, als Wertzeichen usw., ist zunächst gleichgültig. Geld erscheint hier nur als Form des selbständigen Werts, die das Kapital auf seinen Ausgangspunkt wie auf seinem Rückgangspunkt annimmt, um sie beständig wieder zu verlassen. Das Nähere hierüber gehört in Il. Der Zirkulationsprozeß des Kapitals. Das Kapital ist hier prozessierendes Geld, für das seine Formen als Geld und Ware selbst nur wechselnde Formen sind. Es ist fortwährend in Rechengeld geschätzt — und gilt nur als dessen materielle Existenz, auch solang es als Ware existiert; und kaum existiert es in der Form des Geldes, so kann es sich nur verwerten, indem es sie wieder verläßt. Es ist dem Kapitalisten um Geld zu tun, heißt nichts bei ihm, als es ist ihm bloß um den Tauschwert zu tun, Vermehrung des Tauschwerts, abstrakte Bereicherung. Diese aber drückt sich allein als solche im Geld aus.

„Das große Ziel des Geldkapitalisten ist es in der Tat, den Nominalbetrag seines Vermögens zu erhöhen. D.h., wenn es in diesem Jahr in Geld ausgedrückt z.B. 20000 I. beträgt, sollte es im kommenden Jahr in Geld ausgedrückt 24 000 1. sein. Sein einziger Weg, seine Interessen als Großkaufmann zu fördern, besteht darin, sein Kapital im veranschlagten Geldwert vorzuschießen. Die Bedeutung dieser Ziele für ihn nicht beeinträchtigt durch Währungsschwankungen oder durch eine Veränderung des realen Wertes des Geldes. Z.B. in einem Jahre komme er von 20[000] auf 24000 L; durch einen Fall im Wert des Geldes mag er sein Kommando über die Bequemlichkeiten etc. nicht vergrößert haben. Dennoch ebensosehr sein Interesse, als wenn das Geld nicht gefallen wäre; denn sonst wäre sein Vermögen in Geldform stationär geblieben, und sein realer Reichtum hätte im Verhältnis von 24 zu 20 abgenommen ... Waren also nicht der Endzweck des handeltreibenden Kapitalisten, außer im Verausgaben seiner Revenue und in Ankäufen um der Konsumtion willen. In den Auslagen seines Kapitals, und wenn er um der Produktion willen einkauft, ist Geld sein

g) Einheit von Ärbeitsprozeß und Verwertungsprozeß 95

endgültiges Ziel.“ ([p.| 165/166, Thomas Chalmers, „On Political Economy in Connection with the Moral State and Moral Prospects of Society“, 2. ed., Lond[on] 1832.)

{Ein andrer Punkt in bezug auf die Formel G-W-G. Der Wert als Kapital, sich selbst verwertender Wert, ist Wert in der zweiten Potenz. Er hat nicht nur, wie im Geld, einen selbständigen Ausdruck, sondern er vergleicht sich mit sich selbst (oder wird vom Kapitalisten verglichen), mißt an sich in einer Periode (die Wertgröße, worin er dem Produktionsprozeß vorausgesetzt war) mit sich in der andren Epoche, nämlich nach seiner Rückkehr aus der Zirkulation — nachdem die Ware verkauft ist und wieder in Geld verwandelt. Der Wert erscheint also als dasselbe Subjekt in zwei verschiednen Perioden, und zwar ist dies seine eigne Bewegung, die das Kapital charakterisierende Bewegung. Nur in derselben erscheint der Wert als Kapital. Sieh dagegen „A Critical Dissertation on the Nature, Measures and Causes of Value; chiefly in reference to the writings of Mr. Ricardo and his followers. By the Author of Essays on the Formation and Publication of Opinions.“ {S. Bailey.} London 1825.} Der Hauptwitz Baileys gegen die ganze Bestimmung des Werts durch Arbeitszeit ist dieser: Wert ist nur Verhältnis, worin sich verschiedne Waren austauschen. Wert nur relation zwischen 2 Waren. Value ist nichts „intrinsic or absolute“ !.

(p. 23, 1. c.)

„Es ist unmöglich, den Wert einer Ware zu bestimmen oder auszudrücken, es sei denn durch eine Menge irgendeiner anderen Ware.“ ([p.] 26, I.c.) „Anstatt den Wert als ein Verhältnis zwischen zwei Dingen anzusehen, betrachten sie“ (die Ricardianer) (und Ric. selbst) „ihn als ein positives Resultat, das durch eine bestimmte Menge Arbeit produziert wird.“ (Ip.1 30, l.c.) „Da sich die Werte von A und B nach ihrer Lehre zueinander verhalten wie die Mengen Arbeit, die sie produzierten, oder ... bestimmt werden durch die Mengen Arbeit, die sie produzierten, scheinen sie zu schließen, daß der Wert von A allein, ohne Beziehung auf etwas anderes, so groß ist wie die Menge der ihn produzierenden Arbeit. In der letzten Behauptung steckt sicher kein Sinn.“ (p.31, 32.) Sie sprechen vom „Wert als eine Art allgemeiner und unabhängiger Eigenschaft“. ([p.] 35, l.c.) „Der Wert einer Ware muß ihr Wert in etwas sein.“ (l.c.)

Als Vergegenständlichung gesellschaftlicher Arbeit ist die Ware als ein Relatives ausgesprochen. Denn [wenn die in A]P enthaltne Arbeit allen andren gleichgesetzt ist, so nur als bestimmtes Dasein der gesellschaftlichen Arbeit. In dieser aber ist schon der einzelne nicht isoliert betrachtet, sondern wenn B will, seine Arbeit ist relativ gesetzt und die Ware selbst als Dasein dieses Relativen.

II-54| Derselbe Bailay (l.c., p. 72) sagt: „Der Wert ist ein Verhältnis zwischen gleichzeitigen Waren, da nur solche gegeneinan-

I Wert ist nichts „Wesentliches oder Absolutes”

96 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

der ausgetauscht werden können; und wenn wir den Wert einer Ware in der einen Zeit mit ihrem Werte zu einer anderen Zeit vergleichen, so ist dies bloß eine Vergleichung des Verhältnisses, in dem sie in diesen verschiedenen Zeiten zu irgendeiner anderen Ware stand.“ (Ip.] 72.)

Dies sagt er gegen „Vergleichen der Waren in verschiedenen Zeiträumen“,

als ob z.B. in dem Umschlag des Kapitals der Kapitalist had not continuously to compare the value of one period to the value of another period!.?7]

[Es könnte nun gefragt werden, wie sich der Geldausdruck des Kapitals zum Kapital selbst verhält. Sobald Geld in der Form des Geldes existiert, stehn ihm die Bestandteile, gegen die es sich umtauscht bei seiner Verwandlung in produktives Kapital, als Waren gegenüber. Es gelten hier also die Gesetze, wie sie in der Metamorphose der Ware oder im einfachen Geldumlauf entwickelt worden sind. Zirkulieren Wertzeichen, sei es, daß sie als Zirkulationsmittel oder Zahlungsmittel dienen, so stellen sie bloß den Wert der Waren vor in Geld geschätzt oder direkt das Geld vor, das den in den Preisen der Waren ausgedrückten Geldquantis gleich ist. Als solche haben sie keinen Wert. Sie sind also noch nicht Kapital in dem Sinne, daß es vergegenständlichte Arbeit ist. Sondern sie repräsentieren jetzt ganz den Preis des Kapitals, wie früher den der Ware. Zirkuliert wirkliches Geld, so ist es selbst vergegenständlichte Arbeit — Kapital — (weil Ware). Dividieren wir die Gesamtsumme des umlaufenden Geldes durch die Anzahl seiner Umläufe, so erhalten wir die wirklich im Umlauf befindliche Quantität desselben, und diese ist ein Bestandteil des Kapitals, fixe oder zirkulant, je nachdem man es betrachten will. Mit denselben 6 Talern, wenn sie 20mal im Tag umlaufen, kann ich Ware für 120 Taler kaufen, sie repräsentieren in einem Tag den Wert von 120 Talern. Dazu kommen aber die 6 Taler selbst. So ist das ganze in dem Tag im Umlauf befindliche Kapital = 126 Taler. Wenn ein Kapital = 100 Taler und kauft mit den 100 Talern Waren, so repräsentieren dieselben 100 Taler jetzt ein zweites Kapital von 100 Talern usf. Laufen sie 6mal? im Tag um, so haben sie abwechselnd ein Kapital von 600 Talern repräsentiert. Wie viel oder wenig Kapital sie also an einem Tag darstellen, hängt von ihrer Umlaufgeschwindigkeit ab, = der Geschwindigkeit der Metamorphose der Ware, die hier als Metamorphose des Kapitals erscheint, das abwechselnd seine Formen von Geld und Ware annimmt und verläßt. Funktioniert das

Geld als Zahlungsmittel, so können 600 Taler Geld jede beliebige Größe von

! nicht den Wert der einen Periode mit dem Wert einer anderen hätte beständig vergleichen müssen

2 In der Handschrift: 10mal

g) Einheit von Arbeitsprozeß und Verwertungsprozef - 97

Kapital zahlen, indem seine negativen und positiven Forderungen sich ausgleichen zu einer Bilanz von 600 Talern.

Während ursprünglich in der einfachen Warenzirkulation das Geld als Durchgangspunkt, Metamorphose, der Ware erscheint, erscheint die in Geld verwandelte Ware als Ausgangs- und Endpunkt der Kapitalbewegung und die Ware, als Metamorphose des Kapitals, als bloßer Durchgangspunkt.

Der einzige Unterschied, wodurch sich das Geld, soweit es als Form des Kapitals erscheint — als wirkliches Geld, nicht als Rechnungsgeld -, [unterscheidet,] ist der: 1. daß es zu dem Punkt zurückkehrt und vermehrt zurückkehrt, von dem es ausgeht. Das zur Konsumtion veraäusgabte Geld kehrt nicht zu seinem Ausgangspunkt zurück; das Kapital — zur Produktion vorgeschoßnes Geld — kehrt vermehrt zu seinem Ausgangspunkt zurück. 2. Das verausgabte Geld bleibt in der Zirkulation, der es die Ware entzieht; das Kapital wirft mehr Ware in die Zirkulation zurück, als es ihr entzieht, und entzieht ihr daher auch beständig das von ihm verausgabte Geld wieder. Je rascher dieser Zirkellauf, d.h. je rascher die Zirkulation oder Metamorphose des Kapitals, desto rascher der Geldumlauf, und da dies nicht von einem, sondern den vielseitigen Bewegungen des Kapitals stattfindet, desto mehr wird Geld als Zahlungsmittel dienen und sich Schulden und Guthaben ausgleichen.}

Produktives Kapital wird das in der beschriebnen Weise in Geld verwandelte Kapital, insofern es den Produktionsprozeß unter sich subsumiert hat, als Käufer und Anwender von Arbeit funktioniert. Nur wo das Kapital sich die Produktion selbst unterworfen hat, wo also der Kapitalist produziert, existiert das Kapital als überprüfende, spezifische Form einer Produktionsperiode. Formell kann es schon früher in andren Funktionen auftreten, und in denselben Funktionen erscheint es auch in seiner eignen Periode. Dies sind dann aber nur noch abgeleitete und sekundäre Formen des Kapitals, wie das Kapital als Kaufmannskapital und zinstragendes Kapital usw. Wenn wir also von produktivem Kapital sprechen, ist dies ganze Verhältnis zu verstehn, nicht als wenn eine der Formen des Gebrauchswerts, worin es im Arbeitsprozeß erscheint, an sich produktiv wäre, die Maschine Wert produzierte oder das Arbeitsmaterial usw.

Aus dem Verwertungsprozeß, dessen Resultat der vorgeschoßne Wert und ein surplus, ein Mehrwert (- in dem Arbeitsprozeß selbst erscheint das Kapital als wirklicher Gebrauchswert; d.h. als wirkliche Konsumtion, denn nur in der Konsumtion verwirklicht sich der Gebrauchswert als Gebrauchswert; dieser sein Konsumtionsprozeß bildet selbst ein ökonomisches Verhältnis, hat eine bestimmte ökonomische Form und ist nicht gleichgültig, außer der Form fallend, wie beim Begriff der bloßen Ware; diese Gebrauchswerte,

98 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

worin es besteht, sind begriffsmäßig bestimmt durch die Tätigkeit des Arbeitsvermögens, das sie konsumiert — ), ergibt sich, daß das eigentliche spezifische Produkt des Kapitals, soweit es als Kapital produziert, der Mehrwert selbst und daß in ihr das spezifische Produkt der Arbeit, soweit sie ihm einverleibt, nicht dies oder jenes Produkt, sondern Kapital ist. Der Arbeitsprozeß selbst erscheint nur als Mittel des Verwertungsprozesses, ganz wie hier überhaupt der Gebrauchswert nur als Träger des Tauschwerts.

Die 2 Bestandteile, worin die’ Verwandlung von Geld in Kapital zerfällt

Die ganze Bewegung, die das Geld durchmacht, um sich in Kapital zu verwandeln, zerfällt also in zwei distinkte Prozesse: Der erste ist ein Akt der einfachen Zirkulation, Kauf auf der einen Seite, Verkauf auf der andren; der zweite ist die Konsumtion des gekauften Artikels durch den Käufer, ein Akt, der außerhalb der Zirkulation liegt, hinter ihrem Rücken vorgeht. Die Konsumtion des gekauften Artikels bildet hier, infolge seiner spezifischen Natur, selbst ein ökonomisches Verhältnis. Käufer und Verkäufer treten in diesem Konsumtionsprozeß in ein neues Verhältnis zueinander, das zugleich Produktionsverhältnis.

Beide Akte können der Zeit nach ganz getrennt sein; und ob der Verkauf gleich realisiert wird oder erst ideell abgeschlossen und hinterher realisiert wird, als besondrer Akt muß der Verkauf wenigstens ideell, als Stipulation zwischen Käufer und Verkäufer, dem zweiten Akt, dem Konsumtionsprozeß der gekauften Waren — obgleich deren stipulierter Preis erst später bezahlt wird, stets vorhergehn.

Der erste Akt entspricht völlig den Gesetzen der Warenzirkulation, der er angehört. Äquivalente werden gegen Äquivalente ausgetauscht. Der Geldbesitzer zahlt einerseits die Werte von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, andrerseits den Wert des Arbeitsvermögens. In diesem Kauf gibt er also in Geld gradesoviel vergegenständlichte Arbeit, als er der Zirkulation in der Form von Waren — Arbeitsvermögen, Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel entzieht. Wenn dieser erste Akt nicht den Gesetzen des Warenaustauschs entspräche, könnte . er überhaupt nicht als Akt einer Produktionsweise erscheinen, deren Grundlage ist, daß die elementarischste Beziehung, worin die Individuen zueinander treten, die von Warenbesitzern ist. Es müßte eine andre Grundlage der .Produktion angenommen werden, um ihn zu erklären. Nun ist aber grade umgekehrt die Produktionsweise, deren Produkt stets die elementarische Form der

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 99

Ware und nicht die des Gebrauchswerts hat, grade die Produktionsweise, die auf dem Kapital beruht, auf dem Austausch von Geld gegen Arbeitsvermögen.

Der zweite Akt zeigt ein Phänomen, das in seinem Resultat und in seinen Bedingungen gänzlich fremd ist, nicht nur den Gesetzen der einfachen Zirkulation, sondern ihr auch zu widersprechen scheint. Erstens ändert sich die soziale Position von Verkäufer und Käufer in dem Produktionsprozeß selbst. Der Käufer wird der Kommandant des Verkäufers, soweit dieser mit seiner Person als Arbeiter in den Konsumtionsprozeß des Käufers selbst eingeht. Es wird außer dem einfachen Austauschprozeß ein Herrschafts- und Dienstverhältnis, das sich aber von allen andren historischen Verhältnissen dieser Art dadurch unterscheidet, daß es nur aus der spezifischen Natur der Ware folgt, die der Verkäufer verkauft, dies Verhältnis hier also nur aus dem Kauf und Verkauf, aus dem Verhalten der beiden Teile als Warenbesitzer entspringt, also an und für sich weder politische etc. Beziehungen einschließt. Der Käufer wird der Chef, Herr (master), der Verkäufer wird sein Arbeiter (man, hand). Ganz wie das Verhältnis von Käufer und Verkäufer, sobald es in das Verhältnis von Gläubiger und Schuldner umschlägt, die soziale Position beider Teile ändert — aber nur vorübergehend — so hier konstant.

Betrachtet man aber das Resultat selbst, so widerspricht es völlig den Gesetzen der einfachen Zirkulation, und dies wird [um] so augenfälliger, sobald die Zahlung, wie meist der Fall, erst nach gelieferter Arbeit vor sich geht, der Kauf sich also in der Tat erst am Ende des Produktionsprozesses realisiert. Jetzt steht nämlich das Arbeitsvermögen nicht mehr als solches dem Käufer gegenüber. Es hat sich vergegenständlicht in der Ware, sage z.B. 12 Stunden Arbeitszeit oder I Arbeitstag. Der Käufer erhält also einen Wert von 12 Arbeitsstunden, Er zahlt aber nur einen sage von 10 Arbeitsstunden. Es würden hier nicht Aquivalente gegeneinander ausgetauscht faktisch, aber in der Tat findet jetzt auch kein Austausch statt. Es wäre allein zu sagen: Gesetzt selbst — und dies ist eine Lieblingsphrase —, gesetzt, der Akt‘I habe nicht in der beschriebnen Weise stattgefunden, sondern der Käufer zahle nicht das Arbeitsvermögen, sondern die gelieferte Arbeit selbst. Es kann sich nur eingebildet werden. Das Produkt ist nun fertig, sein Wert existiert aber nur in der Form seines Preises. Er muß erst als Geld realisiert werden. Wenn also der Kapitalist dem Arbeiter gleich seinen Teil des Produkts als Geld realisiert, so ist es in der Ordnung, daß der Arbeiter mit einem geringeren Äquivalent in Geld zufrieden ist, als er in Ware gegeben hat.

Allgemein betrachtet ist dies abgeschmackt. Denn es liefe auf die Behauptung hinaus, daß der Verkäufer immer mit einem geringeren Äquivalent in Geld sich zufriedenstellen muß, als er in Ware gibt. Sobald der Käufer sein

100 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

Geld in Ware verwandelt, kauft, existiert der Wert in der Ware, die er kauft, nur noch als Preis, nicht mehr als realisierter Wert, als Geld. Dafür, daß seine Ware die Form des Tauschwerts verloren, des Gelds, erhält er keine Entschädigung. Er hat eben auf der andren Seite damit gewonnen, daß sie nun in der Form von Ware existiert. Aber, heißt es weiter, wenn ich eine Ware für meinen Konsum kaufe, so ist das etwas andres; es ist mir um ihren Gebrauchswert zu tun. Es gilt nur eben, Tauschwert in Lebensmittel zu verwandeln. Dagegen bei einer Ware, die ich mir kaufe, um sie wieder zu verkaufen, verliere ich offenbar zunächst, wenn ich mein Geld gegen sie austausche. Denn es ist mir nur um den Tauschwert zu tun, und durch den Kauf verliert mein Geld die Form des Geldes. Der Tauschwert existiert zunächst nur als Preis, als erst zu realisierende Gleichung mit Geld in der Ware. Aber die Absicht, womit ich eine Ware kaufe, hat mit ihrem Wert nichts zu tun. Das Phänomen, daß beim Kauf, um zu verkaufen, ein Mehrwert herauskömmt, würde aus der Absicht des Käufers erklärt, daß dieser Mehrwert herauskommen soll, was offenbar abgeschmackt ist. Wenn ich eine Ware verkaufe, ist mir der Gebrauch, den der Käufer damit machen will, vollständig gleichgültig, ebenso wie der Mißbrauch. Gesetzt, der Warenbesitzer habe nicht Geld genug, um Arbeit zu kaufen, wohl aber, um Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel zu kaufen. Die Verkäufer von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel würden ihn auslachen, wollte er sagen: Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel sind unvollendete Produkte; das eine der Natur der Sache nach, das andre bildet ebenfalls erst den Bestandteil eines spätren Produkts und hat keinen Wert, außer sofern es denselben bildet. In der Tat, gesetzt, das Arbeitsmaterial koste 100 Taler, das Arbeitsmittel 20 und die Arbeit, die ich ihnen zufüge, sei in Geld gemessen gleich 30 T’aler. Das Produkt hätte also den Wert von 150 Talern, und sobald ich mit meiner Arbeit fertig bin, habe ich eine Ware von 150 Talern, die jedoch erst verkauft werden muß, um in der Form des Tauschwerts, um als 150 Taler zu existieren. Die 100 Taler, die ich dem Verkäufer des Materials, und die 20 Taler, die ich dem Verkäufer des Arbeitsmittels gegeben habe, bilden Wertbestandteile meiner Ware; sie bilden 80 Prozent ihres Preises. Diese 80 Prozent meiner noch nicht verkauften Ware — die ich erst wieder in Geld umwandeln muß — haben aber die Verkäufer von Rohmaterial und Arbeitsmittel in Geld realisiert — indem sie mir es verkauften —, bevor das Produkt fertig war, und noch mehr, bevor es verkauft war. Da ich ihnen also diesen Vorschuß mache durch den bloßen Akt des Kaufens, müssen sie mir ihre Waren unter dem Wert verkaufen. Der casus ist ganz derselbe,

In beiden Fällen habe ich in der Hand Ware von 150 Talern, die aber erst

verkauft, in Geld realisiert werden muß. In dem ersten Fall habe ich selbst

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 101

den Wert der Arbeit zugefügt, aber den Wert von Arbeitsmatertal und Arbeitsmittel vorausgezahlt, nicht nur, bevor das Produkt verkauft, sondern bevor es fertig ist. Im zweiten Fall hat der Arbeiter den Wert zugefügt, und ich habe ihn bezahlt vor dem Verkauf der Ware. Es liefe immer wieder auf die Abgeschmacktheit hinaus, daß der Käufer als solcher das Privilegium hat, wohlfeiler zu kaufen, womit er in seiner Eigenschaft als Verkäufer ebensoviel wieder einbüßte, wie er als Käufer gewonnen hätte. Am Schluß des Tags z.B. hat der Arbeiter einen Arbeitstag .dem Produkt zugesetzt, und ich besitze diese seine Arbeit in vergegenständlichter Form als Tauschwert, wofür ich ihn also nur zahle, wenn ich ihm denselben Tauschwert in Geld zurückgebe. In welcher Form von Gebrauchswert der Wert besteht, ändert ebensowenig an seiner Wertgröße, wie es an derselben ändert, ob sie in der Form der Ware oder des Geldes, als realisierter und nicht realisierter Wert besteht.

Was dabei in der Vorstellung mit unterläuft, ist die Erinnerung an den Gelddiskont. Wenn ich Waren fertig habe und entweder Geld drauf vorschießen lasse — ohne sie zu verkaufen (oder nur bedingungsweise) — oder auf die Zahlungsobligation für die schon verkaufte Ware, die aber erst später zahlbar — für die ich in Zahlung also erst eine später realisierbare Obligation, Wechsel oder dgl. erhalten habe —, versilbere, zahle ich Diskont. Dafür, daß ich das Geld erhalte, ohne die Ware zu verkaufen, oder das Geld erhalte, ehe sie zahlbar ist, bevor der Verkauf wirklich realisiert wird — in einer oder der andren Form Geld leihe, zahle ich. Ich verzichte auf einen Teil des Preises der Ware und überlasse ihn dem, der mir für die noch nicht verkaufte Ware oder die noch nicht zahlbare Ware Geld vorschießt. Ich zahle also hier für die Metamorphose der Waren. Bin ich aber der Käufer von Arbeit — sobald sie schon im Produkt vergegenständlicht ist —, so paßt erstens dies Verhältnis nicht. Denn. würde Geld avanciert! und würde die Zahlungsobligation diskontiert, in beiden Fällen ist der Vorschießer des Geldes nicht Käufer der Ware, sondern eine dritte Person, die sich zwischen den Käufer und Verkäufer schiebt. Hier aber steht der Kapitalist dem Arbeiter, der ihm die Ware geliefert hat — bestimmte Arbeitszeit vergegenständlicht in einem bestimmten Gebrauchswert —, als Käufer gegenüber und zahlt, nachdem er das Äquivalent schon in Ware erhalten.

Zweitens, bei diesem ganzen Verhältnis zwischen industriellem Kapitalist und dem Geld zu Zins vorschießenden Kapitalist ist schon das Kapitalverhältnis unterstellt. Es ist unterstellt, das Geld — überhaupt Wert - als solches die Qualität besitzt, in einem bestimmten Zeitraum sich selbst zu ver-

I vorgeschossen

102 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

werten, einen gewissen Mehrwert zu schaffen, und unter dieser Voraussetzung wird für seinen Gebrauch gezahlt. Hier setzt man also eine abgeleitete Form des Kapitals voraus, um seine ursprüngliche — eine besondre Form desselben, um seine allgemeine zu erklären. Übrigens kommt die Sache immer darauf hinaus: Der Arbeiter kann nicht abwarten, bis das Produkt verkauft ist. In andren Worten, er hat keine Ware zu verkaufen, sondern nur seine Arbeit selbst. Hätte er Ware zu verkaufen, so liegt schon in dieser Voraussetzung, daß er, um als Warenverkäufer zu existieren — da er nicht vom Produkt lebt, die Ware für ihn selbst nicht Gebrauchswert ist —, immer soviel Ware in der Form von Geld vorrätig haben muß, um zu leben, Lebensmittel zu kaufen, bis seine neue Ware fertig und verkauft ist. Es ist wieder dieselbe Voraussetzung, die im ersten Akt war, nämlich daß er als bloßes Arbeitsvermögen den gegenständlichen Bedingungen der Arbeit gegenübersteht, unter die sowohl die Lebensmittel des Arbeiters fallen — die Mittel zu leben, während er arbeitet, wie die Bedingungen zur Verwirklichung der Arbeit selbst. Unter dem Vorwand, das erste Verhältnis, auf das es ankommt und das entscheidet, wegzuräsonieren, wird es so wieder hergestellt.

Ebenso albern die Form: Der Arbeiter, indem er sein Salair erhalten, hat seinen Anteil am Produkt oder dem Wert des Produkts schon weg, also keine weiteren Forderungen zu machen. Kapitalist und Arbeiter sind Associes, Gemeineigentümer des Produkts oder seines Werts, aber der eine Partner läßt sich seinen Anteil vom andren zahlen und verliert so sein Anrecht auf den aus dem Verkauf des Produkts resultierenden Wert und den darin realisierten Profit. Hiervon wieder zweierlei fallacies! zu unterscheiden. Hätte der Arbeiter ein Äquivalent für die dem Rohmaterial von ihm zugefügte Arbeit erhalten, so hat er in der Tat keinen weitern Anspruch. Er hätte seine Rate zu ihrem vollen Wert ausgezahlt erhalten. Dies würde nun allerdings zeigen, warum er nichts weiter, weder mit der Ware, noch mit ihrem Wert zu schaffen hat, aber keineswegs, warum er ein geringeres Äquivalent in Geld erhält, . als er in der im Produkt vergegenständlichten Arbeit geliefert hat. So bei dem obigen Beispiel haben der Verkäufer des Rohmaterials zu 100 Talern und des Arbeitsmittels zu 20, die ihnen von dem Produzenten der neuen Ware abgekauft worden sind, keinen Anspruch auf die neue Ware und ihren Wert von 150 Talern, Daraus folgt aber nicht, daß der eine statt 100 nur 80 Taler und der andre statt 20 nur 10 erhielt. Es beweist nur, daß, wenn der Arbeiter sein Äquivalent vor dem Verkauf der Waren erhalten — seine Ware aber hat er verkauft —, er nichts weiter zu fordern hat. Es beweist aber nicht, daß er

U Irrtümer

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 103

seine Ware unter dem Äquivalent zu verkaufen hat. Nun läuft allerdings noch eine zweite Illusion unter. Der Kapitalist verkauft nun die Ware zu Profit. Der Arbeiter, der sein Äquivalent schon erhalten, hat auf den Profit, der aus dieser nachträglichen Operation entspringt, schon verzichtet. Hier also wieder die alte Illusion, daß der Profit — der Mehrwert — aus der Zirkulation entspringt und daher, daß die Ware über ihrem Wert verkauft und der Käufer geprellt wird. An dieser Übervorteilung des einen Kapitalisten durch den andren hätte der Arbeiter keinen Anteil; aber der Profit des einen Kapitalisten wäre = dem loss! des andren, und so existierte an und für sich, für das Gesamtkapital, kein Mehrwert.

Es gibt allerdings bestimmte Formen der Lohnarbeit, in denen es den Schein hat, als verkaufte der Arbeiter nicht sein Arbeitsvermögen, sondern seine schon in den Waren vergegenständlichte Arbeit selbst. Z.B. beim Stücklohn. Indes ist dies nur eine andre Form, die Arbeitszeit zu messen und die Arbeit zu kontrollieren (nur notwendige Arbeit zu zahlen). Weiß ich, daß die Durchschnittsarbeit z.B. 24 Stück irgendeines Artikels in 12 Stunden liefern kann, so 2 Stück gleich I Arbeitsstunde. Wenn der Arbeiter 10 Stunden bezahlt erhält von den 12 Stunden, die er arbeitet, also 2 Stunden Surpluszeit arbeitet, so ist dies dasselbe, als wenn er in jeder Stunde Y; Stunde. Mehrarbeit (Gratisarbeit) lieferte. (10 Minuten, also den ganzen Tag 120 Minuten = 2 Stunden.) Gesetzt 12 Arbeitsstunden; in Geld geschätzt, = 6sh, so 1 = %,sh = Y%sh = 6d. Die 24 Stück also = 6sh oder das Stück = Y;sh = 3d. Es ist dasselbe, ob der Arbeiter auf 10 Stunden 2 zugibt oder auf 20 Stück 4. Jedes Stück von 3d = Y, Arbeitsstunde von 3 d. Der Arbeiter erhält aber nicht 3d, sondern 2%,d. Und wenn er 24 Stück liefert, 45d+12d=60d=5 sh, während der Kapitalist die Ware zu 6 sh verkauft, Es ist also nur eine andre Art, die Arbeitszeit zu messen (epetab zu kontrollieren die Qualität der Arbeit).

Diese verschiednen Formen des Arbeitslohns gehn das allgemeine Verhältnis nichts:an. Es ist übrigens auf der Hand liegend, daß beim Stücklohn dieselbe Frage eintritt: Woher kommt der Mehrwert? Offenbar, daß das Stück nicht ganz: bezahlt wird; daß mehr Arbeit in dem Stück absorbiert ist als für es in Geld bezahlt wird.

Also das ganze Phänomen nur dadurch zu erklären (alle andren Erklärungsweisen setzen es schließlich immer wieder voraus), daß der Arbeiter nicht seine Arbeit verkauft als Ware — und das ist sie, sobald sie vergegenständlicht ist, in welchem Gebrauchswert immer, also stets als Resultat des

\ Verlust

104 1. Verwandlung von Geld in Kapital . Heft II

Arbeitsprozesses, also meist, bevor die Arbeit gezahlt wird —, sondern sein Arbeitsvermögen, bevor es gearbeitet hat und sich als Arbeit verwirklicht hat.

Das Resultat — daß der vorausgesetzte Wert oder die Geldsumme, die der Käufer in die Zirkulation warf, nicht nur reproduziert ist, sondern sich verwertet hat, in einer bestimmten Proportion gewachsen, zu dem Wert ein - Mehrwert hinzugekommen ist —, dies Resultat wird nur in dem unmittelbaren Produktionsprozeß verwirklicht, denn erst hier wird aus dem Arbeitsvermögen wirkliche Arbeit, vergegenständlicht sich die Arbeit in einer Ware. Dies Resultat ist, daß der Käufer mehr vergegenständlichte Arbeit in der Form von Ware zurückerhält, als er in der Form von Geld vorgeschossen hat. Während des Arbeitsprozesses selbst ist dieser Mehrwert — dieses Surplus vergegenständlichter Arbeitszeit erst entsprungen, die er später wieder in Zirkulation wirft, indem er die neue Ware verkauft.

Aber dieser zweite Akt, in dem der Mehrwert wirklich entspringt und das Kapital in der Tat produktives Kapital wird, kann nur eintreten infolge des ersten Akts und ist nur eine Konsequenz des spezifischen Gebrauchswerts der Ware, die im ersten Akt zu ihrem Wert gegen Geld ausgetauscht wird. Der erste Akt findet aber nur statt unter gewissen historischen Bedingungen. Der Arbeiter muß frei sein, um über sein Arbeitsvermögen als sein Eigentum verfügen zu können, also weder Sklave, Leibeigner, Höriger. Andrerseits muß er ebensowohl die Bedingungen, sein Arbeitsvermögen verwirklichen zu können, verloren haben. Also weder zu eignem Gebrauch wirtschaftender Bauer oder Handwerker sein, überhaupt er muß aufgehört haben, Eigentümer zu sein. Es ist unterstellt, daß er als Nichteigentümer arbeitet und die Bedingungen seiner Arbeit ihm als fremdes Eigentum gegenüberstehn. In diesen Bedingungen liegt also auch, daß die Erde ihm als fremdes Eigentum gegenübersteht; daß er ausgeschlossen ist vom Gebrauch der Natur und ihrer Produktionen. Es ist dies der Punkt, worin das Grundeigentum als eine notwendige Voraussetzung der Lohnarbeit und daher des Kapitals erscheint. Im übrigen ist es bei der Betrachtung des Kapitals als solchem nicht weiter zu berücksichtigen, indem die der kapitalistischen Form der Produktion entsprechende Form des Grundeigentums selbst ein historisches Produkt der kapitalistischen Produktionsweise ist. In dem Dasein des Arbeitsvermögens als Ware, angeboten vom Arbeiter selbst — liegt also ein ganzer Umkreis von historischen Bedingungen, unter denen allein die Arbeit Lohnarbeit, daher das Geld Kapital werden kann.

Es handelt sich dabei natürlich darum, daß die Produktion im allgemeinen auf dieser Grundlage beruht, die Lohnarbeit und ihre Verwendung durch Kapital nicht als sporadische Erscheinung auf der Oberfläche der Gesellschaft vorkommt, sondern daß dies herrschendes Verhältnis.

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 105

Damit die Arbeit als Lohnarbeit, der Arbeiter als Nichteigentümer arbeitet, nicht Ware verkauft, sondern die Disposition über sein eignes Arbeitsvermögen — sein Arbeitsvermögen selbst in der einzigen Weise, worin es ver* kauft werden kann — müssen ihm die Bedingungen zur Verwirklichung seiner Arbeit als entfremdete Bedingungen, als fremde Mächte, Bedingungen unter der Herrschaft eines fremden Willens, fremdes Eigentum gegenüberstehn. Die vergegenständlichte Arbeit, der Wert als solcher steht ihm als selbstisches Wesen, als Kapital gegenüber, dessen Träger der Kapitalist ist — steht ihm daher auch als Kapitalist gegenüber.

Was der Arbeiter kauft, ist ein Resultat, ein bestimmter Wert; das Quantum Arbeitszeit, = dem in seinem eignen Ärbeitsvermögen enthaltnen, also eine Geldsumme, nötig um ihn qua Arbeiter am Leben zu erhalten. Denn was er kauft, ist Geld, also bloß eine andre Form für den Tauschwert, den er selbst als Arbeitsvermögen schon hat und zu demselben Quantum. Was der Kapitalist dagegen kauft und was der Arbeiter verkauft, ist der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens, d.h. also die Arbeit selbst, die den Wert schaffende und vermehrende Kraft. Die wertschaffende und vermehrende Kraft gehört also nicht dem Arbeiter, sondern dem Kapital. Indem es sie sich einverleibt, wird es lebendig und beginnt to work!, „als hätt’ es Lieb im Leibe“, Die lebendige Arbeit wird so ein Mittel für vergegenständlichte Arbeit, um sich zu erhalten und zu vermehren. Soweit der Arbeiter Reichtum schafft, wird sie daher eine Kraft des Kapitals; ebenso alle Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit Entwicklung der Produktivkräfte des Kapitals. Was der Arbeiter selbst verkauft, stets durch Äquivalent ersetzt, ist das Arbeitsvermögen selbst, ein bestimmter Wert, dessen Größe zwischen weiteren oder engeren Grenzen oszillieren mag, begrifflich aber sich immer auflöst in eine bestimmte Summe Lebensmittel, erheischt, damit das Arbeitsvermögen als solches erhalten, d.h., der Arbeiter als Arbeiter fortleben kann. Die vergegenständlichte, vergangne Arbeit wird so zum Herrscher über die lebendige, gegenwärtige Arbeit. Das Verhältnis von Subjekt und Objekt wird verkehrt. Wenn in der Voraussetzung schon dem Arbeiter die gegenständlichen Bedingungen zur Verwirklichung seines Arbeitsvermögens und daher zur wirklichen Arbeit als fremde, selbständige Mächte gegenüber erscheinen, die sich vielmehr zur lebendigen Arbeit als die Bedingungen ihrer eignen Erhaltung und Vermehrung verhalten — Werkzeug, Material, Lebensmittel, die sich nur an die Arbeit hingeben, um in sich selbst mehr Arbeit einzusaugen —, so erscheint dieselbe Verkehrung noch mehr im Resultat. Die gegenständlichen

{ zu arbeiten

106 l. Verwandlung von Geld in Kapital : Heft II

Bedingungen der Arbeit sind selbst Produkte der Arbeit und, soweit sie von der Seite des Tauschwerts betrachtet werden, nichts als Arbeitszeit in gegenständlicher Form. Nach beiden Seiten hin sind also die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit Resultat der Arbeit selbst, ihre eigne Vergegenständlichung, und es ist diese ihre eigne Vergegenständlichung, sie selbst als. ihr Resultat, die ihr als fremde Macht, als selbständige Macht, gegenübertritt und der gegenüber sie immer wieder in derselben Gegenstandslosigkeit, als bloßes Arbeitsvermögen, gegenübertritt.

Wenn der Arbeiter nur einen halben Arbeitstag zu arbeiten braucht, um einen ganzen zu leben — d.h., um die zu seiner Erhaltung als Arbeiter notwendigen täglichen Lebensmittel zu produzieren, so ist der Tauschwert seines täglichen Arbeitsvermögens = einem halben Arbeitstag. Dagegen der Gebrauchswert dieses Vermögens besteht in der Arbeitszeit, nicht die nötig ist, um es selbst zu erhalten und zu produzieren oder zu reproduzieren, sondern die es selbst arbeiten kann. Sein Gebrauchswert besteht also in einem Ar-

.__beitstag z. B., während sein_Tauschwert_nur_ein_halber. Arbeitstag. ist._ Indem _. der Kapitalist es zu seinem Tauschwert verkauft, zu der Arbeitszeit, die erheischt ist, um es zu erhalten, erhält er dagegen die Arbeitszeit, die es selbst arbeiten kann; also im obigen Fall einen ganzen Tag, wenn er einen halben gezahlt hat. Wie groß oder klein sein Gewinn ist, hängt davon [ab], für wie-

“viel Zeit ihm überhaupt der Arbeiter sein Arbeitsvermögen zur Disposition

stellt. Unter allen Umständen aber besteht das Verhältnis darin, daß er es ihm länger zur Disposition stellt, als die Arbeitszeit beträgt, die zu seiner eignen Reproduktion nötig. Der Kapitalist kauft es nur, weil es diesen Gebrauchswert hat.

Kapital und Lohnarbeit drücken nur zwei Faktoren desselben Verhältnisses aus. Das Geld kann nicht Kapital werden, ohne sich gegen Arbeitsvermögen als vom Arbeiter selbst verkaufte Ware auszutauschen; also diese spezifische Ware auf dem Markt vorzufinden. Ändrerseits, die Arbeit kann nur als Lohnarbeit erscheinen, sobald die eignen Bedingungen ihrer Verwirklichung, ihre eignen gegenständlichen Bedingungen, ihr als selbstische Mächte, fremdes Eigentum, für sich seiender und an sich selbst festhaltender Wert, kurz als Kapital, gegenübertreten. Wenn das Kapital also seiner stofflichen Seite nach — oder den Gebrauchswerten nach, worin es existiert, nur aus den gegenständlichen Bedingungen der Arbeit selbst bestehen kann, Lebensmitteln und Produktionsmitteln (die letztren teils Arbeitsmaterial, teils Arbeitsmittel), so seiner Formseite nach müssen diese gegenständlichen Bedingungen als entfremdet, selbständige Mächte der Arbeit gegenüberstehn, als Wert — vergegen-

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 107 -.

ständlichte Arbeit —, der zur lebendigen Arbeit sich als biobeae Mittel seiner eignen Erhaltung und Vermehrung verhält!.

Die Lohnarbeit — oder das Salariat — (der Arbeitslohn als Preis der Arbeit) ist also eine notwendige gesellschaftliche Form der Arbeit für die kapitalistische Produktion, ganz wie das Kapital; der potenzierte Wert, eine notwendige gesellschaftliche Form, die die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit haben müssen, damit letztere Lohnarbeit sei. Man sieht daher, welch tiefes Verständnis dieses gesellschaftlichen Produktionsverhältnisses z.B. ein Bastiat besitzt, der meint, die Form des Salariat sei nicht schuld an den Übelständen, worüber die Sozialisten klagen. {Hierüber später mehr.P?} Der Bursche meint, wenn die Arbeiter Geld genug hätten, um bis zum Verkauf der Ware zu leben, könnten sie unter günstigeren Bedingungen mit den Kapitalisten teilen. D.h. in andren Worten, wenn sie keine Lohnarbeiter wären, wenn sie statt ihres Arbeitsvermögens ihr Arbeitsprodukt verkaufen könnten. Daß sie das nicht können, macht sie eben zu Lohnarbeitern und ihre Käufer zu Kapitalisten. Also die wesentliche Form des Verhältnisses wird von Herrn Bastiat als ein zufälliger Umstand betrachtet.

Es schließen sich hier noch einige andre Fragen an, die gleich betrachtet werden sollen. Vorher aber noch eine andre Bemerkung. Wir haben gesehn, daß der Arbeiter dadurch, daß er neue Arbeit zusetzt im Arbeitsprozeß — und dies ist die einzige Arbeit, die er dem Kapitalisten verkauft — die in Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel vergegenständlichte Arbeit —, den Wert derselben erhält. Und zwar tut er dies gratis. Es geschieht vermöge der lebendigen Qualität der Arbeit als Arbeit, nicht, daß dazu ein neues Quantum Arbeit erheischt wäre. [Soweit z.B. Arbeitsinstrument verbessert werden muß usw., neue Arbeit zu seiner Erhaltung erheischt, ist es dasselbe, als ob ein neues Werkzeug oder ein aliquoter? Teil von neuem Arbeitsmittel durch den Kapitalisten gekauft und in den Arbeitsprozeß geworfen würde.} Dies erhält der Kapitalist umsonst. Ebenso wie der Arbeiter ihm die Arbeit vorschießt, indem er sie erst zahlt, nachdem sie vergegenständlicht ist. (Dies Pointe gegen die, die von Vorschießen des Preises der Arbeit sprechen. Die Arbeit wird gezahlt, nachdem sie geliefert. Das Produkt als solches geht den Arbeiter nichts an. Die Ware, die er verkauft, ist schon in den Besitz des Kapitalisten übergegangen, bevor sie bezahlt wird.) Aber es tritt noch ein andres Resultat als Resultat der ganzen Transaktion ein, das der Kapitalist gratis erhält. Nachdem der Arbeitsprozeß vorbei ist, z.B. des Tags, hat der Arbeiter das Geld, das er vom Kapitalisten erhält, in Lebensmittel umgesetzt und damit sein Arbeitsvermö-

! In der Handschrift: erhält

2 entsprechender

108 }. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

gen erhalten, reproduziert, so daß derselbe Austausch zwischen Kapital und . Arbeitsvermögen wieder von neuem beginnen kann. Dies ist aber eine Bedingung für die Verwertung des Kapitals, überhaupt für seine Fortexistenz, damit es ein stetiges Produktionsverhältnis sei. Mit dieser Reproduktion des Arbeitsvermögens als solchem ist die Bedingung reproduziert, unter der allein Waren sich in Kapital verwandeln können. Die Konsumtion des Salairs durch den Arbeiter ist nicht nur produktiv für den Kapitalisten, soweit dieser dafür Arbeit und größres Quantum Arbeit, als das Salair darstellt, zurückerhält, sondern auch insofern es ihm die Bedingung reproduziert, das Arbeitsvermögen. Das Resultat des kapitalistischen Produktionsprozesses ist also nicht bloß Ware und Mehrwert, sondern die Reproduktion dieses Verhältnisses selbst. (Wie sich später zeigen wird, seine Reproduktion auf stets wachsender Stufenleiter.) Soweit sich die Arbeit im Produktionsprozeß vergegenständlicht — vergegenständlicht sie sich als Kapital, als Nichtarbeit, und soweit das Kapital in dem Austausch sich abläßt an den Arbeiter, verwandelt es sich nur in das Mittel zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens. Am Ende des Prozesses sind also seine ursprünglichen Bedingungen, seine ursprünglichen Faktoren und ihr ursprüngliches Verhältnis wiederhergestellt. Das Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit wird also reproduziert durch diese Produktionsweise, ganz so gut, wie Ware und Mehrwert produziert wird. Es kömmt am Ende nur aus dem Prozeß heraus, was am Anfang hineingekommen ist, auf der einen Seite die vergegenständlichte Arbeit als Kapital, auf der andren die gegenstandslose Arbeit als bloßes Arbeitsvermögen, so daß derselbe Austausch stets von neuem wiederholt wird. In Kolonien, wo die Herrschaft des Kapitals — oder die Grundlage der kapitalistischen Produktion noch nicht hinlänglich entwickelt ist, also der Arbeiter mehr, als zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens erheischt ist, erhält und sehr bald selbstwirtschaftender Bauer etc. wird — also das ursprüngliche Verhältnis nicht beständig reproduziert wird —, daher großer Jammer der

Kapitalisten und Versuche, das Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit künstlich herbeizuführen. (Wakefield.“")

„Das Material erfährt Veränderungen ... Die verwendeten Werkzeuge oder Maschinen ... erfahren Veränderungen. Im Verlauf der Produktion werden die verschiedenen Werkzeuge nach und nach zerstört oder abgenutzt ... Die verschiedenen Arten von Nahrung, Kleidung und Obdach, die für die Existenz und die Bequemlichkeit des Menschen erforderlich sind, werden ebenfalls verändert. Sie werden von /62/ Zeit zu Zeit aufgebraucht, und ihr Wert erscheint wieder in der neuen Kraft, die sie seinem Körper und Geist verleihen, und bildet so neues Kapital, das wieder im Produktionsprozeß angewandt

" wird.“ (fp.] 32, F. Wayland, „The Elements of Polit. Econ.“, Boston 1843.)

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 109

/61/ Es hängt mit dieser Reproduktion des Gesamtverhältnisses zusammen — daß der Lohnarbeiter im ganzen nur aus dem Prozeß herauskommt, wie er in ihn hineinkömmt —, die Wichtigkeit des Umstandes für die Arbeiter ab, unter welchen ursprünglichen Bedingungen sie ihr Arbeitsvermögen reproduzieren und welches der Durchschnittsarbeitslohn oder der Umfang, worin sie traditionell überhaupt leben müssen, um als Arbeiter zu leben. Im Verlauf der kapitalistischen Produktion wird dies mehr oder minder zerstört, aber es dauert lange. Welches die zu seiner Erhaltung nötigen Lebensmittel — d.h., welche Lebensmittel und in welchem Umfang überhaupt für nötig gelten. (Sieh darüber Thornton.*}) Aber dies beweist schlagend, daß sich das Salair nur in Lebensmittel auflöst und daß der Arbeiter nach wie vor nur als Arbeitsvermögen resultiert. Der Unterschied liegt nur in dem Mehr oder Weniger, das als Maß seiner Bedürfnisse gilt. Er arbeitet immer nur für den Konsum; der Unterschied ist nur, ob seine Konsumtions- = Produktionskosten größer oder kleiner.

Lohnarbeit ist also notwendige Bedingung für Kapitalbildung und bleibt die beständige notwendige Voraussetzung für kapitalistische Produktion. Obgleich daher der erste Akt, der Austausch von Geld gegen Arbeitsvermögen oder der Verkauf des Arbeitsvermögens als solcher nicht in den unmittelbaren Produktionsprozeß (Arbeitsprozeß) eingeht, so geht er dagegen in die Produktion des ganzen Verhältnisses ein. Ohne ihn wird Geld nicht Kapital, die Arbeit nicht Lohnarbeit und daher auch der ganze Arbeitsprozeß nicht unter die Kontrolle des Kapitals gebracht, nicht unter dasselbe subsumiert, und [es] findet daher ebensowenig die Produktion von Mehrwert in der früher bestimmten Weise statt. Diese Frage — ob dieser erste Akt zum Produktionsprozeß des Kapitals gehört, wird eigentlich behandelt in der Streitfrage zwischen Ökonomen, ob der Teil’des Kapitals, der in Salair ausgelegt wird — oder was dasselbe, die Lebensmittel, wogegen der Arbeiter sein Salair austauscht —, einen Teil des Kapitals ausmachen? (Sieh Rossi, Mill, Ramsay.)'

Die Frage: Ist das Salair produktiv, ist in der Tat dasselbe Mißverständnis, wie in der Frage: Ist das Kapital produktiv?

Im letzten Fall wird unter Kapital nichts verstanden als die Gebrauchswerte der Waren, worin es existiert (die Kapitalgegenstände), nicht die Formbestimmtheit, das bestimmte gesellschaftliche Produktionsverhältnis, dessen Träger die Waren. Im ersten Fall wird die Betonung darauf gelegt, daß das Salair als solches nicht in den unmittelbaren Arbeitsprozef} eingeht.

Der Preis einer Maschine ist nicht produktiv, sondern die Maschine selbst,

! Siehe vorl. Band, S. 126/127

110 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft H

soweit die Maschine als Gebrauchswert im Arbeitsprozeß funktioniert. Soweit der Wert der Maschine im Wert des Produkts, der Preis der Maschine im Preis der Ware wieder erscheint, geschieht dies nur, weil sie einen Preis hat. Dieser Preis produziert nichts; weder erhält er sich selbst und noch weniger vermehrt er sich. Nach einer Seite’ist das Salair ein Abzug von der Produktivität der Arbeit; denn die Mehrarbeit ist beschränkt durch die Arbeitszeit, deren der Arbeiter zu eigner Reproduktion, Erhaltung gebraucht. Also der Mehrwert. Andrerseits ist es produktiv, insofern es das Arbeitsvermögen selbst produziert, das die Quelle der Verwertung überhaupt und die Grundlage des ganzen Verhältnisses.

Der Teil des Kapitals, der in Salair verausgabt wird, d.h. der Preis des Arbeitsvermögens, geht nicht direkt in den Arbeitsprozeß ein, obgleich wohl zum Teil, da der Arbeiter mehrmals des Tags Lebensmittel verzehren muß, um fortzuarbeiten. Dieser Konsumtionsprozeß fällt jedoch außerhalb des eigentlichen Arbeitsprozesses. (Etwa so wie Kohle, Öl usw. bei der Maschine?) Als matiere instrumentale! des Arbeitsvermögens? Die vorausgesetzten Werte gehn überhaupt nur ein in den Verwertungsprozeß, soweit sie vorhanden sind. Mit dem Salair anders, denn es wird reproduziert; durch neue Arbeit ersetzt. Jedenfalls, betrachtet man selbst das Salair — aufgelöst in Lebensmitteln — nur als die Kohle und Öl, um die Arbeitsmaschine in Gang zu halten, so gehn sie in den Arbeitsprozeß nur als Gebrauchswerte ein, soweit sie vom Arbeiter als Lebensmittel konsumiert und sind insoweit produktiv, als sie ihn als arbeitende Maschine in Gang halten. Das tun sie aber, sofern sie Lebensmittel sind, nicht dadurch, daß diese Lebensmittel einen Preis haben. Der Preis dieser Lebensmittel aber, das Salair, geht nicht ein, denn der Arbeiter muß ihn reproduzieren. Mit dem Konsum der Lebensmittel ist der Wert zerstört, der in ihnen enthalten war. Er ersetzt diesen Wert durch neues Quantum Arbeit. Diese Arbeit ist also produktiv, nicht ihr Preis.

{Wir haben gesehn: Der Wert, der in Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel steckt, wird einfach erhalten dadurch, daß sie als Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel verbraucht werden, also zu Faktoren neuer Arbeit, also daß neue Arbeit ihnen zugesetzt wird. Nehmen wir nun an, um einen Produktionsprozeß auf einer bestimmten Stufenleiter zu treiben — und diese Stufenleiter ist selbst bestimmt; denn es soll nur notwendige Arbeitszeit angewandt werden; also nur soviel Arbeitszeit, als auf der gegebnen gesellschaftlichen Entwicklungsstufe der Produktivkräfte nötig ist. Diese gegebne Entwicklungsstufe drückt sich aber aus in einem gewissen Quantum Maschinerie etc., gewisses

! Produktionshilfsstoff

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 111

Quantum von Produkten, die zur Neuproduktion erheischt sind. Also nicht mit Handstuhl weben, wenn der powerloom! herrscht usw. In andren Worten, damit nur notwendige Arbeitszeit angewandt wird, ist es nötig, die Arbeit in Bedingungen zu stellen, die der Produktionsweise entsprechen. Diese Bedingungen stellen sich selbst als gewisses Quantum Maschinerie usw., kurz Arbeitsmittel, dar, die Voraussetzungen sind, damit nur die auf der gegebnen Entwicklungsstufe zur Herstellung des Produkts notwendige Arbeitszeit verwandt wird. Um also Garn zu spinnen, ist wenigstens ein Minimum einer Fabrik nötig, Dampfmaschine mit soundsoviel Pferdekraft, Mules mit soundsoviel Spindeln etc. Damit also der Wert, der in diesen Produktionsbedingungen steckt, erhalten wird — und dem Spinnen mit Maschinen entspricht wieder ein bestimmtes Quantum Baumwolle, das täglich konsumiert werden muß -, ist es nicht nur nötig, neue Arbeit zuzusetzen, sondern es ist nötig, ein gewisses Quantum neuer Arbeit zuzusetzen, damit das durch die Produktionsstufe selbst bestimmte Quantum Material als Material vernutzt und die bestimmte Zeit, in der die Maschine sich bewegen muß (sich täglich als Instrument vernutzen muß), wirklich als Vernutzungszeit der Maschine vorhanden ist.

Hab’ ich eine Maschine, die so eingerichtet ist, daß täglich 600 Ib. Baumwolle versponnen werden müssen, so müssen 100 Arbeitstage (wenn 1 Arbeitstag nötig zur Verspinnung von 6 Ib.) von diesen Produktionsmitteln absorbiert werden, um den Wert der Maschinerie zu erhalten. Nicht, als ob die neue Arbeit irgendwie mit der Erhaltung dieses Werts beschäftigt wäre: Sie setzt vielmehr nur neuen Wert zu, der alte erscheint unverändert im Produkt wieder. Aber der alte wird nur erhalten durch das Zusetzen von neuem. Damit er im Produkt wieder erscheine, muß er zum Produkt fortgehn. Müssen also 600 lb. Baumwolle versponnen werden, damit die Maschinerie als Maschinerie vernutzt wird, so müssen diese 600 Ib. in Produkt verwandelt werden, also ihnen ein solches Quantum Arbeitszeit zugesetzt werden, als nötig ist, sie in Produkt zu verwandeln. Im Produkt selbst erscheint der Wert der 600 Ib. Baumwolle und des abgenutzten aliquoten Teils der Maschinen einfach wieder; die neu zugesetzte Arbeit ändert nichts daran, sondern vermehrt den Wert des Produkts. Ein Teil davon ersetzt den Preis des Salairs (des Arbeitsvermögens); ein anderer schafft Mehrwert. Wäre aber diese Gesamtarbeit nicht zugesetzt worden, so hätte sich der Wert des Rohmaterials und Maschinerie auch nicht erhalten. Dieser Teil der Arbeit, worin der Arbeiter nur den Wert seines eignen Arbeitsvermögens reproduziert, also nur diesen neu zu-

! Dampfwebstuhl

9%

112 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

setzt, erhält also auch nur den Teil des Werts von Material und Instrument, der dies Quantum Arbeit absorbiert hat. Der andre Teil, der den Mehrwert bildet, erhält einen weiteren Wertbestandteil von Material und Maschinerie. Gesetzt, das Rohmaterial (die 600 Ib.) koste 600d=50sh = 2/1. 10 sh. Die aufgezehrte Maschinerie 1/1, die 12 Arbeitsstunden aber setzten zu (Ersatz des Salairs und Mehrwert) 11 10 sh, so daß der ganze Preis der Ware = 51 Gesetzt, der Arbeitslohn betrage 11, so daß 10 sh die Surplusarbeit ausdrückt. In der Ware befindet sich erhaltner Wert = 2. 10 oder die Hälfte desselben. Das ganze Produkt des Arbeitstags (man mag sich vorstellen, daß es ein mit 100 X Arbeitstag, d.h. ein Arbeitstag von 100 Arbeitern, ist, da jeder 12Std. arbeite) = 5 I. Macht per Stunde 81 sh oder 8 sh 4.d. In einer Stunde also 4sh 2 d ersetzt von Rohmaterial und Maschinerie und 4 sh 2. d zugesetzt in Arbeit. (Notwendiger und Mehrarbeit.) In 6 Arbeitsstunden ist das Produkt = 50sh = 21. 10; darin erhalten an Rohmaterial und Maschinerie = Wert 11 5sh. Um aber so Maschinen produktiv zu vernutzen, müssen 12 Stunden gearbeitet werden, also soviel Rohstoff konsumiert werden, als l2stündige Arbeit absorbiert. Der Kapitalist kann also die Sache so betrachten, daß ihm in den ersten 6 Stunden allein der Preis des Rohmaterials ersetzt wird, der grade 2 / 10sh — 50 sh beträgt, Wert des Produkts von 6 Arbeitsstunden. 6 Stunden arbeiten können durch die Arbeit, die sie zusetzen, auch nur den Wert des für 6 Arbeitsstunden nötigen Materials erhalten. Aber der Kapitalist — weil er, um einen bestimmten Mehrwert herauszuschlagen, seine Maschine als Maschine zu benutzen, 12 Stunden arbeiten lassen, also auch 600 Ib. Baumwolle konsumieren muß, rechnet, als ob die ersten 6 Stunden ihm bloß den Wert der Baumwolle und Maschinerie erhalten hätten. Vielmehr betrug nach ‚der Voraussetzung der Wert der Baumwolle II. 10sh = 30 sh, 4 vom Ganzen. 2}

Um die Sache zu vereinfachen — da die Zahlen hier ganz gleichgültig, wollen wir annehmen, für 21St. Baumwolle (also = 80 lb. Baumwolle, das lb. zu 6 d) versponnen in 12 Arbeitsstunden; für 2 I. St. Maschinerie vernutzt in 12 Arbeitsstunden; endlich 2 I Wert durch die neue Arbeit zugesetzt, wovon 1. für den Arbeitslohn, Il, Mehrwert, Surplusarbeit. 2 /. auf 12 Stunden, 40 sh auf 12 Stfd]. wären 3% sh per Stunde (3 sh 4d) als Wert der Arbeitsstunde in Geld ausgedrückt; ebenso in jeder Stunde verarbeitet für 31% sh Baumwolle, nach der Voraussetzung für 6% Ib.; endlich für 37, sh Maschinerie abgenutzt, stündlich. Der Wert der Ware, die in einer Stunde fertig = 10 sh. Von diesen 10 sh aber 6% sh (6 sh 8 d) oder 66% Prozent bloß vorausgesetzter Wert, der: nur in der Ware wieder erscheint, weil für 3), sh Maschinerie und 6% Ib. Baumwolle erheischt sind, um I Stunde Arbeit zu absor-

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 113

bieren; weil sie als Matertal und Maschinerie — zu diesem Verhältnis Material und Maschinerie in den Arbeitsprozeß eingegangen, daher der in diesem Quantum enthältne Tauschwert in die neue Ware, den Twist, etwa übergegangen. In 4 Stunden beträgt der Wert des in denselben produzierten Garns =40sh oder 2 /, wovon wieder Y, (nämlich 13'4 sh) neu zugesetzte Arbeit, dagegen % oder 26%, sh nur Erhalten des in dem verarbeiteten Material und Maschinerie enthaltnen Werts. Und zwar wird dieser nur erhalten, weil der Neuwert von 13, sh dem Material zugesetzt, d.h. 4 Stunden Arbeit in ihm absorbiert sind; oder sie das Quantum Material und Maschinerie sind, dessen 4 Stunden Spinnarbeit zu ihrer Verwirklichung bedürfen. In diesen 4 Stunden ist kein Wert geschaffen worden, außer die 4 Arbeitsstunden vergegenständlicht = 13, sh. Der Wert der Ware aber oder des Produkts dieser 4 Stunden, das % vorausgesetzten Werts erhält = 21. (oder 40 sh), exakt = dem Wert der Baumwolle, die in 12 Arbeitsstunden versponnen (konsumiert) werden soll durch den Spinnprozeß. Wenn der Fabrikant also das Produkt der 4 ersten Stunden verkauft, so hat er den Wert der Baumwolle ersetzt, die er während 12 Stunden braucht oder die er braucht, um 12 Stunden Arbeitszeit zu absorbieren. Aber warum? Weil nach der Voraussetzung der Wert der Baumwolle, der in das Produkt von 12 Stunden eingeht, = Y, des Werts des Gesamtprodukts. In Y der Arbeitszeit konsumiert er nur '% Baumwolle und erhält daher auch nur den Wert dieses einen Dritteils. Setzt er noch %, Arbeit zu, so konsumiert er % Baumwolle mehr, und in 12 Stunden hat er den Gesamtwert der Baumwolle erhalten im Produkt, weil die gesamten 80 1b. Baumwolle in das Produkt, in den Arbeitsprozeß wirklich eingingen. Verkaufte er nun das Produkt von 4 Arbeitsstunden, dessen Wert = 1%, des Gesamtprodukts, was auch der Wertteil ist, den die Baumwolle vom Gesamtprodukt bildet, so kann er sich einbilden, in diesen 4 ersten Stunden habe er den Wert der Baumwolle reproduziert, ihn reproduziert in 4 Arbeitsstunden. Indessen geht in der Tat in diese 4 Stunden nur Y; der Baumwolle und daher ihres Wertes ein. Er nimmt an, daß die in den 12 Stunden konsumierte Baumwolle in den 4 Stunden reproduziert sei. Die Rechnung kommt aber nur heraus, weil er 7 für Instrument und Y Arbeit (vergegenständlichte), die 4 des Preises des Produkts der 4 Stunden bilden, in Baumwolle schoß. Sie sind = 26% sh und dem Preis nach daher = 53% Ib. Baumwolle. Wenn er nur 4 Stunden arbeitete, so hätte er nur Y; des Werts des Gesamtprodukts von 12 Stunden in seiner Ware. Da die Baumwolle 4 des Werts des Gesamtprodukts bildet, so kann er so rechnen, daß er in 4 Stunden Produkt den Wert der Baumwolle für Arbeit von 12 Stunden herausschlägt.

Wenn er weiter 4 Stunden arbeitet, so dies wieder = Y; des Werts des

114 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

Gesamtprodukts, und da die Maschinerie = Y desselben, kann er sich einbilden, daß er in dem 2. Dritteil der Arbeitszeit den Wert der Maschinerie für 12 Stunden ersetzt. In der Tat, wenn er das Produkt dieses 2. Dritteils oder dieser andren 4 Stunden verkauft, ist der Wert der Maschinerie, die in 12 Stunden abgenutzt wird, ersetzt. Das Produkt der letzten 4 Stunden enthält nach dieser Rechnung weder Rohmaterial noch Maschinerie, deren Wert es einschlösse, sondern bloße Arbeit. Also den neugeschaffnen Wert, so daß 2 Stunden = dem reproduzierten Salair (1 /) und 2 Stunden Mehrwert, Surplusarbeit (dito 1 2). In der Tat fügt die in den letzten 4 Stunden zugefügte Arbeit nur 4 Stunden Wert zu, also 131 sh. Aber es wird von der Voraussetzung ausgegangen, daß der Wert von Rohmaterial und Mittel, die in das Produkt dieser 4 Stunden zu 66%, Prozent eingehn, bloß die zugefügte Arbeit ersetzen. Der Wert, den sie in den 12 Stunden zusetzt, wird also aufgefaßt, als ob sie ihn in 4 Stunden zusetzen. Die ganze Rechnung kommt heraus, weil vorausgesetzt wird, daß Y% der Arbeitszeit nicht nur sich selbst, sondern auch noch den Wert von den 2% in ihrem Produkt enthaltnen vorausgesetzten Werte schafft. Wird so angenommen, daß das Produkt eines ganzen Dritteils der Arbeitszeit bloß von der Arbeit zugefügter Wert ist — obgleich dieser nur 4% -, so kommt natürlich im Resultat dasselbe heraus, als wenn in 3 X 4 Stunden immer das wirkliche Dritteil auf Arbeit und % auf die vorausgesetzten Werte gerechnet wird. Diese Rechnung mag ganz praktisch sein für den Kapitalisten, aber sie verdreht das ganze wirkliche Verhältnis und führt zur größten Absurdität, wenn sie theoretisch gelten soll. Der vorausgesetzte Wert von Rohmaterial und Maschinerie allein bildet 66% Prozent der neuen Ware, während die zugesetzte Arbeit nur 33), bildet. Die 66% Prozent stellen 25 Stunden vergegenständlichter Arbeitszeit vor; wie abgeschmackt also die Voraussetzung, daß die 12 Stunden neue Arbeit nicht nur sich selbst, sondern außerdem noch 24 Stunden, also zusammen 36 Stunden, Arbeitszeit vergegenständlichen.

Der Witz besteht also darin: Der Preis des Produkts von 4 Arbeitsstunden, d.h. von einem Dritteil des gesamten Arbeitstages von 12 Stunden, ist =), des Preises des Gesamtprodukts. Nach der Voraussetzung bildet der Preis der Baumwolle Y; des Preises des Gesamtprodukts. Also ist der Preis des Produkts von 4 Arbeitsstunden, von 4 des Gesamtarbeitstages, = dem Preis der Baumwolle, die in das Gesamtprodukt eingeht oder in 12 Arbeitsstunden versponnen wird. Die 4 ersten Arbeitsstunden, sagt der Fabrikant daher, ersetzen nur den Preis der Baumwolle, die während der 12 Arbeitsstunden konsumlert wird. In der Tat aber ist der Preis des Produkts der 4 ersten Arbeitsstunden =, oder 13% sh (bei unsrem Beispiel) in dem Arbeitsprozeß

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 115

zugesetztem Wert, i.e. Arbeit, 13%, sh Baumwolle und 13'% sh Maschinerie, welche letzteren beiden Bestandteile nur wiedererscheinen in dem Preis des Produkts, weil sie von der vierstündigen Arbeit in ihrer Gestalt als Gebrauchswerte konsumiert worden sind, daher in einem neuen Gebrauchswert wiedererscheinen, daher ihren alten Tauschwert erhalten haben. Was in den 4 Stunden den 26% sh Baumwolle und Maschinerien (die diesen Wert hatten, bevor sie in den Arbeitsprozeß eingingen, und die in dem Wert des neuen Produkts bloß wiedererscheinen und weil sie vermittelst des 4stündigen Spinnprozesses in das neue Produkt eingegangen sind) zugesetzt wird, ist nichts als 131, sh, d.h. die neu zugefügte Arbeit. (Das Quantum neu zugefügter Arbeitszeit.) Ziehn wir daher von dem Preise des Produkts die 4 Stunden, von den 40 sh die vorgeschoßnen 262 sh ab, so bleibt als wirklich im Prozeß : geschaffner Wert nur 131, sh, die 4stündige Arbeit in Geld ausgedrückt. Wenn nun 24 des Preises des Produkts, nämlich das eine Dritteil oder die 13), sh, die Maschinerie vorstellen, und das andre Dritteil oder die 131, sh, die Arbeit vorstellen, in Baumwolle geschätzt werden, so kommt der Preis der Baumwolle heraus, der in den 12 Stunden konsumiert wird. In andren Worten: In 4stündiger Arbeitszeit wird in der Tat nur 4 Stunden Arbeitszeit den früher vorhandnen Werten zugesetzt. Diese aber erscheinen wieder — die Werte der Quanta Baumwolle und Maschinerie, weil sie diese 4stündige Arbeitszeit absorbiert haben oder weil sie als Faktoren des Spinnens zu Bestandteilen des Garns geworden sind. Der Preis der Baumwolle, der in dem Wert des Produkts von 4 Arbeitsstunden wiedererscheint, ist daher nur = dem Wert des Quantums Baumwolle, das wirklich als Material in diesen 4stündigen Arbeitsprozeß eingegangen, konsumiert worden ist; also nach der Voraussetzung = 131, sh. Aber der Preis des Gesamtprodukts der 4 Arbeitsstunden ist = dem Preis der in 12 Stunden konsumierten Baumwolle, weil das Produkt der 4stündigen Arbeitszeit = 4 des Gesamtprodukts von 12 Stunden, und von dem Preis des Gesamtprodukts von 12 Stunden der Preis der Baumwolle 4 ausmacht. 5 Was von 12stündiger Arbeit, gilt von einstündiger. Wie 4 Stunden zu 12, so verhält sich 4 Stunde zu 1. Um also noch mehr zu vereinfachen, den ganzen casus, reduzieren wir ihn auf ] Stunde, Nach der gegebnen Voraussetzung der Wert des Produkts von | Stunde = 10 sh, wovon 3), sh Baumwolle (6%, 1b. Baumwolle), 314 Maschinerie, 31 Arbeitszeit. Ist eine Stunde Arbeitszeit zugesetzt, so der Wert des ganzen Produkts = 10 sh oder 3 Stunden Arbeitszeit: Weil die Werte des konsumierten Materials und der konsumierten Maschinerie, die in dem neuen Produkt, dem Garn, wiedererscheinen = 6% sh, nach der Voraussetzung = 2 Arbeitsstunden. Nun erst zu unter-

116 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

scheiden in der Art und Weise, wie die Werte von Baumwolle und Spindel in dem Wert des Garns wiedererscheinen und wie die neu zugefügte Arbeit in ihn eingeht.

Erstens: Der Wert des ganzen Produkts = 3 Stunden Arbeitszeit oder = 10 sh. Davon waren 2 Stunden Arbeitszeit, die in Baumwolle und Spindel enthalten vorausgesetzt vor dem Arbeitsprozeß; d. h., sie waren Werte von Baumwolle und Spindel, bevor diese in den Arbeitsprozeß eingingen. In dem Wert des Gesamtprodukts, wovon sie %4 bilden, erscheinen sie also einfach wieder, sind nur erhalten. Der Überschuß des Werts des neuen Produkts über die Werte seiner materiellen Bestandteile nur = Y, = 31 sh. Dies ist der einzige neue Wert, der in diesem Arbeitsprozeß geschaffen worden ist. Die alten Werte, die unabhängig von ihm existierten, sind nur erhalten worden.

Aber Zweitens: Wie sind sie erhalten worden? Dadurch, daß sie als Material und Mittel von der lebendigen Arbeit verwandt, von ihr als Faktoren zur Bildung eines neuen Gebrauchswerts, des Garns, konsumiert worden sind. Die Arbeit hat ihre Tauschwerte nur erhalten, weil sie sich zu ihnen als Gebrauchswerten verhielt!, d.h., sie als Elemente zur Bildung eines neuen Gebrauchswerts, des Garns, aufzehrte. Die Tauschwerte von Baumwolle und Spindel erscheinen daher wieder im Tauschwert des Garns, nicht weil Arbeit überhaupt, abstrakte Arbeit, bloße Arbeitszeit — Arbeit, wie sie das Element des Tauschwerts bildet —, ihnen zugesetzt worden, sondern diese bestimmte, wirkliche Arbeit, das Spinnen, nützliche Arbeit, die sich in einem bestimmten Gebrauchswert verwirklicht, im Garn, und die als diese besondre zweckmäRige Tätigkeit Baumwolle und Spindel als ihre Gebrauchswerte konsumiert, ihre Faktoren vernutzt, sie durch ihre eigne zweckmäßige Tätigkeit zu Bildungselementen des Garns macht. Könnte der Spinner — also die Spinnarbeit — 624? Ib. Baumwolle mit einer künstlicheren Maschine, die aber dasselbe Wertverhältnis hätte, statt in 1 Stunde in 1 halben Stunde in Garn verwandeln, so wäre der Wert des Produkts = 3%, sh (für Baumwolle) + 3Y, (für Maschine) + 124° sh Arbeit, da sich eine halbe Stunde Arbeitszeit in 1%4* sh nach der Voraussetzung ausdrücken würde. Der Wert des Produkts also = 8), sh, worin der Wert von Baumwolle und Maschinerie ganz wieder erschiene wie im ersten Fall, obgleich die ihnen zugesetzte Arbeitszeit 50 Prozent weniger betrüge als im ersten Fall. Sie erschienen aber ganz wieder, weil nur eine

! In der Handschrift: erhielt 2 In der Handschrift: 6'%

? In der Handschrift: 11%

* In der Handschrift: 1%

> In der Handschrift: 8

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 117

halbe Stunde Spinnen erheischt war, um sie in Garn zu verwandeln. Sie erscheinen also ganz wieder, weil sie ganz in das Produkt des halbstündigen Spinnens eingegangen, in den neuen Gebrauchswert Garn.

Die Arbeit, soweit sie sie als Tauschwerte erhält, tut es nur, soweit sie wirkliche Arbeit ist, besondre zweckmäßige Tätigkeit zur Herstellung eines besondren Gebrauchswerts. Sie tut es als Spinnen, nicht als abstrakte gesellschaftliche Arbeitszeit, die gegen ihren Inhalt gleichgültig ist. Nur als Spinnen erhält hier die Arbeit die Werte von Baumwolle und Spindel im Produkt, dem Garn. Andrerseits, in diesem Prozeß, worin sie die Tauschwerte von Baumwolle und Spindel erhält, verhält sich die Arbeit, das Spinnen, zu ihnen nicht als Tauschwerten, sondern als Gebrauchswerten, Elementen dieser bestimmten Arbeit, des Spinnens. Wenn der Spinner vermittelst einer bestimmten Maschinerie 61 Ib. Baumwolle in Garn verwandeln kann, so ist es ganz gleichgültig für diesen Prozeß, ob das Ib. Baumwolle 6d oder 6sh kostet, denn er verzehrt es im Spinnprozeß als Baumwolle, als Material des Spinnens. Soviel von diesem Material ist erheischt, um 1 Stunde Spinnarbeit zu absorbieren. Der Preis desselben hat nichts damit zu schaffen. Ebenso mit der Maschinerie. Kostete dieselbe Maschinerie nur den halben Preis und leistete denselben Dienst, so würde dies den Spinnprozeß in keiner Weise affizieren. Die einzige Bedingung für den Spinner ist, daß er Material (Baumwolle) und Spindel (Maschinerie) in dem Umfang besitzt, solchen Quantis, wie sie zum Spinnen während einer Stunde!! erheischt sind.

Die Werte oder Preise von Baumwolle und Spindel gehn den Spinnprozeß als solchen nichts an. Sie sind das Resultat der in ihnen selbst vergegenständlichten Arbeitszeit. Sie erscheinen daher in dem Produkt nur wieder, soweit sie ihm als gegebne Werte vorausgesetzt waren, und sie erscheinen nur wieder, weil die Waren Baumwolle und Spindel als Gebrauchswerte, ihrer stofflichen Bestimmtheit nach, zum Spinnen von Garn erheischt sind, als Faktoren in den Spinnprozeß eingehn. Ändrerseits aber fügt das Spinnen dem Wert von Baumwolle und Spindel nur einen neuen Wert hinzu, nicht insofern es diese bestimmte Arbeit Spinnen, sondern soweit es Arbeit überhaupt und die Arbeitszeit des Spinners allgemeine Arbeitszeit ist, der es gleichgültig, in welchem Gebrauchswert sie sich vergegenständlicht und welches der besondre nützliche Charakter, die besondre Zweckmäßigkeit, die besondre Art und Weise oder Existenzweise der Arbeit, als deren Zeit (Maß) sie da ist. Eine Stunde Spinnarbeit wird hier gleichgesetzt einer Stunde Arbeitszeit überhaupt. (Sei es = einer Stunde oder mehreren. Dies tut hier nichts zur Sache.) Diese Stunde vergegenständlichte Arbeitszeit setzt der Kombination von Baumwolle und Spindel z.B. 3/, sh hinzu, weil dies dieselbe Arbeitszeit in

118 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

Geld vergegenständlicht. Könnten die 5 lb. Garn (versponnene 6b. cotton) in /, Stunde statt in einer ganzen produziert werden, so wäre derselbe Gebrauchswert am Ende der halben Stunde erhalten, wie im andren Fall am Ende der ganzen Stunde. Dasselbe Quantum Gebrauchswert von derselben Qualität, 5 lb. Garn von einer gegebnen Qualität.

Die Arbeit, soweit sie konkrete Arbeit, Spinnen, ist, Tätigkeit zur Herstellung eines Gebrauchswerts, hätte in der halben Stunde so viel geleistet, wie früher in der ganzen denselben Gebrauchswert geschaffen. Als Spinnen leistet sie in beiden Fällen dasselbe, obgleich die Zeit, die das Spinnen dauert, in dem einen Fall noch einmal so groß ist als in dem andren. Soweit sie selbst Gebrauchswert ist, die Arbeit, d.h. zweckmäßige Tätigkeit zur Herstellung eines Gebrauchswerts, ist die notwendige Zeit, die erheischt ist, die sie dauern muß, um diesen Gebrauchswert herzustellen, ganz gleichgültig; ob sie 1 oder Y, Stunde zum Spinnen von 5 Ib. Garn braucht. Im Gegenteil. Je weniger Zeit sie zur Herstellung desselben Gebrauchswerts bedarf, desto produktiver und nützlicher ist sie. Der Wert aber, den sie zusetzt, schafft dies rein gemessen durch ihre Zeitdauer. Spinnarbeit setzt in 1 Stunde einen doppelt so großen Wert zu wie in Y und in 2 einen doppelt so großen Wert wie in einer usw. Der Wert, den sie zusetzt, ist, gemessen durch ihre eigne Dauer, und als Wert ist das Produkt nichts als Materiatur einer bestimmten Arbeitszeit überhaupt, nicht Produkt dieser besondren Arbeit, des Spinnens, oder das Spinnen kommt nur in Betracht, soweit es Arbeit überhaupt und seine Dauer Arbeitszeit überhaupt ist. Erhalten werden die Werte von Baumwolle und Spindel, weil die Spinnarbeit sie in Garn verwandelt, also weil sie als Material und Mittel von dieser besondren Arbeitsweise verwandt werden; vermehrt wird der Wert der 6!b. Baumwolle nur, weil sie 1 Stunde Arbeitszeit absorbiert hatte; in dem Produkt Garn 1 Stunde Arbeitszeit mehr vergegenständlicht ist, als die Wertelemente Baumwolle und Spindel enthielten. Es kann aber nur Arbeitszeit vorhandnen Produkten oder überhaupt einem vorhandnen Arbeitsmaterial zugefügt werden, soweit sie die Zeit einer besondren Arbeit ist, die sich zu dem Material und Arbeitsmittel als ihrem Material und Mittel verhält; also der Baumwolle und der Spindel nur ] Stunde Arbeitszeit zugefügt werden, soweit ihnen eine Stunde Spinnarbeit zugefügt werden. Daß ihre Werte erhalten werden, rührt bloß von dem spezifischen Charakter der Arbeit her, ihrer stofflichen Bestimmtheit, daß sie Spinnen ist, grade diese bestimmte Arbeit, wofür Baumwolle und Spindel Mittel zur Herstellung des Garns; weiter noch, daß sie lebendige Arbeit überhaupt ist, zweckmäßige Tätigkeit. Daß ihnen Wert zugefügt wird, rührt bloß daher, daß die Spinnarbeit Arbeit überhaupt, gesellschaftliche abstrakte Arbeit überhaupt, und die

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 119

Stunde Spinnarbeit gleichgesetzt ist einer Stunde gesellschaftlicher Arbeit überhaupt, einer Stunde gesellschaftlicher Arbeitszeit. Durch den bloßen Prozeß der Verwertung also — der in der Tat hloß abstrakter Ausdruck für die wirkliche Arbeit — des Zusetzens neuer Arbeitszeit —, da diese in bestimmter nützlicher und zweckmäßiger Form zugesetzt werden muß, werden die Werte von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel erhalten und erscheinen als Wertteile im Gesamtwert des Produkts wieder. Es wird aber nicht doppelt gearbeitet, das eine Mal, um Wert zuzusetzen, das andre Mal, um die vorhandnen Werte zu erhalten, sondern da die Arbeitszeit nur in Form nützlicher Arbeit, besonderer Arbeit, wie des Spinnens, zugesetzt werden kann, erhält sie von selbst die Werte von Material und Mittel, indem sie ihnen neuen Wert zusetzt, d.h. Arbeitszeit zusetzt. Es ist nun aber ferner klar, daß das Quantum vorhandner Werte, die die neue Arbeit erhält, in einem bestimmten Verhältnis steht zu dem Quantum Wert, das sie ihnen zusetzt, oder daß das Quantum bereits vergegenständlichter Arbeit, das erhalten wird, in einem bestimmten Verhältnis steht zu dem Quantum neuer Arbeitszeit, das zugesetzt wird, sich erst vergegenständlicht; daß mit einem Wort ein bestimmtes Verhältnis zwischen dem unmittelbaren Arbeitsprozeß und dem Verwertungsprozeß stattfindet. Ist die notwendige Arbeitszeit, um 6 lb. Baumwolle zu verspinnen, wozu x Maschinerie abgenutzt wird, unter gegebnen allgemeinen Produktionsbedingungen 1 Stunde, so können in der einen Stunde nur 61b. Baumwolle in Garn verwandelt und nur x Maschinerie vernutzt werden, also nur 51b. Garn produziert werden; so daß auf die 1 Arbeitsstunde, um die der Wert des Garns höher ist als der Wert von Baumwolle und x Spindel, kämen 2 Arbeitsstunden vergegenständlichter Arbeitszeit 6 Ib. Baumwolle und x (37; sh) Spindel, die im Garn erhalten werden. Es kann Baumwolle nur verwertet werden (d.h. Mehrwert erhalten), um 1 Arbeitsstunde, 3Y; sh, sofern 6 lb. Baumwolle und x Maschinerie vernutzt wird; andrerseits können diese nur vernutzt werden und ihre Werte daher nur im Garn wiedererscheinen, soweit 1 Stunde Arbeitszeit zugesetzt wird. Soll daher der Wert von 72 Ib. Baumwolle im Produkt wiedererscheinen als Wertteil von Garn, so müssen 12 Arbeitsstunden zugesetzt werden. Fin bestimmtes Quantum Material absorbiert nur ein bestimmtes Quantum Arbeitszeit. Sein Wert wird nur erhalten im Verhältnis, wie es dasselbe absorbiert (bei gegebner Produktivität der Arbeit). Es können also nicht der Wert von 72 lb. Baumwolle erhalten werden, wenn sie nicht alle zu Garn versponnen werden. Dies erheischt aber nach der Voraussetzung eine Arbeitszeit von 12 Stunden. Ist die Produktivität der Arbeit gegeben — d.h. das Quantum Gebrauchswert, das sie in einer bestimmten Zeit liefern kann, so hängt das Quantum gegebner Werte, das sie erhält, rein von ihrer eignen Zeitdauer

120 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

ab; oder das Wertquantum von Material [und] Mittel, das erhalten wird, hängt rein ab von der Arbeitszeit, die zugesetzt wird, also von dem Maß, worin neuer Wert geschaffen wird. Das Erhalten der Werte fällt und steigt in direktem Verhältnis zu dem Fallen oder Steigen der Wertzusetzung. Ist andrerseits Material und Arbeitsmittel gegeben, so hängt ihre Erhaltung als Werte rein von der Produktivität der zugesetzten Arbeit ab, ob diese mehr oder weniger Zeit braucht, um sie in einen neuen Gebrauchswert zu verwandeln. Die Erhaltung der gegebnen Werte steht hier also in umgekehrtem Verhältnis zu der Wertzusetzung!“, d.h., ist die Arbeit produktiver, so erheischen sie weniger Arbeitszeit zu ihrer Erhaltung; umgekehrt umgekehrt.

{Nun aber tritt durch die Teilung der Arbeit, noch mehr durch die Maschinerie, ein eigner Umstand hinein.

Die Arbeitszeit als Element, Substanz des Werts, ist notwendige Arbeitszeit ; also Arbeitszeit, die unter gegebnen gesellschaftlichen allgemeinen Produktionsbedingungen erheischt ist. Ist z.B. 1 Stunde die notwendige Arbeitszeit zur Verwandlung von 6 lb. Cotton in Garn, so ist es die Zeit einer Spinnarbeit, die gewisse Bedingungen zu ihrer Verwirklichung braucht. Also z.B. Mule mit soundso viel Spindeln, Dampfmaschine mit soundso viel Pferdekraft usw. Dieser ganze Apparatus sei nötig, um in Zeit von 1 Stunde 6 Ib. Cotton in Garn zu verwandeln. Doch dieser case! gehört später.?}

Nun zu unsrem Beispiel zurück. Also 6 Ib. Baumwolle gesponnen in einer Stunde, Wert der Baumwolle = 3V,;sh, Wert der vernutzten Spindel etc. =3V\, sh. Wert der zugesetzten Arbeit = 3%; sh. Also Wert des Produkts = 10 sh. Die gegebnen Werte — da die Baumwolle und Spindel = 2 Arbeitsstunden, jede derselben gleich 1 Arbeitsstunde. Der Preis des Gesamtprodukts am Ende der Stunde = der Summe der Preise = 10 sh oder 3 Stunden vergegenständlichter Arbeitszeit, wovon 2 Stunden, die von Baumwolle und Spindel im Produkt nur wiedererscheinen, 1 Stunde allein neue Wertschöpfung oder zugesetzte Arbeit. In den Gesamtpreis des Produkts von 1 Arbeitsstunde bildet der Preis jedes der Faktoren '%. Also ist der Preis des Produkts von Y Arbeitsstunde = dem Preis von Y des Gesamtprodukts, also = dem Preis der im Gesamtprodukt enthaltnen Arbeit oder Baumwolle oder Maschiinerie, da jedes dieser 3 Elemente des Gesamtprodukts Y; seines Preises konstituiert. Wird also Y; Stunde gearbeitet, so das Produkt = 2 Ib. Garn vom Wert von 314° sh, womit ich Baumwolle zum Betrag von 6 Ib. kaufen könnte. Oder

! Fall ? Siehe vorl. Band, 5.314 3 In der Handschrift: 31%,

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 121

der Preis des Produkts von Y, Stunde = dem Preis der in einer ganzen Arbeitsstunde konsumierten Baumwolle. Der Preis des zweiten Dritteils = dem Preis der aufgenutzten Maschinerie. Der Preis des Produkts, z.B. Y; Stunde, = dem Preis der ganzen zugesetzten Arbeit (sowohl des Teils derselben, der Äquivalent für die Salairs, als des Teils, der den Mehrwert oder Profit konstituiert). Der Fabrikant kann also rechnen: Ich arbeite % Stunde, um den Preis der Baumwolle zu zahlen, Y, Stunde, um den Preis der abgenutzten Maschinerie zu ersetzen und ' Stunde, wovon Y, das Salair ersetzt, Y, den Mehrwert bildet. So richtig diese Rechnung praktisch ist, so ganz absurd ist sie, wenn sie die wirkliche Wertbildung (Verwertungsprozeß) und daher das Verhältnis von notwendiger und Mehrarbeit erklären soll. Es läuft nämlich die abgeschmackte Vorstellung unter, als schüfe oder ersetzte Y Stunde Arbeit den Wert der vernutzten Baumwolle, Y Arbeit den Wert der abgenutzten Maschinerie, während Y, Arbeitsstunde die neuzugesetzte Arbeit oder den neugeschaffnen Wert bildete, der der gemeinsame Fonds von Salair und Profit ist. Es ist in der Tat nur eine triviale Methode, das Verhältnis auszudrücken, worin die gegebnen Werte von Baumwolle und Arbeitsmittel im Produkt der ganzen Arbeitszeit (der Arbeitsstunde) wiedererscheinen, oder das Verhältnis, worin im Arbeitsprozeß durch den Zusatz einer Stunde Arbeitszeit gegebne Werte, vergegenständlichte Arbeit, erhalten wird. Sage ich: Der Preis des Produkts von Y Arbeitsstunde ist = dem Preis der Baumwolle, die in einer ganzen ‘Arbeitsstunde versponnen wird, etwa = dem Preis von 61b. Baumwolle zu 3Y sh, so weiß ich, daß das Produkt von | Arbeitsstunde = 3X dem Produkt von Y, Arbeitsstunde ist. Wenn also der Preis des Produkts von Y Arbeit&stunde = dem Preis der Baumwolle, die in % oder 1 Arbeitsstunde versponnen, so heifft das weiter nichts, als daß der Preis der Baumwolle = % des Preises des Gesamtprodukts ist, daß’ in das Gesamtprodukt 6 lb. Baumwolle eingehn, also ihr Wert wiedererscheint und dieser Wert 1 von dem Wert des Gesamtprodukts bildet. Dito mit dem Wert der Maschinerie. Dito mit der Arbeit.

Sage ich also, der Preis des Produkts von 7 der Arbeitszeit, die überhaupt gearbeitet wird, also z.B. der Preis des Produkts von % der Arbeitsstunde ist = dem Preis des Materials und dem Preis der Maschinerie, die in 3% oder 1 Arbeitsstunde aufgearbeitet wird, so ist dies nur eine andre Ausdrucksweise dafür, daß in den Preis des Gesamtprodukts der Stunde die Preise von Material und Arbeitsmittel zu 4 eingehn, also die zugesetzte Arbeitsstunde nur '% des ganzen im Produkt vergegenständlichten Werts ist. Daß der Preis des Produkts eines Teils der Stunde, '% oder 7 etc., gleich dem

Preis des Rohmaterials, der Maschinerie usw. ist, heißt also durchaus nicht,

122 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

daß in % oder % Stunde etc. der Preis des Rohmaterials, der Maschinerie produziert oder auch reproduziert wird im eigentlichen Sinn des Worts; sondern nur, daß der Preis dieser Teilprodukte oder dieser Produkte von aliquoten Teilen der Arbeitszeit = dem Preis von Rohmaterial etc. ist, die im Gesamtprodukt wiedererscheinen, erhalten werden.

Die Abgeschmacktheit der andren Vorstellung zeigt sich am besten, wenn man das letzte Dritteil betrachtet, was den Preis der zugesetzten Arbeit, das zugesetzte Wertquantum oder das Quantum von neuer vergegenständlichter Arbeit darstellt. Der Preis des Produkts dieses letzten Dritteils ist nach der Voraussetzung gleich 1), sh Baumwolle = Y, Arbeitsstunde + 1, sh Maschinerie = Y Arbeitsstunde + Arbeitsstunde, die aber neuzugesetzt ist, also Summa = Arbeitsstunde oder 1. Arbeitsstunde. Dieser Preis drückt also in der Tat in Geld die ganze Arbeitszeit aus, die dem Rohmaterial zugesetzt worden. Nach der erwähnten konfusen Vorstellung aber würde Y, Arbeitsstunde sich darstellen in 3! sh, d.h. in dem Produkt von °% Arbeitsstunde. Ebenso in dem ersten Dritteil, wo der Preis des Produkts von Y, Arbeitsstunde = dem Preis der Baumwolle. Dieser Preis besteht aus dem Preis von 2 1b. Baumwolle zu 114°] sh ()% Arbeitsstunde), Preis der Maschinerie zu 115% sh (/ Arbeitsstunde) und 1 wirklich neuzugefügter Arbeit, die Arbeitszeit, die eben erheischt war, um 2 Ib. Baumwolle in Garn zu verwandeln. Also Summa = 1 Arbeitsstunde = 3) sh. Dies aber auch der Preis der Baumwolle, die in ?4 Arbeitsstunde erheischt. In der Tat ist also in diesem ersten Dritteil wie in jedem folgenden Dritteil Arbeitsstunde der Wert von ?%, Arbeitsstunden (= 2% sh)? nur erhalten, weil x Baumwolle versponnen ist und daher der Wert der Baumwolle und der vernutzten Maschinerie wiedererscheint. Als Neuwert ist nur hinzugekommen das \% neuvergegenständlichter Arbeit. Aber so scheint es doch, daß der Fabrikant recht hat, wenn er sagt, die ersten 4 Arbeitsstunden (oder Y, Arbeitsstunde) ersetzt mir nur den Preis der Baumwolle, die ich in 12 Arbeitsstunden brauche; die zweiten 4 Arbeitsstunden nur den Preis der Maschinerie, die ich in 12 Arbeitsstunden vernutze, und die letzten 4 Arbeitsstunden bilden allein den neuen Wert, der einen Teil des Salairs ersetzt, zum andren Teil den Mehrwert bildet, den ich als Resultat des gesamten Produktionsprozesses herausbekommen. Dabei vergißt er aber nur, daß er annimmt, daß das Produkt der letzten 4 Stunden nur neuhinzugefügte Arbeitszeit vergegenständlicht, also 12 Arbeitsstunden, nämlich die 4 Arbeitsstunden, die im Material, die 4 Arbeitsstunden, die in der

! In der Handschrift: 3Y, sh 2 In der Handschrift: (= 2), sh oder 2% sh)

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 123

vernutzten Maschinerie, endlich die 4 Arbeitsstunden, die wirklich neuzugesetzt sind; und als Resultat erhält er, daß der Preis des Gesamtprodukts besteht aus 36 Arbeitsstunden, wovon 24 nur den Wert darstellen, den Baumwolle und Maschinerie hatten, bevor sie in Garn verarbeitet wurden, und 12 Arbeitsstunden, Y, des Gesamtpreises, die neuhinzugefügte Arbeit, den neuen Wert, exakt gleich der neuzugesetzten Arbeit.}

{Daß dem Geld gegenüber der Arbeiter sein Arbeitsvermögen als Ware zum Verkauf darbietet, unterstellt:

1. Daß die Arbeitsbedingungen, die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit, ihm als fremde Mächte, entfremdete Bedingungen, gegenüberstehn. Fremdes Eigentum. Es unterstellt dies u.a. auch die Erde als Grundeigentum, daß ihm die Erde als fremdes Eigentum gegenüberstehe. Bloßes Arbeitsvermögen.

2. Daß er sich als Person sowohl zu den ihm entfremdeten Bedingungen der Arbeit verhält wie zu seinem eignen Arbeitsvermögen; daß er also als Eigentümer über das letztre verfügt und nicht selbst zu den gegenständlichen Arbeitsbedingungen gehört, d. h., nicht selbst als Arbeitsinstrument von andren besessen wird. Freier Arbeiter.

3. Daß ihm die gegenständlichen Bedingungen seiner Arbeit selbst als bloß vergegenständlichte Arbeit gegenüberstehn, d.h. als Wert, als Geld und Waren; als vergegenständlichte Arbeit, die sich nur mit der lebendigen austauscht, um sich zu erhalten und zu vermehren, sich zu verwerten, mehr Geld zu werden, und wogegen der Arbeiter sein Arbeitsvermögen austauscht, um eines Teils derselben habhaft zu werden, soweit sie aus seinen eignen Lebensmitteln bestehn. In diesem Verhältnis erscheinen also die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit nur als selbständiger gewordner, an sich festhaltender und nur auf seine eigne Vermehrung gerichteter Wert.

Der ganze Inhalt des Verhältnisses, wie die Art und Weise der Erscheinung der der Arbeit entfremdeten Bedingungen seiner Arbeit, sind also in ihrer reinen ökonomischen Form da ohne alle politische, religiöse und sonstige Verbrämung. Es ist reines Geldverhältnis. Kapitalist und Arbeiter. Vergegenständlichte Arbeit und lebendiges Arbeitsvermögen. Nicht Herr und Knecht, Priester und Laie, Feudaler und Vasall, Meister und Gesell etc. In allen Gesellschaftszuständen ist die Klasse (oder die Klassen), die herrscht, stets die, die die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit in ihrem Besitz hat, deren Träger, also selbst, soweit sie arbeiten, nicht als Arbeiter, sondern als Eigentümer arbeiten, und die dienende Klasse stets die oder die als Arbeitsvermögen selbst im Besitz der Eigentümer (Sklaverei), die nur über ihr Arbeitsvermögen verfügt (selbst wenn dies, wie z.B. in Indien, Ägypten usw.,

124 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

so erscheint, daß sie Besitz von Grund und Boden haben, dessen Eigentümer aber der König oder eine Kaste usw.). Aber alle diese Verhältnisse unterscheiden sich dadurch vom Kapital, daß dies Verhältnis verbrämt ist, als Verhältnis der Herrscher zu den Knechten, der Freien zu den Sklaven, der Halbgötter zu den ordinären Sterblichen etc. erscheint, und im Bewußtsein beider Seiten als solches Verhältnis existiert: Nur im Kapital sind diesem Verhältnis alle politischen, religiösen und sonstigen ideellen Verbrämungen abgestreift. Es ist reduziert — im Bewußtsein beider Seiten — auf bloßes Kauf- und Verkaufverhältnis. Die Arbeitsbedingungen treten als solche nackt der Arbeit gegenüber, und sie treten ihr gegenüber als vergegenständlichte Arbeit, Wert, Geld, das sich selbst als bloße Form der Arbeit selbst weiß und nur mit ihr austauscht, um sich als vergegenständlichte Arbeit zu erhalten und zu vermehren, Das Verhältnis tritt also rein hervor als bloßes Produktionsverhältnis — rein ökonomisches Verhältnis. Sofern Herrschaftsverhältnisse sich auf dieser Basis wieder entwickeln, ist aber gewußt, daß sie bloß aus dem Verhältnis hervor-, gehn, worin der Käufer, der Repräsentant der Arbeitsbedingungen, dem Verkäufer, dem Besitzer des Arbeitsvermögens, gegenübertritt.}

Kommen wir also jetzt wieder zurück auf die Frage über das Salariat.

Wir haben gesehn, daß im Arbeitsprozeß — also dem Produktionsprozeß, soweit er Produktion eines Gebrauchswerts, Verwirklichung der Arbeit als zweckmäßiger Tätigkeit, ist, die Werte von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel gar nicht für die Arbeit selbst existieren. Sie existieren nur als gegenständliche Bedingungen für die Verwirklichung der Arbeit, als gegenständliche Faktoren der Arbeit, und werden als solche von ihr aufgezehrt. Daß die Tauschwerte von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel nicht in den Arbeitsprozeß als solchen eingehn, heißt aber in andren Worten nur, daß sie nicht als Waren in ihn eingehn. Die Maschine dient als Maschine, die Baumwolle als Baumwolle, keine von beiden, soweit sie ein bestimmtes Quantum gesellschaftlicher Arbeit darstellen. Als Materiatur dieser gesellschaftlichen Arbeit ist vielmehr ihr Gebrauchswert in ihnen ausgelöscht, sind sie Geld. In der Tat gibt es ja Arbeitsprozesse, wo das Material nichts kostet, z.B. der Fisch im Meer, die Kohle in der Grube. Es wäre aber falsch, daher zu schließen, daß ihre Eigenschaft als Ware mit dem Produktionsprozeß überhaupt nichts zu tun hat; denn dieser ist Produktion nicht nur von Gebrauchswert, sondern auch von Tauschwert, nicht nur von Produkt, sondern auch von Ware; oder sein Produkt ist kein bloßer Gebrauchswert, sondern ein Gebrauchswert von einem bestimmten Tauschwert, und der letztre ist zum Teil bestimmt durch die Tauschwerte, die Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel selbst als Waren besitzen. Sie gehn als Ware in den Produktionsprozeß ein; sonst können sie nicht als

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 125

solche aus ihm herauskommen. Wolite man also sagen, die Werte von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel gingen den Produktionsprozeß nichts an, ihre Qualität als Waren ginge ihn nichts an, weil sie nicht als Waren, sondern als bloße Gebrauchswerte im Arbeitsprozeß figurieren, so wäre das dasselbe, als sagte man, für den Produktionsprozeß sei es gleichgültig, daß er nicht nur Arbeitsprozeß, sondern zugleich Verwertungsprozeß ist; was wieder darauf hinausläuft, der Produktionsprozeß fände zum Selbstkonsum statt. Was der Voraussetzung widerspricht. Aber auch mit Bezug auf den bloßen Verwertungsprozeß sind ihre Werte nicht produktiv, denn sie erscheinen nur im Produkt wieder; werden nur erhalten.

Kommen wir nun auf das Salair oder den Preis des Arbeitsvermögens. Der Preis des Arbeitsvermögens oder das Salair ist nicht produktiv, d.h., wenn unter „produktiv“ verstanden wird, daß es als Element in den Arbeitsprozeß als solchen eingehn muß. Was den Gebrauchswert produziert, Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel zweckmäßig verwendet, ist der Arbeiter selbst — der sein Arbeitsvermögen betätigende Mensch -, nicht der Preis, zu dem er sein Arbeitsvermögen verkauft hat. Oder, soweit er in den Arbeitsprozeß eingeht, geht er in ihn ein als Betätigung, Energie seines Arbeitsvermögens — als Arbeit. Nun kann gesagt werden: Das Salair löst sich auf in Lebensmittel, nötig, damit der Arbeiter als Arbeiter lebe, damit er sich als lebendiges Arbeitsvermögen erhalte, kurz, damit er sich während der Arbeit am Leben erhalte. So gut, wie Kohlen und Öl usw., die von der Maschine verzehrt werden, in den Arbeitsprozeß eingehn, ebensogut gehn die Lebensmittel, die den Arbeiter als Arbeiter in Bewegung halten, in den Arbeitsprozeß ein. Seine Unterhaltskosten während der Arbeit sind grade so gut ein Moment des Arbeitsprozesses, wie es die von der Maschine usw. aufgezehrten matieres instrumentales sind. Indes, erstens gehn auch hier — bei der Maschine — Kohle, Öl etc., kurz, die matieres instrumentales, in den Arbeitsprozeß ein nur als Gebrauchswerte. Ihre Preise haben nichts damit zu tun. Also auch so mit dem Preise der Lebensmittel des Arbeiters, dem Salair?

Die Frage hat hier nur die Wichtigkeit:

Sind die Lebensmittel, die der Arbeiter verzehrt — und die also seine Unterhaltskosten als Arbeiter bilden —, so zu betrachten, daß das Kapital selbst sie verbraucht als Moment seines Produktionsprozesses (so wie es die matieres instrumentales verbraucht)? Dies ist allerdings faktisch der Fall. Indes bleibt immer der erste Akt Tauschakt.

Der Streitpunkt bei den Ökonomen ist der: Bilden die Lebensmittel, die der Arbeiter verzehrt und die durch den Preis seiner Arbeit, den Arbeitslohn, vertreten sind, einen Teil des Kapitals ebensogut wie die Arbeitsmittel? (Ma-

126 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

terial und Arbeitsmittel.) Die Arbeitsmittel sind d’abord! auch Lebensmittel, da angenommen wird, daß die Individuen sich nur als Warenbesitzer — sei es in der Form von Käufer oder Verkäufer — gegenübertreten; also wer nicht die Arbeitsmittel hat, hat keine Ware auszutauschen (und unterstellt, daß die Produktion für eignen Konsum out of the question? ist; daß das Produkt, um das es sich überhaupt handelt, Ware ist), also keine Lebensmittel einzutauschen. Ebenso sind andrerseits die direkten Lebensmittel Arbeitsmittel; denn um zu arbeiten, muß er leben, und um zu leben, muß er täglich soundso viel Lebensmittel verzehren. Das Arbeitsvermögen, das gegenstandslos, als bloßes Arbeitsvermögen, den sachlichen Bedingungen seiner Verwirklichung, seiner Wirklichkeit, gegenübersteht, steht also ebensosehr den Lebensmitteln oder Arbeitsmitteln gegenüber, oder beide stehn ihm gleichmäßig gegenüber als Kapital. Das Kapital ist zwar Geld, selbständiges Dasein des Tauschwerts, vergegenständlichte allgemeine gesellschaftliche Arbeit. Aber dies ist nur seine Form. Sobald es sich als Kapital verwirklichen soll — nämlich als sich erhaltender und vermehrender Wert —, muß es sich umsetzen in die Arbeitsbedingungen, oder diese bilden sein stoffliches Dasein, die realen Gebrauchswerte, worin es als Tauschwert existiert. Die Hauptbedingung für den Arbeitsprozeß ist aber der Arbeiter selbst. Also wesentlich der Bestandteil des Kapitals, der das Arbeitsvermögen kauft. Wären keine Lebensmittel im Markt, so nützte es dem Kapital nichts, dem Arbeiter in Geld zu zahlen. Das Geld ist nur Anweisung, die der Arbeiter erhält auf ein bestimmtes Quantum im Markt befindlicher Lebensmittel. Also hat der Kapitalist dieselben dvv&ver, und sie bilden Bestandteil seiner Macht. Übrigens, wenn gar keine kapitalistische Produktion, so blieben nach wie vor die Unterhaltskosten (ursprünglich liefert die Natur sie gratis) ganz ebenso notwendige Bedingungen des Arbeitsprozesses wie Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel. Alle gegenständlichen Momente aber, die die Arbeit überhaupt zu ihrer Verwirklichung bedarf, erscheinen als ihm entfremdete, auf seiten des Kapitals stehende Lebensmittel nicht minder als Arbeitsmittel.

Rossi usw. wollen sagen oder sagen in der Tat — sie mögen dies wollen oder nicht — eigentlich nichts, als daß die Lohnarbeit als solche keine notwendige Bedingung des Arbeitsprozesses. Sie vergessen dann nur, daß dann dasselbe vom Kapital gilt.

! zunächst

2 ganz ausgeschlossen 3 Möglichkeiten

h) Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses 127

{Hier auch (in den Zusätzen! weiter einzugehn gegen Says Blödsinn von demselben Kapital — er meint aber hier Wert —, das sich doppelt konsumiert, produktiv für den Kapitalisten, unproduktiv für den Arbeiter.}

[Eigentum am Arbeitsinstrument charakteristisch für die zünftige Industrie oder die mittelaltrige Form der Arbeit.}

Die gesellschaftliche Weise der Produktion also, worin der Produktionsprozeß unter das Kapital subsumiert ist oder die auf dem Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit beruht, und zwar so, daß es die bestimmende, herrschende Produktionsweise, nennen wir kapitalistische Produktion.

Der Arbeiter macht die Zirkulationsform W-G-W durch. Er verkauft, um zu kaufen. Er tauscht sein Arbeitsvermögen gegen Geld aus, um das Geld gegen Waren — soweit sie Gebrauchswerte, Lebensmittel, sind — einzutauschen. Der Zweck ist die individuelle Konsumtion. Der Natur der einfachen Zirkulation gemäß kann er höchstens zur Schatzbildung durch Sparsamkeit und besondren Fleiß fortgehn; keinen Reichtum schaffen. Der Kapitalist dagegen G-W-G. Er kauft, um zu verkaufen. Der Zweck dieser 71] Bewegung der Tauschwert, d.h. die Bereicherung.

Unter Lohnarbeit verstehn wir nur die freie Arbeit, die gegen Kapital sich austauscht, in Kapital verwandelt wird und das Kapital verwertet. Alle sog. Dienste sind hiervon ausgeschlossen. Welches immer ihr sonstiger Charakter sein mag, das Geld wird gegen sie verausgabt; es wird nicht gegen sie vorgeschossen. Das Geld ist bei ihnen immer nur der Tauschwert als verschwindende Form, um eines Gebrauchswerts habhaft zu werden. So wenig der Kauf von Waren, um sie zu konsumieren (nicht durch die Arbeit zu konsumieren), irgend etwas mit der produktiven Konsumtion, i.e. vom kapitalistischen Standpunkt, zu schaffen hat, so wenig die Dienstleistungen, die der Kapitalist als Privatperson — außerhalb des Produktionsprozesses von Waren — konsumiert. Sie mögen noch so nützlich etc. sein. Ihr Inhalt ist hier ganz. gleichgültig. Die Dienstleistungen selbst — soweit sie ökonomisch geschätzt werden, werden natürlich auf Grundlage der kapitalistischen Produktion anders geschätzt als unter andren Produktionsverhältnissen. Die Untersuchung darüber ist aber erst möglich, sobald die Grundfaktoren der kapitalistischen Produktion selbst klargelegt sind. Bei allen Dienstleistungen, mögen sie nun selbst direkt Waren schaffen, z.B. der Schneider, der mir eine Hose näht oder nicht, z.B. der Soldat, der mich schützt, dito der Richter etc. oder der Musiker, dessen Musizieren ich kaufe, um mir einen ästhetischen Genuß zu verschaffen, oder der Arzt, den ich mir kaufe, um mein Bein wieder einzurenken,

1 Siehe vorl. Band, S. 128-130

10*

128 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I

handelt es sich nur immer um den stofflichen Inhalt der Arbeit, um ihre Nützlichkeit, während der Umstand, daß sie Arbeit ist, mir ganz gleichgültig. Bei der Lohnarbeit, die Kapital schafft, ist mir in der Tat ihr Inhalt gleichgültig. Jede bestimmte Weise der Arbeit gilt mir nur, soweit sie gesellschaftliche Arbeit überhaupt und daher Substanz des Tauschwerts, Geld, ist. Jene Arbeiter, Dienstleister, von der Hure bis zum Papst, werden daher nie in dem unmittelbaren Produktionsprozeß verwandt. [Im übrigen besser das Nähere über „produktive Arbeit“ in den Abschnitt „Kapital und Arbeit“ hereinzunehmen.} Mit dem Kauf der einen Arbeit mache ich Geld, mit dem der andren verausgabe ich Geld. Die eine bereichert, die andre verarmt. Es ist möglich, daß sie selbst eine der Bedingungen für Geldmachen wie Polizisten, Richter, Soldaten, Henker. Aber so ist sie es immer nur als „erschwerender Umstand“ und hat mit dem direkten Prozeß nichts zu schaffen.

Wir sind von der Zirkulation ausgegangen, um zur kapitalistischen Produktion zu kommen. Dies ist auch der geschichtliche Gang, und die Entwicklung der kapitalistischen Produktion setzt daher in jedem Land schon die Entwicklung des Handels auf andrer, frührer Produktionsgrundlage voraus. {Worüber etwas Näheres zu sagen. l}

Was wir nun im folgenden zu betrachten haben, ist die nähere Entwicklung des Mehrwerts. Hierbei wird sich zeigen, daß, indem die Produktion des Mehrwerts der eigentliche Zweck der Produktion oder indem die Produktion kapitalistische Produktion wird, die ursprünglich bloß formelle Subsumtion des Arbeitsprozesses unter das Kapital, der lebendigen Arbeit unter die vergegenständlichte, der gegenwärtigen unter die vergangne, die Art und Weise des Arbeitsprozesses selbst bedeutend modifiziert; also dem Kapitalverhältnis — damit es entwickelt auftrete — auch bestimmte Produktionsweise und Entwicklung der Produktivkräfte entspreche.

{Bei der Dienstleistung konsumiere ich zwar auch das Arbeitsvermögen des Dienstleistenden; aber nicht, insofern sein Gebrauchswert Arbeit, sondern sofern seine Arbeit einen bestimmten Gebrauchswert hat.}

Zusätze

Mit Bezug auf Say in seinen „Lettres an Malthus“, Paris-Londres 1820 (p. 36), heißt es in „An Ingquiry into those Principles respecting the Nature of De-

mand and the Necessity of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.“, London 1821:

Zusätze 129

„Diese affektierten Manieren zu schwatzen bilden im ganzen das, was Herr Say seine Doktrin nennt ... ‚Wenn Sie‘, sagt er auf Seite 36 zu Malthus, ‚an allen diesen Behauptungen einen paradoxen Charakter finden, betrachten Sie die Dinge, die sie ausdrücken, und ich wage zu glauben, daß sie Ihnen sehr einfach und sehr vernünftig vorkommen werden.‘ Zweifelsohne; und zugleich werden sie infolge desselben Prozesses alles andere, nur nicht original oder wichtig erscheinen. ‚Ich wette mit Ihnen, daß Sie ohne diese Analyse die Tatsachen in ihrer Gesamtheit nicht erklären können; z.B. erklären, wie das gleiche Kapital zweimal konsumiert wird: produktiv von einem Unternehmer und unproduktiv durch seinen Arbeiter.‘ Es scheint Einverständnis ‚in einigen Teilen Europas‘ darin zu herrschen, eine närrische Ausdrucksweise als Tatsache hinzustellen.“ (l.c., p. 110, N. XI.)

Der Witz besteht darin, daß Say austauschen im bestimmten Fall Kaufen, Konsumtion, des Geldes nennt, das verkauft wird.

Kauft der Kapitalist für 100 Taler Arbeit, so meint Say, daß diese 100 Taler doppelt konsumiert sind, produktiv durch den Kapitalisten, unproduktiv durch den Arbeiter. Wenn der Kapitalist 100 Taler gegen Arbeitsvermögen austauscht, hat er die 100 Taler nicht konsumiert, weder produktiv noch unproduktiv, obgleich er sie zu einem „produktiven“ Zweck verausgabt hat. Er hat nichts getan, als sie aus der Form von Geld in die Form von Waren verwandelt, und es ist diese Ware — die er mit dem Geld gekauft hat, das Arbeitsvermögen, das er produktiv konsumiert. Er könnte es auch unproduktiv konsumieren, wenn er die Arbeiter verwendete, um ihm Gebrauchswerte zu seiner eignen Konsumtion zu liefern, d.h., sie als Dienstleistende benutzte. Das Geld wird grade durch diesen Austausch mit dem Arbeitsvermögen erst Kapital; nicht als Kapital konsumiert, sondern vielmehr produziert, erhalten, bestätigt. Andrerseits der Arbeiter konsumiert nicht Kapital; das Geld in seiner Hand hat grade aufgehört, Kapital zu sein, und ist für ihn nur Zirkulationsmittel. (Zugleich natürlich, wie jedes Zirkulationsmittel, wogegen sich eine Ware austauscht, Dasein seiner Ware in der Form als Tauschwert, der aber hier nur verschwindende Form ist und sein soll, um Lebensmittel dagegen einzutauschen.) Das Arbeitsvermögen, soweit es konsumiert wird, verwandelt sich in Kapital; das Geld des Kapitalisten, soweit es vom Arbeiter konsumiert wird, verwandelt sich in Lebensmittel für ihn und hat aufgehört, Kapital oder Bestandteil des Kapitals (dvv&uer') zu sein, sobald es aus der Hand des Kapitalisten in die des Arbeiters übergegangen ist. Was aber eigentlich bei dem Sayschen Blödsinn zugrunde liegt: Er glaubt, derselbe Wert (bei ihm Kapital nichts als eine Wertsumme) werde doppelt konsumiert, einmal vom Kapitalisten, das andre Mal vom Arbeiter. Er vergißt, daß hier zwei Waren vom selben Wert ausgetauscht werden, nicht 1 Wert, sondern 2 Werte im

! der Möglichkeit nach

130 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

Spiele sind; auf der einen Seite das Geld, auf der andren die Ware (das Arbeitsvermögen). Was der Arbeiter unproduktiv (d.h., ohne Reichtum für sich dadurch zu schaffen) konsumiert, ist sein eignes Arbeitsvermögen (nicht das Geld des Kapitalisten); was der Kapitalist produktiv konsumiert, ist nicht sein Geld, sondern das Arbeitsvermögen des Arbeiters. Der Konsumtionsprozeß auf beiden Seiten ist durch den Austausch vermittelt.

Bei jedem Kauf oder Verkauf, wo der Zweck des Käufers individuelle Konsumtion der Ware und der Zweck des Verkäufers Produktion, wäre nach Say derselbe Wert doppelt konsumiert, produktiv durch den Verkäufer, der seine Ware in Geld (Tauschwert) verwandelt, und unproduktiv durch den Käufer, der sein Geld in vergängliche Genüsse auflöst. Es sind hier indes 2 Waren und 2 Werte im Spiel. Sinn hätte Says Satz nur in dem Sinne, worin er ihn nicht meint. Nämlich, daß der Kapitalist denselben Wert zweimal produktiv konsumiert; erstens durch seinen produktiven Konsum des Arbeitsvermögens und zweitens durch die unproduktive Konsumtion seines Geldes durch den Arbeiter, deren Resultat die Reproduktion des Arbeitsvermögens, also die Reproduktion des Verhältnisses, ist, worauf die Wirkung des Kapitals als Kapital beruht. Malthus trifft denn auch den letztren Punkt richtig. {Insofern seine Konsumtion überhaupt eine Bedingung ist, damit er arbeite, also für den Kapitalisten produziere, ist die Pointe bei Malthus.}

„Er“ (der Arbeiter) „ist ein produktiver Konsument für die Person, die ihn anwendet, und für den Staat, aber, genau gesprochen, nicht für sich selbst.“ (p.30, Malthas, „Definitions in Pol. Ee.“, ed. John Cazenove, London 1853.)

Ramsay erklärt, daß der Teil des Kapitals, der sich in Arbeitslohn verwandelt, kein notwendiger Teil des Kapitals ist, sondern nur zufällig wegen der „deplorable“! Armut der Arbeiter einen solchen bilde. Unter fixed capital versteht er nämlich Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel. Unter circulating capital die Subsistenzmittel des Arbeiters. Er sagt dann:

„Zirkulierendes Kapital besteht nur aus Subsistenzmitteln und anderen Bedarfsartikeln, die den Arbeitern vorgestreckt werden, ehe sie das Produkt ihrer Arbeit fertiggestellt haben.“ (Ip.] 23, Ramsay, George, „An Essay on the Distribution of Wealth“, Edinburgh 1836.) „Nur fixes Kapital, nicht das zirkulierende, ist im eigentlichen Sinne eine Quelle des nationalen Reichtums.“ (l.c.) „Nehmen wir an, die Arbeiter würden nicht vor der Vollendung des Produkts bezahlt, so gäbe es gar keine Gelegenheit für zirkulierendes Kapital.“

(Was heißt das andres, als eine gegenständliche Bedingung der Arbeit — Lebensmittel — werden nicht die Form des Kapitals annehmen? Darin schon

! ‚bedauerlichen“

Zusätze 131

zugegeben, daß diese gegenständlichen Bedingungen der Produktion als solche nicht Kapital, sondern daß sie erst als Ausdruck eines bestimmten gesellschaftlichen Produktionsverhältnisses Kapital werden.) (Die Lebensmittel werden nicht aufhören, Lebensmittel zu sein; ebensowenig würden sie aufhören, eine notwendige Bedingung der Produktion zu sein; aber sie würden aufhören — Kapital zu sein.)

„Die Produktion würde ebensogroß sein. Dies beweist, daß zirkulierendes Kapital nicht unmittelbar in der Produktion wirkt, noch ist es überhaupt für sie wesentlich, sondern nur eine Bedingung, die durch die-bedauernswerte Armut der Masse des Volkes notwendig geworden ist.“ (Ip.] 24, 1.c.)

D.h. in andren Worten: Die Lohnarbeit ist keine absolute, sondern nur historische Form der Arbeit. Es ist für die Produktion nicht nötig, daß dem Arbeiter seine Lebensmittel in der entfremdeten Form als Kapital gegenüberstehn. Dasselbe gilt aber auch von den andren Elementen des Kapitals und vom Kapital überhaupt. Umgekehrt. Nähme dieser eine Teil des Kapitals nicht die Form des Kapitals an, so auch nicht der andre, denn das ganze Verhältnis, wodurch Geld Kapital wird oder die Bedingungen der Arbeit ihr als selbständige Macht gegenübertreten, fände nicht statt. Was die wesentliche Form des Kapitals konstituiert, erscheint ihm daher „nur eine Bedingung, die durch die bedauernswerte Armut der Masse des Volkes notwendig geworden ist“. [p. 24.]

Kapital werden die Lebensmittel dadurch, daß sie „advanced to the workmen“!, [p.23.] Der weitere Sinn Ramsays tritt noch mehr in dem Satz hervor:

„Das fixe Kapital“ (Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel) „allein bildet vom nationalen Standpunkt ein Element der Produktionskosten.“ ([p.] 26, l.c.)

Produktionskost — vorgeschoßnes Geld, das vorgeschossen wird, um mehr Geld zu machen, das bloßes Mittel zum Geldmachen ist, ist für den Kapitalisten der Arbeitslohn, i.e. der Preis, den er für das Arbeitsvermögen zahlt. Wäre der Arbeiter nicht Arbeiter, sondern arbeitender Eigentümer, so erschienen ihm die Lebensmittel, die er verzehrt, bevor das Produkt fertig, nicht als Produktionskosten in diesem Sinn, da umgekehrt der ganze Produktionsprozeß ihm nur als Mittel erschiene, seine Lebensmittel zu erzeugen. Dagegen meint Ramsay, Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, Produkte, die verwandt, konsumiert werden müssen, um neue Produkte zu erzeugen, sind nicht nur vom Standpunkt des Kapitalisten, sondern vom nationalen Standpunkt — d.h. bei ihm, von einem Standpunkt, wo es sich um die Produktion für die Gesellschaft, nicht für bestimmte Klassen der Gesellschaft, handelt, notwen-

! ‚den Arbeitern vorgestreckt werden“

132 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

dige Bedingungen des Produktionsprozesses und müssen stets in ihn eingehn. Hier wird ihm also Kapital nichts als die gegenständlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses überhaupt und drückt absolut kein gesellschaftliches Verhältnis aus, ist nur ein andrer Name für die Sachen, die in jedem Produktionsprozeß, welche gesellschaftliche Form er auch habe, erheischt werden; Kapital ist danach nur ein Ding, technologisch bestimmt. Damit ist eben das, was es zum Kapital macht, ausgelöscht. Ramsay hätte ebensogut sagen können: daß die Produktionsmittel als an sich geltender Wert erscheinen, als selbständige Mächte der Arbeit gegenüber, ist nur eine „convenience“!. Wären sie ge“ sellschaftliches Eigentum der Arbeiter, so wäre gar keine Gelegenheit da für „capital fixe“. Und die Produktion würde nach wie vor dieselbe bleiben.

{Obgleich der Verwertungsprozeß in der Tat nichts ist als der Arbeitsprozeß in einer bestimmten gesellschaftlichen Form — oder eine bestimmte gesellschaftliche Form des Arbeitsprozesses — nicht etwa zwei verschiedne wirkliche Prozesse —, derselbe Prozeß, das eine Mal seinem Inhalt, das andre Mal seiner Form nach betrachtet — so haben wir doch bereits gesehn, daß das Verhältnis der verschiednen Faktoren des Arbeitsprozesses im Verwertungsprozef} neue Bestimmungen erhält. Hier ist noch ein Moment hervorzuheben (das später wichtig wird bei der Zirkulation, Bestimmung des capital fixe usw.). Das Produktionsmittel, z.B. Werkzeug, Maschinerie, Baulichkeit usw., wird ganz angewandt im Arbeitsprozeß; aber mit Ausnahme der sog. matieres instrumentales wird es nur ausnahmsweise konsumiert in demselben (auf einmal in einem einzigen (einmaligen) Arbeitsprozeß. Es dient in wiederholten Prozessen derselben Art. In den Verwertungsprozeß geht es aber nur ein — oder was dasselbe ist —, es erscheint nur als Wertbestandteil des Produkts wieder, soweit es im ÄArbeitsprozeß aufgenützt ist.}

Ähnlich wie Ramsay Rossi”, Zunächst, legon XXVII, gibt er die allgemeine Erklärung vom Kapital.

„Das Kapital ist der Teil des produzierten Reichtums, der zur Reproduktion bestimmt ist.“ p. 364,

Dies bezieht sich jedoch nur auf das Kapital, soweit es Gebrauchswert ist — auf seinen stofflichen Inhalt, nicht auf seine Form. Kein Wunder daher, wenn derselbe Rossi den bloß aus der Form desselben erklärlichen Bestandteil — das approvisionnement, den Teil, der sich gegen das Arbeitsvermögen austauscht, für keinen notwendigen, überhaupt für keinen begrifflichen Bestandteil des Kapitals erklärt, also einerseits das Kapital für einen notwendi-

I „Übereinkunft“ 2 den Lebensmittelfonds

Zusätze 133

gen Produktionsagent, andrerseits die Lohnarbeit für keinen notwendigen Produktionsagenten oder Produktionsverhältnis erklärt. Eigentlich versteht er unter Kapital nur ‚„Produktionsinstrament“. Man könnte nach ihm zwar unterscheiden Capital-instrument und Capital-matiere', aber eigentlich nennen die Ökonomen mit Unrecht die Rohmaterialien Kapital; denn

„ist es“ (das Rohmaterial) „wirklich ein Produktionsinstrument? Ist es nicht vielmehr der Gegenstand, den die Werkzeuge der Produzenten bearbeiten müssen?“ (p.367, legons etc.) Nachher erklärt er: „Produktionsinstrument, das ist ein Stoff, der auf sich selbst einwirkt, der zugleich Objekt und Subjekt, Erduldender und Handelnder ist.“ (p. 372, l.c.)

Nennt auch gradezu p. 372 Kapital bloß „moyen de production“?. Was nun Rossis Polemik dagegen betrifft, daß das approvisionnement einen Teil des Kapitals bildet, so ist hier zweierlei zu unterscheiden: oder er wirft zweierlei durcheinander. Einmal betrachtet er die Lohnarbeit überhaupt — daß der Kapitalist den Lohn vorschießt — nicht als notwendige Form der Produktion oder Lohnarbeit nicht als notwendige Form der Arbeit; wobei er nur vergißt, daß Kapital nicht notwendige (i.e. nicht absolute, vielmehr nur bestimmte historische) Form der Arbeits- oder Produktionsbedingung ist. In andren Worten: Der Arbeitsprozeß kann stattfinden, ohne unter das Kapital subsumiert zu sein; er setzt diese bestimmte soziale Form nicht notwendig voraus; der Produktionsprozeß als solcher ist nicht notwendig kapitalistischer Produktionsprozeß. Hier begeht er aber wieder den Irrtum, den Ankauf des Arbeitsvermögens durch das Kapital nicht als wesentlich für die Lohnarbeit, sondern als etwas Akzidentelles zu betrachten. Zur Produktion sind die Produktionsbedingungen erheischt, dagegen nicht das Kapital, d.h. nicht das Verhältnis, was aus der Appropriation dieser Produktionsbedingungen unter besondre Klasse und dem Dasein des Arbeitsvermögens als Ware hervorgeht. Die Stupidität besteht darin, die Lohnarbeit anzuerkennen (oder auch die selbständige Form des Kapitals) und das Verhältnis derselben zum Kapital, das sie konstituiert, wegzudemonstrieren. Sagen, daß das Kapital keine notwendige Form der gesellschaftlichen Produktion ist, heißt nur sagen, daß die Lohnarbeit nur eine vorübergehende historische Form der gesellschaftlichen Arbeit ist. Nicht nur setzt die kapitalistische Produktion zu ihrer Entstehung einen historischen Prozeß der Trennung zwischen den Arbeitern und den Arbeitsbedingungen voraus; die kapitalistische Produktion reproduziert dies Verhältnis auf stets größrer Stufenleiter und spitzt es zu. Dies, was sich schon bei der Betrachtung des allgemeinen Begriffs des Kapitals zeigt, später noch deutlicher bei der Konkurrenz, die wesentlich diese Trennung (Konzentration usw.) be-

I Kapitalmaterial ? „Produktionsmittel“

134 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

wirkt. In dem wirklichen Produktionsprozeß stehn dem Arbeiter die Gegenstände, woraus das Kapital besteht, nicht als Kapital, sondern als Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel gegenüber. Er hat allerdings das Bewußtsein, daß sie fremdes Eigentum etc., Kapital, sind. Dasselbe gilt aber auch von seiner verkauften Arbeit, die nicht ihm, sondern dem Kapitalisten gehört.

II75| Zweitens aber läuft noch ein andrer Punkt unter in der Rossischen Polemik. (Der erste Punkt war: Austausch von Geld gegen das Arbeitsvermögen. Rossi hat recht, soweit er diese Operation nicht für notwendig für die Produktion überhaupt erklärt. Er hat unrecht, soweit er dies Verhältnis, ohne welches die kapitalistische Produktion überhaupt nicht existierte, als ein unwesentliches, akzidentelles Moment derselben betrachtet.) Nämlich: Wir haben gesehn: Erst verkauft der Arbeiter sein Arbeitsvermögen, d.h. temporelle Verfügung über dasselbe. Darin ist enthalten, daß er die Lebensmittel eintauscht, die nötig sind, ihn überhaupt als Arbeiter zu erhalten und noch spezieller, daß er die Subsistenzmittel besitzt „pendant l’uvre de la production“!, [p. 370.] Dies ist vorausgesetzt, damit er als Arbeiter in den Produktionsprozeß eintritt und während desselben sein Arbeitsvermögen betätigt, verwirklicht. Rossi versteht, wie wir gesehn haben, unter Kapital nichts als die zur Herstellung eines neuen Produkts erheischten Produktionsmittel (matieres?, Instrument). Fragt sich: Gehören dazu die Lebensmittel des Arbeiters, etwa wie die von der Maschine konsumierten Kohlen, Öl usw. oder wie das vom Vieh verzehrte Futter? Kurz die matieres instrumentales’. Gehören dazu auch die Lebensmittel des Arbeiters? Bei dem Sklaven keine Frage, daß seine Lebensmittel unter die matieres instrumentales zu rechnen; weil er bloßes Produktionsinstrument, also das, was er verzehrt, bloße matieres instrumentales ist. (Dies, wie schon früher‘ bemerkt, bestätigt, daß Preis der Arbeit (Arbeitslohn) nicht in den eigentlichen Arbeitsprozeß eingeht, sowenig wie Preis von Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel; obgleich alle drei, wenn auch in verschiedner Weise, in den Verwertungsprozeß eingehn.) Um die Frage zu beantworten, ist es nötig, sie in zwei Fragen aufzulösen:

Erstens: Den Arbeitsprozeßß als solchen zu betrachten, unabhängig vom Kapital; da die Leute, die die Frage aufwerfen, hier die Momente des Arbeitsprozesses als solche Kapital nennen.

Zweitens: Zu fragen, wie weit dies modifiziert wird, sobald der Arbeitsprozeß unter das Kapital subsumiert wird.

! „während der Produktionsarbeit“ 2 Material

3 Produktionshilfsstoffe

% Siehe vorl, Band, S. 125

Zusätze 135

Also erstens: Betrachten wir den Arbeitsprozeß als solchen, so sind die gegenständlichen Bedingungen desselben Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel, bloß gegenständliche Bedingungen der Arbeit selbst, als der zweckmäßigen Tätigkeit des Menschen zur Herstellung eines Gebrauchswerts. Der Arbeiter verhält sich als Subjekt zu ihnen. Allerdings, um sein Arbeitsvermögen wirken zu lassen, ist er als Arbeiter vorausgesetzt, sind also auch die Lebensmittel, die zu seiner Subsistenz nötig sind, um die Arbeitskraft zu entwickeln, vorausgesetzt. Sie gehn aber als solche nicht in den Arbeitsprozeß ein. Er tritt als arbeitender Eigentümer in den Prozeß. Werden aber die verschiednen Momente des Arbeitsprozesses mit Bezug auf sein Resultat, das Produkt, betrachtet, so ändert sich das Verhältnis. Mit Bezug auf das Produkt erscheinen alle 3 Momente als Momente seiner Vermittlung, also als Produktionsmittel. Das Produktionsmaterial, das Produktionsinstrument und die produktive Tätigkeit selbst sind alle Mittel zur Herstellung des Produkts, also Produktionsmittel. Die Unterhaltsmittel der Maschine (Öl, Kohle etc.), ganz von ihrem Preis abgesehn, bilden hier Teil der Produktionsmittel, aber ebensosehr die Unterhaltsmittel des Arbeiters während des Produktionsprozesses selbst. Indes wird der arbeitende Eigentümer das Produkt als solches immer wieder nur betrachten als Lebensmittel, nicht seine Lebensmittel als Voraussetzungen für die Herstellung des Produkts.

Die Betrachtungsweise ändert indes nichts an der Sache. Die Proportion Lebensmittel, die er als Arbeiter verzehren muß, ohne die sein Arbeitsvermögen überhaupt nicht als solches wirken kann, sind ebenso unentbehrlich für den Produktionsprozeß wie die Kohle und das Öl, die die Maschine konsumiert, Der Konsumtionsfonds der Gesellschaft bildet insofern einen Teil ihrer Produktionsmittel (bei weitrer Betrachtung verschwindet das wieder, sofern der gesamte Produktionsprozeß nur als Reproduktionsprozeß der Gesellschaft oder des gesellschaftlichen Menschen selbst erscheint), und die Konsumtion des Arbeiters unterscheidet sich innerhalb dieser Grenzen ökonomisch nicht von der Konsumtion des Arbeitspferdes oder der Maschine. Der Teil des Kapitals also, der das Arbeitsvermögen zahlt oder den Arbeitslohn bildet, geht insofern in den eigentlichen Produktionsprozeß ein, als die Lebensmittel, die der Arbeiter verzehrt, unmittelbar im Produktionsprozef} selbst verzehrt werden und verzehrt werden .müssen. Aber auch der Teil des so ausgegebnen Kapitals, der nicht unmittelbar in den Produktionsprozeß eingeht, bildet einen Teil des Kapitals, bevor er ausgetauscht ist gegen das Arbeitsvermögen, und für die Bildung des Kapitalverhältnisses ist dies eine notwendige Voraussetzung.

Der Kapitalist hat das Arbeitsvermögen bezahlt. Der bedeutendste

136 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

Teil der Lebensmittel, die die Arbeiter so erhalten, wird verausgabt und notwendig verausgabt während des Arbeitsprozesses selbst. Wenn die Arbeiter Sklaven wären, müßte der Kapitalist ihnen diesen Teil als bloße matieres instrumentales vorschießen. Hier tut das der Arbeiter für ihn. Für ihn ist der Arbeiter bloßer Produktionsagent und die Lebensmittel, die er konsumiert, die Kohle und das Öl, notwendig, diesen Produktionsagenten in Gang zu halten. Dies ist die Anschauung des Kapitalisten, nach der er auch handelt. Ist ein Ochs. oder eine Maschine wohlfeilerer Produktionsagent, so wird der Arbeiter durch sie ersetzt. Ökonomisch ist die Anschauung insofern falsch, als zum Wesen der Lohnarbeit der Unterschied in den 2 Prozessen gehört, 1. der Austausch von Geld gegen Arbeitsvermögen; 2. der Konsumtionsprozeß dieses Arbeitsvermögens = Arbeitsprozeß. (Produktionsprozeß.) Wir wollen nun etwas im Detail die Aussetzungen Rossis betrachten, ohne auf den letzt (sub 2) betrachteten case! zurückzukommen. Mit Bezug auf denselben nach Rossis Äußerung:

„Jene, die die ökonomische Wissenschaft nur vom Gesichtspunkt der Unternehmer ins Auge fassen und nur das reine, austauschbare Produkt in Betracht ziehen, das sich jeder Unternehmer beschaffen kann, brauchen in der Tat nicht in der Lage zu sein, den Unterschied zwischen einem Menschen, einem Ochsen und einer Dampfmaschine wahrzunehmen. In ihren Augen gibt es nur eine Frage, die sie ernster Aufmerksamkeit für würdig halten: nämlich die nach den Gestehungskosten, die Frage danach, wieviel der Unternehmer für das zu zahlen hat, was er dem Dampf, dem Ochsen, dem Arbeiter abverlangt.“ (Rossi, „De la Methode en Economie Politique ete.“, p. 83, in „Economie Politigue. Recueil de Monographies etc.“, annee 1844, t. I, Bruxelles 1844.)

Es scheint denn doch, daß der „point de vue des entrepreneurs“, i.e. der Kapitalisten, jedenfalls ein wesentliches Moment bei der Betrachtung der kapitalistischen Produktion ist. Doch gehört das in das Verhältnis von Kapital und Arbeit.

Was wir aber wesentlich bei Herrn Rossi zu betrachten haben, ist die Art, wie er zugibt, einerseits, daß die Lohnarbeit, also auch die kapitalistische Produktion, keine notwendige (absolute) Form der Arbeit und der Produktion ist; wie er dies Zugeständnis wieder leugnet, altogether? aber meilenweit entfernt von jedem historischen Verständnis ist.

Der erste Einwurf Rossis ist:

I Fall 2 „Gesichtspunkt der Unternehmer“ ? im ganzen

Zusätze l 3 7

„Wenn der Arbeiter von seinem Einkommen lebt, wenn er von der Retribution seiner Arbeit lebt, wie soll dann dieselbe Sache zweimal im Produktionsvorgang, in der Berechnung der Produktivkräfte erscheinen, einmal als Arbeitslohn und ein zweites Mal als Kapital?“

(p. 369, lecons.)

Hier zunächst zu bemerken: allgemein ausgedrückt heißt das: Das Salair kommt zweimal vor, einmal als Produktionsverhältnis, einmal als Distributionsverhältnis. Dies hält Rossi für falsch und hat soweit gegen die Ökonomen recht, als sie die zwei verschiednen Formen, worin dasselbe erscheint, als zwei voneinander unabhängige Verhältnisse betrachten, die nichts miteinander zu tun haben. Wir kommen auf diesen Gegenstand zurück und werden im allgemeinen zeigen, daß das Produktionsverhältnis Distributionsverhältnis und vice versa. Das Salair kann aber ferner in das phenom£ne de la production! eingehn, d.h., ein Produktionsverhältnis darstellen, ohne einzugehn in den calcul des forces productives, wenn Herr Rossi nämlich unter force productive? nicht die Entwicklung der Produktivkräfte versteht, soweit sie bedingt ist durch das Produktionsverhältnis, sondern nichts unter ihr versteht als die dem Arbeitsprozeß überhaupt oder dem Produktionsprozeß überhaupt als solchem — von jeder bestimmten gesellschaftlichen Form abgesehn — angehörigen Momente. Andrerseits: Das Approvisionnement bildet Bestandteil des Kapitals, solange es noch nicht ausgetauscht ist gegen Arbeitsvermögen. Dieser Austausch fände aber nicht statt, wenn es nicht vor demselben einen Bestandteil des Kapitals bildete. Wenn ausgetauscht, hört es auf, Kapital zu sein und wird Revenue. In den unmittelbaren Produktionsprozeß selbst geht in der Tat nicht das Salair, sondern nur das Arbeitsvermögen ein. Wenn ich Getreide produziert habe, bildet es einen Teil meines Kapitals, bis ich es verkauft habe. Es bildet die Revenue eines Konsumenten. (Kann wenigstens so, wenn er es zur individuellen Konsumtion, nicht zur Produktion verwendet.) Aber in der Tat, das approvisionnement, auch nachdem der Arbeiter es als Revenue erhalten und als Revenue verzehrt, fährt fort, une force productive du capital* zu sein, denn die Reproduktion des Arbeiters ist die Reproduktion der principale force productive du capital”.

„Man sagt, daß die Retribution des Arbeiters Kapital ist, weil der Kapitalist sie ihm vorstreckt. Gäbe es nur Arbeiterfamilien, die genug hätten, um ein Jahr zu leben, so gäbe es kein Salair. Der Arbeiter könnte zum Kapitalisten sagen: Du streckst zum gemeinschaftli-

! in den Produktionsvorgang

2 die Berechnung der Produktiokräfte

3 Produktivkraft

4 eine Produktivkraft des Kapitals

? hauptsächlichen Produktivkraft des Kapitals

138 }. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

chen Werke das Kapital vor, ich bringe die Arbeit hinzu; das Produkt wird unter uns nach gewissen Verhältnissen verteilt. Sobald es realisiert sein wird, wird jeder seinen Teil nehmen. So gäbe es keinen Vorschuß für die Arbeiter. Sie würden fortfahren zu konsumieren, selbst wenn die Arbeit stillstände. Was sie verzehren würden, gehörte dem Konsumtionsfonds an, durchaus nicht dem Kapital. Also: die Vorschüsse für die Arbeiter sind nicht notwendig. Also ist das Salair kein konstitutives Element der Produktion. Es ist nur ein Akzidens, eine Form unsres sozialen Zustandes. Des Kapitals, der Erde, der Arbeit bedarf es dagegen notwendig, um zu produzieren. Zweitens: Man wendet das Salair doppelt an; man sagt: Das Salair sei ein Kapital, aber was repräsentiert es? Die Arbeit. Qui dit salaire dit travail! und vice versa. Macht also das vorgestreckte Salair Teil des Kapitals aus, so hätte man bloß von 2 Produktionsinstrumenten zu reden, von Kapital und Erde.“ (l.c., p. [369/]370.)

So gut wie Rossi sagt: Besäße der Arbeiter die Lebensmittel für ein Jahr, so brauchte der Kapitalist sie ihm nicht vorzuschießen, könnte er fortfahren: Besäße er Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel für ein Jahr, so brauchte er für diese Arbeitsbedingungen nicht die Dazwischenkunft des Kapitalisten. Also ist der Umstand, daß „Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel“ als Kapital erscheinen, „kein konstitutives Element der Produktion“, „Es ist nur ein Akzidens, eine Form unsres sozialen Zustandes“, die sie zu solchem macht. Sie würden nach wie vor dem „Produktionsfonds“ angehören, keineswegs dem Kapital. Es gäbe überhaupt kein Kapital. Ist die bestimmte Form, die die Arbeit zu Lohnarbeit macht, ein soziales Akzidens, bestimmte historisch soziale Form der Arbeit, so die Form, die die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit zu Kapital oder die Produktionsbedingungen zu Kapital macht, dito. Und es ist dasselbe soziale Akzidens, das die Arbeit zu Lohnarbeit und die Produktionsbedingungen zu Kapital macht. In der Tat — wären die Arbeiter auch nur im Besitz dieser einen Produktionsbedingung — der Lebensmittel für ein Jahr —, so wäre ihre Arbeit nicht Lohnarbeit, und sie wären im Besitz aller Produktionsbedingungen. Sie brauchten ja nur einen Teil dieser überschüssigen Lebensmittel zu verkaufen, um dafür Produktionsmittel (Material und Instrument) zu kaufen und selbst Ware zu produzieren. Was Herr Rossi sich also hier klarzumachen sucht, aber doch nicht ganz klarmacht, ist, daß eine bestimmte gesellschaftliche Form der Produktion, obgleich sie eine historische Notwendigkeit sein mag, darum keine absolute Notwendigkeit ist und daher nicht als ewige unabänderliche Bedingung der Produktion ausgesprochen werden kann. Wir nehmen das Zugeständnis an, obgleich nicht seine falsche Nutzanwendung.

Also, um zu produzieren, ist es nicht absolut notwendig, daß die Arbeit Lohnarbeit und daher u.a. die Lebensmittel dem Arbeiter ursprünglich als Bestandteil des Kapitals gegenübertreten. Aber fährt Rossi fort:

! Wer Arbeitslohn sagt, sagt Arbeit

Zusätze 139

„Des Kapitals, der Erde, der Arbeit bedarf es dagegen notwendig, um zu produzieren.“ Hätte er gesagt:

„Der Erde“ (Arbeitsmaterial, Arbeitsraum und in erster Instanz Lebensmittel); „der Arbeitsmittel“ (Instrumente etc.), „der Arbeit bedarf es dagegen notwendig, um zu produzieren‘,

aber es bedarf dazu nicht notwendig „der Grundrente, des Kapitals und der Lohnarbeit“,

so wäre der Satz richtig. So aber streift er von Arbeit und Erde - der bestimmten sozialen Form, worin sie in der bürgerlichen Ökonomie auftreten mag — ihre Formen als Lohnarbeit und Grundeigentum. Den Arbeitsmitteln dagegen läßt er ihren ökonomischen Charakter des Kapitals. Er faßt sie nicht nur als stoffliche Produktionsbedingungen auf, sondern in der bestimmten sozialen Form des Kapitals und kömmt daher zur Absurdität, daß Kapital ohne Aneignung von Geld und Boden und ohne L.ohnarbeit möglich ist.

Ferner: Wenn das vorgestreckte Salair Teil des Kapitals ausmacht, sagt Rossi, so gibt es nur 2 Produktionsinstrumente, Erde und Kapital, aber nicht 3, wie die Ökonomen doch alle annehmen, Erde, Kapital und Arbeit. In der Tat handelt es sich hier von den einfachen Momenten des Arbeitsprozesses als solchem, und in diesem figuriert nur Arbeitsmaterial (Erde), Arbeitsmittel (was Rossi fälschlich Kapital nennt) und Arbeit. Aber durchaus nicht das Kapital. Soweit aber der ganze Arbeitsprozeß unter das Kapital subsumiert ist und die 3 Elemente, die in ihm erscheinen, vom Kapitalisten angeeignet sind, erscheinen alle 3 Elemente, Material, Mittel, Arbeit, als stoffliche Elemente des Kapitals; eine Subsumtion derselben unter ein bestimmtes gesellschaftliches Verhältnis, das den Arbeitsprozeß abstrakt betrachtet — d.h., soweit er allen sozialen Formen des Arbeitsprozesses gleich gemeinschaftlich ist — absolut nichts angeht. Charakteristisch bleibt es für Rossi, daß er das Verhältnis zwischen dem personifizierten Arbeitsprodukt und dem lebendigen Arbeitsvermögen, ein Verhältnis, das die Quintessenz des Verhältnisses von Kapital und Lohnarbeit bildet, als unwesentliche Form, als ein bloßes Akzidens der kapitalistischen Produktion selbst betrachtet. (Sieh den elenden Bastiat ?, Bei Rossi wenigstens die Ahnung, daß Kapital und Lohnarbeit keine ewigen gesellschaftlichen Formen der Produktion sind.)

Wir haben also jetzt schon zweimal bei Rossi gehabt als Einwurf, daß, wenn das Salair einen Teil des Kapitals (ursprünglich) bildet, dieselbe Sache zweimal vorkommt. Erstens als Produktionsverhältnis und zweitens als Distributionsverhältnis. Zweitens: Daß dann nicht 3 Produktionsfaktoren (Material, Mittel, Arbeit) im Arbeitsprozeß gezählt werden dürften, sondern nur 2,

140 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

nämlich Material (was er hier Erde nennt) und Arbeitsmittel, was er hier Kapital nennt.

„Was trägt sich zwischen dem Unternehmer und dem Arbeiter zu? Würden alle Produkte des Morgens angefangen, des Abends vollendet, gäbe es auf dem Markt immer Käufer, bereit, die angebotnen Waren zu kaufen, so gäbe es keine eigentlichen Salaire. Es ist nicht so. Um ein Produkt zu realisieren, bedarf es der Monate, der Jahre ... Der Arbeiter, der nur seine Arme besitzt, kann die Vollendung“ (das Ende) „der Unternehmung nicht abwarten. Er sagt zum Unternehmer, Kapitalisten, Pächter, Fabrikanten, was er einem dritten Unbeteiligten sagen könnte. Er könnte ihm“ (dem Dritten) „vorschlagen, sein Kreditiv zu kaufen. Er könnte ihm sagen: Ich kontribuiere zur Produktion von so vielen Stück Tuch, wollt ihr die Retribution kaufen, worauf ich Recht habe? Unterstellt, der dritte Unbeteiligte gehe auf den Vorschlag ein; er zahle den konvenierten Preis; kann man sagen, daß das Geld, welches der Unbeteiligte verausgabt, einen Teil des Kapitals des Unternehmers ausmacht? Daß sein Kontrakt mit dem ouvrier! eins der Phänomene der Produktion ist? Nein, er hat eine gute oder schlechte Spekulation gemacht, die dem öffentlichen Reichtum nichts hinzufügt und nichts nimmt. Das ist das Salair. Der Arbeiter macht dem Fabrikanten den Vorschlag, den er einem Dritten machen könnte. Der Unternehmer gibt sich her zu diesem Arrangement, das die Produktion erleichtern kann. Aber dies Arrangement ist nichts anderes als eine zweite Operation, eine Operation von einer ganz andren Natur, gepfropft auf eine produktive Operation. Es ist kein der Produktion unentbehrliches Faktum. Es kann in einer andren Arbeitsorganisation verschwinden. Es gibt selbst heute Produktionen, wo es nicht statthat. Das Salair ist also eine Form der Distribution des Reichtums, kein Element der Produktion. Der Teil des fonds, welchen der Unternehmer der Zahlung des Salairs widmet, macht keinen Teil des Kapitals aus, nicht mehr als die Summen, die ein Fabrikant anwenden würde, um Wechselkäufe zu diskontieren oder an der Börse zu spielen. Es ist eine operation & part, die zweifelsohne den Gang der Produktion fördern kann, die man aber kein direktes Produktionsinstrument nennen

kann.“ (l.c., p. 370.)

Hier tritt also der Witz klar hervor. Ein Produktionsverhältnis (wie immer gesellschaftliches Verhältnis der Individuen innerhalb der Produktion als Ganzes betrachtet ist) ist „kein direktes Produktionsinstrument“. Das Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit, wodurch der Austausch des Arbeitsvermögens mit dem Geld bedingt ist, ist kein „direktes Produktionsinstrument“. So ist der Wert der Ware kein „direktes Produktionsinstrument“, obgleich der Produktionsprozeß wesentlich alteriert wird, je nachdem es sich nur von der Produktion von Produkten als solchen oder von der Produktion von Waren handelt. Der „Wert“ der Maschine, ihr Dasein als capital fixe usw., ist kein „direktes Produktionsinstrument“. Eine Maschine wäre auch produktiv in einer Gesellschaft, worin es gar keine Ware gäbe, keinen Tauschwert. Die

! Arbeiter 2? Operation für sich

Zusätze 141

Frage ist keineswegs, ob dies „Produktionsverhältnis“ in „einer andren Organisation der Arbeit verschwinden kann“, sondern zu untersuchen, was es in der kapitalistischen Organisation der Arbeit zu sagen hat. Rossi gibt zu, daß es unter solchen Verhältnissen kein „eigentliches Salair“ gäbe (p.370). Und er wird mir erlauben, das „uneigentliche Salair“ nicht mehr Salair zu nennen. Nur vergißt er, daß es dann auch kein „eigentliches“ Kapital mehr gäbe.

„Wenn ein jeder den Ertrag seiner Arbeit erwarten kann, so könnte die heutige Form des Lohns verschwinden. Es gäbe dann eine Gemeinsamkeit zwischen den Arbeitern und den Kapitalisten, wie sie heute zwischen den Kapitalisten im eigentlichen Sinne und den Kapitalisten besteht, die gleichzeitig Arbeiter sind.“ (p. 371.)

Was unter diesen Umständen aus der forme actuelle de la production! werden würde, hat sich Rossi nicht klargemacht. Allerdings, wenn er die Produktion, abgesehn von den sozialen Produktionsformen, als bloß technologischen Prozeß betrachtet, wenn er andrerseits unter Kapital nichts versteht als ein Produkt, das zur Herstellung neuer Produkte verbraucht wird, so kann ihm das ganz gleichgültig sein. Den Vorzug hat er wenigstens, daß er die Form des Salairs für kein „unentbehrliches Faktum der Produktion“ erklärt.

„Die Macht der Arbeit begreifen, indem man von den Subsistenzmitteln der Arbeiter während der Produktionsarbeit abstrahiert, heißt, ein Hirngespinst begreifen. Wer Arbeit sagt, wer Arbeitsvermögen, sagt zugleich Arbeiter und Subsistenzmittel, Arbeiter und Arbeitslohn ... das gleiche Element erscheint wieder unter dem Namen Kapital; als ob die gleiche Sache zur gleichen Zeit einen Teil von zwei unterschiedlichen Produktionsinstrumenten abgeben könnte.“ (p. 370, 371, l.c.)

Das bloße Arbeitsvermögen ist in der Tat „une &tre de raison“?. Aber dies &tre de raison existiert. Sobald der Arbeiter daher sein Arbeitsvermögen nicht verkaufen kann, verhungert er. Und die kapitalistische Produktion beruht darauf, daß die puissance de travail? zu einem solchen ätre de raison reduziert ist.

Sismondi sagt daher richtig:

„Das Arbeitsvermögen ... ist nichts, wenn es nicht verkauft wird.“ (Sismondi, „N. Princ. etc.“, t.1I, p. 114.)

Das Blödsinnige an Rossi, daß er die „Lohnarbeit“ als „unwesentlich“ für die kapitalistische Produktion darzustellen sucht.

Von der Maschine könnte Rossi auch sagen: Die Maschine, nicht ihr Wert, konstituiere Teil des Kapitals. Dieser Wert der Maschine sei dem Ma-

! heutigen Form der Produktion ? „ein Hirngespinst“

? Macht der Arbeit

142 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

schinenfabrikant bezahlt und von ihm vielleicht als Revenue aufgezehrt. Der Wert der Maschine dürfe also nicht zweimal im Produktionsprozeß figurieren; das eine Mal als Einnahme des Maschinenfabrikanten, das andre Mal als Kapital oder Kapitalbestandteil des Cottonspinners usw.

Übrigens charakteristisch: Rossi sagt, die Salaire, i.e. die Lohnarbeit, seien überflüssig, wenn die Arbeiter reich wären; Herr John Stuart Mill: Wenn die Arbeit für nichts zu haben wäre:

„Arbeitslöhne haben keine Produktivkraft; sie sind der Preis einer Produktivkraft. Arbeitslöhne tragen nicht, neben der Arbeit selbst, zur Produktion von Waren bei“ [sollte heißen: Zur Produktion von Produkten, Gebrauchswerten}, „nicht mehr als der Preis der Maschinen dazu beiträgt, zusammen mit den Maschinen selbst. Könnte Arbeit ohne Kauf gehabt werden, so wären Arbeitslöhne überflüssig.“ (p. [90/191, John St. Mill, „Essay upon some unsettled questions of Polit.:Econ.“, London 1844.)

Soweit die bloß allgemeine Form des Kapitals als sich erhaltender und verwertender Wert betrachtet wird, wird das Kapital für etwas Immaterielles erklärt und daher vom Standpunkt des Ökonomen, der nur handgreifliche Dinge kennt oder Ideen — Verhältnisse existieren nicht für ihn —, für bloße Idee. Als Wert ist das Kapital gleichgültig gegen die bestimmten stofflichen Daseinsweisen, Gebrauchswerte, worin es besteht. Diese stofflichen Elemente machen nicht das Kapital zum Kapital.

„Das Kapital ist seinem Wesen nach immer immateriell, da es nicht die Materie ist, die das Kapital ausmacht, sondern der Wert dieser Materie, Wert, der nichts Körperliches hat.“ (Say, p.429, „Traite d’E. Pol.“, 3. &dit., t.II, Paris 1817.) Oder Sismondi: „Das Kapital ist ein kaufmännischer Begriff“ (Sism., LX!@, p, 273, t.II, „Etudes etc.“.)

Wenn alle Kapitalien Werte, sind die Werte als solche noch nicht Kapital. Dann flüchten die Okonomen wieder zurück zur stofflichen Gestalt des Kapitals innerhalb des Arbeitsprozesses. Insofern der Arbeitsprozeß selbst als Produktionsprozeß des Kapitals erscheint und unter es subsumiert wird, so kann, je nachdem irgendeine besondre Seite des Arbeitsprozesses (der als solcher, wie wir gesehn haben, keineswegs Kapital voraussetzt, sondern allen Produktionsweisen eigen ist) fixiert wird, gesagt werden, das Kapital werde Produkt oder es sei Produktionsmittel oder Rohmaterial oder Arbeitsinstrument. So sagt Ramsay, Rohstoff und Arbeitsmittel bildeten das Kapital. Rossi sagt, eigentlich sei nur das Instrument Kapital. Die Elemente des Arbeitsprozesses werden hier betrachtet, soweit sie in keiner besondern ökonomischen Bestimmtheit gesetzt sind. (Daß auch innerhalb des Arbeitsprozesses diese Auslöschung der Formbestimmung nur Schein ist, wird sich später zeigen.) Der Arbeitsprozeß (Produktionsprozeß des Kapitals), auf seine einfache Form reduziert, erscheint nicht als Produktionsprozeß des Kapitals, sondern als

Zusätze 143

Produktionsprozeß schlechthin, und im Unterschied von der Arbeit erscheint das Kapital hier nur in der stofflichen Bestimmtheit von Rohstoff und Arbeitsinstrument. (In der Tat ist aber auch hier die Arbeit sein eignes Dasein, in es einverleibt.) Es ist diese Seite, die nicht nur eine willkürliche Abstraktion ist, sondern eine Abstraktion, die im Prozeß selbst vergeht, die die Ökonomen fixieren, um das Kapital als notwendiges Element aller Produktion darzustellen. Sie tun das natürlich nur, indem sie ein Moment willkürlich fixieren.

„Arbeit und Kapital ... das eine unmittelbare Arbeit ... das andere aufgespeicherte Arbeit, das, was Ergebnis vergangener Arbeit gewesen ist.“ ([p.] 75, James Mill, ].c.) („Elfements] of Pfolitical] Ecfonomy]“, London 1821.) „Aufgehäufte Arbeit ... unmittelbare Arbeit.“ (R, Torrens, „An Essay on the Production of Wealth etc.“, London 1821, ch. 1.)

Riclardo], „Princfiples]“, p.89. „Kapital ist der Teil des Reichtums eines Landes, der auf die Produktion verwandt wird, und besteht aus Nahrungsmittel, Kleidung, Werkzeugen, Rohmaterial, Maschinen usw., die notwendig sind, um die Arbeit wirksam zu machen.“

„Kapital ist nur eine besondere Art Reichtum, nämlich die bestimmt ist nicht zur unmittelbaren Befriedigung unserer Bedürfnisse, sondern dem Erwerb anderer nützlicher Waren dient.“ (p.5, Torrens, l.c.) „In dem ersten Stein, den der Wilde auf die Bestie wirft, die er verfolgt, und dem ersten Stock, den er greift, um die Frucht niederzuziehn, die er nicht mit Händen fassen kann, sehn wir die Aneignung eines Artikels zum Zweck der Erwerbung eines anderen und entdecken so den Ursprung des Kapitals.“ (Torrens, p. 70/71, l. c.)

Kapital „sämtliche Gegenstände, die Tauschwert haben“, die aufgehäuften Resultate vergangener Arbeit. (H.C. Carey, „Princjiples] off] Pfolitical] Ecfonomy]“, part I, Phil[adelphia] 1837, p. 294.)

„Wenn ein Fonds der materiellen Produktion gewidmet ist, nimmt er die Bezeichnung Kapital an.“ ([p.] 207, ‚Storch, „Cours d’E. Pol.“, &d. Say, Paris 1823, t. 1.) „Reichtümer sind nur Kapital, solange sie der Produktion dienen.“ (p.219, l.c.) „Die Elemente des Nationalkapitals sind: 1. Verbesserungen des Bodens; 2.Bauten; 3. Werkzeuge oder gewerbliches Instrumentarium; 4. Unterhaltsmittel; 5. Materialien; 6. fertige Werkstücke,“ (p. 229 sq., l.c.)

„Jede Produktivkraft, die weder Erde ist noch Arbeit, ist Kapital. Es umfaßt alle [Produktiv]kräfte, die man entweder fertig oder halbfertig für die Reproduktion verwendet.“ (p.271, Rossi, 1. c.)

„Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Kapital und irgendeinem anderen Teile des Reichtums: Nur die Art, wie man es anwendet, bestimmt, ob ein Ding Kapital wird, d.h., wenn es in einer produktiven Operation angewandt wird als Rohmaterial, Werkzeug oder Lebensmittelfonds.“ (p. 18, Cherbuliez, „Richesse ou Pauvret&“!, 1841.)

! In der Handschrift: „Riche et Pauvre“

11*

144 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

In der kapitalistischen Produktion handelt es sich aber keineswegs bloß darum, Produkt oder selbst Ware zu produzieren, sondern einen größren Wert als den in die Produktion hineingeworfnen. Daher die Erklärungen:

„Kapital der Teil des zur Produktion und allgemein zum Zweck des Profiterwerbs ver-

wandter Reichtum.“ ([p.| 75, Chalmers, Th., „On Pol. Ec. etc.“, Lond[on] 1832, 2. edit.)

Es ist hauptsächlich Malthus, der diese Bestimmung in die Definition des Kapitals aufgenommen hat (die von Sismondi feiner; indem Profit schon weiterentwickelte Form des Mehrwerts).

„Kapital, Der Teil des Vermögens“ (d.h. des aufgehäuften Reichtums) „eines Landes, der aufbewahrt oder eingesetzt wird mit der Absicht, aus der Produktion und Verteilung von Reichtum zu profitieren.“ ([p.] 10, T. R. Malthus, „Definitions in Polit. Eco.“. New Edit. etc. by John Cazenove, London 1853.)

„Vorhergehende Arbeit“ (Kapital) „... gegenwärtige Arbeit.“ (Wakefield, E. G. Note p.1230,] 231 zu t. I, A. Smith, „Wfealth] o[f] Nfations]“, London 1835.)

Wir haben also I.das Kapital ist Geld; das Kapital ist Ware; wenn die erste Form, worin es auftritt, betrachtet wird; 2. accumulated (antecedent) labour! im Gegensatz zu immediate, present labour, insofern es im Gegensatz zur lebendigen Arbeit betrachtet, zugleich der Wert als seine Substanz betrachtet wird; 3. Arbeitsmittel, Arbeitsmaterial, Produkte überhaupt zur Bildung neuer Produkte, soweit der Arbeitsprozeß, der materielle Produktionsprozeß, betrachtet wird. Lebensmittel, soweit der Bestandteil desselben, der sich gegen das Arbeitsvermögen austauscht, seinem Gebrauchswert nach betrachtet wird.

Sofern der ganze Arbeitsprozeß (unmittelbare Produktionsprozeß) in dem Produkt zusammenfällt als seinem Resultat, existiert das Kapital nun als Produkt. Dies ist aber sein bloßes Dasein als Gebrauchswert, nur daß dieser jetzt als Resultat des Arbeits- oder Produktionsprozesses — des Prozesses, den das Kapital durchgemacht hat -, vorhanden ist. Wird dies fixiert und vergessen, daß der Arbeitsprozeß zugleich Verwertungsprozeß ist, also das Resultat nicht nur Gebrauchswert (Produkt), sondern zugleich Tauschwert, Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert, = Ware ist, so kann die alberne Vorstellung entstehn, das Kapital habe sich in bloßes Produkt verwandelt und werde erst wieder zum Kapital, indem es verkauft wird, Ware wird. Dieselbe alberne Vorstellung kann von einem andren Gesichtspunkt aus geltend gemacht werden. Im Arbeitsprozeß selbst ist es gleichgültig (verschwindet es), daß Arbeitsmaterial und Mittel schon Produkte, also Waren, sind (da von unsrer

I

aufgehäufte (vorhergehende) Arbeit unmittelbarer, gegenwärtiger Arbeit

Zusätze 145

Voraussetzung aus jedes Produkt Ware). Die Ware und das Produkt selbst gilt hier nur, soweit es Gebrauchswert, also z.B. Rohmaterial, ist. Es kann also gesagt werden, was früher Kapital, hat sich jetzt in Rohmaterial verwandelt; in dieser Form [kann] ausgedrückt werden, daß [das,] was das Resultat des einen Produktionsprozesses, das Rohmaterial (die Voraussetzung) des andren ist (oder Arbeitsinstrument). In dieser Weise z.B. Proudhon.

„Was führt dazu, daß der Begriff Produkt sich plötzlich in den des Kapitals verwandelt? Das ist der Wertbegriff. D.h., das Produkt muß, um Kapital zu werden, eine echte Einschätzung durchgemacht haben, gekauft oder verkauft worden sein, sein Preis erörtert und durch eine Art legale Vereinbarung festgelegt worden sein.“ Z.B. „das Leder, das die Schlächterei verläßt, ist das Produkt des Schlächters. Wird dieses Leder vom Lohgerber gekauft? Sofort trägt dieser es oder trägt dessen Wert in sein Betriebslager. Durch die Arbeit

des Lohgerbers wird dieses Kapital wieder zum Produkt usw.“. („Gratuite du Credit“ Ip. 178--180].) (Sieh XVI, I[p.] 29 etc.9)

Herr Proudhon liebt es überhaupt, Elementarvorstellung mit einem falschen metaphysischen Apparat sich anzueignen und dem Publikum zu reproduzieren. Glaubt er etwa,.daß das Leder, bevor es die boucherie! verläßt, nicht als Wert im Buch des bocher? figuriert? In der Tat sagt er nichts, als daß Ware = Kapital ist, was falsch ist, indem zwar jedes Kapital als Ware oder Geld existiert, deswegen aber Ware oder Geld als solche noch nicht Kapital sind. Es gilt eben zu entwickeln, wie sich aus der „notion“? von Geld und Ware die des Kapitals entwickelt. Er sieht nur den Arbeitsprozeß, aber nicht den Verwertungsprozeß; dieser macht, daß das Produkt des Gesamtproduktionsprozesses nicht nur Gebrauchswert, sondern Gebrauchswert von bestimmten Tauschwert ist, d.h. Ware. Ob diese Ware sich über oder unter ihrem Wert verkauft, ihr Durchgang durch eine convention legale, gibt ihr keine neue Formbestimmung, macht weder das Produkt zur Ware und noch weniger die Ware zum Kapital. Es wird hier einseitig der Produktionsprozeß des Kapitals, soweit er Arbeitsprozeß ist, sein Resultat Gebrauchswert ist, fir xiert, Das Kapital wird als Ding betrachtet, als bloßes Ding.

Gleich blödsinnig sagt Plroudhon] — und dies ist charakteristisch für die Art und Weise, wie der deklamatorische Sozialismus die Gesellschaft in bezug auf ökonomische Bestimmungen betrachtet —:

„Für die Gesellschaft existiert der Unterschied zwischen Kapital und Produkt nicht. Dieser Unterschied besteht ganz subjektiv für die Individuen.“ [p. 250.]

! Schlächterei ? Schlächters 3 „Kategorie“

146 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

Die bestimmte gesellschaftliche Form nennt er subjektiv, und die subjektive Abstraktion nennt er die Gesellschaft, Produkt als solches gehört jeder Arbeitsweise an, welches immer ihre bestimmte gesellschaftliche Form sei. Kapital wird das Produkt nur, sofern es ein bestimmtes, historisch bestimmtes gesellschaftliches Produktionsverhältnis darstellt, Herrn Plroudhon]s Betrachten vom Standpunkt der Gesellschaft aus heißt, die Unterschiede übersehn, von ihnen abstrahieren, die grade die bestimmte gesellschaftliche Beziehung oder ökonomische Formbestimmtheit ausdrücken. Als ob einer sagen wollte: Vom Standpunkt der Gesellschaft aus existieren Sklaven und citizens! nicht, sind beide Menschen. Vielmehr sind sie das außer der Gesellschaft. Sklav sein und citizen sein sind bestimmte gesellschaftliche Daseinsweisen der Menschen a und b. Der Mensch a ist als solcher nicht Sklav. Sklave ist er in und durch die Gesellschaft, der er angehört. Sklav sein und citizen sein sind gesellschaftliche Bestimmungen, Beziehungen der Menschen a und b. Was P[roudhon] hier von Kapital und Produkt sagt, meint bei ihm, daß vom Standpunkt der Gesellschaft aus kein Unterschied zwischen Kapitalisten und Arbeitern existiert, ein Unterschied, der eben nur vom Standpunkt der Gesellschaft aus existiert. Charakteristisch, daß er seine Unfähigkeit, von der Kategorie (notion) Ware zur Kategorie Kapital fortzugehn, unter hochtrabender Phrase verbirgt.

Derselbe Blödsinn, von Verwandlung von Produkt in Kapital zu sprechen — in der Tat nur die allgemeine bornierte Vorstellung vom Kapital als Ding in besondrer Anwendung -, übrigens auch bei andren Ökonomen, wo er jedoch mit weniger Prätention auftritt. Z.B. Francis Wayland, „The Elements of pol. Ec.“, Tenth Thousand, Boston 1843, p. 25.

„Das Material, das ... wir beschaffen zum Zweck, es mit unserer eignen Geschicklichkeit zu verbinden und in Produkt umzuformen, wird Kapital genannt; und nachdem Arbeit aufgewendet und der Wert geschaffen wurde, wird es als Produkt bezeichnet. So kann die gleiche Sache für den einen Produkt und für den anderen Kapital sein. Leder ist das Produkt des Gerbers und das Kapital des Schuhmachers.“

Bei Herrn J.B. Say darf man sich über nichts wundern. Z.B. sagt er uns:

„Die Arbeit des Bodens, die der Tiere und der Maschinen ist auch ein Wert, weil man ihr einen Preis gibt und sie kauft“, nachdem er uns gesagt hat, daß „Wert“ ist, „was eine Sache wert ist“, und daß „Preis“ der „dargestellte Wert einer Sache“ ist.

! Bürger

Zusätze 147

So erklärt er Salaire „als die Miete für eine gewerbliche Fähigkeit“,

die Vermietung des Arbeitsvermögens, und fährt fort zum Zeichen, daß er seinen eignen Ausdruck nicht versteht,

„oder noch deutlicher als Preis für den Kauf einer produktiven gewerblichen Dienstleistung“ 5

Hier wird die Arbeit bloß genommen, wie sie im Arbeitsprozeß erscheint, als Tätigkeit, um einen Gebrauchswert zu produzieren. In diesem Sinne leisten auch das Rohmaterial, ganz allgemein ausgedrückt die Erde, und die Produktionsmittel (das Kapital) services productives! im Arbeitsprozeß. Es ist dies eben die Betätigung ihres Gebrauchswertes. Nachdem so alle Elemente der Produktion auf bloße Faktoren der Gebrauchswerte, die in ihm spielen, reduziert sind, erscheinen dann Profit und Rente als Preise der services productifs von Erde und Produkten, wie die salaires als Preis der services productifs der Arbeit. Aus dem Gebrauchswert werden hier überall die bestimmten Formen des Tauschwerts erklärt, die ganz unabhängig von ihm sind.

{Dem ganzen Merkantilsystem liegt die Vorstellung zugrunde, daß der Mehrwert aus der bloßen Zirkulation entspringt, d.h. aus andrer Distribution vorhandner Werte.}

{Wie sehr im Begriff des Kapitals nicht nur die Erhaltung und Reproduktion des Werts, sondern die Verwertung des Werts, d.h. Vervielfältigung des Werts, Setzen von Mehrwert eingeschlossen ist, kann man unter anderem daraus sehn (es zeigt sich, wie wir später!” sehn werden, am schlagendsten bei den Physiokraten?)), daß nur diese Produktion von Mehrwert Reproduktion des Werts bei ältren italienischen Ökonomen genannt wird. Z.B. Verri:

„Der neugeschaffene Wert ist also jener Teil des Preises des landwirtschaftlichen oder des gewerblichen Produktes, den sie über den ursprünglichen Wert der Materialien und die während ihrer Verarbeitung notwendigen Konsumtionskosten hinaus geben. In der Landwirtschaft müssen der Samen und die Konsumtion des Landmannes abgezogen werden, ebenso in der Manufaktur das Rohmaterial und die Konsumtion des Manufakturarbeiters; und um ebensoviel wird jährlich neuer Wert geschaffen, wie der übrigbleibende Rest beträgt.“ ([p.] 26, 27, P. Verri, „Meditazione sulla Economia Politica“, Custodi, Parte Moderna, exXVv)}

[Derselbe P. Verri gibt zu (obgleich Merkantilist), daß, wenn die Waren zu ihrem Wert oder ihrem Durchschnittspreis (prezzo comune) verkauft werden, es gleich ist, wer Käufer und wer Verkäufer; oder daß der Mehrwert nicht entspringen kann aus dem Unterschied zwischen Käufer und Verkäufer. Er

! produktive Dienstleistungen

148 1. Verwandlung von Geld in Kapital : Heft I

sagt: Es muß hierbei gleichgültig sein, ob einer Käufer oder Verkäufer in dem Austauschakt ist.

„Der Durchschnittspreis ist jener, bei dem der Käufer Verkäufer werden kann und der Verkäufer Käufer, ohne spürbaren Verlust oder Gewinn. Sei z.B. der Durchschnittspreis der Seide ein florentinischer Goldgulden pro Pfund, so heißt dies, daß derjenige genau so reich ist, der 100 Pfund Seide besitzt, wie der, der hundert florentinische Goldgulden besitzt, denn der Erstere kann leicht durch Verkauf der Seide florentinische Gulden erlangen, und gleicherweise kann der Zweite durch Überlassen von 100 florentinischen Gulden 100 Pfund Seide haben ... Der Durchschnittspreis ist derjenige, bei dem keiner der verhandelnden Partner ärmer wird.“ (fp.] 34, 35.) 1.c.}

1184! Gebrauchswert für das Kapital als solches hat nur das, was das Kapital erhält und vermehrt. Also die Arbeit oder das Arbeitsvermögen. (Die Arbeit ist ja nur Funktion, Verwirklichung, Betätigung des Arbeitsvermögens.) {Die Bedingungen zur Verwirklichung der Arbeit sind eo ipso eingeschlossen, da das Kapital ohne dieselben das Arbeitsvermögen nicht verwenden, nicht konsumieren kann.} Die Arbeit ist daher nicht ein Gebrauchswert für das Kapital. Sie ist der Gebrauchswert desselben.

„Man kann sagen, daß Arbeit der unmittelbare Markt für das Kapital oder das Feld für das Kapital ist.“ ([p.] 20, „An Inguiry into those Principles respecting the Nature of Demand and the Necessity of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus“, London 1821.)

{Über den Austausch des Kapitals mit dem Arbeitsvermögen.

„Wages are nothing more than the marketprice of labour', und wenn der Arbeiter sie empfangen hat, hat er den vollen Wert der Ware, worüber er verfügt, erhalten. Darüber hinaus kann er keinen Anspruch machen.“ (p. 177, John Wade, „History of the Middle and Working classes“, 3.ed., London 1835.)}

{Produktive Konsumtion.

„Produktive Konsumtion, wo die Konsumtion einer Ware ein Teil des Produktionsprozesses ist ... In diesen Fällen findet keine Konsumtion von Wert statt, da der gleiche Wert in neuer Form existiert.“ ([p.] 296, Newman, S. P., „Elements of Pol. Ec.“, Andover and New York 1835.)} „Das Kapital konsumiert sich ganz genauso wie der Konsumtionsfonds, aber indem er sich konsumiert, reproduziert er sich. Ein Kapital ist eine Menge Reichtum, die für die industrielle Konsumtion bestimmt ist, d.h. für die Reproduktion.“ (5.209, H. Storch, „Cours d’Ec[onomie] Pfolitique]“, ed. Say, Paris 1823, t. 1.)

Daß es das Arbeitsvermögen ist, nicht die Arbeit, wogegen sich das Kapital in dem Kaufprozeß austauscht:

! Löhne sind nichts andres als der Marktpreis der Arbeit

Zusätze 149

„Wenn ihr Arbeit eine Ware nennt, so ist sie doch nicht einer Ware gleich, die zuerst zum Zweck des Tausches produziert und dann auf den Markt gebracht wird, wo sie mit anderen Waren, die gerade auf dem Markt sind, in entsprechendem Verhältnis ausgetauscht wird; Arbeit wird in dem Augenblick geschaffen, in dem sie auf den Markt gebracht wird, ja, sie wird auf den Markt gebracht, bevor sie geschaffen ist.“ (fp.] 75, 76, „Observations on certain verbal Disputes in Pol. Ec. etc.“, London 1821.)

Der Produktionsprozeß des Kapitals, im ganzen betrachtet, zerfällt in 2 Abschnitte: I. Austausch des Kapitals mit Arbeitsvermögen!, was als Korollar einschließt Austausch bestimmter Bestandteile des als Geld (Wert) existierenden Kapitals gegen die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit, soweit sie selbst Waren (also auch Produkt früherer Arbeit) sind. Dieser erste Akt schließt ein, daß sich ein Teil des existierenden Kapitals in die Lebensmittel des Arbeiters verwandelt, also zugleich in die Mittel zur Erhaltung und Reproduktion des Arbeitsvermögens. {(Sofern ein Teil dieser Lebensmittel während des Arbeitsprozesses selbst verzehrt worden ist, um die Arbeit zu produzieren, können die Lebensmittel, die der Arbeiter verzehrt, ebensowohl wie Rohmaterial und Produktionsmittel (als Unterhaltskosten) unter die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit gerechnet werden, worin das Kapital im Produktionsprozeß zerfällt. Oder sie können als Moment der reproduktiven Konsumtion betrachtet werden. Oder endlich, sie können ebensowohl als Produktionsmittel des Produkts betrachtet werden, wie etwa Kohle und Öle, die die Maschine aufzehrt während des Produktionsprozesses.)} 2.Im wirklichen Arbeitsprozeß verwandelt sich die Arbeit in Kapital. D.h., sie wird vergegenständlichte (gegenständliche) Arbeit — und zwar vergegenständlichte Arbeit, die selbständig — als das Eigentum des Kapitalisten, das ökonomische Dasein des Kapitalisten — dem lebendigen Arbeitsvermögen gegenübertritt. Über diese Verwandlung von Arbeit in Kapital:

„Sie“ (die Arbeiter) „tauschen ihre Arbeit aus gegen Getreide“ fi.e. Lebensmittel überhaupt.} „Dies wird für sie Revenue“ {Konsumtionsfonds} „... während ihre Arbeit zum Kapital für ihren Herrn geworden ist.“ (Sism[ondil, „Nfouveaux] P[rincipes]“, t.1, p. 90.) „Er“ (der Arbeiter) „forderte Unterhaltsmmittel, um zu leben, der Chef forderte Arbeit, um zu verdienen.“ (Slismondi,] 1. c., p. 91.) „Die Arbeiter, welche ihre Arbeit zum Austausch gebend, sie in Kapital verwandeln.“ (Sis., l.c., p. 105.)

„Welche Vorteile den salarierten Arbeitern ein rasches Wachstum des Reichtums verschaffen mag, es heilt nicht die Ursachen ihres Elends, ... sie bleiben allen Rechts auf das Kapital beraubt, folglich verpflichtet, ihre Arbeit zu verkaufen und alle Prätention auf die Produkte dieser Arbeit zu renunzieren.“ (p.68, Cherbfuliez], „Rlichesse] et plauvrete]“.)

! In der Handschrift: eines Arbeitsyvermögens

150 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

{„In dem ordre social! hat der Reichtum die Eigenschaft erworben, sich durch fremde Arbeit zu reproduzieren, ohne daß sein Eigentümer hierzu konkurriert. Der Reichtum, wie die Arbeit und durch die Arbeit, gibt eine jährliche Frucht, welche jedes Jahr vernichtet werden kann, ohne daß der Reiche davon ärmer wird. Die Frucht ist die Revenue, welche vom Kapital entspringt.“ (Sism., „Nfouveaux] Pfrincipes]“, p. 82, t.1.)}

[Die verschiednen Formen Revenue: (abgesehn vom Salair) wie Profit, Zins, Grundrente usw. (auch Steuern) sind nur verschiedne Bestandteile, worin sich der Mehrwert spaltet, sich unter verschiedne Klassen verteilt. Hier sind sie einstweilen bloß in der allgemeinen Form des Mehrwerts zu betrachten. Die Teilungen, die später mit ihm vorgenommen werden mögen, ändern natürlich nichts, weder an seiner Quantität noch Qualität. Übrigens ist es ja auch bekannt, daß der industrielle Kapitalist die Mittelsperson ist, die Zins, Grundrente etc. zahlt.

„Arbeit Quelle des Reichtums; Reichtum ihr Produkt; Revenue als Teil des Reichtums muß von diesem gemeinschaftlichen Ursprung herkommen; man ist gewohnt, 3 Sorten von Revenuen, Rente, Profit, Salair, von 3 verschiednen Quellen, der Erde, dem akkumulierten Kapital und der Arbeit, herzuleiten. Diese 3 Teilungen der Revenue sind nur 3 verschiedne Weisen, an den Früchten der Arbeit des Menschen zu partizipieren.“ (p. 85, Sism., „Nfouveaux] Pfrincipes]“, t. 1.)}

{„Die Produkte sind appropriiert, bevor sie in Kapital verwandelt werden; diese Conversion ne les degage pas de l’appropriation?.“ (p. 54, Cherb.)} {„Indem der Proletarier seine Arbeit gegen ein bestimmtes Approvisionnement? verkauft, renonciert er vollständig jedes Recht auf die andren Teile des Kapitals. Die Attribution? dieser Produkte bleibt dieselbe wie vorher: sie ist in keiner Weise durch die erwähnte Konvention modifiziert.“ (l.c., p.58.)}

In dieser Verwandlung der Arbeit in Kapital liegt in der Tat das ganze Geheimnis des Kapitalverhältnisses.

Betrachtet man die kapitalistische Produktion im ganzen, so folgt: Als das eigentliche Produkt dieses Prozesses ist nicht nur zu betrachten die Ware (noch weniger der bloße Gebrauchswert der Ware, das Produkt); auch nicht nur der Mehrwert; obgleich er ein Resultat ist, das als Zweck dem ganzen Prozeß vorschwebt und ihn charakterisiert. Es wird nicht nur dies einzelne produziert — Ware, Ware von größrem Wert als der Wert des ursprünglich vorgeschoßnen Kapitals —, sondern es wird Kapital produziert, und es wird Loohnarbeit produziert, oder das Verhältnis wird reproduziert und verewigt.

! gesellschaftlichen Zustand

? Umwandlung befreit sie nicht von der Aneignung 3 einen bestimmten Lebensmittelfonds

* Funktion

Zusätze 151

Es wird sich dies übrigens näher zeigen nach weiterer Entwicklung des Produktionsprozesses.

Beide, der Mehrwert und das Salair, erscheinen hier in einer Form, die bisher noch nicht vorgekommen, nämlich der der Revenue, also Distributionsform einerseits und daher bestimmte Weise des Konsumtionsfonds andrerseits. Indes, da die Bestimmung einstweilen noch überflüssig (wird aber nötig, sobald wir zu I, 4, die ursprüngliche Akkumulation, kommen), wollen wir diese Formbestimmtheit erst betrachten, sobald wir den Produktionsprozeß des Kapitals näher betrachtet haben. Salair erscheint uns hier, weil als Salariat die Voraussetzung der kapitalistischen Produktion, als eine Produktionsform; ganz wie wir den Mehrwert und seine Erzeugung in den Begriff des Kapitals als eines Produktionsverhältnisses aufgenommen haben. Es ist dann erst in second instance! nachzuweisen, wie diese Produktionsverhältnisse zugleich als Distributionsverhältnisse erscheinen (bei der Gelegenheit auch der Blödsinn, das Arbeitsvermögen als das Kapital des Arbeiters aufzufassen, näher zu beleuchten). Es wird also teils nötig, um den Unsinn nachzuweisen, der die bürgerlichen Produktionsverhältnisse und Distributionsverhältnisse als ungleichartige Verhältnisse betrachtet. So wie J.St. Mill und viele andre Okonomen die Produktionsverhältnisse als natürliche, ewige Gesetze, die Distributionsverhältnisse aber als künstliche, historisch entstandne und von der Kontrolle usw. der menschlichen Gesellschaft abhängige auffaßt. Andrerseits ist die Bezeichnung des Mehrwerts z.B. als Revenue (also überhaupt die Kategorie der Revenue) eine Formel zur Vereinfachung, wie z.B. bei der Betrachtung über die Akkumulation des Kapitals.

Die Fragen: Welche Arbeit produktiv ist, dito ob Salair oder Kapital produktiv sind, dito die Formulierung vom Salair und Mehrwert als Renenue, sind zu behandeln am Schlusse der Betrachtung über den relativen Mehrwert. (Oder teilweise in dem Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital?) (Ebenso der Arbeiter als W-G-W, der Kapitalist als G-W-G, Sparen und Hoarding? des erstern etc.)

[Zusätze aus meinem Heft??!. Als Gebrauchswert ist die Arbeit nur für das Kapital und ist der Gebrauchswert des Kapitals selbst, d.h. die vermittelnde Tätigkeit, wodurch es sich verwertet. Die Arbeit ist daher nicht als Gebrauchswert für den Arbeiter, sie ist daher nicht für ihn als Produktivkraft des Reichtums, als Mittel oder als Tätigkeit der Bereicherung. Gebrauchswert für 186] das Kapital, ist die Arbeit bloßer Tauschwert für den Arbeiter, vorhandner Tauschwert. Als solcher wird sie gesetzt im Akt des Austauschs mit dem Ka-

! zweiter Linie

? Schatzbilden

152 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

pital, durch ihren Verkauf für Geld. Der Gebrauchswert einer Sache geht ihren Verkäufer als solchen nichts an, sondern nur ihren Käufer. Die Arbeit(vermögen), die vom Arbeiter als Gebrauchswert dem Kapital verkauft wird, ist für den Arbeiter sein Tauschwert, den er realisieren will, der aber (wie die Preise der Waren überhaupt) schon bestimmt ist vor dem Akt dieses Austauschs, als Bedingung ihm vorausgesetzt ist. Der Tauschwert des Arbeitsvermögens, dessen Realisierung im Prozeß des Austauschs mit dem Kapital vorgeht, ist daher vorausgesetzt, vorausbestimmt, erleidet nur formelle Modifikation (durch Verwandlung in Geld). Er ist nicht bestimmt durch den Gebrauchswert der Arbeit. Für den Arbeiter selbst hat sie nur Gebrauchswert, insofern sie Tauschwert ist, nicht Tauschwert produziert. Für das Kapital hat sie nur Tauschwert, soweit sie Gebrauchswert ist. Gebrauchswert als unterschieden von ihrem Tauschwert ist sie nicht für den Arbeiter selbst, sondern nur für das Kapital. Der Arbeiter tauscht also die Arbeit aus als einfachen, vorherbestimmten, durch einen vergangnen Prozeß bestimmten Tauschwert — er tauscht die Arbeit aus selbst als vergegenständlichte Arbeit, nur soweit sie ein bestimmtes Quantum Arbeit; ihr Äquivalent schon ein gemeßnes, gegebnes ist. Das Kapital tauscht sie ein als lebendige Arbeit, als die allgemeine Produktivkraft des Reichtums: den Reichtum vermehrende Tätigkeit.

Daß der Arbeiter sich also durch diesen Austausch nicht bereichern kann, indem er wie Esau für ein Gericht Linsen seine Erstgeburt@, so er für die vorhandne Wertgröße der Arbeitsfähigkeit ihre schöpferische Kraft hingibt, ist klar. Er muß sich vielmehr verarmen, indem die schöpferische Kraft seiner Arbeit als Kraft des Kapitals, als fremde Machi, sich ihm gegenüber etabliert. Er entäußert sich der Arbeit als Produktivkraft des Reichtums; das Kapital eignet sie sich als solche an. Die Trennung von Arbeit und von Eigentum am Produkt der Arbeit, von Arbeit und Reichtum, ist daher in diesem Akt des Austauschs selbst gesetzt. Was als Resultat paradox erscheint, liegt schon in der Voraussetzung selbst. Dem Arbeiter gegenüber wird also die Produktivität seiner Arbeit eine fremde Macht, überhaupt seine Arbeit, soweit sie nicht Vermögen, sondern Bewegung, wirkliche Arbeit ist; das Kapital umgekehrt verwertet sich selbst durch Aneignung fremder Arbeit. Wenigstens ist die Möglichkeit der Verwertung dadurch gesetzt als Resultat des Austauschs zwischen Kapital und Arbeit. Realisiert wird das Verhältnis erst im Produktionsakt selbst (wo das Kapital wirklich die fremde Arbeit konsumiert). Wie das Arbeitsvermögen als vorausgesetzter Tauschwert gegen ein Äquivalent in Geld, wird dies wieder gegen ein Äquivalent in Ware auslgetauscht], die verzehrt wird. In diesem Prozeß des Austauschs ist die Arbeit nicht produktiv; sie

Zusätze 1 53

wird dies erst für das Kapital. Aus der Zirkulation kann sie nur herausziehn, was sie in sie hineingeworfen hat, ein prädeterminiertes Quantum Ware, die ebensowenig ihr eignes Produkt ist wie ihr eigner Wert. {Alle Fortschritte der Zivilisation daher, in andren Worten alle Vermehrung der gesellschaftlichen Produktivkräfte — der Produktivkräfte der Arbeit selbst —, bereichern daher nicht d. Arbeiter, sondern d. Kapitalisten. Vergrößern also nur die die Arbeit beherrschende Macht, vermehren nur die Produktivkraft des Kapitals — die objektive Macht über die Arbeit.} Die Verwandlung der Arbeit in Kapital ist an sich das Resultat des Austauschakts zwischen Kapital und Arbeit. Gesetzt wird diese Verwandlung erst im Produktionsprozeß selbst.}

{Bei Say und Konsorten hat das Instrument etc. wegen des service productif, den es leistet, Anspruch auf Remuneration, und diese wird seinem Besitzer geleistet. Die ‚Selbständigkeit des Arbeitsinstruments, eine gesellschaftliche Bestimmung desselben, d.h., seine Bestimmung als Kapital, wird so vorausgesetzt, um die Ansprüche des Kapitalisten zu deduzieren.}

1„Profit wird nicht durch Austausch gemacht. Wäre er nicht vorher vorhanden gewesen, so könnte er es auch nach dieser Transaktion nicht sein.“ (Ramsay, [p.] 184, 1. c.)} („Jedes Stück Erde ist Rohstoff der Landwirtschaft.“ ([p.] 218, P. Verri, l.c.)}

{Als Beispiel von Engels mir gegeben: 10000 Spindeln ä 11b. per Woche = 100001b. = 550 £ Garn = 11b. Garn für 1Y, sh.

Rohmaterial = 10000 Ib. Garn.

Abfall 15% = 1500 = 11500.

& 7d per !b.= 11500 £336. Profit 60,77)

10 000 Spindeln kosten ä 1 £ per Spindel £ 10.000

Jährlicher Verschleiß 12% % = £ 1250 also per Woche, ra 24 Kohlen, Oletc. ... 22222. Ge 40 84 (5°/, von 490) Verschleiß der Dampfmaschine ....... 20 Arbeitslohn 70 Preis des Ib. Garns 1, sh; also der 10.000 Ib. 550 £ 60 £

490. (Arbeitslohn Y, von 490) Also Rohstoff Ya, = 68% Prozent Arbeitslohn. 14%, Prozent. Maschinerie etc. 17Y, Prozent. Also Rohstoff und Maschinerie = 85%: Ar-

154 l. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft II

beitslohn 14%. Arbeitslohn Y, (70). Rohstoff und Maschinerie (%) (420). Also Y, Arbeitslohn, % Maschinerie und Rohmaterial. Von diesen % fällt auf das Rohmaterial % + % von '%. Also auf die Maschinerie 4, und % von %. Also Rohmaterial etwas unter ”%. Maschinerie: etwas über Y. Arbeiter Y,,5%}

„Manchester Guardian“. ‚Money Article“. (Sept. 18. 1861.) heißt es:

„Bezüglich des Grobspinnens erhielten wir von einem Herrn in hoher Position den folgenden Bericht:

Sept. 17, 1860 Per Ib. Differenz Kosten des Spinnens ber Ib.

Seine Baumwolle kostete — — 6Y,d

Sein 16er Garn | ---4d ----- 3d

wurde verkauft fir -—- - —- 10\,d

Gewinn ld per Ib. Sept. 17, 1861

Seine Baumwolle kostet ——- 9d für sein 16er Garn Send Zr 3'hd kann er verlangen -——- - — — lid

Verlust 1Y,d per Ib.“

Aus dem ersten Beispiel folgt Wert des Ib. warps' 10V, d (1860), wovon 1.d Profit. Also seine Vorlagen 9%, d. Darauf 1 d beträgt 10°%, Prozent. Rechnen wir aber ab 6), das Rohmaterial, so bleibt 4 d; wovon für Cost of spinning? abgeht 3 d. Nehmen wir selbst an, der Arbeitslohn betrage hiervon die Hälfte, was falsch, so erhalten wir auf 1Y,d einen Mehrwert von 1d. Also = 3:2 oder 66% Prozent. 66% Prozent sind exakt = % der Einheit. In Stunden ausgedrückt arbeitet der Arbeiter auf je 3 Stunden für sich 2 Stunden für seinen master’. Also auf je 1 Stunde ... % Stunden. Arbeitet er also im ganzen 10 Stunden, so fallen davon 6 auf ihn und 4 (!% Stunden) auf seinen master. (3:2 = 6:4.) Gibt er auf 10 Stunden 4 Stunden seinem master, so auf 1 Stunde ... %0 Stunden = 24 Minuten. Arbeitet für sich von 1 Stunde 36 Minuten. (36:24 = 3:2,) [denn 36 X2 = 72 und 24x 3...72}.

Wir haben gesehn — im Arbeitsprozeß —, daß sämtliche Faktoren desselben mit Bezug auf sein Resultat — das Produkt — als Produktionsmittel bezeichnet werden können. Wird dagegen der Wert der verschiednen Faktoren

! Garn ? Kosten des Spinnens 3 Arbeitgeber

Zusätze 155

betrachtet, die zur Herstellung des Produkts erheischt sind — die zur Herstellung desselben vorgeschoßnen!] Werte — (verausgabten Werte), so heißen sie die Produktionskosten desselben. Die Produktionskosten lösen sich also auf in die Summe der Arbeitszeit (sei es die Arbeitszeit, die in Arbeitsmaterial und Mittel enthalten ist, sei es die Arbeitszeit, die im Arbeitsprozeß neu zugesetzt wird), die zur Herstellung des Produkts erheischt ist — der Gesamtarbeitszeit, die in ihm vergegenständlicht, aufgearbeitet ist. Die Formel der Produktionskosten ist für uns zunächst nur bloßer Name und fügt den bisherigen Bestimmungen nichts Neues hinzu. Der Wert des Produkts = der Summe der Werte des Materials, Mittels und der Arbeit, die dem Material vermittelst des Arbeitsmittels zugesetzt wird. Der Satz ist rein analytisch. In der Tat nur ein andrer Ausdruck dafür, daß der Wert der Ware bestimmt ist durch das Quantum der in ihr vergegenständlichten Arbeitszeit. Wir werden erst bei spätrer Entwicklung Gelegenheit finden, auf die Formel der Produktionskosten einzugehn. (Nämlich bei Kapital und Profit, wo eine Antinomie dadurch hereinkommt, daß einerseits der Wert des Produkts = den Produktionskosten, d.h. dem zur Herstellung des Produkts vorgeschoßnen Werte. Andrerseits (was im Profit liegt) der Wert des Produkts, soweit er den Mehrwert einschließt, größer als der Wert der Produktionskosten. Dies liegt darin: daß Produktionskosten für den Kapitalisten nur die Summe der von ihm vorgeschoßßnen Werte; also der Wert des Produkts = dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals. Andrerseits die wirkliche Produktionskost des Produkts = der Summe der in ihm enthaltnen Arbeitszeit. Die Summe der in ihm enthaltnen Arbeitszeit aber > als die Summe der vom Kapitalisten vorgeschoßnen oder bezahlten Arbeitszeit. Und dieser Mehrwert des Produkts über den vom Kapitalisten bezahlten oder vorgeschoßnen Wert desselben bildet eben den Mehrwert; in unsrer Bestimmung die absolute Größe, woraus der Profit besteht.) ©

[Nachträgliche Zusätze]

j/I-A/ Es ist beim Austausch zwischen Kapital und Arbeit zweierlei zu unterscheiden:

1. Der Verkauf des Arbeitsvermögens. Dies einfacher Kauf und Verkauf, einfaches Zirkulationsverhältnis, wie bei jedem andern Kauf oder Verkauf. Bei der Betrachtung dieses Verhältnisses gleichgültig die Verwendung oder die Konsumtion der gekauften Ware.

Auf diesen ersten Akt suchen die Harmoniker das Verhältnis von Kapital und Arbeit zu reduzieren, weil sich hier Käufer und Verkäufer nur als Waren-

156 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I und II

besitzer gegenübertreten, der spezifische und unterscheidende Charakter der Transaktion sich nicht zeigt.

2. Die Konsumtion der vom Kapital eingetauschten Ware (des Arbeitsvermögens), die Vernutzung ihres Gebrauchswerts, bildet hier ein spezifisches ökonomisches Verhältnis; während bei dem einfachen Kauf und Verkauf von Ware der Gebrauchswert der Ware ganz ebenso wie die Verwirklichung dieses Gebrauchswerts — der Konsum — für das ökonomische Verhältnis selbst gleichgültig ist.

Im Austausch zwischen Kapital und Arbeit ist der erste Akt ein Austausch (Kauf oder Verkauf), fällt ganz in das Gebiet der einfachen Zirkulation. Die Austauschenden stehn sich nur als Käufer und Verkäufer gegenüber. Der zweite Akt ist ein qualitativ vom Austausch verschiedner Prozeß. Es ist eine wesentlich andre Kategorie.

/1I-A/ Was der Arbeiter verkauft, ist die Disposition über sein Arbeitsvermögen — zeitlich bestimmte Disposition darüber. Das StückarbeitzahlenSystem bringt allerdings den Schein herein, als ob er einen bestimmten Anteil am Produkt erhalte. Es ist dies aber nur eine andre Form, die Arbeitszeit zu messen: Statt zu sagen, Du arbeitest 12 Stunden, wird gesagt, Du erhältst so viel per Stück, d.h., wir messen die Stundenzahl an dem Produkt, da erfahrungsmäßig festgestellt, wie groß das average! Produkt der Stunde. Der Arbeiter, der dies Minimum nicht liefern kann, wird entlassen. (Sieh Ure.'2)

Dem allgemeinen Verhältnis von Kauf und Verkauf gemäß kann der Tauschwert der Ware des Arbeiters nicht bestimmt sein durch die Art, wie der Käufer die Ware gebraucht, sondern nur durch das Quantum vergegenständlichter Arbeit, das in ihr selbst enthalten; also hier durch das Quantum Arbeit, das es kostet, den Arbeiter selbst zu produzieren, denn die Ware, die er anbietet, existiert nur als Fähigkeit, Vermögen, hat kein Dasein außer seiner Leiblichkeit, seiner Person. Die Arbeitszeit, die nötig ist, sowohl um ihn leiblich zu erhalten, als ihn zur Entwicklung des besondren Vermögens zu modifizieren, ist die Arbeitszeit, die nötig ist, um den Arbeiter als solchen zu produzieren.

Der Arbeiter in diesem Austausch erhält das Geld in der Tat nur als Mänze, d.h. bloß verschwindende Form der Lebensmittel, gegen die er es austauscht. Lebensmittel, nicht Reichtum, für ihn der Zweck des Austauschs.

Man hat das Arbeitsvermögen insofern das Kapital des Arbeiters genannt, als es der fonds ist, den er nicht aufzehrt durch einen vereinzelten Austausch, sondern stets von neuem während seiner Lebensdauer als Arbeiter wiederholen

U durchschnittliche

Nachträgliche Zusätze 157

kann. Demnach wäre alles Kapital, was ein fonds von wiederholten Prozessen desselben Subjekts ist; so z.B. das Auge das Kapital des Sehens. Redensarten. Daß die Arbeit stets eine Quelle des Austauschs für den Arbeiter — solange er arbeitsfähig —, nämlich nicht des Austauschs schlechthin, sondern des Austauschs mit dem Kapital — liegt in der Begriffsbestimmung, daß er nur zeitliche Disposition über sein Arbeitsvermögen verhandelt, also stets denselben Austauschakt wieder von neuem beginnen kann, sobald er sich halb sattgegessen und halb ausgeschlafen hat, das gehörige Maß von Stoff eingenommen hat, um seine Lebensäußerung wieder von neuem reproduzieren zu können. Statt sich hierüber zu verwundern und es dem Arbeiter als ein großes Verdienst des Kapitals anzupreisen, daß er überhaupt lebt, also bestimmte Lebensprozesse täglich wiederholen kann — hätten die schönfärbenden Sykophanten der bürgerlichen Ökonomie ihr Augenmerk vielmehr darauf richten sollen, daß er nach stets wiederholter Arbeit immer nur seine lebendige, unmittelbare Arbeit selbst auszutauschen hat. Die Wiederholung selbst ist in fact nur scheinbar. Was er austauscht gegen das Kapital (sei es auch durch verschiedne, sukzessive Kapitalisten ihm gegenüber repräsentiert), ist sein ganzes Arbeitsvermögen, das er, say! in 30 Jahren, verausgabt. Es wird ihm dosenweise gezahlt, wie er es dosenweise verkauft. Es ändert dies absolut nichts an der Sache und berechtigt zu nichts weniger als dem Schlusse, daß, weil der Arbeiter eine gewisse Stundenzahl schlafen muß, bevor er fähig ist, seine Arbeit und seinen Austausch mit dem Kapital zu wiederholen — die Arbeit sein Kapital bildet. Was demnach in fact als sein Kapital aufgefaßt wird, ist die Schranke seiner Arbeit, ihre Unterbrechung, daß er kein perpetuum mobile ist. Der Kampf um den normalen Arbeitstag beweist, daß der Kapitalist nichts mehr wünscht, als daß er seine Dosen Lebenskraft soviel wie möglich ohne Unterbrechung vergeudet.

/IN-95a/A/ Für den Arbeiter selbst hat das Arbeitsvermögen nur Gebrauchswert, insofern es Tauschwert ist, nicht Tauschwerte produziert. Als Gebrauchswert ist die Arbeit nur für das Kapital, und ist der Gebrauchswert des Kapitals selbst, d.h. die vermittelnde Tätigkeit, wodurch es sich vermehrt. Das Kapital ist der selbständige Tauschwert als Prozeß, als Verwertungsprozeß.

Trennung des Eigentums von der Arbeit erscheint als notwendiges Gesetz des Austauschs zwischen Kapital und Arbeit. Als Nicht-Kapital, nichtvergegenständlichte Arbeit erscheint das Arbeitsvermögen 1. negativ, Nicht-Rohstoff, Nicht Arbeitsinstrument, Nicht-Produkt, Nicht-Lebensmittel, Nicht-Geld; die von allen Arbeitsmitteln und Lebensmitteln, von ihrer ganzen Objektivität ge-

U sagen wir

158 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft III und V

trennte Arbeit, als bloße Möglichkeit. Diese völlige Entblößung, aller Objektivität bare Möglichkeit der Arbeit. Das Arbeitsvermögen als die absolute Armut, i.e. völliges Ausschließen des gegenständlichen Reichtums. Die Gegenständlichkeit, die das Arbeitsvermögen besitzt, ist nur die Leiblichkeit des Arbeiters selbst, seine eigne Gegenständlichkeit. 2. Positiv: Nicht-vergegenständlichte Arbeit, die ungegenständliche, subjektive Existenz der Arbeit selbst. Die Arbeit nicht als Gegenstand, sondern als Tätigkeit, als lebendige Quelle des Werts. Gegenüber dem Kapital als der Wirklichkeit! des allgemeinen Reichtums, als die allgemeine, in der Aktion sich bewährende Möglichkeit desselben. Die Arbeit einerseits die absolute Armut als Gegenstand, ist die allgemeine Möglichkeit des Reichtums als Subjekt und Tätigkeit. Dies die Arbeit, wie sie als Gegensatz, als gegenständliches Dasein des Kapitals, vom Kapital vorausgesetzt ist und andrerseits ihrerseits das Kapital voraussetzt.

Was der Kapitalist dem Arbeiter zahlt, ist wie bei dem Käufer jeder andren Ware ihr Tauschwert, der also vor diesem Austauschprozeß bestimmt ist; was der Kapitalist erhält, ist der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens — die Arbeit selbst, deren bereichernde Tätigkeit also ihm und nicht dem Arbeiter gehört. Der Arbeiter bereichert sich also nicht durch diesen Prozeß, sondern schafft den Reichtum als ihm fremde und ihn beherrschende Macht.

V-175a/A]| Die belebende Naturkraft der Arbeit, daß, indem sie Material und Instrument benutzt, verbraucht, sie dieselben erhält in dieser oder jener Form, also auch die in ihnen vergegenständlichte Arbeit, ihren Tauschwert — wird, wie jede Natur- oder gesellschaftliche Kraft der Arbeit, die nicht das Produkt frührer Arbeit oder nicht das Produkt solcher frühern Arbeit, die wiederholt werden muß (z.B. die geschichtliche Entwicklung des Arbeiters etc.), Kraft des Kapitals, nicht der Arbeit. Also auch nicht vom Kapital gezahlt. So wenig, wie der Arbeiter dafür gezahlt wird, daß er denken kann.

Die spezifische Qualität, die die Arbeit besitzt, durch Zusatz von neuem Arbeitsguantum zu schon vergegenständlichter Arbeit die Qualität der letztren als vergegenständlichte Arbeit zu erhalten, wird ihr nicht bezahlt und kostet dem Arbeiter auch nichts, da sie Natureigenschaft der Arbeit ist. In dem Produktionsprozeß ist die Trennung der Arbeit von ihren gegenständlichen Daseinsmomenten — Material und Instrument — aufgehoben. Auf der Trennung beruht das Dasein des Kapitals und der Lohnarbeit. Die Aufhebung dieser Trennung, die im wirklichen Produktionsprozeß wirklich vorgeht, zahlt der Kapitalist nicht. Die Aufhebung geschieht auch nicht durch den Austausch zwischen Kapitalist und Arbeiter — sondern durch die Arbeit selbst im

Die hier entwickelte Ansicht auch strikt mathematisch richtig. So im Differentialkalkül nimm z.B. y=f(x)+C, wo C konstante Größe ist. The change of x into x + Ax does not alter the value of C.! dC wäre = 0, weil die konstante Größe nicht changiert. Hence the Differential of a constant is zero.?

@) Mehrwert als bloßes Verhältnis zu fassen zu einem bestimmten, nämlich dem im Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals

Der Mehrwert, den das Kapital am Ende des Produktionsprozesses hat, heißt, dem allgemeinen Begriff des Tauschwerts gemäß ausgedrückt: Die im Produkt vergegenständlichte Arbeitszeit (oder das Quantum in ihm enthaltner Arbeit) ist größer als die in dem ursprünglichen Kapital, das während des Produktionsprozesses vorgeschossen wurde, enthaltne Arbeitszeit. Dies ist nur möglich dadurch (vorausgesetzt, daß die Ware zu ihrem Wert verkauft wird), daß die im Arbeitspreis (Arbeitslohn) vergegenständlichte Arbeitszeit kleiner ist als die lebendige Arbeitszeit, wodurch sie im Produktionsprozeß ersetzt wird. Was auf Seite des Kapitals als Mehrwert, erscheint auf Seite des Arbeiters als Mehrarbeit (Surplusarbeit). Der Mehrwert ist nichts als der Überschuß der Arbeit, den der Arbeiter gibt über das Quantum vergegenständlichter Arbeit hinaus, das er in seinem eignen Salair, als Wert seines Arbeitsvermögens, erhalten hat.

Wir haben gesehn, daß im Austausch zwischen Kapital und Arbeitsvermö-

! Die Veränderung von x und Ax ändert nichts am Wert von C. 2 Folglich ist der Differentialquotient einer Konstante gleich Null.

12*

160 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

gen Äquivalente ausgetauscht werden. Das Resultat aber der Transaktion, wie es im Produktionsprozeß erscheint und wie es von seiten des Kapitalisten den ganzen Zweck der Transaktion bildet, daß der Kapitalist für ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit ein größres Quantum lebendiger Arbeit kauft oder daß die Arbeitszeit, die im Arbeitslohn vergegenständlicht ist, kleiner ist als die Arbeitszeit, die der Arbeiter für den Kapitalist arbeitet und die sich daher im Produkt vergegenständlicht. Die Vermittlung durch den Austausch zwischen Kapital und Arbeitsvermögen (oder daß das Arbeitsvermögen zu seinem Werte verkauft wird) ist ein Umstand, der hier, wo es sich nur um die Analyse des Mehrwerts handelt, gleichgültig wird. Hier handelt es sich vielmehr darum, wie groß auf der einen Seite die Arbeitszeit ist, die im Arbeitslohn (dem Wert des Arbeitsvermögens) vergegenständlicht, und wie groß auf der andren Seite die Arbeitszeit ist, die der Arbeiter wirklich dem Kapitalisten in return! gibt oder wie groß die Anwendung seines Arbeitsvermögens ist.

Das Verhältnis, worin vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige Arbeit ausgetauscht wird — also der Unterschied zwischen dem Wert des Arbeitsvermögens und der Verwertung dieses Arbeitsvermögens durch den Kapitalisten —, nimmt im Produktionsprozeß selbst eine andre Form an. Hier stellt es sich nämlich dar als Spaltung der lebendigen Arbeit selbst in zwei Quanta, beide durch die Zeit gemessen, und als? das Verhältnis dieser beiden Quanta. Erstens nämlich ersetzt der Arbeiter den Wert seines Arbeitsvermögens. Gesetzt, der Wert seiner täglichen Lebensmittel sei gleich 10 Arbeitsstunden. Diesen Wert reproduziert er, indem er 10 Stunden arbeitet. Diesen Teil der Arbeitszeit wollen wir die notwendige Arbeitszeit nennen. Gesetzt nämlich, Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel — die gegenständlichen Arbeitsbedingungen — seien Eigentum des Arbeiters selbst. So müßte er nach der Voraussetzung täglich 10 Stunden arbeiten, einen Wert von 10 Stunden Arbeitszeit täglich reproduzieren, um jeden andren Tag Lebensmittel zum Betrag von 10 Arbeitsstunden sich aneignen zu können, um sein eignes Arbeitsvermögen reproduzieren, um fortleben zu können. Das Produkt seiner lOstündigen Arbeit wäre gleich der Arbeitszeit, die in dem verarbeiteten Rohmaterial und dem vernützten Arbeitswerkzeug sind + den 10 Stunden Arbeit, die er dem Rohmaterial neu zugefügt hätte. Nur den letztren Teil des Produkts könnte er konsumieren, wollte er seine Produktion fortsetzen, i.e., sich die Produktionsbedingungen erhalten. Denn den Wert von Rohmaterial und Arbeitsmittel

! im Austausch

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Seite 95 aus Heft IN

a) Mehrwert als bloßes Verhältnis zu fassen 163

muß er von dem Wert seines Produkts täglich abziehn, um Rohmaterial und Arbeitsmittel beständig ersetzen zu können; um täglich von neuem über soviel Rohmaterial und Arbeitsmittel zu verfügen, als zur Verwirklichung (Anwendung) zehnstündiger Arbeit erheischt sind. Wenn der Wert der durchschnittlichen täglichen notwendigen Lebensmittel des Arbeiters gleich 10 Arbeitsstunden, so muß er täglich durchschnittlich 10 Arbeitsstunden arbeiten, um seine tägliche Konsumtion erneuern und sich die nötigen Lebensbedingungen als Arbeiter verschaffen zu können. Diese Arbeit wäre notwendig für ihn selbst, zu seiner eignen Selbsterhaltung, ganz abgesehn davon, ob er selbst der Eigentümer der Arbeitsbedingungen — Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel — ist oder nicht ist, ob seine Arbeit unter das Kapital subsumiert ist oder nicht subsumiert ist. Als Arbeitszeit, notwendig zur Erhaltung der Arbeiterklasse selbst, können wir diesen Teil der Arbeitszeit die notwendige Arbeitszeit nennen,

Aber auch noch von einem andren Gesichtspunkt.

Die Arbeitszeit, die notwendig ist, um den Wert des Arbeitsvermögens selbst zu reproduzieren — d.h. die tägliche Produktion des Arbeiters, die erheischt ist, damit die Konsumtion des Arbeiters sich täglich wiederholen kann — oder die Arbeitszeit, wodurch der Arbeiter dem Produkt den Wert zufügt, den er selbst in der Form des Arbeitslohns täglich erhält und täglich vernichtet — ist insofern notwendige Arbeitszeit auch vom Standpunkt des Kapitalisten aus, als das ganze Kapitalverhältnis das beständige Dasein der Arbeiterklasse, ihre fortwährende Reproduktion voraussetzt und die kapitalistische Produktion das beständige Vorhandensein, Erhaltung und Reproduktion einer Arbeiterklasse zu ihrer notwendigen Voraussetzung hat.

Ferner: Gesetzt, der Wert des der Produktion vorgeschoßnen Kapitals solle nur einfach erhalten und reproduziert werden, d. h., der Kapitalist schaffe im Produktionsprozeß keinen neuen Wert. So ist es klar, daß der Wert des Produkts nur gleich dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals sein wird, wenn der Arbeiter dem Rohmaterial soviel Arbeitszeit zugesetzt hat, als er in der Form von Arbeitslohn erhalten, d.h., wenn er den Wert seines eignen Arbeitslohns reproduziert. Die Arbeitszeit, die notwendig ist, damit der Arbeiter den Wert seiner eignen täglichen Lebensmittel reproduziere, ist zugleich die Arbeitszeit, die notwendig ist, damit das Kapital seinen Wert einfach erhalte und reproduziere.

Wir haben angenommen, daß eine Arbeitszeit von 10 Stunden = der im Arbeitslohn enthaltnen Arbeitszeit ist; die Arbeitszeit also, worin der Arbeiter dem Kapitalisten nur ein Äquivalent zurückgibt für den Wert des Arbeitslohns, ist zugleich die notwendige Arbeitszeit, die Arbeitszeit, die notwendig ist,

164 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

sowohl für die Erhaltung der Arbeiterklasse selbst als auch für die einfache Erhaltung und Reproduktion des vorgeschoßnen Kapitals, wie endlich für die Möglichkeit des Kapitalverhältnisses überhaupt.

Nach der Voraussetzung also sind die ersten 10 Stunden, die der Arbeiter arbeitet, notwendige Arbeitszeit, und diese ist zugleich nichts als ein Äquivalent für die vergegenständlichte Arbeitszeit, die er in der Form des Arbeitslohns erhalten hat. Alle Arbeitszeit, die der Arbeiter über diese 10 Stunden, diese notwendige Arbeitszeit, hinaus arbeitet, wollen wir Mehrarbeit nennen. Arbeitet er 11 Stunden, so hat er Mehrarbeit von 1 Stunde, wenn 12, Mehrarbeit von zwei Stunden geliefert usw. In dem ersten Fall besitzt das Produkt über den Wert des vorgeschoßnen Kapitals hinaus einen Mehrwert von einer, im zweiten einen Mehrwert von 2 Stunden usw. Unter allen Umständen aber ist der Mehrwert des Produkts nur die Vergegenständlichung von Mehrarbeit. Mehrwert ist bloß vergegenständlichte Mehrarbeitszeit, wie Wert überhaupt nur vergegenständlichte Arbeitszeit ist. Mehrwert löst sich also auf in Arbeitszeit, die der Arbeiter über die notwendige Arbeitszeit hinaus für den Kapitalisten arbeitet.

Wir haben gesehn: Der Kapkaliat zahlt dem Arbeiter ein Äquivalent für den täglichen Wert seines Arbeitsvermögens; aber er erhält dafür das Recht, das Arbeitsvermögen über seinen eignen Wert hinaus zu verwerten. Sind täglich 10 Arbeitsstunden notwendig, um das Arbeitsvermögen täglich zu reproduzieren, so läßt er den Arbeiter z.B. 12 Stunden arbeiten. In der Tat also tauscht er vergegenständlichte (im Arbeitslohn vergegenständlichte) Arbeitszeit von 10 Stunden gegen 12 Stunden lebendiger Arbeitszeit aus. Das Verhältnis nun, worin er vergegenständlichte, in dem vorgeschoßnen Kapital vergegenständlichte Arbeitszeit gegen lebendige Arbeitszeit austauscht, ist gleich dem Verhältnis der notwendigen Arbeitszeit des Arbeiters zur Mehrarbeit, zur Arbeitszeit, die er über die notwendige Arbeitszeit hinaus arbeitet. Es! stellt sich also dar als ein Verhältnis zweier Portionen der Arbeitszeit des Arbeiters selbst — der notwendigen Arbeitszeit und der Mehrarbeit. Die notwendige Arbeitszeit ist gleich der Arbeitszeit, nötig, um das Salair zu reproduzieren. Sie ist also bloßes Äquivalent, das der Arbeiter dem Kapitalist zurückgibt. Er hat eine bestimmte Arbeitszeit in Geld erhalten; er gibt sie in der Form lebendiger Arbeitszeit zurück. Die notwendige Arbeitszeit ist also bezahlte Arbeitszeit. Für die Mehrarbeit ist dagegen kein Äquivalent gezahlt worden. Id est, sie hat sich für den Arbeiter selbst in keinem Äquivalent vergegenständlicht. Sie ist vielmehr die Verwertung des Arbeits] vermögens

! In der Handschrift: Sie

a) Mehrwert als bloßes Verhältnis zu fassen 165

über seinen eignen Wert hinaus durch den Kapitalisten. Sie ist daher unbezahlte Arbeitszeit. Das Verhältnis, worin sich vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige austauscht, löst sich auf in das Verhältnis, worin die notwendige Arbeitszeit des Arbeiters zu seiner Mehrarbeit steht, und das letzte Verhältnis löst sich auf in das Verhältnis von bezahlter zu unbezahlter Arbeitszeit. Mehrwert gleich Mehrarbeit ist gleich unbezahlter Arbeitszeit. Der Mehrwert löst sich also auf in unbezahlte Arbeitszeit, und die Höhe des Mehrwerts hängt ab von dem Verhältnis, worin die Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit oder die unbezahlte Arbeitszeit zur bezahlten steht.

Betrachtet man nun das Kapital, so zerfällt es ursprünglich in 3 Bestandteile. (In einigen Industrien nur in zwei, wie in der extraktiven Industrie. Wir nehmen aber die vollständigste Form, die der Manufakturindustrie.) Rohmaterial, Produktionsinstrument, endlich der Teil desselben, der gegen das Arbeitsvermögen in erster Instanz ausgetauscht wird. Wir haben es hier nur mit dem Tauschwert des Kapitals zu tun.

Was nun den Wertteil des Kapitals betrifft, der in dem aufgezehrten Rohmaterial und Produktionsmittel enthalten ist, so haben wir gesehn, daß er einfach im Produkt wiedererscheint. Dieser Teil des Kapitals setzt dem Wert des Produkts nie mehr als seinen Wert zu, den er unabhängig vom Produktionsprozeß besitzt. Mit Bezug auf den Wert des Produkts können wir diesen Teil des Kapitals den konstanten Teil desselben nennen. Sein Wert kann, wie sub I bemerkt, steigen oder sinken, aber dies Steigen oder Sinken hat nichts zu tun mit dem Produktionsprozeß, worin diese Werte als Werte von Material und Produktionsinstrument eingehen. Wird 12 Stunden gearbeitet statt 10, so ist natürlich mehr Rohmaterial nötig, um die zweistündige Mehrarbeit zu absorbieren. Das, was wir konstantes Kapital nennen, wird also mit verschiedner Masse, d.h. auch Wertmasse, Wertgröße, in den Produktionsprozeß eingehn, je nach der Quantität Arbeit, die das Rohmaterial zu absorbieren hat, die überhaupt im Produktionsprozeß vergegenständlicht werden soll. Aber konstant ist es, insofern seine Wertgröße, welches Verhältnis sie auch immer zur Gesamtsumme des vorgeschoßnen Kapitals einnehme, unverändert im Produkt wieder erscheint. Wir haben gesehn, daß sie selbst nicht im eigentlichen Sinn des Worts reproduziert wird. Sie wird vielmehr nur einfach dadurch erhalten, daß Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel von der Arbeit (ihrem Gebrauchswerte nach) zu Faktoren des neuen Produkts werden, weswegen ihr Wert in diesem Produkt wiedererscheint. Dieser Wert jedoch ist einfach bestimmt durch die Arbeitszeit, die zu ihrer eignen Produktion erheischt war. Sie fügen der im Produkt enthaltnen Arbeitszeit nur soviel Arbeitszeit zu, als in ihnen selbst vor dem Produktionsprozeß enthalten war.

166 ? 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

Es ist also nur der 3. Teil des Kapitals, der gegen das Arbeitsvermögen ausgetauscht oder in Arbeitslohn vorgeschossen wird, der variabel ist. Erstens wird er wirklich reproduziert. Der Wert des Arbeitsvermögens oder der Arbeitslohn wird vernichtet (Wert und Gebrauchswert), vom Arbeiter konsumiert. Aber er wird ersetzt durch ein neues Äquivalent; an die Stelle der im Arbeitslohn vergegenständlichten Arbeitszeit tritt ein gleiches Quantum lebendiger Arbeitszeit, das der Arbeiter dem Rohmaterial zusetzt oder im Produkt materialisiert. Zweitens aber wird dieser Wertteil des Kapitals nicht nur reproduziert und einfach durch ein Äquivalent ersetzt, sondern er tauscht sich aus im wirklichen Produktionsprozeß gegen ein Quantum Arbeit = der in ihm selbst enthaltnen Arbeit + einem überschüssigen Quantum Arbeit, der Mehrarbeit, die der Arbeiter über die Arbeitszeit hinaus arbeitet, die zur Reproduktion seines eignen Salairs, also in dem Wertbestandteil des Kapitals, enthalten ist, der sich in Salair auflöst. Nennen wir daher die im konstanten Kapital enthaltene Arbeitszeit C, die im variablen V und die Zeit, die der Arbeiter über die notwendige Arbeitszeit hinaus arbeitet, M, so ist die in P ent-

— haltne Arbeitszeit oder der Wert des Produkts = C + V + M. Das ursprüngliche Kapital war gleich C + V. Der Überschuß seines Werts über seinen ursprünglichen Wert ist also = M. Aber der Wert von C erscheint einfach im Produkt wieder, während der Wert von V erstens in V reproduziert und zweitens um M vermehrt ist. Es hat sich also nur der Wertteil V des Kapitals verändert, indem V sich als V + M reproduziert hat. M ist also nur ein Resultat der Veränderung von V;* und das Verhältnis, worin Mehrwert geschaffen wird, drückt sich.aus als V:M in dem Verhältnis, worin sich die in dem Wertbestandteil V des Gesamtkapitals enthaltne Arbeitszeit ausgetauscht hat gegen lebendige Arbeitszeit, oder, was dasselbe ist, in dem Verhältnis der notwendigen Arbeit zur Mehrarbeit, im Verhältnis von V:M. Der neugeschaffne Wert resultiert nur aus der Veränderung von V, seiner Verwandlung V+M. Es ist nur dieser Teil des Kapitals, der seinen Wert vermehrt oder Mehrwert setzt. Das Verhältnis, worin daher Mehrwert gesetzt wird, ist das Verhältnis, worin M zu V steht, worin sich der in V ausgedrückte Wertteil des Kapitals nicht nur reproduziert, sondern vergrößert. Der beste Beweis ist, daß, wenn V einfach ersetzt wird durch Arbeitszeit = der in ihm selbst enthaltnen, überhaupt kein Mehrwert geschaffen, sondern vielmehr der Wert des Produkts = dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals ist.

Wenn also Mehrwert überhaupt nichts ist, als der Überschuß von lebendi-

* Gesetzt C sei = 0, und der Kapitalist habe nur Arbeitslohn (variables Kapital) vorgeschossen. So bleibt die Größe von M dieselbe, obgleich kein Teil des Produkts C ersetzt.

a) Mehrwert als bloßes Verhältnis zu fassen 167

ger Arbeit, wogegen sich die im Kapital vergegenständlichte Arbeit austauscht, oder, was dasselbe, nichts ist als die unbezahlte Arbeitszeit, die der Arbeiter über die notwendige Arbeitszeit hinaus arbeitet, so ist auch die Größe des Mehrwerts, das Verhältnis, worin er zu dem Wert, den er ersetzt, steht, das Verhältnis, worin er wächst, einfach bestimmt durch das Verhältnis von M:V, der Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit, oder, was dasselbe, der vom Kapitalisten im Arbeitslohn vorgeschoßnen Arbeitszeit zu dem Surplus von Arbeit etc. Also wenn die notwendige (das Salair reproduzierende) Arbeitszeit = 10 Stunden, und der Arbeiter arbeitet 12, so der Mehrwert gleich 2 Stunden und das Verhältnis, worin sich der vorgeschoßne Wert vermehrt hat = 2:10 = % = 20 Prozent, welches immer die Summe der Arbeitszeit sei, die im konstanten Kapitalteil, in C, enthalten sei, ob 50, 60, 100, kurz x Arbeitsstunden, welches also immer das Verhältnis des variablen zum konstanten Teil des Kapitals sei. Der Wert dieses Teils, wie wir gesehn, erscheint einfach im Produkt wieder und hat mit der während des Produktionsprozesses selbst vor sich gehenden Wertschöpfung absolut nichts zu tun.

Sehr wichtig, den Mehrwert = Mehrarbeit, und das Verhältnis des Mehrwerts als

Produktionsprozeß. Als solche gegenwärtige Arbeit aber ist sie selbst schon dem Kapital einverleibt, ein Moment desselben. Diese erhaltende Kraft der Arbeit erscheint also als ‚Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Der Arbeiter hat nur neue Arbeit hinzugefügt; die vergangne — worin das Kapital existiert — hat eine ewige Existenz als Wert durchaus unabhängig von seinem stofflichen Dasein. So erscheint die Sache dem Kapital und dem Arbeiter.

2. Der absolute Mehrwert

Die hier entwickelte Ansicht auch strikt mathematisch richtig. So im Differentialkalkül nimm z.B. y=f(x)+C, wo C konstante Größe ist. The change of x into x + Ax does not alter the value of C.! dC wäre = 0, weil die konstante Größe nicht changiert. Hence the Differential of a constant is zero.?

@) Mehrwert als bloßes Verhältnis zu fassen zu einem bestimmten, nämlich dem im Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals

Der Mehrwert, den das Kapital am Ende des Produktionsprozesses hat, heißt, dem allgemeinen Begriff des Tauschwerts gemäß ausgedrückt: Die im Produkt vergegenständlichte Arbeitszeit (oder das Quantum in ihm enthaltner Arbeit) ist größer als die in dem ursprünglichen Kapital, das während des Produktionsprozesses vorgeschossen wurde, enthaltne Arbeitszeit. Dies ist nur möglich dadurch (vorausgesetzt, daß die Ware zu ihrem Wert verkauft wird), daß die im Arbeitspreis (Arbeitslohn) vergegenständlichte Arbeitszeit kleiner ist als die lebendige Arbeitszeit, wodurch sie im Produktionsprozeß ersetzt wird. Was auf Seite des Kapitals als Mehrwert, erscheint auf Seite des Arbeiters als Mehrarbeit (Surplusarbeit). Der Mehrwert ist nichts als der Überschuß der Arbeit, den der Arbeiter gibt über das Quantum vergegenständlichter Arbeit hinaus, das er in seinem eignen Salair, als Wert seines Arbeitsvermögens, erhalten hat.

Wir haben gesehn, daß im Austausch zwischen Kapital und Arbeitsvermö-

! Die Veränderung von x und Ax ändert nichts am Wert von C. 2 Folglich ist der Differentialquotient einer Konstante gleich Null.

12*

160 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

gen Äquivalente ausgetauscht werden. Das Resultat aber der Transaktion, wie es im Produktionsprozeß erscheint und wie es von seiten des Kapitalisten den ganzen Zweck der Transaktion bildet, daß der Kapitalist für ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit ein größres Quantum lebendiger Arbeit kauft oder daß die Arbeitszeit, die im Arbeitslohn vergegenständlicht ist, kleiner ist als die Arbeitszeit, die der Arbeiter für den Kapitalist arbeitet und die sich daher im Produkt vergegenständlicht. Die Vermittlung durch den Austausch zwischen Kapital und Arbeitsvermögen (oder daß das Arbeitsvermögen zu seinem Werte verkauft wird) ist ein Umstand, der hier, wo es sich nur um die Analyse des Mehrwerts handelt, gleichgültig wird. Hier handelt es sich vielmehr darum, wie groß auf der einen Seite die Arbeitszeit ist, die im Arbeitslohn (dem Wert des Arbeitsvermögens) vergegenständlicht, und wie groß auf der andren Seite die Arbeitszeit ist, die der Arbeiter wirklich dem Kapitalisten in return! gibt oder wie groß die Anwendung seines Arbeitsvermögens ist.

Das Verhältnis, worin vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige Arbeit ausgetauscht wird — also der Unterschied zwischen dem Wert des Arbeitsvermögens und der Verwertung dieses Arbeitsvermögens durch den Kapitalisten —, nimmt im Produktionsprozeß selbst eine andre Form an. Hier stellt es sich nämlich dar als Spaltung der lebendigen Arbeit selbst in zwei Quanta, beide durch die Zeit gemessen, und als? das Verhältnis dieser beiden Quanta. Erstens nämlich ersetzt der Arbeiter den Wert seines Arbeitsvermögens. Gesetzt, der Wert seiner täglichen Lebensmittel sei gleich 10 Arbeitsstunden. Diesen Wert reproduziert er, indem er 10 Stunden arbeitet. Diesen Teil der Arbeitszeit wollen wir die notwendige Arbeitszeit nennen. Gesetzt nämlich, Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel — die gegenständlichen Arbeitsbedingungen — seien Eigentum des Arbeiters selbst. So müßte er nach der Voraussetzung täglich 10 Stunden arbeiten, einen Wert von 10 Stunden Arbeitszeit täglich reproduzieren, um jeden andren Tag Lebensmittel zum Betrag von 10 Arbeitsstunden sich aneignen zu können, um sein eignes Arbeitsvermögen reproduzieren, um fortleben zu können. Das Produkt seiner lOstündigen Arbeit wäre gleich der Arbeitszeit, die in dem verarbeiteten Rohmaterial und dem vernützten Arbeitswerkzeug sind + den 10 Stunden Arbeit, die er dem Rohmaterial neu zugefügt hätte. Nur den letztren Teil des Produkts könnte er konsumieren, wollte er seine Produktion fortsetzen, i.e., sich die Produktionsbedingungen erhalten. Denn den Wert von Rohmaterial und Arbeitsmittel

! im Austausch

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Seite 95 aus Heft IN

a) Mehrwert als bloßes Verhältnis zu fassen 163

muß er von dem Wert seines Produkts täglich abziehn, um Rohmaterial und Arbeitsmittel beständig ersetzen zu können; um täglich von neuem über soviel Rohmaterial und Arbeitsmittel zu verfügen, als zur Verwirklichung (Anwendung) zehnstündiger Arbeit erheischt sind. Wenn der Wert der durchschnittlichen täglichen notwendigen Lebensmittel des Arbeiters gleich 10 Arbeitsstunden, so muß er täglich durchschnittlich 10 Arbeitsstunden arbeiten, um seine tägliche Konsumtion erneuern und sich die nötigen Lebensbedingungen als Arbeiter verschaffen zu können. Diese Arbeit wäre notwendig für ihn selbst, zu seiner eignen Selbsterhaltung, ganz abgesehn davon, ob er selbst der Eigentümer der Arbeitsbedingungen — Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel — ist oder nicht ist, ob seine Arbeit unter das Kapital subsumiert ist oder nicht subsumiert ist. Als Arbeitszeit, notwendig zur Erhaltung der Arbeiterklasse selbst, können wir diesen Teil der Arbeitszeit die notwendige Arbeitszeit nennen,

Aber auch noch von einem andren Gesichtspunkt.

Die Arbeitszeit, die notwendig ist, um den Wert des Arbeitsvermögens selbst zu reproduzieren — d.h. die tägliche Produktion des Arbeiters, die erheischt ist, damit die Konsumtion des Arbeiters sich täglich wiederholen kann — oder die Arbeitszeit, wodurch der Arbeiter dem Produkt den Wert zufügt, den er selbst in der Form des Arbeitslohns täglich erhält und täglich vernichtet — ist insofern notwendige Arbeitszeit auch vom Standpunkt des Kapitalisten aus, als das ganze Kapitalverhältnis das beständige Dasein der Arbeiterklasse, ihre fortwährende Reproduktion voraussetzt und die kapitalistische Produktion das beständige Vorhandensein, Erhaltung und Reproduktion einer Arbeiterklasse zu ihrer notwendigen Voraussetzung hat.

Ferner: Gesetzt, der Wert des der Produktion vorgeschoßnen Kapitals solle nur einfach erhalten und reproduziert werden, d. h., der Kapitalist schaffe im Produktionsprozeß keinen neuen Wert. So ist es klar, daß der Wert des Produkts nur gleich dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals sein wird, wenn der Arbeiter dem Rohmaterial soviel Arbeitszeit zugesetzt hat, als er in der Form von Arbeitslohn erhalten, d.h., wenn er den Wert seines eignen Arbeitslohns reproduziert. Die Arbeitszeit, die notwendig ist, damit der Arbeiter den Wert seiner eignen täglichen Lebensmittel reproduziere, ist zugleich die Arbeitszeit, die notwendig ist, damit das Kapital seinen Wert einfach erhalte und reproduziere.

Wir haben angenommen, daß eine Arbeitszeit von 10 Stunden = der im Arbeitslohn enthaltnen Arbeitszeit ist; die Arbeitszeit also, worin der Arbeiter dem Kapitalisten nur ein Äquivalent zurückgibt für den Wert des Arbeitslohns, ist zugleich die notwendige Arbeitszeit, die Arbeitszeit, die notwendig ist,

164 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

sowohl für die Erhaltung der Arbeiterklasse selbst als auch für die einfache Erhaltung und Reproduktion des vorgeschoßnen Kapitals, wie endlich für die Möglichkeit des Kapitalverhältnisses überhaupt.

Nach der Voraussetzung also sind die ersten 10 Stunden, die der Arbeiter arbeitet, notwendige Arbeitszeit, und diese ist zugleich nichts als ein Äquivalent für die vergegenständlichte Arbeitszeit, die er in der Form des Arbeitslohns erhalten hat. Alle Arbeitszeit, die der Arbeiter über diese 10 Stunden, diese notwendige Arbeitszeit, hinaus arbeitet, wollen wir Mehrarbeit nennen. Arbeitet er 11 Stunden, so hat er Mehrarbeit von 1 Stunde, wenn 12, Mehrarbeit von zwei Stunden geliefert usw. In dem ersten Fall besitzt das Produkt über den Wert des vorgeschoßnen Kapitals hinaus einen Mehrwert von einer, im zweiten einen Mehrwert von 2 Stunden usw. Unter allen Umständen aber ist der Mehrwert des Produkts nur die Vergegenständlichung von Mehrarbeit. Mehrwert ist bloß vergegenständlichte Mehrarbeitszeit, wie Wert überhaupt nur vergegenständlichte Arbeitszeit ist. Mehrwert löst sich also auf in Arbeitszeit, die der Arbeiter über die notwendige Arbeitszeit hinaus für den Kapitalisten arbeitet.

Wir haben gesehn: Der Kapkaliat zahlt dem Arbeiter ein Äquivalent für den täglichen Wert seines Arbeitsvermögens; aber er erhält dafür das Recht, das Arbeitsvermögen über seinen eignen Wert hinaus zu verwerten. Sind täglich 10 Arbeitsstunden notwendig, um das Arbeitsvermögen täglich zu reproduzieren, so läßt er den Arbeiter z.B. 12 Stunden arbeiten. In der Tat also tauscht er vergegenständlichte (im Arbeitslohn vergegenständlichte) Arbeitszeit von 10 Stunden gegen 12 Stunden lebendiger Arbeitszeit aus. Das Verhältnis nun, worin er vergegenständlichte, in dem vorgeschoßnen Kapital vergegenständlichte Arbeitszeit gegen lebendige Arbeitszeit austauscht, ist gleich dem Verhältnis der notwendigen Arbeitszeit des Arbeiters zur Mehrarbeit, zur Arbeitszeit, die er über die notwendige Arbeitszeit hinaus arbeitet. Es! stellt sich also dar als ein Verhältnis zweier Portionen der Arbeitszeit des Arbeiters selbst — der notwendigen Arbeitszeit und der Mehrarbeit. Die notwendige Arbeitszeit ist gleich der Arbeitszeit, nötig, um das Salair zu reproduzieren. Sie ist also bloßes Äquivalent, das der Arbeiter dem Kapitalist zurückgibt. Er hat eine bestimmte Arbeitszeit in Geld erhalten; er gibt sie in der Form lebendiger Arbeitszeit zurück. Die notwendige Arbeitszeit ist also bezahlte Arbeitszeit. Für die Mehrarbeit ist dagegen kein Äquivalent gezahlt worden. Id est, sie hat sich für den Arbeiter selbst in keinem Äquivalent vergegenständlicht. Sie ist vielmehr die Verwertung des Arbeits] vermögens

! In der Handschrift: Sie

a) Mehrwert als bloßes Verhältnis zu fassen 165

über seinen eignen Wert hinaus durch den Kapitalisten. Sie ist daher unbezahlte Arbeitszeit. Das Verhältnis, worin sich vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige austauscht, löst sich auf in das Verhältnis, worin die notwendige Arbeitszeit des Arbeiters zu seiner Mehrarbeit steht, und das letzte Verhältnis löst sich auf in das Verhältnis von bezahlter zu unbezahlter Arbeitszeit. Mehrwert gleich Mehrarbeit ist gleich unbezahlter Arbeitszeit. Der Mehrwert löst sich also auf in unbezahlte Arbeitszeit, und die Höhe des Mehrwerts hängt ab von dem Verhältnis, worin die Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit oder die unbezahlte Arbeitszeit zur bezahlten steht.

Betrachtet man nun das Kapital, so zerfällt es ursprünglich in 3 Bestandteile. (In einigen Industrien nur in zwei, wie in der extraktiven Industrie. Wir nehmen aber die vollständigste Form, die der Manufakturindustrie.) Rohmaterial, Produktionsinstrument, endlich der Teil desselben, der gegen das Arbeitsvermögen in erster Instanz ausgetauscht wird. Wir haben es hier nur mit dem Tauschwert des Kapitals zu tun.

Was nun den Wertteil des Kapitals betrifft, der in dem aufgezehrten Rohmaterial und Produktionsmittel enthalten ist, so haben wir gesehn, daß er einfach im Produkt wiedererscheint. Dieser Teil des Kapitals setzt dem Wert des Produkts nie mehr als seinen Wert zu, den er unabhängig vom Produktionsprozeß besitzt. Mit Bezug auf den Wert des Produkts können wir diesen Teil des Kapitals den konstanten Teil desselben nennen. Sein Wert kann, wie sub I bemerkt, steigen oder sinken, aber dies Steigen oder Sinken hat nichts zu tun mit dem Produktionsprozeß, worin diese Werte als Werte von Material und Produktionsinstrument eingehen. Wird 12 Stunden gearbeitet statt 10, so ist natürlich mehr Rohmaterial nötig, um die zweistündige Mehrarbeit zu absorbieren. Das, was wir konstantes Kapital nennen, wird also mit verschiedner Masse, d.h. auch Wertmasse, Wertgröße, in den Produktionsprozeß eingehn, je nach der Quantität Arbeit, die das Rohmaterial zu absorbieren hat, die überhaupt im Produktionsprozeß vergegenständlicht werden soll. Aber konstant ist es, insofern seine Wertgröße, welches Verhältnis sie auch immer zur Gesamtsumme des vorgeschoßnen Kapitals einnehme, unverändert im Produkt wieder erscheint. Wir haben gesehn, daß sie selbst nicht im eigentlichen Sinn des Worts reproduziert wird. Sie wird vielmehr nur einfach dadurch erhalten, daß Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel von der Arbeit (ihrem Gebrauchswerte nach) zu Faktoren des neuen Produkts werden, weswegen ihr Wert in diesem Produkt wiedererscheint. Dieser Wert jedoch ist einfach bestimmt durch die Arbeitszeit, die zu ihrer eignen Produktion erheischt war. Sie fügen der im Produkt enthaltnen Arbeitszeit nur soviel Arbeitszeit zu, als in ihnen selbst vor dem Produktionsprozeß enthalten war.

166 ? 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

Es ist also nur der 3. Teil des Kapitals, der gegen das Arbeitsvermögen ausgetauscht oder in Arbeitslohn vorgeschossen wird, der variabel ist. Erstens wird er wirklich reproduziert. Der Wert des Arbeitsvermögens oder der Arbeitslohn wird vernichtet (Wert und Gebrauchswert), vom Arbeiter konsumiert. Aber er wird ersetzt durch ein neues Äquivalent; an die Stelle der im Arbeitslohn vergegenständlichten Arbeitszeit tritt ein gleiches Quantum lebendiger Arbeitszeit, das der Arbeiter dem Rohmaterial zusetzt oder im Produkt materialisiert. Zweitens aber wird dieser Wertteil des Kapitals nicht nur reproduziert und einfach durch ein Äquivalent ersetzt, sondern er tauscht sich aus im wirklichen Produktionsprozeß gegen ein Quantum Arbeit = der in ihm selbst enthaltnen Arbeit + einem überschüssigen Quantum Arbeit, der Mehrarbeit, die der Arbeiter über die Arbeitszeit hinaus arbeitet, die zur Reproduktion seines eignen Salairs, also in dem Wertbestandteil des Kapitals, enthalten ist, der sich in Salair auflöst. Nennen wir daher die im konstanten Kapital enthaltene Arbeitszeit C, die im variablen V und die Zeit, die der Arbeiter über die notwendige Arbeitszeit hinaus arbeitet, M, so ist die in P ent-

— haltne Arbeitszeit oder der Wert des Produkts = C + V + M. Das ursprüngliche Kapital war gleich C + V. Der Überschuß seines Werts über seinen ursprünglichen Wert ist also = M. Aber der Wert von C erscheint einfach im Produkt wieder, während der Wert von V erstens in V reproduziert und zweitens um M vermehrt ist. Es hat sich also nur der Wertteil V des Kapitals verändert, indem V sich als V + M reproduziert hat. M ist also nur ein Resultat der Veränderung von V;* und das Verhältnis, worin Mehrwert geschaffen wird, drückt sich.aus als V:M in dem Verhältnis, worin sich die in dem Wertbestandteil V des Gesamtkapitals enthaltne Arbeitszeit ausgetauscht hat gegen lebendige Arbeitszeit, oder, was dasselbe ist, in dem Verhältnis der notwendigen Arbeit zur Mehrarbeit, im Verhältnis von V:M. Der neugeschaffne Wert resultiert nur aus der Veränderung von V, seiner Verwandlung V+M. Es ist nur dieser Teil des Kapitals, der seinen Wert vermehrt oder Mehrwert setzt. Das Verhältnis, worin daher Mehrwert gesetzt wird, ist das Verhältnis, worin M zu V steht, worin sich der in V ausgedrückte Wertteil des Kapitals nicht nur reproduziert, sondern vergrößert. Der beste Beweis ist, daß, wenn V einfach ersetzt wird durch Arbeitszeit = der in ihm selbst enthaltnen, überhaupt kein Mehrwert geschaffen, sondern vielmehr der Wert des Produkts = dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals ist.

Wenn also Mehrwert überhaupt nichts ist, als der Überschuß von lebendi-

* Gesetzt C sei = 0, und der Kapitalist habe nur Arbeitslohn (variables Kapital) vorgeschossen. So bleibt die Größe von M dieselbe, obgleich kein Teil des Produkts C ersetzt.

a) Mehrwert als bloßes Verhältnis zu fassen 167

ger Arbeit, wogegen sich die im Kapital vergegenständlichte Arbeit austauscht, oder, was dasselbe, nichts ist als die unbezahlte Arbeitszeit, die der Arbeiter über die notwendige Arbeitszeit hinaus arbeitet, so ist auch die Größe des Mehrwerts, das Verhältnis, worin er zu dem Wert, den er ersetzt, steht, das Verhältnis, worin er wächst, einfach bestimmt durch das Verhältnis von M:V, der Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit, oder, was dasselbe, der vom Kapitalisten im Arbeitslohn vorgeschoßnen Arbeitszeit zu dem Surplus von Arbeit etc. Also wenn die notwendige (das Salair reproduzierende) Arbeitszeit = 10 Stunden, und der Arbeiter arbeitet 12, so der Mehrwert gleich 2 Stunden und das Verhältnis, worin sich der vorgeschoßne Wert vermehrt hat = 2:10 = % = 20 Prozent, welches immer die Summe der Arbeitszeit sei, die im konstanten Kapitalteil, in C, enthalten sei, ob 50, 60, 100, kurz x Arbeitsstunden, welches also immer das Verhältnis des variablen zum konstanten Teil des Kapitals sei. Der Wert dieses Teils, wie wir gesehn, erscheint einfach im Produkt wieder und hat mit der während des Produktionsprozesses selbst vor sich gehenden Wertschöpfung absolut nichts zu tun.

Sehr wichtig, den Mehrwert = Mehrarbeit, und das Verhältnis des Mehrwerts als

Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit scharf zu fassen. Die gewöhnliche Vorstellung von Profit und Profitrate ist dabei zunächst ganz zu vergessen. Es wird sich später zeigen, welches Verhältnis zwischen Mehrwert und Profit stattfindet.

Wir werden daher an einigen Beispielen diese Auffassung vom Mehrwert und der Rate des Mehrwerts, dem Verhältnis, worin er wächst — dem Maß, wonach seine Größe zu messen ist —, klarmachen. Diese Beispiele sind entlehnt aus statistischen Quellen. Die Arbeitszeit erscheint hier also überall im Geld ausgedrückt. Ferner erscheinen in der Rechnung verschiedne Items, die verschiedne Namen tragen, also z.B. neben dem Profit Zins, Steuern, Grundrente etc, Dieses sind alles verschiedne Teile des Mehrwerts unter verschiednen Namen. Wie sich der Mehrwert unter verschiedne Klassen verteilt, wieviel davon also der industrielle Kapitalist unter verschiednen Rubriken abgibt und wieviel er für sich behält, ist für die Auffassung des Mehrwerts selbst durchaus gleichgültig. Es ist aber ganz klar, daß alle — unter welcher Rubrik immer —, die nicht selbst arbeiten, am materiellen Produktionsprozeß selbst als Arbeiter teilnehmen, an dem Wert des materiellen Produkts nur teilnehmen können, sofern sie dessen Mehrwert unter sich verteilen, denn der Wert von Rohmaterial und Maschinerie, der konstante Wertteil des Kapitals, muß ersetzt werden. Dito die notwendige Arbeitszeit, da die Arbeiterklasse überhaupt erst das nötige Quantum Arbeitszeit arbeiten muß, um sich selbst am Leben zu erhalten, bevor sie für andre arbeiten kann. Es ist nur der Wert, x

168 2. Der absolute Mehrwert : Heft III

gleich ihrer Surplusarbeit, also auch die Gebrauchswerte, die mit diesem Mehrwert gekauft werden können, die verteilbar sind unter die Nichtarbeiter.

Es ist nur der variable Teil des Kapitals, das Quantum vergegenständlichter Arbeit, das im Produktionsprozeß gegen ein größres Quantum lebendiger Arbeitszeit sich austauscht, das sich überhaupt verändert, seinen Wert verändert, einen Mehrwert setzt, und die Größe dieses neu geschaffnen Werts hängt ganz ab von dem Verhältnis des Quantums von lebendiger Mehrarbeit, die es eintauscht im Verhältnis zu der in ihm vor dem Produktionsprozeß enthaltnen Arbeit.

1}99| Als zweites Beispiel ist hier Senior anzuführen, als Mißverständnis der Ökonomen über Mehrarbeit und Mehrwert.

Es sind nun noch folgende Punkte unter dem Mehrwert zu betrachten:

{1. Maß der Mehrarbeit. Trieb des Kapitals, sie ins Unendliche auszuspinnen. 2. Mehrwert hängt nicht nur ab von der Stundenzahl, die der einzelne Arbeiter arbeitet über die notwendige Arbeitszeit hinaus, sondern von der Anzahl gleichzeitiger Arbeitstage oder der Masse Arbeiter, die der Kapitalist anwendet. 3.Das Verhältnis des Kapitals als Produzent von Mehrarbeit: Arbeiten über das Bedürfnis hinaus. Zivilisatorisches des Kapitals, Arbeitszeit und freie Zeit. Gegensatz. Surplusarbeit und Surplusprodukt. Also in letzter Instanz Verhältnis der Bevölkerung und Kapital. 4. Herrn Proudhons These, daß der Arbeiter sein eignes Produkt nicht wieder kaufen kann, oder Preis des Produktteils etc.! 5. Diese Form des Mehrwerts die absolute. Bleibt bei allen Produktionsweisen, die auf dem Gegensatz von Klassen, der einen, der Besitzerin der Produktionsbedingungen, der andren, der Arbeit, begründet sind.}

b) Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit. Maß der Mehrarbeit

Das Kapital hat die schrankenlose Tendenz der Selbstbereicherung mit der Schatzbildung gemein. Da der Mehrwert sich in Mehrarbeit auflöst, hat es den schrankenlosen Trieb, die Mehrarbeit zu vermehren. Für die in Arbeitslohn verausgabte vergegenständlichte Arbeit sucht das Kapital ein größtmöglichstes Quantum lebendiger Arbeitszeit zurückzuerhalten, d. h. einen größtmöglichsten Überschuß von Arbeitszeit über die Arbeitszeit hinaus, die zur Reproduktion des Salairs, d.h. zur Reproduktion des Werts des täglichen Lebensmittels des Arbeiters selbst, erheischt ist. Von den schrankenlosen

! Siehe vorl. Band, 5. 341/342 16

b) Verhältnis der Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit 169

Ausschweifungen des Kapitals in dieser Hinsicht bietet seine ganze Geschichte den Beweis. Die Tendenz zeigt sich überall unverhüllt, und sie wird nur im Schach gehalten teils durch physische Bedingungen, teils durch soziale Hindernisse (die sie selbst erst erzeugt), auf die hier nicht näher einzugehn ist. Es gilt nur, die Tendenz zu konstatieren. In dieser Hinsicht interessant z.B. das moderne Fabrikwesen in England mit der Fronarbeit, etwa in den Donaufürstentümern zu vergleichen. In beiden Formen, wovon die eine entwickelt kapitalistisch ist, die andre der rohsten Form des Leibeignenwesens angehört — zeigt sich gleich handgreiflich die Aneignung fremder Mehrarbeit, Surplusarbeit, als die direkte Quelle der Bereicherung. Die speziellen Umstände, die im Fabrikwesen, der entwickelten kapitalistischen Produktionsweise, hinzukommen, um die Arbeitszeit über ihre natürlichen Schranken hinaus widernatürlich zu verlängern, können erst im Verlauf dieser Untersuchung näher angedeutet werden.

Bei der Vergleichung der walachischen Fronarbeit mit englischer Lohnarbeit folgender Punkt festzuhalten. Besteht die tägliche Gesamtarbeitszeit eines Arbeiter aus 12 oder 14 Stunden und betrüge die notwendige Arbeitszeit in beiden Fällen nur 10 Stunden, so würde der Arbeiter im ersten Fall während 6 Wochentagen 6 X 2 oder 12 Stunden, im zweiten Fall 6 X 4 oder 24 Stunden Mehrarbeit liefern. Im ersten Falle würde [er] von 6 Tagen einen, im zweiten 2 Tage für den Kapitalisten arbeiten ohne Äquivalent. Die Sache reduzierte sich im ganzen Jahr, Woche ein und aus, darauf, daß er 1, 2 oder x Tage der Woche für den Kapitalisten arbeitet; die andren Tage der Woche aber für sich selbst. Dies ist die Form, worin das Verhältnis direkt bei der Fronarbeit, etwa der walachischen, auftritt. Dem Wesen nach ist das allgemeine Verhältnis in beiden Fällen dasselbe, obgleich die Form — die Vermittlung des Verhältnisses, verschieden ist.

Es existieren jedoch natürliche Schranken für die Dauer der täglichen Arbeitszeit des einzelnen Individuums. Abgesehn von der Zeit, die erheischt ist zur Ernährung, bedarf es des Schlafes, der Erholung, einer Pause, worin das Arbeitsvermögen und das Organ desselben die Ruhe genießen, ohne die sie unfähig sind, das Werk fortzusetzen oder von neuem zu beginnen. Als natürliches Maß der Arbeitsdauer kann der Tag selbst bezeichnet werden, wie in England denn auch der 12stündige Tag der „working day“! genannt wird. Die Grenzen des Arbeitstags sind jedoch verschwimmend, und wir finden ihn von 10 zu 17 (18) Stunden bei verschiednen Völkern und in besondren Industriezweigen bei demselben Volke ausgedehnt. Die Zeit der Arbeit und der

! „Arbeitstag“

170 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

Ruhe können verschoben werden, so daß z.B. während der Nacht gearbeitet und bei Tag geruht, geschlafen wird. Oder der Arbeitstag kann zwischen Tag und Nacht verteilt werden. So finden wir z.B. bei den russischen Fabriken in Moskau, daß 24 Stunden, Tag und Nacht, durchgearbeitet wird (wie dies zum großen Teil in den ersten Zeiten der englischen Baumwollmanufaktur der Fall war). Es werden dann aber zwei Gänge (sets) von Arbeitern angewandt. Der erste Gang arbeitet 6 Stunden im Tag und wird dann vom zweiten Gang abgelöst. Darauf arbeitet der erste Gang wieder 6 Stunden in der Nacht und wird für die folgenden 6 Stunden wieder vom zweiten Gang abgelöst. Oder (wie bei dem Fall der dressmakerin!!, der zu zitieren), es kann nun (und d. bakers? !°%) 30 Stunden nacheinander gearbeitet werden und dann Unterbrechung etc.

17! Die Beispiele (hier beizubringen) über Extraktion von Arbeitszeit auch nützlich, weil darin schlagend hervortreten, wie der Wert, d. h. der Reichtum als solcher, sich einfach in Arbeitszeit auflöst.

Wir haben gesehn, daß der Kapitalist das Arbeitsvermögen seinem Äquivalent nach zahlt und daß die Verwertung des Arbeitsvermögens über seinen Wert hinaus mit dieser dem Gesetz des Warenaustauschs gemäß vor sich gehenden Operation — nämlich dem Gesetz, daß die Waren sich austauschen im Verhältnis der in ihnen enthaltnen Arbeitszeit oder im Verhältnis der Arbeitszeit, die zu ihrer Produktion erheischt ist — nicht in Widerspruch steht, vielmehr aus der spezifischen Natur des Gebrauchswerts der Ware hervorgeht, die hier verkauft wird. Es scheint daher völlig gleichgültig, d.h. nicht durch die Natur des Verhältnisses selbst gegeben zu sein, in welchem Maße das Arbeitsvermögen vom Kapitalisten verwertet wird oder bis zu welchem Umfang die Dauer der Arbeitszeit im wirklichen Produktionsprozeß verlängert wird. D.h. in andern Worten: Die Größe der lebendigen Mehrarbeit, also auch der lebendigen Gesamtarbeitszeit, die das Kapital eintauscht für ein bestimmtes, durch die Produktionskosten des Arbeitsvermögens selbst bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit, scheinen ebensowenig durch die Natur dieses ökonomischen Verhältnisses selbst begrenzt zu sein, sowenig als die Art und Weise, wie der Käufer den Gebrauchswert einer Ware verwertet, durch das Verhältnis von Kauf und Verkauf überhaupt bestimmt ist. Es ist vielmehr unabhängig davon. Die Schranken, die sich hier entwickeln, z.B. später ökonomisch aus dem Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr oder auch aus Staatseinmischung u. dgl., scheinen dagegen im allgemeinen Verhältnis selbst nicht eingeschlossen zu sein.

! Schneiderin ? Bäcker

b) Verhältnis der Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit 171

Indes ist folgendes zu erwägen: Was Verwertung des Arbeitsvermögens (oder wie wir es früher nannten, Konsumtion desselben. Es ist eben die Natur des Arbeitsvermögens, daß der Konsum desselben zugleich Verwertungsprozeß, Vergegenständlichung von Arbeit) auf seiten des Kapitals, ist auf seiten des Arbeiters Arbeiten, also Verausgabung von Lebenskraft. Wird die Arbeit über eine gewisse Zeitdauer verlängert — oder das Arbeitsvermögen über einen gewissen Grad hinaus verwertet —, so wird das Arbeitsvermögen temporär oder definitiv zerstört, statt sich zu erhalten. Läßt der Kapitalist den Arbeiter z.B. heute 20 Stunden arbeiten, so wird er morgen unfähig sein, die normale Arbeitszeit von 12 Stunden oder vielleicht irgendeine Arbeitszeit zu arbeiten. Erstreckt sich die Überarbeitung über eine längere Periode, so wird der Arbeiter sich selbst und daher sein Arbeitsvermögen, das er vielleicht für 20 oder 30 Jahre erhalten hätte, vielleicht nur für 7 Jahre erhalten. So z.B. ist es bekannt, daß die 2 Stunden Manufakturarbeiten (Hausarbeit), die die Sklaven in den südlichen Staaten von Nordamerika vor der Erfindung des cottongin! verrichten mußten zur Trennung der Baumwolle von ihrem Samen — nachdem sie 12 Stunden in Feldarbeit gearbeitet —, ihre durchschnittliche Lebensdauer auf 7 Jahre reduzierten. Dasselbe ist noch in diesem Augenblick der Fall in Kuba, wo die Neger nach 12stündiger Feldarbeit noch zwei Stunden mit auf die Zucker- oder Tabaksbereitung bezüglicher Manufakturarbeit beschäftigt werden.

Verkauft der Arbeiter aber sein Arbeitsvermögen zu seinem Wert — eine Unterstellung, von der wir in unsrer Untersuchung ausgehn — wie wir überhaupt von der Voraussetzung ausgehn, daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden -, so ist nur unterstellt, daß er täglichen Durchschnittslohn erhält, der ihn befähigt, in seiner hergebrachten Weise als Arbeiter fortzuleben, also daß er den andren Tag (abgesehn von dem Verschleiß, den das natürliche Alter mit sich bringt oder den die Art und Weise seiner Arbeit an und für sich mitbringt) in demselben normalen Zustand von Gesundheit sich befindet wie den Tag zuvor, daß sein Arbeitsvermögen reproduziert oder erhalten ist, also in derselben Weise wieder verwertet werden kann als den Tag zuvor während einer bestimmten normalen Zeitdauer, z.B. 20 Jahre. Wird also die Mehrarbeit zu einem Umfang der Überarbeitung ausgedehnt, die die normale Dauer des Arbeitsvermögens gewaltsam abkürzt, temporell vernichtet, d.h. beschädigt oder ganz zerstört, so wird diese Bedingung verletzt. Der Arbeiter stellt den Gebrauch seines Arbeitsvermögens — wenn er dasselbe zu seinem Wert verkauft — zur Disposition, aber nur in dem Umfang, wodurch der Wert des

! Egreniermaschine

172 2. Der absolute Mehrwert . Heft III

Arbeitsvermögens selbst nicht zerstört wird, sondern vielmehr nur in einem Umfang, worin ihn der Arbeitslohn befähigt, das Arbeitsvermögen zu reproduzieren, zu erhalten während einer gewissen normalen Durchschnittszeit. Verwendet der Kapitalist ihn über diese normale Arbeitszeit hinaus, so zerstört er das Arbeitsvermögen und damit seinen Wert. Er hat aber nur den täglichen Durch|!101lschnittswert desselben gekauft, also keineswegs den Wert, den es außer diesem Tag noch den andren hat. Oder er hat in 7 Jahren nicht den Wert gekauft, den! es während 20 Jahren hat.

Wie also aus dem spezifischen Gebrauchswert dieser Ware — des Arbeitsvermögens — einerseits hervorgeht, daß sein Konsum selbst Verwertung, Wertschöpfung ist, so geht andrerseits aus der spezifischen Natur dieses Gebrauchswerts hervor, daß der Umfang, worin es verbraucht werden kann, verwertet wird, innerhalb gewisser Schranken gebannt werden muß, um seinen Tauschwert selbst nicht zu zerstören.

Hier, wo wir überhaupt annehmen, daß der Arbeiter sein Arbeitsvermögen zu seinem Wert verkauft, nehmen wir noch an, daß die Gesamtzeit, die Summe der notwendigen Arbeitszeit und der Mehrarbeitszeit, den Normalarbeitstag nicht übersteigt, setze man ihn nun zu 12, 13 oder 14 Stunden an, die der Arbeiter arbeitet, [um] sein Arbeitsvermögen in seinem gewöhnlichen Zustand von Gesundheit und Werkfähigkeit in einer gewissen normalen Durchschnittszeit zu erhalten und täglich von neuem zu reproduzieren.

Aus dem Gesagten geht aber hervor, daß hier eine Antinomie in dem allgemeinen Verhältnis selbst stattfindet, eine Antinomie, die daraus hervorgeht: Einerseits, abgesehn von der natürlichen Schranke, die die Ausdehnung der Arbeitszeit über eine gewisse Zeitdauer absolut verhindert, geht aus dem allgemeinen Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit — dem Verkauf des Arbeitsvermögens — keine Schranke für die Mehrarbeit hervor. Andrerseits, sofern die Mehrarbeit den Wert des Arbeitsvermögens selbst zerstört, während nur sein Gebrauch verkauft ist zu dem Umfang, worin es sich als Arbeitsvermögen erhält und reproduziert, also auch sein Wert während einer bestimmten normalen Zeitdauer erhalten wird — widerspricht die Mehrarbeit über eine gewisse verschwimmende Grenze hinaus der Natur des Verhältnisses selbst, die mit dem Verkauf des Arbeitsvermögens durch den Arbeiter gegeben ist.

Wir wissen, daß in der Praxis, ob eine Ware unter oder über ihrem Wert verkauft wird, von dem relativen Machtverhältnis (das jedesmal ökonomisch bestimmt ist), vom Käufer und Verkäufer abhängt. Ebenso hier, ob der Ar-

! In der Handschrift: das

b) Verhältnis der Mehrarbeit zur notwendigen Arbeit 173

beiter die Mehrarbeit über dem normalen Maß liefert oder nicht, wird abhängen von der Widerstandskraft, die er den maßlosen Ansprüchen des Kapitals entgegensetzen kann. Die Geschichte der modernen Industrie belehrt uns jedoch, daß die maßlosen Ansprüche des Kapitals nie durch die vereinzelten Anstrengungen des Arbeiters im Zaume gehalten wurden, sondern daß der Kampf erst die Form eines Klassenkampfes annehmen und dadurch die Einmischung der Staatsgewalt hervorrufen mußte, bis die tägliche Gesamtarbeitszeit gewisse Schranken fand. (Zuerst bis jetzt meist nur in gewissen Sphären.)

Man denkt vielleicht, daß, wie der Sklavenbesitzer, wenn er den Neger in 7 Jahren vernutzt, gezwungen ist, ihn durch neuen Kauf von Negern zu ersetzen, so das Kapital, da das beständige Dasein der Arbeiterklasse seine Grundvoraussetzung ist, den raschen Verschleiß der Arbeiter selbst wieder zahlen muß. Der einzelne Kapitalist A kann sich bereichert haben durch dies „Killing no Murder“ 6%, während Kapitalist B vielleicht die Expences! zu zahlen hat oder die Generation B der Kapitalisten. Indes, der einzelne Kapitalist rebelliert beständig gegen das Gesamtinteresse der Kapitalistenklasse. Andrerseits hat die Geschichte der modernen Industrie gezeigt, daß eine beständige Übervölkerung möglich ist, obgleich sie aus schnell hinlebenden, sich rasch folgenden, sozusagen unreif gepflückten Menschengenerationen ihren Strom

bildet. (Sieh die Stelle bei Wakefield.)

Nehmen wir an, die durchschnittliche notwendige Arbeitszeit sei = 10 Stunden; die normale Mehrarbeit = 2 Stunden, also die tägliche Gesamtarbeitszeit des Arbeiters = 12 Stunden. Gesetzt, der Kapitalist lasse nun den Arbeiter während der 6 Wochentage täglich 13 Stunden arbeiten, also 1 Stunde über die normale oder durchschnittliche Mehrarbeitszeit hinaus. So macht dies 6 Stunden = Y, Arbeitstag in der Woche. Es ist nun nicht nur dieser Mehrwert von 6 Stunden in Betracht zu ziehn. Um 6 Stunden Mehrarbeit anzueignen, hätte der Kapitalist nach dem normalen Verhältnis 1 Arbeiter während 3 Tagen oder 3 Arbeiter während eines Tags beschäftigen müssen, d.h. 30 Stunden (3 X 10) notwendige Arbeitszeit zahlen müssen. Er erhält durch diese Extrastunde Mehrarbeit täglich in der Woche ein Quantum Mehrarbeit von einem halben Tag, ohne die 3 Tage notwendige Arbeitszeit

! Kosten

174 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

zu zahlen, die er unter dem normalen Verhältnis zahlen müßte, um die 6 Stunden Mehrarbeit anzueignen. Im ersten Fall nur 20%, im zweiten 30% Mehrwert; aber die letzten 10% Mehrwert kosten ihm keine notwendige Arbeitszeit.

11102] d)

Die Masse des ehrwerts hängt offenbar nicht nur ab von der Mehrarbeit, die ein einzelner Arbeiter über die notwendige Arbeitszeit hinaus verrichtet, sondern ebensosehr von der Masse der Arbeiter, die das Kapital gleichzeitig beschäftigt, oder von der Zahl der gleichzeitigen Arbeitstage, die es verwendet und von denen jeder = notwendiger Arbeitszeit + Mehrarbeitszeit.! Ist die notwendige Arbeitszeit = 10 Std., die Mehrarbeit = 2 und so der Gesamtarbeitstag eines Arbeiters gleich 12 Stunden, so wird die Größe des Mehrwerts abhängen von seiner eignen Größe x mit der Anzahl Arbeiter, die das Kapital beschäftigt, oder multipliziert mit der Anzahl gleichzeitiger Arbeitstage, deren Resultat der Mehrwert ist. Unter gleichzeitigen Arbeitstagen verstehn wir die Zeit, die eine gewisse Anzahl Arbeiter an demselben Tag arbeiten. Beschäftigt ein Kapitalist z.B. 6 Arbeiter, von denen jeder 12 Stunden arbeitet, so sind die 6 gleichzeitigen Arbeitstage oder 72 Stunden, die er im Produktionsprozeß vergegenständlicht, in die gegenständliche Forst: des Werts übersetzt. Beträgt die Mehrarbeit eines Arbeiters 2 Stunden auf 10 notwendige Arbeitszeit, so die von6=6X2= 12. (Also die Mehrarbeit des einzelnen Arbeiters multipliziert mit der Anzahl der Arbeiter, die gleichzeitig beschäftigt werden.) Von n Arbeitern also nX 2, und es ist klar, daß die Größe des Produkts n

X 2 abhängt von Größe von n, dem Faktor, der die Zahl der Ärbeiter oder die Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage ausdrückt. Es ist nicht minder klar, daß, wenn die Masse des Gesamtbetrags des Mehrwerts mit der Zahl der Arbeiter wächst und von ihr abhängt, das Verhältnis des Mehrwerts zur notwendigen Arbeitszeit oder das Verhältnis, worin sich das im Ankauf von Arbeit vorgeschoßne Kapital verwertet, die proportionelle Größe des Mehrwerts dadurch unverändert bleibt, also das Verhältnis unverändert bieibt, worin sich bezahlte und unbezahlte Arbeit zueinander verhalten. 2: 10 ist 20%, ebenso ist 2X 6:10%X 6 oder 12:60. (2:10 = 12:60.) (Oder allgemeiner ausgedrückt 2:10=nX2:nX10. Denn 2'n:10=10:n:2.) Vorausgesetzt, daß das Verhältnis des Mehrwerts zur notwendigen Arbeitszeit gegeben ist, so kann der Betrag des Mehrwerts nur wachsen im Verhältnis, wie die Anzahl

! Siehe vorl. Band, S.196

.d) Gleichzeitige Arbeitstage 175

der Arbeiter (der gleichzeitigen Arbeitstage) wächst. Vorausgesetzt, daß die Anzahl der Arbeiter gegeben ist, so kann der Betrag, die Masse des Mehrwerts, nur wachsen im Maß, wie der Mehrwert selbst wächst, d.h. mit der Dauer der Mehrarbeit. 2 X n (n die Arbeiterzahl) ist gleich 4 X %.

Es ist also klar, daß, wenn ein bestimmtes Verhältnis von notwendiger Arbeitszeit und Mehrarbeit gegeben ist — oder wenn die Gesamtzeit, die der Arbeiter arbeitet, das, was wir den Normalarbeitstag nennen wollen, erreicht hat, die Masse des Mehrwerts abhängt von der Anzahl Arbeiter, die gleichzeitig beschäftigt sind und nur wachsen kann, insofern diese Anzahl wächst.

Den Normalarbeitstag also nehmen wir als Maß für die Verbrauchung und Verwertung des Arbeitsvermögens.

Die Masse des Mehrwerts hängt also von der Bevölkerung und andren Umständen (Größe des Kapitals etc.) ab, die wir gleich untersuchen werden.

Soviel ergibt sich vorher noch. Damit der Warenbesitzer oder Geldbesitzer sein Geld oder Ware, kurz den Wert, in dessen Besitz er ist, als Kapital verwerte und daher selbst als Kapitalist produzierte, ist es von vornherein nötig, daß er fähig sei, ein gewisses Minimum von Arbeitern gleichzeitig zu beschäftigen. Auch von diesem Gesichtspunkt aus ist ein gewisses Minimum von der Größe des Werts vorausgesetzt, damit es als produktives Kapital verwandt werden könne. Die erste Bedingung dieser Größe ergibt sich schon daraus: Der Arbeiter, um als Arbeiter zu leben, brauchte bloß Rohmaterial (und Arbeitsmittel) zum Betrag, als es erheischt ist, um die notwendige Arbeitszeit, sage von 10 Stunden, zu absorbieren. Der Kapitalist muß wenigstens soviel Rohmaterial mehr kaufen können, als erheischt ist, um die Surplusarbeitszeit zu absorbieren (oder auch soviel mehr matieres instrumentales! etc.). Zweitens aber: Gesetzt, die notwendige Arbeitszeit sei 10 Stunden, die Surplusarbeitszeit 2 Stunden, so müßte der Kapitalist, wenn er nicht selbst arbeitet, schon 5 Arbeiter beschäftigen, um täglich einen Wert von 10 Arbeitsstunden über den Wert seines Kapitals hinaus einzunehmen. Was er in der Form des Mehrwerts täglich einnahm, würde ihn aber nur befähigen, wie einer seiner Arbeiter zu leben. Selbst dieses nur unter der Bedingung, daß bloßer Lebensunterhalt, wie beim Arbeiter, sein Zweck, also nicht Vermehrung des Kapitals, was bei der kapitalistischen Produktion unterstellt ist. Arbeitete er selbst mit, so daß er selbst einen. Arbeitslohn verdiente, so würde selbst so noch seine Lebensweise sich kaum von der des Arbeiters unterscheiden (ihm nur die Stellung eines etwas besser bezahlten Arbeiters geben) (und diese Grenze durch die Zunftgesetze fix gemacht), ihr jedenfalls noch sehr nah stehn, na-

! Produktionshilfsstoffe

13*

176 2. Der absolute Mehrwert - Heft II

mentlich, wenn er sein Kapital vermehrte, d.h., einen Teil des Mehrwerts kapitalisieren würde. Solches ist das Verhältnis der zünftigen Meister im Mittelalter und zum Teil noch u jetzigen Handwerksmeister. Sie produzieren nicht als Kapitalisten. Ist also die notwendige Er gegeben, Aa das Verhältnis der Mehrarbeit zu ihr — in einem Wort, der normale Arbeitstag, dessen Gesamtsumme ist der notwendigen Arbeitszeit + der Zeit, welche die Mehrarbeit dauert, so hängt die Masse der Mehrarbeit, also die Masse des Mehrwerts ab von der Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage oder der Anzahl der Arbeiter, die das Kapital gleichzeitig in Bewegung setzen kann. Mit andren Worten: Die Masse des Mehrwerts — sein Totalbetrag — wird abhängen von der Masse der vorhandnen und auf dem Markt befindlichen Arbeitsvermögen, also von der Größe der arbeitenden Bevölkerung und dem Verhältnis, worin diese Bevölkerung sich vermehrt. Das natürliche Wachstum der Bevölkerung und daher die Vermehrung der auf dem Markt befindlichen Arbeitsvermögen ist daher eine Produktivkraft des Kapitals, indem sie die Basis zum Wachstum des absoluten Betrags des Mehrwerts (i.e. der Mehrarbeit) liefert. Andererseits ist klar, daß das Kapital, um eine größre Masse von Arbeitern anzuwenden, wachsen muß. Erstens muß der konstante Teil, d.h. der Teil desselben, dessen Wert nur im Produkt wieder erscheint, wachsen. Es ist mehr Rohmaterial erheischt, um mehr Arbeit zu absorbieren. Ebenso, wenn auch in unbestimmterem Verhältnis, mehr Arbeitsmittel. Nehmen wir an (- und hier, wo wir nur noch die absolute Form des Mehrwerts betrachten, kann diese Annahme gelten; denn obgleich diese Form des Mehrwerts die Grundform auch der durch das Kapital umgewandelten Produktionsweise bleibt, so ist sie noch der Produktionsweise des Kapitals eigen und ist ihre einzige Form, solang das Kapital den Arbeitsprozeß nur formell unter sich subsumiert hat, in der Tat also eine frühre Produktionsweise, worin die menschliche Handarbeit der Hauptfaktor der Produktion, nur unter Kontrolle des Kapitals genommen ist —), daß die Handarbeit der Hauptfaktor ist, die Produktion handwerksmäßig betrieben wird, so wird die Zahl der Instrumente und Arbeitsmittel ziemlich gleichmäßig wachsen müssen mit der Zahl der Ärbeiter selbst und dem Quantum des Rohmaterials, dessen die größere Anzahl Arbeiter als Arbeitsmaterial bedarf. Der Wert des ganzen konstanten Teils des Kapitals wächst so im Verhältnis, wie die angewandte Arbeiterzahl wächst. Zweitens aber muß der variable Teil des Kapitals, der gegen Arbeitsvermögen ausgetauscht wird, wachsen (wie das konstante Kapital wächst) im selben Verhältnis, wie die Arbeiterzahl oder die Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage zunimmt. Dieser variable Teil des Kapitals wird unter der Voraus-

d) Gleichzeitige Arbeitstage 177

setzung am stärksten wachsen [in] der handwerksmäßigen Industrie, wo der wesentliche Faktor der Produktion, die Handarbeit des einzelnen, in einer gegebnen Zeit nur geringes Quantum Produkt liefert, also das im Produktionsprozeß konsumierte Material im Verhältnis zur aufgewandten Arbeit klein ist; ebenso die handwerksmäßigen Instrumente einfach sind und selbst nur geringe Werte repräsentieren. Da der variable Teil des Kapitals den größten Bestandteil desselben bildet, so wird er’ beim Wachstum desselben am stärksten wachsen müssen; oder da der variable Teil des Kapitals den größten Teil desselben bildet, so ist es grade dieser Teil, der bei Austausch mit mehr Arbeitsvermögen am bedeutendsten wachsen muß. Wende ich ein Kapital an, worin etwa 7% konstant, ?% in Arbeitslohn ausgelegt sind, so wird, wenn das Kapital statt n Arbeiter 2X n Arbeiter ne = die Rechnung r sein. Ursprünglich das Kapital=n % + Ay — 2 —-, Jetzt 242 + Ei Der im Arbeitslohn ausgelegte oder variable Te des a bleibt immer im selben Verhältnisse, wie die Arbeiterzahl wächst, größer als der konstante Teil, im selben Verhältnis, worin von vornherein er in größrem Umfang vorausgesetzt war.

Einerseits also, damit unter den gegebnen Bedingungen die Masse des Mehrwerts, also das Gesamtkapital, wachse, muß die Bevölkerung wachsen; andrerseits, damit die Bevölkerung wachse, ist vorausgesetzt, daß das Kapital schon gewachsen sei. So scheint hier ein circulus vitiosus. {Der an dieser Stelle als solcher offenzulassen und nicht zu erklären ist. Gehört in ch. V.}

Nimmt man an, daß der Durchschnittsarbeitslohn hinreiche, nicht nur, daß die Arbeiterbevölkerung sich erhalte, sondern stetig wachse, in welchem Verhältnis auch immer, so ist von vornherein eine wachsende Arbeiterbevölkerung für wachsendes Kapital gegeben, während gleichzeitig das Wachstum der Mehrarbeit, also auch die Zunahme des Kapitals, durch die wachsende Bevölkerung gegeben ist. Eigentlich muß von dieser Annahme bei der kapitalistischen Produktion ausgegangen werden; da sie beständige Vermehrung des Mehrwerts, i.e. des Kapitals, einschließt. Wie die kapitalistische Produktion selbst zum Wachstum der Bevölkerung beiträgt, ist hier 'noch nicht zu untersuchen.

Die Anzahl der unter dem Kapital als Lohnarbeiter arbeitenden Bevölkerung oder die Zahl der auf dem Markt befindlichen Arbeitsvermögen kann wachsen, ohne daß die absolute Bevölkerung oder auch nur die Arbeiterbevölkerung absolut wächst. Werden z.B. Mitglieder der Ärbeiterfamilie, wie Frauen und Kinder, unter den Dienst des Kapitals gepreßt, und waren sie es

178 2. Der absolute Mehrwert - Heft II

früher nicht, so hat sich die Anzahl der Lohnarbeiter vermehrt, ohne daß sich die absolute Anzahl der arbeitenden Bevölkerung vermehrt hat. Diese Vermehrung kann stattfinden, ohne daß sich der variable Teil des Kapitals, der gegen Arbeit ausgetauschte, sich vermehrt hätte. Die Familie könnte nach wie vor denselben Lohn, von dem sie auch früher lebte, erhalten. Nur müßten sie mehr Arbeit für denselben Lohn liefern.

Andrerseits kann die absolute Arbeiterbevölkerung wachsen, ohne daß die Gesamtbevölkerung absolut wächst. Werden Teile der Bevölkerung, die früher im Besitz der Arbeitsbedingungen waren und mit denselben arbeiteten — wie selbständige Handwerker, Parzellenbauern, endlich kleine Kapitalisten —, infolge der Wirkungen der kapitalistischen Produktion ihrer Arbeitsbedingungen beraubt (des Eigentums daran), so können sie in Lohnarbeiter sich verwandeln und so die Zahl der Arbeiterbevölkerung absolut vermehren, obgleich die absolute Zahl der Bevölkerung sich nicht vermehrt hätte. Bloß die numerische Größe der verschiednen Klassen und das Verhältnis, in dem sie an der absoluten Bevölkerung teilnehmen, hätte sich vermehrt. Es ist dies aber bekanntlich eine der Wirkungen der aus der kapitalistischen Produktion hervorgehenden Zentralisation. In diesem Falle wäre die Masse der absoluten Arbeiterbevölkerung gestiegen. Die Masse des vorhandnen, zur Produktion verwandten Reichtums hätte sich nicht absolut vermehrt. Wohl aber der in Kapital verwandelte und als Kapital wirkende Teil des Reichtums.

In beiden Fällen ist Wachstum der Anzahl der Lohnarbeiter gegeben, ohne daß in dem einen Fall die absolute Arbeiterbevölkerung und ohne daß in dem andren die absolute Gesamtbevölkerung wächst; ohne daß in dem einen Fall das gegen Arbeitslohn ausgelegte Kapital und in dem andren Fall die absolute Masse des zur Reproduktion bestimmten Reichtums vorher gewachsen wäre. Damit wäre gleichzeitig gegeben Wachsen der Mehrarbeit, des Mehrwerts und daher dvv&uei! das zum absoluten Wachsen der Bevölkerung nötige gewachsne Kapital. {Dies alles ist bei der Akkumulation zu betrachten.}

Sobald eine Gesellschaft existiert, worin einige leben, ohne zu arbeiten (direkt in der Produktion von Gebrauchswerten beteiligt zu sein), ist es klar, daß

der ganze Überbau der Gesellschaft als Existenzbedingung hat die Surplusar-

! der Möglichkeit nach

e) Charakter der Mehrarbeit 179

beit der Arbeiter. Es ist zweierlei, was sie von dieser Surplusarbeit empfangen. Erstens: Die materiellen Bedingungen des Lebens, indem sie an dem Produkt teilnehmen und auf ihm und von ihm subsistieren, welches die Arbeiter über das Produkt hinaus liefern, das zur Reproduktion ihres eignen Arbeitsvermögens erheischt ist. Zweitens: Die freie Zeit, die sie zur Disposition haben, sei es zur Muße, sei es zur Ausübung nicht unmittelbar produktiver Tätigkeiten (wie z.B. Krieg, Staatswesen), sei es zur Entwicklung menschlicher Fähigkeiten und gesellschaftlicher Potenzen (Kunst etc. Wissenschaft), die keinen unmittelbar praktischen Zweck verfolgen, setzt die Mehrarbeit auf Seite der arbeitenden Masse voraus, d.h., daß sie mehr Zeit, als zur Produktion ihres eignen materiellen Lebens erheischt ist, in der materiellen Produktion verwenden müssen. Die freie Zeit auf seiten der nichtarbeitenden Gesellschaftsteile basiert auf der Mehrarbeit oder Überarbeit, auf der Mehrarbeitszeit des arbeitenden Teils, die freie Entwicklung auf der einen Seite darauf, daß die Arbeiter ihre ganze Zeit, also den Raum ihrer Entwicklung”, zur bloßen Produktion bestimmter Gebrauchswerte verwenden müssen; die Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten auf der einen Seite auf der Schranke, worin die Entwicklung auf der andren Seite gehalten wird. Auf diesem Antagonismus basiert alle bisherige Zivilisation und gesellschaftliche Entwicklung. Auf der einen Seite also entspricht die freie Zeit der einen der Überarbeitszeit von der Arbeit unterjochten Zeit — Zeit ihres Daseins und Wirkens als bloßes Arbeitsvermögen — der andern. Auf der andren Seite: Die Mehrarbeit realisiert sich nicht nur in mehr Wert, sondern in Mehrprodukt — - Überschuß der Produktion über das Maß hinaus, das die arbeitende Klasse zu ihrer eignen Subsistenz bedarf und verbraucht. Der Wert ist vorhanden in einem Gebrauchswerte. Mehrwert daher in Surplusprodukt. Mehrarbeit in Surplusproduktion, und diese bildet die Basis für die Existenz aller nicht unmittelbar in der materiellen Produktion absorbierten Klassen. Die Gesellschaft entwickelt sich so durch die Entwicklungslosigkeit der arbeitenden Masse, die ihre materielle Basis bildet, im Gegensatz.

Es ist durchaus nicht nötig, daß Mehrprodukt Mehrwert ausdrückt. Wenn 2 Quarter Weizen das Produkt derselben Arbeitszeit wie früher 1 Quarter Weizen, so drücken die 2 quarters keinen höheren Wert aus wie früher 1. Aber eine bestimmte, gegebne Entwicklung der Produktivkräfte vorausgesetzt, stellt sich Mehrwert stets in Surplusprodukt dar, d. h., das Produkt (Gebrauchswert), geschaffen durch 2 Stunden, ist doppelt so groß als das Geschaffne durch 1 Stunde. Bestimmter ausgedrückt: Die Mehrarbeitszeit, die die arbeitende Masse arbeitet über das Maß hinaus, das zur Reproduktion ihres eignen Arbeitsvermögens, ihrer eignen Existenz nötig ist, über die not-

180 2. Der absolute Mehrwert . Heft IN

wendige Arbeit hinaus, diese Mehrarbeitszeit, die sich als Mehrwert darstellt, materialisiert sich zugleich im Mehrprodukt, Surplusprodukt, und dies Surplusprodukt ist die materielle Existenzbasis aller Klassen, die außer den arbeitenden Klassen leben, des ganzen Überbaus der Gesellschaft. Es macht zugleich die Zeit frei, gibt ihnen disposable! Zeit zur Entwicklung der übrigen Fähigkeit. Die Produktion von Surpiusarbeitszeit auf der einen Seite ist zugleich Produktion von freier Zeit auf der andren Seite. Die ganze menschliche Entwicklung, soweit sie über die zur natürlichen Existenz der Menschen unmittelbar notwendige Entwicklung hinausgeht, besteht bloß in der Anwendung dieser freien Zeit und setzt sie als ihre notwendige Basis voraus. Die freie Zeit der Gesellschaft ist so produziert durch die Produktion der unfreien Zeit, der über die zu ihrer eignen Subsistenz erforderten Arbeitszeit hinaus verlängerten Arbeitszeit der Arbeiter. Die freie Zeit auf der einen entspricht der geknechteten auf der andren.

Die Form der Surplusarbeit, die wir hier betrachten — über das Maß der notwendigen Arbeitszeit hinaus —, hat das Kapital gemein mit allen Gesellschaftsformen, worin Entwicklung über das reine Naturverhältnis hinaus stattfindet und daher antagonistische Entwicklung, die gesellschaftliche Entwicklung der einen die Arbeit der andren zu seiner Naturbasis macht.

Die Surplusarbeitszeit — die absolute —, wie hier betrachtet, bleibt die Basis auch in der kapitalistischen Produktion, obgleich wir noch eine andre Form kennenlernen werden.

Sofern wir hier nur den Gegensatz von Arbeiter und Kapitalist haben, müssen alle Klassen, die nicht arbeiten, teilen mit dem Kapitalist an dem Produkt der Surplusarbeit; so daß diese Surplusarbeitszeit nicht nur die Basis ihrer materiellen Existenz schafft, sondern zugleich ihre freie Zeit, die Sphäre ihrer Entwicklung schafft.

Der absolute Mehrwert, d.h. die absolute Mehrarbeit, bleibt auch später immer die herrschende Form.

Wie die Pflanze von der Erde, das Vieh von der Pflanze oder vom pflanzenfressenden Vieh lebt, so der Teil der Gesellschaft, der freie Zeit, disposabie, nicht in der unmittelbaren Produktion der Subsistenz absorbierte Zeit besitzt, von der Mehrarbeit der Arbeiter. Reichtum ist daher disposable Zeit."

Wir werden sehn, wie die Ökonomen etc. diesen Gegensatz als natürlich betrachten.

Da der Mehrwert sich zunächst im Mehrprodukt darstellt, alle andren Ar-

! verfügbare

2 Siehe vorl. Band, S. 194

beiten aber schon disposable Zeit, verglichen mit der Arbeitszeit, die in der Produktion der Nahrungsmittel verwandt wird, so klar, warum die Physiokraten?! den Mehrwert auf das Mehrprodukt in der Agrikultur gründen, das sie nur fälschlich als bloßes Geschenk der Natur betrachten.

Es kann hier schon bemerkt werden:

Die zur Produktion von Waren verwandten Arbeitszweige ilkerschaiden sich voneinander nach dem Grade ihrer Notwendigkeit, und dieser Grad hängt von der relativen Notwendigkeit ab, womit der Gebrauchswert, den sie schaffen, zur physischen Existenz erheischt ist. Diese Art notwendige Arbeit bezieht sich auf den Gebrauchswert, nicht auf den Tauschwert. D.h., es handelt sich hier nicht von der Arbeitszeit, die notwendig ist, um einen Wert zu schaffen, auflösbar in die Summe .der dem Arbeiter für seine Existenz notwendigen Produkte; sie bezieht sich auf die relative Notwendigkeit der Bedürfnisse, die die Produkte der verschiednen Arbeiten befriedigen. In dieser Rücksicht die Agrikulturarbeit (darunter alle zur Beschaffung der unmittelbaren Nahrungsmittel erheischten Arbeit zu verstehn) die notwendigste. Sie schafft erst die disposable free hands 2], wie Steuart sagt, für die Industrie. Indes hier weiter zu unterscheiden. Indem der eine seine ganze disposable Zeit auf Agrikultur verwendet, kann der andre sie auf Manufaktur verwenden. Teilung der Arbeit. Aber ebenso beruht die Mehrarbeit in allen andren Branchen auf der Mehrarbeit in der Agrikultur, die den Rohstoff zu allem andren liefert.

„Es ist unverkennbar, daß die relative Anzahl von Menschen, die, ohne selbst Ackerbauarbeit zu leisten, unterhalten werden können, völlig nach den Produktivkräften der Akkerbauer gemessen werden muß.“ (p. 159/160, R. Jones, „On the Distribution of Wealih“, Lond[on] 1831.)

Zusätze

ad b) In dem noch vorwährenden Kampf zu London zwischen den Arbeitern im Baufach und den Baumeistern (Kapitalisten) erheben die Arbeiter u.a. gegen das von den Meistern bearbeitete Stundensystem (wonach der Kontrakt zwischen beiden Seiten nur für die Stunde gültig; in der Tat die Stunde als Normaltag angesetzt ist) folgende Einwürfe: Erstens: Durch dies System werde jeder Normaltag (Normalarbeitstag), also jede Grenze der täglichen Gesamtarbeit (notwendige Arbeit und Mehrarbeit zusammengerechnet), abgeschafft. Die Feststellung eines solchen Normaltages sei das beständige Ziel der Arbeiterklasse, die in allen solchen Zweigen, wie z.B. bei den job Ar-

182 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

beitern! in den Docks, an der Themse usw., wo kein solcher Normaltag, sei es gesetzlich oder faktisch, bestehe, auf dem tiefsten Punkt der Erniedrigung stehe. Sie heben hervor, wie ein solcher Normaltag nicht nur das Maß der dürchschnittlichen Lebensdauer der Arbeiter bilde, sondern ihre Gesamtentwicklung beherrsche. Zweitens: Daß durch dies Stundensystem der extrapay? für die Überarbeit — d.h. den Überschuß der Mehrarbeit über ihr normales und herkömmliches Maß — wegfalle. Dieser extrapay, wenn er einerseits in außerordentlichen Fällen es den Meistern [ermöglicht], über den Normaltag hinaus arbeiten zu lassen, legte ihrem Trieb nach unendlicher Verlängerung des Arbeitstags goldne Ketten an. Dies war ein Grund, warum die Arbeiter den extrapay verlangten. Der zweite: Sie verlangen für die Überarbeit extrapay, weil mit der Verlängerung des Normaltags nicht nur ein quantitativer, sondern ein qualitativer Unterschied eintritt und der tägliche Wert des Arbeitsvermögens selbst damit einer andren Schätzung zu unterwerfen ist. Wenn z.B. statt 12stündiger Arbeit 13stündige eintrete, so ist der Durchschnittsarbeitstag eines Arbeitsvermögens zu schätzen, das sich z. B. in 15 Jahren abnützt, während im andren Fall der Durchschnittstag eines Arbeitsvermögens zu schätzen ist, das in 20 Jahren abgenutzt wird. Drittens. Weil, indem ein Teil der Arbeiter überarbeitet, ein entsprechender Teil arbeitslos wird und der Lohn der Beschäftigten durch den Lohn, zu dem die Unbeschäftigten arbeiten, herabgedrückt wird.

{Absoluten Mehrwert und relativen Mehrwert zusammengenommen, zeigt sich: Bleibt die Produktivität der Arbeit dieselbe, ebenso die Zahl der Arbeiter, so kann der Mehrwert nur wachsen, soweit die Mehrarbeit vermehrt, also der Gesamtarbeitstag (der Maßstab des Gebrauchs des Arbeitsvermögens) über seine gegebne Grenze hinaus verlängert wird. Bleibt der Gesamtarbeitstag derselbe,.dito die Zahl der Arbeiter, so.kann der Mehrwert nur wachsen, wenn die Produktivität der Arbeit wächst oder, was dasselbe, der zur notwendigen Arbeit erheischte Teil des Arbeitstags verkürzt wird. Wenn der Gesamtarbeitstag und die Produktivität der Arbeit dieselben bleiben, so bleibt die Rate des Mehrwerts, d.h. sein Verhältnis zur notwendigen Arbeitszeit, unveränderlich, aber die Masse des Mehrwerts kann in beiden Fällen wachsen mit der Zunahme der gleichzeitigen Arbeitstage, d.h. mit dem Wachsen der Bevölkerung. Umgekehrt: Fallen kann die Rate des Mehrwerts nur, wenn entweder die Mehrarbeit vermindert, also der Gesamtarbeitstag verkürzt wird bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit, oder wenn die Produktivität

Ü Akkordarbeitern

? zusätzliche Lohn :

Zusätze 183

der Arbeit abnimmt, also der zur notwendigen Arbeit erheischte Teil des Arbeitstags zunimmt bei gleichbleibender Dauer des Gesamtarbeitstags. In beiden Fällen kann, bei unveränderter Rate des Mehrwerts, die Masse des Mehrwerts abnehmen, wenn die Zahl der gleichzeitigen Arbeitstage, also die Bevölkerung, abnimmt. (I. e. die arbeitende.)

Bei allen diesen Verhältnissen ist vorausgesetzt, daß der Arbeiter sein Arbeitsvermögen zu seinem Wert verkauft, d.h., daß der Preis der Arbeit oder der Arbeitslohn dem Wert desselben entspricht. Diese Voraussetzung liegt, wie schon öfter wiederholt, der ganzen Untersuchung zugrunde. Wie weit der Arbeitslohn selbst über oder unter seinen Wert steigt oder fällt, gehört in das Kapitel vom Arbeitslohn, ganz so, wie die Darstellung der besondren Formen (Taglohn, Wochenlohn, Stücklohn, Stundenlohn etc.), worin die Verteilung zwischen notwendiger und Mehrarbeit vor sich gehn, erscheinen kann. Indes kann hier im allgemeinen bemerkt werden: Würde das Minimum des Arbeitslohns, die Produktionskosten des Arbeitsvermögens, selbst auf eine niedrigre Stufe anhaltend herabgedrückt, so würde damit der Mehrwert relativ ebensosehr konstant gewachsen sein und daher die Mehrarbeit, als ob sich die Produktivität der Arbeit vermehrt hätte. Es ist offenbar dem Resultat nach dasselbe, ob ein Arbeiter von 12 Arbeitsstunden statt bisher 10 nur 8 für sich arbeitet, weil seine Arbeit produktiver geworden und er dieselben Lebensmittel in 8 Stunden produzieren könnte, für die er früher 10 brauchte oder ob er künftig schlechtre Lebensmittel erhält, deren Produktion nur 8 Stunden erheischt, während die der frühern und besseren 10 Stunden erheischte. In beiden Fällen würde der Kapitalist 2 Stunden Mehrarbeit gewinnen, für das Produkt von 8 Arbeitsstunden eins von 12 austauschen, während er früher für das Produkt von 10 Stunden das von 12 eintauschte. Fer- . ner: Träte kein solches Sinken des Werts des Arbeitsvermögens selbst ein oder kein Fall, keine konstante Verschlechterung in der Lebensweise des Arbeiters, so würde ein temporäres Herunterdrücken des Arbeitslohns unter sein normales Minimum oder, was dasselbe, ein Fallen des täglichen Preises, des Arbeitsvermögens unter seinen täglichen Wert temporär — für die Zeit, worin es stattfände — mit dem obenerwähnten Fall zusammenfallen, nur daß hier vorübergehend, was dort konstant. Drückt ein Kapitalist den Arbeitslohn, infolge der Konkurrenz unter den Arbeitern etc., den Arbeitslohn unter sein Minimum herab, so heißt das in andren Worten nichts, als daß er von dem Quantum des Arbeitstags das normaliter!' die notwendige Arbeitszeit, d.h., den dem Arbeiter selbst zufallenden Teil seiner Arbeitszeit bildet, ein

! in der Regel

184 2. Der absolute Mehrwert - Heft II

Stück abzieht. Jede Verminderung der notwendigen . Arbeitszeit, die nicht Folge eines Wachstums der Produktivität der Arbeit ist, ist in der Tat keine Verminderung der notwendigen Arbeitszeit, sondern nur Aneignung der notwendigen Arbeitszeit durch das Kapital, Übergriff über seine Domäne der Mehrarbeit. Erhält der Arbeiter niedrigren Lohn als den normalen, so ist das dasselbe, daß er das Produkt von weniger Arbeitszeit erhält als nötig ist zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens in den normalen Bedingungen, so daß, wenn 10 Stunden Arbeitszeit dazu erheischt, er nur das Produkt von 8 erhält, von seiner notwendigen Arbeitszeit von 10 Stunden 2 vom Kapital angeeignet werden. Was den Mehrwert des Kapitalisten angeht, so ist es natürlich für diesen Mehrwert, i. e. Mehrarbeit, ganz dasselbe, ob er dem Arbeiter die 10 Stunden zahlt, die er zur normalen Existenz braucht, und ihn 2 Stunden für das Kapital Mehrarbeit verrichten läßt oder ob er ihn nur 10 Stunden arbeiten läßt und ihm 8 Stunden zahlt, mit denen er nicht die zu seiner normalen Existenz notwendigen Lebensmittel kaufen kann. Ein Herabdrücken des Arbeitslohns bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit ist Vermehrung der Mehrarbeit durch gewaltsamen Abbruch der notwendigen Arbeitszeit durch Übergriffe auf ihre Domäne. Es ist klar, daß es für den Kapitalisten dasselbe ist, ob er für dieselbe Arbeitszeit weniger zahlt oder für dasselbe Salair den Arbeiter länger arbeiten läßt.}

Zusatz ad e) Insofern in der kapitalistischen Produktion das Kapital den Arbeiter zwingt, über seine notwendige Ärbeitszeit hinaus zu arbeiten — d.h. über die Arbeitszeit hinaus, die zur Befriedigung seiner eignen Lebensbedürfnisse als Arbeiter erheischt: ist' —, schafft, produziert das Kapital, als dies Verhältnis der Herrschaft der vergangnen Ärbeit zur lebendigen Arbeit — die Mehrarbeit und damit den Mehrwert. Mehrarbeit ist Arbeit des Arbeiters, des einzelnen, über die Grenzen seiner Bedürftigkeit hinaus, Arbeit in der Tat für die Gesellschaft, obgleich der Kapitalist hier zunächst im Namen der Gesellschaft diese Mehrarbeit einkassiert. Diese Mehrarbeit ist, wie gesagt, die Basis der freien Zeit der Gesellschaft einerseits, andrerseits damit die materielle Basis ihrer ganzen Entwicklung und der Kultur überhaupt. Insofern es der Zwang des Kapitals ist, das die große Masse der Gesellschaft zu dieser Arbeit über ihre unmittelbare Bedürftigkeit hinaus zwingt, schafft es Kultur, übt es eine geschichtlich-soziale Funktion aus. Es wird damit die allgemeine Aufmerksamkeit der Gesellschaft überhaupt über die durch die unmittelbar physischen Bedürfnisse der Arbeiter selbst hinaus erheischte Zeit geschaffen.

Es ist zwar klar, daß alle herrschenden Klassen überall, wo die Gesell-

! In der Handschrift: sind

Zusätze 185

schaft auf einem Klassenantagonismus beruht, so daß auf der einen Seite die Besitzer der Produktionsbedingungen herrschen, auf der andren die Besitzlosen, vom Besitz der Produktionsbedingungen Ausgeschloßnen, arbeiten müssen, durch ihre Arbeit sich und ihre Herrscher erhalten müssen — in gewissen Grenzen diesen selben Zwang, in der Sklaverei z.B: in viel direktrer Form als in der Lohnarbeit, ausüben und daher die Arbeit ebenso über die Grenzen, die ihr durch die bloße Naturbedürftigkeit gesetzt sind, hinaus forcieren. In allen Zuständen aber, worin der Gebrauchswert vorherrscht, ist die Arbeitszeit gleichgültiger, soweit sie nur dahin ausgedehnt wird, außer den Lebensmitteln der Arbeiter selbst den Herrschenden eine Art patriarchalischen Reichtums, gewisse Masse Gebrauchswerte, zu liefern. im Maße aber, wie der Tauschwert bestimmendes Element der Produktion wird, wird die Verlängerung der Arbeitszeit über das Maß der natürlichen Bedürftigkeit hinaus mehr und mehr entscheidend. Wo z.B. Sklaverei und Leibeigenschaft bei wenig handeltreibenden Völkern herrscht, ist an keine Überarbeitung zu denken. Sklaverei und Leibeigenschaft nehmen daher die gehässigste Form bei kommerziellen Völkern an, wie z.B. den Karthageniensern; noch mehr aber bei Völkern, die sie als Basis ihrer Produktion in einer Zeitepoche beibehalten, wo ihr Zusammenhang mit andren Völkern, bei dann kapitalistischer Produktion; also z.B. in den südlichen Staaten der amerikanischen Union. Da in der kapitalistischen Produktion der Tauschwert erst die ganze Produktion und die ganze Gliederung der Gesellschaft beherrscht, so ist der “Zwang, den das Kapital der Arbeit anlegt, über die Grenzen ihrer Bedürftigkeit hinauszugehn, am größten. Ebenso, da in ihm die notwendige Arbeitszeit (gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit) die Wertgröße aller Produkte erst umfassend bestimmt, erreicht unter ihm die Intensivität der Arbeit höhren Grad, indem hier erst die Arbeiter allgemein gezwungen werden, zur Produktion eines Gegenstandes nur die unter den allgemein gesellschaftlichen Produktionsbedingungen notwendige Arbeitszeit anjzulwenden. Die Peitsche des Sklavenhalters kann diese Intensivität nicht in demselben Grad herstellen, wie der Zwang des Kapitalverhältnisses. Im letzten muß der freie Arbeiter, um seine notwendigen Bedürfnisse zu befriedigen, seine Arbeitszeit 1. in notwendige Arbeitszeit verwandeln, ihr den allgemein gesellschaftlich (durch die Konkurrenz) bestimmten Grad der Intensivität geben; 2. Mehrarbeit liefern, um die für ihn selbst notwendige Arbeitszeit arbeiten zu dürfen (können). Der Sklave dagegen hat seine notwendigen Bedürfnisse befriedigt wie das Tier und es hängt nun von seiner Naturanlage ab, wie weit die Peitsche usw. ihn veranlaßt, hinreichendes Motiv für ihn ist, Arbeit im Ersatz für diese Lebensmittel zu geben. Der Arbeiter arbeitet, um seine Lebensmittel sich selbst zu

186 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

schaffen, um sein eignes Leben zu gewinnen. Der Sklave wird von einem andren am Leben erhalten, um von ihm zur Arbeit gezwungen zu werden.

Das Kapitalverhältnis ist also in dieser Art produktiver — einmal, weil es sich bei ihm um die Arbeitszeit als solche handelt, um den Tauschwert, nicht um das Produkt als solches oder den Gebrauchswert; zweitens, weil der freie Arbeiter seine Lebensbedürfnisse nur befriedigen kann, sofern er seine Arbeit verkauft: also durch sein eignes Interesse gezwungen ist, nicht durch äußeren Zwang.

Teilung der Arbeit kann überhaupt nur bestehn, wenn jeder Produzent einer Ware mehr Arbeitszeit zur Produktion dieser Ware verwendet, als sein eigner Bedarf an dieser bestimmten Ware erheischt. Aber daraus folgt noch nicht, daß seine Arbeitszeit überhaupt über den Kreis seiner Bedürftigkeit hinaus verlängert wird. Vielmehr wird der Kreis seiner Bedürfnisse — der sich allerdings von vornherein mit der Teilung der Arbeiten, der Beschäftigungen, ausdehnen wird — das Gesamtquantum seiner Arbeitszeit bestimmen. Z.B. ein Landmann, der alle seine Lebensmittel selbst produzierte, brauchte nicht den ganzen Tag im Feld zu arbeiten, aber er müßte z.B. 12 Stunden zwischen Feldarbeit und verschiednen häuslichen Arbeiten vertei-

len. Daß er nun seine ganze Arbeitszeit von 12 Stunden auf die Agrikultur iandat und mit Jam berschuß das Produkts dieser 12 Stunden Produkte

AT, nWengei ung mi Gem VDerSscaun GES ZTOGURIS GISSE MMrUNUCH Dauxit

andrer Arbeiten austauscht, kauft, ist dasselbe, als wenn er selbst einen Teil seiner Arbeitszeit auf Agrikultur, einen andren auf andre Geschäftszweige verwandt hätte. Die 12 Stunden, die er arbeitet, sind nach wie vor die zur Befriedigung seiner eignen Bedürfnisse erheischte Arbeitszeit und Arbeitszeit innerhalb der Grenzen seiner natürlichen oder vielmehr gesellschaftlichen Bedürftigkeit. Das Kapital treibt aber über diese naturwüchsigen oder traditionellen Schranken der Arbeitszeit hinaus, indem es zugleich die Intensivität der Arbeit von der gesellschaftlichen Produktionsstufe abhängig macht und so dem Schlendrian des unabhängigen Selbstproduzenten oder des nur unter äußerem Zwang arbeitenden Sklaven entzieht. Verfallen alle Produktionszweige der kapitalistischen Produktion, so folgt aus dem bloßen allgemeinen Wachstum der Mehrarbeit — der allgemeinen Arbeitszeit —, daß sich die Teilung der Geschäftszweige, die Verschiedenheit der Arbeiten und der in den Austausch kommenden Waren vermehren wird. Arbeiten 100 Mann in einem Geschäftszweig soviel Zeit, wie früher 110 Mann — bei kürzrer Mehrarbeit oder kürzrer Dauer der Gesamtarbeit — so können 10 Mann auf einen andren neuen Geschäftszweig geworfen werden, ebenso der Teil des Kapitals, der früher zur Beschäftigung dieser 10 Mann erheischt war. Das bloße Heraustreten — Verlegen der Arbeitszeit — über ihre naturwüchsigen oder tradi-

Zusätze 187

tionellen Schranken hinaus — wird daher zur Anwendung der gesellschaftlichen Arbeit in neuen Produktionszweigen führen. Indem Arbeitszeit frei wird — und die Mehrarbeit schafft nicht nur freie Zeit, sie macht Arbeitsvermögen!, das in einem Produktionszweig gebunden war, Arbeit überhaupt frei (dies ist der Punkt) für neue Produktionszweige. Es liegt aber in dem Entwicklungsgesetz der menschlichen Natur, daß, sobald für die Befriedigung eines Kreises der Bedürfnisse 109] gesorgt ist, neue Bedürfnisse frei werden, geschaffen werden. Indem das Kapital daher die Arbeitszeit über das zur Befriedigung der Naturbedürftigkeit des Arbeiters bestimmte Maß hinaustreibt, treibt es zu größerer Teilung der gesellschaftlichen Arbeit — der Arbeit im ganzen der Gesellschaft, größerer Mannigfaltigkeit der Produktion, Erweiterung des Kreises der gesellschaftlichen Bedürfnisse und der Mittel ihrer Befriedigung, daher auch zur Entwicklung des menschlichen Produktionsvermögens und damit der Betätigung der menschlichen Anlagen in neuen Richtungen. Wie aber die Surplusarbeitszeit Bedingung der freien Zeit, so diese Erweiterung des Kreises der Bedürfnisse und der Mittel ihrer Befriedigung bedingt durch die Fesselung des Arbeiters an die notwendigen Lebensbedürfnisse,

Zusatz ad a)

Erstens. In seiner Schrift „Letters on the Factory Act, as it affects the Cotton Manufacture etc.“, London 1837, sagt Nassau W. Senior: (p. 12, 13.)

„Unter dem gegenwärtigen Gesetz kann keine Fabrik, worin Personen unter 18 Jahren beschäftigt sind, länger als 11V, Stunden. täglich arbeiten, d.h. 12 Stunden während der ersten 5 Tage und 9 Stunden am Sonnabend. Die folgende Analyse zeigt nun, daß in einer ° solchen Fabrik der ganze Reingewinn“ (Net Profit) „von der letzten Stunde abgeleitet wird“ (herkömmt, is derived). „Ein Fabrikant legt 100.000 1. St. aus — 80.000 Z St. in Fabrikgebäuden und Maschinerie, 20000 in Rohmaterial und Arbeitslohn. Das jährliche Einkommen der Fabrik, vorausgesetzt, das Gesamtkapital schlage einmal jährlich um und das Gesamteinkommen“ (gross profits) „betrage 15%, muß sich auf Waren zum Wert von 115000 Z belaufen, reproduziert durch die beständige Verwandlung und Rückverwandiung des 20.000 I zirkulierenden Kapitals von Geld in Waren und von Waren in Geld, in Perioden etwas länger als zwei Monaten. Von diesen 115000 L produziert jede der 23 halben Arbeitsstunden täglich % 5 oder Y4,. Von diesen ?%,, die das Ganze der 115 000 1, konstituieren“ (constituting the whole 115000 2), „ersetzen %,, d.h. 100000 1 von den 115.000, nur das Kapital; Y%, oder 5000 1. von den 15000“ (Gewinn) „ersetzen die Abnutzung der Fabrik und der Maschinerie. Die übrigbleibenden %,, d.h. die letzten beiden halben Stunden jeden Tags, produzieren den Reingewinn von 10%. Wenn daher“ (bei gleichbleibenden Preisen) „die Fabrik während 13 Arbeitsstunden statt 11Y, arbeiten dürfte, so würde, mit einer Zulage von ungefähr 2600 1St. zum zirkulierenden Kapital, der Reinprofit mehr

! In der Handschrift: Arbeitszwang

188 - 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

als verdoppelt werden. Ändrerseits, wenn die Arbeitsstunden täglich um eine Stunde reduziert würden, bei gleichbleibenden Preisen, so würde der Reinprofit zerstört sein, wenn reduziert um 1Y, Stunden auch der Grossprofit.“

Erstens: Die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der von Senior angegebnen positiven Daten ist gleichgültig für den Gegenstand unsrer Untersuchung. Indes mag nebenbei bemerkt werden, daß der englische Fabrikinspektor Leonard Horner, ein Mann, ebenso ausgezeichnet durch gründliche Sachkenntnis wie durch unbestechbare Wahrheitsliebe, die Falschheit jener Angaben bewiesen hat, welche Herr Senior als getreues Echo der Manchester Fabrikanten 1837 aufstellte. (Siehe Leonard Horner, „A Leiter to Mr. Senior etc.“, London 1837.)

Zweitens: Das Zitat aus Senior ist charakteristisch für die Verdummung, der die Ausleger der Wissenschaft rettungslos anheimfallen, sobald sie sich zu Sykophanten einer herrschenden Klasse herabwürdigen. Senior schrieb die zitierte Schrift im Interesse der Baumwollfabrikanten und hatte sich vor ihrer Abfassung eigens nach Manchester begeben, um von den Fabrikanten selbst das Material zu seiner Schrift zu erhalten. In dem Zitat begeht Senior, Professor der politischen Ökonomie zu Oxford und einer der namhaftesten jetzt lebenden englischen Ökonomen, grobe Schnitzer, die er keinem seiner Schüler verzeihen würde. Er stellt die Behauptung auf, daß die jährliche Arbeit in einer Baumwollfabrik oder, was dasselbe ist, die Arbeit von 11, [Stunden|, tagaus, tagein während des Jahrs, außer dem von ihr selbst dem Rohmaterial, der Baumwolle, vermittelst der Maschinerie zugefügten Arbeitszeit oder Werts auch noch den Wert des im Produkt enthaltnen Rohmaterials und den Wert der in der Produktion aufgenutzten Maschinerie und Fabrikgebäude schafft. Danach würden in einer Baumwollspinnerei z.B. die Arbeiter außer der Spinnarbeit (d. h. dem Wert) — gleichzeitig während ihrer 11V,stündigen Arbeitszeit die Baumwolle produzieren, die sie bearbeiten, dito die Maschine, womit sie die Baumwolle bearbeiten und das Fabrikgebäude, worin dieser Prozeß vorgeht. Nur in diesem Falle könnte Herr Senior sagen, daß die ?%,'! täglichen Arbeitsstunden während des ganzen Jahres die 115 000 £’konstituieren, d.h. den Wert des jährlichen Gesamtprodukts. Senior rechnet so: Die Arbeiter arbeiten während des Tags so viel Stunden, um den Wert der Baumwolle zu „ersetzen“, also zu schaffen, so viel Stunden, um den Wert des abgenutzten Teils der Maschinerie und Fabriken zu „ersetzen“, so viel Stunden, um ihren eignen Arbeitslohn und so viel Stunden, um den Profit zu produzieren. Diese kindisch-alberne Vorstellung, wonach der Arbeiter außer seiner eignen Arbeitszeit auch noch die im Rohmaterial, das er bear-

! In der Handschrift: 23

Zusätze 189

beitet, und der Maschinerie, die er anwendet, enthaltne Arbeitszeit gleichzeitig arbeitet, also Rohmaterial und Maschinerie zur selben Zeit produziert, wo sie als fertige Produkte die Bedingungen seiner Arbeit bilden, erklärt sich daraus, daß Senior, ganz unter der Herrschaft der ihm von den Fabrikanten erteilten Lektionen, eine praktische Rechnungsweise derselben verballhornt, die zwar auch theoretisch ganz richtig, aber einerseits bei dem Verhältnis, was Senior zu betrachten vorgibt, nämlich dem von Arbeitszeit und Gewinn, ganz gleichgültig ist, die andrerseits leicht die abgeschmackte Vorstellung erzeugt, daß der Arbeiter nicht nur den Wert, den er seinen Arbeitsbedingungen zusetzt, sondern auch den Wert dieser Arbeitsbedingungen selbst produziert. Jene praktische Rechnung ist diese. Nehmen wir an, der Wert des Gesamtprodukts, sage einer 12stündigen Arbeitszeit, bestehe z.B. zu Y, aus dem Wert des Arbeitsmaterials, also Baumwolle z.B., Y; der Arbeitsmittel, Maschinerie z.B., und Y, der neu zugefügten Arbeit, z.B. dem Spinnen. Das Zahlenverhältnis hier ist gleichgültig. Es ist immer irgendein bestimmtes Verhältnis anzunehmen. Gesetzt, der Wert dieses Produkts sei gleich 3 £ St. So kann der Fabrikant rechnen: Der Wert des Produkts von Y, der täglichen oder von 4 Stunden Arbeitszeit ist gleich dem Wert der Baumwolle, die ich für die 12 Stunden brauche oder die im Gesamtprodukt verarbeitet ist. Der Wert des Produkts des zweiten Y, der täglichen Arbeitszeit ist gleich dem Wert der Maschinerie, die ich während 12 Stunden abnutze. Endlich der Wert des Produkts des dritten Y der täglichen Arbeitszeit ist gleich dem Arbeitslohn plus dem Profit. Er kann also sagen, daß ihm das Y der täglichen Arbeitszeit den Wert der Baumwolle, das zweite Y; den Wert der Maschinerie ersetze, endlich das dritte Y den Arbeitslohn und den Profit bilde. Dies heißt in der Tat aber nichts andres, als das die ganze tägliche Arbeitszeit einerseits dem unabhängig von ihr vorhandnen Wert der Baumwolle und der Maschinerie nichts hinzufügt als sich selbst, als den Wert, der einerseits den Arbeitslohn, andrerseits den Profit bildet. Nämlich der Wert des Produkts des ersten Dritteils des Tags oder der ersten 4 Stunden ist gleich % des Werts des Gesamtprodukts von 12 Arbeitsstunden. Der Wert des Produkts dieser ersten 4 Stunden ist gleich 1 /, wenn der Wert des l2stündigen Gesamtprodukts = 3 I. Von dem Wert dieses 1 I. bestehn aber %, also 13%, Shilling aus dem vorhandnen Wert von Baumwolle und Maschinerie (nach der Voraussetzung). Neuer Wert hinzugekommen ist nur Y oder der Wert von 6% sh, von 4 Arbeitsstunden. Der Wert des Produkts des ersten '% des Arbeitstags ist = 1 L, weil in diesem Produkt % oder 13V sh aus den vorausgesetzten und im Produkt nur wiederer-

scheinenden Werten des Rohmaterials und der aufgenutzten Maschinerie bestehn. Wert geschaffen hat die Arbeit in den 4 Stunden nur 6% und schafft

190 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

daher in den 12 Stunden nur 20 sh oder 1. Wert. Der Wert des Produkts der Astündigen Arbeit ist eben ein ganz andres Ding als der neugeschaffne Wert, der neuzugesetzten Arbeit, der Spinnarbeit, die nach der Voraussetzung die vorhandnen Werte nur um '% vermehrt. Die Spinnarbeit verarbeitet in den 4 ersten Stunden nicht das Rohmaterial von 12 Stunden, sondern das von 4. Wenn der Wert des Gespinsts von 4 Stunden aber gleich ist dem Wert der während 12 Stunden verarbeiteten Baumwolle, so rührt das nur daher, weil nach der Voraussetzung der Wert der Baumwolle }% des Werts des Gespinsts jeder einzelnen Stunde bildete, also auch Y des Werts des in 12 Stunden produzierten Gespinsts, i.e., gleich ist dem Wert des in 4 Stunden produzierten Gespinsts. Der Fabrikant könnte auch rechnen, daß ihm das Produkt der l2stündigen Arbeit den Wert der Baumwolle für 3 Tage ersetzt und würde damit ebensowenig das Verhältnis selbst berühren, um das es sich handelte.

Für den Fabrikanten hat die Rechnung praktischen Wert. Auf der Produktionsstufe, auf der er arbeitet, muß er soviel Baumwolle verarbeiten, als erheischt ist, um ein bestimmtes Quantum Arbeitszeit zu absorbieren. Wenn die Baumwolle im Wert des Gesamtprodukts von 12 Stunden '4 bildet, so bildet das Produkt von !4 des Gesamtarbeitstags von 12 Stunden oder von 4 Stunden den Wert der während 12 Stunden verarbeiteten Baumwolle. Man sieht, wie wichtig, es festzuhalten, daß in einem bestimmten Produktionsprozeß, also z. B. der Spinnerei, der Arbeiter keinen Wert schafft außer dem durch seine eigne Arbeitszeit (hier das Spinnen) gemeßnen, von welcher Arbeitszeit ein Teil das Salair ersetzt, der andre den dem Kapitalist zufallenden Mehrwert bildet.

(In der Tat produzieren oder reproduzieren die Arbeiter keinen Partikel weder vom Wert des Rohstoffs noch von dem der Maschinerie usw. Dem Wert des Rohstoffs und dem Wert der in der Produktion konsumierten Maschinerie fügen sie nichts hinzu als ihre eigne Arbeit, und diese ist der neugeschaffne Wert, wovon ein Teil gleich ihrem eignen Salair und der andre gleich dem Mehrwert, den der Kapitalist erhält. Das ganze Produkt — soll die Produktion fortdauern — ist daher auch nicht teilbar zwischen Kapitalist und Arbeiter, sondern bloß das Produkt minus dem Wert des in ihm avancierten! Kapitals. Keine Stunde der Arbeit ist gewidmet dem „Ersetzen“ des Kapitals im Sinne Seniors, so daß die Arbeit doppelt produzierte, ihren eignen Wert und den ihres Materials etc. Seniors Behauptung läuft nur darauf hinaus, daß von den 11%, Stunden, die der Arbeiter arbeitet, 10, sein Salair und nur % oder 1 Stunde seine Surplusarbeitszeit bilden.)

Drittens: Die ganz unwissenschaftliche Behandlung des Herrn Senior, daß i

. vorgeschoßnen

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Seite 111 aus Heft II

Zusätze 193

er das, worauf es ankam, nämlich das im Salair ausgelegte Kapital, gar nicht spezialisiert, sondern mit dem für Rohmaterial ausgelegten zusammenwirft. indessen, wenn das von ihm gegebne Verhältnis richtig wäre, so würden von den 11% Stunden oder 23 halben Stunden die Arbeiter 21 halbe Stunden für sich arbeiten und nur 2 halbe Stunden! Mehrarbeit dem Kapitalisten liefern. Die Mehrarbeit verhielte sich danach zur notwendigen = 2:21 = 1: 10%; d.h. also 91Y%,,? Prozent, und dies soll 10% Profit auf das ganze Kapital geben! Das Sonderbarste, was seine gänzliche Unwissenheit über die Natur des Mehrwerts zeigt: Er nimmt an, daß von den 23° halben Stunden oder 11%, Stunden nur 1 Stunde die Mehrarbeit, also den Mehrwert, bildet und wundert sich daher darüber, daß, wenn die Arbeiter zu dieser 1 Stunde Mehrarbeit noch 1, Stunden Mehrarbeit zufügen würden, statt 2 halbe Stunden 5 halbe Stunden (also im ganzen 13 Stunden) arbeiten würden, der Reingewinn um mehr als das Doppelte wachsen würde. Ebenso naiv ist die Entdeckung, daß unter der Voraussetzung, daß die ganze Mehrarbeit oder Mehrwert gleich einer Stunde, der ganze Reinprofit wegfallen würde, ‚sobald die Arbeitszeit um diese eine Stunde reduziert, also überhaupt keine Mehrarbeit gearbeitet würde. Man sieht auf der einen Seite das Erstaunen über die Entdeckung, daß der Mehrwert, also auch der Gewinn, sich in bloße Mehrarbeit auflöst, anderseits zugleich das Nichtbegreifen dieses Verhältnisses, was Herrn Senior nut als Kuriosum in der Baumwollfabrikation, unter dem Einfluß der Fabrikanten, aufgefallen ist.

Zweitens. Das Geld, das der Arbeiter als Arbeitslohn erhält, stellt die Arbeitszeit dar, die in den zur Befriedigung seiner Lebensbedürfnisse erforderlichen Waren vorhanden ist. Der Mehrwert entsteht dadurch, daß der Arbeiter‘ im Austausch für diese Waren mehr Arbeitszeit zurückgibt, als in ihnen enthalten ist, mehr lebendige Arbeit für ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit. Er kauft diese Waren, deren Umkreis sein Salair bildet, also mit mehr Arbeit als zu ihrer Produktion erheischt ist.

„Welche Quantität Arbeit für die Erzeugung einer Ware auch immer notwendig sein mag, der Arbeiter muß stets, beim gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft, viel mehr Arbeit hingeben, um sie zu erwerben und zu besitzen, als erforderlich ist, sie von der Natur zu kaufen. Der für den Arbeiter so erhöhte natürliche Preis ist der soziale Preis.“ ([p.] 220, Th. Hodgskin, „Popfular] Pol. Econ.“, London 1827.)

! In der Handschrift: #4 halben Stunden, die Arbeiter 2/4; halbe Stunden für sich arbeiten und nur %5 Stunden

? In der Handschrift: 9%,

3 In der Handschrift: 34;

* In der Handschrift: die Arbeit

194 2. Der absolute Mehrwert - Heft IH

„Brotherton, selbst ein Fabrikant, erklärte im House of Commons, daß die Fabrikanten Hunderte von Pfunden ihren Gewinnen wöchentlich zusetzen würden, könnten sie ihre Arbeiter“ (ihre men, Leute) „bewegen, täglich nur eine Stunde länger zu arbeiten.“ (Ramsay, I. c., p. 102.)

„Wo keine surpluslabour! ist, kann kein surplusproduce? sem, daher kein Kapital.“ ([p.] 4, „The source and the remedy of the National Difficulties etc.“, London 1821.)

„Welche Kapitalmenge in einem bestimmten Moment investiert werden kann, sei es in einem gegebenen Land oder in der Welt, so daß es nicht weniger als eine gegebene Profitrate bringt, scheint prinzipiell vom Arbeitsguantum abzuhängen, zu dessen Bewältigung durch Anlage dieses Kapitals die derzeit vorhandene Anzahl menschlicher Wesen veranlaßt werden kann.“ ([p.] 20, „An Inguiry into those Principles respecting the Nature of Demand etc., lately advocated by Mr. Malthus“, London 1821.)

Zu p. 106, 107:

„Wenn der Arbeiter dahin gebracht werden kann, sich von Kartoffeln zu nähren statt von Brot, so ist es unbestreitbar richtig, daß mehr aus seiner Arbeit herausgeschlagen werden kann, d.h., wenn er, um von Brot zu leben, genötigt war, für seine Erhaltung und die seiner Familie die Arbeit des Montags und Dienstags für sich zu behalten, so wird er bei Kartoffelnahrung nur die Hälfte des Montags für sich erhalten; und die andere Hälfte des Montags und der ganze Dienstag werden freigesetzt entweder für den Nutzen des Staats oder für den Kapitalisten.“ ([p.] 26, „The Source and Remedy of the Nätion, Diff.“, Lond[on] 1821.)

„Was auch dem Kapitalisten zukommen möge, er kann immer nur die Mehrarbeit des Arbeiters aneignen, denn der Arbeiter muß leben. Aber es ist die volle Wahrheit: Wenn das Kapital nicht an Wert abnimmt im Verhältnis, wie es an Masse zunimmt, so werden die Kapitalisten den Arbeitern das Produkt jeder Arbeitsstunde abpressen über das hinaus, wovon der Arbeiter leben kann: Und so abscheulich und entsetzlich es scheinen mag, der Kapitalist mag schließlich imstande sein, auf die Lebensmittel zu spekulieren, deren Produktion am wenigsten Arbeit machen und schließlich dem Arbeiter sagen: ‚Du sollst kein Brot essen, denn Gerstengrütze ist billiger. Du sollst kein Fleisch essen, denn man kann

von Runkelrüben und Kartoffeln leben.‘“ (Ip.] 23/24, 1. c.) Zusatz ad e) p. 107.

„Reichtum ist verfügbare Zeit und sonst nichts.“ (p.6, „The Source and Rermn. etc.“.)

In der kapitalistischen Produktion wird die Arbeit des Arbeiters viel größer als bei dem selbständigen Arbeiter, weil ihr Verhältnis durchaus nicht bestimmt ist durch das Verhältnis seiner Arbeit zu seinem Bedürfnis, sondern durch das unbeschränkte, schrankenlose Bedürfnis des Kapitals für Surplusarbeit.

! Mehrarbeit 2 Mehrprodukt

Zusätze 195

„Die Arbeit, z.B. des Landmanns, wird schon deswegen viel mehr betragen, weil sie sich nicht mehr nach den bestimmten Bedürfnissen des Landmanns richtet.“ (p.90, Büsch,

J.G., „Abhandlung von dem Geldumlauf ...“, T.1, Hamburg und Kiel 1800.1?)) ad e) p. 104.

Das Verhältnis, was den Arbeiter zwingt zur Mehrarbeit, ist das Dasein seiner Arbeitsbedingungen ihm gegenüber als Kapital. Es wird ihm kein äußerer Zwang angetan, aber um zu leben — in einer Welt, wo die Ware durch ihren Wert bestimmt ist — ist er gezwungen, sein Arbeitsvermögen als Ware zu verkaufen, wogegen die Verwertung dieses Arbeitsvermögens über seinen eignen Wert hinaus dem Kapital zufällt. So schafft seine Mehrarbeit, wie sie die Mannigfaltigkeit der Produktion vermehrt, die freie Zeit für andre. Die Ökonomen lieben es, dies Verhältnis als Naturverhältnis oder göttliche Einrichtung aufzufassen. Was die durch das Kapital hervorgebrachte Arbeitsamkeit angeht:

„Gesetzlicher Zwang“ (zur Arbeit) „ist begleitet von zuviel Unruhe, Gewalttätigkeit und Lärm, schafft Übelwollen usw., wohingegen Hunger nicht nur ein friedfertiger, stummer, unablässiger Druck ist, sondern fordert als natürlicher Beweggrund für Fleiß und Arbeit die wirksamsten Anstrengungen heraus.“ ([p.] 15, „A Dissertation on the Poor Laws”, By a Wellwisher to mankind, 1786 (The Rever. Mr. J. Townsend), republished London 1817.)

Da das Kapitalverhältnis voraussetzt, daß der Arbeiter zum Verkauf seines Arbeitsvermögens gezwungen ist, also wesentlich nur sein Arbeitsvermögen selbst zu verkaufen hat, sagt Townsend:

„Es scheint ein Naturgesetz, daß die Armen zu einem gewissen Grad leichtsinnig sind, so daß stets welche da sind zur Erfüllung der niedrigsten, schmutzigsten und gemeinsten Funktionen des Gemeinwesens. Der Fonds von menschlichem Glück wird dadurch sehr verwehrt. Die Delikateren sind dadurch befreit von Plackerei und können höheren Berufungen usw. ungestört nachgehen.“ ([p.} 39, I.c.) „Das Armengesetz hat die Tendenz, die Harmonie und Schönheit, die Symmetrie und Ordnung dieses Systems, welches Gott und die Natur in der Welt errichtet haben, zu zerstören.“ (p. 41'.)

Dieser Pfaffe Townsend ist zwar nicht der eigentliche Entdecker der sog. Populationstheorie, gab ihr aber zuerst die Form, worin Malthus sie sich aneignete und großes literarisches Kapital damit macht. Sonderbar ist es, daß mit Ausnahme des venezianischen Mönches Ortes (,„Della Economia Nazionale“, Üibri sei 1774, viel geistreicher als Malthus) hauptsächlich Pfaffen der englischen Kirche mit dem „urgent appetite“ und den „checks which

! In der Handschrift: p.39 segg.

196 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

tend to blunt the shafts of Cupid“! (wie Townsend ? sagt), gerungen haben. Im Gegensatz zu dem katholischen Aberglauben (superstition? sagt Townsend) nahmen sie das „Seid fruchtbar und mehret euch“? für die Geistlichkeit selbst in Anspruch, während sie das Zölibat der arbeitenden Klasse predigten.

„Gott hat es gefügt, daß die Menschen, die die nützlichsten Berufe ausüben, überreichlich geboren werden.“ (p.78, Galiani, „Della Moneta“, t. Il, bei Custodi.)

Der Fortschritt des nationalen Reichtums, sagt Storch,

„erzeugt jene nützliche Klasse der Gesellschaft ... welche die langweiligsten, gemeinsten und ekelhaftesten Beschäftigungen ausübt, in einem Wort, alles, was das Leben Unangenehmes und Knechtendes hat, auf ihre Schultern nimmt und ebendadurch den anderen Klassen die Zeit, die Heiterkeit des Geistes und die konventionelle Charakterwürde verschafft, die sie brauchen, um sich erfolgreich ihren höheren Aufgaben zu widmen.“ („Cours d’Ec. Pol.“, &d. Say (p.223), t. III, Paris 1823.) „Unsere Zone erfordert Arbeit zur Befriedigung der Bedürfnisse, und deshalb muß wenigstens ein Teil der Gesellschaft unermädlich arbeiten ...“. (Sir Morton Eden, „The State of the Poor, or an History of the Labouring Classes in England from the Conquest to the present period etc.“, London 1797, vol.1, book I, ch. 1.)

‘ad d) p. 102. Dies Gesetz schließt nur ein, daß bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit und gegebnem Normaltag die Masse des Mehrwerts mit der Masse der gleichzeitig angewandten Arbeiter wächst. Es folgt daraus nicht, daß in allen Produktionszweigen (z.B. der Agrikultur) die Produktivität der Arbeit dieselbe bleibt im Maße, wie größre Quantität der Arbeit angewandt wird. (Dies in Note zu setzen.)

Es folgt, daß bei übrigens gleichbleibenden Bedingungen der Reichtum eines Landes, auf der Basis der kapitalistischen Produktion, von der Masse des Proletariats, des auf Lohnarbeit angewiesenen Teils der Bevölkerung, abhängt.

„Je mehr Sklaven ein Herr hat, umso reicher ist er; daraus folgt, daß bei ‚gleicher Unterdrückung der Massen ein Land umso reicher ist, je mehr Proletarier es hat.“ ([p.] 331, t. III, Colins, „L’Economie Politigue, Sources des Revolutions et des Utopies pretendues Socialistes“, Paris 1857.)

Zusatz ad a) Illustration zum Mehrwert.

Nach Jacob im Jahr 1815 als Weizenpreis per Quarter 80 sh und das Durchschnittsprodukt des acre 22 bushels (jetzt 32) per acre, also Durchschnittsprodukt des acre 11 Z Er berechnet, daß das Stroh die Ausgaben des

! „starken Verlangen“ und den „Hemmungen, die dazu beitragen, Amors Pfeile stumpf zu machen“ 2 Abgötterei

Zusätze 1 9 7

Einherbstens, Dreschens und Bringens auf den Verkaufsplatz zahlt. Rechnet dann die items! wie folgt: In dieser Kolumne stellt die

£ sh £ sh rechte Seite Steuern, Abga‚Samen Zehnten, ben, Rente, Pächters Profit (Weizen) 19 Rates und und Zins nur den GesamtTaxes? 1 1 mehrwert dar‘, den der Pächter erhält (der Kapitalist), aber Dünger 2 10 Rent’ 18 Teile, wovon er unter ver319 schiednen Namen und Titeln Arbeits- Pächters an Staat, Landlord etc. abgibt. lohn 310 Profit und Der Gesamtmehrwert also Zins 12 = 31 11 sh. Das konstante 9 31 Kapital (Samen und Dünger)

=31.19sh. Das gegen Arbeit ausgelegte 3 1. 10.79 Dieser letztre Teil des Kapitals, der variable, ist allein zu betrachten, wenn es sich um den Mehrwert und das Verhältnis des Mehrwerts handelt. Also im vorliegenden Fall verhält sich Mehrwert zu dem im Arbeitslohn ausgelegten Kapital oder ist die Rate, worin sich das im Arbeitslohn ausgelegte Kapital vermehrt, das Verhältnis von 3 I. 11 sh zu 31. 10 sh. Das gegen Arbeit ausgelegte Kapital von 3 I. 10 reproduziert sich als ein Kapital von 7 I, 1 sh. Davon stellen 3 / 10 nur den Ersatz des Arbeitslohns vor, dagegen 3 |. 11 sh den Mehrwert, der also über 100% beträgt. Danach würde die notwendige Arbeitszeit nicht ganz so groß wie die Surplusarbeit, ungefähr in ihr gleich sein, so daß von dem normalen Arbeitstag von 12 Stunden 6 dem Kapitalisten gehören (eingeschlossen die verschiednen Mitteilnehmer an diesem Mehrwert). Es kann nun zwar der Fall sein, daß z.B. dieser Preis des Quarters Weizen von 80 sh über seinem Wert stand, also ein Teil seines Preises daher rührt, daß andre Waren unter ihrem Wert gegen Weizen verkauft wurden. Aber erstens handelt es sich nur darum klarzumachen, wie man überhaupt den Mehrwert und daher die Rate des Mehrwerts zu verstehn hat. Andrerseits, wenn der Marktpreis eines Scheffels Weizen etwa lOsh über seinem Wert steht, so kann das den Mehrwert, den der Pächter erhält, nur vergrößern, insofern er dem Ackerbauarbeiter seine Arbeit, die sich über ihren Normalwert erhoben hat, nicht zu diesem Überschuß über den Normalwert zahle. “1 Einzelposten z Abgaben und Steuern

3 Grundrente * In der Handschrift: ab

2. Der absolute Mehrwert - Heft IH

Nehmen wir ein andres Beispiel aus der modernen englischen Agrikultur, und zwar folgende Real Bill eines high formed estate!:

Jährliche Ausgaben in der Produktion selbst:

Einnahmen und Abgaben des Pächters

In diesem Beispiel also beträgt das variable oder gegen lebendige Arbeit

£ £ ausgetauschte Kapital Dünger... .. ‚686 Rent 843 1690 1.St. Es reproduziert Samen 150 Taxe 150 sich in 1690 + 1481 Viehfutter 100 Zehnten (fehlen) = 3171 1.St. Der MehrVerluste, Profit 488 wert 14811, das VerhältZahlungen an nis von Mehrwert zum Gewerbsleute Teil des Kapitals, aus usw, 453 dem er entspringt,

1389 1481 = 1481/1690? oder etwas Arbeitslohn 1690 (Newman, F.W., „Lec- mehr als 87 Prozent.

___.. tures on Polit. Econ.“,

London 1851, 3079 p. 166 |, 167].)

(„Die unauslöschliche Leidenschaft für Gewinn, die auri sacri fames!’””, bestimmt stets

die Kapitalisten.“ (p. 163, McCulloch, „The Principles of Political Economy“, London 1825.)} ad e) p. 104.

„Eben weil der eine arbeitet, muß der andere sich ausruhen.“ (Sismondi, „N[ouveaux]

Princ, d’Eefonomie] Plolitique]“, t. 1, p. 76/77.)

ad e) p. 107. Die Mehrarbeit mit der Vervielfältigung der Produkte bedingt die Luxusproduktion, daß ein Teil der Produktion sich auf Produktion von Luxusprodukten wirft oder, was dasselbe ist, sich gegen dieselbe austauscht (durch auswärtigen Handel).

„Sobald ein Überschuß“ (des Produkts) „an Produkten vorhanden ist, muß die überflüssige Arbeit Luxusartikeln gewidmet werden. Der Verbrauch an Gegenständen zur Befriedigung der Grundbedürfnisse ist begrenzt, der von Luxusartikeln ist grenzenlos.“ (p. 78, Sism., t.l, „Nfouveaux] Pfrincipes] etc.“.) „Der Luxus ist nur möglich, wenn man ihn mit fremder Arbeit kauft; die ununterbrochene Arbeit ohne Pause ist nur möglich, wenn sie nicht belanglose Nichtigkeiten, sondern lediglich das Lebensnotwendige beschaffen

kann.“ (p.79, 1.c.)

! Unverfälschte Rechnung eines hoch entwickelten Gutes

* In der Handschrift: 1690/1481

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Seite 113 aus Heft III

Zusätze 201

{Die Nachfrage der Arbeiter für Kapital ist daher die einzige, deren der Kapitalist bedarf, d.h., es dreht sich alles für ihn um das Verhältnis, worin lebendige Arbeit für vergegenständlichte sich anbietet.

„Was die Nachfrage seitens der Arbeit anbelangt, das heißt entweder Austausch von Arbeit gegen Waren oder, wenn man vorzieht, es auf andere Art zu betrachten, was aber auf dasselbe herauskommt, Austausch gegenwärtiger fertiger Produkte gegen einen künftigen und hinzukommenden neuen Wert ..., übertragen auf gewisse Materialteile, die dem Arbeiter anvertraut waren. Das ist die wirkliche Nachfrage, deren Vermehrung für die Produzenten wesentlich ist, insoweit, als irgendeine Nachfrage erwünscht ist, unabhängig von dem, was Waren einander zuführen, wenn vergrößert.“ ([p.] 57, „An Inguiry into those Principles respecting the_Nature of Demand and. the Necessity of Consumption etc.“, London 1821)}

Wenn James Mill z.B. sagt:

„Um es einem bedeutenden Teil des Gemeinwesens zu ermöglichen, die Vorzüge der Muße zu genießen, muß der Kapitalgewinn offensichtlich groß sein.“ (p. 50, James Mill, „Iöllements] of Pol. Ec.“, London 1821), so heißt das auch nichts als: Damit viele Muße haben, muß der Lohnarbeiter viel schanzen, oder die freie Zeit des einen Teils hängt ab von dem Verhältnis der Surplusarbeitszeit zur notwendigen Arbeitszeit des Arbeiters.

Die Aufgabe des Kapitalisten ist es,

„mit dem verausgabten Kapital“ (dem gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Kapital) „die größtmögliche Summe Arbeit herauszuschlagen“. (p.62, J. G. Courcelle-Seneuil, „Traite theorique et pratigue des Entreprises industrielles etc.“, Paris 1857, 2. edit.)

Daß die Verwertung des Kapitals, dem Mehrwert, den es über seinen eignen Wert hinaus produziert, also seine produktive Macht, in der Mehrarbeit besteht, .die es sich aneignet, sagt J. St. Mill z.B.

„Kapital, genau zu sprechen, hat keine produktive Macht. Die einzige produktive Macht ist die der Arbeit, assistiert zweifelsohne von tools und acting upon materials! ... Die produktive Macht des Kapitals ist nichts als die Quantität der realen produktiven Macht“ (Arbeit), „welche der Kapitalist, vermittelst seines Kapitals, kommandieren kann.“ (J. St. Mill, „Essays on some unseitled. questions of Pol. Economy“, Lond/on] 1844, p.90, 91.)

ad a) Daß bei der Reproduktion des Kapitals und seiner Vermehrung der Wert des Rohmaterials und Maschinerie als solcher — überhaupt für den Produktionsprozeß gleichgültig, ist klar. Nimm Rohmaterial, z.B. Flachs. Wieviel Arbeit der Flachs einsaugen kann, um sich z.B, in Leinen zu verwandeln, hängt, wenn die Produktionsstufe, bestimmter Grad der technologischen Entwicklung, gegeben ist, nicht von seinem Wert, sondern von seiner Quantität

! Werkzeugen und auf Maschinerie einwirkend

202 2. Der absolute Mehrwert : Heft IH

ab, ebenso wie die Assistenz, die eine Maschine 100 Arbeitern leistet, nicht von ihrem Preis, sondern von ihrem Gebrauchswert abhängt.

ad p. 114) Oder nehmen wir ein andres Beispiel. Symons, (J.C.,) „Arts and Artisans at Home and Abroad“, Edinb[ursh] 1839 |,p. 223], gibt z.B. folgende Berechnung für einen Glasgow mechanischen Weber mit 500 looms, calculated to weave a good fabric of calico or shirting, such as is generally made in Glasgow!.

Kosten der Errichtung der Fabrik und Maschinerie £ 18000

Jährliches Produkt, 150000 Stück zu 24 Yards zu 6sh £ 45000 Zins auf das Capital fixe und für die In diesem Fall beträgt depreciation of value? der Maschinerie 1800, | Zins und Profit wovon wir 900 (5 Prozent) für 1700 + 900 = 2600. den Zins rechnen wollen. Der gegen Arbeit ausgeDampfmaschine, Ol, Talg, Ausbesserung " legte, sich reproduzieder Maschinerie etc .... 2... - 2000 | rende und vermehrende Yansandfla seen 32000 | Teil des Kapitals 7 500 I, Arbeitslohn . 2 2 2m ss een 7500 | Mehrwert = 2600; Profit 2 wa wet an ne 1700 | Rate desselben also:

45000 | beinahe 33 Prozent.

ad b) 99)

R. Jones in seinem „Essay on the Distribution of Wealth“, London 1831, betrachtet mit Recht die Fronarbeit, oder was er labour rent (Arbeitsrente) nennt, als die ursprünglichste Form der Rente, die man hier nur als eine bestimmte Form des Mehrwerts zu betrachten hat, der dem Landeigentümer zufällt. 79 Es ist also eine Form, worin die Landarbeiter einen Teil des Grund und Bodens besitzen, den sie zu ihrem eignen Unterhalt bebauen. Die Arbeitszeit, die sie hierauf verwenden, entspricht der notwendigen Arbeitszeit, wodurch der Lohnarbeiter sein eignes Salair ersetzt. Während aber z.B. der moderne Ackerbautaglöhner auf demselben Grund und Boden (dem vom Pächter gemieteten) seine ganze Arbeitszeit realisiert — sowohl den Teil desselben, der seinen Lohn ersetzt, als den Teil, der den Mehrwert bildet — ebenso wie der Fabrikarbeiter dieselbe Maschinerie zur Verwirklichung seiner notwendigen und seiner Mehrarbeit anwendet — findet hier nicht nur Tei-

! Webstühlen, geeignet, ein gutes Kattungewebe oder Hemdenstoff zu weben, wie es gewöhnlich in Glasgow hergestellt wird ö

? Abschreibung des Werts

? Garn und Flachs

Zusätze 203

lung der Zeit statt (und viel handgreiflicher, als in der Lohnarbeit), sondern auch Teilung der Produktionsbedingungen (der Produktionssphäre), worauf diese Arbeitszeit realisiert wird.

Z.B. gewisse Tage in der Woche bearbeitet der Fronarbeiter sein ihm zum Besitz angewiesnes Feld. Andre Tage arbeitet er auf dem herrschaftlichen Gut und für den Grundeigentümer. Diese Form der Arbeit hat das mit Lohnarbeit gemein, daß, was der Arbeiter dem Eigentümer der Produktionsbedingungen gibt, nicht, wie in andren Produktionsweisen, Produkt noch Geld, sondern Arbeit selbst ist. Die Mehrarbeit erscheint hier handgreiflicher als in der Lohnarbeit geschieden von der notwendigen Arbeit, weil notwendige Arbeit und Mehrarbeit hier auf zwei verschiednen Terrains ausgeübt werden. Die zur Reproduktion seines eignen Arbeitsvermögens notwendige Arbeit arbeitet der Fronarbeiter auf dem von ihm beseßnen Feld. Die Mehrarbeit für den Grundeigentümer verrichtet er auf den herrschaftlichen Gütern. Durch diese räumliche Trennung erscheint auch die Trennung der Gesamtarbeitszeit in zwei Portionen handgreiflicher, während man bei dem Lohnarbeiter ebensogut sagen kann, daß er von 12 etwa 2 für den Kapitalisten arbeitet, als daß er von jeder Stunde oder jedem beliebigen andren aliquoten! Teil der 12 Stunden V, für den Kapitalisten arbeitet. So erscheint also erstens die Trennung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, Arbeit zur Reproduktion seines eignen Arbeitsvermögens und Arbeit für den Eigentümer der Produktionsbedingungen sinnfälliger, handgreiflicher in der Form der Fronarbeit als in der Form der Lohnarbeit. Zweitens aber folgt daraus, daß es in der Form des Fronarbeitens sinnfälliger als in der Lohnarbeit erscheint, daß die Mehrarbeit unbezahlte Arbeit ist und daß der ganze Mehrwert sich in Mehrarbeit, i.e. unbezahlte Arbeit auflöst. Arbeiteten die Fronarbeiter 5 Tage in der Woche auf ihrem eignen Feld, den 6. Tag auf dem herrschaftlichen, so ist es klar, daß sie diesen 6. Tag unbezahlte Arbeit verrichten, nicht für sich, sondern [für] einen andren arbeiten, und daß die ganze Einnahme dieses andren das Produkt ihrer unbezahlten Arbeit ist; die eben darum Fronarbeit heißt. Wenn Fabrikarbeiter von 12 Stunden täglich 2 für den Kapitalisten arbeiten, so ist dies dasselbe, als ob sie in der Woche 5 Tage für sich und l für den Kapitalisten arbeiteten, also der Sache nach dasselbe, als ob sie einen Tag in der Woche Fronarbeit für den Kapitalisten verrichteten. In dem ganzen System der Fronarbeit fällt die Form des Lohns weg, und dies macht das Verhältnis wieder handgreiflicher. Der Fronarbeiter erhält die Produktionsbedingungen, die zur Verwirklichung seiner eignen notwendigen Arbeit

! entsprechenden

204 2. Der absolute Mehrwert : Heft II

erheischt sind, ein für allemal angewiesen. Er zahlt sich daher selbst sein Salair oder er eignet sich direkt das Produkt seiner notwendigen Arbeit an. Bei dem Lohnarbeiter dagegen wird sein Gesamtprodukt erst in Kapital verwandelt, um ihm dann in der Form des Salairs wieder zuzufließen. Wenn der Fronarbeiter, der I Tag in der Woche für seinen Herrn arbeitet, das Produkt der ganzen Woche diesem auszuliefern hätte, der es dann in Geld verwandelte und von diesem Geld % dem Fronarbeiter zurückzahlte, so wäre der Fronarbeiter nach dieser Seite hin in einen Lohnarbeiter verwandelt. Umgekehrt. Wenn der Lohnarbeiter, der 2 Stunden täglich für den Kapitalisten arbeitet, das Produkt oder den Wert des Produkts seiner Stägigen Arbeit selbst einkassierte (der Abzug des Werts für die Produktionsbedingungen, Arbeitsmaterial und Mittel findet in beiden Verhältnissen, wenn auch unter verschiedner Form, statt) und den 6. Tag umsonst für das Kapital arbeitete, so wäre er in einen Fronarbeiter verwandelt. Soweit die Natur und das Verhältnis von notwendiger Arbeit und Mehrarbeit in Betracht kommen, ist das Resultat dasselbe.

Wir finden die Fronarbeit in größeren oder geringeren Dosen verquickt mit allen Formen der Leibeigenschaft. Wo sie aber rein erscheint, als das herrschende Produktionsverhältnis, wie das namentlich der Fall war und zum Teil noch ist in slawischen Ländern und in den von den Römern besetzten Donauteilen, können wir mit Sicherheit sagen, daß sie nicht aus der Leibeigenschaft als ihrer Grundlage entsprang, vielmehr umgekehrt die Leibeigenschaft aus ihr entsprang. Sie beruht auf einem Gemeinwesen und die Mehrarbeit, die die Gemeindeglieder verrichteten über die zur Subsistenz hinaus nötige, teils zu einem Reservefonds (gemeinschaftlichen), teils zur Bestreitung ihrer gemeinschaftlichen, politischen und religiösen Bedürfnisse, verwandelt sich nach und nach in Fronarbeit für die Familien, die die Reservefonds und die politischen und religiösen Würden als ihr Privateigentum usurpieren. In den Donaufürstentümern, ebenso in Rußland, läßt sich dieser Usurpationsprozeß genau nachweisen. Eine Vergleichung der Gier nach fremder Arbeitszeit auf seiten der walachischen Bojaren und der englischen Fabrikanten hat das Interesse, daß in beiden die Aneignung fremder Arbeit als direkte Quelle des Reichtums erscheint; Mehrwert als Mehrarbeit.

{„Der Unternehmer wird immer alles daransetzen, um Zeit und Arbeit zu sparen.“ (p.318, Dugald Stewart, vol.1, „Lectures on Polit. Econ.“, Edinburgh 1855, vol. VIII der „Collected works“, ed. by Sir W. Hamilton.) ad p. 107, ad Zusatz ad e)}

In der Fronarbeit erscheint die Surplusarbeit in ihrer ursprünglichsten „selbständigen freien” Form; frei, insofern bei der Sklaverei der Gesamttag

Zusätze 205

der Sklaven wie des Viehs dem Eigentümer gehört, die er natürlich füttern muß:

Selbst in der Moldau und Walachei jetzt noch Naturalrente neben der Fronarbeit.”?' Wir nehmen hier das Reglement organique!, mis en vigueur en 1831!. Es ist für unsren Zweck hier gleichgültig und daher nur nebenbei zu bemerken, daß Grundbesitz, Vieh etc. in der Tat den walachischen Bauern gehören, daß durch Usurpation die Leistung an die proprietaires? entstand und daß das russische Reglement die Usurpation zum Gesetz erhob. Die Naturalrente besteht [aus] Y,, aller übrigen Produkte; Y, Heu; ", Wein. (Alles dies in der Walachei.) Der Bauer besitzt: 1. für Haus und Garten 400 stagenes (about 2 D metres) en plaine und 300 in den montagnes; 2.3 pogones (1Y, hectares) de terrain de labour; 3.3 pogones de prairie ä foin’. (Weideland für 5 Stück Hornvieh.)

Hier nebenbei zu bemerken: Daß dieser Leibeigenschaftscode als Freiheitscode von den Russen (unter Kisseleff) proklamiert und von Europa anerkannt wurde. Zweitens: les boyars, en fait les redacteurs du röglement*. Drittens: Dem Verhältnis nach viel schlimmer in der Moldau als in der Walachei.

Nach dem Reglement schuldet jeder Bauer dem proprietaire im Jahr: 1. 12 Arbeitstage überhaupt. 2. 1 Tag Feldarbeit; 3. 1 Holztransport. Die Tage jedoch sind nicht nach der Zeit gemessen, sondern an dem zu vollbringenden Werk. Das organische Reglement selbst setzt daher fest, daß die 12 Arbeitstage gleich sein sollen dem Produkt einer Handarbeit von 36 Tagen, der Feldarbeitstag = 3 Tagen, der Holztransporttag ebenfalls = 3 Tagen. Summa summarum 42 Tagen. Es kommt aber hinzu die sog. iobagie (Dienst, servitude), d.h. Arbeit für außerordentliche Produktionserheischnisse des proprietaire. Diese außerordentliche Arbeit beträgt Lieferung auf seiten der villages? von 4 Mann auf 100 Familien, 3 in Dörfern von 63-75 Familien, 2 in Dörfern von 38-50, 1 für Dörfer von 13-25 Familien. Diese lobagie ist geschätzt auf 14 Arbeitstage für jeden walachischen Bauer. So ist die durch das reglement selbst bestimmte Fronarbeit = 42 + 14 = 56 Arbeitstagen. Das Ackerbaujahr besteht in der Walachei wegen des rauhen Klimas aus 210 Tagen, wovon 40 für Sonntage und Feiertage, 30 im Durchschnitt für schlechtes Wetter abgehn, zusammen 70 Tage. Bleiben 140 Tage. Davon ab-

! das 1831 in Kraft gesetzt wurde

? Gutsbesitzer

? 400 stagenes (etwa 2 m? [je stagene]) in der Ebene und 300 in den Bergen; 2, 3 pogones (1%, Hektar) Ackerland; 3.3 pogones Wiese für Heu

% tatsächlich waren die Bojaren die Verfasser der Verordnung

? Dörfer

206 2. Der absolute Mehrwert : Heft III

die 56 Frontage. Läßt 84 Tage; ein Verhältnis jedoch nicht stärker als das vom englischen Ackerbauarbeiter, wenn die Zeit, die er für sein Salair arbeitet, verglichen wird mit der Zeit, die er für Herstellung des unter Pächter, Kirche, Staat, Grundeigentümer usw. verteilten Mehrwerts arbeitet.

Dies sind die dem Eigentümer gesetzlich zustehenden F'rontage, die gesetzliche Mehrarbeit. Indes hat das Reglement es so eingerichtet, daß die Fronarbeit ohne Verletzung seines Buchstabens weiter ausgedehnt werden kann. Es bestimmt nämlich jedes Tagwerk so, daß noch eine Zubuße auf die Arbeitszeit des folgenden Tags fällt, um es vollenden zu können. So bestimmt es z.B.

„das Tagewerk im Jäten, das mit 12 Ruten veranlagt ist, eine Aufgabe, die doppelt so groß ist, wie sie ein Mensch an einem T’ag leisten könnte“, namentlich auf den Maispflanzungen. Das Tagewerk für Jäten ist in der Tat so eingerichtet durch die Verordnung, „daß es mit dem Monat Mai beginnt, um mit dem Monat Oktober zu enden“.

1118) „In der Moldau“, sagt einer der großen Bojaren selbst, „entsprechen die 12 Frontage des Bauern, wie sie die Verordnung festlegt, tatsächlich 365 Tagen.“ [p.311.]

Mit welchem Raffinement die Bojaren dies Gesetz ausbeuten, um sich die Arbeitszeit der Bauern anzueignen, kann man weiter nachsehn in: E Regnault, „Histoire Politique et Sociale des Principautes Danubiennes“, Paris 1855, p. 305 sqg.

Vergleichen wir nun damit den Heißhunger nach Arbeitszeit — Mehrarbeitszeit — auf seiten der kapitalistischen Produktion in England.

Es ist nicht meine Absicht, hier auf die Geschichte der Überarbeit einzugehn seit der Erfindung der Maschinerie in England. Die Tatsache ist, daß infolge der Exzesse Pesten ausbrachen, deren Verwüstung Kapitalist und Arbeiter gleichmäßig bedrohten, daß der Staat, unter dem größten Widerstand der Kapitalisten, Normaltage einführen mußte in den Fabriken (später überall auf dem Kontinent mehr oder weniger nachgeahmt), daß noch in diesem Augenblicke diese Einführung der Normaltage von den eigentlichen Fabriken auf andre Arbeitszweige ausgedehnt werden mußte (Bleichereien, Druckereien, Färbereien) und daß in diesem Augenblick dieser Prozeß noch im Fortschreiten begriffen, der Kampf darum fortdauert (z.B. zur Einführung der 10Stundenbill!, Ausdehnung des factory act z.B. auf die lace manufacture! in Nottingham etc.). Für die details über die früheren Phasen dieses Prozesses verweise ich auf: F. Engels, „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“, Leipzig 1845. Der praktische Widerstand der Fabrikanten war indes nicht größer als der theoretische Widerstand, den ihre Dolmetscher und Äpo-

! Spitzenfabrikation ”

Zusätze 207

logeten, die professionellen Ökonomisten leisteten. Hat doch Herr Newmarch!, der Mitherausgeber von Tooke’s „History of Prices“, als Präsident der Sektion für ökonomische Wissenschaft auf dem letzten Kongreß der British association for Arts etc. (der Name der Assoziation nachzusehn) im Sept. 1861 zu Manchester! sich gedrungen gefühlt, die Einsicht in die Notwendigkeit der gesetzlichen Regulierung und zwangsweisen Beschränkung des Normalarbeitstages in Fabriken etc. als eine der allerneusten Errungenschaften der jetzigen politischen Ökonomie zu betonen, wodurch sie über ihren Vorgängern stehe! 84

Mein Zweck ist nur, zur Parallele mit dem Heißhunger der Bojaren einige Belegstellen aus den neusten Fabrikreports beizubringen; dito 1 oder zwei Beispiele bezüglich von Industriezweigen, in denen die factory acts noch nicht eingeführt sind (lace Fabrik), oder erst kürzlich eingeführt wurden (printing works?). Es handelt sich hier ja nur um einige Belege für die Tendenz, die in der Walachei nicht stärker wirkt als in England.

Erste Illustration. Lacetrade’ in Nottingham.

„Daily Telegraph“ vom 17. Januar 1860.

„Herr Broughton, ein county Magistrat‘, der präsidierte bei einem Meeting, gehalten zu Nottingham, Townshall?, am 14. Januar 1860, erklärte, es existiere in dem Teil der lokalen Bevölkerung, die mit dem lacetrade zusammenhängt, ein in der ganzen übrigen zivilisierten Welt durchaus unbekannter Grad von Leid und Entbehrung ... Kinder von 9 bis 10 Jahren werden aus ihren schmutzigen Betten gerissen um 2, 3, 4 Uhr morgens, und gezwungen, für die nackte Subsistenz bis 10, 11, 12 Uhr nachts zu arbeiten, während ihre Glieder wegschwinden, ihre Gestalt zusammenschrumpft, ihr Gesicht verwittert und ihr menschliches Wesen absolut in einen steinähnlichen torpor verfällt, die äußerst schrecklich zu betrachten ist ... Wir sind nicht überrascht, daß Herr Mallet oder andre Fabrikanten auftreten, um Protest gegen jede Diskussion einzulegen ... Das System, wie der Rev. Montagu Valpy es beschreibt, ist ein System uneingeschränkter Sklaverei, Sklaverei in sozialer, physischer, moralischer und geistiger Beziehung ... Was soll man von einer Stadt denken, die ein öffentliches Meeting abhält, um zu petitionieren, daß die Arbeitszeit für Männer auf 18 Stunden täglich beschränkt werden solle? ... Wir deklamieren gegen die virginischen und carolinischen Baumwollpflanzer. Ist jedoch ihr Negermarkt, mit allen Schrecken seiner Peitsche und Schacher in Menschenfleisch mehr verabscheuungswürdig

! In der Handschrift: Newman ? Kattundruckereien

3 Spitzenhandel

* Richter der Grafschaft

? Rathaus

6 eine steinähnliche Stumpfheit

15*

208 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

als diese langsamen Menschenopfer, die stattfinden, damit veils und collars! zum Vorteil der Kapitalisten 119] fabriziert werden?“ {(Original lautet: „It was declared |[...] capitalists?“) #2]

Da überhaupt die falsche Ansicht existiert, als sei das Fabrikwesen ganz anders geworden, zitiere ich hier in der Note aus: „General Register Office“, 28 Oct. 1857 („The Quarterly return of the Marriages, Births and Deaths etc.“) published by authority of the Registrar-General? etc., N. 35, p. 6, wo es heißt:

„tlerr Leigh vom Unterbezirk Deans gate (Manchester) macht die folgenden klugen Bemerkungen, die die sorgfältige Beachtung der Bevölkerung Manchesters verdienen: Das Leben eines Kindes ist dort sehr traurig ... Die Gesamtzahl der Todesfälle, nicht gerechnet solche, die dem Untersuchungsrichter als Fälle vorliegen, beträgt 224, und davon waren 156 Kinder unter 5 Jahren ... Niemals zuvor kannte ich ein solches Größenverhältnis. Offensichtlich ist es, daß die Umstände, die das Leben der Erwachsenen für gewöhnlich beeinflussen, im wesentlichen blieben, wie sie waren. jene dagegen, die höchst gefährlich auf die sehr Jungen einwirken, waren äußerst aktiv ... 87 der Kinder starben, bevor sie ein Jahr alt waren. Vernachlässigter Durchfall, Unterbringung in engen, schlecht gelüfteten Räumen während Erkrankung an Keuchhusten, Mangel an geeigneter Ernährung, zu hohe Gaben von Beruhigungsmitteln, die zu Kräfteverfall und Krämpfen sowie zu Wasserkopf und Blutandrang im Gehirn führen, so etwas mußte erklären, weshalb ... die Sterblichkeit (von Kindern) noch so hoch liegt.“}

/119/ Zweite Illustration. Factory Reports.

„Der betrügerische Fabrikant beginnt die Arbeit eine Viertelstunde vor 6 Uhr morgens“ (manchmal noch früher, manchmal etwas später) „und schließt sie eine Viertelstunde nach 6 Uhr nachmittags“ (manchmal noch später, manchmal etwas früher) „ab. Er nimmt 5 Minuten weg am Anfang und am Ende von der nominell für das Frühstück anberaumten halben Stunde und knappt 10 Minuten ab zu Anfang und Ende der für Mittagessen anberaumten Stunde. Samstag arbeitet er eine Viertelstunde“ (manchmal mehr, manchmal weniger) „nach 2 Uhr nachmittags.

So beträgt sein Gewinn {hier ist der Gewinn direkt mit der stibitzten Surplusarbeit identifiziert}

vor 6 Uhr morgens 15 Minuten Summe in nach 6 Uhr nachmittags 15 dito 5 Tagen für Frühstückszeit 10 » 300 Minuten für Mittagszeit 20 »

60 »

! Schleier und Kragen 2 veröffentlicht auf Anordnung des Leiters des Statistischen Amtes

Zusätze 209

An Samstagen

vor 6 Uhr morgens 15 Minuten Wöchentlicher

für Frühstückszeit 10 » Gesamigewinn

nach 2 Uhr nachmittags 15» 340 Minuten 40 »

Oder 5 Stunden 40 Minuten wöchentlich, was mit 50 Arbeitswochen multipliziert, nach Abzug von 2 Wochen für Feiertage oder gelegentliche Unterbrechungen, 27 Arbeitstage gibt.“ (p. 4, 5, „Suggestions etc.“, by Mr. L. Horner in „Factories Regulation Acts. Ordered by the House of Commons to be printed, 9 August 1859“)

„Der“ (durch Überarbeit über die gesetzliche Zeit) „zu machende Extraprofit scheint für viele“ (Fabrikanten) „eine zu große Versuchung, um ihr widerstehen zu können. Sie rechnen auf die Chance, nicht herausgefunden zu werden; und wenn sie die Geringfügigkeit der Geldstrafen und Gerichtskosten sehen, die jene bezahlen mußten, die verurteilt wurden, meinen sie, daß ihnen auch im Fall der Entdeckung noch eine beachtliche Gewinnbilanz bliebe.“ (fp.] 34, „Report of the Inspectors of Factories for the halfyear ended 31" Oct. 1856“) „Wird der Arbeitstag täglich 5 Minuten über die Normaldauer verlängert, so gibt das 2%, Produktionstage im Jahr.“ ([p.] 35, I.c.)

„In den Fällen, wo die zusätzliche Zeit durch Multiplikation kleiner Diebstähle im L.aufe des Tages gewonnen wird, stehn den Inspektoren fast unüberwindliche Schwierigkeiten der Beweisführung im Weg.“ (p.35, l.c. An dieser Stelle die so angeeignete Mehrarbeit direkt als theft, „Diebstahl“ bezeichnet von den offiziellen englischen Fabrikinspektoren.)

/120/ Diese kleinen Diebstähle werden auch bezeichnet als „Mausereien von Minuten“ (p.48, l.c.), ferner als „Wegschnappen von Minuten“ (l.c.) „oder, wie es genannt wird, ‚knabbern‘ oder ‚knapsen an den Essenspausen‘ “, (l.c.) „‚Wenn Sie mir erlauben‘, sagte mir ein sehr respektabler Fabrikherr, ‚täglich nur 10 Minuten Überzeit arbeiten zu lassen, stecken Sie jährlich 1000 Pfund Sterling in meine Tasche‘.“ (p. 48, .c.)

Nach den Fabrikinspektoren ist die Arbeitszeit in englischen printworks! faktisch noch unbeschränkt, und haben noch im Jahr 1857 daselbst Kinder von 8 Jahren und drüber von 6 Uhr morgens bis 9 Uhr abends (15 Stunden) [gearbeitet].

„Die Arbeitszeit in Kattundruckereien kann als praktisch unbegrenzt betrachtet werden, trotz gesetzlicher Beschränkung. Die einzige Arbeitsbeschränkung ist im Punkt 22 des ‚Printwork Act‘“ (8. und 9. Viktoria C29 189) „enthalten, welcher verfügt, daß kein Kind d.h. kein Kind im Alter von 8 bis 13 Jahren — während der Nacht beschäftigt werden soll, die laut Definition von 10 Uhr abends bis zum folgenden Morgen 6 Uhr früh gerechnet wird, Also können achtjährige Kinder von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr abends“ (16 Stunden) „fortgesetzt und ohne irgendwelche Arbeitsunterbrechungen, um sich auszuruhen oder einen Imbiß zu sich zu nehmen, nach dem Gesetz beschäftigt werden mit Arbeiten, die in vieler Hinsicht der Fabrikarbeit entsprechen, und das häufig in Räumen, in denen es drückend heiß ist; und wenn ein Junge 13 Jahre alt geworden ist, kann er ohne jede Beschränkung eine beliebige

U Kattundruckereien

210 2. Der absolute Mehrwert : Heft III

Zah! von Stunden am Tage oder in der Nacht gesetzlich beschäftigt werden. Kinder von 8 Jahren und darüber sind in der Tat von 6 Uhr morgens bis 9 Uhr abends während des letzten Halbjahres in meinem Distrikt abgerackert worden.” ([p.] 39, „Reports of the Inspect. of Factories“, 31* Oct. 1857, Reports of Mr. A. Redgrave.)

„Eine zusätzliche Stunde täglich, dadurch gewonnen, daß in kleinen Raten vor 6 Uhr morgens und nach 6 Uhr abends und zu Beginn und Ende von der für Mahlzeiten nominell festgelegten Spanne ein wenig Zeit erhascht wird, ist nahezu gleichwertig mit 13 Monaten im Jahr.“ („Reports of the I. of F.“, 30* April 1858, Report of Mr. L. Horner, p.9|, 10].)

So ängstlich sind die Fabrikinspektoren, klarzumachen, daß der Gain! nichts andres ist als Arbeitszeit, Surplusarbeitszeit, der Extragain, daher Surplusarbeitszeit über den Normaltag hinaus.

121] Eine Zeit der Krise ändert daher nichts an dem Versuch, overtime? arbeiten zu lassen. Werden nur 3 oder 4 Tage in der Woche gearbeitet, so besteht der Profit überhaupt nur in der Surpluszeit, die während dieser 3 oder 4 Tage gearbeitet wird. Also extraordinary profit? nur in der unbezahlten surplustime‘, die über die normale Surpluszeit und daher über den legal bestimmten Normaltag hinaus gearbeitet wird. Multipliziere ich 2 Stunden Surplusarbeit mit 3 Tagen in der Woche, so ist der Mehrwert natürlich nur halb so groß, als wenn ich sie mit 6 Tagen in der Woche multipliziere. Daher während der Krisen um so größer die Versuchung, in den Tagen, die wirklich gearbeitet wird, Überzeit, d.h. mehr unbezahlte Arbeitszeit als sonst, arbeiten zu lassen. (Andre Fabrikanten tun faktisch dasselbe durch Herabsetzung des Arbeitslohns, d.h, durch Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit während der 3 oder 4 Tage, in denen gearbeitet wird.) Daher 1857-58:

„Man mag es für eine Inkonsequenz halten, daß irgendwelche Überarbeit“ {durchaus nicht widersprüchlich, daß der Fabrikant während der Krise den größtmöglichsten Teil unbezahlter Arbeitszeit zu erhaschen sucht} „zu einer Zeit stattfindet, wo der Handel so schlecht geht, aber sein schlechter Zustand spornt skrupellose Leute zu Überschreitungen an, sie sichern sich so einen Extraprofit.“ ([p. 10,] „Reports etc.“, 30' April 1858, Report of Mr. L. Horner.)

{Je schlechter die Zeit, je weniger Geschäfte gemacht, desto größer soll der Profit auf das gemachte Geschäft sein.} Daher bemerkt Hlorner,] l.c., daß zu derselben Zeit, wo 122 mills in seinem Distrikt ganz aufgegeben wurden,

! Profit

2 Mehrzeit

3 außergewöhnlicher Profit * zusätzlichen Zeit

° Fabriken

Zusätze z11

143 still standen und alle übrigen short time! arbeiteten, daß overwork over the legal time? hinaus fortgesetzt wurde. (l.c.) Ebenso berichtet aus demselben

Jahr Fabrikinspektor 'T'. J. Howell:

„Ich erhalte jedoch“ (obgleich in den meisten Fabriken wegen des schlechten Geschäftsstandes nur halbe Zeit gearbeitet wird) „nach wie vor die übliche Anzahl von Klagen, daß eine halbe oder dreiviertel Stunde täglich den Arbeitern weggeschnappt werden durch Eingriffe in die ihnen“ [gesetzlich] „zugesicherten Fristen für Erholung und Mahlzeit ... während des Arbeitstages und indem man morgens 5 Minuten oder länger vor Arbeitsbeginn anfängt und 5 Minuten oder mehr nach Arbeitsschluß am Abend aufhört. Diese kleinen Diebereien, die sich täglich insgesamt auf eine halbe bis dreiviertel Stunde belaufen, sind sehr schwer zu ermitteln.“ (p. 25, l.c., T.J. Howells „Report“.)

„Die Beobachtungen eines Inspektors genügen selbstverständlich nicht, um einen systematischen Kurs auf Überarbeit, bestehend aus Minuten, die zu 6 verschiedenen Zeiten im Laufe des Tages genommen werden, nachzuweisen.“ ([p. 35,] „Reports“, I. Horner, 31*0Oct. 1856.) „Es ist diese allgemeine Zulassung in der Anwendung, wenn auch nicht Anerkennung des Prinzips, und die allgemeine Übereinstimmung, daß die Arbeitsbeschränkung zweckmäßig ist etc.“ („Reports etc.“, 31" Oct. 1855, p. 77.)

In demselben Maß, wie die kapitalistische Produktion, hence’ das Fabriksystem, sich auf dem Kontinent entwickelt haben, waren die Regierungen (Frankreich, Preußen, Österreich etc.) gezwungen, dem englischen Beispiel der Beschränkung der Arbeitszeit d’une maniere ou d’une autre* nachzufolgen. Sie haben meist, mit gewissen Modifikationen, die englische Factory legislation? kopiert und kopieren müssen.

In Frankreich existierte faktisch vor 1848 kein Gesetz zur Beschränkung des Arbeitstags in Fabriken. Das Gesetz vom 22. März 1841 (dessen Grundlage 3 und 4 Wm IV.C. 103%) zur Beschränkung der Kinderarbeit in Fabriken (factories, works und workshops employing moving power, or a continuous fire, and all establishments giving employment to more than 20 workmen‘) blieb ein toter Buchstabe und ist bis zu diesem Tag nur im Departement du Nord praktisch durchgeführt. Übrigens können nach diesem Gesetz Kinder under’ 13 Jahren auch in der Nacht (between 9 p.m. und 5 a.m.) angewandt werden, „upon the occasion of urgent repairs, or the stoppage of a wa-

! verkürzt

2 Überarbeit über die gesetzlich bestimmte Zeit

3 und deshalb

% auf die eine oder andere Art

° Fabrikgesetzgebung

$ Fabriken, Betrieben und Werkstätten, die Triebkraft benutzen oder ein ununterbrochen brennendes Feuer, und alle Fabrikanlagen, die mehr als 20 Arbeiter beschäftigen

? unter

212 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

terwheel“!, Kinder über 13 Jahren auch während der Nacht, „if their labour is indispensable“?.

Am 2. März 1848 erließ die provisorische Regierung ein Gesetz, wonach die Arbeitszeit, nicht nur in Fabriken, sondern in allen Manufakturen und Handwerksshops’, nicht nur für Kinder, sondern auch für erwachsne workmen*, auf 10 Stunden in Paris und 11 in den Departementen beschränkt wurde. Die provisorische Regierung ging von der falschen Voraussetzung aus,

daß der normale Arbeitstag in Paris 11, in den Departementen 12 Stunden sei. Aber:

„In der größeren Anzahl Spinnereien dauerte die Arbeit 14-15 Stunden zum großen Schaden der Gesundheit und Moralität der Arbeiter und besonders der Kinder; und selbst länger.“ („Des classes ouvrieres en France, pendant l’annde 1848“. Par M. Blangui.)

Die Nationalversammlung, durch Gesetz vom 8. Sept. 1848, modifizierte dies Gesetz dahin:

„Die tägliche Arbeit des Arbeiters in Manufakturen und Fabriken soll 12 Stunden nicht überschreiten. Die Regierung hat das Recht, Ausnahmen von der obigen Verordnung in jenen Fällen zu genehmigen, wo die Besonderheit der Arbeit oder der Maschinerie es verlangt.“

Durch Dekret vom 17.Mai 1851 führten die Regierungen diese Ausnahmen aus. Es sind erstens verschiedne Zweige bestimmt, worauf das Gesetz vom 8. Sept. 1848 nicht ausdehnbar. Ferner aber wurden folgende Einschränkungen gemacht:

„Das Säubern von Maschinerie am Ende des Tages; notwendig zu leistende Arbeit bei Beschädigung der Antriebskraft, des Dampfkessels, der Maschinerie oder Gebäude. In den folgenden Fällen kann die Arbeit verlängert werden: Für 1 Stunde am Ende des Tages in Färbereien, Bleichereien und Kattundruckereien, um Gewebestücke zu waschen und zu spannen. Um 2 Stunden in Zuckerfabriken und Siedereien und in chemischen Fabriken. Um 2 Stunden 120 Tage im Jahr nach dem Belieben des Fabrikanten und mit Genehmigung des Präfekten in Färbereien, Kattundruckereien und verarbeitenden Betrieben.“

(Factory Inspector A. Redgrave, „Reports etc.“, 31 Oct. 1855, p. 80, bemerkt mit Bezug auf die Ausführung dieses Gesetzes in Frankreich:

„Mehrere Fabrikanten haben mir versichert, daß, als sie von der Erlaubnis zur Verlängerung des Arbeitstages Gebrauch machen wollten, die Arbeiter mit der Begründung dagegen waren, daß eine Verlängerung des Arbeitstages in diesem Augenblick-im nächsten zu

! (zwischen 9 Uhr abends und 5 Uhr morgens) angewandt werden, „weil dringende Reparaturen benötigt werden oder ein Wasserrad nicht funktioniert“

? „wenn ihre Arbeit unerläßlich ist“

3? Handwerkstätten

* Arbeiter

Zusätze 2 1 3

einer Kürzung der üblichen Zahl der Arbeitsstunden führen würde ... und sie waren besonders gegen Arbeit über 12 Stunden am Tage hinaus, weil das Gesetz, das diese Anzahl von Stunden festlegt, das einzig Gute ist, das ihnen von der Gesetzgebung der Republik blieb,“

„Die Verlängerung des Arbeitstages ist dem Arbeiter freigestellt ... wenn sie sich darüber geeinigt haben ... ist im allgemeinen der Lohnsatz pro Stunde (nach 12 Stunden) höher als ihr gewöhnlicher Lohn.“ (p. 80, 1.c.)

A.Redgrave bemerkt p.81, daß infolge der Überarbeit und der damit verbundnen körperlichen Entnervung und geistigen Demoralisation

„die arbeitende Bevölkerung von Rouen und Lille ... dahinsiecht“, „ihr Wuchs zwergenhaft geworden ist“ und „viele an einer Art von Lahmbheit leiden, deren Opfer in England ‚Fabrikkrüppel‘ genannt werden“. (p. 81, l.c.)

„Man muß zugeben, daß tägliche Arbeit von 12 Stunden eine genügende Beanspruchung für den menschlichen Organismus darstellt, und wenn man zu den Arbeitsstunden die notwendigen Pausen für Mahlzeiten und die Zeit, die gebraucht wird, um zur Arbeit und wieder zurückzukommen, hinzufügt, dann ist der Rest, der dem Arbeiter zur Verfügung steht, nicht übermäßig groß.“ (p. 81, A. Redgrave, I. c.)

Unter den heuchlerischen Vorwänden (Einwänden) der englischen manufacturers against the Ten Hours’ Bill! folgendes:

„Einer der vielen gegen die Zehnstundenbill erhobenen Einwände war die Gefahr, arbeitenden jungen Personen und Frauen so viel Freizeit zu geben, die sie wegen ihrer mangelhaften Erziehung entweder verschwenden oder mißbrauchen würden; und es wird vorgebracht, daß es im Interesse der Sittlichkeit ratsamer wäre, so lange den ganzen Tag in der Fabrik zuzubringen, bis die Erziehung Fortschritte gemacht habe und Sorge getragen wäre für den Gebrauch der Freizeit, die die Zehnstundenbilt der Fabrikbevölkerung zuzusprechen gedenkt zur nützlichen geistigen und gesellschaftlichen Betätigung.“ ([p.] 87, A. Redgrave, |.c.)

{Wie sehr Macaulay ökonomische facts entstellt, um als Whig-Apologet des Bestehenden auftreten zu können — Cato-Zensor nur gegen die Vergangenheit, Sykophant der Gegenwart — aus folgender Stelle u. a.:

„Die Praxis, Kinder vorzeitig zu beschäftigen, eine Praxis, die der Staat als legitimer Beschützer derer, die sich nicht selbst schützen können, weise und menschlich in unserer Zeit untersagt hat, herrschte im 17. Jahrhundert in einem für den damaligen Zustand der Industrie fast unglaublichen Grad vor. Zu Norwich, dem Hauptsitz der Tuchindustrie, wurde ein Kind von 6 Jahren für arbeitsfähig gehalten. Verschiedene Schriftsteller jener Zeit und darunter manche, die als außerordentlich wohlgesinnt betrachtet wurden, erwähnen mit Entzücken die Tatsache, daß in dieser Stadt allein Knaben und Mädchen von zartem Alter einen Reichtum schufen, der über ihren eigenen Unterhalt hinaus 12000 Pfund in einem Jahr betrug. Je genauer wir die Geschichte der Vergangenheit untersuchen, desto

! Fabrikbesitzer gegen die Zehnstundenbill

214 2. Der absolute Mehrwert - Heft II

mehr Grund finden wir, die Ansicht derer zu verwerfen, die unser Zeitalter für fruchtbar an neuen sozialen Übeln halten. Die Wahrheit ist, daß die Übel mit kaum einer Ausnahme alt sind. Was neu ist, ist der Verstand, der sie wahrnimmt, und die Humanität, die sie

heilt,“ (Macaulays „[History of] England“, vol. I, p. 417.)

Die Stelle beweist grade das Gegenteil, nämlich daß damals Kinderarbeit noch eine exzeptionelle Erscheinung war, deren Ökonomisten als besonders rühmlich und mit Exultation! Erwähnung tun. Welcher moderne Schriftsteller würde es als etwas besonders Auffälliges erwähnen, daß Kinder von zartem Alter in den Fabriken vernutzt werden? Zu demselben Resultat kommt jeder, der Schriftsteller wie Child, Culpeper etc. mit gesundem Menschenverstand liest.}

Die legal time of working exceeded oft?,

„indem man die Kinder, jungen Personen und Frauen in der Fabrik zurückbehält, um die Maschinerie während eines Teils der Essenszeiten und an Samstagen nach 2 Uhr zu säubern, statt daß die Arbeit innerhalb der festgelegten Zeit erledigt wird.“ (p.12, L. Horner, „Reports ete.“, 30” April 1856.)

Dies overworking? findet auch statt mit workpeople‘,

„die nicht mit Stückarbeit beschäftigt sind, sondern Wochenlohn erhalten“, (L. Horner, p. [8,] 9, „Reports of the Insp. o. F.“, 30" April 1859.)

(M. Horner, besides being one of the Factory Inguiry Commissioners of 1833, was one of the original Inspectors of Factories, and during the early days of factory supervision had to contend with serious difficulties.?) Horner sagt in seinem letzten Report d.d. 30" April 185918;

„Die Erziehung der Kinder, für die nach eigenen Angaben vorgesorgt sei, ist in zahlreichen Fällen nichts als reiner Hohn; der Schutz der Arbeiter gegen Körperverletzungen und Tod durch. ungesicherte Maschinen, wogegen nach eigenen Angaben ebenfalls Vorsorge getroffen wurde, ist in der Praxis zu einem toten Buchstaben geworden; die Berichterstattung über Unfälle ist in großem Maße nichts als Verschwendung öffentlicher Gelder ... Überstunden herrschen noch immer in beträchtlichem Umfange vor und in den meisten Fällen mit der Sicherheit gegen Entdeckung und Bestrafung, die das Gesetz selbst gewährt.“ (p.9, 8, l.c.)

! Frohlocken

? gesetzliche Arbeitszeit wird oft überzogen

3 Diese Überstundenarbeit

* Arbeitern

? M.Horner, übrigens einer der Fabrikuntersuchungskommissäre von 1833, war auch einer der ersten Fabrikinspektoren und mußte in den Anfängen der Fabriküberwachung mit ernsthaften Schwierigkeiten kämpfen. j

Zusätze 215

(Children above 13 years qualified to be employed for the same number of hours as adult men; half-timers children under 13 years.!)

!}124| „Die Tatsache ist, daß vor dem Akt von 1833 junge Personen und Kinder abgearbeitet wurden die ganze Nacht, den ganzen Tag oder beides nach Belieben.“ („Reports etc.“,

30" April 1860, p. [50,] 51.) Durch den Act of 1833 night between 8, p.m. und 5%, a.m. Die mill-

owners permitted,

„für ihre gesetzlichen Arbeitsstunden jede Zeitspanne zwischen 54, morgens und 8", abends zu benutzen“. [p. 51.]

This signification of „day“ und „night“ continued through all the subsequent Factory acts, though with restricted hours of work until 1850, when, for the first time, the day hours of permitted labour, were fixed at from 6. a.m. to 6p.m., and in winter from 7a.m. to 7p.m. if so desired by the mill

occupier. 1]

„Die Masse der Unfälle ereignete sich in den größten Fabriken ... die unaufhörliche Hast nach jeder Minute Zeit, in der die Arbeit mit einer unveränderlichen Kraft von ungefähr tausend Pferdestärken vorangetrieben wird, führt notwendigerweise zu Gefahren. In solchen Betrieben bedeuten Augenblicke Elemente des Profits — jedermanns Aufmerksamkeit ist jeden Moment gefordert. Hier ... kann man einen unaufhörlichen Kampf zwischen Leben und unorganischen Kräften sehen; wo die Geisteskraft dirigieren muß und die Körperkräfte sich bewegen und im Gleichgewicht zu den Umdrehungen der Spindeln gehalten werden müssen. Sie dürfen nicht zögern ungeachtet der Belastung, die sie entweder durch übermäRige Aufregung oder Hitze trifft; noch sich auch nur für einen Augenblick ablenken lassen durch zerstreute Blicke auf die verschiedensten Bewegungen im Raum, denn in jedem Zögern liegt Verlust.“ (p. 56, „Replorts] of the In. of F.“, 30" April 1860.)

„Die Kommission für Kinderarbeit, deren Berichte in verschiedenen Jahren veröffentlicht wurden, brachte viele Ungeheuerlichkeiten ans Licht, die auch noch andauern — einige davon weit schlimmer als irgendwelche, die Fabriken oder Kattundruckereien jemals zur Last gelegt wurden ... Ohne ein organisiertes System der Inspektion durch bezahlte, dem Parlament verantwortliche Beamte, die durch halbjährliche Berichte über ihr Vorgehen angehalten werden, ihre Pflicht zu tun, würde das Gesetz bald unwirksam werden; das be-

! Kinder über 13 Jahre als geeignet betrachtet, die gleiche Anzahl Stunden beschäftigt zu werden wie erwachsene Männer; die Hälfte der Zeit für Kinder unter 13 Jahren.

? das Gesetz von 1833 Jist festgesetzt, daß] die Nacht von 8%, abends bis 5), morgens reicht. Den Fabrikbesitzern [war es] erlaubt

3 Diese Definition von „Tag“ und „Nacht“ wurde, obgleich mit Beschränkung der Arbeitsstunden, in allen folgenden Fabrikgesetzen beibehalten bis 1850, wo zum erstenmal die erlaubte Arbeit in den Tagesstunden zwischen sechs Uhr morgens und sechs Uhr abends festgesetzt wurde und im Winter zwischen sieben Uhr morgens und sieben Uhr abends, wenn es der Fabrikeigentümer wünschte.

216 2. Der absolute Mehrwert - Heft IH

wies die Erfolglosigkeit aller Fabrikgesetze vor dem von 1833 und, wie das heutzutage in Frankreich der Fall ist, wo das Fabrikgesetz von 1841 keinerlei Verfügung über eine systematische Inspektion enthält.“ ([p.] 10, „Rep. o.t. Insp. etc.“, 31* Oct. 1858.)

Die Fabrikgesetze „haben der vorzeitigen Altersschwäche der ehemals lange Zeit schuftenden Arbeiter ein Ende gesetzt; indem sie“ [die Fabrikgesetze] „sie“ [die Arbeiter] „zu Herren ihrer eigenen Zeit machen, haben sie ihnen eine moralische Kraft gegeben, die sie hinlenkt auf den möglichen Besitz der politischen Macht.“ ([p.] 47, „Rep. o.th. I. o.F.“, 3]* Oct. 1859.)

„Einen noch größeren Vorteil bedeutet es, daß endlich klar unterschieden wird zwischen der Zeit, die dem Arbeiter selbst, und. der, die seinem Unternehmer gehört. Der Arbeiter weiß nun, wann die Zeit, die er verkauft, beendet ist und seine eigene beginnt, und da er dies vorher genau weiß, kann er über seine eigenen Minuten für seine eigenen Zwecke im voraus verfügen.“ (l.c.,

p. 52.)

Dies sehr wichtig mit Bezug auf die Festsetzung des Normaltags. Vor 1833:

„Der Unternehmer hatte für nichts anderes als Geld, der Arbeiter für nichts anderes als Arbeit Zeit.“ (l.c., p. 48.)

„Die Habgier der Fabrikbesitzer, ihre Grausamkeiten bei der Jagd nach Gewinn wurden kaum von denjenigen übertroffen, die die Spanier bei der Eroberung Amerikas bei der Jagd nach dem Golde verübten.“ (p. 114, John Wade, „History of the Middle and W. Classes“, 3.ed,, Londfon] 1835.)

„Gewisse Gruppen von Arbeitern“ (z.B. erwachsene männliche und weibliche Weber) „sind direkt an Überstunden interessiert, und man kann annehmen, daß sie einigen Einfluß auf die Gruppen von Jüngeren ausüben, wobei letztere außerdem eine verständliche Furcht vor Entlassung haben, falls sie irgendwelche Beweise oder Auskünfte geben, die geeignet sind, ihre Arbeitgeber zu belasten ... selbst wenn sie“ (die jugendlichen Arbeiter) „zu ungesetzlicher Zeit bei der Arbeit ertappt werden, kann selten zur Bestätigung der Tatsachen vor dem Kollegium der Friedensrichter mit ihren Zeugenaussagen gerechnet werden, da sie mit dem Risiko verbunden wären, den Arbeitsplatz zu verlieren.“ (p.8, „Factory Inspectors’ Reports, for halfyear ending October 31" 1860“)

„Eine Fabrik beschäftigt 400 Leute, von welchen die Hälfte im ‚Stücklohn‘ arbeitet und ... ein unmittelbares Interesse daran hat, länger zu arbeiten. Die anderen 200 werden pro Tag bezahlt, arbeiten ebenso lange wie die anderen, aber erhalten kein Geld für die Überstunden. In einigen Orten hat sich die Gewohnheit herausgebildet, regelmäßig die korrekte Arbeitszeit 5 Minuten früher beginnen und 5 Minuten später enden zu lassen. Es gibt dort täglich 3 verschiedene Anfangs- und 3 verschiedene Abschlußzeiten; und so werden zu 6 verschiedenen Zeiten je 5 Minuten, also täglich , Stunde, gewonnen. Und das betrifft nicht nur eine Person, sondern 200, die Tageslohn erhalten. Die Arbeit dieser 200 Leute während einer halben Stunde täglich ist gleich der Arbeit einer Person während 50 Stunden oder %, der wöchentlichen Arbeitsleistung einer Person und ist ein wirklicher Gewinn für den Unternehmer.“ (l.c., p.9.)

Zusätze 2 1 7

Wird auf Stückwerk gezahlt, so hat der Arbeiter allerdings einen Anteil an seiner overtime! und eignet sich selbst einen Teil der surplustime? an, worin er arbeitet. Der Kapitalist hat aber, abgesehn von der raschren Verwertung des Capital fixe, surplus profit?, selbst wenn er die Stunde overtime ebensosehr oder selbst höher zahlt, wie die Stunden des normalen Arbeitstags, 1. weil er die Maschine, womit gearbeitet wird (z.B. Spindeln, Webstühle) nicht zu vermehren braucht. Derselbe Arbeiter, ob er 12 oder 15 Stunden arbeitet, arbeitet am selben powerloom* zugleich. Ein Teil der Kapitalauslage fällt also weg bei dieser Produktion von surplustime. 2. Ist der Normaltag 12 Stunden, wovon 2 Stunden Surplusarbeit, so müssen 10 Stunden bezahlt werden für 2 Stunden Surpluszeit.

Hier wird von den 30 Minuten (Y, Stunde) Y,; gewonnen = 5 Minuten und ihm 25 Minuten gezahlt. Die Surpluszeit sonst davon abhängig, daß der Arbeiter erst 10 Stunden für sich arbeitet. Hier dies schon vorausgesetzt, daß er sein notwendiges Salair verdient hat. Er kann also mit 1 aliquoten Teil der overtime abgefunden werden.

Ist die overtime gratis, so gewinnt das Kapital sie, ohne notwendige Arbeitszeit zu zahlen; 100 Arbeitsstunden overtime, wenn 10 Stunden täglich gearbeitet wird, = der Arbeitszeit von 10 Arbeitern, für die der Arbeitslohn ganz gespart ist.

Die Bleaching and Dyeing Acts were to come into operation on August 1, 1861°.

Die Hauptbestimmungen der eigentlichen factory acts sind:

„Alle Personen unter 16 Jahren müssen vom zuständigen Arzt untersucht und begutachtet werden. Kinder unter 8 Jahren dürfen nicht beschäftigt werden. Kinder zwischen dem 8. und dem 13. Lebensjahr dürfen nur für die Hälfte der Zeit beschäftigt werden und müssen täglich am Schulunterricht teilnehmen. Frauen und junge Personen unter 18 Jahren dürfen weder vor 6 Uhr morgens noch nach 6 Uhr abends und nicht nach 2 Uhr nachmittags an Sonnabenden beschäftigt werden. Frauen und junge Personen dürfen weder wähvend einer Essenszeit beschäftigt noch darf ihnen gestattet werden, in irgendeinem Fabrikraum zu bleiben, während ein Produktionsprozeß abläuft. Kinder unter 13 Jahren dürfen nicht sowohl vormittags als auch nach 1 Uhr des gleichen Tages beschäftigt werden.“ (p.22, 23, 1.c.) — „Die Arbeitsstunden werden anhand einer öffentlichen Uhr kontrolliert, im allgemeinen der Uhr der nächstgelegenen Eisenbahnstation ... Es wird zuweilen vorge-

! Überzeit

? Mehrzeit

3 Extraprofit

* Maschinenwebstuhl

? Gesetze über die Arbeit in Bleichereien und Färbereien sollten am 1. August 1861 in Kraft treten

218 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

schützt, wenn jemand während der Essenspausen oder zu sonst ungesetzlichen Zeiten in einer Fabrik ertappt wird, daß er die Fabrik nicht zur festgelegten Zeit verlassen will und daß} es des Zwangs bedarf, um seine Arbeit zu unterbrechen, besonders samstagnachmittags. Obzwar die Arbeiter nach Stillsetzung der Maschinerie in der Fabrik bleiben und sich mit der Reinigung ihrer Maschinen oder ähnlichen Arbeiten befassen, würden sie jedoch nicht derart beschäftigt sein, wenn genügend Zeit entweder vor 6 Uhr abends oder vor 2 Uhr nachmittags an Samstagen eigens für Reinigung etc. bestimmt worden wäre.“

(p. 23, l.c.)

Fernre Bestimmung der factory acts in bezug auf mealtimes!:

„Allen jungen Personen und Frauen muß gleichzeitig eineinhalb Stunden Freizeit zwischen 7.30 vormittags und 6 Uhr nachmittags gegeben werden; davon muß eine Stunde vor 3 Uhr nachmittags sein, und niemand darf vor 1 Uhr nachmittags länger als 5 Stunden ohne eine Pause von 30 Minuten beschäftigt werden. Die für Mechaniker übliche Dauer

der Essenspausen beträgt im ganzen Lande eine halbe Stunde für Frühstück und eine Stunde für die Hauptmahlzeit.“ ([p.] 24, I. c.)

Fernre Bestimmung der factory acts:

„Die Eltern sind verpflichtet, ihr Kind 3 Stunden pro Tag an 5 Wochentagen zur Schule gehen zu lassen. Dem Unternehmer sind bei der Beschäftigung von Kindern dann Grenzen gesetzt, wenn er sich nicht an jedem Montagmorgen eine Bescheinigung des Lehrers beschafft hat, wonach jedes Kind in der vergangenen Woche die Schule an 5 Tagen für täglich 3 Stunden besucht hat.“ (p. 26.)

In frühern Jahrhunderten, in den Zeiten, die der kapitalistischen Produktion vorhergehn, finden wir ebenfalls gewaltsame, i.e. gesetzliche Regulierung von seiten der Regierung. Aber um den Arbeiter zu zwingen, eine bestimmte Zeit zu arbeiten, während die jetzigen Regulationen alle nur umgekehrt bestimmt sind, den Kapitalisten zu zwingen, ihn nur bestimmte Zeit arbeiten zu lassen. Dem entwickelten Kapital gegenüber kann die Arbeitszeit nur durch Regierungszwang eingeschränkt werden. Äuf den Stufen, wo das Kapital sich erst entwickelt, tritt der Regierungszwang ein, um den Arbeiter gewaltsam in Lohnarbeiter zu verwandeln.

„Wenn die Bevölkerung dünn gesät und Land im Überfluß vorhanden ist, ist der freie Arbeiter faul und unverschämt. Klug ausgetüftelte Verordnungen werden häufig gefunden, die nicht nur nützlich, sondern absolut notwendig waren, um ihn zur Arbeit zu zwingen. Heutzutage, so sagt Mr. Carlyle, sind die emanzipierten Neger auf unseren Westindischen Inseln nicht zur Arbeit bereit; sie haben die heiße Sonne umsonst und reichlich Kürbisse“ (Kürbis) „für fast nichts. Er scheint gesetzliche Verordnungen, um die Arbeit zu erzwingen, für absolut nötig zu halten, auch um ihrer selbst willen. Denn sie fallen rasch zurück in ihre ursprüngliche Barbarei. Auf das England vor 500 Jahren stützt sich die Erfahrung, daß die Armen nicht zu arbeiten brauchten und nicht arbeiten wollten. Während der gro-

! Essenszeiten

Zusätze 219

ßen Pest im 14. Jahrhundert, welche die Bevölkerung dezimiert hatte, waren die Schwierigkeiten, Arbeiter zu vernünftigen Preisen an die Arbeit zu setzen, so gestiegen, daß sie unerträglich wurden und das Gewerbe des Königreiches bedrohten. Folglich wurde im Jahre 1349 unter Eduard III. das Gesetz Nr.23 erlassen, das die Armen zur Arbeit zwang und in die Festlegung der Löhne eingriff. Dem folgte über einige Jahrhunderte eine ganze Reihe gesetzlicher Verordnungen in der nämlichen Absicht. Die Löhne der Handwerker ebenso wie die der Landarbeiter, Löhne für Stückarbeit und Tagesarbeit, die Zeiten, in denen die Armen arbeiten mußten, ja sogar die Pausen für Mahlzeiten“ (wie in den Fabrikgesetzen von heute) „wurden gesetzlich festgelegt. Parlamentsakte, die die Arbeitslöhne aber gegen die Arbeiter zugunsten der Arbeitsanwender regulierten, währten für die lange Periode von 464 Jahren. Die Bevölkerung wuchs. Diese damals begründeten Gesetze wurden nun überflüssig und lästig. Im Jahre 1813 wurden sie alle außer Kraft gesetzt.“ (p. 205, 206, [John Barnard Byles,] „‚Sophisms of Free Trade etc.“, 7. ed., London 1850.)

„Aus dem Statut von 1496 geht hervor, daß die Nahrung betrachtet: wurde als Äquivalent für 1% des Einkommens eines Handwerkers und Y, des Einkommens eines labourer’s!, welches eine größre Stufe von Unabhängigkeit unter den Arbeitern anzeigt, als jetzt vorherrscht; denn die Nahrung von labourers und artificers wird nun einer höheren Rate ihrer wages? veranschlagt. Die Stunden für meals und relaxation* waren liberaler als heutzutage. Sie betrugen z.B. vom März zu September I Stunde für Frühstück, 1% Stunden für Mittagessen und Y, Stunde für noon-meate’. (Also im ganzen 3 Stunden.) Im Winter wurde gearbeitet von 5 Uhr morgens bis es dunkel wird. Dagegen jetzt in den Cottonfabriken Y, Stunde für Frühstück, 1 Stunde für dinner,“ also nur 1Y% Stunde, grade die Hälfte vom 15.Jh. (p.25, 24 und 577, 578, John Wade, „History of the Middle and Working Classes“, 3.ed., Lond[on] 1835.)

Der Bleaching and Dyeing Works Act 1860 erlassen. Die Bestimmungen in Print Works Act, Bleaching and Dyeing Works Act . und dem Factory Act sind verschieden.

„Das Gesetz über Bleichereien usw. beschränkt die Arbeitsstunden aller Frauen und jungen Personen auf 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, gestattet aber Kindern nicht, nach 6 Uhr abends zu arbeiten. Das Kattundruckereigesetz beschränkt die Stunden für Frauen, junge Personen und Kinder zwischen 6 Uhr morgens und 10 Uhr abends, vorausgesetzt, die Kinder haben an einem Tage außer Samstag vor 6 Uhr abends 5 Stunden am Schulunterricht teilgenommen.“ (p.20, 21, „Factory Inspector’s Reports“ for 31" Oct. 1861.) „Die Fabrikgesetze fordern, daß pro Tag 11% Stunden Freizeit zugebilligt werden und daß diese zwischen 7.30 Uhr morgens und 6 Uhr abends zu geben sind, und eine Stunde davon soll vor 3 Uhr nachmittags gewährt werden, und daß weder ein Kind, eine junge Person oder

! Arbeiters

? Handwerkers

3 Löhne

% Mahlzeiten und Erholung

° Nachmittagspause

$ im Kattundruckerei-, Bleicherei- und Färbereigesetz

220 2. Der absolute Mehrwert - Heft III

Frau länger als 5 Stunden vor | Uhr nachmittags an irgendeinem Tage ohne Essenspause von mindestens 30 Minuten beschäftigt werden soll ... In dem Kattundruckereigesetz überhaupt keine Forderung ... nach irgendeiner Essenspause. Demgemäß dürfen junge Personen und Frauen von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr nachts ohne Unterbrechung für Mahlzeiten arbeiten.“ (p. 21, l.c.) „In Kattundruckereien darf ein Kind in der Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 10 Uhr nachts arbeiten ... nach dem Bleichereigesetz darf ein Kind nur solange arbeiten wie durch das Fabrikgesetz bestimmt, während die Arbeit der jungen Personen und Frauen, mit denen es zuvor tagsüber arbeitete, bis 8 Uhr abends fortgesetzt werden darf.“ ([p.] 22, ].c.)

„Nimmt man die ‚Seidenfabrikation als Beispiel, so war es seit 1850 gesetzlich erlaubt, Kinder von 11 Jahren an“ (also von 11-13 Jahren) „beim Haspeln und Zwirnen von Rohseide für 10Y, Stunden am Tage zu beschäftigen. Von 1844 bis 1850 war ihre tägliche Arbeit auf 10 Stunden beschränkt und samstags auf weniger und vor diesem Zeitraum auf 9 Stunden. Diese Veränderungen geschahen mit der Begründung, die Arbeit in Seidenfabriken sei leichter als in anderen Textilfabriken, und auch, in anderer Hinsicht, in keiner Weise so nachteilig für die Gesundheit.“ (p. 26, l.c.) „Die 1850 in Umlauf gesetzte Behauptung, wonach die Seidenfabrikation als gesündere Beschäftigung als die Herstellung anderer Textilfabrikate hingestellt wurde, läßt nicht nur jeden Beweis vermissen, sondern der Beweis ist genau umgekehrt; denn die durchschnittliche Sterblichkeitsrate in den Seidendistrikten ist äußerst hoch und unter dem weiblichen Teil der Bevölkerung selbst höher als in den Baumwolldistrikten von Lancashire, wo es, obwohl die Kinder zwar nur die halbe Zeit arbeiten, gleichwohl bedingt durch die in der Baumwollfabrikation gesundheitsschädlichen Ursachen, eine hohe Sterblichkeitsrate an Lungenleiden gibt, die man als unabwendbar betrachten kann.“ (p. 27, 1. c.)

Lord Ashley in seiner Rede über die Zehnstundenbill'! (March, 15", 1844) sagt, daß damals die Arbeitsstunden in den österreichischen Fabriken

„15 und nicht selten 17 Stunden pro Tag“. („Ten Hours’ Factory Bill“, London 1844, p.5.) In der Schweiz sind die Verordnungen sehr streng: „Im Kanton Aargau ist Kindern unter 14 Jahren nicht gestattet, mehr als 12), Stunden zu arbeiten, und die Fabrikbesitzer sind verpflichtet, für die Schulbildung zu sorgen.“ Im Kanton Zürich „sind die Arbeitsstunden auf 12 beschränkt; und Kinder unter 10 Jahren dürfen nicht beschäftigt werden ... In Preußen darf nach dem Gesetz von 1839 kein Kind, das nicht sein 16. Lebensjahr vollendet hat, länger als 10 Stunden pro Tag beschäftigt werden; niemand unter 9 Jahren darf überhaupt beschäftigt werden“. (p. [5,] 6.)*

* Im Manuskript gestrichen: Das in Rohmaterial ausgelegte Kapital wächst noch ungleich schneller als bei der auf bloßer Teilung der Arbeit gegründeten Manufaktur im Verhältnis zu dem im Ar-

beitslohn ausgelegten. Und es kommt ganz hinzu die große Masse des in Arbeitsmitteln ausgelegten Teils des Kapitals.!

! Siehe vorl. Band, 5.322

Zusätze 221

/V-196/ Subinspektor Baker berichtet („Factory reports“, 1843), daß er „mehrere Frauen gesehen habe, die, dessen sei er sicher, ihr 18. Lebensjahr gerade erst vollendet haben konnten, aber gezwungen waren, von 6 Uhr früh bis 10 Uhr abends mit nur 11% Stunden Essenspausen zu arbeiten. In anderen Fällen weist er nach, sind Frauen die ganze Nacht hindurch bei einer Temperatur von 70-80 Grad [Fahrenheit] zu arbeiten gezwungen ... Ich entdeckte“ (sagt Mr. Horner, „Factory Reports“, 1843) „viele junge Frauen, gerade 18 Jahre alt, bei der Arbeit von halb 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends ohne Unterbrechung außer einer Viertelstunde für Frühstück und 3 Viertelstunden für Mittagsmallzeit. Man kann getrost behaupten, daß sie 15Y, von 24 Stunden arbeiten. Unter ihnen gibt es“ (sagt Mr.Saunders, „Fact. Rep.“, 1843) „Frauen, die hintereinander für viele Wochen, mit Ausfall nur weniger Tage, von 6 Uhr morgens bis 12 Uhr nachts beschäftigt werden, mit weniger als 2 Stunden für Mahlzeiten, so daß ihnen für 5 Nächte in der Woche von den 24 Tagesstunden nur 6 bleiben, um von und nach Hause zu gehen und im Bett auszu-

ruhen.“ (l.c., [p.] 20, 21.) Das frühre Abnutzen des Arbeitsvermögens, in andren Worten, das frühe Altern, infolge der gewaltsamen Verlängerung der Arbeitszeit:

„Im Jahre 1833 richtete Mr. Ashworth, ein sehr bedeutender Fabrikbesitzer, einen Brief an mich, der den folgenden merkwürdigen Absatz enthielt: ‚Als nächstes werden Sie sich natürlich nach den alten Männern erkundigen, von denen man sagt, sie sterben oder

werden arbeitsunfähig, sobald sie das vierzigste Jahr erreichen oder wenig später.‘ Merken Sie sich den Satz, ‚alte Männer‘ von 40 Jahren.“ (l.c., p. 12.)

The government commissioner M’Intosh (one those commissioners, sent expressly to collect evidence against that taken by the committee of 1832), says in his report of 1833:

„Obwohl vorbereitet, weil ich Kindlichkeit in dieser Weise in Besitz genommen sah, ist

es sehr schwer, an das Alter zu glauben, das Männer vorgerückten Alters von sich selbst angeben, so vollendet ist ihre vorzeitige Greisenhaftigkeit.“ (p. 13, ]. c.) P

/IN-124e/ 1816 Sir R.Peel procured a committee of the House of Commons to examine into the apprentice act of 1802?. U.a. Nach der Evidence of John Moss, overseer of einer Mill bei Preston, der Apprentice act was constantly set at nought. The witness did not even known of it. Die children in der mill, fast alle apprentice von London parishes; were worked? von 5 Uhr

! Regierungskommissär M’Intosh (einer der Kommissäre, die ausdrücklich geschickt wurden, um Beweise gegen das zu sammeln, was 1832 vom Komitee beigebracht wurde), sagte 1833 in seinem Bericht

2 1816 bewirkte Sir R.Peel, daß ein Ausschuß des Unterhauses gebildet wurde, um das Lehrlingsgesetz von 1802 zu untersuchen 3 Zeugenaussage von John Moss, Aufseher von einer Fabrik bei Preston, wurden die Bestimmun-

222 2. Der absolute Mehrwert - Heft IH

morgens bis 8 in der Nacht, das ganze Jahr durch, mit I Stunde für die 2 meals: invariably they worked! von 6 am Sonntagmorgen bis 12, in cleaning the machinery for the week?. (15 Stunden.) 9"

Durchschnittsarbeit bei den Bäckern in London 17 Stunden. 17 Stunden regulär in der ersten Zeit der Baumwollindustrie. Kurz nachher Einführung

der Nachtarbeit.

Wenn der Arbeiter 10 Stunden necessary labour’ arbeitet und 2 Stunden surpluslabour“, so die Rate = 4, = % = 20 Prozent. Es käme falsche Rechnung heraus, d.h. die Rate der Exploitation würde falsch konstatiert, wenn man den ganzen Arbeitstag von 12 Stunden betrachtete und etwa sagte, der Arbeiter erhält %,, der Kapitalist Y, davon. Die Rate betrüge dann Y, (%, = 2 Stunden) = 16% Prozent. Derselbe Irrtum fände statt, würde das Produkt berechnet, und zwar nicht das Verhältnis des surplusproduce zu dem Teil des produce which = equivalent dem Arbeitslohn, sondern dfem] surplusproduce as aliquot part of the aggregate produce’, Dieser Punkt sehr wichtig, nicht nur zur Bestimmung des Mehrwerts, sondern später entscheidend wichtig für richtige Bestimmung der Profitrate.

„Er“ (einer der Unternehmer in der ersten Zeit der Entwicklung der Baumwollindustrie) „hat mir eine erstaunliche Idee mitgeteilt; ich weiß nicht, ob sie ihm mit Recht zugeschrieben werden kann, aber sie ist wirklich seiner würdig: es geht um die Organisterung der Nachtarbeit. Die Arbeiter werden auf zwei Gruppen aufgeteilt, und zwar derart, daß jede in einer von zwei Nächten bis zum Morgen wacht: so ruhen die Webstühle nicht mehr. Die auf 17 Stunden begrenzte Arbeit läßt während 7 langer Stunden ein unermeßliches Kapital ruhen, den Wert der Webstühle, die Mieten usw. Diese 7 langen Stunden Tagesgewinn werden nicht mehr verlorengehen. Er hat mir ein System erklärt, mit dessen Hilfe er nur durch die Einführung des Nachtlohnes wieder gewinnen wird und dazu die Unkosten für Beleuchtung.“ (]p.] 145, 146, „Sir Richard Arkwright etc. (1760 & 1792)“, par St. Germain Leduc, Paris 1841.)

gen des Lehrlingsgesetzes ständig in den Wind geschlagen. Der Zeuge wußte nicht einmal von seiner Existenz. Die Kinder in der Fabrik, fast alle Lehrlinge von Londoner Pfarrbezirken, wurden abgearbeitet i ! gleichbleibend arbeiteten sie um die Maschinen für die Woche zu säubern notwendige Arbeit %, Mehrarbeit ? Mehrprodukts zu dem Teil des Produkts, welches gleich äquivalent dem Arbeitslohn, sondern d[em] Mehrprodukt als entsprechendem Teil des Gesamtprodukis

Zusätze 223

Dies die Norm jetzt in den cottonfabrics zu Moskau. Viel scheußlicher noch in diesem Augenblick das in den Spiegelfabriken zu Manchester befolgte System; wobei auch Kinder angewandt. Nämlich 2 troupes', die sich alle

24 Stunden Tag und Nacht per je 6 Stunden ablösen. Wir lesen bei Babbage („On the Economy of Maschinery etc.“, Lond[on] 1832):

„Die ersten Maschinen, Tüll zu fabrizieren, waren sehr teuer beim ersten Ankauf, von 1000 zu 1200 oder 1300 1.St. Jeder Fabrikant, Besitzer einer dieser Maschinen, fand bald, daß er mehr fabrizierte, aber da ihre Arbeit auf 8 Stunden per Tag beschränkt war, konnte er in bezug auf ihren Preis nicht mit der alten Fabrikationsmethode wetteifern. Dieser Nachteil rührte von der beträchtlichen Summe her, die dem ersten &tablissement? der Maschine gewidmet war. Bald aber bemerkten die Fabrikanten, daß mit derselben Ausgabe von ursprünglichem Kapital und einer kleinen Addition zu ihrem fonds de roulement? sie dieselbe Maschine während 24 Stunden arbeiten lassen konnten. Die Vorteile, die sie so realisierten, engagierten andre Personen, ihre Aufmerksamkeit auf die Mittel, sie zu vervollkommnen, zu lenken, so daß ihr Ankaufpreis eine beträchtliche Reduktion in

derselben Zeit erfuhr, als der Tüll sich schneller und in größerer Quantität machte.“ (Ch. xXn.P2)

Dale, der Vorgänger Owens in der Cottonfabrik zu New-Lanark, selbst Philanthropist, wandte die Kinder selbst unter 10 Jahren noch 13 Stunden an.

„Um die Unkosten für die so wohlbedachten Maßnahmen zu decken und die Anlage im allgemeinen zu unterhalten, war es unumgänglich nötig, diese Kinder von 6 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, im Sommer wie im Winter, in den Baumwollfabriken zu beschäftigen ... Die Vorsteher der öffentlichen Wohlfahrtseinrichtungen wollten aus schlecht verstandenen ökonomischen Gründen die ihrer Sorge anvertrauten Kinder nicht schicken, sofern sich die Fabrikbesitzer nicht auch der 6-, 7- und 8jährigen annähmen.“ ([p.] 64.) („Examen Impartial des Nouvelles Vues de M.Robert Owen et de ses Etablissemens ä NewLanark en Ecosse etc.“, par Henry Grey Macnab etc., traduit par Laffon de Ladebat etc., Paris 1821.) „So erwiesen sich die Vorkehrungen von M.Dale und seine liebevolle Fürsorge für das Wohlergehen dieser Kinder letzten Endes als nahezu völlig nutzlos und ohne Erfolg. Er hatte diese Kinder in seine Dienste genommen, und ohne ihre Arbeit konnte er sie nicht ernähren.“ ([p.] 65, l.c.) „Das Übel rührte daher, daß die aus Waisenhäusern entsandten für ihre Arbeit viel zu jungen Kinder noch mindestens weitere vier Jahre länger hätten betreut werden und eine erste Erziehung erhalten müssen ... Wenn das ein zuverlässiges und nicht übertriebenes Bild der Lage unserer Lehrlinge aus den Waisenhäusern in unserem gegenwärtigen Fabriksystem, selbst unter den besten und humansten Bedingungen ist, wie erbärmlich muß dann die Lage dieser Kinder unter einem schlechten Regime sein?“ ([p.] 66, I.c.)

{ Gruppen ? Aufstellen ? Umlaufmitteln

16*

224 2. Der absolute Mehrwert : Heft II

Sobald Owen die Direktion übernahm:

„Das System, Lehrlinge aus Einrichtungen der öffentlichen Wohlfahrt zu beziehen, wird abgeschafft ... Man verzichtet auf die Gewohnheit, Kinder von 6 bis 8 Jahren in Fabriken zu beschäftigen.“ ([p.] 74.)

„Die Arbeitszeit, 16 von 24 Stunden, wurde reduziert auf 10V, Stunden pro Tag.“ ([p.] 98.)

Dies galt natürlich als gesellschaftsumwälzerisch. Großes Geschrei der €conomistes! und Benthamschen „Philosophen“,

„Aber noch leichter ist die Anschaffung des Brotes auf den östlichen Inseln in dem asiatischen Archipelagus, wo der Sago wild in dem Wald wächst. Wenn die Bewohner, indem sie ein Loch in den Stamm bohren, sich davon überzeugt haben, daß das Mark reif ist, so wird der Stamm umgeschlagen und in mehrere Stücke geteilt, das Mark wird herausgekratzt, mit Wasser gemischt und geseihet, es ist dann vollkommen brauchbares Sagomehl. Ein Baum gibt gemeiniglich 300 Pfund und kann 5-600 Pfund geben. Man geht dort also in den Wald und schneidet sich sein Brot, wie man bei uns sein Brennholz schlägt.“ ([p.] 148, „Die Erde, die Pflanzen und der Mensch“, von J. F. Schouw, 2. Auflage, Leipzig 1854.)

Gesetzt, es sei 1 Tag (von 12 Stunden) per Woche nötig, damit dieser Brotschneider alle seine Bedürfnisse befriedige. Wäre kapitalistische Produktion eingeführt, so müßte er 6 Tage per Woche arbeiten, um sich das Produkt dieses einen Tages anzueignen.

Die Surplusarbeit besteht natürlich aus derselben Art Arbeit wie die necessary?. Ist der Arbeiter ein Spinner, so besteht seine Surplusarbeit im Spinnen und sein Surplusproduce im Gespinst. Ist er ein Kohlengräber, so etc. Man sieht also, daß die Art der Arbeit, ihre besondre Qualität, der besondre Zweig, dem sie angehört, durchaus gleichgültig ist für das Verhältnis von surpluslabour zu necessary labour. Ebenso gleichgültig ist daher das Wertverhältnis der verschiednen Arbeitstage zueinander, oder, was dasselbe, das Verhältnis, worin a day of more or less skilled labour is equates with a day of unskilled average labour’. Diese Ausgleichung berührt das hier untersuchte Verhältnis gar nicht. Der Vereinfachung wegen (der Darstellung) kann daher immer so räsoniert werden, als wenn die Arbeit aller Arbeiter, die der Kapita-

! Ökonomen

? notwendige

3 ein Tag mehr oder weniger qualifizierter Arbeit gleichgesetzt wird mit einem Tag unqualifizierter Durchschnittsarbeit

Zusätze 225

list anwendet, = average unskilled labour!, einfache Arbeit. In seiner Berechnung (im Geldausdruck der Arbeit) ist sie ohnehin — jede Art der Arbeit — auf diesen Ausdruck praktisch und faktisch reduziert. Die qualitativen Unterschiede in den verschiednen Arten von average labour?, daß die eine mehr Gewandtheit erheischt, die andre mehr Kraft etc., gleichen sich praktisch untereinander aus. Was aber die individuelle Verschiedenheit der Arbeiter betrifft, die dieselbe Arbeit verrichten, so ist darüber folgendes zu bemerken: Diese Verschiedenheit am größten im handwerksmäßigen Betrieb (und in den höhren Sphären der sog. unproduktiven Arbeit). Sie verschwindet mehr und mehr und ist auf kaum zu berechenbaren Spielraum beschränkt in der entwickelten kapitalistischen Produktion, wo Teilung der Arbeit und Maschinerie vorherrscht. (Abgerechnet die kurze Lernzeit der Apprentices.) Der average’ Lohn muß hoch genug sein, um den average Arbeiter am Leben als Arbeiter zu erhalten; und eine average Leistung ist hier die Voraussetzung für den Arbeiter, um überhaupt als solcher ins Atelier zugelassen zu werden. Was über oder unter diesem average steht, Ausnahme, und das ganze Atelier betrachtet, liefert sein ganzes Personal das average Produkt in der average Zeit des bestimmten Zweigs unter den average Produktionsbedingungen. In dem Tags-, Wochenlohn etc. faktisch keine Rücksicht genommen auf diese individual differences’. Wohl aber im Stücklohn. Dies ändert am Verhältnis zwischen Kapitalist und Arbeiter nichts. Ist die Arbeitszeit von A höher als die von B, so sein Lohn, aber auch die surplusvalue’, die er schafft. Fällt seine Leistung unter den average, daher sein Lohn, so auch die surplusvalue. Das ganze Atelier muß aber den average liefern. Was über und unter dem average, ergänzt sich, und der average, den ohnehin das great bulk of labourers leistet, bleibt. Diese Sachen beim Arbeitslohn zu betrachten. Für das hier betrachtete Verhältnis gleichgültig. Übrigens Stücklohn sehr früh in den englischen Fabriken. War einmal festgestellt, wieviel on an average? in einer "gegebnen Arbeitszeit geleistet werden konnte, so danach der Arbeitslohn bestimmt (zugleich die Zahl der Arbeitsstunden täglich gegeben). Und in fact der Arbeitslohn (the aggregate) niedriger dann mit 17 Stunden Arbeit als mit

durchschnittlich unqualifizierte Arbeit Durchschnittsarbeit

durchschnittliche

individuellen Unterschiede

der Mehrwert

die große Masse der Arbeiter

im Durchschnitt

die Gesamtsumme

onau up»

226 2. Der absolute Mehrwert : Heft II

10. Nur bei außergewöhnlicher overtime working! käme der Unterschied den Arbeitern zugute, daß sie von dieser extraordinary surplus labour part appropriate to themselves’. Was übrigens auch da der Fall, wo extraordinary surpluslabour bei Taglohn etc.

Wir haben gesehn, der Wert beruht darauf, daß die Menschen sich zu ihren Arbeiten wechselseitig als gleichen und allgemeinen und in dieser Form gesellschaftlicher Arbeit verhalten. Dies eine Abstraktion, wie alles menschliche Denken, und gesellschaftliche Verhältnisse nur unter den Menschen, soweit sie denken und dies Abstraktionsvermögen von der sinnlichen Einzelheit und Zufälligkeit besitzen. Die Sorte Ökonomen, die die Bestimmung des Werts durch Arbeitszeit deswegen angreifen, weil die Arbeiten von 2 Individuen in derselben Zeit nicht absolut gleich (obgleich im selben Fach), wissen überhaupt noch nicht, wodurch menschliche gesellschaftliche Verhältnisse von tierischen sich unterscheiden. Sie sind beasts. Als beasts finden dieselben Burschen denn auch keine Schwierigkeit, zu übersehn, daß nicht 2 Gebrauchswerte einander absolut gleich sind (nicht 2 Blätter, Leibniz'”)), und noch weniger Schwierigkeit, Gebrauchswerte, die absolut kein Maß untereinander haben, nach dem Grad ihrer Nützlichkeit als Tauschwerte zu schätzen.

Wäre die monetary expression (Geld, to be supposed to keep its value, as it really does for longer periods)? eines average Arbeitstags von 12 Stunden = 10 sh, so klar, daß der Arbeiter, der 12 Stunden arbeitet, dem Arbeitsgegenstand nie mehr als IOsh zufügen kann. Beträgt die Summe seiner täglichen notwendigen Lebensmittel nur 5 sh, so hat der Kapitalist 5 sh zu zahlen und erhält 5 sh surplusvalue, wenn 6 nur 4, wenn 7 nur 3, wenn 3 dagegen 7? etc. Bei gegebner Arbeitszeit — Länge des Arbeitstags — dies festzuhalten, daß die Summe von necessary und surpluslabour im Produkt von konstantem Wert sich darstellt und von equal monetary expression of that value, as long as the value of money remains constant”.

! Überstundenarbeit

? außergewöhnlichen Überstundenarbeit einen Teil sich selbst aneignen

3 Ausdruck in Geld (Geld, von dem angenornmen wird, daß es seinen Wert behält, wie es tatsächlich in längeren Zeiträumen zutrifft)

% In der Handschrift: 9

? gleichen Ausdruck in Geld von diesem Wert, so lange der Wert des Geldes konstant bleibt

3. Der relative Mehrwert

Wir nennen die bisher betrachtete Form des Mehrwerts absoluten Mehrwert, weil seine Existenz selbst, die Rate seines Wachstums, jede Zunahme desselben zugleich eine absolute Vermehrung des geschaffnen Werts ist (des produzierten Werts). Er entsteht, wie wir sahen, durch eine Verlängerung des notwendigen Arbeitstags über seine Grenzen hinaus, und seine absolute Größe ist gleich der Größe dieser Verlängerung, während seine relative Größe — der proportionelle Mehrwert oder die Rate des Mehrwerts — mit dem Verhältnis dieser Verlängerung dieser Fluxion zu ihrem Fluente, der notwendigen Arbeitszeit, gegeben ist. Ist die notwendige Arbeitszeit 10 Stunden, so wird sie um 2, 3, 4, 5 Stunden verlängert. Folglich statt eines Werts von 10 Arbeitsstunden wird einer von 12-15 geschaffen. Die Verlängerung des Normalarbeitstags, d.h. der Summe der notwendigen Arbeitszeit + der Surplusarbeitszeit, ist hier der Prozeß, wodurch der Mehrwert wächst, vergrößert wird.

Gesetzt nun, der Gesamtarbeitstag habe seine normalen Grenzen erreicht. So tritt dann erst die Tendenz des Kapitals, Mehrwert, d.h. Surplusarbeitszeit, zu setzen, in ihrer eigentümlichen und charakteristischen Weise hervor. Gesetzt, der Normalarbeitstag besteht aus 12 Stunden, wovon 10 notwendige Arbeitszeit, 2 Surplusarbeitszeit. Eine Verlängerung über diesen Zeitraum hinaus, also ein Wachstum des absoluten Mehrwerts, sei außer Frage. Es ist natürlich klar, daß eine solche Schranke — wie man sie immer festsetzen mag — sich geltend machen, eintreten muß. (Man kann, um das Problem ganz rein vor sich zu haben, auch unterstellen, daß die Summe des absoluten Mehrwerts nicht weiter gesteigert werden könne, indem die Arbeitsbevölkerung gegeben.) In diesem Falle also, wo der Mehrwert durch eine Verlängerung des Gesamtarbeitstags nicht weiter gesteigert werden kann, wie kann er überhaupt noch gesteigert werden? Durch Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit. Wenn 12 Stunden der Gesamtarbeitstag, 10 Stunden notwendige Arbeitszeit, 2 Stunden Surplusarbeitszeit, so kann der Mehrwert oder die Surplusarbeitszeit z.B. um 50 % wachsen, von 2 Stunden auf 3 — ohne daß der Gesamtarbeitstag verlängert wird —, wenn die notwendige Arbeitszeit von 10 Stunden auf 9 Stunden, um Y., verkürzt würde. Das Quantum der Surplusarbeitszeit, folglich der Mehrwert, kann wachsen, nicht nur dadurch, daß die Surplusarbeitszeit direkt vermehrt wird durch eine gleichzeitige Verlängrung des Gesamtarbeitstags, sondern auch dadurch, daß die notwendige Arbeitszeit verkürzt wird, also Arbeitszeit aus notwendiger Arbeitszeit in Sur-

228 3. Der relative Mehrwert - Heft IH

plusarbeitszeit verwandelt wird. Der Normalarbeitstag würde nicht verlängert, wohl aber die notwendige Arbeitszeit verkürzt und überhaupt das Verhältnis, worin der Gesamtarbeitstag zwischen Arbeit zum Ersatz des Salairs und Arbeit für Schöpfung des Mehrwerts geteilt ist, sich verändert haben.

Die notwendige Arbeitszeit ist, wie wir sahen, nichts (als bezahlte Arbeitszeit) als die Arbeitszeit, die die im Salair, im Kaufpreis des Arbeitsvermögens, enthaltne Arbeitszeit ersetzt. (In der Tat die zur Produktion des Salairs erheischte Arbeitszeit.) Sie könnte verkürzt werden durch eine Verkürzung des Salairs. Wird der Wert des Salairs gewaltsam herabgesetzt, so auch die Arbeitszeit, die im Salair enthalten, also die Arbeitszeit, die zur Reproduktion des Salairs, zu seinem Ersatz, gezahlt. Mit dem Wert fiele das Äquivalent für den Wert; der diesem Wert entsprechende oder vielmehr gleiche Gegenwert. Nun findet allerdings dergleichen in der Praxis statt. Der Preis des Arbeitsvermögens, wie der jeder andren Ware, steigt und fällt in der Praxis über oder unter seinen Wert. Wir haben aber .damit nichts zu schaffen, denn wir gehn von der Voraussetzung aus, daß der Preis der Ware ihrem Wert entspricht oder wir betrachten die Phänomene unter dieser Voraussetzung. Die Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit, um die es sich hier handelt, muß also unter der Voraussetzung entwickelt [werden], daß das Arbeitsvermögen zu seinem Wert verkauft, der Arbeiter den normalen Arbeitslohn erhält, also keine Verkürzung in der Summe der Lebensmittel stattfindet, die zur normalen und traditionellen Reproduktion seines Arbeitsvermögens erheischt sind.

{Steigen des Mehrwerts durch Herabsetzen des Arbeitslohns unter sein Durchschnittsmaß (ohne Vermehrung der Produktivität der Arbeit) ist Steigen des Profits durch Herabdrücken des Arbeiters unter seine normalen Lebensbedingungen. Andrerseits Steigen des Arbeitslohns über sein normales Durchschnittsmaß ist Teilnahme, Aneignung auf seiten des Arbeiters von einem Teil seiner eignen Surplusarbeit. (Ebenfalls bei gleichbleibender Produktivkraft der Arbeit.) In dem ersten Fall the capitalist encroaches upon the vital conditions of die workman, and upon the times of labour necessary for its own sustainance!. In dem zweiten Fall the workman expropriates part of his own surplus labour. In both cases the one loses what the other gains, but the workman loses in life, what the capitalist gains in money, and in the other case the workman gains in enjoyment of life, what the capitalist loses in the rate of appropriating other people’s labour?.}

! vergreift sich der Kapitalist an den lebenswichtigen Bedingungen des Arbeiters und an der Ar-

bebaen, die für seinen eigenen Unterhalt notwendig ist 2 eignet sich der Arbeiter einen Teil seiner Mehrarbeit an. In beiden Fällen verliert der eine, was

3. Der relative Mehrwert 229

Jede Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit, die unter der Voraussetzung stattfindet, daß der Preis des Arbeitsvermögens gleich seinem Wert, also der Lohn nicht unter den Normallohn herabgedrückt wird oder fällt, ist nur möglich durch Vermehrung der Produktivität der Arbeit oder, was dasselbe ist, durch höhre Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit.

Wir haben bei der Betrachtung der Ware gesehn: Steigt die Produktivkraft der Arbeit, so wird derselbe Gebrauchswert in kürzrer Arbeitszeit oder ein größres Quantum derselben Gebrauchswerte in derselben Arbeitszeit (oder geringrer Zeit, dies aber in casus 2 eingeschlossen) produziert. Der Gebrauchswert der Ware bleibt derselbe, obgleich ihr Tauschwert fällt, d.h., ein geringres Quantum Arbeitszeit in ihr vergegenständlicht, weniger Arbeit zu ihrer Produktion erheischt ist. Die zur normalen Reproduktion des Arbeitsvermögens erheischte Summe von Lebensmitteln ist nicht durch ihren Tauschwert, sondern durch ihren Gebrauchswert — qualitativ und quantitativ — bestimmt, also nicht durch die Arbeitszeit, die zu ihrer Herstellung erheischt ist, die in ihr vergegenständlicht ist, sondern durch das Resultat dieser Arbeitszeit, durch die reale Arbeit, soweit sie sich im Produkt darstellt. Kann also dieselbe Summe von Lebensmitteln durch erhöhte Produktivität der realen Arbeit in kürzrer Arbeitszeit hergestellt! werden, so fällt der Wert des Arbeitsvermögens und damit die zu seiner Reproduktion, zur Produktion seines Gegenwerts, erheischte Arbeitszeit, die notwendige Arbeitszeit, obgleich nach wie vor das Arbeitsvermögen zu seinem Wert verkauft wird. Ebenso wie eine andre Ware nach wie vor zu ihrem Wert verkauft wird, wenn sie heute Yioo weniger kostet wie früher, weil Ygg Arbeitszeit weniger in ihr enthalten ist, obgleich sie nach wie vor denselben Gebrauchswert besitzt. Der Wert des Arbeitsvermögens und daher die notwendige Arbeitszeit fallen hier, nicht weil der Preis des Arbeitsvermögens unter seinen Wert sinkt, sondern weil sein Wert selbst gesunken ist, weniger Arbeitszeit in dem Arbeitsvermögen vergegenständlicht und daher weniger Arbeitszeit zu seiner Reproduktion erheischt ist. In diesem: Falle wächst die Surplusarbeitszeit, weil die notwendige Arbeitszeit abgenommen hat. Ein Quantum des Gesamtarbeitstags, das früher durch die notwendige Arbeit in Beschlag genommen ward, wird jetzt frei, in die Surplusarbeitszeit annektiert. Ein Teil notwendige Arbeitszeit wird in Surplusarbeitszeit verwandelt; also ein Teil des Gesamtwerts des Produkts, der früher in das Salair einging, geht jetzt in den Mehrwert (den Gewinn des

der andere gewinnt, aber der Arbeiter verliert am Leben, was der Kapitalist an Geld gewinnt, und im anderen Falle gewinnt der Arbeiter an Lebensfreude, was der Kapitalist an der Aneignungsrate der Arbeit anderer Menschen verliert

! In der Handschrift: dargestellt

230 3. Der relative Mehrwert - Heft III

Kapitalisten) ein. Diese Form des Mehrwerts nenne ich den relativen Mehrwert.

Es ist nun zunächst klar, daß eine Vermehrung der Produktivkraft der Arbeit nur den Wert ihres Arbeitsvermögens oder ihre notwendige Arbeitszeit vermindern kann, soweit die Produkte dieser Arbeiten entweder direkt in ihren Konsum eingehn, wie Nahrungsmittel, Heizungsmittel, Wohnung, Kleidung etc., oder in das konstante Kapital (Rohmaterial und Arbeitsinstrument) eingehn, die zur Herstellung jener Produkte erheischt sind. Denn da im Wert des Produkts der Wert des in es eingehenden konstanten Kapitals wiedererscheint, fällt der Wert des Produkts offenbar, nicht nur, wenn die zu seiner eignen Herstellung erheischte Arbeitszeit fällt, sondern ebensosehr, wenn die zur Herstellung seiner Produktionsbedingungen erheischte Arbeitszeit fällt; also der Wert der zur Herstellung der in den Konsum des Arbeiters eingehenden Produkte erheischten Rohmaterials und Arbeitsinstruments, kurz des konstanten Kapitals. (Sieh Ramsay.”!)

{Der Unterschied zwischen Wiedererscheinen oder einfacher Erhaltung des Werts im Produkt und Reproduktion dieses Werts dieser: Im letzten Fall tritt ein neues Äquivalent an die Stelle des durch Verzehrung des Gebrauchswerts, worin er enthalten war, verschwundnen Tauschwerts. Im erstern Fall wird kein neues Äquivalent an die Stelle des ursprünglichen Werts gesetzt. Z.B. der Wert des Holzes, der im Tische wiedererscheint, wird nicht durch ein neugeschaffnes Äquivalent ersetzt. Der Wert des Holzes erscheint nur im Tisch wieder, weil das Holz vorher Wert hatte und die Produktion seines Werts Voraussetzung für die Produktion des Werts des Tisches ist.}

Aber zweitens: Nehmen wir den Arbeiter in dem Arbeitszweig, worin er selbst arbeitet. Produziert ein Arbeiter in einer Weberei infolge erhöhter Produktivkraft der Arbeit 20 Ellen Kaliko in einer Stunde, während er früher nur I Elle produzierte, so haben die 20 Ellen, nach Abzug des mehr in ihnen enthaltnen konstanten Kapitals, soweit sie also überhaupt von dem Arbeiter selbst geschaffner Wert sind, nicht mehr Wert als früher die 1 Elle. Bliebe die Produktivkraft der Arbeit in allen andren Arbeitszweigen dieselbe, wie vor dieser Umwälzung in der Weberei, so würde der Arbeiter mit 1 Stunde, trotz der gestiegnen Produktivkraft seiner Arbeit, nicht mehr Lebensmittel kaufen können, wie vorher — d.h., nach wie vor nur Waren, worin 1 Arbeitsstunde vergegenständlicht. Das Wachstum der Produktivkraft in seinem eignen Arbeitszweig, die erhöhte Produktivität seiner eignen Arbeit würde also nur die Reproduktion seines eignen Arbeitsvermögens verwohlfeilern und daher seine notwendige Arbeitszeit abkürzen, sofern und zu dem Umfang, worin Kaliko etwa als Kleidungsmittel in seinen eignen Konsum

3. Der relative Mehrwert 231

einginge. Nur in dieser Proportion. Dies gilt aber von jedem bestimmten Zweig der Produktion, also von jedem einzelnen Kapital für sich in der Sphäre seiner eignen industriellen Wirksamkeit genommen.

Nehmen wir das Gesamtkapital der Gesellschaft, also die Gesamtkapitalistenklasse gegenüber der Arbeiterklasse, so ist es klar, daß die Kapitalistenklasse den Mehrwert, ohne Verlängrung des Gesamtarbeitstags und ohne Abkürzung des normalen Arbeitslohns, nur erhöhen kann, soweit größere Produktivität der Arbeit, höhre Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit erlaubt, mit weniger Arbeit die Gesamtarbeiterklasse zu erhalten, die Summe ihrer Lebensmittel wohlfeiler zu produzieren und daher die Summe der Gesamtarbeitszeit abzukürzen, deren die Arbeiterklasse zur Reproduktion ihres eignen Salairs bedarf. Diese Summe besteht aber nur aus der Summe der einzelnen Lebensmittel und der Summe der bestimmten Arbeitszweige, also aus der Summe der einzelnen Arbeitszweige, die diese Lebensmittel produzieren, also aus der Summe der Abkürzungen der Arbeitszeit wegen erhöhter Produktivkraft der Arbeit in jedem dieser einzelnen Arbeitszweige. Wir sind aber berechtigt — und wir können den Prozeß nur betrachten, indem wir immer ein bestimmtes einzelnes Kapital mit bestimmten Arbeitern in einer bestimmten Sphäre uns vorstellen —, zur Verallgemeinerung der Darstellung den Prozeß so zu betrachten, als ob der Arbeiter von den Gebrauchswerten lebe, die er selbst produziert. (Es wird dabei nicht angenommen, daß der Arbeiter in demselben Maße weniger notwendige Arbeitszeit braucht, worin er mehr Produkt in derselben Zeit liefert, aber daß in dem Verhältnis, worin seine notwendige Arbeitszeit abnimmt, sein eignes wohlfeiler gewordnes Produkt in seinen Konsum eingeht. Es gilt dies für die ganze Gesellschaft, also für die Summe der einzelnen, da die gesellschaftliche Summe der relativen Mehrarbeit nichts ist als die Summe der Mehrarbeiten der einzelnen Arbeiter in den einzelnen Arbeitszweigen. Nur treten hier Ausgleichungen ein und Vermittlungen, deren Betrachtung nicht hierher gehört, die aber das wesentliche Verhältnis verdecken.

Die Abnahme der notwendigen Arbeitszeit ist also Steigen der Surplusarbeitszeit. Die eine vermindert sich in dem Grad, wie sich die andre vermehrt, und vice versa. Dies Steigen und Fallen berührt aber den Gesamtarbeitstag und seine Größe nicht.) Er selbst kann in der Tat nur relativen Mehrwert schaffen, soweit er ihn in der Sphäre seiner eignen Wirksamkeit schafft, d.h., in seinen eignen Konsum eingehende Produkte in mindrer Zeit als vorher produziert. Die Ökonomen flüchten daher stets zu dieser Voraussetzung, soweit sie überhaupt in das Wesen des relativen Werts eingehn. (Siehe Mill 9)

In der Tat, betrachtet man den gewöhnlichen Hergang. Wenn der Arbeits-

232 3. Der relative Mehrwert - Heft III

tag = 12 Stunden, die Surplusarbeitszeit = 2 Stunden war, und der Kapitalist, infolge vermehrter Produktivität der Arbeit, produziert z.B. doppelt so viel. So kann der Mehrwert nur wachsen — sein Gewinn nur daher fließen, daß entweder das Produkt der Arbeit in einer gewissen Proportion in die Reproduktion des Arbeitsvermögens eingeht, dieses in dieser Proportion verwohlfeilert wird, in diesem Verhältnis das Salair fällt, d.h. der Wert des Arbeitsvermögens, also auch der Teil des Gesamtarbeitstags, der bisher zur Reproduktion dieses Teils vom Wert des Arbeitsvermögens erheischt war. Oder der Fabrikant verkauft die Ware über ihrem Wert, d.h., als ob die Produktivität der Arbeit dieselbe geblieben. Nur im Verhältnis, worin er sie über ihrem Wert verkauft, also alle andren Waren unter ihrem Wert kauft, wohlfeiler kauft — als im Verhältnis der in ihnen und seinen Waren relativ enthaltnen Arbeitszeit —, setzt er einen neuen Mehrwert. Der Arbeiter bekommt aber nur dasselbe normale Salair wie früher. Er bekommt also einen geringern Teil des Gesamtwerts des Produkts, oder ein geringrer Teil desselben ist im Ankauf von Arbeitsvermögen ausgelegt als vor der erhöhten Produktivität der Arbeit. Ein geringrer Teil seines Gesamttages ist also zur Reproduktion des Salairs, ein größrer für den Kapitalisten verausgabt. Es ist dasselbe, praktisch, als ob sich infolge der erhöhten Produktivität seiner Arbeit seine Unterhaltskosten vermindert oder er in dem Verhältnis, worin der Kapitalist Neuwert erhält, alle andren Lebensmittel infolge der größeren Produktivität seiner Arbeit wohlfeiler kaufen 128] könne.

Wir brauchen übrigens hier nicht zu wiederholen, daß die allgemeine Voraussetzung des Verkaufs über dem Wert sich selbst aufhebt, wie die Konkurrenz denn auch in der Tat den Verkauf über dem Wert durch den Verkauf unter dem Wert ausgleicht. Es handelt sich hier um den Fall, wo gestiegne Produktivität der Arbeit noch nicht allgemein geworden in demselben Geschäftszweig, der Kapitalist also verkauft (in bestimmter Proportion wenigstens, denn er wird immer wohlfeiler verkaufen, als der andre), als ob mehr Arbeitszeit zur Herstellung seines Produkts nötig gewesen wäre als wirklich dazu nötig war. Er verkauft z.B. das Produkt von %, Stunden zum Produkt von 1 Stunde, weil die Mehrzahl seiner Konkurrenten nocli 1 Stunde zur Herstellung dieses Produkts bedürfen. War der notwendige Arbeitstag bisher 10 Stunden und 2 Stunden Surplusarbeit, so brauchten die Arbeiter nur mehr statt 10 X %, Stunden 10x %, Stunden (da ihre Arbeit Y, über der Durchschnittsarbeitsstunde), also statt 10 Stunden 7, Stunden, zu arbeiten, und betrüge der Mehrwert nach wie vor \, der notwendigen Arbeitszeit ('% = 2), so jetzt % von 7Y, Stunden oder von '%% Stunden. Y, von '% Stunden = 0 = 1% = 1% oder % oder %. In der Tat, wenn ”, Stunden dieser Ar-

3. Der relative Mehrwert 233

beit = 1 oder % der Durchschnittsarbeit, so %, derselben = %, oder 2 Arbeitsstunden. Der Arbeitstag wäre damit reduziert auf 71, + %, = 9 Stunden. Der Kapitalist läßt sie nach wie vor 12 Stunden arbeiten, zahlt die notwendige Arbeitszeit mit 7, und streicht daher ein 4", Stunden. Sein Gewinn rührt daher, daß die notwendige Arbeitszeit von 10 Stunden auf 7"% gefallen oder der Arbeiter mit dem Produkt von 7', Stunden alle seine notwendigen Lebensmittel kaufen kann. Es ist ganz dasselbe, als ob er seine sämtlichen Lebensmittel selbst produziert und durch größere Produktivität der Arbeit in 3/, Stunden so viel davon produzieren könnte wie früher in 1 Stunde, daher in 7Y, so viel wie früher in 10. Wäre mit der gewachsnen Produktivität der Arbeit das Verhältnis dasselbe geblieben, so hätte sich der Gesamtarbeitstag vermindert, weil die notwendige Arbeit verringert, das Verhältnis zwischen notwendiger Arbeit und Surplusarbeit aber wäre dasselbe geblieben.

Praktisch kömmt es ganz auf dasselbe heraus: Ob der Wert des Arbeitsvermögens und daher die notwendige Arbeitszeit sich vermindert, weil das Produkt des Arbeiters in seinen eignen Konsum eingeht zu einem gewissen Verhältnis und daher in diesem Verhältnis die notwendige Arbeitszeit ab- und die Surplusarbeitszeit und daher der Surpluswert zunimmt; oder ob infolge der gesteigerten Produktivität der Arbeit dieser besondre Arbeitszweig über das Niveau des gesellschaftlichen Durchschnittsarbeiters in demselben Zweig steigt, daher der Wert z.B. der Arbeitsstunde im Verhältnis zu allen andren Waren steigt, der Kapitalist diese Arbeit zahlt als Niveauarbeit — nach dem alten Maßstab —, sie aber verkauft als über dem Niveau stehende. In beiden Fällen reicht eine geringre Zahl von Stunden hin, um den Arbeitslohn zu zahlen, d.h., hat die notwendige Arbeitszeit abgenommen, und in beiden Fällen resultiert der relative Mehrwert, d. h. der nicht durch absolute Verlängerung des Arbeitstags erzielte Mehrwert, daher, daß infolge der vermehrten Produktivität der Arbeit eine geringre Arbeitszeit zur Reproduktion des Salairs erheischt ist; das einmal direkt, weil der Arbeiter dieselbe Quantität Gebrauchswerte in kleinrer Arbeitszeit produziert, obgleich das Produkt nach wie vor zu seinem Wert verkauft wird. Das andre Mal daher, weil eine kleinre Quantität Arbeitszeit einer größren Quantität Durchschnittsarbeitszeit infolge der erhöhten Produktivität gleichgesetzt wird, der Arbeiter also dieselbe Masse Gebrauchswerte mit geringrer — aber höher verkaufter — Arbeitszeit erhält. In beiden Fällen resultiert der relative Mehrwert daher, daß die notwendige Arbeitszeit verkürzt ist.

Es ist übrigens an und für sich klar: Wächst die Produktivität der Arbeit und bliebe das Verhältnis dasselbe, so müßte der Arbeiter entweder weniger Arbeitszeit arbeiten, um sein Salair zu reproduzieren, also etwa statt 10 Stun-

234 3, Der relative Mehrwert - Heft IH

den 7%. Damit würde der Gesamtarbeitstag verkürzt werden. Oder er müßte eine größere Quantität Lebensmittel erhalten, sein Arbeitslohn über das Niveau steigen. Geschieht weder das eine oder das andre, so klar, daß sich infolge der gestiegnen Produktivität der Arbeit nur das Quantum Arbeit, das er für den Kapitalisten arbeitet, verlängert und das Quantum Arbeit, das er für sich selbst arbeitet, verkürzt hat.

Die ganze Schwierigkeit kommt daher, daß der einzelne Kapitalist bei Erhöhung der Produktivität der Arbeit nicht direkt an Heruntersatz der notwendigen Arbeitszeit denkt, sondern daran, sie über ihrem Wert zu verkaufen — an ihre Erhöhung über die Durchschnittsarbeitszeit. Von dieser erhöhten Arbeitszeit ist aber eine geringere Proportion zur Ersetzung des Salairs nötig; d.h., die Surplusarbeitszeit wächst, obgleich dies Wachsen auf einem Umweg, durch den Verkauf über dem Wert, sich darstellt.

Mit dem Wachsen des relativen Mehrwerts, also der relativen Arbeitszeit, wächst der Gesamtarbeitstag nicht. Es folgt daher, daß nur das Verhältnis fällt, worin der Arbeiter an seinem eignen Arbeitstag partizipiert. Der verhältnismäßige Arbeitslohn fällt, oder das Kapitalgewicht steigt verhältnismäßig zur Arbeit.

Ferner: Infolge der gewachsnen Produktivität der Arbeit wird die Masse der Produkte vermehrt. In ihrer Summe (z.B. von einem Arbeitstag) ist derselbe Wert vorhanden wie früher in einer kleinren Summe derselben. Das einzelne Produkt oder die einzelne Ware fällt daher in ihrem Wert, aber sie ist multipliziert mit einem größern Faktor, der die Anzahl derselben anzeigt. 6 X 4 ist nicht mehr als 12 X 2. Hier ist also Wachstum des realen Reichtums der Gebrauchswerte ohne Wachstum ihres Tauschwerts oder der in ihnen enthaltnen Arbeitszeit, während im ersten Fall — dem absoluten Mehrwert — die Masse der Produkte auch wächst, aber zugleich mit ihrem Tauschwert, d.h. im Verhältnis der in ihnen enthaltnen Arbeitszeit.* F

Der relative Mehrwert unterscheidet sich also vom absoluten dadurch: In beiden Mehrwert = Surplusarbeit oder Verhältnis des Mehrwerts gleich Ver-

* Dies so zu verstehn. Verwandeln sich 10 [Ib.] Baumwolle in derselben Zeit in Twist wie früher 11b. Baumwolle, so haben die 10 Ib. nicht mehr Spinnarbeit absorbiert wie früher 1 Ib. Der den 10 1b. zugesetzte Wert nicht größer als der des 1 1b. Jedes Ib. Twist enthält im. ersten Fall 10X weniger Spinnarbeit als im zweiten. Und da sie beide gleichviel Baumwolle enthalten, so caeteris paribus! jedes Ib. Twist um Yo wohlfeiler, wenn die Spinnarbeit Yo des Werts betrug. /130/ Wäre der zugesetzte Spinnarbeitstag = 10 und der Wert von 1b. Baumwolle (in beiden Fällen zur Vereinfachung Instrument =) gesetzt) = 20, so Ib. Twist im 1. Fall= 10 +20 = 30; im zweiten Falle 10 Ib. Twist = 100 + 10 = 110; also 1 Ib. Twist = 11 und 10 Ib. = 110, während 10 Ib. im ersten Fall = 300. 971

! unter sonst gleichen Umständen

3. Der relative Mehrwert 235

hältnis der Surplusarbeitszeit zur notwendigen Arbeitszeit. Im ersten Fall wird der Arbeitstag über seine Grenzen hinaus verlängert, und der Mehrwert wächst (oder die Surplusarbeitszeit) im Verhältnis, wie der Arbeitstag über seine Grenzen hinaus verlängert wird. Im zweiten Fall ist der Arbeitstag gegeben. Der Mehrwert wird hier vergrößert oder die Surplusarbeitszeit, indem der Teil des Arbeitstags, der zur Reproduktion des Arbeitslohns nötig war oder der notwendig war, verkürzt wird. Im ersten Fall ist eine gegebne Stufe der Produktivität der Arbeit vorausgesetzt. Im zweiten wird die Produktivkraft der Arbeit erhöht. Im ersten Fall bleibt der Wert eines aliquoten! Teils des Gesamtprodukts oder ein Teilprodukt des Arbeitstags unverändert; im zweiten wird der Wert des Teilprodukts verändert, aber seine Quantität (Anzahl) wächst in demselben Verhältnis, worin sein Wert abnimmt. Der Wert der Gesamtsumme bleibt so unverändert, während die Gesamtsumme der Produkte oder Gebrauchswerte gewachsen ist. 130] Die Sache ist ferner einfach so darzustellen:

Die Produktivität der Arbeit — wie wir bei Analyse der Ware sahen — erhöht nicht den Wert des Produkts oder der Ware, worin sie sich darstellt. Vorausgesetzt, daß die in den Waren enthaltne Arbeitszeit unter den gegebnen Bedingungen notwendige Arbeitszeit, gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, ist — und dies ist eine Voraussetzung, von der immer ausgegangen wird, sobald der Wert einer Ware auf die in ihr enthaltne Arbeitszeit reduziert wird —, findet vielmehr das folgende statt: Der Wert des Produkts der Arbeit steht im umgekehrten Verhältnis zur Produktivität der Arbeit. Dies ist in der Tat ein identischer Satz. Er heißt weiter nichts als: Wird die Arbeit produktiver, so kann sie in derselben Zeit größres Quantum derselben Gebrauchswerte darstellen, sich in größrer Masse der Gebrauchswerte von derselben Art verkörpern. Ein aliquoter Teil dieser Gebrauchswerte, z.B. eine Elle Leinwand, enthält danach weniger Arbeitszeit als vorher, hat also kleinern Tauschwert, und zwar ist der Tauschwert der Elle Leinwand in demselben Verhältnis gefallen, worin die Produktivität der Webarbeit gewachsen ist. Umgekehrt, wäre mehr Arbeitszeit als bisher erheischt, um eine Elle Leinwand herzustellen (etwa weil mehr Arbeitszeit erheischt wäre, um ein Pfund Flachs zu produzieren), so enthielte die Elle Leinwand jetzt mehr Arbeitszeit, ergo höhern Tauschwert. [hr Tauschwert wäre gewachsen in demselben Verhältnis, worin die zu ihrer Produktion erheischte Arbeit unproduktiver geworden wäre.

Nehmen wir also den Gesamtarbeitstag — den durchschnittlichen Normalarbeitstag —, so bleibt der Wert der Summe seiner Produkte unverändert, die

! entsprechenden

236 3. Der relative Mehrwert - Heft IH

Arbeit mag produktiver oder unproduktiver werden. Denn die Summe der produzierten Gebrauchswerte enthält nach wie vor einen Arbeitstag, stellt nach wie vor dasselbe Quantum notwendiger gesellschaftlicher Arbeitszeit dar. Nehmen wir dagegen einen aliquoten Teil der täglichen Gesamtproduktion oder ein Teilprodukt, so wächst und fällt sein Wert im umgekehrten Verhältnis zur Produktivität der in ihm enthaltnen Arbeit. Z.B., wenn 1 Quarter oder 8 bushels das Produkt der Monatsarbeit war, so soll in dem einen Fall die Agrikultur ihre Produktivität verdoppeln, in dem andren ihre Produktivität um das Doppelte abnehmen. Wir hätten also die 3 Fälle: 8 bushel das Produkt von einem Monat Arbeit, 16 bushel das Produkt derselben Arbeitszeit, 4 bushel das Produkt derselben Arbeitszeit. Der Wert der Gesamtsumme der Produkte des Monats, 8, 16 und 4 bushel enthielten nach wie vor respektive dasselbe Quantum notwendige Arbeitszeit. Der Wert dieser Gesamtsumme wäre also unverändert geblieben, obgleich die Produktivität der Arbeit in dem einen Fall um das Doppelte gewachsen, in dem andern Fall um das Doppelte vermindert wäre. Aber in dem einen Fall enthielte 1 bushel Y, Monat = Y,,, in dem andern Y; oder % = %,, und in dem 3. nur Y,.. Mit der Verdopplung der Produktivität der Agrikultur waren die bushel im Wert um die Hälfte gesunken, mit der Abnahme der Produktivität um das Doppelte um das Doppelte gestiegen. Der Wert der Ware kann also nie infolge der Produktivität der Arbeit anwachsen. Es enthielte dies einen Widerspruch. Wachsen der Produktivität der Arbeit heißt, daß sie in weniger Zeit dasselbe Produkt (Gebrauchswert) darstellt. Wachsen des Tauschwerts des Produkts heißt, daß es mehr Arbeitszeit enthält als vorher.

Wenn also der Wert der einzelnen Ware im umgekehrten Verhältnis zur Produktivität der Arbeit steht, während der Wert der Gesamtsumme von Produkten, worin sich eine gegebne Arbeitszeit verkörpert, unberührt, unverändert bleibt durch irgendwelchen Wechsel in der Produktivität der Arbeit — so hängt dagegen der Mehrwert von der Produktivität der Arbeit ab —, und wenn die Ware einerseits zu ihrem Wert verkauft wird, andrerseits die Länge des Normalarbeitstags gegeben ist, so kann der Mehrwert nur wachsen infolge steigender Produktivität der Arbeit. Der Mehrwert bezieht sich nicht auf die Ware; sondern er drückt ein Verhältnis aus zwischen zwei Teilen des Gesamtarbeitstags — nämlich zwischen dem Teil, den der Arbeiter arbeitet, um sein Salair zu ersetzen (den Wert seines Arbeitsvermögens) und dem Teil, den er über diesen Ersatz hinaus für den Kapitalisten arbeitet. Die Größe dieser beiden Teile, da sie zusammen den ganzen Arbeitstag ausmachen, da sie Teile desselben Ganzen, steht offenbar im umgekehrten Verhältnisse, und der Mehrwert, d.h. die Surplusarbeitszeit, steigt oder fällt, je nachdem die notwendige

3. Der relative Mehrwert 237

Arbeitszeit fällt oder steigt. Das Wachsen oder Abnehmen der letztren steht aber im umgekehrten Verhältnis zur Produktivität der Arbeit.

!I131| Aber verdoppelte sich die Produktivität der Arbeit allgemein, d.h. in allen Industriezweigen, die direkt oder indirekt die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens erheischten Waren (Gebrauchswerte) liefern, Produkte liefern, die in die Konsumtion des Arbeiters eingehn, so würde in dem Verhältnis, wie diese allgemeine Produktivität der Arbeit gleichmäßig wüchse, der Wert des Arbeitsvermögens sinken, daher die zum Ersatz dieses Werts notwendige Arbeitszeit fallen und sich in demselben Verhältnis, worin sie abnehmen, der Teil des Tages, der Surpluszeit bildet, für den Kapitalisten gearbeitet wird, zunehmen. Indes ist die Entwicklung der Produktivkräfte in diesen verschiednen Arbeitszweigen weder gleichmäßig noch gleichzeitig, sondern ungleichen, verschiednen und oft entgegengesetzten Bewegungen ausgesetzt. Nimmt die Produktivität der Arbeit in einem Industriezweig zu, der direkt oder indirekt in die Konsumtion des Arbeiters eingeht, z.B. in der Industrie, die Kleidungsstoffe liefert, so können wir nicht sagen, daß in demselben Verhältnis, worin die Produktivität dieser bestimmten Industrie wächst, der Wert des Arbeitsvermögens sinkt. Es ist nur das Lebensmittel, das wohlfeiler produziert wird. Diese Verwohlfeilerung beeinflußt nur zu einem aliquoten Teil die Lebensbedürfnisse des Arbeiters!. Die gewachsne Produktivität der Arbeit in diesem einen Zweig vermindert die notwendige Arbeitszeit (d.h. die zur Produktion der für die Arbeiter erheischten Lebensmittel erheischte Arbeitszeit) nicht in dem Verhältnis, worin sie wächst, sondern nur in dem Verhältnis, worin das Produkt dieser Arbeit durchschnittlich in die Konsumtion des Arbeiters eingeht. Bei jedem einzelnen Industriezweig (mit Ausnahme etwa der Agrikulturprodukte) ist dies also nicht bestimmt zu berechnen. Es ändert dies an dem allgemeinen Gesetz nichts. Es bleibt nach wie vor richtig, daß relativer Mehrwert nur in dem Verhältnis entstehn und wachsen kann, worin direkt oder indirekt in den Konsum des Arbeiters eingehnder Gebrauchswert (Lebensmittel) verwohlfeilert wird, d.h. in dem Verhältnis, nicht worin die Produktivität eines besondren Industriezweigs gewachsen ist, wohl aber in dem Verhältnis, worin diese Zunahme seiner Produktivität die notwendige Arbeitszeit vermindert, d.h., ein in den Konsum des Arbeiters eingehendes Produkt wohlfeiler darstellt. Bei der Betrachtung des relativen Mehrwerts kann daher nicht nur, sondern muß stets von der Voraussetzung ausgegangen werden, daß die Entwicklung der Produktivkraft oder die Entwicklung der Produktivität der Arbeit in jedem besondren Zweig, worin Kapitalanlage stattfindet, unmittelbar die notwendige Arbeitszeit in einem bestimmten Ver-

' In der Handschrift: der Arbeit

238 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

hältnis vermindert, d.h., daß das von dem Arbeiter produzierte Produkt einen Teil seiner Lebensmittel bildet und die Verwohlfeilerung desselben daher in einem bestimmten Verhältnis die zur Reproduktion seines Lebens erheischte Arbeitszeit vermindert. Da nur unter dieser Voraussetzung relativer Mehrwert entsteht, so kann und muß bei Betrachtung des relativen Mehrwerts stets das Dasein dieser Voraussetzung unterstellt werden.

Es ist ferner klar: Das Dasein und Wachstum des relativen Mehrwerts bedingen durchaus nicht, daß die Lebenslage des Arbeiters unverändert bleibt, d.h., daß sein Durchschnittsarbeitslohn ihm stets nur dieselbe quantitativ und qualitativ bestimmte Masse von Lebensmitteln liefert. Dies findet nicht statt, obgleich der relative Mehrwert weder entstehn noch wachsen kann ohne entsprechendes Sinken im Wert des Arbeitsvermögens oder im Wert des Arbeitslohns (im durchschnittlichen Arbeitslohn). Der relative Mehrwert könnte sogar fortwährend steigen, daher der Wert des Arbeitsvermögens fortwährend fallen, also der Wert des Durchschnittsarbeitslohns fortwährend fallen, und dennoch sich der Kreis der Lebensmittel und daher Lebensgenüsse des Arbeiters fortwährend erweitern. Dieser ist nämlich bedingt durch die Qualität und Quantität der Gebrauchswerte (Waren), die er sich aneignen kann, nicht durch ihren Tauschwert,

Gesetzt, die Produktivität verdopple sich allgemein, also in allen Produktionszweigen. Nimm an, vor dieser Verdopplung sei der Normaltag 12 Stunden, wovon 10 notwendige Arbeitszeit, 2 Surplusarbeitszeit. Die Gesamtsumme der täglichen Lebensmittel des Arbeiters, die früher [10] % Stunden Arbeit kosteten, könnten nun in 5 Stunden hergestellt werden. Statt 10 Stunden Arbeit zu brauchen, um den Wert (Preis) seines Arbeitsvermögens täglich zu ersetzen, d.h., ein Äquivalent für seinen täglichen Arbeitslohn zu liefern, brauchte der Arbeiter nur mehr [5] ?% Stunden. Der Wert seines Arbeitsvermögens wäre um die Hälfte gesunken, denn die zu seiner Reproduktion erheischten Lebensmittel wären nun das Produkt von 5 Stunden statt früher von 10. Erhielte der Arbeiter nun — nach dieser Umwälzung in der Produktivität der Arbeit — einen täglichen Arbeitslohn — 6 Stunden, d.h., hätte er künftig 6 Stunden IV-138| täglich zu arbeiten, so würde sich seine materielle Lebenslage ganz in demselben Verhältnis verbessert haben, als ob er unter den früheren Produktionsbedingungen den ganzen Arbeitstag von 12 Stunden für sich selbst (d.h. die Reproduktion seines Salairs) und 0 Arbeitszeit für den Kapitalisten gearbeitet hätte; als wenn den ganzen Arbeitstag notwendige Arbeitszeit und gar keine Surplusarbeitszeit gearbeitet worden wäre. Denn 5:6 = 10:12. (5 x 12 = 6 x 10.) Nichtsdestoweniger aber wäre in diesem Fall die Surplusarbeitszeit von 2 Stunden auf 6 Stunden gewachsen

3. Der relative Mehrwert 239

und ein relativer Mehrwert von 4 Stunden zu dem absoluten Mehrwert von 2 Stunden hinzugekommen. Statt daß der Arbeiter früher 10 Stunden für sich und 2 für den Kapitalisten arbeitete, also !'%, (= %), also , des Tags für sich und %,'! = Y, des Tags für den Kapitalisten, arbeitet er jetzt nur noch %, oder % des Tags für sich und statt Y, ebenfalls %, für den Kapitalisten, den halben Tag. Die notwendige Arbeitszeit wäre gesunken von 10 auf 6, also auch der Wert des täglichen Arbeitsvermögens, statt 10 Stunden wert zu sein nur mehr 6 Stunden wert — 4 Stunden weniger, d.h., er wäre um 40% gefallen (10:4 = 100: 40). Der Mehrwert wäre gewachsen auf? 300 Prozent, von 2 auf 6. {(Statt Y, des Tags %. % zu % gibt %, also 200° Prozent Zuwachs. Dies für den Mehrwert.

Andrerseits %, herab zu ?/, ist /, Abnahme. D.h, absolut betrachtet ist der Zuwachs auf seiten der Surplusarbeits[zeit] oder des Kapitalisten grade so groß, wie die Abnahme auf seiten der notwendigen Arbeitszeit oder des Werts des Arbeitsvermögens, = Y, Tag oder 4 Arbeitsstunden. (4, = %..) Aber die Zunahme auf der einen Seite im Verhältnis zu der ursprünglichen Surplusarbeitszeit und die Abnahme auf der andren im Verhältnis zur ursprünglichen notwendigen Arbeitszeit (oder der Wert des Arbeitsvermögens) betrachtet, drücken sich die Zunahme auf der einen Seite und die Abnahme auf der andren in verschiednen Proportionen aus, obgleich die absolute Größe, die auf der einen Seite subtrahierte, die auf der andren addierte Zeit, dieselbe identische Größe ist. So im obigen Fall. 'Y, oder % verhalten sich zu %, oder %

G 2 =5:3 wie 60 Prozent (soll heißen 40 Prozent, sieh die andre Seite)", denn 5:3 = 100:60 (5 X 60 = 300 und 3 X 100 dito = 300), während X, oder Y% sich zu %, oder zu z - (/%) verhalten = 1:3 wie 100: 300, also wie 300 Prozent. Obgleich daher der absolute Anwuchs der Surplusarbeits[zeit] = ist der absoluten Abnahme der notwendigen Arbeitszeit, die infolge der gestiegenen Produktivität der Arbeit eingetreten ist, so daß das Verhältnis, worin der Wert des Arbeitsvermögens sinkt oder die notwendige Arbeitszeit fällt und das Verhältnis, worin die Surplusarbeitszeit oder der Mehrwert steigt, nicht identisch, sondern hängt von dem ursprünglichen Ver-

hältnis ab, worin Surplusarbeitszeit und notwendige Arbeitszeit sich in den normalen Gesamtarbeitstag teilten, an ihm partizipierten.}

oder zu

! In der Handschrift: %, 2 In der Handschrift: um ? In der Handschrift: 300

17*

240 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

{Es folgt hieraus, daß in dem Verhältnis, worin die gesamte Surplusarbeitszeit (sowohl der Teil, der infolge der Produktivität der Arbeit aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entstanden, als der Teil, der durch Verlängrung des Arbeitstags bis zu seinen normalen Schranken entstanden) bereits einen größern Teil (bedeutendre Portion) des Gesamtarbeitstags bereits bildet, jede Vermehrung der Produktivkraft der Arbeit und folgende Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit (oder Vermehrung des relativen Mehrwerts) den proportionellen Mehrwert in kleinerem Verhältnis vergrößern kann. Oder daß das Verhältnis, worin eine Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit die Surplusarbeitszeit anwachsen macht, um so kleiner ist, je größer bereits die Gesamtgröße der Surplusarbeitszeit und um so größer, je kleiner bisher die Gesamtgröße der Surplusarbeitszeit war. Daher (dies beim Profit näher auszuführen) je fortgeschrittner die Industrie, um so kleiner das proportionelle Wachstum des Mehrwerts, wenn sich die Produktivkraft in demselben Maße zu vermehren fortführe. Die allgemeine Produktivkraft oder überhaupt die Produktivkraft, soweit sie die Reproduktion des Arbeitsvermögens beeinflußt. Oder dies Verhältnis, worin eine Vermehrung der Produktivkraft der Arbeit die notwendige Arbeitszeit (daher den Wert des Arbeitsver‚mögens) vermindert, und die Surplusarbeitszeit, daher den Mehrwert erhöht, steht in umgekehrtem Verhältnis zu dem Verhältnis, worin notwendige Arbeitszeit und Surplusarbeitszeit ursprünglich, d.h. jedesmal vor dem Eintreten der neuen Vermehrung der Produktivkraft, den Gesamtarbeitstag teilten oder an ihm partizipierten. Nimm an, der Arbeitstag = 12 Stunden, 10 Stunden notwendige Arbeit, 2 Stunden Surplusarbeit. Die Produktivkraft verdopple sich allgemein. So reichten nun 5 Stunden hin für notwendige Arbeitszeit, die Surplusarbeitszeit würde vermehrt um 5 Stunden, um dieselbe Größe, worum die notwendige Arbeitszeit (daher der Wert des Arbeitsvermögens) abgenommen hätte — i.e. um 5 Stunden. Die notwendige Arbeitszeit fiele von 10 auf 5, d.h. um die Hälfte = 50 %.

{(Fiele die notwendige Arbeitszeit von 10 auf 6, so hätte sie um 4 Stunden abgenommen. 10:4 = 100:40, also um 40 Prozent. Vorhin sagte ich um 60 Prozent. Dies falsch, denn ich rechnete 10:6 = 100: 60. Es handelt sich aber um das Verhältnis von 10 zu dem Rest, der von 10 bleibt, wenn 6 abgezogen wird, also von 10 zu 4. Die Arbeitszeit hat ja nicht um 6 Stunden, i.e. um 60 Prozent, abgenommen.) Andrerseits ist die Surplusarbeitszeit gestiegen von 2 auf 7 Stunden (indem 5 Stunden Surplusarbeitszeit hinzugekommen),

also 2:7 = 100:350 (2 x 350 = 700 und 7X 100 dito = 700); also auf!

! In der Handschrift: um

3. Der relative Mehrwert 241

350%; sie hätte sich vermehrt auf! das Dreifache und die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe. Nimm nun an, nachdem dies Verhältnis hergestellt, also vom Gesamtarbeitstag 5 Stunden notwendige Arbeit, 7 Stunden Surplusarbeit, verdopple sich wieder die allgemeine Produktivkraft der Arbeit, d.h., die notwendige Arbeitszeit nehme ab um 2%, Stunden, die Surplusarbeitszeit wachse also um dieselben 2Y, Stunden; also von 7 auf 9'% Stunden. Die notwendige Arbeitszeit hier wieder gefallen um 50%, die Surplusarbeitszeit gestiegen im Verhältnis von !% (7) zu '% (9), also von 14: 19, 14: 19 = 100: x; x = MY, = 135% Prozent (19 x 100 = 1900 und 14 X 135% (oder 135!% ,? dito = 1900). Obgleich daher in beiden Fällen die Produktivkraft der Arbeit sich verdoppelt und daher die notwendige Arbeitszeit um die Hälfte, um 50%, gesunken, wäre die Surplusarbeitszeit oder der Mehrwert in dem emen Fall gestiegen auf! 350 %, in dem andren nur auf 135% Prozent. (Das Verhältnis, worin sich die Produktivkraft allgemein vermehrt, wäre stets dasselbe = dem Verhältnis, worin die notwendige Arbeitszeit, mit sich selbst verglichen, d.h. mit ihrem Umfang vor diesem Vermehren der Produktivkraft, fällt.) Aber in dem ersten Fall betrug vor Eintritt der Verdopplung der Produktivkraft die Surplusarbeitszeit nur Y des ganzen Arbeitstags, 2 Stunden = %,,, im zweiten Fall betrug sie 7 Stunden oder 7/..

Derselbe Witz von Jacob z. B. geltend gemacht bei der Geldvermehrung. !% Es wuchs im 18. Jahrhundert mehr als im 17. Aber die proportionelle Zunahme war kleiner. Nimmt man nun den wirklichen case’, wo sich die Produktivkraft in einem Zweig z.B. verdoppelt, dagegen nicht gleichzeitig in den andren Zweigen, vielleicht unverändert bleibt in den Produktionszweigen, die das Kapital konstant für diesen einen Zweig liefern, so daß also die Auslage für Rohstoff dieselbe bleibt, d.h., wächst mit der vermehrten Produktivkraft und die Auslage für Maschinerie, wenn auch nicht in demselben Verhältnis zunimmt, so ist klar, daß der Profit, i.e. das Verhältnis des Mehrwerts zum Gesamtwert des ausgelegten Kapitals, aus doppelten Gründen nicht in demselben Verhältnis wächst, wie die notwendige Arbeit durch Vermehrung der Produktivkraft abnimmt. Erstens nicht, weil, je weiter entwickelt die Produktivkraft der Arbeit, der Mehrwert nicht in demselben Verhältnis wächst, wie die notwendige Arbeit abnimmt. Zweitens nicht, weil dieser in vermindertem Verhältnis angewachsne Mehrwert auf Kapital berechnet wird, das ungefähr an Wert im Verhältnis zur Steigerung der Produktivkraft angewaclisen ist.}

! In der Handschrift: um 2 In der Handschrift: (oder 135 x !Y,) ’ Fall ,

242 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

[Man kann die Abnahme der notwendigen Arbeitszeit doppelt berechnen, l. im Verhältnis zu ihrer eignen Größe vor der Vermehrung der Produktivkraft der Arbeit; 2. im Verhältnis zu dem ganzen Arbeitstag. In der ersten Rechnung ist es klar, daß — eine allgemeine Steigerung der Produktivkraft vorausgesetzt — die! notwendige. Arbeitszeit (daher der Wert des Arbeitsvermögens) in demselben Maße fällt, worin die Produktivkraft steigt; das Verhältnis aber, worin die Surplusarbeitszeit oder der Mehrwert wächst, von dem Verhältnis abhängt, worin der Gesamtarbeitstag ursprünglich zwischen notwendiger Arbeitszeit und Surplusarbeitszeit geteilt war. Also war ursprünglich 12 Stunden, 10 notwendige Arbeit, 2 Surplus, und verdoppelt sich die Produktivkraft der Arbeit, so fällt die notwendige Arbeitszeit von 10 auf 5, d.h. um 50 Prozent, während die Produktivkraft sich verdoppelt hat. (Dies Verhältnis drückt sich bei der Produktivkraft im Wachsen um 100 Prozent, bei der notwendigen Arbeitszeit im Fallen um 50 Prozent [aus]. Daß die notwendige Arbeitszeit von 10 auf 5, d.h. um 50 Prozent, fällt, heißt, daß ich in 1 Stunde soviel produzieren kann, wie früher in 2, d.h. das Doppelte, d.h., daß die Produktivkraft der Arbeit um 100 Prozent gestiegen ist.) Dagegen ist die Surplusarbeit gewachsen von 2 auf 7, d.h. auf? 350 Prozent (verdreifacht 2X 3 oder [6] Stunden und um die Hälfte gestiegen = %, = 1, also das Ganze von 2 zu 7), weil sie ursprünglich nur 2 Stunden von 12 betrug. Hätte sie ursprünglich schon 3 Stunden betragen, die notwendige Arbeit nur 9 Stunden, so wäre diese gefallen um 4), Stunden, wieder um 50 %, die Surplusarbeit gestiegen von 3:74, d.h. auf? 250 Prozent (denn 3: 7V, oder %: 1%, oder 6: 15 = 100: 250. 15 x 100 = 1500 und 6 X 250 = 1500). Betrachten wir dagegen den ganzen Arbeitstag, so ändert sich das Verhältnis nicht. Ursprünglich betrug die [notwendige] Arbeitszeit 10 Stunden oder !Y, des Arbeitstags; jetzt nur noch °/, im ersten Fall. (Im zweiten betrug sie %, des Arbeitstags, nach-

her nur noch a .) Ob ich die notwendige Arbeitszeit mit sich selbst oder dem Gesamtarbeitstag vergleiche, ist gleich. Es kommt nur der Divisor 12 hinzu. Dieser fix? also erledigt.}

Nun zurück zu p. 138 vor der Klausel‘. {Die Lebenslage des Arbeiters hätte sich verbessert, obgleich der Wert seines Arbeitsvermögens gefallen, seine notwendige Arbeitszeit um 4 Stunden reduziert und seine Surplusar-

! In der Handschrift: vorausgesetzt —, klar, daß die ? In der Handschrift: um

? Diese Aufstellung

* Siehe vorl. Band, S. 238

3. Der relative Mehrwert 243

beitszeit für den Kapitalisten um 4 Stunden gewachsen wäre, weil er selbst einen Anteil von 1 Stunde an der frei gewordnen Zeit erhielte, d.h. die Arbeitszeit, die er für sich selbst, d.h. zur Reproduktion des Salairs, arbeitete, nicht reduziert wäre auf den vollen Umfang, worin die Produktivität der Arbeit diese notwendige Arbeitszeit abgekürzt hätte. Er erhielte mehr Gebrauchswerte von geringrem Wert — d.h., in denen weniger Arbeitszeit erhalten als vorher. Das Maß aber, worin überhaupt neue Surplusarbeit gebildet, relativer Mehrwert entstanden wäre, entspräche vollständig dem Maße, worin ein Teil seiner notwendigen Ärbeitszeit in Surplusarbeitszest für den Kapitalisten verwandelt oder der Wert seines Arbeitsvermögens gesunken wäre. Dies genügt hier. Später überhaupt das Proportionelle an der Sache (sieh auch oben!!!) zusammenzustellen. Also ändert dies an der Natur und dem Gesetz des relativen Mehrwerts — daß infolge der steigenden Produktivität ein größrer Teil des Arbeitstags vom Kapital angeeignet wird — nichts. Daher die Abgeschmacktheit, dies Gesetz widerlegen zu wollen durch statistische Nachweise, daß die materielle Lage des Arbeiters hier oder da, in diesem oder jenem Verhältnis, sich verbessert habe infolge der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit.}

[ „Standard“, Oct. 26. 1861, lesen wir in einem Prozeß von der Firma John Brights mit seinen Arbeitern vor den Rochdale magistrates?,

„die Vertreter der Trade-Union der Teppichweber [sind] wegen Einschüchterung gerichtlich zu belangen. Die Teilhaber Brights hatten neue Maschinerie eingeführt, die 240 Yards Teppich in der Zeit und mit der Arbeit produzieren sollten, die früher zur Produktion von 160 Yards erforderlich waren. Die Arbeiter hatten keinerlei Anrecht, an den Profiten teilzuhaben, die durch die Kapitalanlage ihrer Unternehmer in mechanischen Verbesserungen gemacht worden waren. Daher schlugen die Herren Bright vor, den Lohn von lY,d pro Yard auf ld zu senken, wodurch die Einkünfte der Arbeiter für die gleiche Arbeit genau so blieben wie vorher. Aber das war eine nominelle Herabsetzung, von der die Arbeiter, wie behauptet wird, vorher nicht ehrlich verständigt worden waren.“} 1%

Eine gewisse Eintwicklung der Produktivität der Arbeit ist überhaupt vorausgesetzt, selbst für das Dasein des absoluten Mehrwerts, d.h. der Surplusarbeit überhaupt, und daher für die Existenz der kapitalistischen Produktion wie aller frühern Produktionsweisen, in denen ein Teil der Gesellschaft nicht nur für sich selbst, sondern auch für den andern Teil der Gesellschaft arbeitet.

! Siehe vorl. Band, 5. 342/343

2 Friedensrichtern

244 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

„Das bloße Vorhandensein der vorigen“ (der zu Kapitalisten gewordenen Meister) „als besondere Klasse hängt ab von der Produktivität der Arbeit.“ ([p.] 206, Ramsay, „An Essay on the Dist. of Wealth etc.“, Edinburgh 1836.)

„Wenn die Arbeit jedes Mannes nur genügen würde, seine eigne Nahrung zu produzieren, könnte es kein Eigentum geben“ (wird hier gebraucht für Kapital). (p. 14, Piercy Ravenstone, Mlaster of] Alrts], „Thoughts on the Funding System, and the Effects“, London 1824.)

Das Kapitalverhältnis entwickelt sich übrigens auf einer historischen Stufe der ökonomischen Gesellschaftsformation, die bereits das Resultat einer langen Reihe früherer Entwicklungen ist. Die Stufe der Produktivität der Arbeit, von der sie ausgeht, ist nichts naturwüchsig, sondern etwas historisch geschaffnes, wo die Arbeit längst aus ihren ersten rohen Anfängen hinausgetreten ist. Es ist klar, daß, wenn ein Land von Natur fruchtbaren Boden hat, fischreiche Wasser, reiche Kohlelager (überhaupt Brennmaterial), Metallbergwerke usw., verglichen mit andren Ländern, wo diese natürlichen Bedingungen der Produktivität der Arbeit in minderem Grad vorhanden sind, in dem erstren Land weniger Zeit erheischt ist, um die notwendigen Lebensmittel zu produzieren, also von vornherein ein größrer Überschuß der Arbeit für andre über die Arbeit für sich selbst möglich ist, daher die absolute Surplusarbeitszeit, also der absolute Surpluswert hier von vornherein größer, also das Kapital (oder jedes andre Produktionsverhältnis, wodurch Mehrarbeit erzwungen wird) produktiver als unter minder günstigen Naturbedingungen. Die Alten wußten schon, wie die natürliche Wohlfeilheit des Arbeitsvermögens, d.h. seiner Produktions- oder Reproduktionskosten, ein großer Faktor der industriellen Produktion ist. So z.B. heißt es in Diodors „Historischer Bibliothek“, 1, ], C 80,1%) mit Bezug auf die Ägypter:

„Es ist ganz unglaublich, wie wenig Mühe und Kosten die Erziehung ihrer Kinder ihnen verursacht. Sie kochen ihnen die nächste beste einfache Speise; auch geben sie ihnen von der Papierstaude den untern Teil zu essen, soweit man ihn im Feuer rösten kann, und die Wurzel und Stengel der Sumpfgewächse, teils roh, teils gesotten, teils gebraten. Die meisten Kinder gehen ohne Schuhe und unbekleidet, da die Luft so mild ist. Daher kostet ein Kind seinen Eltern, bis es erwachsen ist, im ganzen nicht über zwanzig Drachmen. Hieraus ist es hauptsächlich zu erklären, daß in Ägypten die Bevölkerung so zahlreich ist und darum soviel große Werke angelegt werden konnten.“

{Die Masse des Mehrwerts, sein Verhältnis gegeben, hängt von der Masse der Bevölkerung ab; eine bestimmte Bevölkerung gegeben, von der Rate der Surplusarbeit zur notwendigen.}

Es folgt daraus nur, daß da, wo das Kapitalverhältnis herrscht (oder ähnliches Produktionsverhältnis, das absolute Mehrarbeit erzwingt, denn diese na-

3. Der relative Mehrwert 245

türliche Fruchtbarkeit erleichtert nur die Verlängerung der Surplusarbeitszeit und ihr Dasein; sie schafft nicht relativen Mehrwert in unsrem Sinn), die Produktivität des Kapitals am größten ist — d.h. die meiste Surplusarbeit und daher der meiste Surpluswert, oder, was dasselbe, der Wert des Arbeitsvermögens naturaliter! am niedrigsten —, wo die Naturbedingungen der Arbeit, ! also namentlich Grund und Boden am fruchtbarsten. Es folgt daher keineswegs, daß die fruchtbarsten Länder die geeignetsten zur Entwicklung des Kapitalverhältnisses selbst, also auch seiner Fruchtbarkeit. Wenn Ricardo von der Fruchtbarkeit des Grund und Bodens als einer Hauptbedingung für die Produktivität der Arbeit spricht, so unterstellt er kapitalistische Produktion und stellt seinen Satz unter dieser Voraussetzung auf. Er ist natürlich geneigt, die bürgerlichen Produktionsverhältnisse überall als gegeben vorauszusetzen. Dies schadet seinen Entwicklungen nicht, da er bloß von der Produktion in dieser bestimmten Form handelt. Die folgende Stelle wichtig sowohl für den Begriff der Surplusarbeit überhaupt als für das Mißverständnis im obigen berührten Punkt.

„in verschiedenen Stadien der Gesellschaft ist die Akkumulation des Kapitals oder der Mittel, Arbeit anzuwenden*, mehr oder weniger rasch und muß in allen Fällen von den Produktivkräften der Arbeit abhängen. Die Produktivkräfte der Arbeit sind im allgemeinen am größten, wo Überfluß von fruchtbarem Boden existiert.‘“ (Ricardo.) „Bedeuten in diesem ersten Satz die Produktivkräfte der Arbeit die Kleinheit des entsprechenden Teils jedes Produkts, der denen zufallt, deren Handarbeit es produziert, so ist der Satz tautologisch, weil der übrigbleibende Teil der Fonds ist, woraus, wenn es seinem Eigner beliebt, Kapital akkumuliert werden kann. Aber dies ist meistens nicht der Fall, wo das Land am fruchtbarsten ist. Es ist der Fall in Nordamerika, aber das ist ein künstlicher Zustand der Dinge. Es ist nicht der Fall in Mexiko. Es ist nicht der Fall in Neuholland. Die Produktivkräfte der Arbeit sind in einem anderen Sinne tatsächlich größer dort, wo viel fruchtbares Land ist, nämlich [verstanden als] das Vermögen des Menschen, wenn er es wünscht, viel Rohprodukt im Verhältnis zur gesamten Arbeit, die er verrichtet, zu gewinnen. Es ist in der Tat eine Gabe der Natur, daß die Menschen mehr Nahrungsmittel gewinnen können, als jene kleinste Menge, mit der sie die existierende Bevölkerung ernähren und erhalten könnten; aber das ‚Mehrprodukt‘“ (der Terminus wird von Herrn Ricardo benutzt, p. 93) „bedeutet im allgemeinen den Überschuß des

* Es ist nur in solchen Stellen wie diesen, wo bei Ricfardo] die Natur des Kapitals durchbricht. Also Kapital ist nicht means of labour for producing a certain result, but it is „the means for employing labour“, and, this involves that the possessor of the means, or those means themselves, employs labour, the means are the power over labour.

U natürlich

? Arbeitsmittel zum Erreichen eines bestimmten Resultats, sondern es ist „Mittel zur Beschäftigung von Arbeit“, und das schließt ein, daß der Besitzer der Mittel oder diese Mittel selbst Arbeit beschäftigen, die Mittel sind die Macht über die Arbeit

246 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

gesamten Preises eines Dinges über den Teil hinaus, der den Arbeitern zufällt, die es herstellen, eine Eigentümlichkeit, die bestimmt wird durch Übereinkommen der Menschen und die nicht festgesetzt ist.“ (p.74, 75, „Observations on certain verbal Disputes in Pol. Ec., particularly relating to value and to demand and supply“, Londfon] 1821.)

Dieser Mann sieht nicht, daß von der Proportional Quantity of raw produce which „the whole labotir“ of a man can perform daily, in der Tat abhängt „the smallness“ or bigness „of that aliquot part that goes“ to the labourer!. Gegen Riclardo] er nur soweit recht, als er sagt: Die natürliche Fruchtbarkeit macht, daß ich mit eines Tags Arbeit viel über das absolut Notwendige, um zu existieren (the lowest quantity to keep the existing population upon?), produzieren kann, if I chose?. Sie macht weder, daß ich viel arbeite, also viel produziere, und noch weniger, daß das, was ich über das Notwendige hinaus arbeite, den fond des Kapitals bildet. Dies „is settled by human arrangement“*, Für Ricardo ist das Kapitalverhältnis selbst Naturverhältnis und daher überall vorausgesetzt.

Kapitalistische Produktion vorausgesetzt, wird, je nach günstigeren Naturbedingungen der Arbeit und daher nach dem Grad ihrer natürlichen Produktivität, in verschiednen Ländern die notwendige Arbeitszeit, d.h. die zur Reproduktion der Arbeiter erheischte, verschieden sein und in umgekehrtem Verhältnis zur Produktivität der Arbeit stehn, daher also in demselben Verhältnis in dem einen Land die Surplusarbeitszeit oder der Surpluswert größer als in dem andren sein können, wenn auch dieselbe Stundenzahl gearbeitet wird.

Alles dies betrifft the very existence of absolute surpluslabour, and its relative quantity in different countries according to their respective natural facilities for production’. Damit haben wir hier es nicht zu tun.

Indem unterstellt ist, daß der Normalarbeitstag bereits in notwendige Arbeit und absolute Surplusarbeit zerfällt, ist die Existenz der letztern, und zwar in einem bestimmten Grade, also auch eine bestimmte Naturbasis derselben, vorausgesetzt. Hier fragt es sich vielmehr um die Produktivkraft der Arbeit — daher die Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit, die Verlänge-

! proportionalen Menge Rohprodukte, welche „die ganze Arbeit“ ist, die ein Mann täglich bewältigen kann, in der Tat abhängt „die Geringfügigkeit“ oder Größe „dieses entsprechenden Teils“, der dem Arbeiter „zufällt“

? die geringste Menge, um die vorhandene Bevölkerung damit zu erhalten

wenn ich es will „wird bestimmt durch Übereinkommen der Menschen“

5 die reine Existenz der absoluten Mehrarbeit und ihrer relativen Menge in verschiedenen Ländern gemäß deren besonderen natürlichen Gegebenheiten für die Produktion

rung der Surplusarbeitszeit —, soweit sie selbst Produkt der kapitalistischen (überhaupt der sozialen) Produktion ist. Die Hauptformen sind: Kooperation, Teilung der Arbeit und Maschinerie

oder Anwendung der scientific power! usw.

a) Kooperation

Dies ist die Grundform, Teilung der Arbeit setzt Kooperation voraus oder ist nur eine spezifische Weise derselben. Ebenso das auf der Maschinerie begründete Atelier usw. Die Kooperation ist die allgemeine Form, die allen gesellschaftlichen Arrangements zur Vermehrung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit zugrunde liegt und in jeder derselben nur weitere Spezifikation erhält. Aber die Kooperation ist selbst zugleich eine besondre Form, die neben ihren weiterentwickelten und höher spezifizierten Formen existiert. (Ganz ebenso, wie sie eine Form ist, die über ihre bisherigen Entwicklungen übergreift.)

Als eine von ihren eignen weiteren Entwicklungen oder Spezifikationen unterschiedne und im Unterschied getrennt von ihnen existierende Form ist die Kooperation die naturwüchsigste, rohste und abstrakteste ihrer eignen Arten; wie sie übrigens fortfährt in ihrer Einfachheit, in ihrer einfachen Form, die Basis und Voraussetzung aller ihrer höherentwickelten Formen zu bleiben.

Kooperation ist also zunächst das unmittelbare — nicht durch den Austausch vermittelte — Zusammenwirken vieler Arbeiter zur Produktion desselben Resultats, desselben Produkts, desselben Gebrauchswerts (oder Nützlichkeit). In der Sklavenproduktion. (Vgl. Cairnes. 1%)

Sie ist erstens das Zusammenwirken vieler Arbeiter. Also das Dasein der Agglomeration, der Zusammenhäufung vieler Arbeiter in demselben Raum (auf einem Platz), die gleichzeitig arbeiten, ist ihre erste Voraussetzung — oder ist selbst schon das materielle Dasein der Kooperation. Diese Voraussetzung liegt allen ihren höherentwickelten Formen zugrunde.

Die einfachste, noch nicht weiter spezifizierte Weise der Kooperation ist offenbar die, daß die so in einem Raum verbunden und gleichzeitig Arbeitenden nicht verschiednes, sondern dasselbe tun, daß aber die Gleichzeitigkeit ihrer Aktion erheischt ist, um ein bestimmtes Resultat überhaupt oder in einer bestimmten Zeit hervorzubringen. Auch diese Seite der Kooperation bleibt in den höherentwickelten Formen derselben. Auch in der Teilung der

Arbeit tun viele gleichzeitig dasselbe. Noch mehr im automatischen Atelier. -

wissenschaftlichen Kraft

248 3, Der relative Mehrwert - Heft IV

Eine der ältesten Formen dieser Kooperation findet sich z.B. in der Jagd vor. Ebenso im Krieg, der nur Menschenjagd, weiterentwickelte Jagd, ist. 1% Den Effekt, den z.B. die Charge eines Kavallerieregiments hervorbringt, können die einzelnen Glieder des Regiments, jedes für sich genommen, nicht hervorbringen, obgleich während der Charge jeder einzelne nur als einzelner handelt, soweit er überhaupt handelt. Die großen Bauten der Asiaten sind ein andres Exempel dieser Art Kooperation, wie überhaupt im Bauen die Wichtigkeit dieser einfachen Form der Kooperation sehr schlagend hervortritt. Ein einzelner mag eine Hütte bauen, aber zum Bau eines Hauses gehören viele, die gleichzeitig dasselbe tun. Ein einzelner mag einen kleinen Kahn rudern; für einen größeren Nachen sind bestimmte Anzahl Ruderknechte erheischt. Bei der Teilung der Arbeit tritt diese Seite der Kooperation auf im Prinzip der Proportion der multiples, die für jede besondre Branche anzuwenden sind. Im automatischen Atelier beruht die Hauptwirkung nicht auf der Teilung der Arbeit, sondern auf der Dieselbigkeit der von vielen gleichzeitig verrichteten Arbeit. Z.B., daß die von demselben Motor gleichzeitig in Bewegung gesetzten Spinning mules! gleichzeitig von soundso viel Spinnern überwacht werden. j

Wakefields neues Kolonisationssystem hat das Verdienst — nicht, daß er die Kunst des Kolonisierens entdeckt oder befördert, auch nicht, daß er irgendwelche neue Entdeckungen überhaupt im Gebiet der politischen Ökonomie gemacht — wohl aber, daß er die Borniertheiten der politischen Ökonomie naiv entdeckt, ohne sich selbst der Wichtigkeit dieser Entdeckungen klar oder nur im geringsten selbst von den ökonomischen Borniertheiten frei zu sein.

In Kolonien nämlich, namentlich in den ersten Stadien ihrer Entwicklung, sind die bürgerlichen Verhältnisse noch nicht fertig; noch nicht vorausgesetzt wie in alt etablierten Ländern. Sie werden erst. Die Bedingungen ihres Werdens treten also klarer hervor. Es zeigt sich, daß diese ökonomischen Verhältnisse weder von Natur da sind noch daß sie Dinge sind, wie der Ökonom leicht geneigt ist, Kapital usw. aufzufassen. Wir werden später weitersehn, wie Herr Wakefield zu seiner eignen Verwunderung in den Kolonien hinter dies Geheimnis kommt. Hier wollen wir zunächst bloß eine auf diese einfache Form der Kooperation bezügliche Stelle zitieren:

„Es gibt zahlreiche Verrichtungen von so einfacher Art, daß sie keine Zerlegung in Teile

zulassen, die jedoch nur durch das Zusammenwirken vieler Paare von Händen ausgeführt werden können. Z.B. das Heben eines großen Baumes auf einen Wagen, das Niederhalten der

! Spinnmaschinen

a) Kooperation 249

Unkräuter auf großen Feldern mit wachsenden Feldfrüchten, die Schur einer großen Schafherde zur gleichen Zeit, das Einbringen einer Getreideernte zu einer Zeit, wenn es reif genug und nicht zu reif ist, beim Bewegen eines großen Gewichts; kurz, alles, was nicht getan werden kann, ohne daß sich eine große Zahl von Händepaaren gegenseitig und gleichzeitig bei derselben ungeteilten Beschäftigung helfen.“ (p. 168, Wakefield, E.G., „A view of the art of colonization etc.“, Lon[don] 1849.)

So z.B. Fischfang. Resultat, wenn viele auf einmal — wie bei der Jagd. Bauen von Eisenbahnen, Graben von Kanälen etc. Diese Art Kooperation bei den öffentlichen Werken der Ägypter und Asiaten. Die Römer verwandten ihre Armeen so zu public works!. (Sieh Stelle bei Jones.?)

Wir haben bereits gesehn bei Betrachtung des absoluten Mehrwerts, daß, wenn seine Rate gegeben, seine Masse von der Anzahl gleichzeitig beschäftigter Arbeiter abhängt, also so far’ von ihrer Kooperation. Indessen tritt grade hier der Unterschied vom relativen Mehrwert — soweit er erhöhte Produktivkraft der Arbeit und daher Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit voraussetzt — schlagend hervor. Werden statt 10 Arbeiter, von denen jeder 2 Stunden Surplusarbeit arbeitet, 20 angewendet, so ist das Resultat 40 Surplusstunden statt 20 im ersten Fall. 1:2, = 20:40. Das Verhältnis ist für die 20 dasselbe wie für den einen. Es ist hier nur die Zusammenaddierung oder Multiplikation der Arbeitsstunden des einzelnen. Die Kooperation als solche ändert hier absolut nichts an dem Verhältnis. Hier dagegen betrachten wir die Kooperation als eine Naturkraft der gesellschaftlichen Arbeit, insofern vermittelst der Kooperation die Arbeit des einzelnen eine Produktivität erlangt, die sie als Arbeit des isolierten einzelnen nicht erhalten würde. Z.B.: Wenn 100 gleichzeitig mähen, so arbeitet jeder nur als einzelner und dasselbe. Aber das Resultat, daß in dieser bestimmten Zeit, bevor das Heu verfault etc. gemäht ist — dieser Gebrauchswert produziert ist —, ist nur das Resultat davon, daß 100 gleichzeitig an diese selbe Arbeit Hand anlegen. In andren Fällen tritt wirkliche Vermehrung der Kraft ein. Z.B. beim Heben usw. Lasten laden. Es entsteht hier eine Kraft, die nicht der einzelne isoliert besitzt, sondern nur zusammenwirkend gleichzeitig mit den andern. Im ersten Falle könnte er räumlich nicht seine Aktionssphäre soweit ausdehnen, wie zur Erreichung des Resultats erheischt. Im zweiten Fall könnte er gar nicht oder nur mit unendlichem Zeitverlust die nötige Kraftpotenz entwickeln. Die Zeit, worin hier 10 einen Baum auf den Wagen laden, ist kleiner (wenn überhaupt der Fall möglich), als die Zeit, worin einer in 10mal größrer Zeit dasselbe Resul-

! öffentlichen Arbeiten

? Siehe vorl. Band, S.251

3 so weit

250 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

tat erzielen würde. Das Resultat ist, daß durch die Kooperation in geringrer Zeit produziert wird, als was dieselben einzelnen, wenn ebensoviele zerstreut arbeiteten, in derselben Zeit produzieren könnten oder Gebrauchswerte produziert werden, die sonst überhaupt nicht produziert werden könnten. Ein einzelner kann nicht in 100 Tagen tun, oft auch 100 einzelne nicht in 100 Tagen, was l00 durch Kooperation in einem Tage tun. Hier also wächst die Produktivkraft des einzelnen durch die gesellschaftliche Form der Arbeit. Indem es so möglich wird, in geringrer Zeit mehr zu produzieren, können die notwendigen Lebensmittel oder die zu ihrer Produktion erheischten Bedingungen in geringrer Zeit produziert werden. Die notwendige Arbeitszeit nimmt ab. Die relative Surpluszeit ist damit ermöglicht. Die eine kann verlängert, die andre verkürzt werden.

„Die Kraft des einzelnen Menschen ist ganz gering, aber die Vereinigung der ganz geringen Kräfte ergibt eine Gesamtkraft, die größer ist als die Summe aller Teilkräfte, so daß schon die bloße Vereinigung der Kräfte die Zeit verringern und den Raum ihrer Wirkung vergrößern kann.“ (G.R.Carli, Note 1, p. 196, zu Pietro Verri, „Meditazioni sulla Econ. Polit. etc.“, 1.XV, Custodi, Parte Moderna.)

{Man erinnert sich hier vielleicht, daß diese einfache Form der Kooperation in vielen Industriezweigen die gemeinschaftliche Benutzung von Arbeitsbedingungen erlaubt, z.B. Feurung, Baulichkeit etc. Dies aber geht uns hier noch nicht an. Sondern ist unter dem Profit zu betrachten. Wir haben hier nur zuzusehn, wie weit das Verhältnis von notwendiger Arbeit und Surplusarbeit direkt affiziert wird', nicht aber das Verhältnis der Surplusarbeit zur Totalsumme des ausgelegten Kapitals. Dies auch bei den folgenden Abschnitten festzuhalten.}

{Es ist nicht absolut nötig, daß Vereinigung in demselben Raum stattfindet. Wenn 10 Astronomen von den Sternwarten verschiedner Länder dieselben Beobachtungen anstellen usw., so ist das keine Teilung der Arbeit, sondern die Verrichtung derselben Arbeit an verschiednen Orten, eine Form der Kooperation.} Zugleich aber auch Konzentration von Arbeitsmittel.

Erweiterung der Aktionssphäre; Verkürzung der Zeit, worin ein bestimmtes Resultat erreicht wird; endlich Erzeugung von Produktionskräften, zu deren Entwicklung der vereinzelte Arbeiter überhaupt unfähig ist, sind charakteristisch für die einfache Kooperation wie für ihre weiterspezifizierten Formen.

Bei der einfachen Kooperation ist es nur die Masse der Menschenkraft, die wirkt. An die Stelle des einen mit zwei Augen etc. tritt ein vielaugiges, vielar-

! In der Handschrift: macht

a) Kooperation 251

miges usw. Ungeheuer. Daher die großen Arbeiten der römischen Ärmeen. Die großen asiatischen und ägyptischen öffentlichen Werke. Hier, wo der Staat der Verausgaber der Revenue des ganzen Landes, besitzt er die Macht, große Massen in Bewegung zu setzen.

„Es geschah in vergangenen Zeiten, daß diese orientalischen Staaten nach Bestreitung ihrer Zivil- und Militärausgaben sich im Besitz eines Überschusses von Lebensmitteln befanden, die sie für Werke der Pracht und des Nutzens verausgaben konnten. Ihr Kommando über die Hände und Arme fast der ganzen nichtackerbauenden Bevölkerung [...] und diese Nahrungsmittel, die dem Monarchen und der Priesterschaft gehörten, boten ihnen die Mittel zur Errichtung jener mächtigen Monumente, womit sie das Land erfüllten ... in der Bewegung der kolossalen Statuen und der enormen Massen, deren Transport Staunen erregt, wurde fast nur menschliche Arbeit verschwenderisch angewandt ... Grabstätten und Staubecken Ceylons, die Chinesische Mauer, die zahlreichen Bauwerke, deren Ruinen die Ebenen Assyriens und Mesopotamiens bedecken.“ (Richard Jones, „Textbook of Lectures on the Polit. Econ. of Nations“, Hertford 1852, p. 77.) „Die Zahl der Arbeiter und die Konzentration ihrer Mühen genügte.“ {Anzahl der Arbeiter und Konzentration derselben die Basis der einfachen Kooperation.} „So sehen wir mächtige Korallenriffe aus den Tiefen des Ozeans zu Inseln anschwellen und festes Land bilden, obgleich jede individuelle Ablagerung winzig, schwach und verächtlich ist. Die nichtackerbauenden Arbeiter einer asiatischen Monarchie haben außer ihren individuellen körperlichen Bemühungen wenig zum Werk zu bringen. Aber ihre Zahl ist ihre Kraft, und die Macht der Direktion über diese Massen ließ Paläste und Tempel usw. in die Höhe wachsen. Es war diese Konzentration der Einkünfte, welche sie [die Arbeiter] nährte, in einer [Hand] oder in wenigen Händen, welche solche Unternehmungen möglich machte.“ ([p.] 78, I. c.)

[Die Kontinuität der Arbeit überhaupt der kapitalistischen Produktion eigen; entwickelt sich aber erst vollständig mit der Entwicklung des capital fixe, worüber später.}

Diese Macht der ägyptischen und asiatischen Könige und Priester oder der etruskischen Theokraten in der alten Welt ist in der bürgerlichen Gesellschaft auf das Kapital und damit die Kapitalisten übergegangen.

Die einfache Kooperation wie ihre weiterentwickelten Formen — wie überhaupt alle Mittel, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern — fallen in den Arbeitsprozeß, nicht in den Verwertungsprozeß. Sie steigern die efficiency der labour'. Der Wert des Produkts der labour hängt dagegen ab von der zu ihrer Herstellung erheischten notwendigen Arbeitszeit. Die efficiency der labour kann daher nur den Wert eines bestimmten Produkts verringern, nie ihn steigern. Aber alle diese Mittel, die angewandt werden, um die effi-

! Wirksamkeit der Arbeit

252 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

ciency des Arbeitsprozesses zu steigern, vermindern (to a certain degree!) die notwendige Arbeitszeit und vermehren so den Surpluswert, den Teil des Werts, der dem Kapitalist zufällt, obgleich der Wert des Gesamtprodukts nach wie vor bestimmt bleibt durch die Totalität der angewandten Arbeitszeit.

„Das mathematische Prinzip, daf? das Ganze der Summe seiner Teile gleich ist, wird falsch auf unsren Gegenstand angewandt. In bezug auf die Arbeit, diesen großen Grundpfeiler der menschlichen Existenz, kann man sagen, daf} das ganze Produkt der gemeinschaftlichen Anstrengung unendlich alles übertrifft, was individuelle und isolierte Bemühungen möglicherweise erfüllen könnten.“ (p. 84, Michael Thomas Sadler, „The law of Population“, t. 1.)

- Die Kooperation — 1.e. ihre Anwendung durch den Kapitalisten, i.e. Geldoder Warenbesitzer — erheischt natürlich Konzentration der Arbeitsmittel, dito der Lebensmittel (des gegen Arbeit ausgetauschten Teils des Kapitals) in seiner Hand. Um einen Mann 360 Tage während des Jahrs zu beschäftigen, erheischt ein 360mal kleinres Kapital, als um 360 Mann an demselben Tag zu beschäftigen. .

Die gesellschaftliche Produktivkraft, die aus der Kooperation entspringt, ist unentgeltlich. Die einzelnen Arbeiter oder vielmehr Arbeitsvermögen werden bezahlt, und zwar als vereinzelte. Ihre Kooperation und die daher entspringende Produktivkraft wird nicht bezahlt. Der Kapitalist zahlt 360 Arbeiter; er zahlt nicht die Kooperation der 360 Arbeiter: denn der Austausch zwischen Kapital und Arbeitsvermögen findet zwischen dem Kapital und dem einzelnen Arbeitsvermögen statt. Er ist bestimmt durch den Tauschwert des letztren, der ebenso unabhängig ist von der Produktivkraft, die dies Vermögen unter gewissen gesellschaftlichen Kombinationen erhält, als davon, daß die Zeit, die er arbeitet und arbeiten kann, größer ist als die zu seiner Reproduktion erheischte Arbeitszeit.

Die Kooperation, diese Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit, stellt sich dar als eine Produktivkraft des Kapitals, nicht der Arbeit. Und diese Transposition findet innerhalb der kapitalistischen Produktion in bezug auf alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit statt. Dies bezieht sich auf die reale Arbeit. Ganz wie der allgemein abstrakt gesellschaftliche Charakter der Arbeit — d. h. der Tauschwert der Ware — als Geld — und alle Eigenschaften, die das Produkt als Darstellung dieser allgemeinen Arbeit besitzt, sich als Eigenschaften des Gelds darstellen; so der konkret gesellschaftliche Charakter der Arbeit als Charakter und als Eigenschaft des Kapitals.

! bis zu einem gewissen Grade

a) Kooperation 253

In der Tat: Sobald der Arbeiter in den wirklichen Arbeitsprozeß eintritt, ist er qua Arbeitsvermögen bereits dem Kapital einverleibt, gehört er nicht mehr sich selbst, sondern dem Kapital, und sind daher auch die Bedingungen, unter denen er arbeitet, vielmehr Bedingungen, unter denen das Kapital arbeitet. Bevor er aber in den Arbeitsprozeß eintritt, tritt er mit dem Kapitalisten in Kontakt als einzelner Warenbesitzer oder Verkäufer, und zwar ist diese Ware sein eignes Arbeitsvermögen. Als einzelnes verkauft er es. Gesellschaftliches wird es, sobald es bereits in den Arbeitsprozeß} getreten ist. Diese Metamorphose, die mit ihm vorgeht, ist ihm selbst ein Äußerliches, woran es keinen Anteil hat, das ihm vielmehr angetan wird. Der Kapitalist kauft nicht ein, er kauft viele einzelne Arbeitsvermögen gleichzeitig, aber alle als vereinzelte, vereinzelten voneinander unabhängigen Warenbesitzern angehörige Waren. Sobald sie in den Arbeitsprozeß treten, sind sie bereits dem Kapital einverleibt, und ihre eigne Kooperation ist daher nicht ein Verhältnis, worin sie sich setzen, sondern worin sie vom Kapitalisten versetzt sind, nicht eine Beziehung, die ihnen gehört, sondern der sie jetzt angehören und die selbst als ein Verhältnis des Kapitals zu ihnen erscheint. Es ist nicht ihre gegenseitige Vereinigung, sondern eine sie beherrschende Einheit, deren Träger und Leiter eben das Kapital selbst ist. Ihre eigne Vereinigung in der Arbeit — Kooperation — ist tatsächlich eine ihnen fremde Macht, und zwar die Macht des Kapitals gegenüber den vereinzelten Arbeitern. Soweit sie als unabhängige Personen, als Verkäufer, ein Verhältnis zum Kapitalisten haben, ist es das von vereinzelten, voneinander unabhängigen Arbeitern, die jeder im Verhältnis zum Kapitalisten, aber nicht im Verhältnis zueinander stehn. Soweit sie als werktätige Arbeitsvermögen in ein Verhältnis zueinander treten, sind sie dem Kapital einverleibt, und dies Verhältnis steht daher als Verhältnis des Kapitals, nicht als ihr eignes, ihnen gegenüber. Sie finden sich agglomeriert. Die Kooperation, die aus ihrer Agglomeration entspringt, ist ihnen gegenüber ebensosehr die Wirkung des Kapitals als diese Agglomeration selbst. Ihr Zusammenhang und ihre Einheit liegt nicht in ihnen, sondern im Kapital, oder die daraus entspringende gesellschaftliche Produktivkraft ihrer Arbeit ist Produktivkraft des Kapitals. Wie die nicht nur ersetzende, sondern vermehrende Kraft des einzelnen Arbeitsvermögens als Vermögen des Kapitals erscheint — die Surplusarbeit —, so der gesellschaftliche Charakter der Arbeit und die aus diesem Charakter entspringende Produktivkraft.

Es ist dies die erste Stufe, worauf die Subsumtion der Arbeit unter das Kapital nicht mehr als bloß formelle Subsumtion erscheint, sondern die Produktionsweise selbst verändert, so daß die kapitalistische Produktionsweise spezifische Produktionsweise ist. Formell ist die Subsumtion, soweit der ein-

254 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

zelne Arbeiter, statt als unabhängiger Warenbesitzer zu arbeiten, jetzt als dem Kapitalist gehöriges Arbeitsvermögen und daher unter dem Kommando und Aufsicht des Kapitalisten auch nicht mehr für sich, sondern für den Kapitalisten arbeitet; auch die Arbeitsmittel nicht mehr als Mittel zur Verwirklichung seiner Arbeit, seine Arbeit vielmehr als Mittel der Verwertung — d.h. Einsaugen von Arbeit — für die Arbeitsmittel erscheint. Formell ist dieser Unterschied, soweit er existieren kann, ohne daß irgendwie die Produktionsweise und die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen die Produktion stattfindet, im geringsten verändert werden. Mit der Kooperation tritt schon ein spezifischer Unterschied ein. Die Arbeit vollzieht sich unter Bedingungen, unter denen die unabhängige Arbeit des einzelnen sich nicht vollbringen kann — und zwar erscheinen diese Bedingungen als ein ihn beherrschendes Verhältnis, als ein Band, das das Kapital um die einzelnen Arbeiten schlingt.

Mit dem Zusammenarbeiten vieler, denen ihr Zusammenhang selbst ein fremdes Verhältnis ist, deren Einheit außer ihnen liegt, tritt die Notwendigkeit des Kommandos, der Oberaufsicht selbst, als eine Produktionsbedingung auf, als eine durch die Kooperation der Arbeiter notwendig gewordne und durch sie bedingte neue Art Arbeit, labour of superintendence', ganz wie bei einer Armee, selbst wenn sie bloß aus derselben Waffengattung besteht, zu ihrem Wirken als Corps die Notwendigkeit von Befehlshabern, die Notwendigkeit des Kommandos eintritt. Dies Kommando gehört dem Kapital, obgleich der einzelne Kapitalist es selbst wieder durch spezifische Arbeiter vollziehn lassen kann, die jedoch das Kapital und den Kapitalisten gegenüber der Arbeiterarmee vertreten. (Sklaverei.) (Cairnes. !*)

Soweit besondre Arbeiten dieser Art aus Funktionen entspringen, die die kapitalistische Produktion selbst erzeugt, ist es natürlich Blödsinn, das Kapital dadurch für nötig zu beweisen, daß es diese Funktionen vollzieht. Es ist dies eine Tautologie. Es wäre, als wollte man den Negern die Sklaverei dadurch rechtfertigen, daß sie als Sklaven des Sklavenaufsehers mit der Peitsche bedürfen, der zu ihrer Produktion ebenso notwendig ist als sie selbst. Aber er ist nur notwendig, weil und sofern sie Sklaven sind — auf der Basis der Sklaverei. Sofern dagegen Kooperation, wie z.B. im Orchester, einen Direktor erheischt — es ist etwas ganz andres, die Form, die dies unter den Bedingungen des Kapitals annimmt und die es sonst z.B. bei Assoziation annähme, als eine besondre Funktion der Arbeit neben andren, aber nicht als die Macht, die ihr eigne Einheit als ihnen fremde und die Exploitation ihrer Arbeit als von fremder Macht an ihnen verübte, vollführt.

! Arbeit der Oberaufsicht

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VERS)

Seite 138a aus Heft IV

a) Kooperation 257

Die Kooperation kann kontinuierlich sein; sie kann auch nur vorübergehend sein, wie beim Ernten in der Agrikultur etc.

Die Hauptsache bei der einfachen Kooperation bleibt die Gleichzeitigkeit der Aktion, eine Gleichzeitigkeit, deren Resultat nie durch das Nacheinander in der Zeit durch die vereinzelten Arbeiter in ihren Wirkungen erreicht werden kann.

Das Wichtigste bleibt: Diese erste Transposition des gesellschaftlichen Charakters der Arbeit als gesellschaftlicher Charakter des Kapitals, der Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit als Produktivkraft des Kapitals; endlich die erste Verwandlung der formellen Subsumtion unter das Kapital in reale Änderung der Produktionsweise selbst.

Als Mittel zur Vermehrung der Produktivität der Arbeit unterscheidet D. de Tracy:

1. Zusammenwirken der Kräfte. (Einfaches Zusammenwirken.) „Kommt es darauf an, sich zu verteidigen? Zehn Mann werden leicht einem Feinde widerstehen, der sie völlig vernichten würde, griffe er einen nach dem anderen an. Muß eine Last bewegt werden? Eine Last, deren Gewicht den Bemühungen einer einzelnen Person unüberwindlichen Widerstand entgegengesetzt hatte, gibt sofort den Anstrengungen mehrerer nach, die gemeinsam handeln. Handelt es sich um eine komplizierte Arbeit? Dann müssen verschiedene Dinge gleichzeitig getan werden. Der eine macht das eine, während der andere etwas anderes macht, und alle tragen zu einer Wirkung bei, die ein einzelner Mensch nicht hätte erzeugen können. Der eine rudert, während der andere steuert und ein dritter das Netz auswirft oder den Fisch harpuniert, und der Fischfang hat einen Erfolg, der ohne diese Kooperation unmöglich wäre.“ (l.c., p. 78.)

Hier, bei dieser letztren Kooperation, findet schon Teilung der Arbeit statt, weil plusieurs choses doivent &tre faites simultanement!, aber dies ist nicht die Teilung der Arbeit im eigentlichen Sinne. Die 3 können abwechselnd rudern, steuern, fischen, obgleich im Akt des Zusammenwirkens jeder

nur das eine tut. Die eigentliche Teilung der Arbeit dagegen besteht darin, daß,

„wenn mehrere Menschen auf Gegenseitigkeit, die einen für die anderen, arbeiten, kann sich jeder ausschließlich der Beschäftigung zuwenden, für die er die größten Vorzüge besitzt usw.“. (p.79, l.c.)

! mehrere Dinge gleichzeitig getan werden müssen

258 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

b) Teilung der Arbeit!

Die Teilung der Arbeit ist eine besondre, spezifizierte, weiterentwickelte Form der Kooperation, ein mächtiges Mittel, um die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, in kürzrer Arbeitszeit dasselbe Werk zu verrichten, also die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens nötige Arbeitszeit zu verkürzen und die Surplusarbeitszeit zu verlängern.

In der einfachen Kooperation ist das Zusammenwirken vieler, die dieselbe Arbeit verrichten. In der Teilung der Arbeit ist die Kooperation vieler Arbeiter unter dem Kommando des Kapitals, die die unterschiednen Teile derselben Waren produzieren, wovon jeder besondre Teil eine besondre Arbeit erheischt, eine besondre Operation, und jeder Arbeiter oder ein bestimmtes Multiplum Arbeiter nur eine besondre Operation verrichtet, der andre eine andre usf.; die Totalität dieser Operationen aber eine Ware, eine bestimmte besondre Ware, produziert; in der Ware also die Totalität dieser besondren Arbeiten sich darstellt.

Wir sagen Ware in doppelter Hinsicht. Erstens kann eine durch Teilung der Arbeit produzierte Ware selbst wieder Halbfabrikat, Rohstoff, Arbeitsmaterial für eine andre Produktionssphäre sein. Ein solches Produkt braucht also keineswegs ein Gebrauchswert zu sein, der seine letzte Form, worin er schließlich in die Konsumtion eingeht, erhalten hat.

Sind verschiedne Produktionsprozesse zur Herstellung eines Gebrauchswertes erheischt, z. B. von gedrucktem Kattun — Spinnen, Weben, Drucken -, so ist der gedruckte Kattun das Resultat dieser verschiednen Produktionsprozesse und der Totalität der besondren Arbeitsweisen Spinnen, Weben, Drucken. Es findet deswegen noch keine Teilung der Arbeit in dem jetzt betrachteten Sinn statt. Ist das Gespinst Ware, das Gewebe Ware und der gedruckte Kattun besondre Ware neben diesen Waren — diesen Gebrauchswerten, die das Produkt von Prozessen sind, die dem Drucken des Kattuns vorhergehn müssen, so findet keine Teilung der Arbeit in dem jetzt betrachteten Sinn statt, obgleich gesellschaftliche Teilung der Arbeit stattfindet, denn das Gespinst ist das Produkt von Spinnern, das Gewebe das Produkt von Webern und der Kattun das Produkt von Druckern. Die zur Hervorbringung des gedruckten Kattuns notwendige Arbeit ist geteilt in Spinnerei, Weberei, Druckerei, und jeder dieser Zweige bildet die Beschäftigung einer besondren Abteilung von Arbeitern, von denen jeder nur diese besondre Operation des Spinnens oder Webens oder Druckens verrichtet. Hier ist also erstens eine Totalität besondrer Arbeiten nötig, um den gedruckten Kattun zu produ-

b) Teilung der Arbeit 259

zieren; und zweitens sind verschiedne Arbeiter unter jede dieser besondren Arbeitsoperationen subsumiert. Aber es kann nicht gesagt werden, daß sie zur Produktion derselben Ware konkurrieren. Sie produzieren vielmehr voneinander unabhängige Waren. Das Gespinst ist so gut Ware nach der Voraussetzung wie der gedruckte Kattun. Das Dasein eines Gebrauchswerts als Ware hängt nicht von der Natur dieses Gebrauchswertes ab, also auch nicht davon, wie nah oder fern er der Gestalt steht, worin er schließlich in die Konsumtion, sei es als Arbeitsmittel, sei es als Lebensmittel, eingeht. Es hängt nur davon ab, daß ein bestimmtes Quantum Arbeitszeit in diesem Produkt dargestellt ist und daß es das Material zur Befriedigung gewisser Bedürfnisse ist, seien dies nun Bedürfnisse eines weiteren Produktionsprozesses oder des Konsumtionsprozesses. Träte dagegen der gedruckte Kattun erst als Ware auf den Markt, sobald er die Prozesse des Spinnens, Webens und Druckens durchlaufen hätte, so wäre er durch Teilung der Arbeit produziert.

Wir haben gesehn!!”, daß das Produkt überhaupt nur Ware wird und Warenaustausch als Bedingung der Produktion überhaupt nur stattfindet, wenn eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit oder eine Teilung der gesellschaftlichen Arbeit stattfindet. In den besondren Waren stecken besondre Arbeitsweisen, und der Produzent oder Besitzer der einzelnen Ware bemächtigt sich nur seines aliquoten! Teils der gesellschaftlichen Produktion, d.h. der Produkte aller andren Arbeitszweige durch den Austausch, viz.? Verkauf seines Produkts, durch die Verwandlung seiner Ware in Geld. Daß er überhaupt Ware produziert, schließt ein, daß seine Arbeit einseitig ist und nicht unmittelbar seine Subsistenzmittel produziert, diese vielmehr nur durch den Austausch seiner Arbeit gegen die Produkte andrer Arbeitszweige. Diese gesellschaftliche Teilung der Arbeit, die in dem Dasein des Produkts als Ware und des Warenaustauschs vorausgesetzt ist, ist wesentlich verschieden von der Teilung der Arbeit, die wir hier betrachten. Die letztre setzt die erstre als ihren Ausgangspunkt und ihre Grundlage voraus. In der erstren findet- Teilung der Arbeit statt, sofern jede Ware die andre, also jeder Warenbesitzer oder Produzent dem andren gegenüber einen besondren Arbeitszweig darstellt und die Totalität dieser besondren Arbeitszweige, ihr Dasein als das Ganze der gesellschaftlichen Arbeit ist vermittelt durch den Warenaustausch oder weiter bestimmt die Zirkulation der Waren, die die Geldzirkulation, wie wir gesehn, 0% einschließt. Es kann bedeutende Teilung der Arbeit in diesem Sinn stattfinden, ohne daß die Teilung der Arbeit im letztren Sinn existiere. Auf

! entsprechenden

? nämlich

260 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

der Grundlage der Warenproduktion kann die letztre dagegen nicht ohne die erstre stattfinden, obgleich sie stattfinden kann, ohne daß die Produkte überhaupt als Waren produziert werden, ohne daß die Produktion überhaupt auf Grundlage des Warenaustauschs stattfindet. Die erste Teilung der Arbeit zeigt sich darin, daß das Produkt eines besondren Arbeitszweigs als besondre Ware den Produkten aller andren Arbeitszweige als von ihr verschiednen selbständigen Waren gegenübertritt. Die zweite Teilung der Arbeit findet dagegen statt in der Produktion eines besondren Gebrauchswerts, bevor er als besondre, selbständige Ware auf den Markt, in Zirkulation, tritt. Die Ergänzung der verschiednen Arbeiten findet im ersten Fall durch den Warenaustausch statt. Im zweiten ist direktes, nicht durch Warenaustausch vermitteltes Zusammenwirken der besondren Arbeiten zur Herstellung desselben Gebrauchswerts unter dem Kommando des Kapitals. Durch die erste Teilung der Arbeit treten sich die Produzenten als selbständige Warenbesitzer gegenüber und als Repräsentanten besonderer Arbeitszweige. Durch die zweite erscheinen sie vielmehr als unselbständig, indem sie nur durch ihre Kooperation eine ganze Ware produzieren, überhaupt Ware produzieren, und nicht eine besondre Arbeit, sondern vielmehr jeder nur die einzelnen, in einer besondren Arbeit kombinierten, zusammenlaufenden Operationen darstellt und der Warenbesitzer, der Produzent der ganzen Waren, ihnen, den unselbständigen Arbeitern, als Kapitalist gegenübersteht.

A. Smith verwechselt beständig die Teilung der Arbeit in diesen sehr verschiednen, sich zwar ergänzenden, aber auch in gewisser Rücksicht gegenüberstehenden Bedeutungen. Neure Engländer!!, um die Konfusion zu vermeiden, nennen die erste Art Division of Labour, Teilung der Arbeit, die zweite Subdivision of Labour, Unterteilung der Arbeit, was jedoch den begrifflichen Unterschied nicht darstellt.

Wie Stecknadel und Twist zwei besondre Waren, stellt jede derselben besondren Arbeitszweig dar, und ihre Produzenten stehn sich als Warenbesitzer gegenüber. Sie repräsentieren Teilung der gesellschaftlichen Arbeit, wovon jeder Teil dem andren als besondre Produktionssphäre gegenübersteht. Dagegen die zur Produktion der Stecknadel erheischten verschiednen Operationen — gesetzt nämlich, daß die besondren Teile derselben nicht als besondre Waren auftreten —, wenn sie ebensoviele Arbeitsweisen darstellen, worunter besondre Arbeiter subsumiert, ist Teilung der Arbeit im zweiten Sinn. Es ist die Besonderung der Operationen innerhalb der zu einer besondren Ware gehörigen Produktionssphäre und die Verteilung jeder dieser Operationen unter besondre Arbeiter, deren Kooperation das ganze Produkt schafft, die Ware, deren Repräsentant aber nicht der Arbeiter, sondern der Kapitalist.

Auch diese Form der Teilung der Arbeit, die wir hier betrachten, erschöpft keineswegs die Teilung der Arbeit. Letztre ist in gewisser Beziehung die Kategorie aller Kategorien der politischen Ökonomie. Wir haben sie hier aber nur zu betrachten als eine besondre Produktivkraft des Kapitals.

Es ist klar, 1. daß diese Teilung der Arbeit gesellschaftliche Teilung der Arbeit voraussetzt. Erst aus der im Warenaustausch entwickelten Besondrung der gesellschaftlichen Arbeit scheiden sich die Arbeitszweige so weit ab, daß jeder besondre Zweig zu der Spezialarbeit zurückgeführt wird, worin nun die Teilung innerhalb dieser Spezialarbeit, ihre Analyse, stattfinden kann. 2. ist ebenso klar, daß die zweite Teilung der Arbeit umgekehrt die erste ausdehnen muß — rückschlagend. Erstens, soweit sie mit allen andren Produktivkräften gemein hat, die für einen bestimmten Gebrauchswert erheischte Arbeit zu verkürzen, also freizusetzen Arbeit für eine neue Branche der gesellschaftlichen Arbeit. Zweitens, und dies ist ihr spezifisch, soweit sie in ihrer Analyse eine Spezialität so spalten kann, daß die verschiednen Bestandteile desselben Gebrauchswerts nun als verschiedne voneinander unabhängige Waren produziert werden, oder auch, daß die verschiednen Arten desselben Gebrauchswerts, die früher alle derselben Produktionssphäre anheimfielen, nun durch die Analyse der einzelnen derselben verschiednen Produktionssphären anheimfallen.

Das eine ist Teilung der gesellschaftlichen Arbeit in verschiedne Arbeitszweige; das andre Teilung der Arbeit in der Manufaktur einer Ware, also Teilung der Arbeit nicht in der Gesellschaft, sondern gesellschaftliche Teilung der Arbeit innerhalb eines und desselben Ateliers. Der Teilung der Arbeit im letztren Sinn entspricht die Manufaktur als besondre Weise der Prodiuktion.

A. Smith unterscheidet nicht die Teilung der Arbeit in beiden senses'. Die letztere Teilung der Arbeit erscheint bei ihm daher auch nicht als etwas der kapitalistischen Produktion Spezifisches.

Das Kapitel über die Teilung der Arbeit, womit er sein Werk eröffnet (book I, ch. I) („De la Division du travail“) beginnt damit:

„Man verschafft sich viel leichter eine Vorstellung von den Wirkungen der Teilung der Arbeit auf die allgemeine Industrie der Gesellschaft, wenn man untersucht, wie diese in einigen besonderen Manufakturen in Erscheinung treten.“ [p. 11,]'9

Die Teilung der Arbeit innerhalb des Ateliers (worunter hier eigentlich Werkstatt, factory, Mine, Acker verstanden wird, gesetzt nur, daß die in der

1 Bedeutungen

? Fabrik

262 3, Der relative Mehrwert - Heft IV

Produktion einer bestimmten Ware beschäftigten Individuen kooperieren unter dem Kommando des Kapitals), die kapitalistische Teilung der Arbeit gilt ihm nur und wird von ihm nur besonders besprochen als leichter faßliches, mehr greifbares und anschauliches Beispiel von den Wirkungen der Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft überhaupt und auf die „industrie gen&-

26}

rale de la societe

Daß dies der Fall:

„Man nimmt gemeinhin an, daß die Teilung in einigen von den Manufakturen, wo Gegenstände von geringem Wert hergestellt werden, weitestmöglich betrieben wird. Es besteht kein Zweifel daran, daß sie tatsächlich dort weiter gediehen ist als in den bedeutenderen Fabriken, aber es ist so, daß in den erstgenannten Manufakturen, welche kleine und nur von einer geringen Anzahl Menschen verlangte Gegenstände herstellen, die Gesamtzahl der dort angestellten Arbeiter notwendigerweise niedrig ist und daß häufig all jene, die mit den einzelnen unterschiedlichen Arbeitsgängen befaßt sind, in derselben Werkstatt vereint sein können und sich alle zugleich unter den Augen der Aufsichtsperson befinden. Im Gegensatz dazu beschäftigt in jenen großen Manufakturen, welche die Konsumtionsobjekte für die Masse der Bevölkerung liefern, jeder Arbeitsgang eine so graße Anzahl, Arbeiter, daß es unmöglich ist, sie alle in derselben Werkstatt unterzubringen. Selten wird man auf einen Blick etwas anderes zu sehen bekommen als jene, die mit einem einzigen Arbeitsgang beschäftigt sind. Und dennoch ist in diesen Manufakturen in Wirklichkeit die Arbeit in eine weit größere Anzahl von Arbeitsgängen geteilt als in den Manufakturen der erstgenannten Art, wobei die Teilung hier weniger spürbar ist und daher weniger untersucht wurde.“ [p. 11/12.]

Diese Stelle beweist erstens, auf welcher kleinen Stufenleiter industrielle Unternehmungen noch zur Zeit A. Smith ausgeführt wurden.

Zweitens, die Teilung der Arbeit in einem Atelier und die Teilung eines Arbeitszweiges innerhalb der Gesellschaft in verschiedne voneinander unabhängige Branchen sind ihm nur subjektiv, nicht objektiv verschieden. Bei der einen sieht man die Teilung auf einen Blick, bei der andren nicht. An der Sache ist damit nichts geändert, sondern nur an der Art und Weise, wie der Beobachter sie sieht. Z.B. betrachtet man die ganze Industrie von Eisenwaren von der Produktion des Roheisens durch alle die verschiednen Arten, worin sie sich spaltet und wovon jede einen unabhängigen Produktionszweig bildet, eine selbständige Ware bildet, deren Zusammenhang mit ihren Vorstufen oder Nachstufen durch den Warenaustausch vermittelt wird, so zählt diese gesellschaftliche Teilung dieser Industriebranche vielleicht mehr Teile als die uns im innern einer Nadelfabrik entgegentreten.

A. Smith begreift die Teilung der Arbeit also nicht als besondre, spezi-

" ‚allgemeine Industrie der Gesellschaft“

b) Teilung der Arbeit 263

fisch verschiedne, für die kapitalistische Produktionsweise charakteristische Form.

Die Teilung der Arbeit, wie wir sie hier betrachten, unterstellt erstens, daß die gesellschaftliche Teilung der Arbeit schon eine bedeutende Höhe der Entwicklung erlangt hat, daß die verschiednen Produktionssphären voneinander getrennt und innerhalb ihrer selbst wieder in selbständige Unterarten geteilt sind; wie sich das Kapital überhaupt nur entwickeln kann auf Grundlage einer schon relativ ausgebildeten Warenzirkulation, die identisch ist mit einer relativ ausgebildeten Entwicklung der Teilung (Verselbständigung) der Geschäftszweige innerhalb des Ganzen der Gesellschaft. Dies vorausgesetzt, also daß z.B. die Produktion des Baumwollgarns als unabhängiger, selbständiger Geschäftszweig existiert (also z.B. nicht mehr als ländliche Nebenarbeit), so ist die zweite Voraussetzung für die Teilung der Arbeit, die ihr selbst vorhergeht und vor ihr existiert, daß viele Arbeiter in diesem Zweig unter dem Kommando des Kapitals in ein Atelier vereinigt sind. Diese Vereinigung, die Agglomeration der Arbeiter unter das Kommando des Kapitals, die die Bedingung der kapitalistischen Kooperation ist, macht sich aus zwei Gründen. Erstens hängt der Mehrwert nicht nur von seiner Rate ab, sondern seine absolute Masse, Größe, hängt zugleich ab von der Zahl der Arbeiter, die gleichzeitig von demselben Kapital exploitiert werden. Es wirkt als Kapital im Verhältnis zur Arbeiterzahl, die es gleichzeitig beschäftigt. Die Unabhängigkeit der Arbeiter in ihrer Produktion ist damit vorbei. Sie arbeiten unter der Aufsicht und dem Kommando des Kapitals. Soweit sie zusammenwirken und zusammenhängen, existiert ihr Zusammenhang im Kapital, oder dieser Zusammenhang ist ihnen gegenüber selbst nur äußerlich, eine Daseinsweise des Kapitals. Ihre Arbeit wird Zwangsarbeit, weil sie, sobald sie in den Arbeitsprozeß eintreten, nicht ihnen, sondern bereits dem Kapital gehört, ihm bereits einverleibt ist. Die Arbeiter werden der Disziplin des Kapitals unterworfen und in ganz veränderte Lebensverhältnisse gestellt. Die ersten Manufakturen in Holland und in allen Ländern, wo sie sich selbständig entwickelt und nicht fertig von außen importiert wurden, waren wenig mehr als Konglomeration von Arbeitern, die dieselbe Ware produzierten, und Konzentration von Arbeitsmitteln in demselben Atelier, unter dem Kommando desselben Kapitals. Entwickelte Teilung der Arbeit findet in ihnen nicht statt, entwickelt sich vielmehr erst in ihnen als ihrer natürlichen Grundlage. In den mittelaltrigen Zünften wurde der Meister verhindert, Kapitalist zu werden, dadurch, daß die Zunftgesetze die Anzahl der Arbeiter, die er gleichzeitig beschäftigen durfte, auf ein sehr geringes Maximum beschränkten.

Zweitens, die ökonomischen Vorteile, die aus der gemeinsamen Benutzung

264 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

der Gebäulichkeit, Feuerung etc. entsprangen und so sehr bald auch — von aller Teilung der Arbeit abgesehn — diesen Manufakturen produktiv einen Vorzug über den patriarchalischen oder zunftmäßigen Betrieb gaben, gehören nicht hierher, da wir hier nur zu betrachten haben, nicht die Ökonomie in den Arbeitsbedingungen, sondern die produktivre Anwendung des Kapital variabel; wie weit diese Mittel direkt die in einer bestimmten Produktionssphäre angewandte Arbeit produktiver machen.

Selbst wo ein bestimmter Geschäftszweig — sieh z.B. Blangui! — sehr geteilt, aber patriarchalisch, so daß jeder Teil als besondre Ware, unabhängig von den andren oder nur durch den Warenaustausch vermittelt, stattfindet, ist die Vereinigung in einem Atelier keineswegs nur formell. In diesen Umständen findet die Arbeit fast immer als häuslich-ländliche Nebenarbeit statt, fehlt also die absolute Subsumtion des Arbeiters unter eine ganz einseitige und einfache Operation. Sie ist nicht seine ausschließliche Arbeit. Dann aber fehlt die Hauptsache, Diese Arbeiter arbeiten mit ihren eignen Arbeitsmitteln. Die Produktionsweise selbst ist in der Tat nicht kapitalistisch, sondern der Kapitalist tritt nur als Mittelsmann, als Kaufmann zwischen diese selbständigen Arbeiter und den definitiven Käufer ihrer Waren. Diese Form, worin das Kapital sich noch nicht der Produktion selbst bemächtigt hat und die auf einem großen Teil des Kontinents noch herrscht, bildet stets den Übergang von ländlichen Nebenindustrien in die kapitalistische Produktionsweise selbst, Der Kapitalist erscheint hier noch dem Arbeiter, der selbst als Warenbesitzer, Produzent und Verkäufer erscheint, als Käufer der Waren, sicht der Arbeit gegenüber. Es fehlt also noch die Grundlage der kapitalistischen Produktion.

Wo jene Teilung der Arbeit in der Form unabhängiger Produktionszweige existiert, wie in dem Beispiel von Blanqui!, finden eine Masse zeitraubender unproduktiver Zwischenprozesse statt, bedingt dadurch, daß die verschiednen Stufen der Ware als selbständige Waren existieren und ihr Zusammenhang in der Gesamtproduktion durch den Warenaustausch, Kauf und Verkauf erst vermittelt ist. Das Füreinanderarbeiten in den verschiednen Branchen ist allerlei Zufälligkeiten, Unregelmäßigkeiten usf. unterworfen, indem erst der Zwang im Atelier die Gleichzeitigkeit, Gleichmäßigkeit und Proportionalität in den Mechanismus dieser verschiednen Operationen hineinbringt, sie überhaupt erst zu einem gleichförmig wirkenden Mechanismus verbindet.

Wenn die Teilung der Arbeit, soweit sie erst auf Grundlage d. vorhandnen Ateliers zur fernren Analyse der Operationen und Subsumtion bestimmter

! Siehe vorl. Band, S. 280

b) Teilung der Arbeit 265

Arbeitermultiples unter dieselben fortgeht, die Teilung weiterführt, ist sie, soweit die disjecta membra poetael!! vorher selbständig, als ebensoviele unabhängige Waren und daher als Produkte ebensoviel unabhängiger Warenbesitzer nebeneinander existierten, auch umgekehrt Kombination derselben in einem Mechanismus, eine Seite, die Adam ganz übersieht.

Wir werden später noch weiter darauf eingehn,- warum die Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft, eine Teilung, die durch den Warenaustausch zum Ganzen der Produktion sich ergänzt und auf die einzelnen Vertreter derselben nur durch die Konkurrenz, Gesetz der Nachfrage und Zufuhr wirkt, sich gleichmäßig weiterentwickelt, Hand in Hand geht mit der Teilung der Arbeit im Innern des Ateliers, der die kapitalistische Produktion charakterisierenden Teilung der Arbeit, worin die Unabhängigkeit der Arbeiter vollständig vernichtet und sie Teile eines unter dem Kommando des Kapitals stehenden gesellschaftlichen Mechanismus werden.

Soviel ist klar, A. Smith hat die Teilung der Arbeit nicht als ein der kapitalistischen Produktionsweise Eigentümliches begriffen, wodurch, nebst der Maschinerie und einfachen Kooperation, die Arbeit nicht nur formell, sondern in ihrer Wirklichkeit durch die Subsumtion unter das Kapital verändert wird. Er faßt sie in derselben Weise auf wie Petty und nach Petty andrer seiner Vorgänger!!). (Sieh die ostindische Schrift. 11)

Smith, wie seine Vorgänger fassen in der Tat die Teilung der Arbeit noch vom antiken Standpunkt, insofern sie sie mit der Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft zusammenwerfen. Sie unterscheiden sich von der Auffassung der Antiken nur in der Betrachtung des Resultats und des Zwecks der Teilung der Arbeit. Sie fassen sie von vornherein als Produktivkraft des Kapitals, soweit sie das betonen und fast ausschließlich betrachten, daß durch sie die Waren verwohlfeilert werden, weniger notwendige Arbeitszeit erheischt wird, um eine bestimmte Ware zu produzieren, oder eine größre Quantität von Waren in derselben notwendigen Arbeitszeit produziert werden kann, der Tauschwert der einzelnen Waren also verringert wird. Auf diese Seite des Tauschwerts — und darin besteht ihr moderner Standpunkt — legen sie alles Gewicht. Es ist dies natürlich das Entscheidende, wo die Teilung der Arbeit als Produktivkraft des Kapitals aufgefaßt wird, denn das ist sie nur, soweit sie die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens erheischten Lebensmittel verwohlfeilert, weniger Arbeitszeit zu ihrer Reproduktion erheischt. Die Alten, soweit sie überhaupt die Teilung der Arbeit zum Gegenstand des Begreifens und Nachdenkens gemacht, fassen dagegen ausschließlich den Gebrauchswert

! Siehe vorl. Band, S. 281

266 3, Der relative Mehrwert : Heft IV

ins Auge. Die Produkte der einzelnen Produktionszweige erhalten bessere Qualität infolge der Teilung der Arbeit, während bei den Modernen der gtzantitative Gesichtspunkt herrscht. Die Alten betrachten also die Teilung der Arbeit nicht mit Bezug auf die Ware, sondern mit Bezug auf das Produkt als solches. Ihr Einfluß auf die Ware ist das, was den zum Kapitalisten gewordnen Warenbesitzer interessiert; ihr Einfluß auf das Produkt als solches bezieht sich nur auf sie, soweit es sich um die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse überhaupt, den Gebrauchswert als solchen, handelt. Die Anschauung der Griechen hat immer als ihren historischen Hintergrund Ägypten, das ihnen ganz so als industrielles Musterland galt, wie früher Holland, später England den Modernen. Die Teilung der Arbeit findet bei ihnen, wie wir unten weiter sehn werden, also mit Bezug auf die erbliche Teilung der Arbeit und das aus ihr hervorgehende Kastenwesen statt, wie es in Ägypten existierte.

A. Smith wirft auch weiter die beiden Formen der Teilung der Arbeit durcheinander. So heißt es weiter in demselben b. 1, ch.1.:

„In jedem Gewerbe schafft die Teilung der Arbeit, wie weit sie auch fortgeschritten sein mag, Raum für einen proportionalen Zuwachs in den produktiven Möglichkeiten der Arbeit. Es scheint, daß dieser Vorzug die Trennung der verschiedenen Beschäftigungen und Handwerke hervorgebracht hat. Außerdem ist im allgemeinen diese Trennung in den Ländern weiter gediehen, die sich eines höheren Grades der Veredelung und des Gewerbefleißes erfreuen; und was in einer noch ein wenig unvollkommenen Gesellschaft die Arbeit eines einzelnen Menschen ist, wird in einer fortgeschritteneren Gesellschaft zur Verrichtung von mehreren.“ [p. 15.]

A. Smith hebt ausdrücklich den quantitativen Gesichtspunkt, d.h. die Abkürzung der zur Produktion einer Ware nötigen Arbeitszeit, als den ausschließlichen hervor, in der Stelle, worin er die Vorteile der Teilung der Arbeit aufzählt.

„Diese starke Erhöhung des Arbeitsquantums, das die gleiche Zahl von Händen infolge der Teilung der Arbeit zu leisten imstande ist, entspringt 3 verschiedenen Umständen.“ (B. I,

ch.I[, p. 18].)

Und zwar bestehn diese Vorteile nach ihm 1. aus der Virtuosität, die der Arbeiter in seiner einseitigen Branche erwirbt.

„Erstens erhöht die wachsende Geschicklichkeit des Arbeiters zwangsläufig die Arbeitsmenge, die er liefern kann, und indem die Teilung der Arbeit die Aufgabe jedes Menschen auf irgendeine sehr einfache Operation reduziert und diese zur einzigen seines Lebens werden läßt, führt sie ihn notwendigerweise dazu, sich eine sehr hohe Geschicklichkeit anzueignen.“

Ip. 19]

b) Teilung der Arbeit 267

(Also rapidit& des operations!.) .

Zweitens: Ersparung der Zeit, die beim Übergang von einer Arbeit zur andren verlorengeht. Es ist dabei „change de place“? und „des outils differents“’? erfordert.

„Wenn die beiden Gewerbe in der gleichen Werkstatt untergebracht werden können, ist der Zeitverlust zweifellos viel geringer. Dessen ungeachtet bleibt er aber beachtlich. Für gewöhnlich trödelt der Mensch ein wenig, wenn er eine Verrichtung beendet, um Hand an eine andere zu legen.“ [p. 20/21.]

Schließlich erwähnt A. Smith,

„daß es die Teilung der Arbeit ist, die ursprünglich zur Erfindung aller dieser Maschinen zur Verkürzung und Erleichterung der Arbeit geführt hat“. [p. 21/22.]

(Nämlich durch die Arbeiter selbst, deren ganze attention auf ein einfaches objet* ausschließlich gerichtet ist.) Und der Einfluß, den die savants ou theoriciens’ auf die Erfindung der Maschinerie ausüben, ist selbst der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit verdankt, wodurch

„die philosophischen oder theoretischen Erkenntnisse wie jede andere Tätigkeit zur hauptsächlichen oder einzigen Beschäftigung einer besonderen Klasse von Bürgern werden“,

[p. 24.]

A. Smith bemerkt, daß, wenn einerseits die Teilung der Arbeit das Produkt, Resultat der natürlichen Verschiedenheit der menschlichen Anlagen, letztere in noch viel höhrem Grade das Resultat der Entwicklung der Teilung der Arbeit sind. Hier folgt er seinem Lehrer Ferguson.

„In Wirklichkeit ist der Unterschied der natürlichen Begabung zwischen den Individuen weitaus geringer als wir glauben, und jene so unterschiedlichen Anlagen, welche die Menschen verschiedener Berufe anscheinend unterscheiden, wenn sie die Reife des Alters erreicht haben, sind keineswegs so sehr die Ursache als vielmehr die Wirkung der Teilung der Arbeit ... Hätte ein jeder dieselbe Aufgabe zu erfüllen“ (ohne die Teilung und den Austausch, den er zum Grund der Teilung der Arbeit macht) „und dieselbe Arbeit zu verrichten, wäre es nicht zu diesem großen Unterschied der Beschäftigungen gekommen, welche allein eine große Verschiedenheit der Talente hervorbringen kann.“ [p.33/34.] „Ursprünglich unterscheiden sich Philosoph und Lastträger in Talent und Intelligenz nicht halb so sehr voneinander wie ein Schäferhund von einem Windhund.“ [p. 35.]

Geschwindigkeit der Arbeitsvorgänge „Platzveränderung“ „unterschiedliches Werkzeug“ Objekt

Wissenschaftler oder Theoretiker

wann

268 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

Smith erklärt die Teilung der Arbeit überhaupt aus der

„Veranlagung der Menschen, Handel zu treiben und auszutauschen“, ohne welche „jeder gezwungen wäre, sich selbst alles Notwendige zur Befriedigung seiner Bedürfnisse und Be-

auemlichkeiten zu beschaffen“. (B. I, ch. IIf, p. 34].)

Er unterstellt also die &change!, um die Teilung der Arbeit zu erklären und unterstellt die Teilung der Arbeit, in order that there be something to exchange?.

Naturwüchsige Teilung der Arbeit geht den echanges zuvor, und diese &changes der Produkte als Waren entwickelt sich erst zwischen verschiednen Gemeinwesen, nicht innerhalb desselben Gemeinwesens. (Beruht zum Teil nicht nur auf den naturwüchsigen Unterschieden der Menschen selbst, sondern natürlichen, den natürlichen Elementen der Produktion, die diese verschiednen Gemeinwesen vorfinden.) Die Entwicklung des Produkts zur Ware und der Warenaustausch wirkt allerdings rückschlagend auf die Teilung der Arbeit zurück, so daß changes und division in Verhältnis der Wechselwirkung treten.

Smith’ Hauptverdienst bei der Teilung der Arbeit ist, daß er sie an die Spitze stellt und betont, und zwar direkt als Produktivkraft der Arbeit (i.e. des Kapitals). Bei ihrer Auffassung ist er abhängig von der damaligen Entwicklungsstufe der Manufaktur, die noch weit von der modernen Fabrik verschieden. Daher auch das relative Übergewicht, was der Teilung der Arbeit über die Maschinerie eingeräumt wird, die nur noch als ihr Anhängsel erscheint.

In dem ganzen Abschnitt über die Teilung der Arbeit folgt A. Smith wesentlich, oft bis zur Kopie, seinem Lehrer Adam Ferguson („Essai sur l’histoire de la societe civile“, traduction par M. Bergier, Paris 1783). Im barbarischen

Zustand liebt der Mensch die Faulheit:

„entweder ist er in seiner Betriebsamkeit durch die Vielfalt seiner Bedürfnisse entmutigt, oder seine zu sehr geteilte Aufmerksamkeit genügt nicht, um Geschicklichkeit in auch nur einer Art Arbeit zu erlangen.“ (t. Il, p. 128.)

Unter den verschiednen Umständen, die die Menschen allmählich „sans dessein pr&medit& de leur part“ dahin führen, „a subdiviser leurs professions“, führt Ferguson] ebenfalls an „I’esperance d’&changer une chose pour une autre“ ’, nur nicht so einseitig wie Smith als den einzigen Grund. Ferner:

! den Austausch

2? damit es etwas zum Austauschen geben kann

3 „ihrerseits ohne vorgefaßten Plan“ dahin führen, „ihre Berufe zu unterteilen“, führt Fferguson] ebenfalls an „die Hoffnung, eine Sache auszutauschen gegen eine andere“

b) Teilung der Arbeit 269

„Der Künstler erlebt, daß, je mehr er seine Aufmerksamkeit einengen und sie auf einen Teil eines Werkes begrenzen kann, seine Arbeit um so vollkommener ist und er um so mehr die Menge seiner Produkte steigern kann. Jeder Manufakturunternehmer überzeugt sich, daß seine Kosten in dem Maße sinken und der Gewinn in dem Maße wächst, wie er die Aufgaben seiner Arbeiter unterteilt und eine größere Anzahl Hände für jedes Einzelteil des Produkts beschäftigt ... der Fortschritt im Handel ist nichts als eine fortgesetzte Unterteilung der mechanischen Berufe.“ ([p.] 129.)

A.Smith läßt die Maschine ursprünglich durch die Arbeiter erfinden, die infolge der Teilung der Arbeit,

„wenn die Aufmerksamkeit des Menschen ganz auf ein Objekt gerichtet ist“, mit einem einzigen Gegenstand beschäftigt, [Maschinen] auffinden; „alle diese Maschinen, die dazu geeignet sind, die Arbeit zu verkürzen und zu erleichtern“. (B. 1, ch. I[, p. 22].)

A. Ferguson sagt:

„die Methoden, die Mittel, die Verfahren ... die der aufmerksame Handwerker in eigener Sache erfunden hat, um seine eigne Arbeit zu verringern oder zu erleichtern.“ (p. 133.)

A. Smith sagt,

„mit der Entwicklung der Gesellschaft wird die Beschäftigung mit philosophischen oder theoretischen Erkenntnissen, wie jede andere Tätigkeit, hauptsächliche oder einzige Beschäftigung einer besonderen Klasse von Bürgern“. (B. I, ch. I[, p. 23/24].)

A. Ferguson:

„Diese Methode, die so große Vorteile für die Industrie bringt, läßt sich mit ebensolchem Erfolg auf Dinge weit höherer Bedeutung anwenden, auf die verschiedenen Bereiche von Polizei und Krieg ... in einer Periode, in der alles geschieden ist, kann sie selbst einen be-

sonderen Beruf bilden“ (p. 131, 136),

und er hebt speziell die Beschäftigung der Wissenschaft mit der industriellen Praxis hervor, wie A. Smith. (p. 136.)

Was ihn vor A.Smith auszeichnet, ist, daß er die negativen Seiten der Teilung der Arbeit schärfer und nachdrücklicher entwickelt (auch bei ihm noch die Qualität der Ware eine Rolle spielt, die A. Smith richtig vom kapitalistischen Standpunkt als bloßes accident! beiseite läßt).

„Man könnte sogar zweifeln, ob die allgemeine Befähigung einer Nation im Verhältnis zum Fortschritt der Technik zunimmt. In mehreren Zweigen der Technik ist kein Fachwissen nötig; der Zweck wird vollkommen erreicht, auch wenn sie vollständig der Mitwirkung der Vernunft und des Gefühls entledigt sind, und die Unwissenheit ist ebenso die Mutter der Industrie wie des Aberglaubens. Nachdenken und Einbildungskraft sind Verwirrungen unterworfen; aber die Gewohnheit, den Fuß oder die Hand zu bewegen, hängt weder von dem einen noch dem anderen ab. So könnte man sagen, daß die Vollkommen-

! bloßen Zufall

270 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

re

heit der Manufakturarbeit darin besteht, daß der Geist entbehrlich gemacht“ (und speziell, was wichtig in bezug auf das Atelier) „und die ohne Mitarbeit des Kopfes betriebene Werkstatt als ein Mechanismus betrachtet werden kann, dessen einzelne Teile Menschen sind,“

(p. 134, 135.) In dem letztren der Begriff der Manufaktur viel mehr als bei A. Smith. Er

hebt ferner hervor das veränderte Verhältnis, das zwischen manufacturier und ouvrier! infolge dieser Teilung der Arbeit eintritt.

„Was die Industrie selbst betrifft, so kann der Fabrikbesitzer durchaus ein gebildeter Mensch sein, während der Geist des untergeordneten Arbeiters brach liegt ... Der General kann in der Kriegskunst sehr erfahren sein, während sich das Verdienst des Soldaten darauf beschränkt, einige Fuß- und Handbewegungen auszuführen. Der eine kann gewonnen

haben, was der andere verlor!“ (p. 135, 136.)

Was er vom General in bezug auf den gemeinen Soldaten bemerkt, gilt vom Kapitalist oder seinem manager in bezug auf die Armee von Arbeitern. Die Intelligenz und selbständige Entwicklung, die in der unabhängigen Arbeit im Kleinen angewandt wurde, wird nun für das ganze Atelier im Großen angewandt und von dem Chef monopolisiert, dadurch, daß die Arbeiter ihrer beraubt werden.

„Er wendet im Großen die Listen und Mittel des Angriffs und der Verteidigung an, welche der Wilde an der Spitze einer kleinen Schar oder nur für seine Selbsterhaltung einsetzt.“ (p. 136.)

Flerguson] behandelt daher auch ausdrücklich die „subordination“ als Folge „der separation des arts et des professions“?. (l.c., p. 138.) Hier der Gegensatz von Kapital etc.

Mit Bezug auf das Ganze der Nationen sagt er:

„Nationen, die sich der Industrie verschrieben haben, gelangen an einen Punkt, da sie sich aus Mitgliedern zusammensetzen, welche außer in ihrem eigenen Gewerbe in allen anderen Lebensfragen von allergrößter Unwissenheit sind.“ (p. 130.) „Wir sind Nationen, die vollständig aus Heloten bestehen, und wir haben keine freien Bürger.“ (p. 144, 1. c.)

Es kontrastiert dies mit dem klassischen Altertum, wobei er jedoch zugleich hervorhebt, daß die Sklaverei die Grundlage der vollständigren totalen Entwicklung der Freien war. (Sieh den Franzos!!’?, der diese ganze Fergusonsche Sache weiter ausgerhetorisiert hat, aber geistreich.)

Nimmt man also Ferguson, Smith’ direkten Lehrer, und Petty, dessen Beispiel von der Uhr er das von der Nadelfabrik unterschob, so besteht seine Originalität nur in der an die Spitze-Stellung der Teilung der Arbeit und der

! Fabrikbesitzer und Arbeiter 2 „der Trennung der Künste und der Gewerbe“

b) Teilung der Arbeit 271

einseitigen (daher ökonomisch richtigen) Betrachtung derselben als Mittel zur Vermehrung der Produktivkraft der Arbeit.

In A. Potter, „Political Economy“, New York 1841 (part Il fast nur reprint of! Scropes „Political Economy“, London 1833) heißt es:

„Das erste und wichtigste für die Produktion ist Arbeit. Um ihren Teil bei dieser großen Aufgabe erfolgreich zu lösen, muß die Arbeit von einzelnen kombiniert werden; oder, anders ausgedrückt, die Arbeit, die nötig ist, um bestimmte Resultate zu erreichen, muß unter mehreren Individuen aufgeteilt werden, und diese Individuen so in die Lage versetzt werden zusammenzuarbeiten.“ (p. 76, ‚Scrope.)

Dazu bemerkt Potter, Note l.c.:

„Das hier erwähnte Prinzip wird üblicherweise Teilung der Arbeit genannt. Dieser Ausdruck ist unzulässig, da die zugrunde liegende Idee Einverständnis und Zusammenarbeit bedeutet und nicht Teilung. Der Begriff der Teilung bezieht sich nur auf den Vorgang. Dieser ist in mehrere Operationen unterteilt, und diese werden verteilt oder aufgeteilt unter einer Anzahl von Arbeitern. Es handelt sich also um Kombination von Arbeitern, erreicht durch eine Unterteilung von Prozessen.“

Es ist: Combination of labour’.

Fergusons Buch heißt: „Essay on the History of Civil Society.“

Dugald Stewart, „Collected Works“, ed. by Sir W. Hamilton, Edinburgh. Ich zitiere of vol.’ VIII der „Collected Works“, which is vol.* 1 (1855) der „Lectures on Political Economy“.

Er sagt über die Art, wie die Teilung der Arbeit die Produktivität der Arbeit vermehrt, u.a.:

„Die Wirksamkeit der Teilung der Arbeit und die Verwendung von Maschinen ... beide leiten ihren Wert vom gleichen Umstand ab, von der Tendenz, einem Mann zu ermöglichen, die Arbeit vieler zu leisten.“ (p.317.) „Sie“ [die Teilung der Arbeit] „verursacht auch eine Zeitersparnis, indem sie die Arbeit in ihre verschiedenen Zweige zerlegt, die alle im glei.chen Augenblick ausgeführt werden können ... Durch die gleichzeitige Durchführung all der verschiedenen Arbeitsprozesse, die ein einzelner getrennt hätte ausführen müssen, wird es z.B. möglich, eine Menge Nadeln in derselben Zeit völlig fertigzustellen, in der eine einzige Nadel sonst nur abgeschnitten oder zugespitzt worden wäre.“ ([p.] 319.)

Es ist dies nicht nur die Bemerkung 2. von A.Smith, daß bei dem Übergehn von einer Operation zur andern derselbe Arbeiter, der den Umkreis der verschiednen Operationen durchläuft, Zeit verliert.

Die verschiednen Operationen, die der Arbeiter in dem patriarchalischen

! Nachdruck von 2 Kombination der Arbeit 3? aus dem Band

% das ist Band

272 3, Der relative Mehrwert - Heft IV

oder handwerksmäßigen Betrieb nacheinander verrichtet zur Herstellung seines Werks und die als verschiedne Weisen seiner Wirksamkeit sich ineinander verschlingen und sich in der Zeitfolge ablösen; die verschiednen Phasen, die seine Arbeit durchläuft und worin sie variiert, werden als selbständige Operationen oder Prozesse voneinander getrennt, isoliert. Diese Selbständigkeit wird befestigt, personifiziert, indem jeder solcher einfache und einsilbige Prozeß zur ausschließlichen Funktion eines bestimmten Arbeiters oder einer bestimmten Zahl von Arbeitern wird. Sie werden unter diese isolierten Funktionen subsumiert. Die Arbeit verteilt sich nicht unter ihnen; sie werden unter die verschiednen Prozesse verteilt, deren jeder ihr ausschließlicher Lebensprozeß wird — soweit sie als produktives Arbeitsvermögen wirken. Die gesteigerte Produktivität und Komplikation des gesamten Produktionsprozesses, seine Bereicherung, wird also erkauft durch die Reduktion des Arbeitsvermögens in jeder besondren Funktion zu einer bloßen dürren Abstraktion — einer einfachen Eigenschaft, die in ewigem Einerlei derselben Wirkung erscheint und für die das gesamte Produktionsvermögen des Arbeiters, die Mannigfaltigkeit seiner Anlagen, konfisziert ist. Die so getrennten Prozesse, als Funktionen dieser lebendigen Automaten ausgeführt, erlauben eben durch ihre Trennung und Selbständigkeit Kombination; daß diese verschiednen Prozesse gleichzeitig in demselben Atelier ausgeführt werden können. Die Teilung und Kombination bedingen sich hier wechselseitig. Der Gesamtproduktionsprozeß der einen Ware erscheint jetzt als eine zusammengesetzte Operation, Komplikation vieler Operationen, die jede von der andren unabhängig sich ergänzen und gleichzeitig nebeneinander ausgeführt werden können. Aus dem Futurum ist hier das Ergänzen der verschiednen Prozesse in die Gegenwart verlegt, wodurch die Ware, wenn sie auf der einen Seite begonnen, auf der andren fertig wird. Gleichzeitig, indem diese verschiednen Operationen mit Virtuosität ausgeführt werden, weil auf einfache Funktion reduziert, kömmt zu dieser Gleichzeitigkeit, die überhaupt der Kooperation eigen, die Verkürzung der Ärbeitszeit hinzu, die in jeder der gleichzeitigen und sich ergänzenden und zum Ganzen zusammensetzenden Funktionen erreicht wird; so daß nicht nur in einer gegebnen Zeit mehr ganze Waren, mehr Waren fertig werden, sondern mehr fertige Waren überhaupt geliefert werden. Durch diese Kombination wird das Atelier zu einem Mechanismus, von dem die einzelnen Arbeiter die verschiednen Glieder bilden.

Die Kombination jedoch — die Kooperation, wie sie in der Teilung der Arbeit nicht mehr als Nebeneinander derselben Funktionen oder temporäre Verteilung derselben, sondern als Besondrung einer Totalität von Funktionen in ihre Bestandteile und Vereinigung dieser verschiednen Bestandteile er-

b) Teilung der Arbeit 273

scheint — existiert nun doppelt: soweit der Produktionsprozeß selbst betrachtet wird in dem Ganzen des Ateliers, das als solcher Gesamtmechanismus (obgleich in der Tat nichts andres als das Dasein der Kooperation der Arbeiter, ihr gesellschaftliches Verhalten im Produktionsprozeß) ihnen als eine äußerliche, sie beherrschende und umfassende Macht gegenübersteht, in der Tat als die Macht und eine Existenzform des Kapitals selbst, unter das sie einzeln subsumiert sind und dem ihr gesellschaftliches Produktionsverhältnis angehört. ÄAndrerseits im fertigen Produkt, das wieder dem Kapitalisten gehörige Ware ist.

Für den Arbeiter selbst findet keine Kombination von Tätigkeiten statt. Die Kombination ist vielmehr eine Kombination der einseitigen Funktionen, unter die jeder Arbeiter oder Anzahl von Arbeitern gruppenweis subsumiert ist. Seine Funktion ist einseitig, abstrakt, Teil. Das Ganze, das sich herausbildet, basiert eben auf diesem seinem bloßen Teildasein und Isolierung in der einzelnen Funktion. Es ist also eine Kombination, von der er einen Teil bildet, die darauf beruht, daß seine Arbeit nicht kombiniert ist. Die Arbeiter bilden die Bausteine dieser Kombination. Die Kombination ist aber nicht ein Verhältnis, das ihnen selbst angehört und unter ihnen als Vereinigten subsumiert ist. Dies zugleich über die schönen Phrasen des Herrn Potter von Kombination und Konzert, im Gegensatz zu division.

Die kapitalistische Produktionsweise hat hier bereits die Arbeit i in der Substanz ergriffen und verändert. Es ist nicht mehr bloß die formelle Subsumtion des Arbeiters unter das Kapital; daß er für einen andren arbeitet unter fremdem Kommando und fremder Aufsicht. Es ist auch nicht mehr bloß wie bei der einfachen Kooperation sein gleichzeitiges Zusammenwirken mit vielen, mit denen er gleichzeitig dieselbe Arbeit verrichtet, was seine Arbeit als solche unverändert läßt und einen nur temporären Zusammenhang schafft, ein Nebeneinander, was der Natur der Sache nach leicht auflösbar und in den meisten Fällen der einfachen Kooperationen nur für vorübergehende besondre Perioden, ausnahmsweise Bedürfnisse, stattfindet, wie beim Ernten, Wegebauen usw. oder wie bei der Manufaktur in ihrer einfachsten Form (wo das gleichzeitige Exploitieren vieler Arbeiter die Hauptsache und die Ersparung im Capital fixe etc.) ihn nur formell Teil eines Ganzen bilden läßt, dessen Chef der Kapitalist, ein Ganzes, worin er aber nicht weiter berührt wird — qua Produzent — davon, daß neben ihm soviel andre dasselbe tun, auch Stiefel machen usw. Durch die Verwandlung seines Arbeitsvermögens in die bloße Funktion eines Teils des Gesamtmechanismus, dessen Ganzes das Atelier bildet, hat er überhaupt aufgehört, Produzent einer Ware zu sein. Er ist nur Produzent einer einseitigen Operation, die nur im Zusammenhang mit

274 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

dem Ganzen des Mechanismus, welches das Atelier bildet, überhaupt etwas produziert. Er ist also ein lebendiger Bestandteil des Ateliers und durch die Weise seiner Arbeit selbst ein Zubehör zum Kapital geworden, da seine Fertigkeit nur in einem Atelier ausgeübt werden kann, nur als Ring eines Mechanismus, der ihm gegenüber das Dasein des Kapitals ist. Er mußte ursprünglich statt der Ware die Arbeit, die die Ware produziert, an den Kapitalisten verkaufen, weil ihm die objektiven Bedingungen zur Verwirklichung seines Arbeitsvermögens fehlten. Er muß sie jetzt verkaufen, weil sein Arbeitsvermögen nur noch Arbeitsvermögen ist, soweit es an das Kapital verkauft wird. Er ist jetzt also nicht mehr nur durch den Mangel an Arbeitsmitteln, sondern durch sein Arbeitsvermögen selbst, die Art und Weise seiner Arbeit, unter die kapitalistische Produktion subsumiert, dem Kapital verfallen, in dessen Hand sich nicht nur mehr die objektiven! Bedingungen, sondern die gesellschaftlichen Bedingungen der subjektiven Arbeit befinden, unter denen seine Arbeit überhaupt noch Arbeit ist.

Die Vermehrung der Produktivkraft, die aus der Teilung der Arbeit, dieser gesellschaftlichen Daseinsweise der Arbeit, hervorgeht, ist also nicht nur Produktivkraft des Kapitals, statt Produktivkraft des Arbeiters. Die gesellschaftliche Form dieser kombinierten Arbeiten ist das Dasein des Kapitals gegen den -Arbeiter; die Kombination tritt ihm als übermächtiges Verhängnis entgegen, der er verfallen ist durch die Reduktion seines Arbeitsvermögens auf eine ganz einseitige Funktion, die getrennt von dem Gesamtmechanismus nichts ist und daher ganz von demselben abhängt. Er ist selbst zu einem bloßen Detail geworden.

Dugald Stewart, l.c., nennt die der Teilung der Arbeit untergeordnete[n] [Manufakturarbeiter]

„lebende Automaten ..., die für Teilarbeiten verwandt werden“, während der „Unternehmer immer alles daransetzen wird, um Zeit und Arbeit zu sparen“, (p, 318.)

D. Stewart zitiert auf die Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft bezüglich Sprüchwörter der Alten. \

„Alles und nichts sind wir.“ „In allem vermögen wir etwas, im ganzen nichts.“ 14) „Viele Dinge verstand er, doch schlecht verstand er sie alle,“ 19)

(Aus dem „Margites“, zitiert im „Second Aleibiades“, one of the spurious dialogues of Plato?.)

So in der „Odyssee“ [von Homer], 14, 228:

„Denn manch anderer Mann hat Freude an anderen Werken“,

! In der Handschrift: subjektiven 2 einer der gefälschten Dialoge von Plato

b) Teilung der Arbeit 275

und Sextus Empiricus von Archilochus:

„Jeder erquickt seinen Sinn bei andrer Arbeit.“ 1!

Thukydides läßt den Perikles die ackerbautreibenden Spartaner, wo keine Vermittlung der Konsumtion durch Warenaustausch, also auch keine Teilung der Arbeit stattfindet, als „aörouoyoi“! (nicht für den Erwerb, sondern Subsistenz Arbeitenden) den Athenern gegenüberstellen. In derselben Rede

(Thuc., 1.1, c. 142) sagt Perikles über das Seewesen:

„TO ÖL vauriköv TExvng &otiv“ (das Seewesen aber erheischt Kunstfertigkeit,) „DOTEQ Kol AAXo Ti,“ (so sehr wie irgend etwas andres,) „Kati obK &vd&xetau, ÖTav TOXN, Ex nap&oyov uerETÄäoda1“ (und es kann nur nicht bei etwa vorkommenden Fällen als Nebenwerk ausgeübt werden,) „@AA& HÄAAoV imdEv Exeivw TÄgEEyov AAAO yiyveoda.“ (sondern vielmehr kann nichts andres bei jenem als Nebenbeschäftigung betrieben werden.)1!?]

Auf Plato kommen wir sogleich, obgleich er vor Xenophon hergehörte. Xenophon, der überhaupt viel bürgerlichen Instinkt hat und daher oft sowohl an bürgerliche Moral wie bürgerliche Ökonomie erinnert, geht mehr wie Plato auf die Teilung der Arbeit ein, soweit sie sich nicht nur im ganzen, sondern auch im einzelnen Atelier vollzieht. Seine folgende Auseinandersetzung deswegen interessant, weil er 1. die Abhängigkeit der Teilung der Arbeit von der Größe des Markts lehrt. 2. Nicht nur wie bei Plato Teilung der Geschäfte. Sondern er betont die durch Teilung der Arbeit hervorgebrachte Reduktion der Arbeit auf einfache Arbeit und die leichter in derselben zu erhaltende Virtuosität. Obgleich er sich so viel mehr der modernen Auffassung nähert, doch bei ihm das für die Alten Charakteristische. Es handelt sich nur um den Gebrauchswert, die Verbesserung der Qualität, Die Verkürzung der Arbeitszeit interessiert ihn nicht, so wenig wie den Plato, selbst in der einen Stelle, wo dieser ausnahmsweise im Vorübergehn hervorhebt, daß mehr Gebrauchswerte geliefert werden. Selbst hier handelt es sich nur um das Mehr von Gebrauchswerten; nicht von der Wirkung der Teilung der Arbeit auf das Produkt als Ware.

Xenophon erzählt, wie nicht nur der Ehre wegen das Senden von Speisen von des persischen Königs Tisch an Freuden angenehm. (Weil die Speisen schrnackhafter.)

„Aber in der Tat bereitet das, was von der Tafel des Königs kommt, auch weit mehr Gaumenfreude. Und dies ist nichts Wunderbares; denn wie die übrigen Künste in den großen Städten besonders vervollkommnet sind, ebenso werden die königlichen Speisen ganz eigens zubereitet, Denn in den kleinen Städten macht derselbe Bettstelle, Tür, Pflug,

! ‚Selbstwirtschaftende“

276 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

Tisch (oft baut er obendrein noch Häuser und ist zufrieden, wenn er selbst so eine für seinen Unterhalt ausreichende Kundschaft findet. Es ist rein unmöglich, daß ein Mensch, der so vielerlei treibt, alles gut mache); in den großen Städten aber, wo jeder einzelne viele Käufer findet, genügt auch ein Handwerk, um seinen Mann zu nähren, ja oft gehört daziui nicht einmal ein ganzes Handwerk, sondern der eine macht Mannsschuhe, der andre Weiberschuhe. Hier und da lebt einer nur vom Nähen der Sohlen, der andre davon, daß er sie ausschneidet; ein dritter schneidet nur das Oberleder zu, ein weiterer schließlich tut nichts dergleichen, sondern setzt die Stücke zusammen. Notwendig ist es nun, daß der Verrichter der einfachsten Arbeit sie unbedingt auch am besten macht. Ebenso steht es mit der Kochkunst. Denn derjenige, für den derselbe Mann die Polster ausbreitet, den Tisch deckt, das Brot knetet, bald diese, bald jene Zuspeise bereitet, der muß, meine ich, ein jedes so hinnehmen, wie es grade gerät. Wo es aber genug Arbeit für einen Mann ist, Fleisch zu kochen, für einen anderen, es zu braten, für einen dritten, Fisch zu kochen, für einen vierten, ihn zu braten, für einen weiteren, Gebäck zuzubereiten, und zwar nicht etwa alle Arten, sondern es reicht, wenn er eine einzige beliebte Art herstellt, dann muß, meine ich, ein jeder sein Produkt ganz besonders vervollkommnet haben. Bei dieser Art, mit seinen Speisen verfahren zu lassen, übertraf er alle bei weitem.“ (Bei dieser Zubereitung hatten die Speisen von der Tafel des Cyrus vor allen den Vorzug.) (Xenophon, „Cyrop.“, ed. E.Poppo, Lipsiae 1821, 1. VII, c. II.)

Platos Auseinandersetzung in der „Republik“ bildet die direkte Grundlage und Ausgangspunkt für einen Teil der englischen Schriftsteller, die nach Petty und vor A.Smith über die Teilung der Arbeit geschrieben. Sieh z.B. James Harris'!!! (später Earl of Malmesbury), „Three Treatises etc.“, 3. ed., Lond[on] 1772, den 3. „Treatise“, worin aber die Division of employments als natural Grundlage der society! dargestellt wird, p. 148-55, wovon er selbst in einer Note sagt, daß er das whole argument? aus Plato geholt.

Plato im 2.Buch der „Republik“ (zitiert nach der Ausgabe von Baiter, Orelli etc., Zürich 1839) beginnt mit der Entstehung der IIöric? (Stadt und Staat fallen hier zusammen).

„ISokrates:] Es entsteht aber ... eine Polis ..., weil ein jeder von uns sich nicht selbst genug ist, sondern vieler bedarf.“ [369c.]

Die Stadt entspringt, sobald der einzelne nicht mehr selbständig, sondern vieler bedarf.

„Schaffen aber wird sie“ (nämlich die Polis) „unser Bedürfnis.“ [369 c.]

Das Bedürfnis stiftet den Staat. Es werden nun erst die unmittelbarsten Bedürfnisse aufgezählt, Nahrung, Wohnung, Kleidung.

„Das erste und wichtigste Bedürfnis jedoch ist die Beschaffung von Nahrung, um exi-

I Teilung der Beschäftigungen als natürliche Grundlage der Gesellschaft

? gesamte Argument 3 Polis

b) Teilung der Arbeit 277

stieren und leben zu können ... das zweite die Herstellung einer Wohnung, das dritte die Verfertigung von Kleidung und dergleichen.“ [369 d.]

Wie soll die IIöiic nun diese verschiednen Bedürfnisse befriedigen? Der eine wird Landmann, der andre Häuserbauer, der andre Weber, Schuster usw, Soll jeder seine Arbeitszeit teilen und in einem Teil derselben den Boden bestellen, in dem andren bauen, in dem 3. weben usw., um seine verschiednen Bedürfnisse selbst zu befriedigen, oder soll er seine ganze Arbeitszeit auf eine einzige Beschäftigung ausschließlich verwenden, so daß er nicht nur für sich, sondern auch für die andren z.B. Getreide produziert, webt? etc. Das letztere ist besser. Denn erstens sind die Menschen verschieden durch ihre natürlichen Anlagen, die sie zur Verrichtung verschiedner Werke verschieden befähigen. {Der Verschiedenheit der Bedürfnisse entspricht eine Verschiedenheit der Anlagen in dem einzelnen, die zur Befriedigung dieser Bedürfnisse nötigen verschiednen Arbeiten zu verrichten.} Einer, der bloß eine einzige Kunstfertigkeit ausübt, wird sie besser verrichten, als wenn einer viele Künste treibt. Wird etwas nur als Nebenwerk verrichtet, so wird oft der zu seiner Produktion entsprechende Zeitpunkt verpaßt. Das Werk kann nicht abwarten die Muße dessen, der es zu verrichten hat, sondern vielmehr muß der das Werk Verrichtende sich nach den Bedingungen seiner Produktion usw. richten, darf es daher nicht als Nebenwerk betreiben. Wenn daher einer ausschließlich eine einzige Arbeit verrichtet (nach der Natur der Sache und zur rechten Zeit) und dagegen mit den andren sich nicht beschäftigt, so wird alles in größerer Masse besser und leichter produziert werden.

Der Hauptgesichtspunkt ist das Besser: die Qualität. Nur in der gleich anzuführenden Stelle kommt mAeiw! vor; sonst stets K&AA10V?.

„[Sokrates:] Wie wird der Staat genügend für dies alles sorgen? Etwa nicht, indem ein Mann das Land beackert, ein andrer Häuser baut, ein dritter webt usw.? ... Soll nun jeder einzelne von ihnen seine Arbeit für die Allgemeinheit tun? Soll z.B. der Bauer als einzelner Nahrungsmittel für vier Leute produzieren, also die vierfache Zeit und Arbeit für die Nahrungsproduktion verwenden und dann mit den anderen teilen? Oder soll er sich darum nicht kümmern und für sich allein in einem Viertel der Zeit den vierten Teil dieser Nahrungsmenge produzieren, in den restlichen drei Vierteln aber sich teils mit dem Hausbau, teils mit der Herstellung von Kleidung, teils mit der von Schuhwerk befassen, und sich nicht die Mühe des Verkehrs mit anderen machen, sondern selbst alles Benötigte mit eigner Hand herstellen? [Adaimantos:] ... Auf erstere Art ist es bequemer als auf letztere. [Sokrates:] ... Zunächst sind die Menschen keineswegs einander gleich, sondern sie unterscheiden sich nach ihren Anlagen, so daß sich der eine mehr für diese, der andre mehr für

! mehr 2 besser

278 3, Der relative Mehrwert - Heft IV

jene Tätigkeit eignet ... Ob wohl ein einzelner Besseres leistet, wenn er viele Gewerbe ausübt oder wenn er nur eines betreibt? [Adaimantos:] Wenn ... er nur eines betreibt, ISokrates:] ... Wenn man den kritischen Zeitpunkt der Produktion verpaßt, wird das Werk verderben ... Denn die Arbeit ... will nicht warten auf die freie Zeit dessen, der sie macht, sondern der Arbeiter muß sich nach der Arbeit richten, nicht als wäre sie eine Nebensache. [Adaimantos:] Dies ist notwendig. [Sokrates:] Daraus folgt also, daß man mehr von allem verfertigt und sowohl schöner als auch leichter, wenn einer nur eine Sache macht, seiner natürlichen Begabung gemäß und zur richtigen Zeit, frei von anderen Geschäften.“ [369 d--370c.]

Plato entwickelt dann weiter, wie weitere Teilung der Arbeit oder Errichtung verschiedner Geschäftszweige nötig wird. Z.B.:

„Denn der Landbebauer wird sich offenbar nicht selbst den Pflug anfertigen, wenn er gut sein soll, auch nicht die Hacke und die anderen landwirtschaftlichen Geräte. Ebensowenig der Häuserbauer usw.“ [370c--d.]

Der Landbauer wird sich nicht selbst Pflug, Hacke und andre zur Agrikultur notwendige Werkzeuge machen, wenn sie „gut“ sein sollen. Ebenso ... der Häuserbauer, Weber etc. Wie verschafft sich nun der eine Teilnahme an dem Überschuß des Produkts der andren und die andren, wie nehmen sie Teil an dem Überfluß seines Produkts? Durch den Austausch, durch Verkauf und Kauf. „IlwAoövreg kai @vobuevon.“! [371b.] Er entwickelt dann verschiedne Sorten von Handel und daher verschiedne Arten Handelsleute. Als eine besondere der Teilung der Arbeit verdankte Menschensorte werden auch die Lohnarbeiter genannt.

„Es gibt aber auch noch weitere Leute, die anderen Dienste leisten. Es sind solche, die hinsichtlich ihres Verstandes der Gemeinschaft nicht recht würdig sind, aber ausreichend Körperkraft für schwere Arbeiten besitzen; da diese nur den Gebrauch ihrer Kraft verkaufen und den Preis dafür Lohn nennen, heißen sie ... Lohnarbeiter.“ [371e.]

Nachdem er Masse verschiedner Beschäftigungen aufgeführt, die eine weitere Verfeinerung nötig macht usw., kommt er zur Trennung der Kriegskunst von den andren und daher Bildung eines besondren Kriegerstandes.

„Wir sind aber übereingekommen ..., daß unmöglich einer viele Künste gut ausüben kann ... Wie steht es nun? ... Ist etwa das Kriegswesen keine Kunst? ... Aber wir haben doch dem Schuhmacher verboten, sich gleichzeitig als Landwirt, Weber oder Baumeister zu betätigen, damit wir gute Schuhmacherarbeit bekommen, und ebenso haben wir allen übrigen je eine Aufgabe zugewiesen, für die einen jeden seine Anlagen befähigen. Daran sollte er sein Leben lang arbeiten, frei von anderen Geschäften, den rechten Zeitpunkt nicht verpassen und gute Arbeit liefern; aber ist es nicht höchst wichtig, daß grade das Kriegshandwerk gut ausgeübt wird? ... Unsere Aufgabe wäre es nun, herauszufinden, welche Leute

! Durch Verkauf und Kauf,”

b) Teilung der Arbeit 279

zum Schutz des Staates geeignet sind und wie ihre Anlagen sein müssen.“ [374a-c.e.] (p. 439-441 passim, |.c.)

Die verschiednen Bedürfnisse in einem Gemeinwesen erheischen verschiedne Tätigkeiten zu ihrer Befriedigung; die verschiednen Anlagen befähigen verschiedne Menschennaturen besser zu dieser als jener Tätigkeit. Daher Teilung der Arbeit und ihr entsprechend verschiedne Stände. Was Plato überall als die Hauptsache hervorhebt, daß so jedes Werk besser getan wird. Die Qualität, der Gebrauchswert, ist ihm wie allen Antiken das Entscheidende und ausschließlicher Gesichtspunkt. Im übrigen liegt seiner ganzen Auffassung das attisch idealisierte ägyptische Kastenwesen zugrunde.

Die Alten erklärten sich überhaupt die besondre Stufe industrieller Entwicklung, wozu es die Ägypter gebracht, aus ihrer erblichen Teilung der Arbeit und dem darauf beruhenden Kastenwesen.

„Auch die Künste sind ... in Ägypten ... zu dem gehörigen Grade von Vollkommenheit gediehn. Denn in diesem Lande allein dürfen die Handwerker durchaus nicht in die Geschäfte einer andren Bürgerklasse eingreifen, sondern bloß den nach dem Gesetz ihrem Stamme erblich zugehörigen Beruf treiben ... Bei andren Völkern findet man, daß die Gewerbsleute ihre Aufmerksamkeit auf zu viele Gegenstände verteilen ... Bald versuchen sie es mit dem Landbau, bald lassen sie sich in Handelsgeschäfte ein, bald befassen sie sich mit 2 oder 3 Künsten zugleich. In Freistaaten laufen sie meist in die Volksversammlungen ... In Ägypten hingegen verfällt jeder Handwerker in schwere Strafen, wenn er sich in Staatsgeschäfte mischt oder mehrere Künste zugleich treibt.“ So sagt Diodor, kann „nichts ihren Berufsfleiß stören“. „Zudem, daß sie von ihren Vorfahren ... viele Regeln haben, sind sie eifrig darauf bedacht!, noch neue Vorteile aufzufinden.“ (Diodor, 1.1, c. 74, „Historische Bibliothek“)

Bei Plato wird die Teilung der Arbeit als ökonomische Grundlage eines Gemeinwesens entwickelt, worin jeder vom andren abhängig ist, und nicht selbständig, ohne Zusammenhang mit andren, die Totalität seiner Bedürfnisse selbst befriedigt. Die Teilung der Arbeit innerhalb des Gemeinwesens entwickelt sich aus der Vielseitigkeit der Bedürfnisse und der Einseitigkeit der Anlagen, die bei verschiednen verschieden und sich daher besser in dieser als jener Beschäftigung bewährt. Die Hauptsache ist ihm, daß, wenn einer aus einer Kunst den ausschließlichen Lebensberuf macht, er sie besser verrichtet und seine Tätigkeit ganz den Erfordernissen, Bedingungen des Werks, das er zu verrichten, aripaßt, während, wenn er es als Nebensache betriebe, das Werk von den Gelegenheiten abhängt, die ihm seine Beschäftigung mit andren Dingen läßt. Dieser Gesichtspunkt, daß die r&xvn nicht als m&oeoyov2,

! In der Handschrift: bedarf 2 Kunst nicht als Nebenbeschäftigung

280 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

Nebenwerk, betrieben werden kann, auch in der oben zitierten Stelle des "Thukydides.

Xenophon geht weiter: Indem er erstens die Reduktion der Arbeit auf möglichst einfache Tätigkeit hervorhebt, zweitens von der Ausdehnung des Markts die Stufe, worauf die Teilung der Arbeit ausgeführt werden kann, abhängig macht.

Val.

Blanqui in der oben angespielten Stelle! unterscheidet die

„reglementierte und in gewisser Weise erzwungene Arbeit der dem Regime der großen Fabriken unterworfenen Arbeiter“ [p. 43.]

von der handwerksmäßigen oder als häusliche Nebenarbeit betriebenen Industrie der Landbewohner.

„Das Unrecht der Fabriken ... besteht in der Unterwerfung des Arbeiters ..., ihn und seine Familie den Zwängen der Arbeit unterzuordnen. [p. 118.] ... Vergleicht man z. B. die Industrie von Rouen oder Mulhouse mit der von Lyon oder Nimes. Beider Ziel ist das Spinnen und Weben von Fasern; die einen aus Baumwolle, die anderen aus Seide; und dennoch ähneln sie einander in keiner Weise. Die erstere betreibt nur riesige Anlagen, mit Einsatz von Kapitalien ..., mit Einsatz wahrer Arbeiterarmeen; untergebracht zu Hunderten, selbst zu Tausenden in ungeheuer großen Fabrikanlagen, die Kasernen ähneln, hoch sind wie Türme und durchbrochen von Fenstern wie Schießscharten.“ (Schießscharten.) „Die zweite, im Gegensatz, ist ganz patriarchalisch; sie beschäftigt viele Frauen und Kinder, aber ohne sie zu übermüden oder zugrunde zu richten; sie läßt sie in ihren schönen Tälern der Dröme, des Var, der Isere und von Vaucluse, um dort Seidenraupen zu züchten und ihre Kokons abzuhaspeln“ (abhaspeln). (Puppen des Seidenwurms:) „Sie wird niemals zu einem regelrechten Fabrikbetrieb. Um trotzdem in ebenso hohem Maße angewandt zu werden in dieser Industrie wie in der ersten, nimmt hier das Prinzip der Teilung der Arbeit eine besondere Eigenart an. Es gibt zwar Hasplerinnen“ (Abhasplerinnen), „Seidenzwirner“ (Seidenspinner, Zwirner), „Färber, Kettenschlichter, ferner Weber; aber sie sind nicht in derselben Werkstatt vereinigt, nicht von demselben Meister abhängig: alle sind sie unabhängig. Ihr Kapital, das aus ihren Werkzeugen, ihren Webstühlen, ihren Kesseln besteht, ist unbedeutend. Aber es reicht aus, sie mit ihren Auftraggebern in gewissem Sinne auf gleiche Ebene zu stellen. Daher ist keinerlei Fabrikvorschriften, keinen Bedingungen zu entsprechen; jeder schließt seinen Vertrag in voller Freiheit ab.“ (Blangui aine?, „Cours d ’Ec. Indus-

trielle“, Recueilli etc. par A. Blaise, Paris (1838-9), p. 44-80 passim.)

Auf Grundlage der modernen Industrie bildet sich wieder ein Fabrikwesen out of doors’, das alle seine Nachteile ohne seine Vorteile teilt. Dies gehört nicht hierher. Später darüber.

! Siehe vorl. Band, S. 264

2 der Ältere

3 mit Heimarbeit

b) Teilung der Arbeit 281

„Jedem beweist seine eigene Erfahrung, daß, wenn man Hand und Geist immer derselben Art von Arbeiten und Produkten zuwendet, man diese leichter, reichlicher und besser herstellt, als wenn jeder einzeln für sich das, was er benötigt, herstellen würde ... Auf diese Weise teilen sich die Menschen zum Nutzen der Allgemeinheit und zu ihrem eigenen Vorteil in verschiedene Klassen und Stände.“ ([p.] 28, Cesare Beccaria, „Elementi di Economia Pubblica“, t. XI, Custodi, Parte Moderna.)

„In einer so großen Stadt“ (wie London) „werden die Manufakturen eine die andere hervorbringen, und jede Manufaktur wird in so viel Teile als möglich geteilt werden, wodurch das Werk eines jeden Arbeiters einfach und leicht wird. Z.B. beim Uhrenmacher, und die Uhr wird wohlfeiler und besser sein, wenn ein Mann das Rad macht, ein andrer die Feder, ein dritter das Zifferblatt graviert, ein vierter das Gehäuse macht, als wenn das ganze Werk von einem einzigen Mann ausgeführt würde.“ ([p. 35,] W. Petty, „An Essay concerning the multiplication of mankind etc.“, 3.ed., 1682.)

Er entwickelt dann weiter, wie die Teilung der Arbeit es mit sich bringt,

daß besondre Manufakturen sich in besondren Städten oder besondren Straßen großer Städte konzentrieren. Hier

„wird die besondre Ware dieser Plätze besser und wohlfeiler als sonstwo gemacht“. (l.c.)

Er geht endlich auf die Handelsvorteile, Ersparung falscher Unkosten, wie Fracht etc., ein, wodurch infolge dieser Verteilung der zusammengehörigen Manufakturen an einem Platze der Preis solcher Manufaktur vermindert und der Profit des auswärtigen Handels vermehrt wird. ([p.] 36, 1. c.)

Was Petty’s Auffassung der Teilung der Arbeit von der antiken unterscheidet, ist von vornherein ihr Einfluß auf den Tauschwert des Produkts, auf das Produkt als Ware — ihre Verwohlfeilerung.

Derselbe Gesichtspunkt, noch entschiedner als Verkürzung der zur Produktion einer Ware nötigen Arbeitszeit ausgesprochen, wird geltend gemacht in „The advantages of the East India Trade to England considered etc.“, London 1720 112,

Das Entscheidende ist, jede Ware zu machen mit „the least and easiest labour“!. Wird ein Ding mit „less labour“? verrichtet, so „consequently with labour of less price“ ?. Die Ware wird so verwohlfeilert und die Arbeitszeit auf das zu ihrer Produktion nötige Minimum zu reduzieren wird durch die Konkurrenz dann allgemeines Gesetz.

„Wenn mein Nachbar billig verkaufen kann, indem er mit wenig Arbeit viel herstellt, muß ich danach trachten, ebenso billig wie er zu verkaufen.“ [p. 67.]

! „der geringsten und leicht von der Hand gehenden Arbeit“ 2 „weniger Arbeit“ ? „folglich mit Arbeit von geringem Preis“

282 3, Der relative Mehrwert - Heft IV

Von der Teilung der Arbeit hebt er insbesondre hervor:

„Ihe more variety of artists to every manufacture, the less is left to the skill of single persons.“ [p. 68.] „Je größer die Anzahl der in jeder Manufaktur beschäftigten Personen, um so weniger bleibt dem Geschick der einzelnen Person überlassen.“

Spätre Schriftsteller wie Harris (sieh oben)!!! führen nur Platos Entwicklung weiter aus. Dann Ferguson. Was A.Smith auszeichnet — in mancher Hinsicht hinter seinen Vorgängern —, daß er die Phrase der „Vermehrung der Produktivkräfte der Arbeit“ anwendet. Wie sehr A. Smith sich noch in der Kindheitsepoche der großen Industrie befand, zeigt sich darin, daß die Maschinerie nur als Korollar zur Teilung der Arbeit erscheint und die Arbeiter bei ihm noch mechanische Entdeckungen machen, um sich ihre Arbeit zu erleichtern und sie abzukürzen.

Die Teilung der Arbeit durch Vereinfachung derselben erleichtert ihre Erlernung; vermindert also die allgemeinen Produktionskosten des Arbeitsvermögens.

Das Atelier, dessen Grundlage die Teilung der Arbeit bildet, schließt immer eine gewisse Hierarchie der Geschicklichkeiten ein, indem die eine Operation komplizierter als die andre, mehr Körperkraft, die andre mehr Delikatesse der Hand oder größere Virtuosität erheischt. Es wird darin, wie Ure sagt, jeder operation approprie un ouvrier dont le salaire corresponde ä son habilit@!... Es ist immer noch l’adaptation des travaux aux differentes capacites individuelles ... division du travail dans ses nombreuses gradations ... division du travail selon les differents degr&s d’habilet#?.!9 Die Virtuosität des einzelnen bleibt immer noch wichtig.

Es ist in der Tat Analyse in die Operationen, die je ein einzelner Arbeiter verrichten kann; die Operation wird von der sie begleitenden losgelöst, aber das Grundprinzip bleibt immer noch, sie als Funktion des Arbeiters zu betrachten, so daß daher bei der Analyse derselben und ihrer Verteilung unter verschiedne Arbeiter und Gruppen von Arbeitern nach Graden der Geschicklichkeit, körperlicher Entwicklung usw. zu verteilen. Der Prozeß wird noch nicht als solcher, unabhängig von dem Arbeiter, der ihn verrichtet, analysiert, während im automatischen Atelier das System

„einen Prozeß zerlegt, indem es ihn in seine einzelnen wesentlichen Bestandteile teilt und welches alle seine Teile durch eine selbsttätige Maschine ausführen läßt, kann man diese

! jedem Arbeitsvorgang ein Arbeiter angepaßt, dessen Lohn seiner Geschicklichkeit entspricht

2 die Anpassung der Arbeiten an die unterschiedlichen individuellen Fähigkeiten... Teilung der Arbeit in ihren zahlreichen Abstufungen ... Teilung der Arbeit gemäß den unterschiedlichen Graden der Geschicklichkeit

b) Teilung der Arbeit 283

elementaren Teile einer Person mit gewöhnlicher Begabung nach kurzer Probezeit anvertrauen.“ 120

„Indem man das Machwerk in mehrere verschiedne Operationen.teilt, deren jede verschiedene Stufen von Gewandtheit und Kraft erheischt, kann der Fabrikherr sich genau die präzise Quantität von Gewandtheit und Kraft, wie jede Operation sie erheischt, sich verschaffen; während, wenn das ganze Werk durch einen Arbeiter vollbracht werden müßte, dieser Arbeiter zugleich genug Gewandtheit besitzen müßte, um die delikatesten

Operationen zu exekutieren und genug Kraft für die mühseligsten Operationen.“ (Babbage, Ch., „On the Economy of Machinery etc.“, Lond[on] 1832.) (ch. XIX.)

„Wenn nach der besondren Natur der Produkte jeder Art von Manufakturen die Erfahrung kennengelehrt hat zugleich die vorteilhafteste Art von partiellen Operationen, worin die Fabrikation sich teilen kann und die Zahl der Arbeiter, die hier angewandt werden müssen, so werden alle &tablissements, die nicht für die Zahl ihrer Arbeiter ein exaktes multiplum dieser Zahl anwenden, mit weniger Ökonomie fabrizieren.“ (Babbage, |. c., ch. XXII.)

Sind z.B. 10 Arbeiter nötig zu verschiednen Operationen, so muß man multiplen von 10 anwenden.

„Geschieht dies nicht, so kann man die ouvriers! nicht immer individuellement zu demselben Detail der Fabrikation verwenden ... Dies ist eine der Ursachen der kolossalen Dimensionen des industriellen Etablissements.“ (I. c.)

Hier, wie bei der einfachen Kooperation, wieder das Prinzip der multiples. Aber jetzt in Proportionen, die bestimmt sind in ihrer Proportionalität durch die Teilung der Arbeit selbst. Es ist überhaupt klar, daß die Teilung um so weiter geführt werden kann, auf je größerer Stufenleiter gearbeitet wird. Einmal kann das richtige Multiplum so angewandt werden. Zweitens hängt es natürlich von der Größe der Stufenleiter ab, wie weit die Operationen geteilt und die ganze Zeit eines einzelnen Arbeiters von einer Operation absorbiert werden kann.

Erfordert also die Teilung der Arbeit größeres Kapital, weil mehr Rohmaterial in derselben Zeit verarbeitet wird, so hängt ihre Ausführung überhaupt von der Stufenleiter ab, worauf gearbeitet wird, also der Anzahl Arbeiter, die gleichzeitig beschäftigt werden können. Größres Kapital — i.e. Konzentration in einer Hand — ist nötig zur Entwicklung der Teilung der Arbeit, die andrerseits wieder durch die mit ihr .gewonnene Produktivkraft mehr Material verarbeitet, also diesen Bestandteil des Kapitals vergrößert.

„Der auf eine sehr einfache Operation in den Manufakturen Reduzierte in Abhängigkeit von dem, der ihn anwenden wollte. Er produzierte kein vollständiges Werk mehr, sondern nur einen Teil des Werks, wofür er der Mitwirkung der Arbeiten andrer ganz so bedürfte, wie der Rohstoffe, Maschinen etc. Seine Lage dem Chef der Werkstatt gegenüber

! Arbeiter

)

284 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

untergeordnet ... er beschränkte seine Forderungen auf das Notwendige, ohne daß die Arbeit, die er anbot, nicbt hätte fortgeführt werden können, während allein der Chef der Werkstatt, der die Teilung der Arbeit bewirkt hatte, von jedem Anwachsen der Produktivkräfte profitierte.“ (p.91, 92, Sismondi, „Nfouveaux] Prfincipes] etc.“, t.1.)

„Die Teilung der Arbeit verkürzt die für das Erlernen einer Tätigkeit notwendige Zeit.“ F. Wayland, p.76. („The Elements of Pol. Econ.“, Boston 1843.) „Errichtet man eine Fabrik, ist es wichtig, Anzahl und Art der Arbeiter so auszuwählen, daß, sobald die unterschiedlichen Operationen eines Produktionsprozesses verschiedenen Personen zugewiesen wurden, die in solchen Verhältnissen zur Verfügung stehen, um sich einander richtig und voll zu beschäftigen. Je perfekter das bewältigt wird, um so größer wird die Wirtschaftlichkeit sein; und sobald sich das einmal bestätigt hat, ist es auch offenbar, daß das Unternehmen nicht erfolgreich vergrößert werden kann, ohne die Beschäftigung einer Vielzahl der bisher vorhandenen Arbeiter.“ (p.83, l.c.)

A. Smith fällt dann auch am Schluß seines Abschnitts über die Teilung der Arbeit wieder in die Voraussetzung zurück, daß die verschiednen Arbeiter, unter denen die Arbeit geteilt ist, Warenbesitzer und Produzenten sind (wir werden sehn, daß er später diese Illusion aufgibt).

„Jeder Arbeiter befindet sich in der Lage, eine große Menge Arbeit zu besitzen, über die er verfügen kann, ausgenommen den Teil, den er davon zur Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse verwendet, und da sich die anderen Arbeiter in derselben Situation befinden, ist er in der Lage, eine große Menge von ihm hergestellter Waren gegen eine große Menge der ihren oder, was dasselbe ist, gegen den Preis dieser Waren auszutauschen.“ !?}}

Die Überlieferung des Geschicks von Generation zu Generation stets wichtig. Ein entscheidender Gesichtspunkt beim Kastenwesen, wie später beim Zunftwesen.

„Leicht von der Hand gehende Arbeit ist überlieferte Geschicklichkeit.“ (Th. Hodgskin, „Popul, Polit. Economy“, London 1827, p. 48.)

„Um die Arbeit zu teilen und die menschliche und die maschinelle Arbeitskraft in vorteilhaftester Weise einzusetzen, ist es in einer Menge der Fälle notwendig, in großem Maßstab zu operieren oder, anders ausgedrückt, Reichtümer in großen Mengen zu produzieren. Dieser Vorteil ist es, der zur Entstehung der großen Fabriken führt.“ („Elem. d’Ec. Pol.“, James Mill, traduit par J. T. Parisot, Paris 18231, p. 11].)

Die Teilung der Arbeit — oder vielmehr das auf Teilung der Arbeit begründete Atelier — vermehrt bloß den Surpluswert, der dem Kapitalist zufällt (wenigstens nur direkt, und dies ist die einzige Wirkung, um die es sich hier handelt) — oder diese Vermehrung der Produktivkraft der Arbeit bewährt sich nur als Produktivkraft des Kapitals, sofern sie angewandt wird auf Gebrauchswerte, die in die Konsumtion der Arbeiter eingehn, daher die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens notwendige Arbeitszeit verkürzen. Aus eben diesem Umstand, daß die Teilung der Arbeit im großen hauptsächlich

b) Teilung der Arbeit 285

1 2

nur auf objects of common use! angewandt wird, schließt umgekehrt Parson Wayland, daß es die Armen und nicht die Reichen sind, denen ihre Vorteile zugutkommen. Mit Bezug auf die middling class? hat der Parson nach einer Seite recht. Es handelt sich hier aber überhaupt nicht um das begriffslose Verhältnis von Armen und Reichen, sondern um das Verhältnis von

Lohnarbeit und Kapital. Die Stelle bei dem Pfaffen lautet:

„Je höher der Preis eines Produkts, desto geringer wird die Anzahl der Personen sein, die in der Lage ist, es zu kaufen. Folglich wird die Nachfrage um so geringer sein und deshalb auch um so weniger Gelegenheit für Teilung der Arbeit bestehen. Und, nebenbei, je größer die Kosten für die Ware, umso größer die Menge an Kapital, die benötigt wird, um durch Teilung der Arbeit zu produzieren ... Daraus folgt, daß Teilung der Arbeit nur selten benutzt wird bei der Herstellung kostbaren Schmucks und von teuren Luxusgegenständen, während sie ganz allgemein für die Herstellung aller Waren des alltäglichen Bedarfs verwendet wird. Folglich erkennen wir, daß die Vorteile des Gebrauchs von Naturstoffen und der Teilung der Arbeit sehr viel größer und weit wichtiger für die mittleren und niederen Klassen sind als für die Reichen. Diese Mittel erhöhter Produktion verringern die Kosten der unvermeidlichen Bedürfnisse und der wesentlichen Bequemlichkeiten des Lebens auf niedrigster Stufe und machen diese natürlich soweit als möglich für alle

erreichbar.“ ([p.] 86, 87, F. Wayland, „The Elements of Pol. Econ.“, Boston 1843.)

Wie Ausdehnung des Kapitals, so erheischt die Anwendung der Teilung der Arbeit als ihre Grundvoraussetzung Kooperation, Agglomeration der Arbeiter, die überhaupt nur stattfinden wird, wo eine gewisse Dichtigkeit der Bevölkerung. [Zugleich auch, wo die Bevölkerung aus ihren zerstreuten Wohnungen auf dem Land gesammelt ist in Zentren der Produktion. Darüber Stewart. 22 Dies näher zu erörtern bei dem Abschnitt über die Akkumulation.}

„Es gibt eine gewisse Bevölkerungsdichte, die zweckdienlich ist sowohl für den gesellschaftlichen Verkehr als auch für jenes Zusammenwirken der Kräfte, durch das der Ertrag der Arbeit gesteigert wird.“ ([p.] 50, James Mill, „El. of Pol. Ee.“, London 1821.)

Mit der Entwicklung der Teilung der Arbeit verschwindet — was bei der bloß formellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital noch sehr möglich — jedes individuelle Produkt der Arbeit. Die fertige Ware ist das Produkt des Ateliers, welches selbst eine Daseinsweise des Kapitals ist. Der Tauschwert der Arbeit selbst — und die Arbeit, nicht ihr Produkt — wird durch die Weise der Produktion selbst, nicht nur durch den Kontrakt zwischen Kapital und Arbeit, das einzige, was der Arbeiter zu verkaufen hat. Die Arbeit wird in der Tat seine einzige Ware und die Ware überhaupt allgemein Kategorie,

! Gegenstände des täglichen Bedarfs ? Pfarrer 3 Mittelklasse

286 3. Der relative Mehrwert . Heft IV

worunter die Produktion subsumiert ist. Wir gingen von der Ware als der allgemeinsten Kategorie der bürgerlichen Produktion [aus]. Solche allgemeine Kategorie wird sie erst durch Veränderung, der die Produktionsweise selbst durch das Kapital unterworfen wird.

„Es gibt aber nichts mehr, was man als den natürlichen Lohn der Arbeit eines einzelnen bezeichnen könnte, Jeder Arbeiter erzeugt nur einen Teil eines Ganzen, und da jeder Teil für sich allein ohne Wert oder Nutzen ist, gibt es nichts, was der Arbeiter nehmen und wovon er sagen könnte: Das ist mein Erzeugnis, das will ich für mich behalten.“ (p. 25, [Thomas Hodgskin,] „Labour defended against the claims of Capital ete.“, London 1825.)

„Der zunehmende Reichtum hat zu einer Spaltung zwischen gesellschaftlichen und beruflichen Bedingungen geführt; nicht mehr der Überfluß eines jeden ist zum Gegenstand des Austauschs geworden, sondern der Lebensunterhalt selbst... in dieser neuen Situation hängt das Leben des ganzen Menschen, der arbeitet und produziert, nicht von der Vollkommenheit und dem Gelingen seiner Arbeit ab, sondern von ihrem Verkauf.“ (p.82, t. 1, Sism., „Etudes“)

„Die größere Ergiebigkeit des menschlichen Fleißes und der verringerte Preis für die Erfordernisse des Lebens verschwören sich heutzutage, das produktive Kapital zum Anschwellen zu bringen.“ ([p.88,] 89, $.P. Newman, „Elements of Polit. Econ.“, Andover and New York 1835.)

Soweit in der Teilung der Arbeit eine Seite der natürlichen Individualität des Arbeiters als Naturgrundlage fortentwickelt wird, wird sie an die Stelle seines ganzen Produktionsvermögens gesetzt und zu einer Besonderheit ausgebildet, die zu ihrer Bewährung die Betätigung im Zusammenhang mit dem Gesamtatelier erheischt, als eine besondre Funktion desselben.

Storch stellt beide Arten der Teilung der Arbeit wie A, Smith zusammen, nur daß die eine als letzte Zuspitzung der andern bei ihm erscheint; als Ausgangspunkt für die andre, was ein Fortschritt ist.

„Diese Teilung geht von der Trennung der verschiedenartigsten Professionen bis zu jener Teilung, wo plusieurs ouvriers se partagent la confection d’un seul et m&me produit!, wie in der Manufaktur.“

(Sollte heißen nicht produit, sondern marchandise?’. Auch in der andren Teilung der Arbeit arbeiten verschiedne am selben Produkt.) (p. 173, H. Storch, „Cours d’Econ. Pol.“, avec des notes etc. par J.-B. Say, Paris 1823, t.1.)

„Es genügt nicht, daß das zur Subdivision der mötiers’ nötige Kapital sich in der Gesellschaft vorhanden finde; es ist außerdem nötig, daß es in den Händen der Unternehmer ak-

! mehrere Arbeiter sich in die Anfertigung eines und desselben Produkts teilen ? Ware > Handwerke

b) Teilung der Arbeit 287

kumuliert sei in hinreichend beträchtlichen Portionen, um sie in den Stand zu setzen, auf großer Stufenleiter zu arbeiten ... Je mehr die Teilung der metiers zunimmt, ist nötig zur beständigen Beschäftigung einer selben Zahl von Arbeitern ein immer beträchtlicheres Kapital in Werkzeugen, Rohstoffen etc. Vermehrung der Zahl der Arbeiter mit der Teilung der Arbeit. Beträchtlicheres Kapital in Konstruktionen und Subsistenzmitteln.“ (Storch, l.c., p.250, 251.)

„Arbeit ist vereint ... wann immer Erwerbszweige aufgeteilt sind ... Die stärkste Teilung der Arbeit findet statt unter jenen außerordentlich rohen Wilden, die einander niemals helfen, die getrennt voneinander arbeiten; und die Teilung der Erwerbszweige mit all ihren großen Erfolgen hängt ganz und gar ab von der Kombination der Arbeit, der Kooperation.“ (p.24, Wakefield, Note, t.I zu seiner Ausgabe von A. Smith, „Wealth of Nations“, London 1835.)*

A. Smith macht den Austausch zur Grundlage der Teilung der Arbeit, während er umgekehrt ihr Resultat ist (aber nicht sein muß). Hodgskin bemerkt richtig, daß Teilung der Erwerbszweige, also der gesellschaftlichen Arbeit, in allen Ländern und unter allen politischen Institutionen Platz greift. Sie existiert ursprünglich in der Familie, wo sie naturwüchsig aus physiologischen Unterschieden, Geschlechts- und Altersunterschieden hervorgeht. Die Verschiedenartigkeit der individuellen Organisationen, körperlichen und geistigen Anlagen wird neue Quelle derselben. Dann aber kömmt durch verschiedne Naturbedingungen, Unterschiede des Bodens, Verteilung von Wasser und Land, Berg und Ebene, Klima, Lage, Mineralhaltigkeit der Erde und Besonderheiten in ihren Eigentümlichkeiten, spontanen Schöpfungen, Verschiedenheit in den natürlich vorgefundnen Arbeitsinstrumenten hinzu, die die Erwerbszweige verschiedner Stämme teilt, und in dem Austausch derselben haben wir überhaupt die ursprüngliche Verwandlung von Produkt in Ware zu suchen. (Sieh Hodgskin, T’h., „Popular Political Economy etc.“, London 1827, ch. IV, V und VI.) Wo die Population stagnant ist, wie in [ Asien, ist es auch die Teilung der Arbeit.

* Im Manuskript gestrichen: Auf diesem Unterschied zwischen separation of employments (Trennung der Erwerbszweige) und „division of labour“, „Teilung der Arbeit“, reitet Wakefield. Was ihm vorschwebt, ist eben der von A.Smith nicht betonte Unterschied zwischen der Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft und der Teilung der Arbeit innerhalb des Ateliers. A. Smith läßt die Erwerbszweige vermittelst des exchange! miteinander kooperieren und weiß nicht nur, was sich von selbst versteht, sondern sagt ausdrücklich, daß innerhalb der einzelnen Manufaktur in Teilung der Arbeit zugleich Kombination derselben. Was bei Wakefield wirklichen Fortschritt bildet — und darauf kommen wir später — ist seine Ahnung, daß die letztre Teilung der Arbeit, auf Grundlage der freien bürgerlichen Arbeit, eine der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliche Form ist und daher nur unter gewissen gesellschaftlichen Bedingungen eintritt.

! Austausches

20*

288 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

„Verbesserte Transportmethoden, wie Eisenbahnen, Dampfschiffe, Kanäle, alle Methoden der Erleichterung des Verkehrs zwischen entfernten Ländern wirken ein auf die Teilung der Arbeit in der gleichen Art wie eine tatsächliche Erhöhung der Bevölkerungszahl; sie bringen mehr Arbeiter in Verbindung usw.“ |p. 119.]

Bevölkerung und progress derselben die Hauptgrundlage der division of labour!.

„Wenn die Zahl der Arbeiter wächst, steigt die Produktivkraft der Gesellschaft im gleichen Verhältnis zu diesem Wachstum, multipliziert durch die Wirkungen der Teilung der Arbeit und der Vermehrung der Kenntnisse.“ (p. 120, 1. c.)

„Allein mit einem Zuwachs an Kapital kann der Unternehmer für die Herstellung irgendeines Werkstückes ... unter seinen Arbeitern eine zweckmäßigere Teilung der Arbeit einführen. Wenn das zu fertigende Werkstück aus mehreren Teilen besteht und er jeden Arbeiter ständig zur Erfüllung seines Anteils beschäftigen will, ist ein weit größeres Kapital nötig, als wenn jeder Arbeiter, gleichgültig womit, gelegentlich an allen Teilen des Werkstücks beschäftigt wird.“ (A. Smith, [„Recherches‘...“,] 1. II, ch. III [, p. 338/339.)

„Was die Produktionsleistung anbetrifft, so kann sie nicht ansteigen, wenn die Anzahl. der Arbeiter die gleiche bleibt. Es sei denn, man vermehrt oder vervollkommnet die Maschinen und Werkzeuge, mit deren Hilfe die Arbeit erleichtert und beschleunigt wird; aber ebensogut könnte man wohl eine bessere Verteilung oder wirksamere Umverteilung der Arbeit schaffen.“ (l.c. [, p. 338].)

„Der Eigentümer des Kapitals, der eine große Anzahl Arbeiter ernährt, bemüht sich notwendigerweise aus eigenem Interesse, unter ihnen die Teilung und Verteilung der Arbeit so gut zu kombinieren, daß sie imstande sind, die größtmögliche Menge an Werkstükken zu fertigen. Aus gleichem Grunde versucht er, sie mit besseren Maschinen auszurüsten, als er selbst und sie sich vorstellen konnten. Was auf die Arbeiter einer einzigen Werkstatt zutrifft, trifft, wie sich erweist, aus den gleichen Gründen auch auf die große Gesellschaft zu, Je größer ihre Anzahl, um so mehr tendieren sie selbstverständlich dazu, sich in verschiedene Klassen zu spalten und ihre Arbeiten aufzuteilen. Es gibt eine weit größere Anzahl von Köpfen, die sich damit befassen, die zweckmäßigsten Maschinen für die Ausführung der Arbeit zu erfinden, mit der jeder beauftragt ist und infolgedessen mit um so größerer Wahrscheinlichkeit das Ziel, sie zu erfinden, erreichen wird.“ (ch. VII, 1, I,

[p. 177/178,] A. Smith.)

Lemontey („CEuvres completes“, t.I, p.245 sq., Paris 1840) hat im Anfang dieses Jahrhunderts Fergusons Auseinandersetzung geistreich bearbeitet. („Sur V’influence morale de la division du travail.“)

„Die Gesellschaft als Ganzes hat mit dem Innern einer Werkstatt gemein, daß auch sie ihre Teilung der Arbeit hat. Nimmt man die Teilung der Arbeit in einer modernen Werkstatt als Beispiel, um sie auf eine ganze Gesellschaft anzuwenden, so wäre ohne Zweifel diejenige Gesellschaft am besten für die Produktion des Reichtums organisiert, welche nur einen einzigen Unternehmer als Vorgesetzten hätte, der nach einer im voraus festgesetzten

! Teilung der Arbeit

b) Teilung der Arbeit 289

Ordnung die Funktionen unter die verschiedenen Mitglieder der Gesellschaft verteilt. Aber so ist es gar nicht. Während innerhalb der modernen Werkstatt die Teilung der Arbeit durch die Autorität des Unternehmers bis ins einzelnste geregelt ist, kennt die moderne Gesellschaft keine andere Regel, keine andere Autorität für die Verteilung der Arbeit als die freie 171] Konkurrenz.“ (p. 130, [Karl Marx,] „Misere de la Philosophie“, Paris 1847.)! „Unter der Herrschaft des Patriarchats, der Herrschaft der Kasten, in der feudalen und kooperativen Gesellschaft gab es eine Teilung der Arbeit in der ganzen Gesellschaft nach bestimmten Regeln ... Was die Teilung der Arbeit in der Werkstatt anbetrifft, so war sie in allen diesen Gesellschaftsformen sehr wenig entwickelt. Man kann sogar als allgemeine Regel aufstellen, je weniger die Autorität der Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft herrscht, um so mehr entwickelt sich die Teilung der Arbeit im Innern der Werkstatt und um so mehr ist sie dort der Autorität eines einzelnen unterworfen. Die Autorität in der Werkstatt und die in der Gesellschaft stehen in bezug auf die Teilung der Arbeit im umgekehrten Verhältnis zueinander.“ (p. 130, 131, 1.c.)? „Die Akkumulation und die Konzentration der Werkzeuge und der Arbeiter gehen der Entwicklung der Teilung der Arbeit im Innern der Werkstatt voraus. ... Die Entwicklung der Teilung der Arbeit setzt die Vereinigung der Arbeiter in einer Werkstatt voraus. ... Sind erst die Menschen und die Werkzeuge vereinigt, reproduziert sich die Teilung der Arbeit so, wie sie in der Form der Zünfte bestand, und spiegelt sich notwendig im Innern der Werkstatt wider.“ ([p.] 132, 133, 1.c.)? „Die Konzentration der Produktionsinstrumente und die Teilung der Arbeit sind ebenso untrennbar voneinander wie auf dem Gebiete der Politik die Zentralisation der öffentlichen Gewalten und die Teilung der Privatinteressen.“ (p. 134, 1. c.)*

Um die Teilung der Arbeit anzuwenden, ist also vorausgesetzt:

1. Konglomeration von Arbeitern, wozu eine gewisse Dichtigkeit der Bevölkerung nötig. Kommunikationsmittel können hier die Dichtigkeit in einem gewissen Grad ersetzen. Depopulation des Landes (sieh 18. Jahrhundert). In einem dünn bevölkerten Land könnte diese Konglomeration nur an einigen Punkten stattfinden. Die Konglomeration wird aber auch hervorgebracht, dadurch, daß nur dünne Bevölkerung für den Ackerbau erheischt, die Masse der Bevölkerung sich also getrennt von dem Boden um die jedesmaligen Produktionsmittel, Sitze des Kapitals, konglomerieren kann. Die relative Verdichtung auf der einen Seite kann durch relative Verdünnung auf der andren hervorgebracht werden, selbst mit einer gegebnen Bevölkerung, deren Existenz ursprünglich noch in der nichtkapitalistischen Produktionsweise wurzelt.

Was also zuerst nötig ist, ist nicht Vergrößerung der Bevölkerung, sondern Vergrößerung der rein industriellen Bevölkerung oder andere Verteilung der Bevölkerung. Die erste Bedingung hierzu Verkleinerung der unmittelbar mit

! Siehe Band 4 unserer Ausgabe, S. 150/151 2 Siehe ebenda, S. 151

3 Siehe ebenda, S. 152/153

* Siehe ebenda, S. 153

290 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

der Erzeugung der Nahrungsmittel, in der Agrikultur beschäftigten Bevölkerung, Loslösung der Menschen vom Boden, von der Mutter Erde, und dadurch ihre Freimachung (free hands’?], wie Stewart sagt), ihre Mobilisierung. Die Loslösung der mit der Agrikultur verknüpften Arbeiten von der Agrikultur und die Beschränkung der Agrikultur — progressiv — auf weniger Hände ist die Hauptbedingung für die Teilung der Arbeit und die Manufaktur überhaupt, damit sie nicht im einzelnen, an zerstreuten Punkten, sondern herrschend auftritt. {Dies alles gehört in die Akkumulation.} Dieselbe Population anders verteilt, braucht nicht größern Vorrat von Lebensmitteln, sondern nur andre Verteilung, Distribution derselben. Der Kapitalist, der Teilung der Arbeit anwendet, daher mehr auf einem Punkte agglomerierte Arbeiter beschäftigt, zahlt größere Summen von Salair als der Handwerksmeister, bedarf mehr capital variable, das sich schließlich in Lebensmittel auflöst; aber dazu ist es erheischt, daß dasselbe Salair, das früher von 100 diesen ausgezahlt wurde, jetzt von einem ausgezahlt werde. Also nur größere Konzentration des capital variable in weniger Händen und dito der Lebensmittel, wogegen sich dies Salair austauscht. Es ist hier nicht Zuwachs, sondern nur Konzentration erheischt in diesen Teilen des Kapitals; ganz wie nicht größere Bevölkerung, sondern größere Agglomeration der Bevölkerung unter dem Kommando desselben Kapitals.

2. Konzentration von Arbeitsinstrumenten.

Die Teilung der Arbeit führt zu einer Differenzierung und damit Vereinfachung der Instrumente, die als Arbeitsmittel dienen; daher auch zur Vervollkommnung dieser Instrumente. Aber in ihr bleibt nach wie vor das Arbeitsmittel Arbeitswerkzeug, Instrument, dessen Anwendung von der persönlichen Virtuosität der einzelnen Arbeiter abhängt, Leiter ihrer eignen Geschicklichkeit ist, in der Tat zu seinem natürlichen Organ hinzugefügtes Kunstorgan. Es sind verschiedenartigere, nicht mehr Instrumente erheischt für dieselbe Zahl von Arbeitern. Insofern das Atelier Konglomeration von Arbeitern, setzt es ebenso Agglomeration von Instrumenten voraus. Und jedenfalls wächst dieser Teil des Capital constant nur in dem Verhältnis, worin das capital variable, das in Arbeitslohn ausgelegte, oder die von demselben Kapital gleichzeitig beschäftigte Arbeiteranzahl wächst.

Als ein neu hinzugekommner Teil des Capital constant können die andren Arbeitsbedingungen, namentlich die Behausung, betrachtet werden, die Gebäulichkeiten, da vor der Manufaktur die Werkstatt noch keine besonderte Existenz vom Privathaus erhält.

Mit dieser Ausnahme findet größere Konzentration des in Arbeitsmitteln bestehenden Teils des Kapitals statt; nicht notwendig Wachstum des Kapitals

b) Teilung der Arbeit 291

und keinenfalls relatives Wachstum desselben, verglichen mit seinem in Arbeitslohn ausgelegten Bestandteil.

3. Vermehrung des Rohmaterials. Der in Rohmaterial ausgelegte Teil des Kapitals wächst absolut gegen den in Arbeitslohn ausgelegten, indem dasselbe Quantum Rohmaterial ein geringres Quantum Arbeitszeit absorbiert oder dasselbe Quantum Arbeitszeit sich in einem größern Quantum Rohmaterial verwirklicht. Indes kann auch dies ursprünglich stattfinden, ohne absolute Vermehrung des Rohmaterials in einem Lande!. Dasselbe in einem Lande vorhandne Quantum Rohmaterial kann weniger Arbeit absorbieren, d.h., im ganzen Lande eine geringre Arbeiterzahl mit dessen Bearbeitung beschäftigt sein, seiner Verwandlung in neues Produkt, obgleich diese Arbeiterzahl, statt wie früher über eine große Oberfläche zerstreut zu sein, in größern Gruppen auf einzelnen Punkten konzentriert ist unter dem Kommando einzelner Kapitalisten.

Absolut also gesprochen, ist nichts erheischt zur Manufaktur, d.h. des auf Teilung der Arbeit begründeten Ateliers, als andre Verteilung der verschiednen Bestandteile des Kapitals, Konzentration statt Zerstreuung. In dieser Form der Zerstreuung existieren diese Arbeitsbedingungen noch nicht als Kapital, obgleich als die materiellen Bestandteile des Kapitals, wie der arbeitende Teil der Bevölkerung, existiert, obgleich noch nicht in der Qualität als Lohnarbeiter oder Proletarier.

Die Manufaktur (im Unterschied von dem mechanischen Atelier oder der factory, Fabrik) ist die spezifisch der Teilung der Arbeit entsprechende Produktionsweise oder Form der Industrie. Selbständig, als die entwickeltste Form der kapitalistischen Produktionsweise, tritt sie auf vor der Erfindung der eigentlichen Maschinerie (obgleich schon Maschinen angewandt und namentlich fixes Kapital).

Bei Petty und dem zitierten Apologeten des East India Trade!!! (also bei den Modernen) in bezug auf die Teilung der Arbeit von vornherein charakteristisch, daß die Verwohlfeilerung der Ware — die Verminderung der zur Produktion einer bestimmten Ware gesellschaftlich notwendigen Arbeit — Hauptgesichtspunkt. Bei Petty wird sie in Verbindung mit dem auswärtigen Handel erwähnt. Bei dem East Indian direkt als Mittel, die Konkurrenten auf dem Weltmarkt zu unterkaufen, wie letztrer den Welthandel selbst als Mittel darstellt, in weniger Arbeitszeit dasselbe Resultat zu erzielen.

A.Smith in [„Recherches ...“,] ch. I, b.1, wo er ex professo von der Teilung der Arbeit handelt, entwickelt am Schlusse des Kapitels, wie außeror-

! In der Handschrift: andren

292 3. Der relative Mehrwert - Heft IV

dentlich mannigfaltig, verschiednen Ländern angehörig, vielseitig in einem „zivilisierten Lande“, d.h., wo das Produkt allgemein die Form der Ware annimmt, die Arbeitsarten, die z.B. konkurrieren, um mobilier, Kleidung, outils! eines einfachen Taglöhners zu beschaffen.

„Betrachtet“, beginnt dieser Schluß, „woraus in einem zivilisierten und blühenden Lande die bewegliche Habe eines einfachen Tagelöhners oder des letzten Handlangers bestehen, und ihr werdet sehen, daß die Zahl der Menschen, um deren Belieferung mit irgendeinem Teil dieser Güter die Industrie konkurrierte, jenseits jeder Berechnung liegt. So grob beispielsweise die Wolljacke, die den Tagelöhner kleidet, auch aussehen mag, sie ist das Produkt der gemeinsamen Arbeit einer Vielzahl von Arbeitern“, usw. [p. 25.]

Und A. Smith schließt diese Betrachtung mit den Worten:

„Zwischen den beweglichen Gütern eines europäischen Prinzen und denen eines arbeitsamen, soliden Bauern besteht möglicherweise kein größerer Unterschied als zwischen den Möbeln des letzteren und denen des Königs, der über 10000 nackte Wilde herrscht und als absoluter Gebieter über ihre Freiheit und ihr Leben verfügt.“ [p. 28.]

Dieser ganze Passus und Betrachtungsweise ist nachkopiert von Mandeville, „Fable of the Bees“, zuerst veröffentlicht 1705 als Poem!'??], 1729 den 2. Teil veröffentlicht, which consists of a series of six dialogues? (Prosa). 1714 he added the prose notes which make the bulk of the first volume of the work as we have it now’. Da heißt [es] u.a.:

„Wenn wir die blühendsten Nationen zurückverfolgen zu ihrem Ursprung, werden wir finden, daß in den frühesten Anfängen jeder Gesellschaft die reichsten und allerbedeutendsten Männer in ihr lange Zeit auf eine große Menge der Bequemlichkeiten des Lebens verzichten mußten, derer sich jetzt die armseligsten, bescheidensten und unglücklichsten Menschen erfreuen können; so daß viele Dinge, die einst als Schöpfungen des Luxus betrachtet wurden, heute selbst denen gewährt werden, die so erbärmlich arm sind, daß sie zu Objekten öffentlicher Wohltätigkeit werden ... Ein Mann wäre ausgelacht worden, wenn er im schlichten Kleid eines armen Geschöpfes Luxus entdeckte, das daherkommt in dickem Gewand und rauhem Hemd darunter aus der Armenunterstützung des Kirchspiels. Und doch, wie viele Menschen, wie viele verschiedene Gewerbe und welche Vielfalt an Geschick und Werkzeugen müssen eingesetzt werden, um das allereinfachste Yorkshire Tuch herzustellen?“ etc. (Remark, P., vol. I, p. 181-183, ed. of 1724.) „Welche Geschäftigkeit muß in verschiedenen Teilen der Welt betrieben werden, bevor ein feines scharlachrotes oder karminrotes Tuch hergestellt werden kann; welche Vielfalt an Gewerben und Handwerkern muß beschäftigt werden! Nicht nur die offensichtlichen, wie Wollkämmer, Spinner, die Weber, die Tuchmacher, die Putzer, die Färber, die Setzer, die Zieher und die

?! Möbel, Kleidung, Handwerkszeug

? der aus einer Serie von 6 Dialogen besteht

3 fügte er Prosanotizen hinzu, die den Umfang des ersten Bandes des Werkes ausmachen, wie er jetzt vorliegt

b) Teilung der Arbeit 293

Packer; sondern auch andere, die ferner liegen und anscheinend der Sache fremd scheinen — wie der Maschinenbauer, der Zinngießer und der Chemiker, die dennoch alle nötig sind, ebenso wie eine große Anzahl von Gewerben, damit die Werkzeuge, Geräte und anderer Zubehör vorhanden sind, die zu den bereits genannten Gewerbszweigen gehö-

ren.

Dann geht er über, wie Seefahrt, auswärtige Länder, mit einem Wort, der Weltmarkt dazu konkurriert. („Search into the Nature of Society“ (appended to the second edition!), pp. 41113.)

In diesem Aufzählen liegt in der Tat nur das: Sobald Ware die allgemeine Form des Produkts wird oder die Produktion auf Grundlage des Tauschwerts und daher des Warenaustauschs stattfindet, wird erstens die Produktion jedes Individuums einseitig, während seine Bedürfnisse vielseitig. Es ist also ein concours? unendlich vieler selbständiger Arbeitszweige nötig, um die Bedürfnisse, selbst die einfachsten Bedürfnisse des Individuums, zu befriedigen. Zweitens: Der ganze Umkreis der gegenständlichen Bedingungen, die zur Produktion einer einzigen Ware erheischt sind, Rohstoff, Instrumente, matieres instrumentales? etc., gehn in ihre Produktion als Waren ein, sind durch Kauf und Verkauf dieser unabhängig voneinander produzierten Elementarbestandteile der Ware bedingt. Es findet dies in dem Maße statt, daß die einzelnen Elemente, die zur Produktion einer Ware erheischt sind, als Waren außer ihr existieren, daher ursprünglich als Waren von außen, durch die Zirkulation vermittelt, in diesen einzelnen Produktionszweig treten — je mehr die Ware die allgemein elementarische Form des Reichtums geworden ist, je mehr die Produktion aufhört, unmittelbare Erzeugung der eignen Subsistenzmittel für das Individuum zu sein — trade? geworden ist, wie Steuart!!?* [sagt] ?9, die Ware also aufhört, die Form des über das Bedürfnis des Individuums hinausgehnden, für es überflüssigen und daher verkaufbaren Teils seiner Produktion zu sein. Hier ist noch das Produkt als solches die Basis und die Produktion für die Subsistenz. Die Warenproduktion basiert hier noch auf Grundlage einer Produktion, deren Hauptprodukt nicht Ware wird, wo die Subsistenz selbst noch nicht vom Verkauf abhängt; der Produzent, wenn er nicht Ware produziert, überhaupt nichts produziert; Ware zu sein also die allgemein elementarische, notwendige Form seines [Produk]ts? ist, die es überhaupt zu einem Element des bürgerlichen Reichtums macht. Dieser Unterschied zeigt sich schlagend, wenn man die große moderne Agrikultur mit der Agrikultur

! der zweiten Auflage beigefügt 2 Zusammenwirken

? Produktionshilfsstoffe

* Handel

294 3, Der relative Mehrwert - Heft V

vergleicht, worin die Produktion für die eigne Subsistenz noch die Basis bildet und die die meisten Bedingungen ihrer Produktion selbst erzeugt; so daß sie nicht als Warenmassen, durch die Zirkulation vermittelt, in sie eingehn.

in der Tat also enthält diese Betrachtungsweise von Mandeville etc. nichts, als daß die allgemeine elementarische Form des bürgerlichen Reichtums die Ware ist; daß für den Produzenten nicht mehr der Gebrauchswert, sondern allein der Tauschwert des Produkts entscheidet, für ihn der Gebrauchswert nur der Träger des Tauschwerts ist; daß er in der Tat nicht bloß ein bestimmtes Produkt, sondern Geld produzieren muß. Diese Voraussetzung, daß das Produkt allgemein als Ware produziert wird, daher durch die Bedingungen seiner eignen Produktion als Waren, durch die Zirkulation vermittelt, in [die] sie eingehn, unterstellt eine allseitige Teilung der gesellschaftlichen Arbeit oder Loslösung der einander bedingenden und ergänzenden Arbeiten in unabhängige, nur durch die Warenzirkulation, Kauf und Verkauf vermittelte Arbeitszweige. Oder es ist identisch damit, da das allgemeine Gegenüberstehn der Produkte als Waren voraussetzt das Gegenüberstehn der sie produzierenden] Tätigkeitlen ...]. Derartige Betrachtung also historisch wichtig. [...] 9

/V-179/Auf solcher Entwicklungsstufe der Gesellschaft ist vielmehr die Betrachtung des Kontrastes interessanter von Zuständen, worin die einzelne Familie unmittelbar selbst beinahe alle ihre Bedürfnisse befriedigt, wie z.B.

Dugald Stewart, |. c., p. 3271, 328]:

„In einigen Teilen von Hochschottland stellte vor nicht allzu langer Zeit laut „Statistical Accounts“ jeder Bauer seine eigenen Schuhe her aus Leder, das er selbst gerbte. Auch mancher Schafhirte und Häusler erschien mit Frau und Kindern in der Kirche in Kleidern, die keine Hand außer ihrer eigenen angetastet hatte, da sie selbst [die Wolle] von den Schafen geschoren und den Flachs gesät hatten. In die Zubereitung dieser, so wird hinzugefügt, ging kaum irgendein gekaufter Artikel ein, mit Ausnahme von Pfrieme, Nadel, Fingerhut und sehr wenigen Teilen des im Weben angewandten Eisenwerks. Auch die Farben wurden hauptsächlich von den Frauen selbst von Bäumen, Gesträuchen und Kräutern gewonnen.“ („Lectires on Pol. Ec.“, v. I, l.c.)

|IV-175] Auf einer vorgerückten Entwicklungsstufe der bürgerlichen Gesellschaft dagegen, wie sie A.Smith schon gegenüberstand, erscheint die einfache Reproduktion dieser Mandevilleschen, Harrisschen etc, Reflexionen nicht ohne einen Beisatz von pedantischer Kinderei, und namentlich bewirkt dergleichen Ausmalung bei ihm, daß er die Teilung der Arbeit als spezifisch kapitalistische Produktionsweise nicht scharf und bestimmt begreift; wie andrerseiis die außerordentliche Wichtigkeit, die er der Teilung der Arbeit in der

b) Teilung der Arbeit 295

Manufaktur beilegt, zeigt, daß zu seiner Zeit das moderne Fabrikwesen im Entstehen begriffen war. Ure bemerkt hierzu mit Recht:

„Als Adam Smith sein unsterbliches Werk über die Grundzüge der politischen Ökonomie schrieb, war das automatische Industriesystem noch kaum bekannt. Die Teilung der Arbeit erschien ihm mit Recht als das große Prinzip der Vervollkommnung in der Manufaktur ... Aber was zur Zeit des Dr. Smith als passendes Beispiel dienen konnte, kann heute das Publikum in bezug auf das wirkliche Prinzip der Fabrikindustrie nur irreführen ... Das Schuldogina von der Teilung der Arbeit nach den verschiedenen Graden der Geschicklichkeit ist von unseren aufgeklärten Fabrikanten endlich beiseite geworfen.“ (Andrew Ure, „Philosophie des manufactures etc.“, t. I, ch. 1.) (1835 zuerst erschienen.)

Dies zeigt schlagend, daß die Teilung der Arbeit, um die es sich hier handelt — und um die es sich eigentlich auch bei A. Smith in der Tat handelt -, keine allgemeine Kategorie, den meisten und verschiedenartigsten Gesellschaftszuständen gemeinsam, sondern eine ganz bestimmte historische, einer bestimmten historischen Entwicklungsstufe des Kapitals entsprechende Produktionsweise; die sogar in der alleinherrschenden und überwiegenden Form, worin sie bei A.Smith auftritt, der schon überwältigten und vergangnen Stufe der Entwicklung der kapitalistischen Produktion seiner Zeitepoche angehörte.

Ure, in dem angegebnen Passus, sagt 1.

„Er“ (A.Smith) „schloß also daraus, daß man selbstverständlich jeder dieser Verrichtungen einen Arbeiter anpassen kann, dessen Lohn seiner Geschicklichkeit entspräche. Diese Anpassung ist das Wesen der Teilung der Arbeit.“

Also erstens: Aneignung des Arbeiters an eine bestimmte Operation, seine Subsumtion unter dieselbe. Er gehört von nun an dieser Operation, die die ausschließliche Funktion seines auf ein Abstraktum reduzierten Arbeitsvermögens wird.

Erstens also wird das Arbeitsvermögen dieser besondren Operation angeeignet. Zweitens aber, da die Basis der Operation selbst der menschliche Körper bleibt, findet statt, wie Ure sagt, daß diese Appropriation zugleich „Verteilung oder vielmehr die Anpassung der Arbeiten an die verschiedenen individuellen Fähigkeiten“.

D.h., die Operationen selbst werden den natürlichen und erworbnen Fähigkeiten angepaßt in ihrer Trennung. Es ist nicht Auflösung des Prozesses in seine mechanischen principes!, sondern eine Auflösung mit Rücksicht darauf, daß diese einzelnen Prozesse als Funktionen menschlicher Arbeitsvermögen ausgeübt werden müssen.

! Elemente

296 3. Der relative Mehrwert - Heft V

G. Garnier, in dem Band von Noten, den er seiner Übersetzung A. Smith’ hinzugefügt, erklärt sich gegen den Volksunterricht, in N. I zum Kapitel Smith’ über die Teilung der Arbeit. Es sei dies gegen die Teilung der Arbeit, und man proscribire damit „tout notre systeme social“ !. (p. 2, 1. c., t. V.) Einige seiner Bemerkungen sind gut hier zu notieren.

„Die Arbeit, welche die Gesamtheit der Bewohner eines Landes ernährt, kleidet und Unterkunft schafft, ist eine Last, die der Gesellschaft als Ganzes auferlegt ist, welche diese aber notwendigerweise lediglich einem Teil ihrer Glieder zuweist.“ (p. 2, l.c.)

Und je größer der industrielle Fortschritt der Gesellschaft, um so mehr wachsen ihre materiellen Ansprüche,

„und folglich wird es mehr aufgewandte Arbeit geben, welche diese produziert, sie bereitstellt“ (die Lebensmittel überhaupt) „und sie an die Konsumenten bringt. Und gleichzeitig wächst infolge derselben Fortschritte indessen die Klasse derer, die von diesen Handarbeiten befreit ist, im Verhältnis zur anderen Klasse. Jene hat also gleichzeitig sowohl mehr Menschen zu versorgen als auch für jeden von ihnen reichlicher und ständig verbesserte Bedarfsgüter bereitzustellen. In dem Maße, wie die Gesellschaft gedeiht, d.h. auf dem Gebiet der Industrie, im Handel, in der Bevölkerung usw. erstarkt ... bleibt dem Menschen, der ' sich einem auf Handarbeit beruhenden Beruf gewidmet hat, weniger freie Zeit. Je mehr die Gesellschaft an Reichtum gewinnt, um so mehr Wert erlangt die Zeit des Arbeiters“ (ist vielmehr d. Wert) ... „Je mehr also die Gesellschaft einem Zustand von Glanz und Macht entgegengeht, um so weniger Zeit wird die Arbeiterklasse für das Studium und für geistige und theoretische Arbeiten verwenden können.“ (p. 2—4.)

D. h., die freie Zeit der Gesellschaft basiert auf der Absorption der Zeit des Arbeiters durch die Zwangsarbeit, und so verliert er den Raum für die geistige Entwicklung, denn das ist die Zeit.

„Andererseits, je weniger Zeit die Arbeiterklasse hat, den Bereich des Wissens zu nutzen, um so mehr bleibt der anderen Klasse. Wenn sich die Menschen dieser letzteren Klasse folgerichtig und mit Fleiß philosophischen Betrachtungen oder literarischen Werken widmen können, dann ist es so, weil sie befreit sind von allen Sorgen um Erzeugung, Fertigstellung oder Transport der Gegenstände ihres täglichen Bedarfs und weil andere die mechanischen Arbeiten für sie übernommen haben. Wie alle anderen Teilungen der Arbeit tritt jene zwischen Hand- und geistiger Arbeit in dem Maße stärker und einschneidender hervor, wie die Gesellschaft reicher wird. Gleich jeder anderen ist diese Teilung der Arbeit eine Wirkung vergangener und eine Ursache künftiger Fortschritte ... Darf die Regierung denn dieser Teilung der Arbeit entgegenwirken und sie in ihrem naturgemäßen Gang aufhalten? Darf sie einen Teil der Staatseinnahmen zum Versuch verwenden, zwei Klassen von Arbeit, die ihre Teilung und Trennung erstreben, zu verwirren und zu vermischen?“

(p. 4, 5, l.c.)

! ächte damit „unser ganzes gesellschaftliches System“

b) Teilung der Arbeit 297

Die Masse der Produktion wächst, indem die efficiency der labour! bei gleicher Arbeiterzahl und zugleich die Extension und Intensivität der Arbeitszeit vermehrt wird. Dies vorausgesetzt, ist ihr fernres Wachstum durch das Wachstum oder die Vermehrung der Lohnarbeiter gegenüber dem Kapital bedingt. Letztre wird teils direkt durch das Kapital vermehrt, indem früher selbständige Handwerker etc. der kapitalistischen Produktionsweise unterworfen und damit in Lohnarbeiter verwandelt werden; ebenso, indem die Einführung der Maschinerie etc. die Verwandlung von Weibern und Kindern in Lohnarbeiter produziert. So vergrößert sich die Arbeiterzahl relativ, obgleich die Gesamtbevölkerung dieselbe bleibt. Das Kapital produziert aber auch absolute Vermehrung der Menschenzahl, zunächst der Arbeiterklasse. Die Bevölkerung kann absolut nur wachsen und damit, abgerechnet von den eben angeführten Operationen, indem nicht nur mehr Kinder geboren werden, sondern mehr aufwachsen, bis zum arbeitsfähigen Alter ernährt werden können. Die Entwicklung der Produktivkräfte unter dem Regime des Kapitals vermehrt die Masse der jährlich erzeugten Lebensmittel und verwohlfeilert sie soweit, daß der Durchschnittsarbeitslohn auf größerer Stufenleiter der Reproduktion der Arbeiter berechnet sein kann, obgleich er im Wert sinkt, kleineres Quantum materialisierter Arbeitszeit darstellt. Wenn nur seine Wertgröße nicht ganz in derselben Proportion fällt, wie die Produktivkraft der Arbeit steigt, auch Sinken des Niveaus. Ändrerseits die Lebenslage, worin das Kapital die Arbeiterklasse stellt, die Konglomeration und die Abscheidung von allem andern Lebensgenuß, die gänzliche Aussichtslosigkeit, einen höhern gesellschaftlichen Standpunkt zu erreichen und ein gewisses Dekorum aufrechtzuerhalten, die Inhaltslosigkeit seines ganzen Lebens, die Vermischung der Geschlechter im Atelier, die Vereinsamung des Arbeiters selbst, alles treibt zu frühzeitigen Ehen. Die Verkürzung und fast Abschaffung der notwendigen Lernzeit, das frühe Alter, worin Kinder selbst als Produzenten auftreten können, die Abkürzung der Zeit also, worin sie ernährt werden müssen, vermehrt den Stimulus zur beschleunigten Menschenproduktion. Nimmt das Durchschnittsalter der Arbeitergenerationen ab, so befindet sich immer überflüssige und stets steigende Masse kurzlebiger Generationen auf dem Markt, und das ist alles, dessen die kapitalistische Produktion bedarf.

Einerseits kann also gesagt werden (sieh Colins etc.), daß ein Land um so reicher, je mehr Proletarier es zählt, und daß das Wachstum des Reichtums in der Zunahme der Armut sich zeigt. Ändrerseits wächst relativ die Zahl der von Handarbeit Unabhängigen und, obgleich die Arbeitermasse wächst, wächst in

! der Wirkungsgrad der Arbeit

298 3. Der relative Mehrwert - Heft V

derselben Proportion die Bevölkerung der Gesellschaftsschichten, die sie durch ihre Arbeit materiell zu ernähren hat. (Colins, Sismondi etc.) Die steigende Produktivität des Kapitals drückt sich direkt aus in der steigenden Masse der von ihm angeeigneten Surplusarbeit oder der steigenden Profitmasse, die eine Wertmasse ist. Diese Wertmasse ist nicht nur wachsend, sondern dieselbe Wertgröße stellt sich in ungleich größrer Masse von Gebrauchswerten dar. Es wächst also die Revenue der Gesellschaft (vom Salair abgesehn), der Teil derselben, der nicht wieder in Kapital rückverwandelt wird, und damit die Substanz, von! der die nicht direkt an der materiellen Produktion beteiligte Gesellschaftsschicht lebt. Damit dann auch der mit den Wissenschaften beschäftigte Teil; ganz wie der mit Zirkulationsgeschäften (Handel, Geldgeschäft) sich befassende und die Müßiggänger, die nur konsumieren; dito der dienende Teil der Bevölkerung. Beträgt z.B. in England 1 Million, mehr als sämtliche direkt in den factories? von Geweben und Gespinsten beschäftigten Arbeiter. Bei der Loslösung der bürgerlichen Gesellschaft von der feudalen vermindert sich dieser Teil der Bevölkerung sehr. Auf einer weiterentwickelten Stufe wächst diese voluntary servage? (sieh Quesnay über die Diener!!??) wieder außerordentlich mit Luxus, Reichtum und Schaustellung des Reichtums. Auch diese Bande — von der arbeitenden Klasse selbst geschieden — hat sie zu ernähren und für sie zu arbeiten, da selbe nicht an der materiellen Produktion direkt beteiligt ist. (Dito Armeen.)

Obgleich die Masse der Arbeiter absolut wächst, nimmt sie relativ ab, nicht nur im Verhältnis zu dem konstanten Kapital, das ihre Arbeit absorbiert, sondern auch im Verhältnis zu dem nicht direkt in der materiellen Produktion oder überhaupt in gar keiner Produktion angesiedelten Teil der Gesellschaft.

„In jedem Stadium der Gesellschaft nimmt die Zahl derjenigen, die arbeiten, in dem Maße ab, in dem die Zunahme und die Verbesserungen der Technik die Produktivkraft des Menschen vermehren ... Das Eigentum entsteht aus der Verbesserung der Produktionsmittel; sein einziges Geschäft ist die Förderung des Müßigganges. Solange jedes Menschen Arbeit knapp zu seiner eigenen Erhaltung ausreicht, wird es keine Müßiggänger geben, weil kein Eigentum“ {Kapital} „möglich ist. Kann dagegen eines Menschen Arbeit fünf erhalten, dann werden auf jeden in der Produktion beschäftigten Menschen vier Müßiggänger kommen; nur auf diese Weise kann das Produkt konsumiert werden ... Das Streben der Gesellschaft geht dahin, den Müßiggänger auf Kosten des Fleißigen zu erheben, den Überfluß in Macht zu verwandeln ... Die Arbeit, die produziert, ist der Vater des Eigen-

! In der Handschrift: an ? Fabriken 3 freiwillige Knechtschaft

b) Teilung der Arbeit 299

tums; das, was die Konsumtion fördert, ist sein Kind ... Die Zunahme von Eigentum, diese größere Fähigkeit, Müßiggänger und unproduktive Arbeitzu unterhalten, ist es, was die politische Ökonomie als Kapital bezeichnet.“ (p. 11-13. Piercy Ravenstone, Mlaster of] Afrts], „Thoughts on the Funding System, and its effects“, London 1824.)

„Je weniger zahlreich die ausbeutende Bevölkerung ist, desto weniger wird sie denen, die sie ausbeutet, zur Last.“ (fp.] 69, t.I, Colins, „L’Econ. Polit. Source des Revolutions et des Ütopies prätendues socialistes“, Paris 1856.) „Versteht man unter gesellschaftlichem Fortschritt, zum Schlechten hin, die aus einer zahlenmäßig größeren ausbeutenden und einer kleineren ausgebeuteten Klasse resultierende Vergrößerung des Elends, so hat es vom 15, bis 19. Jahrhundert gesellschaftlichen Fortschritt, und zwar zum Schlechten hin, gegeben.“ ([o.] 70, 71, le.)

/178/ Über die Trennung der Wissenschaft, soweit sie die Arbeit selbst betrifft, von der Arbeit — der Wissenschaft, deren Anwendung die Industrien und Agrikultur wurden, von den industriellen und agrikolen Arbeitern unter dem Abschnitt der Maschinerie.

(Sonst gehören alle diese Betrachtungen in das Schlußkapitel von Kapital und Arbeit.)

Der mittelaltrige Meister ist zugleich Handwerker und arbeitet selbst. Er ist Meister in seinem Handwerk. Mit der Manufaktur -- wie sie auf Teilung der Arbeit gegründet ist — hört dies auf. Abgesehn von dem kaufmännischen Geschäft, das er als Warenkäufer und Verkäufer versieht, besteht die Tätigkeit des Kapitalisten darin, alle Mittel anzuwenden, um die Arbeit möglichst zu exploitieren, d.h. produktiv zu machen.

„Die Kapitalistenklasse wird zuerst teilweise und schließlich ganz und gar entbunden von der Notwendigkeit der Handarbeit. Sie ist daran interessiert, daß die Produktivkräfte der Arbeiter, die sie beschäftigt, so groß wie möglich seien. Diese Kraft zu steigern, darauf ist ihre Aufmerksamkeit, und zwar fast ausschließlich, gerichtet. Mehr Gedanken werden darauf gerichtet, die besten Möglichkeiten zu finden, alle Erfolge menschlichen Fleißes in die Tat umzusetzen; Kenntnisse erweitern, vervielfältigen seine Tätigkeitsbereiche und unterstützen den Fleiß.“ (Rich. Jones, „Textbook of Lectures on the Pol. Econ. of Nations“, Hertford 1852.) (Lecture III, p. 39].)

„Der Unternehmer wird immer alles daransetzen, um Zeit und Arbeit zu sparen.“ (Dug. Stewart, p.318, l.c.) „Diese Spekulanten, die so sehr sparen an der Arbeit der Arbeiter, die sie bezahlen müßten.“ (/. N. Bidaut, „Du Monopole qui s’&tablit dans les arts industriels et le commerce“, Paris 1828, p. 13.)

„Die Zahl der Arbeiter hat sehr zugenommen, weil man immer mehr Männer- durch Frauenarbeit und vor allem Erwachsenen- durch Kinderarbeit ersetzt. Drei Mädchen im Alter von 13 Jahren mit Löhnen von 6 bis 8 sh die Woche haben massenweise einen Mann reifen Alters mit einem Lohn von 18 bis 45 sh verdrängt.“ ([p.] 147, Note, [De] Quincey, Thomas, „The Logic of Polit. Economy“, Edinb[urgh] 1844.)

„Die Ersparnis an den Kosten der Produktion kann nichts anderes sein als Er-

300 3, Der relative Mehrwert - Heft V

sparnis an der zur Produktion angewandten Arbeitsmenge.“ (‚Sismondi, „Etades etc.“, t.1,

p. 22.) 11180! A.Smith bemerkt über das Wachstum des Kapitals, das der Teilung

der Arbeit vorausgesetzt ist, die zugleich die Zahl der angewandten Arbeiter vermehre:

„In dem Maße, in dem die Teilung der Arbeit fortschreitet, wächst in hohem Grade die Rohstoffmenge, die von derselben Zahl Menschen verarbeitet werden kann; und da die Verrichtungen jedes Arbeiters auf einen immer höheren Grad von Einfachheit zurückgeführt werden, gelangt man dahin, eine Menge neuer Maschinen zu erfinden, die zur Erleichterung und Abkürzung dieser Verrichtungen dienen.“

(Dies sonderbare Logik — weil die Arbeit auf einen stets größren Grad von Einfachheit reduziert, erfindet man Maschinen, um sie zu erleichtern und abzukürzen. Also weil sie erleichtert und abgekürzt sind durch die Teilung der Arbeit! Soll heißen, vereinfachen und analysieren sich die Werkzeuge, aus deren Zusammensetzung später die Maschine entsteht.)

„In dem Maße, wie die Teilung der Arbeit sich entwickelt, muß man, um die gleiche Arbeiterzahl fortwährend beschäftigen zu können, eine gleiche Menge Lebensmittel und eine größere Menge Rohstoffe und Werkzeuge akkumulieren, als auf einem weniger fortgeschrittenen Stand notwendig gewesen wäre. Nun steigt die Zahl der Arbeiter im allgemeinen in jedem Arbeitsbereich zur gleichen Zeit, wie sich dort die Teilung der Arbeit verstärkt; oder es ist vielmehr das Anwachsen ihrer Zahl, das sie dazu bringt, sich so zu gruppieren und einzuordnen.“ (p. 193-94, t. II, A. Smith.) (b. II, „Introduction “.)

A.Smith führt uns ibidem den Kapitalist vor als stets auf der Lauer, die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn. Hier Akkumulation des Kapitals, Voraussetzung für Teilung der Arbeit und Maschinerie (da sie als kapitalistische Produktionsweise erscheine), und umgekehrt die Akkumulation das Resultat dieser Steigerung der Produktivkräfte. L.c. heißt es:

„Ebenso, wie die Arbeit ohne eine vorhergegangene Akkumulation von Kapitalien nicht die große Ausdehnung der Produktivkraft erreichen kann, führt dieselbe Akkumulation von Kapitalien diese Ausdehnung natürlich herbei. Wer sein Kapital dazu anwendet, Arbeiter zu beschäftigen, wünscht dies zweifellos in einer Weise zu tun, in der sie möglichst viele Arbeitsergebnisse liefern: Er ist daher bestrebt, sowohl die Arbeit unter seine Arbeiter möglichst zweckmäßig zu verteilen, als auch sie mit den besten Maschinen zu versehen, die er entweder erfinden oder kaufen kann. In welchem Maße ihm beides möglich ist, hängt im allgemeinen davon ab, wie groß sein Kapital ist und wie viele Menschen er mit diesem Kapital beschäftigen kann. Es wächst daher in einem Lande nicht nur die Menge Arbeit entsprechend der Zunahme des Kapitals, das sie in Bewegung setzt, sondern infolge dieser Zunahme produziert auch dieselbe Menge Arbeit eine weit größere Menge Ar-

beitsergebnisse.“ (p. 194/195.)

b) Teilung der Arbeit 301

„Nicht mehr als der vierte Teil unserer gesamten Bevölkerung liefert alles, was von allen konsumiert wird.“ ([p.] 14, Th. Hodgskin, „Popular Polit. Econ.“, Londfon] 1827.)

„Die schmutzige Ökonomie, die ihn“ (den Tagelöhner) „mit unruhigen Augen verfolgt, überhaupt ihn beim geringsten Anschein einer Erholung mit Vorwürfen bewirft, behauptet, wenn er sich einen Augenblick ausruht, daß er sie bestehle.“ (p.466, v.II, S.N. Lingaet, „Iheorie des Loix Civiles“, Londres 1767.)

Über die Folgen (bösen) der Teilung der Arbeit, die A. Smith, ch. 1, b. 1, wo er ex professo handelt von der Teilung der Arbeit, nur leicht berührt, spricht er dagegen nach Ferguson!'? rund heraus in b.V, das vom Staatsein-

kommen handelt. Da heißt es 1.V (ch. 1, article I):

„Während die Teilung der Arbeit Fortschritte macht, beschränkt sich die Tätigkeit der übergroßen Mehrheit derer, die von der Arbeit leben, d.h. der Masse des Volkes, auf eine sehr geringe Zahl einfacher Handgriffe, sehr häufig auf einen oder zwei. Nun entwickelt sich die Intelligenz der meisten Menschen infolge ihrer gewohnten Beschäftigung weiter. Ein Mensch, dessen ganzes Leben mit der Erledigung einer geringen Anzahl einfacher Handgriffe abläuft, deren Ergebnisse vielleicht auch noch täglich die gleichen oder doch nahezu gleich sind, hat weder die Gelegenheit, seine Intelligenz zu entwickeln, noch seine Einbildungskraft in der Suche nach Auswegen zur Überwindung von Schwierigkeiten zu üben, auf die er niemals trifft; so verliert er natürlich die Gewohnheit, seine Fähigkeiten zu entfalten oder zu üben, und dürfte im allgemeinen so dumm und unwissend werden, wie es für ein menschliches Wesen nur möglich ist. Die Erschlaffung seiner geistigen Fähigkeiten ... die Einförmigkeit seiner sitzenden Lebensweise verdirbt und schwächt natürlich seinen Mut ... sie zerstört selbst die Beweglichkeit seines Körpers und macht ihn unfähig, seine Kraft schwunghaft und ausdauernd in irgendeiner anderen Beschäftigung einzusetzen als in der, wozu er herangezogen ist. So ist seine Geschicklichkeit in seinem besonderen Gewerbe eine Qualifikation, die er erworben zu haben scheint auf Kosten seiner geistigen Fähigkeiten, seiner gesellschaftlichen Tugenden und seiner kämpferischen Veranlagungen. Das also ist der Zustand, in den der arme Arbeiter, d.h. die Masse der Bevölkerung, in der gesamten zivilisierten und industriell fortgeschrittenen Gesellschaft notwendig hinabstürzen muß ... Es sieht nicht so aus in den Gesellschaftsformationen, die man für gewöhnlich als barbarisch bezeichnet: die der Jäger- und Hirtenvölker und selbst der Ackerbauern im unentwickelten Zustand der Landwirtschaft, der dem Fortschritt der Gewerbe und der Ausweitung des Fernhandels vorausgeht. In diesen Gesellschaftsformationen zwingen die unterschiedlichen Tätigkeiten jeden einzelnen, seine Fähigkeit durch ständiges Mühen zu üben usw. ... Wenn sich auch [182] in einer unentwickelten Gesellschaft die Beschäftigungen jedes Individuums einigermaßen stark unterscheiden, so gibt es dennoch keine großen Variationen der Beschäftigungen in der Gesellschaft überhaupt ... In einem zivilisierten Staat, wo im Gegensatz hierzu für die meisten nur eine geringe Auswahl an Beschäftigungen zur Verfügung steht, gibt es eine nahezu unendliche Zahl an Möglichkeiten in der Gesellschaft im allgemeinen.“ [p. 181— 184.]

302 3, Der relative Mehrwert - Heft V

{Abschweifung: (Über produktive Arbeit.)}

{Ein Philosoph produziert Ideen, ein Poet Gedichte, ein Pastor Predigten, ein Professor Kompendien usw. Ein Verbrecher produziert Verbrechen. Betrachtet man näher den Zusammenhang dieses letztren Produktionszweiges mit dein Ganzen der Gesellschaft, so wird man von vielen Vorurteilen zurückkommen. Der Verbrecher produziert nicht nur Verbrechen, sondern auch das Kriminalrecht und damit auch den Professor, der Vorlesungen über das Kriminalrecht hält, und zudem das unvermeidliche Kompendium, worin dieser selbe Professor seine Vorträge als „Ware“ auf den allgemeinen Markt wirft. Damit tritt Vermehrung des Nationalreichtums ein, ganz abgesehn von dem Privatgenuß, den, wie uns ein kompetenter Zeuge, Prof. Roscher [sagt], (sieh 77!) das Manuskript des Kompendiums seinem Urheber selbst gewährt. Der Verbrecher produziert ferner die ganze Polizei und Kriminaljustiz, Schergen, Richter, Henker, Geschworene usw., und alle diese verschiednen Gewerbszweige, die ebensoviele Kategorien der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit bilden, entwickeln verschiedne Fähigkeiten des menschlichen Geistes, schaffen neue Bedürfnisse und neue Weisen ihrer Befriedigung. Die Tortur allein hat zu den sinnreichsten mechanischen Erfindungen Anlaß gegeben und in der Produktion ihrer Werkzeuge eine Masse ehrsamer Handwerksleute beschäftigt. Der Verbrecher produziert einen Eindruck, teils moralisch, teils tragisch, je nachdem, und leistet so der Bewegung der moralischen und ästhetischen Gefühle des Publikums einen „Dienst“. Er produziert nicht nur Kompendien über das Kriminalrecht, nicht nur Strafgesetzbücher und damit Strafgesetzgeber, sondern auch Kunst, schöne Literatur, Romane und sogar Tragödien, wie nicht nur Müllners „Schuld“ und Schillers „Räuber“, sondern selbst „Ödipus“ und „Richard der Dritte“ beweisen. Der Verbrecher unterbricht die Monotonie und Alltagssicherheit des bürgerlichen Lebens. Er bewahrt es damit vor Stagnation und ruft jene unruhige Spannung und Beweglichkeit hervor, ohne die selbst der Stachel der Konkurrenz abstumpfen würde. Er gibt so den produktiven Kräften einen Sporn. Während das Verbrechen einen Teil der überzähligen Bevölkerung dem Arbeitsmarkt entzieht und damit die Konkurrenz unter den Arbeitern vermindert, zu einem gewissen Punkt den Fall des Arbeitslohns unter das Minimum verhindert, absorbiert der Kampf gegen das Verbrechen einen andren Teil derselben Bevölkerung. Der Verbrecher tritt so als eine jener natürlichen „Ausgleichungen“ ein, die ein richtiges Niveau herstellen und eine ganze Perspektive „nützlicher“ Beschäftigungszweige auftun. Bis ins Detail können die Einwirkungen des Verbrechers auf die Entwicklung der Produktivkraft nachgewiesen werden. Wären Schlösser je zu ihrer jetzigen Vollkommenheit gediehn, wenn es keine

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Seite 182 aus Heft V

Abschweifung über produktive Arbeit 305

Diebe gäbe? Wäre die Fabrikation von Banknoten zu ihrer gegenwärtigen Vollendung gediehn, gäbe es keine Falschmünzer? Hätte das Mikroskop seinen Weg in gewöhnliche kommerzielle Sphären gefunden (siehe Babbagel!?) ohne Betrug im Handel? Verdankt die praktische Chemie nicht ebensoviel der Warenfälschung und dem Bestreben, sie aufzudecken, als dem ehrlichen Produktionseifer? Das Verbrechen, durch die stets neuen Mittel des Angriffs auf das Eigentum, ruft stets neue Verteidigungsmittel ins Leben und wirkt damit ganz so produktiv wie strikes! auf Erfindung an Maschinen. Und verläßt man die Sphäre des Privatverbrechens. Ohne nationale Verbrechen, wäre je der Weltmarkt entstanden? Ja, auch nur Nationen? Und ist der Baum der Sünde nicht zugleich der Baum der Erkenntnis seit Adams Zeiten her? Mandewville in seiner „Fable of the Bees“ (1705) hatte schon die Produktivität aller möglichen Berufsweisen usw. bewiesen und überhaupt die Tendenz dieses ganzen Arguments:

„Das, was wir in dieser Welt das Böse nennen, das moralische so gut wie das natürliche, ist das große Prinzip, das uns zu sozialen Geschöpfen macht, die feste Basis, das Leben und die Stütze aller Gewerbe und Beschäftigungen ohne Ausnahme; hier haben wir den wahren Ursprung aller Künste und Wissenschaften zu suchen; und in dem Moment, da das Böse

aufhörte, müßte die Gesellschaft verderben, wenn nicht gar gänzlich untergehen.“ 2!

Nur war Mandeville natürlich unendlich kühner und ehrlicher als die philisterhaften Apologeten der bürgerlichen Gesellschaft.}

Was uns bei der Teilung der Arbeit, wie bei allen Formen der kapitalistischen Produktion, schlägt, ist der Charakter des Antagonismus.

[Erstens:] Bei der Teilung der Arbeit innerhalb des Ateliers sind die Arbeiter quantitativ nach gewissen Verhältniszahlen, wie das Ganze der Produktion, das Produkt der kombinierten Arbeiten es erheischt, streng und gesetzmäßig unter die einzelnen Operationen verteilt. Betrachten wir dagegen das Ganze der Gesellschaft — die gesellschaftliche Teilung der Arbeit — so befinden sich bald zuviel Produzenten in dem einen Geschäftszweig, bald in dem andern. Die Konkurrenz, wodurch der Preis der Ware bald über ihren Wert steigt, bald unter ihren [Wert] sinkt, gleicht beständig diese Ungleichheit und Disproportion aus, reproduziert sie aber ebenso beständig. Es ist die durch die Konkurrenz vermittelte Bewegung der Warenpreise, die als Regulator die Verteilung der Produktenmassen unter bestimmte Produktionszweige bestimmt, beständige Auswanderung und Einwanderung in den besondren Pro-

! Streiks

306 3. Der relative Mehrwert - Heft V

duktionssphären hervorbringt — das sog. Gesetz der Nachfrage und Zufuhr, das einerseits die Preise bestimmt, andrerseits von ihnen bestimmt wird. Ohne hier näher auf diesen Punkt einzugehn, springt der Unterschied dieser anarchischen Verteilung innerhalb der Gesellschaft von den geregelten, festen innerhalb des Ateliers selbst ins Auge.

Zweitens: Innerhalb der Gesellschaft sind verschiedne Geschäftszweige, die selbst bloß verschiedne Phasen der Produktion darstellen, die ein Produkt durchlaufen muß, um seine Schlußform, seine letzte Form, die Gestalt zu erhalten, worin sein Gebrauchswert fertig hergestellt ist, wie z.B. Flachsbauen, Flachsspinnerei, Leinwandweberei — miteinander vermittelt —, so daß sie schließlich zur Herstellung eines Produkts kooperieren — durch die Warenzirkulation. Der Flachs tritt als Ware dem Spinner, das Garn als Ware dem Weber gegenüber. Warenkauf und Warenverkauf vermitteln hier den Zusammenhang, der innerlich — als innere Notwendigkeit — zwischen diesen unabhängig voneinander betriebnen Produktionszweigen existiert. Die Teilung der Arbeit innerhalb der Manufaktur setzt dagegen unmittelbare Kombination der verschiednen Operationen, die ein bestimmtes Produkt liefern, voraus. Ware wird dies Produkt erst als Resultat dieser kombinierten Operationen. Dagegen verwandelt sich der Produktteil, den jede dieser Teiloperationen schafft, nicht in Ware. Die Kooperation ist hier nicht dadurch vermittelt, daß das Produkt des einen Prozesses ursprünglich als Ware in den andren hineintritt und dadurch die geteilten Arbeiten sich ergänzen. Vielmehr ist die unmittelbare Kombination der Arbeiten hier vorausgesetzt, damit ihr gemeinschaftliches Produkt als Ware auf den Markt trete.

Drittens:

{Nach dem relativen Mehrwert sind absoluter und relativer Mehrwert in ihrer Kombination zu betrachten. Dann die Proportionen des Steigens und Fallens. Danach oder vielmehr davor die Änderung, die die Produktionsweise selbst erleidet, indem sie kapitalistisch wird. Nicht mehr bloß formelle Subsumtion des Arbeitsprozesses unter das Kapital. Die verschiednen Mittel, wodurch das Kapital den relativen Mehrwert schafft, die Produktivkräfte steigert und die Masse der Produkte, sind alles gesellschaftliche Formen der Arbeit, die aber vielmehr als gesellschaftliche Formen des Kapitals — Daseinsweisen des Kapitals selbst innerhalb der Produktion, erscheinen. So daß nicht nur gezeigt wird, wie das Kapital produziert, sondern wie das Kapital selbst produziert wird — seine eigne Genesis. Es zeigt sich dann auch, daß diese bestimmte Form des gesellschaftlichen Produktionsverhältnisses durch die vergangne Arbeit Kapital wird, bestimmter Entwicklungsstufe des materiellen Produktionsprozesses, bestimmten materiellen, aber selbst erst histo-

b) Teilung der Arbeit 307

risch geschaffnen Produktionsbedingungen entspricht, Produktionsbedingungen, deren Ausgangspunkte natürlich einer vorkapitalistischen Produktionsstufe der Gesellschaft angehören, deren Herstellung und Entwicklung mit der Genesis des Kapitals selbst zusammenfällt, bis die Produktion sich auf gewonnener kapitalistischer Basis bewegt, wo jene Produktionsbedingungen dann nur erweitert und reproduziert werden. Ferner erscheint diese Genesis des Kapitals zugleich als Entäußerungsprozeß der Arbeit, Entfremdung, Darstellung als fremder Mächte ihrer eignen gesellschaftlichen Formen. Auch der Masse nach, die die kapitalistische Produktion erheischt, erscheint das Kapital als eine gesellschaftliche Form, nicht der unabhängigen einzelnen Arbeit. Danach ist darzustellen, wie weit das Kapital produktiv, woran sich die Frage über produktive und nichtproduktive Arbeit anschließt. Dann der Arbeitslohn und Mehrwert als Revenue, überhaupt die Form der Revenue, die uns nötig zum Übergang zur Akkumulation des Kapitals. 9}

Innerhalb des Ateliers sind die verschiednen Operationen nach einem Plan systematisch geschieden und verschiedne Arbeiter ihnen zugeteilt nach einer Regel, die ihnen als zwingendes, fremdes und von außen ihnen auferlegtes Gesetz entgegentritt. Der Zusammenhang der kombinierten Arbeiten, ihre Einheit, tritt dem einzelnen Arbeiter ebenfalls als Wille, persönliche Einheit, Kommando und Oberaufsicht des Kapitalisten entgegen; wie ihre eigne Kooperation ihnen nicht als ihre Tat, ihre eigne gesellschaftliche Existenz, sondern als Dasein des sie zusammenhaltenden Kapitals, als eine Daseinsform des Kapitals in dem unmittelbaren Produktionsprozeß, Arbeitsprozeß, selbst erscheint. Im Innern der Gesellschaft dagegen erscheint die Teilung der Arbeit frei, d.h. hier zufällig, zwar durch einen innern Zusammenhang verbunden, der aber ebensosehr als das Produkt der Umstände wie der Willkür der voneinander unabhängigen Warenproduzenten sich darstellt. Wesentlich unterschieden, wie die Teilung der Arbeit — als spezifisch kapitalistische Produktionsweise — die Teilung der Arbeit im Innern des Ateliers der Teilung der Arbeit im ganzen der Gesellschaft gegenübertritt, bedingen sich beide wechselseitig. Dies heißt in der Tat nur, daß die große Industrie und freie Konkurrenz beide sich wechselseitig bedingende Formen, Gestaltungen der kapitalistischen Produktion»sind. Indes ist hier alles Heranziehen der Konkurrenz zu vermeiden, da sie die Aktion der Kapitalien aufeinander ist, also schon die Entwicklung des Kapitals überhaupt voraussetzt.

Die Ware als die eleinentarischste Form des Reichtums war unser Ausgangspunkt. Ware und Geld sind beide die elementarischen Daseinsweisen, Existenzweisen des Kapitals, entwickeln sich aber erst zu Kapital unter bestimmten Bedingungen. Kapitalbildung kann nicht stattfinden außer auf

308 3. Der relative Mehrwert - Heft V

Grundlage der Warenproduktion und Warenzirkulation, also auf einer schon gegebnen, zu einem gewissen Umfang gediehnen Stufe des Handels, während umgekehrt Warenproduktion und Warenzirkulation (was Geldzirkulation einschließt) zu ihrem Dasein keineswegs die kapitalistische Produktion voraussetzten, vielmehr als notwendig gegebene historische Voraussetzung der letzteren erscheinen. Ändrerseits aber wird die Ware erst die allgemeine Form des Produkts, muß alles Produkt die Form der Ware annehmen, ergreifen Kauf und Verkauf nicht nur den Überfluß der Produktion, sondern die Subsistenz selbst und treten die verschiednen Produktionsbedingungen selbst umfassend als Waren, durch Kauf und Verkauf vermittelt, in den Produktionsprozeß selbst ein, nur auf Grundlage der kapitalistischen Produktion. Wenn die Ware daher einerseits als Voraussetzung der Kapitalbildung erscheint, erscheint andrerseits ebensosehr die Ware als allgemeine Form des Produkts wesentlich als Produkt und Resultat des Kapitals. Produkte nehmen auf andrer Produktionsweise zum Teil die Form der Ware an. Das Kapital dagegen produziert notwendig Ware, sein Produkt als Ware, oder es produziert nichts. Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion, i.e. des Kapitals, realisieren sich daher auch erst die allgemeinen über die Ware entwickelten Gesetze, z.B. daß der Wert der Ware durch die in ihr enthaltne gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bestimmt ist. Es zeigt sich hier, wie selbst frühern Produktionsepochen angehörige Kategorien auf Grundlage verschiedner Produktionsweise spezifisch verschiedenen Charakter — historischen Charakter erhalten.

Die Verwandlung des Gelds — das selbst nur eine verwandelte Form der Ware — in Kapital findet nur statt, sobald das Arbeitsvermögen (nicht der Arbeiter) in Ware verwandelt ist, also die Kategorie der Ware schon von vornherein einer ganzen, sonst von ihr ausgeschloßnen Sphäre sich bemächtigt hat. Nur sobald die arbeitende Masse der Bevölkerung aufgehört hat, als Warenproduzent auf den Markt zu treten, statt des Produkts der Arbeit vielmehr die Arbeit selbst oder rather! ihr Arbeitsvermögen verkauft, wird die Produktion ihrem ganzen Umfang, ihrer ganzen Breite und Tiefe nach Warenproduktion, verwandelt sich alles Produkt in Ware und treten die gegenständlichen Bedingungen jeder einzelnen Produktionssphäre selbst als Waren in sie ein. Nur auf Grundlage des Kapitals, der kapitalistischen Produktion, wird Ware in der Tat die allgemeine elementarische Form des Reichtums. Hierin liegt aber schon, daß die Entwicklung der Teilung der Arbeit in der Gesellschaft, wo sie in zufälliger Form erscheint, und die kapitalistische Teilung der Arbeit im Innern des Atelier[s] einander wechsel-

U vielmehr

b) Teilung der Arbeit 309

seitig bedingen und produzieren. Damit der Produzent nur Ware produziert, d. h., der Gebrauchswert des Produkts nur als Tauschmittel für ihn existiert — der fact schließt ein, daß seine Produktion ganz auf der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit basiert, er also nur ein ganz einseitiges Bedürfnis befriedigt durch seine Produktion. Andrerseits findet diese allgemeine Produktion der Produkte als Waren aber nur auf Grundlage der kapitalistischen Produktion und im Maß ihrer Ausdehnung statt. Hat sich das Kapital z.B. noch nicht der Agrikultur bemächtigt, so wird ein großer Teil des Produkts noch unmittelbar als Subsistenzmittel, nicht als Ware, produziert werden; ein großer Teil der arbeitenden Bevölkerung wird noch nicht in Lohnarbeiter und ein großer Teil der Arbeitsbedingungen noch nicht in Kapital verwandelt sein.

Die kapitalistische Produktion, also die reglementsmäßige Teilung der Arbeit innerhalb des Atelier[s], vermehrt unmittelbar die freie Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft (ganz abgesehn von der durch die Massenproduktion bedingten Erweiterung des Austauschzirkels, des Weltmarkts), indem sie die Arbeit einer bestimmten Anzahl Arbeiter effektiver macht, also beständig einen Teil der Arbeitskräfte freisetzt für neue Beschäftigungsweisen und damit zugleich bisher latente oder nicht vorhandne Bedürfnisse und Arbeitsweisen zu ihrer Befriedigung entwickelt. Auch durch die Vermehrung der Bevölkerung, durch die Verwohlfeilerung der zur Reproduktion und Vervielfältigung der Arbeitsvermögen erheischten Lebensmittel; ebenso, indem der Surpluswert, der Teil der Revenue wird, nun in den mannigfaltigsten Gebrauchswerten sich zu verwirklichen sucht.

Wo die Ware als herrschende Form des Produkts erscheint und die Individuen nicht nur Produkte, Gebrauchswerte, Subsistenzmittel produzieren müssen, um überhaupt etwas zu produzieren, der Gebrauchswert der Ware für sie vielmehr nur stofflicher Träger des Tauschwerts, Tauschmittel, potentia! Geld ist, wo sie also Ware produzieren müssen, ist ihr Verhältnis zueinander — soweit der Stoffwechsel ihrer Tätigkeiten, überhaupt ihr Verhältnis innerhalb der Produktion in Betracht kömmt — das von Warenbesitzern. Wie sich aber die Ware erst in dem Warenaustausch — i.e. der Warenzirkulation — entwickelt, so der Warenbesitzer in den Charakteren von Verkäufer und Käufer. Verkauf und Kauf, erst die Darstellung des Produkts als Ware, dann die Darstellung der Ware als Geld und die Metamorphose der Ware, worin sie in aufeinanderfolgenden Stadien als Ware Geld, wieder Ware sich darstellt, sind die Bewegungen, wodurch die Produktionen der voneinander

! dem Vermögen nach

310 3, Der relative Mehrwert - Heft V

unabhängigen Individuen gesellschaftlich vermittelt werden. Die gesellschaftliche Form ihres Produkts und ihrer Produktion, d.h. die gesellschaftliche Beziehung, in welche die Warenproduzenten als solche treten, sind eben nur die Darstellung ihres Produkts als Ware und Geld und die Akte, Bewegungen, worin es diese verschiednen Bestimmungen abwechselnd annimmt, Verkauf und Kauf.

Welches also immer der innere notwendige aus der Natur ihrer Bedürfnisse und aus der Art der sie produzierenden Tätigkeiten selbst entspringende Zusammenhang sei, der die verschiedenen Gebrauchswerte, also auch die verschiednen sie produzierenden, in ihnen steckenden Arbeitsweisen zu einem Ganzen, Totalität, System von Tätigkeiten und Reichtum verbindet in welchem Verhältnis immer der Gebrauchswert der einen Ware als Konsumtionsimittel oder Produktionsmittel Gebrauchswert für den andren Warenbesitzer sei —, die gesellschaftliche Beziehung, worin die Warenbesitzer treten, ist die Darstellung ihres Produkts als Ware und Geld und die Bewegung, worin sie als Träger der Metamorphose der Waren einander gegenübertreten.

Wenn das Dasein der Produkte füreinander als Waren und daher der Individuen als Warenbesitzer, weiterentwickelt als Verkäufer und Käufer, daher an und für sich gesellschaftliche Teilung der Arbeit voraussetzt — denn ohne dieselbe würden die Individuen nicht Ware, sondern unmittelbar Gebrauchswert, Subsistenzmittel für sich selbst produzieren —, so setzt es ferner eine bestimmte Teilung der gesellschaftlichen Arbeit voraus, nämlich eine Teilung, die formell absolut zufällig ist und dem freien Belieben und Treiben der Warenproduzenten überlassen bleibt. Soweit diese Freiheit beschränkt ist, ist sie nicht durch staatliche oder sonstige äußerliche Einflüsse beschränkt, sondern durch die Existenzbedingungen, die Charakteristika, die die Ware zur Ware machen. Sie muß einen Gebrauchswert haben für die Gesellschaft, d.h. die Käufer, also bestimmte wirkliche oder eingebildete Bedürfnisse befriedigen. Hier ist eine Basis, auf die der einzelne Warenproduzent baut, aber es ist seine Sache, ob er vorhandne Bedürfnisse befriedigt oder neue durch seinen Gebrauchswert hervorruft, oder ob er sich verrechnet und ein nutzloses Ding geschaffen hat. Es ist seine Sache, einen Käufer aufzufinden, für den seine Ware einen Gebrauchswert hat. Die zweite Bedingung, die er zu erfüllen hat, ist, nicht mehr Arbeit auf seine Ware zu verwenden als die zu ihrer Produktion gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, und dies zeigt sich darin, daß er nicht mehr Arbeitszeit zu ihrer Produktion erheischt als der Durchschnitt der Produzenten, die dieselbe Ware produzieren. Die Produktion des Produkts als Ware — wenn die Ware notwendige Form des Produkts, allgemein Form der

b) Teilung der Arbeit 311

Produktion, daher auch die Befriedigung der Lebensbedürfnisse! durch Verkauf und Kauf vermittelt — bedingt also eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit, die zwar dem Inhalt nach auf einer Basis von Bedürfnissen, Zusammenhang der Tätigkeiten usw. beruht, deren Zusammenhang aber formell nur durch die Darstellung des Produkts als Ware, das Gegenübertreten der Produzenten als Warenbesitzer, als Verkäufer und Käufer vermittelt ist, also einerseits ebensosehr als das Produkt einer verborgenen, in den Individuen nur als Not, Bedürfnis, Fähigkeit usw. erscheinenden Naturnotwendigkeit erscheint, andrerseits als das Resultat ihres unabhängigen, nur durch das Wesen des Produkts — Gebrauchswert und Tauschwert sein zu müssen — bedingten Beliebens.

Andrerseits: Das Produkt nimmt nur allgemein die Form der Ware an — das Verhältnis der Produzenten zueinander als Verkäufer und Käufer wird nur der sie beherrschende gesellschaftliche Zusammenhang -, wo das Arbeitsvermögen selbst zur Ware für seinen Besitzer, der Arbeiter daher Lohnarbeiter und das Geld Kapital geworden ist. Der gesellschaftliche Zusammenhang zwischen dem Geldbesitzer und dem Arbeiter ist auch nur der von Warenbesitzern. Das Verhältnis modifiziert sich, bringt neue gesellschaftliche Verhältnisse hervor, durch die spezifische Natur der Ware, die der Arbeiter zu verkaufen hat und die eigentümliche Art, worin der Käufer dasselbe konsumiert, ganz wie den besondren Zweck, wozu er es kauft. Die kapitalistische Produktion führt u.a. die Teilung der Arbeit im Innern des Ateliers mit sich, und es ist dies, wie die andren vom Kapital angewandten Produktionsmittel, die die Massenproduktion, daher die Gleichgiltigkeit des Gebrauchswerts des Produkts für den Produzenten, die Produktion für den bloßen Verkauf des Produkts als bloßer Ware weiterentwickeln.

Daher ergibt sich also, wie die freie, scheinbar zufällige, unkontrollierte und dem Treiben der Warenproduzenten anheimgestellte Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft der systematischen, planmäßigen?, reglementsmäßigen, unter dem Kommando des Kapitals vor sich gehenden Teilung der Arbeit im Innern des Ateliers entspricht und beide sich gleichmäßig miteinander entwickeln, sich durch Wechselwirküng produzieren.

In Gesellschaftsformen dagegen, wo die gesellschaftliche Teilung selbst als festes Gesetz, äußere Norm erscheint, Regeln unterworfen ist, findet die Teilung der Arbeit, wie sie die Basis der Manufaktur bildet, nicht oder nur sporadisch und nur in Anfängen statt.

{ In der Handschrift: Lebensmittel ? In der Handschrift: systematischen, planmäßigen, systematischen

312 j 3. Der relative Mehrwert - Heft V

Z.B. die Zunftgesetze bestimmen ein sehr niedriges Maximum von Gesellen, die ein Meister halten kann. Er wird eben dadurch verhindert, sich zum Kapitalisten zu entwickeln. Die Teilung der Arbeit ist damit von selbst vom Innern des Ateliers ausgeschlossen, (Etwas weiter auszuführen.)

Platos Hauptargument für die Teilung der Arbeit,! daß, wenn einer verschiedene Arbeiten verrichtet, die eine oder die andre also als Nebenwerk verrichtet, das Produkt auf die Gelegenheit des Arbeiters warten muß, während sich umgekehrt die Arbeit nach den Erfordernissen des Produkts richten soll, neuerdings von den bleachers und dyers? gegen ihre Subsumtion unter die factory actsl”! {The Bleaching and Dyeing Works Act came into operation on 1 August 1861?.} geltend gemacht. Nach dem factory act nämlich, dessen provisions* in dieser Beziehung reproduziert für Bleaching etc.:

„während irgendeiner Essenszeit, die irgendeinen Teil der eineinhalb Stunden für Mahlzeiten bildet, soll kein Kind, keine junge Person oder Frau beschäftigt oder ihnen gestattet werden, in irgendeinem Raum zu verweilen, in dem ein Fabrikationsprozeß durchgeführt wird; und alle diese jungen Personen und Frauen sollen ihre Essenszeiten in der gleichen Tagesperiode erhalten,“ („Factory Report for the half year ending 31* Oct. 1861“:) „Die Bleicher beschweren sich wegen der für sie geforderten Einheitlichkeit der Essenszeiten. Ihr Einspruch gründet sich darauf, daß man zwar die Maschinen in Fabriken ohne Nachteil jederzeit anhalten kann und in diesem Fall außer der Produktion selbst nichts verloren geht. Dagegen kann bei den unterschiedlichen Operationen wie sengen, waschen, bleichen, mangeln, kalandern und färben keine von ihnen in einem bestimmten Augenblick gestoppt werden, ohne Schaden zu riskieren ... die gleiche Mittagsstunde für alle Arbeiter durchzusetzen könne gelegentlich wertvolle Güter dem Wagnis aussetzen, welches sich aus unvollständiger Bearbeitung ergibt.“ (l.c., p. 21, 22.)

(Dieselbe dinner hour? festgesetzt, weil sonst die Kontrolle unmöglich wird, ob die Arbeiter überhaupt die mealtimes erhalten.)

! Siehe vorl. Band, S. 276-279

? Bleichern und Färbern

3 Das Fabrikgesetz für Bleichereien und Färbereien wurde am 1. August 1861 in Kraft gesetzt * Bestimmungen

? Mittagsstunde

6 Essenszeiten

b) Teilung der Arbeit 313

Verschiedne Arten der Division du travail"

„Wir begegnen bei den Völkern, die eine gewisse Stufe der Zivilisation erreicht haben, drei Arten von Teilung der Arbeit: die erste, die wir die allgemeine nennen, führt die Scheidung der Produzenten in Landwirte, Gewerbetreibende und Kaufleute herbei, sie entspricht den drei Hauptzweigen der nationalen Arbeit; die zweite, die man die besondere nennen könnte, ist die Unterteilung innerhalb der einzelnen Erwerbszweige. So z.B. in der einfachen Industrie, wo man zwischen dem Beruf des Landmanns und dem des Bergarbeiters unterscheiden muß etc. Die dritte Art der Teilung der Arbeit endlich, die man als Teilung der Arbeitsverrichtung oder als Teilung der Arbeit im eigentlichen Sinne bezeichnen sollte, ist diejenige, die sich in den einzelnen Handwerken und Berufen herausbildet und die darin besteht, daß mehrere Arbeiter untereinander ihre Verrichtungen aufteilen, die sie ausüben müssen, um denselben Gegenstand für Gebrauch und Verkauf herzustellen, wobei jeder von ihnen nur eine der Arbeiten zu leisten hat, deren Resultat allein nicht die komplette Herstellung des fertigen Gegenstandes ist und wobei dieses Resultat nur durch die Vereinigung der Verrichtungen aller Arbeiter, die mit seiner Herstellung beschäftigt sind, zu erreichen ist. Von jener Art ist die Teilung der Arbeit, die in den meisten Manufakturen und Werkstätten Fuß faßt, wo man eine größere oder kleinere Anzahl Arbeiter mit der Produktion einer Warenart beschäftigt sieht, wobei alle unterschiedliche Verrichtungen ausführen.“ (p.84--86, t.I, F. Skarbek, „Theorie des richesses sociales“, 2.ed., Paris 1839.) „Die dritte Art der Teilung der Arbeit wird innerhalb der Werkstätten selbst vollzogen ... sie entsteht von dem Moment an, da Kapitalien vorhanden sind, welche zur Errichtung von Manufakturen bestimmt sind, und da Werkstattbesitzer existieren, welche alle notwendigen Vorauszahlungen leisten, um Arbeiter arbeiten zu lassen, und welche dank ihrer Fonds in der Lage sind, den Rückfluß der verausgabten Kosten für die Herstellung der Produkte abzuwarten, die sie für den Austausch zur Verfügung stellen.“ ({p.] 94, 95, 1. c.)

Einfache Kooperation

„Ferner muß man feststellen, daß diese partielle Teilung der Arbeit auch dann erfolgen kann, wenn die Arbeiter mit derselben Verrichtung beschäftigt sind. Die Maurer z.B., die Ziegel von Hand zu Hand zu einem höheren Gerüst wandern lassen, tun alle dieselbe Arbeit, und dennoch existiert unter ihnen eine Art von Teilung der Arbeit, die darin besteht, daß jeder von ihnen den Ziegel ein bestimmtes Stück weiterwandern läßt und alle gemeinsam ihn viel schneller an den Bestimmungsort gelangen lassen, als trüge jeder von

ihnen seine Ziegel gesondert auf das Gerüst hinauf.“ (l.c., p. 97, 98.) (Skarbek.)

! Teilung der Arbeit

’

314 3. Der relative Mehrwert - Heft V

y) Maschinerie Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft (steam, electricity, mechanical and chemical agencies!)

John Stuart Mill? bemerkt:

„Es ist fraglich, ob alle bisher gemachten mechanischen Erfindungen die Tagesmühe irgendeines menschlichen Wesens erleichtert haben.“

Er hätte sagen sollen, of any toiling human being’. Aber die Maschinerie auf Grundlage der kapitalistischen Produktion bezweckt keineswegs, to lighten or shorten the day’s toil des Arbeiters’.

„Waren sind billig, außer sie sind aus Menschenfleisch gemacht.“ ([John Barnard Byles,] „Sophisms of Free trade“, London 1850, 7. edit., p. 202.)

Der Zweck der Maschinerie, ganz allgemein gesprochen, ist, den Wert der Ware, ergo ihren Preis, zu vermindern, sie zu verwohlfeilern, d. h., die zur Produktion einer Ware notwendige Arbeitszeit zu verkürzen, keineswegs aber, die Arbeitszeit zu verkürzen, während welcher der Arbeiter mit der Produktion dieser wohlfeilern Ware beschäftigt ist. Es handelt sich in der Tat darum, nicht den Arbeitstag zu verkürzen, sondern, wie bei aller Entwicklung der Produktivkraft auf kapitalistischer Grundlage, die Arbeitszeit zu verkürzen, die der Arbeiter zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens, in andren Worten, zur Produktion seines Salairs, bedarf, also den Teil des Arbeitstags zu verkürzen, den er für sich selbst arbeitet, den bezahlten Teil seiner Arbeitszeit, und durch die Verkürzung derselben den andren Teil des Tags zu verlängern, den er gratis für das Kapital arbeitet, den unbezahlten Teil des Arbeitstags, seine Surplusarbeitszeit. Warum überall mit Einführung der Maschinerie die Sucht nach Verschlingung fremder Arbeitszeit wächst und der Arbeitstag — bis die Gesetzgebung einschreiten muß —, statt verkürzt zu werden, vielmehr über seine natürlichen Grenzen verlängert wird, also nicht nur die relative Surplusarbeitszeit, sondern die Gesamtarbeitszeit, dies Phänomen betrachten wir im 3. Kapitel 2,

[1196] „Jedoch gleichzeitig mit der Erhöhung der Anzahl [der Arbeiter] verstärkt sich auch die Plackerei. Die Arbeit der in den Fabrikprozessen Beschäftigten ist jetzt dreimal. so groß als bei der Einführung solcher Operationen. Die Maschinerie hat zweifelsohne ein Werk verrichtet, welches die Sehnen und Muskeln von Millionen Menschen ersetzt, aber sie hat auch erstaunlich die Arbeit der durch ihre furchtbare Bewegung beherrschten Men-

schen vermehrt.“ („Ten hours’ Factory Bill. Lord Ashley’s Speech“, Londfon] 1844, p.6. 9)

! Dampf, Elektrizität, mechanische und chemische Vorrichtungen ? irgendeines sich abmühenden menschlichen Wesens 3 die Tagesmühe des Arbeiters zu erleichtern oder abzukürzen

c)

[Das mercantile Capital.
Das im Geldhandel beschäftigte Capital]
/944/ Es scheint ganz richtig zu sagen:
Die Scheidung des Profits in Zins und industriellen Profit wird hand-
5 greiflich, sobald 2 Klassen existiren von monied und industrial Capitalists.
Die Existens dieser 2 Klassen ist Ausdruck dieser Scheidung; aber die
Spaltung muß da (möglich) sein, damit sie in dem Auseinandergehn der
2 Klassen erscheine. Aber wie niedrig immer der Profit sei, z. B. 2 P. C. so
könnten dann kleine Capitalisten nicht als monied Capitalists leben, wohl
aber Grosse, da die Summe, the absolute amount von Zins nicht allein von
seiner Rate, sondern Grösse des Zins tragenden Capitals abhängt.
Die Höhe des Zinses für common agriculturists in Indien z. B. zeigt
keineswegs ausserordentliche Profitgrösse an. Erstens ist der Profit sowohl,
wie der Zins, und Theil des Arbeitslohns in Form des Zinses angeeignet.
15 (Indirekt auch Eigenthum am Capital selbst, d. h. hier den Arbeitsbedingungen.) Zweitens: Ist die Profitrate höher, je tiefer die Productionsweise,
d. h. je mehr variables Capital im Verhältniß zum Gesammtcapital ausgelegt
wird; je 119451 geringer das Quantum auxiliary Capital im Verhältniß zu dem
in Arbeit ausgezahlten; 3) kommt allerdings hinzu die durch besondre
20 Umstände (physische) gegebne Bedürfnißlosigkeit des lndiers; hence the low
value seines Arbeitsvermögens.
Das V erhältniß, worin einerseits der Arbeiter noch als selbstständig erscheint, also nicht als Lohnarbeiter, andrerseits aber die gegenständlichen
Bedingungen desselben oder das Product schon eine selbstständige Existenz
25 neben demselben besitzen - die Copropriete einer besondren Klasse von
Wucherern bilden, entwickelt sich nothwendig in allen auf dem Austausch
mehr oder minder beruhenden Productionsweisen mit der Entwicklung des
Geldvermögens (es ist diese Entwicklung selbst) im Gegensatz zu den beschränkteren Formen des agricultural und gewerblichen Vermögens. Dieß

V erhältniß zeigt sich als Loslösung, V erselbstständigung der Arbeitsbedingungen, die mehr und mehr aus der Circulation herkommen und von ihr
abhängen, von dem ökonomischen Dasein des Arbeiters. Andrerseits ist
d. leztere noch nicht subsumirt im Proceß des Capitals. Die Productionsweise
wird daher auch nicht wesentlich verändert. Wo dieß V erhältniß innerhalb
der bürgerlichen Oekonomie sich wiederholt, ist es in zurückgebliebnen
Industriezweigen oder solchen, die sich noch sträuben gegen den Uebergang
in die moderne Productionsweise. In ihnen findet auch die gehässigste
Exploitation der Arbeit statt, ohne daß das Verhältniß von Arbeit und Capital
hier irgend die Basis der Entwicklung neuer Productivkraft und die Keime
neuer historischer Formen in sich trüge. In der Productionsweise selbst
erscheint hier noch das Capital stofflich unter den einzelnen Arbeiter oder
die Arbeiterfamilie subsumirt, sei es im handwerksmässigen Betrieb oder in
der kleinen Agricultur. Es findet Exploitation des Capitals statt, ohne die
Productionsweise des Capitals. Der Zinsfuß sehr hoch, weill) die Profitrate
hoch, indem das Verhältniß des auxiliary capital klein; 2) der Zins den Profit
einschließt; 3) selbst Theil des Arbeitslohns; 4) nicht nur der Mehrwerthund
der Lohn der Arbeit, sondern Aneignung der Arbeitsbedingungen selbst ist.
Ein Theil der Zinsen kann nichtgezahlt werden; die Arbeitsbedingungen (wie
in Indien) selbst verpfändet. Beim industriellen Capital versteht es sich von
selbst, daß der Theil des Products, der die Arbeitsbedingungen vorstellt, dem
Capitalisten zufällt. Diese Form des Wuchers, worin sich das Capital nicht
der Productionsweise bemächtigt, also nur formell Capital ist, sezt vorbürgerliche Productionsweisen als herrschend voraus; reproducirt sich aber,
in untergeordneten Sphären, wieder in der bürgerlichen Gesellschaft. So weit
die Wirkung dieses Capitals nicht politisch - Auflösung der Zustände, wie
im Alterthum etc, historischen Sinn hat, ist es Scheidung der Arbeitsbedingungen vom Arbeiter einerseits; was dasselbe in andren Worten, dadurch
Bildung eines Geldvermögens, das sich später die Productionsbedingungen
als Waaren kauft.
Andre historische Form des Zinses: (wo immer Sklaverei, Leibeigenschaft
und darauf begründetes Vermögen und Revenu): Leihn des Capitals an den
consumirenden Reichthum. Erscheint hier historisch wichtig als selbst ein
Entstehungsproceß des Capitals, indem die Revenu, Rente, und oft das land
too, of the landed proprietors accumulates and becomes capitalized in the
hands of the usurers. Es ist dieß eine der Formen, worin Geld, circulirendes
Capital, in einer von dem Grundeigenthum unabhängigen Klasse sich
acc um ulirt.
Mit der Entwicklung der capitalistischen Production, entwickelt sich
Handel und zugleich die Nothwendigkeit für den Producenten Waaren zu
produciren, theils ihre Elemente zu kaufen, theils das Product zu verkaufen,

in gewissen Terminen zu zahlen etc. Kurz die Geldform der Waare wird I
wesentlich für ihn. Damit dehnt sich der Wucher aus, der jezt schon mehr
die Function des Zinstragenden Capitals im modernen Sinn ausübt. Aber das
Geld befindet sich zum Theil noch in der Hand des altmodischen Wucherers,
5 weniger Geldhändler, Monopolisten, die so Herrschaft über die aufkommende Industrie ausüben. Daher der Kampf, z. B. im 17
1 Jhd.
Es versteht sich, daß wo Handel und Gewerb in Städten sich entwickelt,
sich auch Geldhandel entwickelt. Hier der Wucher dieser Form des Capitals I
gegenüber (der kaufmännischen) schon mehr subsumirt. Untergeordnet erst
10 mit der Entwicklung der Creditformen, wo bare Zahlung oder Zahlung in
Gold, Silber wegfällt. Entwickelt sich aber auf dieser Basis eine neue Klasse
von Parasiten.
Zur Entwicklung des Wuchers ist nichts nöthig als einige Entwicklung von
Waarenproduction und von der Nothwendigkeit in Geld zu zahlen. Auf der
15 einen Seite existirt im slaveholder, feudallord eine Person, die surplus arbeit
besizt und der es der Wucherer abnimmt oder mit ihnen theilt. Ebenso Klasse
von Kaufleuten, neben denen sich der zum Wucherer entwickelte Schatzbildner festsezt und mit ihnen ihre Profite theilt, die grossentheils profit upon
expropriation. Endlich der kleinen Production gegenüber Manir ihre Revenu
20 auf den blossen Arbeitslohn herabzusetzen und sich die Arbeitsbedingungen
anzueignen.\
\946\ Solange daher Geldcapital seine altmodische Struktur des Wuchers
behält, der Zinsfuß zwangsweis durchs Gesetz down gedrückt. Sobald die
Form des Credits geschaffen- worin alles latente Geldcapital der Gesellschaft der industriellen Production zur Verfügung gestellt, sobald das Geld-
capital zur Waare geworden, der Concurrenz unterworfen, fallen die zwangsweisen Methoden es dem industriellen Capital zu unterwerfen und zu einer
blossen Form, Moment desselben herabzusetzen, fort.
Wir haben gesehn: Je weniger der Charakter des Products als Waare
30 entwickelt, je weniger sich der Tauschwerth der Production in ihrer ganzen
Breite und Tiefe bemächtigt, um so mehr erscheint Geld als der eigentliche
Reichthum, als der abstrakte Reichthum, gegenüber den beschränkten
Darstellungsweisen, die er in den Gebrauchswerthen hat. Es beruht die
Schatzbildung darauf. Abgesehn vom Geld als Weltgeld und Schatz, ist es
35 namentlich in der Form des Zahlungsmittels, worin es als absolute Form der
Waare auftritt. Und es ist die Entwicklung desselben als Zahlungsmittel, die
den Zins hauptsächlich hervorruft und es als Geldcapital entwickelt. Was
der verschwenderische oder corrumpirende Reichthum will ist Geld als
Geld, as the general power of purchasing. (Auch zum Schulden Zahlen)
40 Wo der kleine Producent vor allem Geld braucht, ist zum Zahlen. In beiden
Fällen wird das Geld als Geld gebraucht. Die Schatzbildung auf der andren

I Seite wird erst real, erfüllt ihren Traum im Wucher. Was verlangt wird
von ihm ist nicht Capital, sondern Geld als Geld, und durch den Zins verwandelt er dießen Geldschatz für sich in Capital, sich verwerthenden Werth,
ein Mittel, wodurch er sich Theil der Surplusarbeit und Theil der Productionsbedingungen selbst -
wenn sie auch nominell ihm gegenüberstehn
bleiben - bemächtigt. Der Wucher steht scheinbar in den Poren der Production, wie die Götter im System Epicurs. Dieße Form des Zinstragenden
Capitals unterstellt zwar, daß die Production die Waarencirculation so weit
entwickelt hat, daß sie bis zur Geldbildung fortgegangen und das Geld
in seinen verschiedneo Functionen entwickelt hat. Aber es beruht auf
Zuständen, worin der Theil des Products, der sich in Waare verwandelt,
nur noch einen relativ kleinen Theil der Production bildet, die Verwandlung in Geld und Geld selbst, das Dasein der Waare als Tauschwerth, noch
das eine schwierig das andre ausnahmsweise. Diese Art Geldcapital selbst,
obgleich sie Waarenproduction voraussezt, ist nicht unmittelbar aus dem
Verhältniß von Waare und Geld abzuleiten. Je mehr sich die Waare als
Waare entwickelt, um so mehr das Geld als blosse Form desselben; und
um so mehr der Preiß, zu dem die Waaren verkauft werden, durch ihren
Werth bestimmt. Es ist erst die Concurrenz als Realisirungsform des
Capitals, worin dieß gezahlt. Daß Geld gezahlt wird für geliehnes Geld, geht
einfach aus dem Bedürfniß hervor to have it on any price, und der Schatzbildnerische Wucher exploitirt dieß Bedürfniß. Geld ist eine Bedingung,
nothwendige Bedingung, und so schwieriger zu haben, je mehr die Waarenform nicht die allgemeine Form des Products -
Bedingung für die Production, wenn auch noch sehr äusserliche und Bedingung für die V er-
schwendung und das Corruptionsbedürfniß. Als solche Bedingung, als Geld
wird es verkauft. Das Kaufmannsvermögen so fern älter als das Zinstragende
Geldcapital, als es unmittelbar aus der Waarencirculation hervorgeht, das
Geldcapital dagegen aus dem aus der Circulation hervorwachsenden Privilegium des Geldes und seiner N othwendigkeit als Bedingung. Im ersten die
Form der Circulation G-W-G. (oder W-G-W) Im zweiten das Resultat G-G';
daß mit Geld mehr Geld gemacht werden kann. So weit es sich an das
Handelscapital anschließt, hat es dasselbe Verhältniß zu ihm, wie das Zinstragende Capital auf Basis der capitalistischen Production überhaupt zum
Capital. So weit es dagegen das kleine Eigenthum exploitirt oder den verschwenderischen Reichthum (der selbst schon Sklaven oder Leibeignen-
arbeit aneignet), geht es einfach aus dem Geld als Geld- als Schatz hervor,
seiner Function als Zahlungsmittel etc, und der Preiß zu dem es abgelassen
wird dieß rein durch den Preiß bestimmt, den der Wucherer ausklauben
}( kann. Daß "nichts für nichts" gegeben, also nicht gratis geliehn wird, geht
Ü schon daraus hervor, daß 119471 mit der Entwicklung der Waare jede Entäusserung als Aneignung erscheint.

Das Handelscapital oder das Geld wie es im Kaufmannsvermögen auftritt, X
ist die erste Form des Capitals, d. h. der Werth, der ausschließlich aus der
Circulation (AHstausch) hervorgeht, sich in ihr erhält, reproducirt und vermehrt; und so ist der ausschließliche Zweck dieser Bewegung der
5 Tauschwerth; die beiden Bewegungen, Kaufen um zu verkaufen und verkaufen um zu kaufen, aber G-W -G herrscht vor. Das Geld und die Ver-
mehrung desselben herrscht vor als ausschließlicher Zweck der Operation.
Das Handelscapital ist Geld als die vermittelnde Bewegung der Circulation,
ebenso erscheint hier Geld als Selbstzweck, aber ohne deßwegen zu erstarren in seiner metaHnen Existenz. Es ist hier die lebendige Verwandlung
des Werths in die beiden Formen von Waare und Geld; die Gleichgiltigkeit
des Werths gegen die bestimmten Gebrauchswerthe, die er annimmt, und
zugleich seine Metamorphose in allen diesen Formen, die aber nur als
seine Verkleidungen erscheinen. Wenn so die Action des Handels die
Bedingungen der Circulation zusammenfaßt, das Kaufmannsvermögen
nach einer Seite so die erste Existenzform des Capitals ist und auch historisch als solche erscheint, so erscheint auf der andren Seite diese Form
widersprechend dem Begriff des Werths. Wohlfeil kaufen, um theuer zu
verkaufen, ist das Gesetz das Handels. Also nicht der Austausch von
Equivalenten. So weit ist der Begriff des Werths drin, daß die verschiednen
Waaren alle Werth, und darum Geld sind; gleiche der Qualität nach, Ausdrücke der gesellschaftlichen Arbeit. Aber sie sind nicht gleiche Werthgrös-
sen. Es ist überhaupt, wenn Producte zuerst als Waaren ausgetauscht
werden, dieß zu bemerken: das quantitative Verhältniß, worin sie sich austauschen, ist d'abord unmittelbar zufällig. Sie werden so weit als Waaren
gesezt, daß sie überhaupt austauschbare, d. h. Ausdruck desselben sind. Aber
es ist darin nicht gesezt, daß sie Equivalente sind, insofern beide gleichviel
Arbeitszeit enthalten. Der fortgesezte Austausch und damit Reproduction
hebt diese Zufälligkeit mehr und mehr auf. Zunächst aber nicht für den
Producenten auf der einen Seite und den Consumenten auf der andren,
sondern für die vermittelnde Bewegung zwischen beiden, den Kaufmann,
der die Geldpreisse vergleicht und die Differenz einsteckt. Durch seine
Bewegung selbst sezt er die Equivalenz. Er vergleicht die Preisse. Beruht
die ganze Production auf dem Tauschwerth des Products, so wird der Werth
35 der Waare nicht nur als ihr qualitativ, sondern ihr quantitativ Identisches
regulirt. Das Geld als Handelsvermögen, wie es den verschiedensten Gesellschaftsformen eigen, und auf den verschiedensten Stufen der Entwick-
lung der gesellschaftlichen Productivkräfte erscheint, ist blos die vermittelnde Bewegung zwischen Extremen, die es nicht beherrscht und Vor-
40 aussetzungen, die es nicht schafft.
Wie aus der blassen Form der Waarencirculation W-G-W Geld nicht nur

als Maaß der Werthe und Circulationsmittel, sondern als absolute Form der
Waare und damit des Reichtbums hervorgeht, als Schatz etc, und sein
Beisichbehalten und Vermehrung als Geld als Selbstzweck erscheint, so geht
aus der blossen Form des Kaufmannsvermögens, G-W-G', das Geld, det
Schatz als sich durch Veräusserung Vermehrendes und Erhaltendes hervor,
als ein Werth, der durch blosse Veräusserung sich vermehrt. Das Wuchercapital hat dasselbe Verhältniß zum Kaufmannsvermögen wie das Zins-
tragende Geldcapital zum industriellen Capital. So wenig das Kaufmannsvermögen - das auf dem Profit upon expropriation beruht, an und für sich
ein innres Maaß hat, so wenig das Wuchercapital. Das erste beruht auf
Betrug, der so weit geht als er kann und das zweite auf Gewalt, die so weit
geht wie sie kann. Daß beide das Geldvermögen entwickeln heißt in der That,
daß sie das V er mögen der Gesellschaft sich in der Form des Geldes aneignen;
sich das Geldvermögen der Gesellschaft monopolisiren.
Das selbstständige Kaufmannsvermögen als herrschende Form des
Capitals- ist die Verselbstständigung des Circulationsprocesses gegen seine
Extreme - und diese Extreme sind die austauschenden Producenten selbst.
Diese Extreme bleiben selbstständig gegen diesen Proceß, dieser Proceß
umgekehrt gegen sie. Das Product wird hier Waare durch den Handel. Nicht
der Handel, weil das Product von vorn herein als Waare (oder doch nur in
engen Verhältnissen) producirt ist. Es ist hier der Handel, der die Gestaltung
der Producte zu Waaren entwickelt; es sind nicht die producirten Waaren,
deren Bewegung der Handel ist. Capital als Capital tritt hier also zuerst im
Circulationsproceß auf, weil dieß überhaupt die Form ist, worin sich der
Tauschwerth zuerst als in seinem Element bewegt, sie beherrscht, deren
Entwicklung der Circulationsproceß ist. Als Resultat dieses im Circulationsproceß zu Capital entwickeltem Geld, ergiebt sich das Geldcapital quand
meme, das Wuchercapital. I
l947al Das Kurze und Lange an der Geschichte, warum das Capital sich
entwickelt als Handelscapital und Wuchercapital- in diesen beiden Formen
als Geldvermögen - bevor seine wirkliche Gestalt, worin es sich die Production unterwirft, auftritt; die Gestalt, worin es die Grundform der mo-
dernen Gesellschaft bildet, ist die, daß das Product sich zuerst als
Tauschwerth entwickelt in der Circulation, daß es in ihr zuerst Waare und
Geld wird. Es kann sich im Circulationsprocesse bilden, und muß sich in ihm
bilden, bevor es seine Extreme beherrscht- die verschiedenen Productionssphären, zwischen denen der Circulationsproceß vermittelt. Geld und
Waarencirculation daher auch Geld und Waarencapital können Pro-
ductionssphären der verschiedensten Organisationen vermitteln, die ihrer
innern Struktur nach noch hauptsächlich auf Production des Gebrauchswerths gerichtet sind. Diese Verselbstständigung des Circulationsprocesses,

worin die Productionssphären auf einander bezogen werden durch ein
Drittes, drückt doppeltes aus. Sowohl daß sich die Circulation noch nicht
der Production bemächtigt, sondern sich zu ihr als gleichgültiger Voraussetzung, gegebner Voraussetzung verhält, als daß der Productionsproceß den
der Circulation nicht als sein blosses Moment in sich aufgenommen hat. In
der capitalistischen Production erscheint beides. Der Productionsproceß
beruht ganz auf der Circulation, und die Circulation ist ein blosses Moment
der Production, blos die Realisirung des als Waare producirten Products.
Die Form des Capitals, die es unmittelbar aus der Circulation erhält, die des
Handelscapitals, erscheint hier blos als Form des Capitals in seiner Reproductionsbewegung; ebenso alle Formen die es als Geldcapital annimmt,
und die V erwerthung des Geldcapitals als solchen durch seine blosse
Entäusserung als Waare- blos als bestimmte Form durch seine Verwerthung
im Productionsproceß selbst.
Geniessender Reichthum. Demfond nach dem productiven Capital verwandter als dem Handelscapital und dem Wuchercapital, weil direkte An-
eignung von Surplusarbeit (des Sklaven, Leibeignen etc) durch Besitz der
Productionsbedingungen. Aber der Arbeiter hier selbst d'une maniere ou
d'une autre gehört noch selbst zu den objectiven Productionsbedingungen.
Es ist der Gebrauchswerth vorherrschend. Die Agenten treten sich nicht als
Käufer und Verkäufer gegenüber. Die selbstständige Form des Tauschwerths
als Geld und die als Waare bedingen nicht den Proceß selbst. Der Sklave
(nicht der Leibeigne) mag als Waare gekauft sein. Aber seine Exploitation
findet nicht in der Form des Waarenaustauschs zwischen Exploiteur und
Exploitirtem statt. Es sind Verhältnisse unabhängig von der Production
selbst - so weit sie auf Tauschwerth gerichtet - die Sklaverei, Leibeigenschaft setzen. Der slaveholder, feudal Iord besizt die Surplusarbeit in der
Form von homely values in use. Der Kaufmann bringt ihm Waaren, von
denen er wenig gegen Masse dieser Producte austauscht. Der Wucher
30 schließt sich an, um die Revenus zu anticipiren, und dem Iandlord etc die
Mittel zum Kauf dieser Waaren zu schaffen, überhaupt ihm die Form des
Reichtbums zu avanciren, worüber er über Menschen und Dinge stets gebietet. Dazu kommt die Zahlungsnothwendigkeit.
Productive Klassen.
35 So weit sich der Wucher an das Kaufmannsvermögen selbst anschließt, will
das leztre gewinnen. Zahlt also Zins um mehr Profit zu machen. Hier wird
der Zins auch schon moderirter, weil er die Möglichkeit des Gewinns lassen
muß; kann aber auch unter kleinen Verhältnissen nur führen zu Erhöhung

der Preisse, auf die der Zins und verhältnißmässig Profit geschlagen wird.
Diese Erhöhung hat natürliche Grenzen. Bei dem Kaufmann nie der Zwang
von ihm zu kaufen beyond a certain price. So trotz der hohen Preisse
langsame Reproduction, weil beschränkter Markt. So beherrscht hier der
Wucher den kleinen aufkommenden commercial und industrial trade.
Andrerseits führt der Handel, dessen Vermögen nur in der Circulation
besteht, zur absoluten Abhängigkeit dieses Vermögens von der Circulation,l
l947bl zur Entwicklung der Zahlungstermine, der Abhängigkeit von den
returns, fremder Zahlungen etc. So weit aber das Geld Zahlungsmittel, muß
es absolut, at whatever cost, beschafft werden. Hier herrscht daher der
Wucher, der es vorschießt, unbedingt, schreibt die Bedingungen vor.
Kleinbürgerliche und kleinbäuerliche Industrie.
Braucht das Geld entweder als Kaufmittel oder als Zahlungsmittel.
Als Kaufmittel hauptsächlich nur, wenn in diesen Productionsformen,
worin der Arbeiter noch Eigenthümer seiner Productionsbedingungen sein
muß, Productionsbedingungen eignen muß, wenn diese Bedingungen ihm
durch Zufälle oder ausserordentliche Erschütterungen verloren gehn, oder
wenigstens nicht im gewöhnlichen Lauf der Reproduction ersezt werden.
z. B. Mißerndte, Viehseuche etc. Unter die Productionsbedingungen gehören diese auch als Lebensmittel und Rohmaterial. Blosse V ertheurung der-
selben kann ihn unfähig machen, sie mit dem Erlös seines Products zurückzukaufen oder selbst sie in natura zu ersetzen. Beispiele: Dieselben Kriege,
wodurch die römischen Patricier die Plebejer ruinirten, sie zu Kriegsdiensten
zwangen, die sie an der Reproduction ihrer Arbeitsbedingungen hinderten,
daher verarmten (und dieß ist hier die vorherrschende Form. Die Verarmung
hier der Verlust der Reproductionsbedingungen), füllten ihre Speicher und
Keller mit erbeutetem Kupfer, dem damaligen Geld. Statt direkt die Waaren
zu geben, Korn, Pierde etc, liehen sie dieß ihnen nutzlose Kupfer den
Plebejern und benuzten diese Situation zu enormen Wucherzinsen. Unter
Karl dem Grossen, der die Bauern ähnlich ruinirte, blieb ihnen nur übrig, statt
Schuldner, Leibeigne zu werden. So wissen wir, daß in Mrica, wie in den
rumänischen Ländern etc die Hungersnoth z. B. Selbstverkauf als Sklaven
an den Reichern herbeiführt. Dieß für die Epochemachenden Momente,
worin sich das Geld als Wuchercapital entwickelt. Im Einzelnen betrachtet
hängt das Erhalten und der Verlust der Productionsbedingungen für die
einzelnen Producenten von 1000 Zufällen ab und jeder solcher Zufall des
Verlust der Verarmung- ist ein Punkt für den Wucherparasiten sich
anzusetzen. Einem kleinen Bauer braucht blos eine Kuh zu crepiren, einem

kleinen Schuster blos das Leder im Preiß aufzuschlagen, damit beide unfähig
sind, ihre Reproduction von neuem auf der alten Stufenleiter to begin anew:
Hier tritt der Wucher dazwischen. Er bemächtigt sich ihrer Surplusarbeit
etc, indem er ihnen die Productionsbedingungen, wenn noch nicht ökono-
5 misch, so juristisch entfremdet. Das Geld ist hier rein verlangt als Kaufmittel, aber weder um zu consumiren, noch um "Profit" zu machen, son-
dern um die abhanden gekommnen Arbeitsbedingungen wieder in Gewalt
zu bekommen.
Zahlungsmittel. Dieß aber das eigentliche grosse und eigenthümliche #
Terrain des Wuchers. Hier tritt das Geld absolut auf, und zwar in der gewöhnlichen Sphäre des Productionsprocesses, in der heimischen Sphäre des
Circulationsprocesses. Im engsten Cirkel. Jede zu liefernde Geldleistung in
bestimmten terms, Tribut, Steuer bringt dieN othwendigkeit der Geldzahlung
mit sich. Und aus der Waarenproduction selbst entwickelt sich, bei der
geringsten Theilung der Arbeit, aus dem Verhältniß von Käufer und Verkäufer das von Gläubiger und Schuldner, wie ich nachgewiesen, theils aus
der besondren Form der Veräusserung die aus der besondren Natur von
Gebrauchswertben fließt, theils aus dem Auseinanderfallen der verschiednen Productionszeiten und Productionsperioden der verschiednen Trades.
Hier gilt es absolut am bestimmten Termin die Waare in der Form des Geldes
zu haben. DerGebrauchswerthals solcher, die Waaren selbst erscheinen hier
als Dreck. Das Geld ist absolut, gilt alles und dieß seine allgeltende Macht
ist die Macht des Wucherers.\
\948\ Selbst auf Grundlage des modernen Capitals, z. B. in Geldkrisen, wo
25 der Zins= 20 P. C., der Preiß der Waare tief unter ihren Productionskosten.
Selbst hier herrscht dann der Wucher. Und derselbe Wucher Hauptmittel
die Nothwendigkeit des Gelds als Zahlungsmittel zu entwickeln, indem er
den Producenten tiefer und tiefer verschuldet und die gewöhnlichen Mittel
der Zahlung ihm selbst, durch die Inadequatheit seiner ganzen Production
30 und der Zinsen, die er zu zahlen, annullirt. Hier schießt der Wucher aus dem
Geld als Zahlungsmittel auf und schafft und erweitert diese Form des Geldes,
also sein eignes Terrain.
Kaufmittel - sobald die gewöhnliche Reproduction den Ersatz der Arbeitsbedingungen durch Störungen nicht liefert, also diese aus der Cir-
35 culation herkommen müssen. Zahlungsmittel als Form des Gelds, worin es
überhaupt als absolute Form gegenüber dem concreten Reichthum erscheint.
In beiden Formen das Geld nicht als Capital, sondern als Geld gewollt: In
dem einen Fall müssen die Arbeitsbedingungen ausnahmsweise aus Geld erst
in solche verwandelt werden. Im andren Fall ist es die N othwendigkeit der
40 Verwandlung in Geld. In beiden Formen entwickelt sich das Geldcapital auf
einer von der capitalistischen Production unabhängigen Basis. In beiden

kann es zu ihr führen. Der Wucher, wie der Handel, in ihrer unmittelbaren
Form exploitiren blos gegebne Productionsverhältnisse, schaffen sie nicht,
verhalten sich äußerlich zu ihr. Der Wucher direkt sucht sie zu erhalten, um
sie stets von neuem exploitiren zu können, ist conservativ, macht sie nur
miserabler. Je weniger die Productionsbedingungen als Waare in den Proceß
eingehn und aus ihm herauskommen, um so mehr erscheint ihre Herstellung
aus Geld als besondrer Akt. Je weniger die ganze Production auf der Circulation beruht, blos bare Zahlung, geringe Sphäre des Waarenverkaufes,
wenig Accumulation, wenig umlaufendes Geld, Langsamkeit und Unterbrochenheit der Metamorphose, wenig Verschlingung daher des Pro-
ductionsprocesses des einen mit der Circulation des andren, so härter die
Macht des Gelds als Zahlungsmittel. Daher dem Wucher um so größres
Gebiet. Ganz wie das Geld als Schatz um so wichtiger, je weniger der
Tauschwerth entwickelt, so das Geld als Wuchercapital um so mehr je
weniger das Geld eine der Productionsweise selbstverständliche Form.
Daß das Geldvermögen als besondres Vermögen sich entwickelt, heißt mit
Bezug auf das Wuchercapital, daß es alle seine Forderungen in der Form von
Geldforderungen besizt. Es entwickelt sich um so mehr in einem Lande, je
mehr das Gros der Production auf Naturalleistungen etc und Gebrauchswerth beschränkt.
A. Smith sagt mit Bezug auf das Handelscapital:
"Obgleich die Bewohner einer Stadt schließlich von dem Land ihre
Subsistenz und alle Mittel und Materialien ihrer Industrien ziehn, so können
doch die einer Stadt, die nah an den Ufern des Meeres oder eines schiffbaren
Flusses liegt, sie aus den entferntesten Winkeln der Welt ziehn, entweder
im Tausch gegen das Gewerbsproduct ihrer eignen Industrie, oder indem sie
den Dienst von Fuhrleuten zwischen entfernten Ländern wechselseitig thun
und die Producte dieser Länder untereinander austauschen. So kann eine
Stadt sehr reich werden, während nicht nur das Land ihrer nächsten Umgebung, sondern alles Land, womit sie handelt, arm ist. Jedes dieser Länder
getrennt genommen kann ihr nur einen sehr kleinen Theil der Subsistenz und
für die Geschäfte bieten; aber alle diese Länder collectiv genommen, können
ihr eine grosse Masse Subsistenz und grosse Mannigfaltigkeit der Beschäftigung liefern." (t. Il.liv. 111.) [p. 452, 453] Wie das Geld sich zuerst ent-
wickelt zwischen Gemeinwesen, so der Handel als auswärtiger Handel und
Zwischenhandel. Auf grosser Stufenleiter zuerst als Carrying trade. "Italienische Städte erheben sich zuerst in Europa durch den Handel; während
der Kreuzzüge -
Genua, Venedig, Pisa - theils den Transport von Menschen und immer durch die von Lebensmitteln, die ihnen geliefert werden
mußten. Diese Republiken waren gleichsam die Commissarien der Lebensmittel dieser Armeen." (l. c.) [p. 454]1

19491 "Die Bewohner der Handelsstädte führten von reichem Ländern
raffinirte Gegenstände und Luxusartikel von grossem Preiß ein, boten so
neue Nahrung der Eitelkeit der grossen Grundeigenthümer, die sie mit
empressement kauften, indem siegrosse Quantitäten vom Rohproduct ihrer
5 Ländereien dafür zahlten. So der Handel eines grossen Theils von Europa
in dieser Zeit Austausch des Rohproducts eines Landes gegen das Manufacturproduct eines in der Industrie avancirtern Landes." (454, 455)
Luxusmanufacturen entspringen aus foreign commerce etablirt durch
Kaufleute. (456--457) (bearbeiten ausländische Materien.) A. Smith spricht
10 von einer 2ten Sorte, die "natürlich und von selbst durch successive Verfeinerung der Gewerbe- häuslichen Gewerbe entstanden. Bearbeiten home-
grown materials". (459)
Die Handelsvölker der Alten, wie die Götter des Epikur in den Intermundien der Welt oder rather wie die Juden in den Poren der polnischen
Gesellschaft.
Die ersten großartig entwickelten selbstständigen Handelsvölker oder
Städte carrying trade, beruhten auf der Barbarei der producirenden Völker
zwischen denen sie die Vermittler spielten.
In den Vorstufen der bürgerlichen Gesellschaft beherrscht der Handel die
Industrie; in der modernen Gesellschaft umgekehrt. Der Handel wird natürlich mehr oder minder zurückwirken auf die Gemeinwesen, zwischen denen
er getrieben wird; er wird die Production mehr und mehr dem Tauschwerth
unterwerfen; den unmittelbaren Gebrauchswerth mehr und mehr in den
Hintergrund drängen; indem er die Genüsse und Subsistenz mehr abhängig
macht vom Verkauf als vom unmittelbaren Gebrauch des Products. Löst die
alten Verhältnisse auf. Vermehrt die Geldcirculation. Ergreift nicht blos den
Ueberfluß der Production; frißt nach und nach diese selbst an. (Basirt noch
einzelne Productionszweige auf sich.) Indeß hängt die auflösende Wirkung
sehr ab von der Natur der producirenden Gemeinwesen, zwischen denen er
operirt. Z. B. hat [er] die altindischen Gemeinwesen und überhaupt die
asiatischen Verhältnisse kaum erschüttert. Der Betrug im Austausch ist die
Basis des Handels, wo er selbstständig erscheint.
Handelsvermögen, wie Wucher, als selbstständige ökonomische Form
und als Grundlage für Handelsvölker und Handelsstädte existirt und hat
existirt zwischen Völkern, die sich auf den verschiedensten Stufen der
ökonomischen Entwicklung befinden und in der Handelsstadt selbst (altasiatischen, italienischen im Mittelalter, griechischen u. s. w.) kann die Pro-
duction in der Form von Zunft etc fortexistiren.
"Trade is an Operation, by which the wealth, or work, either of individuals,
or of societies, may be exchanged by a set of men called merchants, for an
equivalent, proper for supplying every want, without any interruption to

industry, or check to consumption." (Steuart. t.l. 166. Dublin Ausgabe.)
"While wants continue simple and few, a workman finds time enough to
distribute his work: when wants become more multiplied, men must work
harder; time becomes precious;hence trade is introduced with the merchant
as middleman between workmen and consumers." ( 171) "The collection (der
Producte. Der trade concentrirt zuerst, aber in der Circulation, wobei die
Arbeiten selbst vereinzelt bleiben.) into a few hands is the introduction of
trade." (Diese collection into a few hands nicht in dem Productionsproceß
selbst noch.) "Der consumer kauft nicht um wieder zu verkaufen. Der
Kaufmann kauft und verkauft blos with a view to gain." ( 175) "Der einfachste aller trades, der nur geführt durch barter der nothwendigsten
Lebensmittel." (zwischen dem Surplusfonds der Pächter und den free
hands.) (175) "So lange -wechselseitige Bedürfnisse supplied by harter,
ist nicht die geringste Gelegenheit für Geld da. Dieß ist die einfachste
Combination. Sind Bedürfnisse vervielfältigt, bartering becomes schwerer;
upon this money is introduced. Dieß ist der common price aller Dinge.
Ein proper Equivalent in der Hand derer die want. Diese operation of
buying and selling ist etwas complexer als die erste. Also 1) barter;
2) sale; 3) commerce. Der Kaufmann muß dazwischen kommen. Was früher
wants hieß, ist jezt repräsentirt durch den consumer, die Industrie durch den
manufacturer, das Geld II950al durch den Kaufmann. (Das Geld ist einerseits
die erste Metamorphose der Waare, ihr Dasein als Tauschwerth. Zweitens
aber der Beginn der 2'en Metamorphose, als Form, worin die Waare sich in
andre Waare verwandelt. Diese beiden Punkte stellt der Kaufmann vor, die
2 Momente des Gelds in G-W-G, so daß es aber selbst als der Zweck erscheint.) ... Diese Operation von buying und selling ist jezt trade; it relieves
beide Theile von dem ganzen trouble of transportation und adjusting wants
to wants, or wants to money; the merchant represents by turns the consumer,
the manufacturer and the money. Dem consumer repräsentirt er die Gesammtheit der manufacturers, diesen die Gesammtheit der consumers, und
beiden Klassen his credit supplies the use of money." ( 177, 178)
"Merchants are supposed to buy and sell not by necessity, but with a view
to profit." (1. c. 201)
Ueber den Zins sagt Gilbart (J. W.): "The History and Principles of
Banking. London. 1834":
"Daß ein Mann, der Geld borgt, mit der Absicht Profit zu machen, einen
Theil des Profits dem Verleiher geben soll, is a self-evident principle of
natural justice. Ein Mann macht Profit gewöhnlich mitteist des traffick.
Aber im Mittelalter die Bevölkerung rein agricol. Und da, wie unter dem
feudal government, kann nur wenig traffick und daher wenig profit sein.
Daher die Wuchergesetze im Mittelalter gerechtfertigt. [p. 163, 164] Ausser-

dem: in an agricultural country a person seldom wants to borrow money
except hebe reduced to poverty or distress by misery." (p. 163.)
"Henry VIII limitirte Zins auf 10%, Jakob I auf 8, Charles li auf 6, Anna
auf 5%." (p. 164, 165.) "In jenen Zeiten waren die Ausleiher, wenn nicht
legale, so doch actuelle Monopolisten, und daher war es nöthig, sie wie andre
Monopolisten unter restraint zu setzen." (1. c. 165) "In unsren Zeiten regulirt
die Rate des Profits die Rate des Zinses; in jenen Zeiten regulirte die Rate
des Zinses die Rate des Profits. Wenn der Geldverleiher den Kaufmann mit
einer hohen Zinsrate belastete, mußte der Kaufmann eine höhere Profitrate
auf seine goods schlagen. Daher eine grosse Summe Geldes genommen aus
den Taschen der Käufer um sie in die Tasche des moneylenders zu legen.
Dieser additional price auf goods geschlagen, machte das Capital minder
fähig und geneigt sie zu kaufen." (165)
Josias Child ... im 171 Jhhdt, in den "Traites sur le commerce et sur les
avantages qui resultent de la reduction de l'interet de l'argent (ecrit" 1669,
trad. de l'anglois). Amsterdam et Berlin 1754 (Ebenso "Traite contre l'usure"
par Thomas Culpeper 1621, bekämpft Thomas Manly(dessen tract: "Interest
of Money mistaken"), den er den "Champion of the usurers" nennt. Der Ausgangspunkt natürlich, wie alle Raisonnements der englischen Oekonomen
20, des 171 Jhdts, der Reichthum Hollands, wo low rate of interest. Child macht
diese low rate of interest zum Grund des Reichthums, Manly sagt, daß er
nur die Folge. "Um zu wissen, ob ein Land arm oder reich ist, hat man nur
zu fragen: Quel y est Je prix de l'interet de l'argent." (741. c.) » Comme le
champion de la troupe craintive et tremblante des usuriers, il etablit sa
principale batterie vers le c6te que j'ai avoue etre le plus faible ... 11 nie
positiverneut que le bas interet en (de Ia richesse) soit Ia cause et il assure
qu'il n'en est que l'effet. « (120) "Wenn man den Zins reducirt, sind die die
ihr Geld rückfordern, gezwungen Ländereien zu kaufen (deren Preiß steigt
durch die quantite des acheteurs) oder es in dem Commerce zu placiren."
30 (133) "So lange der Zins 6% ist, wird Niemand sich exponiren Risico zu
laufen in dem Seehandel, um nur 8-9% zu gewinnen, ein Profit womit die
Holländer, die das Geld zu 4 und 3% haben, sehr zufrieden sind." (134) "Der
niedrige Zins und der hohe Preiß der Ländereien zwingt den Kaufmann
beständig beim Commerce zu bleiben." (140) "Die Zinsreduction porte une
35 nation a l'economie." (144) "Wenn der Commerce es ist, der ein Land
bereichert, und wenn dieVerminderungdes Zinses den Commerce vermehrt,
so ist eine Reduction des Zinses oder Restrietion des Wuchers ohne Zweifel
une cause principa1e et productive des richesses d'une nation. Es ist durchaus
nicht absurd zu sagen, daß dieselbe Sache zu gleicher \\950b\ Zeit Ursache
40 unter gewissen circumstances und Wirkung unter andern sein kann." (155)
"L'reuf est Ia cause de Ia poule, et la poule est Ia cause de l'reuf. Die

Zinsenreduction kann also eine Vermehrung des Reichtbums und die Vermehrung des Reichtbums eine noch größere Zinsenreduction verursachen.
Die erstere läßt sich durch ein Gesetz thun." (156) «Je suis l'avocat de l'industrie et mon adversaire plaide pour Ja paresse et l'oisivete. » (179.) Hier
direkt als Vorkämpfer des industriellen und commerciellen Capitals.)
Die Anzahl der Umschläge des Capitals kann nur den Profit vermehren,
so weit sie die Anzahl der Reproductionen vermehrt, hinc of surpluslabour,
oder die Masse der Reproduction (ihre Stufenleiter) im selben Zeitraum.
Engagirtes Capital kann nicht dazu benuzt werden die Stufenleiter auszudehnen. Aber mit dem commercia1 capita1 verhält es sich anders.
Vermehrt sich die Productivität der Industrie, so fällt der Preiß der einzelnen Waare. Es ist weniger Arbeit in ihr enthalten, weniger bezahlte und
unbezahlte. Gesezt 300 Ellen Leinwand, statt 100. Diese (als Leinwand,
Garn bleibe gleich theuer etc) 300 seien die Arbeit von 10 Mann; wie früher die 100 die Arbeit von 10 Mann. Im lezten Fall enthalten 10 Ellen die
Arbeit eines Mannes, f. i. =
Ellen
Arbeitsstunden
Arbeitsstunden
Ellen
Ellen
= 12/ 10 = 6/ 5 = 11/ 5 Arbeitsstunden. Im andren Fall
Arbeitsstunden
Ellen
Arbeitsstunden
2/ A b ·
r eltsstun en. In emem Fall enthalt
die Elle 6/ 5 Arbeitsstunden, im andren 2/ 5, also 3 x weniger. Gesezt 1 Arbeitsstunde sei= 3 sh. So kostet die Elle im ersten Fall1 1/ 5 sh. und im zweiten
2/ 5 sh. Im ersten Fall 1 sh. 22/ 5 d. und im zweiten Fall 44/ 5 d. Gesezt nun Garn
etc, das in der Elle enthaltne Capital constant sei = 1 sh. So kostet die Elle
im ersten Fall 2 sh. 22/ 5 d. und im 2ten 1 sh. 44/ 5 d. Gesezt der Arbeitslohn
= 1/ 2 des zugesezten Werths, so im ersten Fall enthält die Elle 71/ 5 d. und im
zweiten 22/ 5 d. Der Mehrwerth diesem gleich. Das Verhältniß zwischen Arbeitslohn und Mehrwerth dasselbe geblieben. Die einzelne Waare betrachtet
ist der Profit (und der Arbeitslohn), die in ihr stecken 3 x kleiner als im
andren Fall. Aber die Gesammtsumme betrachtet ist die Summe des Arbeitslohns und Profits dieselbe geblieben, weil 10 x 71/ 5 = 30 x 22/ 5• Die
Profitrate dagegen wäre gefallen, weil sich das in Garn etc ausgelegte
Capital verdreifacht hätte. Sie hätte nur dieselbe bleiben können wenn das
Garn etc ebenfalls dreimal im Werth gefallen oder der Arbeitslohn sich um
das Dreifache vermindert hätte.
Im ersten Fall kosten die 10 Ellen = 10 (2 sh. 22/ 5 d.) = 1,2 sh.
Im zweiten Fall kosten die 30 Ellen = 30 (1 sh. 44/ 5 d.) = 21. 2 sh. (aber 30
hätten im ersten Fall 3 /. 6 sh. gekostet.)
Gesezt nun das Garn etc falle auch um das 3fache im zweiten Fall.
So im ersten Falle die 10 Ellen= 11. 2 sh., und die Elle= 2 sh. 22/ 5 d.

Im zweiten Falle die 30 Ellen = 1 1. 2 sh. und die Elle = 8415 d.
Auch in diesem Falle die Summe des Profits (und Arbeitslohns) für die
30 Ellen so groß, wie früher für die 10; trotzdes grossen Falls des Waarenpreisses, der einzelnen Elle. Die Profitrate ist dieselbe auf die einzelne Elle,
denn im ersten Fall beträgt sie 71 I 5 d. auf Auslage von 1 sh. 7I I 5 d. Im zweiten
Fall 2215 :6215• In beiden = 3:8. Auf die einzelne Elle betrachtet hat aber die
Masse des Profits abgenommen. Sie war im ersten Fall71l5d. und ist im zweiten nur mehr 2215• Wäre der Arbeitslohn auf Il3 gesunken; also von 215 sh. \
/950/ Sind 300 Ellen die Arbeit von I 0 Mann, wo früher 100 Ellen von
10 Mann, so kommt im ersten Fall 30 Ellen auf 1 Mann, im zweiten 10 auf
1. Im ersten Fall steckt in der Elle I I 10 Tagesarbeit, im zweiten 1 I 30·
Nehmen wir also das Garn etc bleibe gleich theuer, z. B. = x; so der Preiß
der Elle im ersten Fall= x + 1I 10 M., im 2ten = x + 1I30 M. Die 100 Ellen kosten
im ersten Fall 100 (x + Ij 10 M.) = 100x +10M.; und im zweiten 300 (x + 1l3o)
= 300x +10M. Es ist also klar, wenn der Arbeitslohn derselbe, z. B. 1/2 des
Arbeitstages, so bleibt die Masse des Profits in beiden Fällen dieselbe. Im
ersten Fall der Profit auf 100 Ellen= Iool20 M. = 5 M. und im zweiten Fall der
von 300 Ellen= 300h0 = I00/20 = 5 M. Die Summe des Profits hier dieselbe, weil
100 ctl20) nicht mehr ist als 300 Cho). Aber erstens ist die Rate des Profits
gesunken; denn im [ersten] Fall die Auslage auf die Elle= x + 1l2oM. und
der Profit= 1I20 M. Im zweiten Fall= x + 1ho und der Profit= 1160 • Wäre der
Mann= 20 sh. und das x (Garn etc = 1 sh.) so x +'120 M.= 1 sh + 1 sh = 2 sh.
Und der Profit ditto= 1I20 M. = 1 sh. Preiß also 3 sh. und Profit darin 113• Im
andren Fall x + 1I60 M. = 1 sh + 4d. = 1 sh. 4d. Und Profit= 1I60 M. = 4d. Also
Preiß = 1 sh. 8 d. und Profit darin 1 I 5• Abgesehn von diesem Sinken der
Profitrate wäre die Masse des Profits auf die einzelne Elle im ersten
Fall= 1I20 M. und im 21 = 1ho also 3 x weniger. Wogegen aber der leztere
Profit auf 3 x so viel Ellen sich wiederholt als der erstere.
Setze zweiten Fall, daß nämlich in demselben Maaß wie das Weben pro-
30 ductiver wird, das Garn ebenfalls to the same degree wohlfeiler wird.
Dann wären also in der alten Productionsweise 100 Ellen producirt von
10 Mann. Der Preiß des Gesammtproducts = 100 x + 10M. Der Preiß der
einzelnen Elle= x + 1/ 10 M. Und der Profit darauf 1l2oM.
Im zweiten Fall das Garn etc für 300 Ellen= 30013 x = 100 x. Die 300 Ellen
35 kosteten 100 x + 10M. Der Preiß der einzelnen Elle ~ + ~ M. Der Profit =
I I 6o M. Wenn also x wieder = 1 sh. und 1 M. = 20 sh. so kostete die Elle I I 3 sh.
20/3o sh. = 1/3 + 213 sh. = 1 sh. Davon wäre der Profit= If6oM. = 20l6o sh. = 1/J sh.
Die Profitrate wäre also 1/ 3 des Ganzen, wie in der alten Production. Aber
die Masse des Profits auf die einzelne Elle im ersten Fall= 1120 M. oder 1 sh.;
40 im zweiten nur= 1/ 60 Mann, = 1/ 3 sh. also 3 x weniger. Auf die Ge-

sammtellenzahl wäre der Profit derselbe, denn 100 oder 100 sh. = 300 x
Setze dritten FaJJ, daß nämlich in demselben Maaß wie das Weben productiver wird, nicht das Garn, der Arbeitslohn fällt.
In der alten Productionsweise die Elle= x + 1/ 10 M. Der Profit= 1/ 20 M. In
der neuen = x + 1/3oM. Aber der Profit= 2/9oM. Die Auslage x + 1/3oM. Also
wenn x=1sh. und 1M.=20sh., so \\951\
1/3oM.= 20/3osh. = 2/3sh. 3/9oM.
= 1/3o M. = 2/3 sh. Und 1/9o M. = 2/9 sh. Es wäre also Profit= 4/9 sh.
Der Preiß der Waare = 12/3 sh. Der darin steckende Profit = 4/9 sh. Der Preiß
der Waare = 15/ 9 sh., wovon 4/9 also mehr als 1/4 Profit.
Setzen des 41 FaJJs: Garn und Arbeitslohn sinken gleichmässig.
Also folgende 4 Fälle:
I Fall. Preiß des Garns etc bleibt bei beiden Productionsweisen derselbe =
1 sh. per Elle. DerWertheines Manns oder eines Arbeitstags= 20 sh.
a) 10M. produciren 100 Ellen, 1 M. 10 Ellen; 1 Elle enthält also 1 I 10 Mann 15
= 20 I 10 sh. = 2 sh. Die Elle kostet daher 1 sh. Garn + 2 sh. Arbeit = 3 sh. Die
100 Ellen kosten 300 sh = 15 1. Beträgt die Rate des Mehrwerths die Hälfte
der Arbeit, so der Profit auf 1 Elle = 1 sh. = 1 I 3 des Products. Oder zur Auslage gerechnet = 1 sh : 2, = 50 p. c. die Profitrate. Auf die 100 Ellen = 100 sh
= 5 1. = 5 Mann.
b) 10M. produciren 300 Ellen, 1 Mann 30 Ellen; 1 Elle also= 1/30 M. = 20/30
sh = 2/3 sh. Die einzelne E/le kostet daher 1 sh. Garn etc + 2/ 3 sh Arbeit= J2/3
sh. Die 300 Ellen kosten 300 (1 + 2/3) oder 500 sh. = 25 1. Rate des Mehrwerths
wie vorher, so auf 1 Elle 2/6 sh = 1/s des Products. Oder zur Auslage gerechnet= 2/6 oder 1/3 sh. = 1 sh + 1/3, zu 4/3 sh. Also= 1:4 = 25 p. c. die Profitrate.
Auf die 300 Ellen = 300 (1 + 2/ 3 sh.) = 500 sh. macht dieß 300/3 sh. = 5 I.= 5 M.
wie oben.
In diesem Fall I fällt die Profitrate, die Masse des Profits auf die einzelne
Elle fällt von 1 sh. auf 1/ 3 sh., von 1/ 20 M. auf 1/ 60 M. Die Profitmasse auf das
Gesammtproduct bleibt dieselbe.
II Fall. Preiß des Garns etc sinkt bei der 21e" Productionsweise, wie die
Productivität im Weben, also um das 3fache. Das Garn etc für die 300 Ellen
kostet dann so viel wie früher für 100, also 100 sh. Die Elle kostet daher 1 I 3 sh.
Garn etc + 2/3 sh. Arbeit = 1 sh. Die 300 Ellen kosten 300 sh. = 151. wie im Fall
a) von I. Der Profit= 1/3 sh. = 1/3 des Products. Oder auf die Auslage gerechnet 1/3 auf 2/3 = 50P. C. die Profitrate.
In diesem Falle bleibt die Profitrate dieselbe, die Masse des Profits auf
die einzelne Elle, verglichen mit a I, fällt von 1 sh. auf 1/ 3 sh. Die Profitmasse
auf das Gesammtproduct dieselbe, denn 300/3 = 100 sh. =51.= 5 M.
III Fall. Preiß des Garns etc bleibt derselbe wie unter I, die Rate des
Mehrwerths verdreifacht sich mit der Verdreifachung der Productivität:

Garn für die 300 Ellen kostet 300 sh. Die Elle kostet 1 sh. Garn + 2/3 sh.
Arbeit = P/3 sh. wie sub b II. Aber von den 2/ 3 sh. Arbeit jezt nur 1/ 3 = 2/9 sh.
Arbeitslohn. Also der Profit= 4/ 9 = 2/ 5 des Products = 40p. c. auf das Product.l
j952l Die Auslage ist 1 sh Garn + 2/ 9 Arbeitslohn= 11 / 9 sh. Und der Profit 4/ 9 ;
verhält sich = 4: 11, = 364/ 11 P. c. Profitrate. Die Profitrate niedriger wie in
a I) und in II), aber höher als in b 1).
Die 300 Ellen kosten 300 (1 + 2/ 3) = 500 sh. = 251., wie in I b.) Die Masse
des Profits auf die einzelne Elle 4/ 9 sh., während sie sub I a) betrug 1 sh; sub
I b) 1/ 3 sh., sub II) 1/ 3 sh. Also sub I a) 9/ 9 ist sie um mehr als die Hälfte gefallen,
gegen I b) = 1/J sh. oder 3/ 9 um 1/ 9 gestiegen und so ditto gegen II, wo die Masse
des Profits ebenfalls 1/ 3 sh. oder 3/ 9 betrug. Die Masse des Profits auf
das Gesammtproduct steigt auf 133 1/ 3 sh. von 100 sh. Ist jezt statt= 5 M. =
IV Fall. Preiß des Garns sinkt in der neuen Productionsweise, ditto Rate
des Arbeitslohns, im selben Maaß wie die Productivität der Arbeit wächst.
Nach wie vor 10 Mann für 300 Ellen. 1M. für 30 Ellen. 1 Elle = 1/ 30 M.
Preiß des Garns= 1/ 3 sh. Daher der Preiß des Garns etc für die 300 Ellen=
300/ 3 sh. = 100 sh., wie sub I) und sub II) Der Preiß des Products = 1/ 3 sh.
Garn+ 1/ 30 M. oder = 1/ 3 sh Garn+ 20/ 30 sh. = 1/ 3 + 2/ 3 = 1 sh., wie sub II) und
sub I a. Aber von diesem 1 sh. oder 9/ 9 sh sind 4/ 9 Profit. Und berechnen wir
die Auslage, so haben wir 1/ 3 sh. + 2/ 9 sh. Arbeitslohn, oder 3/ 9 + 2/ 9 oder 5/ 9•
Der Profit verhält sich also= 4/ 9 : 5/ 9 oder= 4:5, = 80 P. C. Profitrate. Die
Masse des Profits auf die einzelne Elle 4/ 9 sh. wie sub III), also höher wie
sub I b) und sub II) aber immer noch um mehr als die Hälfte niedriger als
sub I a). Die Masse des Profits auf das Gesammtproduct = 300 x 4/ 9 = 133 1/ 3,
= 62/ 3 M. also wie sub 111.)
V ergleieben wir nun diese 4 Fälle unter einander, so sehn wir daß in allen
Fällen, wo die Productivität der Arbeit wächst, nicht nur der Werth der
einzelnen Waare und damit ihr Preiß sinkt, sondern die Masse des Profits
30 im Verhältniß zur einzelnen Waare sinkt, die Profitrate mag steigen oder
fallen. Dieselbe Arbeit producirt das 3fache Product; daher kömmt 2/3 weniger Arbeit auf das einzelne Product, und da die Profitmasse nur einen Theil
dieser in der einzelnen Waare enthaltnen Arbeitsmasse bilden kann, muß die
Masse des Profits auf die einzelne Waare abnehmen. In allen Fällen sinkt
35 die Profitmasse auf das ganze Product nicht unter die ursprüngliche Profitmasse, denn im selben Verhältniß wie die Profitmasse auf das einzelne
Product abnimmt, nimmt die Anzahl ·der Producte zu.
Die Profitmasse bleibt dieselbe, so lange die Rate der Exploitation dieselbe
bleibt und dieselbe Masse Arbeiter beschäftigt werden, wie sich auch diese
Masse vertheile unter die Anzahl Waaren; es ändert dieß nichts an ihrer
Masse, noch an der Vertheilung dieser Masse unter Arbeiter und Capitalist.

So sub I a) 100 Ellen, 1 sh. Profit per Elle, giebt 100 sh. Profit oder 5 I.; so
300 Ellen mit 1/ 3 sh. Profit sub I b) und II).
Wir haben Gleichbleiben der Profitrate verglichen II) und I a), denn im
2ten Fall der Profit auf 3 sh. Auslage 1 sh und im andren Falle auf 2/ 3 sh.
Auslage 1/ 3 sh. Dieß findet statt, wenn erstens die Rate des Arbeitslohns
dieselbe bleibt, zweitens aber im selben Verhältniß worin die Arbeit in einer
bestimmten Sphäre productiver wird, sie im selben V erhältniß productiver
wird in den Sphären, die das constante Capital, Garn etc liefern. In diesem
Fall bleibt die Profitrate dieselbe, weil der verhältnißmässige Werth des in
der einzelnen Waare enthaltneu Rohmaterials etc und bezahlter Arbeit, das
Verhältniß zwischen beiden dasselbe bleibt; ebenso wie das Verhältniß der
bezahlten \\953\ zur unbezahlten Arbeit.
Wir haben Fallen der Profitrate in I b), wo sich die Productivität des
Webens verdreifacht, Arbeitslohn derselbe bleibt, aber das Garn etc den
alten Preiß behält. In diesem Falle fällt die Profitrate von 50 auf 25 p. c., also
um die Hälfte. Sie fällt, weil der Werth der zugesezten Arbeit im Verhältniß
zum Werth, nicht nur zu der Masse (wie sub II) des augewandten constanten
Capitals fällt und die V ertheilung dieser zugesezten Arbeit unter Capitalist
und Arbeiter dieselbe bleibt, sub II), wo die Profitrate dieselbe bleibt, fällt
der Gesammtpreiß der einzelnen Waare im selben Verhältniß wie die Productivität der Arbeit. Früher kostete die Elle 3 sh., sub II kostet sie 1 sh.
Dagegen sub I b) kostet sie F/3 sh. Der Gesammtpreiß der Waare hier, wo
die Profitrate fällt, fällt also nicht im selben Verhältniß wie die Productivität
der Arbeit im Webproceß.
Wir haben ebenfalls Fallen der Profitrate unter Ill), wo der Arbeitslohn
im selben Verhältniß sinkt wie die Productivität der Arbeit [steigt]. Aber
Rohmaterial etc bleiben hier, wie vor der Verdreifachung der Productivität
der Arbeit, wie sub I a). Der Werth der Gesammtarbeit zum Capital constant fällt hier und mit ihr die Profitrate. Aber die Masse des Profits auf das
Gesammtproduct steigt hier, während sie in den 3 Fällen I a), I b) und II)
dieselbe blieb.
Nämlich I a) die Profitmasse = 100 x I sh. = 100 sh. In I b) = 300 x 1 I 3 sh.
= 100 sh. Und in II) = 300 Ellen x 1/ 3 sh. = 100 sh.; nämlich in I a) Anzahl
100 Ellen(= 100 sh.) x 1 sh. In I b) Anzahl300 Ellen x 1/3 = 100 sh. Und in II)
Anzahl 300 Ellen x 1/ 3• Dennoch kostet die Elle im Jl Fall 3 sh, im 2ten P/3 sh.
und im 3ten nur 1 sh. Im ersten Fall wie im lezten der Profit= 1/ 3 des Products.
Im Fall III steigt die Profitmasse, denn 300 (4/ 9) mehr als 100 x 1 oder 300
(1/3). Was nur= 300 x 3/ 9• Die Profitmasse auf das einzelne [Product] gefallen
(verglichen mit I a) von 9/ 9 auf 4/ 9; mehr als die Hälfte. Aber die Anzahl der
Ellen hat sich verdreifacht. Die Profitmasse auf die einzelne Elle ist also nicht

Seite 953 aus Heft xv

in demselben Verhältnisse gefallen, wie die Anzahl der Ellen zugenommen
hat. Daher Vermehrung der Profitmasse auf das ganze Product.
Im IV Fall endlich sinkt der Preiß wie sub II auf den 3t Theil von I a, von
3 sh. auf 1 sh. Aber die Profitrate und die Masse des Profits auf das ganze
s Product steigen. Die Masse des Profits auf die einzelne Elle, wie sub 111 = 4/ 9
sh., aber diese Profitmasse bildet höhere Rate auf das capital constant in
der einzelnen Elle.
Stellen wir zusammen:
[Hier folgt die Falttabelle S. 1572a)
\956\ Es ergiebt sich aus dem Vorstehenden: Wirkt die Vermehrung der
Productivkraft der Arbeit gleichmässig auf alle Bestandtheile der Waare, wie
sub II und sub IV, so fällt der Preiß der Waare in demselben Verhältniß wie
sich die Productivität der Arbeit vermehrt. In diesem Falle also, wo sich die
Productivität der Arbeit verdreifacht, vermindert sich der Preiß der einzeinen Elle ums 3fache, fällt von 3 sh. auf 1 sh. Das Verhältniß der in der
Waare enthaltnen immediate labour zu der in ihr enthaltnen realised labour
bleibt dann ebenfalls dasselbe. Bleibt deswegen der Werth des Arbeitslohn
derselbe oder das Verhältniß zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit, die
Vertheilung des Products der immediate labour zwischen Capitalist und
Arbeiter, so bleibt auch das Verhältniß von variablem Capital und constantem Capital dasselbe, daher die Profitrate. Vgl. II mit I a).
Fällt dagegen der Arbeitslohn (der Werth des Arbeitsvermögens) und
daher die nothwendige Arbeitszeit in demselben Verhältniß wie die Productivität der Arbeit wächst (die Mittelstufen, z. B. Fallen, aber nicht so tief,
bringen nur Modification im Grad herbei), so steigt die Profitrate, wie in IV)
und die Profitmasse auf das Gesammtproduct wächst. (Die Profitrate ist =
dem Verhältniß der Profitmasse zum ausgelegten Capital.)
Dieß sind die Verhältnisse von II und IV, wo der Preiß von 3 sh. auf 1 sh.
fällt; und wo in II die Profitrate dieselbe und die Gesammtmasse des Profits
ditto, und wo in IV die Profitrate steigt und die Gesammtmasse des Profits
ditto.
Dagegen stellen I b) und 111) beide Fälle dar, wo die Productivität der
Arbeit im finishing process sich verdreifacht, aber der Werth von Rohmaterial etc unalterirt bleibt. Hier vermindert sich I b), wenn der Arbeitslohn
derselbe bleibt, fällt das Verhältniß des variablen Capitals zum constanten
in demselben Grade wie das constante Capital wächst. Daher Sinken der
Profitrate. Fällt aber wie in 111 der Werth der Arbeit, so sinkt zwar die
Profitrate, weil der Mehrwerth auf ein größres Gesammtcapital berechnet.
Aber erstens steigt das Gesammtcapital nicht so hoch wie in Jb), wo erstens
40 das constante Capital von 100 auf 300 steigt und zweitens das variable Capital

100 dasselbe bleibt, das Gesammtcapital also um 200 steigt (der V eberschuß
des constanten Capitals in lb über das constante Capital in P); während der
Mehrwerth dasselbe bleibt wie in P; während in 111) zwar das constante
Capital von 100 auf 300 steigt, dagegen das variable von 100 auf 662/ 3 fällt,
das Gesammtcapital also nicht um das ganze Wachsthum des constanten
Capitals steigt, und zweitens der Mehrwerth wächst von 100 auf 1331/ 3, also
verglichen mit P um 33 1/3 p. c. steigt. Die Profitrate fällt also, aber nicht in
demselben Verhältnisse wie in Jb) und die Profitmasse auf das Ganze steigt,
weil die Profitrate zwar niedriger als in P) aber der aggregate Mehrwerth
grösser ist, oder in andren Worten die Profitrate in 111, verglichen mit P) in
niedrigerem Verhältnisse fällt, als das vorgeschoßne Gesammtcapital in 111,
verglichen mit P steigt.
Wir sehn also, daß bei dem Fall des Preisses der einzelnen Waare in Folge
der vermehrten Productivität der Arbeit und daher der gleichzeitigen Vermehrung der Anzahl dieser lower priced commodities die Profitrate dieselbe
bleiben, fallen oder steigen kann. Die aggregate Profitmasse bleibt wenigstens stets dieselbe, wenn dieselbe Zahl Arbeiter beschäftigt bleibt (und der
Arbeitslohn nicht steigt); sie kann steigen, wenn zu diesen Bedingungen noch
die zukömmt, daß der Arbeitslohn fällt mit der Productivität der Arbeit. Das
Gleichbleiben der aggregate Profitmasse aber nur unter der Bedingung, daß
dieselbe Anzahl Arbeiter beschäftigt bleibt. Dieß, im Fall kein change of
value im constanten Capital eintritt, nur möglich, wenn die Capitalauslage
vergrössert wird. Z. B. vergleiche lb) mit A. Bliebe das auslegbare Capital
in lb) dasselbe, das es in Ia) war, nämlich 200, so könnte die Profitmasse nicht
dieselbe bleiben. Von diesen 200 müßten jezt 3/ 4 in capital constant und 1/ 4
in capital variable ausgelegt werden. Also 150 in capital constant und 50 in
capital variable. 100 repräsentirte 10M.; 50 daher nur noch 5. Und wir
hätten:
Capital
Capital
Mehrwerth
Producl
Anzahl
Preiß
Profitrate.
Profitmasse
Constant
variable
Ellen.
der Elle.
J50(sh.]
50(sh.]
50sh.
250sh.
25p.c.
50[sh.]
Das ausgelegte Capital wäre dasselbe. Die Anzahl der Ellen von 100 auf
150 gewachsen, also um 50 p. c.; dagegen die Profitmasse gesunken von 100
auf 50, also um 50. Die Exploitation der Arbeit, hinc die Rate des Mehrwerths
dieselbe geblieben. Gleichbleiben kann nicht nur die Profitmasse, sondern
die Profitrate, wenn wie in II) die Productivität gleichzeitig und im selben
Maaß in den Industriezweigen wächst, die das Capital constant produciren
und die use it up. Wachsen kann sie nur, wenn ausser dieser Bedingung noch
die hinzukömmt, daß der Arbeitslohn fällt.\
\954\ Es schiene danach, daß die Profitrate nicht sinken kann,

1) ausser wenn der relative Werth des Arbeitsvermögens steigt (bei gleichbleibendem Werth des constanten Capitals). Dieß die Behauptung Ric's, aber
nicht mit der einschränkenden Clausel, ohne die sie absolut falsch.
2) Oder ausser wenn der relative Werth des constanten Capitals zum
variablen steigt. Und das leztre schiene sich darauf zu beschränken, daß die
Productivkraft der Arbeit nicht gleichmässig und gleichzeitig in allen Productionsweisen steigt, deren Concurs die Waare schafft.
Gesezt die Productivität im Spinnen und weben verdreifache sich. V erdreifacht sich gleichzeitig die Productivität in der Production der Baumwolle
1 o selbst, so bleibt so far das V erhältniß von constantem und variablem Capital
(so weit das Rohmaterial in Betracht kömmt) dasselbe. Wenn 1001. 10 Mann
commandirt, und diese früher Baumwolle für 3001. verarbeiteten, und sie
verarbeiten nun 3 x so viel Baumwolle, so kosten aber 3 x x Baumwolle jezt
nur 3001., wie früher x Baumwolle, da der Werth der Baumwolle um das
Dreifache gesunken. Selbst in diesem Falle, würde ein Sinken des Profits
beweisen, nicht, daß die Baumwollcultur unfruchtbarer wird, sondern nur,
daß sie nicht in demselben Verhältniß productiver wird wie die Baumwollmanufactur. Also nur relatives Abnehmen ihrer Productivität, trotz der
absoluten Zunahme derselben. Ric. aber meint, die Agricultur müsse absolut
unproductiver werden. Es würde nur beweisen, daß in der bürgerlichen
Production Industrie und Agricultur sich nicht in demselben Grad entwikkeln. Thun sie das nicht, so das allein hinreichend, um die Abnahme der
Profitrate zu erklären.
Aber die Voraussetzung, daß in demselben Grad wie die Productivität
25 der Arbeit sich vermehrt, der Werth des constanten Capitals, trotz V ermehrung seiner Masse, in demselben Verhältniß sinkt, reducirt sich auf die
Voraussetzung, daß der \Verth des constanten Capitals nur aus gegenwärtiger Arbeit besteht, und keine vergangne Arbeit in die Reproduction eingeht.
Der Werth der vergangnen Arbeit sinkt allerdings, sobald ihr Product wohl-
30 feiler reproducirt werden kann. Sezt ein Arbeiter 1800 Spindeln in Bewegung
statt 600 mit der Verdreifachung der Productivität des Spinnens, so unterstelle 1800 Spindeln könnten nun mit derselben Arbeit reproducirt werden
wie früher 600. Die weitere Erörterung dieser Frage schieben wir auf, und
kommen zu dem Punkt, weBwegen wir überhaupt an dieser Stelle jene
35 Untersuchung wieder aufnahmen.
In allen Fällen, haben wir gesehn, wo die Productivität der Arbeit wächst, X
also dasselbe Quantum Arbeit sich in einem grössern Quantum Waaren
darstellt, daher der Preiß (weil Werth) der einzelnen Waare fällt, vermindert
sich die Profitmasse auf die einzelne Waare, sei es daß die Profitrate dieselbe
40 bleibt, steigt oder fällt und sei es selbst, daß die Profitmasse auf das Gesammtproduct zunimmt.

(Es hat sich nebenbei bemerkt herausgestellt, daß die Untersuchung stets
schief ist, wenn man den Preiß der einzelnen Waare für sich betrachtet. Oder
blos mißt die Arbeit in regard to the quantity of commodity produced by it.
Es kömmt alles darauf an, wie groß die Gesammtsumme des ausgelegten
Capitals. Selbst wenn wir den Preiß der einzelnen Waare analysiren, z. B.
im obigen Fall, wo der Preiß der Elle von 3 sh auf Fl3 sh. fällt; wenn wir
wissen daß 1 sh = Garn etc, 1 I 3 sh. = Arbeitslohn und 1 I 3 sh. = Profit, so wissen
wir nicht, ob die Gesammtprofitmasse gleichgeblieben ist oder nicht. In dem
Fall Jb) z. B. wenn das ausgelegte Capital nach wie vor nur 200 ist die Profitmasse gefallen; wenn es 400 ist sie dieselbe geblieben. Selbst im Fall 111,
wenn bei diesem Preiß von 12/3 sh. per Elle das Capital dasselbe geblieben,
während die Rate des Arbeitslohns sich vermindert, wächst die Profitmasse
auf das Ganze nicht.
Das Verhältniß dann dieses:
Capital
Constant.
Capital
Mehrwerth.
Product.
Anzahl
variable.
Ellen.
200 Statt daß sie früher 100 war.) \
Preiß
der Elle.
l 2/3sh.
Profitrate.
Profitmasse.
\955\ Das Phänomen aus der Natur der capitalistischen Production
hervorgehend - daß bei wachsender Productivkraft der Arbeit der Preiß der
einzelnen Waare abnimmt, die Anzahl der Waaren zunimmt, die Profitmasse
auf die einzelnen Waaren unter allen Umständen abnimmt, die Profitrate
dieselbe bleibt, steigt oder fällt, die Profitmasse auf die Gesammtzahl der
Waaren aber dieselbe bleibt oder wächst (selbst wenn sie fällt in den erläuterten Fällen, wo das Capital wachsen müßte, aber dasselbe bleibt, bleibt
sie dieselbe oder wächst sie faktisch, weil der Capitalist, der die verbesserte
Productionsweise anwendet unter dem alten Marktpreiß alias über seinem
individuellen Productionspreiß verkauft, bis die Concurrenz dieß ausgeglichen; eine Ausgleichungsperiode, mit der Hand in Hand das zweite Requisit,
das Wachsen des ausgelegten Capitals sich einfindet), dieß Phänomen stellt
auf der Oberfläche nur dar: Fallen der Profitmasse auf die einzelne Waare,
Fallen ihres Pr~isses, Gleichbleiben oder Wachsen der Profitmasse auf die
vermehrte Gesammtanzahl der Waaren. Es wird dieß so aufgefaßt, daß der
Capitalist, aus freiem Belieben, weniger Profit aufschlägt auf die einzelne
Waare, aber sich entschädigt durch die vergrösserte Anzahl der Waaren, die
er verkauft. Diese Anschauung beruht auf der Vorstellung des "Profit upon
alienation"; die ihrerseits wieder abstrahirt ist aus der Anschauung des
Kaufmannscapitals, des Handelscapitals. Wenn ein Kaufmann 100 Ellen, die
ihm 3 sh. per Elle kosten (P), also 300 sh. per Jahr verkaufte mit einem
Zuschlag von 10 p. c. so machte er 30 sh. Profit. Und würde die Elle ver-

kaufen zu 3 sh. 33/ 5 d. (33/ 5 d. oder 18/ 5 d. oder 36/wpenny = 3/ 10 sh., da 3 sh. =I
3 x 12 d. = 36 d., also 3110 sh. = 36110 d.). Verkauft er dagegen Fall Il) 300Ellen,
wo ihm die Elle 1 sh. kostet, so muß er ebenfalls 30 sh. Profit machen, um I
auf die 300 sh. Capital 10 p. c. Während der erste aber 3 I 10 sh .. auf die Elle
zuschlägt, brauchterblos 1l 10 sh. zuzuschlagen; während der erste 33l5 d., er I
nur 11/ 5 d. Er verkauft also die Elle zu 1 sh. 1115 d., während der andre sie zu
3 sh. 3315 d. verkauft, und er macht dabei denselben Profit wie der andre. I
Verkaufte er zu 1 sh. 1112 d. so würde er viel größern Profit machen, wie der
andre, obgleich er viel weniger auf die einzelne Elle zuschlägt und sie immer I
noch um mehr als die Hälfte wohlfeiler verkauft.
Betrachten wir nun das Kaufmannscapital im Ganzen, z. B. hier den
ganzen Thei1 des mercantile capital invested in the selling of linen, so ist klar,
daß es durchaus nicht von ihm abhängt, ob es 100 oder 300 Ellen zu verkaufen
hat, und ob es 300 sh. für 100 Ellen oder für 300 zu avanciren hat, ob sein
Kostpreiß per Elle 1 sh. oder 3 sh. ist, also ebenso wenig von ihm abhängt,
ob es 10 p. c. Profit macht, indem es auf eine kleinre Anzahl Ellen per Stück
33 I 5 d. oder auf eine größre 11 I 5 d. zuschlägt. Die Zuschlagsrate selbst- wieder
das Ganze betrachtet- hängt ebenso wenig von dem Kaufmann ab; sondern
ist bestimmt durch das allgemeine Gesetz des average profit, daß er derselbe 1
für Capital von gleicher Grösse, z. B. 10 p. c., in welcher besondren Sphäre I
es angelegt sei und wie viel oder wenig Arbeit es in Bewegung setze. Dieß
gilt für das Capital, das sich beständig im Circulationsproceß aufhält ganz
so wie etwa für das Capital fixe, das niemals (in natura) anderswo haust als
in der Sphäre des unmittelbaren Productionsprocesses. Der Productions- I
25 preiß des industriellen Capitals erscheint als Kostenpreiß für das commer- I
cielle Capital. Da nun aber das industrielle Capital kauft, auf dem Markt seine I
Elemente ersezt, theils die seines constanten Capitals, theils die seines
variablen Capital (das leztre so weit als der Werth des Arbeitsvermögens
bestimmt ist durch den Preiß der Consumtionsmittel der Arbeiter) -und da
30 diese Elemente aus der Hand des Kaufmanns in die Hand II957J des Industriellen übergehn, so ist klar, daß nicht nur der Productionspreiß der einen
Waare in den Kostenpreiß der andren übergeht, sondern der industrielle
Productionspreiß dem commerciellen Zuschlag zu diesem Preiß der einen
Waare als Element des Kostpreisses der andren Waare erscheint.
Der industrielle Productionspreiß der Waare geht stets in den Kostenpreiß I
der andren ein, selbst wenn die Industriellen direkt, ohne Zwischenkumt von
Kaufleuten austauschen. Z. B. der Weber zahlt den Productionspreiß des I
Garns. Dieser bildet also Auslage für ihn, geht in sein constantes Capital ein, I
ist Vorschuß für ihn, Element des Kostenpreisses. Es ist also nicht nur in I
40 der Form des Zinses, daß der surplus value selbst vom Gesichtspunkt des I
einzelnen Capitalisten aus in seine Vorschüsse, in den Kostenpreiß seiner

I Waare eingeht. Sondern es ist dieß der Fall mit allen Elementen seines
I constanten Capitals und mit dem Arbeitslohn (dem variablen Capital) sofern,
als der Werth des Arbeitsvermögens bestimmt durch den Productionspreiß
der Consumtionsmittel des Arbeiters.
Als Ueberschuß über den Kostenpreiß erscheint ihm der Profit- und
I daher die Differenz zwischen Productionspreiß und Kostenpreis - nur in
Bezug auf seine eigne Waare. In Bezug auf alle andren Waaren, die in den
I Productionspreiß seiner eignen Waare eingehn, erscheint ihm der Kostenpreiß, also die Kosten seiner Production, durch den Productionspreiß be-
stimmt und der Profit daher als Element in den Productionspreiß eingehend, nicht als Resultat darausheraus kommend.
Dieß gilt, wenn der Productionspreiß betrachtet wird ganz unabhängig von
I der Dazwischenkumt des Kaufmannscapitals. Wie verhält es sich nun mit
diesem? Ist der Zuschlag, den es macht, als blos nominelle Erhöhung des
Preisses über den Werth zu betrachten oder wie? Wenn daserstreim Durchschnitt der Fall- da der commercielle Preiß der Waaren als Element in ihre
Reproduction eingeht werden alle Waaren über ihrem Werth verkauft.
Denn im Productionspreiß eingerechnet 1) die Gesammtheit des vorgeschoßnen Capitals. 2) Die Gesammtheit des Mehrwerths, vertheilt unter die ver-
schiedneo Capitalien pro rata ihrer Grösse. Das vorgeschoßne Capital aber
besteht erstens aus der vergegenständlichten Arbeit in den Arbeitsmitteln
etc, wird zweitens ersezt durch ein gleiches Quantum lebendiger Arbeit
(Arbeitslohn) und drittens umfaßt die Gesammtheit des Mehrwerths die
Totalität der Surplusarbeit. Kommt also noch ein Element hinzu, das den
Productionspreiß erhöht, so ist der Preiß der Gesammtwaare > als ihr Werth
und der Preiß der einzelnen Waare >als ihr Productionspreiß, d. h. grade
als ihr durch den Werth der Gesammtwaare bestimmter Preiß. Dieß aber
scheint mit dem commerciellen Capital der Fall.
Man muß bei dem im Circulationsproceß eingeschloßnen Capital unterscheiden.
D'abord werden mit dem Kaufmannscapital Functionen verwechselt oder
finden sich auch praktisch plus ou moins mit ihm vereint, die dem Productionsproceß selbst angehören, obgleich sie nicht im Atelier des Pro-
ducenten vorgehn.
Die erste dieser Functionen ist die Transportirindustrie (the carriage of
commodities.) Der Gebrauchswerth der Waare ist zwar fertig. Aber es geht
dennoch eine Veränderung an diesem Gebrauchswerth vor. Sein örtliches,
räumliches Dasein wird verändert. Dieser Proceß gehört in den Productionsproceß selbst. Die Waare befindet sich nicht auf dem Markt, also noch nicht
in Circulation, bevor sie diese Ortsveränderung durchgemacht hat. Alles was
mit diesem Proceß zusammenhängt, gehört in den Productionsproceß.

Zweitens: Der Gebrauchswerth der Waare muß erst nach den ihr als
Gebrauchswerth zukommenden Maassen vertheilt, sondirt werden, bevor
die Waare wirklich existirt als Waare. z. B. 1 qr Weizen existirt erst als qr.
nachdem ein qr von der Gesammtmasse abgewogen ist etc. Dieses Messen,
Wägen, reales Reduciren der Waare auf Maaßeinheiten, die ihr als Gebrauchswerth zukommen - und die erst nur ideell existiren- gehört mit zur
Darstellung der Waare, zu ihrem Productionsproceß. Es ist ein Proceß, den
sie durchgehn muß, bevor sie en gros oder en detail als Waare da ist, und
es ist eine Operation, die der Gebrauchswerth \\958\ selbst durchmachen
muß, bevor er als Gebrauchswerth der Waare fertig ist. Da die capitalistische
Production im Grossen producirt, während die individuelle Consumtion im
Kleinen stattfindet, bildet diese Operation einen sehr bedeutenden Theil des
retailhandels. Wie der Packknecht, warehouseman, Abwäger etc im Atelier
ganz so gut zu den productiven Arbeitern gehört, als der Spinner, Färber etc,
und das so verausgabte Capital ebenso gut productives Capital ist, wie das
in Spinnen etc direkt angelegte, so gehört diese Anwendung des Capitals,
selbst wenn sie in seiner Circulationssphäre stattfindet und sich wiederholt,
ganz in den Productionsproceß der Waare.
Drittens: Wie verhält es sich nun mit dem capital fixe und circulant, das
nöthig ist zur Aufbewahrung, Einmagazinirung, Präservation der Waaren,
während sie sich auf dem Markt befinden, also den eigentlichen Productionsproceß bereits verlassen haben und in die Sphäre der Circulation eingetreten
sind?
Die Antwort hier am handgreiflichsten, wenn wir zunächst Waaren betrachten, die nur einmal das Jahr auf den Markt geworfen, weil reproducirt
werden können, wie z. B. Getreide, Baumwolle etc. Gäbe es keine warehouses, docks etc der cotton importers in Liverpool, so müßte der Manchester
Fabrikant etc die Masse Baumwolle, die er während des Jahrs braucht, selbst
einmagaziniren und Capital ausgeben für warehouses, (fixes Capital) Bau-
30 lichkeiten einerseits, anderseits variables Capital, um die Lohnarbeit zu
kaufen, die die für die Präservation des Cotton nöthigen operations zu
verrichten. Ganz so wie das Getreide und der Müller, das Mehl und der
Bäcker etc. Dieß alles sind Productionsbedingungen und die Operationen und
Unkosten etc zur Conservirung und Aufbewahrung gehören hier zu den
35 Productionsbedingungen selbst. Der Unterschied just nur, daß ein Theil des
zu cotton oder Brodfabrikation erheischten Capitals, dem diese bestimmten
Functionen zukommen, sich in der Hand von cottonimporter, Getreidehändler etc befindet und operirt, statt in der des cotton manufacturer, millerund
baker. Aber die in diesen Functionen engagirten Capitalien sind direkt pro-
40 ductive Capitalien, sind im Productionsproceß begriffen, obgleich sie sich
in der Circulationssphäre befinden. Sie sind out of door (d. h. ausserhalb des

unmittelbaren Ateliers) befindliche Theile des productiven Capitals. Dieß gilt
von allen in warehousing investirten Capitalien, so weit die Waaren, which
are kept and preserved, Elemente für einen weitren Productionsproceß
bilden; ihr warehousing und preserving dem unmittelbaren Producenten
zufiele, wenn nicht durch Theilung der Arbeit made over to out of door
capi talists.
Wir kommen jezt zu der 2t Sorte von Waaren, die in die individuelle
Consumtion direkt eingehn. Es ist zunächst klar, daß, soweit sie die Consumtionsmittel der Arbeiter bilden - in fact das variable Capital, dem seine
Geldform abgestreift ist- Präservation und warehousing dieser Waaren zu
den unmittelbaren Bedingungen des Productionsprocesses gehören. Sie gehn
ganz so in das variable Capital ein, wie die erste Sorte in das constante. Hier
gilt also dasselbe. Was aber nun das warehousing der Waaren betrifft, die
weder in das capital constant noch in das variable Capital eingehn, kann von
ihm gesagt werden, daß das Capital und die Arbeit, die es erfordert, in den
unmittelbaren Productionsproceß der Waaren eingehn? Sicher nicht. Aber
sie thun es doch auf einem Umweg. Sie gehn ein in die unmittelbaren Consumtionskosten. Das warehousing der ersten Sorte geht in die Kosten der
industriellen Consumtion ein, daher der unmittelbaren Production; das der
zweiten Sorte in die Kosten der individuellen Consumtion, daher in die
Consumtionskosten. Müßten alle solche Waaren, statt an fur et a mesure
gekauft zu werden, z. B. at once, im Maaß wie sie producirt werden für ein
Jahr z. B. eingelöst werden, \\959\ so müßten die Privatconsumenten Capital
ausgeben in Räumlichkeiten zur Aufbewahrung und in Lohnarbeit zur Erhaltung dieser Waaren in Gebrauchsfähigem Zustand. Die Consumtions-
kosten en general- z. B. daß ich meine Möbel reinigen, mein Haus scheuern
lassen, mein Fleisch kochen, meine Stiefel putzen lassen muß - gehn nicht
in den Productionsproceß der Waare und daher nicht in ihren Productionspreiß ein. Sie fallen erst vor, sobald die Waare aufgehört hat Waare zu sein
und blosser Gebrauchswerth geworden. So weit aber Consumtionskosten
anticipirt werden erhält der Consument die Waare in einer für die Consumtion fertigen Form, in einer Form, worin diese Privatnachnahme dem Pro-
ductionspreiß nicht erheischt ist. Z. B. wird Garn fabricirt und Leinwand
häuslich gewebt, so gehört das Weben zu den Consumtionskosten des Garns.
Wird es industriell verwebt, so gehört der Webproceß zu den Productionskosten. Und so im angegebnen Fall. Lasse ich mein Fleisch zu Haus kochen,
so gehört das Kochen zu seinen Consumtionskosten. Erhalte ich es gekocht
aus dem Garshop, so gehört es zu seinen Productionskosten, geht ein in
seinen Productionsproceß, kommt aber auch in einer weiter fortgeschrittnern
Form heraus aus dem Productionsproceß und geht in fertigrer Form ein in
den Consumtionsproceß.

Anzahl Ellen.
Preiß
Gesammt-
Auslage.
Profit
der Elle.
product.
I a)
300sh.
1 sh. Garn + 1 sh. Arbeitslohn.
1 sh.
F/3 sh.
500sh.
1 sh. G. + 1/ 3 sh. Arbeit
1/3sh.
300sh.
'/3G. + 1/3sh.A.
III)
J2/3 sh.
500 sh.
1 sh. G. + 2/9sh A.
4/9sh.
300sh.
1/JG. + 2/9sh.
'/9sh.
Composition des (
Die Gesammtauslage
Gesammtproduct.
con
sub I a)
200sh.
I a)
lb) 300
II) 200
III) 3662/J
III) 300

Arbeit
Rate des Mehrwerths.
Profitmasse auf 1 Elle
Profit
Profitrate.
in einer Elle.
auf Ges[ammtmasse}
IOOp. c. = 1/2oM.
I sh. = 1/2oM.
lOOsh. =SM.
50p.c.
1/JOM.
IOOp.c. = 1/r,oM.
1/ 3sh. = 1/6oM.
=SM.
25p.c.
1/3oM.
IOOp. c. = 1/6QM.
1/J sh. = 116oM.
300/3 sh. =SM.
50p.c.
1/JO = 3/9oM.
4/9sh. = 2/90oder 1/4sM.
200p.c. = 2/9oM.
4/9sh. = 2/90 oder 1/4sM.
7apitals.
stant
variabel
Mehrwerth.
Profitmasse.
Profitrate.
p.c.
p.c.
p.c.
p.c.\

Also so far das warehousing auch der zweiten Sorte Waaren, die als
Elemente weder in das Capital constant noch das variable Capital eingehn,
in dem unmittelbaren Productionsprocess eingeschlossen. Und das darin
verwandte Capital unmittelbar productives Capital. Productives Capital
kann überhaupt 2 Bedeutungen haben: 1) direkt in den Productionsproceß
eingehendes Capital; 2) Capital das in den Reproductionsproceß (der die
Circulation einschließt) eingeht.
Es ist bei dieser 31 Categorie, das Capital invested in warehousing (was das
Einmagaziniren und Präserviren einschliesst) zu bemerken: diese Akte nur
10 so weit productiver als sie durch die average Bedingungen der Production
geboten sind. Findet dagegen U eberfüllung der Märkte statt etc, U nverkäuflichkeit, daher stoppage of commodities in the circulating reservoirs;
geht dieß also hervor aus Unterbrechung des Circulationsprocesses, so
gehört dies zu den faux frais de production für den industriellen Producenten.
15 Vermehrt für ihn den Kostenpreiß durch Contrahirung der Differenz zwischen Productionspreiß und Kostenpreiß. Der final Marktpreiß wird nicht
dadurch erhöht, sondern umgekehrt, steht meist im umgekehrten V erhältniß
zu den faux frais, ganz wie die Transportkosten, wenn sie aus solchen
Stockungen des Circulationsprocesses erwachsen, z. B. wenn Waare die von
20 Manchester nach China geschickt, dort die Märkte überfüllt findet, von da
nach Australien wandert, hier dasselbe Schicksal theilt, endlich in Südamerica losgeschlagen wird.
Sonst haben alle diese Investments of capital in transporting, dividing
according to measure and weight, and warehousing of commodities, das
25 gemein, daß sie in Processen angewandt werden, die den Gebrauchswerth
der Waaren direkt ändern und afficiren, ihm eine andre Form geben, sei es
durch Ortsverändrung, sei es durch reale Reduction des Gebrauchswerths in
Theile, entsprechend seinen natürlichen Maassen, sei es durch Erhaltung
dieses Gebrauchswerths. Grade die direkte Beziehung dieser Processe auf
30 den Gebrauchswerth der Waare als Gebrauchswerth machen sie zu unmittelbar productiven Processen und das in ihnen verwandte Capital zu
produclive capital, employed in peculiar spheres of immediate production,
according to the general division of labour.
Es war nöthig diese features of the circulating capital abzustreifen - mit
35 andren Worten zu trennen von dem circulating capital. Die Processe der
Production, die innerhalb der Circulationssphäre fortdauern, sich über den
unmittelbaren Productionsproceß hinaus erstrecken. Dieß um so nöthiger als
das blos in der Circulation functionirende Capital, speziell das Kaufmannscapital, zum Theil auch diese Functionen mit den seinigen verbindet, daher
40 nicht in seiner reinen Form hervortritt. Nach dieser Abstreifung aber haben
wir die reine Form desselben.\

\960\ Bevor wir nun zu dieser besondren Art Capital übergehn, noch das
zu bemerken:
Erstens: Transporting, RetaiJing (Dividing) (Measuring) and Warehousing
capital unterscheidet sich in fact, der Schein dem Circulationsproceß anzugehören, in nichts von andrem productivem Capital, als daß es besondre
Sphären bildet, ganz wie agricultural, mining, manufacturing capital (nebst
Unterabtheilungen) sich nur als besondre Sphären unterscheiden; daß sie
verschiedne Gebrauchswerthe schaffen. Es entstehn also dadurch keine
neuen Formunterschiede des Capitals im Allgemeinen, getrennt von der
Rücksicht auf die aus der Natur des von ihm geschaffnen Gebrauchswerths
hervorgehnden Eigenthümlichkeit seines Productionsprocesses.
Zweitens: Wie in allen andren Sphären des Capitals der Profit hier abgeleitet theils aus der direkt in diesen Sphären exploitirten Lohnarbeit, theils,
wenn die organische Composition des Capitals nicht die Durchschnittscomposition ist, z. B. weniger variables, mehr fixes Capital enthält, aus dem
Antheil, pro rata der Grösse des Capitals, des in andren Productionssphären
erzeugten Mehrwerths.
Kommen wir nun zu den besondren Gestalten des Capitals, die innerhalb des
Circulationsprocesses eingepfercht, mit dem Gebrauchswerth der Waare
und the divers degrees of its finishing absolut nichts zu thun haben. Sie
unterscheiden sich nicht nur als besondre Sphären der Anwendung des
Capitals. Sondern sie bilden eine vom productiven Capital als solchem
verschiedne Sorte von CapitaJ.
Da sie sich nur mit den Functionen des Circulationsprocesses als solchem
befassen, müssen ihre eigenthümlichen Functionen aus der Form der Metamorphose der Waare, also aus den Formbewegungen zu erklären sein, die
der Circulation als solcher eigenthümlich sind.
In der Circulation ist das Capital nur qua Waare oder qua Geld; Waaren
oder Geldcapital. Die Bewegung der Waare (und daher des Waarencapital)
ist W-G-W, Verkaufen um zu kaufen, und sofern dieser Prozeß sich beständig wiederholt, V erkaufen um zu kaufen und kaufen um zu verkaufen. Es
ist dieß leztre, was die Waarenmetamorphose zur Metamorphose des
Waarencapitals macht. Da hier hervortritt, daß es sich nicht nur um change
der Form von Waare und Geld, sondern um Erhaltung und Vermehrung des
• Werths in diesem Proceß handelt. Dieß also die Function des Kaufmannscapitals. Es stellt die Gesammtbewegung der Waarenmetamorphose vor als
• Bewegung des Waarencapitals, und ausser diesem Formwechsel und seiner
• Bewegung hat das Kaufmannscapital als Kaufmannscapital keine Funce tion.

Das zweite ist das Geld, soweit es Functionen hat, abgesehn von denen
blos Circulationsmittel zu sein (die einzige Form, worin es in dem Kaufmannseapital (Waarencapital) als solchem functionirt, nämlich als nur ver-
schwindende Form der Waare) reducirt sich, wie ich im ersten Theil gezeigt
5 diese eigenthümlichen aus der Metamorphose der Waare hervorgehenden
scheinbar selbstständigen Bewegungen des Geldes reduciren sich auf 1) die
Sehatzbildung; 2) die Function des Gelds als Zahlungsmittel; 3) die
Functionen des Gelds als Weltgelds, in der es doppelte Bewegung hat, Hin
und Herlaufen zwischen den nationalen Circulationssphären einerseits,
Bewegung von seinen Productionsquellen über den Weltmarkt und Vertheilung dieses Zuflusses zwischen den nationalen Circulationssphären.
Die Sehatzbildung, wie wir sahen, ist vom Standpunkt des Waarenaustauschs -
als blosse Geldform betrachtet -
Erstarrung oder V erselbstständigung der Waare in ihrer ersten Metamorphose. Aber hier als Dasein
des Capitals ist das Geld, das sich als Schatz niederschlägt, Capital, (oder
jedenfalls der aliquote Theil), productives Capital, das seinen Productionsproceß vollendet hat, sich aus Geld in Waare und aus Waare in mehr Geld
rückverwandelt hat. Die verschiedneo Bestimmungen, die das Geld als
Schatz hat, erscheinen jezt als Bestimmungen des Geldeapitals. Die erste
Form des Schatzes, oder Function des \\961\ Schatzes war die als Reservefonds von Münze zu dienen. Jezt, in dieser Eigenschaft, wo es als ready
gehaltnes Circulationsmittel zu fungiren, i. e. als Kaufmittel, ist es der Theil
des eireuHrenden Capitals, den der industrielle Capitalist (oder Commercielle, was in Bezug auf das Geldcapital dasselbe) stets vorräthig haben muß
als Geldeapital, um laufende Ausgaben zu bestreiten. Also Arbeitslohn zu
zahlen, his own personal expenses (what he spends as revenue) und sonstige
Ingredienzien der Production zu kaufen, die bar bezahlt werden müssen.
Die zweite Function des Gelds als Schatzes war, Reservefonds für die
Zahlungen zu bilden, den fonds, woraus das Geld als Zahlungsmittel strömt.
Darauf kommen wir also gleich, wenn wir zum Zahlungsmittel kommen.
Die dritte Funetion des Gelds als Schatzes war, Reservefonds des Weltgelds, Fonds von Kauf oder Zahlungsmittel auf dem auswärtigen Markt zu
sein und ausserdem speziell die Form vorzustellen worin von den Productionsquellen des Geldes etc im Austausch gegen die Waare neue Geld-
zufuhr für den Weltmarkt angezogen wird.
So weit der Schatz sei es als Reservefond für Zahlungsmittel im innern
Markt, sei es als Zahlungsmittel und Kaufmittel im auswärtigen Markt dienen
soll, ändert diese Form als Zahlungsmittel oder Weltgeld zu functioniren
absolut nichts daran, in regard to the capital, daß es der Theil des eireulirenden Capitals ist, den der Industrielle stets in der Form von Geld
bedarf, ganz wie bei dem Reservefonds von Münze.

Endlich: War der Schatz, soweit er nicht functionirte als Reservefonds von
Münze, Zahlungsmittel und Weltgeld, Schatz als solcher, in ihrer ersten
Metamorphose erstarrte, verselbstständigte und conservirte Waare. Für das
Capital aber ist es brachliegendes Capital- sein in der Form von Geld
brachliegender Theil, den es nicht unmittelbar im eignen Geschäft zu verwerthen weiß. Dem Capitalist, der die delusions des Schatzbildners nicht
theilt, und dem das Geld nicht als absolute Form der Waare, sondern nur
als absolute Form des Capitals - des sich verwerthenden und functionirenden Werths -
Werth hat ist diese brachliegende Form des Capitals unproductives Capital, verleihbares Capital, das wenigstens in Zinstragendes
Capital verwandelt werden soll, wenn er selbst es nicht als Profit bringendes
Capital vernützen soll. Für ihn ist es also Geld, das als Geldcapital sich auf
dem Markt befindet. Es kann neu accumulirter, i. e. in Capital verwandelter
Profit sein. Ein Theil dieses brachliegenden Capitals kann aber auch aus
Rente oder sonstigen Einnahmequellen der unproductiven Arbeiter (selbst 15
der productiven) herfliessen, die einen Theil ihrer in Geld vorhandneo
Revenu als Capital verkaufen, d. h. ausleihen wollen.
Was nun den Schatz als solchen angeht, ob er in einer Function diene oder
nicht, so macht er selbst nur eine Operation nöthig, die der Aufbewahrung.
Die Aufbewahrungskosten reduciren sich auf Baulichkeiten, coffre fort,
some capital fixe daher; das Zählen des Schatzes; und wenn er groß vielleicht
noch die Lohnarbeit einiger unproductiven Arbeiter zur "Vertheidigung"
des Schatzes, nicht gegen Motten und Rost, aber gegen Spitzbuben.
Wenn besondre Capitalien ausschließlich die aus der Circulation des
Capitals hervorgehenden Operationen zu vollziehn [haben], so können dieß
nur Operationen sein, die aus den Functionen der Circulation als solcher
hervorgehn. Die vom Gesammtproceß der capitalistischen Production
abgesonderten, dem Circulationsproceß eigenthümlichen und ihn unterscheidenden Functionen.
Also als Operation eines besondren Capitals, ausschließlich damit beschäftigten Capitals, hat das Waarencapital, Kaufmannscapital, Waaren-
händler als solcher nichts zu thun als Waaren zu kaufen und zu verkaufen,
eine Operation die Arbeitszeit kostet, bei ihm aber die ganze Arbeitszeit,
sowohl seiner als Capitalist, als seiner Lohnarbeiter, Commis etc in Anspruch nimmt. Die Bewegung, die die beständige Metamorphose der Waare
vorstellt, erscheint hier als seine ausschließliche Operation, als vorgehend
durch seine vermittelnde Thätigkeit oder rather die spezifische Thätigkeit
des Capitals, womit es functionirt.\
\962\ Ebenso kann die Function eines spezifischen Capitals als Geldcapital,
kurz der Geldhandel den Inhalt nur erhalten aus den spezifischen Functionen
des Gelds- und daher des Capitals als Geld, in seiner Daseinweise als Geld

-im Unterschied von den Functionen, die das Geld als Moment des Kaufmannscapitals (wo es stets als Kaufmittel agirt) verrichtet.
Diese Functionen sind also erstens: Die Schatzbildung als solche, dieblos
darin besteht das aus der Circulation niedergeschlagne Geld (in der Form
von Geld niedergeschlagne Capital und Profit oder Revenue überhaupt)
aufzubewahren. Wir haben schon bei der Betrachtung des Gelds gesehn, daß
während der Geldschatz zersplittert in vorbürgerlichen Productionsstufen,
er innerhalb der capitalistischen Production centralisirt wird in grösseren
Reservars. Dieß ist die erste Function des Geldhändlers oder Geldhande!s.
Der industrielle Capitalist (ebenso der commercielle) muß beständig einen
bestimmten Theil seines circulirenden Capitals in der Form von Geldcapital,
d. h. Schatz (der Form nach) ready haben, als Reservefonds für Münze und
Zahlungsmittel, sei es im Inland, sei es im Ausland. Und dieser Theil steht
in bestimmtem Verhältniß zur Stufenleiter auf der er producirt, z. B. der
Arbeitslohn, den er wöchentlich zu zahlen etc. Und die Grösse der fortlaufenden baren Operationen z. B. beim Kaufmann. Aber obgleich dieser
Theil bestimmt ist, (wechselt in verschiednen Momenten der Reproduction
natürlich), ist er stets von neuem aufgelöst, d. h. als Kaufmittel und Zahlungsmittel (hier als Zahlung der Bilance) seine Form als Schatz auflösend, den
Schatz entleerend, und ihn beständig wieder füllend durch den Verkauf der
Waare oder Zahlung für verkaufte Waare. Seine Theile wechseln also beständig; auf der einen Seite löst er sich als Kaufmittel und Zahlungsmittel
auf, in der andren reconstituirt er sich beständig durch die beständige Rückverwandlung der Waare in Geld. C'est un continuel va-et-vient; keineswegs
der ruhende Schatz des Schatzbildners. Die zweite Function des Geldhandels
besteht also darin das vom Industriellen und Commerciellen eingenommne
Geld beständig zu empfangen, es als Schatz aufzunehmen, und es beständig
wieder als Kauf oder Zahlungsmittel zurückzugeben: Diese Operation macht
Buchführung, beständiges Zahlen und Rechnen nöthig. Diese Bewegung des
30 Schatzes (Geldcapitals)- seine beständige Bildung und Auflösung- und die
Ausgleichung derselben ist vermittelt durch seine Operation, die Operation
des Geldhändlers, der weiter nichts thut. So weit speziell das Geld als
Zahlungsmittel fungirt - eine Function, worin, wie früher entwickelt, die
wechselseitigen Forderungen zu berechnen und nur die Bilanz in Geld
auszuzahlen hat er diese Function des Gelds als Zahlungsmittel zu verrichten, die Ausgleichung zu machen, bald Geld in Bilanz auszuzahlen, bald
als solche einzunehmen. Diese Ausgleichung und vermittelnde Operation für
das Geld als Zahlungsmittel entwickelt sich besonders in der capitalistischen
Production, wo die ganze Production auf dem Tauschwerth, der Circulation
40 beruht und daher beständig zwischen den Producenten (und Kaufleuten)
abzurechnen.

So weit das Zahlen oder Kaufen auf dem auswärtigen Markt spezielle
Operationen nöthig macht, spezielle Formen der Versendung der Bilanz oder
des Geldes als Kaufmittel ernöthigt, schafft (Wechselcurs etc), bilden diese
wieder besondre Function des Geldhandels.
Ebenso kann der Return des Gelds von den Productionsquellen im Austausch gegen die Waaren als abgesonderte Operation und Function ver-
selbstständigt werden. (Bullionhandel etc) Dieß wieder besondre Function
des Geldhandels.
Endlich das brachliegende- i. e. als Geldcapital auf den Markt geworfne
Geld wird verliehn, es wird von andren geborgt und dieß erscheint wieder
- in verschiedneo Formen (loan, discount etc) als besondre Function des
Geldhandels, der so zugleich dasselbe, was der Kaufmann für die Waaren
ist, für das verleihbare Geldcapital ist, der Vermittler, wodurch Zufuhr und
Nachfrage nach dem Geldcapital ausgeglichen und centralisirt werden.
Schließlich kann noch hinzugesezt werden: Als Weltgeld streift das Geld
seinen nationalen \\963\ Charackter als Landesgeld ab und wird reducirt auf
seinen Gold und Silbergehalt, während diese zugleich, als die beiden Waaren,
die als Weltgeld circuliren, auf ihr Werthverhältniß zu reduciren sind, das
beständig wechselt. Dieß vermittelt wieder der Geldhändler und macht diese
Ausgleichung des Landesgeldes zu Weltgeld zu seinem spezifischen Geschäft. (Wechselcurs; bei dem leztren kommt der jedesmalige Stand der
Zahlungsbilanz hinzu, Detail, das hier nicht her gehört.) Anderseits löst sich
diese Operation auch auf in einfaches Auswechseln der Geldsorten verschiedner Länder gegen einander, wie die verschiedneo besondren Cir-
cuJationssphären angehörigen Geldsorten desselben Landes. (Einfache
Geldwechsler.) Alle diese Functionen zusammen bilden das Geschäft des
Geldhandels, das sich ganz wie der Waarenhandel wieder in verschiedne
Zweige spaltet.
Wie die Operationen des Waarenhändlers (Kaufmanns) durchaus nichts
andres sind als die verselbstständigten Bewegungen, Functionen, die die
Waare, und daher das Capital in seiner Gestalt als Waarencapital durchmachen muß in dem Ganzen ihres Circulationsprocesses oder den Be-
wegungen ihrer Gesammtmetamorphose; so sind die Operationen des
Geldhändlers (Operationen des spezifischen Geldcapitals) durchaus nichts
andres als die aus den Functionen des Geldes als solchen im Unterschied
zu sich als Circulationsmittel (wie es im Handelscapital fungirt) hervorfliessenden Bewegungen, daher auch dem Capital in seiner Gestalt als Geld, als
Geldcapital zukommend.
Bei genaurer Analyse findet sich daher in der That- (auch das Verkaufen
von Geld als Capital, das Werfen des Gelds in die Circulation als Capital
eröffnet nur den Productionsproceß, der vom Geld ausgeht; daß diese

Darstellung des Capitals als dieß den ganzen Proceß Eröffnende in der Form
des Gelds hier als besondre Function erscheint, daß der der das Geld ausleiht,
es nur mittelbar, durch den industriellen Capitalisten oder Commercant in
die Production oder Circulation als Capital wirft, diese Zwischenoperation,
5 Händewechsel des Gelds, bevor es den Proceß eröffnet, ändert an der Sache
selbst nichts) - daß das Handelscapital i. e. Waarencapital als ein spezifisches Capital, anderseits das Geldcapital, als Capital, das in einem spezi-
fischen Geschäft, dem Geldhandel is invested and shut up- durchaus nichts
sind als verselbstständigte Existenzweisen dieser Formen von Geldcapital
10 und Waarencapital, die das productive Capital im Durchlaufen des gesammten Reproductionsprocesses annimmt, die Formen, die es in seiner
Circulationssphäre annimmt, in dem Intervall zwischen seinem Heraustritt
und seiner Rückkehr in den eigentlichen Productionsproceß.
Es kann nichts falscher sein als commercial capital und moneyed capital
15 (hier im Sinn von Geldhandel) als besondre Abtheilungen des productive
capital zu betrachten, etwa wie mining, fishing, farming, manufacturing etc
capital. Vielmehr ist jedes productive capital commercial capital, so weit es
die Gesammtbewegung seines Productionsprocesses, W-G-W oder G-W-G
durchläuft und in dieser Form isolirt betrachtet wird. Es ist in der That seine
Form als circulating capital, dieß als Einheit der entgegengesezten Phasen
der Metamorphose betrachtet. Ebenso ist jedes productive Capital in einer
Phase moneyed capital, sei dieß nun als 0-G ', sei es soweit die Functionen,
die es in seiner Form als Geld verrichtet, also seine Geldtunetionen isolirt
betrachtet werden. Auch hört durch die Dazwischenkunft von commercial
25 capital als einer besondren Capitalsorte, Capital invested in a peculiar sphere
and managed by a peculiar set of capitalists; ditto durch die Dazwischenkunft
eines moneyed capital als besondrer Capitalsorte, Capital der Geldhändler
- das productive Capital durchaus nicht auf einerseits die Functionen des
commercial capital zu verrichten und in einer Phase als commercial capital
30 aufzutreten, ebenso wenig, wie es aufhört moneyed capital zu sein und die
Functionen des moneyed capital zu verrichten.!
19641 Es findet also eine Verdopplung statt (wenigstens dem Schein nach.)
Einerseits sind commercial capital (Waarencapital) und moneyed Capital
(Geldcapital) allgemeine Formbestimmtheiten des productiven Capitals und
35 die besondren Bewegungen, die es als commercial capital (Waarenhandel)
und moneyed Capital (Geldhandel) durchläuft, sind besondre Functionen,
die das Productive Capital in seinem Reproductionsproceß verrichtet in
jenen beiden Formen. Anderseits sind besondre Capitalien (also auch peculiar sets of capitalists) ausschließlich thätig, sei es in der Form des
40 commercial capital, sei es in der Form des moneyed capital. Als besondre
Formen des productiven Capitals überhaupt, werden sie auch die Sphären
besondrer Capitalien; besondre Sphären der Capitalverwerthung.

Es ist bekannt, daß strictly speaking ein Banquier neben dem Capital seiner
Kunden kein eignes Capital zu besitzen braucht, und es ist ein nicht minder
bekanntes Factum, daß z. B. commercielle agents nur als managers die
Capitalien ihrer Kunden (der Industrials) verwirthschaften, und kein besondres Capital daneben zu haben brauchen. Generally ist das eigne Capital
von commercants undbankersnur die Basis, worauf ein ungeheurer Ueberbau aufgeführt wird und steht in gar keinem Verhältniß (je grösser es ist,
desto weniger) zu den fremden Capitalien, die sie umschlagen und mit denen
sie ihr Geschäft treiben.
Gesetzt ein Kaufmann besitze 10001. Capital und schlage es 40 x im Jahr 10
um, so legt er während des Jahrs ein Geldcapital von 40 000 f. aus und kauft
Waarencapital zum Belauf von 40000f, so daß im Ganzen ein Capital von
80 000 f durch seine Hände läuft. Dieser Umschlag des Kaufmannscapitals
(so weit er sich auf die lOOOf bezieht, die das spezifische Capital des Kaufmanns bilden) ist sehr verschieden von dem Umschlag des productiven
Capitals. Es stellt in der That nichts vor als das Gesetz des Geldumlaufs, daß
die Preißmasse die das Geld realisirt, von der Geschwindigkeit seiner
Umläufe, der Anzahl seiner Umläufe in einer gegebnen Periode darstellt.
Was überhaupt vom Geld gilt- dem Geld als Circulationsmittel, als Kaufmittel und Zahlungsmittel und so functionirt es im mercantile Capital - gilt
hier als Function des Capitals. Allerdings macht es bei jedem Umschlag einen
Profit, und dieß macht die Geldsumme with which he starts zum Capital,
(Für den einzelnen Kaufmann, der mehr oder minder vom Gesammtgeschäft
an sich reissen kann und einen Surplusprofit machen, weil sein compere
einen kleinem als den average profit macht, ist es richtig: Sind Profitrate und
Preisse der Waaren gegeben, so hängt die Summe seines Profits von der
Anzahl der Umschläge im Jahr ab oder der Masse Geschäfte, die er macht.
Sind Profitrate und Anzahl der Umschläge gegeben, so von den Preissen der
Waaren. Sind Preisse und Anzahl der Umschläge gegeben, so von der Profitrate.) aber auch dieser Profit anders bestimmt als beim productiven
Capital. Der Umschlag des productiven Capitals ist keineswegs der Ausdruck der Anzahl Umläufe, die das Geld als Circulationsmittel verrichtet.
Vielmehr umgekehrt ist die Anzahl der Umläufe des Gelds hier der Ausdruck
davon, wie oft sich der Reproductionsproceß erneuert, wie oft es sich in
Capital verwandelt. Es läuft hier so oft um, weil es so oft als Capital
functionirt. Im commerciellen Capital wirkt es so oft als Capital, weil es so
oft umläuft. Die Anzahl der U ruschläge wichtig daher beim productiven
Capital, weil sie ausdrücken die Anzahl der Perioden, in denen sich die
Schöpfung des Surpluswerths, daher des Profits wiederholt. Der Umschlag
geht hier bestimmend in die Rate des Profits ein, weil er die Circulationszeit
ausdrückt, worin das Capital bestimmtes Quantum Arbeit exploitirt, un-

bezahlte Arbeit aneignet. Der Umschlag selbst hat nichts mit der Schöpfung
des Profits zu thun, sondern drückt 1) die Perioden seiner Realisirung aus;
2) in welchem Grade die Arbeitszeit durch die Circulationszeit beschränkt
wird. Beim commercial capital zweierlei: Erstens: Der Profit wird nur durch
5 den Umschlag gemacht, der nichts als den Umlauf des Geldes darstellt; die
Anzahl Umläufe derselben Geldsumme; d. i. Wiederholung der Akte des
Verkaufensund Kaufens. Selbst das blose W-G-W' im Circulationsproceß
des productiven Capitals hat einen andren Sinn. W das Resultat des Productionsproceß, die Waare, die aus dem Productionsproceß resultirt; W'
10 dagegen die Waaren, die als Elemente der Waare in ihren Productionsproceß
eingehn, die ihre Productionsbedingungen darstellen. Dagegen W -G-W' beim
commerciellen Capital unterscheidet sich W von W' nur als Prei/3, nicht als
Waare, 119651 und selbst wenn W' ein andrer Gebrauchswerth, hat dieser
kein andres V erhältniß zu W als wenn es dieselben Gebrauchswerthe.
Zweitens aber obgleich der Profit hier im Unterschied vom productiven
Capital durch den Umschlag selbst gemacht, nicht in ihm erst realisirt wird,
so andrerseits geht hier die Zahl der Umschläge nicht bestimmend in die
Profitrate ein, sondern umgekehrt. Die Profitrate (average) bestimmt den
Profit auf jedem einzelnen Umschlag. Ist die allgemeine Profitrate z. B.
10 p. c., so auch die des Kaufmannscapitals. Damit nun ein Kaufmannscapital z. B. von 1000 im Jahr einen Profit von 10 p. c. realisire, darf es, wenn
es zehnmal umschlägt, in jedemUmschlag nur 1 p. c. Profit auf Waarenmasse
von 1001., also von 10 auf 1000 schlagen. Also z. B. auf Waare vom Preisse
von 1 /.nur 1/ 10ol.= 20/ 10osh. = 2/ 10 sh. = 1/ssh. = 22/sd. Schlügees20x um,so
25 in jedem Umschlag nur 1/ 2 p. c:, denn 20 x 1/ 2 = 10 · 1/ 2 per 100, ist 10/ 2 oder 5
auf 1000. Also z. B. auf Waare vom Preisse von 1 1. nur 1/ 200 1. = 20/ 200 sh.
2/ 20 sh. = 1/ 10 sh. = 11/ 5 d. Die Durchschnittsanzahl der Umschläge in den
verschiednen Sphären des Waarenhandels ist hier als gegeben vorausgesezt.
So erscheint alles ganz äusserlich im Kaufmannscapital.
Nehmen wir z. B. denturnuseines Capitals in der calicomanufactur. Das
Product, 10 000 Ellen Cattun = 10001. z. B. Der Fabrikant verkauft diese
10 000 Ellen an einen merchant, clothdealer, der ihm 1000 I. zahlt. (Den Credit
wollen wir fortlassen als noch nicht entwickelt.) Die 10000 Ellen Cattun
befinden sich jezt in der Hand des merchants und stellen in seiner Hand
35 Waarencapital, Kaufmannscapital vor. In der Hand des manufacturers
stellten sie capital + profit vor. Dieser merchant sei merchant I. Mit den
10001. kaufe der Fabricant nun für 7001. Garn, für 1001. Kohlen etc und mit
1001. kaufe er Arbeit. 1001. lege er als Revenu aus. Diese leztre Transaction
weiter analysirt, kaufen die Arbeiter by und by, an fur et a mesure, daß sie
40 die 1001. erhalten Waare beim epicier, ganz wie der Fabrikant mit den 1001.
Consumtionsmitte1 beim Epicier kauft. Der Garnhändler Merchant li hat jezt

statt des Garns, seines Waarencapitals 7001., ditto der Kohlenhändler,
Merchant III statt seiner Kohlen 100 1. und schließlich der Epicier Merchant
IV für seine Waaren 2001. Es ist zunächst klar, daß der Calico nach wie
vor als Waare sich auf dem Markt befindet, obgleich er aus der Hand des
manufacturers in die des merchants übergegangen ist. Es ist das Capital des
manufacturer, das seine erste Metamorphose noch nicht durchlaufen hat, aus
Waare noch nicht rückverwandelt ist in Geld. Für den manufacturer hat diese
Verwandlung stattgefunden. Er hat 10001. statt seines Calicos. Aber für den
Calico selbst hat die Verwandlung nicht stattgefunden. Er ist noch nicht in
Geld verwandelt, noch nicht als Gebrauchswerth weder in industrielle, noch
individuelle Consumtion übergegangen. Der Merchant I repräsentirt jezt auf
dem Markt dasselbe Waarencapital, das der Manufacturer ursprünglich
repräsentirte. Für den leztren ist der Proceß der Metamorphose durch den
Kaufmann I abgekürzt, aber nur um in dessen Hand vorgenommen werden
zu müssen. Müßte der manufacturer warten, bis sein Calico wirklich aufgehört hat Waare zu sein, in Geld verwandelt wäre, ihre erste Metamorphose
durchgemacht, an den wirklichen Käufer- industriellen oder individuellen
consumer verkauft wäre- so wäre sein Reproductionsproceß unterbrochen.
Oder, um ihn nicht zu unterbrechen, hätte er seine Operationen restringiren
müssen, einen geringren Theil seines Capitals in Garn etc, Lohnarbeit
etc, kurz gegen die Elemente des Productionsprocesses verausgaben müssen
und einen größren Theil davon in Geld als Reservefonds bei sich behalten,
damit er, während ein Theil als Waare sich auf dem Markt befindet, ein
andrer Theil von neuem in productives Capital verwandelt werden könnte,
und während der leztre als Waare auf den Markt tritt, der andere returnirt.
Diese Theilung auch mit dem Handelnöthig. Aber ohne ihn müßte der in der
Form des Geldes en reserve gehaltne Theil des circulirenden Capitals stets
grösser sein im Verhältniß zu dem im Productionsproceß befindlichen und
daher die Stufenleiter der Reproduction restringirt werden. Statt dessen kann
der manufacturer nun einen grösseren Theil seines Capitals im eigentlichen
Productionsproceß halten, einen geringren als Geldreserve. Statt dessen
befindet sich aber ein Theil des Capitals der Gesellschaft - zunächst in der
Form des Kaufmannscapitals - stets innerhalb des Circulationsprocesses
und geht nie direkt in den Reproductionsproceß ein. Er ist stets nur angewandt um Waare zu kaufen. Er scheint damit nur a change in den Personen
vorgegangen, die diesen Theil des Capitals in der Hand haben.\\966\ Wendete
der Kaufmann, statt für 1000/. Cotton zu kaufen, die 1000/. selbst productiv
an, so wäre das productive Capital vergrössert. Allerdings müßte dann der
manufacturer einen bedeutendren Theil als Geldreserve halten und ditto der
nun in einen manufacturer verwandelte merchant I. In dem einen Fall wird
der productive Theil des Capitals des manufacturers vermehrt; dafür ist aber

auch das ganze Capital des Kaufmanns der Production entzogen. In dem
andren Fall müssen beide ihre Geldreserve vermehren, aber es ist auch ein
grosser Theil des Kaufmannscapitals der Production gewidmet. So scheint
die Sache lang wie breit, auf der einen Seite gewonnen, was auf der andren
5 verloren ist. Es ist jedoch dem nicht so. (falls das Kaufmannscapital nicht
seine nothwendigen Proportionen überschreitet.) Und zwar'ist dem nicht so,
weil die Reproduction des Kaufmannscapitals und die Reproduction des
productiven Capitals zwei verschiedne Processe sind, obgleich die erstre nur
ein Moment des Reproductionsprocesses des Gesammtcapitals. Der cottonmanufacturer kann im besten Fall, d. h. wenn er auf Bestellung arbeitet und
sein Geld erhält, sobald die Waare fertig, z. B. sein Capital nur 4 x im Jahr
umschlagen, weil er in 3 Monaten nicht mehr als 10 000 Ellen produciren und
reproduciren kann. Die Wiederholung seines Reproductionsprocesses ist
nicht nur bestimmt durch den eigentlichen Circulationsakt- W-G-W, die
Circulation die seine Waare durchlaufen muß von dem Moment an, wo sie
als fertige Waare aus dem Proceß herauskommt, um in der Form der Productionselemente der Waare wieder in ihn einzugehn. Er ist ferner bestimmt
durch die Dauer des Productionsprocesses selbst. Wenn sein Capital 900 und
er mußte immer 1/ 3 in Geldreserve haben, befänden sich immer nur 6001. im
Productionsproceß und er könnte nur produciren 6000 Ellen in einem turnus,
also wenn sein Capital 4 x umschlage, 24 000 Ellen, während er im andren
Fall 40 000 producirt. Es ist keineswegs von der Eigenschaft seines Gelds
als Geld abhängig, wann und wieviel er rückverwandelt in Capital, sondern
diese Rückverwandlung des Gelds in productives Capital und die Wiederholung dieser Rückverwandlung hängt von der spezifischen Natur seines
productiven Capitals ab, dem Gebrauchswerth der Waare, den es producirt
und der besondren Arbeit und ihren Bedingungen, die diesen Gebrauchswerth producirt.
Betrachte ich nun die 10001. des merchant I mit Bezug auf diesen ein-
30 zeinen manufacturer, so ist in der That die Reproduction seines Capitals II
ganz von der Reproduction dieses productiven Capitals abhängig. Er kauft
heute die 10000 Ellen, verkauft sie meinetwegen in einer Woche. Das so
gebrauchte Geld kann er nicht rückverwandeln in Ellen bis die 21e Umschlagszeit des manufacturer kommt, am Schluß der ersten 6 Monate, wo/
35 dieser wieder 10000 Ellen auf den Markt wirft u. s. f. Aber das Kaufmannscapital, nachdem die 10 000 Ellen von Cottonmanufacturer I verkauft sind,
kann dort wieder 10 000 Ellen von Cottonmanufacturer II, III, IV kaufen.
Gesetzt der Kaufmann brauche einen Monat zum Verkauf, so könnte er
jeden Monat 12000 Ellen kaufen, also im Jahr 12 x 12000 = 144000 Ellen;
40 und so könnte er mit seinem Capital von 10001. die Waaren von
36 manufacturers kaufen und verkaufen, die jeder 40 000 Ellen im Jahr

producirten und ein Gesammtcapital von 32 4001. (jedes 9001.) in ihren trades
stecken hätten. Wir nehmen hier allerdings an, daß der Kaufmann rascher
verkauft als der manufacturer verkaufen würde. Wäre dieß nicht der Fall,
so repräsentirte das Kaufmannscapital absolut nichts als das brachliegende
Capital des manufacturers. V nd es wäre dasselbe als wenn dieser stets 10001.
im Productionsproceß und stets 10001. als Reserve oder als Kaufmittel im
Circulationsproceß befindlich hätte. Dieß rasehre V erkaufen, d. h. das
rasehre Finden der Käufer, ergiebt sich aber aus dem Princip der Theilung
der Arbeit, da der Kaufmann nichts zu thun hat als Käufer zu finden und
Verkäufer. Das erste Moment also ist, daß durch den Kaufmann nicht nur
dem manufacturer seine Waare früher in Geld verwandelt wird, sein Cattun,
sondern, daß dieser Cattun selbst rascher seine erste Metamorphose durchmacht, rascher verkauft wird.
Dieß vorausgesezt, stellen die Umschläge des Kaufmannscapitals keines-
11 wegs die Umschläge oder die Wiederholung des Reproductionsprocesses -
Verwandlung der Waare in Geld- des manufacturer I vor, des einzelnen
Capitals in einer besondren Sphäre, sondern vielleicht die von 36 oder any
other amount in dieser besondren Sphäre functionirenden Capitalien. \
\967\ Oder wenn der Kaufmanngeneral merchant ist, kann ernachVerkauf
der 10 000 Ellen Cattun für 10001. etc Seide kaufen, etc, so daß der V mschlag
seines Capitals nicht nur die Umschläge vieler Capitalien in einer Productionssphäre, sondern die Umschläge einer Anzahl von Capitalien in
verschiedneo Productionssphären vorstellen kann.
Sein Geldcapital verrichtet so dieselbe Function gegenüber den als
Waarencapitalien auf dem Markt befindlichen productiven Capitalien, die
das Geld durch die Anzahl seiner V mläufe in einer gegebnen Periode gegenüber den Waaren verrichtet, deren Preisse es der Reihe nach realisirt. Sein
Umschlag ist durchaus nichts als der Umschlag des Gelds als Kaufmittel,
i. e. Circulationsmittel, indem es in der That blos W-G-W-G etc vorstellt.
Nachdem er die Waare (des manufacturers) in Geld verwandelt und daher
sein Geld in Waare, verwandelt er dieß Geld wieder in Waare etc. Diese
Umschläge seines Geldcapitals als Kaufmittel, als Vermittler der Waarencirculation hängen ab vom Gesammtreproductionsproceß, oder wenigstens
einem grösseren Theil desselben (für den einzelnen Kaufmann), aber nicht
vom Reproductionsproceß des einzelnen Capitals. Sofern er durch den
Gesammtproceß stets Waaren auf dem Markt findet, - dieß die Voraussetzung für ihn- besteht sein Umschlag in der blossen Wiederholung der
Käufe, eine Wiederholung vermittelt durch die Wiederholung der Verkäufe.
Sein Umschlag stellt blos die Wiederholung des Geldumlaufs dar. Der
Unterschied seines Umschlags vom einfachen Geldumlauf der: dasselbe
Geldstück wiederholt Käufe. Z. B. A kauft für 101. von B, B mit denselben

101. C, C von Du. s. w. Hier ist stets der Käufer eine andere Person, obgleich
die 101. stets dieselben bleiben. Das Geld wechselt die Hände. Aber der
merchant, der für 1000 I. Cattun vom manufacturer gekauft, verkauft denselben Cattun wieder an eine dritte Person, und dieselbe Geldsumme kehrt
5 in seine Hand zurück. Es ist rein zufällig ob sie aus denselben Geldstücken
besteht. Es ist G-W -G zugleich, die Form des Capitals. Wie oft der Kaufmann I
aber dieselbe Operation erneuern kann, hängt davon ab, wie oft dieselbe
Geldsumme in seine Hand zurückkehrt, sein Capital als Geldcapital. Gehn
wir vom Kaufmann als Waarenbesitzer aus und er ist Waarenbesitzer
geworden durch den Kauf der 10000 Ellen- so verkauft er die Waare, und
mit dem Geld, worin sie verwandelt ist, kauft er neue Waare. W-G-W.
Dasselbe Geld wechselt zweimal die Stelle: kommt in die Hand des Kaufmanns als Verkäufer und verläßt seine Hand als Käufer. Es ist dieß die
Bewegung der Metamorphose der Waare überhaupt, eine Bewegung, die der
Kaufmann repräsentirt, soweit er erst verkauft (Waare) und mit dem Preiß
dieser Waare kauft; erst die Waare in Geld verwandelt, dann das Geld in
Waare. Hier das Geld bloses Circulationsmittel, obgleich es für ihn Capital
vorstellt. Indeß ist dieß nicht die eigenthümliche Bewegung des kaufmännischen Capitals, obgleich jene Bewegung ein Moment seiner eignen bildet;
so weit die Bewegung zweimalige Bewegung desselben Geldstücks einschließt. Aber das Kaufmannscapital, als getrennt von dem productiven
Capital, so weit dieß selbst circulirt, tritt immer zuerst auf als Käufer, als
Geld, das in Waare verwandelt werden soll. Es tritt nie zuerst auf als Waare,
denn die Waare erscheint in erster Hand als Product, und als solches er-
25 scheint sie nie in der Hand des eigentlichen Kaufmanns. Die wirkliche
Bewegung des Kaufmannscapitals ist diese:
G _ W _ G _ W _ G etc Geld Wird ausgetauscht gegen Waare, dieselbe
Waare wird ausgetauscht gegen Geld, dasselbe Geld wird ausgetauscht gegen
Waare, dieselbe Waare wird ausgetauscht gegen Geld etc. Der Unterschied
30 von der Metamorphose der Waare, worin das Geld nur als Circulationsmittel
functionirt, der: Hier wechselt nur dasselbe Geldstück zweimal die Hände,
und befindet sich in doppelter Bestimmung (erst als realisirter Preiß der
Waare, zweitens als Kaufmittel) in derselben Hand, während die beiden
Extreme, die zwei verschiednen Waaren nur einmal die Stelle wechseln
und dann aus der Circulation herausfallen. Aber hier wechselt dieselbe X
identische Waare zweimal die Hand. Sie wird zweimal verkauft, erst von dem
Producenten an den Kaufmann, und dann von dem Kaufmann an den
Consumenten, industriellen oder individuellen. Dort ist der zweimalige I

Stellenwechsel derselben Geldstücke die Vermittlung des wirklichen
Waarenaustauschs, des realen Stoffwechsels. Hier dagegen ist der zweimalige Stellenwechsel derselben Waare das Mittel nicht daß dieselbe Geld-
summe (vermehrt) zur selben Hand returnirt. Blos durch diesen zweimaligen
Stellenwechsel derselben Waare- sie ist das Mittel das Geld zurückzuziehn
- returnirt das Geld hier beständig, so daß seine Bewegung als Capitalbewegung erscheint, obgleich es beständig als Circulationsmittel im Proceß
functionirt. \\968\ Der Verkauf der Waare dieselbe Phase ihrer Meta-
morphose - hier zweimal durchgemacht.
Dieß, wenn wir den ersten turnus G-W-G betrachten. Anders dagegen in
der Reproduction, der Continuität, der Wiederholung dieses Processes und
die Bewegung des Kaufmannscapitals ist diese beständige Wiederholung .
G-W-0/G-W-G etc
In dem ersten Turnus wechselt dieselbe Waare nur zweimal die Stelle, und
dieselbe Geldsumme kehrt zurück. (Diese Rückkehr derselben Geldsumme
-also derselben Werthsumme- (Capital, weil jede Werthsumme in ihrer
Rückkehr als sich erhaltend und verwerthend und [als] sich auf sich beziehender Werth erscheint) -
ist sehr verschieden von dem zweimaligen
functionellen Stellenwechsel desselben Geldstücks. Diesen vollzieht es in
seiner Bestimmung als Geld und zwar als Circulationsmittel. Die Rückkehr
kann allerdings auch rein formell sein. Z. B. wenn der Capitalist Lohn in Geld
zahlt, und der Arbeiter mit demselben Geld die Waare vom Capitalisten
kauft. Dieß nur daß dieselben Personen sich wechselseitig alsVerkäuferund
Käufer gegenüber treten, dasselbe Geld beiden daher als Kaufmittel dienen
kann.) Aber die so zurückgekehrte Geldsumme, - sie ist Capital mit Bezug
auf das ausgelegte Geld, womit der Proceß begann; aber sie ist auch der
realisirte Preiß der verkauften Waare, daher die erste Metamorphose dieser
Waare- dieselben identischen Geldstücke kaufen nun wieder Waare, welche
Waare wieder verkauft wird etc. Hier kommt also zu dem zweimaligen
Stellenwechsel der Waare noch der zweimalige Stellenwechsel desselben
Gelds, oder sein Stellenwechsel als Circulationsmittel hinzu. Der Return des
Gelds als Capital bewirkt durch den zweimaligen Stellenwechsel der Waare
oder ihren zweimal (oder mehrmal) auf einander folgenden Verkauf. Aber
die Wiederholung dieses Processes, und daher der Kauf der Waare vermittelt
durch den zweimaligen Stellenwechsel des returnirten Gelds, oder die
Funktion desselben als Circulationsmittel. Die Geschwindigkeit des Umschlagsdes Kaufmannscapitals hängt also von 2 Momenten ab: 1) Von der
Geschwindigkeit, womit sein Geldcapital als Circulationsmittel umläuft oder
was dasselbe ist die Käufe erneuert. Der Kauf wird hier immer erneuert mit

Seite 968 aus Heft XV

dem returnirten Geld. Seine Geschwindigkeit daher dieselbe wie die Geschwindigkeit womit das Geld zweimal die Stelle wechselt, von dem Käufer
der Waare an den Kaufmann, von dem Kaufmann an den Verkäufer einer
andren Waare übergeht. Geschwindigkeit im Umschlag des Kaufmannscapitals und Geschwindigkeit im Umlauf des Geldes sind also hier identisch.
Diese Erneuerung hängt natürlich davon ab, daß beständig neue Waaren auf
dem Markt, also die Reproduction beständig fließt. Ist das so sich erneuernde J
Kaufmannscapital groß, so muß die Reproduction der Waare nicht nur
beständig und rasch, sondern auch massenhaft sein. 2) aber von der Geschwindigkeit, womit dieselbe Waare zweimal die Hände wechselt, also von t
der Geschwindigkeit der Circulation derselben Waare. Sie muß rasch aus der
Hand des Producenten in die des Kaufmanns übergehn. Dieß aber auch
schon eingeschlossen in Moment 1). Aber was hier wesentlich hinzukömmt,
sie muß rasch aus der Hand des Kaufmanns in die des schließliehen Käufers x
übergehn. Er muß rasch verkaufen. Er verkauft nun entweder an den industriellen Consumenten (die Theilung der Arbeit unter den Kaufleuten
selbst, so daß wholesale dealer an retailer verkauft etc lassen wir ausser
Betracht) oder an den individuellen Consumenten. Wenn an den erstem, so
hängt diese Geschwindigkeit des Wiederverkaufs direkt ab von der Geschwindigkeit der Reproduction. Wenn an den individuellen Consumenten, 1
so bildet die Consumtion in der That ein Moment des Reproductionsprocesses. Es ist das W -G-W' im ersten Sinn, worin die Waare durch Vermittlung X
des Gelds sich in Consumtionsmittel verwandelt. Je mehr die ganze Production auf der Circulation beruht, jeder Producent also sein Product nur
25 in der Gestalt der Waare oder des Gelds besizt, seine Consumtion also auf
Verkauf (qua ad Waare), Kauf (qua ad Geld) beruht, ist die Geschwindigkeit
der Consumtion, das Herausfallen der Waare aus der Circulation, durch die X
Art des Productionsprocesses selbst bedingt.
Die Geschwindigkeit des Umschlags des Kaufmannscapitals hängt also
30 von 2 Momenten ab: Der Geschwindigkeit, worin dasselbe Geld seinen
Stellenwechsel vollzieht, umläuft, also der Geschwindigkeit des Gelds als
Circulationsmittel (drückt sich darin aus). Dann der Geschwindigkeit, worin
dieselbe Waare ihren doppelten Stellenwechsel vollzieht, die eigenthümliche
Circulation vollzieht, die ihr als Waarencapital zukömmt. (nicht als blosse
35 Waare.) Beide Momente hängen von der Geschwindigkeit des gesammten
Reproductionsprocesses ab. Der Umschlag des Kaufmannscapital ist aber
nicht identisch mit dem Umschlag oder der Reproductionsanzahl eines
gleich grossen productiven Capitals. Es stellt vielmehr die Summe der Umschläge einer Anzahl solcher Capitalien, sei es in derselben Sphäre, sei es in A
40 verschiednen Productionssphären vor.!
\969\ Je rascher das Kaufmannscapital umschlägt, um so kleiner ist es I

selbst im Verhältniß zu der Masse des productiven Capitals. Je langsamer
es umschlägt, um so grösser ist der Theil des gesammten Geldcapitals, das
als Kaufmannscapital figurirt. In Productionsweisen oder auf Productionsstufen, wo die Circulation unentwickelt, weil überhaupt der Tauschwerths-
charakter und weiter der capitalistische Charakter der Production unentwickelt, ist daher die Summe des Kaufmannscapitals (obgleich absolut klein)
relativ groß gegen die Summe der überhaupt in Circulation geworfenen
Waaren. Der größte Theil des eigentlichen Geldcapitals befindet sich daher
in den Händen der Kaufleute, deren Vermögen so den andren gegenüber das
Geldvermögen bildet. (Der eigentliche Geldhandel kommt hinzu. Doch 10
darüber später.)
Aus den Berechnungen folgt nun weiter:
So weit das Kaufmannscapital als Waarencapital erscheint, ist es durchaus
nichts als das productive Capital selbst, das sich in der Circulationssphäre
sub specie des Waarencapitals befindet. Es erscheint jezt hier allerdings in
der Hand eines andern Waarenbesitzers. Daß es aber in der That blos Phase
des productiven Capitals selbst zeigt sich sofort, wenn das Waarencapital
in der Hand des Kaufmanns unverkäuflich, daher ihm sein Geldcapital nicht
returnirt wird, er also nicht von neuem Waare kaufen kann. So tritt dieselbe
Stockung in der Reproduction ein, als befände sich das Capital- in der Form
des Waarencapitals, in dem ersten Stadium seines Circulationsprocesses,
unverkäuflich in der Hand des Producenten.
Es ist nicht nöthig, daß das Kaufmannscapital blos den oben betrachteten
Umschlag durchmacht. Sondern der Kaufmann macht gleichzeitig beide
Bewegungen durch. Sein Capital theilt sich dann in zwei Theile. Der eine
besteht in Waarencapital, der andre in Geldcapital. Er kauft von dem einen
und verwandelt damit sein Capital in Waare. Er verkauft an den andren und
verwandelt damit einen andren Theil seines Capitals in Geld. Auf der einen
Seite strömt ihm sein Capital als Geldcapital zurück, während gleichzeitig
von der andren sein Geldcapital sich in Waarencapital verwandelt oder ihm
als Waarencapital zurückströmt. Je grösser der Theil, der in der einen Form
existirt, um so kleiner der Theil der in der andren existirt. Aber diese Theilung
muß sich ausgleichen. Z. B. 3001. Kaufmannscapital. Er hält zunächst 1001.
in Reserve und kauft mit 2001. Waare. So lange diese 2001. in der Form der
Waare existiren kann er nicht mit ihnen kaufen. Er kauft jezt mit 1001. Nun
verwandeln sich aber 2001. aus Waare in Geld und 1001. aus Geld in Waare.
Aber das wichtige hier daß er gleichzeitig mit einem Theil seines Capital kauft
und mit dem andren verkauft. Gesezt er kaufe auf 3 Wochen Zahlung und
er verkaufe ditto auf 3 Wochen Zahlung. So ist er schuldig am Ende der
3 Wochen 200 I. und hat zu erhalten 100 I. Er hat also eine Bilanz von 100 I.
zu zahlen, während er gleichzeitig 2001. in Waare besizt. Statt 3001. bedürfte

er dann nur 1001. um die Transaction zu führen. Hat er aber die Waare
während der 3 Wochen verkauft, so zahlt er die Bilanz mit dem gelösten
Geld, hat also gar kein Geld auszulegen.
Also: 200
So zahlt er die 200 x Ellen
gekauft x Ellen
x qrs verkauft
mit den 100 gelösten 1. + 1001.
zahlbar nach
zahlbar
die er zu lösen hat,
3 Wochen
nach
braucht aber für ganze
3 Wochen
Transaction nur 1001. D. h.
2001. zu zahlen
100 einzun[ehum 200 Ellen für 100 1. zu
men]
kaufen und 100 qrs zu 1001.
zu verkaufen, braucht er nur
Verbindet sich
Gekauft x Ellen
So zahlt er die 100 x Ellen
mit dieser
zahlbar nach
mit dem Preiß den er aus
Anwendung des 3 Wochen mit
ihrem V er kauf gezogen.
Gelds als
2001. Verkauft
einzu-
D. h. der Kauf der 200 x
Zahlungsmittel
vor Ende der
nehmen.
Ellen kostet ihn keine
der Umlauf des 3 Wochen
Geldauslage. Er hat ge-
Geld als Circu-
Schuldet 2001.,
kauft ohne Geld, verkauft
lationsmittel:
besizt 2001.
für Geld. Daher statt I 001.
zuzulegen 1001. in seinem
Besitz.
Kommt das Geld als Zahlungsmittel hinzu, und darauf gegründetes Creditsystem, so vermindert sich auch ferner das Quantum Geldcapital, das mer-
canti1e Capital bildet im V erhältniß zur Grösse der Transactionen, daß dies
mercantile Capital verrichtet. Kaufe ich auf 3 Monate Zahlung für 1000 1.
Waare, und habe ich die Waare verkauft vor Ende der 3 Monate, so brauche
ich keinen farthing für diese Transaction \\970\ vorzuschiessen. In diesem
Fall auch sonnenklar, daß das Geldcapital, was hier als mercantile Capital
30 erscheint, durchaus nichts ist als das productive Capital selbst in seiner Form
als Geldcapital, sein return zu sich in der Form des Geldes. (Daß der manufacturer, der die 10001. Waaren verkauft für 3 Monate den Wechsel auf
den merchant discontiren kann, ändert nichts an der Sache und hat mit dem
Kaufmannscapital als solchem nichts zu schaffen.) Fielen die Marktpreisse
35 der Waaren in der Zwischenzeit, z. B. um 1/ 10, so erhielte der Kaufmann nur
9001. in return zurück, und müßte 1001. zulegen, um zu zahlen. Diese 1001.
wären also blos Reserve, um mögliche Preißdifferenz auszugleichen. Aber
für den manufacturer dasselbe. Hätte er selbst verkauft, zu fallenden Markt-

preissen, so returnirt 9001. statt 1000 und er könnte die Operation nicht auf
derselben Stufenleiter wieder beginnen, ohne Reservecapital von 1001.
Betrachten wir nun eine andre Phase des obigen Processes.
Der manufacturer hat 1000 I. vom Kaufmann erhalten, dem er seinen
Calico verkauft hat. Mit den lOOOTh. kauft er Garn vom Garnhändler;
merchant II. Damit hat sein Capital (des manufacturers) seinen Circulationsproceß vollendet und befindet sich wieder in der Productionssphäre. Die
10001. in der Hand des Garnhändlers stellen einerseits den return seines
Geldcapitals vor, Rückverwandlung seines Gelds in Geld. Aber mit Bezug
auf das Garn selbst, daher das productive Capital stellen sie in der That
dessen erste Metamorphose, Verwandlung in Geld vor. (obgleich dieß für
den speciellen Garnmanufacturer bereits geschehn ist durch seinen V er kauf
an merchant II.) Ganz wie die Productionsphasen der Capitalien in den
verschiedneo Sphären sich in einander verschlingen, indem was aus der einen
als Product (fertige Waare) herauskommt, in die andre als Productionsbedingungeingeht und sie sogar wechselseitig in einander so eingehn können,
wie das Eisen in die Production der Kohle und die Kohle in die Production
des Eisens eingeht; so verschlingen sich die Circulationssphären in einander.
So ist hier die Rückwandlung des Geldcapitals des Calico manufacturer in
productives Capital, die Rückverwandlung des Garns in Geld, der Return des
Geldcapitals des yarnmanufacturers. Zugleich stellt sich dieß als return des
Geldcapitals des yarnhändlers dar. Das, womit der calico manufacturer dem
Garnhändler zahlt, ist nicht das Geld von merchant I, denn dieser hat Waare
zum Belauf von 1000/. dafür erhalten. Es ist sein eignes Capital in der Form
des Gelds. In der Hand des Garnhändlers erscheinen diese 1000/. nun als
mercantile capital, aber wie weit sind sie es, als unterschieden von diesem
Geld als der abgestreiften Geldform des calico und der angenommenen
Geldform des yarn? Hat der Yarnhändler z. B. auf Credit gekauft und verkauft, ehe er zu zahlen hat, so steckt in den 1000 /.kein farthing mercantile
Capital als unterschieden von der Geldform, die das productive Capital selbst
in seinem Circulationsproceß annimmt. Mercantile Capital, so weit es nicht
blose Form des productiven Capitals ist, die als besondre Art Capital erscheint, weil das productive Capital in seinen Gestalten als Waarencapital
und Geldcapital sich auf dem Markt in den Händen des merchants befindet,
ist also nichts als der Theil des Geldcapitals, der dem merchant selbst gehört.
Dieser Theil stellt nichts vor als - auf sehr verringertem Maaßstab (wenn
das nicht, wäre das mercantile Capital good for nothing), auf sehr reducirtem
Maaßstab den Theil des productiven Capitals, der sich als Reserve für
Kaufmittel, als Geld stets in der Hand des Manufacturers befinden müßte;
in fact einen Theil von dem Theil des productiven Capitals, der stets als
Geldcapital circuliren müßte. (Er circulirt auch, wenn als Circulationsmittel,

Kaufmittel in Reserve gehalten. Er würde aber wirklich circuliren. Z. B. der
manufacturer hat statt 10001. 1000 Waare. Mit diesen kann er seinen Reproductionsproceß nicht beginnen. Brauchte ausserdem 10001. Geld um I
Productionsmittel zu kaufen u. s. w.) Dieser Theil befindet sich jezt sehr
vermindert in der Hand eines besondren set von Capitalisten und befindet
sich stets in Circulation, stets functionirend im Circulationsproceß. (Daß
der Kaufmann den Markt erweitert, Theilung der Arbeit daher etc kömmt
alles darauf hinaus, daß er rascher Käufer findet. Denn selbst das mehr I
19711 Käufer finden, heißt nur Käufer finden für mehr Waaren.) Er ist sehr
vermindert, weil er dem Umschlag nicht eines Capitals, sondern vieler Capitalien dient. Ausser dem Theil des productiven Capitals, der für die laufen-
den Ausgaben beständig als Geld existiren muß, muß ein andrer Theil für die
ganze Capitalistenklasse, den Reproductionsproceß des Gesammtcapitalszur Continuität dieses Processes- beständig als Kaufmittel auf dem Markt
15 circuliren, ohne je sich selbst in productives Capital zu verwandeln. Dieser
Theil bildet das Mercantile Capital. Er ist um so kleiner, relativ, je rascher
der gesammte Reproductionsproceß, daher der Umlauf des Gelds und je
entwickelter das Geld als Zahlungsmittel, daher das Creditsystem.
Wir haben gesehn bei Betrachtung des Gesammtreproductionsprocesses,
20 daß Capital sich austauscht theils mit Capital, theils Capital gegen Revenu
und Capital, endlich Capital gegen Revenu. Bei dem mercantile Capital stellt
sich das so dar, daß es, so weit es austauscht mit industriellen Consumenten
(abgesehn hier von den Bewegungen aus der hand des einen Käufers in die
des andren, des wholesale in die des retailer etc) blosser transfer von
Capital; so weit es Austausch mit individuellem Consumenten Austausch
mit Revenu.
Das mercantile Capitalist nichts als Capital das innerhalb der Circulationssphäre functionirt. Der Circulationsproceß ist eine Phase des gesammten
Reproductionsprocesses. Aber im Circulationsproceß wird kein Werth pro-
30 ducirt, also eben so wenig Mehrwerth. Es gehn nur Formverändrungen
derselben Werthgrösse vor. Es geht in der That nichts vor als die Metamorphose der Waare, die mit Werthschöpfung oder Werthverändrung als
solcher nichts zu thun hat. Wenn bei dem Verkauf der Waare ein Mehrwerth
realisirt wird, so weil dieser bereits in ihrexistirt; bei dem zweiten Akt daher,
dem Rückaustausch des Geldcapitals gegen Waare wird kein Mehrwerth
realisirt. (sondern hier nur durch den Austausch des Geldes mit der Arbeit.)
Im Gegentheil. So weit diese Metamorphose Circulationszeit kostet- eine
Zeit innerhalb deren das Capital nicht producirt- also auch keinen Mehrwerth- ist sie Beschränkung der Werthschöpfung und der Mehrwerth wird
40 sich als Profitrate grade im umgekehrten Verhältniß zur Dauer der Circulationszeit ausdrücken. Das mercantile Capital schafft daher weder Werth,

noch Mehrwerth. D. h. nicht direkt. Sofern es zur Abkürzung der Circulationszeit beiträgt, und überhaupt die Metamorphose vermittelt, ohne die das
Capital seinen Productionsproceß nicht neu beginnen kann, vollzieht es eine
der capitalistischen Productionsweise unentbehrliche Function und kann
indirect den vom productiven Capital geschaffnen Mehrwerth vermehren
helfen oder ihn wenigstens als höhre Profitrate setzen oder beides zugleich.
So weit es den Markt ausdehnen hilft und die Theilung der Arbeit zwischen
den Capitalien vermittelt - also auch das einzelne Capital befähigt auf grösserer Stufenleiter zu arbeiten - befördert seine Function die Productivität
des productiven Capitals und den Accumulationsproceß, die Rückverwandlung des Profits in productives Capital. So weit es die Circulationszeit ab-
kürzt, erhöht es das V erhältniß des Mehrwerths zum vorgeschoßnen Capital,
also die Profitrate. So weit es endlich einen geringren Theil des Capitals
(Geldcapitals) in die Circulationssphäre der Waaren einbaut, in den Circulationsproceß des Capitals (so weit dieser Circulationsproceß den Aus-
tausch von Capital und Arbeitsvermögen ausschließt) vermehrt es den direkt
in der Production angelegten Theil des Capitals. Aber wie gesagt: so weit
es auf die Werthgrösse als solche wirkt, und das Verhältniß des Mehrwerths
zum vorgeschoßnen Werth, thut es dieß nur indirect, durch seine Wirkung
auf das productive Capital. Es selbst schafft nicht innerhalb der Circulationssphäre der einzigen Sphäre worin es functionirt, Werth oder Mehrwerth
ausser dem, der aus der Sphäre der unmittelbaren Production in die Circulationssphäre fließt. Der Profital so, den das mercantile Capitalabwirft, ist
blos ein Theil des Mehrwerths den das gesammte productive Capital schafft
und von dem ein aliquoter Theil auf das mercantile Capital abfällt. Das womit
es sich austauscht, sei es Capital, sei es Geld, das Revenu, Profit (Zins),
Rente, Arbeitslohn vorstellt, sind fertige Werthgrössen, die durch diesen
Austausch bleiben was sie waren. Es ist aber nicht nur sein Profit, der nicht
aus seiner eignen Quelle fließt, sondern \\972\ nur ein transfer von dem
Mehrwerth den das productive Capital gemacht hat, ausgepreßt hat, sondern
es erhält sich als Capital nur durch die beständige Erneurung des Productionsprocesses. Das leztre liegt aber schon darin, daß das mercantile
capital in der That nichts ist als das produclive Capital in seiner Circulationssphäre, neben dem es nur deswegen als unterscheidbares und unter-
schiednes mercantile Capital erscheint, weil der Theil des productive Capital,
der sich stets als circulirendes Geldcapital in der Hand des industrial Capitalist befinden müßte, sich jezt, auf sehr verjüngtem Maaßstab, in der Hand
eines besondren set of capitalists befindet, deren Function ausserhalb des
eigentlichen Productionsprocesses liegt.
Das mercantile Capital functionirt zwar nicht im eigentlichen Productionsproceß, aber im Reproductionsproceß der Waare, von dem der Circulations-

prozeß einen eignen Abschnitt bildet. Wie der industrielle Capitalist ein
Agent der capitalistischen Production, oder das personificirte productive
Capital, so der merchant ein agent der capitalistischen Circulation, in fact
eine Personification des circulirenden Capitals. Aber jedes Capital, das im
Productionsproceß beschäftigt oder Reproductionsproceß, das irgend eine
nothwendige Function des Capitals verrichtet, zieht pro rata seiner Grösse I
gleichen Theil des vom Gesammtcapital in einer bestimmten Periode, also
z. B. jährlich producirten Mehrwerths. Also auch das mercantile Capital,
obgleich es mit der unmittelbaren Production dieses Mehrwerths, also auch X
mit der unmittelbaren Exploitation des Arbeiters nichts zu schaffen hat. (So
weit der Retailer, etc den Arbeiter exploitirt, exploitirt er als Verkäufer den
Käufer. Diese Schneiderei, Prellerei, die wir hier überhaupt nicht betrachten
ist keine der capitalistischen Production als solcher zukommende Form.) Wie
ein Capital von 1000, obgleich es vielleicht nur 1/J der Arbeiter beschäftigt,
wie ein andres Capital von 1000 und vielleicht nur einmal returnirt, während
jenes 4 mal returnirt im Jahr, also längre Circulationszeit hat, und weniger
variables Capital anwendet, denselben average profit bringt, so das mercantile capital. Es handelt sich hier nur um die Grösse der Capitalauslage,
und Functioniren dieses Capitals in whatever way during a certain period,
say annual period. Da nun die eigentliche Productivität des Capitals als
Capitals darin besteht, Profit zu produciren; da das mercantile Capital
denselben average profit producirt wie das industrielle (Zins + commerciellen Profit = Zins + industriellem Profit), so erscheint das mercantile
Capital nicht als besondre Art Capital neben dem productiven Capital,
sondern als eine besondre Art des productiven Capitals, nur als eine der
besondren Sphären, worin es sich vertheilt und functionirt. Wir finden daher
als Arten des productiven Capital neben einander angegeben appropriative
industry, agricultural industry, rnanufacturing industry, carrying industry,
mercantile industry. Als ob es sich nur stofflich von den andren Sphären des
30 productiven Capitals unterscheide, sei es durch diebesondre Art Gebrauchswerth, die es schafft (wie mining und agricultural industry), sei es durch
besondre Manier den Gebrauchswerth weiter zu faconiren (wie manufacturing industry und carrying industry.) Aber das mercantile Capital ist nicht
eine besondre. Sphäre des productiven Capitals, sondern eine von den
Sphären des productiven Capitals gesonderte Sphäre des Capitals. Es hat
mit dem Gebrauchswerth als solchem nicht zu thun, sondern nur mit dem
Austausch dieser Gebrauchswerthe, ganz wie es mit dem Tauschwerth nichts
zu thun hat, sondern nur mit seinen Formwechseln. Das mercantile Capital
ordnet sich dagegen unter in dieselbe Sphäre mit dem monetary capital.
Waarenhandel und Geldhandel als zwei besondre Sphären oder Functionen
des Circulationsprocesses angehörige Theile des Gesammtcapitals. Die

grossen Oekonomen wie Smith, Ricardo etc, da sie mit Recht die Grundform
des Capitals betrachten, das productive Capital und das circulirende Capital
in fact nur so weit es selbst eine Phase des Reproductionsprocesses des
Capitals, sind in Verlegenheit mit dem mercantile capital als eigner Sorte
Capital. Die aus der Betrachtung des productiven Capitals unmittelbar
abgeleiteten Sätze über Profit etc passen nicht direkt auf das mercantile
Capital. Sie lassen es deshalb in der That ganz bei Seite liegen und erwähnen
es nur en passantals Art des productiven Capitals. Wo sie im Besondrem
davon handeln, wie Ric. z. B. beim auswärtigen Handel suchen sie nachzuweisen, \\973\ [d]aß [es] keinen Werth schafft, hinc no surplus value. Aber
was vom auswärtigen Handel gilt vom inländischen. Der blosse [Akt] des
Austauschs von Waaren, Kaufen und Verkaufen, sezt die Waaren voraus,
als Gebrauchswerthe, die einen bestimmten Preiß haben, und schafft weder
das eine noch das andre.
Anderseits, da das mercantile Capital die erste historische freie Existenzweise des Capitals ist und als solche erscheint gegenüber zünftiger und
feudaler, kleinbürgerlicher und kleinbäuerlicher Production, so galt dem
Monetar und Mercantilsystem dieß als die Grundform des Capitals, woraus
sie ihre Vorstellungen von surplusvalue und profit ableiteten. Profit upon
expropriation. In der That zieht der Kaufmann seinen Profit aus der Circulation und macht ihn im Akt der Circulation. Aber er entzieht was schon
drin ist; er zieht blos ein Stück von dem Mehrwerth, der schon in der Waare
steckt, an sich und theilt so mit den brother capitalists. Weil er für ihn aus
der Circulation entspringt, scheint er an und für sich aus der Circulation zu
entspringen.
Würfe das mercantile capital an higher average percentage of profitabals
das industrielle Capital, so würde sich ein Theil des industriellen Capitals
in mercantiles verwandeln. Würfe es a lower average percentage of profit
ab, so fände der umgekehrte Proceß statt. Ein Theil des mercantile capital
würde sich in industrial capital verwandeln. Kein Capital hat größre Leichtigkeit seine Bestimmung, seine Functionssphäre zu ändern.
Die Frage ist nun die: Wie zieht das mercantile capital die ihm zukommende
Rate des Mehrwerths oder Profits an sich? Die handgreifliche Erscheinung
ist, daß es die average profitrate auf den Preiß der Waare zuschlägt. Wir
haben gesehen, daß der Productionspreiß der einzelnen Waare oder für das
ganze Capital jeder besondren Productionssphäre vom Werth der Waare
verschieden ist, gleich, grösser, kleiner sein kann. Aber die Summe der
Productionspreisse der Waaren ist = der Summe ihrer Werthe. Ist also der
average Preiß, wozu jeder industrielle Capitalist dem merchant ver-

kauft = dem Productionspreiß seiner Waare, so die Summe der Waarenpreisse, die das mercantile Capital = zahlt der Summe der Werthe. Und das
mercantile Capital im Ganzen genommen, bildete der Werth der Waaren den
Kostenpreiß oder buying price. Und da sein Profit= der Differenz zwischen
buying price und selling price, würde er alle Waaren über ihrem Werth
verkaufen. Für jede einzelne Waare wäre ihr producing price sein cost price
und er würde sie über ihrem producing price verkaufen. Für alle Waaren
zusammen wäre dieß identisch damit, daß er sie über ihrem Werth verkaufte.
Sein Profit- das Ganze genommen- käme daher, daß er die Waaren zu
ihrem Werth kauft und über ihrem Werth verkauft. Durch diese Operation
bliebe ein Theil des Mehrwerths (oder Profits) oder ein Theil der Waare,
worin er sich darstellt an seinen Fingern hängen. Kaufe ich z. B. eine Elle
zu 2 sh. und verkaufe sie zu 2 sh. 22/ 5 d., so ist das dasselbe als verkaufte ich
nur 10/ 11 Elle für 2 sh. und eignete mir entweder 1/ 11 Elle an oder ihren//
Preiß = 2/ 10 sh. Ich erreiche dieß jedoch nur dadurch, daß der Käufer für eine
Elle so viel zahlt wie 1 +
1/s Elle (1 + 2/ 10) kosten. Dieß ist a circuitous way J
of partaking in the surplus value. Oder aber der Productionspreiß, zu dem
das industrielle Capital verkauft ist nicht = dem wirklichen Productionspreiß der Waare, sondern = ihrem Productionspreiß - dem Theil des Profits,
der auf den merchant fällt. In diesem Fall der Productionspreiß der
Waare = ihrem Kostpreiß + dem industriellen Profit (Zins included) + the
mercantile profit. Wie das industrial capital in der Circulation nur Profit
realisirt, der als Mehrwerth schon in den Waaren steckt (obgleich für das l
besondre Capital die Quote Profit, die es realisirt von der Quote des Mehrwerths, die dieß spezifische Capital schafft, variirt), so würde hier das
mercantile capital nur Profit realisiren, weil der ganze Mehrwerth noch
nicht realisirt ist in dem vom industrial capital realisirten Preiß der Waare. X
Sein selling price steht über dem buying price, nicht [weil er] über dem
Werth der Totalität der Waaren steht, sondern weil in seinem buying Preiß
30 der Werth realisirt ist, [- nämlich im] Mehrwerth - der dem Kaufmann
zukommenden Theil./

Drittes Capitel.
Capital und Profit.
1) [Mehrwerth und Profit]
In ihrer Gesammtheit (Ganzheit) betrachtet (oder vollständig betrachtet)
(oder in ihrer Vollständigkeit) ist die Bewegung des Capitals Einheit von
Productionsproceß und Circulationsprozeß.
Der in einer gegebenen Circulationsperiode erzeugte Mehrwerth, (man
nehme z. B. ein Jahr als Maaß, siehe oben Cap. li) wenn gemessen am
Gesammtkapital, das vorgeschossen wurde, heißt -Profit. (Unter Profitfällt
hier nicht nur Zins- bekannt als bloser Theil des Gesammtprqfits, sondern
auch Grundrente, die überhaupt nichts ist als ein Theil des in der Agricultur
augewandten Capitals. Wie das Capital durch diese besondre Anlage besonders specificirt wird, gehört in die Betrachtung des Grundeigenthums.
Hier nur hervorzuheben, daß unter Profit nicht ausschließlich d. s. g. industrielle oder commercielle Profit zu verstehn.)
Dem Stoff nach betrachtet ist der Profit durchaus nichts andres als der
Mehrwerth selbst. Seiner absoluten Grösse nach betrachtet ist er daher auch
nicht verschieden von dem Mehrwerth, den das Capital in einer bestimmten
Umschlagszeit erzeugt. Es ist der Mehrwerth selbst, aber anders berechnet.
Der Mehrwerth bezieht sich seinerNaturnach und wird daher berechnet im
Verhältniß zu dem Theil des vorgeschoßnen Capitals, durch den Austausch
mit welchem er entsteht. Die Circulationszeit, so weit sie von der Productionszeit verschieden ist, kommt hier nur in Betracht als Schranke für
die Erzeugung des Mehrwerths. Als Profit dagegen wird der Mehrwerth
bezogen und daher gemessen nicht an einem Theil des vorgeschoßnen
Capitals, sondern an der Summe des vorgeschoßneu Capitals, ohne Rücksicht auf die ganz verschiedne Stelle, die diese verschiednen Bestandtheile

in der Erzeugung des Mehrwerths und der Production des Werths der Waare
überhaupt spielen.
Also: Gesetzt ein Capital sei gleich 600 Thalern. Der constante Theil des
Capitals bestehe aus 5 h, nähmlich Rohmaterial und Maschinerie; der variable
in Arbeitslohn ausgelegte Theil in dem andren 116. Beträgt der in einem Jahr
erzeugte Mehrwerth 60Th.- also der Werth des Gesammtproducts 6~0 Th.
in einem Jahr- so heisst dieser Mehrwerth von 60Th. Profit, sobald er nicht
betrachtet wird mit Rücksicht auf die 100 Th., die gegen 160 ausgetauscht
werden im capitalistischen Productionsproceß, nicht mit Rücksicht auf das
Sechstel des Capitals, aus dem er entspringt, sondern mit Rücksicht auf die
6h, aus denen das vorgeschoßne Capital besteht, d. h. mit Rücksicht auf das
vorgeschoßne Gesammtcapital von 600 Th. Obgleich die 60Th. nach wie vor
dieselbe Werthgrösse sind, so macht 60 auf 100 60 per cent, während 60 auf
600 nur 10% macht. Im Profit, der stets ein Verhältniß 1), eine Proportion
ausdrückt, erhält der Mehrwerth also einen neuen, von seiner ursprünglichen Gestalt numerisch verschiedenen Ausdruck. Dieselbe Grösse
ändert natürlich ihren numerischen Ausdruck, sobald sie statt im organischen
V erhältniß zum Theil eines Ganzen, in einem V erhältniß zu dem ganzen
Ganzen berechnet wird./
J974J Der Unterschied ist nicht nur ein numerischer, sondern ein begrifflicher, wesentlicher. Es handelt sich nicht nur um eine verschiedne Schät-
zung, Messung oder Rechnung. Sondern umgekehrt. Diese Verschiedenheit
der Rechnung, Messung, Schätzung ist eine Nothwendigkeit für das Capital,
drückt eine neue charakteristische Beziehung desselben aus, Bildung einer
neuen Form, die ebenso wesentlich ist, wie der Unterschied etwa zwischen
der Form von Tauschwerth und von Geld.
Das Verhältniß von Mehrwerth zu dem variablen Theil des Capitals ist,
wie wir gesehn haben, ein organisches. Es drückt in der That das Geheimniß
der Bildung und des Wachsthums, der Existenz des Capitals als Capital
aus. In dem Verhältniß von Profit und Capital ist diese organische Beziehung ausgelöscht. Der Mehrwerth erhält eine Form, worin das Geheimniß
seines Ursprungs mit keiner Spur mehr angedeutet ist. Indem alle Theile des
Capitals gleichmässig als Grund des neu erzeugten Werths erscheinen, wird
das Capitalverhältniß zur vollständigen Mystification. Im Mehrwerth als
35 solchem ist beständig das Verhältniß des Capitals zur Arbeit, die sie aneignet
ausgedrückt. Im V erhältniß von Capital zu Profit, verhält sich das Capital
nicht zur Arbeit, sondern zu sich selbst. Es ist einerseits ein blos quantitatives
Verhältniß einer Werthsumme oder Summe Geldes zu sich selbst. Sage ich
z. B. ein Capital von 100 Th. wirft einen Profit von 10 Thaiern jährlich ab,
11 Hierzu Anhang zu machen. Sieh Malthus. etc. j

so vergleiche ich blas Thaler mit Thaler. Das einemal erscheint das principal,
capital, die Hauptsumme gegeben, das andremal werden diese 100 Th. eben
dadurch Hauptsumme, principal, capital, daß sie eine Nebensumme abwerfen, und die Hauptsumme erscheint als der Grund, wovon diese Neben-
summe die Folge ist. Diese ist ihre natürliche Frucht. (Siehe Aristoteles über
den Wucher, auch die eine Stelle bei Sismondi, wo er sagt, daß der Reichthum, wie die Arbeit eine jährliche Frucht abwirft. Wenn er hinzusezt, wie
die Arbeit und durch die Arbeit, so greift er schon über).
In dieser Form ist daher auch der Unterschied zwischen dem Capital und
seinen besondren Formen ausgelöscht, daher auch mit den Functionen
desselben, worin es schon vor der capitalistischen Production selbst erscheint. Das Capital wird damit ein Ding, das ebenso sehr in der antiken Zeit,
wie heut zu Tag existirt.
"Der Capitalist erwartet, daß alle Theile des Capitals ihm gleichmässig
Profit abwerfen." (Malthus.) Darin liegt einerseits das Richtige, daß der
Profit eine Form des Mehrwerths ist, wenn derselbe auf alle Theile des
Capitals gleichmässig bezogen und daher gleichmässig an der Totalsumme
des Capitals gemessen wird. Andrerseits, daß der Capitalist vom Wesen des
Capitals nichts weiß, und der Mehrwerth in seinem Bewußtsein nur in der
Form des Profits existirt, eine verwandelte Form des Mehrwerths, worin
[von] den Verhältnissen, unter denen er entsteht, und durch die er bedingt ist,
völlig abstrahirt ist. Während des unmittelbaren Productionsprocesses tritt
die Natur des Mehrwerths zwar fortwährend in das Bewußtsein des Capitalisten, wie sogar bei Betrachtung des Mehrwerths, die Gier nach fremder
Arbeitszeit etc gesehn. Aber dieß ist nur ein verschwindendes Moment. In 25
der That betrachtet er selbst das Capital als selbstwirkenden Automaten, der
nicht als Verhältniß, sondern in seinem stofflicheil Dasein die Eigenschaft
besitzt sich selbst zu vermehren und einen Gewinn abzuwerfen. Die gesellschaftlichen Verhältnisse, unter denen der Werthund die Dinge, in denen er
als seinem Körper (Gebrauchswerth) existirt. Diese Eigenschaft erhält, erscheinen als ewige Naturverhältnisse oder vielmehr, es wird höchstens be-
griffen, daß gewisse (künstliche) Verhältnisse diese natürliche Entwicklung
hemmen und nicht zur vollen Entfaltung kommen lassen können.
Die Vorstellung des Capitals als solchen selbstwirkenden Automaten liegt
z. B. der Price'schen Berechnung von Zins und Zinseszins zu Grund, die
sogar den William Pitt vollständig berückt hatte. (Sieh Luther von dem
anwachsenden Zins.) Daher auch solche blödsinnigen Erklärungen, wie wir
sie bei den Oekonomen finden. Z. B. Profit muß sein, sonst würde der
Capitalist sein Capital auf Zinsen legen. Er hätte keinen Grund, statt es auf
Zinsen zu legen, \\975\ es in die Production zu werfen. (so daß Capital also
Zinsen abwürfe, wenn kein Capital in die Production geworfen würde). So

sagt schon Turgot: Wenn es keinen Profit abwürfe, so würde jeder mit seinem
Capital Grundeigenthum kaufen. (Sieh Turgot. Wo also eine bestimmte
Anwendungsweise des Capitals als von selbst Fruchtbringend betrachtet
wird.)
Der Mehrwerth nimmt aber nothwendig die Form des Profits im bürgerlichen Kopf an - und nur ist dieß auch keine blosse Vorstellungsweise,
sondern das V erhältniß des Mehrwerths als Verhältniß des Profits beherrscht
die bürgerliche Production, bestimmt die Vertheilung der Capitalien in den
verschiedenen Productionszweigen, ist so zu sagen das Bestimmungsdreieck
in der freien Concurrenz. (der Concurrenz der Capitalien unter einander, d. h.
der wirklichen Bewegung der Capitalien, worin allein die Gesetze des Capitals realisirt werden. Diese Gesetze sind in der That nichts anders als die
allgemeinen Verhältnisse dieser Bewegung, ihr Resultat einerseits, ihre
Tendenz andrerseits.)
Die Verhältnisse, unter denen eine Werthsumme, Geld, Waaren, die besondern Gebrauchswerthe, worin der Werth wieder in die Production ein-
tritt, zum Capital, d. h. also der Besitzer dieser Werthsumme zum Capitalisten wird, sind auf Grundlage der capitalistischen Production, innerhalb
der bürgerlichen Gesellschaft, so verwachsen mit dem Dasein der Capita-
Iisten, daß Wakefield z. B. erst nach den Colonieen gehn mußte, um zu entdecken, daß diese Verhältnisse sich nicht von selbst verstehn, und daß ohne
dieselben Werth nicht Capital und der Besitzer des Werths nicht Capitalist
wird. So selbstverständlich, und so überhaupt unverständlich, daß diese
Entdeckung Wakefield's in der That eine Art Epoche in der modernen
politischen Oekonomie machen konnte.
Der eigentliche Productionsproceß des Capitals ist beständig mit seinem
Circulationsproceß verbunden. Beide sind Momente des Productionsprocesses selbst, wie der Productionsproceß auch wieder seinerseits als ein
Moment des Circulationsprocesses erscheint. Beide laufen beständig in
30 einander, durchdringen sich, und verfälschen dadurch ihre charakteristischen Unterscheidungsmerkmale beständig. Im Circulationsproceß aber
nimmt der Mehrwerth einerseits neue Bestimmungen an, anderseits durchläuft das Capital Verwandlungen, endlich tritt es darin so zu sagen aus seinem
organischen Leben in auswärtige Lebensverhältnisse, in Verhältnisse, wo
nicht Capital und Arbeit, sondern einerseits Capital und Capital sich gegenüberstehn, anderseits auch wieder die Individuen in den Verhältnissen der
einfachen Circulation, Waarenbesitzer, Käufer und Verkäufer- Circulationszeit und Arbeitszeit durchkreuzen sich so in dieser Bahn und scheinen
so gleichmässig den Mehrwerth zu bestimmen - die ursprüngliche Form,
worin sich Capital und Lohnarbeit gegenüberstehn, fällt gleichsam fort und
scheinbar davon unabhängige Beziehungen treten ein, der Mehrwerth selbst

erscheint nicht mehr als Product der Aneignung von Arbeitszeit, sondern als
Ueberschuß des Verkaufspreiß der Waaren über ihren Werth, vor allem auch
als Geld - daß die Erinnerung an die ursprüngliche Natur des Mehrwerths
völlig erlischt, oder überhaupt diese ursprüngliche Natur nie klar ins Bewußtsein tritt, sondern höchstens als ein gleichberechtigtes Moment neben
den von ihr unabhängigen aus der Circulation entspringenden, also der dem
Capital unabhängig von seinem Verhältniß zur Arbeit angehörigen Bewegung. Werden diese Phänomene der Circulation doch von andern
Oekonomen (wie Ramsay, Malthus, Senior, Torrens etc) selbst direkt als
Beweise angeführt, daß das Capital in seiner dinglichen Gestalt unabhängig
von dem gesellschaftlichen Productionsverhältniß, wodurch es Capital ist,
ein selbstständiger Quell des Mehrwerths neben der Arbeit und unabhängig
von der Arbeit sei. Nun lag es aber, wie wir schon bei Betrachtung des
Productionsprocesses des Capitals sahen, in der Natur dieses Verhältnisses,
daß die gesellschaftlichen Productivkräfte der Arbeit als Productivkräfte in
das Capital transponirt erscheinen, daß die Verselbstständigung und Personificirung der vergangnen Arbeit und des Werths, die in der Gestalt der
Capitalisten faktisch existirt, die Herrschaft der vergangneo Arbeit über die
lebendige, die das Wesen des Capitals ausmacht, die Verwandlung dagegen
des Arbeiters in bloses sachliches Arbeitsvermögen, Waare, die Fruchtbarkeit des Capitals, so weit es gegenständlich existirt, nicht als Folge des
gesellschaftlichen Productionsverhältnisses, dieses vielmehr umgekehrt als
Folge der stofflichen Beziehung zwischen jenen Gegenständen und der
Arbeit als besondren Momenten 119761 des Productionsprocesses erscheint.
Im Capitalverhältniß - selbst so weit es noch unabhängig von seinem Circulationsproceß betrachtet wird, ist die Mystification, die verkehrte Welt,
das auf den Kopf gestelltsein des Subjektiven und Objektiven, wie sie schon
im Geld erscheint, wesentlich charakteristisch. Dem verkehrten Verhältniß
entsprechend entspringt nothwendig schon im eigentlichen Productionsproceß selbst entsprechend verkehrte Vorstellung, transponirtes Bewußt-
sein, das durch die Verwandlungen und Modificationen des eigentlichen
Circulationsprocesses vollendet wird. Der Capitalist als Capitalist aber ist
nichts als diese Bewegung des Capitals selbst. Was er in der Wirklichkeit,
ist er auch im Bewußtsein. Da sich in ihm die positive herrschende Seite des
Verhältnisses ausdrückt, so fühlt er sich eben nur wohl in diesen Widersprüchen, statt daß sie ihn störten, während der Lohnarbeiter, der in der-
selben verkehrten Anschauung, nur von einem andren Extrem aus, befangen
ist, als der unterdrückte Theil, durch die Praxis, zum Widerspruch gegen das
ganze Verhältniß, also auch die ihm entsprechenden Vorstellungen, Begriffe,
und Anschauungsweise getrieben wird.
Es kömmt hinzu, daß im wirklichen Circulationsproceß nicht nur die

Verwandlungen vorgehn, die wir betrachtet haben (und die selbst bessere
Oekonomen dazu getrieben haben die Vorstellungen der Capitalisten nur
etwas doctrinairer zu fassen,) sondern, daß sie mit der wirklichen Concurrenz, Kauf und Verkauf über und unter dem Werth zusammenfallen,
5 daher den Capitalisten, wie es für jeden einzelnen in der That der Fall ist,
der Gewinn nicht als Mehrwerth erscheint, nicht abhängig vom Grade der
Exploitation der Arbeit, sondern von der wechselseitigen Uebervortheilung,
eine Vorstellung, die nicht nur ältre, sondern selbst neuere Oekonomen
sanktionirt haben (Z. B. Torrens. Sieh auch Senior über das Geld etc und
Arbeitslohn)
In der That ist nur das Einzige, was das Capital praktisch interessiert und
was die wirkliche Bewegung des Capitals, die Concurrenz regelt, der Profit
und nicht der Mehrwerth, d. h. das Verhältniß des Mehrwerths zur Gesammtsumme des vorgeschoßneo Capitals und nicht das V erhältniß des-
selben zu dem im Ankauf des Arbeitsvermögens ausgelegten Capital. Dieß
führt uns (und das ist der eigentliche Uebergang) zur Betrachtung der Productionskosten und ihrem V erhältniß zum Verkaufsproceß des Products.
Vorher noch einiges zu bemerken.
Erstens: Wie sehr vom Standpunkt der Gesellschaft aus, worin die capitalistische Production herrscht, das Capital als selfactor erscheint - der
Werth als an sich die Eigenschaft besitzend, sich zu vermehren in Folge
irgend welcher qualitates occultae, erscheint schlagend im Zinstragenden,
auf Zinsen ausgeliehnen Geldcapital. Eine Werthsumme wird hier als an sich
Capital verkauft; d. h. Capital erscheint selbst als Waare. Eine gewisse
Summe von Wertben oder Anweisung auf Werthe wird verkauft als sich
selbst erhaltende und vermehrende Grösse. Daß es nicht das Geld selbst ist,
sondern die Waare, worin es sich verwandeln kann, ändert an der Sache
nichts. Denn als sich erhaltender und vermehrender Werth sind die Waaren
blos qua Tauschwerth, d. h. qua Geld betrachtet und verkauft. Diese Ei-
30 genschaft Capital zu sein wird verkauft als der Werthsumme immanent. Sie
kehrt daher zu ihrem Besitzer zurück mit einem Profit.
Zweitens: Es bedarf hier keiner Erörterung, daß wenn eine Waare über
oder unter ihrem Werth verkauft wird, blos eine andre V ertheilung des
Mehrwerths zwischen verschiednen Capitalisten stattfindet, zwischen
Käufer und Verkäufer. Diese verschiedne Vertheilung, oder das veränderte
V erhältniß, worin verschiedne Personen sich in den Mehrwerth theilen,
weder an seiner Grösse, noch an seiner Natur irgend etwas ändert.
Drittens. Das Concurrenzverhältniß, so weit es hier zur Illustration betrachtet worden ist (nicht als in die Entwicklung selbst gehörig) bringt es mit
sich, daß in der That der Mehrwerth, den der einzelne Capitalist macht, nicht
das Entscheidende ist. 119771 Denn es bildet sich ein Durchschnittsprofit; d. h.

allgemeines Maaß und Gesetze, wonach die Capitalisten unter sich den
Gesammtwerth ihrer Klasse berechnen. (Sieh darüber auch Iones). Dadurch
wird der wirkliche Preiß der Waare- von den Schwankungen des Marktpreisses abgesehn- wesentlich modificirt und vom Werth der Waare ver-
schieden. Es kann daher kein einzelner Capitalist sagen und weiß keiner, wie
weit in den Profit, den er macht, der von ihm selbst erzeugte Mehrwerth
eingeht oder nicht eingeht, wie weit ein Theil des von der Capitalistenklasse
erzeugten Mehrwerths in den Preiß seiner Waare eingeht. Dieser Punkt, so
wie überhaupt die verkehrte Weise, worin innerhalb der Concurrenz die
Gesetze des Capitals sich darstellen, am besten bei Betrachtung der Productionskosten beizubringen. Die Anschauung, wie sie aus der Concurrenz,
als das den Capitalisten beherrschende Verhältniß (denn es sind in der That
die Gesetze des Capitals selbst, die ihm in der Concurrenz als äusserer Zwang
erscheinen, die sein Capital andern Capitalien anthut und die seinem Capital
von andern Capitalien angethan wird), entspringt, entfremdet ihn völlig
der Anschauung von dem innern Wesen der Verhältnisse in denen er
sich herumtreibt, und deren bloser interessirter Agent oder Functionär
er ist.
Viertens. Die Verwechslung oder der Mangel von Unterscheidung zwischen Mehrwerth und Profit die Quelle der größten blunders in political
economy, so weit es sich selbst nur um richtige Darstellung handelt. Die
bedeutenden Oekonomen, wie Ricardo z. B. verwechseln natürlich nicht
absolut beides, obgleich sie nie mit Bewußtsein den Unterschied erfassen.
Aber daher einerseits erscheint bei ihnen das wirkliche Gesetz als eine
Ric Abstraktion von der wirklichen Bewegung, die ihr daher auch überall im
Detail widerspricht. Andrerseits wollen sie zwangsweise Phänomene aus der
Natur des Werths oder Mehrwerths erklären, die nur demMehrwerthin der
Form des Profits entspringen. Daher falsche Gesetze. Ricardo abstrahirt von
der Concurrenz, wo er die allgemeine Natur des Capitals entwickelt.
Andrerseits schon bei der Bestimmung des Werths, gleich im Anfang, bringt
er capital fixe etc als bestimmende Momente herein, wodurch er wie Maltbus
richtig zeigt, sein angebliches Gesetz aufhebt oder auf blosen Schatten
reducirt. Andrerseits bei Schülern von ihm wie Mill und McCulloch der
verrückte V ersuch z. B. die Circulationszeit in Arbeitszeit zu verwandeln,
schließlich die Function nicht nur von Bestien, sondern die todter Dinge, jede
Naturbewegung derselben, Arbeit zu nennen. Auch Say in dieser Beziehung.
Diese Kritik gehört jedoch in den Schlußabschnitt dieses Capitels.

2) [Profit drückt den Mehrwerth stets zu klein aus]
Aus dem charakteristischen Formunterschied zwischen Mehrwerth und
Profit folgt, daß der Profit stets eine kleinere Proportion als die des wirklichen Mehrwerths ausdrückt, also die Profitrate das Verhältniß, worin das
5 Capital fremde Arbeit aneignet, stets viel kleiner darstellt als es wirklich
ist. Es ist das geringste Verdienst die Einsicht in dieses Gesetz (tautologische), daß es alle falsche Statistiken über den Haufen wirft. Es ist wesentlich
zum Begreifen von Phänomenen, die sonst unbegreiflich bleiben und neben
der Theorie als unverdauliche Wirklichkeitsbrocken herlaufen.
Es versteht sich von selbst, daß die Grösse a, wenn sie an b + c + a gemessen wird ein kleinres Verhältniß ausdrückt, als wenn sie an c + a ge-
messen wird, oder daß eine Grösse einen grössern oder kleinren Theil von
einer dritten Grösse ausdrückt, je nachdem diese selbst grösser oder kleiner
ist. Das Gesammtcapital ist also stets grösser als der Theil desselben, der
gegen Arbeitslohn ausgetauscht wird.\

3) [Das Verhältniß wird numerisch
und der Form nach geändert]
Profit also erstens andres Verhältniß der Form nach; zweitens numerisch
verschieden. Eine verwandelte Form des Mehrwerths, worin er erstens sein
numerisches Verhältniß ändert, zweitens seine Begriffsbestimmung.

4) [Derselbe Mehrwerth kann sich in sehr verschiedner
Profitrate ausdrücken; dieselbe Profitrate
sehr verschiednen Mehrwerth ausdrücken]
Verwandelt sich also der Mehrwerth in Profit, d. h. numerisch betrachtet,
25 wird der Mehrwerth im V erhältniß zur Gesammtsumme des vorgeschoßnen
Capitals berechnet, so folgen ferner aus dieser verschiednen Darstellung
folgende Sätze:
Gleicher Profit kann verschiedne Raten des Mehrwerths ausdrücken.
Nehme z. B. einen Profit von 10 Procent. Wenn das Capital 600, 500 das
constante Capital, 100 das variable, so betragen 60Th. Mehrwerth 60 P. C.,
zugleich 10 P. C. auf ein Capital von 600. Wenn das Capital von 600 aus

400 Th. constantem Capital und 200 Thaiern variablem besteht, so betragen
60 auf 200 Th. 30 p. c. Mehrwerth. Der Profit ist nach wie vor 10 p. c. Endlich,
wenn das Capital von 600 aus 550 constantem und 50 Th. variablem Capital
besteht, so betragen 60 auf 50/120 P. C. Mehrwerth, (50: 60 = 100: 120), aber
nach wie vor 10 p./c.

5) [Verhältniß von Mehrwerth und Profit = Verhältniß
des variablen zum Gesammtcapital]
Da der Profit nichts anders ist als das Verhältniß des Mehrwerths zur
Gesammtsumme des vorgeschoßnen Capitals, so hängt die Rate des Profits,
oder seine proportionelle Grösse offenbar von zwei Umständen ab, erstens
dem Gesammtbetrag des vorgeschoßnen Capitals, zweitens dem Verhältniß
des variablen Theils des vorgeschoßnen Capitals zu seinem constanten Theil.
Dieß wenn der Mehrwerth als gegeben vorausgesetzt ist. Er hängt sonst ab,
1) von dem Verhältniß des Mehrwerths zum variablen Theil des Capitals;
zweitens von dem Verhältniß des variablen Theils zur Gesammtquantität des
Capitals, oder auch, was dasselbe ist, von seinem V erhältniß zum constanten
Theil des Capitals. 50 ist z. B. 1/ 2 von 100, aber es ist~=~ von 600. Ist
50= M (Mehrwerth), 100 =V, das variable Capital, so ist 50/wo die Rate des
Mehrwerths = 1/2 oder 50 p. c. =~.Ist600 das Gesammtcapital = C (500) +V,
so ist 50/60o= 1/12=8 1/3p.c. der Profit= v~c ·~: v~c =V+C:V, oder
~uch v ~c (die Rate des Profits): ~(zur Rate des Mehrwerths) =V (das
variable Capital) :V + C zum Gesammtcapital. Also __!!____: ~ = V :V + C.
Der Profit verhält sich zum Mehrwerth, wie sich das variable Capital zum
Gesammtcapital verhält, (wir brauchen hier nicht die Categorien von fixem
und circulirendem Capital, weil das variable Capital circulirendes Capital ist,
ebenso aber auch ein Theil des constanten Capitals, dieser Gegensatz also
nicht hierher gehört.) und dieß hängt offenbar davon ab in we1cher Proportion das constante und variable Capital Bestandtheile des Gesammtcapi-
tals bilden, da V = C - c und c = C - v ist. Wäre C = 0, so hätte das variable
Capital sein Maximum erreicht; d. h. die Gesammtsumme des vorgeschoßnen
Capitals wäre variables, d. h. unmittelbar in Arbeitslohn ausgelegtes Capital.
In diesem Falle wäre der Profit= c: v
= ~' d. h. \\979\ gleich dem Mehrwerth. Dieß wäre der Ausdruck seines Maximums. Er fällt in demselben
Maaß wie c wächst und daher die Gesammtsumme des vorgeschoßnen
Capitals c + v oder C von v oder dem variablen Capital abweicht. Betrachtet

man den Ausdruck v + c, so hängt seine Grösse offenbar ab in direktem
Verhältniß von der absoluten Grösse von m, die aber bedingt ist durch das
Verhältniß ~;in umgekehrtem Verhältniß von der Größe von v + c, d. h. der
Gesammtsumme des vorgeschoßneo Capitals. Bei Cherbuliez (sieh Heft)
wäre die Bestimmung des Profits richtig, wenn er Product und Werth des
Products, Gebrauchswerth und Tauschwerth der Waare nicht verwechselte.
6) Productionskosten.
a) Wir haben gesehn: Die allgemeine Form des Capitals ist G-W-G', d. h.
Geld, eine Werthsumme, wird in Circulation geworfen, um eine größre
Werthsumme aus ihr heraus zu ziehn. Der Proceß, der diese grössere
Werthsumme erzeugt ist die capitalistische Production, der Proceß, der sie
realisirt, der Circulationsproceß des Capitals.
Der Capitalist producirt die Waare nicht ihrer selbst wegen, nicht ihres
Gebrauchswerths oder der Consumtion wegen. Das Product, um das es sich
in der That für das Capital handelt, ist nicht das materielle Product, sondern
der Gewinn, der Ueberschuß des Werths des Products über den Werth des
vorgeschoßnen Capitals, das in die Production der Waare eingeht. Verwandelt er I 0001. in Maschine, Baumwolle und Arbeitslohn, so geschieht es
nicht dem Twist zu lieb, den er producirt, sondern weil Maschine, Baumwolle und Arbeitslohn nach ihrer Verwandlung in Twist, statt wie ursprüng-
lich lOOO.L jezt 12001. vorstellen. Der Schatzbilder als solcher verwandelt
Waare von einem bestimmten Werth, z. B. Twist zu 10001. aus der Form der
Waare in die Form des Geldes, um dieß nun der Circulation zu entziehn und
den Tauschwerth seiner Waare in der selbstständigen, von der Waare selbst
unabhängigen Form des Geldes zu besitzen. Der Capitalist theilt nicht
den Aberglauben des Schatzbilders. Ihm sind die Formen, worin der
Tauschwerth erscheint, Waare oder Geld gleichgültig, verschwindende
Formen, weil aller reale Reichthorn ihm in der That nur verschiedne In-
30 corporation des Tauschwerths ist. Er verwandelt das Geld erst in Waare-
Waare von höherem Tauschwerthals das vorgeschoßne Geld, weil innerhalb
des capitalistischen Productionsprocesses mehr Arbeitszeit in der Waare
materialisirt wird, als in ihren Productionsfaktoren ursprünglich enthalten
war und zwar realisirt wird durch unbezahlte Aneignung fremd~r Arbeitszeit
35 -und verwandelt diese Waare im Circulationsproceß wieder in Geld, aber
nun in eine grössere Geldsumme als die von der der Proceß ausging, und von
deren Ueberschuß über ihre ursprüngliche Grösse ein Theil ihm als Revenu
dient, die er verzehrt ein Theil wieder in Capital verwandelt wird, um

denselben Kreislauf von neuem zu beginnen. Jeden Theil des Capitals, ob
er es in variables oder constantes, fixes oder circulirendes verwandelt, muß
der Capitalist gleichmässig seiner Privatconsumtion entziehn und industriell
consumiren einerseits, andrerseits, sobald es die Form des Products erhalten, den Chancen und Risicos der Circulation aussetzen. Der Capitalist
schießt das Gesammtcapital - ohne Rücksicht auf den qualitativen Unterschied desselben in der Production des Mehrwerths, gleichmässig vor um
nicht nur das vorgeschoßne Capital zu reproduciren, sondern einen Werthöherschuß über dasselbe zu produciren. Er kann nur Arbeit exploitiren, d. h.
den Werth des variablen Capitals, das er vorschießt, nur in höheren Werth 10
durch Austausch mit der lebendigen Arbeit verwandeln, indem er gleichzeitig
die Bedingungen für die Verwirklichung, die Productionsbedingungen dieser
Arbeit - Rohmaterial und Maschinerie - vorschießt, eine von ihm beseßne
Werthsumme in diese Form von Productionsbedingungen verwandelt, wie
er überhaupt nur Capitalist ist, den Exploitationsproceß der Arbeit überhaupt 15
nur vornehmen kann, weil er als Eigenthümer der Productionsbedingungen
dem Arbeiter als blosem Besitzer des Arbeitsvermögens gegenübersteht.
Ihm ist es ganz gleichgültig die Sache so zu betrachten, daß er das constante
Capital vorschießt um aus dem variablen Gewinn zu schlagen, oder das
variable vor 119801 schießt, um aus dem constanten Gewinn zu schlagen, daß
er Geld in Arbeitslohn auslegt, um Maschinerie und Rohmaterial höhren
Werth zu geben oder Geld in Maschinerie und Rohmaterial vorschießt, um
die Arbeit exploitiren zu können. Obgleich der Gewinn, den er macht, der
Mehrwerth der Waare, den er in dem Circulationsproceß realisirt, nur aus
dem U eberschuß der von ihm angeeigneten unbezahlten Arbeit über die von
ihm bezahlte Arbeit besteht- seine Waare nur Mehrwerth hat, weil jezt eine
Portion unbezahlte Arbeitszeit in ihr enthalten ist, die er verkauft, obgleich
er sie nicht bezahlt hat - so hängt die Grösse seines Gewinns keineswegs
von dem Mehrwerth allein ab, sondern von dem Verhältniß des Mehrwerths
zur Gesammtsumme des vorgeschoßneo Capitals. War das vorgeschoßne
Capital 1000, ist der Werth der Waare worin es verwandelt ist 1200, so ist
der Gewinn nur 200 verglichen mit 1000, 200 : 1000 = 20 p. c. Der Theil des
Capitals, der in Maschinerie und Arbeitsmaterial ausgelegt war, ist eben so
vorgeschossen vom Capitalisten, wie der in Arbeitslohn ausgelegte und
obgleich nur der letztre Theil den Mehrwerth schafft, so schafft er ihn nur
unter der Bedingung, daß die andern Theile vorgeschossen werden, d. h. die
Productionsbedingungen der Arbeit, und alle gehn gleichmässig in das Product ein. Da der Capitalist die Arbeit nur exploitiren kann durch Vorschuß
des constanten Capitals, da er das constante Capital nur verwerthen kann
durch Vorschuß des variablen, so fallen diese ihm alle in der Vorstellung
gleichmässig zusammen, dieß um so mehr, als sein wirklicher Gewinn be-

stimmt ist durch das Verhältniß des Mehrwerths nicht zum variablen Capital,
sondern zum Gesammtcapital, also überhaupt nicht durch den Mehrwerth,
sondern durch den Profit, der, wie wir eben gesehn, derselbe bleiben und
doch verschiedne Raten des Mehrwerths ausdrücken kann.
Wir kommen also jezt zu dem Ausgangspunkt zurück, von dem wir bei
Betrachtung der allgemeinen Form des Capitals ausgingen. Der Gewinn
repräsentirt sich als Ueberschuß des im Productionsproceß erzeugten, im
Circulationsproceß realisirten Tauschwerths, über die ursprünglich vom
Capitalisten in Capital verwandelte Geldsumme oder Tauschwerth. Erstens
ist die wirkliche Rate, worin der Capitalist gewinnt, also das Capital wächst
und accumulirt von diesem Verhältniß abhängig. Zweitens daher auch die
Concurrenz der Capitalien. Drittens verschwindet damit alle Erinnrung an
den wirklichen Ursprung dieses Gewinns und den qualitativen Unterschied
der verschiednen Elemente, oder des Eingehens dieser Elemente in den
capitalistischen Productionsproceß.
Der Profit ist also= dem Werthüberschuß des Products oder der vielmehr
für dasselbe in der Circulation realisirten Geldsumme (also im capitalistischen Proceß diesem Ueberschuß während einer bestimmten Umschlags-
zeit) über den Werth des Capitals, das in die Bildung des Prouucts einging.
Das sämmtliche Capital erscheint daraus als Productionsmitte/ für diesen
Gewinn und da diese Productionsmittel Werthe sind, die hier theils dem
industriellen Productionsproceß, theils der Circulation preißgegeben werden,
um diesen Werthüberschuß oder Gewinn zu schaffen, so erscheint die
Gesammtsumme des vorgeschoßnen Capitals als Productionskosten der
Waare, in der That Productionskosten des Gewinns oder Profits, der vermittelst der Waare gemacht wird.
Productionskost ist alles, alle Bestandtheile des Products die der Capitalist
gezahlt hat. V erkauft er die Waare zu 1200 I. und beträgt der Mehrwerth
davon 200, so hat er 1000/. bezahlt, er hat sie gekauft und aus der Form des
Gelds, des Tauschwerths, worin er sie ursprünglich besaß, in die Form von
Waare verwandelt; d. h. vom Standpunkt des Tauschwerths aus in eine
niedrigere Form. Würde er die Waare nicht verkaufen, die er nicht für seinen
Gebrauchswerth producirt hat, so wären die vorgeschoßnen 1000/. verloren.
In jedem Fall sind sie Kosten und müssen ersetzt werden durch den V er kauf,
35 damit das Capital sich auch immer wieder in seinem ursprünglichen Zustand
befindet, sich einfach erhält. 119811 Die 1000/. oder vielmehr ihr Vorschuß,
denn sie sollen ersetzt werden, sind der Preiß - also die Kosten, die der
Capitalist zahlt, um die 1200 I. zu kaufen.
Es folgt daher, daß die Productionskosten der Waare vom Standpunkt des
40 einzelnen Capitalisten aus und ihre wirklichen Productionskosten zwei
verschiedne Dinge sind.

Die in der Waare selbst enthaltenen Productionskosten sind gleich der
Arbeitszeit, die es kostet sie herzustellen. Oder ihre Productionskosten sind
gleich ihrem Werth. Die in ihr materialisirte Arbeit schließt ein sowohl die
Arbeit zur Production des in sie eingegangnen Rohmaterials als die Arbeit
des auf sie verwandten capital fixe, endlich die zu ihrer Herstellung verwandte Arbeit, nothwendige und Surplusarbeit, bezahlte und unbezahlte
Arbeit.
Die Productionskosten vom Standpunkt des Capitalisten bestehn nur aus
dem Geld, das er vorgeschossen - oder nur aus dem Theil der Productionskosten der Waare, die er bezahlt hat. Die Surplusarbeit, die in der Waare
enthalten ist, hat der Capitalist nicht gezahlt. Das Nichtzahlen derselben
constituirt ja grade seinen Gewinn. Diese Surplusarbeit kostet dem Capitalisten nichts, obgleich sie natürlich dem Arbeiter ganz so gut wie die bezahlte
Arbeit Arbeit kostet und ganz so gut als Werthconstituirendes Element in
die Waare eingeht.
Es folgt daher, daß der Mehrwerth, also auch der Profit, sofern er nur eine
andre Form des Mehrwerths, obgleich er in die Productionskosten der Waare
eingeht, nicht in die Productionskosten des Capitalisten eingeht, der die
Waare verkäuft. Sein Profit kömmt genau daher, daß er etwas zu verkaufen
hat, was er nicht bezahlt hat. Der Profit besteht grade für ihn in dem
Ueberschuß des Werths (Preisses) der Waare über seine Productionskosten,
was in andern Worten nichts heißt, als in dem U eberschuß der in der Waare
enthaltenen Gesammtsumme von Arbeitszeit über die von ihm in ihr enthaltne bezahlte Arbeitszeit.
Dieß löst die Controverse, ob der Profit in die Productionskosten eingeht
oder nicht. (Sieh in später weiter auszuführendes. Say, Jones, namentlich
Torrens etc.)
b) In tieferem Sinn der Frage (siehe absurdum Say, Storch etc) ob der
Profit in die Produktionskosten eingeht, d. h. für die capitalistische Production unerläßlich ist. Reducirt sich darauf, daß der Mehrwerth, also auch
Profit, durchaus nicht blos Form der Revenu, sondern Productionsverhältniß
für das Capital (für die Accumulation u. s. w.), überhaupt hier die Abgeschmacktheit des abstrakten Unterschieds zwischen Productionsverhält-
niß und Distributionsverhältniß nachgewiesen wird. Die Frage kann überhaupt nur aufgeworfen werden, sobald das Wesen des Capitals, also auch
der capitalistischen Production durchaus nicht verstanden wird. Im Zins geht
der Profit schon als Element in die Productionskosten ein.
c) Aus dem Gesetz, daß die Productionskosten des Capitals kleiner als der
Werth der von ihm producirten Waaren- (und gerade der Ueberschuß des
Werths der Waare über den Werth der in ihr enthaltnen Productionskosten,
oder der U eberschuß der in ihr enthaltenen Arbeit über die in ihr enthaltne

bezahlte Arbeit constituirt den Profit)-folgt, daß Waaren unterihrem Werth
mit Profit verkauft werden können. Solange irgend ein Ueberschuß über die
Productionskosten realisirt wird, ist immer ein Profit realisirt. Die Waare
wird solange mit Profit verkauft, als sie über den Werth ihrer Productions-
5 kosten verkauft wird ohne daß deshalb vom Käufer die ganze Differenz
zwischen dem Werth der Productionskosten und dem Werth der Waare
bezahlt würde. Gesetzt ein Pfund Twist hahe den Werth von l sh., wovon
4/ 5 Productionskosten seien. 1/ 5 unbezahlte Arbeit, also das Element das den
Mehrwerth constituirt. Wird das lb. Twist nur zu 1 sh. verkauft, so wird es
zu seinem Werth verkauft und der in ihm realisirte Profit beträgt 1/ 5 sh. =
12/ 5p. = 22/sd. Würde das lb. zu 4/ 5 sh. oder
12 d. = 48/ 5 d. = 93/ 5 d. verkauft,
so wäre es 1/ 5 unter seinem Werth verkauft, und gar kein Profit realisirt.
Wird es aber über 93/sd. sage etwa zu IOd. verkauft, so wird 119821 es zu
einem Profit von 2/ 5 d. verkauft obgleich immer noch 2 d. oder 20 I 10 d. unter
seinem Werth. Profit ist da, sobald es über seine Productionskosten; wenn
auch unter seinem Werth verkauft wird. Wird es zu seinem Werth verkauft,
so ist der ganze Mehrwerth für den Capitalisten realisirt, d. h. der ganze
Ueberschuß der in der Waare enthaltnen unbezahlten Arbeit über die in der
Waare enthaltne bezahlte Arbeit. Es ist also für das Steigen oder Fallen des
20 Profits - der ganze Spielraum gegeben, der bestimmt ist durch den Mehrwerth, d. h. den Werth der Waare- den Werth ihrer Productionskosten-
bestimmt ist durch die Differenz zwischen dem Werth der Waare und dem
Werth ihrer Productionskosten, zwischen der in ihr enthaltenen Gesammtsumme von Arbeit und der in ihr enthaltenen bezahlten Arbeit.
Verkauft der Capitalist die Waare mit Profit, aber unter ihrem Werth, so
wird ein Theil des Mehrwerths vom Käufer statt vom Verkäufer angeeignet.
Diese verschiedne Vertheilung des Mehrwerths unter verschiedne Personen
würde natürlich nichts ändern an seiner Natur, wie es auch für den Arbeiter
(er sei denn selbst zufällig der Käufer der Waare) völlig gleichgültig ist, ob
30 der Capitalist, der ihn direkt exploitirt, oder die Klasse der Capitalisten etc
seine unbezahlte Surplusarbeit sich aneignet.
Dieses Gesetz, daß der Capitalist die Waare mit Profit, obgleich unter
ihrem Werth verkaufen kann, ist sehr wichtig zur Erklärung einiger Erscheinungen der Concurrenz.
Namentlich aber wäre eine Haupterscheinung, auf die wir später noch
ausführlicher kommen, gar nicht zu erklären, nähmlich eine allgemeine
Profitrate oder die Weise wie die Capitalien untereinander den gesammten
vom Capital producirten Mehrwerth berechnen. Solche allgemeine Profitrate
nur möglich dadurch, daß einige Waaren über, andere unter ihrem Werth
40 verkauft werden oder daß der Mehrwerth, den das einzelne Capital realisirt,

nicht von dem Mehrwerth abhängt, den es selbst producirt, sondern von dem
Durchschnittsmehrwerth, den die ganze Capitalistenklasse producirt.
d) Wenn also der Mehrwerth gegeben ist, absoluter oder relativer- d. h.
einerseits die Grenze des normalen Arbeitstag, über die die Arbeitszeit nicht
hinaus verlängert werden kann, andrerseits die Productivkraft der Arbeit,
so daß das Minimum der nothwendigen Arbeitszeit nicht weiter verkürzt
werden kann - so kann der Profit nur vermehrt werden, soweit es möglich
ist den Werth des zur Production der Waare erheischten constanten Capitals
zu vermindern. Soweit das constante Capital in die Production der Waare
eingeht, zur Production derselben erheischt ist, ist es nicht sein Preiß (sein
Tauschwerth), sondern sein Gebrauchswerth, der allein in Betracht kömmt.
Wieviel Arbeit Flachs z. B. in der Spinnerei einsaugen kann hängt ab, nicht
von seinem Werth, sondern von seiner Quantität, die Productionsstufe, d. h.
bestimmte Stufe technologischer Entwicklung gegeben; ebenso wie die
Assistenz, die eine Maschine z. B. 100 Arbeitern leistet, nicht von ihrem
Werth, Preiß, sondern von ihrem Gebrauchswerth, von ihrer Bestimmung
als Maschine abhängt. Auf einer Stufe der technologischen Entwicklung
kann eine schlechte Maschine theuer, und auf einer höhern Stufe der technologischen Entwicklung eine ausgezeichnete Maschine wohlfeil sein. Als
die Baumwolle durch Erfindung des cottongin (1793), aus einem theuren
Stoff ein wohlfeiler wurde (indem unmittelbar nach Erfindung dieser Zerhackmaschine 1 altes Negerweib 50 lb Baumwollenfaser in 1 Tage von dem
Baumwollensaamen trennen konnte, während früher die Tagesarbeit eines
Negers erforderlich war, um diesen Proceß für ein einziges Pfund Baumwolle
zu verrichten), konnte sich erst die Baumwollindustrie in England entwickeln.
Der Werth des auf einer bestimmten technologischen Stufe erheischten
constanten Capitals kann nur vermindert, also der Profit,
nur vermehrt
werden, während der Mehrwerth derselbe bleibt, entweder, wenn der Werth
des angewandten Capital fixe und Capital circulant direkt fällt, d. h. beide
das Product werden von weniger Arbeitszeit, also der vermehrten Productivkraft der Arbeitszweige, deren direkte Producte sie sind. In diesem
Fall steigert sich der Profit in einem Arbeitszweig, weil die Productivität der
Arbeit, (also zu einem gewissen Grad die Surplusarbeit gewachsen) in den
andern Arbeitszweigen, die ihm die Productionsbe\\983\dingungen liefern,
gewachsen ist. Auch in diesem Falle also ist der so erhaltne Profit (oder
Steigerung des Profits oder was dasselbe Vermindrung der Differenz zwischen Profit und Mehrwerth), oder die größre Productivität des Capitals
(denn der Profit ist das eigentliche Product des Capitals) Folge des gewachsnen und von Capital angeeigneten Wachsthorn in der Productivität der

Arbeit. Nur nicht direkt oder indirekt. So ist das Wachsen des .Profits,
den ein Capitalist dadurch erhält, daß Baumwolle und Spinnmaschine wohlfeiler werden, zwar nicht das Resultat der gestiegenen Productivität in der
Spinnerei, wohl aber der gestiegnen Productivität in der Maschinenfabrikation und dem Flachsbau. (oder Baumwollbau etc)
Es nützt dieß, erhöht die Productivität des Capitals doppelt. Um ein
gegebnes Quantum Arbeit zu materialisiren, also ein gegebnes Quantum
Surplusarbeit anzueignen, bedarf es geringer Auslage in den Bedingungen
der Arbeit, in dem constanten Theil des Capitals, dessen Werth im Product
10 nur wiedererscheint, aber nicht erhöht wird. Die Productionskosten also die
es heut erheischt, um ein gewisses Quantum Mehrarbeit anzueignen, sind
gefallen. Es drückt sich dieß darin aus, daß das V erhältniß des variablen
Theils des Capitals zum constanten Theil desselben wächst, also zum Gesammtcapital. Der Profit wächst daher, denn
wächst offenbar, wenn
der Werth von C, die Zahlengrösse von C abnimmt, da sie ihr Maximum
erreichte, wenn C = 0 wäre.
Zweitens: Unterstellen wir, daß ein constantes Capital von gegebner
Grösse früher erheischt war, um eine gegebne Masse von Spinnern z. B. zu
beschäftigen und ein gegebenes Quantum Surplusarbeit derselben anzueignen. Die Beschäftigung dieser 100 Mann erheischt auf der gegebnen Pro-
ductionsstufe Maschinerie von gewisser Qualität und bestimmtem Umfang,
ebenso ein bestimmtes Quantum Rohstoff, Baumwolle, Wolle, Seide, etc.
Aber der Werth dieses constanten Capitals hat mit dem Spinnproceß, in den
es eingeht, nichts zu schaffen. Fiele er um die Hälfte, so bliebe erstens der
im Spinnproceß erzeugte Mehrwerth derselbe wie früher, aber der Profit
wäre gewachsen. War ursprünglich das capital constant 5h des Gesammtcapitals, das variable Capital 1h,- also z. B. von 600/. 5001. constant, 100/.
variabel- und der Mehrwerth 30p. c., so betrug das auf 6001.5 p. c. (100. 6
macht 600; 6 x 5 = 30.) (Profitrate 5 p. c.: Mehrwerth 30 p. c. = 600 ( c + v) :
100 (v)(5 x 600 = 3000 und 30 x 100 ebenfalls = 3000). Die Profitrate war
5 p. c. Fielen nun die Productionskosten des constanten capital um die Hälfte
- d. h. verdoppelte sich die Productivkraft in den Zweigen, die dieß capital
constant liefern - also von 500 auf 250, so wäre die Gesammtsumme des
angewandten Capitals von 600 auf 350 gefallen. Der Mehrwerth 30 und das
35 variable Capital 100 blieben dasselbe ... Also nun 30 auf 350. Die Profitrate statt
also statt 5 p. c. Profit 84/ 7 p. c. Profit.
(350: 30 = 100: 84/ 7.) Der Profit wäre also gewachsen, weil im ersten Fall das
Verhältniß des variablen Capitals zum Gesammtcapital = I 00: 600 = 1 : 6. Im
zweiten Fall 100:350 =I: 7/ 2• Im ersten Fall das variable Capital = 1h des

Gesammtcapitals, im zweiten= 7;2 = 2/1. Es verhältsichaber 'h: 2/ 7 = 7/ 42 : 12/ 42 •
Das Verhältniß des variablen Capitals zum Gesammtcapital ist also gestiegen von 7/ 42 auf 12/42, d. h. um 5/ 42• In demselben Verhältniß worin das Ver-
hältniß des variablen Capitals zum Gesammtcapital gewachsen ist, 1!9841 ist
die Rate des Profits gewachsen, denn 7/ 42 : 12/ 42 oder 7: 12 = 5:84/ 7• (5 x 12 =
60 und 7 x (8 + 4/ 7) =56+ - 7-
Dieß also wäre der erste Gewinn, oder allgemein ausgedrückt, ein Capital
von 350 brächte jezt ebenso viel Profit wie früher ein Capital von 600, weil
der Mehrwerth derselbe bliebe, aber die Anwendung desselben in Arbeitslohn ausgelegten Capital zu seiner Realisation nur mehr eines Capital
constant von 250 statt früher von 500 bedürfte. Die zur Production des
Mehrwerths und folglich des Profits erheischten Productionskosten hätten
sich vermindert.
Zweitens aber würde von dem früher zur Production derselben Masse von
Waare und desselben Mehrwerths erheischten Gesammtcapital von 600/.
2501. frei, die entweder in einem andern Geschäftszweig zu Aneignung
fremder Arbeit angelegt werden könnten oder würden sie in demselben
Geschäftszweig (dieselbe Productionsstufe und daher dasselbe Verhältniß
zwischen den verschiednen Theilen des Capitals vorausgesetzt) angewandt,
so könnte die doppelte Anzahl Arbeiter beschäftigt werden, also die doppelte
Mehrarbeit angeeignet werden, ohne irgend einen Zuwachs des Capital
Constant. Es bedurfte nur noch eines Zuwachses von 1001. für Arbeitslohn;
also eines Gesammtcapitals von 700 1. um 60 1. Gewinn (Mehrwerth zu
machen) (60 : 200, dasselbe = 30: 100, nach wie vor 30 p. c. Mehrwerth.)
Früher bedurfte es dazu 12001. (nach der früheren Rate) Oder wenn die 250
(falls dieß technisch möglich) als neues Capital dem alten zugefügt und in
denselben Verhältnissen in c. und v. getheilt würden, so würden davon auf
Arbeit fallen 71 3/ 7 und auf Capital constant 1784/ 7, wovon nach dem frühem
Verhältniß der Mehrwerth 2P/7 (oder 30p. c.) (100: 30 = 733/ 7 : 2P/7). Der
Gesammtprofit des Capitals von 600 1., (obgleich die Rate des Mehrwerths
dieselbe geblieben, der Mehrwerth selbst aber gewachsen, weil das Verhältniß des variablen Capital zum Gesammtcapital)- jezt = 30 + 2 P/7 = 5 P/7•
Verglichen mit dem ursprünglichen Stand wäre die Profitrate gewachsen
von 5 auf 84/1 p. c., die Masse des Profits, weil des Mehrwerths von 30 auf
51 3/ 7• Jede Vermindrung des Werths des constanten Capitals, abgesehn davon
daß sie die Profitrate vergrössert, weil sie das Verhältniß des Gesammtcapitals zum variablen Capital vermindert, erlaubt überhaupt nun einer
geringren Auslage von Gesammtcapital dieselbe Masse Arbeit zu exploitiren,
läßt also den Mehrwerth unverändert- und macht einen Theil des Capitals
frei, der statt wie früher in constantes, nun in variables Capital, in den sich

vermehrenden Theil des Capitals verwandelt werden kann. AlleVermehrung
des Werths des constanten Capitals (wenn die Productionsstufe, also die
technologischen Bedingungen der Production dieselben bleiben) vermehrt
nur die Productionskosten, die erheischt sind zur Production desselben
Mehrwerths und vermindert daher die Profitrate. Jede V ermindrung des
Werths des constanten Capitals, so lange die Productionsstufe dieselbe
bleibt, vermehrt den Theil des Capitals, der in variables Capital, sich vermehrendes und nicht nur erhaltendes Capital verwandelt werden kann,
vermehrt also nicht nur die Rate des Profits, sondern die Masse desselben,
weil die Masse des Mehrwerths. \
\985\ Andres Beispiel.
Ist also ein Capital gegeben, z. B. von 90001. st., und könnte dasselbe
Flachs, Maschinerie etc, die früher 6000 f kosteten, und von 100 Arbeitern
während des 1 ahrs, zu 30 I. jeder, verarbeitet wurden, nun zu 30001. gekauft
werden, so wäre der Profit (Mehrwerth geschäzt auf das Gesammtcapital)
den 6000 I. dem Capitalisten verschafften, so groß als der, wozu früher 9000
nöthig. Er brauchte 1/ 3 weniger Capital, um dieselbe Surplusarbeit zu absorbiren und anzueignen. 3000 1. wären ihm also freigesetzt. Bliebe das
V erhältniß dasselbe, so könnte er jezt von den freigesetzten 3000 I. 1500 für
Maschinerie und Flachs anwenden, 1500 für Arbeitslohn und die Surplusarbeit von 50 Arbeitern mehr als früher mit demselben Capital von 9000 I.
absorbiren. Die Rate des Profits wäre im ersten Fall gestiegen, wenn er nur
6000 I. anwendete, weil das Verhältniß des Capital variable zum Gesammtcapital gewachsen. Ausser der Rate wäre auch die amount des Profits im
zweiten Fall gestiegen, wenn er fortführe die 9000 f zur Production zu
verwenden, weil 1) 4500 out of the 9000 gegen lebendige Arbeit ausgetauscht,
statt früher 3000, 2) weil die Mehrarbeit von 50 Mann mehr angeeignet, das
Quantum der Surplusarbeit sich nicht nur relativ, sondern absolut vermehrt
hätte. In beiden Fällen, vermehrt die Productivität der Arbeit, so weit sie auf
das constante Capital wirkt, nur den Profit (die Profitrate), weil sie die
Surplusarbeit relativ, im Verhältniß zum ausgelegten Capital, oder absolut
vermehrt (das letztere, wenn ein Theil des Capitals, das auf gegebner, derselben Productionsleiter früher in capital constant verwandelt werden
mußte, jezt frei wird, oder in variables Capital verwandelt werden kann.)
Die Vermehrung der Profitrate - durch Verkleinerung des Verhältnisses
zwischen capital variable und capital constant, zu der Gesammtsumme des
vorgeschoßnen Capitals, oder was dasselbe, durch Verminderung des
Werths des constanten Capitals, in Folge der vermehrten Productivkraft der
Arbeit, die es producirt stammt in beiden Fällen nur daher, daß der
Mehrwerth relativ oder absolut im Verhältniß zu seinen Productionskosten.
d. h. der zu seiner Production erheischten Gesammtsumme Capital vermehrt

wird oder die Differenz zwischen Profit und Mehrwerth verringert wird.
Diese Vermehrung der Profitrate beruht also auf der Entwicklung der Productivkraft nicht in dem Arbeitszweige eines bestimmten Capitals, sondern
in den Arbeitszweigen, deren Product das in jenen Arbeitszweigen erheischte
capital constant.
(In der That wird der als capital fixe existirende Theil des Capitals- oder
auch alles Waarencapital, das unter den alten Productionsbedingungen
producirt wurde durch diese Vermehrung der Productivkraft oder die
relative Entwerthung dieses Capitals relativ entwerthet; ganz wie durch
Steigen des Werths dieses Capitals, in Folge der Verminderung der Productivkraft, etwa Theurer werden von Eisen, Holz, Baumwolle etc und
andern Elementen, die das Capital fixe und das capital circulant [bilden], so
weit sie in das constante Capital eingehn, bei gleichbleibendem Mehrwerth,
die Profitrate vermindert wird, also auch der Profit verhältnißmässig zum
Capital, während der Werth dieses Capitals selbst steigt. Diese Wirkung in
der Concurrenz zu betrachten. Dieser Umstand kommt nie in Betracht bei
neuer Capitalanlage, sei es in demselben Geschäft, sei es in dem neu
etablirten; ebensowenig für den Rohstoff, der neu gekauft werden muß.)
(Die Profitrate kann ferner vermehrt werden durch Abkürzung der Circulationszeit, also durch alle Erfindungen, die Communications und Trans-
portmittel abkürzen, ebenso die formellen V erwandlungsprocesse der
Waare, also durch Creditentwicklung u. dgl. Doch gehört dieß eigentlich in
die Betrachtung des Circulationsprocesses.)
Eine zweite Vermehrung der Profitrate entspringt aus einer andern
Quelle, nicht aus der Oekonomie der Arbeit, die das capital constant producirt, sondern aus der Oekonomie in Anwendung des capital constant.
Durch die Concentration der Arbeiter, die Cooperation, das Arbeiten auf
grösserer Stufenleiter wird einerseits capital constant gespart. Dieselbe
Gebäulichkeit, Heitzung, Beleuchtung u. s. w. kostet weniger verhältnißmässig, wenn auf grösserer als wenn auf kleiner Stufenleiter der Production
angewandt. Es ist hier die gemeinsame Anwendung desselben Gebrauchswerths, die die Productionskosten vermindert. Ebenso wächst die Kost eines
Theils \\986\ der Maschinerie etc, z. B. Dampfkessel, steigt nicht im V erhältniß ihrer Pferdekraft (Sieh Beispiel) Obgleich ihr absoluter Werth steigt,
fällt ihr relativer, im Verhältniß zu der Stufenleiter der Production und der
Grösse des variablen Capital, das in Bewegung gesetzt, oder der Masse der
Arbeitskraft, die exploitirt wird. Die Oekonomie, die ein Capital in seiner
eignen Production, z. B. der Spinnerei anwendet, beruht direkt auf Oekonomie der Arbeit, d. h. möglichst wenig vergegenständlichte Arbeit gegen
möglichst viel lebendige Arbeit austauschen, möglichst viel Surplusarbeit
produciren, was nur durch die vermehrte Productivkraft der Arbeit möglich.

Die eben erwähnte Oekonomie beruht dagegen darauf, diese möglichst
grosse Aneignung fremder unbezahlter Arbeit in der möglichst ökonomischen Weise, d. h. auf der gegebnen Stufenleiter mit den möglichst kleinen
Productionskosten bewerkstelligen. Auch diese Oekonomie - beruht entweder auf Ausbeutung der Productivität der gesellschaftlichen Arbeit aus-
serhalb dieses bestimmten Productionszweiges, d. h. der Productivität der
in der Production des constanten Capitals angewandten Arbeit- oder in dem
oben betrachteten Falle, in der Oekonomie der Anwendung des capital
constant, die entweder direkt durch die Cooperation etc, die gesellschaftliche
Form der Arbeit innerhalb der capitalistischen Production und die Stufenleiter derselben Ersparung ermöglicht, oder die Production der Maschinerie
etc auf einer Stufenleiter möglich macht, worin ihr Tauschwerth nicht mit
ihrem Gebrauchswerth gleichmässig wächst. In beiden Fällen ist die gesteigerte Productivität die aus der gesellschaftlichen Form der Arbeit ent-
springende Vermehrung ihrer Productivität, dieß mal nicht in dieser selbst,
sondern in den Bedingungen, unter denen und mit denen sie producirt. Es
gehört hierzu auch, daß die Abfälle auf grosser Stufenleiter leichter zum
Material neuer Industrie werden, als die zersplitterten Abfälle der kleinen
Industrie, wodurch die Productionskosten ebenfalls vermindert werden.
Wie das Capital also die Tendenz hat in der direkten Anwendung der
lebendigen Arbeit sie auf nothwendige Arbeit zu reduciren, und die
nothwendige Arbeit zur Herstellung eines Products stets abzukürzen durch
Ausbeutung der gesellschaftlichen Productivkraft der Arbeit, also lebendige
Arbeit zu oeconomisiren möglichst wenig Arbeit zur Herstellung einer
Waare zu verwenden- so hat es die Tendenz diese ökonomisirte und auf
nothwendige Arbeit reducirte Arbeit unter den oekonomischsten Bedingungen anzuwenden, d. h. den Tauschwerth des constanten Capitals auf sein
möglichstes Minimum zu reduciren -also überhaupt die Productionskosten
auf ihr Minimum zu reduciren. Wenn wir also sehen, daß der Werth der
30 Waare bestimmt ist nicht durch die in ihr enthaltne Arbeitszeit überhaupt,
sondern durch die in ihr enthaltene nothwendigeArbeitszeit, so verwirklicht
das Capital diese Bestimmung erst und verkürzt zugleich fortwährend die
gesellschaftlich nothwendige Arbeit zur Production einer Waare. Der Preiß
der Waare wird dadurch auf sein Minimum reducirt, indem alle Elemente
35 der zu ihrer Production erheischten Arbeit auf ein Minimum reducirt
werden.
e) Um den Profit zu schätzen (wie den Mehrwerth), nehmen wir nicht nur
den Mehrwerth den ein bestimmtes Capital in einem gegebnen Zeitraum
(Umschlagszeit) producirt, sondern ein Quantum Capital, wie zum B. 100 als
Maaßstab, so daß das Verhältniß in Procenten ausgedrückt wird.
f) Es ist klar, daß die Rate der Accumulation, d. h. des wirklichen Wachs-

thums des Capitals durch den Profit und nicht durch den Mehrwerth bestimmt ist, indem wie wir gesehn, derselbe Profit und dieselbe Profitrate sehr
verschiedene Raten des Mehrwerths ausdrücken können. Der Profit aber erst
drückt den Mehrwerth im V erhältniß zur Gesammtsumme des vorgeschoßnen Capitals, also das wirkliche Wachsthum oder (das Verhältniß des
wirklichen Wachsthums) des Gesammtcapitals aus. Der wirkliche Gewinn,
den der Capitalist macht, ist daher auch nicht durch den Mehrwerth, sondern
durch den Profit ausgedrückt. Der Mehrwerth bezieht sich nur auf den Theil
des Capitals, aus dem er direkt entspringt. Der Profit bezieht sich auf das
Gesammtcapital, das vorgeschossen worden ist, um diesen Mehrwerth zu
produciren, das also nicht nur den direkt gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Theil des Capitals enthält, sondern zugleich den Theil des
Capitals- die Werthsumme der Productionsbedingungen, unter denen allein
der andre Theil des Capitals gegen lebendige Arbeit ausgetauscht und diese
exploitirt werden kann. I
j987j Der Mehrwerth drückt nur den Ueberschuß des eingetauschten und
im Productionsproceß angeeigneten Theils der lebendigen Arbeit über das
Equivalent aus, das im Arbeitslohn in Form vergegenständlichter Arbeit
gegen sie ausgetauscht wurde. Aber der Profit drückt den Ueberschuß des
Werths des Products über den Werth der gesammten Productionskosten aus,
also in der That den Zuwachs von Werth, den das Gesammtcapital am Ende
des Productions- und Circulationsprocesses über denWertherhalten hat, den
es vor diesem Productionsproceß, als es in ihn einging, besaß.
Der Profit ist daher auch die einzige Form, die das Capital direkt interessiert und in ihm ist die Erinnrung an seinen Ursprung völlig ausgelöscht.
Die Verwandlung des Mehrwerths in Profit vollendet daher die Mystification, die das Capital als selfactor und als Person der Arbeit gegenüber er-
scheinen läßt, das objektive Moment des Productionsprocesses subjektivirt.
g) Wie verhält sich nun der Profit zur Grösse des Capitals, denselben
Mehrwerth vorausgesezt? Es ist dieß dieselbe Frage als: Wie verhält sich
die Masse des Profits zur Rate des Profits?
Zweitens aber, wie entspringt eine allgemeine Profitrate, abhängig von der
Grösse des Capitals allein, unabhängig von dem Mehrwerth, den ein bestimmtes Capital in einem bestimmten Geschäftszweig erzeugt, oder von der
Productivität (i. e. Verhältniß der Aneignung fremder Arbeit) in einem bestimmten Geschäftszweig?
Diese beiden Fragen, die mit den Productionskosten zusammenhängen,
sind noch zu beantworten, bevor wir zur Lösung der wichtigsten Frage in
diesem Abschnitt- der Abnahme der Profitrate im Laufe der capitalistischen
Production - fortgehn.

(Vorher noch eine zu 6a) bezügliche Bemerkung. Da die Waaren mit Profit
unter ihrem Werth verkauft werden können- solange sie nähmlich nur über
die Kosten des Capitalisten, des von ihm selbst bezahlten, aus eignem Säckel
vorgeschoßnen Theil der Productionskosten verkauft werden - upd da die
Differenz zwischen dem Werth der Waare und den Productionskosten dem
Capitalisten einen bedeutenden Spielraum erlauben und sehr verschiedne
Grade im Preiß der Waare unter ihrem Werth ermöglichen, ohne daß aller
Profit wegfiele so ist es klar, daß die Concurrenz nicht nur in einem,
sondern in vielen, selbst in allen Productionszweigen durch graduelles
Herabdrücken der Preisse unter ihren Werth die Profitrate überall herabdrücken könnte. Bestände die Gesellschaft blos aus industriellen Capita-
listen, so würde sich das ausgleichen, indem jeder nicht nur als Privatconsument, sondern als industrieller Consument seine Arbeitsbedingungen
wohlfeiler erhielte, die Profitrate also wieuer allgemein steigen würde in
Folge der Entwerthung des gesammten vorgeschoßnen Capitals sowohl, als
in Folge der Vermindrung der Productionskosten des Arbeitsvermögens,
also Steigen des Mehrwerths, relativ gegen das variable Capital. Indeß zählt
die Gesellschaft Klassen mit fixem Einkommen, the moneyed etc class,
Gläubiger u. s. w., also festgesetzte Abzüge vom Mehrwerth oder Profit, die
nicht mit der Abnahme der Profitrate oder des Preisses der Waare unter ihren
Werth fallen. Diese Klassen würden doppelt gewinnen. Die Rate, die ihnen
zufiele, hätte höheren Tauschwerth, weil sie unvermindert geblieben,
während der Preiß der Waaren im Durchschnitt gefallen, unter ihren Werth.
Sie würden grössere Portion des Abzugs ausmachen und sie könnten mehr
25 damit kaufen. Etwas der Artfand in England statt von 1815-30(SieheBJake).
Unter diesen Umständen könnte die Lage der eigentlichen industriellen
Capitalisten sehr precär sein. Sie würden in der That den beträchtlichen Theil
des Mehrwerths einsacken, der dem industriellen Capital selbst verloren
ginge. Indeß kann ein solcher Zustand nur temporär sein, da er Bankrotte
30 unter den Industriellen (wie 1815-30 unter den englischen Pächtern) hervorrufen und die Accumulation des Capitals aufhalten würde. Es träte
nothwendig eine Reaction ein. Obgleich daher die Concurrenz nicht nur in
einem bestimmten Industriezweig die Profitrate herabsetzen kann, so lange
er sich über die Durchschnittsrate erhebt, sondern \\988\, wie A. Smith meint,
35 in allen, so kann die letztre Action nur temporär sein. Das in den Händen
der fix income und moneyed classes sich ansammelnde Capital mußte entweder zum Ankauf von Waaren für den Consum verwandt werden, und
würde in diesem Fall den Preiß der Waare wieder ihrem Werth nähern, also
die Profitrate wieder heben; oder es würde selbst wieder als Capital aus-
40 geliehn, und würde in diesem Fall einerseits die Concurrenz noch vermehren,
also die schon tief herabgefallne Profitrate durch weiteres Herabdrücken der

Waarenpreisse unter die Waarenwerthe noch tiefer senken, so eine Crise,
Explosion und Reaction herbeiführen. Andrerseits würden die neuen Placirungen von Fonds, sei es als Zins, sei es als Rente, den gesunkenen Preissen
gemäß, zu niedrigrer Rate angelegt werden und damit annähernd der Zustand
hervorgebracht werden, als wenn alle Capitalisten die Waaren unter ihrem
Werth, also, durch Ausgleichung, zu ihrem Werth verkauften. Die Profitrate
würde dadurch wieder zu ihrer normalen Höhe aufsteigen.
Von diesem Gesichtspunkt aus zeigt sich also einerseits, daß A. Smith's
Ansicht eine richtige, von seinen Gegnern übersehne Seite hat, daß sie
gewisse temporäre Phänomene der modernen Industrie erklärt, aber das
allgemeine Phänomen, um das es sich bei normalem Sinken der Profitrate
handelt, nicht erklärt, sondern nur temporäre allgemeine Schwankungen, die
später wieder ausgeglichen werden.
Ferner: Sie unterstellt in der That, nicht daß die Profitrate überhaupt sinkt,
sondern die Rate des Profits, die direkt als industrieller Profit erscheint. Es
fände nur eine andre Vertheilung statt, indem in der That ein bedeutender
Theil des Mehrwerths, statt von den industriellen Capitalisten selbst, von den
moneyed interest und den fixed income men pocketed würde. Es fände nur
eine andere Vertheilung des Profits überhaupt statt; er selbst hätte seine Rate
in der That nicht geändert, da er jetzt als höhres Einkommen in den Händen
andrer Klassen erschiene. Auf die Dauer würde dieß allerdings zu Crisen und
Reaction führen. A. Smith erklärt also das eigentliche Phänomen nicht. Aber
der Werth der fixed incomes wäre gestiegen, einerseits indem sie grössere
Rate des Gesammtprofits an sich zögen- obgleich die Rate nominell dieselbe
geblieben - zweitens indem sie für ihre Portion in der That nicht nur mehr
Producte, sondern grössere Masse vergegenständlichter, wenn auch nicht
von ihnen bezahlter Arbeit erkauften.)
Es ist klar, daß wenn der Mehrwerth gegeben ist und die Profitrate, worin
er sich ausdrückt ( dieß kann wie wir sahen sehr verschieden sein, wenn der
Mehrwerth derselbe) gegeben, die Masse des Profits, die absolute Grösse
des Profits ganz von der Grösse des angewandten Gesammtcapitals abhängt.
Ist nun Profit auf lOOTh. 10, so ist er auf 100000, 10000, nähmlich 10 x 1000,
indem das Capital 100: 100000 sich verhält = 10: 10 x 1000. Die Masse des
Profits wächst in diesem Falle ganz in demselben Maasse wie der Werth
oder die Grösse des vorgeschoßneo Capitals; ganz wie wenn das Capital
gegeben ist, die Masse des Profits von der Profitrate abhängt.
1) Allein wir sehen, daß derselbe Mehrwerth sich in sehr verschiedneo
Profitraten ausdrücken kann, je nach dem V erhältniß des variablen Capitals
zum Gesammtcapital.
2) Zweitens aber ist der Mehrwerth selbst der Natur der Sache nach für
verschiedne Capitalien nicht derselbe, ein verschiedener. Erstens ist das

Verhältniß der eigentlichen Circulationszeit zur Productionszeit und daher
die Umschlagszeit verschiedner Capitalien verschieden, und der wirklich
geschaffne Mehrwerth steht in umgekehrtem Verhältniß, worin die Circulationszeit zur Productionszeit steht. Zweitens ist der normale Arbeitstag
und daher die Surplusarbeitszeit in verschiedneo Capitalien verschieden,
obgleich dieß erst nur als Ausgleichung für die Proportion, worin die verschiedneo Arbeitsweisen zur einfachen Durchschnittsarbeit stehn auf-
zufassen. Drittens ist das Verhältniß von circulirendem und fixem Capital,
das Verhältniß, worin das capital fixe umschlägt u. s. w. verschieden. Die
Productivität in verschiedneo Industriezweigen ist verschieden und die
Proportion worin sie an der Productivität andrer Industriezweige theilnehmen. z. B. eine Industrie, die sehr wenig Hände beschäftigt, nimmt nicht an
der V erwohlfeilerung der Agriculturproducte in demselben Maaß theil, wie
eine die viele Hände beschäftigt, viel lebendige Arbeit in Bewegung setzt,
überhaupt an der Verwohlfeilerung der Lebensmittel, wie eine, die wenig
Maschinerie anwendet nicht in demselben Maaß an der Verwohlfeilerung der
Maschinerie theilnimmt, wie eine, die viele Maschinerie anwendet.\
\989\ Von einer Durchschnittsprofitrate kann überhaupt nur die Rede sein,
wenn die Profitraten in den verschiedneu Productionszweigen des Capitals
verschieden, nicht wenn sie dieselben sind.
Die nähre Betrachtung dieses Punktes gehört in das Capitel von der
Concurrenz. Indeß muß hier doch das entscheidend Allgemeine beigebracht
werden.
Es liegt also erstens in der Natur einer gemeinsamen oder allgemeinen
Profitrate, daß sie ein Durchschnittsprofit ist; der Durchschnitt von sehr
verschiedneu Profitraten.
Die Durchschnittsprofitrate sezt ferner voraus, daß wenn ein bestimmtes
Capital in bestimmter Anlage einen Profit bringt, der über einen gewissen
Punkt steigt oder fällt, sein Profit über oder unter die normale Profitrate steigt
oder sinkt, die also grade durch die von jenem Meßpunkt bezeichnete Höhe
bestimmt ist. Auf dieser Höhe gilt die Profitrate für normal, für dem Capital
als solchem im Grossen und Ganzen zukommend. Wir sind damit immer noch
nicht beim entscheidenden Punkt.
Eine Profitrate - so weit sie nicht compensirt durch die besondre Natur
der Capitalanlage, analog wie die Längenunterschiede in den Normaltagen
verschiedner Arbeitszweige durch concurrirende Nebenumstände, die besondre Natur der Arbeit etc einigermaassen modifizirt wird -
über den
Durchschnitt oder drunter gilt als exceptioneUer Zustand des Capitals in der
besondren Branche der Anlage, worin dieß stattfindet und wird durch die
40 Concurrenz auf das allgemeine Niveau herabgedrückt oder heraufgehoben,
indem Einwandrung fremder Capitalien in den privilegirten Zweig oder im

umgekehrten Fall Auswanderung einheimischer
in diesem Zweig angesiedelten Capitalien- aus demselben stattfindet. Dadurch fällt das Niveau
der Profitrate im ersten Fall und steigt im zweiten. Der Surplusprofit, oder
das Minus von Profit, den ein einzelner Capitalist in einer besondren Branche
(District) der Capitalanlage untergeht, gehört gar nicht in diese Betrachtung.
Es handelt sich vielmehr um den Profit des Capitals in allen besondren
Zweigen der Production oder jeder, durch die Theilung der gesellschaftlichen
Arbeit bedingten besondren Sphäre der Capitalanlage - für jedes in durchschnittlichen oder normalen Verhältnissen placirtes Capital. Diese Ein-
schränkung ist wichtig, um weiter durch die Analyse dem auf den Grund zu
kommen, was die Durchschnittsrate des Profits ist.
Nehmen wir irgend ein bestimmtes Quantum Capital, z. B. 100 als Maaßstab des Capitals an- d. h. Maaßstab, woran sich die Grösse der verschied-
neu Capitalien vergleicht - so heißt Durchschnittsrate des Profits, daß auf
1001. z. B. ein Profit von 101. von 1/w des vorgeschoßneu Capitals, oder von 15
10% gemacht wird, ganz abgesehn von der besondren Natur oder Bestimmtheit der Productionssphäre, worin diese 1001. als Capital angelegt sind. Es
folgt daher keineswegs, daß in jeder Productionssphäre eine Werthsumme
von 1001. als Capital angelegt werden kann. Es folgt nur, daß in jeder dieser
Sphären auf 100,10 p. c. gemacht wird, welches immer die Grösse des Capitals sei, die für den Betrieb eines besondren Productionszweigs erheischt ist.
Eine allgemeine Profitrate heißt also in der That nichts als daß die Gesammtmasse des Profits absolut durch die Grösse des vorgeschoßneu Capi-
tals bestimmt ist. Das Capital mag groß oder klein sein, die Durchschnittsrate
seines Profits ist 10 p. c. und zwar in derselben Circulationszeit, Umschlagszeit, also 1 Jahr z. B., als das Maaß der Circulationszeit. Indem die Cir-
culationszeit als gleichgültig (oder was dasselbe als identisch) für alle Capitalien gesetzt ist; ferner die Profitrate; so hängt die Masse des Profits ganz
von der Größe des Capitals ab. Oder die Profitmasse ist gleich a x x worin
a feste Größe, x die veränderliche Grösse ist, die den Umfang des Capitals
ausdrückt. Oder die Grösse des Capitals gegeben, ist die Profitmasse gegeben, nämlich bestimmt durch die allgemeine Profitrate. \\990\ Daß die
allgemeine Profitrate = 10 p. c. z. B. heißt überhaupt nichts, als daß 1/w der
Capitalien, in welchem Zweig immer angewandt, als Profit retournirt oder
daß der Profit in demselben V erhältniß zu der Grösse des Capitals stehtdasselbe Grössenverhältniß zum vorgeschoßneu Capital hat, seine Masse
also ganz von der Grösse - in direktem V erhältniß zur Grösse des Capitals
steht; also ebenso unabhängig ist von der wirklichen Umschlagszeit des
Capitals (da die Profitrate dieselbe für eine gegebene Circulationszeit überhaupt), seiner s p e z i fischen Ci r c u 1 a t i o n s z e i t - i. e. dem V erhältniß
seiner Circulationszeit zu seiner Productionszeit; ebenso unabhängig ist von

dem organischen Verhältniß der verschiedneo Bestandtheile des Capitals in
jedem besondren Productionszweig, also von dem wirklichen Mehrwerthd. h. dem wirklichen Quantum Surplusarbeit - das jedes einzelne Capital
in jedem besondren Productionszweig absorbirt oder producirt.
Die Verwandlung des Mehrwerths in Profit ändert nicht nur das Zahlenverhältniß - oder vielmehr den Ausdruck des Zahlenverhältnisses, sondern
auch die Form überhaupt. Der Mehrwerth erschien als Verhältniß, worin
sich vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige Arbeit austauscht, oder
worin vergegenständlichte Arbeit lebendige Arbeit ohne Austausch aneignet. Das organische Verhältniß der verschiedneo Theile des vorge-
schoßnen Capitals untereinander, und daher auch das Verhältniß des Mehrwerths zu einem specifischen Bestandtheil des Capitals tritt hierin hervor,
ist hierin ausgedrückt. Dieß fällt fort, sobald der Mehrwerth als Profit
ausgedrückt wird. Alle Theile des vorgeschoßneo Capitals erscheinen als
gleichmässige, nur quantitativ verschiedne Werthgrössen -
Massen von
Tauschwerth, Werthsummen, die im Verhältniß zu ihrer Quantität - oder
vielmehr zusammenaddirt gleichmässig die Eigenschaften haben nicht
nur sich selbst, sondern einen V eberschuß über ihre ursprüngliche Grösseden Profit - zu produciren. Das Capital ist die Hauptsumme, der Profit ist
die in einer bestimmten Circulationszeit von dieser Hauptsumme erzeugte
Nebensumme. Die Hauptsumme, das Capital, verhält sich als Grund (Ursache) zu der Nebensumme als der Begründeten (Folge, Wirkung). Dieß
erscheint als das existirende Gesetz der capitalistischen Production. Wie
und woher und warum ist so wenig in diesem Verhältniß von Capital und
Profit ausgedrückt, daß die Dollmetscher der capitalistischen Production,
die politischen Oekonomen, die verschiedensten und widersprechensten
Auslegungen dieses Phänomens geben.
Indeß bleibt bei alle dem bei dieserVerwandlungvon Mehrwerthin Profit
nach wie vor der Mehrwerth als absolute Grösse gleich dem Profit. Ob 100
30 als Profit von 10 p. c. zu 1000, oder als Mehrwerth von 20 p. c. zu dem
variablen Theil, den diese 1000 enthalten, etwa zu 500, berechnet wird, läßt
die 100 nach wie vor als dieselbe Werthgrösse [erscheinen], nur verschieden
berechnet. (und in der Verschiedenheit der Berechnung existirt die Verschiedenheit der Form, die Auslöschung auf die Beziehung dieses
35 Ueberschusses über das vorgeschoßne Capital zu dem organischen Verhältniß der verschiedenen Bestandtheile des Capitals.) An sich bleibt der
Unterschied nur ein formeller. Der Unterschied des Mehrwerths in besondren Capitalanlagen würde sich daher hier nach wie vor noch als ein
Unterschied des Profits darstellen.
Ganz anders verhält es sich jedoch mit der allgemeinen Profitrate, deren
allgemeinstes Gesetz sich darin ausdrückt, daß die Profitrate für alle Capi-

talien gleich, oder was dasselbe, daß die Massen des Profits sich direkt und
exakt verhalten wie die Grössen der Capitalien.
Die allgemeine Profitrate und daher der Profit in seiner wirklichen, empirischen Gestalt unterstellt bereits die Verwandlung des Mehrwerths in
Profit und daher die Verwandlung der Rate des Mehrwerths in Rate des
Profits. Aber dann existiren die Unterschiede des Mehrwerths (seiner Rate)
(und daher auch relativ der Gesammtmassen des Mehrwerths), wie sie in den
besondren Sphären der Capitalanlage hervorgehn, theils aus dem verschiedneu Verhältniß des variablen Capitals zum constanten, theils aus dem Ver-
hältniß von circulirendem Capital und fixem Capital (sag allen aus dem Verhältniß von Productionszeit und Circulations \\991\ zeithervorgehenden Ver-
hältnissen) die verschiednen Raten des Mehrwerths oder die Verschie-
denheit des Mehrwerths existirt nun fort, obgleich in der veränderten Form
von Verschiedenheit im Profit oder verschiednen Profitraten Diese dienen
als Substanz, Voraussetzung der allgemeinen Profitrate und daher des
Profit in seiner organischen Form. Sie werden egalisirt, auf ihre Durchschnittsgrösse reducirt, die dann die wirkliche (normale) Profitrate in allen
besondren Sphären - durch die Theilung der gesellschaftlichen Arbeit bewirkten- besondren Productionssphären des Capitals ist. Auf Grundlage der
ersten Verwandlung geht also eine zweite vor sich, die nicht nur mehr die
Form, sondern mit ihr die Substanz selbst betrifft, nähmlich die absolute
Grösse des Profits - also des Mehrwerths, der unter der Form des Profits
erscheint, ändert. Diese absolute Grösse war von der ersten Verwandlung
unberührt geblieben.
Welches immer die Productionskosten, (in dem Sinn des Capitalisten) in
irgend einer besondren Productionssphäre also irgend einer besondren
Waare seien- der Capitalist schlägt z. B. 10 P. c. (die allgemeine Profitrate)
auf die vorgeschoßne Summe hinzu, so berechnet daß auf die in einem Jahr
producirte Summe von Waaren 10 p. c. kommen. Diese gehn dann in den
Preiß der Waare ein und wird die Waare zu diesem Preiß verkauft, so ist der
Normalprofit, oder der Durchschnittsprofit realisirt. Würde er z. B. in der
einen Hälfte des Jahrs 2 p. c. über diesen Durchschnittsprofit rechnen, in der
andern Hälfte 2 p. c. darunter, so würde die Gesammtsumme der Waaren
während eines Jahrs, oder der Durchschnitt der Profite, die er während des
Jahrs gemacht, den Normal Profit oder Durchschnittsprofit eines Capitals
von gegebner Grösse darstellen, indem sich die Steigerungen und Mindrungen der Profite während der täglichen Transactionen dazu ausgeglichen
hätten.
Der Profit besteht aber seiner Essenz nach aus Mehrwerth - nicht einer
formellen höheren Schätzung des Products, wie etwa der Geldpreiß nominell
steigt, wenn der Werth des Geldmaterials, etwa des Goldes fällt, ohne

gleichzeitigen Fall im Werth der Waaren. Der Mehrwerthisteine wirkliche
Schöpfung von neuem Werth. Er stellt mehr vergegenständlichte Arbeit dar
-daher einen wirklich höhren Tauschwerth-als die im Capital ursprünglich
vergegenständlichte Arbeit oder über seinen ursprünglichen Tauschwerth
hinaus. Und dieses Mehrquantum von Arbeit ist realisirt in einem Mehrquantum von Product oder Gebrauchswerth. So falsch es wäre eine grössere
Masse Gebrauchswerthe oder Producte, wegen ihrer grösseren Quantität, als
grösseres Quantum vergegenständlichter Arbeit zu betrachten- sie kann bei
erhöhter Productivität der Arbeit umgekehrt ein minderes Quantum Arbeit
darstellen-, so richtig ist es, daß, der Grad der Productivität der Arbeit
gegeben, auf gegebner Productionsstufe - die Mehrarbeit oder der Mehrwerth sich als Mehrproduct, Mehr Gebrauchswerth zugleich darstellt. Das
Gesammtcapital betrachtet stellt der Gesammtmehrwerth den Gesammtüberschuß der Arbeit dar, die sich in dem Gesammtsurplusproduce ver-
wirklicht, über das Product hinaus, das den constanten Theil des Capitals
ersetzt und das zur Reproduction der Gesammtarbeiterklasse erheischt ist ein Surplusproduce, das theils wieder in Capital verwandelt wird, theils die
Revenu bildet sämmtlicher, unter verschiedneo Titteln von dem Commando über fremde Arbeit, von ihren respectiven Actien an diesem Sur-
plusproduce lebenden Klassen.
Wäre das Schlagen des Profits zum Preiß nur formell, so wäre es nominell,
ganz ebenso als wenn der Werth des Gesammtproducts vom Gesammtwerth
des vorgeschoßneo Capitals sich nur dadurch unterschiede, daß es etwa in
Geld von gesunknem Werth geschäzt wäre oder ebenso sehr, der numerische
Ausdruck dadurch vergrössert würde, daß es statt in Gold in Silber geschäzt
würde. Es \\992\ wäre damit weder Neuwerth noch Surplusproduce unterstellt. Alle Capitalisten würden denselben Werth zu höherem Geldpreiß
verkaufen, dasselbe als wenn sie ihn alle zu niedrigerem Geldpreiß oder alle
zu einem dem Werth entsprechenden Geldpreiß verkauften. Es wäre dann
30 auch gleichgültig ob 10 oder 1000 p. c. Profit zu dem Preiß der Productionskosten geschlagen würde, denn die big figures worin eine blose N amenserhö-
hung des Preisses ausgedrückt wird, thut so wenig zur Sache als ob diese
Namenserhöhung auf kleinerem Maaßstab stattfindet. Die Procente dieser
Namenserhöhung wären vollständig gleichgültig. Der Arbeitslohn, d. h. der
35 Theil des Capitals, der zur Reproduction der Arbeitsvermögen bestimmt ist,
ganz wie der Theil des Capitals, der das vorgeschoßne Capital constant
ersetzt, würde in demselben Verhältniß in bigger figures, in höherem Geldausdruck erscheinen.
Wie der Mehrwerth des einzelnen Capitals in jeder besondren Pro-
40 ductionssphäre das Maaß der absoluten Grösse des Profits ist- so weit dieser
blos verwandelte Form des Mehrwerths- so ist der Gesammtmehrwerth,

den das Gesammtcapital, also die Gesammtklasse der Capitalisten producirt,
das absolute Maaß des Gesammtprofits des Gesammtcapitals, wobei unter
Profit auch alle Formen des Mehrwerths zu verstehn, wie Rente, Zins etc
(daß dieser Gesammtprofit ein encroachment über den Arbeitslohn eingeschlossen, gehört nicht zur Sache, früher gezeigt.)- er ist also die absolute
Werthgrösse (und daher das absolute Surplusproduce, Waarenmasse), das
die Capitalistenklasse unter verschiedneo Titeln unter sich vertheilen kann.
Der empirische oder Durchschnittsprofit, kann also nichts anders sein als
die Vertheilung dieses Gesammtprofits (und des von ihm dargestellten
Gesammtmehrwerths oder Darstellung der Gesammtsurplusarbeit.) an die
einzelnen Capitalien in jeder besondren Productionssphäre, nach gleichen
Raten oder was dasselbe nach der Verschiedenheit, im Verhältniß zur
Grösse der Capitalien und nicht im Verhältniß, worin sie direkt zur Production dieses Gesammtprofits stehen. Er stellt also nur das Resultat der
bestimmten Berechnungsweise dar, worin die verschiedneo Capitalien
aliquote Theile des Gesammtprofits unter sich vertheilen. Was sie unter
sich zu vertheilen haben, ist nur durch das absolute Quantum des Gesammtprofits oder Gesammtmehrwerths bestimmt. Die Rate, worin sie ihn ver-
theilen, ist gleicher Profit für gleich grosses Capital oder Ungleichheit des
Profits im Verhältniß zur ungleichen Grösse der Capitalien. Was in der
ersten Verwandlung nur formell war, daß der Mehrwerth auf das einzelne
Gesammtcapital als gleichmässige, unterschiedne Werthsumme ohne Rücksicht auf das organische Verhältniß seiner Bestandtheile berechnet wird,
wird hier materieller Unterschied, indem der Antheil an dem Gesammtprofit oder Gesammtmehrwerth gleichmässig bestimmt wird, gemessen
wird so viel per 100, also an der Grösse der Capitalien, ohne Rücksicht
auf das Verhältniß worin jedes einzelne Capital in jeder besondren Productionssphäre an der Schöpfung dieses Gesammtprofits oder Gesammt-
mehrwerths participirt. Wie in der ersten Verwandlung formell der Mehrwerth als Ueberschuß des Werths des Products über den Werth des vor-
geschoßneo Capital, so hier materiell, wird im Verhältniß zum Werth des
vorgeschoßneo Capitals der Antheil desselben an dem Werthüberschuß des
Gesammtproducts des Gesammtcapitals über seinen Gesammtwerth bestimmt. Die agency, wodurch diese Berechnung ausgeführt wird, ist die
Concurrenz der Capitalien unter sich. Von dem Moment an, wo der Mehrwerth als Profit, i. e. U eberschuß über das vorgeschoßne Capital verwandelt,
folgt die zweite praktische Consequenz, daß ein bestimmter U eberschuß im
V erhältniß zum vorgeschoßneo Capital den Profit oder den auf es fallenden
Mehrwerth bildet, der im V erhältniß zu seiner Grösse steht- der Grösse der
Productionskosten- und diese lösen sich auf in den Werth des vorgeschoßnen Capitals. Der so egalisirte, nivellirte Profit drückt für Capitalien in einer

Productionssphäre einen höheren Mehrwerth aus als sie wirklich direkt
produciren, \\993\ für andre einen geringeren, für beide den Durchschnitt aus
diesem höheren und geringeren. Das absolute Maaß dieser Profitrate hängt
natürlich ab von der absoluten Rate des Mehrwerths zur Gesammtheit des
vorgeschoßnen Capitals.
In der That kann die Sache so ausgedrückt:
Der Profit - als erste Verwandlung des Mehrwerths- und die Profitrate
in dieser ersten Verwandlung- drückt denMehrwerthaus im V erhältniß zum
einzelnen Gesammtcapital, dessen Product er ist - alle Theile dieses Gesammtcapitals nivellirend und auf das Ganze desselben als gleichartige
Werthsumme bezogen, ohne Rücksicht auf das organische Verhältniß, worin
die verschiednen Bestandtheile dieses Capitals zur Erzeugung seines Mehrwerths stehn.
Der empirische oder Durchschnittsprofit drückt dieselbe Verwandlung,
denselben·Process aus, indem er die Gesammtsumme des Mehrwerths, also
den von der ganzen Capitalistenklasse realisirten Mehrwerth, ganz so bezieht
auf das Gesammtcapital, oder das von der ganzen Capitalistenklasse angewandte Capital- er als Profit auf dieses Gesammtcapital der Gesellschaft
bezieht, ohne Rücksicht auf das organische V erhältniß, worin die einzelnen
20 Bestandtheile dieses Gesammtcapitals, d. h. also für die einzelnen selbstständigen Capitalien oder die einzelnen Capitalisten in der besondren Pro-
ductionssphäre direkt an der Herstellung dieses Gesammtmehrwerths
participirt haben. Ganz wie bei dem einzelnen Capital von 9001. z. B., wenn
es 901. Mehrwerth abwirft, dieser Profit gleichmässig auf alle Bestandtheile
25 der 9001. bezogen wird, und jeder Bestandtheil desselben sich zu I 0 p. c.
verwerthet, also etwa die 350 capital fixe, 350 capital für Rohmaterial, und
200 capital für Arbeitslohn jedes 10 p. c. liefert, jedes also Profit im Verhältniß zu seiner Grösse erzeugt "der Capitalist erwartet denselben Profit
von allen Theilen seines Capitals" (Malthus) so das Gesammtcapital C
30 gesellschaftlich, oder die Summe aller Capitalien der einzelnen Capitalisten,
verhalten sich zu M dem Mehrwerth, als Profitrate r z. B. und jeder Theil
dieses Gesammtcapitals participirt im Verhältniß r an P oder M, also im
Verhältniß zu seiner Werthgrösse, abgesehn von seiner direkt tunetioneilen
Beziehung in Production von M.
Die zweite Verwandlung ist nothwendiges Resultat der ersten, die aus der
Natur des Capitals selbst hervorgeht, wodurch der Mehrwerth in Werthueberschuß über die Productionskosten, d. h. den Werth des vorgeschoßnen
Capitals verwandelt wird. Im ersten Fall die absolute Grösse des Mehrwerths = der des Profits; aber die Profitrate kleiner als die Rate des Mehr-
40 werths. Im zweiten Fall die absolute Grösse des Gesammtmehrwerth = der
des Gesammtprofits; aber die Durchschnittsprofitrate kleiner als die Durch-

schnittsrate des Mehrwerths. (d. h. das Verhältniß des Mehrwerths zum
Gesammtwerth des im Gesammtcapital enthaltnen capital variable.)
Im ersten Fall die Verwandlung formell, im zweiten zugleich materiell,
indem nun der auf das einzelne Capital fallende Profit faktisch eine verschiedne Grösse ist von dem von ihm erzeugten Mehrwerth, grösser oder
kleiner als derselbe. Im ersten Fall der Mehrwerth berechnet ohne Rücksicht
auf die organischen Bestandtheile des Capitals, das diesen bestimmten
Mehrwerth erzeugt nur nach seiner Grösse. Im zweiten Fall der Antheil des
auf das einzelne selbstständige Capital fallende Antheil am Gesammtmehrwerth berechnet ohne Rücksicht auf sein functionelles Verhältniß zur Pro-
ductlon dieses Gesammtmehrwerths, nur nach seiner Grösse.
Im zweiten Fall also tritt wesentlicher Unterschied, wie zwischen Profit
und Mehrwerth, so zwischen Preiß und Werth der Waare ein. Daher der
Unterschied der wirklichen Preisse- selbst der Normalpreisse der Waaren
von ihren Werthen. Dieß näher zu ll994j untersuchen, gehört ins Capitel von
der Concurrenz, worin auch nachzuweisen, wie trotz dieser Düferenz
zwischen Normalpreissen der Waaren und ihren Werthen, die Umwälzungen
im Werth der Waare ihre Preisse modificirt.
Man begreift aber von vorn herein, wie durch Verwechslung des empirischen Profits mit dem Mehrwerth - den er in sehr verwandelter Form
darstellt, (ganz wie durchVerwechslungder entsprechenden Differenz selbst
zwischen den Normalpreissen und den Wertben der Waaren)- und diese
Confusion ist aller bisherigen Oekonomie in höhrem oder niedrem Grad
gemein (nur mit dem Unterschied, daß die tieferen Oekonomen wie Ricardo,
Smith etc direkt den Profit auf Mehrwerth reduciren, d. h. die abstrakten
Gesetze des Mehrwerths direkt am empirischen Profit darstellen wollen, weil
sonst überhaupt alles gesetzmässige Erkennen wegfällt während der
ökonomische Plebs die Phänomene des empirischen Profits umgekehrt direkt
als Gesetze des Mehrwerths aufstellt und ausspricht; in der That den Schein
der Gesetzlosigkeit als das Gesetz selbst ausspricht.)
Die Concurrenz der Capitalien ist überhaupt nichts als die Verwirklichung
der immanenten Gesetze des Capitals, i. e. der capitalistischen Production,
indem jedes Capital als Gerichtsvollzieher dieser Gesetze gegen das andre
auftritt, sie ihre innre Natur durch den äussern wechselseitigen Zwang, den
sie einander in ihrer Beziehung auf einander ihrer innern Natur nach anthun,
zur Geltung bringen. Aber in der Concurrenz erscheinen die immanenten
Gesetze des Capitals, der capitalistischen Production, als Resultat der
mechanischen Einwirkung der Capitalien auf einander; daher verkehrt und
auf den Kopf gestellt. Was Wirkung ist, erscheint als Ursache, die verwandelte Form als die ursprüngliche u. s. w. Die ordinäre politische Oekono-
mie erklärt daher alles was sie nicht versteht aus der Concurrenz, d. h. das

Aussprechen der Erscheinung in ihrer glattesten Form gilt ihr als Erkenntniß
der Gesetze derselben.
Wenn ein Capital, das 6mal umschlägt im Jahr nur einen 2mal kleineren
Profit nimmt, als eines das 3mal umschlägt, eins das viele Arbeit anwendet
nicht mehr als eins das viel capital fixe anwendet, eins das grosse Pausen
im Productionsproceß selbst erleidet, wie eins das ohne Pause vorgeht
u. s. w., so heißt das nichts als daß der Profit, den sie machen, unter ihnen
berechnet wird nach ihrer Grösse, nicht nach ihrem direkten ursächlichen
V erhältniß dazu.
Wenn jeder lOp. c. auf seine Productionskosten schlägt, so heißt das
nichts als daß der eine so viel mehr dazu schlägt, der andre so viel weniger,
als er wirklich über diese Productionskosten hinaus schafft.
Es ist in einer Hinsicht dasselbe, wie wenn die einzelnen Capitalisten durch
Uebervortheilung oder Untervortheilung über oder unter dem Werth ihrer
Waare verkaufen. Der eine realisirt mehr als den von ihm geschaffnen
Mehrwerth, der andre weniger. Beide aber theilen unter sich, wenn auch nach
zufälligen Motiven, und ungleich, den Gesammtmehrwerth, den ihre beiden
Capitalien geschaffen haben. Dasselbe findet bei dem Durchschnittsprofit
oder bei dem empirischen Profit statt, nur als von der persönlichen Prellerei
der Capitalisten unter sich ganz unabhängiges, vielmehr gegen dieselbe und
in derselben sich durchführendes allgemeines Gesetz.
A. Smiths Erklärung, wenn der Profit sich nicht nach der Grösse der
Capitalien richtete, so hätten die Capitalisten keinen Grund ein grosses statt
eines kleinen Capitals anzuwenden naiv, aber falsch. Abgesehn von seiner
Flachheit kann ja ein größres Capital mit kleinerem Profit -
innerhalb \\999\ gewisser Grenzen -
eine grössere Profitmasse realisiren als r
ein kleineres Capital mit grösserer Profitrate. Das Motiv zur Anwendung
grösserer Capitalien bliebe also. Bei Smith nur wichtig, daß er die Schwierigkeit fühlt, dieß überhaupt zu erklären, was sich bei dem oeconomista
vulgaris von selbst versteht, ganz wie alles bei diesem Burschen sich von
selbst versteht.
Die Sache geht einfach daraus hervor, daß mit der Verwandlung des
Mehrwerths in Profit der Werth des vorgeschoßnen Capitals sich in die
Productionskosten der einzelnen Capitalisten verwandelt, diese Grösse
dieser Productionskosten sich also in die Grösse des vorgeschoßneo Capitals
verwandelt, wobei es heißt, daß sie sich dieselbe Grösse des Products- das
eigentliche Product des Capitals ist der Profit - im Verhältniß zu diesen
Productionskosten anrechnen, damit jene Vertheilung des Gesammtmehrwerths, wie sie im empirischen Profit vorhanden, stattfinde. Das Verhältniß
der Zufuhr in den besondren Productionszweigen bringt diese Nivellirung
und Durchschnittsrechnung von selbst hervor.

Der letzte Punkt, der nun noch unter dieser Rubrik zu betrachten, die
ganz verknöcherte Form, die heut das Capital erhalten und die V ollendung der der capitalistischen Productionsweise eigenthümlichen Mysti-
fication.
Hierauf zurückzukommen.
Daher die Phrase (Torrens), daß mit dem Fortschritt der Civilisation nicht
die Arbeit, sondern das Capital den Werth der Waaren bestimmt. Ditto daß
das Capital, abgesehn von der von ihm angewandten Arbeit productiv.
(Ramsay, Malthus, Torrens etc.)
h) Mit Verhältniß auf die Productionskosten noch das Phänomen zu erörtern, warum mit der Entwicklung der capitalistischen Production, und
daher des Umfangs und der Entwicklung des capital fixe; die Wuth den
Normalarbeitstag zu verlängern in solchem Maaß eintritt, daß überall grade
dann die Einmischung der Regierungen nöthig wird. Doch dieß später.
7) [Allgemeines Gesetz vom Sinken der Profitrate
im Fortschritt der capitalistischen Production]
Wir haben gesehen (6, g), daß der wirkliche Profit d. h. der courante
Durchschnittsprofit und seine Rate - für das einzelne Capital verschieden
ist von dem Profit und daher der Profitrate, so weit leztere [in] dem von dem
einzelnen Capital wirklich producirten Mehrwerth besteht und die Profitrate
daher= dem Verhältniß des Mehrwerths zur Gesammtsumme des vorgeschoßnen Capitals. Aber ebenso sehr hat sich gezeigt, daß die Summe der
Capitalien betrachtet, die in den verschiedneo besondren Productionssphären angewandt wird, die Totalmasse des gesellschaftlichen Capitals
oder, was dasselbe das Gesammtcapital der Capitalistenklasse, die Durchschnittsrate des Profits nichts andres ist als der Gesammtmehrwerth bezogen
und berechnet auf dieß Gesammtcapital; daß er sich grade so zum Gesammtcapital verhält, wie sich der Profit - und daher die Profitrate - zum
einzelnen Capital verhält, so weit der Profit nur als formell verwandelter
Mehrwerth betrachtet wird. Hier stehn wir also wieder auf festem Boden,
wo, ohne auf die Concurrenz der vielen Capitalien einzugehn, das allgemeine
Gesetz direkt aus der bisher entwickelten allgemeinen Natur des Capitals
abgeleitet werden kann. Dieß Gesetz ist, und es ist das wichtigste Gesetz der
politischen Oekonomie, daß die Profitrate im Fortschritt der capitalistischen
Production eine Tendenz hat zu sinken.\
\1000\ Da die allgemeine Profitrate nichts ist als das V erhältniß der totalen
Summe des Mehrwerths zur totalen Summe des von der Capitalistenklasse

augewandten Capitals, so handelt es sich hier nicht um die verschiedneu
Branchen, worin sich der Mehrwerth theilt, wie industrieller Profit, Zins,
Rente. Da alle diese verschiedneu Formen des Mehrwerths nur Bestandtbeile des Gesammtmehrwerths sind, kann der eine Theil wachsen, weil der
andre fällt. Es handelt sich hier aber um ein Fallen in der Rate des Gesammtmehrwerths. Selbst die Grundrente -
wie schon A. Smith richtig
bemerkt, fällt, statt zu steigen, mit der Entwicklung der capitalistischen
Production, nicht im V erhältniß zu dem bestimmten Areal Landes, dessen
Product sie scheint, wohl aber im Verhältniß zu dem in der Agricultur angelegten Capital, also grade in der Form, worin sie direkt als Bestandtheil
des Mehrwerths auftritt. Dieß Gesetz von der ganzen modernen Agronomie
bestätigt. (Sieh Dombasle, Jones etc)
Woher also diese Tendenz zum Sinken der allgemeinen Profitrate? Man
kann, eh diese Frage beantwortet wird, darauf hinweisen, daß sie der
bürgerlichen Oekonomie viel Angst verursacht hat. Die ganze Ricardosche
und Malthussche Schule ist ein Wehschrei über den jüngsten Tag, den dieser
Prozeß herbeiführen müsse, da die capitalistische Production Production von
Profit ist, also mit dem Sinken dieses Profits ihren stimulus, ihre belebende
Seele verliert. Andre Oekonomen haben Trostgründe hiergegen vorgebracht,
die nicht minder charakteristisch sind. Aber neben der Theorie spricht die
Praxis, die Krisen aus superabundance of capital or, what comes to the same,
the mad adventures capital enters upon in consequence of the lowering of
rate of profit. Hence crises - see Fullarton - acknowledged as a necessary
violent means for the eure of the plethora of capital, and the restoration of
a sound rate of profit.
(Schwankungen in der Rate des Profits, unabhängig von organischen
changes in den Bestandtheilen des capitals, oder von der absoluten Grösse
des Capitals sind dadurch möglich, daß der Werth des vorgeschoßneu Capitals, sei es des Capitals, das in der Form von fixem Capital engagirt ist, oder
als Rohmaterial, fertige Waare etc existirt, steigt oder fällt in Folge einer von
dem schon existirenden Capital unabhängigen Erhöhung oder Erniedrigung
der zu seiner Reproduction nöthigen Arbeitszeit, da der Werth jeder Waare
- also auch der Waaren, woraus das Capital besteht, bedingt ist nicht nur
durch die in ihm selbst enthaltne nothwendige Arbeitszeit, sondern durch die
nothwendige -gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit, die zu seiner Reproduction erheischt ist, und diese Reproduction kann unter erschwerenden
oder erleichterten Umständen erfolgen, verschieden von den Bedingungen
der ursprünglichen Production. Bedarf es unter den veränderten Umständen
allgemein doppelt so viel oder umgekehrt halb so viel Zeit, um dasselbe
Capital zu reproduciren, als Arbeitszeit zu seiner Production erheischt war,
so würde es, den Werth des Geldes als permanent unverändert vorausgesetzt,

wenn es früher 100 Th. werth war, jezt 200 werth sein, oder wenn es 100
werth war, jezt nur noch 50 werth sein. Würde diese Wertherhöhung oder
Werthvermindrung alle Theile des Capitals gleichmässig ergreifen, so
würde wie das Capital, so auch der Profit sich jezt in noch einmal so viel
oder nur noch halb so viel Thaiern aussprechen. Die Rate bliebe unverändert.
5 verhält sich zu 50, wie 10 zu 100 oder 20:200. Gesezt aber der nominelle
Werth des capital fixe und des Rohmaterials stiege nur und von 100 bildet~n
sie 4/ 5, also 80, das variable Capital 1/s, also 20. In diesem Fall würde der
Mehrwerth, also der Profit, sich nach wie vor in 11100 lj derselben Geldsumme
ausdrücken. Also wäre die Profitrate gestiegen oder gefallen. Im ersten Fall
Mehrwerth = 10Th., macht 10% auf 100. Aber die 80 nun werth 160 also das
Gesammtcapital = 180. 10 auf 180 = 1/18 = 100/ 18 = 100: 18 = 5 = 55/ 9 p. c. statt
früher 10 p. c. Im zweiten Fall 40 statt 80, das Gesammtcapital = 60, worauf
10 = 1h = 100/ 6• 100:6 = 16 = 162/ 3 p. c. Indeß diese Schwankungen können nie
allgemein sein, ohne die Waaren zu ergreifen, die in den Consum des Arbeiters eingehn, also ohne das variable Capital, also das ganze Capital zu
ergreifen. In diesem Fall aber bleibt die Profitrate unverändert, obgleich sich
die Profitmasse nominell ändert.)
Die allgemeine Profitrate kann nie dadurch steigen oder sinken, daß der
Gesammtwerth des vorgeschoßneo Capitals steigt oder sinkt. Steigt der
Werth des vorgeschoßneo Capitals, in Geld ausgedrückt, so steigt auch der
nominelle Geldausdruck des Mehrwerths. Die Rate bleibt unverändert. Ditto
beim Sinken.
Die allgemeine Profitrate kann nur fallen:
1) wenn die absolute Grösse des Mehrwerths sinkt. Diese hat umgekehrt
die Tendenz zu wachsen im Lauf der capitalistischen Production, denn ihr
Wachsen ist identisch mit der Entwicklung der Productivkraft der Arbeit,
die die capitalistische Production entwickelt.
2) weil das Verhältniß des capital variable zum constanten Capital sinkt.
Die Profitrate ist, wie wir sehen immer kleiner als die Rate des Mehrwerths,
die sich in ihr darstellt. Sie ist aber um so kleiner, je grösser das Verhältniß
des constanten Capitals zum variablen Capital wird. Oder dieselbe Rate des
Mehrwerths drückt sich in um so kleinerer Profitrate [aus], je grösser das
Verhältniß der Gesammtsumme des vorgeschoßneo Capitals zum variablen
Theil desselben, oder um so grösseren Theil das constante Capital vom

Gesammtcapital bildet. Der Mehrwerth als Profit ausgedrückt ist c ~ v und
diese Grösse um so kleiner, je grösser C und um so verschiedner von~, der
Rate des Mehrwerths. Denn~ erreichte sein Maximum, wenn C = 0, also
Nun aber besteht (sieh Cherbuliez etc) das Entwicklungsgesetz der capitalistischen Production eben darin, daß das capital variable, d. h. der in
Arbeitslohn, gegen lebendige Arbeit ausgelegte Theil des Capitals der
variable Bestandtheil des Capitals beständig fällt im Verhältniß zum
constanten Bestandtheil des Capitals, d. h. zu dem Theil desselben, der in
capital fixe und in dem für Rohmaterial und matieres instrumentales ausgelegten circulating capital besteht. Die ganze Entwicklung des relativen
Mehrwerths, d. h. der Productivkraft der Arbeit, i. e. des Capitals besteht
darin, wie wir gesehn, daß die nothwendige Arbeitszeit, also auch die Totalsumme des gegen Arbeit ausgetauschten Capitals verkürzt wird, dadurch,
daß vermittelst Theilung der Arbeit, Maschinerie etc Cooperation und der
damit bedingten Vermehrung in der Werthmasse und Masse des ausgelegten
constanten Capitals mehr Surplusarbeit producirt wird, während das gegen
Arbeit ausgelegte Capital sich vermindert.
Indem sich also das Verhältniß des variablen Capitals zur Gesammtmasse
des Capitals sich verändert, fällt die Profitrate, d. h. drückt sich das Verhältniß des Mehrwerths zum variablen Theil des Capitals um so kleiner I
II0021 aus, je kleiner das Verhältniß des variablen Capitals zum constanten
Capital.
Wenn z. B. in der Indischen Production das Verhältniß des als Arbeitslohn
ausgelegten Capitals zu dem constanten Capital = 5 : 1, in England = 1 : 5, so
ist klar, daß die Profitrate in Indien viel grösser erscheinen muß, selbst wenn
der wirklich realisirte Mehrwerth viel kleine·r. Nehmen wir sOO. Wenn das
variable Capital = 500/s = 100, der Mehrwerth 40, so die Rate des Mehrwerths
40 p. c., die Rate des Profits nur 10 p. c. Dagegen wenn der variable Thei1400
und die Rate des Mehrwerths nur 20 P, so machte das auf 400 - 80, und auf
500 eine Profitrate von 80: 500, von 8: 50. 8:50 = 16: 100. Also 16 p. c.
(100: 16 = 500: 80 oder 50: 8 = 250:40 oder 25:4 = 125:20. 25 x 20 = 500.
4 x 125 = 500) Obgleich also die Arbeit doppelt so stark in Europa exploitirt
würde, wie in Indien, würde die Profitrate in Indien zu der Profitrate in
35 Europasich verhalten= 16: 10, wie 8: 5, = 1 : 5/ 8• Also wie 1 :0,625. Und zwar
weil in Indien 4/ 5 des Gesammtcapitals gegen lebendige Arbeit ausgetauscht,
in Europa nur 1/s. Erscheint in diesen Ländern, wo die Profitrate hoch, der
wirkliche Reichthum gering, so weil die Productivkraft der Arbeit gering, die
sich eben in dieser hohen Profitrate ausdrückt. 20 p. c. ist 1/s auf die Arbeits-

zeit. Indien könnte daher nur 1/ 5 Bevölkrung ernähren, die nicht direkt in
das Product begriffen; während 40p. c. 2/ 5 also in England doppelt so viel
Bevölkrung leben könnte, ohne zu arbeiten.
Die Tendenz zum Sinken der allgemeinen Profitrate also = der Entwicklung der Productivkraft des Capitals, i. e. dem Steigen des Verhältnisses,
worin sich vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige Arbeit austauscht.
Die Entwicklung der Productivkraft zeigt sich doppelt: In der Grösse der
schon producirten Productivkräfte, dem Werthornfang und Massenumfang
der Productionsbedingungen, unter denen die NeuProduction stattfindet, i. e.
der absoluten Grösse des schon accumulirten produktiven Capitals. Zweitens in der verhältnißmässigen Kleinheit des gegen Arbeitslohn ausgelegten
Capitals gegen das Gesammtcapital, d. h. in der verhältnißmässigen Kleinheit
der lebendigen Arbeit, die zur Reproduction und Ausbeutung eines größren
Capitals - der Massenproduction erheischt ist.
Es unterstellt dieß zugleich Concentration des Capitals in grossen Massen
in wenigen Punkten. Dasselbe Capital ist groß, wenn es in einer Hand vereinigt 1000 Arbeiter beschäftigt, klein wenn es in 500 Hände zersplittert je
zwei Arbeiter beschäftigt.
Daß das V erhältniß des variablen Theils zum constanten oder Gesammtcapital groß, wie z. B. im obigen Beispiel - zeigt, daß alle Mittel zur Ent-
wicklung der Productivität der Arbeit nicht angewandt, in einem Wort die
gesellschaftlichen Kräfte der Arbeit nicht entwickelt sind, mit viel Quantum
Arbeit also wenig producirt \\1003\ wird, während im umgekehrten Fall mit
geringem Quantum (verhältnißmässig) viel producirt wird.
Die Entwicklung des capital fixe (die von selbst Entwicklung des in
Rohmaterial und matieres instrumentales ausgelegten capital circulant mit
sich bringt.) (Sieh Sismondi) ist besondres Symptom der Entwicklung der
capitalistischen Production. Sie schließt direkt verhältnißmässige Abnahme
des variablen Theil des Capitals, d. h. Verringerung der Masse der lebendigen
Arbeit ein. Beides ist identisch. Am auffallendsten dieß in der Agricultur,
wo die Abnahme nicht nur relativ, sondern absolut ist.
(A. Smith's Herunterdrücken der allgemeinen Profitrate durch die Concurrenz- unter der Voraussetzung, daß nur Capitalisten und Arbeiter gegen-
überstehn - oder daß die V ertheilung des Mehrwerths unter verschiedne
Klassen nicht weiter berücksichtigt wird, kömmt darauf hinaus, daß der
Profit sinkt, nicht weil der Arbeitslohn steigt; aber wohl daß der Arbeitslohn
steigt, weil der Profit sinkt, also - dem Resultat nach, dem Fall des Profits
entsprechende Steigerung des Arbeitslohns- dieselbe Auslegungsweise wie
die ganz umgekehrte Ricardos, wo der Profit sinkt, weil sich der Arbeitslohn
vertheuert etc oder wie Carey, weil nicht nur die Productionskosten (der
Tauschwerth), sondern der Gebrauchswerth des Arbeitslohn wächst. Daß

der Profit temporarily sinkt in Folge der Concurrenz unter den Capitalien
- d. h. ihrer Concurrenz in der Nachfrage nach Arbeit- geben alle Oekonomen zu (sieh Ric.) A. Smith's Auslegung, if he did not speak of industrial
profits only, would raise this to a generallaw very Contradietory to the laws
of wage developed by himself.)
Die Entwicklung der Productivkraft zeigt sich doppelt. In der Vermehrung
der Surplusarbeit, i. e. der Abkürzung der nothwendigen Arbeitszeit- und
in der Abnahme des Bestandtheils des Capitals, der mit lebendiger Arbeit
ausgetauscht wird im V erhältniß zur Gesammtmasse des Capitals, i. e. dem
Gesammtwerth des Capitals, der in die Production eingeht. (SiehMehrwerth,
Capital etc) Oder anders ausgedrückt: In der grösseren Exploitation der
.angewandten lebendigen Arbeit (dieß folgt aus der grösseren Masse Gebrauchswerthe, die sie in einer gegebnen Zeit producirt, hinc Abkürzung der
zur Reproduction des Salairs erheischten Zeit, hinc Verlängerung der vom
Capitalist ohne Equivalent augeeigneten Arbeitszeit) und in der Abnahme
der relativen Masse der lebendigen Arbeitszeit, die überhaupt angewandt
wird - d. h. ihrer Masse im V erhältniß zum Capital, das sie in Bewegung
gesetzt. Beide Bewegungen gehn nicht nur [Hand in Hand], sie bedingen sich
wechselseitig und sind nur verschiedne Formen und Phänomene, worin sich
dasselbe Gesetz ausdrückt. lndeß wirken sie in entgegengesetzter Richtung,
so weit die Profitrate in Betracht kommt. Der Profit ist der Mehrwerth auf
das Gesammtcapital bezogen und die Profitrate das V erhältniß dieses
Mehrwerths berechnet nach einem bestimmten Maaßstab des Capitals, z. B.
in Procenten. Der Mehrwerth aber als Gesammtbetrag - ist bestimmt
erstens durch seine Rate, zweitens aber durch die Masse der zu dieser Rate
augewandten gleichzeitigen Arbeit oder was dasselbe die Grösse des variablen Theils des Capitals. Nach der einen Seite steigt die Rate des Mehr-
werths, nach der andren fällt (verhältnißmässig) der factor der Anzahl, womit
diese rate multiplicirt ist. So weit die Entwicklung der Productivkraft den
nothwendigen (bezahlten) Theil der augewandten Arbeit vermindert, steigert
sie den Mehrwerth, weil sie die Rate desselben steigert, oder sie steigert ihn
in Procenten ausgedrückt. So weit sie jedoch die Gesammtmasse der von
einem gegebnen Capital augewandten Arbeit vermindert, vermindert sie den
Factorder Anzahl, womit die Rate des Mehrwerths multiplicirt ist, also seine
35 Masse.
Der Mehrwerth ist bestimmt sowohl durch die Rate, worin sich die Surplusarbeit zur nothwendigen verhält als durch die Masse der augewandten
Arbeitstage. Letztere - oder der variable Theil des Capitals - vermindert
sich aber im V erhältniß zum ausgelegten Capital mit der Entwicklung der
Productivkräfte.
Wenn C = 500, c = 100, v = 400, M = 60, ~ = 400 = 15 p. c., so Pro-

fitrate = 60/soo = 12 p. c. \\1004\ Wennfernere = 500,c = 400, v = lOO,M = 30,
~ = 1~~ = 30/ too = 30 p. c., so Profitrate = 30/soo = 6 p. c. Die Rate des Mehrwerths verdoppelt, die Profitrate um die Hälfte gefallen. Die Rate des
Mehrwerths drückt exact die Rate aus, worin die Arbeit exploitirt wird,
während die Profitrate die verhältnißmässige Masse ausdrückt worin lebendige Arbeit zu einer gegebenen Rate der Exploitation vom Capital angewandt
wird, oder das Verhältniß des in Arbeitslohn ausgelegten Capitals, des
variablen Capitals zur Gesammtsumme des vorgeschoßneu Capitals.
Wenn C = 500, c = 400, v = 100, so müßte, damit die Profitrate = 12% oder
der Profit= 60, Mehrwerth sein 60, ~ = _i2 = 60 p. c.
Damit die Rate des Profits dieselbe bleibe, müßte die Rate des Mehrwerths
(oder die Rate, worin die Arbeit exploitirt wird) im seihen Verhältniß
wachsen, als die Grösse des in Arbeit ausgelegten Capitals, wie die des
variablen Capitals verhältnißmässig fällt oder die des constanten Capitals
verhältnißmässig wächst. Aus einem einzigen Umstand ergiebt sich schon
schlagend, daß dieß nur bis zu gewissen Grenzen möglich ist und vielmehr
umgekehrt die Tendenz des Falls des Profits - oder der verhältnißmässige
Fall der Summe des Mehrwerths Hand in Hand mit dem Wachsen der Rate
des Mehrwerths- vorherrschen muß, wie die Erfahrung dieß auch bestätigt.
Der Theil des Werths, den das Capital neu reproducirt und producirt ist = der
von ihm in seinem Product direkt absorbirten lebendigen Arbeitszeit. Der
eine Theil dieser Arbeitszeit ersetzt die im Arbeitslohn vergegenständlichte
Arbeitszeit, der andre ist der unbezahlte U eberschuß darüber, Surplusarbeitszeit Aber beide zusammen, bilden das Ganze des producirten
Werths und nur ein Theil dieser augewandten Arbeit bildet den Mehrwerth.
Ist der Normaltag = 12 Stunden, so können 2 Arbeiter, die einfache Arbeit
verrichten, nie mehr als 24 Stunden zusetzen (und Arbeiter die höhre Arbeit
verrichten nie mehr als 24 St. x mit dem Faktor, der das Verhältniß ihres
Arbeitstags zum einfachen Arbeitstag ausdrückt.), VOI). welchen 24 St. ein
bestimmter Theil ihr Salair ersetzt. Der Mehrwerth, den sie produciren, kann
unter allen Umständen nur ein aliquoter Theil von 24 St. sein. Wenn statt
24 Arbeitern nur 2 auf ein gegebnes Quantum Capital beschäftigt werden (im
Verhältniß zu einem gegebnen Maaßstab des Capitals), oder in der neuen
Productionsweise 2 Arbeiter nöthig sind, wo 24 in der al_ten, im V erhältniß
zu einem gegebnen Quantum Capital, so kann, wenn die Surplusarbeit in der
alten Productionsweise = 1 I 12 des Gesammtarbeitstags, oder = 1 Stunde
keine Erhöhung der Productivkraft bewirken - wie sie auch die Rate der
Surplusarbeitszeit steigre - daß die 2 Arbeiter dieselbe Masse des Mehrwerths liefern als die 24 in der alten Productionsweise. Betrachtet man die

Entwicklung der Productivkraft und das verhältnißmässig nicht so starke
Fallen der Profitrate, so muß die Exploitation der Arbeit sehr zugenommen
haben und was zu verwundern, ist nicht, daß die Profitrate gefallen, sondern
daß sie nicht in stärkerem Maasse gefallen. Dieß erklärt sich theils aus
5 Gründen, die in der Concurrenz der Capitalien zu betrachten, theils im
Allgemeinen daraus, daß bisher die ungeheure Vermehrung der Productivkraft in einigen Zweigen durch viel langsamere Entwicklung derselben in
andern Zweigen paralysirt oder beschränkt war, also das allgemeine Verhältniß des variablen Capitals zum constanten - das Gesammtcapital der
Gesellschaft betrachtet- nicht in dem Verhältniß gefallen ist, wie es [in] die
Augen schlägt in einigen hervorragenden Productionssphären.
Allgemein also: Das Fallen der Rate des Durchschnittsprofits drückt aus:
Vermehrung der Productivkraft der Arbeit oder des Capitals, und damit,
einerseits erhöhte Exploitation der angewandten lebendigen Arbeit und
[andrerseits] relativ verminderte Masse der zu erhöhter Rate der Exploitation, auf einen bestimmten Betrag des Capitals berechnet, angewandten
lebendigen Arbeit.
Aus diesem Gesetz folgt nun nicht von selbst, daß die Accumulation des
Capitals abnehme oder daß die absolute Masse des Profits (also auch die
absolute, nicht relative Masse des Mehrwerths, der sich im Profit darstellt)
falle.\
\1005\ Bleiben wir beim obigen Beispiel. Wenn das constante Capital nur
1/ 5 des.Gesammtcapitals, das vorgeschossen ist, so drückt dieß niedre Stufe
der Entwicklung der Productivkraft aus, bescmänkte Stufenleiter der Production, kleiner zersplitterter Capitalien. Ein solches Capital von 500, mit
15 p. c. Mehrwerth (das variable Capital zu 400) giebt Summe von 60 Profit.
Das umgekehrte Verhältniß drückt grosse Stufenleiter, Entwicklung der
Productivkraft, Cooperation, Theilung der Arbeit und grosse Anwendung
von capital fixe [aus]. Nehmen wir also an ein solches Capital sei von 20 x
30 größrem Umfang, so geben 500 x 20 = 10000, so 6p. c. Profit zu 10000 (oder
Mehrwerth von 30 p. c., wenn das variable Capital = 2000,) 600. Ein Capital
von 10 000 accumulirt daher rascher mit 6 p. c., wie ein Capital von 500 mit
12. Das eine realisirt Arbeitszeit= 400, das andre = 2000, also 5 x so viel
absolute Masse von Arbeitszeit, obgleich es verhältnißmässig zu seiner
35 Grösse, oder auf eine gegebne Summe von Capital, 100 z. B., viermal weniger
anwendet. (Sieh das Beispiel von Ricardo.)
Wir sehn hier, wie in der ganzen Darstellung ganz vom Gebrauchswerth
ab. Bei der grösseren Productivität des Capitals versteht es sich von selbst,
daß derselbe Werth auf der productivren Stufenleiter viel grössere Massen
40 von Gebrauchswertben darstellt, als auf der minder productiven, daher auch
den Stoff zu viel rascherer Progressionsrate der Bevölkerung und damit der
Arbeitskräfte liefert. (Siehe Iones)

Mit diesem Fallen der Profitrate wächst das Minimum des Capitals,- oder
die erheischte Höhe der Concentration der Productionsmittel in der Hand
der Capitalisten das überhaupt erheischt ist, um die Arbeit productiv
anzuwenden, sowohl sie zu exploitiren, als nur die zur Darstellung eines
Products gesellschaftlich erheischte nothwendige Arbeitszeit anzuwenden.
Und gleichzeitig wächst die Accumulation, d. h. die Concentration, indem
grosses Capital bei kleiner Profitrate rascher accumulirt, als kleines bei
grosser Profitrate. Dieße wachsende Concentration führt ihrerseits wieder
auf einer gewissen Höhe neues Fallen der Profitrate herbei. Die Masse
der kleinrenzersplitterten Capitalien daher Abenteuer lustig. Hinc Crisis. Die
s. g. Piethora des Capitals bezieht sich immer nur auf die Piethora von
Capital, für das der Fall der Profitrate nicht durch seine Masse aufgewogen
wird. (Sieh Fullarton.)
Der Profit ist aber die treibende agency in der capitalistischen Production
und es wird nur producirt, was und soweit es mit Profit producirt werden
kann. Daher die Angst der englischen Oekonomen über die Abnahme der
Profitrate.
Ricardo hat schon bemerkt, daß das Zunehmen der Masse des Profits bei
abnehmender Profitrate nicht absolut ist, sondern möglicherweise trotz des
Wachstbums des Capitals die Masse des Profits selbst sinken kann. Sonderbarer Weise hat er dieß nicht allgemein gefaßt, sondern giebt nur ein Bei-
spiel. Dennoch ist die Sache sehr einfach.
500 zu 20 p. c. giebt 100 Profit.
50000 zu 10 p. c. giebt 5000 Profit; aber 5000 zu 2 p. c. würde nur
100 Profit, nicht mehr als 500 zu 20 und würde zu 1 p. c. nur 50 profit geben,
also nur halb so viel wie 500 zu 20. Allgemein: Solange die Profitrate langsamer sinkt als das Capital wächst, wächst die Masse des Profits und daher
die Rate der Accumulation, obgleich der relative Profit abnimmt. Fiele der
Profit im selben Maasse, wie das Capital wächst, so bliebe trotz dem
Wachsen des Capitals die Profitmasse dieselbe, also auch die Rate der
Accumulation, die sie bei kleinerem Capital mit grösserer Profitrate war.
Endlich, fiele die Profitrate in größrem Verhältniß als das Capital wächst,
so würde mit der Profitrate auch die Profitmasse und damit die Rate der
Accumulation fallen und tiefer stehn, als bei kleinerem Capital und entsprechender unentwickelterer Productionsstufe mit grösserer Profitrate.l
110061 (Wir betrachten den Gebrauchswerth nirgends, ausser so weit er
die Productionskosten des Arbeitsvermögens bestimmt oder die Natur des
Capitals, wie bei capital fixe, - weil wir das Capital im Allgemeinen betrachten, nicht die wirkliche Bewegung der Capitalien oder die Concurrenz.
Aber das kann hier beiläufig gesagt werden, daß diese Production auf
grosser Stufenleiter mit erhöhter Mehrwerthsrate und verminderter Profit-

rate - eine ungeheure Production, also Consumtion von Gebrauchswertben
voraussezt und daher periodisch immer zur U eberproduction führt, die
durch erweiterte Märkte periodisch aufgelöst wird. Nicht weil es an Nachfrage fehlte, sondern an Zahlungsfähigen. Denn derselbe Proceß sezt
5 Proletariat auf stets grösserer Stufenleiter voraus, beschränkt also bedeutend und progressiv die über die nothwendigen Lebensmittel hinaus-
gehende Nachfrage, während er beständige Erweiterung des Kreises der
Nachfrage gleichzeitig bedingt. Maltbus richtig, daß die Nachfrage des
Arbeiters dem Capitalisten nie genügen kann. Sein Profit besteht eben
in dem Ueberschuß der Zufuhr des Arbeiters über seine Nachfrage. Jeder
Capitalist begreift das auch für seine eignen Arbeiter, nur nicht für fremde,
die seine Waaren kaufen. Auswärtiger Handel, Luxusproduction, Staatsverschwendung (Wachsen der Staatsausgaben etc) -
massenhafte Verausgabung in Capital fixe etc hemmen diesen Process. (Daher von Malthus,
Chalmers etc Sinecuren, Verschwendung des Staats und der unproductiven
Klassen empfohlen als Nostrum) Sonderbar bleibt es, daß dieselben
Oekonomen die periodische Ueberproduction von Capital (periodische
Piethora des Capitals ist von allen modernen Oekonomen zugegeben)
zugeben und die periodische Ueberproduction von Waaren Iäugnen. Als ob
die einfachste Analyse nicht zeigen müßte, daß beide Phänomene dieselbe
Antinomie nur in verschiedner Form ausdrücken.)
Daß diese blose Möglichkeit Ricardo (Malthus und die Ricardians ditto)
beunruhigt, zeigt grade sein tiefes V erständniß der Bedingungen der capitalistischen Production. Was ihm vorgeworfen wird, daß er um "die Men-
sehen" unbekümmert, bei Betrachtung der capitalistischen Production nur
die Entwicklung der Productivkräfte - mit welchen Opfern immer erkauft
- ohne sich um Distribution und daher Consumtion zu kümmern - im Auge
hat, ist grade das Grosse an ihm. Die Entwicklung der Productivkräfte der
gesellschaftlichen Arbeit ist die h i s t o r i s c h e Aufgabe und Berechtigung
30 des Capitals. Eben damit schafft es unbewußt die materiellen Bedingungen
einer höheren Productionsweise. Was Ricardo hier unbehagt, daß der Profit
der stimulus der capitalistischen Production und die Bedingung der
Accumulation, wie der Trieb zu derselben - durch das Entwicklungsgesetz
der Production selbst gefährdet wird. Und das quantitative V erhältniß ist hier
35 alles.
Es liegt hier in der That ein Tiefres zu Grunde, was er nur ahnt. Es zeigt
sich hier in rein ökonomischer Weise, vom Standpunkt der capitalistischen
Production selbst aus, ihre Schranke - ihre Relativität, daß sie keine absolute, sondern nur eine historische und einer gewissen beschränkten Ent-
40 Wicklungsepoche den materiellen Productionsbedingungen entsprechende
Productionsweise ist.

Um diese wichtige Frage zum entscheidenden Schluß zu bringen, vorher
zu untersuchen:
I) woher kommt es, daß mit Entwicklung des capital fixe, der Maschinerie
etc, die Sucht nach Ueberarbeit, Verlängerung des normalen Arbeitstags,
kurz mit einem Wahn, nach absoluter Surplusarbeit wächst, grade mit der
Productionsweise, worin die relative Surplusarbeit geschaffen wird?
2) Wie erscheint in der capitalistischen Production der Profit- vom Standpunkt des einzelnen Capitals aus etc - als nothwendige Productionsbedin-
gung, also zu den absoluten Productionskosten der capitalistischen Production gehörig?
Nehmen wir den Mehrwerth, so ist seine Rate um so grösser, je kleiner
das variable Capital ist, und um so kleiner je grösser das variable Capital ist
im Verhältniß zu ihm. ~ wächst oder fällt umgekehrt wie v wächst oder fällt.
Wäre v = 0, so wäre dieß das Maximum, denn es wäre gar keine Capitalauslage für Arbeitslohn nöthig, gar keine Arbeit zu zahlen, um unbezahlte Arbeit
anzueignen. Umgekehrt: der Ausdruck
oder die Profitrate wäre Maximum, wenn c = 0, d. h. wenn die Profitrate = der Rate des \\1007\ Mehr-
werths, gar kein constantes Capital c auszulegen wäre, um das Capital v in
Arbeitslohn auszulegen und daher in Surplusarbeit zu realisiren. Der
Ausdruck
wächst und steigt· also, ~mgekehrt wie c wächst oder fällt,
also auch gegen v wächst oder fällt.
Die Rate des Mehrwerths um so grösser, je kleiner das variable Capital
im V erhältniß zum Mehrwerth. Die Rate des Profits um so grösser, je grösser
das variable Capital im Verhältniß zum Gesammtcapital und dieß Verhältniß
um so grösser je kleiner das constante Capital im Verhältniß zum Gesammtcapital, also auch in dem V erhältniß, worin es einen kleineren Theil des
Gesammtcapitals bildet als das variable Capital. Aber das variable Capital
seinerseits um so kleiner im Verhältniß zum Gesammtcapital, je grösser das
Verhältniß des Gesammtcapitals und daher des constanten Capital zum
variablen Capital.
Ist m =50, v = 500, c = 100. So m = 50/'ioo = 5/'io = 1/10 = 10 p. c.
Und Pp. (Profitrate) = 'i0hoo = 5ho = 1/12 = 81/3 p. c.
Also~ um so grösser, je kleiner v,
um so grösser, sobald m gegeben,
um so größer v und so kleiner c, aber ~ wächst wenn c wächst. Würde nun
b ld
.. h t
aus --; = --;• so a
c x wac s , so ware 3 c + v , so ver 1e t s1c
v ursprünglich
zu c = v :v + ·c
jezt = v : v + 3 c

v= c-v und v=~
v+3c
v= 1+3c
Würde m in dem Maasse grösser als v, wenn c wächst oder v wird als c + v,
also die Rate des Mehrwerths durch größre Anwendung von Capital constant
in demselben Maaß wachsen, wie das V erhältniß des variablen Capitals zum
Gesammtcapital abnimmt, so bliebe die Profitrate unverändert.
I' h h
rsprung IC
atten wrr c + v = p. ezt ha en wir 3 c + v = p'.
Fragt sich erst um wie viel 3 m+
m+ .
~-~= m(3c+v)-m(c+v)
3c+v
(c+v)(3c+v)
_m(3c+v-c+v)_
m(2c)
(c + v)(3c + v)
(c + v)(1 c + v)
\1008\ Mehrwerth sei = 120. Capital variabel = 600. In diesem Fall m'
oder Mehrwertbrate = 120hoo = 20 p. c. Wäre das constante Capital = 200, so
p = 120/ 800 = 12/ 80 = 3/ 20 = 15 p. c. Verdreifachte sich nun das constante Capital
von 200 auf 600 und bliebe alles andre unverändert, so nach wie vor
m' = 20 p. c., aber p' nun= 120/12oo = 12/120 = 6/6o = 3/3o = 1/w = 10p.c. Die Profitrate wäre gefallen von 15 auf 10, um 1/ 3 ; das constante Capital hätte sich
verdreifacht. Das variable Capital war früher ·600/ 800 = 6/ 8 = 3/ 4 des Gesammtcapitals, es ist jezt 600/ 12oo nur noch 1/ 2 oder 2/ 4, ist also um 2/3 kleiner ge-
worden.
Wäre aber durch die Verdreifachung des constanten Capitals der Mehrwerth um das Dreifache gewachsen, also von 120 auf 120 · 3 = 360. So m'
nun= 360/600 = 36/6o = 6/w= 3/s = 60p.c. p'aberwäre= 360/12oo = 36/120 = 6/2o = 3/w
Aber da das variable Capital gegen das Gesammtcapital jezt = 600: 1200,
früher wie 600:800 jezt 1/ 2 desselben, früher 6/ 8 oder 3/4, so ist es gefallen./
\1009\ m = 120, v = 600, c = 200. m' = 120hoo = 20p. c., p = 120/soo = 15 p. c.
15: 10 = 3: 2 = 1: 2/ 3• Also p gefallen um 1/ 3, c gestiegen um 3 x, Gesammtcapital gewachsen von 800 auf 1200, um 1/ 2 ; endlich v ursprünglich zu
c = 600: 200 = 3 x 200 = 3 c jezt = v. Also v um das 3fache gefallen gegen c.
Endlich v früher zu c = 600:800 = 6:8 = 3:4 = 3/4 c. Jezt wie 600: 1200 =
6: 12 = 2: 4; = 1/ 2 oder 2/ 4 c. Also um 1/ 4 zu c gefallen.
Damit die Profitrate dieselben 15 p. c. bliebe, müßte der Mehrwerth von
120 auf 180 steigen, also um 60 wachsen (aber 60: 120 = 1: 2) also um die
Hälfte wachsen. Ferner m' von 120/ 600 oder 20 p. c.,auf 180/6oo oder auf 30 p. c.,
von 20 auf 30 sind wieder um 50E.

In demselben Verhältniß wie das Gesammtcapital gewachsen von 800 auf
1200, d. h. um 50 p. c. mußte der Mehrwerth wachsen von 20 auf 30 p. c.
Ursprünglich v vom Gesammtcapital 314 , jezt 214• Nun ist aber 314 C · 20 so viel
wie 2I4 C · 30, nähmlich 60c. (= 15 p.c.)
(Es versteht sich, daß das variable Capital absolut beständig wachsen
kann, also die absolute Zahl der Arbeiter, obgleich sie verhältnißmässig zum
Gesammtcapital und zum Capital fixe beständig abnimmt. Daher der alberne
Streit, ob die Maschinerie die Zahl der Arbeiter verminderte. Sie vermindre
sie fast immer stets bei ihrer Einführung, nicht in dem Kreis, worin sie selbst
eingeführt worden, sondern durch Unte~drückung der Arbeiter, die dieselbe
Industrie auf der früheren Productionsstufe treiben. Z. B. die Maschinenspinner die Handspinner, die Maschinenweber die Handweber etc.
In dem Industriezweig aber, der die Maschinerie anwendet, kann die Zahl
der Arbeiter (obgleich hier viel Vertreibung von Männern 4urch women und
young persons) absolut beständig wachsen, obgleich sie relativ abnimmt.)/
\[995]\ Stellen wir erst die facts zusammen.
C = v + c. m = Mehrwerth. m' = Rate des Mehrwerths. p' = Profitrate.
m' =~. p' =~oder~.
C = 800. c = 200. v = 600. m = 120. In diesem Falle c = 1 I 4 C (800 I 4 = 200) und
v = 3I4 C(= l2_ = xx); m' = 1201600 = 20 [p. c.]. Wächst c von 200 auf600, um
das Dreifache, so steigt C von 800 auf 1200, i. e. 50 p. c.
Da c = 1 I 4 C, so seine Verdreifachung macht es wachsen von 1 I 4 auf 3 I 4
(um 2/4). Das Gesammtcapital nun= e/4 C + 3/4 C) = tl/4 C. Also gestiegen um
[ ... ]ursprünglich also= 3/4C (= 600), so würde seine Verdreifachung es von
3/ 4 auf 9/ 4 bringen, von 600 auf 1800, und das Gesammtcapital auf 2000 ([ ... ]
c ~xxxC [ ... ]über das Originalcapital hinaus~ C = 1200 (1200 + 800 = 2000)
Wie weit also das Gesammtcapital [ ... ]wird xxxx Wachsthum von c, hängt
von dem ursprünglichen Verhältniß von c : C ab, das sich gänzlich als bestimmtes Verhältniß von c: v darstell[t ... ] von C. Je grösser also schon
das Verhältniß von c: v oder von c: C (c + v), um so mehr wächst die
Gesammtsumme C durch-[ ... um so] mehr fällt die Profitrate und um so
grösseres Wachsen der Rate des Mehrwerths wäre erheischt, damit die
Profitrate dieselbe bleibe. D[ ... ]g das Wachsthum des Gesammtcapitals,
wenn die Rate des Mehrwerths gegeben ist.
Im Fall nun C von 800 auf 1200 wächst, c von 200 auf 600, verdreifacht sich
das constante Capital und wächst das Gesammtcapital um[ ... ] um 50p. c.
In diesem Fall nun Mehrwertbrate oder m' nach wie vor 20p. c. und

m = 120. Aber p = 120/ 12oo = 10 p. c. Mehrwerthund Rate des Mehrwerths [ ... ]
gefallen von 15 auf 10, d. h. um 1/ 3 oder 33 1/ 3 p. c. Woher diese Differenz, daß
die Profitrate um 331/3 p. c. sinkt [ ... ] 50 p. c. wächst? Weil sich das Verhältniß der Profitrate umgekehrt wie das der beiden verglichnen Capitalien
ausdrückt.[ ... ] oder 1200. Dieß Wachsthum ist von 800: 1200 = 2: 3, also von
2 : 2 + 1 oder um 50 p. c. Das Fallen der Profitrate drückt sich umgekehrt aus,
als Fallend. [ ... ]von 120/soo auf 120/ 12oo oder
: 120/ 1200 = 3: 2; also als Fallen
von 1/ 3 oder 33 1/3 p. c.
Das Fallen der Profitrate hängt also direkt vom Wachsthum des Gesammtcapitals ab, bei gleichbleibendem variablen Capital; ihr Fallen drückt
sich in der umgekehrten Rate aus, wie das Wachsthum des Capitals. Wächst
dieß von 2:3, so fällt die Profitrate von 3:2. Ferner das Wachsen des
Gesammtcapital bei gleichbleibendem variablem Capital kann nur herrühren
vom Wachsen des Capital constant. In welchem Verhältniß aber ein bestimmtes Wachsen des constanten Capitals das Gesammtcapital wachsen
macht, hängt vom ursprünglichen Verhältniß von c: C ab. Dieß umgekehrte
Verhältniß erklärt zum Theil, warum die Profitrate nicht in derselben
Proportion fällt, wie das Capital wächst, selbst wenn die Mehrrate dieselbe
bleibt. Wenn 2 auf 4 wächst, so ist das ein Wachsthum von 100 p. c. Wenn
4 auf 2 fällt, so ist das ein Fall von 50 p. c.
b) Sollte im oben angegebnen Fall II die Profitrate dieselbe bleiben, so
müßte der Profit, also der Mehrwerth steigen von 120 auf 180, d. h. um 60
oder 1/ 2 120, um die Hälfte seiner ursprünglichen Grösse. Der Mehrwerth
müßte also direkt in demselben Verhältniß wachsen, wie das Gesammtcapital
um 50 p. c., also in größrem Verhältniß steigen, als die Profitrate fällt, bei
gleichbleibendem Mehrwerth.
Wäre c auf 1200 statt auf 600 gestiegen, so das Gesammtcapital auf 1800,
denn C gestiegen um 1000, also um 125 p. c. [ ... ]dieselbe bleiben, müßte die
Summe des Mehrwerths = der des Profits steigen auf 270. Aber 270: 120 muß
ein Wachsthum von 150 [ ... ]oder um 125 p. c. auf 120. 120 auf 120 ist 100 p. c.
und 30 auf 120 ist 1/4 oder 25 p. c. (4 x 30 = 120) [ ... ] p. c.)
c) In diesem Falle (b) wie wäre m' oder der Mehrwerth gestiegen?
Sie war ursprünglich 120/6oo = 20 p. c. oder 1/ 5 des capital variabel. Wenn das
Capital auf 1200 wächst oder c sich verdreifacht, 180/tioo oder 30 p. c. oder[ ... ]
Im dritten case, wenn das Capital auf 1800 wächst 270/6oo = 9/ 2o das caphal
variabel, = 45 p. c. In [diesem Falle die Rate des] Mehrwerths gestiegen von
20 auf 30, d. h. um 50 p. c., ganz wie das Gesammtcapital in diesem Falle
gewachsen und der absolute Mehrwerth oder [ ... ] Falle von 20 auf 45; d. h.
um 25; 20: 25 ist aber= 11/ 4 (20 + 1/ 4 20 oder 5) also 125 p. c. (Dieses P[ ... ] nur
auf das Wachsthum des Increments, nicht das Verhältniß der Zahlen als
solcher zu einander) Die Rate des Mehrwerths müßte also unmittelbar

[wachsen wie das] Gesammtcapital wächst oder in demselben Verhältniß,
wie der absolute Mehrwerth wachsen müßte, damit die Profitrate bei
wachsendem [ ... ]unverändert bleibe.
Im ersten
Fall betrug das variable Capital
Im zweiten ,.
Im dritten "
xxxxxx
das variable "
600 vom Gesammtcapital
das constante Capital
1800=liJ
so mußte der Mehrwerth oder Profit wachsen auf 540; die Rate des Mehrwerths = 540 I 600, 9 I 10 oder 90 p. c. 90 p. c. gegen 20 [ ... ] von 70. 70 aber zu 20
wären 350p. c. Der Zuwachs des Capitals wäre 3600- 800 = 2800, ditto
[350 %.] In diesem Fall wäre die Rate der Surplusarbeit = 9/ 10 des Gesammtarbeitstags, also bei I 0 Stunden Arbeit 9 Stunden.
[ ... ] JJ[996JJ [ ... ]te, obgleich ganz dem Wachsthum des Gesammtcapitals
bei gleichbleibendem Capital variabel entsprechend, nun in demselben
Werthausdruck wie das Capital [ ... ]rate des Steigens und des Fallens umgekehrt ausdrücken. Wenn das Capital von 2 zu 4 steigt, fällt die Profitrate
von 4:2. Das andre steigt um IOOp. c., d. [ ... ]
[ ... ] und die Rate des Mehrwerths, die bei gleichbleibendem Capital
variabel identisches V erhältniß, nicht wie das Capital wächst oder das
Capital variabel [ ... Ge]sammtcapital. Es findet durchaus kein rationeller
Grund statt, daß das Steigen der Productivkraft exact dasselbe numerische
Verhältniß befolgen soll. Es[ ... ]ß des relativen Mehrwerth wächst und sein
Wachsen sich ausdrückt im Verhältniß der Abnahme des variablen Capital
[ ... ]al, aber nicht dieß in demselben Verhältniß wie dieß Verhältniß abnimmt.
Die Productivkraft, also die Surplusarbeit wächst. Erstens liegt hier [ ... ] d.
Sache. Mann mag so viel produciren an Gebrauchswerth, wie 90. Es wird
an Werth täglich nie mehr als durchschnittlich 12 Stunden, wie dieß [ ... ]e
Mehrwerth nie mehr als 12 Stunden- x, wo x die zu seiner eignen Production
nothwendige Arbeitszeit ausdrückt. Der Mehrwerth, [ ... ] die Arbeitszeit, die
er selbst arbeitet nicht durch die Arbeitstage, die er ersetzt. Wenn 90 Mann
täglich nur 1/ 2 Stunde Surpluszeit gearbeitet, so wären [ ... ] Stunden. Wenn
der eine Mann nur eine Stunde brauchte nothwendige Arbeitszeit, würde er
nie mehr als 11 Stunden Mehrwerth [ ... Pro ]ceß ist doppelt. Er erhöht die
Surplusarbeitszeit des Arbeitstags, aber auch vermindert die numerischen
Coefficienten dieser Arbeitstage, [ ... ] Capital. Zweitens: Die Entwicklung
der Productivkraft ist nicht gleichmässig; gewisse Industriezweige mögen
selbst unproductiver [ ... ]te aber bestimmt durch die allgemeine Productivität des Capitals.
[ ... ]al erstens bei gleichbleibender Productionsstufe, ohne grosse Revolutionen in der Productivkraft, im Verhältniß zu seinem schon bestehenden
[ ... ] ergiebt nur 2 Gesammtcapital, während 1000 zu 10p. c. 1100 giebt.

c. 1100 prod[ ... ] [Bei]spiel ~on 800, v = 600, c = 200, und Mehrwerth = 160
oder Profitrate gleich 20 p. c. so gäbe ein Capital von 100000, [ ... ] d. variabel
statt 3/4 nur 1h, C/4 = 18/24 und 1h = 4/24) also 14/24 oder 7/12 weniger verhältnißmässig Capital variabel anwendet, zu [ ... ] so p. c. immer noch 5000. Sein
variables Capital und die von ihm angewandte lebendige Arbeit wäre der
Summe nach immer 166661/6, also[ ... ] immer noch beinahe 28mal grösser
als das im ersten Fall angewandte. Aber Profitrate, weil Mehrwertbrate
bestimmt durch das V erhältniß vom Capital variable zum Gesammtcapital.
Zu ·einfachem Zins werden 100 0001. dabei in 20 Jahren zu 200 000 an-
10 gewachsen, während 800 bei 20 p. c. in 20J. nur Accumulation von 3200.
( 160 x 20) In den zweiten 20 J. 200 000 zu 5 p. c. gewachsen, 400 000. Dagegen
das andre Capital zu 20 p. c. nur zu 12.800.
In der Regel (über die Ausnahme: Intensifikation der Arbeit und daher in
der That Vermehrung der Arbeit durch die Maschinerie sieh unter Mehrwerth.) schafft Maschinerie nur relativen Surpluswerth durch Abkür-
zung der nothwendigen Arbeitszeit und daher durch Verlängerung der
Surplusarbeitszeit .. Dieß Resultat ist hervorgebracht durch Verwohlfeilerung der in den Consum des Arbeiters direkt oder indirekt eingehenden
Waaren.
Der Mehrwerth wird durch zwei Faktoren gebildet. Erstens die tägliche
Surplusarbeit, des einzelnen Arbeiters. Diese bestimmt die Rate des Mehrwerths, also auch das Verhältniß worin sich das variable Capital durch
Austausch mit lebendiger Arbeit vermehrt. Zweitens die Anzahl der gleichzeitig vom Capital exploitirten Arbeiter oder der Anzahl der gleichzeitigen
Arbeitstage.
Ist die Rate des Mehrwerths gegeben, so hängt die Grösse des Mehrwerths
-·der Mehrwerth selbst als selbstständige Grösse von der Anzahl der
beschäftigten Arbeiter ab. Ist diese[ ... ]en Arbeitstage gegeben, so hängt die
Grösse des Mehrwerths von seiner Rate ab.
[ ... ] nun offenbar die Tendenz in entgegengesetzter Richtung auf die
beiden Faktoren des Mehrwerths zu wirken. Sie vermehrt die Rate
[ ... ve1]mindert die Anzahl der Arbeiter (relativ jedenfalls; mit Bezug auf
bestimmten Maaßstab des Capital z. B. Per Cent.), deren Arbeits[ ... ver]grösserten Rate exploitirt wird.
[ ... ] lieferten jeder täglich 1 Stunde Surplusarbeit. Durch Anwendung der
Maschinerie sollen 6 Arbeiter jeder täglich 2 Stunden Surplus [ ... ]sem Falle
liefern 6 Arbeiter 12 Stunden Surplusarbeit, ganz wie bisher 12. Die Zeit,
welche die 12 Arbeiter täglich [ ... ] [Norm]alarbeitstag zu 12 Stunden geschätzt, als ein Gesammtarbeitstag von 144 Stunden betrachtet werden, von

denen [132 Stunden nothwendige Arbeits]zeit, 12 Surplusarbeitszeit. In dem
zweiten Fall besteht der Gesammtarbeitstag aus 72 St., wovon 60 nothwendige Arbeitszeit, [12 Surplusarbeitszeit.] Da nun ein Gesammtarbeits-
tag von 72 St. so viel Surplusarbeit enthält, wie der von 144 St., erscheint
in den leztern [ ... ]los, überflüssig für Production von 12 Stunden Surpluswerth. Sie werden daher durch Anwendung der Maschinerie unter-
drückt.
[ ... ] - der allem Wachsthum des relativen Mehrwerths zu Grund liegt-.
Verlängerung der Surplusarbeitszeit durch [ ... ]gen Arbeitszeit; ein Proceß
der jedoch früher nur in Bezug auf den Arbeitstag des einzelnen Arbeiters
angewandt, wird jezt angewandt[ ... ]saus der Summe der Arbeitstage der
gleichzeitig beschäftigten Arbeiter zusammengesetzt. Das Retranchement
nimmt jezt, [ ... ]. Im ersten Fall bleibt die Summe der Arbeitsstunden
dieselbe. Blos ihre Vertheilung zwischen nothwendiger und Surplusarbeit,
zwischen d. [ ... ]en wird alterirt. Jezt aber wird nicht nur die Vertheilung,
sondern die Summe der angewandten Arbeitszeit verändert.
[ ... ] Gesammtarbeitstag von 144 Stunden z. B., der nicht länger, seit
Anwendung der Maschinerie, nöthig ist, um 12 Stunden Surplusarbeit [ ... ]
überflüssige, nutzlose Arbeit beseitigt. Vom capitalistischen Standpunkt
jede Arbeit nutzlos, d. h. unproductiv, die nicht [ ... ] nothwendig, die also
zur blosen Reproduction des Arbeiters selbst erheischt wäre. Im obigen
Beispiel 72 [ ... ]t, d. h. 6 Arbeitstage. D. h. 6 Arbeiter von den 12 werden
entlassen. Im ersten Fall bleibt die Grösse d. [ ... ] ihm enthaltnen Stunden)
dieselbe. Nur die Vertheilung ändert sich. Im zweiten Fall ändert sich die
Grösse- die Summe [ ... ] Vertheilung derselben. Im ersten Fall bleibt also
der Werthderselbe, bei wachsendem Mehrwerth. Im zweiten Fall[ ... ] zugleich
d. in dem Product vergegenständlichten Arbeitszeit, xx während sich der
Mehr[ werth] vermehrt.
[ ... ]der einfachen Cooperation und der Theil[ung der Arb]eit statt. Dieses
wie bei d. M[ ... ] Verhältnißmässig zum Product [ ... ] die Grösse der Arbeiter
vermindert [ ... ] Arbeiter [ ... ] Capital C[ ... con]stant [ ... ] 11[997]1, bei der
Maschinerie, findet absolute Verminderung (mit Bezug auf ein bestimmtes
Capital) statt. In gewissen Industriezweigen, der Agricultur [ ... ] Vermindrung auch stets voran, ohne wie in andern Zweigen der Industrie to be
checked by the circumstance that at the new rate [ ... ] old number of
labourers may be successively absorbed, but even an absolute greater
although relatively much smaller x[ ... ]
Wie nun die Profitrate alterirt wird selbst im oben betrachteten Fall, wo
die Rate des Mehrwerths in demselben (oder[ ... ] wächst, als die Anzahl der
Arbeiter abnimmt, also der Fall in dem einen Faktor durch das Wachsen in
dem andern compensirt d. mehr[ ... ] wird- also die Grösse des Mehrwerths

unverändert bleibt oder noch wächst - hängt von der Proportion ab, worin
[ ... ] ist von einem change in den Bestandtheilen des Gesammtcapitals oder
von der Proportion, worin dieser change vorgeht. [ ... ]Der Mehrwerth, den
das Capital macht, kann nie herrühren aus der Zahl der Arbeiter, die es
5 exploitirt, nie aus der Zahl der Arbeiter, die [ ... ] Gesellschaft - alias die
Gesammtklasse der Capitalisten - afficirt wird durch das Freiwerden der
von ihm entlaßnen Arbeiter, [ ... ]
Es versteht sich nun als allgemeines Gesetz ganz von selbst, daß im
Fortschritt der Anwendung der Maschinerie, die Grösse [ ... ] bleiben,
sondern sinken muß; d. h. daß die Abnahme in der Anzahl d. (im Verhältniß
zu einem bestimmten Maaßstab des Capitals) [ ... ]Abnahme in der Anzahl
nicht fortwährend aufgewogen werden kann durch entsprechende Zunahme
in der Rate des Mehrwerths [ ... ] der Arbeitstag des einzelnen Arbeiters
exploitirt wird.
Nimm an 50 Arbeiter liefern nur 2 Arbeitsstunden Surplus; so ist der von
ihnen geschaffene Mehrwerth = 100. Nimm fer[ner an][ ... ] würden 10 Mann
durch 1 ersetzt, so träten 5 an die Stelle der 50. [ ... ]h Arbeitszeit = 5 x 12, = 72 St. Ditto der Gesammtwerth ihresProducts. Der von ihnen
geschaffne Mehr[werth ist]< als 72, da nur gleich 72- der nothwendigen
Arbeitszeit. Also ·- um noch viel mehr kleiner< 100. Es findet als[o ... ] statt,
über die hinaus die mit der Entwicklung der Productivkraft herbeigeführte
Vermindrung der absoluten Masse der Arbeit, die angewandt [ ... ] durch
gleichgrosse Zunahme in der Rate des Mehrwerths - wo also, trotz des
Wachstbums in der Rate des Mehrwerths der Mehrwerth fällt.[ ... ] Sinken
in der Masse des Mehrwerths- oder der Gesammtsumme der augewandten
Surplusarbeit - muß nothwendig in der Entwicklung der Maschinerie hervortreten [ ... ] sich hier, daß die capitalistische Production in Widerspruch
tritt mit der Entwicklung der Productivkräfte und keineswegs deren absolute
[ ... ] und finale Form ist.
(Könnten die 50 Arbeiter alle zu der neuen Rate beschäftigt werden, oder
auch vielleicht nur 25, so würde der Mehrwerth wachsen nicht nur seine Rate,
verglichen mit dem frühren case. Daher die Wichtigkeit der Stufenleiter, auf
der die Maschinerie angewandt wird, und ihre Tendenz, möglichst viel
Arbeiter gleichzeitig zu beschäftigen verbunden mit der Tendenz möglichst
wenige nothwendige Arbeitstage zu zahlen.) (50) (150)
ß) Nehmen wir an ein Capital von 600. 400 davon sei in Arbeit ausgelegt,
200 in capital constant, Instrumente und Rohmaterial. Die 400 mögen
10 Arbeiter repräsentiren. Würde eine Maschine angewandt, die zusammen
mit dem Rohmaterial = 520 und das in Arbeit ausgelegte Capital nur mehr
gleich 80, so wären 10 Arbeiter durch 2 oder 5 durch 1 ersetzt. Die Gesammtsumme des ausgelegten Capitals bleibe dieselbe, also die Productions-

kosten. Die 2 Arbeiter Würden nicht mehr Surplusarbeitszeit, auf je
12 Stunden produciren als die 1Ö, denn der Arbeitslohn wäre derselbe
geblieben. Nichts desto weniger könnten sich die Waarenmassen die unter
veränderten Productionsbedingungen producirt werden unter gewissen
Voraussetzungen verwohlfeilern, obgleich vorausgesezt ist, daß sich diese
Masse nicht vermehrt, oder nicht mehr Waaren durch den neuen Productionsproceß mit demselben Capital producirt würden als vorher mit dem alten.
Da das Rohmaterial in derselben Quantität verarbeitet, nach wie vor= 150,
so jezt die Maschinerie von 50 auf 370 gestiegen. (Nähmlich 370 Maschinerie
150 Rohmaterial, 80 Arbeit. 370
Gesetzt nun diese angewandte Maschinerie habe Umschlagszeit von
10 Jahren (Reproductionszeit.) In den jährlich gelieferten Waaren würde der
augewandte Werth von 37 C70/ 10) zum Ersatz, tear and wear, der Maschinerie
eingehen. Die Summe der Productionskosten d_er Waaren (Profit und Mehrwerth hier abgesehn da die Rate dieselbe bleibt) wäre jezt ·= 37 + 150 + 80 =
267. Die Productionskost der Waare in dem alten Proceß = 600, wobei wir
annehmen, daß die (zu 50 geschätzten) in denselben eingehnden Instrumenten jährlich erneuert werden müssen. Der Preiß der Waaren hätte sich
verwohlfeilertim Verhältniß von 267: 600. Die Yerwohlfeilerung der Waare,
würde, so weit sie in den Consum des Arbeiters einginge, eine V ermindrung
der zu seiner Reproduction nothwendigen Arbeit und damit eine V erlängrung
der Surplusarbeitszeit herbeiführen. (Zl}nächst aber, wie bei aller Anwendung von Maschinen, würde der Capitalist II zwar wohlfeiler verkaufen wie
Capitalist I, aber nicht im V erhältniß, worin seine Productionskosten gefallen sind. Es ist dieß in der That eine Anticipation der durch die Maschinerie
eintretenden Verwohlfeilerung der Productionskosten der Arbeit[ ... ]gn seine
Arbeiter empfangen denselben Lohn wie früher, so konnten sie zwar mehr
Waaren kaufen (von den Waaren, die sie selbst producirt haben), aber nicht
im Verhältniß, worin sie productiver geworden. Es wäre.dasselbe, w.enn der
Capitalist sie in seiner eignen Waare zahlte, als gäbe er ihnen· zwar größres
Quantum, aber im V erhältniß worin dieß Quantum Tauschwerth ausdrückt,
kleineres Quantum.) Selbst abgesehn von dem V erhältniß selbst und die
empirische Form betrachtet, wo also der Capitalist Zins, sage 5 p. c. auf sein
Gesammtcapital, nach dem nicht consumirten Theil desselben rechnet. So
5 p. c. auf 300 (den nicht consumirten Theil des Capitals im ersten Jahr)= 15,
oder 5 p. c. Profit z. B., ditto 15, also 30. So käme der Pre-iß der Waaren auf
280 + 30 = 310, immer noch beinahe die Hälfte wohlfeiler als im ersten
Fall.

Seite 998 aus Heft XV!

In der That waren nur 370 Th. Capital fixe, 150 Capital für Rohmaterial,
und 80 für Arbeit ausgelegt.
Würde aber um 5 Arbeiter durch einen zu ersetzen das Capital [ ... ] der
Maschinerie statt von 50 auf 370, etwa auf 2000 also das Gesammtcapital auf
2300 steigen müssen, so Würde jährlich in der Waare, seines tear and wear
xx = 2
1: 0 = 20. Die Productionskosten wären= 250 mit Zins und Profit von
lO_E_ auf[ ... ] In diesem Fall also würden[ ... ] durch Ungleichh[eit] d. [ ... ] 2000
wieder=[ ... ] Maschinerie vertheuert.l
1[99811 [ ... ]zweierlei:
[ ... ] Capital fixe eigenthümlichen Umschlagszeit - Circulationsweisegeht ein viel geringrer aliquoter Theil desselben in den Werth [ ... ] Product
15 ein- als wirklich zur Production erheischt ist. Nur sein wear und tear, der
Theil desselben, der jährlich verschlissen wird, geht [ ... Pro ]ducts ein, weil
nur dieser Theil wirklich circulirt. Bliebe also das Capital dasselbe und trete
nur change im Verhältniß des Capital [ ... ]Arbeit ausgelegten Bestandtheil
des Capitals ein, so V erwohlfeilerung des Products, dessen schließliches
Resultat Verwohl[feilerung ... Pro ]ductionskosten der Arbeit, daher Steigen
der Rate des Surpluswerths, i. e. der Surplusarbeitszeit
[ ... ]t capital dasselbe, und steigt auch die Surpluszeit nicht (oder keine
ursprüngliche Herabsetzung des Arbeitslohns [ ... ] Maaß, als die Umschlagszeit (Reproductionszeit) des capital fixe an Geschwindigkeit abnimmt.
[ ... ]s der aliquote Theil des alten Capitals, der in Capital fixe verwandelt
wird, sondern müßte das capital [ ... ]das Gesammtcapital wüchse, so könnte
Proportion dießes Wachsthums, erheischt um die Anzahl der Arbeiter[ .. . ]
eintreten, worin die mit der Maschine producirte Waare theurer würde, als
die mit Handarbeit [ ... ]
[ ... ] gesetzt unter der Annahme, daß die Masse der Waaren, die die
niedre Zahl der Arbeiter producirt nicht grösser, [ ... ] Anzahl ohne Maschinerie producirte, oder unter der Annahme, daß [ . . . ] Capital mit Maschine-
rie nicht [ ... ]t als vorher ohne sie. [ .. . ]
[ ... ] beschäftigten Arbeiter producirten mehr als die 10 ()hne sie, so pro-
35 duciren sie vielleicht so viel als 20 [ ... ] stets bestimmte Anzahl, aber vielleicht grössere Anzahl als sie verdrängen. In diesem Fall ersetzte 1
[ ... ] konnte vielleicht nur angewandt werden, wenn beide angewandt
werden. Jedenfalls mußte dann der in [ ... ] ausgelegte Theil des Capitals
sich verdoppeln. D. h. die Grösse des Capitals könnte nicht unverändert

[ ... ] wenn aber die langsame Umschlagszeit des Capitals das Product
verwohlfeilert, selbst wenn wieder das alte Capital wächst, also nicht größre
Masse Waare als zuvor producirt wird, so noch mehr im andern Fall.
Dieß gehört in den Abschnitt von den Productionskosten, ganz wie das
vorige vom Mehrwerth unter der Rubrik "Mehrwerth" zu behandeln.
(Die Gesammtmasse des vorgeschoßnen Capitals geht in den Arbeitsproceß ein, aber nur der während einer bestimmten Periode des Arbeits-
processes consumirte Theil des Capitals geht in den Verwerthungsproceß
oder in den Werth des Product ein. (Siehe Malthus.) Daher der geringre
Werth oder die größre Wohlfeilheit der Waaren, die z. B. mit demselben
Capital von 500 producirt sind, wenn~ davon capital fixe, 1 I 5 capital variable,
als wenn umgekehrt. (Selbst wenn Profit und Zins auf das ganz~ Capital
berechnet werden, geht doch nur ein aliquoter Theil desselben, nicht das
Capital selbst in den Werth der Waare ein, wie bei dem Fall, wenn das ganze
Capital oder der größte Theil desselben in lebendiger Arbeit ausgelegt wird.)
Aber der Profit wird auf das ganze Capital, auch den nicht consumirten Theil
desselben berechnet. Obgleich der nicht consumirte Theil des Capitals nicht
in den Werth des Product des einzelnen Capitals für sich betrachtet eingeht,
geht er, in der Form von Profit (Zins) in die Durchschnittsproductionskosten
der kapitalistischen Production ein, weil er ein Element des Durchschnittsprofits bildet, und ein item in der Berechnung·, wodurch. die Capita-
listen unter sich den Gesammtmehrwerth des Capitals vertheilen.)
(Die Profitrate hängt ab oder ist nichts anders als das Verhältniß des
Mehrwerths (als absolute Grösse betrachtet) zu der Grösse des vorgeschoßnen Capitals. Aber der Mehrwerth selbst- i. e. seine absofute Grösse, kann. 25
fallen, obgleich die Rate des Mehrwerths steigt und bedeutend steigt. Die
Summe des Mehrwerths oder seine absolute Grösse, muß sogar fallen, trotz
jedes beliebigen Steigens in der Rate des Mehrwerths, sobald d. [ ... ]Mehrwerths der Arbeit, die durch die Maschinerie verdrängt wird, grösser ist als
die Summe des Werths, der Arbeit, die an ihre Stelle tritt. Oder die Surpluszeitdes verdrängten Arbeiters grösser ist als die Gesammtarbeitszeitder
Arbeiter, die sie ersetzen. So wenn 50 durch 5 ersetzt werden. Und 2 Stunden
(bei Normalarbeitstag von 12 St.), ·die Surplusarbeitszeit der 50 war. So ihre
Surplusarbeitszeit oder der von ihnen geschaffne Mehrwerth =· 100 St. Die
Gesammtarbeitszeit oder der geschaffne Werth (also nothwendige Arbeitszeit +Surplus) = 60 St. Nimm an diese 5lieferten doppelt so viel Surpluszeit,
oder Mehrwerth = 4 St. jeder Per Tag. So daß auf 5 sind 20 Stunden. Die Rate
des Mehrwerths ist um 100 p. c. gewachsen; die Summe des Mehrwerths oder
der Mehrwerth selbst nur = 4 x 5 = 20 St. Mehrwerth nur 1 I 5 100, das von den
50 geschaffen, um 80 p. c. kleiner. Würden aber nun I5 Arbeiter beschäftigt

zu der neuen Rate, so stiege die Summe des Mehrwerths auf 60, wenn 20
auf 80, wenn 25 auf 100. Es müßten halb so viel Arbeiter beschä~tigt werden
zu der neuen Rate, um so viel Mehrwerth zu produciren als bei der alten.
Würden aber 50 beschäftigt, so producirten sie noch einmal so viel, nähmlich
200. Es hätte sich nicht nur die Rate des Mehrwerths, sondern der Mehrwerth
selbst verdoppelt. (Nimm an, daß die 5 nur zur selben Rate Mehrwerth
producirten, von den 50, also nur 10 Stunden, so müßten nach wie vor
50 Arbeiter angewandt werden, um denselben Mehrwerth zu produciren,
obgleich sie 10 x soviel Waaren in derselben Zeit produciren würden. Dieß
in den Zweigen der Industrie, wo das Product nicht in die Consumtion der
Arbeiter selbs~ eingeht. Hier fließt derProfitrein daher, daß dienothwendige
Arbeitszeit, während einer gewissen Durchschnittsperiode, über der Arbeitszeit steht, die die Capitalisten, welche die neue Maschinerie einführen,
brauchen; sie also die Waare über ihren Werth verkaufen. Dieß jedoch
verschieden von derblosen Prellerei. Sie verkaufen sie über den Werth, den
sie ihnen, und unter den Werth, den sie der Gesellschaft, vor der allgemeinen
Einführung der Maschinerie kostet. Sie verkaufen die Arbeit ihrer[ ... ] höhre
Arbeit, kaufen sie bisher zu [ ... ] Mit d. [ ... ] zu der neuen Rate. Wächst aber
auch das C[ ... ] bedeutender [ ... ] \
/1009/ (Im leztren Fall verkauft er die einzelne Waare wohlfeiler, als sie
unter den noch allgemein bestehenden Productionskosten producirt werden
kann, unter ihrem Durchschnittswerth, aber nicht in dem Verhältniß wohlfeiler als er selbst sie unter ihrem Durchschnittswerth producirt. Die Summe
der in einer Stunde, einem Tage producirten Waaren- (und er liefert mit den
neuen Productionsmitteln eine grössere Summe der Masse in derselben Zeit)
verkauft er über ihrem Werth, über die Stunde oder den Tag Arbeitszeit, die
in ihnen enthalten ist. Producirt er 20 Ellen mit denselben Productionskosten,
womit die andern 5, und verkauft er sie 1/ 5 unter dem Durchschnittspreiß,
so verkauft er sie 3 I 5 über ihrem Werth. Kosten die 10 Ellen 10 x und er
verkauftdie20zu20x ~x = s~x= 16x,soverkauftersie6überihremWerth
von 10. 1/ 5 von 10 ist 2, oder 316 von 10 ist 5; 20 kosten ihn 10; oder 2 kostet
ihn 1 oder 5/ 5• Wie ist hier nun das Verhältniß zu seinen Arbeitern? Erhalten
sie nach wie vor denselben Lohn, so erhalten sie auch Waaren für ihren Lohn
(d. h. so weit die wohlfeiler producirte Waare in ihren \\1010\ Consum eingeht). Und dieß finde für alle Arbeiter statt, die jeder mit dem aliquoten Theil
ihres Lohns, der für diese spezifische Waare verausgabt wird, mehr davon
kaufen könnten.
Indeß würde der Capitalist 3/ 5 oder 60 p. c. Surplusprofit machen. Er
verkauft ihnen die Waare 1/ 5 wohlfeiler, verkauft aber die in ihr enthaltne
Arbeit 3/ 5 theurer als die Durchschnittsarbeit, also über die Durchschnitts-

arbeit 315 stehend. 315 auf 12 Arbeitsstunden =
5x 3
= ~ = 7 ~· Diese Surplusarbeit, die sie ihm geliefert haben, durch die höhre Potenzierung ihrer Arbeit,
he pockets.
Nehmen wir an die nothwendige Arbeitszeit = 10. So bekämen sie unter
den alten Verhältnissen von dem Product 10, 10112• In dem alten Verhältniß
1 Arbeitsstunde producirt 1 I ,2 des Products eines Tags, also in 10, 10 I 12 = 8Th.
z. B. In dem 2ten in einer Arbeitsstunde producirt 16112 = 413, 1113• In 3 Stunden
4Th., in 6 Stunden 8Th. Also arbeiten sie 6 Stunden Surplusarbeit. Früher
nur 2.)
(A. Smith führt richtig für den Durchschnittsprofit- d. h. rein durch die
Grösse des Capitals bestimmten Profitan-wenn z. B. unter allen sonstigen
Productionsbedingungen gleich, Silber statt Eisen, oder Gold statt Silber als
Rohmaterial, überhaupt ein kostbareres Rohmaterial gebraucht wird. Hier
mag der in der Form des Rohstoffs vorgeschoßne Theil des Capitals um das
100fache und mehr als das lOOfache wachsen, ditto also der Profit, bei
derselben Rate des Durchschnittsprofit. Obgleich nicht der mindestens
change in den organischen Beziehungen zwischen den verschiedenen Bestandtheilen des Capitals stattfindet.)
(Sehr naiv der Yankee Oekonom Wayland. Weil der relative Mehrwerth
nur erzeugt wird in den Industriezweigen, die direkt oder indirekt in die
Production der für den Consum der Arbeiter bestimmten Artikel eingehn,
also hier besonders das Capital Cooperation, Theilung der Arbeit und
Maschinerie einführt, in viel geringrem Maaß in die Luxusproduction,
schließt er, daß die Capitalisten um V ortheil der Armen, nicht der Reichen
arbeiten, und das Capital seine Productivität also im Interesse der ersten,
nicht der zweiten entwickelt.)
Der Durchschnitts Mehrwerth- hier abgesehn vom absoluten Mehrwerth,
und nur den relativen betrachtet, der aus Verkürzung der nothwendigen
Arbeitszeit durch Entwicklung der Productivkräfte der Arbeit entspringt ist die Summe des Mehrwerths in allen besondren Productionszweigen,
betrachtet durch das Gesammtcapital, das gegen lebendige Arbeit ausgelegt
wird. Da nun die Entwicklung der Productivkraft sehr ungleich in den verschiedneu Industriezweigen (die direkt oder indirekt die in den Consum des
Arbeiters eingehenden Lebensmittel produciren) nicht nur dem Grad nach
ungleich, sondern oft in entgegengesetzter Richtung, da die Productivität der
Arbeit ebensosehr \\1011\ an Naturbedingungen gebunden, die an Productivität abnehmen mögen, während die Productivität der Arbeit wächst
(die ganze Untersuchung, wie weit Naturbedingungen die Productivität der
Arbeit unabhängig, oft im Gegensatz zur Entwicklung der gesellschaftlichen
Productivität beeinflussen, gehört in die Betrachtung der Grundrente) - so

ergiebt sich, daß dieser Durchschnittsmehrwerth sehr unter der Höhe stehn
muß, die nach der Entwicklung der Productivkraft in einzelnen Industriezweigen (den auffälligsten) zu presumiren. Dieß wieder ein Hauptgrund,
warum die Rate des Mehrwerths, obgleich sie wächst, nicht in demselben
Verhältniß wächst, wie das variable Capital abnimmt im V erhältniß zum
Gesammtcapital. Es wäre dieß nur der Fall, (gesetzt daß das Verhältniß
überhaupt richtig; es ist für die Rate des Mehrwerths, wie vorhin gezeigt,
richtig, aber nicht für Mehrwerth), wenn diese Industriezweige, in denen das
variable C am meisten sinkt gegen das fixe etc, in demselben Verhältniß ihre
Productein die Consumtion des Arbeiters eingehn machten. Aber nimm hier
z. B. das V erhältniß von lndustrieproducten und Agriculturproducten, wo
es sich grade umgekehrt verhält.
Betrachten wir einen besondren Industriezweig. Tritt in ihm eine Erhöhung der Productivkraft ein, so tritt durch die Erhöhung, die in diesem
besondren Zweig eintritt (mit Ausnahme der Agricultur, da ihr Productim
Saamen ihr selbst den Rohstoff liefert, und dieß wieder Eigenthümlichkeit
der Agricultur) durchaus nicht unmittelbar eine Erhöhung in dem Industriezweig ein, der ihr den Rohstoff liefert. Dieser bleibt zunächst ganz unberührt
davon und kann auch in der Folge unberührt davon bleiben. (Indeß tritt dann
nicht ein wohlfeilrer Rohstoff an die Stelle, wenn nicht derselbe wohlfeiler
wird, wie Baumwolle an die Stelle von Schaafwolle.) Die Productivität zeigt
sich aber darin, daß grösseres Quantum Rohstoff nöthig, um dasselbe
Quantum Arbeit zu absorbiren. Also wächst dieser Theil des Capitals
constant zunächst unbedingt mit der grösseren Productivität der Arbeit.
Wenn 5 so viel produciren wie 50, oder mehr, so werden 50 also lOmal mehr
Rohstoff verarbeiten. Der Rohstoff muß zunächst in demselben V erhältniß
wachsen von der Productivität der Arbeit. Oder nehmen wir an, daß 5 so viel
produciren, wie 50, und 45 entlassen werden, so brauchen die 5 jezt I 0 x so
viel Capital wie früher 5, oder so viel wie 50. Dieser Theil des Capitals ist
10 x gewachsen, wenigstens, gegen den in Arbeit ausgelegten. (Bei grösserer
Exploitation kann dieß einigermaassen beschränkt werden, wenn einerseits
der Abfall durch die bessere Qualität der Arbeit sich relativ vermindert, und
weil er andrerseits, absolut, massenhafter, mehr concentrirt wird, besser
wieder als Rohstoff für neue andre Production taugen kann, also in der That
derselbe Rohstoff weiter langt, as to its value. Dieß ein item, aber unbedeutend.) Dagegen ist es keineswegs gesagt, daß das capital fixe, Ge-
bäulichkeit, Maschinerie, (Beleuchtung etc) (überhaupt die matieres instrumentales ausser dem capital fixe) in demselben Verhältniß wachsen, so
daß auf die 5 nun 10 x so viel käme, wie bisher auf 5. Im Gegentheil. Obgleich
mit grösserem bulk die Maschinerie absolut theurer, wird sie relativ wohlfeiler. Namentlich gilt dieß von der bewegenden Kraft, Dampfmaschine etc,

deren Productionskosten abnehmen (relativ) mit ihrer Pferdekraft oder
sonstigen power. Dieser Theil also das Gesammt Capital constant-
wächst also nicht, obgleich es absolut unbedeutend wächst - keineswegs
im Verhältniß, wie die Productivkraft. Das Gesammtcapital also wächst I
110121 nicht verhältnißmässig im Verhältniß zum Wachsen der Productivkraft.
War von 500 etwa 300 für Arbeiter, 150 für Rohmaterial und 50 für Instrumente, so müßte, wenn sich die Productivkraft durch Anwendung von
Maschinerie verdoppelt, jed~nfalls 300 für Rohmaterial verwandt werden,
und wenn 50 Arbeiter dieß doppelt grössere Product producirten, 50 für
Arbeit; aber es folgt nicht daß die Kosten der Maschinerie etc für diese
30 Arbeiter von 50 auf 500 stieg~n, auf das zehnfache, sondern es steigt
vielleicht nur auf das Doppelt- auf 100; so daß das Gesammtcapital gefallen
von 500 auf 450. Das variable Capital verhielte sich jezt zum Gesammtcapital = 30:450. 30/450 = 3/45 = 1/15· 1: 15. Früher wie 300:500, 300/5oo = 3:5.
1/ 15 = 3/ 45 ; cmd 3/ 5 = 27/ 45• Danach aber wäre das Gesammtcapital, das erheischt um einen gewissen Mehrwerth zu produciren, gefallen. Nimm an
im ersten Falle der Mehrwerth = 2 Stunden auf 12, = 2/;2, im zweiten = 4/ 12
oder 1/ 3•
Im ersten Fall 1/ 6 von 300 (wenn ein Arbeiter= 1 Th.) =50. Und dieß auf
Im 2ten Fall 1/ 3 von 30 = 10. Zur Production dieser 10 erheischt 450. Gesetzt
zu dieser neuen Rate 300 Arbeiter angewandt, so würden diese produciren
100. Das Gesammtcapital stiege auf 450 x 30 = 4500 auf 13500, die 100
produciren würden. Im frühren V erhältniß 1000 um 100 zu produciren.
Gesetzt aber das Capital fixe fiele noch mehr, so vielleicht nicht verhältnißmässig im Verhältniß zum Wachsthum der Productivkräfte.
Wenn die 30 Arbeiter so viel produciren, wie früher die 300, so werden
sie nach wie vor 500 brauchen 150 für Rohmaterial, 30 für Arbeit (wie
früher 300), aber vielleicht nur 100 für capital fixe. Das Gesammtcapital
jezt 210, wovon das varia6le Capital 3/ 21 = 1/ 7, 1110131 früher = 3/ 5• (300
von 500)
Stiege der Mehrwerth jezt um das 5fache, so würden die 30 einen Mehrwerth von 50 geben, wo die 300 einen von 10 gaben. Also auf 300, 30, würde
auf 30- 15.
Das Gesammtcapital im ersten Fall 500, im zweiten 210. 410 würden jetzt
30 geben, also mehr als früher 500.

Das Wachsthum der Productivkraft erlaubt mehr Waaren in derselben
Arbeitszeit zu produciren. Sie erhöht also nicht den Tauschwerth der so
producirten Waaren, sondern nur ihre Quantität; sie vermindert vielmehrden
Tauschwerth der einzelnen Waaren, während der Werth der Summe der in
einer bestimmten Zeit producirten Waaren derselbe bleibt.
Die erhöhte Productivität ist dasselbe, daß dasselbe Rohmaterial zu seiner
Verwandlung in Product weniger Arbeit abs<;>rbirt oder daß dieselbe Arbeitszeit mehr Rohmaterial zu ihrer Absorption bedarf.
z. B. ein Pfund Garn erheischt gleich viel Baumwolle, ob viel oder wenig
Arbeit zur Verwandlung der Baumwolle in Garn erheischt ist. Steigt die
Productivität des Spinners, so absorbirt das Quantum Baumwolle, das in
einem Pfund Garn enthalten ist, weniger Arbeit. Das Pfund Garn fällt daher
im Werth, verwohlfeilert sich. Wird in einer Stunde 20mal so viel Pfund
Baumwolle gesponnen wie vorher, z. B. 20 Pf. statt 1 Pfund, so fällt jedes
1~ Pfund Garn um 1/2o in dem Werthbestandtheil, den die Spinnarbeit ihm
zusetzt; in dem Differentialwerth zwischen 1 Pf. Baumwolle und einem
Pfund Garn. (abgesehn ausserdem von dem in dem Gespinst vorhandneu
Werth des capital fixe) Dennoch wäre der Werth des Products derselben Zeit .
jezt grösser als zuvor, aber nicht weil mehr Neuwerth geschaffen, sondern
nur weil mehr Baumwolle, deren Werth der Voraussetzung nach derselbe
geblieben, versponnen ist. Der neu geschaffene Werth wäre so groß für die
20 Pfund, wie früher· nur für das eine. Für 1 Pfund wäre er in der neuen
Productionsweise um 1/ 20 kleiner.
Vorausgesetzt also, daß die Waaren zu ihrem Werth verkauft werden,
schafft die Erhöhung der Productivkraft (mit früher erwähnten Ausnahmen)
nur Mehrwerth, so weit die VerwohlfeUerung der Waaren die Productionskosten des Arbeitsvermögens verwohlfeilert, daher die nothwendige Ar-
beitszeit verkürzt, also die Surplusarbeitszeit verlängert.
Das Product jeder besondren Productionssphäre kann daher n~r Mehrwerth schaffen, so weit und in der Proportion, worin dieß spezifische Product
in den Durchschnittsconsum der Arbeiter eingeht. Jedes solches Productda entwickelte Theilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft Grundvor-
aussetzung für die Entwicklung der Waaren überhaupt und noch mehr der
capitalistischen Production bildet aber nur einen aliquoten Theil vom
35 Gesammtconsum des Arbeiters. Die Vermehrung der Productivkraft in jeder
besondren Sphäre schafft also einen Mehrwerth keineswegs im Verhältniß
zur Steigerung der Productivkraft, sondern nur in dem viel kleinren V erhältniß, worin das Product dieser besondren Sphäre einen aliquoten Theil
des Gesammtconsums des Arbeiters bildet. Bildete ein Product 1 I 10 des
40 Gesammtconsums des Arbeiters, so würde eineVermehrungder Productivkraft um das Doppelte, erlauben 2/ 10 in derselben Zeit zu produciren, wie

früher 1/ 10• 1/ 10 des Arbeitslohns sänke auf 1/ 20 oder um 50p.c., während die
Productivkraft um 100 p. c. gestiegen wäre. 50 p. c. auf 1/ 10 x ist = 5 p. c. auf
1 x. Z. B. 5 p. c. auf 100 giebt 105. 50p. c. auf 100/ 10 oder 10, giebt 5, dieselbe
Summe. Das Wachsthum der Productivkraft um 100 p. c. hätte in diesem
Falle den Arbeitslohn verwohlfeilert um 5 p. c. \\1014\ Es erklärt sich daher,
warum das auffallende Wachsthum der Productivkraft in einzelnen Industriezweigen durchaus im Mißverhältniß erscheint zum Fallen des Arbeits-
lohns oder dem Wachsen des relativen Mehrwerths. Daher auch das Capital
- wie weit dieß vom Mehrwerth abhängt, was gleich näher zu untersuchen
- bei weitem nicht in demselben Verhältniß wächst wie die Productivkraft
der Arbeit sich vermehrt.
Nur wenn sich die Productivkraft in allen Industriezweigen, die direkt oder
indirekt Producte für den Consum des Arbeiters schaffen, sich gleichmässig
vermehrte, könnte das Verhältniß worin der Mehrwerth wächst, dem V erhältniß entsprechen, worin sich die Productivkraft vermehrt. Dieß ist aber
keineswegs der Fall. Die Productivkraft vermehrt sich in diesen verschiednen Zweigen in sehr verschiedenen Proportionen. Oft findet selbst- (theils
geht dieß aus der Anarchie der Concurrenz und der Eigenthümlichkeit der
bürgerlichen Production hervor- theils daraus, daß die Productivkraft der
Arbeit auch an Naturbedingungen gebunden, die oft minder productiv
werden im selben Verhältniß wie die Productivität, so weit sie von gesellschaftlichen Bedingungen abhängt, steigt -) entgegengesetzte Bewegung in
diesen verschiednen Sphären statt, so daß die Productivität der Arbeit in der
einen steigt, während sie in der andern fällt. (Man bedenke z. B. den blosen
Einfluß der Jahreszeiten, wovon grösster Theil aller Rohproducte der Industrie abhängt, Erschöpfung von Waldungen, Kohlenlagern, Minen u. d. g.)
Das Wachsthum der durchschnittlichen Gesammtproductivität ist daher
unbedingt stets viel kleiner, als dieß Wachsthum in einigen besondern
Sphären erscheint und bisher in einem der Hauptzweige der Industrie, deren
Producte in den Consum des Arbeiters eingehn, in der Agricultur far from
keeping pace with the development of the productive powers in the manufacturing industry. Andrerseits beeinflußt die Entwicklung der Productiv-
kraft in vielen Industriezweigen die Production des Arbeitsvermögens, also
des relativen Mehrwerths, weder direkt noch indirekt. Abgesehn davon,
daß die Entwicklung der Productivkraft sich nicht nur darin ausdrückt, daß
sie die Rate des Mehrwerths erhöht, sondern auch daß sie die Zahl der
Arbeiter (verhältnißmässig) vermindert.
Daher das Wachsthum des Mehrwerths keineswegs im Verhältniß zum
Wachsthum der Productivkraft in besondren Productionszweigen und
zweitens auch stets kleiner, wie das Wachsthum der Productivkraft des
Capitals in allen Zweigen der Industrie (also auch denen, deren Producte

weder direkt noch indirekt in die Production des Arbeitsvermögens eingehn.)
Daher wächst die Accumulation des Capitals nicht in demselben Ver-
hältniß, wie sich die Productivkraft in einem besondren Zweig vermehrt,
auch selbst nicht in dem Verhältniß, wie sie sich in allen vermehrt, sondern
nur in dem Durchschnittsverhältniß, worin sie sich in allen Industriezweigen
vermehrt, deren Producte direkt oder indirekt in den Gesammtconsum der
Arbeiter eingehn.
Der Werth der Waare ist bestimmt durch die Gesammtarbeitszeit, vergangne
und lebendige, die in sie eingeht, die in ihr enthalten ist, also nicht nur durch
die Arbeitszeit, die in dem lezten Productionsprozeß, aus dem die Waare als
solche hervorgeht, hinzugefügt wird, sondern durch die im capital fixe und
Capital circulant, oder in den Productionsbedingungen der letztzugefügten
Arbeit enthaltne Arbeit, durch die in der Maschinerie etc, den matieres
15 instrumentales und dem Rohmaterial enthaltne Arbeitszeit, so weit deren
Werth in der Waare wieder erscheint, was beim Rohmaterial und 1110151 den
matieres instrumentales ganz der Fall, während der Werth des Capital fixe
nur theilweise- im V erhältniß zu seinem wear and tear- im Product wieder
erscheint.
Bestand in einer Waare der Werth zu 1/ 4 aus capital constant und 3/4 aus
Arbeitslohn; fiele in Folge der Erhöhung der Productivkraft in diesem besondren Zweig die Masse der lebendigen Arbeit, die angewandt wurde von
3/ 4 auf 1/ 4 und verminderte sich so die zu ihrer Production angewandte Arbeiterzahl auf 1/ 4 von 3/4, so würde unter der Voraussetzungdaß das 1/4 Arbeit
25 grade so productiv (nicht mehr) wie früher die 3/4, der Werth des neuen capital
fixe und circulant, ausser dem in dem 1 I 4 enthaltnen Rohmaterial, auf 2/ 4
steigen können. Dann bliebe der Werth der Waare unverändert, obgleich die
Arbeit um 3/ 4 gegen 1/4, d. h. um 3 gegen I productiver geworden, d. h. ihre
Productivkraft verdreifacht hätte. Da also der Werth des Rohmaterials
30 derselbe bliebe, dürfte das neue capital fixe und circulant nicht bis zu 2/ 4 des
alten Werths der Waare steigen, damit die Waare wohlfeiler würde, ihre
Productionskosten wirklich fielen. Oder die Differenz zwischen der neuen
Arbeitszeit und der alten müßte grösser sein als die Differenz zwischen dem
Werth des alten und neuen Capital constant (abgerechnet das Rohmaterial).
35 Es darf nicht an vergangner Arbeit so viel mehr als Arbeitsbedingung zu
gefügt werden, als an lebendiger Arbeit abgezogen wird. Würde der
1/ 4 Arbeiter mehr produciren als früher die 3/ 4, so daß die Productivität ihrer
Arbeit auch in höherem Grade wüchse als ihre Anzahl oder Gesammtarbeits- .
zeit sich vermindert hätte, so könnte (hier abgesehn vom Mehrwerth und
40 nur vom Werth der Waare gesprochen, von dem ja der Mehrwerth abhängt,

weil von derVerringerungdes Werths die Verwohlfeilerung der Productionskosten des Arbeitsvermögens abhängt) das neue capital constant um 2/4
wachsen, und selbst über 2/4 wachsen, nur müßte es nun in demselben
Verhältniß wachsen, wie die Productivkraft der neuen Arbeit.
Zweitens aber wird dieß Verhältniß auch hervorgebracht: 1) dadurch, daß
das Capital fixe nur zum Theil in den Werth der Waare eingeht; 2) die
matieres instrumentales, wie die gebrauchten Kohlen, Heitzung, Beleuchtung u. s. w. durch die Arbeit auf grösserer Stufenleiter, obgleich ihr Ge-
sammtwerth wächst, verhältnißmässig ökonomisirt werden, daher ein geringrer Werthbestandtheil derselben in die einzelne Waare eingeht. Es bleibt
damit aber dieselbe Bedingung, daß der Werthbestandtheil der Maschinerie
als wear und tear und die matieres instrumentales, der in die einzelne Waare
eingeht, kleiner ist als die Differenz in der Productivität zwischen der neuen
Arbeit und der alten. Dieß schliesse jedoch nicht aus, daß für die Gesammtmasse Waare, z. B. die Anzahl der Pfurid Twist, die in einer bestimmten
Zeitperiode, z. B. einem Tag producirt werden, eben sogrossesoder selbst
grösseres Quantum eines Capital constant gebraucht wird, als früher in der
Form von Arbeitslohn verausgabt wird. Nur kleineres Quantum in Bezug auf
die einzelne Waare. Also vorausgesetzt, daß die 1/ 4 n Arbeiter an einem Tag
grade so viel producirt, wie früher die 3/4 n Arbeiter, bliebe das Gesetz
absolut. Da im V erhältniß zu diesem 1 I 4 n Arbeiter die Masse der producirten
Waaren dieselbe bliebe, wie früher für die 3/ 4 n Arbeiter. Der Werth der .
einzelnen Waare konnte also nur fallen, wenn das neue capital constant < .als
das früher in Arbeitslohn verausgabte und jezt weggefallne. Es kann also
absolut gesagt werden, daß. in dem Verhältniß worin ein geringres Quantum
Arbeit ein größres Quantum Arbeit ersetzt- was \\1016\ nicht identisch zu
sein braucht, sondern grösser sein kann und meist grösser ist als das V erhältniß, worin die Anzahl der Arbeiter vermindert wird (die verhältnißmäs-
sige Anzahl der Arbeiter)- das in die Waare eingehende Capital constant
(und in der Praxis auch der Zins und Profit, des zwar in den Arbeitsproceß,
aber nicht in den V erwerthungsproceß eingehenden gesammten capital
constant.) grösser sein. muß als das V erhältniß worin das neue capital
constant (hier das Rohmaterial weggelassen) wächst. Dieß nur Gesichtspunkt
im Unterschied zu der einseitigen Betrachtung beim Mehrwerth. Bei dem
Abschnitt Productionskosten einzuschieben.
Dieß hindert jedoch nicht, daß (wegen der Art wie sich das capital fixe
reproducirt) das Gesammtcapital (also auch das nicht im Arbeitsproceß
consumirte, wohl aber in ihn eingehende Theil desselben) absolut grösser
ist als das frühere Gesammtcapital.
Also so, daß wenn I z. B. 10 ersetzt, das Capital, das in der Form von
Maschinerie etc und matiere instrumentale auf ihn kommt, - so weit es in

sein Product eingeht, kleiner ist als das frühre Capital, das für die 10 Arbeiter
erheischt war. Das Verhältniß des in Arbeit ausgelegte~). Capital ist hier um
das lOfache gefallen, aber das neue capital constant gestiegen vielleicht nur
um das 8fache. Das Verhältniß des in Arbeit ausgelegten Capitals ist also
nach dieser Seite nicht in demselben Verhältniß gefallen zu dem Capital, das
zu seiner Verwirklichung erheischt ist. Oder die Gesammtsumme des
Capitals, die in die Production des einen Arbeiters eingeht ist kleiner als die
Gesammtsumme des Capitals, die in die Production der von ihm ersetzten
10 Arbeiter eingeht. Und, obgleich der in Arbeitslohn ausgelegte Theil des
Capitals um das lOfache gegen frU.her gefallen, bildet er doch einen grösseren
Theil dieses neuen Capitals als 1 I 1o, weil dieß neue Capital, das in die Production des einen Arbeiters eingeht, selbst kleiner geworden als das alte, das
in die Production der 20 Arbeiter einging.
Andrerseits ist aber das Gesammtcapital, das als Productionsbedingung
für diese Erhöhung der Productivität der Arbeit erheischt - nähmlich den
Theil eingerechnet, der nicht als wear und tear in das Product eingeht vielmehr nur in einer Reihe von Arbeitsperioden aufgezehrt wird- grösser
-kann viel grösser sein als das frühre Gesammtcapital, so daß der in Arbeit
ausgelegte Theil des Gesammtcapitals in noch grösserem Verhältniß abgenommen hat als die Productivität der Arbeit gewachsen ist. Je mehr sich
das capital fixe entwickelt, d. h. die Productivität der Arbeit, uin so grösser
dieser nicht consumirte Theil des Capitals, um so kleiner das Verhältniß des
in Arbeit ausgelegten Theil des Capitals gegen das Gesammtcapital. Nach
dieser Seite könnte es scheinen (aber auch das Gesammtcapital darf nicht
so wachsen, daß Zins und Profit darauf die Productionskosten der Waare
bis zu dem Grad hinaus erhöhen, worin die Productivität der Arbeit gestiegen), als wüchse die Grösse des Capital schneller als die Productivität
der Arbeit. Heißt aber nur, daß sich die Portion, worin sich das jährlich
producirte Capital in capital fixe verwandelt, stets vergrössert im Verhältniß
30 zu der Portion des Capitais, die in Arbeitslohn ausgelegt wird; keineswegs
aber daß das totale Capital das sich theils. fixirt, theils in Arbeitslohn
verwandelt - so rasch wächst wie die Productivität der Arbeit.
Fällt so der Theil des in Arbeit ausgelegten Capitals, so noch mehr, wenn
das Wachsen des Theils desselben, der aus Rohmaterial besteht, zugleich in
35 Rechnung gebracht wird.\
\1017\ Nehmen wir einen extremen Fall -
Schaafzucht auf modernem
Maaßstab, wo früher kleine Agricultur vorherrschte. Aber hier werden zwei
verschiedne Industriezweige miteinander verglichen. Die Masse der Arbeit
- oder des in Arbeitslohn ausgelegten Capitals, die hier unterdrückt wird,
40 ist enorm. Daher kann auch das constante Capital enorm wachsen. Und es
ist sehr die Frage, ob das Gesammtcapital, das hier auf die einzelnen Hirten

kommt, grösser ist, als die Summe der Capitalien, die früher auf mehrere 1 OO'e
kam.
Es ist fraglich, ob in einzelnen Industriezweigen, wo das Gesammtcapital
ausserordentlich wächst, der Profit überhaupt aus dem in diesem Zweige
producirten Mehrwerth entspringt und nicht vielmehr, bei der Berechnung
der Capitalisten unter sich, aus dem allgemeinen Mehrwerth, den die Summe
aller Capitalien producirt.
Viele Arten der Vermehrung der Productivkraft, besonders bei Anwendung
der Maschinerie, erfordern durchaus keine verhältnißmässig vergrösserte
Kapitalauslage. Oft nur relativ wohlfeile Veränderungen in dem Theil der
Maschine, der die bewegende Kraft mittheilt etc. Sieh Beispiele. Hier ist die
Vermehrung der Productivkraft ungewöhnlich groß im V erhältniß zu der
relativ auf den einzelnen Arbeiter- auch auf die einzelne Waare- fallende
Capitalanlage. Hier also- wenigstens was diesen Theil des Capitals betrifft,
der in Rohmaterial ausgelegte wächst dann um so schneller keine be-
merkenswerthe Abnahme der Profitrate-wenigstens nicht, so weit sie durch
ein Wachsthum dieses Theils des Capitals verursacht wäre. Andrerseits,
obgleich das Capital hier nicht verhältnißmässig so stark wächst, gilt, wie
überhaupt auch in dem allgemeinen Fall, daß meistens die absolut angewandte Masse des Capitals - daher die Concentration des Capitals oder
die Stufenleiter, worauf gearbeitet wird sehr bedeutend wachsen muß.
Machtvollere Dampfmaschinen (von mehr Pferdekraft) sind absolut theurer
als minder machtvolle. Relativ aber nimmt ihr Preiß ab. Es ist aber grössere
Capitalauslage -größere Concentration des Capitals in einer Hand zu ihrer
Anwendung erheischt. Ein grösseres Fabrikgebäude ist absolut theurer, aber
relativ wohlfeiler als ein kleineres. Wenn jeder aliquote Theil des Gesammtcapitals im Verhältniß zu dem von der ersparten Arbeit angewandten Ge-
sammtcapital kleiner ist, so kann meistens dieser aliquote Theil nur angewandt werden in solchen multiples, die die Summe des angewandten
Gesammtcapitals ausserordentlich steigern oder namentlich des in einem
Umschlag nicht consumirten Theil des Gesammtcapitals, des Theils, dessen
Consum sich über eine vieljährige Periode von Umschlägen erstreckt. Es ist
überhaupt nur bei diesem Arbeiten auf grosser Stufenleiter, daß die Productivkraft ausserordentlich gesteigert wird, indem nur so
I) das der einfachen Cooperation zu Grunde liegende und bei Theilungder
Arbeit und Anwendung der Maschinerie wiederholte Princip der multiples
richtig angewandt werden kann. (Siehe Babbage, wie dieß die Stufenleiter
der Production, i. e. Concentration des Capi.tals vermehrt.)
2) Je grösser überhaupt die auf der neuen Stufenleiter angewandte Masse

der Arbeiter, um so verhältnißmässig kleiner die Portion von capital fixe, die
als wear und tear eingeht für Behausung u. s. w. Um so grösser das Princip
der Verwohlfeilerung der Productionskosten durch gemeinschaftliche Benutzung derselben Gebrauchswerthe, wie Beleuchtung, Heitzung, Ge-
meinsamkeit der bewegenden Kraft etc. \\1018\ Um so mehr möglich die
Anwendung absolut theurer, aber relativ wohlfeilerer Productionsinstrumente.
Der Umstand, daß in manchen Productionszweigen, Eisenbahnen, Kanälen
u. s. w., worin ein ungeheures Capital fixe angewandt wird, daß diese keine
selbstständige Quetlen des Mehrwerths sind, weil das Verhältniß der exploitirten Arbeit zu klein im V erhältniß zum ausgelegten CapitaJ.
Zur vorigen Seite noch zu bemerken:
Es ist möglich, daß wenn ein capital von 500 nöthig war für 20 Arbeiter
und nur. noch ein Gesammtcapital von 400 nöthig ist für 2, jetzt 2000 Arbeiter
angewandt werden müssen, also ein capital von 400 000, um die aliquoten
Theile von 400 so productiv anzuwenden. Wie schon vorher gezeigt, daß
selbst bei vergrösserter Rate des Mehrwerths nur durch sehr vergrössertes
multiplum von Arbeit die verhältnißmässig verminderte Anzahl der zu exploitirenden Arbeiter aufgewogen werden kann.
Es zeigt sich dieß in der Concurrenz (erscheint.) Sobald hier die neue Erfindung allgemein eingeführt, wird die Profitrate zu klein für kleines Capital,
25 um den Zweig weiter treiben zu können. Die Masse der nöthigen Productionsbedingungen wächst überhaupt so, daß ein Minimum eintritt um ein
bedeutendes, was alle kleineren Capitalien von diesem Productionszweig in
Zukunft ausschließt. Es ist nur im Beginn mechanischer Erfindungen in jeder
Productionssphäre, daß kleine Capitalien sie exploitiren können.
Wachsthorn des Capitals schließt nur Verminderung der Profitrate ein, so
weit mit dem Wachsthorn des Capitals die oben betrachteten Veränderungen
in dem Verhältniß seiner organischen Bestandtheile eintreten. Nun aber,
trotz der beständigen täglichen Änderungen in der Productionsweise, fährt
35 das Capital immer fort, oder grosser Theil desselben, während einer längeren
oder kürzeren Periode auf der Basis eines bestimmten Durchschnittsverhältnisses jener Bestandtheile sich zu accumuliren, so daß mit seinem Wachs-
thum no organic change in its constituent parts eintritt.

Andrerseits Abnahme der Profitrate kann nur durch Wachsthum des
Capitals - weil der absoluten Summe des Profits aufgezwungen werden, so
lange die Profitrate nicht in demselben Verhältniß fällt, wie das Capital
wächst. Die Hindernisse, die diesem entgegenstehn, liegen in den vorherigen
Betrachtungen.
Absolute Piethora des Capitals.
Vermehrung der Arbeiter etc trotz der verhältnißmässigen Abnahme des
variablen Capitals oder des in Arbeitslohn ausgelegten Capitals. Dieß jedoch
nicht in allen Productionsl!l019jsphären, z. B. nicht in der Agricultur. Hier
die Abnahme des Elements der lebendigen Arbeit absolut.
Vermehrung der Arbeitsmasse auf der neuen Productionsbasis theils
nothwendig, um die verminderte Profitrate durch Masse des Profits auszugleichen; theils, um die bei steigender Rate des Mehrwerths fallende
Grösse des Mehrwerths, wegen der absoluten Verminderung der Zahl der
exploitirten Arbeiter, durch Vermehrung der Arbeiter auf der neuen Stufenleiter auszugleichen. Endlich das oben berührte Prinzip der multiples.
Aber es wird gesagt werden, daß, wenn in einer Productionssphäre I) das
variable Capital abnimmt, es in den andern zunimmt, nähmlich denen die in
der Production des für die Productionssphäre I gebrauchten constanten
capitals verwandt werden. Indeß tritt hier dasselbe Verhältniß ein, z. B. in
der Maschinenproduction, in der Production der Rohproducte, der matieres
instrumentales, wie der Kohle. Es ist die Tendenz allgemein, obgleich sie erst
nach und nach in den verschiedneo Productionssphären sich verwirklicht.
Ein Gegengewicht darin, daß die Productionssphären selbst sich vermehren.
Uebrigens ist es nur das Bedürfniß der bürgerlichen Oekonomie, daß die Zahl
der blos von der Arbeit lebenden sich absolut vermehre, wenn sie auch relativ
abnimmt. Da bei ihr die Arbeitsvermögen überflüssig werden, sobald es nicht
mehr nöthig sie 12-15 Stundenper Tag zu exploitiren. Eine Entwicklung der
Productivkraft, welche die absolute Anzahl der Arbeiter verminderte, d. h.
in der That die ganze Nation befähigte, in einem geringren Zeittheil ihre
Gesammtproduction zu vollziehn, würde Revolution herbeiführen, weil
Demonetisirung der Mehrzahl der Bevölkrung. Hierin erscheint wieder die
Schranke der bürgerlichen Production und daß sie nicht die absolute Form
für die Entwicklung der Productivkraft ist, vielmehr mit dieser auf einem
gewissen Punkt in Collision tritt. Partiell erscheint diese Collision beständig

aus den Krisen etc, die aus dem U eberflüssigwerden bald dieses bald jenes
Bestandtheils der Arbeiterklasse in seiner alten Beschäftigungsweise hervorgehn. Ihre Schranke ist die Surpluszeit der Arbeiter; die absolute Sur-
pluszeit, die die Gesellschaft gewinnt, geht sie nicht an. Die Entwicklungder
5 Productivkraft daher nur wichtig, so weit sie die Surplusarbeitszeit der
Arbeiter vermehrt, nicht die Arbeitszeit für die materielle Production überhaupt vermindert. Sie bewegt sich so im Gegensatze.
Die Rate des Mehrwerths - d. h. das Verhältniß der Surplusarbeitszeit zur
nothwendigen für den einzelnen Arbeiter- (so weit also der Mehrwerth nicht
in den verschiedneu Productionssphären modificirt wird durch das V erhältniß der organischen Bestandtheile des Capitals, U mschlagszeit,
u. s. w. -)gleicht sich von selbst in allen Productionssphären aus und dieß
ist eine Grundlage der allgemeinen Rate des Profits. (Die Modificationen,
15 die so die nothwendigen Productionskosten betreffen, gleichen sich durch
die Concurrenz der Capitalisten aus, die verschiedneu items, die sie sich bei
V ertheilung des allgemeinen Mehrwerths untereinander in Rechnung bringen.) I
[1020[ Daß die Rate des Mehrwerths steigt, heißt nichts als daß die Pro-
20 ductionskost des Arbeitsvermögens, also die nothwendige Arbeitszeit fällt,
im Verhältniß, worin das besondre wohlfeiler gewordne Product jener
bestimmten Productionssphäre in den allgemeinen Consum der Arbeiter
eingeht. Diese V erwohlfeilerung des Arbeitsvermögens, Abnahme der
nothwendigen Arbeitszeit, Zunahme der absoluten Arbeitszeit findet also
25 gleichmässig statt und influencirt gleichmässig alle capitalistischen Productionssphären, nicht nur die, worin die Entwicklung der Productivkraft
stattgefunden, sondern auch die, deren Producte gar nicht in den Consum
der Arbeiter eingehn, in denen also die Entwicklung der Productivkraft
keinen relativen Mehrwerth schaffen kann. (Es zeigt sich daß in der Con-
30 currenz, sobald das Monopol der neuen Entdeckung aufhört, der Preiß
des Products daher auf seine Productionskosten reducirt wird.)
Werden also 20 Arbeiter, die 2 Stunden Surplusarbeit arbeiten durch
2 ersetzt, so ist es richtig, wie wir vorhin sahen, daß diese 2 unter keinen
Umständen so viel Surplusarbeit liefern können wie früher die 20. Aber in
35 allen Productionssphären steigt die Surplusarbeit im V erhältniß zur Verwohlfeilerung des Products der 2 Arbeiter, und es steigt in ihnen, ohne daß
eine Veränderung in dem V erhältniß der organischen Bestandtheile der
von ihnen augewandten Capitalien stattfände.
Andrerseits wirkt ebenso allgemein eine V ertheuerung des Products
40 einer solchen in die Reproduction des Arbeitsvermögens eingehenden

Productionssphäre, die jenen Mehrwerth paralysiren kann, ganz oder theilweise.
In dem ersten Fall aber ist die gewonnene Surplusarbeitszeit aber nicht
zu schätzen durch die Productionssphäre, in der die Vermehrung der Productivkraft stattgefunden, sondern durch die Summe der Dekremente der
nothwendigen Arbeitszeit in allen Sphären der capitalistischen Production.
Je allgemeiner aber das Verhältniß würde, daß in allen oder den meisten
Productionssphären, unter denselben Verhältnissen von Gesammtcapital
und variablem Capital 2 an die Stelle von 20 treten, um so mehr erhöhte sich
das Verhältniß in der Gesammtheit der capitalistischen Production das
V erhältniß in den besondern Productionssphären. D. h. keine V ermindrung
der nothwendigen Arbeitszeit könnte die Summe des Mehrwerths schaffen,
wie vorher, als statt 2 20 arbeiteten.
Und unter allen Umständen würde dann die Profitrate sinken, wenn sich
selbst das Capital so vermehrte, daß unter den neuen Productionsbedingungen eine ebenso grosse und selbst größre Anzahl als früher beschäftigt
werden könnte.
Die Accumulation (materiell betrachtet) des Capitals ist doppelt. Sie besteht
einerseits in der wachsenden Masse der vergangnen Arbeit, oder der vorhandnen Masse der Arbeitsbedingungen; den materiellen Voraussetzungen,
der schon vorhandnen Producte und Arbeiterzahl, unter denen die Neuproduction oder Reproduction stattfindet. Zweitens aber die Concentration,
die Vermindrung der Anzahl der Capitalien, dem Wachsthum der in den
Händen der einzelnen Capitalisten befindlichen Capitalien, kurz in einer
neuen V ertheilung der Capitalien, des gesellschaftlichen Capitals. Die Macht
des Capitals als solche wächst dadurch. Die im Capitalisten repräsentirte
Verselbstständigung der gesellschaftlichen Productionsbellt 02lldingungen
gegenüber den realen Schöpfern dieser Productionsbedingungen wird dadurch immer auffallender. Das Capital zeigt sich mehr und mehr als ge-
sellschaftliche Macht (deren Functionär nur der Capitalist ist und die in gar
keinem Verhältniß mehr zu dem steht, was die Arbeit eines Individuums
schafft oder schaffen kann.), aber als entfremdete, verselbstständigte gesellschaftliche Macht, die als Sache - und als Macht der einzelnen Capita-
Iisten durch diese Sache - der Gesellschaft gegenübertritt. Damit wird eine
immer grössere Masse andrerseits der Productionsbedingungen beraubt,
ihnen gegenübergestellt. Der Widerspruch zwischen der allgemeinen gesellschaftlichen Macht, zu der sich das Capital gestaltet und der Privatmacht

/190/ Es ist nur in einzelnen Fällen, daß der Kapitalist durch Einführung der Maschinerie direkte Herabsetzung des Arbeitslohns bezweckte, obgleich dies stets der Fall, wenn er an die Stelle der geschickten Arbeit einfache und an die Stelle der Arbeit erwachsener Männer die Arbeit von Frauen und Kindern setzt. Der Wert der Ware ist durch die in ihr enthaltne gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit bestimmt. Bei Einführung neuer Maschinerie, solange die Masse der Produktion noch auf Grundlage der alten Produktionsmittel fortdauert, kann der Kapitalist die Ware unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, obgleich er sie über ihrem individuellen Wert verkauft, d.h. über der Arbeitszeit, die er unter dem neuen Produktionsprozeß zu ihrer Herstellung bedarf. Hier scheint also der Mehrwert für ihn aus dem Verkauf — der Übervorteilung der andren Warenbesitzer, dem Steigen des Preises der Ware über ihren Wert, herzustammen, nicht aus der Verminderung der notwendigen Arbeitszeit und der Verlängerung der Surplusarbeitszeit. Indes ist auch das nur Schein. Durch die ausnahmsweise Produktivkraft, die die Arbeit hier im Unterschied von der Durchschnittsarbeit in demselben Geschäftszweig erhalten, wird sie im Verhältnis zu derselben höhre Arbeit, so daß z.B. eine Arbeitsstunde derselben gleich /, Arbeitsstunden der Durchschnittsarbeit, einfache Arbeit auf höherer Potenz. Der Kapitalist zahlt sie aber wie die Durchschnittsarbeit. Eine geringre Zahl Arbeitsstunden wird so gleich einer größeren Zahl Arbeitsstunden der Durchschnittsarbeit. Er bezahlt sie als Durchschnittsarbeit und verkauft sie als das, was sie ist, höhere Arbeit, von der ein bestimmtes Quantum = einem höheren Quantum der Durchschnittsarbeit. Der Arbeiter braucht hier also nur geringre Zeit zu arbeiten, unter der Voraussetzung, als der Durchschnittsarbeiter, um denselben Wert zu produzieren. Er arbeitet also in der Tat geringere Arbeitszeit — als der Durchschnittsarbeiter — um das Äquivalent für seinen Arbeitslohn oder die zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens nötigen Lebensmittel zu produzieren. Er gibt also eine größre Zahl Arbeitsstunden als Surplusarbeit dem Kapitalisten, und es ist nur diese relative Surplusarbeit, die dem letztern beim Verkauf den Überschuß des Preises der Ware über ihren Wert liefert. Er realisiert diese Surplusarbeitszeit, oder, was dasselbe, diesen Surpluswert nur im Verkauf, der also nicht aus dem Verkauf, sondern aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und daher der relativen Vermehrung der Surplusarbeitszeit herstammt. Selbst wenn der Kapitalist, der die neue Maschinerie einführt, höheren als den Durchschnittsarbeitslohn zahlte, rührte der von ihm realisierte Überschuß über den normalen Mehrwert, den von den andren Kapitalisten in demselben Geschäftszweig realisierten Mehrwert, nur davon her, daß der Arbeitslohn nicht in demselben Verhältnis vermehrt wird, in welchem

316 3. Der relative Mehrwert : Heft V

diese Arbeit über die Durchschnittsarbeit steigt, daß also stets eine relative Vermehrung der Surplusarbeitszeit stattfindet. Dieser Fall also auch subsumiert unter das allgemeine Gesetz, daß der Mehrwert = Surplusarbeit.

Die Maschinerie — sobald sie kapitalistisch angewandt wird, sich nicht mehr in ihren Anfängen befindet, worin sie meist nichts als machtvolleres Handwerksinstrument ist — setzt die einfache Kooperation voraus, und zwar erscheint diese, wie wir weiter sehn werden, als viel wichtigeres Moment in ihr wie in der auf Teilung der Arbeit beruhenden Manufaktur, wo sie sich nur im Prinzip der multiples geltend macht, i.e. nicht nur darin, daß die verschiednen Operationen unter verschiedne Arbeiter verteilt sind, sondern daß Verhältniszahlen stattfinden, worin bestimmte Anzahl von Arbeitern gruppenweis je den einzelnen Operationen zugeteilt, unter sie subsumiert ist. Im mechanischen Atelier, der entwickeltsten Form der kapitalistischen Anwendung der Maschinerie, ist es wesentlich, daß viele dasselbe tun. Es ist sogar sein Hauptprinzip. Die Anwendung der Maschinerie setzt ferner ursprünglich als Existenzbedingung die auf Teilung der Arbeit beruhnde Manufaktur voraus, indem die Maschinenfabrikation selbst — also die Existenz der Maschine — auf einem Atelier beruht, worin das Prinzip der Teilung der Arbeit vollständig durchgeführt. Erst auf weiterer Entwicklungsstufe findet Maschinenfabrikation selbst auf Grundlage der Maschinerie — durch mechanisches Atelier — statt.

„In den Anfängen des mechanischen Ateliers bot eine Werkstatt dem Auge die Teilung der einzelnen Arbeiten in mannigfachen Abstufungen dar; die Feile, der Bohrer, die Drechselbank hatten ein jedes je nach dem Grad der Geschicklichkeit seine Arbeiter; aber die Fingerfertigkeit, mit der Arbeiter mit Feilen oder Bohrern umgingen, ist heute durch Maschinen zum Hobeln, zum Fräsen von Falzen in Holz und zum Bohren versetzt, während die manuelle Arbeit der Eisen- und Kupferdreher von der maschinell betriebenen

Drehbank übernommen wurde.“ (p.30, 31, Ure, t.I, l.c.)

Die in der Manufaktur entwickelte Teilung der Arbeit wiederholt sich einerseits im Innern des mechanischen Ateliers, obgleich in sehr vermindertem Maßstab; andrerseits, wie wir später sehn werden, wirft das mechanische Atelier die wesentlichsten Prinzipien der auf Teilung der Arbeit beruhenden Manufaktur über den Haufen. Endlich vermehrt die Anwendung der Maschinerie die Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft, die Vervielfältigung der besondren Geschäftszweige und unabhängigen Produktionssphären.

Ihr Grundprinzip ist Ersetzung geschickter Arbeit durch einfache Arbeit; also auch Reduktion der Masse des Arbeitslohns auf den Durchschnittsarbeitslohn oder Reduktion der notwendigen Arbeit der Arbeiter auf das

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 317

Durchschnittsminimum und Reduktion der Produktionskosten des Arbeitsvermögens auf die Produktionskosten des einfachen Arbeitsvermögens.

Die Vermehrung der Produktivkraft durch die einfache Kooperation und Teilung der Arbeit kostet dem Kapitalisten nichts. Sie sind unentgeltliche Naturkräfte der gesellschaftlichen Arbeit in den bestimmten Formen, die sie unter der Herrschaft des Kapitals annimmt. Die Anwendung der Maschinerie bringt nicht nur Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit ins Spiel im Unterschied von der Arbeit des vereinzelten Individuums. Sie verwandelt einfache Naturkräfte in Potenzen der gesellschaftlichen Arbeit, wie Wasser, Wind, Dampf, Elektrizität usw. Dies abgesehn von der Benutzung der mechanischen Gesetze, die in dem eigentlichen, arbeitenden Teil (i. e. direkt das Rohmaterial mechanisch oder chemisch verwandelnden Teil der Maschinerie) wirkt. Indes unterscheidet sich diese Form der Vermehrung der Produktivkräfte, hinc! der notwendigen Arbeitszeit dadurch: Ein Teil der bloßen Naturkraft, die angewandt wird, ist in dieser ihrer anwendbaren Form Produkt der Arbeit, wie die Verwandlung von Wasser in Dampf. Wo die bewegende Kraft, wie das Wasser z. B. natürlich als Wasserfall und dgl. vorgefunden wird {höchst charakteristisch, nebenbei bemerkt, daß die Franzosen das Wasser im Lauf des 18. Jahrhunderts horizontal wirken ließen, die Deutschen stets es künstlich brachen '?}, ist das Medium, wodurch seine Bewegung auf die eigentliche Maschinerie fortgeleitet wird, z.B. Wasserrad, Produkt der Arbeit. Ganz und gar aber gilt dies von der unmittelbar den Rohstoff umformenden Maschinerie selbst. Die Maschinerie also, im Unterschied von der einfachen Kooperation und der Teilung der Arbeit in der Manufaktur, ist produzierte Produktivkraft; sie kostet; sie tritt als Ware (direkt als Maschinerie oder indirekt als Ware, die konsumiert werden muß, um der bewegenden Kraft die erheischte Form zu geben) in die Produktionssphäre, worin sie als Maschinerie wirkt, als ein Teil des konstanten Kapitals. Wie jeder Teil des konstanten Kapitals fügt sie dem Produkt den Wert zu, der in ihr selbst enthalten ist, d.h., verteuert es um die Arbeitszeit, die zu ihrer eignen Produktion erheischt war. Obgleich wir daher in diesem Kapitel das Verhältnis des variablen Kapitals zu der Wertgröße, worin es sich reproduziert, ausschließlich betrachten — in andren Worten, das Verhältnis der in einer Produktionssphäre angewandten notwendigen Arbeit zur Surplusarbeit, daher absichtlich die Betrachtung des Verhältnisses des Mehrwerts zum konstanten Kapital und zur Gesamtsumme des vorgeschoßnen Kapitals ausschließen —, gebietet die Anwendung der Maschinerie, neben dem in Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals auch die

' daher

318 3. Der relative Mehrwert - Heft V

andren Teile des Kapitals zu betrachten. Das Prinzip nämlich, daß die Anwendung von Mitteln, wodurch die Produktivkraft vermehrt wird, die relative Surpluszeit und damit den relativen Surpluswert vermehrt, beruht auf der Verwohlfeilerung der Waren, daher die Verkürzung der zur Reproduktion des Arbeitsvermögens notwendigen Arbeitszeit infolge dieser contrivances!, wodurch die Produktivkraft vermehrt wird, d.h., dieselbe Arbeiterzahl? in derselben Zeitdauer mehr Gebrauchswerte produziert. Im Fall der Anwendung der Maschinerie wird jedoch dies Resultat nur erreicht durch größere Kapitalauslagen, durch Konsumtion vorhandner Werte, durch Hereinbringen eines Elements, das also im Betrag seines eigenen Werts die Wertgröße des Produkts, der Ware, vermehrt.

Was zunächst das Rohmaterial betrifft, so bleibt sein Wert natürlich derselbe, in welcher Weise es bearbeitet wird — nämlich der Wert, worin es in den Produktionsprozeß eingeht. Ferner vermindert die Anwendung der Maschinerie das Quantum Arbeit, das von einem bestimmten Quantum Rohmaterial absorbiert wird, oder vermehrt das Quantum Rohmaterial, das in einer bestimmten Arbeitszeit in Produkt verwandelt wird. Diese beiden Elemente betrachtet, enthält die mit Hilfe der Maschinerie produzierte Ware weniger Arbeitszeit als die ohne sie produzierte, stellt kleinere Wertgröße dar, ist wohlfeiler. Dies Resultat wird aber nur erreicht durch die industrielle Konsumtion von Waren — in der Maschinerie existierenden Waren —, deren Wert in das Produkt eingeht.

Da also der Wert des Rohmaterials derselbe bleibt, ob Maschinerie angewandt wurde oder nicht; da das Quantum Arbeitszeit, das ein bestimmtes Quantum Rohmaterial in Produkt, daher in Ware verwandelt, sich mit Anwendung der Maschinerie verringert; so hängt die Verwohlfeilerung der durch Maschine produzierten Waren nur von einem einzigen Umstand ab: Daß die in der Maschinerie selbst enthaltne Arbeitszeit geringer ist als die in dem von ihr ersetzten Arbeitsvermögen enthaltne Arbeitszeit; daß der Wert der Maschinerie, der in die Ware eingeht, geringer ist —- i.e. = minus Ärbeitszeit — als der Wert der von ihr ersetzten Arbeit. Dieser Wert aber = dem Wert der Arbeitsvermögen, deren verwandte Anzahl durch die Maschinerie verringert wird.

In dem Maße, wie die Maschinerie aus ihrer Kindheitsstufe heraustritt, sich von den Dimensionen und dem Charakter des Handwerkszeugs unterscheidet, das sie ursprünglich ersetzt, wird sie massenhafter und teurer, er-

! Erfindungen * In der Handschrift: Arbeitszeit

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 319

heischt mehr Arbeitszeit zu ihrer Produktion, steigt ihr absoluter Wert, obgleich sie relativ wohlfeiler wird, d.h., obgleich die wiirksamre Maschinerie in dem Verhältnis ihrer Wirksamkeit weniger kostet als die minder wirksame, d.h., das Quantum Arbeitszeit, das‘ihre eigne Produktion kostet, in viel geringrem Verhältnis wächst als das Quantum Arbeitszeit, das sie ersetzt. Jedenfalls aber steigt ihre absolute Teuerkeit progressiv, fügt sie also absolut größern Wert der von ihr produzierten Ware hinzu, namentlich im Vergleich zu dem Handwerkszeug oder selbst den einfachen und den auf Teilung der Arbeit beruhenden Instrumenten, die sie im Produktionsprozeß ersetzt. Daß nun die von ihrem teurern Produktionsinstrument produzierte Ware wohlfeiler sei als die ohne es produzierte; daß die in der Maschinerie selbst enthaltne Arbeitszeit geringer sei als die von ihr ersetzte, hängt von zwei Umständen ab:

l. Je größer die Wirksamkeit der Maschinerie, je mehr sie die Produktivkraft der Arbeit steigert, in dem Verhältnis, worin sie einen Arbeiter befähigt, die Werke vieler Arbeiter zu verrichten, wächst die Masse der Gebrauchswerte und daher der Waren, die mit Hilfe der Maschinerie in derselben Arbeitszeit produziert werden. Es vermehrt sich so die Anzahl der Waren, worin der Wert der Maschinerie wiedererscheint. Der Gesamtwert der Maschinerie erscheint nur wieder in der Gesamtheit der Ware, zu deren Produktion sie als Arbeitsmittel assistiert hat; dieser Gesamtwert verteilt sich in aliquoten! Teilen? unter die einzelnen Waren, aus deren Summe die Gesamtmasse besteht. Je größer also diese Gesamtmasse, um so kleiner der Wertteil der Maschinerie, der in der einzelnen Ware wiedererscheint. Trotz der Wertdifferenz zwischen Maschinerie und Handwerkszeug oder einfachem Arbeitsinstrument wird ein geringrer Wertteil für die Maschinerie in die Ware eingehen als für das Arbeitsinstrument und das Arbeitsvermögen, das die Maschine ersetzt, in dem Verhältnis, wie sich der Wert der Maschine auf eine größre Gesaintsumme von Produkten, Waren verteilt. Eine Spinnmaschine, die dieselbe Arbeitszeit in 1000 Pfunden Baumwolle absorbierte, erscheint als Wertteil von Yooo nur in dem einzelnen Pfund Garn wieder, während, wenn sie nur 100 Pfund in derselben Zeit spinnen hülfe, "oo ihres Werts in dem einzelnen Pfund Garn wiedererschiene, es also in diesem Fall zehnmal mehr Arbeitszeit, zehnmal mehr Wert enthielte, IOmal teurer wäre als in dem ersten. Maschinerie kann also nur unter Umständen (auf kapitalistischer Grundlage) angewandt werden, wo überhaupt massenhafte Produktion, Produktion auf großer Stufenleiter, möglich.

! entsprechenden

? In der Handschrift: Waren

22*

320 3. Der relative Mehrwert : Heft V

/201/ „Die Teilung der Arbeit und der Einsatz starker Maschinen sind nur möglich in Anlagen, die genügend Arbeit für alle Gruppen von Arbeitern anbieten und hohe Erträge ergeben. Je beachtlicher die Produktionserträge sind, um so geringer sind im Verhältnis dazu die Kosten für Werkzeuge und Maschinen. Wenn zwei Maschinen gleicher Stärke in der gleichen Zeit, die eine 100000 Meter, die andere 200000 Meter des gleichen Stoffes produzierten, könnte man sagen, daß die erste Maschine doppelt soviel kostet wie die zweite, daß man in einem der Unternehmen doppelt soviel Kapital eingesetzt hat, wie im anderen.“ (p.334, Rossi, „Cours d’Econ. Politigue“.)

/194/ 2. Schon bei der auf Teilung der Arbeit beruhenden Manufaktur wie bei der handwerksmäßigen Industrie usw. findet es sich, daß die Arbeitsinstrumente (ebenso ein andrer Teil der Arbeitsbedingung, wie Baulichkeiten) ihrem ganzen Umfang nach in den Arbeitsprozeß eingehn, entweder direkt als Arbeitsmittel oder indirekt als Bedingungen (wie Baulichkeiten), die notwendig sind, damit der Arbeitsprozeß vor sich geht. Aber sie gehn nur teilweise, portionsweise, in den Verwertungsprozeß ein — nämlich nur zu dem Umfang, wozu sie im Arbeitsprozeß aufgenutzt werden, mit ihrem Gebrauchswert zugleich ihr Tauschwert im Arbeitsprozeß konsumiert wird. Ihr Gebrauchswert als Arbeitsmittel geht in den Arbeitsprozeß ganz ein, aber er erhält sich während einer Periode, die eine Summe von Arbeitsprozessen umfaßt, worin sie wiederholt zur Produktion derselben Art von Waren dienen, d.h., stets von neuem als Arbeitsmittel neuer Arbeit zur Verarbeitung von neuem Material dienen. Ihr Gebrauchswert als solche Arbeitsmittel ist erst abgenutzt am Ende einer solchen kürzeren oder längeren Periode, worin derselbe Arbeitsprozeß stets von neuem wiederholt worden ist. Ihr Tauschwert erscheint also nur ganz wieder in der Gesamtsumme der Waren, in deren Produktion sie während einer solchen Periode gedient haben — der ganzen Periode, von ihrem Eintritt in den Arbeitsprozeß bis zu ihrer Entfernung aus dem Prozeß. In jede einzelne Ware geht daher nur ein bestimmter aliquoter Wertteil derselben. Diente das Instrument während 90 Tagen, so würde in den Waren, die an jedem Tag produziert werden, "4, seines! Werts wiedererscheinen. Es tritt hier notwendig eine ideelle Durchschnittsrechnung ein, denn ganz erscheint der Wert des Instruments nur wieder in der ganzen Periode von Arbeitsprozessen, worin es ganz abgenutzt worden — also in der Gesamtsumme der Waren, in deren Produktion es während dieser Periode assistiert hat. Es wird also so berechnet, daß an? jedem Tag durchschnittlich ein so großer aliquoter Teil seines Gebrauchswerts abgenutzt wird (dies ist die Fiktion), also ein so großer aliquoter Wertteil desselben im Produkt dieses einen Tags wiedererscheint.

! In der Handschrift: ihres ? In der Handschrift: in

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 321

Mit der Einführung der Maschinerie, mit welcher die Arbeitsmittel großen Wertumfang annehmen und sich in massenhaften Gebrauchswerten darstellen, wächst dieser Unterschied zwischen Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß und wird ein bedeutendes Moment in der Entwicklung der Produktivkraft und dem Charakter der Produktion. Ein Atelier von mechanischen Webstühlen z.B., das während 12 Jahren leistet, ist die Abnutzung der Maschinerie usw. während des Arbeitsprozesses an einem Tage unbedeutend und erscheint daher der Wertteil der Maschinerie, der in der einzelnen Ware wiedererscheint oder selbst in dem Produkt eines ganzen Jahres, relativ unbedeutend. Die vergangene, vergegenständlichte Arbeit tritt hier massenhaft in den Arbeitsprozeß3 ein, während nur ein relativ unbedeutender Teil dieses Teils des Kapitals sich in demselben Arbeitsprozeß abnutzt, also in den Verwertungsprozeß eintritt und daher als Wertteil im Produkt wiedererscheint. Wie bedeutend daher immer die Wertgröße sei, welche die in den Arbeitsprozeß eingehnde Maschinerie und die mit ihr gegebnen Baulichkeiten usw. darstellen, geht, mit dieser Gesamtwertmasse verglichen, immer nur ein relativ geringer Teil derselben in den täglichen Ver 195|wertungsprozeß, daher in’ den Wert der Ware, ein, verteuert die Ware relativ, aber nur unbedeutend und in viel geringerem Maße, als die von der Maschinerie ersetzte Handarbeit sie verteuern würde. Wie groß daher auch der Teil des Kapitals, der in Maschinerie ausgelegt ist, erscheinen möge gegen den Teil, der in der lebendigen Arbeit ausgelegt ist, welcher diese Maschinerie als Produktionsmittel dient, so erscheint diese Proportion sehr gering, wenn der Wertteil der Maschinerie, der in der einzelnen Ware wiedererscheint, verglichen wird mit der in derselben Ware aufgesaugten lebendigen Arbeit, und erscheint der von beiden — Maschinerie und Arbeit — dem einzelnen Produkt zugesetzte Wertteil gering — im Verhältnis zum Wert des Rohmaterials selbst.

Es ist erst mit der Maschinerie, daß die gesellschaftliche Produktion auf großer Stufenleiter die Kraft erwirbt, Produkte, die ein großes Quantum vergangner Arbeit darstellen, also großße Wertmassen, ganz in den Arbeitsprozeß eingehen zu lassen, ganz als Produktionsmittel, während nur ein relativ geringer aliquoter Teil derselben in den während des einzelnen Arbeitsprozesses vor sich gehenden Verwertungsprozesses eingeht. Das Kapital, was in dieser Form in jeden einzelnen Arbeitsprozeß eingeht, ist groß, aber das Verhältnis, worin sein Gebrauchswert während dieses Arbeitsprozesses vernutzt, konsumiert.wird und sein Wert daher ersetzt werden muß, ist relativ klein. Die Maschinerie wirkt ganz als Arbeitsmittel, setzt dem Produkt aber nur Wert zu im Verhältnis, worin der Arbeitsprozeß sie entwertet, eine Entwertung, die

322 3. Der relative Mehrwert - Heft V

durch den Grad der Abnutzung ihres Gebrauchswerts während des Arbeitsprozesses bedingt ist.

Die unter I. und 2. aufgezählten Bedingungen, wovon es abhängt, daß die vom teureren Instrument produzierte Ware wohlfeiler sei als die mit wohlfeilerem produzierte oder daß der in der Maschinerie selbst enthaltne Wert kleiner sei als der Wert der Arbeitsvermögen, die sie ersetzt, kommen also darauf hinaus: Die erste Bedingung ist massenhafte Produktion; hängt von dem Grad ab, worin die Masse der Waren, die 1 Arbeiter in derselben Arbeitszeit produzieren kann, groß ist im Vergleich zu der, die er ohne die Maschinerie produzieren würde. In andren Worten, von dem Grad, worin Arbeit durch die Maschinerie ersetzt wird, also die Masse Arbeitsvermögen, die mit Bezug auf die Masse des Produkts gebraucht wird, möglichst verkürzt ist, möglichst viel Arbeitsvermögen durch die Maschinerie ersetzt wird und der Teil des Kapitals, der in Arbeit ausgelegt ist, relativ klein erscheint gegen den Teil des Kapitals, der in Maschinerie ausgelegt ist. Zweitens aber: Daß, wie groß immer der in Maschinerie bestehende Teil des Kapitals sei, der Wertteil der Maschine, der in der einzelnen Ware wiedererscheint, der Wertteil also, den die Maschinerie der einzelnen Ware zusetzt, gering ist im Vergleich zu den in derselben Ware enthaltenen Wertteilen von Arbeit und Rohmaterial, und zwar, weil in einer gegebnen Arbeitszeit die Gesamtmaschinerie in den Arbeitsprozeß eingeht, aber nur ein relativ unbedeutender Teil derselben in den Verwertungsprozeß eingeht; die ganze Maschinerie in den Arbeitsprozeß eingeht, aber stets nur ein aliquoter Teil der Wertgröße der Maschinerie.

Danach zu berichtigen folgende Kritik des Ricardo.

„Ricardo spricht von ‚der beim Bau einer Strumpfwirkmaschine verausgabten Arbeitsmenge eines Maschinenbauers‘“, als enthalten z.B. in ein Paar Strümpfen, „jedoch die ganze Ärbeit, die jedes einzelne Paar Strümpfe hergestellt hat, falls wir hier von einem einzelnen Paar sprechen, schließt die ganze Arbeit des Maschinenbauers ein und nicht nur einen Teil; denn eine Maschine macht zwar viele Paare, aber keines dieser Paare hätte unter Verzicht auf irgendeinen Teil der Maschine angefertigt werden können.“ ([p.] 54, „Observations on certain verbal disputes in Pol. Ec.“, London 1821.)

Der in Rohmaterial ausgelegte Teil des Kapitals wächst noch ungleich schneller im Vergleich zu dem in Arbeitslohn ausgelegten als bei der bloßen Teilung der Arbeit. Es kommt dann noch hinzu die neue und verhältnismäßig große Masse des in Arbeitsmitteln, Maschinerie usw. ausgelegten Kapitals. Mit dem Fortschritt der Industrie wächst also gleichzeitig der auxiliary Teil des Kapitals!!’* im Verhältnis zu dem in lebendiger Arbeit ausgelegten.

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 323

[1197] Eine der ersten Folgen der Einführung neuer Maschinerie, bevor sie herrschend in ihrem Produktionszweig geworden ist, ist, die Arbeitszeit der Arbeiter zu verlängern, die fortfahren, mit den alten unvollkommenen Produktionsmitteln zu arbeiten. Die mit der Maschinerie produzierte Ware, obgleich sie über ihrem individuellen Wert verkauft wird, d.h. über dem Quantum in ihr selbst enthaltner Arbeitszeit, wird unter dem bisherigen gesellschaftlichen, allgemeinen Wert derselben Produktspezies verkauft. Die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit zur Produktion dieser bestimmten Ware ist daher gefallen, nicht aber die für die mit den alten Produktionsinstrumenten arbeitenden Arbeiter. Reichen also 10 Stunden Arbeitszeit hin zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens, so enthält sein Produkt von 10 Stunden nicht mehr 10 Stunden notwendiger Arbeitszeit, nämlich unter den neuen gesellschaftlichen Produktiorisbedingungen zur Herstellung dieses Produkts notwendiger Arbeitszeit, sondern vielleicht nur 6 Stunden. Wenn er daher 14 Stunden arbeitet, so stellen diese seine 14 Stunden nur /0 Stunden notwendiger Arbeitszeit dar, und es sind nur 10 Stunden notwendige Arbeitszeit in ihnen realisiert. Das Produkt hat daher auch nur den Wert eines Produkts von 10 Stunden allgemeiner notwendiger gesellschaftlicher Arbeit. Er müßte die Arbeitszeit verlängern, wenn er selbständig arbeitet. Arbeitet er als Lohnarbeiter, also notwendig auch Surpluszeit, so wird bei aller Verlängrung der absoluten Arbeitszeit die durchschnittliche Surplusarbeit für den Kapitalisten nur herauskommen, indem sein Lohn unter den frühren average! fällt, d.h. von den mehr Stunden, die er arbeitet, weniger von ihm selbst angeeignet werden, nicht, weil seine Arbeit produktiver, sondern weil sie unproduktiver geworden, nicht, weil er in kleinrer Arbeitszeit dasselbe Quantum von Produkt schafft, sondern weil das ihm zufallende Quantum verringert wird.

Der Mehrwert = Surplusarbeit — absolute sowohl wie relative —, den das Kapital durch Anwendung der Maschinerie erzeugt, entspringt nicht aus den Arbeitsvermögen, die die Maschinerie ersetzt, sondern aus den Arbeitsvermögen, die sie anwendet.

„Nach Baines kann eine erstklassige Baumwollspinnerei nicht gebaut, mit Maschinerie eingerichtet und mit Dampfmaschinen und Gasanlagen ausgerüstet werden für weniger als 100 000 L. Eine Dampfmaschine von 100 Pferdekräften dreht 50000 Spindeln, die pro Tag 62500 Meilen feines Baumwollgarn produzieren können. In einer solchen Fabrik spinnen 1000 Menschen soviel Garn wie 250000 Menschen ohne Maschinerie.“ (S. Laing, „The national distress“, London 1844, p. 75.139)

! Durchschnitt

324 3. Der relative Mehrwert - Heft V

In diesem Fall stammt der Mehrwert des Kapitals nicht von der ersparten Arbeit von 250 Personen, sondern von der 1 Person, die sie ersetzt; nicht von den 250000 ersetzten Personen, sondern von den 1000 Beschäftigten. Es ist ihre Surplusarbeit, die sich im Mehrwert verwirklicht. Der Gebrauchswert der Maschine, und ihr Ersetzen von Menschenarbeit ist ihr Gebrauchswert, bestimmt ihren Wert nicht, sondern die zu ihrer eignen Produktion erheischte Arbeit. Und dieser ihr Wert, den sie vor ihrer Anwendung besitzt, bevor sie in den Produktionsprozeß eintritt, ist der einzige Wert, den sie qua Maschinerie dem Produkt zufügt. Diesen Wert hat’ der Kapitalist im Ankauf der Maschine bezahlt.

Vorausgesetzt, daß die Waren sich zu ihrem Wert verkaufen, besteht der relative Mehrwert, den das Kapital vermittelst der Maschinerie schafft, wie bei der Anwendung aller andern arrangements', die die Produktivkraft der Arbeit vermehren und damit den Preis des einzelnen Produkts vermindern, bloß darin, daß die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens notwendigen Waren verwohlfeilert, daher die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens notwendige Arbeitszeit, die nur ein Äquivalent der im Arbeitslohn enthaltenen Arbeitszeit ist, verkürzt wird; daher bei gleicher Dauer des Gesamtarbeitstags die Surplusarbeitszeit verlängert wird. (Es finden einige modifizierende Umstände statt, von denen später.) Diese Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit ist ein Resultat, das der gesamten kapitalistischen Produktion zugut kömmt und die Produktionskosten des Arbeitsvermögens überhaupt vermindert, weil nach der Voraussetzung die von der Maschinerie produzierte Ware in seine Reproduktion überhaupt eingeht. Es ist dies jedoch kein Motiv für den einzelnen Kapitalisten, Maschinerie einzuführen — ein allgemeines Resultat, das ihm nicht besonders zugut kömmt.

Erstens: Die Einführung der Maschinerie, sei es, daß sie die handwerksmäBige Industrie ersetzt (wie z. B. beim Spinnen), also einen Industriezweig überhaupt erst der kapitalistischen Produktionsweise unterwirft; sei es, daß sie eine früher auf bloßer Teilung der Arbeit beruhende Manufaktur revolutioniert (wie in der Maschinenfabrik); sei es endlich, daß sie frühre Maschinerie durch vervollkommnete verdrängt oder die Anwendung der Maschinerie in einem Atelier auf früher noch nicht von ihr ergriffene Teiloperationen desselben ausdehnt — in allen diesen Fällen verlängert sie, wie oben bemerkt, die notwendige Arbeitszeit für die unter die alte Produktionsweise noch subsumierten Arbeiter und verlängert ihren Gesamtarbeitstag. Andererseits aber verkärzt sie relativ die notwendige Arbeitszeit in den Ateliers, worin sie neu ein-

! Maßnahmen

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 325

geführt ist. Sind 2 Arbeitsstunden des Handwebers nach der Einführung des Powerlooms! nur noch = 1 gesellschaftlich notwendigen Arbeitsstunde, so ist l Arbeitsstunde des Powerloomweavers? jetzt, bevor der Powerloom allgemein in diese Art Weberei eingeführt ist, größer als die notwendige Arbeitsstunde. Ihr Produkt hat einen höhren Wert als das einer Arbeitsstunde. Es ist dasselbe, als sei einfache Arbeit auf höhrer Potenz oder höhere Sorte Webarbeit in ihr realisiert. Dies nämlich zu dem Umfang, worin der Kapitalist, der den powerloom benutzt, das Produkt 1 Stunde zwar unter dem Niveau der alten Arbeitsstunde verkauft, unter seinem bisherigen gesellschaftlich notwendigen Wert, aber über ihrem individuellen Wert, d.h. über der Arbeitszeit, die er selbst zu seiner Herstellung mit Hülfe des powerloom anzuwenden hat, Der Arbeiter braucht also weniger Stunden zur Reproduktion seines Salairs zu arbeiten, seine notwendige Arbeitszeit ist in demselben Maße verkürzt, worin seine Arbeit höhere Arbeit in derselben Branche geworden ist, das Produkt einer Arbeitsstunde desselben? also vielleicht über das Produkt von zwei Arbeitsstunden in den Ateliers, wo noch die alte Produktionsweise herrscht, verkauft wird. Bleibt der Normaltag daher derselbe — gleich lang — so wächst hier die Surplusarbeitszeit, weil die notwendige verkürzt ist. Es fände dies selbst im Fall einer Lohnerhöhung statt, immer unter der Voraussetzung, daß unter den neuen Umständen der Arbeiter nicht so großen aliquoten Teil des Tags als vorher zur Ersetzung seines Salairs oder Reproduktion seines Arbeitsvermögens anwendet. Diese Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit ist natürlich temporär und verschwindet, sobald die allgemeine Einführung der Maschinerie in diesem Zweig den Wert der Ware wieder auf die in ihr enthaltne Arbeitszeit reduziert hat. Indes ist dies zugleich ein Stachel für den Kapitalisten, durch Einführung stets neuer, kleiner Verbesserungen die von ihm angewandte Arbeitszeit über das Niveau der in derselben Produktionssphäre allgemein notwendigen Arbeitszeit zu erheben. Dies gilt, in welchem Produktionszweig die Maschinerie auch immer angewandt werde, und ist unabhängig davon, ob die von ihr produzierten Waren in die Konsumtion des Arbeiters selbst eingehn.

Zweitens. Es ist eine allgemeine Erfahrung, daß, sobald die Maschinerie kapitalistisch angewandt wird — d.h., aus ihrer Kindheitsstufe heraustritt, worin sie in vielen Branchen ursprünglich erscheint, nämlich als bloß produktivere Form des alten Handwerkszeugs, die aber noch in der alten

! mechanischen Webstuhls 2 Webers am mechanischen Webstuhl 3 In der Handschrift: desselben sich

326 3. Der relative Mehrwert - Heft V

Betriebsweise 199] von unabhängigen Arbeitern und ihren Familien angewandt wird — sobald sie als eine Form des Kapitals dem Arbeiter gegenüber sich verselbständigt —, die absolute Arbeitszeit — der Gesamtarbeitstag -- nicht verkürzt, sondern verlängert wird. Die Betrachtung dieses case! gehört in Kapitel III, Es sind aber hier die Hauptpunkte anzugeben. Es ist hier zweierlei zu unterscheiden. Erstens die neuen Bedingungen, worin sich der Arbeiter versetzt findet und die den Kapitalisten befähigen, gewaltsam die Arbeitszeit zu verlängern. Zweitens die Motive, die das Kapital zu dieser Operation bestimmen.

ad 1. Einmal die verwandelte Form der Arbeit, ihre scheinbare Leichtigkeit, die alle Muskelanstrengung auf die Maschinerie wirft, ebenso das Geschick, Die Verlängerung stößt aus dem einen Grund zunächst nicht auf physische Unmöglichkeit; an dem zweiten bricht der Gegensatz des Arbeiters, dem seine noch bei der Manufaktur vorherrschende, jetzt gebrochne Virtuosität nicht mehr erlaubt, sich auf die Hinterfüße zu stellen, vielmehr dem Kapital erlaubt, die geschickten Arbeiter durch ungeschickte und daher seiner Kontrolle mehr unterworfne zu ersetzen. Dann die neue Klasse von Arbeitern, die nun als ein bestimmendes Element hineinkommt, den Charakter des ganzen Ateliers verändert, und ihrer Natur nach der Despotie des Kapitals fügsamer ist. Nämlich das Element der Weiber- und Kinderarbeit. Ist einmal durch Tradition der Arbeitstag gewaltsam verlängert, so erheischt es Menschenalter, wie in England, bevor die Arbeiter fähig sind, ihn wieder auf die Normalgrenzen zurückzuführen. So ist die Verlängerung des Tags über seine natürlichen Grenzen, die Nachtarbeit, ein Absprung des Fabriksystems.

„Es ist klar, daß die lange Arbeitszeit durch den Umstand herbeigeführt wurde, daß man eine so große Anzahl verlassener Kinder aus verschiedenen Teilen des Landes bekommen hat“ (aus’den Arbeitshäusern), „so daß die Fabrikherren von den Arbeitern unabhängig waren und sie, nachdem sie erst einmal mit Hilfe des auf diese Weise aufgetriebenen armseligen Menschenmaterial die lange Arbeitszeit zur Gewohnheit gemacht hatten, diese auch ihren Nachbarn leichter aufzwingen konnten.“ (Fielden, J., „The Curse of the Factory System“, London 1836|, p. 11].)

„‚Mr. E., ein Fabrikant, unterrichtete mich, daß er ausschließlich Weiber bei seinen mechanischen Webstühlen beschäftigt; es ist im allgemeinen so; er gebe verheirateten Weibern den Vorzug, besonders solchen mit Familie zu Hause, die von ihnen für den Unterkalt abhängt; sie sind viel aufmerksamer und gelehriger als unverheiratete und zur äußersten Anstrengung ihrer Kräfte gezwungen, um die notwendigen Lebensmittel herbeizuschaffen.‘ So werden die Tugenden, die eigentümlichen Tugenden des weiblichen Charakters, zu seinem Schaden verkehrt — so wird alles Sittliche und Zarte ihrer Natur

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 327

zum Mittel ihrer Sklaverei und ihres Leidens gemacht.“ (p.20, „Ten Hours’ Factory Bill. The Speech of Lord Ashley“, London 1844.)

Der obenzitierte Fielden sagt:

„Mit den voranschreitenden Verbesserungen der Maschinerie hat der Geiz der Fabrikbesitzer viele von ihnen dazu angestachelt, mehr Arbeit aus ihren Arbeitern herauszupressen, als die Natur sie befähigte zu leisten.“ (Fielden, 1. c., [p.] 34.)

Der Heißhunger nach fremder Arbeit (Surplusarbeit) ist dem Anwender der Maschinerie nicht spezifisch eigen, sondern das treibende Motiv der ganzen kapitalistischen Produktion. Da der factory master! sich nun in besserer Lage befindet, diesem Trieb zu folgen, läßt er ihm ganz natürlich die Zügel schießen.*

Es kommen jedoch noch besondere Umstände hinzu, die diesem Trieb im Falle der Anwendung von Maschinerie ganz besondern Stachel geben.

} Die Maschinerie etc. verwertet sich in einer längren Periode, worin derselbe Arbeitsprozeß beständig zur Produktion neuer Ware wiederholt wird. Diese Periode ist nach Durchschnittsrechnung bestimmt, wonach der Gesamtwert der Maschinerie in das Produkt übergegangen ist. Durch Verlängerung der Arbeitszeit über die Grenzen des Normalarbeitstags hinaus wird die Periode abgekürzt, worin das in der Maschinerie ausgelegte Kapital durch die Gesamtproduktion ersetzt ist. Gesetzt, die Periode sei 10 Jahre, wenn 12 Stunden täglich gearbeitet wird. Wird 15 Stunden täglich gearbeitet, also der Tag um V, verlängert, so macht das in einer Woche 1Y, Tage = 18 Stunden. Die ganze Woche nach der Voraussetzung 90. '%, = '? Woche. Und so auf die 10 Jahre würde 4? gespart werden; also 2* Jahre. Hence? in 8° Jahren hätte sich das in Maschinerie ausgelegte Kapital ersetzt. Entweder ist sie wirklich in der Zeit abgenutzt. Dann ist der Reproduktionsprozeß beschleunigt. Wenn nicht — und sie noch arbeitsfähig ist — so vergrößert sich das Verhältnis des variablen Kapital zu dem konstanten, weil letztres noch mitarbeitet, ohne jedoch weiter in den Verwertungsprozeß} eingehn zu müssen. Dadurch steigt, wenn nicht der Mehrwert (der schon überhaupt gewachsen ist,

* Noch zu bemerken: Die bewegende Kraft, solang sie von Menschen (und selbst Tieren) ausgeht, kann physisch nur bestimmte Zeit des Tags wirken. Eine Dampfmaschine etc, bedarf keiner Ruhe. Sie kann jede beliebige Zeitdauer fortgesetzt werden.

! Fabrikbesitzer

? In der Handschrift: 72. 7%, = Y, ? In der Handschrift: Y;

* In der Handschrift: 24,

? Also

6 In der Handschrift: 71%

328 3. Der relative Mehrwert : Heft V

infolge der verlängerten Arbeitszeit), doch das Verhältnis dieses Mehrwerts — zur Gesamtsumme des ausgelegten Kapitals — und daher der Profit. Es kömmt hinzu: Bei der Einführung neuer Maschinerie folgen sich die Verbesserungen Schlag auf Schlag. So wird beständig ein großer Teil der alten Maschinerie zum Teil entwertet oder ganz unbrauchbar, bevor ihre Zirkulationsperiode durchlaufen oder ihr Wert in dem Wert der Waren wieder erschienen ist. Je mehr die Periode der Reproduktion abgekürzt wird, um [so] geringer diese Gefahr und um so fähiger der Kapitalist, nachdem der Wert der Maschinerie in kürzrer Frist ihm wiedergekehrt ist, die neue verbesserte Maschinerie einzuführen und die alte wohlfeil zu verkaufen, die wieder für einen andren Kapitalisten mit Nutzen angewandt werden kann, da sie in seine Produktion von vornherein als Repräsentant geringerer Wertgröße eintritt. (Hierüber Näheres beim capital fixe, wo auch die Beispiele von Babbage 9 anzuführen.)

Das Gesagte gilt nicht nur von der Maschinerie, sondern von dem ganzen Kapital fixe, das die Anwendung der Maschinerie in ihrem Gefolge mit sich führt und bedingt.

Indes handelt es sich für den Kapitalisten keineswegs bloß darum, die in dem capital fixe ausgelegte Wertmasse möglichst bald returniert! zu erhalten, so vor Entwertung zu schützen und in disponibler Form wieder zu besitzen, sondern es handelt sich vor allem um die profitable Anwendung dieses Kapitals — der großen Masse des Kapitals, das in eine Form eingebaut ist, worin es sowohl als Tauschwert verkömmt wie als Gebrauchswert nutzlos, außer soweit es in Kontakt mit der lebendigen Art Arbeit gebracht wird, deren Kapital fixe es bildet. Da der in Arbeitslohn ausgelegte Teil des Kapitals sich gegen das Gesamtkapital — speziell auch gegen das fixe Kapital, sehr verkleinert hat und die Größe des Mehrwerts nicht nur von seiner Rate, sondern von der Anzahl der gleichzeitig angewandten Arbeitstage, der Profit aber vom Verhältnis dieses Mehrwerts zum Gesamtkapital abhängt, so Abnahme der Profitrate. Um diese zu verhindern, natürlich das einfachste Mittel durch Verlängerung des Arbeitstags die absolute Surplusarbeit möglichst zu verlängern und so das Kapital fixe zum Mittel zu machen, möglichst großes Quantum unbezahlter Arbeit anzueignen. Steht die Fabrik still, so betrachtet das der Fabrikant, als bestehlen ihn die Arbeiter; denn in dem capital fixe hat sein Kapital eine Form erhalten, worin es direkt Anweisung auf fremde Arbeit ist. Es ist dies alles sehr naiv ausgedrückt von Herrn Senior, der noch im

Jahr 1837 der Ansicht war, daß mit Entwicklung der Maschinerie der

! zurück

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 329

Arbeitstag — also die absolute Arbeitszeit — notwendig steigend wachsen müsse,

Senior sagt und führt dabei auch noch Ehren-Ashworth an als seine Autorität:

„Der Unterschied zwischen den Arbeitsstunden, die in der ganzen Welt üblich sind in Baumwollfabriken und anderen Beschäftigungen, rührt aus zwei Gründen her. 1. Das große Übergewicht des fixen im Verhältnis zum zirkulierenden Kapital, das lange Arbeitszeit wünschenswert macht.“ (p. 11, Senior, „Letters on the Factory Act etc.“, Lond[on]

1837.) (XI, [p.]41371,)

Mit dem beständigen Wachstum des capital fixe im Vergleich zum zirkulierenden Kapital:

„wird der Antrieb zur Verlängerung der Arbeitszeit stärker, da dies das einzige Mittel ist, eine große Masse fixen Kapitals profitabel zu machen. ‚Wenn ein Ackersmann‘, sagte Herr Ashworth zu mir, ‚seinen Spaten niederlegt, macht er für diese Periode ein Kapital von 18 d nutzlos. Wenn einer von unseren Leuten die Fabrik verläßt, macht er ein Kapital

nutzlos, das 1000008 /, gekostet hat.‘“ ([p.] 14, ].c.)

He renders useless!! Die Maschinerie ist ja grade da — so großes Kapital in ihr ausgelegt -— um ihm Arbeit abzupressen. In der Tat begeht er schon ein großes Verbrechen gegen!” a capital that has cost 1, by leaving the mill at all?!

(Daher die Nachtarbeit ursprünglich;

„später arbeiteten unsere factories gewöhnlich 80 Stunden per week?“. (p.5, X1.1771))

„Eine Dampfmaschine oder eine andere, die nur einige Stunden oder einige Tage pro Woche in Betrieb sind, stellen vergeudete Kraft dar. Laufen sie den ganzen Tag, produzieren sie mehr, und noch mehr, wenn sie Tag und Nacht arbeiten.“ (J.G. Courcelle-Seneuil, „Iraite Theorique et pratique des entreprises industrielles etc.“, 2.&d., Paris 1857, p. 48.)

„Die ersten Maschinen zur Tüllfabrikation waren sehr teuer beim ersten Ankauf, von 1000 zu 1200 1,St. Die Besitzer dieser Maschine fanden, daß sie mehr fabrizierten. Da aber die Arbeitszeit der Arbeiter auf 8 Stunden beschränkt war, konnte er in bezug auf den Preis nicht mit der alten Fabrikationsweise lutter*. Dieser Nachteil rührte her von der beträchtlichen Summe, die das erste &tablissement? der Maschine kostete. Bald aber bemerkten die Fabrikanten, daß mit derselben Ausgabe von ursprünglichem Kapital und

! Er macht es nutzlos!

2 ein Kapital, das 100000 I gekostet hat, indem es überhaupt die Fabrik verließ ’ pro Woche

R kämpfen

% Aufstellen

330 3. Der relative Mehrwert - Heft V

einer kleinen addition (Zubuße) zu ihrem fonds de roulement! sie dieselben Maschinen während 24 Stunden arbeiten lassen könnten.“ (p. 279, Babbage|, „Traite sur l’&conomie‘].)

/206/ „Es ist selbstverständlich, daß mit der Ebbe und Flut des Marktes und dem abwechselnden Wachsen und Schrumpfen der Nachfrage die Gelegenheiten ständig wiederkehren werden, wo der Fabrikant zusätzliches zirkulierendes Kapital anwenden kann, ohne zusätzliches fixes Kapital zu verwenden ... wenn zusätzliche Mengen an Rohmaterial. ohne zusätzliche Ausgaben für Gebäude und. Maschinerie verarbeitet werden können.“ (p.64, Torrens, R.,

„On Wages and. Combination“, London 1834.)

Dies überhaupt ein Vorteil bei Verlängerung der Arbeitszeit — saving of an additional expense for buildings and machinery..

/201/ Drittens. Soweit die Anwendung der Maschinerie die Arbeitszeit abkürzt, worin dieselbe Ware produziert werden kann, vermindert sie den Wert der Ware und macht die Arbeit produktiver, weil sie in derselben Zeit mehr Produkt liefert. Soweit berührt die Maschinerie nur die Produktivkraft der normalen Arbeit. Ein bestimmtes Quantum Arbeitszeit stellt sich aber nach wie vor in derselben Wertgröße dar. Sobald die Konkurrenz daher den Preis der durch Maschinerie produzierten Ware auf ihren Wert reduziert’ hat, kann die Anwendung der Maschinerie den Mehrwert, den Gewinn des Kapitalisten, nur vermehren, soweit durch Verwohlfeilerung der Ware der Wert des Arbeitslohns oder der Wert des Arbeitsvermögens oder die zu seiner Reproduktion notwendige Zeit verringert wird.

Indes kommt hier ein Umstand hinzu, wodurch selbst ohne Verlängerung des Arbeitstags die Anwendung der Maschinerie die absolute Arbeitszeit vermehrt und daher den absoluten Mehrwert. Es geschieht dies sozusagen durch Kondensierung der Arbeitszeit, indem jeder Zeitteil mehr mit Arbeit ausgefüllt wird; die Intensität der Arbeit wächst; nicht nur die Produktivität (also Qualität) der Arbeit vermittelst der Anwendung der Maschinerie wächst, sondern das Arbeitsguantum in einem gegebnen Zeitabschnitt wächst. Die Zeitporen werden sozusagen durch Kompression der Arbeit verkleinert. Dadurch stellt 1 Arbeitsstunde dasselbe Arbeitsquantum vielleicht dar, das %, Arbeitsstunden in der Durchschnittsarbeit, worin keine Maschinerie angewandt oder nicht Maschinerie von derselben Vollkommenheit angewandt wird.

Wo nämlich die Maschinerie bereits eingeführt ist, sind die Verbesserungen, die die Zahl der Arbeiter in bezug auf die Masse der produzierten Waren und der angewandten Maschinerie verkleinern, begleitet von dem Umstand,

! Betriebskapital ? Einsparung einer zusätzlichen Ausgabe für Gebäude und Maschinerie 3 In der Handschrift: produziert

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 331

daß die Arbeit des einzelnen Arbeiters, der 1 oder 2 ersetzt, mit der verbesserten Maschinerie wächst, also die Maschinerie ihn nur befähigt zu tun, was früher 2 oder 3 taten, indem sie ihn zwingt, seine Arbeit zu vermehren und jeden Zeitteil intensiver mit Arbeit auszufüllen. Das Arbeitsvermögen wird so in derselben Arbeitsstunde rascher abgenutzt.

Man sehe zunächst, wie in verschiednen Perioden die Berichterstatter über Fabrikarbeiter von der wachsenden Arbeit mit Verbesserung der Maschinerie sprechen, Es folgt dies einerseits aus der größeren Geschwindigkeit der Maschine, der der Arbeiter folgen muß; andrerseits aus dem größern Quantum Maschinenarbeit, das der einzelne Arbeiter zu überwachen hat, wie z. B., wenn die Zahl der Spindeln an der Mule vermehrt wird, dazu doppelte Spindelreihen (double decking) kommt oder 1 Weber 2 oder 3 powerlooms statt 1 zu kontrollieren hat.

„Verglichen mit dem, was vor 30 oder 40 Jahren war, ist die Arbeit, die in den Fabriken zu verrichten, sehr gewachsen. Das ist so infolge der größren Aufmerksamkeit und Tätigkeit, welche die bedeutend vermehrte Geschwindigkeit der Maschinerie von den Kindern erheischt, die sie zu bedienen haben.“ (p. 32, J. Fielden, „The Curse of the Factory System“, Lond[on] 1836.)

Dies also im Jahr 1836. John Fielden war selbst Fabrikant. Lord Ashley (jetzt Graf Shaftesbury) stated in his speech on the Ten Hours’ Factory bill') on March 15, 1844:

„Die Arbeit der in den Fabrikprozessen Beschäftigten ist jetzt dreimal so groß, als bei der Einführung solcher Operationen. Die Maschinerie hat zweifelsohne ein Werk verrichtet, welches die Sehnen und Muskeln von Millionen Menschen ersetzt, aber sie hat auch erstaunlich die Arbeit der durch ihre furchtbare Bewegung beherrschten Menschen vermehrt.“ (l.c. [,p.] 6.) „Die Arbeit, einem Paar Mules während 12 Stunden — so wird ein Arbeitstag berechnet — auf und ab zu folgen, zum Spinnen von Baumwollgarn Nr. 40, schloß im Jahre 1815 das Durchlaufen einer Distanz von 8 Meilen ein. Im Jahre 1832 betrug die im Gefolge eines Mulepaares zum Spinnen derselben Nummer zu durchreisende Distanz 20 Meilen und oft mehr. Im Jahre 1835 hatte der Spinner täglich 820 Auszüge an jeder Mule zu machen, was eine Gesamtsumme von 1640 Auszügen im Verlaufe des Tages ergab. Im Jahre 1832 hatte der Spinner an jeder Mule 2200 Auszüge zu machen, zusammen 4400. Im Jahre 1844 hatte die arbeitende Person, wie es im Bericht eines ausgebildeten, tätigen Spinners heißt, in der gleichen Periode von jeder Mule 2400 Auszüge zu machen, was insgesamt 4800 Auszüge im Verlauf des Tages ausmacht; und in einigen Fällen ist die erheischte Arbeitsleistung noch größer.“ (p. 6, 7.)

„ich habe ein Dokument hier, unterzeichnet von 22 tätigen Spinnereiarbeitern aus Manchester, in welchem sie feststellen, daß 20 Meilen die allgemeinste Strecke ist, die sie

! stelite in seiner Rede zur Zehnstundenbill! am 15. März 1844 fest

332 3. Der relative Mehrwert - Heft V

zu durchreisen haben, und sie halten die Strecke für noch länger. Ich habe hier ein anderes Dokument, das mir 1842 zuging, worin nachgewiesen wird, daß die Arbeit progressiv zunimmt, nicht nur, weil eine größere Entfernung zu durchreisen ist, sondern weil die Quantität der produzierten Waren sich vermehrt, während die Händezahl proportional abnimmt; und ferner, weil nun oft schlechtere Baumwolle gesponnen wird, die schwieriger zu bearbeiten ist.“ (p.8, 9, l.c.)

- „Im Kardierraum“ (der Kardierstube) „hat auch große Zunahme der Arbeit stattgefunden — eine Person tut jetzt die Arbeit, die früher zwischen zwei verteilt war. In der Weberei, wo eine große Anzahl Personen, meist weiblichen Geschlechts, beschäftigt ist, ... ist die Arbeit während der letzten Jahre um volle 10 Prozent gewachsen infolge der vermehrten Geschwindigkeit der Maschinerie. Im Jahre 1838 war die Zahl der Docken, die wöchentlich gesponnen wurden, 18000, im Jahre 1843 belief sie sich auf 21000. Im Jahr 1819 war die Zahl der Schußschläge beim Dampfwebstuhl 60 pro Minute, im Jahre 1842 betrug sie 140, was einen großen Zuwachs an Arbeit anzeigt, weil bei dieser Arbeit mehr Feinheit und Aufmerksamkeit notwendig ist.“ (p. 9.)

{Solange die Maschinerie einen Fabrikanten befähigt, die Ware über ihrem individuellen Wert zu verkaufen, gilt folgendes, was zeigt, daß selbst in diesem Falle der Mehrwert aus einer Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit herrührt, selbst eine Form des relativen Mehrwerts ist:

„Der Profit eines Menschen hängt nicht ab von seinem Kommando über das Produkt der Arbeit anderer, sondern von seinem Kommando über Arbeit selbst. Wenn er seine Waren“ (beim Steigen der Geldpreise der Ware) „zu einem höheren Preis verkaufen kann, während die Löhne seiner Arbeiter unverändert bleiben, so zieht er augenscheinlich Gewinn daraus, ob andere Waren steigen oder nicht. Ein kleiner T'eil dessen, was er produziert, reicht hin, jene Arbeit in Bewegung zu setzen, und demzufolge verbleibt ihm ein größerer Teil.“ (p. 49, 50, [John Cazenove,] „Outlines of Poli. Economy“ (von einem Malthusian) etc., London 1832.)}

Die factory Reports beweisen, daß in den Industriezweigen, die (bis April 1860) unter dem Factoryakt standen, also die wöchentliche Arbeit zu 60 Stunden gesetzlich reduziert war, die Löhne nicht gefallen sind, rather! gestiegen (1859 verglichen mit 1839), während sie positiv gefallen waren in den Fabriken, worin damals noch

„die Arbeit von Kindern, jungen Personen und Frauen unbeschränkt ist“. Es handelt sich hier um

„Kattundruckereien, Bleichereien und Färbereien, in welchen bis 1860 die Arbeitsstunden jetzt die gleichen bleiben, wie sie seit 20 Jahren waren, in denen die unter dem Fabrik-

! eher

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 333

gesetz geschützten Gruppen zeitweilig 14 und 15 Stunden pro Tag beschäftigt wurden.“ *

In der ersten Art Fabriken [hat] sich die Produktion verhältnismäßig mehr vermehrt als früher und zugleich, wie die rasche Ausdehnung der Fabriken zeigt, der Profit des Fabrikanten.

„Die großen in Maschinen jeder Art eingeführten Verbesserungen haben deren Produktivkraft sehr gesteigert. Ohne Zweifel gab die Verkürzung des Arbeitstages den Stachel zu diesen Verbesserungen, insbesondere soweit es die größere Geschwindigkeit der Maschinen in festgelegter Zeit betrifft. Diese Verbesserungen und die intensiveren Anstrengungen der Arbeiter bewirkten ... daß wenigstens ebensoviel Arbeit in dem verkürzten Arbeitstag geliefert werden konnte, wie es früher während des längeren üblich war.“ ([p.] 10, „Factory Reports. For the half year ending October 31, 1858“, cf. „Reports for the half year ending 30% April 1860“, p. 30 sqg.)

Das Phänomen, daß die Zehnstundenbill!!! den Gewinn des englischen Fabrikanten trotz der Abkürzung des Arbeitstags nicht vermindert! hat, erklärt sich aus zwei Gründen:

l. daß die englische Arbeitsstunde über der kontinentalen steht, sich zu ihr als kompliziertere Arbeit verhält (daß also das Verhältnis des englischen Fabrikanten zu dem ausländischen wie das eines Fabrikanten, der neue Maschinerie einführt, zu seinem Konkurrenten).

„Bei sonst gleichen Umständen kann der englische Fabrikant in einer bestimten Zeit eine beträchtlich größere Menge von Arbeit herausbringen als ein ausländischer Fabrikant, so viel, um den Unterschied der Arbeitstage zwischen 60 Stunden wöchentlich hier und 72 bis 80 Stunden anderwärts auszugleichen; und die Transportmittel in England ermöglichen es dem Fabrikanten, seine Waren nahe seiner Fabrik auf die Eisenbahn zu verladen, von wo aus sie fast unmittelbar für den Export verschifft werden können.“ ([p.] 65, „Re-

ports of Insp. of Factories“, 31 Oct. 1855, Lond[on] 1856.)

* /204/ Folgende Liste (zu 5.203) zeigt überhaupt, daß mit dem Fortschritt der Industrie seit 20 Jahren der Arbeitslohn in verschiednen Fabrikzweigen bedeutend gefallen ist.

Kattun drucken, färben und bleichen, Barchent färben, 61 Stunden 60 Stunden pro Woche pro Woche

1839 1859 1839 1859 Farbemischer 35 sh 32 Zurichter 18 22 Maschinendrucker 40 38 Bleicher 21 18 Vormann 40 40 Färber 21 16 Blockschneider 35 25 Fertiginacher 21 22 Blockdrucker 40 28 Färber 18 16 Wäscher und („Factory Reports. For Half Arbeiter 16 +15 dito Year ending 30 April 1860“, p. 32.)

! In der Handschrift: vermehrt

334 3. Der relative Mehrwert - Heft V

2. Was an absoluter Arbeitszeit verkürzt, ist an Kondension der Arbeitszeit gewonnen, so daß in der Tat 1 Arbeitsstunde jetzt gleich % Arbeitsstunden oder mehr. Wie die absolute Ausdehnung des Arbeitstags über gewisse Grenzen (über den natürlichen Tag) hinaus an natürlichen Hindernissen scheitert, so hat der kondensierte Arbeitstag seine Grenzen. Es ist fraglich, ob die Masse Arbeit, die jetzt in den Fabriken unter dem Zehnstundengesetz geliefert wird, für 12 Stunden z.B. mit derselben Intensität überhaupt möglich wäre.

„Eine Gruppe von Fabrikanten“ (da sie nicht zwei Gruppen Halbzeitler, 6 Stunden arbeitende Kinder unter 13 Jahren, anwenden wollen), „Spinner von Wollgarn, beschäftigt tatsächlich heute selten Kinder unter 13 Jahren, d.h. Halbzeitler. Sie haben verbesserte und neue Maschinen verschiedener Art eingeführt, durch die eine Verwendung von Kindern ganz überflüssig wurde; ein Beispiel zur Illustration: Durch den Anschluß eines Apparates, genannt Anstückmaschine, an die schon vorhandenen Maschinen kann die Arbeit von 6 oder 4 Halbzeitlern, je nach Beschaffenheit der einzelnen Maschine, von einer jugendlichen Person geleistet werden ... das Halbzeitsystem hatte durchaus Anteil daran, daß es Anreiz zur Entwicklung der Anstückmaschine gab.“ (p. 42, 43, „Ffactory] Reports for the half year ending 31 Oct. 1858“, Lond[on] 1858.)

Jedenfalls zeigt uns diese Wirkung der Verkürzung der absoluten Arbeitszeit, wie die Fabrikanten auf Mittel sinnen, um die relative Surplusarbeitszeit zu verlängern, die notwendige abzukürzen. Es zeigt uns zugleich, wie die Maschinerie nicht nur den einzelnen befähigt, die Arbeit vieler zu verrichten, sondern die von ihm erheischte Arbeitsgröße vermehrt, so der Arbeitsstunde höheren Wert gibt und damit die relativ für den Arbeiter selbst notwendige Zeit zur Reproduktion des Salairs vermindert.

Es geschieht dies, wie gesagt, durch Vermehrung der Geschwindigkeit der Maschine und die größre Masse arbeitender Maschinerie, die der einzelne Arbeiter zu überwachen hat. Dies wird erreicht, indem teils durch veränderte Konstruktion der Maschine, die die bewegende Kraft erzeugt, Maschine von demselben Gewicht mit relativ, oft mit absolut verminderten Kosten, eine größre Masse Maschinerie in Bewegung setzt und in schnellere Bewegung.

„Die durch den [letzten] Bericht festgestellten Tatsachen scheinen zu bedeuten, daß das Fabriksystem reißend rasch um sich greift; daß, obwohl die gleiche Anzahl Hände im Verhältnis zu den Pferdestärken beschäftigt sind, wie in früheren Perioden, die Zahl der Hände im Verhältnis zur Maschinerie abgenommen hat; daß die Dampfmaschine durch Ökonomie der Kraft und anderer Methoden ein größeres Maschinengewicht treibt und ein vermehrtes Quantum an Erzeugnissen erzielt infolge verbesserter Arbeitsmaschinen, Herstellungsmethoden,

erhöhter Geschwindigkeit der Maschinerie und vieler anderer Ursachen.“ (p.20, „Fact. Reports for the half year ending 31" Oct. 1856“.) „In dem Bericht für Oktober 1852 zitiert

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 335

Mr.L.Horner ... einen Brief des berühmten Ingenieurs James Nasmyth aus Patricroft bei Manchester, in dem die Art der jüngsten Verbesserungen der Dampfmaschine erklärt wird, die bewirken, daf3 die gleiche Maschine mehr Arbeit verrichten kann bei geringerem Verbrauch von Kraftstoff ... ‚Es würde nicht leicht möglich sein, eine genaue Aufstellung der vermehrten Arbeitsleistung derselben Dampfmaschinen zu erhalten, bei denen einige oder alle diese Verbesserungen angebracht sind. Ich bin aber sicher, daß wir — im Falle eines exakten Berichts — für dasselbe Gewicht Dampfmaschinerie jetzt mindestens 50% mehr Dienst oder Arbeit im Durchschnitt erhalten, und daß ... in vielen Fällen dieselbe Dampfmaschine, die zur Zeit der beschränkten Geschwindigkeit von 220 Fuß in der Minute 50 Pferdestärken gab, jetzt über 100 liefert.‘ “ 149

„Der Bericht von 1838!“, sagt Horner („Reports“, 31 Oct. 1856) „gab die Zahl der Dampfmaschinen und Wasserräder mit der Summe der eingesetzten Pferdestärken an. Zu jener Zeit stellten die Zahlen eine weit korrektere Schätzung der tatsächlich eingesetzten Kraft dar als die Zahlen in den Statistiken von 1850 oder 1856. Die Zahlen in den Berichten geben alle die nominale Kraft der Maschinen und Räder an, nicht aber der tatsächlich eingesetzten Kraft oder der, die eingesetzt werden kann. Die moderne Dampfmaschine von 100 Pferdestärken kann mit weit größerer Stärke als früher betrieben werden, die sich aus den Verbesserungen in ihrer Konstruktion, der Kapazität und Konstruktion der Kessel usw. ergibt, und daher kann die nominelle Kraft einer modernen Dampfmaschine für Fabrikationszwecke lediglich als Index betrachtet werden, aus dem ihre realen Möglichkeiten errechnet werden können.“ (p. 13/14, 1.c.)

Viertens: Ersetzen der einfachen Kooperation durch Maschinerie.

Wie die Maschinerie die zur Teilung der Arbeit entwickelte Kooperation beseitigt oder revolutioniert, so in vielen Fällen die einfache Kooperation. Wenn z.B. Operationen wie Mähen, Säen usw. die gleichzeitige Beschäftigung vieler Hände erfordern, durch Sä- oder Mähmaschinen ersetzt werden. Dito beim Keltern, wenn die Kelterpresse an die Stelle des Füßgetrampels tritt. So, wenn Dampfmaschine angewandt zum Heben der Baumaterialien bis an die Spitze des Gebäudes oder zu der Höhe, wo sie gebraucht werden sollen.

„Der Streik der Arbeiter im Baugewerbe von Lancashire“ (1833) „hat zu einer merkwürdigen Verwendung der Dampfmaschine geführt. Diese Maschine nun in einigen Städten angewandt, statt Handarbeit beim Hochziehen der unterschiedlichen Baumaterialien

bis zur Spitze des Gebäudeteils, wo sie verwendet werden sollen.“ ([p.] 109, [Tufnell,] „Character, Object and Effects of Trades’ Unions ete.“, Londfon] 1834.)

Fünftens. Erfindung und Anwendung von Maschinerie gegen strikes? etc. gegen Forderungen der Lohnerhöhung. Strikes kommen meist daher, entweder Herabsetzung des Lohns zu ver-

! In der Handschrift: 1828 ? Streiks

23*

336 3. Der relative Mehrwert - Heft V

hindern oder Erhöhung des Lohns zu erzwingen oder die Grenzen des Normalarbeitstags festzusetzen. Es handelt sich immer!!*l], in ihnen die positive oder relative Masse der Surplusarbeitszeit zu beschränken oder Teil davon dem Arbeiter selbst anzueignen. Hiergegen wendet der Kapitalist Einführung von Maschinerie an. Hier erscheint die Maschine direkt als Mittel, die notwendige Arbeitszeit zu verkürzen; dito als Form des Kapitals — Mittel des Kapitals — Macht des Kapitals — über die Arbeit — zur Niederschlagung jeder Ansprüche der Arbeit auf Selbständigkeit. Die Maschinerie hier auch der Intention nach als der Arbeit feindliche Form des Kapitals ins Spiel tretend, Die selfactors 2, in der Spinnerei die wool-combing-machines, der sog. „condenser“! statt der mit der Hand gedrehten „slubbing machine“ (auch in der Wollweberei) usw., alles Maschinen, erfunden, um strikes niederzuschlagen.

/207/ So auch der automatische appareil pour les operations de la teinture et du ringage? erfunden

„unter dem Druck der selben despotischen Vereinigungen“, !

(nämlich der Arbeiterassociations) (in den Kattundruckereien ist hier die Rede, wo die Anwendung von dampfgetriebenen gravierten Zylindern, mit solchen Zylindern 4-6 Farben zugleich gedruckt). Mit Bezug auf die Erfindung einer neuen Maschine beim Weben sagt Ure:

„Do sah sich die Horde der Unzufriedenen, die sich unbezwinglich hinter den alten Linien der Teilung der Arbeit verschanzt glaubten, an den Flanken angegriffen; und nachdem ihre Verteidigungsmittel durch die moderne Taktik der Maschinenkonstrukteure ausgeschaltet worden waren, sah sie sich gezwungen, sich auf Gnade und Ungnade zu

ergeben.“ (p. 142, 1. c.)

/206/ Es ist das Resultat dieser neuen Maschine, entweder die frühere Arbeit ganz überflüssig zu machen (wie den Spinner durch den selfactor) oder die Zahl der erheischten Arbeiter zu vermindern und die neue Arbeit (wie die des combers mit combing machines*) im Verhältnis zur frühren zu vereinfachen.

„Die häufigste Ursache der Streiks in dem Baumwollgewerbe war die Einführung verbesserter Maschinerie und speziell das Vergrößern von Mulemaschinen, wodurch die Zahl der Spindeln, die ein Spinner fähig ist zu überwachen, sich beständig erhöhte ... ein Besitzer vereinbart bei der Einführung solcher verbesserter Maschinerie in seinem Etablissement mit seinen Spinnern, ihnen pro Stück weniger zu zahlen, aber doch zu solcher Rate, daß, dank der höheren Leistung der Maschine, ihre wöchentlichen Einkünfte steigen statt

! Maschinen zum Wollkämmen, der sog. „Kondensator“ ? „Vorspinnmaschine“

? Apparat für die Prozesse des Färbens und Spülens

% Wollkämmers mit Maschinen zum Wollkäimmen

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 337

zu fallen ... Aber dieser Handel nachteilig für die Besitzer und Personen in den Fabriken, wo die verbesserte Maschine nicht eingeführt ist.“ ([p.] 17, 18.) ([Tufnell,] „Character, object and effects of Trades’ Unions etc.“, Lond[on] 1834.) „1829 ein bedeutender Streik. Kurz zuvor hatten verschiedene Fabrikanten Spinnmaschinen mit 400-500 Spindeln aufgestellt, welche die Spinner, die an ihnen arbeiteten, in die Lage versetzten, für eine bestimmte Menge Arbeit eine geringere Summe im Verhältnis von 3-4 zu erhalten und zu gleicher Zeit mindestens die gleiche Lohnmenge wie jene zu erhalten, die an den alten Maschinen beschäftigt wurden. 21 Spinnereien und 10000 Personen wurden durch diesen Streik für 6 Monate in Untätigkeit versetzt.“ (p. 19, l.c.) „Der Streik“ (1833) „bei Messrs. Hindes and Deham“ (Westriding von Yorkshire) „verursachte die Erfindung einer Wollkäimmaschine, welche die Arbeit einer Gruppe von Männern überflüssig werden ließ, die als Haupträdelsführer in dieser Angelegenheit aufgetreten waren, womit ihrer Vereinigung ein Schlag versetzt wurde, von dem sie sich nie erholen können.“ (p. 61, 62.)

Damit „die Einführung von Dampf als Widersacher der menschlichen Kraft“. (P. Gaskell (Chirurg), „Artisans and Machinery etc.“, Lond[on] 1836, p.23.) „Die überzähligen Hände würden die Fabrikanten befähigen, die Lohnrate zu verringern: aber die Gewißheit, daß einer beträchtlichen Herabsetzung unmittelbar immense Verluste folgen würden durch Streiks, ausgedehnte Arbeitseinstellungen und verschiedene andere Hindernisse, die ihnen in den Weg gelegt würden, läßt sie den langsameren Prozeß mechanischer Verbesserungen vorziehen, durch den sie die Produktion verdreifachen können, aber dennoch keine neuen Arbeiter brauchen.“ (l.c., p. 314.)

„Die Fabrikarbeiter sollten in heilsamer Erinnerung halten, daß ihre Arbeit in der Tat eine sehr niedrige Sorte geschickter Arbeit ist; daß keine leichter aneigenbar und in Anbetracht ihrer Qualität besser belohnt ist, daß keine durch kurze Unterweisung des minder Erfahrenen in so kurzer Zeit und in solchem Überfluß zugeführt werden kann ... Des Besitzers Maschinerie spielt in der Tat eine viel wichtigere Rolle in dem Geschäft der Produktion als die Arbeit und das Geschick des Arbeiters, die eine Erziehung von 6 Monaten lehren und jeder Bauernknecht lernen kann.“ (p. 17, 19, „The Master Spinners and Manufacturers’ Defence Fund. Report of the Committee appointed for the receipt and apportionment of this fund to the Central Association of Master Spinners and Manufacturers“, Manchester 1854.)

Mit Bezug auf den „eisernen Mann“ (self-acting mule)*? sagt Ure:

„da das Kapital die Wissenschaft in seine Dienste nimmt, lernt die rebellische Hand der Arbeit, immer gelehrig zu sein“. 1

„Die Notwendigkeit, die Spinnmaschinen zu vergrößern, eine durch Beschlüsse der Arbeiterassoziationen geschaffene Notwendigkeit, hat seit kurzem der mechanischen Wissenschaft einen außerordentlichen Impuls gegeben ... Indem er die Größe seiner MuleJenny-Spinnmaschinel!! verdoppelt, kann sich ihr Eigentümer der mittelmäßigen oder widerspenstigen Arbeiter entledigen und wieder Herr in seinem Hause werden, was ein großer Vorteil ist.“ (Ure, t.]], p. 134.) Dieser Ausweg zielt darauf ab, „den Lohn eines jeden Spinners zu erhöhen oder mindestens aufrechtzuerhalten, aber indem die notwendige Zahl der Arbeiter für dasselbe Arbeitsergebnis vermindert wird. Auf diese Weise lebten jene, die beschäftigt waren, in Wohlstand, während die Masse der Arbeiter darunter litt.“ ([p.] 133,

338 3. Der relative Mehrwert : Heft V

134.) (l.c.) „Der eiserne Mann ... Schöpfung, dazu bestimmt, die Ordnung innerhalb der arbeitenden Klassen wiederherzustellen.“ (p. 138.)

„Die ersten Fabrikanten, die sich völlig auf Handarbeit verlassen mußten, waren periodisch starken unmittelbaren Verlusten ausgesetzt, durch die Halsstarrigkeit ihrer Arbeiter, die die Gelegenheit ergriffen, ihre Forderungen nachdrücklich hervorzubringen, wenn der Markt besondere Lieferungen erforderte ... auch eine Krise nahte rasch heran, die den Fortschritt der Fabrikanten gebremst hätte, als Dampf und seine Anwendung für die Ma-

schinerie auf einmal den Gang der Dinge gegen die Männer wendete.“ ([p.] 34, 35, Gaskell, l.c.)

Sechstens. Anmaßung der Arbeiter, die durch Maschinerie hervorgebrachte

Produktivität ihrer Arbeit sich teilweise aneignen zu wollen.

„Trades-Unions in ihrer Sucht, den Arbeitslohn aufrechtzuerhalten, suchen an dem Profit verbesserter Maschinerie teilzunehmen ... sie verlangen höheren Lohn, weil die Arbeit verkürzt ist ... in anderen Worten: sie streben, eine Steuer auf industrielle Verbesserungen zu legen.“ (p.42.) („On Combination of Trades“. New Edit., London 1834.) „Das Prinzip, Löhne anzupassen an die vermuteten Profite der Auftraggeber, das enthalten ist in der Forderung höherer Entlohnung von verbesserter Maschinerie, ist durchaus unzulässig. Die Anwendung dieses Prinzips ist indes nicht auf irgend eine Art des Profits beschränkt. Die Färber, 7. August 1824, streikten; sie statuierten in einem Anschlagzettel, daß ihre Besitzer eine Preiserhöhung für das Färben erhalten hätten, mehr als der Zulage angemessen, die sie fordern ... Löhne ändern so ihren Charakter ganz und absorbieren entweder den Profit oder werden eine dem Wert entsprechende Steuer auf Profite.“ (p. 43, 44, |. c.)

Siebtens. Mehr continuity of labour!. Benutzung des Abfalls usw. In einem finishing stadium kann mehr gearbeitet werden, sobald mit Hülfe der Maschinerie mehr Rohstoff geliefert.

Die Kontinuität der Arbeit nimmt überhaupt mit der Anwendung der Maschinerie (überhaupt des capital fixe) zu.

Ferner: Indem die Maschine reichlicher die Zufuhr von Arbeitsmaterial für die Industriezweige liefert, für die ihr Produkt als Rohmaterial dient. Z.B, im 18. Jahrhundert, die handloom weavers? hatten immer gelitten von der impossibility of supplying themselves mit materials (Garn) for their labour. Considerable vacations frequently occuring in this respect’, dann sie in „pri-

vations““.

! Kontinuität der Arbeit

? am Handwebstuhl arbeitenden Weber

? Unmöglichkeit, sich selbst mit Materialien (Garn) für ihre Arbeit zu versorgen. Beträchtliche Freizeiten, die in dieser Beziehung häufig auftraten

* „Mangel“

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 339

„Was jetzt durch die Verbeßrung an der Spinnmaschine gewonnen wurde, rührte nicht her von einer Erhöhung in der Rate der Zahlung für die Arbeit, sondern von einem Markt, der im allgemeinen zu gering bevorratet war, und einer beständig sich erhöhenden Garnproduktion, die es ihnen möglich machte, voll zu arbeiten.“ (Gaskell, l.c., p.27.) Dies ein Hauptresultat der Maschinerie, „diese Möglichkeit, fortgesetzt in der gleichen Abteilung voll zu arbeiten“.

Für den selbstarbeitenden kleinen Mann wäre es die Möglichkeit, to work full hours!. Für den Kapitalist ist es die Möglichkeit, andre full hours arbeiten zu lassen.

Was hier die Spinnmaschine für die Weberei, indem sie ihr Garn liefert, die Erfindung des cottongin? durch Eli Whitney (von Connecticut) 1793, indem sie dem Spinner Baumwolle liefert. Der Plantagenbesitzer hatte Neger genug, um ein großes Quantum von cotton zu säen, aber nicht genug, um die Faser vom Samen zu trennen. Dies verminderte also bedeutend das Quantum der Rohproduktion und vermehrte die Kosten z.B. von einem Pfund Baumwolle.

„Eine durchschnittliche Tagesarbeit war nötig, um ein Pfund Baumwollfasern gründlich vom Samen zu trennen ... Whitneys Erfindung ermöglichte es dem Besitzer seiner Entkörnungsmaschine, täglich je Arbeiter die Samen von [100] Pfund der Fasern zu trennen. Seither erhöhte sich der Wirkungsgrad der Maschine.“ 11%

Dasselbe in Indien.

„Das nächste Übel in Indien, das man schwerlich in einem Lande zu finden erwartet, welches mehr Arbeit exportiert als irgendein andres der Welt, abgesehen vielleicht von China und England — besteht in der Unmöglichkeit, eine genügende Anzahl von Händen zur Reinigung der Baumwolle zu beschaffen. Infolgedessen bleiben große Mengen Baumwolle ungepflückt, während ein andrer Teil von der Erde aufgesammelt wird, wenn er abgefallen und selbstverständlich verfärbt und teilweise verfault ist, so daß wegen Arbeitermangel zur richtisen Saison der Pflanzer tatsächlich gezwungen ist, sich mit dem Verlust eines großen Teils jener Baumwollernte abzufinden, auf die England so sehr wartet.“ („Bengal Hurkaru“, BiMonthly Overland Summary of News, 22"? July 1861.) „Eine gewöhnliche Churka, bedient von einem Mann und einer Frau, reinigte 28 Pfund täglich. Die Churka von Dr. Forbes produzierte bei Bedienung durch 2 Männer und einem Knaben pro Tag 250 Pfund.“ („Bombay Chamber of Commerce. Report for 1859-60“, p. 171.) „16 dieser“ (zuletzt genannten Maschinen), „mit Ochsen getrieben, würden eine Tonne Baumwolle pro Tag reinigen, was der Durchschnittsarbeit von 750 Leuten entsprach.“ („Paper read before the Society of Arts“, on the 17* April 1861.1*%)

Durch die Maschinerie können Stoffe verarbeitet werden, die zu schlecht zum Verarbeiten mit Handarbeit sind.

U voll zu arbeiten

2 der Baumwollentkörnungsmaschine

340 3, Der relative Mehrwert - Heft V

„Die Nachfrage nach billigen Waren“ (aus Wolle in dem Westriding von Yorkshire) „hat dieser Art von Fabrikation einen ungeheuren Auftrieb gegeben, deren Wirtschaftlichkeit nicht so sehr in der verbesserten Maschinerie und Arbeit sparenden Prozessen besteht, sondern in der Verwendung von minderwertiger Rohwolle und wollenen Lumpen, denen von starken Maschinen der ursprüngliche Wollzustand zurückgegeben wurde und die man dann entweder zu Garn für minderwertiges Tuch oder, mit neuer Wolle vermischt, zu Garn für bessere Tucharten verspann. Diese Fabrikationsart ist nirgendwo in so großem Maße üblich wie in England, obwohl sie auch in Belgien beträchtlich ist.“ (/p.] 64, „Reports of Inspectors of Factories for 31 Oct. 1855“, London 1856.)

„Häufig kann sehr viel Material eingespart werden, wenn man bei der Herstellung von Brettern dazu übergeht, sie statt mit der Krummaxt mit der Säge zu bearbeiten, und wiederum ist die Einwirkung natürlicher Wirkstoffe soviel billiger, daß viele Artikel, die unter anderen Bedingungen wertlos waren, heute Aufmerksamkeit verdienen, weil sie jetzt profitabler mit einem gewissen Wert ausgestattet werden können.“ ([p.] 72, 73, F. Wayland, „Ihe Elements of P.E.“, Boston 1843.)

Die Abfälle ferner bei der Produktion auf großer Stufenleiter so bedeutend, daß sie selbst wieder leichter Handelsartikel, sei es für Agrikultur oder andre Industriezweige, werden können.

Achtens. Ersetzen von Arbeit.

„Wenn die Gewerbe sich vervollkommnen, so bedeutet das nichts anderes als die Entdeckung neuer Wege, auf denen ein Produkt mit weniger Menschen oder“ (was dasselbe ist) „in kürzerer Zeit als vorher verfertigt werden kann.“ (Galiani, „Della Moneta“, p. 158], 159], Custodi, Parte Moderna.)

Es gilt dies von der einfachen Kooperation wie der Teilung der Arbeit so gut wie von der Maschinerie — meno gente und minor tempo! zur Herstellung eines Produkts sind identisch. Kann einer in 1 Stunde tun, was früher in 2, so kann einer nun in einem Arbeitstag tun, was früher zwei; wozu also früher zwei gleichzeitige Arbeitstage nötig. Alle Mittel also, wodurch die notwendige Arbeitszeit eines einzelnen Arbeiters verkürzt wird, schließt zugleich ein Verminderung der Arbeiteranzahl, die erheischt, um denselben Effekt hervorzubringen. Ist nun bei Anwendung der Maschinerie nur Gradunterschied in dieser Verminderung, oder kommt etwas Spezifisches hinzu?

Steuart (Sir James), „Prinziples of Pol. Econ.“, Ib. 1, ch. XIX, sagt: „Ich sehe also die Maschinen als Mittel an, um“ ihrer Wirkungsfähigkeit nach) „die Zahl

der tätigen Menschen zu erhöhen, ohne daß man deren mehr zu ernähren braucht.“ Ebenso fragt er daselbst: „Wodurch unterscheidet sich die Wirkung einer Maschine von derjenigen neuer Einwohner?“ (I. c.)

! weniger Leute und kürzere Zeit

c) Maschinerie. Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft 34]

{Preis der Ware und Arbeitslohn. Von Proudhons Blödsinn we speak another place. But what he is replied to by M. Eugene Forcade, one of the best economical critics in France, is as false and ridiculous as P’s assertions. F. says:!

„Wäre P.s Einwurf ... ‚der Arbeiter kann sein eigenes Produkt nicht zurückkau“19]“ (wegen des Zinses, der darauf geschlagen) „wahr, er träfe nicht nur die Profite des Kapitals, er würde sogar die Existenzmöglichkeit der Industrie vernichten. Wenn der Arbeiter gezwungen ist, mit 100 das zu bezahlen, wofür er nur 80 erhalten hat, wenn der Lohn von einem Produkt nur den Wert zurückkaufen kann, den er ihm hinzugefügt hat, so bedeutet das, daß der Arbeiter nichts zurückkaufen kann“ {also selbst wenn er den ganzen Wert wieder erhält, den er dem Produkt hinzugefügt hat, das heißt, wenn keinerlei Profit existiert und

fen

keine andere Form von Mehrwert als Ausdruck von Mehrarbeit; und mit solcher Vorstellung glaubt Forcade, irgendetwas von politischer Ökonomie zu verstehen! Proudhons Blödsinn der, daß er glaubt, der Arbeiter müsse mit dem Geld, das er erhält (als Salair), höhren Warenwert zurückkaufen, als in dem Geld enthalten ist, oder die Ware würde über ihrem Wert verkauft, weil Profit etc. im Verkauf realisiert ist. Aber nun gar Forcade, der die Industrie für unmöglich erklärt, sobald der Lohn von einem Produkt nur den Wert zurückkaufen kann, den der Arbeiter hinzugefügt hat. Die kapitalistische Industrie umgekehrt unmöglich, wenn der Lohn ausreicht, um von einem Produkt den ganzen Wert zurückzukaufen, den ihm der Arbeiter hinzufügte. In diesem Falle gäbe es keinen Mehrwert, keinen Profit, keinen Zins, keine Rente, kein Kapital. In der Tat: F.s Bemerkung bezieht sich nicht nur auf den „Arbeiter“, sondern auf die Produzenten überhaupt}, „daß der Lohn nichts bezahlen kann.“ (Also in der Tat der allgemeine Satz: Wenn der Produzent von einem Produkt nur zurückkaufen kann, was er ihm an Wert hinzufügte, kann der Produzent nichts bezahlen. Nämlich, weil die Ware außer der zugesetzten Arbeit konstantes Kapital enthält.) „In der Tat enthält der Selbstkostenpreis immer etwas mehr als den Lohn“ (dies schon höchst pöbelhaft. Er will sagen, immer einige Dinge mehr als die Arbeit, die zuletzt hinzugefügt und in der Ware vergegenständlicht wurde), „z. B. den Preis für den Rohstoff, der oft an das Ausland. bezahlt wird“. (Und wenn nicht an das Ausland bezahlt, ändert das nichts an der Sache. Der Einwurf, der auf grobem Mißverständnis beruht, bleibt derselbe. Der Witz der: Das Quantum von dem Gesamtprodukt, das das Salair zahlt, enthält keine Spur von Wert, der Anteil des Rohmaterialwertes ist usw., obwohl jeder einzelne Gebrauchsgegenstand, für sich betrachtet, aus dem Wert der bis zuletzt hinzugefügten Arbeit und dem Wert des Rohmaterials usw. besteht, unabhängig von dieser Arbeit. Dasselbe gilt von dem ganzen Teil des Produkts, das sich auflöst in Mehrwert. (Profit etc.) Was den Wert des konstanten Kapitals betrifft, so wird er entweder ersetzt durch sich selbst, in natura, oder durch Austausch mit anderen Formen konstanten Kapitals.) „Plroudhon] hat das ununterbrochene Wachsen des nationalen Kapitals vergessen, er hat

! sprechen wir an anderer Stelle. Aber was ihm M. Eugene Forcade, einer der besten Kritiker auf ökonomischem Gebiet in Frankreich, entgegnete, ist ebenso falsch und lächerlich wie P.s Behauptungen. F. sagt:

342 3. Der relative Mehrwert - Heft V, I und IV

vergessen, daß dieses Wachsen für alle Arbeitenden feststeht, für die Unternehmer wie für die Arbeiter,“ (fp.] 998, 999, „Revue des Deux Mondes“, tome 24, Paris 1848, Forcade, Eugene.) Und mit dieser gedankenlosen Phrase sucht F. der Lösung des Problems zu entrinnen; und er ist unstreitig noch einer der „kritischsten“ Ökonomisten! Wir wollen an dieser Stelle gleich den ganzen Dreck von Proudhon zusammenstellen.} 1°

[

/I-A/ {Ist das ursprüngliche Verhältnis von notwendiger Arbeit zu Surplusarbeit = 10 Stunden : 2 Stunden = 5: I und würden nun statt 12 Stunden 16 gearbeitet, so also 4 Stunden mehr, so müßte, damit das Verhältnis dasselbe bleibe, der Arbeiter 3% und der Kapitalist nur % Stunden von diesen 4 Stunden erhalten; denn 10:2 = 3%, :% = 1%: = 10:2. Aber nach dem mathematischen Gesetz, that!

„ein Verhältnis größerer Ungleichheit verringert und von geringerer Ungleichheit erhöht ist, indem beiden Gliedern eine beliebige Menge hinzugefügt wird“ ?},

folgt, daß d. ratio? des Arbeitslohns zum Mehrwert unverändert ist, selbst wenn in obigen Verhältnissen die overtime? geteilt. Früher die [notwendige] Arbeit zu Surplus = 10:2 = 5:1. (5X größer.) Jetzt wäre 131, : 2%, = %:% = 40[:8 = 5: 1.179

j/IV-138a/ 1. Der Mehrwert, den das Kapital durch Entwicklung der Produktivkräfte erhält, fließt nicht daher, daß das Quantum der mit derselben Arbeit geschaffnen Produkte oder Gebrauchswerte vermehrt, sondern daß die notwendige Arbeit vermindert und in demselben Verhältnis die Surplusarbeit vermehrt wird. Der Mehrwert, den das Kapital durch den Produktionsprozeß erhält, besteht überhaupt nur in dem Überschuß der Surplusarbeit über die notwendige Arbeit.

Surplaswert exakt gleich Surplusarbeit; die Vermehrung der einen exakt gemessen durch die Verminderung der notwendigen Arbeit. Bei dem absoluten Mehrwert ist die Vermindrung der notwendigen Arbeit relativ, d.h., sie fällt dadurch relativ, daß die Überarbeit direkt vermehrt wird. Ist die notwendige Arbeit = 10 Stunden, die Surplusarbeit = 2 und wird diese nun um 2 Stun-

! dal 2 Verhältnis ? Mehrarbeit

Nachträgliche Zusätze zu Punkt 2 und 3 343

den vermehrt, i.e., der Gesamtarbeitstag von 12 Stunden auf 14 verlängert, so bleibt die notwendige Arbeit nach wie vor 10 Stunden. Aber früher verhielt sie sich wie 10:2 zur Surplusarbeit, d.h. wie 5:1, jetzt wie 10:4 = 5:2, oder früher war sie = %, des Arbeitstags, jetzt nur noch = °%. Hier hat also die notwendige Arbeitszeit sich relativ vermindert, weil die Gesamtarbeitszeit und daher die Surplusarbeitszeit absolut gewachsen ist. Dagegen, wenn der Normalarbeitstag gegeben ist und die Vermehrung des relativen Surpluswerts durch Vermehrung der Produktivkräfte, vermindert sich die notwendige Arbeitszeit absolut, und dadurch vermehrt sich der Surpluswert absolut und relativ, ohne daß der Wert des Produkts vermehrt wird. Bei dem absoluten Mehrwert daher relatives Fallen des Werts des Arbeitslohns, verglichen mit dem absoluten Wachsen des Surpluswerts; bei dem relativen Mehrwert absolutes Fallen des Werts des Arbeitslohns. Dennoch der erste Fall stets schlechter für den Arbeiter. Im ersten Fall fällt der Preis der Arbeit absolut. Im zweiten Fall kann der Preis der Arbeit steigen.

2. Der Mehrwert des Kapitals vermehrt sich nicht wie der Multiplikator der Produktivkraft, sondern um den Bruchteil des Arbeitstags, der die notwendige Arbeitszeit darstellt, dividiert durch den Multiplikator der Produktivkraft.

3. Je größer der Surpluswert vor der neuen Vermehrung der Produktivkraft, d.h., je größer bereits der gratis gearbeitete Teil des Tags und je kleiner daher der bezahlte Teil desselben, der Bruchteil des Tags, der das Äquivalent des Arbeiters bildet, desto geringer ist das Wachstum des Surpluswerts, den das Kapital von der neuen Vermehrung der Produktivkraft erhält. Sein Surpluswert steigt, aber in immer geringerem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkräfte. Die Schranke bleibt das Verhältnis zwischen dem Bruchteil des Tags, der die notwendige Arbeit ausdrückt, und dem ganzen Arbeitstag. Innerhalb dieser Grenzen kann es sich allein bewegen. Je kleiner schon der Bruchteil, der auf die notwendige Arbeit fällt, je größer also die Surplusarbeit, desto geringer das Verhältnis, worin eine Vermehrung der Produktivkraft die notwendige Arbeitszeit vermindert, da der Nenner des Bruchteils um so größer. Die Rate der Selbstverwertung des Kapitals wächst daher um so langsamer im Maße, wie es schon verwertet ist. Es geschieht dies aber nicht, weil der Arbeitslohn gewachsen oder der Anteil der Arbeiter am Produkt, sondern weil der Bruchteil des Arbeitstags, der notwendige Arbeit repräsentiert, schon so tief gefallen ist im Verhältnis zum ganzen Arbeitstag.

344 3. Der relative Mehrwert - Heft II Zur Teilung der Arbeit

Th. Hodgskin, „Popular Polit. Econ. etc.”, London 1827.

„Die Erfindung und das Wissen geht notwendig der Teilung der Arbeit voraus. Die Wilden haben gelernt, Bogen und Pfeile herzustellen, Tiere und Fische zu fangen, den Boden zu kultivieren und Tuch zu weben, bevor einige von ihnen sich ausschließlich der Herstellung dieser Werkzeuge für Jagen, Fischen, Bearbeitung des Bodens und Weben widmeten ... Die Kunst der Bearbeitung von Metallen, Leder oder Holz war ohne Frage in gewissem Ausmaß bekannt, bevor es Schmiede, Schuster und Zimmerleute gab. Erst in neuester Zeit wurden Dampfmaschinen und Spinnmaschinen erfunden, bevor einige Männer die Fabrikation von Spinn- und Dampfmaschinen zu ihrer hauptsächlichen oder einzigen Geschäftstätigkeit machten.“ ([p.] 79, 80.)

„Wichtige Erfindungen sind das Resultat der Notwendigkeit der Arbeit und des natürlichen Wachstums der Bevölkerung. Sind z.B. die wild wachsenden Früchte aufgegessen, so wird der Mensch Fischer usw.“ ([p.] 85.)

„Notwendigkeit ist die Mutter des Erfindens; und die fortdauernde Existenz dieser Notwendigkeit ist nur durch das ständige Anwachsen der Bevölkerung zu erklären. Z.B. der Anstieg im Preis von Vieh, verursacht durch Wachstum der Bevölkerung und durch die Steigerung ihrer Industrie- oder sonstigen Produkte. Das Ansteigen im Preis des Vie“ hes führt zum Anbau von Futter, erhöhten Düngerverbrauch und zu dieser erhöhten Menge an Produkten, das in diesem Landes fast Y,.“ ([p.]86, 87.) „Niemand zweifelt, daß die rasche Nachrichtenverbindung zwischen den verschiednen Teilen des Landes beiträgt zu beidem, zur Erhöhung des Wissens und des Reichtums ... Zahlreiche Hirne werden allein durch eine Andeutung augenblicklich in Gang gesetzt; und jede Entdeckung wird sofort gewürdigt und fast ebenso rasch verbessert. Die Möglichkeiten für Verbesserungen groß im Verhältnis, als die Personenzahl vervielfältigt ist, deren Aufmerksamkeit sich irgendeinem besonderen Gegenstand widmet. Das Wachsen der Anzahl der Personen bringt die gleiche Wirkung hervor wie die Kommunikation; denn die letztre wirkt nur, indem sie viele dazu bringt, über den gleichen Gegenstand nachzudenken.“ ([p.] 93/94.)

Ursachen der Teilung der Arbeit. „Anfangs Teilung der Arbeit zwischen den Geschlechtern in der Familie. Dann die Altersverschiedenheiten. Dann Eigentümlichkeiten der Konstitution. Der Unterschied von Geschlecht, von Alter, von körperlicher und geistiger Kraft oder der Unterschied der Organisation sind die Hauptquellen der Teilung der Arbeit, und sie wird ständig erweitert im Fortschreiten der Gesellschaft infolge unterschiedlicher Neigungen, Veranlagungen und Talente von Individuen und deren verschiedenartigen Fähigkeiten für unterschiedliche Beschäftigungen.“ ([p.] 111 sqq.) „Außer der Differenz der Fähigkeit in denen, die arbeiten, gibt es unterschiedliche Eignung und Leistungsfähigkeit bei den natürlichen Werkzeugen, mit denen sie arbeiten. Die Ungleichheit der Böden, des Klimas und der Lage, Eigentümlichkeiten in den ursprünglichen Naturprodukten der Erde sowie der Mineralien in ihrem Inneren lassen gewisse Gegenden auch gewissen Kunstfertigkeiten angepaßt sein ... territoriale Teilung der Arbeit.“ ([p.] 127 sqq.)

Grenzen der Teilung der Arbeit. 1. „Ausdehnung des Marktes ... der Gebrauchsgegenstand,

Nachträgliche Zusätze zu Punkt 2 und 3 345

den ein Arbeiter produzierte ... bildet in Wirklichkeit und endgültig den Markt für die Gebrauchsgegenstände, die von anderen Arbeitern produziert werden; und sie und ihre Erzeugnisse sind wechselseitig der Markt füreinander ... die Ausdehnung des Marktes muß bedeuten die Anzahl der Arbeiter und ihre produktive Kraft, und mehr die erstre als die letztere ... So wie die Zahl der Arbeiter ansteigt, vermehrt sich die produktive Kraft der Gesellschaft im gleichen Verhältnis dieses Ansteigens, vervielfältigt durch die Wirkung der Teilung der Arbeit und der Steigerung des Wissens ... Verbesserte Transportmethoden, wie Eisenbahnen, Dampfschiffe, Kanäle, alle Mittel der Erleichterung des Verkehrs zwischen fernen Ländern, wirken auf die Teilung der Arbeit wie eine tatsächliche Erhöhung der Bevölkerungszahl; sie bringen mehr Arbeiter in Verbindung miteinander oder mehr Erzeugnisse für den Austausch.“ ([p.] 115 sqq.)

2. Grenze. The natur of different employments'. „Mit dem Fortschritt der Wissenschaft verschwindet diese scheinbare Grenze. Namentlich Maschinerie verrückt sie. Die Verwendung von Dampfmaschinen als Antrieb für mechanische Webstühle befähigt einen Mann, die Funktionen mehrerer zu erfüllen oder so viel Tuch zu weben, wie 3 oder 4 Personen am Handwebstuhl weben können. Das ist eine Verflechtung der Beschäftigungen ... aber dann folgt wieder spätere Vereinfachung ... so beständige Erneuerung der Gelegenheiten für die weitere Teilung der Arbeit.“ ([p.] 127 sqq.)

Surpluslabour

„Durch die Habgier der Kapitalisten usw. beständige Tendenz, die Zahl der Arbeitsstunden zu erhöhen und auf diese Weise durch Erhöhung des Angebots an Arbeit die Vergütung dafür herabzusetzen ... Zu demselben Resultat drängt die Vermehrung des fixen Kapitals. Denn, wo ein so hoher Wert in Maschinerie und Gebäuden usw. steckt, gerät der Fabrikant in starke Versuchung, soviel Inventar nicht untätig liegen zu lassen, und so wird er keinen Arbeiter beschäftigen, der sich nicht verpflichtet, viele Stunden des Tages dabei zu bleiben. Daher also die niederdrückende Nachtarbeit, die in einigen Einrichtungen praktiziert wird, wo die eine Gruppe von Männern kommt, wenn die anderen gehen.“ ([p.] 102,

G. Ramsay, „An Essay on the Distribution of Wealth“, Edinburgh 1836.)

Bei dem absoluten Mehrwert bleibt das in Arbeit ausgelegte Kapital, das variable Kapital, seiner Wertgröße nach dasselbe, während der Wert des Gesamtprodukts wächst; aber deswegen wächst, weil der Wertteil des Produkts, der die Reproduktion des variablen Kapitals darstellt, wächst. In diesem Fall (dies bezieht sich nicht auf den Mehrwert, sondern auf ihn als Profit) wächst außerdem notwendig der Teil des konstanten Kapitals, der sich in Rohstoff und matieres instrumentales? auflöst. Es ist nicht anzunehmen, außer zu einem

! Das Wesen der verschiedenen Beschäftigungen ? Produktionshilfsstoffen

346 3. Der relative Mehrwert - Heft II

sehr geringen degree!, daß die Auslage (der real d&chet?, wenn auch der berechnete) der Maschinerie, Baulichkeiten etc. dadurch zunimmt.

Bei dem relativen Mehrwert bleibt der Wertteil des Produkts, worin sich das variable Kapital reproduziert, derselbe; aber seine Verteilung changes. A larger part represents surplus labour und a smaller necessary labour’. In diesem Fall wird das gegebne variable Kapital vermindert um den Betrag des verminderten Arbeitslohns. Das konstante Kapital bleibt dasselbe, außer was Rohmaterial und matieres instrumentales betrifft. Ein Teil des Kapitals, früher in Arbeitslohn ausgelegt, wird frei und kann in Maschinerie etc. verwandelt werden. Wir haben an einem andren Ort untersucht (beim Profit) die changes’ im konstanten Kapital. Lassen das also hier weg, um nur den change im variablen zu betrachten. Das alte Kapital sei = C (konstantes Kapital]) + 1000 1 Dieses 1000 stelle das variable Kapital vor. Sage den Wochenlohn von 1000 Mann. Es kann nun zweierlei unterschieden werden. Das variable Kapital fällt, weil in andren Industriezweigen produzierte necessaries? fallen (z.B. Korn, Fleisch, Stiefel etc.). In diesem Fall bleibt C unverändert, und die Zahl der beschäftigten Arbeiter, das Gesamtquantum der Arbeit, bleibt dasselbe. Es ist kein change in den Produktionsbedingungen vorgegangen. Gesetzt, das variable Kapital werde dadurch um Y,, vermindert (i.e. sein Wert), so fällt es von 1000 auf 900. Gesetzt, der Mehrwert sei = 500 gewesen, also = der Hälfte des variablen Kapitals. So stellt 1500 den Gesamtwert der Arbeit der 1000 Mann vor. (Da nach der Unterstellung ihr Arbeitstag derselbe bleibt, seine Größe nicht ändert.) Wie immer diese 1500 zwischen Kapital und Arbeit sich teilen mögen. ——n

V Surpluswert

In diesem Falle war das alte Kapital: 1. C + 1000 + 500. Also Sur-

plusarbeit = Y% des Arbeitstags;

—— neue Kapital: 2. C + 900 + 600. Also Surplusarbeit = % des Arbeitstags. Die Surplusarbeit wäre von 5 auf %5 gestiegen; der Arbeitstag = 12 Stunden, so 3 = 4 Stunden und % = 4% Arbeitsstunden. Nimm an, nach einem interval fiele das variable Kapital (Arbeitslohn) wieder um Y, infolge der Verwohlfeilerung von Lebensmitteln, die nicht in dieser Sphäre produziert werden. So ist Y;) von 900 = 9%. Das

! Maße,

2 reale Verlust

3 ändert sich. Ein größerer Teil repräsentiert Mehrarbeit und ein geringerer notwendige Arbeit % Veränderungen

% notwendige Artikel

Nachträgliche Zusätze zu Punkt 2 und 3 347

variable Kapital fiele auf 810, Wir hätten also: v Surplus neues Kapital: 3. C+ 810 + 690. Also Surplusarbeit = 2%, Arbeitstag oder 4, mehr als vorher. Zugleich wird frei Kapital im ersten Fall 100, im zweiten 90; zusammen = 1901. Diese Freisetzung des Kapitals ist auch Form der Akkumulation; zugleich Freisetzung von ‚von Geldkapital, wie wir sie bei Betrachtung des Profits wiederfinden.

C+ V+S +5 ist das Produkt. V + S konstante Größe. wonz nun unter du ge-

gebnen Umständen Arbeitslohn fällt, so die Formel C + V- = er +($+r a

Ist die relative Mehrarbeit dagegen Folge der Verwohlfeilerung des Artikels selbst, also eines change in den produktiven Bedingungen desselben, z.B. Einführung der Maschinerie, so z.B. soll von den 1000 variables Kapital Y, in Maschinerie verwandelt werden. Bleibt variables Kapital von 500 oder Arbeit von 500 Mann statt 1000. Der Wert ihrer Arbeit = 750, da der der 1000 = 1500 1. Also danach hätten wir:

V Sen Altes Kapital C + 1.000/500.

Neues Kapital (C + 500) oder C + >

‚ was wir C’ nennen wollen,

V ———

C’ + 500/250.

Indes, da unterstellt ist, daß die surplusvalue? wächst infolge der Einführung der Maschinerie, fällt das variable Kapital, sage Yo). Wir können nun entweder annehmen, daß die 500 so viel verarbeiten (Rohmaterial) wie früher oder mehr. Der Vereinfachung wegen wollen wir annehmen, sie [verlarbeiten

nur so viel. Yo von 500 = 400.152 Also: V

V S —— FEIEIP, V Altes Kapital. C+ 1000 + 500 -(c +1000 + 5) : V S C V —— mm aBisiae Neues Kapital. (C + 500) = C’ + 400 + 350 = ((C + 1/2V) + 400 + 7/8 V).

VEREIN ! In der Handschrift: C+(V-x)+S+x 2 der Mehrwert

348 3. Der relative Mehrwert - Heft II

Es würden so 100 I. frei. Indes nur dann, wenn nicht Zusatz zu wenigstens diesem Satz für Rohmaterial und matieres instrumentales nötig. Nur in diesem Falle kann durch Einführung der Maschinerie Geldkapital freigesetzt werden, das früher was expended in the form of wages!.

Bei dem absoluten Surplusvalue muß wachsen die matieres brutes? und matieres instrumentales, in demselben Verhältnis, worin das absolute Quantum Arbeit wächst.

V Ss

-——

Altes Kapital, C + 1000 + 500. S hier = Y; Arbeitstag von 1000 Arbeitstagen. War der Arbeitstag = 12 Stunden, so = 4 Stunden. Gesetzt nun, S wachse von 500 auf 600, also um Y,, so da der Wert von 12 Stunden X 1000 = 15001, repräsentiert ein Wert von 1001 800 Arbeitsstunden für die 1000 Mann oder % Surplusarbeitsstunden per Mann. Es kommt nun drauf an, wieviel Material etc. | Mann in 1 Stunde verarbeitet, um zu wissen, wieviel, da die Arbeitsbedingungen dieselben bleiben, er in % Stunden verarbeitet. Wir wollen dies x nennen. So:

C V S S’

Neues Kapital. C + x + 1000 + 500 + 100. Das ausgelegte Kapital wächst hier, und das Produkt wächst zweifach; um das ausgelegte Kapital und um den Surpluswert.

Die Hauptsache — Grundlage bleibt die Bestimmung des Werts selbst, also die Basis, daß unabhängig von dem Grad der Produktivität der Arbeit der Wert bestimmt ist durch die notwendige Arbeitszeit; also Geld z.B. als von konstantem Wert ausgenommen sich stets in derselben Geldsumme aus-

drückt.

Durch das Urbarium der Maria Theresia, worin die eigentliche Leibeigenschaft in Ungarn abgeschafft, schuldeten die Bauern für die ihnen zufallenden Sessions {lands on each estate, allotted to the maintenance of the serfs, 35-40 English acres’} den landlords jährlich unentgeltliche Arbeit von 104 days per annum*, abgesehn von einer Menge kleiner Leistungen, fowls, eggs’, etc.

! ausgegeben in der Form des Lohnes

? Rohmaterialien

? Ländereien auf jedem Grundbesitz, für den Unterhalt der Leibeigenen zugeteilt, 35-40 englische Morgen

* Tagen im Jahr

° Geflügel, Eier

Seite 91 aus Heft I

Nachträgliche Zusätze zu Punkt 2 und 3 351

1192] Spinnen von 6. Pf. Wolle oder Hanf, geliefert durch den landlord, außerdem noch Y, ihres Produkts für die Kirche und Y (2?) dem landlord. Noch 1771 von 8 millions in Ungarn %, landlords und nur 30 921 artisans!: Es sind derartige facts, an denen die Lehre der Physiokraten? einen historischen Hinterhalt besitzt. ?*

In den englischen Kohlenwerken wöchentlich 15 Mann killed on an average. Während der 10 Jahre concluding with 1861, killed about 10000 people. Mostly by the sordid avarice of the owners of the coalmines. Dies generally to be remarked. The capitalistic production is — to a certain degree, when we abstract from the whole process of circulation and the immense complications of commercial and monetary transactions resulting from the basis, the value in exchange — most economical of realized labour, labour realized in commodities. It is a greater spendthrift than any other mode of production of man, of living labour, spendthrift not only of flesh and blood and muscles, but of brains and nerves. It is, in fact, only at the greatest waste of individual development that the development of general men is secured in those epochs of history which prelude to a socialist constitution of mankind.?1??}

„Sollte diese Qual uns quälen, Da sie unsre Lust vermehrt, Hat nicht Myriaden Seelen

Timur’s Herrschaft aufgezehrt?“ 50)

In dem Wert des Produkts haben wir zwischen mehr Teilen zu unterscheiden als in dem Wert des vorschoßnen Kapitals. Das letztre = C + V. Das erstere = C + A. (Der Teil des Produkts, der die neuzugesetzte Arbeit aus-

! Handwerker

? im Durchschnitt getötet. Während der 10 Jahre einschließlich 1861 wurden etwa 10000 Menschen getötet. Meistens durch den schmutzigen Geiz der Eigentümer der Kohlenbergwerke. Dies im allgemeinen festzustellen. Die kapitalistische Produktion ist — bis zu einem gewissen Grade, wenn wir vom ganzen Prozeß der Zirkulation und den riesigen Verflechtungen kommerzieller und geldlicher Transaktionen, die als Resultat der Basis, dem Wert im Austausch, auftreten, absehen —- außerordentlich sparsam mit der vergegenständlichten Arbeit, einer Arbeit, realisiert in Waren. Sie ist weit mehr als jede andere Produktionsweise eine große Vergeuderin von Menschen, von lebendiger Arbeit, Vergeuderin nicht nur von Fleisch und Blut und Muskeln, sondern auch von Hirn und Nerven. Es ist, in der Tat, nur durch die ungeheuerste Verschwendung von individueller Entwicklung, daß die Entwicklung der Menschheit überhaupt gesichert wird in der Geschichtsepoche, die der Entwicklung der sozialistischen Konstituierung der Menschheit vorausgeht.

24%

352 3. Der relative Mehrwert - Heft H

drückt.) Aaber = V + S = dem Wert des variablen Kapitals + dem Surpluswert.

Wenn Konzentration der Produktionsmittel in den Händen relativ weniger — as compared to the mass of the labouring multitude! — überhaupt Bedingung und Voraussetzung der kapitalistischen Produktion, weil, without it, the means of production would not separate themselves from the producers, and the latter would, therefore, not be converted into wages labourers? — so diese Konzentration aber auch technologische Bedingung, um die kapitalistische Produktionsweise und mit ihr die gesellschaftliche Produktivkraft zu entwickeln. Kurz, materielle Bedingung für Produktion auf großer Stufenleiter. Durch die Konzentration entwickelt sich die gemeinsame Arbeit — Assoziation, Teilung der Arbeit, Anwendung der Maschinerie, Wissenschaft und Naturkräfte. But there is still another point connected with it’, der bei der Profitrate, noch nicht bei der Analyse der surplus value, zu betrachten. Die Konzentration von Arbeitern und Arbeitsmitteln auf geringrem Raum etc., economy of power“, gemeinsamer use? durch viele von Mitteln (wie Baulichkeiten etc., Heizung etc.), deren Kosten nicht steigen im Verhältnis wie sie mehreren dienen; endlich auch Arbeit, faux frais of production gespart. Dies zeigt sich namentlich auch bei der Landwirtschaft.

„Im Fortschritt der Bodenbebauung wird alles Kapital und alle Arbeit, die früher zerstreut auf 500 Morgen verwandt wurden, ja vielleicht noch mehr, jetzt auf die gründlichere Bearbeitung von 100 Morgen konzentriert.“ (p. [190,] 191, R.Jones, „An Essay on the Distrib. of Wealth etc.“, part. I, „On Rent“, Londfon] 1831.) „Die Kosten, 24 Scheffel auf 1 Morgen zu ziehn, kleiner als die waren 24 auf 2 zu ziehn; der konzentrierte Raum“ {diese Konzentration des Raums auch wichtig in der Manufaktur. Jedoch hier noch wichtiger die Anwendung des gemeinschaftlichen Antriebsinstruments etc. In der Landwirtschaft, obgleich im Verhältnis zum angewandten Betrage von Kapital und Arbeit der Raum enger geworden ist, stellt er doch eine erweiterte Produktionssphäre dar im Vergleich zu der Produktionssphäre, die früher von einem einzigen, unabhängigen Produzenten besessen oder bebaut worden war. Die Sphäre ist absolut größer. Folglich die Möglichkeit, Pferde einzusetzen usw.}, „worauf die landwirtschaftliche Tätigkeit ausgeführt, muß einige Vorteile

! im Vergleich zur Masse der arbeitenden Menge

? ohne sie die Produktionsmittel sich nicht vom Produzenten trennen und die letzteren folglich nicht in Lohnarbeiter umgewandelt werden würden

3 Aber da ist noch ein anderer Gesichtspunkt mit verbunden

* ökonomische Verwendung von Arbeitskraft

5 Gebrauch

$ Produktionsnebenkosten

Nachträgliche Zusätze zu Punkt 2 und 3 353

bringen und einige Kosten einsparen; Einfriedung, Dränage, Aussaat, Herbstarbeit usw. weniger, wenn sie auf 1 Morgen beschränkt sind usw.“ (l.c., [p.] 199.)

Zehnstundenbill!! und overworking!

„Obgleich die Gesundheit der Bevölkerung ein so wichtiges Element des nationalen Kapitals ist, fürchten wir, gestehn zu müssen, daß die Kapitalisten durchaus nicht bei der Hand sind, diesen Schatz zu erhalten und wert zu achten. ‚Die Männer des West Riding‘ “ (zitiert die „Times“ aus dem „Report des Registrar General“ für Oktober 1861") „ ‚wurden die Tuchmacher der Menschheit, und so versessen waren sie auf ihre Arbeit, daß die Gesundheit des Arbeitsvolkes geopfert wurde, und in ein paar Generationen wäre die Race degeneriert. Aber eine Reaktion trat ein: Lord Shaftesburys Bill schränkte die Stunden der Kinderarbeit ein usw.‘ Die Rücksicht auf die Gesundheit der Arbeiter wurde“ (setzt die „Times“ hinzu) „den Fabrikanten aufgezwungen durch die Gesellschaft.“ 159

In den größeren Schneider shops? in London heißt ein gewisses Stück Arbeit, z.B. einer Hose, Rocks etc., Stunde, halbe Stunde. (Die Stunde = 6.d.) Hier ist natürlich durch die Praxis bekannt, wieviel das average? Produkt einer Stunde. Kommen neue Moden auf oder besondre Verbesserungen und Reparaturen, so Streit zwischen employer und workmen‘, ob ein bestimmtes Stück Arbeit = 1 Stunde etc., bis auch hier die Erfahrung die Sache festgesetzt. Ähnlich in vielen Londoner Möbelschreinereien etc.

(Es versteht sich von selbst, daß außer einigen Wesen für Lernzeit etc. nur Arbeiter engagiert werden, die das average skill’ besitzen und die average Masse während des Tags liefern können. In schlechter Geschäftszeit ist, wo nicht continuity of labour°, dieser letztre Umstand natürlich dem employer gleichgültig.)

I Mehrarbeit

? Werkstätten

3 durchschnittliche

* Auftraggeber und Handwerker

> die durchschnittliche Geschicklichkeit 6 Kontinuität in der Arbeit

Anhang und Register

Die fremdsprachigen Zitate, die im Text in deutscher Übersetzung gebracht wurden, werden hier nach der Marxschen Handschrift wiedergegeben. Das betrifft auch solche Zitate, die Marx nicht vollständig ins Deutsche übersetzt. Unterstreichungen werden wie im

Haupttext durch Kursivschrift, Doppelunterstreichungen durch gesperrte Schrift hervorgehoben. Offensichtliche Schreibfehler werden stillschweigend korrigiert. Wesentliche Abweichungen gegenüber dem Original sind in Fußnoten vermerkt.

«Ce n’est pas la matiere qui fait le capital, mais la valeur de cette matiere'.» (J. B. Say, «Trait& de l’Economie Politique», 3. ed., Paris 1817, t. II, p. 429.)

“Capital is commodities.” (J. Mill, “Elements of Polit. Econ.”, Londfon] 1821, [p.] 74.)

“Currency employed to productive purposes is capital,” (McLeod, “The Theory and Practice of Banking etc.”, Lond[on] 1855, t. I, ch. I.)

“The zeal for “encouraging consumption’, as supposed necessary for trade in general, springs from the real usefulness of it with regard to the venders of a particular trade.” ([p.] 60.) “What we want are people who buy our goods’ ... But they have nothing in the world to give you for your goods, but what you gave them first. No property can originate in their hands; it must have come from your’s. Landlords, placemen, stockholders, servants, be they what they may, their whole means of buying your goods was once your means, and you gave it up to them.” ([p. 61/]62.) “The object of selling your goods is to make a certain amount of money; it never can answer to part with that amount of money for nothing, to another person, that he may bring it back to you, and buy your goods with it: you might as well have just burnt your goods at once, and you would have been in the same situation.” ([p.] 63.) (“An Inquiry into those Principles respecting the Nature of Demand and the Necessity of Consumption, lately ]17|advocated by Mr. Malthus etc.”, London 1821.)

“Mr. Malthus sometimes talks as if there were two distinct funds, capital and revenue, supply and demand, production and consumption, which must take care to keep

! In der Handschrift: ces matieres

Anhang und Register

ai

pace with each other, and neither outrun the other. As if, besides the whole mass of commodities produced, there was required another mass, fallen from Heaven, I suppose, to purchase them with ... The fund for consumption, such as he requires, can only be had at the expense of production.” (l.e., [p.} 49, 50.) “When a man is in want of demand, does Mr. Malthus recommend him to pay some other person to take off his goods?” ([p.] 55.)

“When a thing is bought, in order to be sold again, the sum employed is called money advanced; when it is bought not to be sold, it may be said to be expended.” (James Siexart, “Works etc.”, ed. by General Sir James Steuart, his son etc., v. 1, [p.] 274, London 1805.19)

«L’echange est une transaction admirable dans laquelle les deux contractans gagnent toujours tous deux.»

(“A cannot obtain from B more corn for the same quantity of cloth, at the same time that B obtains from A more cloth for the same quantity of corn.”) (“A critical Dissertation on the Nature, Measures and Causes of Value etc.”, London 1825, [p. 65].) («L’echange qui se fait de deux valeurs &gales n’augmente ni ne diminue la masse des valeurs existantes dans la societe. L’&change de deux valeurs inögales ... ne change rien non plus ä la somme des valeurs sociales, bien qu’il ajoute ä la fortune de !’un ce au’il öte de la fortune de l’autre.» J. B. Say, «Traite d’Ec. Pol.», 3. &d., t. II, p.443, 444, Paris 1817.)

“Exchange confers no value at all upon products.” ([p.] 169, Wayland, F., “The Elements of Polit. Economy”, Boston 1843.)

“effectual demand consists in the power and inclination, on the part of the consumers, to give for commodities, either by immediate or circuitous barter, some greater portion of all the ingredients of capital than their production costs”. (Col, Torrens, “An Essay on the Production of Wealth”, Lond[on]} 1821, p. 349.)

“Profit” (dies eine spezielle Form des Mehrwerts), “in the usual condition of the market, is not made by exchanging. Had. it not existed before, neither could it after that transaction.” (G. Ramsay, “An Essay on the Distribution of Wealth”, Edinburgh 1836, p. 184.) “The idea of profits being paid by the consumers, is, assuredly, very absurd. Who are the consumers?” etc. (p. 183.)

«Tous les ordres de marchands ont cela de commun qu’ils achetent pour revendre.» (p.43, «Reflexions sur la Formation et la Distrib. des Richesses», (erschien 1766) in den «uvres» von Turgot, t.I, Paris 1844. Edit. von Eugene Daire.!!P)

“Under the rule of invariable equivalents commerce would be impossible.” (/p.] 67, G. Opdyke, “A Treatise on Polit. Econ.”, New York 1851.)

{„Verringert die Subsistenzkost der Menschen durch Verringerung des natürlichen Preises von Nahrung und Kleidung, by which life is sustained, and wages will ultimateIy fall, notwithstanding that the demand for labourers may very greatly increase“. (p. 460, Ricfardo], “Princ. of Pol. Ec.”, 3. ed., London 1821.)}

{„Aus einer vergleichenden Übersicht über Kornpreise und Arbeitslöhne von der Regierung Edward’s III an, also seit 500 Jahren, folgt, daß die earnings of a day’s labour in this country häufiger unter als über einem peck Weizen standen; daß I peck Wei-

%

zen eine Art middle point, aber rather above the middle, about which the cornwages of labour, varying according to the demand and supply have oscillated.“ ([p.240,] 254, Malthas, “Princip. of P. Econ.”, London 1836, 2. ed.)}

{«Le simple ouvrier, qui n’a que ses bras et son industrie, n’a rien qu’autant qu’il parvient ä vendre ä d’autres sa peine ... En tout genre de travail il doit arriver, et il arrive en effet que le salaire de l’ouvrier se borne ä ce qui lui est necessaire pour lui procurer sa subsistance.» ([p.] 10, Turgot, «Re&flexions sur la Formation et la Distribution des Richesses», (erschien zuerst 1766) «CEuvres», t. I, &d. Eugene Daire, Paris 1844.)}

“Mr.Ricardo ingeniously enough, avoids a difficulty, which, on a first view, threatens to encumber his doctrine, that value depends on the quantity of labour employed in production. If this principle is rigidly adhered to, it follows, that the value of labour depends on the quantity of labour employed in producing it — which is evidently absurd. By a dexterous turn, therefore Mr. Ricardo makes the value of labour depend on the quantity of labour required to produce wages, or, to give him the benefit of his own language, he maintains that the value of labour is to be estimated. by the quantity of labour required to produce wages, by which he means, the quantity of labour required to produce the money or commodities given to the labourer. This is similar to saying, that the value of cloth is to be estimated, not by the quantity of labour bestowed upon its production, but by the quantity of labour bestowed on the production of silver, for which the cloth is exchanged.” ([p.] 50, 51.)

“When reference is made to labour as a measure of value, it necessarily implies labour of one particular kind and a given duration; the proportion which the other kinds bear to it being easily ascertained by the respective remuneration given to each.” ([J. Cazenove, p.] 22, 23, “Outlines of Pol. Ec.”, London 1832.)

“Labour is the agency by which capital is made productive of wages, profit, or revenue.” (p. 161, John Wade, “ History of the Middle and Working classes etc.”, 3. ed., London 1835.)

«la valeur fait le produit». (Say, «Cours Complet.», p. 510.72)

“Le sol est necessaire; le capital est utile. Et le travail sur le sol, produit le capital.» ([p.] 288, t. III, Paris 1857, Colins, «L’Economie Politigue. Source des Revolutions et des Utopies pretendues Socialistes. »)

“All capital” {hier capital in dem bloß stofflichen Sinn} “consists really in commodities ... The first capital must have been the result of pure labour, The first commodities could not be made by any commodities existing before them.” (fp.] 72, James Mill, “Elements of Pol. Ec.”, London 1821.)

“Labour and Capital ... the one immediate labour ... the other, hoarded labour, that which has been the result of former labour.” ([p.] 75.) (l. c.)

“When the labourers receive wages for their labour ... the capitalist is the owner, not of the capital only,” (in diesem stofflichen Sinn) “but of the labour also. If what is paid as wages is included, as it commonly is, in the term capital, it is absurd to talk of labour separately from capital. The word capital, as thus employed, includes labour and

capital both.” (James Mill, I. c., |p.] 70, 71.)

360 ) Anhang und Register

94 “The great object of the monied capitalist, in fact, is to add to the nominal amount of his fortune, It is that, if expressed pecuniarily this year by 20000 7. z. B.; it should be expressed pecuniarily next year by 24000 I. To advance his capital, as estimated in money, is the only way in which he can advance his interest as a merchant. Die importance dieser objects für ihn nicht affiziert durch fluctuations in der currency oder by a change in the real value of money. Z. B. in einem Jahr komme er von 20 auf 24000 L, durch einen Fall im Wert des Geldes mag er nicht have increased his command über die comforts etc. Dennoch ebensosehr sein Interesse, als wenn das Geld nicht gefallen wäre; denn sonst, his monied fortune would have remained stationary und sein real wealth would have declined in the proportion of 24 to 20 ... commodities also nicht das terminating object des trading capitalist, außer im Verausgaben seiner revenue und in Ankäufen für die sake of consumption. In the outlay of his capital, and when he purchases for the sake of production, money is his terminating object.” ([p.] 165/166, Thomas Chalmers, “On Political Economy in Connection with the Moral State and Moral Prospects of Society”, 2. ed., Londfon] 1832.)

95 “It is impossible to designate, or express the value of a commodity, except by a quantity of some other commodity.” ([p.] 26, I. c.) “Instead of regarding value as a relation between 2 objects, they” (the Ricardians) (und Ric. selbst) “consider it as a positive result produced by a definite quantity of labour.” ([p.] 30, 1. c.) “Because the values of A and B, according to their doctrine, are to each other as the quantities of 'producing labour, or ... are determined by the quantities of producing labour, they appear to have concluded, that the value of A alone, without reference to anything else, is as the quantity of its producing labour. T'here is no meaning certainly in the last proposition.” (p.31, 32.) Sie sprechen von “value as a sort of general and independent property”. ([p.] 35, 1.c.) “The value of a commodity must be its value in something.” (. c.)

95 “Value is a relation between contemporary commodities, because such only admit of being exchanged for each other; and if we compare the value of a commodity at one time with its value at another, it is only a comparison of the relation in which it stood at these different times to some other commodity.”

96 “comparing commodities at different periods”

108 “The material undergoes changes ... The instruments, ‘or machinery, employed ... undergo changes. The several instruments, in the course of production, are gradually destroyed or consumed ... The various kinds of food, clothing, and shelter, necessary for the existence and comfort of the human being, are also changed. They are consumed, from /62/ time to time, and their value reappears, in that new vigor imparted to his body and mind, which forms a fresh capital, to be employed again in the work of production.” ([p.] 32, F. Wayland, “The Elements of Polit. Econ.”, Boston 1843.)

129 “These affected ways of talking constitute, in great part, what M.Say calls his doctrine ... «Si vous trouves», sagt er p.36 zu Malthus «une physionomie de paradoxe ä toutes ces propositions, voyez les choses qu’elles expriment, et j’ose croire qu'elles vous paraitront fort simples et fort raisonnables.» Doubtless; and, at the same time, they will very probably appear, by the same process, not at all original or important.

«Sans cette analyse je vous d&fie d’expliquer la totalit& des faits; d’expliquer par exemple comment le meme capital est consomme deux fois: productivement par un entrepreneur et improductivement par son ouvrier. It seems to be agreed, «dans plusieurs parties de !’Europe», to call a fantastical mode of expression a fact.” (l.c., p. 110, N.XI.)

“He” (the workman) “is a productive consumer to the person who employs him and to the state but not strictly speaking to himself.” (p.30, Malthus, “Definitions in Pol. Ec.”, ed, John Cazenove, London 1853.)

“Circulating Capital consists only of subsistence and other necessaries advanced to the workmen, previous to the completion of the produce of their labour.” ([p.], 23, Ramsay, George, “An Essay on the Distribution of Wealth”, Edinburgh 1836.) “Fixed capital alone, not circulating, is properly speaking a source of national wealth.” (l. c.) “Were we to suppose the labourers not to be paid until the completion of the product, there would be no occasion whatever for circulating capital.”

„Die Produktion würde ebenso groß sein. Dies beweist, daß circulating capital is not an immediate agent in production, not even essential to it at all, but merely a convenience rendered necessary by the deplorable poverty of the mass of the people.“ ([p.] 24, 1. c.) “merely a convenience rendered necessary by the deplorable poverty of the mass of the people”. [p. 24.]

“The fixed capital” (Arbeitsmaterial und Arbeitsmittel) “alone constitutes an element of cost of production in a national point of view.” ([p.] 26, I. c.)

«Le capital est cette portion de la richesse produite qui est destinee ä& la reproduction. » p. 364.

«est-cen (die matiöre premiere) «vraiment lä un instrument de production? n’est-ce pas plutöt l’objet sur lequel les instruments producteurs doivent agir ?» (p.367, lecons etc.) Nachher erklärt er: «instrument de production, c.ä.d. une matiere qui agit sur elle m&me, qui est ä la fois l’objet et le sujet, le patient et l’agent». (p. 372, 1. c.)

«Ceux qui n’envisagent la science &conomique que du point de vue des entrepreneurs, et qui ne considerent que le produit net et &changeable que chaque entrepreneur peut se procurer, ceux-lä ne doivent pas en effet appercevoir de difference entre un homme, un boeuf et une machine ä vapeur: il n’est ä leurs yeux qu’une question qui soit digne d’une attention serieuse, c’est Ja question du prix de revient, la question de savoir, combien coüte ä l’entrepreneur ce qu’il demande ä la vapeur, au boeuf, ä l’ouvrier.» (Rossi, «De la Methode en Economie Politigue etc. », p. 83, in « Economie Politique. Recueil de Monographies etc.», ann&e 1844, t.I, Bruxelles 1844.)

„Wenn der Arbeiter von seiner Revenue lebt, wenn er von der Retribution seiner Arbeit lebt, comment voulez-vous que la m&me chose figure deux fois dans le phenomene de la production, dans le calcul des forces productives, une fois comme retribution du travail et une seconde fois comme capital?“ (p. 369, lecons.)

«Chacun pouvant attendre les produits de son travail, la forme actuelle du salaire pourrait disparaitre. I] y aurait societe entre les travailleurs et les capitalistes, comme il ya societe aujourd’hui entre les capitalistes proprement dits et les capitalistes qui sont en m&me temps travailleurs.» (p. 371.)

362 Anhang und Register

141 «Concevoir la puissance du travail, en faisant abstraction des moyens de subsistance des travailleurs, pendant l’oeuvre de la production, c’est concevoir un äfre de raison. Qui dit travail, qui dit puissance du travail, dit ä la fois travailleurs et moyens de subsistance, ouvrier et salaire ... le m&me &lement reparait sous le nom de capital; comme si la m&me chose pouvait faire ä la fois partie de deux instruments distincts de la production.» (p. 370, 371, 1. c.)

142. „Salaire haben no productive power; sie sind der Preis einer productive power. Wages kontribuieren nicht außer der Arbeit, zur Produktion von Waren“ {sollte heißen: zur Produktion von Produkten, Gebrauchswerten}, „nicht mehr als der Preis der Maschinen dazu kontribuiert along with the machines themselves. Könnte Arbeit ohne Kauf gehabt werden, wages might be dispensed with.“ (p.[90/]91, John St. Mill, “Essays upon some unsettled questions of Polit. Econ.”, London 1844.)

142 «Le capital est toujours d’une essence immat£rielle, parce que ce n’est pas la matiere qui fait le capital, mais la valeur de cette matiere, valeur qui n’a rien de corporel.» (Say, p. 429, «Trait& d’E. Pol.», 3. &dit., t. II, Paris 1817.) oder Sismondi: «Le capital est une idöe commerciale.» (Sism., LX9, p. 273, t.II, «Etudes etc.».)

143 “Labour and capital ... the one, immediate labour ... the other, hoarded labour, that which has been the result of former labour.“ ([p.] 75, James Mill, 1. c.) (“El[ements] of Plolitical] Ec[onomy]”, London 1821.) “Accumulated labour ... immediate labour.” (R. Torrens, “An Essay on the Production of Wealth etc.”, London 1821, ch. 1.)

143 Ricfardo], “Princliples]”, p.89. „Kapital ist der Teil des Reichtums eines Landes, der auf die Produktion verwandt wird und besteht aus food, clothing, tools, raw material, machinery etc., notwendig to give effect to labour.“

143 „Kapital ist nur a particular species of wealth, nämlich die bestimmt ist nicht to the immediate supplying of our wants, but to the obtaining of other articles of utility.“ (p.5, Torrens, l.c.) „In dem ersten Stein, den der Wilde auf die Bestie wirft, die er verfolgt, und dem ersten Stock, den er greift, um die Frucht niederzuziehn, die above his reach hängt, sehn wir die Aneignung eines Artikels zum Zweck of aiding in the acquisition of another und thus discover the origin of capital.“ (Torrens, p.70/71,]. c.)

143 Capital “all articles possessing exchangeable value”, the accumulated results of past labour. (H. C. Carey, “Princfiples] o[fj Pfolitical] Ecfonomy]”, part I, Philfadelphia] 1837, p. 294.)

143 «Lorsqu’un fonds est consacr& ä la production materielle, il prend le nom de capital.» (Ip.] 207, H. Storch, «Cours d’E. Pol.», ed. Say, Paris 1823, t. 1.) «Les richesses ne sont des capitaux que tant qu’elles servent ä la production.» (p. 219, ].c.) „Die Elemente des Nationalkapitals sind: 1. ameliorations du sol; 2. constructions; 3. outils ou instruments de metier; 4. subsistances; 5. materiaux; 6. d’ouvrage fait.” (p. 229 sq., l.c.)

143 «Toute force productive qui n’est ni terre, ni travail, c’est lä le capital. Il comprend toutes ces forces, ou compl&tement ou partiellement produites, qu’on applique ä la reproduction.» (p. 271, Rossi, 1. c.)

143 «Il n’y a aucune difference entre un capital et toute autre portion de richesse: c’est seulement par l’emploi qui en est fait, qu’une chose devient capital, c’est-ä-dire

lorsqu’elle est employ&e dans une operation productive, comme matiere premiere, comme instrument, ou comme approvisionnement.» (p. 18, Cherbuliez, «Richesse ou Pauvret&'», 1841.)

„Kapital der Teil des zur Produktion und generally for the purpose of obtaining profit verwandten wealth.“ ([p.] 75, Chalmers, Th., “On Pol. Ec. etc.”, London 1832, 2. edit.)

“Capital. That portion of the stock” (i. est accumulated wealth) “of a country which is kept or employed with a view to profit in the production and distribution of wealth.” (Ip.] 10, T. R. Malthus, “Definitions in Polit. Eco.”. New Edit. etc. by John Cazenove, London 1853.)

“Antecedent labour” (capital) “... present labour.” (Wakefield, E. G., Note p. [230/1231 zu t.1, A. Smith, “Wfealth] o[fl Nlations]”, London 1835.)

«Qu’est ce qui fait que la notion de produit se transforme tout ä coup en celle du capital? C’est l’idee de valeur. Cela veut dire que le produit, pour devenir capital, doit avoir pass& par une &valuation authentique, avoir &t& achete ou vendu, son prix debattu et fix& par une sorte de convention legale.» Z.B. «le cuir sortant de la boucherie est le produit du boucher. Ce cuir, est-il achet& par le tanneur? Aussitöt celui-ci le porte ou en porte la valeur ä son fonds d’exploitation. Par le travail du tanneur, ce capital redevient produit». («Gratuite du Credit» |,p. 178--180].) (Sieh XV], [p.] 29 etc.) ala difference pour la societe, entre capital et produit n’existe pas. Cette difference est toute subjective aux individus». [p. 250.]

“The material which ... we obtain for the purpose of combining it with our own industry, and forming it into a product, is called capital; and, after the labour has been exerted, and the value created, it is called a product. Thus, the same article may be product to one, and capital to another. Leather is the product of the currier, and the capital of the shoemaker.”

«Le travail de la terre, celui des animaux et des machines, est aussi une valeur, parce qu’on y met un prix et qu’on l’achete»°, nachdem er uns gesagt hat, daß « valeur» ist «c’est qu’une chose vaut» und daß «prix» ist die «valeur d’une chose exprimee.» «le loyer d’une facult& industrielle»

«ou plus rigoureusement le prix de l’achat d’un service productif industriel»." «La riproduzione di valore & quella quantitä di prezzo che ha la derrata o manifattura, oltre il valor primo della materia e la consumazione fattavi per formarla. Nell’ agricultura si detraggono la semente e la consumazione del contadino: nelle manifatture ugualmente si detraggono la materia prima e la consumazione dell’ artigiano, e tanto annualmente si crea un valore di riproduzione, quanto importa questa quantitä restante.» ([p.] 26, 27, P. Verri, «Meditazione sulla Economia Politica», Custodi, Parte Moderna, t. XV.)}

«ll prezzo comune & quello in cui il compratore puö diventar venditore e il venditore compratore senza discapito o guadagno sensibile?. Sia per esempio il prezzo comune

! In der Handschrift: «Riche et Pauvre» 2 In der Handschrift: possibile

364 Anhang und Register

della seta un gigliato per libbra, dico essere egualmente ricco colui che possiede 100 libbre di seta quanto colui che possiede cento gigliati, poich& il primo facilmente puö cedendo la seta avere 100 gigliati, e parimenti il secondo cedendo 100 gigliati aver 100 libbre di seta ... Il prezzo comune € quello, in cui nessuna delle parti contraenti s’impoverisce.» ([p.] 34, 35.) 1.c.}

148 “The immediate market for capital, or field for capital, may be said to be labour.” ([p.] 20, “An Inguiry into those Principles respecting the Nature of Demand and the Necessity of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus”, London 1821.)

148 “Productive consumption, where the consumption of a commodity is a part of the process of production ... In these instances there is no consumption of value, the same value existing in a new form.” ([p.] 296, Newman, S. P., “Elements of Pol. Ec.”, Andover and New York 1835.) («Le capital se consomme tout aussi bien que le fonds de consommation; mais en se consommant, il se reproduit. Un capital est une masse de richesses destinee ä la consommation industrielle, c’est-ä-dire ä la reproduction.» (p. 209, H. Storch, «Cours d’Ecfonomie] Pfolitigue]», &d. Say, Paris 1823, t. 1.)

149 “If you call labour a commodity, it is not like a commodity which is first produced in order to exchange, and then brought to market where it must exchange with other commodities according to the respective quantities of each which there may be in the market at the time; labour is created at the moment it is brought to market; nay it is brought to market before it is created.” ([p.] 75, 76, “Observations on certain verbal Disputes in Pol. Ec. etc.”, London 1821.)

149 «Il» (l’ouvrier) «demandait de la subsistance pour vivre, le chef demandait du travail pour gagner.» (Sfismondi], 1. c., p. 91.)

153 {“Profit is not made by exchanging. Had it not existed before, neither could it after that transaction.” (Ramsay, [p.] 184, 1. c.)} {«Ogni spazio di terra & la materia prima dell’agricultura.» ([p.] 218, P. Verri, 1. c.)}

154 “In reference to coarse spinning we have received the following statement from a gentleman of high standing:

Sept. 17, 1860 Per Ib. Marin. Cost of Spinning per Ib. His Cotton cost --- 6Y,d His 16’s warps -.. 4di>2-2- 3d sold for ---------- 10Y,d Profit 1 d per Ib. Sept. 17, 1861 His cotton costs --- 9d For his 16’s Ds Idensaun 3Y%d warps to ask ------- Ild

Loss 1% d per Ib.”

181 “It is obvious that the relative numbers of persons who can be maintained without agricultural labour, must be measured wholly by the productive powers of cultiva-

tion.” (p. 159/160, R. Jones, “On the Distribution of Wealth”, Lond[on] 1831.)

Fremdsprachige Zitate 365.

193 “Whatever quantity of labour may be requisite to produce any commodity, the labourer must always, in the present state of society, give a great deal more labour to acquire and possess it than is requisite to buy it from nature. Natural Price so increased to the labourer is Social Price.” ([p.] 220, Th. Hodgskin, “Pop. Pol. Econ.”, London 1827.)

194 “The amount of capital which can be invested at a given moment, in a given country, or the world, so as to return not less than a given rate of profits, seems principally to depend on the quantity of labour, which it is possible, by laying out the capital, to induce the then existing number of human beings to perform.” ([p.] 20, “An Inquiry into those Principles respecting the Nature of Demand etc.”, lately advocated by Mr. Malthus, London 1821.)

194 “If the labourer can be brought to feed on potatoes, instead of bread, it is indisputably true that then more can be exacted from his labour; i. e., if when fed on bread he was obliged to retain for the maintenance of himself and family the labour of Monday and Tuesday, he will, on potatoes, require only the half of Monday; and the remaining half of Monday and the whole of Tuesday are available either for the service of the state or the capitalist.” ([p.] 26, “The Source and Remedy of the Nation. Diff.”, Londfon] 1821.)

194 “Whatever may be due to the capitalist, he can only receive the surplus labour of the labourer; for the labourer must live. But it is perfectly true, that if capital does not decrease in value as it increases in amount, the capitalist will exact from the labourers the produce of every hour’s labour beyond what it is possible for the labourer to subsist on: and however horrid or disgusting it may seem, the capitalist may eventually speculate on the food that requires the least labour to produce it, and eventually say to the labourer: ‘You sha’n’t eat bread, because barley meal is cheaper. You sha’n’t eat meat, because it is possible to subsist on beet root and potatoes.’” ([p.] 23/24, l.c.)

194 “Wealth is disposable time and nothing more.” (p.6, “The Source and Rem. etc. ”.)

195 “Legal constraint” (zur Arbeit) “is attended with too much trouble, violence and noise; creates ill will etc., whereas hunger is not only a peaceable, silent, unremitted pressure, but, as the most natural motive to industry and labour, it calls forth the most powerful exertions.” ([p.] 15, “A Dissertation on the Poor Laws.” By a Wellwisher to mankind, 1786 (The Rever. Mr. J. Townsend), republished London 1817.)

195 “It seems to be a law of nature, that the poor should be to a certain degree improvident, that there always may be some to fulfil the most servile, the most sordid, and the most ignoble affairs in the community. The stock of human happiness is thereby much increased, the more delicate sind befreit von drudgery und können höheren callings etc. ungestört nachgehn.” ([p.] 39, 1.c.) “The poorlaw tends to destroy the harmony and beauty, the symmetry and order of that system, which god and nature 113] have established in the world.” (p. 41.)

196 «Iddio fa che gli uomini che esercitano mestieri di prima utilitä nascono abbondantemente.» (p.78, Galiani, «Della Moneta», t. Ill, bei Custodi.)

196 «fait naitre cette classe utile de la societ& ... qui se charge des occupations les plus fastidieuses, les plus viles et les plus degoütantes, en un mot, qui prenant pour sa part

25 Mars/Engels, Werke, Bd. 43

366 Anhang und Register

tout ce que la vie a de desagreable et d’assujettissant, procure aux autres classes le temps, la serenit& d’esprit et la dignite conventionnelle de caractöre dont elles ont besoin pour se livrer avec succ&s aux travaux releves». («Cours d’Ee. Pol.», &d. Say (p. 223), t. III, Paris 1823,)

196 «Plus un maitre a d’esclaves et plus il est riche; il s’ensuit: que, & &galit& d’oppression de masses, plus un pays a de proletaires et plus il est riche.» ([p.] 331, t. III, Colins, «L’Economie Politigue, Sources des Revolutions et des Utopies pretendues Socialistes», Paris 1857.)

198 «C’est parce que l’un travaille, que l’autre doit se reposer.» (Sismondi, « Nfouveaux] Prince. d’Eelfonomie] Pfolitigue] », t. I, p. 76/77.)

198 «Des qu’il y a surabondance» (des products) «de produits, le travail superflu doit &tre consacre ä des objets de luxe. La consommation des objets de premiere näcessit& est limitee, celle des objets de luxe est sans limite.» (p. 78, Sism., t.], «N[ouveaux] Pf[rincipes] etc.»,) «Le luxe n’est possible, que quand on l’achöte avec le travail d’autrui; le travail assidu, sans reläche, n’est possible, que lorsqu’il peut seul procurer, non les frivolitös, mais les necessites de la vie.» (p. 79, l.c.)

201 “As to the demand from labour, that is, either the giving labour in exchange for

goods, or, if you choose to consider it in another form, but which comes to the same

thing, the giving, in exchange for complete products, a future and accruing addition of valwe ..., conferred on certain particles of matter entrusted to the labourer. This is the real demand that it is material to the producers to get increased, as far as any demand is wanted, extrinsic to that which articles furnish to each other when increased.”

(Ip.] 57, “An Inguiry Into those Principles respecting the Nature of Demand and the Neces-

sity of Consurnption etc.”, London 1821.)

“To enable a considerable portion of the community to enjoy the advantages of lei-

sure, the return to capital must evidently be large.” (p.50, James Mill, “Eflements] of

Pol. Ec.”, London 1821.)

201 «obtenir du capital depense» (dem gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Kapital), «la plus forte somme de travail possible». (p.62, J. G. Courcelle-Seneuil, « Traite theorique et pratique des Entreprises industrielles etc.», Paris 1857, 2. edit.)

204 {The employer will be always on the stretcb to economize time and labour.” (p. 318, Dugald Stewart, vol.1, “Lectures on Polit. Econ.”, Edinburgh 1855, vol. VIII der “Collected works”, ed. by Sir W. Hamilton.) ad p. 107, ad Zusatz ad e,}

206 «la journee de sarclage estim&e douze perches en imposant une täche double en &tendue de celle que peut ex&cuter un homme en un jour», namentlich auf den Maispflanzungen, Die journee de sarclage ist in der Tat so eingerichtet durch das röglement «qu’il commence au mois de mai pour finir au mois d’Octobre».

206 118] «En Moldavie» sagte einer der großen Bojaren selbst, «les 12 journees de travail du paysan, accordes par le r&glement, &quivalent en fait ä 365 jours.» [p. 311.]

208 “Mr. Leigh, of the Deans gate subdistrict” (Manchester), “makes the following judicious remarks, which deserve the careful attention of the people at Manchester: Very sad there is the life of a child ... The total number of deaths, exclusive of coroner’s cases, is 224, and of this number 156 were children under 5 years of age ... So large a

pe

25*

proportion I have never before known. It is evident that whilst the ordinary circumstänces affecting adult life have been to a considerable extent in abeyance, those militating against the very young have been in great activity ... 87 of the children died under the age of one year. Neglected diarrhoea, close confinement to ill ventilated rooms during hooping cough, want of proper nutrition, and free administration of laudanum, producing marasmus and conyulsions, as well as hydrocephalus and congestion of brain, these must explain why ... the mortality” (of children) “is still so high.”} “The fraudulent mill-owner begins work a quarter of an hour” (sometimes more, sometimes less), “before 6 a. m,; and leaves off a quarter of an hour” (sometimes more, sometimes less) “after 6 p.m. He takes 5 minutes from the beginning and end of the half hour nominally allowed for breakfast, and 10 minutes at the beginning and end of the hour nominally allowed for dinner. He works for a quarter of an hour” (sometimes more, sometimes less) “after 2 p.m, on Saturdays.

Thus his gain” {Hier ist der Gain direkt mit der stipitzten Surplusarbeit identifi-

ziert} “is,

before 6 a.m. 15 minutes, Total in 5 On Saturdays Total after6p.m. 15 ditto days before 6 a.m. ]5 m. Weekly at! breakfast at breakfast Gain time 10 » time 10 340

at dinner 300 minutes after2p.m, 15 minutes time 20

60 40 Or 5 hours and 40 minutes weekly, which multiplied by 50 working weeks in the year, allowing two for holidays and occasional stoppages, are equal to 27 working days.” (p.4, 5, “Suggestions ete.,” by Mr. L. Horner in “Factories Regulation Acts?. Ordered, by the House of Commons, to be printed, 9 August 1859”) “The profit to be gained by it” (overworking over the legal time) “appears to be, to many” (millowners) “a greater temptation than they can resist; they calculate upon the chance of not being found out; and when they see the small amount of penalty and costs, which those who have been convicted have had to pay, they find that if they should be detected there will still be a considerable balance of gain.” ([p.] 34, “Report of the Inspectors of Factories for the halfyear ended 31 Oct. 1856,”) “Five minutes a day’s increased work, multiplied by weeks, are equal to 2, days of production in the year.” ([p.] 35, l.c.) “In cases where the additional time is gained by a multiplication of small thefts in the course of the day, there are insuperable difficulties to the Inspectors making out a case,” (p.35. l.c. An dieser Stelle die so angeeignete overtime direkt als theft, „Diebstahl“ bezeichnet von den offiziellen englischen Fabrikinspektoren.) /120/ Diese small thefts werden auch bezeichnet als “petty pilferings of minutes” (p.48, l.c.), ferner as “snatching a few minutes” (l.c.), “or as it is termed, ‘nibbling’ or ‘eribbling

! In der Handschrift: after ? In der Handschrift: Factory Regulations Act

Anhang und Register

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at meal times’ ”. (].c.) “ If you allow me’, said a highly respectable master to me, ‘to work only 10 minutes in the day over time, you put one thousand a year in my pocket’.” (p.48, 1. c.)

“The hours of labour in printworks may practically be considered to be unrestricted, notwithstanding the statutory limitation. The only restriction upon labour is contained in 22 of the ‘Printwork act’” (8. and 9 Victoria C. 2980) “which enacts that no child — that is, no child between the ages of 8 and 13 years — shall be employed during the night, which is defined to be between 10 p.m. and 6 a.m. of the following morning. Children, therefore of the age of 8 years, may be lawfully employed in labour analogous in many respects to factory labour, frequently in rooms in which the temperature is oppressive, continuously and without any cessation from work for rest or refreshment, from 6 a.m. to 10 p.m.” (16 Stunden); “and a boy, having attained the age of 13, may lawfully be employed day and night for any numbers of hours without any restriction whatever. Children of the age of 8 years and upwards have been employed from 6 a.m. to 9 p.m. during the last half-year in my district.” ([p.] 39, “Reports of the Inspect. of Factories”, 31" Oct. 1857, Report of Mr. A. Redgrave.)

“An additional hour a day, gained by small instalments before 6 a.m. and after 6 p.m., and at the beginning and end of the times nominally fixed for meals, is nearly equivalent to making 13 months in the year.” (“Reports of the I. of F.”, 30" April 1858, Report of Mr. L. Horner, p.9l, 10].)

“It may seem inconsistent that there should be any overworking” {durchaus nicht inkonsistent, daß der Fabrikant während der Krise den größtmöglichsten Teil unbezahlter Arbeitszeit zu snatch sucht} “at a time when trade is so bad; but that very badness leads to transgressions by unscrupulous men; they get the extra-profit of it.” (Ip. 10,] “Reports etc.”, 30 April 1858, Report of Mr. L. Horner.)

“] continue” (although in den meisten Fabriken wegen der bad time nur half time worked), “however, to receive the usual number of complaints that half or 3 quarters of an hour in the day are snatched from the workers by encroaching upon the times allowed for rest and refreshment during the working day, and by starting 5 minutes and more before the proper time in the morning and by stopping 5 minutes or more after the proper time in the evening. These petty pilferings, amounting in the whole to from half to three quarters of an hour daily, are very difficult of detection.” (p.25, l.c., T. J. Howells “Report”.)

“To prove a systematic course of overworking, made up of minutes taken at 6 different times of the day, could manifestly not be done by the observation of an Inspector.” ([p.35,] “Reports”, L.Horner, 31* Oct. 1856.) “It is this general acquiescence in the practice, if not approbation of the principle, and the general concurrence that the limitation of labour is expedient etc.” (“Reports etc.”, 31* Oct. 1855, p. 77.)

“The daily labour of the workman in manufactures and works shall not exceed 12 hours. The government has power to declare exceptions to the above enactment in those cases where the nature of the work or of the apparatus requires it.”

“The cleaning of machinery at the end of the day; work rendered necessary by accident to the moving power, the boiler, the machinery, or the building. Labour may be ex-

tended in the following cases: For I hour at the end of the day for washing and stretching pieces in dye works, bleach works, and cotton print works. For 2 hours in sugar factories, and refineries, and in chemical works. For 2 hours during I20 days a year, at the choice of the manufacturer, and with the sanction of the Pröfet, in dye works, print works, and finishing establishments.”

212 “] have been assured by several manufacturers that when they have wished to avail themselves of the permission to extend the working day, the workmen have objected upon the ground that an extension of the working day at one moment would be followed by a curtailment of the ordinary number of hours at another ... and they especially objected to work beyond the 12 hours per day, because the law which fixed those hours is the only good which remains to them of the legislation of the Republie.”

213 “The prolongation of the working day is optional with the workmen ... when it is mutually agreed ... the rate per hour” (beyond 12) “is generally higher than their ordinary pay.” (p.80, ].c.)

213 “the labouring population of Rouen and Lille ... have succumbed“ become “diminutive in growth” und “many are afflicted with that species of lameness which in England has given to its victims the name of ‘factory cripples’”. (p. 81, |.c.)

213 “It must be admitted that a daily Jabour of 12 hours is a sufficient call upon the human frame, and when the requisite intervals for meals, the time required for going to and returning from work, are added to the hours of labour, the balance at the disposal of the workman is not excessive.” (p. 81, A. Redgrave, |. c.)

213 “One of the many objections made to the Ten Hours’ Bill was the danger of throwing upon the hands of the young persons and females so much leisure time, which, from their defective education, they would either waste or misuse; and it was urged that until education progressed, and means were provided for occupying in profitable mental or social employment the leisure Hours which the Ten Hours’ Bill proposed to award to the Factory population, it was more advisable, in the interests of morality, that the whole of the day should. be spent in the factory.” ([p.] 87, A. Redgrave, I. c.)

213 “The practice of setting children prematurely to work, a practice which the state, the legitimate protector of those who cannot protect themselves, has, in our time, wisely and humanely interdicted, prevailed in the 17‘ century to an extent which, when compared with the extent of the manufacturing system, seems almost incredible. At Norwich, the chief seat of the clothing trade, a little creature of six years old was thought fit for labour. Several writers of that time, and among them some who were considered as eminently benevolent, mention, with exultation, the fact, that in that single city boys and girls of tender age, created wealth exceeding what was necessary, for their own subsistence by 12000 pounds a year. The more carefully we examine the history of the past, the more reason shall we find to dissent from those who imagiine that our age has been fruitful of new social evils. The truth is, that the evils are, with scarcely an exception, old. That which is new is the intelligence which discerns and humanity which remedies them.” (Macaulays “]History of] England”, vol. 1, p. 417.)

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214 “by keeping the children, young persons, and women in the mill to clean the machinery during a part of the mealtimes, and on saturdays after 2 o’clock, in place of that work being done within the restricted time”, (p. 12, L. Horner, “Reports etc.”, 30" April 1856.)

214 “who are not employed on piece-work, but receive weekly wages”. (L. Horner, p. [8,] 9, “Reports of the Insp. o. F.”, 30" April 1859.)

214 “The education of the children, professediy provided for, is, in numerous cases, an utter mockery; the protection of the workpeople against bodily injuries and death from unfenced machinery, also professediy provided for, has become, practically, a dead letter; the reporting of accidents is, to a great extent, a mere waste of public money ... Overworking to a very considerable extent, still prevails; and, in most instances, with that security against detection and punishment, which the law itself affords.” (p.9, 8, l.c.)

215 “The fact is, that prior to the Act of 1833, young persons and children were worked all night, all day, or both ad libitum.” (“ Reports etc.”, 30" April 1860, p. [50,] 51.)

215 “to take their legal hours of labour at any period within 5% a.m. und 8% p.m.”.

215 “the bulk of the accidens happened in the largest mills ... the perpetual scramble for every minute of time, where work is going on by an unvarying power, which is indicated at perhaps a thousand horses, necessarily leads to danger. In such mills, moments are the elements of profit — the attention of everybody’s every instant is demanded. It is here, where ... there may be seen a perpetual struggle between life and inorganic forces; where the mental energies must direct, and the animal energies must move and be kept equivalent to the revolutions of the spindles. They must not lag, notwithstanding the strain upon them either by excessive excitement or by heat; nor be suspended for an instant by any counter attention to the various movements around, for in every lagging there is loss.” (p. 56, “Replorts] of the In. of F.”, 30% April 1860.)

215 “The Children's Employment Commission, the reports of which have been published several years, brought to light many enormities, and which still continue, — some of them much greater than any that factories and printworks were ever charged with ... Without an organized system of inspection by paid officers, responsible to Parliament, and kept to their duty by halfyearly reports of their proceedings, the law would soon become inoperative; as was proved by the inefficiency of all the Factory Laws prior to that of 1833, and as is the case at the present day in France: the Factory Law of 1841 containing no provision for systematic inspection.” ([p.] 10, “Rep. o.t. Insp. ete.”, 3F" Oct. 1858.)

216 The Factory Acts “have put an end to the premature decrepitude of the former longhour workers; by making them masters of their own time they have given them a moral energy which is directing them to the eventtal possession of political power”. ([p.]47, “Rep. o. th. I. o. F.”, 31“ Oct, 1859.)

216 "A still greater boon is, the distinction at last made clear between the worker’s own time and his master’s. The worker knows now when that which he sells is ended, and when his own begins; and, by possessing a sure fore knowledge of this, is enabled to pre-arrange his own minutes for his own purposes!” (l. c., p.52.)

“The master had no time for anything but money the servant had no time for anything but labour.” (l.c., p. 48.)

“The cupidity of millowners, whose cruelties in the pursuit of gain have hardly been exceeded by those perpetrated by the Spaniards on the conquest of America, in the pursuit of gold.” (p. 114, John Wade, “History of the Middle and W. Classes”, 3. ed,, Londfon] 1835.)

“Certain classes of workers” (such as the adult males, and female weavers) “have a direct interest in working overtime, and it may be supposed that they exercise some influence over the more juvenile classes, which latter have, besides, a natural dread of dismissal by giving any evidence or information calculated to implicate their employers ... even when detected” (the juvenile workers) “in working at illegal times, their evidence to prove the facts before a Bench of Magistrates, can seldom be relied on, as it is given at the risk of losing their employments.” (p.8, “Factory Inspectors’ Reports”, for halfyear ending October 31" 1860.)

“A factory employs 400 people, the half of which work by the ‘piece’ and have ... a direct interest in working longer hours. The others 200 are paid by the day, work equally long with the others, and get no more money for their overtime. A habit has arisen in some localities of starting systematically 5 minutes before and ceasing 5 minutes after the proper hour. There are 3 starting and 3 leaving off times each day; and thus 5 minutes at 6 different times, equal to half an hour are gained daily, not by one person only, but by 200 who work and are paid by the day. The work of these 200 people for half an hour a day is equal to one person’s work for 50 hours, or 5/6 of one person’s labour in a week, and is a positive gain to the employer.” (l.c., p. 9.) “All persons under 16 years of age must be examined by the certifying surgeon. Children cannot be eiinployed under the age of 8 years, Children between 8 and 13 years of age can only be employed for half-time, and must attend school daily. Females and young persons under the age of 18 years cannot be employed before 6 o’clock in the morning nor after 6 o’clock in the evening, nor after 2 o’clock in the afternoon of Saturdays. Females and young persons cannot be employed during a meal time, nor be allowed to remain in any room in a factory while any manufacturing process is carried on. Children under 13 years of age cannot be employed both before noon and after | o’clock on the same day.” (p.22, 23, l.c.) — “The hours of work are governed by a public clock; generally the clock of the nearest railway station ... It is sometimes advanced by way of excuse, when persons are found in a factory either during a meal hour or at some other illegal time, that they will not leave the mill at the appointed hour, and that compulsion is necessary to force them to cease work, especially on saturday afternoons, But, if the hands remain in a factory after the machinery has ceased to revolve, and occupy themselves in cleaning their machines and in other like work, they would not have been so employed if sufficient time had been set apart specially for cleaning etc. either before 6 P.M. or before 2 P.M. on saturday afternoons.” (p. 23, |. c.)

“One hour and a half must be given to all young persons and females, persons at the same time between 7.30 a. m. and 6 p.m.; of this one hour must be given before

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3 p.m., and no person can be employed for more than 5 hours before 1 p.m. without an interval of 30 minutes. The usual mealhours! of mechanics throughout the country are, half an hour for breakfast and an hour for dinner.” ([p.] 24, l.c.)

“The parent is required to cause his child to attend school for 3 hours daily for 5 days in the week. The occupier is restricted from employing children unless he shall have procured on each Monday morning a schoolmaster’s-certificate that each child has attended school for 3 hours daily for 5 days in the preceding week.” (p. 26.)

“When population is scanty, and land abundant, the free laborer is idle and saucy. Artifictal regulation has often been found, not only useful, but absolutely necessary to compel him to work. At this day, according to Mr. Carlyle, the emancipated negroes in our West India Islands, having hot sun for nothing, and plenty of pumpkin” (Kürbis) “for next to nothing, will not work. He seems to think legal regulations compelling work absolutely necessary, even for their own sakes. For they are rapidly relapsing into their original barbarism. So in England 500 years ago, it was found, by experience, that the poor need not, and would not work. A great plague in the 14" century having thinned the population, the difficulty of getting men to work on reasonable terms grew to such a height as to be quite intolerable, and to threaten the industry of the kingdom. Accordingly, in the year 1349, the Statute 23", Edward III, was passed, compelling the poor to work, and interfering with the wages of labor. It was followed with the same view through several centuries by a long series of statutable enactments. The wages of artisans, as well as of agricultural laborers; the prices of piecework, as well as of day-work; the periods during which the poor were obliged to work, nay, the very intervals for meals” (as in the Factory acts of the present day) “were defined by law. Acts of Parliament regulating wages, but against the laborer, and in favor of the master, lasted for the long period of 464 years. Population grew. These laws were then found, and really became, unnecessary and burdensome. In the year 1813, they were all repealed.” (p. 205, 206, [John Barnard Byles,] “Sophisms of Free Trade etc.”, 7. ed., London 1850.)

“The Bleaching etc. Works Act limits the hours of work of all females and young persons between 6 a.m. and 8 p.m., but does not permit children to work after 6 p. m. The Print Works Act limits the hours of females, young persons and children between 6 a.m. und 10 p. m., provided the children have attended some school for 5 hours in any day but Saturday before 6 o’clock p.m.” (p.20, 21, “Factory Inspector’s Reports” for 31“ Oct. 1861.) “The Factory Acts require 1Y, hours to be allowed during the day, and that they shall be taken between 7.30 a.m. and 6 p. m. and one hour thereof shall be given before 3 o’clock in the afternoon; and that no child, young person, or female shall be employed more than 5 hours before I o’clock in the afternoon of any day without an interval for meal time of at least 30 minutes ... In dem Printing Act no requisition ... for any meal time at all. Accordingly, young persons and females may work from 6 o’clock in the morning till 10 o’clock at night without stopping for meals.” (p. 21, I.c.) “In Print Works a child may work between 6 o’clock in

! In der Handschrift: meal

pa

the morning and 10 o’clock at night ... by the Bleach Works Act a child may only work as under the Factories Act, whilst the labour of the young persons and females, with whom it has been previously working during the day, may be continued till 8 o’clock in the evening.” ([p.] 22, 1.c.)

“To take the silk manufacture for example, since 1850, it has been lawful to employ children above 11 years of age” (also von 11-13 Jahren) “in the winding and throwing of raw silk for 10%, hours a day. From 1844 to 1850 their daily work, less Saturday, was limited to 10 hours; and before that period to 9 hours. These alterations took place on the ground that labour in silk mills was lighter than in mills for other fabrics, and less likely, in other respects also, to be prejudicial to health.” (p. 26, l.c.) “The allegation put forth in 1850 about the manufacture of silk being a healthier occupation than that of other textile fabrics, not only entirely fails of proof, but the proof is quite the other way; for the average death rate is exceedingly high in the silk districts, and amongst the female part of the population is higher even than it is in the cotton districts of Lancashire, where, although it is true that the children only work half time, yet from the conditional causes which render cotton manufacture unhealthy, a high rate of pulmonary mortality might be supposed to be inevitable.” “15, not unfrequently 17 hours a day”. (“Ten Hours’ Factory Bill”, London 1844, p. 5.) In Switzerland the regulations are very strict: “In the canton of Argovia, no children are allowed to work, under 14 years, more than 12 hours and !%; and education is compulsory on the millowners“. In the canton of Zurich “the hours of labour are limited to 12; and children under 10 years of age are not allowed to be employed. ... In Prussia, by the law of 1839, no child who has not completed his or her 16" year, is to be employed more than 10 hours a day; none under 9 years of age to be employed at all”. (p. [5,] 6.)

/V-196/ Subinspector Baker reports (“Factory reports”, 1843), as to “having seen several females, who, he was sure, could only just have completed their 18' year, who had been obliged to work from 6 a.m. to 10 p.m., with only 11% hours for meals. In other cases, he shows, females are obliged to work all night, in a temperature from 70 to 80 degrees ... I found” (says Mr.Horner, “Factory reports”, 1843) “many young women, just 18 years of age, at work from half past 5 in the morning until 8 o’clock at night, with no cessation except a quarter of an hour for breakfast, and 3 quarters of an hour for dinner. They may be fairly said to labour for 15 hours and a half out of 24. There are” (says Mr. Saunders, “Fact. Rep.”, 1843) “among them females who have been employed for some weeks, with an interval only of a few days, from 6 o’clock in the morning until 12 o’clock at night, less than 2 hours for meals, thus giving them for 5 nights in the week, 6 hours out of its 24 to go to and from their homes, and to obtain rest in bed.” (l.c., [p.] 20, 21.)

“In the year 1833, a letter was addressed to me by Mr. Ashworth, a very considerable millowner in Lancashire, which contains the following curious passage: “You will next naturally inguire about the old men, who are said to die, or become unfit for work, when they attain 40 years of age, or soon after.’ Mark the phrase ‘old men’ at 40 years of age!” (l.c., p. 12.)

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221 “Althougk prepared by seeing childhood occupied in such a manner, it is very difficult to believe the ages of men advanced in years, as given by themselves, so complete is their premature old age.” (p. 13, 1. c.)?9

222 124£| «Il» (einer der entrepreneurs in der first Zeit der Cottonindustry developement) «m’a communiqu& une idee admirable, je ne sais si elle lui appartient en propre, mais elle est vraiment digne de lui: c’est d’organiser le travail nocturne. Les ouvriers seront repartis en deux troupes, de maniere ä ce que chacune veille jusqu’au matin, de deux nuits l’une: les metiers ne se reposeront plus. Le travail, born& ä 17 heures, laissait dormir pendant 7 grandes heures un capital &norme, la valeur des miätiers, le loyer etc. Ces 7 grandes heures d’inter&t quotidien ne seront plus perdues. Il m’a expos& une combinaison, gräce ä& laquelle il rattrapera, et au-delä, ses frais d’eclairage, rien que par Ja maniere d’etablir le salaire nocturne. » ([p.] 145, 146, «Sir Richard Arkwright etc. (1760 & 1792)», par ‚St-Germain Leduc, Paris 1842.)

223 «Pour couvrir la depense de ces arrangements si bien combines, et soutenir en general l’etablissement, il &tait indispensablement necessaire d’employer ces enfants dans l’interieur des moulins ä coton, depuis 6 heures du matin jusqu’ä sept heures du soir, V’ete comme l’hiver ... Les directeurs des charit&s publiques, par un motif d’&conomie mal entendue, ne voulurent pas envoyer les enfants confies ä leurs soins, & moins que les proprietaires de l’etablissement ne s’en chargeassent des l’äge de 6, 7 ou 8 ans. ([p.] 64.) (« Examen Impartial des Nouvelles Vues de M. Robert Owen et de ses Ftablissemens ä New-Lanark en Ecosse etc. », par Henry Grey Macnab etc., traduit par Laffon de Ladebat etc., Paris 1821.) «Ainsi, les arrangements de M. Dale et sa tendre sollicitude pour le bien-Etre de ces enfants, furent en dernier resultat presque entierement inutiles et sans succes. Il avait pris ces enfants ä son service, et sans leur travail il ne pouvait pas les nourrir.» ([p.] 65, I. c.) «Le mal provenait de ce que les enfants envoyes des hospices, beaucoup trop jeunes pour le travail, auraient dü &tre gardes quatre ans de plus, et recevoir une premiere education ... Si tel est le tableau fidele et non exagere de la situation de nos apprentis sortants des hospices, dans notre systeme actuel de manufactures, m&me sous les reglements les meilleurs et les plus humains, quelle ne doit pas &tre la situation d&plorable de ces enfants sous un mauyais regime?» ([p.] 66, l.c.)

224 «Le systeme de recevoir des apprentis tires des maisons de charit& publique, fut aboli ... On renonga ä ’'habitude d’employer des enfants de 6 ä huit ans dans les fabriques.» ([p.] 74.)

224 «Les heures de travail, 16 sur les 24, ont &t& r&duites A 10 heures et demie par jour. »

243 “to prosecute for intimidation the agents of the Carpeis’ Weavers’ Trades Unions. Bright’s partners had introduced new machinery which would turn out 240 yard of carpet in the time and with the labour previously required to produce /60 yards. The workmern had no claim whatever to share in the profits made by the investment of their employers’ capital in mechanical improvement. Accordingly, Msars. Bright propösed to lower the rate of pay from 1Y, d per yard to Id, leaving the earnings of the men exactly the sarne as before for the same labour. But there was a nominal reduction, of which the operatives, it is asserted, had not had fair wartiing beforehand, "1%!

“The very existence of the former” (the mastercapitalists) “as a distinct class is dependent on the productiveness of industry.” (/p.] 206, Ramsay, “An Essay on the Dist. of Wealth etc.”, Edinburgh 1836.)

“]f each man’s labour were but enough to produce his own food, there could be no property” (wird hier gebraucht für capital). (p. 14, Pierey Ravenstone, Master of] Alrts], “Thoughts on the Funding System, and its Effects”, London 1824.)

““n different stages of society, the accumulation of capital, or of the means of employing labour is more or less rapid, and must in all cases depend on the productive powers of labour, The productive powers of labour are generally greatest, where there is an abundance of fertile land.” (Ricardo.) “If, in the first sentence, the productive powers of labour mean the smallness of that aliquot part of any produce that goes to those whose manual labour produced it, the sentence is nearly identical, because the remaining aliquot part is the fund whence capital can, if the owner pleases, be accumulated. But then this does not generally happen where there is most fertile land. It does in Northamerica, but that is an artificial state of things. It does not in Mexico. It does not in New Holland. The productive powers of labour are, indeed, in another sense, greatest where there is much fertile land, viz. the power of man, if he chooses it, to raise much raw produce in proportion to the whole labour he performs. It is, indeed, a gift of nature, that men can raise more food than the lowest quantity that they could maintain and keep up the existing population on; but 'surplus produce’” (the term used by Mr.Richardo, p.93) “generally means the excess of the whole price of a thing above that part of it which goes to the labourers who made it; a part, which is settled by human arrangement, and not fixed.” (p.74, 75, “Observations on certain verbal Disputes in Pol. Ec., particularly relating to value and to demand and supply”, Londfon] 1821.)

“There are numerous operations of so simple a kind as not to admit a division into parts, which cannot be performed without the cooperation of many pairs of hands. F. i. the lifting of a large tree on a.wain, keeping down weeds in a large field of growing crops, shearing a large flock of sheep at the same time, gathering a harvest of corn at a time when it is ripe enough and not too ripe, moving any great weight; everything in short, which cannot be done unless a good many pairs of hands help each other in the same undivided employment, and at the same time.” (p. 168, Wakefield, E.G., “A view of the art of colonization ete.”, Londfon] 1849.)

«La forza di ciascun uomo & minima, ma la riunione delle minime forze forma una forza totale maggiore anche della somma delle forze medesime, fino a che le forze per essere Tiunite possono diminuire il tempo ed accrescere lo spazio della loro azione.» (G. R. Carlt, Note 1, p. 196, zu Pietro Verrt, « Meditazioni sulla Econ. Polit, etc.», .ÄV, Custodi, Parte Moderna.)

“It has happened in times past that these Oriental States, after supplying the expenses of their eivil and military establishments, have found themselves in possession of a surplus which they could apply to works of magnificence or utility, and in the construction of these their command over the hands and arms of almost the entire non-agricultural population [...], and this food, belonging to the monarch and the priesthood, afforded the means of creating the mighty monuments which filled the land ... in

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moving the colossal statues and vast masses, of which the transport creates wonder, human labour almost alone was prodigally used ... topes and reservoirs of Ceylon, the Wall of China, the numerous works of which the ruins cover the plains of Assyria and Mesopotamia.” (Richard Jones, “Textbook of Lectures on the Polit. Econ. of Nations”, Hertford 1852, p. 77.) “The number of the labourers, and the concentration of their efforts sufficed.” {Anzahl der Arbeiter und Konzentration derselben die Basis der einfachen Kooperation.} “We see mighty coral reefs rising from the depths of the ocean into islands and firm land, yet each individual depositor is puny, weak and contemptible. The non-agricultural labourers of an Asiatic monarchy have little but their individual bodily exertions to bring 146|: to the task; but their number is their strength, and the power of directing these masses gave rise to the palaces and temples etc, It is that confinement of the revenues which feed them, to one or a few hands, which makes such undertakings possible.” ([p.] 78, 1. c.)

„Das mathematische Prinzip, daß das Ganze der Summe seiner Teile gleich ist, wird falsch, auf unsren Gegenstand angewandt. Regarding labour, the great pillar of human existence, it may be said, daß das ganze Produkt der kombinierten Anstrengung unendlich alles exceeds, was individuelle und disconnected efforts möglicher Weise erfüllen könnten.“ (p.84, Michael Thomas Sadler, “The law of Population”!, t. 1.)

l. Concours de forces. (Simple cooperation.) «S’agit-il de se däfendre? Dix hommes vont resister aisement ä un ennemi qui les aurait tous detruits en les attaquant l’un apres l’autre. Faut-il remuer un fardeau? Celui dont le poids aurait oppos& une resistance invincible aux efforts d’un seul individu c&de tout de suite ä ceux de plusieurs qui agissent ensemble. Est-il question d’executer un travail compligue? plusieurs choses doivent &tre faites simultanement; l’un en fait une pendant que l’autre en fait une autre, et toutes contribuent ä l’effet qu’un seul homme n’aurait pu produire. L’un rame pendant que l’autre tient le gouvernail, et qu’un troisieme jette le filet ou harponne le poisson, et la p&che a un succes impossible sans ce concours.» (l.c., p. 78.) «quand plusieurs hommes travaillent reciproquement les uns pour les autres, chacun peut se livrer exclusivement ä l’occupation pour laquelle il a le plus d’avantages etc.». (p. 79, I.c.)

«On se fera plus aisement une idee des effets de la division du travail sur l’industrie g&nerale de la societe, si on observe comment ces effets op&rent dans quelques manufactures particulieres.» [p. 11.]!9

«On suppose commun&ment que cette division est portee le plus loin possible dans quelques-unes des manufactures oü se fabriquent des objets de peu de valeur. Ce n’est pas peut-&tre que reellement elle y soit portöe plus loin que dans les fabriques plus importantes; mais c’est que, dans les premieres, qui sont destinees ä des petits objets demand&s par un petit nombre de gens, la totalit@ des ouvriers qui y sont employes, est necessairement peu nombreuse, et que ceux qui'sont occupes & chaque differente branche de l’ouvrage, peuvent souvent &tre reunis dans le me&me atelier, et places & la fois sous les yeux de l’observateur. Au contraire, dans ces grandes manufactures desti-

! In der Handschrift: James Sadler, “On Population?”.

nees ä fournir les objets de consommation de la masse du peuple, chaque branche de P’ouvrage emploie un si grand nombre d’ouvriers, qu’il est impossible de les reunir tous dans le m&me atelier. Il est rare qu’on puisse voir autre chose ä la fois, que ceux qui sont employe&s ä une seule branche de l’ouvrage. Ainsi quoique, dans ces manufactures, l’ouvrage soit peut-&tre en r&alite divise en un plus grand nombre de parties que dans celles de la premiere esp£ce, cependant la division y est moins sensible, et, par cette raison, a &t& bien moins observ&e.» [p. 11/12.]

«Dans chaque art, la division du travail, aussi loin qu’elle y peut &tre port&e, donne lieu ä un accroissement proportionnel dans les facult&s productives du travail. C’est cet avantage qui parait avoir donne naissance d la separation des divers emplois et metiers. Aussi cette separation est en general poussee plus loin dans les pays qui jouissent du plus haut degr& d’am&lioration et d’industrie; et ce qui, dans une societ& encore un peu grossiere, est l’ouvrage d’un seul homme, devient dans une societe plus avanc£e, la besogne de plusieurs.» [p. 15.]

«Cette grande augmentation dans la quantite d’ouvrage qu’un m&me nombre de mains est en tat de fournir, en consequence de la division du travail, est due ä trois circonstances differentes.» (B. 1, ch. I [,p. 18].)

«Premierement, l’accroissement de dexterite dans l’ouyrier augmente necessairement la quantite d’ouvrage qu’il peut fournir, et la division du travail, en reduisant la täche de chaque homme dä quelgue operation tres simple, et en faisant de cette operation la seule operation de sa vie, lui fait acquerir necessairement une tres grande dext£rite.» [p. 19.] «Quand les deux mötiers peuvent &tre &tablis dans le m&me atelier, la perte du tems est sans doute beaucoup moindre; avec tout cela, elle ne laisse pas d’etre considerable. Ordinairement un homme muse un peu en quittant une besogne pour mettre la main ä une autre.» [p. 20/21.]

«que c'est ä la division du travail qu’est originairement due l’invention de toutes ces machines propres ä abröger et ä faciliter le travail». [p. 21/22.]

«les connaissances philosophiques ou speculatives deviennent, comme tout autre emploi, la principale ou la seule occupation d’une classe particuliere de citoyens». [p.24.] «Dans la realite, la difference des talens naturels entre les individus est bien moindre que nous ne le croyons, et ces dispositions si differentes qui semblent distinguer les hommes des diverses professions, quand ils sont parvenus ä la maturit& de l’äge, n’est point tant la cause que l’effet de la division du travail ... Chacun aurait eu la m&me täche ä remplir» (ohne die Division und den ächange, den er zum Grund der Division du travail macht) «et le m&me ouvrage ä& faire, et il n’y aurait pas eu lieu & cette grande difference d’occupations, qui seule peut donner naissance & une grande difference de talens.» [p. 33/34.] «Par nature, un philosophe n’est pas de moitie aussi different d’un porte-faix, en talent et en intelligence, qu’un mätin l’est d’un levrier.» Ip. 35.]

«disposition des hommes & trafiquer et ü echanger », ohne welche «chacun aurait dt oblige de se procurer ä soi-m&me toutes les necessit&s et commodit£s de la vie». (B. I, ch. II [,p. 341.)

«c’est peut-&tre que son industrie est decourag&e par la diversit& de ses besoins ou

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que son attention trop partagee ne peut suffire pour acquerir de l’habilete dans aucune esp£ce de travail.» (t. II, p. 128.)

«L’artiste &prouve que plus il peut resserrer son attention, et la borner ä une partie de quelque ouvrage, plus son travail est parfait, et plus il augmente la quantit de ses productions. Tout entrepreneur de manufacture s’apergoit que ses frais diminuent, et que ses profits croissent ä mesure qu’il subdivise les täches de ses ouvriers, et qu’il emploie un plus grand nombre de mains & chacun des details de l’ouvrage ... la progression du commerce n’est qu’une subdivision continu&e des arts m&chaniques.» ([p.] 129.)

«quand l’attention d’un homme est toute dirigee vers un objet» mit einem einzigen Gegenstand beschäftigt, auffinden, «toutes ces machines propres ä abröger et ä faciliter le travail». (B. I, ch. I.) [p. 22.]

«les methodes, les moyens, les procedes ... que l’artisan attentif ä sa propre affaire, a inventös pour abreger ou faciliter son travail particulier.» (p. 133.)

«dans l’avancement de la societe, les connaissances philosophiques ou sp&culatives deviennent, comme tout autre emploi, la principale ou la seule occupation d’une classe particuliere de citoyens». (B. I, ch. I [,p, 23/24].)

«Cette methode qui produit de si grands avantages dans ce qui regarde l’industrie, s’applique avec un &gal succes, aux objets d’une plus haute importance, aux divers departements de la police et de la guerre. ... dans un periode oü tout est separ&, peut luim&me former un metier particulier» (p. 131, 136)

«Il y aurait m&me lieu de douter si la capacit& generale d’une nation croit en proportion du progrös des arts. Plusieurs arts möchaniques n’exigent aucune capacite; ils r&ussissent parfaitement, lorsqu’ils sont totalement destitu&s des secours de la raison et du sentiment; et l’ignorance est Ja mere de l’industrie, aussi bien que de la superstition, La reflexion et l’imagination sont sujets ä s’&garer; mais l’habitude de mouvoir le pied ou la main ne de&pend ni de l’une ni de l’autre. Ainsi, on pourrait dire que la perfection, A l’egard des manufactures, consiste ä pouvoir se passer de l’esprit» (und speziell, was wichtig in bezug auf das Atelier) «de maniere que, sans effort de iöte, V’atelier puisse ötre consider comme une machine dont les parties sont des hommes.» (p. 134, 135.) “En fait d’industrie m&me, le manufacturier peut avoir l’esprit cultive, tandis que celui de l’ouvrier subalterne reste en friche. ... L’officier general peut ätre tres habile dans l’art de la guerre, tandis que tout le merite du soldat se borne ä ex&cuter quelques mouvemens du pied et de la main. L’un peut avoir gagne ce que l’autre a perdu! » (p. 135, 136.)

«Il pratique en grand les ruses et tous les moyens d’attaque et de d&fense que le sauvage emploie ä la täte d’une petite troupe; ou seulement pour sa propre conservation.» (p. 136.)

«Des nations vouees ä l’industrie en viennent au point d’&tre compos&es des membres qui, except& leur mötier, sont de la plus grande ignorance sur toutes! les choses de la vie.» (p. 130.) «Nous sommes des nations entieres d’Ilotes, et nous n’avons point de citoyens

libres.» (p. 144, 1. c.)

! In der Handschrift: toute

“The first essential towards production is labour. To play its part efficiently in this great business, the labour of individuals must be combined; or, in other words, the labour required for producing certain results must be distributed among several individuals, and those individuals thus be enabled to cooperate.” (p. 76, Scrope.)

“The principle here referred to is usually called the division of labour. The phrase is objectionable, since the fundamental idea is that of concert and cooperation, not of division. The term of division applies only to the process; this being subdivided into several operations, and these being distributed or parcelled out among a number of operatives. It is thus a combination of labourers effected through a subdivision of processes.”

“The effects of the division of labour, and of the use of machines ... both derive their value from the same circumstance, their tendency, to enable one man to perform the work of many.” (p. 317,) “It produces also an economy of time, by separating the work into its different branches, all of which may be carried into execution at the same moment ... by carrying on all the different processes at once, which an individual must have executed separately, it becomes possible to produce a multitude of pins f. i. completely finished in the same time as a single pin might have been either cut or pointed.” ([p.] 319.) “]iving automatons ... employed in the details of the work”, während der “employer will be always on the stretch to economize time and labour”. (p. 318.)

„Cuncta nihilque sumus.“ „In omnibus aliquid, in toto nihil.“

„OA Anioraro Eoya, karüg d’ Anioraro mavro,“lN

„&rrog ydo T’ &Aoiciv Avie Emteoreron Eoyoic“

„Bros Aw Er Eoyw Kagdinv latverar“, 19

„rrd To dvri kai ndovfi nord dtapegei ta mo TG BaoiA&wg TEaTTELNG. Kai TOÖTO uEvToi odrTwg Exsiv 0bÖEV TI Hauuacröv' boreg yüg Kai AAAai TEXVOL ÖLapEeövrwg tv Taig ueydrcig nörsoiv &Eeioyaonevai eiot (in den großen Städten auf einen ausgezeichneten Grad vervollkommnet sind), kat& Töv auröv TEöToV Kal T& nogü Bacikei oita moAD dÖlapspövrwg Exnerövnron. 'Ev ev yüo raig nixgaic TIöAsciv ol abroi molodci #Alvnv (derselbe macht Bettstellen), $60av (Türen), &gorgov (Pflüge), ro&neLav: (morräxig 8’ 6 adrög odrog Kal oikodouet (baut Häuser), Kot ayand Hv Kat odrwg ikavodg abröv TEE&pEiV &pyoöddrag (£oyodörng L,ohnherr, der die Arbeit verdingt) (hinreichend viele Arbeitgeber findet, um sich zu ernähren) raußävn' döbvarov obv moAAd reyv@uevov dvdgwnov mavra xaAlc (gut) moeiv‘) Ev dE toig eydraig röAsci, Öld TO moAlooc Exdarov Öeiodai, ägxel xal nia Exdorw eyvn eic ro to&peodar‘ (wo es für jeden einzelnen viele Käufer gibt (wo viele jedes einzelnen bedürfen), ist auch für jeden einzelnen eine Kunst hinreichend, um ihn zu ernähren. (ernährt auch eine einzelne Kunst ihren Mann.)) zoAldxis öe oöß’ öAn ula (ja nicht einmal eine ganze), &AX’ brroörjuara rroiei 6 u&v Avdgeta (Mannsschuhe), 6 5& yvvaikefa. (Weiberschuhe,) "Eoti d& Ev8a xod brroöruarta 6 uEv vevpopeap@v, (När hen der Schuhe) uövov rp&perou, 6 2, oxt£wv' (Zuschneiden), 6 d£, xir@vag (Kleider) uövov ouvr&uvwv (Zuschneiden), 6 d& ye, TobTwv oVdEv nor@v, AA cuvrideig Taöra. (setzt sie zusammen.) Avdysn odv, Tov &v Bgaxvurdew Örargißorra Eoyw (der, welcher die einfachste Arbeit verrichtet), 70570v za! doiora dimvayzdodai toüro moielv. (he must needs do the thing best. gezwungen sein, sie am besten zu liefern.) Tö abrö

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ö& ToüTO nenovds Koi TA Aupt rv Ölontav. (Ebenso ist es mit der Kochkunst.) Oi nev y&p 6 abtöc xAlvnv otewvvuci (die Polster ausbreitet), ro&reLav koonei (den Tisch deckt), uärtei (das Brot knetet), dwa &AroTE dAroTa norei (bald diese bald jene Zuspeise bereitet) &väyn, oluai, TOÖTW, WG Av Exactov rEoxwefi (wie jedes gerät) (wie es grade gerät) oötwg Exsiv’ (da muß man es so haben, so hinnehmen, wie es grade gerät.) önov d& ikavöv Eoyov Evi Ewsiv ko&a (Fleisch kochen) &w ürtäv (braten), &AAw d& ix90v Eyew, Aw Ontäv, &AAw &ptoug noieiv (Brot zubereiten), Kol und& TobToVG TAvTodaroüc, KAAA Koks, Av Ev eldoc sbdorinoöv (eine beliebte Art) rmagäoxn, aväyen, olnai, Tata oöTw roI00uEva TTOAD dtapegövrwsg &Esioyäodai Exaotov. TA uEv Öön T@v oltwv degareiga Tolaüra rowWwv TOAD ÜrEgeßärdsto növrac.“ (Bei dieser Zubereitung hatten die Speisen von der Tafel des Cyrus vor allen den Vorzug.) (Xenophon, „Cyrop.“, ed. E.Poppo, Lipsiae 1821, I. VIII, c. II.) „Tiyverar Tolvuv ... TÖRIG ... Eneiön Tuyxävei Mußv ERraoTog odx adripans, dAAd noAlöv Evöeng.“ [369c.]

„mornosi dE abrnv (sc. ÖAW) ... fi Nucttoa xosia.“ [369c.]

„AK uNv meW@TN ye Kal ueyiorn T@V xosi@v N TG TEOPFS TaEaoKEUN TOD eivai TE Kal Lv Evera ... Asurspa Ön oiknoewg, teim ’ Eodfitog Kal TWVv TOIobrwv.“ [369d.] „AÖG N NnörG dorsos Em Tooabinv nagaokeuhv; AAAo Ti yewpyög uev Eic, 6 dE oikodönog, AAAog dE Tg bpäving etc ... Eva Exaotov TOobrwv dEi TO abToU Epyov önaoci xoiwöv sararidevar, Olov TOV yewpyöv Eva dvra TTapuoksväleiy oitia TETTapci Kai TETEATTAATIOV XE6vov TE Kal mövov Kvamiokeiv Em oltov TTAQAOKEUf, Kal öAAoiG Koivwveiv; MN KueAnNoavra EXvTE uöVW TETAETOV UEDOG TIOLEIV TOUTOL TOO o1TIov Ev TETÄQTW EQEI TOD xXo6voV, TÜ dE Tola, TO uEv Em Ti TG olklag TTaARAOkeuf Ödtarteißerv, TÖ d& inariov, TÖ dE Drroönuärwv, Kai un ÖAAOIG Kolvwvodvra noayuata Exew, AA’ adrov dl abrov TA adrod neärtteiv; ... odtw ddiov Mi ’KEIVWG ... TIOWTOV HEV pberan Ekaotog 00 TÄVL ÖNOLOG EKÖOTW, IAAK dtaup&owv nv pbow, ÖAAog En’ AAAoD Eoyov eäkiv ... TTÖTEROV KÖAAIOV ro&TTOL Av TiG Eig Bv noAAüG TEXvag Epyalönevog, N ötav uiav Eis; "Otav ... eic ulav ... Ev tig rivog apf| Egyov Kaupöv, d1öAAvrai ... Ob yüg ... E9EAEi TO MEOTTÖLEVOV TV TOD MOÄTTOVTOG OXOANY TIEQIUEVEIV, KAA” Aväykn TÖV TIQÄTTOVTE TO TEATTOUEVW EaKoAovdeiv un &v rapeeyov u£gei. Avaykn. ’Ex Ön TobTwv mielo Te Exacra ylyveral xal »aAAiov xal däov, Örav eis Ev xard pborv xal &v za, oxoArv züv dAAwv dywm, nederm.“ [369d-370c.]

„oO yo yEewpyöc, WG Eoikev, ODK ALTÖG NOINoeTa Eau TO AROTEov, Ei HEAAEIL Karöv elvan, obdE anivöonv (Hacke), oBdE TAAAa doyava dca Trepi yeweyiav. 00d’ ad 6 olkoööduog etc.“ [370c-d.]

„En Ön riveg ... eloi Kol &AAoi dLdkovon, Of Av TA uEv Tfg Ötavolag un rrävu dioKowv@vnroi Ba, Tv dE TOD oWuatog ioxdv ikavnv &m Tobs mövoug Exworv‘ oT Ön MWAODVTEG TMV TAG Ioxbog xXoelav, Tv TIiumv TAÖTNV LIO9ÖV KaAOUVTEG, KEKANVar... o9wrot.“ [371e.]

„WHOAOYODHEV dE NOV ... Köbvarov Eva ToAAAG Karüg Eoyälsodai TEXVoc ... Ti

% : TEEN: FREE R = 3 aa, 032 une, o0v; ... f TTEEL TÖV TÖAELOV Aywvia 0 TEXVIKT dokei eivai; ... AAN’ Aga TOV uEV

OKLTOTÖULOV ÖLEKWAUONEV UNTE yewoydv Emxeipeiv eivar Sa ufte Öpävenv ufTe oikodduov, {va Ön uiv Tö TAG okvrikfig Eoyov KOAÜG ylyvorto, Kal Twv KAAwv Evi Exdorw Woautwg Ev Ansdldouev, mooc Ö mepbxei Exaaros Kal &p @ Euerds TÜV ÖAMwv oxoAiv Aywv did Blov aöro Eoyalöusvoc ob TAPIEIG TODÖG Kaipodcs KOaAUG Ansoyalsodan TA de dn neol TÖVv TÖAELOV TTÖTEROV OB TIEEI TIAEICTOD Eoriv ED Anepyacdevra; ... Hustepov Ön Epyov Öv ein ... ExatEaodai Tiveg TE Kai mrolon Ybosig Emtndsin eig nöREwG Purariiv.“ [374a—c. e.] (p. 439-441] passim, |. c.) «travail reglemente et en quelque sorte force des ouvriers soumis au rögime des grandes manufactures» [p. 43.]

«Le tort des manufactures ... est d’asservir le travailleur et de le mettre ... lui et sa famille, ä la discretion de l’ouvrage.» [p. 118.] «... Comparez, par exemple, l’industrie de Rouen ou de Mulhouse avec celle de Lyon ou de Nimes. Toutes deux ont pour objet la filature et le tissage de deux filaments: !’un de coton, l’autre de soie; et cependant elles ne se ressemblent en rien. La premiere ne s’exerce que dans de vastes &tablissements, ä coup de capitaux ... avec le secours de veritables armees de travailleurs; cantonnes, par centaines, par milliers m&me, dans d’immenses usines semblables ä des casernes, hautes comme des tours, et criblees de fen&tres comme des meurtrieres.» (Schießscharten.) «La seconde, au contraire, est toute patriarcale; elle emploie beaucoup de femmes et d’enfants, mais sans les &puiser ni les corrompre; elle les laisse dans leurs belles vallees de la Dröme, du Var, de !’Isere, de Vaucluse, y @lever des vers et devider» (abhaspeln) «leurs cocons.» (Puppen des Seidenwurms:) «Jamais elle n’entre dans une veritable fabrique. Pour &tre aussi bien observ& dans cette industrie que dans la premiere, le principe de la division du travail s’y revet d’un caractere special. Il y a bien des devideuses» (Abhasplerinnen), «des moulineurs» (Seidenspinner, Zwirner), «des teinturiers, des encolleurs, puis des tisserands; mais ils ne sont pas reunis dans un m&me &tablissement, ne dependent pas d’un m&me maitre : tous, ils sont independants. Leur capital, qui se compose de leurs outils, de leurs mötiers, de leurs chaudieres, est peu important, mais il suffit pour les mettre avec leur commettants sur un certain pied d’egalite. Lä, pas de röglement de fabriques, pas de conditions & subir; chacun stipule pour son compte, en pleine liberte.» (Blangui aine, «Cours d’Ec. Industriellew, Recueilli etc. par A. Blaise, Paris (1838-9), p. 44-80 passim.)

«Ciascuno prova coll’ esperienza, che applicando la mano e l’ingegno sempre allo stesso genere di opere e di prodbtti, egli piü facili, piü abbondanti e migliori ne trova i risultati, di quello che se cijascuno isolatamente le cose tutte a se necessarie soltanto facesse ... dividendosi in tal maniera per la comune e privata utilitä gli uomini in varie classi e condizioni.» ([p.] 28, Cesare Beccaria, « Elementi di Economia Pubblica», t. XI, Custodi, Parte Moderna.)

“IF my neighbour, by doing much with little labour, can sell cheap, I must contrive to sell as cheap as he.” [p. 67.]

«decompose un proced& en le r&duisant ä ses principes constituants et qui en soumet toutes les parties ä l’operation d’une machine automatique, und dann kann man confier ces m&mes parties el&mentaires ä une personne dou&e d’une capacite ordinaire, apres l’avoir soumise ä une courte &preuve». 1?

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„Der auf eine sehr einfache Operation in den Manufakturen Reduzierte in Abhängigkeit von dem, der ihn anwenden wollte. Er produzierte kein vollständiges Werk mehr, sondern nur einen Teil des Werks, wofür er den concours der Arbeiten andrer ganz so bedürfte, wie der Rohstoffe, Maschinerie etc. Seine Lage dem Chef d’atelier gegenüber subordiniert ... er beschränkte seine demande auf das necessaire, sans lequel le travail qu’il offrait n’aurait pas pu se continuer, tandis que le chef d’atelier profitait seul de tout l’accroissement des pouvoirs productifs qu’avait oper& la division du travail.“ (p.91, 92, Sismondi, «Nfouveaux] Prfincipes] etc.», t.1.)

“Division of labour shortens the period required for learning an operation.” F. Wayland, p. 76. (“The Elements of Pol. Econ.”, Boston 1843.) “In establishing a manufactory, it is important so to adjust the number and kind of workmen, that, when the different operations of a process have been assigned to different persons, these persons may be in such proportions as exactly and fully to employ each other. The more perfectly this is accomplished, the greater will be the economy and, this having been once ascertained, it is also evident that the establishment cannot be successfully enlarged, unless it employ multiples of this number of workmen.” (p. 83, l.c.)

«Chaque ouvrier se trouve avoir une grande quantite de son travail dont il peut disposer, outre ce qu’il en applique ä ses propres besoins; et comme les autres ouvriers sont aussi dans le m&me cas, il est ä m&me d’öchanger une grande quantit& des marchandises fabriqu&es par lui contre une grande quantit& des leurs, ou, ce qui est la möme chose, contre le prix de ces marchandises. »?'

“Easy labour is only transmitted skill.” (Th. Hodsskin, “Popul. Polit. Economy”, London 1827, p. 48.)

«Pour diviser le travail et distribuer les forces des hommes et des machines de la maniere la plus avantageuse, il est necessaire, dans une foule de cas, d’operer sur une grande öchelle, ou en d’autres termes de produire les richesses par grandes masses. C’est cet avantage qui donne naissance aux grandes manufactures.» («Elem. d’Ec. Pol.», James Mill, traduit par J. T. Parisot, Paris 1823 |, p. 11].)

“The greater the cost of the product, the smaller will be the number of persons who are able to purchase it. Hence, the less will be the demand; and hence, also, the less opportunity will there be for division of labour. And, besides, the greater the cost of the article, the greater amount of capital is required in order to produce it by division of labour ... Hence it is, that division of labour is but sparingly used in the manufacture of rich jewelry, and in articles of expensive luxury; while it is so universally used in the production of all articles of common use. Hence we see, that the benefits of the use of natural agents and of division of labour, are vastly greater and more important to the middling and lower classes than to the rich. These means of increased production, reduce the cost of ihe necessaries and of the essential conveniences of life to the lowest rate, and, of course, bring them, as far as possible, within the reach of all.” (Ip.] 86, 87, F. Wayland, “The Elements of Pol. Econ.”, Boston 1843.)

“There is a certain density of population which is convenient, both for social intercourse, and for that combination of powers by which the produce of labour is in-

creased.” (Ip.] 50, James Mill, “El. of Pol. Ee.”, London 1821.)

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“There is no longer any thing which we can call the natural reward of individual labour. Each labourer produces only some part of a whole, and each part, having no value or utility of itself, there is nothing on which the labourer can seize, and say: it is my product, this I will keep for myself.” (p.25, [Thomas Hodgskin,] “Labour defended against the claims of Capital etc.“, London 1825.)

«Le progres de la richesse a amen& le partage des conditions et celui des professions; ce n'est plus le superflu de chacun qui a &t& l’objet des &changes, mais la subsistance elle-m&me ... dans cet &tat nouveau, la vie de tout homme, qui travaille et qui produit depend non de la completion et de la r&ussite de son travail, mais de sa vente.» (p.82, t. 1, Sism., «Eiudes ».)

“The greater productiveness of human industry, and the diminished price of the necessaries of life, conspire to swell productive capital in modern times.” ([p. 88,] 89, S. P. Newman, “Elements of Polit. Econ.”, Andover and New York 1835.)

“Labour is united ... whenever employments are divided ... The greatest division of labour takes place amongst those exceedingly barbarous savages who never help each other, who work separately from each other; and division of employment, with all its great results, depends altogether on combination of labour, cooperation.” (p.24, Wakefield, Note t.] zu seiner Ausgabe von A. Smith, “Wealth of Nations”, London 1835.) “Improved methods of conveyance, like railroads, steam vessels, canals, all means of facilitating intercource between distant countries act upon the division of labour in the same way as an actual increase in the number of people; they bring more labourers into communication etc.” |[p. 119.]

“As the number of labourers increases, the productive power of society augments in the compound ratio of that increase, multiplied by the effects of the division of labour and the increase of knowledge.” (p. 120, I. c.)

«Ce n’est qu’ä l’aide d’un surcroit de capital, que l’entrepreneur d’un genre d’ouvrage quelconque pourra ... etablir entre ses ouvriers une division de travail plus avantageuse. Quand l’ouvrage ä faire est compos& de plusieurs parties, pour tenir chaque ouvrier constamment occup& ä remplir sa partie, il faut un capital beaucoup plus &tendu que lorsque chaque ouvrier est employ& indifferemment ä toutes les parties de

x

V’ouvrage, ä mesure qu’elles sont ä faire.» (A. Smith, [«Recherches»,] 1. Il, ch. II I, p. 338/339.)

«Quant ä la puissance de produire, elle ne peut s’augmenter dans un m&me nombre d’ouvriers, qu’autant que l’on multiplie ou que l’on perfectionne les machines et instrumens qui facilitent et abrögent le travail, ou bien qu’autant que l’on &tablit une meilleure distribution ou une division mieux entendue du travail.» (l.c. [, p.338].) «Le proprietaire du capital qui alimente un grand nombre d’ouvriers, täche n&cessairement, pour son propre interet, de si bien combiner entr’eux la division et la distribution des täches, qu’ils soient ä m&me de produire la plus grande quantit& possible d’ouvrage. Par le m&me motif il s’applique ä les fournir des meilleures machines dont lui ou eux peuvent s’aviser. Ce qui a lieu parmi les ouvriers d’un atelier particulier, se trouve avoir lieu pour la m&me raison parmi ceux de la grande societe. Plus leur nombre est grand, plus ils tendent naturellement ä se partager en differentes classes et ä subdivi-

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ser leurs täches. I] y a un plus grand nombre de t&tes qui s’occupent ä inventer les machines les plus propres ä ex&cuter la täche dont chacun est charg£, et des-lors il ya d’autant plus de probabilites que l’on viendra ä bout de les inventer.» (ch. VIII, 1. I, [p. 177/178,] A. Smith.)

«La societe tout entiere a cela de commun avec l’interieur d’un atelier, qu’elle aussi a sa division du travail. Si !’on prenait pour modele la division du travail dans un atelier moderne, pour en faire l’application ä une societ& entiere, la societe la mieux organis&e pour la production des richesses serait incontestablement celle qui n’aurait qu’un seul entrepreneur en chef, distribuant la besogne selon une regle arr&t&e d’avance aux divers membres de la communaute. Mais il n’en est point ainsi. Tandis que dans l’interieur de l’atelier moderne la division du travail est minutieusement r&gl&e par l’autorit& de l’entrepreneur, la soci6t@ moderne n’a d’autre regle, d’autre autorite, pour distribuer le travail que la libre 171] concurrence.» (p.130, [Karl Marx,] «Misere de la Philosophie», Paris 1847). «Sous le regime patriarcal, sous le regime des castes, sous le regime f&odal et corporatif, il y avait division du travail dans la societ& entiere selon des rögles fixes ... Quant ä la division du travail dans l’atelier, elle etait tres-peu developp&e dans toutes ces formes de la soci&te. On peut m&me &tablir en rögle generale, que moins l’autorit& preside ä la division du travail dans l’interieur de la societe, plus la division du travail se developpe dans l’intrieur de l’atelier, et plus elle y est soumise ä l’autorite d’un seul. Ainsi, l’autorit& dans l’atelier et celle dans la societe, par rapport ä la division du travail, sont en raison inverse l’une de l’autre.» (p. 130, 131, 1.c.) «L’accumulation et la concentration d’instruments et de travailleurs preceda le developpement de la division du travail dans l’interieur de l’ätelier ... Le developpement de la division du travail suppose la r&union des travailleurs dans un atelier. ... Une fois les hommes et les instruments r&unis, la division du travail telle qu’elle existait sous la forme des corporations se reproduisait, se refle&tait necessairement dans l’interieur de l’atelier.» ([p.] 132, 133, l.c.) «La concentration des instruments de production et la division du travail sont aussi inseparables !’une de l’autre que le sont, dans le regime politique, la concentration des pouvoirs publics et la divison des interets prives.» (p. 134, 1.c.)

«Observez», beginnt dieser Schluß, «dans un pays civilise et florissant, ce qu’est le mobilier d’un simple journalier ou du dernier des manouvres, et vous verrez que le nombre des gens dont industrie a concouru pour une part quelconque ä lui fournir ce mobilier, est au-delä de tout calcul possible. La veste de laine, par exemple, qui couyre ce journalier, toute grossiere qu’elle paraisse, est le produit du travail r&uni d’une innombrable multitude d’ouvriers» etc. [p. 25.]

«Entre le mobilier d’un prince d’Europe et celui d’un paysan laborieux et range, il n’y a peut-etre pas autant de difference qu’entre les meubles de ce dernier et ceux de tel roi qui regne sur dix mille sauvages nus, et qui dispose en maitre absolu de leur liberte et de leur vie.» [p. 28.]

“If we trace the most flourishing nations in their origin, we shall find, that, in the remote beginnings of every society, the richest and most considerable men among them were a great while destitute of a great many comforts of life that are now enjoyed by

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the meanest and most humble wretches; so that many things which were once looked upon as the inventions of luxury are now allowed even to those that are so miserably poor as to become the objects of public charity ... A man would be laughed at that should discover luxury in the plain dress of a poor creature that walks along in a thick parish gown, and a coarse shirt underneath it; and yet what a number of people, how many different trades, and what a variety of skill and tools must be employed to have the most ordinary Yorkshire cloth?” etc. (Remark, P., vol.I, p. 181-183, ed. of 1724.) “What a bustle is there to be made in several parts of the world before a fine scarlet or crimson cloth can be produced; what multiplicity of trades and artificers must be employed! Not only such as are obvious, as woolcombers, spinners, the weaver, the cloth-worker, the scourer, the dyer, the setter, the drawer, and the packer; but others that are more remote, and might seem foreign to it,—as the mill-wright, the pewterer, and the chemist, which yet all are necessary, as well as a great number of handicrafts, to have the tools, utensils, and other implements belonging to the trades already named.”

“In some parts of the Highlands of Scotland, not many years ago, every peasant, according to the Statistical Accounts, made his own shoes of leather tanned by himself. Many a shepherd and cottar too, with his wife and children, appeared at church in clothes which had been touched by no hands but their own, since they were shorn from their sheep and sown in their flaxfields. In the preparation of these, it is added, scarcely a single article had been purchased, except the awl, needle, thimble, and a very few parts of the iron work employed in the weaving. The dyes, too, were chiefly extracted by the women from trees, shrubs, and herbs.” (“Lectures on Pol. Ec.”, v. 1, l.c.)

«Lorsque A.Smith &crivit son ouvrage immortel sur les &lements de l’&conomie politique, le systeme automatique d’industrie &tait encore & peine connu. La division du travail lui parut avec raison le grand principe du perfectionnement en manufacture ... Mais ce qui pouvait servir d’exemple utile du temps du docteur Smith ne serait propre aujourd’hui: qu’ä induire le public en erreur relativement au principe reel de l’industrie moderne ... Le dogme scolastique de la division du travail selon les differents degres d’habilet& a enfin &t& exploit& par nos manufacturiers Eclaires.» (Andrew Ure, «Philosophie des manufactures etc.», t. 1, ch. 1.) (1835 zuerst erschienen.)

l. «Il» (A. Smith) «en conclut donc que l’on peut naturellement approprier & chacune de ces operations un ouvrier dont le salaire corresponde ä son habilete. C’est cette appropriation qui est l’essence de la division du travail.»

«distribution, ou plütot l’adaptation des travaux aux differentes capacites individuelles». «Le travail qui nourrit, habille et loge la totalite des habitans d’un pays, est une charge impose&e ä la soci&t@ en masse, mais que n&cessairement elle rejefte sur une partie seulement de ses membres.» (p. 2, l.c.)

«et plus par cons&quent il y aura de travail employe ä les produire, ä les pr&parer» (die Lebensmittel überhaupt), «ä les rapprocher des consommateurs. Dans le m&me tems, cependant, et par une suite de ces mömes progres, la classe de gens delivres de ces travaux manuels augmente dans sa proportion avec l’autre classe. Celle-ci a donc ä la

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fois, et plus de gens ä pourvoir, et une provision plus abondante et plus travaillee ä fournir ä chacun d’eux. Aussi, ä mesure que la societ& prospere, c. ä d., qu’elle augmente en industrie, en commerce, en population etc. ... ’homme vou& ä une profession mecanique a moins de tens ä epargner. Plus la societe s’enrichit, plus le tems de Pouvrier a de valeur» (ist vielmehr d. valeur) «... Ainsi, plus Ja societ@ avancera vers un ötat de splendeur et de puissance, moins la classe ouvriere aura de tems & donner ä Petude et aux travauzx intellectuels et speculatifs.» (p. 2-4.)

«D’un autre cöte, moins la classe ouvriere a de tems pour exploiter le domaine de la science, plus il en reste a l’autre classe. Si les hommes de cette derniere classe peuvent se livrer avec suite et assiduite aux observations philosophiques ou aux compositions litteraires, c’est parce qu’ils sont degages de tout soin, quant ä la production, confection ou transport des objets de leur subsistance journaliere, et parce que d’autres se sont charges pour eux de ces operations me&caniques. Comme toutes les autres divisions du travail, celle entre le travail! mecanique et le travail intellectuel se prononce d’une maniere plus forte et plus tranchante ä mesure que la societ& avance vers un &tat plus opulent. Cette division, comme toutes! les autres, est un effet des progr&s passes et la cause des progr&s ä venir ... Le gouvernement doit-il donc travailler ä contrarier cette division du travail, et ä la retarder dans sa marche naturelle? Doit-i} employer une portion du revenu public pour tächer de confondre et de meler deux classes de travail qui tendent d’elles-m&mes ä se diviser?» (p.4, 5, l.c.)

“In every stage of society, as increased numbers and better contrivances add to each man’s power of production, the number of those who labour is gradually diminished ... Property grows from the improvement of the means of product